% ÄnZelprels 20 Pfennig- Z.?ahrnang Sonnebenö, Ken 5.?ÄNi 1920 Die �Freiheit� erscheint morgen? nn� nachmittags, Sonntags und Montag? nur einmal. -Der Bezugspreis betrögt bei ireier ZvsteNung ins baus rur töroß-VerNn iO.OO M. im Voraus zählbar, von der Spedition selbst abgeholt 8.50 M. Für postberng nehmen kamtliche Postanstalten Bestellungen entgegen, ilnter Streifband bezogen �eutschm jand und Gesteireich l 6.50 M., n'ir das übrige Ausland 2X.öO M. zuzü..ch Valutaaufschlag, per Brief für Deutschland und Vesterreich 20.00 itl. Redaktion und Expedition: Berlm NW. ü, Sckiffbauerdamm 10 im. Aeruiprecher: Amt Norden 8S3— 30 und 0768. Nummer 2tl> �benö-�usgabe Bit«i�f5ff(wrtme Naiixariillczeil-©Ccr Bircn Saan fofltt 3.— Bit«inschl>«Sl>ch leuemnjsj Wj" KWiie Jlnjcjjcn: Da» ftitgfBtucfle lvori 2— J1!f.)«Bt»»nitre Wort 1.50 IHf., einschließlich(te i«n»nzszusch>aa. laufend« Ilmeigen laut Coiif. Familien- Anzeigen und Stellengesuche 3.20 Ulf. netto pro �itile. Stelleugesuche in ivoetanzeigen: da« fettgedeuckie Wort I.SO Mk, jede» rvritere Wort illfc Nniera. Schiffiiauridainm I» Aernsprecher:«<»» MorHrn»»a—li«. Buchhimdlimi Zeninu»»«4» »Frelhelt"-Buchdruckcrei Zentmm ievSv. Berliner-Organ t>er Vnabfiängigen SßjMöemofratie BeufflOianös See Oberste Virlschastsral und Sowjelrutzlaub. ViedcrausSühMe der ßandelsdeziehMge» Wischen Sswjel-L«ö>ani> und Vesieurszia. H. df. London, 5. Juni. Die Vertreter des Obersten WirtschaftSrateS haben jetzt von den Vertretern der Cowjetregierung den Bericht über die M3g- lichkeiten der Wiederaufnahme des Handels »wischen West-Europa und Rußland erhalten. In demselben werden die Schwicrialeiten. die überwunden werden mühten, sowie ein Bild der Gcsamtlage wiedergegeben. Der Be« richt wird jetzt von jedem einzelnen Mitglied des WirtschaftS- rates enoogen und der nächste Schrift wird von dem Standpunkt abhängen, den die Vertreter, nachdem sie mit ihrer Regierung Rücksprache genommen haben, zu vertreten gedenken. London, 4. Juni. Reuter erfährt, daß die nächste Z u s a m m e n! u n f t Krassins mit den Mitgliedern des englischen Kabi- netts hin 7. Juni ftaltsinden wird. Hieran wird sich vo.'vuZ- sichtlich im Laufe der Woche eine Konferenz mit dem Obersten WirtschaftSrat anschließen. Die norwegisch-rustiZchen Beziehungen. ?. 41. Ebristiania, 5. Juni. Da? Storthing hat mit 102 gsgzn 04 Slinimcn einen De. schlug angenommen, wonach die Regierung Schritte unternehmen soll, um die zwischen Nonvege» und Rußland abglllbrochcue Ver» bindung s o bald wie möglich wieder herzustellen. Die Regierung wird aufgcsordert, Konruiissare nach Rußland zu senden, um den Warenaustausch zwischen beiden Ländern einzu- üs p e i t s chu n g der nationalistischen Leidenschaften, zur Einen Borzug scheint die litauische Verfaffung vor der Vertiefung.der natiauvlen Gegensätze, zur Wiedererii�ckuag deutschen wenigstens zu haben, so dürstig die obenstehcnde! jener chauvinistischen Ströin'ung, die uns der August 1J14 Meldung auch lautet. Sie entbält die Abschaffung and alle Schrecknisse des WeltkrregeS besäht hat. im freiesten Lande sozial- Deutchlands, Herr Fritz An allen Straßenecken, aus allen Anschlagsäulen Wim!- melt es von den Plakaten der rechtsstehenden Parteieu, die ......._____.______________ u..v mit dem Schlagwort„Deutschnational'' an jene Volkskreise r t, erfüllt getreulich die Vorschriften der Verfassung appellieren, die sich kein eigenes pvlilisches Urteil gebildet unterzeichnet Todesurteile. Er könnte ja! ba'ttn und d�haÄ den reMionaren Bai«ri�angem as � vorterlhastcs Objekt ericheinen.„Wählt deutichnat-wnal, lvirb ihnen hundertfach in die Ohren geschrien,„und Ihr werdet frei werden von allem Elend, von allem Leib>der jetzigen �ert. Befreit euch von der„Judenregierung", ver» nichtet die mlernaiti-onvle Sozialldemokratie und das altr herrliche Deullchlaud wird wieder auferstehen!" Die Drahtzielier, die hinter dieser lärmenden Agit» tion stehen, suchen die weitveiHreliele Unzusriedenbert gege» die Negier» ng, den wirtschaftlichen Niedergang, die schtveri Last des Friedensvertrages, die Erscheinungen der moralb sckien Verla bterung und Korruption im GesellschaftsleHen iv raffiniertester Weise ausizunutzen, um das Volk von'den eigentlichen Ursachen seiner Not albziffenken und es denen in die Arme zu treiben, die ihre alte Machtstellung wieder einuebmcn wollen. Die eigentlichen Schuldigen an unserem ganzen Elend such-en ihre SchiÄd vergessen zu machen, indem sie an dl« nationalen Leidenschaften appellieren und dem leidenden Volke vorgaukeln, daß daS alte kaiserliche Deutschland im Vergleich mit dem heutigen ein„Paradies" gewesen sei. Dock wer hgt dieses angebliche Paradies zerstört? Wer hat das Wältverbreck?en des Krieges heraufbeschworen? Wer hat die deutsche Wirtschaft in einen Triimmcrhausen ver- wandelt und das deutsche Volk zu einem Heloten der Sieger» staaten gen cht? Niemand anderes trägt an diesem Niedergang dl« Schuld als eben jene Leute, die jetzt mit dem deutschnatio- nalen Lappen ihre widerlich« Nacktheit und ihre Bluischuld zu verdecken suchen. Der deutsche Nationalismus, der setzt wieder künstlich lebendig gemacht wird, ist keineswegs ein Erzeugnis neueren Datums. Er geht in seiner jetzigen Form zurück auf das bismarckische Zeitalter, wo mit„Blut und Eisen" das Deutsche Reich zurechtgezimmert und der Boden für den deutschen Militarismus, für den europäisclien Nüstungswahnsinn, für die einander bekämpfenden Wächte» Koalitionen geschossen wurde. Der deutsche Nationalismus ist untrennbar verknüpft mit dem neudeutschen JmperialiS» mus. der in den neunziger Jahren, im Gefolge der groß- kapitalistischen Entwicklung und dem zunehmenden AuS- brestungSdrang des Finanzkapitals einsetzte und sen« Periode der weltpolitischen Konflikte einleitete, die schließ» lich im Weltkriege zur Entladung kam. In jener Zeit entstand jene' Ideologie des AN« deutsch tums, die die vollendetste und zugleich af»« schreckcndste Form des deutschen Nationalismus darstellt. Der Machthuvaer der Militaristen und Imperialisten paarte sich hier mit der Profitgier der Groß» kapital! sten und dem bornierten Größenwahn deiHich» tümelndcr Gymnasialprofcssorsn und teutonischer Nassen» fanatiker. Die Ueberheblichkeit des alldeutsckjen Via sessorS. der das deutsche Volk üb-r alle So'fei der Welt stellte, war ein Symptom derselben Kigiikheits» erscheimina, die den deutschen Militaristen zur Aufstellung uferloser Welteroberungspläne, und den deutschen Jndu» strie- und Bankmagnaten zur Eroberung des Weltmarktes drängte. Als General Keim im Jahre 1309 verkündete, daß daß deutsche Volk berufen sei, an der Spitze der an- deren Völker zu marschieren und das erste Volk in E u r o P a zu sein, sprach er nickt etwa die Marotte irgend» einer kleinen, einflußlosen Clique, sondern das Pro» «ramm der herrschenden Klassen Preußen» Deutschlands aus, die den alldentstben Gedanken künstlich großzüchteten, um dem deutscheu Militarismus und d c r T o d e s st r a f e, zu der man sich der Welt" nicht hat ßufsckjwingen können. Und der demokratische" Reichspräside E b c und auch durch passive Resistenz jenen Passus der Verfassung, der die Beibehaltung der Todesstrafe vorsieht, unwirksam machen. Das würde seiner Vergangenheit und dem humani- tären Empfinden unserer Zeit entschieden mehr gerecht wer- den. Aber er spielt nun einmal Reichspräsident, und mit dreier Würde sind Verpflichtungen zur Wahrung der obrig- teitlichon Gewalt verbunden, die nötigenfalls nur durch Blut einzulösen sind. Neue Namen, neue Dekoration— altes System. Der ungarische Aiedensvettrag unkerzeichn?!. ».dl. Paris, ö. Juni. Die Unterzeilhnung des Friedensvertrages mit Ungarn fand gestern um yä5 Uhr statt. Den Borfitz führte M i l l e r a nd,! anwesend waren Vertreter aus Groh-Britannic» sowie seine» Dominien, Amerika, Japan, Italien, Belgien, Tschecho-Slowakei, � Portugal, Ehina, Griechenland, Jugoslawien, Panama usw. Für! Ungarn unterzeichnete der Arbcitsminister Renard Brasche-Lazar. f Ter König von Griechenland und der Marschall F o ch Ware» bei der Feierlichkeit ebenfalls anwesend. AvshebMg der kriegsgeseZe in Amerika. ParrS, 4. Jini. Nach einer Hwa? Meldung aus Washington hat dc.Z 31c- präsentantenhans die Resolutionen, dtuch die alle K r i c z S- g« setze mit Ausnahme der Gesetze über die Leb.nkmiticllon- trolle und Wer den Handel mit dem Feind aufgehoben wer- den, angenommen und dem Senat zurückgesandt. Keine M?.«ilions!iefernng?n Oesterreichs. ll. dl. McSkau, 4. Juni. 2 i twi notv meldet aus Kopenhagen, daß, soweit«S die österreichische Regierung anbetrifft, nicht von einem Bruch der neutralen Haltung gesprochen werden könne. Die österreichische Regierung habe weder Waffen noch irgendwelche Munition nach Polen transportiert. Das werde die Folge haben, daß dl: russisch« und unkrainische Regierung nichts versäumen werde, um den Rücktransport der österreichischen Kriegsgefangenen nach Möglichkeit zu erleichtern. kein Enge! ist so reiu. München, 4. Juni. Laut„Bayerischem Kurier' hat die dienstlich« Aufklärung über das Verhalten der Reichswehroffiziere während der Märzvorgänge beim WehrkreiSkomma nid o VlI i» keinem einzigen Falle ei» verfassungswidriges Verhalten vo» ReiMfcehroffidimn fosigcpclt. Im besonderen ist erwiesen, daß von den in de« sogenannten Dokumente« der Konterrevolution genannte» bayerische» ReichStvehrofsizicre» keiner an de« Kappschru Unternehmen beteiligt gotoese» ist. Man hat den Bock zum Gärtner gemacht. Daß da das Untersuchungsresultat kein anderes sein kann, ist klar. Nur harmlose Gemüter werden von der blütenweißen Unschuld des Herrn v. M ö l l und seiner Offiziere überzeugt sein. Er hat eben mehr Glück gehabt als die Kapp-Lüttwitz. Denn! Imperialismus die Herrschaft über die Welt zu sichern. das entscheidet ja über Verbrechen oder Unschuld. Ist der i Der Politik des deutschen Nationalismus Hochverrat von Erfolg gewesen, dann heißt er„verfassungs- � ist es vor allem zuzuschreiben, daß Deutschland und die i mäßige Umbildung der Rcgieumg". Die bayerischen> ganze Welt in die.Katastrophe des Weltkrieges hliU'iiw» Gegcnrevolutchyäzs tprmeu Mo in aller Rubo weiter ar» �trieben wurde. Die alldeutschen Politiker haben dies« heUou-' �' Maktrovhe hewn ßtt herausbeschlwor>en..rchSdn Heck�l SU I WM Äer � MrlKDA. MnWks von Gcbsattel, in d?r Zeitschrift„Der Panther": »Dreimal haben wir Nlldcntschon geraten, einem drohenden Krieg nicht anSzubicgen.sondern die gebotene Gelegenheit»um Ausgleich der befteheuden Spannung zu benutzen, dreimal also haben wir, wenn man e» s» nennen will,»um Kriege geraten: lL05 gegen Frankreich, 1911 gegen Frankreich ,md England und 1912 gegen den gesamten Drcwerband." Jawohl, sie haben zwm Krieg geraten und gehetzt— ylcht dreimal, sondern fast täglich— jahrelang sie die W- deutschen, die Konservativen, National'! rberalein imh Antise- Mlten, deren politische Erben die heutigen Deutschnationalen und Dcutichcn VoWparteUer sind. Und als die Wiinsche der KnegShetzer erfüllt wurden, als das Verhängnis über das deutsche Volk hereinbrach, schrieben am 3. August 1914 die„Alldeutschen Blätter", das offizielle Organ des All- deutschen Verbandes: »Die Stunde habe» wir ersehnt— unsere Freunde wissen ti—, wo wir vor dir gewaltigste SchicksalSentschcidung gestellt werden, weil wir glauben und wissen, daß sie nebe« furchtba, Schwerem Rettung und Segen bringen wird. Nunistsieda bi« heilige Stunde." Heute wollen die deutschen Nationalisten nicht mehr m jene„heilige Stunde' zurückdenken, in der sie dem hundert- m betrogenen Volke„Rettung" und»Segen" verhießen. Em ll�eer von Blut, eine Welt von Jammer und Trlirnmern hat zene«heilige Stunde" geboren. Jene aber, die sie zubelnd begrüßten und die bewußt auf ste hingearbeitet hatten, jene tausendfach verfluchten Welwerbrechcr. haben letzt noch die unbeschreibliche Kühnheit, ihre Schuld vergessen machen zu wollen und als Ankläger aufzutreten gegen das Proletariat, das für den Frieden gekämpft hat und für die Revolution. Der Friede und die Revolution, diese beiden Begriffe, waren während des ganzen Krieges das Schreckgespenst deö deutschen Nationalismus. Wie hat man in den Etappen, wo die Heldenjünglinge mit guten- Beziehungen saßen, und in den Redaktionen der nationalistischen Blätter. tvo man das Gift der Kriegsmaschinerie fabrizierte, gezittert vor dem„Ausbruch des Frieden"! Und mit welchen in- famen Mitteln hat man gearbeitet, um den Friedenskamps des internationalen Proletariats zu hemmen, seine Schlag. kraft zu lähmen, seine revolutionäre Entwicklung in, Schlamm der nationalistischen Durchlmltepolitik zu ersticken! Diese Durchhaltepolitik, durch die das Proletariat vier Jahre lang an Händen und Füßen gefesselt war, zeigt uns am deutlichsten, wie auch der soziale Befreiungsgedanke des Proletariats durch den nationalistischen Irrsinn in sein Gegenteil verzerrt werden konnte. Vor allem die Durchhaltepolitik der deutschen R e ch t s s o z i a l i st e n hat dahin geführt, daß auch im deutschen Proletariat der natio- nalistlschsn Propaganda Tür und Tor geöffnet, daß die internationalen Verbindungen zerrissen, daß der Friedens- kämpf der Arbeiter in allen Ländern auf schwache isolierte Aktionen angewiesen wurde. � Heute hat auch das deutsche Proletariat bearikfen, daß seme Abkehr vom Internationalismus sein Verderben war und daß der Nationalismus der schlimmste Feind einoS jöden sozialen Fortschritts ist. Doch außerhalb der Reihen des Proletariats, in breiten Volkskreisen, die den Lehren deS Krieges und der Revolution fremd und feindlich gegenüber- stel>en, hat der Nationalismus noch immer eine starke An- ziehungskrast. Er hat sich nach außen hin geduckt und eine friedliche Form angenonimen. Er zieht aber seine Kraft aus zwei Quellen, die künstlich genährt werden, aus dem Gedanken des Rachekrieges gegen die Entente und auS der wüsten I u d en h e tz e. die systematisch be. trieben wird, um das Volk von den eigentlichen Ursachen seiner Not abzulenken.„D e n I u d e n schlägt man unddieRevolutionmcintman I"— dies.r Gründgedanke der russischem Pogromisten unter der Herrschaft des Zaren ist auch heute maßgebend für die Politik deS dcut- sehen Nationalismus, hinter dein sich nichts anderes verbirgt als schlimmste Reaktion und die Herrschaft der Gegen- revvlution.' Nicmcii» anders ass einer der Gründer der Deutsch- nationalen Bo! ve.rtei, Professor Otto von Gierte, bat in seinem schreiben, in dem cr den Austritt auS seiner Partei ankündigt, schärfsten Protest erhoben gegen den „wild anstürmenden blinden Nasscontisemitismus", dessen Flugschriften„ein e r st a n n I i ch e s Maß von Unbildung, Gefühlsroheit, Geschichtsun- k e n n t n i s und praktischer Unvernunft" offen- borten. Diese Unbildung und Gefühlsroheit, diese Go- schichtsunkenntnis und Unvernunft ist aber noch daS einzige,..,-------.................. waS dem deutschen Nationalisnius in seiner jetzigen ent-' Speisung im Kasino höchst bcsr'edigt fifrer d.m„Geist der Man schreibt uns: Wenn auch die offiziellen Leiter des Auswärtigen Amtes wechseln, die kvirklichen Leiter blieben wie in der alten Zeit die Herren von der' Personalabteilung: Schüler, Rurnelin und Scharfenberg. Diese arbeiten unablässig an dem großen Werk, Leute rückstän- digster Gesinnung an die wichtigsten Posten im Amte zu bringen, als Vertreter Deutschlands hinauszusenden, die getreu der Gesinnung arbeiten sollen, wie sie heute noch in der. Schule für angehende Diplomaten gelehrt wird. Mag man schon darüber verschiedener Ansicht sein, ob gerade Leute wie Sthamer in London, Mayer in Paris, Lucius in Rom die geeigneten Vertreter der neuen Ideen sind, des Selbstbestimmungsrechtes der Völker. der Völkerversöhnung. Ideen, die allein die Rettung Euro- pas und der Welt gewährleisten können, so muß man das verneinen bei Vertretern, wie Solf für Tokio, Franz Olshausen für Buenos Aires, Kraker von Schwarzenfeld für BogM(Columbien). Solf, der vielgewandte. in allen Sätteln gerechte Mann muß gerade in Japan die Deutsche Republik vertreten. Er, der sich in seiner ganzen Laufbahn, vor allem als Konsul in Samoa, in der Rassenfrage gegen die Gelben si) gründlich wie mög lich festgelegt hat. und überdies in Japan als warmer Freund Englands gilt. Kein Wunder, daß die Japaner diese Ernennung wie einen Schlag ins Gesicht ansehen. Olshausen erfreut sich aus seiner früheren Tätig- keik in Südamerika und Fernando-Po als Typ des schneidigen preußischen Assessors in allen Ländern spanischer Zunge einer gewissen traurigen Berühmtheit, er, der im Tropenkoller auf Fernando-Po die Spanier mit der Reit- peitsche zur preußischen Pünktlichkeit erziehen wollte. Kraker von Schwarzenfeld hat während des Krieges als Ministerresident Deutschland in Columbien vertreten. Daß die Deutschen heute noch in Columbien be» liebt sind, hat man ganz sicher nicht der Tätigkeit dieses Mannes zu verdanken, der sogar mit dem Präsidenten von Columbien stets auf denkbar schlechtem Fuße gestanden hat. DieS ist allein zu danken der Tüchtigkeit der deutschen Kauf- leute, neben der Feindschaft der Colunchianer gegen die Nordamerikaner. Kraker hat es fertiggebracht, im November 1918 in öffentlicher Agitation in den Zeitungen dort im fernen Bogotä den jwiser in seiner Stellung halten zu wollen. Er hat es glücklich erreicht, daß die Columbianer Schwierigkeiten mit den Nordamerikanern und Engländern bekamen/und die deutsche Kolonie sich in zwei Gruppen spaltete: hie Monarchie, hie Republik! Bis zu seiner Ab- reise von Bogotü Ende 1919 hat er die Republik nicht anerkannt, sogar noch eine Feier zu Ehren des Kaisers veranstaltet. Unter großen Kosten hat er eine Agitation in der Presse für seinen Kiiser entfaltet unter Aufnahme eines Kredits bei der Antioquia-Bank. Diese Schulden sollen heute von der Republik gedeckt werden. Keinen geeigneteren Mann könnte die Republik an diesen wichtigen Platz senden, um die letzten Sympathien für Deutschland auszulöschen..., Das sind einige wenige Beispiele, wie dre lcutenoen Leute deS Auswärtigen Amtes in rückständigster Weise ar- besten. Armes Deutschland! Arme Deutsche Republik! HstozelmSimchen im MnsleclMr. B<-m Republikanischen Führerbund wird uns mitgeteilt: Am 31. Mn ha: ,sm Munsterlager eine große Besubtigung der?. Marinr-Dr.gade durch den Bri Jade lern num dnrr Äöwen» selb sta'.sgefunden. Die Konrpagnien traten mit schwarz- weiß-rotcn Fahaen und der KriegSfiagge an. Auch die Offiziersfrauen verschönten die Parade. SSöwenfeld hielt eine Ansprache, in der er miüführt«:„Mr hatten»nsa-nmrn und sind durch nichts zu trennen, verschiede»? Freikorps haben sich schon mit uns vereinigt, so das Dv.achement Pfeffer. Wir sind eine Macht und stehen außerhalb der Verfassung. Wir rühr» nicht früher, al» b!« die alten Zustände weder hergestellt sind. NebrlgenS besteht bi» S. Marine-Brigad: von heute ab nicht mehr. unser Name ist jetzt Schiffs-Sturm-ARcllung Kreurer Ostsee." Bekanntlich hat Generalmajor v.© c c tk t am 28. Mai da? Mnnsterlagcr inspiziert und sich davon überzeugt, daß die Auf- lösung der Freikorps beinah« durchgeführt ist. Wir möchten aber dcch anfragen, ob General v.©-eckt auch die umliegenden Wälder ausgesucht hat, denn am Tage vor seinem Gintrcfsen im Mamsierlager rückte eine starke Abteilung mit Bagage usw. in d e Wä-drr aus, um dort einen Tag und eine Nach.- zu ver- bleiben, bis der Gcivaltige deS Reichswehrmmisteriurns nach arteten Form geblieben ist. Diese peri'erven Ausartungen sind nur ein Symptom des Fäulnisprozesses, den das alte Teutschland, das Teutschland der Junker und Kapitalisten jetzt durchmacht. Sie sind dieletzte Karte, die das alte Deutschland ausspielt. Je abstoßender ihre äußere Form ist. desto�schneller und gründlicher wird sie geschlagen werden. Der deutsche Nationalismus hofft auf einen� neuen großen Sieg am 6. Juni. Er hofft, mit Hilfe der ihm ge- spendeten Millionm noch einmal die Unternunft und die Roheit zum Siege führen zu können. Das deutsch? Pro- letariat m seiner Gesamtheit wVo i.ifuc sorgen, daß dieses Gespeuß einer fluchwürdigen Vergangenheit fortgescheucht und dem Gedanken desinternationalenFriedens der internati onalenVrüderlichkeit aller Völker freie Bahn geschaffen wird. Ein Komitee für dl? Heimschnsfunz der deutschen ÄrlegS- gefangenen. Wie der„Telegraphen-Nnion" aus Kopenhagen ge- meldet wird, hat sich dort«in Komitee gebildet, da» für die Heim- sendung der' deutschen, österreichischen und türkischen Kriegs» gefangenen aus' Sibirien arbeitet. ES will eine große Samm- lung veranstalten. Der Rücktransport der Gefangenen erfordert außerordentliche Geldmittel, da- die Heimsendung jedes Gefangenen ungefähr 1000 Kronen kostet. Schon jetzt haben sich V0 Bauken in allen Teilen/ der Welt bereit erklärt, Beitrage für die Rücksendung der Gefangenen entgegenzunehmen. Truppe" wieder fortfuhr Nene Schesdisie» des Zke'Mßg Schulz. Aus Old-nburg stnrd un-Z flofthrisben* DaS bei dem Kapp�Putsch in Mülheim(Ruhr) staiio- nieste Freikorps Schulz, da? sich vom ersten Tage des Puiich:* auf den Boden der Kappregierung stellte, aber trotzdem später von der Regierung zur Niederschlagung der revolutionären Arbci- ter benutzt wurde, hat da? Feld seiner Tätigkeit nach Olden» bürg verlegt. Die Oldenburgische Reichswehr, die sich am 13. März al» verfassungstreu erwiesen hatte, ist zur Strafe von der vealtionäron Osft'iierZkan-.arilla nach Celle«.geschoben worden und an seiner See Ii« rückte da» Freikorps. Schulz, unter der Bezeichnung Reich swehr-Regi«ent 110, in Oldenburg ein. Sofort h«t diese reaktionäre Truppe ein SchreckenSregi- ment errichtet. Ruhige Bürger werden von Reichswehroffizieren Verhaftet und auf dem Transport verprügelt. In Lolkaten geht man mit Revolvern Hegen die Zivilisten los. Tin Offizierstellvertreter verhastete kurzerhand in einer Wirtschast zwei Bürger und ließ sie zur Wache bringen, wo sie verprügelt wur- den. Als Polizisten erschienen, um die Freigabe der Verhafteten zu veranlassen, wurde ihnen erklärt:„Die Pollzeigewalt ruht von jetzt ab in den Händen des Bataillons Schulz; die Polizei hat überhaupt uichts z« sagen." Erst am anderem Tage gelang cS, Sozialdemokraten waren, zu befreien. In derselben Nacht ereig-t nie sich eine ander« Bluttat. Ein Unteroffizier virsez bee rnchtigten Freikorps erschoß hinterrücks einen von eine« Kriegere pereinSfest nach Hause gehenden Handwerksmeister. Durch diese neue Bluttat stieg die Empörung der EuÄ wohner derartig, daß da» Stadtverordneten-KollegiMN eino stkanmig gegsn das weitere Verbleiben deS Freikorps Schulz Protest erhob. Bei Beratung dieser Frage wurde öffentlich festge* stellt, daß der famose Reichswehrminister Gehler diese Truppe deck Oldenburger« alS Mustertruppe empfohlen, dir sich im Industrie» gebiet glänzend bewährt habe. Der.demokratische' Reichswehr« minister zeigt also sein Einverständnis mit der reaktionären Reichswehr im Industriegebiet und zeigt dadurch, daß er selbst nur ein verkappter Kappist ist. Auch die Schandtaten in Oldenburg werden ungesühnt bleiben. Da» Oldenbuoger Garni- sonkcnwmamdo gibt belaimt, daß gegen die Schießbelden ein« „Untersuchung' eingeleitet werde. Wie die ausfällt, wissen wir aus der Vergangenheit. Diese» Beispiel beweist aber auch, daß die Regierung garnicht daran denkt, die Auflösung der Freikorps durchzuführen und die Bedingungen des Friedensvertrages>zu erfüllen Sie poMische Lage w gstzceaß.ii. Wenn auch von einer augenblicklich drohenden Gefahr eine? konterrevolutionären Putsche» in Ostpreußen nicht die Rede sein kann, so darf doch nicht übersehen werden, daß dort von reo U m- närec Seite cmf daS Intensivste gearbeitet wird, daß Porberei- wngen getroffen werden, die kaum anders gedeutet werden können als die Organisation eines groß angelegren tonterrevo- lutionären AufstandeS. Die Abgeschlossenheit der Provinz durch den polnischen Korridor entzieht sie der genauen Beobachtung, und so können dort im Geheimen sich leicht Bewegungen voll- ziehen, die an anderen Orten sofort auffallen müßten. Monate hindurch hat man in Ostpreußen riesige Wafsenlager verbergen können— eS handelt sich um Waffen für etwa 850 000 Mann— die nunmehr die Basis für die Organisation konterrevolutionärer Putschpläne bilden. Die Waffen, nicht rnn Gewehre und Maschinengewehre, sondern auch Mincnwerfer und Geschütze, befinden sich größtenteils auf den Gütern, nur zu geringeren Teilen sind sie in Kasernen und behördlichen Ge- bäuden, wie Amtsgerichten und Rathäusern, verborgen. Eine genaue Uebersicht über die Waffenlager besitzt heute wohl niemand mehr, wenigstens keine amtliche Stelle. Für die Rechtsputschiften kommt eS nun nur noch darauf an, die nötigen Mannschaften für diese Waffen über das Land zu der- teilen. Diese Arbeit hat bereits begonnen, als die Baltikum- truppen von khrrm Abenteuer zurückfluteten. Damals blieb bei« spielsweise daS ganze Freikorps D i e b i tz s ch geheimnisvoll int Samland verborgen. Mit der Zeit sind mehr und mehr ehe» malige Freikorps-Angehörige nach Ostpreußen gezogen worden. Die treibende Kraft für die gesamten putsch: stuchen~ strebungen sind tn Ostpreußen allein die Militärs. S:ck haben den Gutsbesitzern die Furcht vor dem Anmarsch>.ec Volschewisten und der»spartakistischen Landarbeitcrschas: ein« geflößt. Diese Furcht denutzen sie nun, um den Gutsbesitzern„zu» verlässige" Balti'umer. FreitorpSangehörige und entlassene Reio Z» wehrangehörige zuzuführen. Teilweise haben dabei die Arbeitsver» mittlungSstellen ihre Hand im Spiele, die aus Westfalen un> Bayern, ausPommern und andern Teilen des Reiches die eiuiasseneit Fre'korpSangehörigen herbeiholen. Mit Hilfe der zur Entlassung kommenden Reichswehrangehörigen wird diese Orpanisatio» weiter ausgebaut. Diese entlassenen ReichSwehrangelstrngen ver- lteten nicht etwa ihre Verbindung mit der Truppe, sondern sie werden durch die Wirtschaftsabteilungen des Wehrkreis- kommandoS in Wirtschaftskompagnien eingeteilt. In diesen find sie nach Truppenteilen gegliedert und organisiert und werden nur nach Bedarf in kleineren Trupps zur Arbeit auf die Güter ver- teilt oder in geschlossenen Formationen in den Sumpfgebieten und Oedländereien verwendet. Im Falle eine? Putsche? steh«: sie jederzeit, aus den vorhandenen Waffenlagern fertig aus- gerüstet, dem Kommando der Reichswehr zur Verfügung. Die Einwohnerwehren,'die ebenfalls über große Waffenlager verfügen und in denen noch heule jeder Angehörige im Besitze seiner Waffen ist, sind ebenkallS völlig in de r Hand reaktionärer Führer und kümmern sich weder um AuflösungSbesehle noch um das Perbot ihrer Betätigung. Auch die Sicherheitspolizei war von der Reichswehr völlig mit Beschlag belegt und erst in letzter Zeit macht der Königsberg« Polizeipräsident Lübbring den Vorsucb, die ostpreußisch« Sicherheitspolizei von den reaktionären Reichswehroffizieren zu säubern. Tad-Wehrkreiskommando selbst steht unter der Füh. rung de» Generals v o n D a s s e l, der in den Kapp-Tagen eme» völlig klaren Brigadebefehl erlassen hat, in dem er seine �.ruppen aufforderte, sich hinter die neue Regierung zu swllen. Dasselbe gilt von seinem Stabschef, dem Oberstleutnant Bürckner, und fast dem gesamten OsfizierkorvS der Garnisonen Königsberg« Jnsterburg, GumSinnen und Tilsit. Auch die Grcnzkchul-polw.ei, die noch heute in jeder sozialdemokratischen, ja demouatisiwa Versammlung spartalistische Umtriebe sieht, ist jederzeit zur Ver» fügung der konterrevolutionären Offiziere. Räch dem Kapp» Put'ch haben diese ihr: Truppe sorgfältig von allen Onwwren ge- säubert, die sich damals hinter die verfassungSmaglge Regierung gestellt hatten. Es ist also ein völlig exkl-rsiveS reaktionär-nafio. nalisiischeS Offizierkorps, das dort herrscht, das über die nn- geheuren Wafsenlager verfügt, daS Mannschaften in genügender Menge zur Verfügung hat und dem bei einem Putschversuch jnich die Großagrarier und Großgrundbesitzer nur alchu willig Folge leisten werden Sie Varkei der Schwerindustrie. vor«inrgen Tagen hat Stresemann in Hamburg eine Rcdt gehalten, in der er dem Ginne nach sagte: „ES ist wahr, wir haben die Schwerindustrie zum«rvjjrtl Teil hinter un», ich will nicht in Abrede stellen, daß die Grvß- inbustrie uns mit erheblichen Summen unterstützt. Aber warnm svllen wr un» d-qz nicht gefallen lassenl E» ist dich immer besieg daß wir da» Geld nehmen, al» andere Partei«»." timme am Sonntag öer U» S. p. D Sie Segnet gegen sich selbfl. Von einem Genossen, der in Berlin Wahlversainnilungen frller Parteien besucht hat, werden uns folgend- Glossen geschickt: Die K. A. P.D.:»Es ist ein Unsinn, jetzt fünf Minuten bor »cm Zusammenbruche der Bourgeoisie noch ins Parlament zu gehen."— Aber wer zwingt Euch denn, wenn Ihr nicht wollt? Deswegen könntet Ihr aber doch Eure Stimmen zählen und Eure Kandidaten nennen. Oder glaubt Ihr, die Reaktion werde geschwächt, wenn Ihr da, wo Ihr sie nicht sehen wollt, wie der Vogel Strauß den Kopf in den Sand st eckt? Die K. P. D.(Klara Zetkin):.Die Unabhängigen habe» ein Verbrechen an der Revolution begangen, weil sie für den Frieden eingetreten sind!'— Und Ihr hättet zusammen mit N o s k e und L ü t t w i tz den Krieg weitergeführt! Die S. P. D.(Franz Krüger):.Gewiß muß mehr pro- duziert werden. Aber der Gewinn darf nicht einzelnen Privat- kapitalisten zugute kommen, sondern der Allgemeinheit. Alle politischen Freiheiten nützen dem Volke nicht», wenn eS sich nicht von der Herrschaft de» Kapitalismus befreit."— Und deshalb habt auch Ihr Euch mit den Kapitalisten an einen Tisch gesetzt und obendrein noch das schmutzige Geschirr von der Tafel weggeräumt. Die Demokraten(Vizekanzler Koch):.Wir müssen zunächst politisch unser Vaterland wieder aufbauen, ehe wir daran denken können, die wirtschaftlichen Nöte zu beseitigen."— ES gibt ein Sprichwort, da» lautet: Erst essen, dann politisieren, Die fangen also am verkehrten Ende an, Herr Vizekanzler. Da» Zentrum(Dr. Maximilian Pfeiffer):..Gotte» Sohn hat sich für alle Menschen ohne Unterschied der Klasse und Farbe geopfert. Aber im Wirtschaftsprozeß kann eS kein« Gleich h e i t geben. Wir können nicht den Dummen und Faulen die gleichen Rechte geben wie den Intelligenten und Fleißigen."— Stimmt! Denn wenn der Faule mehr Geld hat als der Fleißige, hat er auch mehr Rechte. Da» ist im»gottgewollten" KapitaliS- »nu» nun einmal nicht ander». ! Die Deutsche BolkSpartei(S tre se m a n n):„Die Un- vbhängigen sind die Achillesferse der MehrheitZsozialisten. Da sind sie sterblich."— Durchaus richtig. Und die Deutsche Volks- Partei ist die Achillesferse der > Drutschnationalen VolkSpartet(Herr Wulle):.Alle», was schmarotzt und schiebt, hat kein Recht, in unserem Vaterlande zu »'eben.'— Aber das können Sie doch unmöglich im Ernst ge- meint haben, Herr Wulle, sonst würde von Ihrer Partei kaum tztwa» übrig bleiben. Oder schmarotzt die Deutschnationale Volks- Partei nicht auf dem wunderbaren Gewächs der deutschen Nieder- log« und de» R e v a n ch e k r i e g e»? Da ist eS wohl am besten, man reißt diese? Gewächs selbst au». Der internationale Sozialismus wird auch den Friedensvertrag von Versailles au»- rotten, auf dem die Deutschnationalen schmarotzen, und das Aus- iäten allen Unkraut«» wird um so besser besorgt werden, wenn v Deutschland am 0. Juni Nie ll. S. P. D. siegt! Tie teichenschänder. Gefühlsroheit und Nnbtldlung hat Professor von Merk«, der au» der Doutschnationalen Partei ausgetreten ist, weil dir dort vereinigte Gesellschaft ihn anwiderte, den Deuischnatio- imtlen vorgeworfen. Um diese» Utieü vor aller Welt zu beseitigen»� veröffeutlUcht die Partzoi bor Edelsten und Besten folgende» Wahl- plaßaß«, Deutsch« deM«m lNeklknecht— Luxembu-qz— GiSner— Cohn_ Toll«— Mühsam— Levis»— Levine — Haas« sowie all« andere«« Und wcM Deutsch»»tional. DaSP d« Abgrund von Vioheit und ZhnÄnruS, wo««n Oefstsn ist. Nicht gonug, daß dies« gemewie Gesellschaft offen zum Mord cm den Vorkämpfern des revolutionären PrvletartmK auffordert, sie begcht auch»och Leichenschändung an den Er- mordsten. E t verm>i.sche.n noch lebende sozialistische Führer, wie Toller und Cohn, mit den Getöteten— ein« Verwechselung, die in der Hitze de» WalssiainpfeZ passiert, weil dsm Verfasser de» schmie- Rgw Zettel» im Augvniblick nicht gegenwärtig war, wer von den Führern bereits ermordet ist und wer noch auf der Mör- d erliste steht! Soweit geht die»Geschichtsunkenntnis". die G'.erle den Deutschnationalen ebenfalls nachsagt. Daher auch die Wendung:»... sowie alle anderen." Zu denk«,: gibt, daß mich Haas« in dieser Liste der auf deutschnational« Treibereien hin Ermordeten und noch zu Ermordenden tw, zeichne! ist. Di« Arbeiterschaft wird die Airtwort aus diese Gemwinhe-t am Sonntag finden. Gras Aevenklow» sme? be?n!fmh? Vorkämpfer der Teutschrmkftmoken, 8er zu d e n Heimkricgcrn gehört, die hje Setzmaschine als ihre Kanone und ihre vollen Backen als Kriegstrompete an- sehen, schrieb im Jahre 1909 in den„Alldeutschen Blättern" über die nach Gleichberechtigung strebende Frau: „Die moderne Frau" diese» Richtung ist gel- st ig et« Geschöpf de» Halbbildung, tiefe» liegende Probleme gibte eß nicht skr sie. religiös ist sie Materialift n, und ihr Götze ist die„moderne Wissenschaft", die sie naturlich nur-« der obersten Oberftiiche erfaßt hat.„Fortschritt" ist die Fahne, zu der sie schwört, flachste Aufklärung mid alle landläufigen Redensarten der männlichen Fortschritt». Propheten bilden ihre Richtschnur." Erinnert euch hieran, Arberterfrauen, lvenn ihr in den Aufrufen der reaktionären Parteien lest, daß sie für„gesunden Fortschritt" feien. Roll?« llver Sle neue Wehrmachk. xst hat im Panumria dauevid mit falschen Zahlen operiert, hat die Oefsentlich- keit über die wirkliche Stärke der Wehvmacht beharrlich irregeführt. Wuch für die Kosten für daSBaltik>uma,benteu«r, da« ein(war verbrecherische Offiziere ungestraft ausführen konnten, sind Hunderte von Millionen Mar! aus Siaats Mitteln bewilligt worden. Dabei wurden riesige Bestände an Bekleidung»- stücken, Röckm, Hosen, Mänteln, Stiefel, Wäsche, die der arbeitenden VevWevung zugute kommen konnten, nach dem Baltikum verschoben. Millionenwert« gingen dem deutschen Staate ans diese Weise verloren, aber die deuischnatio- nalen Offizier» sch ieber, die diesen Betrug verübten, um sich gesund zu machen, blieben unbehelligt. An unfsrem f i n a n z ielle n Chaos trägt der Militari»» mu» die Hauptschuld. Keine Partei außer der Unabhängigen Sozialdemätrati«, hat in der Nationalversammlung gegen die SchanUvirtschaft protestiert. Wieviel Leid hätte gemildert, wis viel Schmerzen hätten gestillt werden können, wenn die Milliar« den, di« der neue Militarismu» bisher verschlungen hat, den Kriegsopfern zugeführt worden wären. Der Militarismus der Republik ist das Werk NoSkeS und seiner Prateifreunde. Si« sind also für beide» verantwortlich: für die politischen Schäden, die die Reichswehr angerichtet hat und noch anrichten wird, für die Zerrüttung unserer Finanzen, die der gefräßig» Moloch durch sein unersättliches Maul wesentlich gesteigert hat Wühler, denkt daran am 0. Juni. Nur die U. S. P. D. hat den Militari»«:»» bekämpft nnd tritt für seine völlige Pefeiti, gung ein. Der Ist(£. Cinwro? Der Vgnipyr. Was kostet der neue Militarismus? Der von den RechiSsozialisten inS Leben gerufene neue Mili» fcmSmaS frißt wie ein Vamvp-r am Marke de» Volkes. Tie Ab- Wicklungsstellen haben im letzten Etatsjahr allein ÖH Milliard.n Mark verschlungen. In diesen Stellen, die weit eher ein- wickeln als abwickeln, hat sich der alte Militarismus einen Schlupfwinkel gesucht, in dem«r so lange zu hausen ge» denkt, bis er wieder in alter Grüße ans volle Tageslicht rieten kann. Der eigentliche M i l i t ä r e t a t aber, der die Kosten für die Reichswehr festlegt, hat im letzten Jahre über 2 Milliarden verbraucht, darunter allein 29 Millionen Mark für die 1749 Offizier« und höheren Beamten, di« im ReichSwehrminv sterium und in den oberen Kommandostellen mit dem Schutz der Republik betraut find und die diesen Schuh so gut ausgeführt haben, daß am 18. März der Kapp-Putsch von militärischer Seite nicht den leisesten Widerstand fand. Neben der Reichswehr wurden au» Staatsmitteln auch die Kosten der Einwohnerwehren und der Zeitfreiwilligen bestritten, die ebenfall» mindesten» 10 Millionen Mark im letzten Jahre verschlangen und die zum Dank dafür im Äugenblick der Gefahr der Republik den Gehorsam verweigerten, sie am 18. März im Verein mit der konterrevolutionären Reichswehr zu stürzen versuchten. Welche Summen die Sicherheitspolizei jährlich verschlingt, steht noch nicht fest. Es werden aber todsicher mehrere hundert Mil- lionen Mark in Frage kommen. Auch das Spitzelunwesen, das die militärischen Dienststellen betreiben, um die Arbeiter bewegung. niederzuhalten und die Gegenrevolution zu fördern, kostet mehrere Millionen Mark im Jahre. Nie wurde das Volk in so schamloser Weise belogen wie durch Las politische Aeigeablalt. Von Jgnaz Wrobel. Da» Buchhändler-Börsen-Blatt ist da» einzige Blatt, ln dem «ach den Satzungen de» deutschen Buchhandel» die Verleger den einzelnen Buchhändlern, den Sortimentcrn,«hv» Bücher anzeigen können. Da» Buchhändler-Börsen-Blatt weigert sich. Anzeigen aufzunehmen, die die aufklärenden Werke von Richard G-elling. sowie ander« rein pazifistische Werke antündigem Begründung: dies« Werke fallen unter die Rubrik„unstttliche Literatur". Die Beurteilung dieser Werke durch den Vorstand deS Buch- Händler-Börslen-Verein» steht hier nicht zur Diskussion. ES ist jedem unbenommen, die Bücher Grelling», die die Frage der deutschen KriegSschück» aufgerollt haben und bi« heute noch nicht widerleg» sind, mit den schmierigen Büchern auS Budapest„Lo- lott« im Bett" und.Geheimnisse«ine» Schlafzimmer»' gleichzu- stellen, lieber Geschmacklosigkeit ist nicht zu streiten. Ander» liegt di« Berechtigung der Herren. Der Schutzver- band Deutscher Schriftsteller, der sich dieser Angelegenheit in dankenswerter Weis« angenommen hat. fragt« beim Buchhändler- Börfen-Verein dieserhalb an. Er bekam zunächst ei», etwa» dunkle Antwort, und dann, als et bestimmter wurde, eine neue. Und die tvar offen. .Der genannt« Schriftsteller" stand darin,„hat«s sich angelegen sein lassen, nach Möglichkeit den deutschen Namen zu ver- unglimpfen." Und:.ES hieße den Begriff der Unsittlichfeit»erengen, wenn man ihn ausschließlich auf sexuelle» Gebiet de- schränken und nicht auch diejenigen Schriften dazu rechnen würde, di« e» sich zur Aufgab- gestellt h�ben, Deutschland noch tiefer zu ernied vi gen und in den. Sumpf zu ziehen." Wir haben eS hier mit einem unerhörten Fall selbstherr- sicher und ungesetzlicher Zensur zu tun, die um so schlimmer ist, dl» sie die Betroffenen auch wirtschaftlich tot macht. Sticht an- gekündigte Bücher verkaufen sich schwer. Da» Börscn-Blatt hat bereit» einmal matt und ergebnislos versucht, den Vorwurf einer Einmengung in geistige Dinge zu- rÜckzuwelsen. Wie eS aber verfährt, wenn es„sittliche"' Werke anzeigt, gebt daran» hervor, daß»s am 19. Mai 1929 eine Schrift de« ehemaligen Oberste«„nd jetzigen Hochverräters Bauer anzeigt.»Der 18. März 1939. Eine Aufklärung übe: ütUvitz von beteiligter und deshalb berufener Seite." Ich "" Orcani ni; t anpreisen wird, wie etwa dieseS:.Mein letzter Lustmord. Von Raubmörder Hennig. Eine Aufklärung über die sensationelle Bluttat in der Terfflinger Straß« von beteiligter und deshalb berufener Seite."(Aber das ist wohl hierorts fo üblich: erst richtet man fein Land zugrunde!, und dann schreibt man da» über«in Buch und holt die Spesen hoieder herau». Und nicht nur die Spesen...) Ich fordere nicht, daß das Mrsen-Matt die Anzeige Bauers zurückweist. Wenn der Staatsanwalt sich da» gefallen läßt, daß ein von der Reichregierung durch Steckbrief gesuchtes und unausi fintzbarer Mann einen Verleger hat und mit der Schilderung eine» Verbrechen» Geld verdient— un? wundert's nicht. Wehl aber wäre e» Sache der betoiligtem Nckbe'tororgani- sationan der Buchdrucker und der BuchhendlungSangestellten, da« Börsenblatt zur Rede zu stellen, mit welchem Recht e» sich«r- drerstet,«in«— nebenbei natio-nal-isti-sche— Zensur zu treiben! E» hat Bücher anzukündigen— weiter nichiS. E» hat Bücher an- zukündigen— nicht da« Volk zu erziehen. Mag«S Werke und ihre Anzeigen auSschliießen, deren Inhalt nach der Gesetzgebung straf- bar ist— wert isvnst.unsittlich" öder.sittlich" ist, überlasse öS zur Entscheidung den Lesern. Di« Schriftsteller sind heute noch nicht so irnächtiu,. daß si« allein etwa» ausrichten..Die Sortümenta scheinen nicht helfen zu wollen. Di« Verleger unternehmen nicht». So wird— wie st) oft in Deutschland— der Knüppel beim Arbeitor stehen bleiben. Auf ihn wird eS ankommen. Er mag hie Herren fvagen, ob sie die aAen seligen Zensurzeiten wieder heraufführen wollen. E» kann«ne» Tage? diesem sittlichen Blatt beikommen, arbeiterfreundliche Werke al» unsittlich au? zu schließen. Kameraden, von der Buchdrucker zunftl Wo seid ihr? Angegangene NnSscheisken. Otto Bauer: Bolsch.'wiSmu» oder Sozialdemokratie. Wien 1929. Vorlag der Wiener Vo.kjHuchhandlui)g. Wien. 129 Sehen. Franz Rfthr-ng: Karl Marx, Geschichte feines Leben». Dritte Auflage. Leipzig 1920. Vorlag dpr Leipziger Buch- d»uckerei A.-G. Ott» Neurath: Bayerische Sozialifierr'.ng«i»rfahrur»a«». Roch einem Vortrag m der sozialioeffch-n Gesellschaft, Wien. ABn 1920. VorlagSgenossenülaft.Ne.:« Erde' v II, Marftchllftr- straf: 74». Po:.:» s.— M. 80 Seiten. efaftyj«. Ein Schmutzfink, der ausgerechnet den letzten Tag kiel Wahlbetvegung benutzt, um im gewerkschaftlichen Teil des„Bor- wärts" ein eben so lange» toi« dumme» Zeug über die U. G. P. und die Gewerkschaften zu veröffentlichen, worin er längst widerlegte Verleumdunzen und Verdrehungen au» früheren Ar- tikeln ähnlicher Art einfach abschreibt. Ein« Polemik ist der Man» nicht wert. Aber die Gelegenheit, die KampfeSweis« solcher Geister noch einmal zu kennzeichnen, vollen wir doch nicht vorübergehen lassen. Die GewerkschastSpolittk der U. G. P. D. besteht nach Li» dow in der Unterstützung aller Krakehler und in der Förderung von Sprengungsversuchen. Die Sprengungsversuch« seien nur deSmegen nicht gelungen, weil die U. S. P. D. keine geschlossen« Partei ist,„sondern eine mehr lose al» feste(l) Vereinigung von Iii revolutionären Sekten". Die Seeleute und Hafen- arbeitet, die seinerzeit einen gerechten und schweren Kamps gegen da» Reederkapital führen muhten, wobei sie selbstverständlich unsere Unterstützung fanden, wie jede kämpfende Arbeiter» gruppe, welcher besonderen Richtung sie sich auch zurechnen mag: werden von ihrem ehemaligen Kollegen Lindow von neuem ver, keumdet. I m Stil der Gelben schreibt der Mann:„Der Streik hat große» Elend über die Seeleute gebracht, ohne das für sie etwa? heraussprang.'Die Führer hatten den Verrücktem schein oder den GcfängniSentlossungSschein in der Tasche. Heute sind jene Lieblinge der U. S. P. Lüttwitzianer." � Diese» ist der kleinliche Haß de» Funktionär» de» Transport- arbsiter-VerbandeS, der:S nicht verschmerzen kann, daß die See» leute sich von seiner Organisation getrennt haben. Diese» Ist di« Froschpersp«>l:tve, au» der diese Leu« dem Kampf der Arbeite«» klaffe betrachten. So ausgerüstet ziehen sie in den Wahlkampf, um dem Proletariat dem rechten Weg zu zeigen! Genau so dumm und bewußt verleumderffch sind di» Be> trachtungen dieses„Kenners der Gewerkschaftsbetoegung" über di? BetriebSräteorganifation und ihr Verhältnis zur Gewerkschaft»� bewegung.'. Herrn Lindow nehmen wir da» nicht krumm. Dom gewissen Haustieren soll man nur gewisse Produkt« erwarten. Aber de» „Vorwärts" sollte sich schämen, daß er— wie gesagt: auS> gerechnet am letzten Tag« des Wahlkampfes— solchen Schmiere- reien Raum gibt. Auch die kranken müffen wählen! Taufende von Wählern liegen in Krankenhäusern vnd Lazaretten. Auch sie müssen von ihrem Wahlrecht unbedingt Gebrauch machen. Vielen Kranken wird es möglich sein, ohne Hilfe das Wahllokal aufzusuchen. Wenn bei bett- lägerigen Kranken die gegenseitige Hilfe der Krankenhaus- injassen nicht ausreichen soll, so hat sich der Arbetter-Samariter-Bund in dankenswerter Weise bereit erklärt, auf Benachrichtigung hin, Krank? auf Tragbahren zu den Wahllokalen zu brin- gen. Die Wahlvorsteher sind angehalten, Kranke sofort ab- züfertigen. Nähere Angaben über die Möglichkeit eise, Verbindung mit dem Arbeiter-Samariterbund erfolgen noch. Aicht zu gute» Menschen. sondern zu rachsüchtigen, schadenfrohen Soldaten soll dls kommende Generation nach dem Willen jener Kreise er- zogen werden, die dauernd über die Verhetzung des Volkes durch die U.S. P. schreien. Wagte doch selbst ein Schul- rektor in der„Hamburger Schulzeitung" zu schreiben: „Die Zejt kommt für da>z Kind früh genug, daß e» seinen Siegfried iritisiert und den Hagen entschuldigt, daß der groß«. reine Kinderfina und Kinderblick unsicher wird und trübe, wenn er bei reiferem und schärferem Sehen entdeckt, wie auch ein Sieg- frirb nicht ohne Schwäche ist. D i e M a h n n n g, n i ch t H a ß, Rachsucht» Verachtung«nd Schadenfreude zu säen,« st unnötig, nicht» urganzundgaruuzeit- gemäß, sonder beleidigend; nach außen wir» sie hcutt schädigend, da sie da? deutsche Volk und seine Erzieher herabsetzl i» de» Augen de» AuSlande»." ES sind dieselben Kreise, die sich immer darüber ent- rüsten, wenn ein einzelner jener allzu vielen reaktionären Pädagogen abgesägt wird, die das Herz der Kinde» vergiften wolle»:. Die Zahl der Erwerbslosen am IS. Mai. Wie da» Reich»» arbeitsminlsterium amtlich mitteilt, weist die Gesamtzahl dev unterstützten Arbeitslosen auch am 15 Mai d. I.»och einen de- merkenswerten Rückgang auf. Während am 15. Aprik 244 894 männliche und 96 498 weibliche E-werbSIos« unterstützt worden sind, beiruaen die entsprechenden Ziffern am 15. Mai nur 819679 und 59 748. Di« Gesamtzahl der unterstützien Er« werbslosen betrug also an: 16. Mai nur noch rund 279 909 gegeq rund»19 999 am 15. April. Zu ihnen iritt an unterstützten Fa- miliencmgehörigen noch di« Zahl von 256 010 gegen rund 800 000 am 15. April. In diesen Ziffern kommt somit die ungünstig« Arthur SaternpS, Bip Tchweriudpsttche in und nach dem Wendung, die sich uuMMien nur htm AukunttwaM.«öllzow"- c*. BU-u«-"-Kit...., i SVMkokgMMSV m yöhM VeMK. Der„Bund höherer Beamter" teilt der„Losfischen Zcitm.z" mit:„Ter Ausschluß der höheren Beamten aus ic:i. Deutschen Beamte nöund ist vom Beamtentag am �S. Vier- in Berlin ta.- sächlich vollxoaen worden. Dem Bund höherer Beamten wurde eine seiner MiMederzich!-«ntsprzcheuoc Zahr vor» Bttlrcter« ver- weiigrrtr Durch diesen xatzungSwidrigein Beschluß waren die kl) 0oii Beamtenbuiid »u vertreten. Der Deutsche Beamtenbund hat damit aufgehört, die Vertretung der GesamHeit der deutsche« Beornteu zu»eint Was hier von Ausschluß und von der Verweigerung einer genügenden Vertretung mitgeteilt wird, ist unzn treffend. Die oberen Beamten haben de» Vorwand zur Trennung vom„Deutschen Beamtenbund", dessen Teil- nähme am Generalstreik ihnen mißfiel, gesucht und gefun- den. Die wirtschaftliche Verrrciung der Mass« der rmteren und Mittelbeamtcn wird darunter nicht leiden, aber bei zu- künftigen Putschen wird der„Bund höherer Beamter" den Widerstand gegen einen zur Abwehr geführten Generalstreik organisieren. S!e Absperrung SMöeulschlanbs. Dle Absperrung der süddeutschen Staaten urtfes der Führung Bayerns gegen daö übrige Reich nimmt immer schroffere Formen an. Auf Grund der Gesetze bezüglich der Ginschrän- fting'der Freizügigkeit wegen Wohnungsnot und Lebensmittel- Mangel schließen die süddeutschen Regierungen ihr Land fast völlig vom Reick« ab. E» ist für«inen Norddeutsch«!, vor allem für einen Preußen, heutzutage fast unmöglich, in Bayern eine Wohnung zu findeu, da ihm diese unter Wßb rauch der Nolgesttze vorenthalten wird. Ebenso bestehen noch immer die Beschrän- klingen der Lebensmittelausfuhr aus Bayern. Die Reichs- regrerung und auch da» Preußische Ministerium de» Innern haben sich deshalb an die bayerische Regierung und an die übrigen süddeutschen Regierungen gewandt und um Abstellung dieser Mißstände gebeten. Der Erfolg dieser Aktion bleibt abzu- warten.■ Große Erfolge werden Reichsrcgierung und Preußische Regierung nicht erzielen gegenüber den unverhüllt partikularistisch- reaktionären Bestvebungen der bayerischen Regierung. ttitu«TOpflfftweii WWW!W i'-lteK. hfiW Wehttfr STOT TköriüftfTJ ffSt KSSI&TJÄ ÄWS' Perkonen ist der BetriebZkraiikenkaffe vi? zum 17 Mai ans einem j«s den vorjährige-n Wahlen, der Hausbesitzer Robert Ftoir netj Bloefzetter mitzuteilen. • blychen-r Straße 117, nicht bekonders ernst genommen, denn er er«pack wird in der ül'licben Weise von dem Äonsumverei»- benutzt die offiziellen Wabiumswläge für private Zwecke, u. a. all Arichsdruüerei vrrwiii»m in abgewogeueu Päckchen den Umschläge für ÄrhUMigSkü-adizungen» Der Herr Yi auch in die- �''.fem s-i-icc wieder Wai-lsorstayer und wird sicherlich in dieser Fui'cktieii die G...gei.eei: wahrnehmen, um sich mit öiliigen Bri.- umschlage» einzudecken. Qb"sich dieser Herr, der iich schon jetzt über einen Sieg der Reaition rrwu, denn er hofft«mm, die ihm-politisch unbequemen Mieter an die Lus:> setzen zu kögnen, zum Wahlvorsteher und iu andern'ehrenamtlichen Posten eignet, wagen wir außerordent- fZ-i". ar---■>..."C��vw- Pr-T-»* Leer. er- dök�WWI Naumrarstchern zugehen. Für die richtige Weitergabe der Päckchen an die Bezug-�erechiigten, Ciuziehug der Beträge uns um- gehende Wfüihrmig der Gesamtsuntme an den Konsumverein bleibt der Ztau in Vorsteher verantwociiich. Zur Vermeidung von Berufungen durch «mtie anderer Verwaltungen u>w. ist de« s o na I dringend anzuempfehlen, über die leiiung Verschwiegenheit z u beobachten." Arbciterrat und Direktien der ReiHd-oruckeret: gez. Röhl. F. B.: gez. Voß. MiZ dem ersten Teil diese» Anschlags? geht klar»nd uu- zweideutig hervor, daß eine R.üchtbchörde den Schleichhandel kon- zessioniert. Der Preis von 17, öl) M. pro Pfund zeigt, �tzaß auch noch mit einem gewissen„Verdienst" sestenS der Behörden gearbeitet wird. Aber für unS ist doch die Hauptsache der letzte Absatz., Hier wird versucht, durch ein Stück Speck einen Gegensatz zwischen Arbeiter und Angestellte der verschiedenen Verwaltungen zu tragen. Wie kann ein Betriebsrat so etwa? unte-'schreiben? Was nicht die immer wieder ausgesprochene Formel„Zusammen- schluß aller Hand, und Kopfarbeiter" wenn nicht dementsprechend gehandelt wird. ES darf zwischen den Arbeitern und An- gestellten, gleichviel welcher Betriebe, keine Geheimnisse und Ge- gensätze mehr geben und jeder Versuch, künstlich welche zu kon struieren, mug> unmöglich gemacht werden, !lich stark zit bezweifeln. Gewerkschaftliches. Rücktritt des omerskanischen Außenministers. Der Mnifter bc» Auswärtigen Pol! hat seinen Abschied verlangt, her thn von Wilson auch bewilligt wurde, ............................. öettiebsrate. Wie der Betriebsrat nicht arbeiten soll! Verschiedene Beschwerden über die Tätigkeit verschiedener Be- Iriebsräte laufen in der letzten Zeit bei uns»in. Sie alle zu registrieren, ist unmöglich, obwohl ste fast alle berechtigt sind. Einen Beweis falscher Auffassungen über die Pflichten der Be- triebSräte wollen wir im Folgenden bringen; nicht um die ln Frage kommenden DetrirbZräte zu verdammen, sondern um ihnen und allen anderen Fehler zu zeigen, die unterbleiben müssen. In der Reichsdrnckerei kam folgende? Schriftstück zu» AuS- hang: Berlin SW. 63, den 12. Mai 1030. „Der Herr ReichSpostminister hat bei den zuständigen Stellen die Genehmigung eiiver Sonderzulage von Speck an di« An- gehörigen der ihm unterstellten Verwaltungen erwirtt. De» Speck Amerikanische Ware) ist auf Trichinen untersucht worden. Von den Angehörtgen der Neichsdruckerei sollen erhaltene a) ledige Personen je 1 Pjund. b) verheiratete Personen und solch», die diesen gleich zu«chien sind(zu vergleichen Punkt L d«r Anmerkungen aus der L�hn» nachWeisung) je 2 Pfund. � Der Verkaufspreis betrögt für ein Pfund 17 HO M. Bai der Speckbelirferung ist vom Wirtschaftsausschuß der Qoertzostdrrek- tion die Zahl der ihm am 27. April von hier g«m»lded.'n Per- fönen zugrunde gelegt worden. Da sich be, der Liejerstcll« noch nicht übersehen läßt, ob sie für die nach dem 27. April hier neu ein» gestellten Personen Speck erübrigen wird, könne» zunächst nur die- jenigen hier beschäftigten Personen berücksichtigt werden, die am 27. April der Reichsdruckerei angehörten� Den Dienststellen wird also Speck nur für die von Ihnen am 27. April gemeldeten Per« soncn zugehen, wobei bemerkt wird, daß Kranke und Beurlaubte gleichfalls kaufberechtigt sind. Sollt« der Direktion noch Speck nach. geliefert werden, so sollen auch die vom LS. April bis 12. Mai Die Handelsaufsicht. Für vie Angestellten aller Berufszweige bestehen eine Reihe Ven Schutzgesetzen, über deren mangelhafte Durchführung lebbast geklagt wird. Besonders gilt das von der Arbeitszeit, der Ein« stellung von Kriegsteilnehmern und Beschädigten und der gesund» heitlichen Instandhaltung der Arbeitsräume. In BayerG, Würt- temberg und Hamburg ist die Regiernna deshalb dayn über- gegangen, im Anschluß an die Gewerbeaufsicht gleichartige Ein- richtungen auch für die Handels» und Burcaubetr-ebc zu schaffen. Der Zentralvcrband der Anftestellten bat ietzt beim RcichSarb.'itS- ministerium beantragt, dieses solle auf die übrigen Regierungen im Reiche einwirken, gleichartige Einrichtungen zu schaffen. Da» mit würde eine seit Jahrzehnten von den Angeftollten in Handel?- und Bureaubetrieben erhoben« Forderung endlich erfüllt. loitertni GrsS�Seriia. Das Hemsttwahlbnrean befindet sich, im Parbeibureau Schicklerstrasse 5/8. Telephonischer iluruf: Alexander 3007, ü>n»Ustadt 3759. Meterschaft und Wahlen. Dkd Kivgerkichen Parteien suchen bei ihren llmwerbungen nm die Gunst der Wähler vergessen zu machen, daß sie bei allen Gelegenheiten für di« Interessen der Besitzend«« eingetreten sind und die Interessen der Nichtb»sitzciiden mit Füßen getreten haben. Ein Beispiel dazn kältet auch da? Eintreten dieser Par» teieu für den privaten Hausbesitz, dem sie am liebsten völlige Beweßungsfreiheit und damit auch unbeschrünkle Bewucherung des WohnungsmieterS einräumen möchten. Von der Bildung von Mieterräten wollen sie nichts wissen, und die Sozialisierung von Grund und Boden gar ist ihnen ein Greuel. Die Deutsche Demokratische Partei und die Deutschnationale Volkspartei haben in der LandeSvsrsaminlunx gegen das Höchstmietengesetz Etel» lung genommen; die Vorsitzenden der Groß-Berliner MietS- einigungsämter versuchten unter Führung der Demokraten gegen die klaren Gesetzesbestimmung»« allgemein« Reparaturzuschläge durchzuführen. Deshalb dürfen die Wähler, die wenigsten? den bisherigen notdürftigen Mieterschutz erholten wissen wollen, weder bei den ReichstagKwahlen, noch bei den Stadtverordneten» wählen dp; bürgerlichen Parteien ihre Stimm« geben. Wahlumschlage für private Zwecke. D« ßsstün für die Wahlen werben bekanntlich hin» größten aWfc vorn Reiche, zum kleineren von der Komniu« getragen. AußeoordenKiche Summen be-ruspruchen bei den heutigen P--pier- procho» d« ÄvhA»«»schläge. die N'ch Benutzung und Auszählung taut gosetzticher vevschchfr«, a» die Kommune zuk weiteren Be-llutzssh» st vom Wah.lleiter zurückzuliefeun fintz. Achtung Mrebitcr Genossen! Die für heute, abend ange» kündigte Versammlung im Stadtth-ater Alt Moabit fällt aus. Wieder ein neuer Raubmordversnch. Ein Raubmorboerinch wurde gestern uackmittag auf den 46 Jahre alten Agenten Srro Schreibet in s?jner Wohnung Potsdamer S-raßc 76 verübt. Der Asent. ider zur.Zeit die im ldriiiten Stockwerk belegene Wohnung fü'' sich allein' bewohnt, da Frau und Kind sich auf Sommer- wohnunq befinden, erhielt gestern Nachmittag>den Besuch.des 17 Jahre alten, aus Allemsiein gebürtigen Lehrlings Kunt Namo aus der Zkollendorfstraße So. Er kannte den iungen Mann-cho» länger« Zeit und stand mit ihm als.Brieintarksmammler im Aus. tau ich von Marken. Auch gestern Nachmittag hatte ihm Nama wieider Briefmarken gebracht. Im Laufe der Unterhaltung bat der Lchvbng den Agent, ihm auf dem Klavier eVvaS vorMpuslem. Da? tat dieser auch bereitwilligst. Run zog der Bursche,>der mit der Absicht gekommen wa?, den Agenten»n ermorden imo zu be- rauben, von hinten an den vor dem Klavier sitzenden Ahnten heran und schoß ihm von der Sei.'« au? einer«dreikaliortgs» Pistole eine Kugel in die. rechte Schläfe. Die Wirkung-des. Schusses war jedoch nicht so, daß der U Überfallene gleich bte Besinnung verlor. Er konnte sich noch erheben und hilferufend die Treppe hinunterlaufen. Dadurch wurden Hausbewohner auf d«n Vorgang aufmarkfant. Nun suchte der Bursche sein Host in bor Flucht. Weil et wegen der alarmierten Hausbewohner nicht di« Treppen hinunterlaufen könnt«, rannte er diese hinauf nach dem Böden mhö sucht« dort ein Versteck. Dort wurde er von Sicher- heitSsoldaten und Kriminalbeamten, die auf Bonachrichtignng durch di« Dewohnor foferat erschienen waren, gefunden und festgenommen. Ein Arzt verband den Schwerverletzten und ließ ihn nach dem Elisaibs: hkrankenhau se bringen. Der jugendliche Täter wurde der Kvmrinalpoliz«! zugeführt. Voraussichtliches Wetter am Sonntag für Berlin und Um. gegend: Zeitweise aufklärend, aber noch kübl und überwiegend bewölkt mit wiederholten leichten Regenschauern und ziemlich frischen westlichen bis nordwestlichen Winden. - LebengMleMendsr. SchSnetn-rg. Bis zum 8. Juni Voranmeldung für 200 Gramn» Linse», 126 Gramm Gesslensabriliat«, 1 Päckchen P-nn«rs Rote Grlihe und 1 Päckchen Penners Soßenpulver und 1 Päckchen Penners Rots. Grütze. Ausgegeben werden in der nächsten Woche: SCO Gramm Kunsthonig, 125 Gramm Haferflocken, serner Fortsetzung des Verkaufs vo» 250 Gramm inl. Marmelade, 125 Gramm Karloffelstörkem»hl, 250 Gw Meitze Bohnen. Di« Vährmittelfonderkoeten für Kinder und Krank« werden im Monat Juni zu% mit Haferflocken und zu ff mit Kinde» g«rst«nmehl beliefert. Aus de» Orgamsalionea. S. Distrikt. Da» Zentralwahlbureau befindet sich bei Schweikard� Alte Jakobstr. 24. Die Genossen, welche noch nicht zur Wahlarbelt «ingeteilt sind, melden sich um M8 Uhr bei Echweikardt im Zentral» wahibureau. 3. Distrikt, 7. Abteilung. Genossen, di« Wichlhils« leisten, wolle« sich früh 7 Uhr de! Baum, Slallschrelber Strotze 17. trefsen.-�-Di- Genossen der 1. Abteilung treffen sich morgens 7 Uhr tn folgendcit Lokalen: Bezirke 209/12 bei Keller, Wassertorstr. 71,' Bezirke Lllll? bei Reibe, Gttsckinnr Strotze L0,' Bezirk 210 bei Nowock,(tzilfchins« Straß« C7; Bezirke 013/14 bei Eisner. Houptwahllokal der t Abtei« lung bei Keller, Wassertorstt. 71. !>. Tlstrikt. Mehrere Genossen mit Fahrrädern werden ersucht, sich zur Beifügung des Zentralwahlbureau» zu stellen. Die Stimmenous- zähler müssen sich unbedingt nach Schmitz dos Wahlakts, im Zentral« bureau einsinden, um die Zusamm»nste!lung de» Wahlresuitotes vor« nehmen zu können. Dir weisen noch einmal daraus hin, daß all« Genossen, die bei der Wahl h-lse». sich rechtzeitig am Morgen in den »elionnten Lokalen einzufinden haben. 11. Distrikt. Des Zenlralwahlbureau befindet sich Dattftr. 1 bei Foost, Tel. Humboldt 1>94, daselvst auch Auskunstssielle. Die Poitcll »enoffen tressen sich Sonntag früh pünktlich um)�8 Uhr in ihren Bezirkslokalen. Alle überzähligen Gsnosien sind dem Zentralwahll dureau zu überweisen, von dorl Können sehlende Kräfte angejordert werden. Die Wahlresultate der einzelnen Bezirk« sind auf schnellstem Wege dem Zeniralwahlburc«u zu übermitteln. 11. Distrikt, 8. Abteilung. Sonnabend. 5. Juni, abend» 8 Uhr, erscheinen sämtlicher Partermitglieder im Zahlodendlokal erwünscht, Bezirk Karlshorst. Da» Zentralwahlbureau d-sindet sich bei Kurz. mann, Prinz-Heinrich-Strotze 2. Sämtliche Genossen, di« noch keine Wahlarbeit bekommen haben, müssen sich dort morgens 7}i Uhr einfinden. Berantwortlich sür die Nedoktion: Le» Liebschütz, Friedenau. Berantworllich s d. Inseratenteil: LudwigKomeriner, Karlshorst Berlagsocnossenfcliaft„Freiheit", e. G. m. b. H., Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Terlagsgesellschasl m. b. H., Cchifsbauerdamm lg. KupMtit, Litzen und Waciisdraht kauft fiiehstzahlend logcRie&rliiireaa ScMicbliDO, Berlin W 9, Unkitraße 10. Tel.: Lütiow 3705 und 8318. (fietsiEe Quecksilber kauft Weitmtina, Linfeastr. 20 en gros. en detail. Telephon: Amt Norden€07. SpiraÜbohrer Sciimireelleinen. nur naca. knuit Müller. Neue •traBe"(Alexanderplat?,1. haben selbst die deinen Anzeigen in dar.Freibeii* In wertigen Tagen, ersthmni: itiminiipninntiinnwinfWt'i'rmitiawiM Das lästern He". |iiimiii...... 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