Cknzelpreis 20 Pfennig ♦ 3. Jahrgang Eennedeno, 0en 29. iNal 1920 Dl»»Freiheit� erscdewt moraens und nachmittags» an 5c>nn» und Festtagen nur morgen» Der Vezugsprei» beträgt bei freie? Austestung in« �au» für Gro�-Bcriin 8»50' m'. int voraus zablbar, von der Spedition selbst abgcbolt 7.--!N. Für f>ostde,ug nehmen sämtliche postanstaiten Bestellungen entgegen, linier Streifband bezogen für Deutsch» land und Gesterreich 12.50 III.»'ür das übrige Ausland 16.— Iii. zuzüalich Paluta» aufschlag, per Brief für Deutschland und Gesterreich 20.50 M. Neda?;lon und Expedition: Beritn 9,'W.<5. e�lffdauerdamm ISTix. Fernsprecher: Amt Norden 83S— Zß und 97 GS. Nummer 199 F flbenö-Tlusgabe Dk» achtgefpalten» Nonpareistezeile oder deren Raum kostet 5.— Ulk. einschließlich tLeneru'lgsz Uschlag. A'eine Anzeigen? Das feitzedruckte IDorv 2.— ITiK jede? weitere V)ott 1.50 mf� einschließlich Te erungszusch ag. Laufend« Anzeigen laut Tarif. Fauiilien» Anzeigen und Stellengesuche 2.20 ITlf. netto pro Zeile. Stellengesuch» in Vortanzeigen: das fettgedruckte IVort 1.50 ITlP.» jedes weitere Wort u— BIP# nnieräifn»2!bteiiung: iHerlin NW<»«dilffbnucrdnnim«s Fernsprecher: Amt Norden 833—.38. Buchlinndluno ZeMrum �«45 wFreiheit"-BuchdruckcreL Zentrum �030. Bcrftner-Organ t>pr lhwbf)än(\igen SofMömofrßtie S>catj'ü)tant>& •Wbl Mllerand über die beulsche Krlegsmschablgung Parte, 28. Mai. Ministerpräsident M i l l e r a n d erklärte ferner, dir AuS»' Boilfoinrasnc lieDetguboa�nng oerlangt! ~-- nicht wenn er von 06,. 70 oder 73 Milliarden Goldmark rede. Nach kurzen-Bemerkungen von Vincent Auriol ergriff .......,,, �°'> B r i a n d das Wort. Er sagte, im Jahre 1S10 sei auf der wirt- künfte, d.e man fr» emem Jahr erhalten habe, gestatteten den Etlichen Konferenz festgestellt worden, dah. da Frankreich das .-/!» b e t f r n n z o(« f d) e u Wiedergutmachung Schlachtfeld für die ganz- Welt sei, s-lne Forderungen einen be- auf 200 Iiis 210 Mtlllarden zu schätzen. Nach dem. �„derS privelegierten Charakter haben werde. DaS Unglück fei, Stand vom 15. Mai feien das 70 Milliarden Goldmark, eine Regierung einer anderen folge, ihre erste Sorge Diese Schätzung beruhe nicht au fder Z a h l u n g S- � fei, beiseite gu schieben, was der Borgänger getan habe. DaS all- fähigkeit Deutschlands, ue hätte einfach den Zweck ge» z-meine Jotereffe muffl! die persönlichen Polemiken vergessen habt, Gedanken festzuhalten, der Wert der Pauschalziffer hänge mache». ES sei gesagt worden, daß der Grund finanzieller Soli- von vielen andereu Elementen ab. Erstens von den Zinsen, daritüt niemals aufgestellt worden fei. Er aber erkläre, daß er zweitens von der Priorität und dritten« von der Frage, ob die doch aufgestellt wurde. Lieferungen in der Summe einbegriffen sein sollten oder nicht. � Es wurden alsdann acht Tagesordnungen ringe- Millrrand erinnerte an die letzten Erklärungen Bouar Laws im bracht. Die erste von den Sozialdemokraten, die die Irrtümer, englischen Vnterhause, aus denen hervorgehe, daß England, Frank- die im Laufe der Friedensverhandlungen begangen wurden, be- reich die Priorität verweigere. Das Wichtigste aber fei, daß man dauert und die finanzielle Solidarität für den Wiederaufbau und dcu alliierten Länder» effrltioe Realisierungen in Form von Ka< die Pensionen verlengt. Die anderen Tagesordnungen, die von pitalien und Entschädigungen in Form einer internationalen An- den verschiedensten Seiten ausgehen, verwerfen teils die Pi/ufchal- leihe oder etwa einer Scric von Anleihen geben wolle, woraus summe, teil« verlange» sie den vollkommenen Ersa�der Schäden. hervorgehe, daß di« Alliierten eng verbunden sei» müßten, um � Ministerpräsident Millerand nahm eine Tagesordnung diese Anleihen zu koutrvllieren, so daß als- keiner der Alliierten! Cvlrat an, die besagt, daß der Friedensvertrag von Bersaill-Z isoliert sei»n der Berreidizung seiner Interesse» gcgenüber dem Deutschland vollkommene Wiedergutmachung der Schuldner. Die andere Methode b-ft-hc darin, lange Jahre auf Schäden an Personen nad G ü t e r a auferlege. Die diz Zahlungen zu warten. Die jetzt angenommene Methode aber Kammer nimmt die Erklärung der R-giernng an und hat daS zwinge nicht, mehr als zwanzig Jahre auf den Bertrag zu starren und man gebe nicht? dabei auf. Die französische Regie. rung und die alliierten Regierungen wollten »icht« von ihren Pfändern aufgeben, nameatlich von den besetzten deutschen Gebieten. J» San Nemo habe man dlrz nicht nur betont, sonder» auch erklärt, daß, wenn Deutschland sich länger seinen Verpflichtungen entziehe, neue Gebiet« besetzt werden könnten. Er wiederhole, baß die Politik Frankreich« eine Politik der Union mit seinen Alliierten sei, aber auch eine Politik belj Einverständnisses mit Deutschland. Man wünsche lebhaft, daß Deutschland begreife, daß es nur nach dieser Richtung hin für Deutschland ein Heil gebe. Aber um diese Politik de« Einverständnisses und der Union zu realisieren, müsse man zu Handlungen schreiten und offen eine Politik der Realisierung und der Brrantworilichleit verfolgen. Millcrand verlangte von der Kammer da« Recht, mit den tzklliiertea alle notwendigen Garantie» studiere« zu dürfen, um zu einer raschen Realisierung zu gelangen. Die Kammer könne die Lösuug suchen, die ihr die beste im Interesse des LandcS scheine. L o u ch e u r erklärte, wenn Millerand eine Pauschalsumme von 70 Milliarden Goldmark angenommen habe, dann habe er Frankreich w eine schreckliche Lage gebracht, den» diese Summe sei ungenügend. Millerand ruft dazwischen- Ich habe gesagt, daß nach keine Ziffer festgehalten wurde. Lau. Vertrauen, daß sie im Einverständnis mit den Alliierte» die Interessen und die Rechte Frankreichs wahren werde. Loui» Barthou erklärte alsdann, daß er der Regierung vertrauen schenken werde, denn et habe die Gewißheit, daß der Ministerpräsident bei der Entschädigungssumme nicht unter die Zahl heruntergehen werde, auf die Frankreich Anspruch habe. Er wolle dem Ministerpäsidenten die Freiheit der Handlung zu- sicher». Auch Tardieu ergriff dal Wort, um den Unterschied zwi- schen der Tagesordnung Colrat und der von ihm und Klotz und ! Locheur eingebrachten festzustellen. In dieser Tagesordnung wird der Vertrag als Grundlage für die völlige Wiedergutmachung der Schäden in Anspruch genommen. Er bittet, seine Tagesordnung anzunehmen, damit der vertrag von Versailles als Grundlag« für alle weiteren Verhandlungen diene» könne. Ministerpräsident Millerand erklärte trotz der großen Unruhe, die herrschte, er nehme die Tagesordnung Colrat an, weil Ar- tikel 232 alS der Mittelpunkt des Vertrage« an- gesehen werde. Er habe in Hhthe erklärt, 120 Milliarde» Mark korrespondi-rten mit der Summe von 200 bis 210 Milliar- den Francs die man Frankreich schulde. Diese letztere Ziffer habe >am IS. Mai ungefähr 70 Milliarden Goldmark betragen. Sie habe keine» anderen Wert al» d:a, feinen Willen kundzugeben, für Frankreich den Betrag der an Gütern und Personen erlitte- nen Schäden zu erlangen. Die Tagesordnung Colrat wurde schließlich, wie bereit» berichtet, mit 6 35 gegen 68 Stimmen angenommen. Las Ariei! gegen die russische Liga. Kopenhagen, LS. M-i., Nach hiesigen Viättcrmeldunoen aus Stockholm wurde in dem großen Mordprozeß gegen die sogenannte russische Liga heute daS Urteil gesprochen. D«r Hauptangcklagte H a d j e l a ch e wurde zum Tod« verurteilt, die übrigen fünf Angetiagten«hisften Zwangsarbeit von SX bi» 10 Jahren. Es handelt fick» um die Sfühn« einer großen Anzahl von Attentaten russischer rcoktionärer Kreise sieben linksstehende Politiker und Angestel'� der Sowjetrcgierung, deren Be- kanntwerdcn vor einigen Monaten da» größte Juteresse der schwedischen Oesfentlichkeit erregte. AolenMidüche AuSschreilaageu in Lberfchlesien. Am Freiwg abend kam et In Benthe» bor dem Hotel Lomnitz, dem Sitz der Plebik�itkomm istion, zu pole« feindlichen Demonstrationen. Fast sämtlich« Kertsterscheiben der unteren Geschosse sind zertrümmort, die Türen t eingcschkag:» worden. Zürn Schluß würde von der Monge t» den unteren Räumen noch Feuer angelegt, so daß diese völlig auSbraun- ten. Ter.Grenzzeitunz", dem Organ der nationalen Polen, wurden die Fenst rscheiben zertrümmert und die Maschinenräume dornichdet. Daraufhin machten die Polen in der Nacht einen An- griff auf di«.Ostdeutsche Morgenpost", wcibet die Geschäfts- und Maschinenräume zerstört wurden. Die Unruhen haben 2 Tot« und 12 Verwundete g�-rderh, J5fr Sch-Oen belögt J'JiOiimn, Tie Meldung zeig1, wohin der Nationalitatenhaß führt. Die jetzige deutsche Politik in Obevschlosten ist die Fortsetzung der alten Hakatistenpolitik, die den Kamps zivischen Deutschen und Pole« zur Folge hatte. Aassisch-fisvische Irieiienövechandlmlgsv. T.U. Helssngfrr», 83. Mai. Die finnische Regierung hat die estnische Regierung gebeten, die Friedensverhandlungen zwischen Rußland und Finnland aus estnischem Gebiet stattfinden zu lassen. Diese hat sich hierzu be- reit erklärt. Di« Serhand-lutrgt» sollen in Dsrpa« stattfinden. Nach einem Telegramm au« Helsingfor» halben di« finnischen Oporationen gegen die in Ostkarelien«indringenden Bolschewisien nun begonnen. DienSt-g morgen trafen die ersten Flüchtling« von der Grenze in Kasans ein. Mittwoch morgen fand ein Zusammenstoß an der Grenze zwischen bolschewistbschSn urd finnischen Truppen statt. Nach kurze« Kampf« zogen sick Sie Bolschewisten zurück. Vroklam erung des nnabhangigen Skaales Lelsiavd. Kopenhagen, 20. Mai. Das Lettische Pressebuueau meldet vuS Riga: Am 27. Mai proklamierte die leitrsche Nationalversammlung einstimmig Lettland als' unabhängigen Staat auf demokratischer Grundlage. Für diese feierliche Erklärung stimmten auch sämtlich«»ofto- r-rfen Minderheiten, deutsche Bussen und Juden. Der Terror der Vorgesetzlen I« der verwaiiullg. Von Hugo Kamossa. Der militärische Geist, der in Deutschland alleZ erfüllt vom Säugling bis zum Mummelgreis, wird noch Jahr- zehnte hindurch naÄxvirken. Mit der Abschaffung des stehenden Heeres ist zwar eine der Hauptsäulcn des Militarismus niedcrssebrockkcm und uns zum Leidwesen aller Nückschrittler genommen worden— aber zwei andere Säulen dieses kulturwidrigen Geistes stehen noch fest und fast un< erschüttert da und werden noc!) lange' Jahre die endgültig« Kultivierung und Modernisierung unseres staatlichen Lebenz verhindern: das durch und durch militärische Hoch schul- Wesen und die geradezu vollendet militarisierte V e r- w a! t u n g s b u r e a u k r a t i e. Die militärisch gedrillte und erzogene Dureaukrati« Preußen-TeutschlandS hat seit jeher ihre oberste Aufgab« nicht in dem persönlichen Schutz der Bürger, fondern in d.n? Schutz des Kapitalismus, d. h. der auf Grund ihres persöl» lichen Besitzes Mächtigen gesehen. Wer den Militarismus und die preußische Bureaukratiq diese unversöhnlichen Heinde aller echten Kultur, kenut, der weiß, welche R i es onau fg a b e es für Männer von ! höchster Willens- und Entschlußkraft bedeutet, dieser Burxau« krotie allmählich Herr zu werden, sie von ihrer Tradition zu befreien und ihr ein modernes demokratisches, rrpublikn- nisches oder gar sozialistischfes Gepräge zu geben. Niemand wird den Mut dazu ausbringen, der so sehr dem Kapitalismus verschrieben ist, wie die heutigen Staatslenker. Und doch dürfte diese Ausgabe leichter sein, als es äußerlich den Anschein hat. wenn sie nur richtig und mit ern st hafte m Willen angefaßt würde. Indessen daran fehlt eS leider gänzlich. Die heutigen Negierenden können und wollen diese Aufgabe gar nicht lwen, weil sie noch viel mehr als alle früheren Regierungsmachthaber Gefangene und Beauftragte der Kapitalisten sind. Es ist preußiiche Tradition, daß die anordnenden und ausführen- den Organe der Regierung sich als Beauftragte des Kapitals fühlen, unter dem Vorwand, für die Aufrechterhaltung von Zucht und Ordnung zu sorgen. So kommt es, daß auch in den bureaukratiVen Verwaltungen selber sich' die höheren und die sogenannten„erstklassigen" mittleren Beamten für die eigentlichen Träger der Staatsgewalt im Sinne der Unternehmer halten, während die große Masse der mittleren und der unteren Beamten fast ohne Ausnahme wissen, daß sie von den Vorgesetzten nicht als gleichberechtigt und gleichwertig behandelt,'andern als willenlose Objekte der Gesetzgebung und der Staatsgewalt. als Proletarier in des Wortes eigenster Bedeutung ausgenutzt und mißbraucht werden. Diejenigen rm Beamtentum, di? den kapitalistischen Staat schützen und erhalten wollen, zetern über den angeblichen Terror der Minderheit— totsächlich al�er sind sie selbst eine ganz kleine Minderheit unter den Bea-mten, diu kraft ihrer Stelluna seit jeder dm rücksichtßlosesten Terror gegen die Sehnsticht der enterbten, aufstrebenden Massen ausüben, die endlich auch ans Licht gelangen wollen, um an den Errungenschaften der Kultur teilzunehmen. Und sie üben heute, wo sie sich ernsthaft bedroht glauben, den Terror rücksichtsloser als je. Alles, was die mit aufopfernder Hilfe gerade der unteren Beamten wiederhergestellte sogenannte gcsetz« mäßige Regierung gegen die Putschisten und ihren An- hang in den Verwaltungen angeblich unternommen hat, endet geradezu in einer Tragikomödie. Der Terror der höheren Beamten hat es zuwege gebracht, daß tatsächlich nicht die der B c g ü n st i g u n g oder Teilnahme am Putsch überführten Vorgesetzten zur Ver- antwortung gezoaen und bestraft wurden, sondern daß ans der ganzen Linie, bei allen Verwaltungen, die Verteidiger der Republik, die unteren Beam- ten, wegen Ungehorsams und Dienstverweigerung, bewiesen durch Teilnahme am Generalstreik, verfolgt werden. Ans der ungeheuren Fülle des darüber vorliegenden Materials können nur wenige Fälle angeführt werden. Der preußische I u st i z m i n i st e r hat angeordnet. daß ihm bis zum 20. April alle Fälle de? Teilnahme von Beamten an der Begünstigung der Purichisten gemeldet worden. Was geschieht nun? Bei den Strafanstalten in Plötz ensee und in Tegel werden nicht etwa Ermittlungen gegen die Direktoren angestellt, die sich ganz offen auf feiten der Kapp.?üftwih gestellt hatten, sondern gegen die Aufsichtsbeamtcn. die Vor- Isjtzende der.BeaintenauSlchüsle waren, und *...■ 131 d l e wayrenv oe�r Puticyrage treu zur alten Negiprung gehalten hatten. Das ist kein Wunde,, juenn man berücksichtigt, dag die oberste Gewalt in der Strafverfolgung dem Herrn Generalstaatsanwall Plaschke, dem Xianösniann und engsten Gcsinnungs- genossen des Herrn Kapp, zusteht, der folgende Ver- fugung erlieh: Berlin, den 15. März 1320. Im Austrage de? Herrn Justizministers ersuche ich, di» Ihnen unterstellten Beamten darauf liiiizuwcisen, das) die Be. n ntcn nicht streiken dürfen, sondern bei der heutigen schwierigen Lage mehr denn je auf ihrem Posten auszuharren und ihre Dienstgeschnfte zu verrichten haben, ferner, daß dieselbe Ansicht auch von Herrn Kapp vertreten wird. Ich erwarte, daß jeder Beamte seine Dienstpflicht ersüll« und ««f seinem Posten verharrt. gez. Plaschke. Niemand der unteren Gefängnisbeamtcn hatte den Dienst verweigert, aber alle hatten erllärt, dah sie nicht im �iei�st der Putschisten, sondern im Dienst der alten Ncgic- ninct ständen, während die höheren Beamten sich offen auf die Seite der Putschisten ste'ltcn. Das tat der schon wieder- holt in breitester Lcffentlichkcit gebrandniarkte Direktor ." 11 � 0 u in Plöhensee, dessen berüchtigt« Frönimelei ihn nicht hindert, Schließeisen und andere Martcriverkzeugge wieder einzuführen, das taten die Inspektoren Ebel und G e i, h. das tat der Direktor Brucks in Tegel. Und dieser Gencralstaatsanwalt Plaschke, der so offen seine Verbindung niit Kapp zugibt und dessen reaktionäre alldcut'ckle Gesinnung so bekannt ist, daß sie die Spatzen vom Dach pfeifen— dem lag die Perfol- pung des Herrn Kapp ob! Weiter gehts mit dem Hohn auf umere Rcchtszustände im republikanischen Deutschland doch beim allerbesten Willen der geriebcnstenReaktionäre wirklich nicht mehr. Statt daß die Republik sich dieser ihrer edelsten Stützen erwehrt, über deren reaktionäre, alldeutsche Betätigung im Amte die untcracbenen Beamten seit Jahr und Tag vergeblich klagen, bestellt sie sie zu Hütern ihrer Einrichtungen und verhöhnt sich damit selbst. Auch das letzte shinkchen von Hoffnung und Vertrauen in den republi- kannchen Staat m u s; bei den ehrlichen Republikanern unrer den Beamten schwinden, wenn Männer wie Plaschke und Munt an ihren reakticnären Terra' trotz aller unablässig gegen sie erhobenen Angriffe ungcmindcrt fortsetzen dürfen. Aus der unendlich langen Reihe von höheren Beamten. die an ihrem heutigen Posten den republikanischen Staat gefährden und offen.n Mißbrauch mit seinem Vertrauen treiben.-seien noch folgende genannt: von der Ober-Post- direktion Berlin die Posträte H a r t l e b e n und Kropp, welch letzterer streikende Beamte sogur mit der Pistole bedroht hat. Dem neuen F i n a n z m i n l st e r der ja schon einen erfreulichen Anfang mit der Absetzung dei ärgsten Reaktionäre in den obersten Posten gemach: hat iiiiin nur geraten werden, auf diesem Gebiete fortzufahren. Vi.lle-cht unterhält er sich einmal genauer mit den Herren Dr. Erpthropcl und Rosenthal' seines Ministe- riums. Auch der Rcichöbankpräsident von H a v e n st e i n Und der Scehandlungspräsident von Dombois nickst minder wie der Direktor beim Reichstag, Geh. Regierungs- ratt Jungheim und der Dirck.cr bei der �andesver- sammlung, G.'h. Regierungsrat Plate sind allbekannte Träger des alten reaktionären Systems, die längst die Ruh« verdient haben. An die Stelle des RegierungSratS D o y s, der sich trotz seiner Versetzung durch den Ob'rreichsanwalt offenbar fcb> Wohl fühlt, ist beim Polizeipräsidium Berlin der Oberrcgie- rungSrat Moll getreten, dessen reaktionäre Gesinnung und Betätigung sich nur in kaum wahrnehmbaren Graden von der seines bernslichen Vorgängers unterscheidet. Nichts uner- wähnt sol. in diesem ProbeauSzug von reaktionären Staats. stützen auch der Direktor der Anstalt für Binnensischerei Vas Amfteldamer Mhler-Aefl. «Der Prophet Hilt nichrs im rigsoen Land", sagt die»Ite BoltöwciZheit. Nirgends ist das Amsterdamer Mahlerfest mit t'nem engeren Horizont airfgefaßt worden, ol» in der hotlanbi- scben Presse, nirgends hat man der Persönlichkeit Willem Mcngelberg. de? ruhmreichen Führer» de» Konzerigelwur- Orchesters, rAnlesückstigcr Nack/teiligeS anzuheften versucht als'n Amsterdam. Wer Schmutz hinter den Kulissen sucht, de: findet ihn Überall. Ich hob« e» als höhere ikifga-be betrachtet, i» der deut- ischen Presse die internationale Tv�gtveite des Amsterdamer Musik- festes in seiner ganzen Bedeutung als erste, i Schritt völkerver- söhnender Verständigung und als Morgenröte wiedererwachendcr Menschlichkeit zu würdigen. Ich verschmähe c» auch bei der kilnst, lerischen Wertung, auf lokal-gescllschastlichen Klatsch einzugehen Nur wenig« der klassischen Meister haben eine so feierlich« Verherrlichung ihm» SchassenS gefunden w» ltzustav M.hier sneun Jahre na'ch seinem Todes in der Amsterdamer Desamtauf- führung seines Lebenswerk:». Unübersthbar groß ist die musi- kalische Einsicht und Erkenntnis, d'« alle ernsten Mniikrfasssnden in ihrer schwankenden Meinung über die Bedeutung deS gewaiti. gen Symphonikers»u einer gründlichen N�chenschast verpflichtet. Der wundersam« Melodienschatz der Mahlcrschen Symphonie, der sich befreiend in jede» fühlerrde Menschenherz senkt sauch in ha» des ciiisachstien Eieschöpfes), ist in geni! lein Ablauschen au! den Lippen d?S Volke» hervorgewachsen und im weitesten Sinne allmenschlichc Kunst, die aus dem Blut der Masse ihr Leben gc- Wonnen hat, nicht aus den exklusiven edlen Empfindungen ein- zelnsr. Die instinktiv und immer wieder durchbrechende Freude an den böhmischen Hcimatwcisen. am Ländlermelodien und Tanz- rhythmsn irägt den PulSschlag heS Volkes. Befremdet ist mir der bewußt»triviale" Mahler geblieben sbanal« Militärsignale. quälende Kindcrlrompetcn, kilassenhaueransätzej. Was ich pslicho» logisch an der krassen Gegensätzlichkeit seine» Wesen» voll erfasse, finde ich musikalisch nicht crlüllt. Der KonirastimpuIS, �>er bei ähnlichen Siimmungen heistadriger Rasten blutecht und erschüt- teend auisprüht, mutet bei Makler tonlich realisiert als gewolller Lwang an. Doch diese unerheblichen Einwände verschwinden als llnternioment im Verhältnis zu der emportragenden Seelen- grüße und der gewalligen Menschlichkcits'raft, die äus der natur- reinen, mc.aphysifch.m Symphonik MahlerS aufstrahlt. Vom Jugendsturm des eigensten, innerlich zerwühlenden Drange» in den ersten d ei Symphonien, der in seiner burlest-iinstern Mwalt unser ganz» Ge'chlecht— schreiend räch Unendiichkeit im De- greifen d?S Endlichen— durchrast, breitet un�d weitet sich der Genius Mahlers immer mächüger in» Kosmisch'-, von der Naiur zu ihrem Ursprung, von der Erde>n» Universum, vom persön- Acher Empfinden»um gewalliaen MmiichktchkeitSoesühl und löst Prof. Dr. S ch i e m e tt z bleiben, der mißliebigen Unterbeamten einfach das Gehalt vorenthält, und der Ingenieur Müller, der als Leiter der Seczeichcnversnchsanstalt in Friedrichshapcn das Institut einfach im Stich ließ uiid selbst zur Flinte griff, um für Kapp einzutreten. Daß der Personalchef der Staatsilieatcr, Herr Goldammer.� nock nach den Maximen der guten alten wilhelminischen Zeiten regiert, ist auch im Ministerium für Kunst längst b.ianiit. soll aber wohl so sein, damit die republikanische Kunst nicht zu modern wird. � Gegen all die genannten Vorgesetzten haben die Be- amtenausschüsse, soweit überhaupt solche vorhanden sind, lclion wiederholt Beschwerde geführt— und man weiß, daß ein preußisch-deutscher Beamter, genau wie ein Rekrut, nu» im ftfalle äußerster Verzweiflung zur Beschwerde schreitet. Einer der neun Punkte, die mit den Gewerkschaften vereinbart waren, betras die Bestrafung der B-eaünstigki des Putsches. Bei allen Verwaltungm ohne Ausnahme ist es anders gekommen: die Untersuchungsausschüsse sind ein öffentlicher Skandal gcioordcn, ind:in die reaktionären Vorae'etzten diesen Anlaß benutzten, um diejenigen Untergebenen festziistellen, die sich als ehrliche republikanKbe Männer erwiesen haben. Diese werden dann mit dem Terror von oben schikaniert und verfolgt und kommen ans die schwarz« Liste für spätere Zeiten, wenn man wieder ganz ungmiert sein wird. Bei sämtlichen Verwaltungen ist nicht ein einziger lrall bekannt geworden, daß den allbe- kannte» Put'chbcgünstigern auch nur ein Härchen gekrümmt worden wäre. Alle die'e Zustände können nur geändert wcrd'n durch ein neues Beamtenieckst. durch die Demokratisierung der Verwaltung, die die Beamtenschaft erkämpfen muß Seite an Seite mit der klassenbewußten Arbeiterschaft. Bei dm Wahlen müssen sich die Beamten daber zu denen gesellen. die ernsthaft und ohne Zagen für die Umbildung des Bc- amtenrechts eintreten, zu den Kandidaten der U. S. P. 9le?echlssoM!slen und d'e Todesiirleile. Worte, aber keine Taten! lim die scklechte Stimmung der Parteifunktionäre der S. P. D. vor den Wahlen zu verbessern, bette die Berliner Parteileitung der S. P. D. in einer Versammlung am Freitag den gegenwärtigen Paradegaul der Partei, Eduard Bernstein, mit einem Referat betrauv. Es s Tharwttenburg, Dahlmann- st.ahe 32, zu richten. Amerikanischer Militarismus. Wie au« Washington gemeldet iviro, haben die Mitglieder der AuSichüsse des Senats und� de» Rcpiä'entantenbauses sich gestern über den Gesetzentwurf" zur Reorganisation deS Heeres oecinigt;-z ist darin«in Heer von S80 000 Mann mit 17 800 Off zieren vorgesehen. tj— r«mv..m.'»mncai»«cmi)Krxi»»wiiii■— schaffen können. Ihr nahe kam nur die große BolkSszene vor der Leiche Casars, in der es Max Reinhardt verstand, die Masse meisterlich zusammenzuhalten und zu führen. Sehr erfreulich war die Mäßigung in der Farbe, die Nein- Hardt, oder besser Ernst Stern, bei seiner Inszenierung geübt hat. Das uniforme Weiß der Togen, von Purpur unterbrochen, und gehoben durch ein ebenfalls gleichmäßiges Grau für die Massen gab».inen einheitlichen Stil für die römischen Bilder. Schaeispielerisch hat Max Neinhardt seinen besten Stab auf- geboten, und dennoch ist das Wort Shakespeares zu kurz ge- kommen. Werner K r a u ß spielte einen Cäsar holler kaiserlicher Eitelkeit, ohne die Größe, die ihm Shakespeare gegeben hat. Alexander M o i s s i. der Mare Anlon, war dagegen ganz der wortgelenk«, redesicher« und geschmeidige Römer der Tragödie. Sein« Stimme bezwang und erschmeichelte an der Bahre Cäsar» den Beifall, der den Erfolg de» po'ilischen Schauspieler» ausmacht. Er stach in der Tat den Brutu» Wilhelm D i e t c r l e s aus. Ader dieser Brutus bedeutete nichtsdestoweniger eine der stärksten Lei- stun.zen des ZlbeudS. Dieterle gab ihm eine Wucht und Stärke, wuchs s, ehrlich vom Freunde Casars zu seinem Todfeind, daß die Ge> stell völlig das herkömmliche Mördertnm verlor..Daß Emi. Jannings«inen mehr als guten CassiuS, Agnes straub «ine starte Clispurnia, Else Heims eine gute Portia boten, braucht kaum gesagt zu werden. Ulrich SUindprff Tribüne. Die Premier« von Oskar Wilde»„Bun- b U r y" in der.Tribüne" ist auf Dienstag, den l. Juni, abends �8 Uhr, festgesetzt. Da» N-ue BvlkStheater spielt bis zum Dienstag, den 1. Juni, täglich Ludwig Rubiner»„Die Gewaltlosen". Am Mittwoch, den 2. Juni er., eröffnet cS seine Sonunerspielzeit mit der. Posse „Pension Schöller" von Karl Lausf». Tbeater de» Westen». Am 1. Juni findet die Erstaufführung de» SÄwankeS„Der Schrei nach dem Kind" vo» Horst un» Engel statt. Deutsches Künstler-Theater. Am 1. Juni findet die Erstauf» fsshrung deS'EchwankeS„Die bessere Hälfte" von Arnold und Bach statt. Im Vlraphische,, Kabinett B. Neumann wird die Per- anstaltung.?IeueK Bauen" am Sonnabend, den LN. Mai m» ichlossen. Am 1. Jun; erfolgt die Eröffnung der Plastik- Ausstellung vo» Johanne» S ch i f f n e r. Bei Paul Cassirer wurde am Freitag, den 23. Mass die An». stcllung von Zeichnungen urd Aquarell.>.wn Proi. Ma«' E l e. i> o g t gcschlosicn. Vom Donnerstag, den 3. Juni, ab werden Ge> mäide und Zeichnungen von Mariin Bloch, Gemälde von Willi Nowak und AauareUe tum Äugusta von Aihtaik vowereWWN(fit Den Kul ch. Das Landcsfi'nanzamt regelt die Verpflegung. Während di« konterrevolutionären Militärs allerorts vn der Arbeit sind, um die Organisation zur Durchführung des Nechtsputschcs schlagfertig zu machen, schlafen auch die Regicrungsämtcr nicht. Das Landesfinanzaint hat sich die Aufgabe gestellt, die Verpflegung der Putschisten zu sichern, und hat in iwiser Vorausficht fchon unter dem 6. April 1920 folgende Verfügung erlassen: Um im Falle eine? neuen Streiks und bei größeren Truppen. zusammcir-i-hungcn die Verpflegung der Truppen und Lazarette sicherzustellen, wird folgendes angeordnet: 1. das erforderliche Maschinen, und Muhlenpcrs»nal sfür die Müdie drei Schichten zu je 1 Ooevuüiller, l' Maschinenführer, 4 Miiblougefellcn, 1 Heizer, für die Bäckorei 3 Schichte» zu je l Maschinisten) ist unmittelbar bei der Technischen Not» Hilfe, hier, Kurfürstendamm 133/94, Amt Steinplatz 14123, die von hier aus benachr ck>tigt ist, anzufordern. � Die tteberwcifung des übrigen Persona!« ffür die Böckerei ? Schichten zu je 60 Bäckern, 4 Arbeitern, für die Hauplverwal» Kuig 50 Arbeiter, für Moabit 40 Arbeiter, für Tempelhns 60 Arbeiter, für V e 1 l e v u e 10 Arbeiter und für D ö b e r i tz und Z o s s e n je 12 Arbeiter) wird auf rn mittelbar,: Anforderung «on dort durch das Wehrkreiskommando III vcranlrßt werden. 2. Zur Slchersyiung der Wasserversorgung ist wegen vec» sorglicher Vcvcilstcl/ng der erforderlichen Druckpumpe sofort»n-.t ernlchlägigen FirrF.r iw Vorbindung zu treten und üiber das Ergebnis zu beri Ken. 3. Da der Viehhof bei feiner exponierten Lage ie' Un< . ruhen als Ausgab« nicht in Frage kommt, sind bei den Ver- pflegungJstellen Moabit und Tcmpelhof möglichst bald je 500 003 Portionen Fleischkonserven nicderznlcgcn. Ausgaben aus dem Lager Ziixdorfcr Linolcumf.lini und Lagerhaus Tenipelhof wüsfen vermieden werden. 4. Brolaufstrichmittel sind künftig nur noch bei den Reichs» derpflegungSftellen Moabit und Tompelhof zu verausgaben 5. Döberitz und Zossen müssen reichlich mit.Verpflrgungltvsr riiten ausgestattet werden, dort ist möglichst ein SOlägiger Vorrat für eine BerpflegungSstarke von je 8000 Köpfen und 2000 Pfcrl trn niederzulegen.(Auch Zwieback.) Die Zuweisung einer Med■ rescrve ist beim Neichöschatzmimstcrium bernlragt worden. So» weit die Lagcrräii.me eS zulassen, soll in Döberitz und Zossen ein« Mchlreserve von je 50 Tonnen dauernd vorrätig gehalten werden. 6. Die Verfügung vom 7. 11. 10 Nr. 143. 11, E. wird in Cv> Innerung gebracht, wonach beim Eintreten der Unruhen Maf� nahm an zu treffen sind, daß ein Perpflegungsempsaiig auch vußerhalb der festgesetzten Dienslstundcn schnell und glatt do» statten geht '*'* Gez. Domin». An da? ReichSberPftegungSirmt. Berlin. Unter dem Vorwand, bei„Streiks und Unruhen" die Verpflegung der Truppen sicherzustellen, begünstigt das Lgndesfinanzamt das Unternehmen der Kenterrevolution. Denn nur dieser kommen die riesigen Vorräte, die' daS Lan dcsfinanzamt aufhäufen läßt, zugute. Bei einer fo tat kräftigen Unterstützung der monarchistischen Gegen rcvolution durch republikanische Negierungsämtel kann der grobe Schlag mit der besten Aussicht auf Erfolg ge» kührt werden. Sie EtmotSurg Hans siaafche.. In der.Vossischen Zeitung' veröffentlicht' ein genauer Kestner der persönlichen und örtlichen Verhältnisse über die Erschießung 'HanS Paaschc» eine längere Darstellung, auS der ebenfalls mit deutlichster Klarheit hervorgeht, daß Paafche das O psereine» vorbedachten Mordplane» geworden ist. Der Akt wurde MililärischcrseitS so vorgenommen, daß er gar nicht anders enden tonnte, wie er geendet hat. Von besonderer Wichtigkeit ist aber folgender Hinweis in der Darstellung der.Voss. Zig.': Die Tat ist am LI. Mai geschehen, an demselben Tage. von dem der Erlaß dcS RelchSpräsidenien datiert ist, durch de» die auf Grund des Artikels 48 der Verfassung crlass'.nen AuS- '«ahmevorschriften auch für die Reste der früheren Provinze» Westpreußen und Posen, also gerade auch für den Besitz Waldfrieden aufgehoben sind. An diesem Tage durste als» nach allgemeiner Rechlsauffassuiig Nberhanpt ciu militärisches Aufgebot gegen einen Bürger de» Deutschen Rcl» che« nicht mehr staltfinden. Die ganze militärische Handlung war rechtswidrig undver stößt gegen d'eVerfassung. flu einer Durchsuchung auf Waffen halten zwei Kriminal» »mmissare und ein Grndarm mehr als genügt, da auf dem Gnte und speziell im Hau» und Hof überhaupt nur drei Waffen» fähige Männer vorhanden sind. Was sagt die Reichsregierung, was sagt das Reichswehr» Ministerium dazu? Und wie ist es möglich, daß der Name des befehligende» 0 f f i z i e r S, der di« Postenkette aufstellte, noch immer nicht ermittelt ist? Im.Bericht de» Meg�rungSpräsldenten In Deutsch-Krone heißt es, daß nach den Mitleilungen de» W e h r k r e i» k o m. Mondes ll und Hl. daß auf Paasches Gut Waffen und Mu» nil on für einen Kommunistenputsch untergebracht seien,«ine Untersuchung des GuleS notwendig erschien. Eine Fest« nähme war nicht angeordnet, sondern erst nach Bcstäii, gung des Verdacht? durch die Haussuchung in Aussicht genommen. Auch au»'der Darstellung de» Regierungspräsidenh'N geht her- »or, daß es sich um etg selbständiges Vorgehen der Reichs wehrsoldaten bzw. ihrer B. fehlSstelle handelt, die 'iiese Gelegenheit benutzte, den»erhaßten und schon lange aus »em Mordctat ftehciidcn Paafche endlich um die Ecke zu bringen. Was auch die ferneren Untersuchungen ergeben mögen, sür uns ist �dicfe Tatsach« völlig klar. E» wird in der Reichswehr nach wie vor mit denselb.n Miiteln gearbeitet, ganz gleich, ob RoSke oder Geßler verantwortlich zeichnen. hakte tzt hat Franrvelch 85 MllUaweit es 176 Milliarden innere Französische krie�sbilanz. in wie Kürzlich gab Andrö Tardien in einer Versammlung kßari» die Blanz de» französischen Kriege» bekannt, den er, .L'Humanitt" sagt,»begrüßt, vorbereitet und verlängert hat zu« summen mit feinen Brudrrn im Imperialismus auf der an» Heren Se'te de» Rchein»'. Danach sind auf französischer Seil» II Milliarden geliehen, ibh Schulden und keine äußeren; jetz; und 33 Milliarden äußere Schulden. Das ist di« Schlußrechnung eines Staate?, der aus dem impe- rialistischen Ringen als.Sieger" hervorgegangen istl Heuchelei der RüssefLnaliker. Durch die bürgerliche Presse rauscht noch innmer die Eilt» rüstung über die Genossin Zietz, die eS gewagt hat, in ihrer letzten Rede in der Nationalversammlung die Greueltaten deutscher So!- baten mit den Schandtaton der von Frankreich venwendete« schwarzen BesatzungStruppen in Vergleich zu stellen. Di« Rede wird al? ein Verbrechen am Deutschtum und an der weißen Rasse ganz allgemein hingestellt, und selbst die rechldsozialistische Par» tri. die sich wohl nicht mehr daran erinnert, daß sie in vergan- gencn Zeiten auch eiwmol die Weichheit alle» dessen, was Men- schenantlitz trägt, proklamiert hat, längst von ihren weiblichen Mitgliedern Protest.Resolutionen annehmen. Revolukonilr miitzl ihr wählen! National sollt ihr wählen! rufen die bürgerlichen Parteien. Deutschland hat stets ein« „nationale" Neichstagsmelrheit gewählt.— Und der Erfolg? Die„Nationalen" haben mit dem Gelde der Steuer» zahlcr das Wettrüsten veranstaltet. Sic haben uns in den Krieg mit seinem unsagbaren Jammer hineingetrieben. Die Nationalen bleiben bei ihrer Politik, sie halten fest am Kapitalismus, an der Ausbeutung, daher die Teuerung, die furchtbare Not. Wer national wählt, darf sich nicht wundern, wenn das Brot ständig teurer wird, wenn er Flrisch aus seinem Tische kaum mehr sieht, wenn er arbeitslos wird und schlirßlich im Elend verkommt. National wählen nur die Besitzer der Geldsäcke. die Schlemmer, die Prasser, die Nichtstuer. Die Frauen, die Männer des arbeitenden Volkes stimmen nur für die Partei, die den Kapita lismns als ihren Todfeind bekämpft, und das ist nur die A. S. p. S. Sehr zur rechten Zeit liberninrmt min die.Deutsch« Tage«. zeitung' von dem.Greizzboien' den Bericht eines während der KriegSzeit im Innern Neuguinea» festgehaltenen Hcniptmann» Detzner, der ohne es zu wollen, di« ganze Heuchelei die- ses Entrüstung» st urmes der Rassefanattker inS rechte Licht rückt. Herr Dctzucr weiß sich nicht genug zu tun in Lobreden aus dse Güte und' Treu« der Papua-Neger. Er erzählt, wie sich das gosamt« Volk beS Kate-Papua-Staa!«» sofort auf. sein« Seite g«< stellt und di« wesNvärtz siedelnden Hube und Borrom veranlaßt habe, seinem Beispiel Folg« zu leisten..Die Erziehung zur Per, antwortlichkeit und zum Deulschtwin, ein Werk des Sattelberger Missionars Cht. Kcysser, der über 15 Jahr« in diesem Geiste unter den Eingeborenen dieser Gegend gewirkt hatte, sollte di« herrlichsten Frücht« tragen.' Immer wieder ihvbi der Hauptmann hervor, wie sich der Slanim der Papua glänzend bewährt habe, und er rühmt, daß sie ihm noch zum Abschied Geschenke brachten, darunter«in« mühsam gesammelt« Geldsumme, die ein Beitrag zu einem Denkmal für di« gefallenen deutschen Äscicg» darstellen sollte. Die»Deutsche Tageszeitung' versieht d!« rührende Trzäh» lung mit der Ueberschrift:»Di« Wilden sind doch bessere Men» ichen'. Aber selbstverständlich gilt diese-Feststellung nur für die- jenigen Wilden, die sich al» deutsche Untertanen fühlen und Bei- träge zur Errichtung von Kriegerdenkmälern leisten. Deulschnasionale Wahlsitten. vom Genossen W« g m a n n wird UNI ge-schrlebcnk In der Hafenheide fand gestern in der»Neuen Welt'«in« Versammlung der T-eutichno pönalen Völkspartei statt. Die Teich rnjhrner der bei Klirm» stattfindenden Versammlung der U. S. P. sowie im Nebensaal stattfindenden Versammlung der Syndikalisten begaben sich nach Schluß ihrer Versammlungen in die deulschnationale Versammlung. Der Referent Wull» erging sich in seinen Ausführungen in den demagogischsten Rede- Wendungen und rief natürlich einen Sturm der Entrüstung und s hr viele Zwischenrufe hervor. Mein Ersuchen an den Vor» sitzenden, mir für eine halbe Minute da» Wort Zu gestatten» um Ruhe zu schassen, wurde vom Vorsitzenden abgelehnt. Ein hinier ihm sitzende» Parieimilglied der Deutschnalionottn Partei sagte, ach, � wir haben ja Polizei hier. Er achtet« überhaupt nicht mehr' aus meinen Einspruch und die Versammlung tagt« weiter, bis der Tumult derorilgt Formen annahm, daß eine weitere Tagung unmöglich erschien. Erst dann wandt« sich der Vorsitzende mit dem Ersuchen an mich, da? Wort zu ergreifen und die Rübe herzustellen. Ich kam diesem Ersuchen nach und es gelang mir. di« Ruh« herzustellen, so daß der Refevent seine Red« beenden konnte. Darauf erhielt ich da» Wort und kann»« bei natürlich hef- tigem Widerspruch seiten» der deulschnationalen VerfammlungZ. tcilnehmer doch in verhält..iSmäßiger Ruh« meine verabredete Redezeit von H Stunde einhalten. Al» sich dann nach«in Redner der U. S. P. zum Wort gem«ld«t halt« und nunmehr «in großer Teil der Deulschnationalen den Saal verließ, er- ckien plötzlich ein großes Lastauto st ahlbehelmter L I ch» rh e i t» weh r, die mit gefälltem Geivehr in den Saal zog und die Bühne b«s«tzte, worauf sich die Versammlung in aller Ruh« auflöste. Irgendwelche persönlichen Angrifse oder Tätlichkeiten, die Anlaß zum polizeillchen Einschreiten hätten geben können, haben nicht stattgefunden. Der Ausspruch eine» der Versammlungsleiter, daß»Polizei anwekend' sei» »Der erste Grundstein au? dem Gebäude der SstfeuMchef Bewirtschaftung ist gefallen. Die Kartoffel, dasjenige Er» zeugni», dessen Zwangsbewirtschaftung die Landwirte mit anl meisten bedrückt hat, wird von jeder weiteren Bewittschaftung frei, wenn die deutsche Landwirtsckzast bi» zum 1. Aug»? 6 Millionen Tonnen Speisepartoffeln auf dem Wege deS Liefe« rungSvertrog.» sicherstellt. Die» wird und muß gelingen I' Wir verstehen diese Begeisterung der Ländwirte für das neue Bewirtschastungssystem, denn e» sichert ihnen bei dem Ab« schluß von Lieferungsverträgen bereit» jetzt einen um 5 Mark den Zentner höheren Preis, und selbst bei den größten Gütern nur die Verpflichtung zur Ablieferung voy knapp der Hälfte des DurchschnittSertragel der Ernte Menfeiudliche Kundgebung in England. H. N. London, 29. Mai. Am Montag fanden vor der polnischen Gesandlschast in Lon- von Arbe i t e r k u nd geh unge n gegen den neuen Krieg mü Sowjet-R-ußland statt.* Eine ErNSrung der lschechischen LinlsloziAn. Prag, 28. Mai. Die Abgeordneten und Senatoren der tsch ech i sch- so zi a« listischen linken Richtung veröffentlichen eine Erklä-- r u n g, in der jede Bewiligung«n einer Koalition mit den bürgerlichen Parteien verurteilt, der Zusammenschluß aller sozia« iistischen Elemente im Parlament, sowie der eheste Anschluß an di« dritte Internationale verlangt, und die Arbeiterschaft aufgefordert wird, sich aus die Uebrrnahme der äußeren Gewalt vorzubevciten und den Ausbau des Rätesystems zu leiten., Wie da» Pravo Lidu mitteilt, /vurde zum Obmann de» g« meinsamen Klubs der sozialdemokratischen tschechischen Lbgeo d« nctcn und Senatoren Abgeordneter Nemec, zum gcschäftsJ führenden Obmann des Abgeordnetcn-KlubS Abgeordneter Stivi» gewählt. Die südaftikanlsche Arbeiterschafl rsi�et. H. N. London, 29. Mai. Der Hauptau»schütz der südafrikanischen«.vbeite-rvereinigung hat den Gedanken eine» Generalstreik» erwogen, wen, die Regierung nicht sofort zur B« r st a a t I i ch u n g de» Steinkohlen, und Goldgruben übergehen sollte. Di« verlangt« Verstaatlichung soll mit allen Mitteln betrieb«! werde« Aus der Varlelpresse. Die soeben erschienene Nr. 22 der von Dr. Rud. Breitschesii herausgegebenen unabhängigen sozialdemokratischen Wochenschrift .Der Sozialist" enthält folgende Beiträg«: Soziale Krin» im Zentrum von Iah. Kretzen; Militarismus und Gegenrevo« lution von Emil Rabold; Reorganisation de» Außendienstes von Kuno Tiemann; Die Regierungsbildung in der Tschechoslowakei von Josef Belina; D,e Bedeutung de» BildungSwesenS im oster. reichilchen Heer von R. Wagner; Randbemerkungen zum Thema Knust'ind Proletariat von Richard Seidel.—»Der Sozialist erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen; durch die Post oder durch den Verlag T. Breitscheid, Berlin W. 15» zum Preise von vierteljährlich 10 M., Einzelnummer 1 M., zv beziehen. 140 0 000 Soldaten getötet. 300.000 verstümmelt und;(dbeint z» beweisen, daß man sich vorher mit der Polizei"er » Millionen verwundet worden. LstMillion Menschen sind mo- dUisiert und au« ihrer friedlichen Arbeit herausgerissen, l« Proz. davon sind gelötet worden, daruuler waren 57 Proz. unter 32 fahren. Der Krieg hat F-ankreich 900 Milliarden gekostet: Artillerie sind 46 Milliarden aullgegeben we�en, für die �isrüstung der"stuppen 80 Milliarden, für KrierV n'erstützuna,"B' .3 Mill'�rd'n, für die Ernährung b-'-;r T"e.'8 Millia-Vn und ZwangSw.rtschokt sür Karts! eln --fi 12 MiN orden- i-' r Alii*-♦ Frau,'(5 /n e» Ivib" ständigt hat'e. Die tanwirle lnvAphiere». Der Präsident de» von Schorlemer-Lieser beuischen LandwtrtschaftSratt. Freiherr erlägt anläßlich �«r Anfhebung d« »0 Aufruf an die Landwirt. Die Bäckergesellen gegen die Mehltontingenticrung. Die Bäcker und Konditoren Groß-BerlmS waren am Freitag abend in eli�.r vom Zentralverdand der Bäcker und Konditoren nach den Gcrmaniasälen einberufenen öffentlichen Versammlung zahl- reich crsch.eire.r, um g.gcn die von einigen Bvolfabriken und auch� von der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend erhobene For. dcrung nach Aushebung der Mehllontigenl.ening im Bäcker. gewerb«( Gewi chtSz ul>ei lu ug de» MehicS aus die Gefelleuzahl). zu prolststteren. Wie der Referent Hetzschold ausführte, liegt in der Auf« Hebung der Koittingentierun» die ArboitLioSmachung von Taufen- de., von Bäckerg. lellen. Veraalaß! zu dieser Absicht, die Kon» ttngeniierung aufzuheben, sei die Bchörd« durch di« Eingabe.der Broisabritanten, der sich le der auch die Ko,isumg.'ilossensciv,st an- geschlossen habe, worin diese behaupten, daß durch Befeitigung der Koniingentierung das Brot billiger»verde.»Was es damit au» sich habe, zeige uns Hamburg, Ivo aus Dränge»! der dortigen Fabv!» tan Pen un'. er denselben Versprechungen die Konlingeuttcruiig be- ßttttgt wurde und heute der Bvolpreis 15 Pfg. höher s>e>i als in Berlin bei der Koittingxittieruiia. Reitiose Ausnutzung ihres Be» triebe», restlose Auspowerung der Bäckergesellen sei der wahre Grund des iiimag«.». Zu d n Kr.egSgewinchn ivolle-nan Weilers Profit« hausen. Die Rdeh'ltontingeniierung in Bächre» und Kon- dr.orei sei gesctasf«» zugunsten der Beschäsligunz der Kr.egsdeis- nehmer, im Gviste und>n der gleiche.» sozio, en Absicht der Deiuo.il. ma chu ugS be st> m uiureg« n. Die natürl.stien Nebenwirkungen der MehltonttugenUierung ftti hie im Voltsiiiteress« liegende genau« Berechnung des UndernehmergewinneS. Wenn dies in allen Be- rufen möglich genxten war«,»vürbcn nicht auf Kosten dl« Volkes bis 60 Proz. Aktionär-Tividenden gezahlt werde» und tau sc„de Arbeitsloser würlen iveniger sein. Krasser kapitaltstischlr Ego f' muß(nichl aber.Voltsfreundl chkcn) sei die Triebfeder der Groß- brotsabrik.Jnhabcr gegen d.e Met.konlingentieruug, deren Beseitigung mindcsten» die Hälst« der Bäck.rgese.Ien brotlos»ind zu A'lmojenempfängern maäen würde. Die Belastung der ösfentl'chctt Erwerbttosenfürsorge würde di« in Wirilichk-'it 5 Pfennig betragende Brotpreitvcrbilllguug durch Steurrbelastung doppclh aus» gleichen, st yaf erhöhen. AuS den weit rn ii Ausführungen des Referenten ging aber doch hervor, daß durch die Koittingentierung unproduktiv ge- arbeitet wivö. Während die Fabrik der Konsumgeiiossenschuft 90 Sack Mehl und mehr pro Arbeiter und Wucht verarbeiten kann, evbatten d>« kleinen Betriebe im Durchschnitt 8 Sack pro G.scllen zugnviesen. Hätten wir eine sozialistische WirischastSordnung, so wäre unser Standpunlt in dieser Frage sofor» gegeben. Den Interessen der Allgemeinheit müssen vi« Interessen einzelner Berussschichten untergeoidnet werden. Dock, ist den Bäckern zu glauben, daß heute nur hie Uniernehmer aus der Beseitigung xi Kontingente Gewinn ziehe» würden. Da der Bäc'erlohn nur 5 Prozent des Brotpreiies betrögt, ist di« Verteuerung du.clf die imirationellc Produttion nur gering, und di« Aufsaugung der kleinen Betriebe durch die großen würde wahr- scheinlich zunächst nicht den Konsumenten zuguie kommen. Be- oauevlich ist, daß dies« Frage zu einem scharfen Gegeii'atz zwischen der Eewerkstchasl der Bäcker und der Konsumgenosseiischait geführi haben. Da? gemeinsame Endziel müßte zu einen Verstehen de» -»(•öcnlcituie« Standvunkie» und* »r.«'"r Verstäsi jsvhien, Mc tm Jnfetfffe du«rVeilttvaoegung dringend zu wünschen wäre. Di« Vorsanwninng nahm zum Schluß eine Resolution im E-inne deS NesevatS an, worin bedauert wird, daß auch amtliche Stellen im NeichZwirtschaftsamt und NeichZarbeitSministerium den Einflüsterungen der Großbäckerei-Unlernchnier Gehör geschenkt und MeinnugLäuszeritiisien und sogar Verfügungen erließen, ohne die am ineisten interessierte Arbeiter- organisation, deren Mitglieder die Leidtragenden solcher schnellen Entschlüsse sind, auch nur befragt zu haben. Der ReiclMrnähvungSminislcr und die sonstigen zuständigen �»Hörden werden dringend ersucht, im Interesse der Bäckergesellen wie auch vom Standpiiiilt de? Allgcmeinintvresses die Melzlkontingen t i erun g während der Gemeimoirtickiatt aufrecht zu erhalten. Chemische Industries Der Schiedsspruch über den neuen Tarifvertrag für die An- gestellten der chemischen Industrie ist durch da» NeichZarbeit»- Ministerium gefällt worden und mit großer Mehrheit von den Angestellten, als auch vom Arbeilgebei�verk�nd der chemischen Industrie angenomm n worden. Die erstmalige Gehaltszahlung Muß auf Grund des neuen Tarifvertrages schon zum 31� Mai erfolgen. Arbeitsgemeinschaft freier Angcstelltenverbände. Zum Streik der Friseurgehilfen. Es wurde irrtümlich ein fl'egender Rasirrbetneb Habsburger Hof. Ast arischer Platz 1. an- gegeben. Wir widerrufen dieses. Tic Zentra.streitleitung. dl« Damem tn na-ntt, micj rracy Tchltrg der versammrung kam:n für dt« Aufsteilung der Stadtverordnetenwählerliste vtel zu wenig Zeit, so daß vo» vorlr herein mit Fehlern-in der Wählerli st e g-. rechnet werden mußte! Umso notwendiger ist eS für jeden Wafstberrchiigten, die Wählerliste einzusehen. Di« Char- lottenburger Stadtverordneten-Wähl erliste ist an sollenden b Stehen ausgelrat: Turnhalle der Kvmgirt-Luise-Schirle, Danckelmminstraße 26— 23, Gemeindeschale V| Kaiserin-Aitgusla- Wllee 74, Wahlamt. Rathaus, Berliner Straße 72-73. Märkisch?: Saal, Turnha.lle der Gemeindcschule I und II, Ptstabozzi- st raste 39-90. Turnhalle der Gemeindeschule Vii� JoachimSthalcr S raste 31-32. Aus AnsÄäg.m an den Säu-en ist zu ersehen, welche Straßen zu der einzelne u Auslitgungsstellen gehören. Wer nichts in die Wöchierliste eingetvag-u, ist oder sin« Aufforderung erhält, den Nachweis zu führen, daß er länger als e>,- 5iahr in Charlottenburg loohnt, kann, wenn da» der Fall ist, diese Mitteilung an den Vor st and unserer Partei in Char. sotten bürg gelangen lassen. Dieser wird dafür sorgen, daß der Betreffeade in die Wählerliste euigct ragen w. rd. so daß ihm ZeitversäunmiS, Bev-ust von Lohn und dergleichen nicht zu entfliehen brauchen. Antisemitische Ausschreitungen. Vor dem Gebäude der Hochschule für Musik, an der Ecke der Hardenb»rg. und Fafainnitraße, kam es am gestrigen Freitag abend während einer deutsch-nationalien Wähllerversammlung, wo Helfferich sprach, zu Zwischenfällen. Jüdisch aussehende Passanten. die an der Hochschule voi übergingen, wurden angehalten und be- lästigt. Einig" jüh.fckc Damen gerieten in eine so bedrüngin Lage, daß schließlich dt« Sicherheitspolizei eingreifen mußte und ein junger Mann doi an» der Vprdr geNtnva. mny ven«NM herigen Feststellungen handelt es sich um einen 20 Jahre alten aus Dresden-Alistadt gebürtigen Detektiv Rabat, der zulehl in Hamburg polizeilich gemeldet war. Wie der Mann nach Berlin gekommen und inZ Wasser geraten ist, steht noch nicht reit. Der Bäckermeister Grapp, Dänestraße S. ist wegen unzuver» beschädigienfürsorge Heilbehandlung für sein Lungenleiden zu er- lässiger BetrieoSführung von der Mehlzuteilung ausgeschlossen langen. Der Maenstm: Berliit Hai nun den Fall uniersuckst und' worden. � ± � das Medizinalamt Oer Stadt Berlin Hai daraufhin einen längeren! Graf Harr» Kofiler vom Bund Reue» Vaterland, spricht, am Bericht eingesandt, der eiite Rechtfertigung sein soll. Ter Bericht �Sonntag vormittag 10 Uhr bei Hamuseck, Tegel, über Arcetter» muß aber zugeben, daß der Kranke twn Professor Dr. Kleniperer. schasl und Völkerbund. zwar untersucht ist, wobei festgestellt wurde, daß ersterer an voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgegend am Sonn» ziemlich vorgeschrittener Tuberkulose leide! die beantragte� Be- mg: Vielfach bester, am Tage etwas wärmer, zeilweise wieder bau diu ng sei aber nicht erforderlich und nicht ratsam, ftätfer bewölkt, bei mäßigen westlichen Winden. Kein« oder un» �rheb! tchc Niederschläge. Groß« Propaganda-Zllassorballwottsplele voranstaltet der Arbeiter- TZassersporbVerband lKreis I> durch den Monat stunl lSpi-Uage: Montags und Donnerstags, abends 7 Uhr) im Engcldeckien, Louisen- User.— Am Montag, den 81. Mai. spielen folgende Mannschaslent V. Dorwärts(SRummelsbu.g) gegen A. S. V.. Frei« Schwimmer>Charlottenburg> gegen N-plun lLichtenderg). B. S. Union gegen B T. V. Melle,' am Tvnnerslag. den 3. Juni: A. L. D. s?.zu. Kölln) gegen Vorwärts lVorden I>. Neptun iWeitzensec) gegen Vor- wärt? sRenKölla), Vorwärts sNooden II) gegen A. E. D. Nord. Ein- lritlspreise werden nicht erhoben. DaZ halten wir am 3. April gerügt. Nun stellt der Bericht selbst fest, daß der Patient aus seinen Antraq erneut am 17. April von dein Stellvertreter des Herrn Professor Dr. Klernpever. Herrn Professor Dr. Kuttrrer. untersucht worden ist. der offene Tuberiu- los« feststellte und eine zwölfwöchigc Herlbehandlunz in einer der städtischen Heilstätten empfahl. Wie angesichlS die er Tatsache der Bericht zum Schluß tagen kann, daß unsere Schilderung mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt, ist unZ schleierhaft. Eine der- artige Berichterstattung sollte sich oer Magistrat entschieden ver» birtcir. Extraziiteilung von 10 Pfund Kartoffeln. Die Zufuhren von Kartoffeln sind in den letzten Tagen derartig reichlich gewesen, daß in den Vororten in der nächsten Wocbe ein« Sonderausgabe von 10 Pfund Kariosseln aus die einzelne Perion erfolsLN soll, und zwar zum Preise von 40 Pf, pro Pfund Die Gemeinden geben die Karlofseln deswegen auf einmal ab. weil eins Lagerung ge. rode in der gegerrwärtigeu Zeit mit Schwierigtet ten verbunden tjr und c! in eett Pr�vail�auShaliungeu viel leichter ist, das Keimen und Feuchtwarden der Kartoffeln zu verhindern. D'.e Stadt Berlin hat im Gegensatz zu den Vororten bis honte die Sonder» Verteilung von Kartoffeln nicht bekannt egoben. Sicherlich wür- dem auch die Berliner lroh sein, einmal 10 Pfund Kartoffeln extra bekommen zu können. Charit« und Kranker. hanskosten. Nachdem für die hiesigen fiadtascheii'Krankenhäuser eine Erhöhung dor Kur- und Perpsle- gungSlosten vom 1. Juni d. Js. beschlösset.: ist, sind nunmehr auch staatlicherseitS für das Charitc-Kran�''hauS und die übrigen hie- fchen UniversstätS-Klimken vom glen' Tage alv die Kosten in der 3. Derpflegttmgtcklasie auf ö Mark sur Erwachsene und 6 Mar! für Kinder vi» zum vollendeten 14. Leüensj' hre orhöhe loorden. Neben diesen Kostensätzen kommen die Gebühren für Salvarsan- behandlung für Rchntgenous nahmen und-Bestrahlungen sowie für öhnliclie Sonderbehandlungen zur Erhebung. Die Kostensätze gel- ten bei den obigen Universitätsanstalten in gleicher Weise für Berliner wie Nichtberlwer. Zwei Knaben ertrunken. AuS dem Plötze asee gelandet wurden 'gefttrn nachm stäg an der Mi.ifärschwimmansialt die Leichen dcS IS Jahre alten Lehrling« FranzBorowSkiauSder Reuicken- dorfer Straße 00 und d-s 12 Jahre alten Schülers Walter Busch le auts der Maxstraße 21. Die beiden Knaben g.ngen am Mittwoch nachmittag hinan!, um geineit.sam zu baden und kamen nicht wieder. De» SckivimmenS unkundig, haben si- sich wohl zu weit in das Wasser hineingewagt und sind hilflos ertrunken. Gestern fand man zunächst die Lcick.e dcS Lehrlings und zwei Stunden später auch die des Schülers. Mit Rattengift auf offener Straße getötet hat sich gestern Aus den Orßanisalionen. 11. Distrikt, 8. Ableitung. Sonntag früh 8 Uhr dringende- Er- Ichetnen samtlicher Parleimitgliedei im Zahlabend-Lokal. 18. Tilirikt. Die Eenoss-n, die sich zur Landagilalton gemeiiei haben, it.ussen sich am Eennlag vormittag 10 Uhr bei Knappr, E ün. thaler Strohe S. zu einer Besprechung zusammenslnden.— Dien:, z. I. Juni, Generalversammlung des Distriktes in de: Schuloula Bil tch"� Ecke Ponkstrabe. Tagesardnung: Ausstellung der Stadtverordneten und Dezirksoeroibneten. «. Kommunat-Wahlkrei« sBezirk Prenzlauer Tor). Sonntag, den SN. Mai. vorm. 10 Uhr, Aula Senefelder Str. ef7: Zusammer.kunO oller Bezirks, und AdteUungsführer, der kommunalen Obleute der Abteilungen und Distrikte, sawie der Vorstandsmitglieder und aller Kandidaten. Neukölln. Montag abend 7 Uhr Dollverlammlung der Eltern- rät« der U. E.?. in der Aula Neue Knabenschule, Kaisai-Friedrlch» Strohe 4. Obleute laben zu dieser Versammlung besonder»«in.— Montag abend 0)4 Uhr für den LI. Bezirk Versammlung bei Koch, Meisestr. 8.— Ig. Bezirk: Dienstag obcnd 714 Uhr ösf-ntliche Mäh. lerversommlung bei Greif, Hermonnstr. 160/167. Neserent: Genosse Harnisch.— Dienstag abend 7 Uhr Sitzung der G-lchäftoleitung mit den Tezirksführern bei Schwengel. Clbestr. 8. Eck- W-serstrahe.— Dienstag abend 7 Uhr Elternversammlung der LZ. und SS. Schul, Elbestrahe. NeligiSser Unterricht in der Schul«. Einsührung der weltlichen Schul« in Neukölln. Pankow. Sitzung der Landesagitatlonskammission Montag 7 Uh« bei Ehilla. Berliner Ttxahs 118. Köpenick. Sannlag Agitalian-ansflug nach.Müggelheim'. Ab« marsch 2 Uhr nachm. vom Lokal Z-idler, Müggelheimer Strahe LS. Um 4 Uhr dort WSHl-rversammsung. Referent: Gen. Da'zke. Um rege Beteiligung mit Familie wird gebeten.�— Montag Wähleroersammlung im Stadtihealer. Referent Dr. Löwsnstein. Frled-!chzselde. Sonntag um S Uhr wichtig- Flugblattverbreilung von den D. uppenlokalen aus. Die Gruppenletter empfangen da* Material um 7)4 Uhr bel Schröder, Berliner Strahe s. Verelnssalevder. Arbeiter- Samaritcr-Dund Berlin. Kolonne Süden und Tempelhof nachmittag der 19 Jahre alte Konditor Martin Libell aus;"---------.... der Kursürstrnstraße 136. Der Mann schob einen Handwagen st«h-n.-m Conntog. den 80 Mai. um S Uhr---rm Steitechau» In vom Kurfürstendamm her durch dir Knrfürstenstraße nach der Potsdamer Straße. Hier siel er plötzlich um und blieb regungS- loS liegen. Ein!-rzt konnte nur nock> den Tod feststellen. Nach einem Gutachten l)al sich der Mann vergistet. Bei ihm fand man zwei leere GlaSröhrchen mit der Aufschrift Raltengift. Irgendwelche Barmittel oder Wertsachen wurden bei der Leiche, die man dem Schauhause zuführte, nicht gefunden. Ertrunkener Detcktw. Der Aufklärung bedarf ein Leichen- fund am Jnselfpeichergrundstück. Dort wurde gestern nachmittag Alarmberellschasl. verband der Gärtner und Gärtnerclarbeiter. Deleglertenverfam«» lung Montag 7>4 Uhr in Schulz' Fefisälen, Am Königsgraben L. Deutscher TrarsportarbeUcr-Verband. Montag 7)4 Uhr Branchen» Versammlung in der Unians-Brauerei, Hasenheide 22/81. Mitglieds- buch ist mitzubringen und dient als Lsgitimaiian. Verantwortlich für Me Siednl-tton:?« o Stebfchfltz, Friedenau. Verantwortlich f b. Inferalenleil: LudwigKomeriner, ftnrlshaxß Verlogsgenosfenschoft„Freiheit",« S. m. b. H., Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Derlagsgefellschaft m. b. H, Echiffbauerdamm 19. Vergnägfungs- Palast„Groß-Berlin" T«ts7s Sommertheater"Ti"" ear Täglich-m bei ausverRaultem Hause Konzert und buntes Programm Anfang •i.ti anschließend pOnktllch '/, 8 Uhr Anfang ',6 Der große Berliner Schlager I AusstaUuogsoperette in< Bildern. SlUrmlacber Beilall t Grober Locbenolg! 13 Musllcsciilager I Täglich ausverkaufftes Haus. Theaterkasse geöffnet täsllch ab 10 Uhr. Sonntaes Anfang' ,5 Uhr. Sehauböhne Landsbereer Allee 76 77| ! direkt am Rlnebahnhol Täsllcli grofier HeiiterriDger-Vetlstielt| Heute rloseo; Slrenge— Hisel! i Stfonisld— Drbanskl■ Vorh. d.«r. VarietZ-Teil. | tifu: ht Iiurrlt I Ohr , Ut krMlim 1 Ohr I .,10 Uftr vormittag« j »■mittag, de» 90. 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