Ur. 181. Absimements-Kedinzungen: Sbonnementi-Preis pränumerando: vterteljährl. SL0 Ml., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich LS Pfg. frei in» Haus. Einzelne Nummer ö Pfg. Tonntag». Nummer mit illuftrirter Sonntag». Beilage»Die Neu« Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 3,30 Mari pro Quartal. Singetragen in der Post- Zeitung». Preisliste für 1S07 unter Sr. 7437. Unter«reuzdand für Deutschland und Oesterreich-Ungarn a Marl, für da» übrig««uSland 3 Marl pro Monat. Erschein!»glich nutzer»onkng«. Vevliner VolKsbl�tt. 14. Jahrg. Die Inftrtkons- Gebühr »«trägt für dt« sechsgespaltene Kolonel- zetle oder deren Raum»0 Pfg., für verein»- und PersammlungS-Anzeigen, sowie ArbettSmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bt« t Uhr nachmittag» in der Srpeditton abgegeben werden. Di« Expedition ist an Wochentagen bt» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bt» S Uhr vormittag» geöffnet. Fernsprecher-»ml l, Nr. 1608. Telegramm-Adresse: ,,0>>,«»ldrmoKr»!»erlin». Dentrawrgcm der sozialdemokratischen Partei Deutschtands. Redaktion: 8V. 19, Aettty-Straße 2. Freitag, den 6. August 189?. ßLpeditio»; SW. 19, Menth-Straße 3; Swakstzilfe ür die Opfer der Ueberfchwemmungen wird etzt auch in Sachsen gefordert, das nach Preußen unter >en deutschen Staaten am meisten unter der gegenwärtigen Katastrophe— denn die Wolkenbrüche dauern noch fort— gelitten hat, weit mehr als Württemberg; und einige unserer sächsischen Partei- Organe fordern nachdrücklich die sofortige Berufung des Landtags zu einer außer ordentlichen Session. Für Preußen muß dieselbe Forderung erhoben werden. Befinden die preußischen Finanzen sich auch in blühendem Hustand und leidet Herr v. Miquel auch unter der Verlegenheit eines großen Finanzüberschusses, so find die erforderlichen Summen so kolossal, daß sie ohne ent- sprechende Kreditbewilligungen durchdenLand» tag verfafsnngsgemäß nicht aufzubringen sind. Niemals ist ein brennenderes Bedürfniß vorhanden gewesen— ja niemals, so weit wir uns entsinnen können, ein gleich brennendes. Die paar Millionen, die durch Privat- Sammlungen erlangt werden können, sind ganz und gar unzulänglich gegenüber dem riesenhaften Nothstand, welcher zu lindern ist. und den zu lindern der Staat die Pflicht hat. Wozu haben wir denn überhaupt einen Staat, wenn nicht dazu, daß die Gesammtheit im Falle der Roth für den einzelnen eintritt? Der Staat hat diese Verpflichtung bisher auch anerkannt. Er hat sich für die Abhilfe des Nothstands in der Land w i r t h s ch a f t, allerdings in einer Weise, die wir aufs schärfste mißbilligen müssen, ins Zeug gelegt, und Milliarden sind— allerdings nicht blos in verkehrter Weise, sondern auch an falsche Adressen— für die Landwirthschaft und andere Nothleidende gespendet worden. Wie kann man da zögern, wo es gilt, die Opfer einer beispiellosen Naturkatastrophe, die zum theil noch obendrein auf Ver schulden des Staates zurückzuführen ist, vor dem Untergange zu retten' Zunächst hat hier freilich der E i n z e l st a a t einzutreten, also Preußen, Sachsen, Württemberg. Aber unseres Erachtens handelt es sich in diesem Falle um eine so ungeheuere nationale Kalamität, daß die nationale Solidarität unbedingt eingreifen und in Wirt samkeit kommen muß. Preußen für sich mag wohl stark genug sein, die geheischten Opfer zu leisten, das gilt aber nicht von kleineren Staaten wie Sachsen und Württemberg. Und überdies erscheint es uns als ein Gebot der Gerechtigkeit und des echten Patriotismus — von Humanität garnicht zu reden— daß die nicht von der Katastrophe betroffenen Staaten Deutschlands einen Theil der Last auf sich übernehmen. Von diesem Gedanken erfüllt, forderten wir die sofortige Zusammen berusnng des Reichstags. Der Gedanke ist so natürlich, daß ein nam- hafter Theil der deutschen Presse ihn sympathisch auffaßte, und daß sogar die, aus der Regierung inspirirten„Berliner Poli- tischen Nachrichten" keine ernsthaften Einwendungen machten, und sich nur in einigen recht albernen und ganz irrelevanten Ausstellungen ergingen. Gewiß befindet sich die Unterstützung von Kalamittäten nicht unter den in der Reichs Verfassung speziell auf- geführten Befugnissen des Reichs und des Reichstages. Aber unter die Rubrik des Schutzes der deutschen Interessen, der vor allem Aufgabe des Reiches ist, fällt doch sicherlich die Unterstützung von hundcrttansenden deutscher Staatsbürger, die durch eine plötzliche Katastrophe im Nu zu grund gerichtet. worden sind. Wenn hier nicht deutsche Interessen im Spiel sind, wo sonst? So gut das Reich für die Opfer der Reblaus eintritt, und Gesetze in dieser Richtung erlassen hat, muß es doch wahr- haftig hier eintreten, wo ein weit brennenderer Nothstand vorliegt. sticht augenblickliche Hilfe zu leisten, hat .icht, ähnlichen Katastrophen �t vorzubeugen. In Preußen ins- iegulirung der Flüsse, namentlich der Gebirgs wasser arg vernachlässigt worden. Fast Jahr für Jahr kamen Ueberschwemmunge», und Jahr für Jahr ward Abhilfe versprochen. Die Abhilfe kam aber nicht. Der Militär st aat ließ es nicht zu. Nach dem furchtbaren Memento der heurigen Katastrophe ist weiterer Aufschub moralisch unmöglich. Erfüllt der Staat nach dieser elementargewaltigen Warnung der Elemente seine Pflicht nicht, dann raubt er sich selb st die Existenzberechtigung. Und es ist kein Augenblick zu verlieren. Jeder Tag der versäumt wird, be- deutet eine Schuld. In beziig auf diesen Punkt ist an der Zuständigkeit deS Reichstags kein Zweifel. Im Artikel 4 der Reichsverfassung werden die Angelegenheiten, die der Beaufsichtigung des Reichs und der Gesetzgebung desselben unterliegen, aufgezählt, und es heißt unter 8 und 9: 8. Das Eisenbahmvesen, in Bayern vorbehaltlich der Be- stimnnlng im Artikel 46, und die Herstellung v o n L a n d- und Wasser st raßen im Interesse der Landes- vertheidigung und des allgemeinen Verkehrs; 9. der Flößerei- und Schifffahrtsbetrieb auf den mehreren Staaten gemeinsamen Wasser- st r a ß e n und der Zustand der letzteren, sowie die Fluß- und sonstigen Wasserzölle, desgleichen die Seeschi�sahrts-Zeichen (Leuchlfeuer, Tonne», Baken und sonstige Tagesmarlen). Und außer der der Staat auch die P 1 f ü r die Z u k u n s besondere ist die�J sch le s i sch e n~ Nach vorstehender Bestimmung kann es keinem Zweifel unterliegen, daß der Reichstag ein Recht hat, sich mit der Flnß regulirung zu beschäftigen. Doch wozu uns in staatsrechtliche Untersuchungen ver- tiefen? Der Moment drängt, Hilfe thut noth. Wer helfen kann, der helfe! Und wer helfen kann, der helfe s o g u t er kann. Ehre denen, die sofort Sammlungen veranstalten! Ehre denen, die in den Gemeindevertretungen Hilfe beantragten' hat der Staat seine Schuldigkeit zu thun! Vor allem aber Privathilfe! Hilfe! Reichshilfe! Hilfe! Und schnelle Hilfe. Wer schnell giebt, giebt doppelt. emein dehilfe!'Staats- Nur ausreichende und wirksame Vev Uliedevgattg der fLÄNzöpschen Sozi�ldemokrttkiv in der Bcifmtä**» Paris, S. Angust lS97. Ebenso gut könnte ich meinen Brief betiteln:„Der Niedergang der sozialistenfresserischen Zeitungsmenschen." Die Unwissenheit und die Geivisseulosigkeit in der Beurtheilung der sozialistischen Bewegung sind zwar gewerbsmäßige Eigenschaften der Bourgeois-Journalisten. ES muß aber dennoch überraschen, wenn diese„geistigen Waffen" gegen den Sozialismus so dreist geschwungen werden, wie in der Pariser Korrespondenz der„Magdeburg. Zeitung" vom 30. Juli. So viel direkte Unwahrheiten, so viel Berschweigungen, d. h. indirekte Unwahrheiten, so viel krasse Entstellungen der bekanntesten That- fachen sind wohl selten im engen Raum- einer Zeitungskorrespondenz angehäuft worden. Mitunter regt sich unwillkürlich der Gedanke, ob wohl der Verfasser der Korrespondenz je in Paris gelebt oder auch mir je eine französische Zeitung zu Gesicht bekommen hat.... Sehen wir unS die Thatsachen, welche nach dem Korrespondenten „seit einigen Monaten" den„Rückgang der französischen Sozial demokratie" kundgeben, im einzelnen au. 1. Der Korrespondent spricht von dem Verlust der Pariser Vororte Saint- Denis und Saint- Quen für die Sozialisten. Die Thatsach« ist richtig, sie datirt aber nicht auS den letzten„einigen Monaten", sondern ans den allgemeinen Gemeindewahlen im Mai 1896, während der Korrespondent gerade den Gewinn der beiden Vororte in den Mai 1896 verlegt, um so seine„einige Monate" alte Verlustliste verlängern zu können. 2. Toulon ist nicht„vollständig verloren"; die sozialistische Mehrheit ist bloS um einige Mitglieder zurückgegangen. 3. Narbonne ist zwar in den neulichen Nachwahlen verloren gegangen, der Korrespondent verschweigt aber, daß die Mehrheit von ca. 700 Stimmen der Regierungsliste durch Wahl fälsch u ngen, durch Einschmuggelung von falschen Stimm zetteln, erschwindelt wurde. In der nächsten Herbftsession werden die Wahlfälschnngen, welche die Protestdemission des Polizei- kommissars Roman veranlaßt haben, in der Kammer den Gegen stand einer Interpellation bilden. 4. Ganz erlogen ist der Verlust von Toulouse. Die Wahrheit ist, daß Toulouse auch in den Nachwahlen vom November 1896 den sozialistisch-radikalen Gcmeinderath in seiner früheren Zusammem setzung wiedergewählt hat. ö. Ebenso erlogen ist eS, daß in Lille erst bei einer Gemeinde Nachwahl eine bürgerliche Minderheit durchgedrungen sei. Diese Minderheit(12 gegen 15 Sozialdemokraten und II sozialistische Radikale) sitzt im Liller Gemeinberalh seit Mai 1896, wo die Arbeiterpartei im Bunde mit den sozialistischen Radikalen zuerst die Stadt erobert hat. 6. Für Roubaix flunkert der Korrespondent von einer„weit ge> ringeren" Stimmenmehrheit der Sozialdemokraten bei den letzten Nachwahlen. In Wirklichkeil ist unsere Mehrheit gegen Mai 1896 absolut um einige hundert Stimmen g e st i e g e n, nur daß der klerikal-opportunistische Mischmasch im Verzweiflungskampfe einige hundert Stimmen mehr aus der Mitte der Indifferenten herange- schleppt hat. Das Mißverhältniß zwischen dem Beweisthema und den Be- weismitteln des Korrespondenten wird noch auffallender, wenn man weiß, daß er eine ganze Reihe von sozial! st ischen Gemeinde- Wahlsiege» in de» letzten„wenige» Monaten" verschwiegen hat, so namentlich die Wahl von neuen sozialistischen Gemeiuderaths- Mitgliedern in Rochefort, Epernay, Armentiäres und zuletzt(am 13. und 25. Juli) in Condelerque bei Düukirchen, wo fünf Sozialisten gewählt wurden. So steht es mit dem„Rückgang" auf kommunalem Ge- biete. Auf dem Gebiete der P a r l a m e n t S w a h l e n leistet der Korrespondent womöglich noch dreistere Dinge. Er verschweigt ganz den bedeutenden und allgemeinen sozialisti- s ch e n Stimmenzuwachs, der sich in den zahlreichen Kammer- Nachwahlen des letzten Frühjahr?(hervorgerufen hauptsächlich durch die Wahl von Deputirten in den Senat) gezeigt hat. Er verschweigt ferner die 5000 Stimmen des Genoffen Calhala in Böziers, wo unsere Partei zum ersten Mal in den Wahlkampf eintrat, und das Anwachsen der sozialistische» Stimmen in Dünlirchen von 300 im Jahr- 1383 auf ca. 3000 vor ein paar Monaten. Ganz sprachlos steht man aber vor der Behauptung, daß in Paris„an stelle deS verstorbenen Soziali st en Tolain der Opportunist Strauß" gewählt worden sei. In deutsche Parteiverhältnisse übersetzt, würde dieser Satz buchstäblich aber lauten: „An stelle des K o in m u n i st e n v. Miquel wurde der k o n s e r- vutive Eugen Richter gewählt"!... Tolain, ehemals Mit- glied der Internationale, ist ja, wie aller Welt bekannt, seit langen Jahren zum Renegaten nicht nur jeder Art von Sozialismus, sondern auch der bürgerlichen Demokratie geworden. So stimmte er unter anderem mit den GeldsackSrepubli- kauern und Monarchisten für die„anarchistischen" Ausnahmegesetze des Jahres 1594. Und was Strauß betrifft, so konnte sich der Korrespondent ebenfalls unmöglich über dessen radikale Partei- zugehörigkeit täuschen. Er hätte nur, bevor er seine Korrespondenz vom 27. Juli niederschrieb, das erste beste Zeitungsblatt vom 26. Juli zur Hand nehmen sollen... Aus demselben ZeitungSblatt hätte der Herr die weitere von ihm verschwiegene Thatsache erfahren können, daß am 25. Juli bei der Kammernachwahl in Saint-Claude(Iura) der sozialistische Kandidat Marpaux 1976 Stimmen erhielt, während dort bis dahin nie ein Sozialist kandidirt hat. Der Korrespondent weiß ferner, daß Jaurb», der Abgeordnete von Carmaux, sich bereits„nach einem sichereren Wahlbezirk" um- sehe. Nicht nur Genosse Jaurös, sondern selbst die Pariser sozialistentödterische Presse weiß noch davon nichts. Die neulichen Gemeindenachwahlen in Carmaux waren für die Sozialiste» nach wie vor günstig, trotz deS dort herrschenden polizeilichen und unter- nehmerlichen Terrorismus und trotz der Streikbrecher, welche dem französischen König Stumm, Resssguier, seit dem Ausstand von 1395 auch als Stinimvich dienen. Soll ich noch die Aeußerung über die„unglücklichen Ausstände der letzten Zeit" mit den dabei„von den Führern gemachten guten Geschäften" hervorheben? Diese ordinäre Insinuation richtet sich von selbst. Daher nur die Bemerkung, daß unter den„Unglück- � lichen Ausständen" jc. lediglich der Bergarbeiter-Ansstand im ent- legenen Grand Combe zu verstehen ist, welcher aber vielmehr zur sozialistischen Aufklärung der Arbeiter mächtig beigetragen hat. Die Beendigung des Streiks wurde von denBergarbcitern in einer scharfen sozialistischen Resolution beschlossen. Von einem allgemeinen poli- tischen Einfluß dieses Streiks auf die„seit einigen Monaten" vor- genoinmencn Wahlen kann übrigens schon deshalb keine Rede sein, weil der Streik erst am 15. Juni beendet wurde. Schließlich wagt es der Korrespondent doch nicht, der„Magd. Ztg." eine sichere Niederlage der Sozialisten bei den nächsten Kammerwahlen zu versprechen. Ueberflüssige Vorsicht! Der Herr hat in seiner Korrespondenz ein solches Talent zum Verdrehen, Ver- schweigen und direktem Lügcnschmieden gezeigt, daß er die nächsten Wahlen, mögen sie noch so günstig für den Sozialismus ausfallen, spielend in eine zerschinelternde Niederlage des Sozialismus umlügen könnte._ PtUim* Mebevstchk. Berlin, 5. August. — Zur Ernennung Mathias v. Köller zum Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein schreibt die„Nat.-Lib. Corr.": „Es werden dadurch die Erinnerungen wach an unwidersprochen« aber auch unbestätigt gebliebene Mittheilungen antisemitischer Organe, wonach Herr v. Köller verschiedene nunmehr vollzogene Personalveränderungen in der Re- gierung als Vorbedingung für die Wieder« annahnie eines Etaatsamtes gemacht und daß die eigentliche Ernennung bereits seit einigen Wochen vollzogen sei. Ans seinem Minisleramte ist Herr v. Köller ausgeschieden, der seinerzeit im Reichstag abgegebenen Erklärung des Fürsten Hohen- lohe zufolge nicht wegen Meinungsverschiedenheiten, sondern infolge von Mißhelligkeiten, die sich an Meinungsverschiedenheiten geknüpft hatten. Die Zeugenaussagen im Prozeß Tausch haben daS nähere an die Oeffentlichkeit gebracht." Wie stimmt das mit der vielgerühmten preußischen Tradition? Sie wird gebrochen, um Herrn v. Köller dem Staatsdienst wieder zu gewinnen. Wer hat denn eine so gar hohe Meinung von der genialen staatsmännischen Begabung des neuen Herrn Oberpräsidenten. Sicherlich nichts der preußische Ministerpräsident, dem man ja die Last der Ge- schäfte in Preußen abzunehmen verstand. Auch Herr v. Miquel, der als ehemaliger Bürgermeister von Frankfurt a. M. Herrn v. Köller genau kennt, wird denselben vielleicht zur Ernennung empfohlen haben, aber blos, um damit seinen Intimen vom Bunde der Landwirthe eine kleine Genugthuung zu bereiten. Als kleines Mittelchen niag Herr v. Köller Herrn v. Miquel werth sein, nicht aber als Staatsmann. Bleibt von den verantwortlichen Stellen blos noch unser Minister des Innern, der große Staatsmann Freiherr v. d. Reck« u.v.d. Horst. An der eigenen Person gemessen mag dem Herrn v. d. Recke sein Vorgänger als ein ebenbürtiger Staatsmann erschienen sein, dessen Ernennung selbst einen Bruch mit der hochgeheiligten alt- preußischen Tradition erlauben ließ.— — Herrn v. Köller's Ernennung beschäftigt lebhaft die Presse. Wir beschränken uns bloS auf die Erwähnung zweier Zeitungsstimmen: Der Zeitiingsgeheimrath Freiherr von Zedlitz, der unentwegt« Empfehler aller Polizeimaßregeln gegen die Sozialdemokraten und JntimuS Miquels, schreibt in der„Post": „... Wenn jetzt Herr von Köller vielfach als Reaktionär verschrieen wird, so ist daran zu erinnern, daß Herr von Köller 1887 sehr etttschieden für das Kartell eingelrelcn ist und mit großem Erfolge für die Durchführung desselben gewirkt hat. Er hat u. a. lange Zeit mit den Abgeordnelen Hobrccht und Frhrn. v. Zedlitz zusammen der von den Leitungen der drei Parteien zur Ansgleichnng der in den einzelnen Wahlkreisen naturgemäß öfter Hervorlretenden Meinunasverschiedenheiten eingesetzten Kommission angehört und sehr wesentlich dazu beigetragen, daß man sich schließlich auch im einzelnen auf der ganzen Linie verständigte. Wir zweifeln nicht, daß Herr von Köller auch jetzt durchaus im Sinne der Sammlung der auf dem Boden des Schutzes der nationalen Produktion stehenden Elemente erfolgreich wirken wird." Dagegen schreibt Herr v. Gerlach, der als Verwaltungsbeamter in Schleswig-Holstein thatig war, in einem„Es wird immer Völler" überschriebenen Leitartikel der nationalen„Zeit" unter anderem folgendes: „... Für SchleSivig-Holstein halte ich ihn geradezu für ein Unglück..." „... Die Berhältniffe in SchleSivig-Holstein liegen ganz besonders schwierig. Sie erfordern Takt, Klugheit, ge- schickte Hände und einen vermittelnden Sinn. Denn da ist zunächst die heikle nordschleswigsche Frage. Die Fehler der deutschen Beamten und denlschen Richter haben in den letzten Jahren zweifellos das Däiicnthuni an Geschlossenheit und Kraft- enlfaltung gewinnen lassen. Polizeichikanen und übertrieben harte Urtheile stachelten besser gegen das Dentschthnm auf, als es die geschickteste dänische Agiiation hätte thun können. Und nun wird Herr v. Köller dazu berufen, Nordschleswig dem Deutschlhiim zu gewinnen, ein Mann, der die Summe aller ftaatsmännischen Weisheit in der Ausbildung der Polizeigewalt erblickt!..." " Ausfuhr werthe für erftes Halbjahr 1897 in 1000.: man würde dieses Gesetz nur zur Bekämpfung von Arbeiter und 1825 148 gegen 1787 150 und 1579 147, daher mehr 37 998 und sonstigen mißliebigen Vereinen benutzen"-hatten, bestätigt folgender Jedenfalls tritt nirgends das unaufhaltsame Vordringen 246 001, worunter Edelmetalle 60 493 gegen 96 928 und 43 229, eklatanter Fall. Unter dem Namen Brunswifer Rafino" besteht hier seit dem der Sozialdemokratie auf das Land und in die kleinen übrige Artikel 1 764 655 gegen 1 690 222 und 1535 918. Städte so deutlich zu tage, wie gerade in Schleswig- Holstein. be in eigenen VereinsBilliges Brot für Lanbarbeiter. Die Deutsche 18. Januar 1895 ein Geselligkeitsverein, der in eigenen Vereins. Und da schickt man den Vater des Umsturzgesetzes hin, den Mann, Tageszeitung" berichtet über ein recht interessantes Experiment, das Die Mitglieder sind zum größten Theil Arbetter und der Dekonom räumen an die Mitglieder Speifen und Getränke verabfolgt. dessen Name allein genügt, um den Sozialdemokraten tausende der bekannte Oberamtmann Ring in Düppel bei Zehlendorf gemacht ein bekannter Sozialdemokrat. Bei dem Inkrafttreten der dings, die eiserne Hand" gerade da gebrauchen zu können. hat, um den bei ihm beschäftigten Arbeiterfamilien billiges Brot zu Novelle suchte nun der Dekonom im Auftrage des Vereins um die verschaffen. Er hat eine Brotkaffe" begründet. Diese kauft das Aber wenn die plumpe Faust" erst die genügende Anzahl von Mebl direkt von der Müble und läßt es dann selbst verbacken. erforderliche Ronzession nach, dabei eine Uebersicht mit einreichend, Schlägen ins Waffer gethan haben wird, dann wird man sich Bon 100 Bfb. Mehl werden im Durchschnitt 130 Bfb. Brot gebacken, wonach im Rafino burchschnittlich 80 Liter Bier, 1,9 Liter Wein und möglicherweise davon überzeugen, daß die Reaktion die größte Die Unkosten für das Ausbacken von 6-7 Zentnern Mehl, woraus 0,6 Lifer Spirituofen pro Tag verkonsumirt würden. Auf der aus. Förderin der sozialdemokratischen Attion ist. 8-9 Zentner Brot gewonnen werden, berechnen sich wie folgt: gesprochenen Tendens des Gesetzes fußend, erhoffte der Verein umfo Eine Frau, bie die Woche hindurch Sauer zubereitet bes Röller's ein Schlag ins Gesicht für, man tann wohl sagen, die Sonnabends das Backen leitet, 2 M. Zwei Frauen zum Backen von Wein und Bier nachgesucht wurde. Auf den Widerspruch des gesammte Bevölkerung der Provinz. Denn nach meiner ziemlich à 75 Pf., 1,50 m., eine Frau zum Backen und Heizen 1 M., durch den Bordellprozeß gegen den" Borwärts" bekannt gewordenen gründlichen Kenntniß des Landes, dem ich 2 Jahre als Ver Gala 50 Pf., Hola 1 M. Summa 6 M. Also foftet die Umwand. Bürgermeisters Loren hin versagte jedoch der Stadtausschuß diefe 1000 Bewohner Schleswig- Holsteins ben politischen Standpunti lung von 1 Zentner Mehl in 130 33fb. Brot rund 1 M. te die schaft bilde, obgleich der Dekonom fich, auf freisprechende Urtheile füßenb, Bei einem Roggenpreis von Pf. pro Bfund lieferte Röller's theilen, und von diesen 1000 wiederum find 9/10 Gin Brotkasse für 71/2 Bf. ein Pfund Brot, das Pfund Brot also nur ben Nachweis erbrachte, daß der Berein in allen gerichtlichen Instanzen gewanderte. Schon die„ Preußen" find nicht sehr beliebt. Und als geschlossene Gesellschaft anerkannt worden sei. Gegen den BeSalz um einen Pfennig theurer, als das Pfund Mehl foftete. Zu der scheid beim 10/2 Pf., war also 1 Pf. theurer. Auch hat sich Oberamtmann Studentens tonservativ" empfindet man eine solche Abneigung, daß selbst felben Zeit foftete das Pfund Brot in dortiger Gegend beim Bäcker Bezirksausschuß erhoben. Obgleich nun diese Sache noch stramme Reaktionäre sich lieber freitonservativ" nennen. Die Ring Der Mühe unterzogen, die Umwandlungskosten von Roggen in schwebt, erhielt der Dekonom heute die Aufforderung des Bürger Bevölkerung ist aber durch und durch freiheitlich gesinnt. Die Kreistage, in denen dort die Bauern herrschen, schicken auf die Gewinne der Bäcker stehen könne. Danach betrugen bei schaut einzustellen, ... Die Kreistage, in denen dort die Bauern herrschen, schicken Brot für verschiedene Gegenben zu berechnen, damit man Schlüsse metifters, bei Vermeidung der Schließung des Lokals sofort den AusBon einem Vorgehen gegen die bürgerlichen und Stuben jeden Junker, denen man ihnen als Landrath aufdrängen möchte, 20 Bentuer Brot die Umwandlungskosten: In seiner Brotkasse Rafinos, forvie Logen haben wir bis jeht nichts vernommen. aber auch jeden östlichen Bureaukraten nach Hause. Sie wollen 15-20 m., in 3 öffentlichen Anstalten 15 M., in Dortmund 52 M., Kasinos, sowie Logen haben wir bis jetzt nichts vernommen. Sie wollen, die etwas gelernt haben, die außer von der Landwirth in Berlin 90,60 m.h: 16 no freiheitlich regiert sein. Und das sind Bauern, die da wiffen, was in Breslau 54 M., in Dresden 78,16 M., in Frankfurt a. M. 81,80 m. Drastisch beleuchtet wird dieses Verhalten der Kieler Behörde da. schaft auch von Politit und Literatur etwas verstehen, mit denen man sich besser unterhalten kann als mit vielen der sogenannten Gebildeten. Der Geist der Freiheit, der in ihnen am stärksten aus gebildet ist, weht durch das ganze Land, beschränkte Beamtenkreise ausgenommen." Und diesem Lande soll jetzt ein Köller vorstehen? " durch, daß man einem in der Nachbarschaft des Kasinos wohnenden früheren Feldwebel anftandslos 4 Ronzessionen ertheilt hat. seiner Anwesenheit in Berlin während der Reichstagssession sehr unter solchen Umstän toloffaler 42 Pfennig Badczakowa, 3. Auguft, Berhaftung eines Nihilisten. werden, auch nicht gerade einen Beitrag zur Lösung der sozialen Wenn wir in solchen Einrichtungen, wie sie hier geschildert Kiel, 4. August.( Eig. Bericht.) Nachdem die Gemeinde Frage" erblicken fönnen, wie die Deutsche Tageszeitung" das Thiset im nördlichen Schleswig verschiedentlich einen Gemeindeunternehmen nennt, und wenn wir auch nicht unterlassen wollen, vorsteher gewählt hatte, dem die Genehmigung seitens der Regierung auf die außerordentlich niedrigen Löhne hinzuweisen, die der Ober versagt wurde, hat der Landrath nunmehr, den Landmann Thomas amtmann Ring den Frauen gezahlt hat, so müssen wir doch zu Carstensen a Grammbog tommiffarisch zum Gemeindevorsteher Dr. Buchta, der in Rostock zum Reichstags- Abgeordneten geben, daß die Arbeiter durch solche Einrichtungen immerhin ernannt. Ob nunmehr die Gemeindemitglieder regierungsfreundlich gewählte mecklenburgische Ober Landesgerichtsrath, soll, wie dem Bortheil haben können, inden ihnen die am Brot geniachte Ersparniß gesinnt werden? paido& ed on& ogitrojat Fränk. Kur." aus Rostock geschrieben wird, nach einem dort in bei ihrem färglichen Lohn sehr zu statten kommen wird. In der That Der bisherige Gemeindevorsteher zu Raftrup im Kreife Haders Juristenkreisen umlaufenden Gerücht in allernächster Zeit aus dem sind die Gewinne der Bäckermeister nach der obigen Mittheilung Leben ist auf grund feiner geringen Kenntniß der deutschen Sprache mecklenburgischen Dienst scheiden und in die preußische Verwaltung der Deutschen Tageszeitung" sehr groß. In Berlin beispielsweise seines Amtes enthoben worden. dan dudid ni bun eintreten, um dort fofort eine höhere Stellung zu belleiden. Dr. berechnen die Bäcker für jedes über Dabei muß ein foloffaler Profit übrig bleiben! Auf dem hiesigen Bahnhofe ereignete sich, nach dem D. Tagebl", wundert es uns nur sehr, wie häufig vom Raiser empfangen werden. es die Deutsche Tageszeitung" und der ganze Bund der Land- vor wenigen Tagen ein Aufsehen erregender Vorfall. Ein junger Spitze die Miquel, v. d. Recke, Röller und Butikamer stehen. Die Bäckereiverordnung des Bundesraths erschien, in das Horn ber dem Gepäckträger, der ihm den Koffer wieder fiberbrachte, als Lohn Herr v. Buchta fehlt noch in der Beamten- Sierarchie, an deren wirthe es mit ihrem Gewissen haben vereinbaren können, als die Mann, deffen Koffer soeben der Zollvevision unterworfen war, ohue Mecklenburgischen Erfahrungen lassen sich in einem Staate, der nach Bäckermeister zu stoßen. Damals behauptete die Deutsche Tages für seine Mühe eine Fünfgulbennote. Das bemerkte ein Bollbeamter, rein ostelbischen Grundsätzen regiert werden soll, wohl verwertben.- Beitung", es wäre der Ruin der Bäckermeister und sie müßten zu beut diese großmüthige Bezahlung auffällig und verdächtig vorkam. dem - Daß der Reich 3- Anzeiger" fein aktuelles Blatt ist, Grunde gehen, wenn die Gesellen nur 12 Stunden arbeiten dürften. Er ordnete sogleich die nochmalige genaue Untersuchung des Koffers braucht nicht besonders erzählt zu werden. Ueberrascht es doch Die Verordnung müsse, um die Bäckermeister existenzfähig zu halten, felten genug durch irgend eine amtliche Meldung. Man weiß in unverzüglich zurückgenommen werden. Von dieser Ansicht wird die an, und nun ergab sich, daß derselbe einen doppelten Boden hatte der Regel aus anderen Quellen zuvor, wer in ein wichtiges Beitung nun wohl, nachdem sie den Bäckermeistern zahlenmäßig den und eine Anzahl nihilistischer Schriften barg. Der Eigenthümer, wie es heißt, ein russischer Student, wurde darauf verhaftet. Staatsamt berufen wurde. Erst vor einigen Tagen hoben wir Profit vorgerechnet hat, zurückgekommen sein. Wir geben diese etwas romantisch klingende Meldung wieder, hervor, daß die Ernennung des Freiherrn v. Thielmann zum Reichsschatzsekretär den Leuten, die bloß das amtliche Organ unferer Regierungen Koblenz, 8. Auguft. Von einem Vergnügungsreifenden, der sich auf ohne selbstverständlich damit für deren Richtigkeit irgendwie einstehen lefen, noch nicht bekannt ist. Heute finden wir eine fönigliche einer Studienreise am Rhein befindet, geht der Frantf. 3tg." unter Ber- su wollen. Der bayerische Landtag ist auf den 28. September Ronzessions Urkunde, betreffend den Bau und Betrieb einer voll- bürgung mit seiner Person folgende Mittheilung über einen Vorfpurigen Nebeneisenbahn von Liegnitz über Rawitsch nach Robylin fall zu, der bei allen Zuschauern größte Smpörung bervorgerufen einberufen worden. apud mit Abzweigungen von Görchen nach Gostkowo und Bakoslaw durch hat: Gestern Abend 9 Uhr wurde ich Zeuge eines öffentlichen ergernisses und Empörung erregenden Handlungsweise. Ein durch Chronik der Majestätsbeleidigungs- Brodie Liegnitz- Rawitscher Eisenbahn- Gesellschaft" im Reichs- Anzeiger" Gäbelsiebe besinnungslos gewordener Civilist wurde von vier Train- effe. Aus Pofen wird der„ Vossischen Zeitung" gemelbet: Gegen Die Herren Marschall und Bötticher haben diefe Urkunde noch foldaten unter Leitung eines Unteroffiziers des 8. Trainbataillons Propst Hechimann und Hauptlehrer Stoll in Mieltschin, die bei mitunterzeichnet. in Ehrenbreitstein in der Weise transportirt, daß die Soldaten je einem Waldfeft beim Raiserhoch fihen blieben, ift Auflage wegen Etwas mehr Firigkeit konnte man doch vom amtlichen Organ eine Hand und einen Fuß des Dhumächtigen gepackt hatten und Majestätsbeleidigung erhoben worden. Dem Propst Hechmann ist selbst einer so reaktionären Regierung wie der unferigen fordern.den armen Menschen halb schleiften, so daß dessen nach rück die Befugniß zum Religionsunterricht entzogen worden. wärts herabhängender Kopf auf das Straßenpflaster auf- Daß nun auch andere Parteien die von unseren Gegnern fo Auswärtiger Handel des deutschen 3011 schlug. Der schimpfende Unteroffizier fühlte sich erft furz vor gerühmte herzerfrischende Auslegungskunft unserer Staatsanwälte gebiets marsten Balbiabr 1997. Die Einfuhr feinlieferun in bas 2achtlofa Die Einfuhr der Einlieferung in das Wachtlokal durch die den skandalösen und Richter kennen lernen, ist ein Fortschritt, dem hoffentlich der im abgelaufenen Halbjahr betrug in Tonnen zu 1000 Kilogramm Transport begleitende und laut ihrer Entrüstung Ausdruck gebende Erfolg nicht fehlen wird. netto 18 117 587 gegen 16 175 150 und 14 096 331 im ersten Halb- Menge bewogen, auch den Kopf des Arrestanten tragen zu lassen. Von der Anklage der Majestätsbeleidigung wurde am Montag jahr 1896 und 1895. Besonders start haben die Getreide: Einfuhr Die Ursache der Streiterei ist auf dem Festplay in Ehrenbreitstein die Frau des Invaliden Quick in Dortmund freigesprochen. Das ( 326 784), die Einfuhr von Kohlen( 369 797), von Erden, Erzen ze. zu suchen. Zeugen waren hierfür u. a. der Schwimmmeister der Gericht erachtete die Sache nicht für genügend aufgeklärt, zumal die ( 356 647), Holz( 229 195), Material 2c. Waaren( 291 323), Gifen Schwimmanstalt in Ehrenbreitstein. Jedenfalls ist es für jeden an Denunziation jedenfalls aus Rache gemacht worden war. o ( 101 585) und von Abfällen( 125 053) zugenommen. ftändigen Menschen ein empörender Anblick gewesen, einen ohnahm Desterreich. mächtigen Mann wie ein Stück Vieh durch Soldaten transportirt zu fehen." Die„ Frankfurter Beitung" bemerkt, sie bringe diesen Badenische Vereinsunfreiheit. Das neuefte auf Sachverhalt zur öffentlichen Kenntniß, um der Militärbehörde Ber- dem unerschöpflichen Gebiete der österreichischen Praxis im Verbieten anlaffung zu geben, die vorgekommene Inhumanität in gebührender von Versammlungen sindhettographirte Verbote. Der politische Weise zu ahnden. Verein Fortschritt" für Hohenelbe und Umgebung zeigte, wie die Wiener Arbeiterzeitung" mittheilt, für den 24., 25. und 26. Juli Kiel, 4. August.( Eig, Ber.) Bei der Berathung der Bufat drei Boltsversammlungen an, um bem Reichsraths- Abgeordneten bestimmungen des§ 38 der Gewerbe- Ordnungs- Novelle wurde von Riesewetter Gelegenheit zu geben, seinen Rechenschaftsbericht zu er den Befürwortern derselben ausdrücklich betont, daß nur die sostatten. Der Bezirkshauptmann verbot aber die Versammlungen, genannten Schnapskasinos durch sie getroffen werden sollten. Wie weil durch deren Abhaltung die öffentliche Ruhe und Ordnung recht damals unsere Vertreter im Reichstage mit ihrer Behauptung sowie das öffentliche Wohl gefährdet erscheint". Warum Ruhe, veröffentlicht, die vom 12. April() datirt ist. N Die Ausfuhr betrug 12756 104 gegen 11 954 838 und 10930648 im ersten Halbjahr 1896 und 1895, daher mehr 801271 und 1 825 456. Geftiegen ist hauptsächlich die Ausfuhr von Erden, Erzen 2c.( 571 206), von Materials 2c. Waaren( 197 478) und von Kohlen( 174 912), während die Ausfuhr von Etsen und Eisenwaaren um 128 253 zurückgegangen ist. Einfuhrwer the für erstes Halbjahr 1897 nach den für 1896 festgesetzten Einheitswerthen in 1000 2.: 2 332 990 gegen 2 222 608 und 2071 293 in den beiden Vorjahren, daher mehr 110 382 und 261 697, worunter Edelmetalle 55 596 gegen 116 006 und 47 517, übrige Artikel 2 277 394 gegen 2 106 602 und 2023 776. Der internationale Frauenkongre in Brüffel. es I. Brüssel, 4. August. " " System oder ein neu erfundenes, sogenanntes Dezimalsystem, für dem Rongreß durchaus nicht das Intereffe entgegen, das die Bücherordnung, für die Anlage eines Weltkatalogs des Gedruckten, er in Berlin gefunden hat. Die tleritale Presse der belgischen vortheilhafter ist. Erwartet werden noch die Architekten, die Sach- Hauptstadt ignorirt den Kongreß vollständig, und auf der Bank der verständigen für gerichtliche Medizin, die interparlamentarische Berichterstatter herrscht teine fürchterliche Enge. Friedenskonferenz, der Berein für Sozialpolitik, die Touristen, Auch die Delegation aus den anderen Ländern ist schwächer, als Spiritisten und noch ein Dugend anderer Berufe. beim vorjährigen Rongreß. 8war ift die Liste der auf der Bus Die Auch der diesjährige Kongres unferer bürgerlichen Frauen- fammenkunft vertretenen Nationen gang ftattlich. England, Frankreich, In Belgien blüht die Fremdenindustrie. Die Unterthanen des rechtlerinnen ist in Brüssel zusammengetreten. Der vorjährige Spanien, Rußland, Holland, Defterreich, Nordamerika und Standinavien guten Königs Leopold, der nur in Deutschland nicht beleidigt werden Kongreß in Berlin hatte einen großen, äußeren Erfolg; was Wunder, find vertreten. Das sozialistische Element in der Frauenbewegung darf, sind darauf aus, ihr schönes Ländchen, daß freilich durch den wenn die Damen das Eisen schmieden wollten, so lange es heiß ist ist schwächer noch als in Berlin erschienen, Bekannt sind mir nur Rapitalismus arg verunstaltet wird, zu einer zweiten Schweiz und nach einem knappen Jahre einen neuen Weltkongreß einberiefen. Frau Hector Denis, die Frau des Professors und Abgeordneten zu machen. Da ihnen die Alpen fehlen denn die Ardennen Eine innere Möthigung, in so furzen Zwischenräumen Frauentage Denis, Frau van Rol, die Frau des holländischen Genossen, und fönnen wirklich nicht dafür ausgegeben werden so ver einzuberufen, ist freilich nicht vorhanden. Von den Erfolgen der Frau Vincent, die wohl zur allemanistischen Richtung in der fran anstalten sie Ausstellungen. Vor ein paar Jahren hatte bürgerlichen Frauenbewegung fann man sich nicht lange unterhalten zösischen Parteibewegung zählt und als Vertreterin Pariser ArAntwerpen feine Ausstellung, in diesem Jahre ist es Brüssel, dem- und aus dem Sammelsurium von Bestrebungen, für die der Berbeiterinnenvereine auf dem Rongreß erschienen ist. Der Stadtrath hat den nächst wird es Lüttich sein. Die Brüffeler nemt fich Welt liner Tag die Belege bot, arbeiten sich flare Biele viel langsamer und Stadt Paris trägt die Roften. ausstellung. Das hört sich beffer an, wenn es auch nicht richtig ist. allmählicher hervor, als daß man nach dreiviertel Jahren bereits eine Parifer Arbeiterinnenvereinen ein Stipenbium zur Befchickung des Es ist ein ganz bescheidenes Unternehmen, aber hübsch und gefällig Veränderung bemerken tönnte. Brüffeler Frauentages, des Hamburger Friedenskongresses und des ausgestattet. In einer guten Viertelstunde kann man den ganzen So ist es ganz logisch, daß die von unseren Genoffinnen so tommenden Arbeiterschuß- Rongresses in Zürich bewilligt. Eine belAusstellungsplatz ablaufen, wenn man als erfahrener Mensch ver- scharf tritifirte Art der Geschäftsführung des Rongreffes auch dies gische Arbeiterin ist im Eaale nicht zu erblicken. meidet, die Ausstellungshallen selbst zu betreten. Dann giebt mal beibehalten worden ist. Wieder find alle Debatten und alle Die Eröffnungsreden boten nichts Bemerkenswerthes, Daß Frau noch eine Brüsseler Kirmeß, eine Nachbildung des Beschlüsse verpönt, wieber ist es unmöglich, festzustellen, ob die vor Morgenstern sich als älteste Bionierin der deutschen Frauenbewegung mittelalterlichen Brüssel. Die Rirmeß entspricht dem Alt- Berlin gefchrittenere oder die zurückgebliebene Richtung unter den Delegirten felber feierte, darf nicht Wunder nehmen. Sie ist an solches Selbstlob unserer vorjährigen Ausstellung, nur geht es nicht so roh dort her. Die Majorität hat. durchaus gewöhnt. Auffälliger war es schon, daß die Vorsitzende Gelegenheit den Durst zu stillen, ist aber beinahe noch reichlicher Nur insofern ist eine Wendung zum befferen eingetreten, als die des Organisationskomitees, Frau Dr. jur. Popelin, einige Bemerkungen geboten, als bei unserm in den Staub gefunkenen Rühnemann'schen Redefluth durch eine bedeutend fürzere Tagesordnung eingedämmt gegen die Anschauumgen derer, die auf dem Boden des Klassenkampfes Unternehmen. Auch das Alpenpanorama mit dem gemalten Berg- ift. Nur vier Punkte fub diesmal auf die Tagesordnung gefeßt: stehen, mit einfließen ließ. Alle Ansichten sollen auf der Tribüne gipfelleuchten und den vertrockneten Tannenbäumchen darf bewundert Die Stellung der Frau im bürgerlichen Rechte, ihre wirthschaftlichen geduldet sein, nur diese nicht. Von anderer Seite wurde aber verForderungen, die Frauen und die Wohlthätigkeit und zum Schluß sichert, daß die Worte nicht so böse gemeint seien, wie sie gellungen In der Fülle der Erquickungsstätten fiel mir eine auf. Es ist die fiblichen Berichte über den Gang der Bewegung in den einzelnen hätten ein hübscher Pavillon, den die Maison du peuple, bas große, Ländern. blühende Unternehmen unserer Brüsseler Genossen, errichtet hat, Da werden zu mäßigem Preise ganz wie im Stammhause in der Stadt, Getränke feilgehalten, Pharo und Lambic, die vlämischen Biere, die eine deutsche Zunge nicht zu würdigen vermag, und der genießbare Bock. An den Wänden hängen die Bilder von Mary, Owen, Fourier, St. Simon. Der Brfiffeler Arbeiter hat einen Ort draußen, wo er sich heimisch fühlen kann. werden. Is Rebezeit sind wieder nur zehn Minuten jeder Referentin eingeräumt, aber diese Bestimmung scheint nur aus pädagogischen Gründen getroffen, um allzu weilschweifige Reden zu verhüten, in Wirklichkeit wird sie beständig übertreten. Der Kongreß hat ein sehr würdiges Heim gefunden. Der belgische Staat hat diefem wie der Mehrzahl der übrigen Rongresse das prächtige Akademiegebäude zur Verfügung gestellt. In einem feiner schönen Säle fanden sich heute die Delegirten zur erfien Sigung zufammen. Am Abend vorher hatte ein Empfang mit 1001 Der erste Punkt der Tagesordnung brachte zivei nicht üble Reden deutscher Frauenrechtlerinnen. Frau Sera- Brölß übte an dem neuen Bürgerlichen Gesetzbuche und ber Stellung, die es der verheiratheten Frau anweist, scharfe Reitit, die sich ganz mit der von unsern Genoffen im Reichstage an diesen Paragraphen geübten deckte. Mit warms herzigem Eifer redete fie einem Maximalarbeitstage für verheirathete Arbeiterinnen das Wort. Frau Stritt aus Dresden schilderte die Agitation der beutschen Frauenvereine gegen das Bürgerliche Gesezbuch, das in der Form zwar höflicher zu den Frauen sei, auch der Btonomischen Entwickelung einige Konzessionen mache, durch die Erschwerung der Chefcheidung aber geradezu einen Rückschritt gegen den bestehenden Zustand darstelle. Auch fie erkannte Die agitatorische Thätigkeit unserer Genossinnen gegen die die Frau Da Brüffel Ausstellungsstadt ist, so ist es auch die Stadt der Rongresse. Kongresse scheinen in diesem Jahre tippig zu gebeihen. Es ist unglaublich, wie viele Menschen in Europa Musit, Detlamation, Thee und Kuchen stattgefunden. das Bedürfniß fühlen, in diesem Sommer nach Brüssel zu Deutschland entfendet die bekannten Führerinnen der bürger fahren und dort gemeinsam über irgend welche Interessen und Biele lichen Frauenbewegung; der linke, radikale Flügel unter Frau zu berathen. Es giebt faum einen Zweig des öffentlichen Lebens, Cauer, Fran Stritt und Frau Schwerin ist weit stärker vertreten, benachtheiligenben Bestimmungen des Gesetzbuches und das Aufber es nicht zu einem Weltkongreß in Brüffel bringt ober gebracht als der rechte, der durch die umfangreiche Persönlichkeit der Frau treten unserer Fraktion im Steichstage in dieser Frage an und schloß hat. Raum sind unfere sozialpolitischen Geheimräthe abgedampft, Morgenstern repräsentirt wird. Auf den Gesichtern der Damen mit der Forderung des Stimmrechts für die Frau. Erft mit dem nachdem sie im Rathe der Nationen die Vorgänge unferer Bermalt sich einiges Erstaunen ab, als sie den Saal betraten. Es war Stimmrecht könne die politische Erziehung der Frau beginnen. Die ficherungsgesetzgebung gepriesen haben, so erscheinen die Rechtsanwälte und blieb bedenklich leer. Die schwarzen Polsterbänke, die in langer Berichte über den Stand der Frauenbewegung in England und in zwei Reihen aufgeftellt waren, und ergößen sich an akademischen Reden und besseren Diners. Die Biblios Flucht blieben zu Rußland, die noch erstattet wurden, boten nichts Neues. Dritteln unbesetzt. Die Brüffeler Damen bringen graphen treten zusammen und streiten sich, ob dasfalte alphabetavische zwei " Ordnung und öffentliches Wohl gefährdet" erscheinen, deutet der Korrespondenz" aus Konstantinopel haben die einzelnen Artikel bes ble Bentralorganisation nur für bie Arbeiter der Gewerke am Bezirkshauptmann nicht einmal an, ganz wie im König- Präliminar- Bertrages folgenden Inhalt: Artikel 1: Feststellung der Blaze sei, die in Fabritbetrieben beschäftigt werden, das reich Sachsen. Der Bescheid ist bezüglich aller Versamm Grenze; Art. 2: Kriegsentschädigung( 4 Millionen türk. Pfund) und Tapezirergewerbe fei noch ein handwerksmäßiges und des Lungen gleichlautend, offenbar graffirt um Hohenelbe herum die Finanzkontrolle der Mächte bez. der alten und nenen Schulben Griechen halb sei für die Zapezirer die Lokalorganisation nothwendig. Gefährdung des öffentlichen Wohles. Damit aber der Herr Bezirks- lands; Artikel 3: Kapitulationen; Artikel 4: definitiver Friedens. Die Bentralorganisation gewähre die Mittel zum Kampf und ge hauptmann nicht viel Mühe hat, ist der Bescheid hettographirt und schluß; Artikel 5: Anführung breter Spezialfonventionen; Artikel 6: meinsamen Arbeiten. Das zeigen die Zentralorganisationen, bie nur Ortsname und Versammlungsdatum mit Schrift eingefügt. Modus der Räumung Thessaliens fowie Aufrechterhaltung der aus Bokalvereinen hervorgegangen find. So haben die Maurer ihre Wir erlauben uns, so bemerkt die Frankfurter Zeitung" dazu, die Offupation gewisser Gebietstheile bis zur erfolgten Be- Mitgliederzahl von einigen tausend auf 45 000 gesteigert und ver Aufmerksamkeit der deutschen politischen Behörden auf diese bezahlung der Kriegsentschädigung. Ueber eine ratenweise mochten in einem Jahr 50 Streits durchzuführen. Die Zentralachtenswerthe Neuerung au lenten. Sollte jedoch ein neues Bahlung enthalten weder Artikel 2 noch 6 irgendwelche organisation müsse ein bestimmtes Programm haben und als solches Sozialistengesetz uns doch noch bescheert werden, so empfehlen wir, Bestimmungen); Artikel 7: Wiederaufnahme der diplomatischen Benenne er die Forderung einer bestimmten Arbeitszeit, bestimmten die Sache weiter zu vereinfachen und für die dann zu erwartenden ziehungen; Artikel 8: Schutz der hellenischen Untherthanen: Lohn und bestimmte Preise für Ueber- und Nachtarbeit. maffenhaften Versammlungsverbote gleich eine Druckforte herzu Artitel 9: Schiedsgericht bei Differenzen während der Spezial- Ver- Er bitte, fich für die Bentralorganisation zu entscheiben und empfehle er stellen, wie es Fürst Bismarck als Reichskanzler mit seinen Straf- bandlungen; Artifel 10: Borbehalt der Pforte in betreff der die Annahme der von Berlin aus gemachten Vorschläge. Diese lauten: anträgen machte. Falls sich jedoch herausstellt, daß die Herren von Regelung der Ronvention von 1881. Der Schlußartitel ftellt ben Die zukünftige Organisation steht auf der Grundlage des Ber. der Verbotsbehörde auch dann noch zu sehr überlaftet find, wird Termin für die Genehmigung des Vertrages von feiten ber bandes. Von den Einnahmen wird die Hälfte an den Haupteben nichts übrig bleiben, als alles und jedes Versammeln zu unter- Pforte feft. vorstand abgeführt, wovon derfelbe die Preffe zu bezahlen hat. Deutsch fagen. Dann werden Rube, Ordnung und öffentliches Wohl" ge Die Kölnische Beitung" meldet aus Konstantinopel: Die Bot land wird in Distrikte eingetheilt mit je einem Vorort. Der Vorort sichert sein, daran zweifelt doch kein staatserhaltendes Genie.-schafter verwarfen das türkische Verlangen auf Bahlung der ersten hat die Pflicht, feinen Distrikt agitatorisch zu bearbeiten. Sollten Rate der Kriegsentschädigung innerhalb zwei Wochen nach Abschluß in einem Distrikt die Mittel nicht reichen, so hat der Haupt3u weitgehendster, würdigster Betheiligung" des Vorfriedens und Befegung der Linie Kalabata- Trikala- Karadagh vorstand die nöthigen Zuschüsse zu liefern. Agitationsreisen hat an der nächsten Pariser Weltausstellung werden die be- Bolo bis zu diesem Termin. Dagegen wurde der Türkei der Besitz der Hauptvorstand nur zu unternehmen, wenn er von einem theiligten Kreise vom österreichischen Handelsminister aufgefordert.- Bolo's bis zur erften Bahlung zugestanden. Distrikt oder Vorort dazu aufgefordert wird. Die Kosten jedoch Niederlande. Sehr eigenthümlich sind die Nachrichten über die Situation bat, wenn möglich, der betreffende Distrikt selbst zu tragen. HauptAmfterdam, 4. Juli.( Eig. Ber.) In Winschoten und Leeuwarden auf Kreta und in den Gewässern um Kreta. Wir lassen die Depeschen vorstand und Presse werden örtlich getrennt. Jebe Stabt hat eine aus Ranea folgen: Agitationsfommission oder einen Vertrauensmann zu wählen, die find wir bei den Nachwahlen wider Erwartung unterlegen. In Infolge der Nachrichten von dem Abgange der türkischen Flotten- einen Fonds zu sammeln haben, der selbständig verwaltet wird und Winschoten hat der liberale Schutzöllner Tydens mit 2302 Stimmen division aus den Dardanellen beschlossen die Admirale, sich dem zu Lohnbewegungen und Agitation zu verwenden ist. Diejenigen gegen 2100 auf Genossen Van Kol, in Leeuwarden der Liberale. Aufenthalte ber türkischen Flotte in ben Organisationen, denen das Vereinsgesetz es verbietet, dem Verbande Byttersen mit 1918 Stimmen gegen 1668, die auf Genoffen Bay tretensischen Gewässern gewaltsam zu wider beizutreten, haben die Zeitung für ihre Mitglieder obligatorisch einfielen, gefiegt. Die Radikalen brachten in beiden Wahlkreisen die. Haldos zuführen und den Betrag an die Redaktion zu entrichten. Entscheidung. Ein Theil derselben hat gegen die Sozialdemokraten Auf die Nachricht, daß die türkische Flotte, von Smyrna Als Gegenreferent bemerkte Be der Leipzig: Es handelt sich gestimmt. Die Radikalen spielen sich gern als Arbeiterpartei" auf. tommend, hier eintreffen werde, machte das internationale Ge- nicht um die rein taktische Frage: ob Zentral- oder Lokalorgani Ihr in letter Instanz kapitalistischer Charakter wird indeß in den schwader Dampf auf. Die internationalen Truppen haben für den fation, sondern um prinzipielle Grundfäße, namentlich sei es die Niederlanden jest wohl jedem ftlar fein. Genosse Troelstra wird nun vorläufig allein die Sozialdemokratie manen verbreiten das Gerücht, in dem Dorf Kalyves seien türkische großen Verbände zugeschnitten sei, und die sie nicht billigen Genosse Troelstra wird nun vorläufig allein die Sozialdemokratie Fall von Berwickelungen hier Borkehrungen getroffen. Die Musel- Politit der Generalkommission und Gewerkschaften, die auf die in den holländischen Generalstaaten vertreten. Die Frage der Truppen gelandet. tönnten. Die Generalfommission wolle, daß der Weg der Ber Doppelkandidaturen wird die holländischen Genossen wohl noch be Diese Politit habe die Tarifhandlung beschritten werde. schäftigen. Thomps Die Gewerkschaften gemeinschaft der Buchdrucker gezeitigt. nähern sich damit dem kleinbürgerlichen Standpunkt, den jetzt dem Kapital von Fall zu Fall etwas abtrogen, das kann man aber: die Sozialdemokratie mehr und mehr vertrete. Wir müssen nicht, wenn, wie das Streifreglement der Generalfommission es will, foll, wann und wo ein Streit beginnen solle. Er wolle aber nicht England. " feten. Nach formellen Erklärungen der Pforte ift die Ankunft der türkischen Geschwaderdivision vor Kreta nicht zu erwarten. Die Kölnische Zeitung" meldet aus Raudia: Außer den " Die Rolonien und die Handelsvertrag 3.500 Mann englischer Befagungstruppen werden noch weitere tausend Politit. Den Times" wird aus Ottawa( Kanada) gemeldet: Mann erwartet. Der Bremierminister von Neu- Südwales, Reid, erklärt, daß auf Einer Londoner Meldung der Politischen Correspondenz" zu der Konferenz der Kolonialminister mit Chamberlain vereinbart folge ist die Einführung der Finanzkontrolle über die Entscheidung den Verbandsvorständen in die Hand gelegt werden. wurde, daß hinfort ein von England gefchloffener Griechenland beſchloſſene Botschaftern festgesetzten einer Einigung entgegenarbeiten. Sandelsvertrag die fich felbft verwaltenben publizit auch den Inhalt der von den Dieselbe Rorrespondenz Von Becker, Röhricht, Junge und Ludewig wurde folgende Re Kolonien hindern solle, ihre eigene Boll- und Friedensparagraphen. Dieselben enthalten nur bereits Bekanntes; solution gestellt: Steuer Politit au verfolgen. Die Kündigung der S8 enthält die Bestimmung über die Finanskontrolle. In Voraussicht des Eintreffens des türkischen Geschwaders Handelsverträge fei nur der erste Theil diefes Abkommen 8. ging der Suchet" nach Sitia ab, der„ Re Umberto" nach Suda, ein österreichisches Schiff nach Castelli, ferner ein italienisches nach Dierapetra und ein ruffisches nach Retimo. Dänemark. Die Taftit der Generaltommission in bezug auf festliegende Tarife und Vereinbarungen( analog dem des Deutschen Buchdrucker- Verbandes) die ungeeignet sind, und die Erringung besserer Lohn und Arbeitsbedingungen auf unabsehbare Zeit hinaus verschieben, Rollette für einen Bringen. Die Sauptstadt von Der muselmanische Böbel von Kandia ermorderte am 4. d. M. da die günstigen Momente des wirthschaftlichen Aufschwungs un Dänemart, Kopenhagen, liegt bekanntlich auf der Insel Seeland, auf der Straße einen Christen namens Maridatis, einen ruhigen, ausgenügt vorübergehen würden, wird nicht als richtig anerkannt. und hier pflegt der Hof auch die meiste Zeit des Jahres zuzubringen. fehr angesehenen Mann und verwundete dessen Sohn. Die Ber- Der Tapezirerkongreß zu Leipzig erklärt vielmehr: Wenn es dem Der bei weitem größere Theil des Königreiches liegt dagegen auf anlassung zu der That ist unbekannt. alisade menis the Kapital, dem Unternehmerthum gelingt, die Streits unmöglich au der mit Deutschland verbundenen Halbinsel Jütland, deren nördlichen Theil es einnimmt. Im Intereffe der dänischen Dynastie erbachta Konstantinopel, 5. Auguft. Zur Aburtheilung aller wegen trafilos zusammen. Die Streits find, so lange die heutige Gesellschaft bes Zur Aburtheilung aller wegen machen, verliert die Gewerkschaftsbewegung jede Bedeutung und finft jungtürtischer Umtriebe verhafteten wurde es nun mehrfach gewünscht, mehrfach gewünscht, daß ein Theil dem Sofes feine Residens zeitweise nach Jütland verlegen möge; Borsiz Reschib Bascha's ein Geheimgericht abgehalten. Unter den o vorsichtig und zur rechten Zeit Gebrauch von derselben gemacht baß ein Theil bes Bersonen wird gegenwärtig in ber Kaserne Laschtischka unter besteht, nothwendig und bilden die Hauptwaffe gegen bas Rapital. aber, o Schrecken, es ist da tein paffendes Residenz Berhafteten befinden sich zahlreiche Offiziere der Armee und der wird, sind immer noch Erfolge au erzielen. Jeder Klaffenkampf ift schloß vorhanden. Man erwartete nun, baß der König, ber Marine, Bivilisten, Advokaten und Studenten. Aussehen erregt es, ein politischer Rampf( fommunistisches Manifest). Die politische es fich feinen Bermögensverhältniffen nach leiften tann, einen daß auch Damen des kaiserlichen Harems wegen politischer Umtriebe fowie die gewerkschaftliche Seite der Arbeiterbewegung find so eng paffenden Sommerfis auf Jütland erwerben würde. Aber es tam anders. verhaftet und nach Yemen verbannt worden sind. miteinander verbunden, daß die Vernachlässigung der einen auf Aehnliche Leute, wie man sie in Berlin kennen gelernt hat, waren auch Rosten der anderen eine Abnormität bedeutet. Bei der zu gründenben Organisation dienen die Grundfäße diefer Resolution zur Grundlage." Asien. 1896: in Dänemark geschäftig, und foeben wird offiziell mitgetheilt, Konftantinopel, 5. Auguft. Die Pforte verlangt von den Der König habe seine Autorisation zur Eröffnung einer all- Botschaftern die Ausweisung von 24 auswärtigen gemeinen Substription zwecks Herbeischaffung der nöthigen 3eitungstorrespondenten. Biester Berlin hält die Berliner Borschläge für ungenügend Mittel gegeben, um dem Prinzen Christian, dem ältesten und werde er für eine gute Sentralorganisation eintreten. Sohn des Kronprinzen, und seiner Braut, der Prinzessin Alexandrine Briefe aus Japan schildern eine start aggressive anti 1. März 1895 einen Raffenbestand von 166,65 m. und einen Mit Miersch Hamburg berichtet, daß der Tapezirerverband am von Mecklenburg, eine jütländische Residenz als Brautgeschenk darbringen zu lönnen. Wie mitgetheilt wird, bat man sein Augen äußert. Nicht blos die geplante Annexion Hawaii's, sondern auch 1895 hatte der Verband 1000 M. Schulden. 1895 wurden einamerikanische Gesinnung, die sich in allen Bollsschichten gliederstand von 900 hatte. Nach der Generalversammlung von mert auf ein in der schönsten Gegend Jütlands belegenes Gut gerichtet. Das Hauptgebäude, bas groß genug ist, um ohne die Annahme des Dingley- Tarifs, welcher Japan schädige, sei baran genommen 2588,66 M. und ausgegeben 1989,85 m. Schwierigkeiten in eine fürstliche Residenz umgeändert zu werden, schuld. Japan fühlt sich dadurch verlegt und eine Vergeltung fei 8202,52 M. und 2196,48 M., sodaß neben Abstoßung der Schulden ift von einem prachtvollen, alten Barks umgeben. Man rechnet ieber Zeit zu erwarten. Der Vertreter einer bekannten Schiffsbau ein Raffenbestand von 1006,04 m. verblieb. Der Mitgliederstand darauf, daß die Substription einen Ertrag von wenigstens gesellschaft Philadelphia's schreibt aus Yokohama, daß die japanische 250 000 Kronen geben werde; sollte der Ertrag noch reicher sein, Regierung die Verhandlungen wegen des Banes eines neuen Schlacht- tieg auf 900 und beträgt jegt etwa 1000, die in 25 Filialen or so wird ein Theil aur künstlerischen Ausschmückung des Innern der schiffes plötzlich abbrach und den Auftrag England zuertheilte. An ganifirt sind. Dies zeige, daß der Verband und somit die Zentralso wird ein Theil zur künstlerischen Ausschmückung des Innern der Bord des japanischen Kreuzers Naniwa" vor Honolulu entdeckten organisation Lebensfähig ist. Residenz verwandt. Wir glauben, mancher gewöhnliche Arbeiter, Sabath Hamburg tritt dem Vorwurfe entgegen, daß die ber genug hat, um leben zu können, würde sich energisch dagegen dort beschäftigte Arbeiter große Mengen Gewehre, mit denen im Generalfommission die Verbände vergewaltigen wolle. verwahren, bergleichen trinkgelbartige Geschente anzunehmen. Aber Falle einer dievolution die Japaner auf den Sandwichs- Inseln be bas behaupte, fenne nicht die Entstehung und die Kompetenz der ein Rönig ist über folche Anwandlungen erhaben, trotzdem er über waffnet werden können. Japan aber wird den Krieg vermeiden, eine hohe Bivillifte und über ein nach Millionen zählendes Privat: weil es fürchtet, daß in einem solchen Falle Rußland über Korea fchaften sei die Generalfommiffion nicht eingetreten, sondern sie Generalfommiffion. Auch für die Einführung von Tarifgemeinvermögen verfügt. Noblesse oblige!" habe sich nur gegen den Beschluß des Leipziger Gewerkschaftsfartells gewendet, durch den die Buchdrucker, die ihre Generalversammlungs- Beschlüsse achteten, aus dem Kartell gewiesen wurden. Das habe sie nicht als richtig anerkennen fönnen. Er trat für die Leipzig, ben 5. Auguft. Norwegen. Chriftiania, 3. Auguft. Das Storthing nahm mit 86 gegen herfällt. -O Partei- Nachrichten. 28 Stimmen einen Boll von 30 Dere für Mehl an, wie von beror ft durch das Hochwaffer heimgesucht worden sind, ist am Bentralisation ein. Mehrheit ber Bollkommission vorgeschlagen war. Rußland. Die Märkische Volksftimme", deren Geschäftslokale in Dienstag und Donnerstag nicht erschienen. Die Sonnabend- Nummer wird in Berlin gedruckt und hofft die Geschäftsleitung nächste Woche Polizeiliches, Gerichtliches ze. Die Benfur nimmt nach wie vor auf das französisch- den Betrieb wieder aufnehmen zu können. russische Bündniß zum Erstaunen der Franzosen teine Rücksicht und eriveift fich den literarischen Produkten derfelben gegenüber besonders streng. Der französische Schriftsteller Pierre d'Alheim, der voriges Jahr den Krönungsfestlichkeiten des Zaren in Moskau beigewohnt und ein Buch hierüber geschrieben hatte, Sur les Pointes", welches eine tragische Erzählung der Moskauer Ratastrophe enthält, hat es jetzt erleben müffen, daß dasselbe in Rußland verboten worden ist.Spanien. Madrid, 5. Auguft. Der Beraldo" meldet aus Washington: Amerita hätte Spanien eine Frist von vier Monaten gegeben, um die Ruhe auf Ruba wieder herzustellen. Wenn der Friede bis dahin nicht hergestellt ist, werde Amerika für Ruba Partei ergreifen. Portugal. Echo" war wegen Beleidigung eines Streitbrechers nach§ 185 des Der verantwortliche Redakteur Stengel vom Hamburger Strafgesetzbuches in Verbindung mit§ 153 der GewerbeOrdnung zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt, weil er während bericht aus Altona den Namen dieses Streifbrechers veröffentlicht des Streits der Hafenarbeiter in Hamburg in einem Versammlungs hatte. Die Uebermittler diefes Berichts, die beiden Zimmerer Lehmann und Lange, wurden zu einer Woche verurtheilt. Die gemeinfame Reviston dieser drei Genoffen war vom Altonaer Landgericht abgewiesen. Am 4. d. M. stand die Revision vor dem Oberlandes gericht in Riel aur Verhandlung. Dasselbe erkannte gleichfalls auf Verwerfung. Genosse Heinte in Dresden hat auf grund des Groben Unfug Paragraphen" 7 Tage au brummen, weil er von Staat und Religion in respektwidriger Weise gesprochen haben soll. g Leipzig, 4. Auguft. Wer Die Diskussion über die Drganisationsform wird fortgesetzt; der größte Theil der Delegirten betheiligt sich daran. Schließlich wird zur Abstimmung über die Refolutionen geschritten. Die Re folution Becker wird mit 14 gegen 10 Stimmen angenommen. Es schläge namentlich abzustimmen und sollen die Beschlüsse nur mit wurde beschlossen, über die Berliner und Pahr'schen Vors zwei Drittel Mehrheit gefaßt werden. Die Berliner Borschläge werden mit 19 gegen 6 Stimmen angenommen. Es wird darauf zur Statutenberathung übergegangen. 201 " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgebung. Der Redakten der Solzarbeiter- Zeitung" sucht in der Teßten Nummer genannten Organs seine unberechtigten Angriffe gegen unser Blatt abzuschwächen. Er versteckt sich dabei hinter die, Berliner Streitbrecher, die in der Stettiner Bersammlung fo über den Vorwärts" berichtet hätten. Wer ben Bericht Röste's in Nr. 29 der Holzarbeiter Zeitung" gelesen, wird mit uns die Empfindung haben müssen, baß er sich das Urtheil jener Streitbrecher gern zu eigen macht. Damit ist für uns die Sache erledigt. Bemerken wollen wir nur, daß Röste mit feinen Bermuthungen über die Verfasserschaft unserer Abwehrnotiz burch aus fehlgeht. Damit fallen auch seine an die falsche Vers muthung geknüpften Schlüsse in sich zusammen. - Die Lage ist doch nicht so friedlich und gemüthlich, wie bie amtlichen und halbamtlichen Meldungen der legten Tage glauben machen wollen. Aus Liffabon wird geschrieben: Angesichts der Agitation, die infolge der Einbringung der wirthschaftlichen und Kongreß der Tapezirer Deutschlands. finanziellen Projekte der Regierung im ganzen Lande herrscht, wurde im legten Ministerrath befchloffen, die Berathungen über das Die Tapezirer find in Deutschland lokal- und zentralorganisirt. Phosphormonopol, die Berträge mit den Eisenbahngesellschaften und es war deshalb eine fünfgliedrige Rommission ernannt worden, die die Konvertirung der Schuld für eine andere Legislatur aufzusparen Borschläge zu einer einheitlichen Organisation machen follte. Sie und vorläufig nur Beschlüsse über das Tabaks- und Zuckermonopol hat nun den Rongreß der Tapezirer Deutschlands nach Leipzig ein- Unversönlichkeit der dortigen Unternehmer hartnäckig weitergeführt. Achtung Holzarbeiter. Der Streit in Lübeck wird durch die und über die Reorganisation der Bank von Portugal herbeizuführen. berufen, deffen Verhandlungen heute im Koburger Hof begannen Die Kollegen find deo Unternehmern vor dem Einigungsamt so weit Die Debatten sollen beschleunigt werden, und die Kammern dürften und auf dem beide Richtungen vertreten sind. Die Tagesordnung, Aufregung der Bevölkerung noch immer nicht der Bericht ist vom Tapezirer Deutschlands durchführen? Welches sind die unumgänglichsten ersuchen deshalb die Berliner Kollegen Zuzug fernzuhalten. Auch zu diesem Zwecke täglich Doppelfigungen abhalten. Hier ist die des Kongresses lautet: In welcher Weise läßt sich eine Ginigung ber es ihnen möglich war, entgegengekommen, doch wollten lettere von bereiner Bertürzung der Arbeitszeit nichts wissen. Wir 31. Juli datirt- gewichen. Die Regierung hat scharfe Borsichts. Forderungen, die insgesammt durchzuführen wären? In welcher in Stettin, Rostock und Luckenwalde dauert der Streit maßregeln ergriffen. Der Gouverneur durcheilt mehrere Male täg Weise wären die Mittel zu einem planmäßigen Vorgehen aufsu fort. Die Drisverwaltung. torusidurianne lich, von einer starken Polizeimacht begleitet, die Straßen der Stadt, bringen? und im Arsenal steht Tag und Nacht eine Abtheilung Matrosen Als Vorfißende wurden Beder Leipzig und Grüne In der Riftenfabrik Bindenstr. 35 ist wegen Lohndifferenzen unter Waffen, jeden Augenblick bereit, einzugreifen, falls die Lage es ward Samburg, als Schriftführer Bud Nürnberg, Bur- ein Streit ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. erfordern follte. meister Lübec, Biester Berlin und Schmidt Berlin ge- In Intereffenten- Kreisen der Kurbelstickerei herrscht zur Zeit wählt. Anwesend sind nach dem Bericht der Mandats- Prüfungs- eine tiefgehende Bewegung, welche sich gegen eine Anzahl Lehrstuben Cettinje, 5. Auguft. Eine türkisch- montenegrinische Kommission tommiffion 25 Delegirte, die 28 Orte vertreten. Außerdem diefer Modebranche richtet. Diese Lehrinstitute inseriren täglich nach als Sabath Hamburg Vertreter prüfte die Ursachen des letzten Zwischenfalles an der Grenze und sind anwesend: der Lehrlingen, oft unter verlockenden Vorspiegelungen, welches ein verfaßte ein Brotokoll über die Angelegenheit. Der Zwischenfall Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands, Miersch Beweis dafür ist, daß das Anlernen geschäftsmäßig betrieben wird wurde freundschaftlich beigelegt. Die Albanesen haben die Grenze und Säbeler als Vertreter des Algemeinen Deutschen und es den Lehrherrn nicht darum zu thun ift, tüchtige Kräfte auss verlassen und die Ordnung ist überall wiederhergestellt. Tapezirer- Vereins, und Busch, Steiner, Saffenbach und zubilden, sondern nur um das Honorar, welches 20-50 m. intl. Blume als Vertreter des Deutschen Sattlers und Tapezirer Material beträgt, einzuftreichen. Da fich aber die KurbelVerbandes, denen berathende Stimme eingeräumt wurde. ftickerei in 12 refp. 24 halben Tagen nicht erlernen läßt, Grünewald Hamburg referirte über den ersten Bunft der so ist in den meisten Fällen Geld und Zeit umsonst Tagesordnung und führte aus, die Leipziger haben gefagt, daß geopfert. Eine Kommission, in einer öffentlichen Versammlung ge Montenegro. Türkei. - Ueber die Verhältnisse im Orient liegen heute wieder zahlreiche Meldungen vor. Nach einer Meldung der Polit. B G «töljlt, befaßt sich mit dieser Angelegenheit und hat bereit? reichliche?, für diese Lehrherrn sehr ungünstiges Material ge- sammelt. Begreiflicher Weise kommen bei diesem Unwesen meistens Un- bemittelte und Stellungslose zu Schaden. Am 9. August rc. findet wieder eine große öffentliche Versammlung im Lokal„Königsbank", Gr. Franksurterstr. 117, abends S'/e Uhr, in dieser Angelegenheit statt und werden hierzu namentlich alle diejenigen dringend einge- laden, welche die Kurbelstickerei bereits unter obigen Verhältnissen erlernt haben, aber kein Fortkommen gesunden haben. Die Streitigkeiten innerhalb der Buchdrnckerorganisation, die mit der Annahme der Tarifgemeinschaft ihren Anfang nahmen, dauern noch immer fort. In Leipzig wurden bekannt- lich 7 Mitglieder wegen ihrer Betheiligung an der„Buchdrucker- Wacht", durch welche die Gegnerschaft gegen Tarifgemeinschaft und Verbandsvorstand zumAuSdruck kam, aus dem Verbände ausgeschlossen. Seitdem sind mich in Düsseldorf einige Tarifgegner aus- geschlossen worden, in einer Reihe anderer Städte nnterblieb der beantragte Ausschluß, weil er bei den Mitgliedern nicht genügend Unterstützung fand. Hier in Berlin wird sich am Sonntag, den 8. August, ebenfalls ein« Buchdruckerversammlung, die für 11 Uhr morgens nach dem Berliner Bock, Tempelhofer Berg, ein- berufen ist, mit der event. Ausschließung von fünf Mitgliedern zu beschäftigen haben, denen Vergehen gegen die Verbandsstatuten zum Vorwurf gemacht werden. Die Maurer am Kasernenban in B r i e g stellten die Arbeit ein, weil ihnen der zugesprochene Stundenlohn von 30 Pf. pro Stunde nicht ausbezahlt wurde. Die Unternehmer zogen Ersatzkräfte Hera» aus der Umgegend von Breslau, denen sie nun 40 Pf. zahlen. Den Streikenden ist die Möglichkeit genommen, sich zu ver- sammeln, da sie keinen Saal bekommen können. Bei den» Banarbeiter-Streik in Lübeck handelt eS sich für die Arbeiter um die Anerkennung ihrer Organisation. 12 Meister sollen bewilligt haben. In Langensalza sind am Montag die Maurer in den Streik eingetreten, um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erlange». Die den Meistern unterbreitete Bedingung: 30 Pf. Stundenlohn für Sommer und Winter glauben letztere nicht genehmigen zu können, ohne selbst in ihrer Existenz gefährdet zu werden. Der Manrerstreik auf dem Bau Becker in Magdeburg ist zu gunsten der Arbeiter beendet. Der ominöse sächsisch« Kinderfest-Grlaß wird auch Gewerk schaften gegenüber gehaudhabt. Der Verein der Dresdener Packer, Markthelfer, Kutscher ec. hielt am 4. Juli ein Sommerfest im Gambrinus-Garten-Restaurant ab. Daran haben auch eine Anzahl schulpflichtiger Kinder, denen ihre Eltern auch einmal ein harmloses Vergnügen machen wollten, theilgenommen, ohne daß dazu erst eine obrigkeitliche Erlaubniß eingeholl worden war. Letzteres schreibt bekanntlich eine famose Verordnung vor. Jetzt hat nun der Vor- fitzend« des Verein? ein Strafmandat, auf 30 M. Geldstrafe lautend, erhalten. Vom Dortmunder Zimmererstreik wird berichtet: Bewilligt haben biS jetzt 12 Meister, bei denen 71 Mann beschäftigt find; zu den alten Bedingungen arbeiten etwa 100 Mann, 9 Mann stehen noch im Ausstand. Der Zimmererstreik in Bielefeld ist jetzt thatsächlich beendet. Die Streikenden sind alle wieder in Arbeit, und zwar mit zehn- ständiger Arbeitszeit. Ausland. Ueber die Bewegung der Triester Arbeiter, die sich fast aller Gruppen bemächtigt hat, geht der Wiener„Arbeiter-Zeitung" unterm 3. August ein ausführlicher Bericht zu, dem wir Nach- stehendes entnehmen: Eine Arbeiterbewegung, wie sie zur Zeit in dieser Stadt zum Durchbruch gelangte, hat man hier noch nie wahr- genommen, nicht einmal während der letzten Reichsrathswahlen. Die Arbeiterschaft von Trieft zeigte heule durch eine nie dagewesene Demonstration, durch einen Massenansmarsch und einen allgemeinen Ausstand, daß sie nicht gewillt ist, jede Willkür der RcgierungS- Organ« ruhig hiitjuiiehmeii. Genosse Camber, der Rathgeber der Arbeiter bei den letzten Ausständen, wurde am vergangenen Sonnabend plötzlich wegen einer Geringfügigkeit verhaftet, und die Arbeiter Trieft's be- zeugten ihm durch eine spontane Kundgebungen ihre Sympathien. Gleichzeitig sollte der national-chauvinistischen Bourgeoisie von Trieft gezeigt werden, daß sich die Arbeiter von ihr nicht mehr foppen lassen, daß das Klassenbewußtsein bei ihnen erwacht ist, und daß Dr. Hortis zum letzten Male in Trieft gewählt worden ist. Das Solidarttätsgefühl der Arbeiter ist heute mit einer solchen Wucht, mit einer solchen Elementargewalt zu tage getreten, wie es nur durch Ueberzeugung des zu vertheidigenden Rechtes und die Folgen eines unerträglichen Druckes zum AuSdruck kommen kann. Die Arbeiter der größten Triester Etablissements haben heute vormittags auS eigener Initiative die Arbeit nieder- gelegt und durch einen Massenaufmarsch die Enthaftnng Camber's zu erwirken gesucht. Die Arbeiter ließen sich einfach von ihrem Gefühle leiten, und man muß es allerdings dahingestellt sein lassen, ob die Demonstration ihren Zweck erfüllen wird. Di« Verhaftung Eamber's ist, wie die offiziöse„Triester Zeitung" meldet, vom Landesgerichte bestätigt worden. Ungefähr S000 Arbeiter, aus ver- schiedenen Richtungen kommend, versammelten sich gestern nachmittags um 2 Uhr am Rathhausplatze. Die Bemühungen der Polizei, die Arbeiter zu zerstreuen, waren nutzlos, jede zersprengte Gruppe sammelte sich an einem anderen Orte wieder. Um 3 Uhr erschien Militär unter Führung eines Hauptmannes. Die aufgepflanzten Bayonnete bewirkten, was der Polizei nicht gelingen wollte. Der Platz wurde ohne Aufforderung von den Demonstranten geräumt, der größte Theil zog nach dem Vereinslokal der I-ega socialderno- eratica. Die Wirkung deS Bäckerstreiks macht sich bereits in der Be- völkerung fühlbar. DaS Kilogramm Brot, daS bisher um 14 kr. verkauft wurde, kostet heute 24 kr. und die besseren Sorten im Ver- hältniß mehr. Viele Bäckermeister arbeiteten in der Nacht, womit natürlich nur ein sehr kleiner Bedarf gedeckt werden konnte. Di« vorräthe der Brotbäuerinnen auS dem Territorium waren in kürzester Zeit mtfgekauft. Das W. T. B. meldet unterm 4. August, daß der Ausstand der Holzverlader in«in ruhigeres Stadium getreten sei; ein Ausgleich stehe unmittelbar bevor. Auch die Bäckergehilfen verhandeln über die Wiederansnahme der Arbeit; dagegen dauere der Ausstand der Tischler unverändert fort. Soziales. Eine ArbeitSnachweiS-Konferenz wird am 18. September d. I. in Karlsruhe i. B. stattfinden. Hauptgegenstand der Berathung ist die engere Verbindung der Arbeitsnachweis- Verwaltungen in de» einzelnen deutschen Ländern. Ueber die Verbindung städtischer Arbeitsnachweise mit ihrer näheren Umgebung wird, mit besonderer Rücksicht auf die Einrichtung der Konstanzer Anstalt und ihrer Filialen, Gewerbelehrer Müller- Konstanz sprechen. Als Gegen- stände für Gruppenversannnlungen sind angemeldet: die Ver- Mittelung weiblicher Dienstboten; die Bermittelung ländlicher Arbeiter; der Verkehr der öffentlichen Arbeitsnachweise mit den am Orte befindlichen Fachnachweisen(Assessor Dr. Naumann- Hamburg); die Streikklausel in de» Statuten öffentlicher Arbeits- nachweise(Stadtrath Dr. Flesch-Fcankfurt a. M.); mißbräuchliche Benutzung der Arbeitsnachweise zur Erlangung von Bescheinigungen gegen Arbeitsscheu; Nichtantritt trotz endgiltiger Annahme derStelle. Mit der Konferenz wird eine Auslegung der Etatuten. Geschäfts- ordnungen, Berichte, sowie namentlich auch der in Gebrauch be- findlichen Formulare seitens sämmtlicher betheiligter Arbeitsnachweise verbunden sein. Die Geschäfte des Ortsausschusses hat die Anstalt für Arbeitsnachweis, Karlsruhe, Hebelstr. 23. übernommen. An- meidungen von Verwaltungen und Privatpersonen(Herren und Damen) sind zu richte»: an das Bureau der Arbeilsnachweis-Kon- ferenz, Charlottenburg-Berlin. Berlinerstr. 131(Garten)._ Verantwortlicher Nedatteur: August Jacvbey in Berlin. Für den In Die«rgebnisie der deutsche»« ArSettSnachweiö-Derwal- tnngen im Juli zeigten ein anderes Aussehen, als die ersten sechs Monate des Jahres. Während diese das in allen seinen Zügen übereinstimmende Bild einer den Arbeitern günstigen Lage deS Arbeits- Marktes zeigten, gewährt der Juli ein Bild mit widersprechenden Zügen. Bon 56 Arbeitsnachweisen, deren Berichte rechtzeitig bei der in der Redaktion der„Sozialen Praxis" eingerichteten Lite- rarischen Zentralstelle für Arbeitsnachweis eingegangen sind, zeigen 44 vergleichbare Daten. Von diese» 44 zeigen im Vergleich zum Juli v. I. 28(nebst 2 ausländischen) eine Abnahme des Andranges und nur 13(nebst 1 ausländischen) eine Zunahme. Die vergleichbaren Gesammtzahlen zeigen, daß im Juli 1396 um 20 577 gemeldete offen« Stellen sich 24 465 Arbeitsuchende bewarben, im Juli 1397 um 26 148 offene Stellen 23 596. Ans 100 ausgebotene offene Stellen kamen damals 128,6 Arbeitsuchende, diesmal nur 109,4. Mit diesem an sich günstigen Bilde steht in Widerspruch ein Vergleich mit dem vorangegangenen Monat Juni. Während sonst vom Juni zum Juli sich eine plötzliche und starke Abnahme der Arbeitslosen zeigt, hat dieSmal sogar an 65 Orten eine Steigerung stattgesunden und nur an 16 eine Abnahme. Die ge- nannte Zentralstelle führt diese Erscheinungen darauf zurück, daß mit einer an sich noch immer günstigen Wirthschaftslage die abnorme Ungunst der Witterung in großen Theilen Deutschlands(Hagel- schlüge, Ueberschwemmungen K.) sich kreuzte. DaS ReichS-VerfichrrungSamt hat festgestellt, daß die Zahl der seit dem Inkrafttreten des JuvaliditätS- und Altersversicherungs- Gesetzes bis einschließlich 30. Juni 1397 von den 31 Versicherungs- anstalten und den 9 vorhandenen Kaffeneinrichtungen bewilligten Invalidenrenten 253 742 betrug. Davon sind infolge Todes, Wieder- erlangung der Erwerbsfähigkeit u. f. w. in Wegfall gekommen 72 807, so daß am 1. Juli d. I. laufend waren 185 975 einzelne Renten.— Die Zahl der während desselben Zeitraums bewilligten Altersrenten betrug 307 437; davon sind infolge Todes oder Auswanderung der Berechtigten oder auS anderen Gründen in Weg- fall gekommen 103 823, so daß am 1. Juli 1897 laufend �waren 203 659. Auf dem Gebiete der Schnlbäder geht die Stadt Hannover bahnbrechend vor. Dieselbe hat zur Zeit in 13 Schulen Brausebäder für die Schuljugend eingerichtet, welche sich in den Kellerräumen der Schulgebäude befinden. Im jüngsten Schuljahre— 1396/97— wurden im ganzen 123 921 Bäder genommen, und ist die Badelust in stetem Steigen begriffen. Die Siegerländcr Stahl- und Spiegeleiseu-Werke konnten seit langer Zeit die großen Werke im Becken von Lültich zu ihren regel- mäßigen und besten Abnehmern ihrer Produkte rechnen. Das hat nun, wie man der„Köln. Volkszeitung" ans Siegen schreibt, mit einem Male aufgehört. Begünstigt durch billigen Einkauf der Roh- stoffe, wozu in erster Linie Siegerlänger Rostspath gehört, ist die Sociötö Cockerill dazu übergegangen, selbst Spiegeleisen herzustellen, und zwar nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern sie hat auch den benachbarten Werken angeboten, und zwar zu einem Preise, der etwa 9 Frks. unter dem der Siegener Berkauss« stelle bleibt! Da ein Wettbewerb damit für die Siegener Hoch- öfen unmöglich ist, ist dieses werthvolle Absatzgebiet, vorerst wenigstens, verloren, waS gegenwärtig um so mehr zu bedauern ist, als die Nachfrage auf dem inländischen Markte bereits seit einiger Zeit erheblich nachgelassen hat und die Vorräthe sich zu häufen be- ginnen. Die Schuld für diesen Rückgang des Exports wird in der Zuschrift dem billigen Rohstoffverkauf nach dem Ausland« bei- gemessen._ Vevpsmmlunsetr« Der Verba», d der freien Vercinignnaen selbständiger Barbiere, Friseure und Prrriickrumacher(Nichtinnnngsmeister) hielt am Dienstag und Mittwoch seinen von 28 Delegirten beschickten 10. Kongreß in Gründel's Festsälen ab. Es lag ein« große Zahl von Anträgen vor, die auf die von dem Verbände errichtete Kranken- und Sterbekasse bezug hatten. Von den anderen Anträgen waren vom allgemeinen Interesse besonders der von Haniburg gestellte, der sich auf die Arbeitsnachweise der organisirten Gehilfen bezieht. Es wird den einzelnen Vereinigungen überlassen bleiben, ob sie sich eigene Arbeitsnachweise errichten wollen oder den der Gehilfen unterstützen. Die Antragsteller vertraten letztere Ansicht, dagegen wurden von einzelne» Delegirten recht sonderbare Meinungen zum besten gegeben. Im allgemeinen drang die Auffassung durch, es den lokalen Vereinigungen zu überlassen, wie sie sich dazu stellen. Bei Besprechung der von den Jnnungsbrüdern mit so vielem Aplomb in die Welt gesetzten, jedoch so jämmerlich verunglückten„Preis- erhöhung" ward man sich einig, daß jeder Geschäftsinhaber als Person bestrebt sein müsse, in seinem Geschäft die Preise zu erhöhen, eine Reglementirung aber vollständig aussichtslos ist. In betreff der im Barbiergcwcrbe herrschenden Sonntagsruhe wurde allseitig der Wunsch ausgesprochen, daß mit dem Entlassen der Gehilfen und Lehrlinge Sonntags um 2 Uhr auch der gesetzliche Ladenschluß eintreten möge; jedoch wurde von der Absendung einer Petition diesbezüglich an die gefetzgebenden Körperschaften Abstand genommen. Den bedeutsamsten Punkt des Kongresses bildete die Stellungnahme zn der vom Reichstage angenommenen Handwerkervorlage. Herr Bauer, Frankfurt a. M., Redakteur der Fachzeitung, hielt hierzu einen sehr gut gelungenen Vortrag. Er schilderte zu- nächst die alten Zunftgesetze sowie die durch dieselben hervorgerufenen unleidlichen Zustände. Redner besprach dann die Borlheile der Gewerbefreiheit, die Berechtigung derselben und verbreitete sich eingehend über die großen und kleinen Mittel, welche die Realtionäre anwenden wollen, um dem Hand- werke den„goldenen Boden" wiedergeben zu können. Er zeigte an praktische» Beispielen, welchen kolossalen Unfug die Zünftler heute schon mit ihren Privilegien betreiben, besprach hierauf die einzelnen Paragraphen der Handwerker- Vorlage und forderte mit gehobenen Worten zur Agitation gegen diese auf. Mit diesem Vortrage hatte der Kongreß seine hauptsächlichste Ausgab« erreicht; es wurden noch kleinere Anträge verhandelt und am Schlüsse die Wahlen vorgenommen. Unter anderem wurde Herr S ch a r p f als Verbaudsvorsitzender, Herr Bauer als Redakteur wiedergewählt.— Die verstorbenen Mitglieder Gründe! und Ludwig wurden von dem Kongresse durch Kranzniederlegung auf deren Gräber geehrt. „Die Sonderbeftrebungen der Lithographen" lautete das Thema einer öffentlichen Lithographenversammlung, die am Mittwoch in den Arminhallen tagte. Der Referent Tische ndörfer schilderte eingangs die Borgänge, die sich nach der Lohnbewegung abgespielt haben und die den Stuttgarter Lithographen zum Vorwand dienten, um sich von der Zentralorganisation loszutrennen, und eine eigene Organisation zu gründen, die gegenwärtig ca. 40 Mitglieder, darunter nur 25 Lithographen zählt. Angeblich bildete zur Gründung dieser Sonderorganisation die Berliner Lohnskala, die seinerzeit in der „Graphischen Presse" von den Stuttgarter Kollegen scharf kritisirt und die Behauptung aufgestellt wurde, daß dieselbe den Verhältnissen nicht entspreche, hierzu die Veranlassung. Wie in Stuttgart, so habe sich auch in Leipzig, wenn eS auch hier zu einer Lostrennung von der Zentralisation nicht kam, eine Strömung hierfür bemerkbar ge- macht und ist die Meinung vorhanden, daß in der Zentralisation die Interessen der Lithographen nicht genügend gewahrt werden. Außerdem werde verschiedentlich der Einwand gemacht, daß ein Theil der Kollegen sich der Organisation nicht anschließen, weil in derselben die verschiedenen Branchen vertreten sind. Der Redner wendet sich gegen alle diese Auslassungen, kritisirt diese Sonderbestrebungen seiner Kollegen und tritt mit Ent- chiedenheit für eine Organisation ein, die wie der Zentralverein alle Berussaugehörigen umfaßt. Mit dem Hinweis auf die mächtigen Unternehmerverbände, gegen welche die kleinen Brancheuorganisationen absolut nichts ausrichten können und ans die Jnteressengenreinschaft eratentheil verantwortlich: Dh. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von aller Nrßriter. W« sich zu jeder Zett gegenseitig«rrterftütz« müssaH appellirt der Redner an die Versammelten der bestehenden Organisati«»' beizutreten nm mit den verwandten Berufsgenossen gemeinsam die gewerkschaftlichen Fragen zu regeln und von der Gründung! einer Branchenorganisation für Lithographen»bstand z» nehmen. Den beifällig aufgenommenen Ausführungen folgte einet längere Diskussion, in der ein Redner sich für eine Sonderorgan isatio» der Lithographen aussprach, für welche die noch indifferenten! Kollegen leichter zu gewinnen wären und ein anderer Redner mit' gleicher Motivirung für eine Organisation wie die der Buchdrucker,' ohne Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen eintrat und den gelegentlichen Abschluß von Kartellverträgen bei Lohnbewegmegen mit de» anderen Branchen empfahl. Von Sillier. Schöpke� A l b r e ch t»nd anderen, sowie von dem Referenten wurde gegen dies« Vorschläge polemisirt, die, wie angeführt worden war, im allgemeinen auf nicht den Thatsachen entsprechen- den Voraussetzungen basiren und wenn sie zur Ausführung gelangen würden, keineswegs vorthetlhaft wirken werden. ES gelangte schließlich gegen eine erhebliche Minorität eine Resolution zur An- »ahme, in der sich die Versammlung gegen eine Sonderorganisation der Lithographen erklärt und die Kollegen auffordert dem„Verein der Graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands" beizutreten. Auf Wunsch sollen dann in größeren Städten innerhalb der Zentra« lisation eigene Branchenversammlnngen veranstaltet werden. Als Vertrauensmann für die Lithographen wurde Tischendörfer gewählt. Nachdem noch zur regen Agitation für den Anschluß an die Organisation und zu zahlreicher Betheiligungs an den Ver- Handlungen aufgefordert worden>var, erfolgle der Schluß der Versammlung. Der Verband der HandelS-HilfSarbeiter Berlin» hielt am Dienstag den 3. August in den Arminhallen eine gut besuchte Mitglieder- Versammlung ab. Dr. Joel referirte in einem zweistündigen Vortrag über Nansen's Nordpolfahrt. Des weiteren verhandelte die Ver- sammlung über die von der Generalkommisston in Rr. 30 deS „Correspondenzblattes" veröffentlichte Erklärung, die Organi- sation betreffend. Hierzu wurde nach eingehender Be- gründung nachfolgende von Kunny, Utheß und Alboldt gestellte Resolution einstimmig angenommen. Nach Kennt- niß deS von der Generaikoinmission der Gewerkschaften Deutsch- landS betreffs unserer Organisation gefaßte» Beschlusses erklärt die heutige stark desuchte Versammlung aller im Handel und Transport beschäftigten Hilfsarbeiter Berlins folgendes: Die in Altenburg beschlossene Gründung des Zentralverbandes ist und war gegen die Beschlüsse unseres Berufskongresses zu Halberstadt und bestand für die Majorität der Kollegen Deutschlands nicht die Verpflichtung, den Beschlüssen von Altenburg Rechnung zu tragen. Die versamm« lung steht nach wie vor auf dem Boden der Halberstädter Beschlüsse, und protestirt aus diesem Grunde ganz energisch gegen die Erklärung der Geiieralkommission. Es ist daher selbstverständlich, daß von nun an jede Verbindung mit der Generalkommission gelöst wird. Der über 1200 Mitglieder starke Verband erwartet von den Kollegen Deutschlands ebenfalls energische Stellungnahine gegen die General- kommission, und erklärt, gar keine Veranlassung zu haben, von der bisher sich als praktisch erwiesenen Organisationsform, durch Ver- gewaltigungsversuche abbringen zu lassen. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Sachen erreichte sodann die Versammlung ihr Ende. Im Fachverein der Mnsikinstrumenten-Arbeiter hielt aZ, Sonnabend, den 31. Juli bei Helfer Waldeck Manasse eine» interessanten Vortrag über:„Der Kampf ums Dasein." Nach der sehr lebhaften Diskussion, in welcher der Herr Referent verschieden» an ihn gerichtet« Fragen in recht drastischer Weise beantwortete, wurde die Angelegenheit betreffs der Ausnahmescheine dahin er- ledigt, daß eS der Umsicht des KassirerS überlassen bleiben soll, dies«! Schein« auszugeben. Eharlottenburg. In der am 2. August abgehaNenen össenk- lichen Versammlimg der Maurer referirte der Genosse H. Faber« Berlin über das Thema:„Der Zweck der Organisation m bezug auf den Zentralverband und waS bietet unS derselbe gegenüber der! Lokalorganisation." In seine» beifällig aufgenommene» AuS»! fnhrungcn legte Redner die Vortheile der Zentralorganisation ürn Gegensatz der Lokalorganisation den Versammelten auseinander. An der dem Referat sich anschließenden Diskussion betheiligten sich die Genossen F l e in m i n g und Schulze im zustimmenden Sinne zu demselben.— Ueber die Situation des gegen- wärligen Standes der Lohnbewegung gab Schulz«'einen ein« gehenden Bericht, dabei die gehässige verkehrte Schreibweise deS Organs deS Herrn Felisch, der„Baugewerks-Zeitung", kritistrend. Bei der am 23. Juli vorgenommenen Baukontrolle waren 704 Bauten mit 7269 Maurern zu verzeichnen. Davon arbeiten nun ßnf 529 Bauten 5241 Maurer neun Stunden beim Minimallohn von 60 Pf.; dagegen erhalten auf 166 Bauten 1912 Mann eben- falls bei neunstündiger Arbeitszeit einen Stundenlohn von 55 biS 62 Pf. Auf 29 Bauten erhält die Mehrheit 60 Pf. pro Stunde. Des ferneren sind noch drei Akkordbauten mit 66 Kollegen zu ver- zeichnen. Rur auf fünf Bauten, auf denen 50 Maurer beschäftigt find, wird noch zehn Stunden bei einem Lohn von 47�/e bis 62 Pf. gearbeitet. Auf dein Bau deS Gefängnisses in der Lehrterstraß« werden— 16 Strafgefangene— beschäfligr, selbige sollen pro Tag nur wenige Pfennige und zwei Flaschen Brannbier als Lohn erhalten. Der Redner meinte, daß in anbetracht der günstigen Baukonjunktur noch etwa 59 bis 60 Bauten kapituliren werden und somit die neuen Bedingungen erreichen werden. In der Diskussion kritisiren Lüdlk« und Schwarz das Verhalten einiger Maurer beim Unternehmer Schrobsdorf, welche de» Kontrolleuren mitgetheilt haben, sie arbeiten 9 Stunden, während sie thalsächlich 10 Stunden arbeiten. Schulze ersucht, bei vorkoniinender Arbeitsniederlegung bei Bausperren dies so« gleich der Kommission zu melden, welche die weiteren Schritte Ihn» wird. Bekannt gegeben wurde noch, daß am Sonnlag, den 22. August, im Lokal„Bismarckshöhe", das Sommerfest der hiesigen Zahlstelle vom Zentralverband der Maurer Deutschlands statlsindet. Mit einem Hoch a»f die Maurerbewegung endete die Versammlung. Depesilzen untf lohte Vachrirhlen. Dresden, S. August.(W. T. B.) Amtlich wird gemeldet? Der Verkehr auf der Strecke Zittau— Nußdorf der Linie Zittan bis Nickrisch ist heute wieder aufgenommen. Die Strecke Ostritz bis Nickrifch ist dagegen noch unfahrbar. Graz, 5. August.(B. H.) In Jnnerkrain sowie in Kroatien habe» gestern Nachmittag heftige Erdbeben stattgefunden. St Paris, 5. August.(W. T. B.) Das Gericht bestätigte daS estament der beiden Brüder de Goncourt, welche ihr Vermögen testamentarisch sür die Errichtung einer Schriststeller-Akademie unter dem Namen Akademie der GoncourtS bestimmt haben. Marseille, 4. August.(W. B. B.) Bei der Haussuchung in der Wohnung eines Maschinenbauers entdeckte die Polizei eine große Menge von Explosivstoffen. Auf Angaben des Maschinenbauers hin werden Verhaftmige» vorgenommen werde». Marseille, 5. August.(W. T. B.) In einem Nebengebäude des hiesigen Hotel de ville fand heute Nachmittag eine Gasexplosion statt, durch welche sieben Menschen schwer verwundet wurden. Der angerichtete Schaden ist unbedeutend. London, 5. August. Unterhaus. Der Erste Lord der Ad- miralität Goschen erklärt, daß die Gesammtzahl der in den kretensischen Gewässern versammelten europäischen Kriegs- schiffe 32 betrage, von diesen seien fünf englische. Die Admirale halte» beschlossen, die türkischen Kriegsschiffe in die Bai von Kandia nicht zuzulassen, und hätten hiervon die türkische Re- gierimg benachrichtigt. Die englische Regierung habe den Beschluß der Admirale nicht gemißbilligt. Bokohama, 5. August.(Meldung des Rentcr'schcn Buremis.)- Wir hier verlautet, soll die japanische Regierung als Schiedsrichter in der Frage der Beschränkung der Einwanderung von Japaner» nach Hawaii Belgien vorgeschlagen haben. Max Babing in Berlin. Hierzu 1 Beilage tliiterhaltiingoblatt. Nr. 181. 14. SrilU des Jotiärts" ßetlintt PMIott Freitag. 6. Aiigaß 1897,' Aufruf. Nach den unheilvollen Verheerungen, welche Württemberg durch Gewitter und Ueberschwem- mungen erlitten hat, sind noch andere Theile unseres deutschen Vaterlandes, namentlich Schlesien und das Königreich Sachsen, von einer gleichen Heimsuchung bettoffen worden. Die Verwnswngen sind ganz außergewöhnlich groß, und die Be- sorgniß vor neuen Gefahren ist nicht unberechtigt. Mag sich die Hilfe, welche der Wohlthätigkeitssinn unserer Mitbürger den Ungliicklichen zu leisten nie ermüdet, in diesem Falle ebenso stark be- thätigen. Die Unterzeichneten sind zu einem Komitee Zusammengetreten, welches Beittäge sör alle von dm Unheil betroffenen Lavdeötheile in Jentschland zu sammeln beabsichtigt. Es wird gebeten, gefälligst Beiträge einzuzahlen an die städtische Haupt-Stiftungskasse, Rathhaus, Zimmer 25(Zentralstelle), oder an die städtischen Sparkassen-Annahmestellen, oder an die Zeitungs-Redaktionen, welche sich zur Annahme behusS Abführung an die Zentralstelle bereit erklären. Ueber die eingegangenen Beiträge wird öffent- lich qnittirt werden. Wegen möglichst schneller und angemessener Vertheilung der Gaben wird sich das Komitee mit den zuständigen Behörden und den öttlichen Hilfs Komitees in Verbindung setzen. Berlin, den 5. August 1897. Kreitling, Stadtverordneter. Dr. Kries, Ed. Arnhold, Kommerzienrath. Dr. W. Arnold, Ober-Verwaltungsrath. v. B e low- Tales! e, Mitglied des Herrenhauses. E. Geringer, Fabrikant, Charlottenburg. Dr. v. Bleichröd er«Drehsa, Bankier. P. Böttger, Bankdirektor. ChrzescinSki, RegierungSrath. Dr. v. Cuny, Geh. Justizrath und Professor der Rechte. Mitglied deS Reichstages und d. Preuß. Abgeordnetenhauses. Frhr. v. Erffa-Wernburg. Königl. Kammerherr u. Mitglied des HauseS d. Abgeordneten. v. Fischer, Ministerialdirektoru.BundeSrathS- Bevollmächtigter. Dr. Otto v. Glasenapp, Geh. Ober-Finanzrath u. Mitglied de? Reichsbank-DirektoriumS. Goldberger, Geh. Kommerzienrath. F. Grub, Königl. Oekonomierath. Dr. G u t b r o d, Direktor im ReichZ-Juftizamt.' M. Groß. Vorsitzender des Vereins der Württemberger. v. Hanfemann, Geh. Kommerzienrath und Generalkonsul. Dr. Hartmann, Sanitätsrath. Dr. H auck, Pros�sor, Geh. RegierungSrath, z.Zt. Prorektor d. Königl. technischen Hochschule Charlottenburg. Dr. L. Heck. Direktor d. Zoologischen Garten». Graf Guido Henckel v. DonnerS marck-Neudeck. Her,, Geh. Komnierzienrath, Vors. d.Aeltesten d.Kaufmannschaft. Chr. Kraft, Erbprinz zu Hohenlohe-Oehringen. v. Jage mann. Großherz. Basischer Gesandter. Emil Jakob, Königl. Kommerzienrath. Dr. zur. Jacobi, Professor und Juftizrath, Charlottenburg. JuliuS Jsaae, Königl. Kommerzienrath. Dr. Kahl. Professor, Geh. Justizrath. v. K a r d o r s s, Landrath a. D., Mitglied de» Reichstags. R. Kaufs mann, Generalvertreter der Württemberg. Metallwaarenfabrik. Kirschner. Bürgermeister. Dr. Krause, Rechtsanwalt, Vicepräsident des HauseS der Abgeordnelen. Zelle. Oberbürgermeister. Seh. Regierungsrath. Krückeberg, Superintendent a. D.. Pfarrer au der Zionskirche. v. Kuycke, Oberstlieutenant z. D. W. Kyllmann, Königl. Baurath. Hugo Landau, Kommerzienrath. Dr. LangerhanS, Stadtverordneten-Borsteher. Grafv.Lerchenfeld-Koefering, Königl. Bayerischer Gesandter. Gustav Mannheimer, Kaufmann. E. Meyer, Justizrath und Stadtverordneter. Michelet, Etadtv.'Vorsteher-Stellvirtr«ter. Dr. O. P f l e i d e r» r. Professor. Rathenau, General-Direktor der Allgemeinen ElektrizitätS-Gesellschaft. Sreiherr Hugo v. Reischach, ofmarschall Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich. O. R i e t h, Architekt. E. Rüssel, Seneral-Konsul, Geschäftsinhaber der Diskonto-Gesellschast. Rösicke, Kommerzienrath. Mitglied deS Reichstags. v. Schicker, Ministertaldirektor und BundeSrathSbevollmächtigter. Dr. Gust. Schmoller, Professor, Mitglied d. EtaatSrathS und Rektor d. Königl. Universität. C. Echniewind, Kgl. Hof- und Domprediger. Dr. G. Siemens, Direktor der Deutschen Bank. Dr. Freiherr von Soden, Professor u. Pfarrer an der Jerusalems- Kirch». Dr. Spahn, KammergerichtSrath, Vizepräsident deS Reichstage», Mitglied d. HauseS d. Abgeordnet. Epinola, Geh. Ober-RegierungSrath, Stadtverordneter und Direktor der königl. Charttee. Freiherr v. Spitzemberg, RegierungS-Assessor. Stein wand, RegierungSrath. Freiherr von Eüßkind, Maior im 4. Garde-Regiment z. F. Freiherr v. Barnbüler, Königl. Württemberg. Gesandter. Ed. Veit, Seh. Kommerzienrath. Dr. Weingarte», Professor. Wiebe, Wirklicher Geheimer Rath. v. Windheim. Polizei- Präsident. Witowski. Geheimer Regierungsrath. Vommunsles. Unsre Erwartung, daß die Stadtverordneten-Versammlung über die, gegen die K o in m u n a l w ä h l e r l i st e erhobenen Ein- spräche in wirtlich liberalem Sinne entscheiden werde, scheint sich allem Anschein nach nicht zu bestätigen. Wenn die Ber- sammlung die Beschlüsse ihres Ausschusses, der gestern die Angelegenheit vorberatden hat, bestätigt, so erleben wir das beschämende Schauspiel, daß die„liberale Stadtverordneten- Versammlung" in der reaktionären Auslegung der Wahlvorschrifte» die ostelbischen Landräthe weit übertrumpft. Es handelte sich bei der Ansschußberathung um 21 Einsprüche, die aus verschiedenen Gründen erhoben waren. Die Proteste, welche sich darauf gründeten, daß die Eintragung in die Liste nicht erfolgt ist, weil die Protesterheber mit Krankenhauskoste» im Rückstände sind, mußten vom Ausschuß zurückgewiesen werden, weil ein kürzlich er- gangenes Urlheil des Ober-Verwaltungsgerichts Krankenhaus- Verpflegung, wenn dieselbe nicht bezahlt wird, als Unterstützung aus öffentlichen Mitteln erklärt, und den Anspruch, in solchen Fällen in die Wählerliste aufgenonnne» zu werden, zurückgewiesen hat. Dann kamen einige Fälle zur Verhandlung, in denen sogenannte„Schlafburschen" mangels einer eigenen Wohnung zurückgewiesen waren. Trotz lebhaften Widerspruches der Stadtvv. Singer und Kreitling stellte sich der Ausschuß auf den Standpunkt, wonach eigene Wohnung als Erforderniß für die Wahlberechtigung zu gelte» hat. Wichtiger und von großer prinzipieller Bedeutung sind zwei Gruppen von Einsprüche», die dagegen Protest erhebe», daß in bezug auf Dauer des Wohnsitzes und Alter nicht der Wahl- termin, sonder» die Zeit der Listenauöleguug als entscheidend für die Ausnahme in die Listen angesehen wird. Bekanntlich finden die Ergänzungswahlen im November statt, während die Wählerlisten vom 15. bis zum 80. Juli auslagen. Eine Anzahl Bürger, welche zwar am IS. Juli noch kein Jahr in Berlin wohnten, dieses Erforderniß aber bis zum November erfüllen, haben ihre Ausnahme in die Wählerliste beantragt. Der Referent, Stadt- verordneter Kreitling, besürwortete die Ablehnung, indem er auf grund eines alten Kommunalbeschlusses annimmt, daß alle Erfordernisse für die Wahlberechtigung am Tage der Listen- auslegung vorhanden sein müssen. Sladtv. Singer widersprach dieser Anschauung sehr energisch, indem er aussührte, daß der Wahltag allein dafür entscheidend sei, od die Dauer des Aufent- Halts in der Gemeinde ausreiche. Zum Beweise für die Richtigkeit dieser Ansicht berief sich Singer auf die Praxis des Abgeordnetenhauses, welches schon im Jahre 1373 diese Frage in seinem Sinne entschiede» habe. Damals wurde gelegentlich einer Wahlprüfung im Abgeordnelenhause der Grundsatz aufgestellt, daß für die Anfertigung der Urwahllisten maßgebend sein muß: „ob der Urwähler zur Zeit, wenn die Wahl der Wahlmänner bewirkt werden soll, bereits in der betr. Gemeinde 6 Monate(bei den Kounnunalwahlen 1 Jahr) hindurch seinen Wohnsitz oder Aufenthalt gehabt hat." „Trifft dieser Umstand zu, so ist der Name des Urwählers in die Liste einzutragen, wenn auch zur Zeit der Aufstellung derselben die sechsmonatliche Frist noch nicht abgelaufen sein sollte." (Bericht der Wahlprüfungs-Kommission des Abgeordneten- HauseS vom 23. Noveniber 1877, Aktenstück 84 B.) Diesen» Bericht der Kommission trat das Abgeordnetenhans am 2S. Januar 1373 bei. Trotz dieses unwiderleglichen Beweises trat der Ausschuß dem Antrage des Referenten bei, nachdem der Magistralsvertreter Sladtrath Böhm und namentlich der Stadtv. Spinola in längeren Ausführungen die Einger'schen Darlegungen damit zu entkräfte» versucht hatten, daß an Kommunal- wählen ein anderer Maßstab gelegt»verde» müsse als an Landtagsivahlen. Wahrlich, das hat sich das preußische Abgeordnetenhaus, diese Mnsterstätte jeder Wahl» Ein- schränkung, nicht träumen lassen, daß freisinnige Vertreter der Stadt Berlin ihm, dem Abgeordnetenhaus, in engherzig-büreaukratisch- reaktionärer Auslegung des Wahlgesetzes weit iveit über sind. Ein weiterer, ungemein charakteristischer Beweis dafür, waS heutzutage das freisinnige Bürgerthum alles fertig bringt, liefert der Beschluß des Ausschusses über diejenigen Einsprüche, deren Verfasser die Aufnahme in die Wählerliste verlangten, weil sie zwischen der Zeit der Listeumislegung und dein Wahltermin das vierundzwanzigste Lebensjahr vollenden und damit wahlberechtigt werde». Der Referent Stadtv. Singer beantragte die Eintragung der Petenten in die Wählerliste, indem er ausführte, daß nur der Wahltag maßgebend erachtet werden könne für die Be- urtheilung der Frage, ob jemand wahlmündig sei oder nicht. In der Städteordnung sei mit keinem Wort davon die Rede, daß die Listenauslegung hierfür etwa entscheidend sei. und auch hier spreche die Praxis der gesetzgebende» Körperschaften für seine Anschauung. Zum Beweis hierfür bezog sich Singer aus den Be- richt der Wahlkommission des Reichstages vom 19. März 1897 Drucksache 723, worin eine Beschwerde darüber, daß 21 Personen, die bei Abschluß der Listen nicht daS 25. Lebensjahr erreicht hatten, an der Wahl theilgenomme» haben, als unbegründet zurückgewiesen wird. Zur Entscheidung dieser Frage war ein Kommissar der Re- gierung erbeten, der folgende Erklärung abgab. „Die Frage, zu welcher Zeit der Wähler daS im§ 1 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869(B.-G.-Bl. S. 145) vorgeschriebene 26. Lebensjahr zurückgelegt haben müsse, ob bereits zur Zeit der Auflegung der Wählerlisten oder erst am Wahltage, hat die Reichsverwallung bereits im Jahre 1387 beschäftigt.— Die Reichsvenvaltungist damals im E i n v e r st ä n d- niß mit dem königlich preußischen Herrn Minister des Innern von der Auffassung ausgegangen, daß jeder, welcher bis zum Wahltage das zur Wahl berechtigende Alter erreicht, Anspruch daraus habe, in die Liften aufgenommen zu werden. Dieser Auffassung steht auch die Autorität Laband's zur Seite, welcher im I. Band seines Staatsrechts des Deutschen Reichs, 3. Aufl. S. 284 Note 2 bemerkt, daß Personen, welche das 25. Lebensjahr in den Tagen zwischen der Auslegung der Listen und dem Wahltennin zurücklegen, die nachträgliche Eintragung verlangen können." Die Kommission beantragte einstimmig die Wahl für giltig zu erklären. Der Reichstag trat ebenso einstimmig diesem Votum bei, während sonst, da die Majorität eine sehr geringe war, die Wahl bei Abrechnung dieser 21 Stimmen nngiltig gewesen wäre. Die Fortschrittler im Ausschuß der Berliner Stadtverordneten-Versannn- lung. jedoch mitl Ausnahme deS Etadtv. Kreitling, lehnten den Einger'schen Antrag lustig ab und alle Mahnungen, nicht engherziger zu sein als Reichstag und Abgeordnetenhaus, prallten ab an dem ehernen Schild liberaler UeberzengungStreue. die zwar nicht aus- gesprochen, aber deutlich erkennbar, bei Gemeindewahlen bemüht ist, den Arbeitern nach Möglichkeit das Wahlrecht einzuschränken, in der Hoffnung, dadurch dem Liberalismus die Mandate der dritten Abtheilung zu retten. I» der nächsten Woche wird das Plenum über die Ausschußanträge entscheiden. Viel Hoffnung auf einen anderweiten Ausgang haben wir nicht. Daß aber eine freisinnige Versammlung, statt das Wahlrecht im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, nach Möglichkeit allen Wahlberechtigten zu gewähre», im Gegentheil ver- möge erkünstelter und durchaus unhaltbarer juristischer Jnter- pretationen den Steuerzahlern das Wahlrecht einschränkt— das ist ein Sporn mehr für die Arbeiterklasse— und nur um Ar- bciter handelt eS sich in all diesen Fällen—. bei den nächsten Ergänzungswahlen alles aufzubieten, recht viel Mandate zu erobern, um dieser Sorte von Liberalismus und Freisinn, soiveit möglich, den Garaus zu machen. Dann hat auch dieser„liberale" Ausschuß im Rothen HauS nicht umsonst gearbeitet.' Den Bürgern jedoch, bereu Aufprüche höchstwahrscheinlich zurückgeiviesen werden, können wir nur de» Rath geben, gegen die Stadtverordneten-Versammlung beim Bezirksausschuß klagbar zu werden, damit diese wichtige prinzipielle Frage endgiltig im Verwaltungsstreitverfahren zur Entscheidung gebracht wird. Uoksle-s- Die Parteigeuossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß am 26. August in allen Berliner Wahlkreisen P a r t e i- V e r« fammlungen stattfinden, in welchen die Wahl der Delegirten. zur BrandenburgerKonferenz vollzogen wird. Preßkommissio». Die Adressen der Mitglieder der Preß» kommisston sind: Für den l. Wahlkreis: §erm. Soyka, Köpnickerstr. 176, Hof I. o h. Timm, Annenstr. 33, IV. Für den 2. Wahlkreis: C. Koblenzer, Muskauerstr. 26, vorn IV. H. Knüpfer, Schöneberg, Goltzstr. 17, Quergebäude IV, Für den 3. Wahlkreis: Franz Hoch, Admiralstr. 7, vorn IV. August Pohl. Skalitzerstr. 118, vorn IN. Für de» 4. Wahlkreis: (Für den Osten): W. S ch u l z, Weidenweg v, HI. (Für den Südosten): Paul Hoffmann, Oppelnerstr. 21, V.U. Für den 5. Wahlkreis: z LeopoldLiepmann, Linienstr. 25, II. Adolf Roth, Schönhauser Allee 2, rechter Seitenfl. IV. Für den 6. Wahlkreis: Karl Helbig, Usedomstr. 9. Hvrm. Dornbusch. Pasewalkerstr. 3. Für Teltow- Beeskow: G. Thomas, Rixdorf, Bergstr. 161. G. F. Schneider, Steglitz, Schützenstr. 16. Für Nieder-Barnim: I. M a l i n o w s k y, Berlin, Reinickendorferstr. 39, 2. Aufgang. W. Heyselder, Friedrichshagen, Ahorn-Allee 31. An die Vorgenannten sind sämmtliche Beschwerden den lokalen Theil des„Vorwärts" betreffend, zu richten. Die Sitzungen finden an jedem auf den Ersten des Monats folgenden Donnerstag statt. Zur VerkchrSfrage wird offiziös etwas dunkel berichtet: Wie) bereits früher gemeldet worden, ist bei der städtischen Verkehrs- Deputation zur Zeit ei» Plan in Ausarbeitung, welcher die Straßen- bahnlinie» in Berlin behandeln soll. Die Ausstellung dieses Planes erfolgt ganz unabhängig von den zur Zeit vorliegenden zahlreichen � Slraßenbahnprojekte». Die Ausführung desselben dürfte in nächster Zukunft erfolgen. Sobald dieser Plan zum Gegenstande einer öffent- 1 lichen Ausschreibung gemacht sein wird, werde derselbe wohl die ewigen Beschwerden über das Monopol der Großen BerlinerPferde-Eisenbahn- Aktiengesellschaft aus der Welt schassen, und jedem Unter« nehmer die Möglichkeit geben, ein Konkurrenz- Unternehmen der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn-Gcsellschaft gegenüber zu begründe». Auch vom Standpunkte der städtischen Verwaltung er- scheint ein solches Verfahren als zweckmäßig, da dieselbe in diesem Falle im großen und ganzen es nur mit zwei Straßenbahn-Unter- nehmungen zu thu» haben würde, nämlich mit der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschast und den neu entstehenden Konkurrenz- Unternehmungen. Natürlich blieben die Projekte deS Eisenbahn- Bauunternehmers Bachstein und der Grunderwerb- und Baugesellschaft, welche sür die Anlage ihrer Bahnen nur einen geringen Theil des städtischen Weichbildes in Anspruch nehmen, unberührt, denen ist nur daran gelegen. ihre hauptsächlich für die Vororte bestiimrteu Bahne» in das Weichbild von Berlin hineinzuführen. Eine elektrische Kraftstation beabsichtigt die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft, die schon auf ihrem Bahnhofe in der Waldenserstraße in Moabit Einrichtungen für den elektrischen Betrieb getroffen hat, aus dem Gesundbrunnen zu errichten. Zu diesem Zwecke hat die Pferdebahn-Gesevschaft zu ihrem schon ausgedehnten Grundbesitz noch daS große Grundstück Uferstr. 7 von den Leweß'schen Erben gekauft. Das Grundstück, auf dem sich seit einiger Zeit eine Budenstadt im Stile der Dresdener Vogelwiese befindet, muß zum 31. d. M. geräumt sein. Der Generalpächler, Restaurateur Körner, verlangt, weil er noch einen auf 7 Jahre lautenden Pachtvertrag l hat, 40 600 Mark Abstand, die indeß niemand zahlen' will, so daß es hierüber vielleicht noch zur Klage komme» I dürste. Mit dem Bau soll schon am 1. September dieses JahreS' begonnen werden; man will die Arbeit so beschleunigen, daß der elektrische Betrieb auf der Pferdebahnlinie„Kreuzberg-Gesund- brunnen" schon im nächsten Jahre eingeführt werden kann. Vom proletarischen Uebermuth erhält man wieder einmal ein einleuchtendes Exempel auS einer HnndstagSnotiz, die zuerst im „Konfektionär" aufgetischt worden ist und nun in allem Ernst von einer stattlichen Anzahl hiesiger Blätter nachgedruckt wird. Sie lautet: „Was die Berliner Schneiderinnen verdienen, beweist die dem„Kons." als verbürgt mitgctheilt« Thatsache, daß eine erst« hiesige Schneiderin, zu deren Kundschaft hauptsächlich die besseren bürgerliche» Kreise zähle», bei der Einschätzung ihr Einkomme» für das vorige Jahr auf 143 000 M. angegeben hat. DaS be» treffende Geschäft soll einen Umsatz von 600 000 M. machen. Die Inhaberin war noch vor 17 Jahren Verkäuferin in einem hiesigen Konfektionshause, vor 11 Jahren hat sie ein kleines Geschäft angefangen, welches sich seitdem immer mehr und mehr vergrößerte und heute zu den erste» der Branche zählt." Man kann so recht die volkswirthschaftliche Schädigung er« messen, welche die Arbeiter und Arbeiterinnen sich durch Ausstände fufügen, wenn man bedenkt, daß die Schneiderinnen mit einem olche» Millionärseinkommen sich im vorigen Jahre zu streiken unterfingen, um einen Wochenverdienst von annähernd zehn Mark zu erzielen. Müssen die bürgerlichen Blätter, die damals mit dem Konfektionsstreik sympathisirt haben, sich nicht schwere Vorwürfe wegen der Unterstützung solchen Frevels machen? Die Gesellschaft für den Bau von Untergrundbahnen hat am 1. August er. wieder mit den Bauarbeiten am Spreetunnel zwischen Stralau und Treptow begonnen, nachdem die Arbeiten seit etwa B/* Jahren geruht haben. Es ist nunmehr die begründete Aussicht vorhanden, daß der Tunnel in nicht zu langer Zeit fertig» gestellt werden wird. i Die fromme„Krenz-Zeitnng" fühlt sich betreten, weil der hiesige Verein für F e u e r b e st a l t u n g eine Propagandaschrift herausgegeben hat, in welcher die Gegnerschaft der Kirche gegen die Bestattungsform der Zukunft unter anderem auf den Umstand zurück» geführt wird, daß sie in der Leichenverbrennung eine Schmälerung ihrer Einnahmequellen erblickt. Einen solchen„Ausfall" nennt die „Kreuz-Zeitung" unwahr und frivol. Es wäre schön gewesen, wenn das Blatt, dem eZ, nebenbei bemerkt, bei der Feuerbestattung nur auf das wie ankommt, und das für Verbrennung auf mittelalterlichen Scheiterhaufen fast noch inniger schwärmt als für Scheiterhaufenbriefe, mit einigen stichhaltigen Gründen dargelegt hätte, daß die evangelische Kirche in Preußen sich von ihren verschiedenen Schwestern vortheilhaft unterscheidet. Im allgemeinen wird die Vertheidigung gegen das Argument, daß da? himmlische Manna allein zur Sättigung der Stöcker und anderer Kirchendiener nicht ausreicht, als ein mißliches Ding angeschen, und so hat denn das bekannte Wort Goethe's von dem guten Magen den Arzt zu fonfultiren, fo fei boch anzunehnten, daß sie im ugenblick der Entlaffung noch arbeitsunfähig gewesen fet. Das genüge aber, ihre Entlaffung zu rechtfertigen, denn nach§ 123 der Gewerbe- Ordnung könnten Arbeiter und Arbeiterinnen vor Ablauf der vertragsmäßigen Frift und ohne Auffündigung entlassen werden, wenn sie aur Fortfegung der Arbeit unfähig sind. ebenso wenig Widerspruch erfahren, wie die Ansicht unseres Rarl einem zwölfjährigen Mädchen in Berkehr gestanden zu haben. Der Mary, baß die englische Hochkirche eher auf ihre sämmtlichen Vorgang ist erst jetzt durch die Erkrankung des Kindes bekannt ge39 Glaubensartitel als auf ein Neununddreißigstel ihres Ein worden. tommens verzichten werde. Die Kreuz- Zeitung" wird hoffentlich Aus einem Fenster im zweiten Stock der Oberfeuerwerkerrecht balb ben Leichenverbrennern wie dem übrigen Publitum an taferne ift der Feldartillerist Strause nachts auf den Hof hinab. unterschieblichen Beispielen überzeugend nachweisen, daß wenigstens gestürzt, wo ihn die Kasernenwache schwer verlegt liegen fand, die evangelische Kirche hier zu Lande aus idealerem Holze geschnigt rause, der zum Herbst als Reservist entlassen werden sollte, ist ift, als anderswo. feinen Verlegungen erlegen. Der traurige Vorfall soll auf eine Un- Vereinbarungen neben der Arbeitsordnung find zulässig. Die traurige Lage, in die verschiedene frühere städtische vorsichtigkeit des Berunglückten zurückzuführen sein. Der Bosamentirer N. verlangte von seinem ehemaligen Arbeitgeber Silfsarbeiter gerathen find, ist kürzlich im Ortsverein Berliner Eine räthselhafte Vergiftungsaffäre beschäftigt seit einigen eine obnentschädigung, weil er einige Wochen die Arbeit hatte aus. Gemeindebeamten zur Sprache gekommen. Es wurden folgende Fälle Tagen die Kriminalpolizei. Am vergangenen Montag erkrankte setzen müssen und dann entlassen worden war. Er glaubte einen Anerwähnt: 1. Der Bureau Hilfsarbeiter Rohde, der 8 Jahre im plößlich nach dem Genuß von Kaffee die bei dem Flaschenhändler spruch für die Zeit zu baben, wo er ausgesetzt hatte. Unter städtischen Bureau beschäftigt war und infolge der in dem fast voll- Richard Sarrach, Große Hamburgerstr. 20, bedienstete Martha Fischer anderem machte er noch geltend, daß ihm überhaupt die vierzehn ständig dunkelen Arbeitsraum angebrachten, beständig brennenden unter Bergiftungserscheinungen. Nachdem das Mädchen das Getränk tägige Ründigungsfrist zugestanden habe. Nach der Fabrikordmung sei Gasflammen er blindete, ist vom Magistrat ohne weiteres wieder von sich gegeben, erholte es sich schnell wieder. Auf dem sie beim Beklagten in Geltung gewefen. Es wurde ihm ein Buch vorgelegt, ohne Pension entlassen worden. Der unglückliche Manu be- Grunde der Tasse wurde sogenannter Mäufeweizen, b. b. vergiftetes worin er sich schriftlich mit dem Kündigungsausschluß einverstanden findet sich zur Zeit in einem Krankenhause, während seine Korn, vorgefunden. Der Verdacht der Thäterschaft richtete sich gegen erklärt hat. Demgegenüber berief er sich auf die Arbeitsordnung; durch die fortwährenden Gemüthsbewegungen und die herein- ein anderes Mädchen, das verhaftet wurde, jedoch wieder auf freien sie allein wäre maßgebend. Die Kammer II des Gewerbegerichts gebrochene Noth inzwischen wahnsinnig gewordene Frau Fuß gefeßt werden mußte. 219 unter dem Vorsitz des Assessors v. Schulz wies seine Klage als uns im Irrenhause zu Herzberge untergebracht ist. 2. Ebenso traurig ist Nach dem numäßigen Genuß von Kirschen ist ein 18jähriges begründet zurück. Der Kündigungsausschluß fet im Einzelfalle zudie Lage des früheren Bureau- Hilfsarbeiters Tuckart, der nach Mädchen, Tochter der Wittwe Waaner, Rüderstr. 5 gestorben. Das affig, auch wenn im allgemeinen nach der Arbeitsordnung die 15jähriger Dienstzeit abgeschoben wurde. Der gänzlich mittellose Kind hat die Kirschen, etwa zwei Pfund, mit den Kernen gegeffen vierzehntägige Frist in kraft sei. Was das Aussehen betreffe, so Mann ist vor kurzem nach Vornahme einer schwierigen Operation und wurde, als sich Schmerzen einstellten, nach dem Jüdischen habe sich Kläger stillschweigend damit einverstanden erklärt. Einen ungeheilt aus dem Krankenhause entlassen worden, während Krankenhause in der Auguststraße geschafft, wo sofort eine Operation Anspruch hätte er sich nur sichern können, wenn er nicht dazu milldie aller Mittel entblößte sehr schwächliche Frau sich vergeblich vorgenommen wurde. Dem Magen wurden fast ein Pfund Kirsch gefchwiegen, sondern dagegen protestirt hätte. Die spätere Entbemüht, durch Fabrikarbeit den nothwendigsten Unterhalt für die ferne entnommen. Trotz aller Pflege ist das Mädchen zwei Tage( assung werde durch den Kündigungsausschluß gerechtfertigt. unglückliche Familie zu erschwingen. Die öffentliche Mildthätigkeit nach der Operation gestorben. soll jetzt für diese Unglücklichen in Anspruch genommen werden! " Zu wenig Stipendiaten. Es wird berichtet: Das FriedrichWerdersche Gymnasium in der Dorotheenstraße zählt nach der im Januar d. J. veröffentlichten Frequenzzahlen der elf städtischen Gymnasien in seiner Hauptanstalt, ohne Vorschule, nur 383 Schüler, während andere gleiche Anstalten in ihren Hauptanstalten bis zu 557 Schüler haben. Wie wir nun vernehmen, soll gerade dies Gymnasium mit namhaften Stipendien reich bedacht sein, tann aber gagnst Zengen gesucht. Die Personen, welche am 7. Juli Beugen des Streitfalles waren, der sich auf dem Bahnhofe Wedding zwischen Bahnbeamten und Fahrgäften abgespielt hat, werden gebeten, sich bei Hering, Henningsdorferstr. 3, vorn part., zu melden. Wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem sehn jährigen Mädchen, wurde der Grenadier Bayer von der 3. Komp. des Kaiser Franz- Regiments verhaftet. Nobel. In der großen Berliner Kunstausstellung verlor gestern Saaldiener S., welcher die Tasche gefunden, gab dieselbe sofort im Bureau ab und wurde einige Stunden später für seine Ehrlichkeit von der Verliererin, welche hocherfreut über die Wiedererlangung ihres Eigenthums war, mit einer Mark belohnt. e morGerichts- Beifung. seit Jahren einen Theil der Zinsen seiner Stipendienkapitalien eine distinguirte Dame eine Tasche, die etwa 600 m. enthielt. Der bekundeten, daß sie an dem or Gericht zwei Zeugen auf, die ihrem Zwecke nicht zuführen, weil es an geeigneten Bewerbern fehlt. Hier könnte also begabten und fleißigen Schülern solcher Eltern, Die in nicht günstigen Vermögensverhältnissen sich befinden, der Weg zum Studium in nachhaltiger Weise gegeben werden." sadi Darob Moderne Prügelpädagogik und ihre Strafe! Einen überraschenden nahm die Verhandlung einer Anklage wegen fahrlässiger Körperverlegung, die gestern den Kandidaten des höheren Schulamtes Jeismann vor die Ferienſtraſkammer des Landgerichts I führte. Der Angeklagte, der an der 82. Gemeindeschule unterrichtete, scheint dem Schüler Beyer nicht sehr zugethan gewesen zu Striemen gesehen haben, die der Knabe auf Stockhiebe von seiten hinteren Körpertheile des Knaben des Angeklagten zurückführte. Als der Angeklagte am 18. Januar c. Unterricht ertheilte, drängte ein übermüthiger Schüler feinen Nach Striemen gesehen haben, die der Knabe auf Stockhiebe von seiten Gaben für die Ueberschwemmten. Die Vereinigung der bars zur Bank hinaus und der Schüler Beyer konnte sich Den Tod auf den Eisenbahnschienen suchte gestern Abend das Lachen über den Zwischenfall nicht verbeißen. Berliner Sanitätswachen ersucht uns um Beröffentlichung der kurz nach 9 Uhr eine junge Frau, die sich auf dem Schlesischen ergrimmte der Angeklagte und erließ, wie die vernommenen Schüler folgenden Zuschrift: Sämmtliche Berliner Sanitätswachen sind Bahnhofe vor die Maschine eines Buges warf. Sie erreichte ihre übereinstimmend bekundeten, an die Hintermänner des bereit, in der Zeit von 9-12 Uhr vormittags und 2-6 Uhr nach Absicht nicht, wurde aber furchtbar verstümmelt, indem die Räder Beyer die Aufforderung, diefem eine Obrfeige mittags Packete mit Kleidungsstücken für die durch Waffersnoth der Maschine ihr beide Beine abquetschten. Die Schwerverletzte au geben." Die Jungen ließen sich dies nicht zweimal sagen: Verunglückten in Empfang zu nehmen und für Weiterbeförderung wurde in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Ihrem Nu schlugen fünf der Mitschüler mit ihren Händen auf den an das Zentralfomitee zu sorgen. Persönlichkeit hat man noch nicht feststellen können. Ein kleiner Kopf des Beyer ein. Letzterer empfand unmittelbar darauf so Für die Eisenbahnzüge, welche das Ueberschwemmungs- Knabe, der sich in ihrer Begleitung befand und dem Waisen heftige Schmerzen im Ohr, daß er während der ganzen Untergebiet in Schlesien, Sachsen und Desterreich kreuzen, hat vielhause übergeben wurde, konnte darüber auch keine Auskunft richtsstunde bitterlich weinte. Die Schmerzen begleiteten ihn auch fach ein neuer Fahrplan aufgestellt werden müssen, welcher in den geben. Stationsbureaus der hiesigen Bahnhöfe eingesehen werden kann. An den meisten Stellen dürfte es gelingen, den alten Verkehr bald wieder aufzunehmen, da nur fortgespülte Bahndämme zu erneuern find. Nur die Strecke Bodenbach- Birna wird längere Zeit dem Vertehr entzogen bleiben müssen, da die eingerissene Bahnbrücke volltommen neu hergestellt werden muß. Mit welch' furchtbarer Wuth das Wasser in dieser Gegend getobt hat, zeigt am besten die That sache, daß zentnerschwere Quadersteine der eingestürzten Brücke bis zu 100 Meter weit von dem Bahndamin entfernt aufgefunden wurden, also von den Fluthen soweit fortgerissen sein müssen. Die Ehefrau des Kreis- Schulinspektors unerth ftel gestern Nachmittag vor dem Hause Frankfurter Allee 109 beim Abspringen von einem Pferdebahnwagen hin und erlitt außer einer Gehirn erschütterung eine schwere Quetschung der Brust, sowie einen Bruch beider Fußgelenke. Die Schwerverlette wurde durch einen Schußmann nach ihrer Wohnung geschafft, wo ste jedoch bald ihren Geist aufgab. Fenerbericht. In der Geldschrankfabrik von M. Fabian, Bad. straße 59, brach am 5. d., früh um 1 Uhr, aus noch nicht aufgeklärter Ursache Feuer aus, das vom 16. Buge aus der Pantstraße nach zweistündiger Thätigkeit gelöscht werden Tonnte. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. hd 8181 outd Aus den Nachbarorten. Elektrischer Betrieb auf der Wannseebahn? Nach an geblich zuverlässigen Erkundigungen einer Lofalforrespondens soll die Wannseebahn nun doch elektrischen Probebetrieb erhalten. Die Verhanblungen zwischen der königlichen Eisenbahndirektion Berlin und der Firma Siemens u. Halste waren allerdings nahe daran, völlig abgebrochen zu werden, weil im Ministerium der öffentlichen Ar- Nigdorf. Die Adresse der neugewählten Bertrauensperson beiten der an fich nicht ungerechtfertigte Wunsch rege geworden für Rigdorf ist: Frau Marie Quitt, Raiser Friedrichstr. 236, war, daß noch eine zweite Firma an den Versuchen 2. Eingang III. betheiligt werden möchte. Nachdem nun die Firma Siemens Nieder- Schönweide. Die Personen, welche am Sonntag Abend und Halste die Schwierigkeiten dargelegt hat, die ihr gegen 8 Uhr Beugen der Affäre waren, welche sich zwischen einem aus der Zulaffung eines zweiten Unternehmens erwachsen würden, Passagier und einigen Bahnbeamten abgespielt hat, werden ersucht, hat Minister Thielen angeordnet, daß die Verhandlungen mit sich bei Robert Zug, Münchebergerstr. 6, zu melden. früheren Festsetzungen fortgeführt werden sollen. Dies ist inzwischen geschehen, und so findet augenblicklich wieder zwischen der Eisen bahn- Direktion und der Firma S. u. H. ein lebhafter Gedanken austausch über die Einzelheiten der elektrischen Einrichtung statt. " ,, Geschwister Fiebig" verboten. verboten. Der Direktion bea Luifen- Theaters ging gestern folgendes Schreiben des Polizeipräsidenten zu:„ Der Direktion eröffne ich ergebenft, daß fich das zur Zensur vorgelegte Boltsstück: Geschwister Fiebig" von Wagner und Haßterl im Hinblick auf seinen zweiten Att nicht zur öffentlichen Aufführung im Luisen- Theater eignet. Ich unterfage diefelbe daher hiermit aus sittenpolizeilichen Gründen auf grund des§ 7 der Polizeiverordnung vom 10. Juli 1851. v. Wind heim." Was ist denn erschrecklich Ünfittliches in den Geschwistern Fiebig" enthalten? wenn er sein Der nach Hause, er mußte sich balbes Jahr lang trant gewesen. Der Arzt stellte the fig) ing Bett legen und ist fast ein eine Berplayung Des Trommelfells feft und es ent wickelte sich eine langwierige Dhrenkrankheit, deren Folgen sich noch heute bei dem Knaben bemerkbar machen. Der Angeklagte behauptete troß der völlig übereinstimmenden Aussagen der Schüler, daß er diese nicht aufgefordert habe, dem Beyer eine Ohrfeige zu geben", er will sie vielmehr nur ersucht haben, den B. zur Aufmerksamkeit" zu bringen. Dies sei um so mehr am Plate gewesen, als er schon vor Beginn der Stunde den Beyer bei einer Kagbalgerei mit anderen Schülern betroffen und ihm dafür einen Sieb mit dem Rohrstocke versetzt habe. Die Thatsache, daß Beyer in der Zwischenzeit nach Jungen- Art mit feinen Mitschülern sich ge balgt hatte, wurde zum Rettungsanter für den Angeklagten, wenn auch die betheiligten Schuler bekundeten, daß diese Balgerei ganz unbedeutender Art gewesen und daß Bayer dabei feinerlei 3eichen eines Schmerzes gegeben, dagegen nach den in der Unterrichtsstunde empfangenen Dhrfeigen fofort heftig ge weint babe. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten ber fahrlässigen Körperverlegung für schuldig, da er sich hätte sagen müssen, daß böfe Folgen entstehen können, Staatsanwalt beantragte troß alledem nur dreißig Mark Geld. Züchtigungsrecht an unverständige Knaben abtrat. ftrafe. Rechtsanwalt Sounenfeld, als Nebentläger, hielt diefe Ein Staudal. Uns wird berichtet: Gine männliche Reiche Strafe mit Rücksicht auf die entstandenen schweren Folgen und auf liegt feit mehreren Tagen am Ufer der Oberfpree etwa 300 Meter den Widerspruch, in den sich der Angeklagte zu den Aussagen feiner vom Neptunshain entfernt. Bereits am Sonntag erblickte man die Schüler gefest, für viel zu gering. Der Gerichtshof bezweifelte zeiche an der erwähnten Stelle; an diesem Zage war sie aber nicht, daß die Aufforderung des gehrers so gelautet, wie die Schüler wenigstens noch mit Kleidungsstücken versehen. Ausflügler, welche bekundeten, er erachtete aber den ursächlichen Zusammenhang zwischen aber, Obrenleiden des Knaben boch nicht für am Mittwoch Abend den Ort paffirten, fanden den Leichnam noch der Aufforderung und dem Obreuleiden des Knaben boch nicht für bort, doch hatte man inzwischen den Unfug begangen, ihm fämmt genirgend bargethan, ba Beyer nach der Behauptung eines Schülers liche Kleiber mit Ausnahme der Stiefel, abzuziehen, fodaß Frauen und auch bei der Balgerei in der Zwischenpause gepufft worden sei. Kinder sich an dem Anblick des nackten Körpers zu weiden hatten. Jufolgedeffen lautete das Urtheil nur auf 10 M. Geldstrafe. Ob Soweit der uns zugegangene Bericht. Nach genauerer Darstellung diefe Strafe" den Prügelpädagogen von ferneren Großthaten abs liegt der Fall ſo: 2m 27. Juli stürzte sich ber Schneidergefelle halten wird? Wilhelm Wade publ in felbfimörderischer Absicht von der einen der beiden Bandungsbrücken im Lokal Neptunshain ins Wasser, Das übermäßig schnelle Fahren der Poftwagen hat schon er fonnte nicht gerettet werden, da niemand zur stelle war. Am anderen häufig zu abfälligen Bemerkungen Veranlassung gegeben. Es sollte Tage entdeckten die Bediensteten des Lokals auf besagter Bandungs- dadurch auch ein Unglücksfall herbeigeführt sein, welcher dem Postillon brücke einen Sommerüberzieher, ein Jacket und einen Spazierstock. In Albert Kurth zur Laft gelegt wurde, der gestern vor der ersten Um die Konzeffion zu 14 nenen Fünfpfennig: Omnibus: den Taschen der gefundenen Kleidungsstücke fand man mehrere Papiere, Ferienftraftammer des Landgerichts I stand. Der Angeklagte fuhr linien ist die Omnibus- Gesellschaft Reform" beim Polizeipräsidium darunter einen Militärpaß, die auf den pp. Wadepubl lauteten. am 28. Februar d. J. mit einem zweispännigen Gepäckwagen in eingekommen. Der Gröffnung dieser neuen Zinien würde auch nichts Indeffen wurden Schritte zur Nachforschung nach dem Eigenthümer der Holzmarktstraße so schnell an einer Haltestelle der Pferdebahn im Wege stehen, wenn nicht neuerdings für die Fünfpfennig der fraglichen Sachen nicht vorgenommen, da man sich nicht recht vorbei, daß die Aussteigenden in Gefahr geriethen. Omnibusfe die leidige Schaffnerfrage aufgetaucht wäre. Beim Polizei flar war, was dies zu bedeuten hatte. Am Sonnabend, den 31. Juli, fiebenjährigen Mädchen wurden dabei durch den Wagen präsidium ist bekanntlich eine Denunziation eingelaufen, daß die sah man nun vor dem Lokal im Wasser eine männliche Leiche treiben des Angeklagten die Behen gequetscht. Der Beschuldigte gab Omnibusse mit einer größeren Anzahl von Personen belastet sind, und vermuthete nun, daß die gefundenen Sachen nebst Papiere von an, daß er den Postpacketwagen vom Lehrter Bahnhofe als zulässig ist, und daß dies eine Bevorzugung gegenüber anderen dem Selbstmörder herrührten. Die Leiche wurde nun, wie schon oben bis zum Schlesischen Bahnhofe zu führe. Diese weite Strecke müsse Gesellschaften bedeute. Jufolge dieser Denunziation verlangt jetzt angedeutet, ca. 800 Meter oberhalb des Lokales Neptunshain" ge- er in einer halben Stunde zurücklegen. Treffe er nicht die Polizeibehörde, daß jeder Wagen von einem Schaffner begleitet landet. Die Hinterbliebenen erfuhren den Todesfall, ihres An- pünktlich ein, so drohe ihm eine Geldstrafe, im fein foll. gehörigen erst am Mittwoch, den 4. August, und zwar Wiederholungsfalle fogar Entlassung. Daß er schnell fahren Reine Ueberfüllung der Spreedampfer? Polizeilich wird durch die Presse. Gin Bruder Bruder des des Selbstmörders müsse sei unter diesen Umständen unvermeidlich. Es sei vorgemeldet: Wiederholt find Klagen darüber durch die Presse ge- machte sich nun auf und rekognoszirte die Leiche. Am geschrieben, daß die Fahrgeschwindigkeit während des Vorüber. gangen, daß die auf der Oberspree verkehrenden Dampfer an ver- geftrigen Tage mittags um 2 Uhr überzeugten wir uns, daß fahrens an Haltestellen der Pferdebahn zu mäßigen sei und dies kehrsreichen Tagen derart mit Passagieren überfüllt wurden, daß die Leiche noch an derselben Stelle lag, wohin sie von den Be- habe er gethan. Er sei in einer Entfernung von anderthalb ein Unglücksfall zu befürchten sei. Infolge dessen haben in den diensteten des Lotals Neptunshain bereits am Sonnabend, den Metern an dem Pferdebahnwagen vorübergefahren und daß letzten Wochen Beamte der Schifffahrtspolizei mehrfach gählungen 81. Suli, hingeschafft war. Den Zustand der Leiche eingehend zu dies nicht übermäßig schnell geschehen fein fönne, gehe daraus der Fahrgäste auf den anscheinend sehr stark besetzten Dampfern beschreiben, unterlassen wir. Es soll genug damit gefagt sein, hervor, daß er mit seinem Wagen in gleicher Höhe mit dem Pferdevorgenommen. Hierbei wurde nun festgestellt, daß die Zahl der daß diefelbe fast schwarz ausfab, Kopf und Barthaare bereits bahnwagen hielt, nachdem man ihm zugerufen habe, daß ein Unglück zu befördernden Personen zurückblieb und demnach von einer Ueber. Würmern sich mit derselben beschäftigten. Nicht weit von der Hinterrade des Postwagens zu nahe gekommen sein. Durch die füllung nicht die Rede sein kann. In zwei Fällen fand die Zählung Stelle, wo die Leiche nothdürftig zugedeckt lag, tummelten sich junge Beweisaufnahme fonnten die Angaben des Angeklagten nicht widerin Gegenwart von Beschwerdeführern statt und ergab eine Be- Mädchen, auch einige Frauen, sowie Männer und Kinder im Wasser legt werden, so daß der Gerichtshof zu einem freisprechenden Er fehung der Dampfer mit 200 bezw. 230 Personen bei einer höchsten und auf dem Rasen. Wir werfen nun hierbei die Frage auf: Ist es fenntniß fam. zulässigen Bahl von 280 Personen für jedes der beiden Fahrzeuge. verwunderlich, wenn aus Anlaß solcher Borkommnisse plöglich Krankheiten entstehen, deren Ursprung niemand enträthseln kann? Recht tragisch ist ein Unglücksfall, burch welchen vorgeftern Nach Man bente hierbei an die den Beichnam aufsuchenden Insekten! Und mittag in der Frankfurter Allee die Frau des Kaufmanns Liepmann Tebensgefährlich verlegt wurde. Der Kaufmann 2. befindet sich in einem weitens fragen wir noch: Wer trägt die Verantwortung für dies hochgradig nervösen Zustande, der einen derartig gefährlichen Charakter skandalöse Borkommniß? annahm, daß vor furgem feine Ueberführung nach einer Wasserheilanstalt " Einem Fahrgäste ftets erheblich hinter der vorgeschriebenen Höchstzahl der vollständig verloren hatte und daß tausende von Insekten und kriechenden geschehen sei. Das Kind nahe gekommen fein. Durch die millora Glühlicht- Mythologie. Ein Vergehen gegen das Waaren. zeichen- Gefeß führte gestern die Inhaber einer Glasfabrit, die Fabris fanten Adolf Hirsch und Karl Janta, fowie deren Berliner Vertreter, den Kaufmann May Rofenthal vor die zweite Ferienftrafkammer beg Landgerichts I. Der Fabrikant Dr. Dito Scholl in Jena erzeugt eine Sorte Glühlicht- Zylinder, der er den Namen Jena" beigelegt erforderlich wurde. Inzwischen verwaltete Frau 2. das Geschäft ihres Soziale Rechtspflege.e hat. Bald darauf famen ähnliche, aber zweitheilige Bylinder durch die Angeklagten in den Handel. Dieser Marte war die BeMannes, worin sie durch ihre beiden Kinder im Alter von 8-10 Jahren unterstützt wurde. Gestern wollte Frau 2. einen geschäftlichen Aus. Blätterin R., die bei der Modiftin Saffe in Stellung war, tlagte daß dies geschehen sei, um das Bublikum irre zu führen und es in Krankheit als Grund zur fofortigen Entlaffung. Die zeichnung" Jana" beigelegt worden und Dr. Schotte behauptet, gang machen und benutzte einen Pferdebahnwagen der Linie Dönhoffsplay- Lichtenberg. Als sie gegen 4 Uhr nachmittags in der gegen diese beim Gewerbegericht mit dem Antrage, fie zu einer den Glauben zu verfegen, es erhalte ein Erzeugniß aus der Fabrik Frankfurter Allee am Gubener Play die Tramway verließ, fam fie ohnentschädigung zu verurtheilen. Sie machte geltenb, fie sei ohne in Jena. Die Beschuldigten bestritten diese Absicht. Ihre Zylinder zu Fall. In demselben Moment faufte eine Droschfe erfter Klaffe Klägerin entlaffen zu haben. Die Rammer I nahm indeß auf wechselung faum möglich sei, zumal die Abnehmer sämmtlich WiederGrund plöglich entlassen worden. Die Beklagte beftritt, die feien so sehr verschieden von denen des Dr. Schotte, daß eine Vers an dem Pferdebahnwagen vorbei, deren Räder über Hals und Brust Klägerin entlaffen zu haben. ber Frau 2. hinweggingen. Die Nermite erlitt hierbei so schwere grund der Verhandlung an, daß die Entlaffung thatsächlich erfolgt verkäufer und Fachleute feien. Als es sich darum handelte, fei; Klägerin wurde aber dennoch mit ihrem Anspruche einen Namen für den neuen Zylinder zu schaffen, hätten sie innere Verlegungen, daß sie nach dem Krankenhause Friedrichshain abgewiefen. Der Gerichtshof hatte nämlich festgestellt, daß Meyer's Lexikon zu Rathe gezogen. In der Regel wähle man gebracht werden mußte, woselbst die Verunglückte hoffnungslos darniederliegt. Die beiden in so trauriger Weise ihrer Eltern beraubte Fräulein R. die letzten anderthalb Tage vor der Ent einen mythologischen Stamen, der auf irgend eine lichttspendende laffung Frankheitshalber von der Arbeitsstätte fortgeblieben Persönlichkeit hindeute, wie Helios, Sixtus" u. f. w. Rinder haben Unterkunft bei Berwandten gefunden. war und wenige Minuten vor der Entlaffung sich ihr Krantenkaffen. Bylinder aus zwei Theilen bestehe, so habe man zunächst an Janus" Da der Sittenvergehen. Aufsehen verursachte im Stadttheil Moabit buch gefordert hatte, um zum Arzt zu gehen. Sierauf ftühte das gedacht und diesen Namen im Lexikon aufgefchlagen. Ster habe bie vorgestern erfolgte Verhaftung des Kaufmanns Lehmann, eines Gericht sein Urtheil. Der Borsigende Hellwig führte aus: Hätte man gefunden, daß Janus eine Frau namens Jana gehabt, eine schweren Sittlichkeitsvergehens wegen. 2. wird beschuldigt, mit auch die Klägerin am Entlassungstage nur die Absicht kundgegeben, Göttin, die von den Römern verehrt worden sei, wie Luna. Diese Auseinandersetzung wurde vom Gerichtshofe mit verhaltener Branche 8 männl., 6 weibl.; diverse Branchen 16 männl. und tags 50 Bf.- Borftg's Garten mit warmenbaus, Alt. Moabit 85/86. Deffentliche Befehalle ber Deutschen Heiterkeit entgegengenommen. Der Staatsanwalt war der An- 8 weibl. Personen; zusammen 88 männliche und 120 weibliche Geselligaft für Ethische Kultur, Neue Schönhauferstr. 18. Unentficht, daß die Angeklagten die Herstammung und angebliche Personen. Außerdem wurden zur Aushilfe bis zu 1 Tag 236 männ- geltlich geöffnet am Werktag abends von 6 bis 10 Uhr, Sonntag 9½- 1 vormt., Bedeutung bes Namens" Jana" erft nach Buftellung liche Personen, bis zu 3 Zagen 8 männl. Personen und desgleichen 5-10 abends. Städtische Besehalle, Mohrenstr. 41, geöffnet Wochen der Anklage zu ihrer Entlastung entdeckt" hätten. Den An- 3 veibl. Personen verlangt. Eingestellt wurden: Buch bin berei tags abends von 6-9 Uhr und Sonntags von 11 bis a Uhr. geschuldigten Jante halte er nicht für betheiligt, weil dieser fich nur 45 männl., 57 weibl.; Leder und Papier Galanterie mit der Leitung des technischen Betriebes befaßt habe, gegen Hirsch 1 männl., 2 weibl.; Karton Branche 1 männl; Quxus. beantrage er 150 und gegen Rosenthal, den er für die Seele der papier Branche 2 männl., 5 weibl.; diverse Branchen 5 männl., begangenen Nachahmung halte, 800 M. Geldstrafe. Der Ber- 2 weibl.; susammen 64 männi. und, 66 weibl. Bersonen. Weitere theidiger stellte den Antrag auf Ladung eines gerichtlichen Sachverständigen und der Gerichtshof glaubte diesen Antrag nicht ab. lehnen au follen, sondern vertagte die Verhandlung. " .92081 Briefkasten der Redaktion. e Die juristische Sprechfinnde findet während der Gerichts. ferien am Dienstag und Freitag Abenb von 6-7 Uhr statt. G. Wizorowski. Der Vorsitzende des Berliner Zweigvereins der Grifeure 2c. ist: C. Ludwig, Reichenbergerstr. 177. Lemmar Paris. Nach unseren Informationen ist Ihnen des entF. 2. 200. Königsberg i. Pr. F. L., Invalidenstraße. Sommer 1893 wegen Vertrauensbruches. Rich. Lip. Wir lehnen dankend ab, weil wir über diesen Fall durch Wolff genügend informirt werden. ihres Meisters gratuliren" gingen, um sich den üblichen Neujahrs Admiralfir. 40a; Neul, Barntmstr. 42; Babiel, Rosenthalerstr. 57; Gleinert innerhalb der ersten drei Tage des auf den Zuschlag folgenden Quartals Der falsche Gratulant. Eine unangenehme Ueberraschung wurde den Lehrlingen des Schornsteinfegermeisters Richter in Rigdorf zu theil, als sie am legten Neujahrstage bei den Kunden Obolus zu holen. Vor ihnen war an vielen Stellen schon ein anderer Schornsteinfeger gewesen und hatte die Neujahrsgelder in Empfang genommen. Schließlich wurde in dem Schornfteinfeger Edmund Jäni chen der falsche Gratulant ermittelt. Das Rigdorfer Schöffengericht verurtheilte in seiner legten Sigung den Angeklagten Jänichen wegen Betrugs zu 10 M. Geldstrafe event. 2: Tagen Gefängniß. 1900.. Einstellungen bis zu 1 Tag 250 männl. Personen und bis 3 Tagen 7 männl., fowie i weibl. Person. Von den eingelaufenen Stellen waren 9 von außerhalb gemeldet; ferner 2 Stellen vom Ausland wie Eine Beleidigung and kirchlichem Intereffe" führte gestern Dänemark und Holland. Von den ersteren 9 Stellen wurde nur der Bautechniker Behnte vor die Privatflage- Abtheilung des befeßt; die übrigen betrafen nur Spezialarbeiter, die schwer zu fchiedensten abzurathen, Arbeit in Paris zu suchen. Alle Bau- und ver hiesigen Schöffengerichts. Privatklägerin war die Hausbefizerin haben sind; zum theil war auch die schlechte Entlohnung mit schuld, wandten Fächer find mit Arbeitern in Paris so überfüllt, daß Ihre Reiſe Frl. Hausfelder, die der apostolischen Gemeinde angehört hatte, aber wodurch sich erklärt, daß viele Stellen nach außerhalb unbesetzt mir zur Bermehrung der dort ohnebies übergroßen Arbeitslosigkeit dienen aus derfelben ausgeschieden war. Bei Frl. Hausfelder wohnt ber blieben; dasselbe trifft auch vielfach für Berlin zu. Der Bericht der würde. Schuhmacher Lorenz, der gleichfalls der apostolischen Gemeinde an- Bibliotheks- Rommission wurde wegen Neutatalogifirung der Bibliothet gehörte und derfelben diente", d. h. ein Kirchenamt bekleidete. Er vertagt. trat aus, als ihm das Kirchenamt genommen wurde. Um ihn Die Filiale Berlin I des Verbandes der in Holzbearbeitung: wieder für den Kirchenbesuch zu gewinnen, erhielt er Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter erledigte R. P. Jm Vorortsverkehr nicht. In Barbiergeschäften dürfen Sie wiederholt den Besuch des Angeklagten, der die Obliegen- in ihrer letzten Versammlung zunächst die Abrechnung vom 2. Quarral diese Ihre Fabritate anbieten, ohne einen Wandergewerbeschein zu lösen. heiten eines Diakons in der apostolischen Gemeinde ver- 1897. Dieselbe wies eine Einnahme inkl. Bestand vom 1. Quartal H. S. Krufte und Krume sind beim Brot in gleicher Weise nahrhaft; sieht. Diefer strengte feine Beredsamkeit an, um den Abtrünnigen von 637,85 M. und eine Ausgabe von 307,80 m. auf. Mithin bleibt der Nahrgehalt des Brotes besteht hauptsächlich in Wasser und Stärke. wieber herumzukriegen und foll dabei wiederholt ihm nahe gelegt ein Bestand von 380,05 W. Die Dampferpartie batte eine Einnahme Beim Baden wird der Oberfläche mehr Waffer entzogen, als dem Innern, haben, daß er zunächst ausziehen müsse, wenn er wieder dienen" von 513,85 M. und eine Ausgabe von 468,15 M., bleibt mithin ein wodurch die Umwandlung der Stärke in Dextrin begünstigt ist; doch ist wolle, da das Haus, in welchem er wohne, entehrt, unanständig Ueberschuß von 45,70 M. Hierauf hielt Genosse A. Hoffmann einen dieses ebenso nahrhaft, als die Stärke, und die zur Ernährung nöthige und entheiligt" fei. Herr Lorenz hat schließlich, wie er dem Gerichts interessanten Vortrag über Recht und Gesetz". Bum Schluß seines Wassermenge tann man ja stets leicht erhalten. hofe bekundete, dem unbequemen Kirchenwerber die Thür gewiesen Vortrags forderte der Referent alle Anwesenden auf, sich mit ganzer.. Leipzig. 1. Eine empfehlenswerthe Geschichte des 19. Jahrs und seiner Wirthin von der beleidigenden Charakteristit ihres Hauses Kraft an den Organisationen zu betheiligen, denn nur durch die- hunderts tennen wir nicht, am ehesten können wir Ihnen die nicht kastrirte Ausgabe( es giebt auch eine kastrirte) von Bulle's Geschichte des 19. JahrMittheilung gemacht. Diese hatte das Gefühl, als ob nur der selben könne der Arbeiter feine Lage verbessern. Gine Diskussion hunderts und die groß angelegte Geschichte des 19. Jahrhunderts von ProAerger über ihren Austritt eine Erklärung für das Vorgehen des fand nicht statt. Nachdem der Vorsitzende die Abrechnung des feffor Stern( 8ürich), von der erst ein Band vorliegt, empfehlen. 2. Marx Angeklagten sein tönne und sie ftrengte deshalb die Privattlage an. Hauptvorstandes verlesen, wurde Kollege G. Hoffmann in die und Engels Kommunistisches Manifest; Engels, Entwickelung des Sozialismus Der Angeklagte leugnete, die betreffenden Ausdrücke gebraucht zu Arbeitsnachweis- Kommission gewählt. Ferner wurden dem Vertrauens- von der Utopie zur Wissenschaft; B. Fischer, die Marrsche Werththeorie; haben, da diese aber durch das Lorenz'sche Ehepaar eidlich bezeugt mann 150 M. überwiesen. Kautsky, Karl Mary' ökonomische Lehren; Engels, Herrn Eugen Dühring's wurden, so verurtheilte der Gerichtshof den Angeklagten zu 25 M. greie Vereinigung der Händler und Händlerinnen Berlins und um- Mary, Das Kapital. Umwälzung der Wissenschaft; Mary, Kritik der politischen Oekonomie; Geldstrafe. gegend. Heute Abend 8 Uhr bei Hoppe, Ackerstr. 145: Mitglieder- Bersammlung. The Arbeiter- Bildungsschule. B. H. 1. Bis spätestens am 15. zum Erftett. 2. Ja. Die Bibliothet in der Norbschule, fiehenden Bücher sind umgehend Donnerstags abends von 9 bis wenden. Brunnenstr. 25, ift bis auf weiteres gefchloffen; bie noch aus: Abonnent. 1. Nein. 2. Sie müssen sich an die Polizeiverwaltungen M. 99. 1. Sie können Einhaltung des Vertrages verlangen. 10 Uhr zurückzulte fern. Mitgliedsbeiträge werden an diesem Tage in der Nord- 2. Nein. Der Ersteher ist aber berechtigt, den alten Vertrag bis spätestens fchule entgegengenommen, ebenso in folgenden Bahlstellen: Gottfr. Schulz, Wüllerir. za; paul wiüde, Manteuffeiftr. 128; 6. Röntgs, Dieffenbachstr. 30. zu fündigen. 3. Unverständlich. H. W. Wollinerstraße. Am 1. Januar Alle Buschriften sind an den Borfizenden Baul Müde jr., SO. ManH. K. Ohne Angabe, wo der letzte Wohnsitz des Verstorbenen teuffelstr. 128, Geldsendungen an den Kassirer H. Königs, S. Dieffenbachftr. 30, gewesen ist, lassen sich, wie wiederholt mitgetheilt, Erbschaftsfragen nicht be zu fenden. antworten, da es etwa 100 verschiedenartige Erbrechte in Deutschland giebt. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und der Umgegend. Bor- 2. B. 3. 1. Der Anspruch auf Unterstützung der Familienangehörigen figender P. Gent, Dresdenerstr. 107/108. Alle Buschriften, den Bereinstatender zu Friedensübungen eingezogener Mannschaften ist bei der Gemeindebehörde betreffend, find an. Bendix, Alexandrinenstraße 100, zu richten. Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Kenderungen im bes Orts zu erheben, an dem der Einberufene zur Beit vor der Uebung Bereinskalender find zu richten an Hermann Braunschweig, Dresdener feinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hat. Es genügt etwa folgende Eingabe: " Ich bin( war) bom... bis.... zu einer Militärübung eingezogen. Ich traße 80, 2. Sof Brunnensir. 160. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Meumann, beanspruche für meine Familie die ihr zustehende Unterstützung. Meine Alle Renderungen im Bereinstalender find au richten an Familie besteht aus meiner Frau und Kindern. Die Kinder find ge= Friedrich Kortum, Manteuffelsir. 49, v. 2 Tr. boren: August am. Anguste Der Anspruch muß spätestens innerhalb 4 Wochen nach Beendigung der Uebung erhoben sein. Die Unterfügung beträgt für die Ehefrau 30 pCt., für jedes sonst unterstützungs berechtigte Familienmitglied 10 pet., insgesammt aber höchstens 60 pet. bes 3. Ja. ortsüblichen Tagelohns. 2. Ja.. D. 11. 1. Ja. 2. Nein. A. 100. 1 und 2. Ja. R. S. 21. Die Staatsangehörigkeit geht durch den Aufenthalt in einem anderen deutschen Staat nicht verloren. Die Staatsangehörigkeit wird erworben durch Abstammung, durch Verheirathung, durch Naturalisation oder durch Aufnahme. Die ehelichen und legitimirten Kinder erlangen, gleichgiltig, wo sie geboren werden, die Staatsangehörigkeit des Vaters, uneheliche, nicht legitimirte Kinder die Staatsangehörigkeit der Mutter. War Ihr Vater Anhaltiner, so sind auch Sie es, wiewohl Sie in Preußen geboren sind. Ein Mädchen erlangt durch Verheirathung mit einem Deutschen deffen Staatsangehörigkeit. Ausländer( Nichtdeutsche) fönnen sich naturalisiren lassen, haben aber fein Recht auf Naturalisation; bie Naturalisation ist mit kosten und Weiterungen verknüpft. Der Ausländer, welcher naturalisirt sein will, muß vorher nachweisen, daß er 1. nach den Gesetzen seiner Heimath dispositionsfähig ist oder daß sein Bater oder Vormund der Naturalisation zustimmt, 2. daß er einen unbescholtenen Lebenswandel geführt hat, 3. daß er an dem Orte, wo er sich niederlassen will, eine eigene Wohnung oder ein Unterkommen findet, 4. daß er dort sich und seine Angehörigen zu ernähren im starbe ist. Die Ge meinde des Niederlassungsorts hat sich über die Erfordernisse zu 2 bis 4 Ein in der Gerichtspragis feltener Fall fand am 4. d. M. vor dem Kieler Oberlandesgericht seine Erledigung. Gegen ihre Frei von der Behörde noch andere erfordert werden. Auch wenn alle gestellten gutachtlich zu äußern. Es können außer diesen vier Mindestforderungen sprechung hatte eine Frau Höpner Berufung eingelegt, weil in dem Anforderungen erfüllt sind, kann das Naturalisationsgesuch abgelehnt schriftlichen Urtheil ihr gegenüber von einer fixeu Jdee" gesprochen werden, weil fein Ausländer ein Recht auf Naturalisation hat. Anders steht es mit der Aufnahme eines Deutschen in einen anderen deutschen war und ging ihre Revision auf Beseitigung dieses Baffus aus. Eingelaufene Druckschriften. das Recht Aufnahme in Das Landgericht jedoch wie auch heute das Oberlandesgericht haben von der teuen Beit"( Stuttgart, J. S. 2. Dies' Berlag) in foeben das Staatsverband. Jeder Deutsche hat thre Revision verworfen. Hebert beg 15. Sabrgangs exfalen en sticht halt heben wir hervor: einem anderen beutschen Baterlande ohne Berlust ſeines früheren den Zug nach Binte. Die preußischen Landtagswahlen und die reat- Heimathsrechts zu verlangen. i zum Beispiel ein Anhaltiner tionäre Maffe. Bon K. Kautsky.- Bur Blychologie der Frau. Bon Dr. Adams- Preuße werben, fo genügt der Nachweis, daß er sich in Breußen Lehmann. Zur Entwicklung des Handwerts in den Jahren 1882-1895. Bon niedergelassen hat und etwa folgendes Gesuch an die Regierung oder, falls R. Calwer. Literarische Rundschau. Seuilleton: Nansen's Polar Expedition. er in Berlin sich niedergelassen hat, an das Polizeipräsidium: Ich bin Bon N. Bommelt. Ein raffiniet ausgesonnener Diebstahl wurde am Abend des 15. Mai d. J. bei dem Raufmann Flöckner, Karlsgartenstr. 3 in Nixdorf ausgeführt. Flöckner war allein im Laden, als es an der Korridorthür läutete. Er ging daher hinaus und öffnete. Vor ihm stand ein unbekannter Mann, der ihn frug, ob im Hause ein Bahnassistent wohne. Als F. verneinte, stellte der Unbekannte noch mehr andere Fragen, wodurch F. aufgehalten wurde. Als er hierauf nach dem Laden zurückgekehrt, fand er die Ladenkasse aus geraubt. Dem Diebe waren 25 M. zur Beute geworden. Alle Nachforschungen nach den Thälern waren erfolglos. Vor kurzem theilte nun eine Prostituirte der Polizei mit, daß ihr Zuhälter, der 19 jährige Möbelpolirer May Gebhardt in Gemeinschaft mit dem Arbeiter Robert Riep jenen Diebstahl bei Flöckner ausgeführt hätten. Daraufhin wurden die beiden Genannten verhaftet. Während Gebhardt, ein mehrfach vor bestrafter Mensch, hartnäckig leugnete, legte Riep ein offenes Geständniß ab, das er jedoch in der Hauptverhandlung vor dem Nixdorfer Schöffengericht insofern widerrief, er behauptete, daß er allein den Diebstahl ausgeführt habe. Der Gerichtshof erachtete beide Angeklagte für schuldig und verurtheilte Gebhardt zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängniß. Der bisher un bestrafte Riep tam mit 2 Monaten Gefängniß davon. " als Staatsanwaltlicher Kampf gegen sozialdemokratische Flug fchriftenbertheiler. Gegen den§ 10 des alten preußischen Preßgefezes follten sich unsere Parteigenoffen Tesch und Renerie dadurch vergangen haben, daß sie in der Provinz Hessen Nassau Flugschriften verbreiteten. Nach diesem Paragraphen, den das Reichs- Preßgefeh nicht beseitigt hat, darf niemand auf öffentlichen Orten Druckschriften vertheilen, ohne im Befis einer polizeilichen Erlaubniß zu fein. Eine solche hatten nun unsere Genossen nicht befeffen, fie ertlärten ihren Bests aber auch für unnöthig, weil sie ihre weil sie ihre Parteipflicht nicht an öffentlichen Orten, sondern in den nicht als folche anzufehenden Häusern erfüllt hätten, und dies selbstverständlich nicht gewerbsmäßig. Sogar die Eisenbahnfahrt hätten fie felber bezahlt. Es tomme§ 43 der Gewerbe- Ordnung zur Anwendung, der bestimme, eine Erlaubniß zur nichtgewerbsmäßigen Vertheilung von Druckschriften in geschlossenen Räumen sei nicht erforderlich. Schöffengericht und Landgericht sprachen die Angeklagten denn auch frei. Sie nahmen zwar an, daß einer von ihnen auch außerhalb geschlossener Räume Schriften vertheilt habe, verniochten aber nicht festzustellen, wer es gewefen bies, beide zu bestrafen. fei. Gegenüber einem Bedenken des Staatsanwalts führte die Strafkammer aus, ein Wirthshaus worin die An geschuldigten ebenfalls ihrer Vertheilungsthätigkeit oblagen, sei nicht als öffentlicher Ort im Sinne des§ 10 des preußischen Preßgefeges anzusehen, zum mindesten sei es aber ein geschlossener Raum im Sinne des§ 43 der Gewerbe- Ordnung. Der Staatsanwalt legte Revision ein und machte geltend, der Begriff der Deffentlichkeit sei verkannt, und der§ 47 des Strafgesetzbuches sei verlegt worden. Wenn einer der Angeklagten öffentlich Flugschriften ver theilte, dann genüge Denn der angeführte Paragraph des Strafgesetzbuches verlange, daß jeder als Thäter bestraft werde, wenn mehrere eine strafbare Handlung gemeinschaftlich ausführten. Die Angetlagten hätten nun aber dieselbe Absicht gehabt, als sie auszogen, burch Hergabe von Schriften für die Sozialdemokratie Propaganda zu machen, und seien gemeinschaftlich auf die Tour gegangen. Somit liege die Voraussetzung des§ 47 vor, daß mehrere eine strafbare Handlung gemeinschaftlich ausführten. Wer von beiden gerade die ftrafbare That ausführte, sei dabei gleichgiltig. Der Ferienstraf fenat des Kammergerichts wie 3 aber die Revision des Staatsanwalts zurüd. Eine gemeinschaftliche Ausführung einer strafbaren Handlung im Sinne des§ 47 St. G. B. liege nicht vor. Versammlungen. Berliner Arbeitervertreter- Verein tagt jeden Dienstag nach dem ersten im Monat bei Buste, Grenadierfir. 33, abends 8% Uhr. Unentgeltlicher Rath wird ertheilt: Im Norden Serlins: Für Unfall, Invaliditäts- und Alters- Versiche rung, abends von 7-9 Uhr: W. Buchholz, Suffitenstraße 36, v. 3 r. v. 3 Tr. R. Gutheit, Wiesenstr. 29a, von A. Daehne, Demminerfir. 66, 8-9 Uhr abends. F. Pieschel, Gartenstr. 65, v. 2 Tr. E. Simanowsti, Gartenstr. 78, Portal 2, 2 Tr. M. Stuhlmann, Oberbergerstr. 37, 4 Tr., von 6-9 Uhr abends. Mt. Tamm Huffitenstraße 6, von 8-9 Uhr abends A. Botgt, Wiesenstraße 41-42. Garnst, Kolbergerstraße 7, von 6-7 Uhr abends. Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: F. Blume, Streligerstr. 58. P. Neimann, Bellermannftr. 38. 3. Trapp, Schulf. 66, von 7-8 uhr abends. Im Nord Often: Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung .ob Schönhaufer Alee 62. Im Oken: Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: E. Bader Gr. Frantfurterstr. 34, v. 4 r. Im Süd- Osten: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersverftcherung: Schalthoff, Michaelfirchfir. 18. gm güven: Bür unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung: F. Stüget mater, Grimmstraße 89. Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung P. Keller, Gamphauſenſtr. 5. Jm Süd- Westen: Nur für Unfallversicherung: G. Hänet, Solmsstr. 44 Im Nord- Westen: Nur für Unfallversicherung: J. Krause, Wilsnacker traße 19. St. Stephan, Leffingste 34. Im Zentrum: Nur für Unfallversicherung: G. 2öffler, Klosterftr. 91, Bei sämmtlichen vorgenannten Personen, bei denen hier teine Sprechzeit an gegeben, ist dieselbe Wochentags von 7-9 Uhr. 1 von der Gleichheit, Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen( Stuttgart Dieß Berlag) ist uns soeben die Nr. 16 des 7. Jahrgangs sugegangen. Aus dem Juhalt dieser Nummer heben wir herror: Unaufhaltsamer„ Umftura" Was leistet die Gewerkschaft für die Befferstellung der Arbeiterin? I. Aus der Bewegung. Die Women's Cooperative Guild". Bon Helene Simon. Feuilleton Erotit und Joyll. Aus Novelletten von Alexander Kielland. Hoffnung( Gedicht) Notizentheil von Lily Braun und Klara Bettin: Gemertschaftliche Arbeiterinnen Organisation. Frauenarbett auf dem Gebiete ber Industrie, des Handels und Verkehrswesens. Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Soziale Gefeggebung. Weibliche Fabrikinspektoren. Frauenbewegung. Sozialtfiifche Frauenbewegung im Ausland. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Bt., burch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost Beitungsliste für 1897 unter Nr. 2902) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 65 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Bon der Geschichte der Deutschen Sozialdemokratie von Franz Mehring ( Stuttgart, Diet Berlag) find geft 15 und 16 erschienen. Aus dem Juhali heben wir hervor: Zweiter Abschnitt. Rapitel VI. Die fünfziger Jahre. 1. Politischer Niedergang. 2. Defonomischer Aufschwung. 8. Bürgerliche Literatur und Philosophie. Rap. VII. Fortschritte des wissenschaftlichen Rom munismus. 1. Marr und Lassalle. 2. Marr über Waare und Geld. 3. Lassalle's Seratlit. 4. Laffalle's Trauerspiel. 5. Laffalle's rechtsphilofophisches Hauptwert. tap. VIII. Die europäische Krisis von 1859. ".. " anhaltinischer Staatsbürger. Beweis: meine Geburtsurkunde. Ich habe mich in Berlin seit dem... niedergelaffen. Beweis: mein Anmeldeschein. Ich beantrage Aufnahme in den preußischen Staatsverband." Die Aufnahme barf nur dann versagt werden, wenn der Antragsteller sich und den Seinigen ben nothdürftigen Lebensunterhalt zu verschaffen außer stande ist, oder Bes wenn er öffentlipe Armenunterstüßung erhält oder wenn er strafungen erlitten hat, die der Polizei das Recht geben ist aus zuweisen, insbesondere menn er innerhalb des legten Jahres wegen wieder holter Landstreicherei oder Bettelei bestraft ist. Es ist nichtpreußischen Deutschen zu empfehlen, solche Aufnahmegesuche bald einzureichen, damit sie wenigstens im nächsten Jahr ihr Wahlrecht erhalten. E. E. Die Möbel, mit Ausnahme der unentbehrlichen, sind pfändbar. An ihnen steht auch deur Wirth ein Zurückbehaltungsrecht zu. Können Sie sich darüber nicht einigen, welche Möbel unentbehrlich find, so bleibt nur der Weg der Klage. 2. 59. Der Schußmann war im Recht und hat lediglich feine Pflicht erfüllt. Wiener. Sie find im Irrthum: das Pfand- und Zurückbehaltungsrecht des Bermiethers besteht in Höhe der gesammten rückständigen und fünftig fällig werdenden Miethen.- N. N. Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. A. 28. 100. Der Wirth scheint nach Ihrer Darstellung im Recht zu sein. Sprechen Sie gelegentlich mit der Klage in der juristischen Sprechstunde vor. Tike. Schriftliche Antwort lehnen wir ab zu ertheilen. Das templete Wert wird ca. 36 Lieferungen a 20 Pf. umfaffen. Der 1. Nehmen Sie das Vermögen Ihrer Braut in einem Verzeichniß auf, be= Breis ist so niedrig bemeffen, wie er bei einem wissenschaftlichen Werte fonft geben Sie sich dann mit Ihrer Braut zum Amtsgerichts. Dort erklären faum anzutreffen ist. Alle Buchhandlungen und Kolporieure nehmen Be- Sie beide zu gerichtlichem Protokoll, daß Sie sich heirathen wollen. Dann stellungen entgegen. Besuchszeit ehenswürdi verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. Altes und Neues Museum am Zuftgarten. Besuchszeit täglich, mit Ausnahme des montes am mit September von 12 bis . erflären Sie zu demselben Protokoll, daß Sie das Vermögensverzeichniß anerkennen und daß Sie Ihrem ehemännlichen Nießbrauchs und Ver waltungsrecht entsagen, auch Ihrer zukünftigen Fran gestatten, selbständig Gewerbe zu betreiben. 2. Ob der Trauring gepfändet werden darf, wird in Deutschland von den verschiedenen Gerichten verschieden beantwortet. 3. Die unentbehrlichen. 4. Nein. Die Frau mus gleich nebe quote Bitterungsübersicht vom 5. August 1897. O Barometerfrand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Temperatur .4°.) 6 Sommermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April- September 12 bis Interventionsflage einreichen und Einstellung der Pfändung beim Gericht 6 Uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 1hr, beantragen. 5. Ja. 6. Soweit überhaupt Steuerpflicht besteht: fa. 7. Nein.' Dezember und Januar 12-8 Uhr( unentgeltlich). Die National gallerte in der Museumsstraße. Besuchszeit Wochentags von 10-3 Uhr montags ausgenommen). Sonntags im April 6 Uhr, im März und Ottober 12-5 Uhr, Februar und November 12-4 Uhr, Sanuar und Dezember 12-8 Uhr( unentgeltlich)). Sunstgewerbe= Museum, Prinz Albrechtstr. 7. Geöffnet an den Wochentagen( Montags von 9-3 Uhr, im Winter von 10-3 Uhr, ausgenommen) im Sommer Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Ottober und März 12-6 Uhr, Movember und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-3 ihr( unent= geltlich). Museum für Boltertunde, Königgrägerstr. 120. Besuchs Stationen. ygiene Museum seit wie im Kunstgewerbe- Museum( unentgeltlich). Slofterfir. 35. Besuchszeit Sonntags wote im Kunstgewerbe- Museum. Außer bem Dienstags und Freitags von 10-2 Uhr( unentgeltlich). Museum für Naturtunde, Invalidenstr. 42. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe Museum. Außerdem Montag, Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend von 11-8 Uhr. Museum für deutsche Bolt strachten und Erzeugnisse des Swinemйnde Sausgewerbes, lofterfir. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs Don 11-2 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld: Erwachsene 50 f., Kinder 25 Pf., Hamburg Bereine Conntags 10 Pf. Reichs post- Museum, Leipzigerstr. 15. Ge- Berlin öffnet Conntags 12-2 Uhr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von Wiesbaden 11-2 Uhr( unentgeltlich). Rathhaus, Königstraße. Geoffnet täglich außer München Donnerstag und Freitag von 11-8 Uhr.( unentgeltlich). Aussichtsthurm Kunstausstellung des Wien. im Sommer- Halbjahr( Eintrittspreis 20 Bf.). Vereins Berliner Künstler, Wilhelmstr. 92. Sonntags 11-2 Uhr, Haparanda Wochentags 10 bis 4 Uhr. 50 Pfennig Entree. Sternwarte, Ende Mittwochs und Sonnabends von 9 bis 11 Uhr Vormittags. plaz sa. uranta, Wissenschaftliches Theater. Sternwarte. Invalidenstraße 57-62 Die Bahlstelle des Verbandes der Buchbinder fette am Montag ihre vertagte Generalversammlung fort. Zunächst wurde Kollege Wilhelm Sad und Frau Moet als Beisitzer und in den Gauvorstand Kollege Rrant gewählt. Die Wahl des Vorsitzenden dieser Institution und die Neuwahlen zur Rechtsschutz- Kommission wurden auf nächste Versammlung vertagt. Den Bericht des und Zaubenftr. 48/49, Geoffnet von 5 Uhr Nachmittags bis 10% Uhr Abends, Arbeitsnachweises erstattete Rollege Bergmann. Danach Entree 50 Pf. Buschlag für Theater von 50 Pf. bis 5 W.- Sternwarte im Treptower Aquarium: waren arbeitslos gemeldet für die Buchbinderei 316 männl., Part. Täglich bis 10 Uhr abends. Entree 20 Pf., Fernrohr 1 W. Schadowfir. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntags 50 Bf., an jedem 148 weibl.; Leder und Papier- Galanterie 23 männl., legten Sonntag im Wionat 25 f. Gastan's Panoptitum, Friedrich3 weibl.; Kartonbranche 1 männl.; 2ugusbranche 2 weibl.; ftraße. Geöffnet 10-10 Uhr. Gintrittspreis 50 Bf. Paffage Panoptitum Marine Panorama, Am Lehrter diverse Branchen 65 männl., 14 weibl.; zusammen 411 männl. und 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 Pf. Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. Entree 50 Pf. Kaiser- Panorama, 173 weibl. Personen. Verlangt wurden: Buchbinder 54 männl., paffage( unter ben Sinden). Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends 100 weibl.; eders und Papier- Galanterie 8 männl., 300 verschiedene Reifen, Landschaftsbilder. Jede Reise 20 Pf. Beresina- Panorama Boologischer Garten, Züzowufer, Sonn& weibl.; Karton- Branche 2 männl., 2 weibl.; 2ugus- Serwarthstraße. Täglich. nailp -VO Petersburg Cort Aberdeen. Paris. 766 LNA FANIN( Stala 1-12) 19 BEBISEN nach Gelfiu? DND 766 0766 bebect wolkenlos 20 GD 2 wolkenlos 20 d 76420 MO ab 8 765 765 Still 761 N 6 wolkenlos wolkenlos woltenlos heiter 19 16 16 13 754 G 5 760 SSD 2 760 halb bedeckt halb bedeckt wolfenlos 18 17 22 Wetter- Prognose für Freitag, den 6. Auguft 1897. Warm, vorwiegend heiter mit mäßigen füdöstlichen Winden; feine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau, Konzerthaus Sanssouci, Für den Inhalt der Inferate Rottbuserstr. 4a, Inh. S. Pierry. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 6. August: Meues tgl. Operntheater( Kroll). Margarethe. 7 Uhr. Neu studirt: Verfolgte Unschuld. Auf Wunsch: Rohinson Krause. Morgen, Sonnabend: Vereins Borstellung. Einmalige Aufführung: Berliner. Das Glüd im Winkel. Das eiserne Krenz. 72 Uhr. Leffing. Die Geisha. Westen. Figaro's Hochzeit. 71/2 Uhr. Neues. Der Stellvertreter. 7 Uhr. Oftend. Unsere Reichspost. 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Lehmann's Kriegs- Abenteuer im Orient. 8 Uhr. Belle- Alliance. Spezialitäten. 6 Uhr. Apollo. Venus auf Erden. 9 Uhr. Otto Reutter. 10 Uhr. Passage Panoptikum. der Wüste. 30 Kinder Oftend- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. C. Weik. Täglich: Unsere Reichspost. Anfang 8 Uhr. Im Garten Anfang 5 Uhr. Große Spezialitäten Borstellung. Hugo Schulz. Henriette Ferry. Paula Grigatto.Prof. Alfredi. Lebende Photographien. Sonnabend: Gr. Sommernachtsfeft. Montag: Wohlthätigkeits- Vorstellung zum Besten der Ueber schwemmten in Schefien. Vorverkauf der Billets schon heute. Puhlmann's Vaudeville- Theater Schönhauser Allee 148, Raftanien Allee 97-99. Täglich: Im Reiche der Sirenen. Große Ausstattungsburleske mit Gefang und Tanz in 3 Abtheil. Ludwig Glaser, Humorist. Robert Dill, Operet.t- Sänger. Little Nannon, Miniat. Soubr. Geschwister Ernesto, Dopp. Seil. Barbarina's Ballet. Mrs. Trudy, Luftpotpourri. Kinematograph!( lebende Photogr.) neue Serien. Großer Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Referv. 50 Pf. Schweizer Garten. Am Königsthor.( Haltestelle der Pferdebahn.) Am Friedrichshain. Neues Riesen- Programm! Leonhardi Haskel mit neuen Couplets. Adelina Zeth als Josephine von der Heilsarmee. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Passepartouts gelten. Avis! Montag, den 16. Auguft: Benefiz für Jos. Aschinger. Viktoria- Brauerei ( Garten refp. Saal) Lützow- Strasse 111/112 nahe Potsdamer Plaz. ( Garten resp. Saal)! Täglich: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Bum Schluß: Nur noch kurze Zeit: Ein vergnügter Wahltag. Anfang präzise 8 Uhr. Entree 50 Pfennig. Billets à 40 Pf. und FamilienBillets à 1 M. nur im Vorverkauf. PassagePanopticum. Nur noch kurze Zeit! 30 Kinder der Wüste. Vorstellung 12, 5, 7, 9 Uhr. Kleidung für Maler, Bildhauer, Stuckateure Mechaniker, u. s. w. Kittel mit Steh- und Umlegekragen, vorn und auf der Schulter Knöpfen! Aus zum Aus Klötzelleinen braun Nova Qual.II I Qual.II I 2,25 2,50 2,40 2,75 Drell- Jackets( Naturfarbe) Qual. II 2,25 Qual. I 2,75 Drell- Hosen( Naturfarbe) Qual.II 1,35| Qual. I 1,90 Als Maass genügt Angabe der Brustweite, Leibweite und Schrittlänge. Baer Sohn Chausseestr.24a Brückenstr.11 Gr. Frankfurterstr. 16. Aufträge von M. 20,- an franco. Preisliste gratis. Obige Preise gelten für normale Figuren. Ein Sport- Fest Rixdorf, Ed. Wiersing's Niemand in Wusterhausen. Gr. Ausstattungs- Operetten- Burleske. Sarrajani's urtomisch breifirte Thier- Familie. Garten und Ball- Salon, Knesebecftr. 77, Hermannstr. 87. Jeden Sonntag im Garten: follte versäumen Bedarf Brunnenstr. 110 Achtung, Maurer! Freitag, 6. August, abends 8 Uhr, im Louisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37: Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgeg. Tages Ordnung: 1. Der Internationale Kongrek für Arbeiterschutz und seine Bedeutung. Referent Gentoffe Dr. Ad. Braun. 2. Distussion. 3. Situationsbericht. 4. Verschiedenes. Kollegen! In den letzten Jahren ist von Euch für die Verbesserung der Rohn- und Arbeitsbedingungen einiges gethan worden. Jedoch in puncto Schutz für Leben und Gesundheit der Arbeiter im Baugewerbe Herrschen traurige Zustände. Wir haben darum das lebhafteste Interesse an obigem Kongreß. Erscheint Barum recht zahlreich in dieser Versammlung. [ 281/18] Die Lohnkommission. Achtung! Bauarbeiter. Achtung! Wahlverein i. 4. Berl. ReichzSonntag, den 8. August, vormittags 11 Uhr, im Lokal Inselstrasse 10, vorn 2 Tr.: Mitglieder- Versammlung der Zahlstelle I. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Metzke über: Krankenkassen und UnfallVersicherungsgesetz. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Beiträge werden nur von 10-11 bormittags besorgt, die Versammlung wird punkt 11 Uhr eröffnet. Die Streitfondsmarken werden nur vom 1. Kassirer Adolf Hoffmann, Biegnizerstr. 19, ausgegeben. Sämmtliche Listen, ob gezeichnet oder nicht, find abzuliefern. 32/20 Die Ortsverwaltung. J. A.: Richard Beier, Hussitenstr. 6. Tischler- Verein. Sonnabend, den 7. Auguft, abends 82 Uhr, Melchiorstraße 15: 199/4 Versammlung Tagesordnung: Ein Unterstügungsgesuch und Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Berband der in Gasanstalten, auf Holz- und Kohlenplähen beschäft. Arbeiter u. Kutscher u. sonstigen Arbeitsleute. Sonntag, den 8. August, abends 62 Uhr, tags- Wahlkreise( Süd- Ost). Todesanzeige. Am Montag, den 2. August d. J., verstarb nach längerem Leiden ein langjähriger Vertreter unserer Sache, das Mitglied Karl Janke, Tischler, an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 6. August, nachm. 4 Uhr, von der Reichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. 243/8 Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Verbandskollege Daniel Jahnke am 2. Auguft nach langen schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung im Lokal von Kintz& Co., Alte Jakobstrasse 83: findet Freitag Nachmittag um 4 Uhr General- Derlammlung der Verwaltungsstelle I Berlin( Kohlenarbeiter). Tages Ordnung: 1. Mittheilungen. 2. Wie stellen sich die Mitglieder zum Anschluß an den Zentralverband der Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands? 3. Beschlußfassung. Mitgliedsbuch legitimirt. 70/5 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Kistenmacher! von der Leichenhalle des Emmaus109/14 Die Ortsverwaltung. Stirchhofes aus flatt Schuhmacher! Den Kollegen zur Nachricht, daß am 3. d. M. der Kollege Seidler Am Sonnabend, den 7. August, abends 82 Uhr, in den Armin- tarierkrankheit verschieden ist. Hallen, Rommandantenstraße 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: nach langem Leiden an der roles Die Beerdigung findet am Freis tag, den 6. d. M., nachm. 4 Uhr, vom, Krankenhause Friedrichshain aus statt. Um rege Betheiligung bittet deutscher Schuhmacher. Filiale Berlin II. 1. Abrechnung vom 2. Quartal und der Streit bei Keiling. 2. Bericht Der Vorstand des Vereins über die Werkstatt- Vertrauensmännerfizung. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Um zahlreiches Erscheinen ersucht J. A.: Franz Schulz, Swinemünderstr. 2. NB. Den Kollegen zur Kenntniß, daß in der Versammlung die Billets zum Stiftungsfest ausgegeben werden. 94/18 Danksagung. 285/15 Allen Verwandten und Bekannten, ben Kollegen der Firma Reiß u. Martin, Verein der Bauanschläger foote bem Bablverein des 4. ReichsBerlins und Umgegend. Sonntag, 8. August, vormittags 10% hr, Grenadierstraße 33: Derlammlung Tages Ordnung: tags Wahlkreises welche meinem Manne dem Schloffer Ernst Geissler, bte leste Ehre erwiesen haben, sowie für die zahlreichen Kranzfpenden fpreche ich hiermit meinen 34695 Die trauernde Wittwe Kupfer, Meffing, Bink, Posten, tauftBrandenburgstr.20,1 Gr. Spezialitäten- Vorstellung( neben bem Bferbebahn- Depot) 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Abrechnung des Vergnügungs- herzlichsten Dant aus. 19122 von Jgnatz Sello zu beziehen: fetite 3. ie ftellen fich die Kollegen zu unserem Lohntarif? 4. Berschiedenes und Fragetasten. Jm Saale bei freiem Entree. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. 34/2 Abfällt, Biet, Eisen, auch kleinſte Zähne v. 2 Mart event. TheilIm Saale: Grosser Ball. Boltsbeluftigungen aller Art. b. 4 Uhr ab: Gr. Ball. 2affeeküche, grisch. Maitrank,&.inl. 50 Pf. Anfang 5 Uhr. Kegelbahnen. alten Nordhäuser per Liter Entree 30 Pf. Meine Botalitäten stehen zu Versamm: 50 Pf., Hochfeinen Stonsdorfer Im September ist nur noch lungen, Hochzeiten und bei Leichenzügen infl Orig. Fl.( 3 Str.) à 80 Pf., ein Sonnabend zu vergeben. zur Verfügung. Für gute Speisen Halb und Halb, feinste Likörund Getränke ist bestens gesorgt. mischung, per 1, Champagner- Flasche intt. 90 Pf., Ingwer-, Pfeffer- Heute, Freitag, abends 8 Uhr, bei Cohn, Beuthstraße Nr. 20: Olga Jacobson, Invalidenft. 145 münz- 2c. ff. Liköre Literft. Sigung der Ortsverwaltung. intl. 1,10 m., 2 Literft. infl. 55 Pf., Himbeer- und Kirschsaft, W. Noack's Theater Brunnen- Strasse 16. Täglich: Konzert u. Theater Vorstellung. Großer Beifall! Großer Beifall! Flotte Bursche. Komische Operette in 1 Aft von Franz v. Suppé. Jeben Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag: im Saal: Grosser Ball. Mag France, Opernsänger, Schorff's Rudolf, Originalhumorist, Alice Wagner, Konzert- Sängerin, Geschwister Lehmann, Duettistin., Mr.Ferénci, Schatten- Pantomimist, Mr. Carlo mit seinen brefsirten Hunden u. Kazen: Elektro- serpentintanzende Hündchen. Apollo- Theater und Konzert- Garten. Vollständig Dir. J. Glück. neues Programm! Um 9 Uhr: ophastoffe So auch Zur Beachtung! Am Mittwoch, den 11. August, abends Reffe rein und bid eingefocht, per Biter 8 Uhr, findet ein Vortrag und Besichtigung der Simmelstörper in Rips, Damast, Crêpe, 1.10 M., süssen Ungarwein, Sternwarte in Treptow statt. Billets hierzu sind auf dem Arbeitsnachweis, Phantasie, Gobelin und Orig. Fl.( 2 Liter) von 90 Pf. an, Annenstraße 39, zu haben. Plüsch spottbillig! 16358* fowie fämmtl. Weine, Cognac, Proben franko!| Rum etc. Spirituosen im Einzel Engrospreisen. Billigste Be Läuferstoffe zu Gabritpreisen. in allen Qualitäten verkauf, auch eingemessen nur zu Emil Lefèvre, Oranienstr. No. 110, Brunnenstr.No.110 zahlung. 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