«klnMpreis 20 Pfennig- A. Mekong Dkenstog, öen 8.?uns 1H2H Die-Atibeff erscheint moraenz und�nackmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt be�'reier Zustelluna ins vaus nir Berlin IN. ,m voraus zablbar, von der Spedition selbst abgeholt S.aO IN. Für poftbesug ncbmert sämtliche postmistaltm Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Oeutsch« land und Oesterreich 16.50»ur das übrige Ausland 3l 50 M. zazualich Valuta« aufschlag, per Brief für Deutschland und Gesterreich 20.00 M. Redaktion und Expedition: Berlin NW.«. Trliiffhauerdamm IS iu. Aernsprecher: Amt Norden 833—30 und 0768. Nummer 275* flbenö-Tiusgabe Di» achtgefpaltene Nonparrillezeile oder deren Raum kostet 5.-- Mk. einschließlich Ceueru'gsz lfchlag K'eiue Anze qen: Das fe'tgedruckte lvori 2»» Mk� jede� weitere lvort 1.50!Nk., einschließlich lte erungszusch ag. taufende Anzeigen laut Tarif. Familien* Anzeigen und Stellengesache 2.20 Mk. netto pro Aeile.' Stellengesuch« in Mortanzeigen: das fettgedruckte U)ort 1.50 Mk� jedes weitere wort f.— Mk. �nferaicii'Abteiiinta; Berlin NW. 6. 2chiifdanerdamm IV gerniprecher:'-»'»>»>»!>,?!»?«'««. Buchlzandl»»> Zentrum 2«4S «?reiheit"-Vuchdruiterei Zentrum-.030. berliner-Organ bar Vmfiiiängigen Sojialömofratie S>eittfd)tanbä U Sis jetzt il Mill onen unabhängige Stimmen. Nach den bisherigen Meldungen sind im ganzen Reich bisher 4(540 501 Stimmen für die U. S. P. D. abgegeben worden. Da in dieser Ziffer noch sehr viel ausstehende Teil. refultate, vor allem aus ländlichen Bezirken, nicht enthalten sind, dürfte sich die Gesamtsumme noch wesentlich erhöhen. Won den bisher gezählten 21584 000 Stimm'cn entfallen auf die U. S. P. D.... � �. 4(540 501 Nechtösozialistcn..... 4 721 000 Deutsche Volkspartei.... 3 178 000 Zentrum........ 2 720 000 Deutschnatiollale Volkspartci. 2(573 OOf Demokraten...... 1 900 000 Bayerische Volkspartei... 701287 Kommunisten...... 398 272 vsher UllimMitglge Sozlaidemostaleii. Nachdem jetzt die Resultate der NeichölagAvahl bis auf zwei Kreise im wesentlichen seststehen, läßt sich ein Ueberblick Wer die ÄnA der aewählten Unabhängigen Tozialdemolraien gewinnen. In den Wahlkreisen selbst wurden auf den ersten Hieb erobert 02 Mandate, durch die Listenverbindung in den Wahlkreis- dsrbäWen kommen weitere 8 Sitze hinzu, während auf der Reichsliste noch so viel Stimmen gesammelt werden, daß weiter« 7 Mandate darauf entfallen. Insgesamt si id daher der U. S. P. D. schon jetzt 77 Abgeordnetensitze sicher, deren Zahl sich wahrschein- lich nach Eingang der endgültigen Resultate tmS allen Kreisen um 3 bis 4 erhöhen wird. Nachstehend die Namen der schon jetzt gewühlten Reichstagsabgeordneten unserer Partei: Aderholt, Lore Agnes, Albrecht, Beckmann, Berthelö, Bock, Brandes, Bratz, Breitscheid. Breunig, Brühl. Bruschardt. Crispien, Däumig, Digmann, Dittmann. Bernhard Tüwell, Eckardt, Eich- Horn, Emst, Fleißncr, Adolf �Geck, Friedrich Geyer, Dr. Kurt Geher, Gruschwitz, Henke, Dr. Paul Hertz, Dr. Hrrzfeld, Adolf Hoffmann, Höllein, Horn, Jäckcl, Karsten, Koenen, Kotzke, Kuhnt, Kunert, Ledebour, Lipinsl', Löwenstein, Ludwig, Malzahn, Mehr- hoff, Merkel, M'Owoch, Dr. Moses, Anna Nehmitz, OettinghauS, Pieper, Plettner, Puchia, Raute» Reich, Remmelle, Rosemann, Dr. Kurt Rosenfeld, Ryss.I, Sauerbrcy, Seeger, Seidel, Toni Sender, Simon, Schirmcr, Schwarz, Slaab, Stöcker, Teuber, Thomas, Unterleitner, Vogtherr, Marie Wackwitz, Frieda Wulf, Mathilde Wurm, Louise Zieh, Zubcil. Da Genosse Erispven und Genossin Nchm.y doppelt gewählt wurden— Genosse Crisp'en in Berlin und Württemberg. Gc- i ossin N.hmitz in Potsdam II und Mittelschlesien— hängt es von ihrer Entscheidung ab, welche beiden Ersatzmänner für sie noch in die Fo.luon c>>chrelcn. Unter den Gewählten befinden sich 7 Frauen: die Gc- nossinnoa Agnes, Nehmitz, Sender, Wulff, Wackw'tz, Wurm und Ii> tz. Dle Mitglieder der Nationalvcrsammlu)tgsfraktion der U.S. P.D. gehören bis auf zwei— Laukant und Hübler— der Roichstagssraktion an. Ser Rüiliu» der Regierm?. Wie mitgeteilt wird, wird die Regierung in aller- nächster Zeit zurücktreten. Sie wird damit ihr Ver- sprechen ersüllen. sofort nach den Wahlen aus dem Amt zü schuden. Ter Reichspräsident wird voraussichtlich die bis- berigen Kvöinettsmitglieder mit der Weiterfllhrung der Gc- schäfte betrauen, gleichzeitig aber mit den Parteien in Ver- Handlung treten, sobald das Wahlergebnis und die Lage sich einigermaßen übersehen lasten.» Die Wrgerschlislswah'en in Dremen. Sieg der 11. S. P. D. Eigener Drahtbericht der„F reihet t". Bremen, 8. Jnni. In Bremen faudc« zusammen mit den Rcichstsgswahlen die Wahlen für die Bremer Vürgerfchaf« statt. ES wurden inS- gesamt 80L00 sozialistische nnd 72 000 bürgerliche Stimmen ab- N geben. Bon den sostal stischcn Parteien erhalten die Nnab- bängigen 37 Sitze, die Rechtssozialisten 22, die Kommunisten 5 Sitze. Kommunisten und RechtSfozial stcn haben einen starken Stimmenverlust z» beklagen. Die U.S. P.D. hat mit 40 774 Stimmen die RechzNozialistcn. die 20181 Stimmen er- stielten, um rund 20 000 Stimmen überflügelt. Die bayerifchsu Landtogswahlen. T. N. München, 8. Juni. Da? vorläufige Endergebnis der bagcrischen Landtagswahlen wird im Lause de? heutigen TagcS erwartet. Nach den letzten Stimmenzähluugen stehen 1300184 Stimme» der bürgerlichen Parteien gegen 587 011 Stimmen der drei sozialisti- schen Parteien. Die bayerische Volkspartci steht weitaus an der Spitze mit bisher 830 002 Stimmen. Die Polypenarme des Stinnes-Konzerns. T.U. München, 8. Juni. Die„Münch. N. N." dringen h:ute folgende Notiz: Da infolge entscheidender Acnderungcn in dem Anteil- besitz der Firma»Münchenvr N'ucste Ncckrichtcn" ein Wandel in der politischen Haltung des Blattes bevorsteht, haben der bis- Il�riige Hauptschristleitcr und sein Stellvertreter, der Schriftleiter für die deutsche Polilil b-is zur endgültigen Regelung der künf- tigen Besitzv rhältnisse einen Urlaub angetreten. Dieser Urlaub kann, wenn die Herren Eharokter zeigen, nur «w dauernder sein. Der Stinneskonzern kann selbst- �HäMch ZS« SaraMrvoM Mnuer heMstigen. Da g* nügen g'w ndte Schreiberseelen, die die empfangenen TipZ ge- schckt und demagogisch ausschlachten können. Verlust uud GenTtm in Süchsen. In Sach'en oerlorrn die Rechtssozialisten bei den Wahlen 300 000 Stimmen. d>e Demokraten 300 000, die Deutsche Volks- pa in gewann 300000 Stimmen, die NnabljLngizrn 170 000, die Kommunisten 100 000 und die Deutschnationale Volks- parte: ZOOOO Sie vechandlppzen mit Srassin. Amsterdam, 8. Juni. Wie auS London gemeldet wird, haben Lord Eurzon, Bonar Law und andere Mitglieder der Rezierung Kr assin znm zweiten Male empfangen. Krassin gab ans Anfrage der englischen Minister bezüglich der KrirgSgefangenn und der bolschewistischen Propaganda Aufschlnst. Wahrscheinlich wird eine neue Zusammenkunft veranstaltet we"den. London, 7. Juni. Unterhaus. In einer Besprechung über die Bcrhand- lnngen mit dem russischen Bertreter gab Lloyd George auf die an dem Vorgehen der Regierung geübte Kritik eine energische Antwort. Er betonte, die gegenwärtigen Verhandlungen seien das Ergebnis cinc< Anzahl von Beschlüssen der Alliierten, an denen sowohl Clemenceau wie Mille- rand beteiligt waren. In San Rem» sein, die Alliiert?» ein- stimmig zu dem Beschluß gelangt, daß es im Interesse der W r l t von Wichtigkeit sei, daß die Handelsbeziehungen mit Rußland wieder aufgenommen würden. Cr übernehme die volle Verantwortung für das eingeschlagene Bct. fahren. Die Regicrnna habe Beweise dafür, daß in Rußland Gi trade vorrätig sei. Lloyd George verlas ein Telegramm aus Polen, in dem mitgeteilt wird, daß allein in der Ukraine eine beträchtliche Menge Weizen zur Ausfuhr, vorhanden sei. Die Stellung Amerikas. New Fort, 3. Juni. In amerikanischen Kveisen verfolgt man die Verhandlungen Krassins mit der englischen Stcgarung mit dem größten 'Interesse und hofft, daß sie zu«mein Ergebnis führen werden, bosondevs mit Bqzug euf die Weizenlag e, die infolge de? dauernden Steigens des Vevörrntchs eine ä u ß e r jt kritische ist. Wenn«s gelingen sollte, durch ein günstiges Er- gcbnis der Verhandlung n den russischen Weizen wieder auf den Weltmarkt zu bringe», so tvüvde die Lage außerordentlich ge- helles««des,---""""'~ Der lebende Leichnam. E. P. Vom Standpunkt des proletarischen Klassenkämpfen anS ist es durchaus zu begrüßen, daß das Wahlergebnis ge» zeigt hat. wie weit die Klasscnjchcidung gediehen ist. Der Lormarsch des Proletariats bis zur Erreichung seine» Zieles kann nicht mehr aufgehalten werden. Der endgül» (ige Sieg ist dem Proletariat sicher, wenn es d e n W i l l e a dazu hat. Und daß der Wille dazu immer stärker wird, das ist das eine erfreuliche Ergebnis des Wahlkampfes. Darüber hinaus zeigt sich wieder einmal mit erschrecken» der Deutlichkeit, wie faul und verlottert di« d c u t s ch e B o u r g e o i s i e ist. Die kapitalistische Wirt. schaft ist durch die geschichtliche Notwendigkeit zum Unter» gange verurteilt, sie muß abgelöst werden durch eine höhere Ordnung, durch die sozialistische. An die Stelle der Klas» scnherrschaft der Bourgeoisie muß die klassenlose Grell- schaft treten, die das Proletariat aufzurichten hat. Man kann in Schönheit sterben,„mit Weinlaub im Haar", wie der Dichter sagt. Tic deutsche Bourgeoisie versinkt in einem Pfuhl von Unrat: noch bevor ihr Kadaver in Verwesung übergeht, verpestet er mit widerwärtigem Gestank die Luft. Man fragt sich nicht nur in den Kreisen klardenkender deut'chcr Politiker, wie es möglich sein kann, daß zwei Par- teien von der Art der D e u t s ch n a t i o n a l e n und der Deutschen Volkspnrtei so große Stimmcnzahlcn bei der Wahl au: sich vereinigen können. Noch viel mehr jchiiltri man im bürgerlich-demokratischen Auslande den Kopf darüber. Man erinnere sich: die Dcutschnationalen und die Deutschen Volksparteiler sind genau dieselben Leute, die bis zum November 1L18 das dcutichc Volk beherrscht haben, die alle leitenden Stellen in der Regierung inne» hatten oder kontiollierten, die die Träger des Militaris» »ins. der Vurcankratie, des Junkertums waren, also aller jener verruchten Einrichtungen, mit denen Deutschland jahrhundertelang gepeinigt worden ist. Dieselben Leute also, die die Hauptschuld am Kriege tragen und den politi- schen. militärischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch ver» ursacht haben, unter deren Folgen das deutsche Volk jetzt zu leiden hat. Könnte man es sich vorstellen, daß in England oder in Frankreich das Bürgertum, von den Arbeitern ganz zu schweigen, dieselben Parteien wieder mit seinem Ver- trauen bedenken würde, die es in den Krieg geführt, den Zusammenbruch verschuldet, kurzum die ganze Schande einer fluchwürdigen Vergangenheit auf sich geladen haben? Was man sich in anderen Ländern nicht vorstellen kann, das ist in Deutschland am 6. Juni zur Tatsache geworden. Die Aug st vor dem Aufstieg und vor dem un- ausble. blicken Siege der Arbeiterschaft war stärker als jede politische Einsicht. Das deutsche Bürgertum, statt sich mit der naturgemäßen und geschichtlichen Entwicklung in Würde abzufinden, zieht ci vor, feige und verächtlich zugleich Selbstmord zu üben, in- dem es sich der schwärzesten Reaktion in die Arme wirft. Die Niederlage der Demokraten ist nicht allein dem Umstände geschuldet, daß sie sehr viele Wähler an die Rechtsparteien abgeben mußten. Es steht vielmehr lest, daß große Teile des liberalen Bürgertums überhaupt nicht zur Wahl gegangen sind und damit ihre Partei ihrem Schicksale überlassen haben Tiefere Einsicht in den Gang der Ereignisse hat der Spießbürger überhaupt nicht: der deutsche Spießbürger, besonders wenn er sich liberal nennt, ist ein Prachtexemplar von bornierter Unfähigkeit und .Äirzsichtigkeit. Die Nachrichten über die Käuflichkeit rechtsstehender Politiker sind auch in das Bürgertum gedrungen: die Mit- teilungen darüber, daß dieselben deutschnativnalen Kreise, die über Schiebungen der Juden und Jndengenossen zetern. selbst in ungeheuerlichem Ausmaße Kapitalsverschicbun» gen nach dem Auslande betrieben haben, war auch dem demokratischen Bürgertum bekannt: wie es ja unzählige Male auch von der bürgerlichen Presse festgestellt worden ist, daß die Deutsche Volkspartei nichts anderes als eine von der Großindustrie bezahlte Par- teimaschine darstellt, ebenso wie die Dcutschnationalen lediglich eine Filiale der Junler und ähnlicher Men'ch.n- gattunge:. sind. Das tat alles nichts zur Sache: Der deutsche Bourgeois ist, auf seinen fetten Kriegs- und Rcvolutivns» gewinnen sitzend, überhaupt nicht zur Wahl gegangen oder er bat die deutschnationalen Reaktionäre od«? die Männer vom Stinneskonzern gewählt. Man vergleich? das deutsche rtwa mit dem eng- l i s ch e n Bürgert« m. Tie enal'sche Bonrgeo'sie. die den stärksten Kapitalismus der Welt d erstellt, weiß, des; ihre Tage gezählt sind und daß sie sich nicht mit Zähnen und Klauen an die Vergangenheit anklammern darf. Klüoer al» die öeuttclie Bourcieoisie aber, versucht sie. durch ZugestZno- nisse an die Arbeiterschaft den drohenden Unler�an� niifou* lmiten. Sie nahm schon lanqe vor dem Lkriexie?lrbeiter- sichrer in die Ncoreruna auf und srasste nicht danach, wie der deutsche Spießbüraer, ob es sich um„Schneider" oder„Schu- ster" handelte. Während des Krieges wovon ebenfalls Ar beitcrvertretcr in hervorragendsten Negierungsstellen, frei lich nicht in den entscheid ndstcn, tätig. Die englische Voar geoisie tut dies alles nicht, um den revolutionären Kamp� . der Arbeiterschaft zu fördern, sondern um ihn zu lähmen Aber immerhin, vom Standpunkt des Bürgertums aus offenbart sich darin eine gewisse Klngbeit. die auch die Ar- beiterschaft anerkennen muß. Wir wissen genau, daß der Kampf der Arbeiterklasse um ihre Befreiung vom wirtschafte lichen und politischen Joch durch solche Konzcssionen nicht geiördert, iond.'vn nur gehemmt wird. Die ent- schiedemsie Klassenstellung zwischen Bourgeoisie und Prole tariat schafft gröbere Klarheit. Das deutsche Bürgertum hat von dieser politischen Klugheit nie etwas merken lassen. Die Angst vor der An beiterschaft ist gröber als jede vernünftige Einsicht. Und darum ist die deutsche Bourgeoisie schon zum lebenden Leichnam geworden, bevor noch die Totenglockc der so zialcn Nevolution ihr endgültiges Sterben angekündigt hat. Der grobe politische Irrtum der N e ch t S s o z i a l i st e n war, dab sie glaubten, durch ihre Teilnähme an der bürgev lichen Koalition den Befreiungskampf der Arbeiterklasse ev leichtern und abkürzen zu können. Sie haben damit nur go Holsen, das; die Neaktion sich gestärkt hat. dab die deutsche Bourgeoisie den Glauben wiederfinden konnte, dab sie die soziale Nevolution aufhalten, ihre alten Besitzverhältnisse erneuern und für die Dauer festigen könnte. Ter Bankerott dieser Politik, der sich schon in den Kapp-Tagcn gezeigt hat, lft jetzt auch zahlenmäßig erwiesen worden. Tie klare Scheidung zwischen der ihren Aufstieg schon vollziehenden Arbeiterklasse und der ibrem Untergange entgegeneilenden Bourgeoisie ist jetzt gegeben. Wir wissen, daß unser keine Honigmonate, sondey; Zeiten s ch w e r st e n und er- bittertsten Kampfes harren. Aber wir führen diesen Kampf, der durch die Koalilionspolitik gehemmt worden ist, in dem Bewußtsein, dab keine Macht der Welt die ökonomischen Verhältnisse zurückschrauben kann, sondern dab diese in ihrer Entwicklung mit natürlicher Gesetz. Mäßigkeit zu dem Punkte führen muß. wo das Proletariat die Macht erobern und den lebenden Leichnam dahin ver- scharren wird, wohin er gehört: in die Vergangenheit, in das Grab deS Gewesenen. Dem Proletariat, das voller Leben ist und mit Niesen. frästen auf der politischen Bühne steht, gehört die Zukunft! Las srsfze RAselraien. In den Jubel oder die Klage über das Wahlergebnis mischt sich bereite hartnäckig die Frage nach dem, was nun werden soll. Und es ist nicht uninteressant, die tastenden Versuche zu konstatieren, die von allen bürgerlichen Par- teien mit Einschluß der NcclstSsozialisten angestellt werden. Der„Vorwärts" tut allerdings recht stolz und selbst- bewußt."Er nennt es„eine etwas zu starke Zumutung". gemeinsam mit den Kapitalisten und Monarchisten der Deutschen Volkspartei zu regieren, und lehnt es ab, aus „vaterlündisdser Pflicht" unter allen Umständen mitzu- regieren. Ter„Vorwärts" erwartet, daß sich die Unab» hängigen nun, da sie die Führung des sozialistischen Pro- letariats übernommen haben, in eindeutiger und verbind- licher Weise äußern. Was dazu zu sagen ist. ist bereits in dein Leitartikel in unserer heutigen Morgenausgabe gesagt. Das Bürgertum hat entschieden antisozialistisch gewählt. Es bleibt ihnen die Verantwortung für die Führung der politischen Ge'chäste in Deutschland in den nächsten"Wochen und Monaten. Die NechiLparteien werden sich ihre» Siege? nicht recht froh. Auch sie fühlen sich noch völlig unsicher. Sie appellieren an den gesunden Sinn de« Bürgertums und möchten sehnlichst die Dcmokratm, die„Juden und Judengenossen* von gestern, an ihre Seite bringen. Die„Deutsche TazeS- zeitunq* geht fagat soweit, den NechtSsozialisten entgegenkommend die Arme zu öffnen. Sie schreibt: Würde da? Bürgertum seine Stunde erkennen, dann wäre freilich eine bürgerlich« Mehrheit gegeben; die Hoffnung daraus erscheint aber aut dem angegebenen Grunde nicht sehr groß. Würde wiederum die Sozialdemokratie auZ den ve.nichtendcn Mißerfolgen ihrer bisherigen Politik die rechte Lehr« ziehen, dann löge die Miiglichlcit vor, eige Regie- rung des Wiederaufbaues auf breitester Grundlage zu bilden, die schließlich nicht streng vardeimäßig gebunden zu sein brauchte. Uebcr diese Möglichke'tcn deS näheren zu sprechen, ist aber de: Augenblick noch nicht gekommen. Was die Deutschnationalen an- langt, so dürste nach wie vor für sie dl« doppelte Parole gegeben sein: Sie sind«in« Partei der positiven Arbeit, aber für sie g It zugleich da» Wort: Wir laufen niemand nach! Was wt man nicht alles, um zur Regierung zu ge- langen I Um diesen Preis stürzt man sich sogar kopfüber in die verhaßte„Korriiptionspolitik dar Schiooerrepublik". Die., Deutsche Zeitung", die sonst den Mund nickt voll genug nehmen kann, schweigt sich über die Frage der Regie- rungsbildung völlig auS. Sie überläßt das offenbar den divlomati cheren Kollegen von der„Tageszeitung". Auch die schwerindustrielle„Post" feiert unter der Marke.„DaS Strafgericht des Volkes" die„Selbstbesinnung und die Er- starkung des Bürgertums". Im übrigen sind die Ausiüh- rungen dieses Blattes ganz im Tone des Kampfes gegen den Bolschewismus gehalten. Das Wahlergebnis beweise, daß das Bürgertum diese Gefahr endlich erkannt habe und willens sei, den Kampf mit dem Radikalismus auszutragen. Das Blatt velsickert, daß die Rechtsparteien an ausS andere mehr denken, als an einen Kampf mit allen Mitteln brutaler Gewalt, und warnt die Unabhängigen, daß sie bei einer Gewaltpolitik sich jetzt der g e i ch l o H e n e n P h a I a n r d e S Bürgertums giMenliber befänden. Uebcr die Neubildung der Negisrnng schweigt sich auch die „Post", aus, sie konstatiert lediglich mit Genugtuung, daß die alte Regierung erledigt ist. Ein Schrekfensmlsil. Noch einem Bericht der»Deutschen Tageszeitung* verur'eiktc da? Kriegsgericht in Eisen den Smbtvewrdneien Guülw Hammer wegen schweren Landfriedensbruchs und riiu» terischer Erpressung zu sechs Jahren ZucklhauS. Er soll die Re. knHening für die Rote Armee organisiert. daS Stadtober haup! verhaltet und andere.Gewultiatcn" bedangen haben. Wir wellen erst den Bericht auS Essen abwarten, bevor wir zu diesem .»ißerorventlich harten Urteil Stellung nehmen. Für heut aber sei schon soviel gesagt, daß die Kriegsgerichte im Ruhrgebiet ihre SchreckenSa.beit ungehemmt fortsetzen. Natürlich fällt es ihnen dabei nickt«in.«twa auch die Leute zur Verantwortung zu zicben. oie den Kapp-PiNsch organisierten, mso die wirklichen Urheber allen Unheil» waren. Ausstellung der Skeuerkarlen. Di« Vorschriften der 88 SS— 62 de» EinkommensteuergesekeS oorn 28. März 1020 über die vorläufige Erhebung der Ein« kommensteuec durch Abzug vom Arbeitslohn find mit Wirkung vom 26. Ju:.i d. I. in Kraft gesetzt. Hiernach hat sich jeder Arbeitnehmer eine Steuerkarte ausstellen zu lallen und sie dem Arbeitgeber bei der Lohnzahlung zuin Einkleben der Steuer- marken vorzulegen. Die Ausstellung der Steuerkarten erfolgt In Berlin durch die städtischen Steuerkassen, welche die AuS- fertigungSstellen. bis zum 30. Juni d. I. von morgen» 3 bi» abends forder» die Reichs befoldung. Dcr Zugverkehr ist eingestellt. ES werden nur Milchzüge gefahren. Englische yreflestinlmzn zu den ReichsZügswa'lZn. T. U. London, 8. Juni. .Daily NöwS' schicken: Wenn da» endzültie« Ergebnis de, ReichZtagswahlen den vorläufigen Eindruck vom Zusammenbruch dov MiUelprirteicn bestätigen sollte, dürf* die nächst« Zukunft Deutschland? sich dunkler denn je gestalten. Die kommenden Leiten dürften gebieteri'ch ein greßereS siaaiSmän- nische» Genie fordern, als irgendeine Partei augenblicklich in ihren Reihe, i aufzuweisen hat. Aber selbst oin solche» Genie wäre von verhältnismäßig geringem Nutzen, wenn die Politik der Alliierten die gleich: bleibt wie seit 13 Monaten, nämlich auf den Zerfall Deutschlands hinar- b e i t e t. »Daily Tel.'graph' meint, daß eineand«re Koalition gebildet werden müsse, da kein« Gruppe über eine ausfchlag. gebende Mehrheit verfügt. ler englische Zelws gegen ZrlM. London, 7. Juni. Unterbau,. Lloyd George salste in Erwiderung auf e'm Anftgge Über die Lage in Irland, � werde vielleicht not!« fern, die geschlichen Etrafb�stimmunaen gegen Verbreche« z u verschärfen. Tie Regierung tjcobsicht'ge, den gegenwarügea Feldzug des Verbrechens und Meuchelmords zu unterdrücken, Die irischen Eemeinderatswahken. Rotterdam, 7. Juni. .Ob'erver' zufolge sind die Gcineind-?ra!swahlen in Jrlani so gut wie deendet: sie haben außer in Nordost-Ulster und der Graf'chast Londonderry einen überwältigenden Erfolg dcrSinnf«tner gebracht. Nach einer Londoner Meldung fud zwei Torpedojäger mit 300 Seesoldatrn von OueenStowa nach der Westküste Irland» abgegangen. Haruhen in Graz. Wegen der hohen Cbst- und Gemüsepreis« kam eS g�irrss nackmtia, in Graz zu Zusammenstößen. Im Innern der«.adt versammelten sich mehcere Tausend Männer und Frauen, di, geaen vi- Leben« mi tte lge 1 ckflft- gewaltsam vorgeben wellten. Dl« Polizei ging mis blanker Wasle vor; dabei wurden eine Person ickw-'r und d ei leickt verletzt Als sich ftxn Abend die Kund« ..Hungen wicd'rbol'cn. wurde der Befehl zum Schtegen ge« geben. Secks Tote und 15 Schwerverwundete wgri!» zu beklagen. In Karlsbad fBöhmen) ist die Bevölkerung scrt szeben Wochen ohne Brot und seit fünf Wochen ohne Mehl. Es ist dieserlwlb ein dreitägiger Generalstreik proklamiert worden. Die GemeinderatSwahle« im Saargebiet finden am 11. Jul) statt. Beendigung des eberfchlekischen Richterstreik». D-r»Ober- schlesischen Zeitung' zufolge nehmen die oberschlestschen Gericht» am Montag ihr? Tätigkeit wieder auf. Der n:ue amerikanilchk llusscnminister. Präsident Wilson hat den UnterstaatSsekretär des Schatzamtes und Finanz» de'egierten der Pereinigten Staaten auf der FriedenSkonsereiiz Davis als Nachfolger Polks zum UnterstaatSsekretär sin Ministerium de» Aeickern ernannt._ Rchmestafel. Man hat im vergangenen Jahrhundert alle Dokumenle ge, sammelt, welche von den»großen Taten' de» deutstben Volke» berichten. Di«»großen Taten' ein", Volke» sind immer die Kaub-, Plünder, und Mordzüge seiner Herren, die sich entweder gegen ein benachbarte» oder da» eigen: Volk richten. Die» Sam» melwerk wurde bombastisch:.Monuments Qerrnsnls« historica" geschimpft, ei ist di».Ruhmeitasel' aller V.'rbrechem Schandtaten, Kriege und barbarischer Gesetze, welche die Fürsten im Namen Goste» auf Kosten dc» Volle»— zur Stärkung der eigenen Macht verbrochen haben. D!« junge Republik mag sich auf ihren Ruhm besinn m und ihre Beiträge zum Werke steuern. Ihre Dokumenle werden nicht» al» schändlich« Prozeß- akten, schauderhafte Mordberichte darstellen; man wird al» Motto über diese Sammlung setzen:»Ruhe und Ordnung', „Freiheit, Friede, Brot'. Die Tod:»u.rteilunterschrisien de» Ebert werde« nicht fehlen. Man kann heut««in-n Pazifisten, oin«n Kommunisten, ehttn unabhängigen Sozialdemokraten ruhig tobschmgcn. Massenhaft laufen die Mörder fr«! und ungestraft herum. Die Gerichte halten sich nn andere lUb'Ilrhcr und lassen sie di« ganze Strenge her asten Justiz fühlen. Wer für die Republik kämpft, ist von Henkern hedvoh», Und wer ihren davongelaufenen Monarckrn nicht chrt, der sie noch ftnmer blind liebend im Herzen oder im Knopflech lragen, der ist vogetfrei. Wir haben «z erlebt, wie die Nat'anatisten in unabhängigen Wahlversamm- kungen wild aufsckiällmten, wenn über Wilhelm und sein Hau» d e Wahrheit gesagt wurde. So auch jüngst in Bonn, der Stammburg der studentischen Borussen. Da lugte schämig der, hüllt aus dem Gerüst der bereit» wied'r weißgewaschcne Kopf Wilhelm« I, dess'n Denkmal unlängst ein paar junge Leutchen rot angestrichen hatte». Em dummer Streich, aber solange eben Mese Slandb lder die Repubstk politisch und künstlerisch verun- zieren, harmloser und entschuldbarer afS die blutigen Gewalt- taen der Monarchisten gegen lobende Nspub'ikauer. Zwei Jahre Gefängnis erhielt jeder der jungen Leute, woSej di» Herren Rchler gewiß mchr an MajeftätSbsleidj, au n g al» an U fug oder Sachbeschädigung dachten. Zwei I»' e Gesäugni» für Antaistung de» steinernen Symbols der Wan-r'�h Wieviele Pazifist-.-! und—• d-mkt an Pansche I— müssen wohl noch verbluten und den Boden rötcn, ehe auch nur einen ihrer MöiSer solche Straße trifft? Zivilisten. Im»Rrchlor von Zalamca' kümmert sich ein mjsttzqndestcr Bauer nicht p-m die Militärgerichtsbarkeit and erwürgt den Schurken von Offizier. fTaß dieser Bauer glaubt, die„Ebre' der Tochter würde weder hergestellt, wenn de? Bergewaltiger da» Mädchen heiratet, steht auf einem andern Vl..ft.j Im Thealer jubeln sie über diesen Dauern, der einen Haupte mann epvürgt, aber tm Leben kustchen sie vor jedcrn Mörder in Uniform und drucken hämische Glossen über den ermordeten Paasche, beschimpfen ihn„Jdeologgu' und erwecken säst den Ei?« druck, gl» wollten sie sagen: was liegt daran I Unter dem Strich: Begeisterung für die Z'sslgerjchtzhzrwt Heber dem Strich: Stillschweigen. Kesn Wort für Pansche Zu- gehnr müssen sie aber, daß die Militärbehörden höhnisch erklären, die Zivilbehörden hätten Soldaten angefordert, um gegen Paasche .,. vorzugehen. Di« Soldaten aber bieben ihren Reichspräsidenten und nehmen ihm die Mühe einer Todes» rtestunterschrift ob. Ein„soziakislischex" Ministe? sprach großschnäuzig,«nt> schuldigenh, in Deui schiarid säßen heute die Kugel« lose im Laust Die Soldaten beiveisen«Z ihm. Wir haben einen Fachausdruck: �Jneinanderarbeiten alle? Kräfte'. Di« Soldaten morden. Aber die Zivilisten sind Schuld, daß dk Kugeln lose im Lerne sitzen, hiß Zivilisten hqttcn im Paria- ment Gelegenheit, die Sabotage de» Herrn von Graefe gegen die Aushebung der MilitärgcrichlSbarkait zu hintertreibe», aber die Zivilisten begnügen sich, den„Richtoo von Zalamea' ru beklatschen Die Zivstisten verzögern die Herausgab« eraes Berichts übir PaafckeS Ermordung, erzählen ernschaft, man hätte eine«»er- fahren:« Kriminalisten" auf Paasche» Gut geschickt. Ist c» ein gemeiner Witz, ist r» llnsähiakeit? Handelt e» sich um einen Film? Habt ihr Ferdinand Bonn engagiert? Haftbefehle waren auszufertigen. Ein Mann tst ermordet. Ihr ab r nrckt AuSslüchle, psrscklcvpt. verschiebt, teteuert. ver- stellt euch. Ick mächt? di, Wirtschaft erlcben, wenn«in General erschossen würde! Ihr läßt euch von Militärs verulken..Wenn ihr e« merkt, schämt ihr euch nicht, Wenn ihr ti tt'ckt mwlt. seid ihr dumiw- Aber ihr liebt eure Soldaten. Denn al» euch d:« Anir« schlottert», weil die»Roic Armee' n u r»och 300 Äi'omet:r van der Lstgrenze entfernt steht, wagtet ihr die kühne Bchaurtuug, daß die Bclschew'ki Angst vor eurer HscreSorganssetion hätten und deshalb n'e einen Tlvgrifs aus eue? Land mackcn würden. Nun— diese Organisation bat sich"lz»Wecke Garde' im ein- undeinhalbjährigen Bürgerkrieg glänzend bewährt uns ibr babt schon G:nnd, zufrieden zu sem, sie hat euch i» d-r Welt ein:» Ruf verschafft, um den euch alle Cortez, Alba?, Eava-gnacS be» neiden könnten. Ihr seid dankbar« Leute. Fallt aus die Knie« vor euren Söldnern, ez wird schon einen Grund hasten, wehdack ihr keine Untersuchung energisch betreibt. En» Schreiber jubeln über Pedro Crespo fder zwar kein Kopf, aber«in B edermaun ist). Aber ihr werdet schon keine Kade'tenb-äuser in?'beii?» Häuser für Offiziere umwandeln, ibr werdet da» Generalstab?. gebäude nie seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgeben und eine Irrenanstalt in ihm einrichten, ihr belitzt ia nickt einrnft so viel Schamgefühl, um die SiegeSallee und alle d e>« and�r n schauderhasten Monumente jener schrecklichen, kaiserlichen yj beseitigen. Ihr verändert vielleicht bald wieder einmal d'e mst'« tärischen Abzeichen, erbettelt händeringend von der Entente eine alte Haubitze gegen einen DemonstratronZzug der KrftgZbeschädig, wn und schreit pach Soldaten, um in Freibädern Schießübungen zu vcranftalwn. Strengt eure Lungen nicht an. Di« Soldase»' kommen schon ungenisqu Ihr aber.,. Kurt Kersten. tedekarbeiler. Flusxruf kiegs da? weiße Landhaus de» Fabrikbesitzers. Alt« Akazien bestreuen cs mit würzigem Duft. Hess» gekleidete Kinder spielen Tennis auf grünem Rajen- Pia', schreit. Bunt schillert's im Fluß, Flußab l egt die graue Fabrik. Di? Gerbepes. Sin gelbbrauner Riescns nger hebt sich au» dem dumpfen Mauerrverk. Die Esse. Sie droht. Sie droht allen denen, die täglich mit widerstrebend. n Schritten zur Fabrikarbcft gehen. Die Gerberei ist blind. Ihr« Scheiben find verschmiert: kalkig und siaublögerig. Micht,[kH die PWfofl«- he-«""h MMarlsmvs «sÄ Gegesrnolukov. Die reaktionären Parteien bildeten im alten Parts- Wahlen usw. Stäben die Kreise keine nationale Parteioracmi- ' satian, so können Wünsche auf parlamentarische Maß- nah m e n— 7---- 2-----------»■-— r lingen des Kapp-Putsches geradezu fieberhaft am Ausbau' �...- � der gegeiirevolutionären Organisation gearbeitet wurde, und �dcr auch dw Ernwohnerwehren heuchelten, als sie daß diese Arbeiten nach Abschluß der Wahl erst recht bc-»ach dem 13. März den Unschuldigen spielten. Denn schon schleimigt werden. j ih" Dezember 1319 schrieb Hauptmann Pabst vertraulich an Eine Rückschau auf die organisatorischen Vorarbeiten die Leiter der Ausschüsse: zum Kapp-Putsch ist lehrreich, weil dieselben Kreise, die! Die Leiter der V-rlrauen'«uZschüsie in den Provinzen und jenes Verbrechen vorübten, auch heute die Hauptträger der bei, Kreisen werten wr-ruf hingewiesen, iwß es von cntschei. gegcnrcvolutionären Propaganda sind und ein neues, eng. den der Bedeutung ist, neben den L-iiern d-r na»ion«lcn lollge» Niaschiges Dcrschwörcrnetz Über ganz Teutschland gezogen Presse»nter allen Umständen die Leiter der Einw-hncrwrhren haben. In der letzten Nummer des„Sozialist" weist Prov-nz und K ei» bKw. wenn dies« ni5>t g-elz.net send, andere Genosse Emil Rabold nach, daß die organimtorische Zusam- maß-e-bende«i�fcörige der betreffenden Einwohnerwehren in ......, r.-L Ihren Ausguß aufzunehmen. Hauptmann Pabst brauchte um die Gunst der Ein- Großs KommunaZwähler- Versammlung menfassung aller konterrevolutionären Kräfte schon seit Juli 1319 planmäßig betrieben wurde. Tie Stelle, wo alle Zäden zusammenliefen, von der ans die Direktiven für wohnerwehren niebt besonders zu werbeni Er rief, und alle, das ganze Reich gegeben wurden, war die Nationale alle kamen. Am 13. März standen sie, ebenso wie die ge- Vereinigung mit Hauptmann Pabst und Oberst samte Wehrmacht, auf dem Boden der„neuen" Regierung. Bauer an der Spitze und General L u d e n d 0 r f f als Sie rührten für die rechtmäßige Negierung. der sie v e r« «plritiis rector im Hintergrund. In allen Orten Deutsch- pflichtet waren, keinen Finger, die Regierung war ohne lands waren sogonannte VertrauenLaiiSschüsse eingesetzt, die jeden Schutz, und erst als die Einheitsfront gegen links nach festumrissciien Richtlinien die Vorbereittingen für den wiederhergestellt war, treten sie, gerade als sei nichts ge- Umsturz trafen. In einem im November 1919 an die Ver-.schehen, zusammen mit der Wehrmacht, wieder auf den trauensailsschiis'se aerichteten, von Hauptmann Pabst gezeich-� Voden�dcr Verfassung. neten Geheimschreiben erfahren wir. wie d.r Angriff auf die. Da u Wen wir uns nicht! DaS zahlenmaßme. Anwachsen Republik ganz systematisch inszeniert wurde. Es heißt Kader Reaktion bei den Wahlen hat auch den Militarismus Na» einem Jahre erfolgreicher Abwehr ist der Augenblick für ungemein gestärkt. Er wird kühner und herausfordernder vmv»»» � �._________ ff rtf rtv» nnv**« in«f VntvJN fatv»/* VTT?/�2"«v» frtfifl*» tlt v anmüh-e Borbereit,.nz der Offensive gekommen, die. wen» auftreten denn i- zuvor er wird seine Masken fallen lasten °e Erfolg haben soll, in breitester Front unter einheitlicher und sich, gleichviel». welcher Gestalt, ganz offen als das Führung durchgeführt werden muß. Tos ist Sinn, Ziel und entpuppen, was et Won'mmer war: Die Avantgarde der Zweck der Nationalen Bereinigung, und daraus ergeben sich alz �"in hZ NcpuÄ 6 W Sie wollen lhre Forderung mit allen ihnen zur Verfllgung skSyen� den Mitteln unterstützen, nötigenfalls m den Hungerstreik treten. Unsere französischen Cenossen werden sich durch ihren Miß- erfolg und die Cewaltiaien der Regierung weder einschüchtern noch entmuiigen lassen. Das Vorge�n der franzöfi'chen Regie» rung wird.den Prozeß der Abkehr vom Nationalismus owid der Wiederaufnshme t>cs pioieisiifäsn Alassenkampfes unter der französischen Arbeiterschaft mehr fördern und kräftigen, als all? Reden und Arttlel der sozialistische,» Propaganda. Lle yoleu und die KsnsUMgenoffep.schksle» in Keitzruß'and. Ueber da? Benehmen der Polen in den angeblich.befreiten' Gebieten Weißrußlands berichtet ein russischer Konsumgcnossen- schaftler folgendes: Seit dem Einmarsch der Polen in Weißrußland hat dl« konsumaenossentchaftlich- Bewegung sehr schwere Zeiten erlebt. Der Belsojuö sZentralverband der Kosumgenossenschaften Weiß- ru' landtt wurde den schwsrftttl Bers'-r-nn.aeu und i�ievrefsalieW ausgesetzt. Die Polen verboten dem Belsojus, sich während d?» Arbeit der russischen Sprache zu bedienen. In Versammlungen darf man nur polnisch oder weißrussich sprechen, aber mit der Bedingung, daß alles ins Polnische übersetzt wird. Tie Jnstruk» torenabteilung des Verbandes ist von der polnischen Regierung so gut wie abgeschaiit. da sie erstens eine„Säuberung" derselben von Russen und Inden gefordert hat und außer Polen nur dir Weißrusten anzustellen erlaubt, die die polnische Sprache beherr» scheu. Außerdem wird durch Verweigerung von Bassierscheinen den Jnstruktoren die Möglichkeit geraubt, die Bezirke zu besuchen. — Die Zeit'chrift, die vom Verbände herausgegeben wurde, ist verboten. Konferenzen des Verbandes werden nicht gestattet. Ganz ander? verhält sich zwar die volni'che Regierung gegen- über den nevgegründelen volni'chen Konsumaenofsenschaiten. die von polnischen Großgrundbesitzern und Priestern organisiert und geleitet werden. Diese nationalistisch-klerikal«» Organisationen, doren chauptttteck aro-volnisthe Propaganda ist, werden vixn Staat mit allen Milteln unterstützt. So ist eS wahrlich kein Wunder, daß die Bevölkerung Weiß- rußland«, wie sie sich auch zu den Bolfchewisten stellen mag, mit Sehnsucht den Tag erwartet, an welchem die roten Truppen des Herrschest der Pottaschen.Befreier" e« Ende setzen. Vchllre!s 4 Jolsdam I-NeSerblwlm. Strasburg: U. S. P. Stadt 14k5, Land 1651, K.P.D. Stadt 3g, Land 4, Sozialdemokratische Partei Stadt 133, Land 75, Demokratische Partei Stadt 100. Land 76, Zentrum Stadt 5, Land 7, Deutsche Volkspartei Stadt 638. Land 635, Deutsch- nationale Volkspartei Stadt 630, Land 1103. Prenstau Stadt: N. S.P. 3215, K.P.D. 101, Sozialdemo. kratische Partei 943, Demokratische Partei 733, Zentrum 37, Deutsche Volkspartei 3132, Deutsch nationale Vollspartei 2442. .Einzelpunkte: I u■■ 1. Heranziehen, Zusammenfassen und Stärken aller Im Kreis« vorhandenen nationalen Besirebun» genifck»n. 1 bis 5 Francs schwanken.- Eugene De-btz eine längere FveiheitSstrase zu verbüßen hatte, Trotzdem hofsi man betrachtiiche Einnal?men zu erzielen, da der hnrch de» ainerikanische-n Präsidenten begnadigt worden. Seal des'TrocadörppalasteS nicht w-snigcr«ls 5000 Zu. schauer faßt. In ver Volksbühne sind bei der Erstaufführung am Sonn- oldeird, den 12. Jpmi, 7 Mr, in Adolf Glasdren-ner».Eine Land Partie" als Seifensieder Bläschen— Richard L-polb. außerdem Harrh Berber, Heinz H'lv-ri, Cüre vog Gruner und in Irlann Nestrops„Verwickelte Gefch-ichte' Eugen Eisensohr, Ldg Liebisch. Mariaim« Bratt, J-ufiuS Each», Guido Herzfeld, Er.ard Sedel». a. m. besj�ftigt. Fm Renen VolkSthmter, Kövenicker Straß« 68, wi-pd a-m ©OTWvfönfc zum gpften Mast„Die drei Zw-illeng»" ac«?' bsn. Man nimmt deshalb allgemein an, daß auch Deb» in aller- Nächster Z-est freigelassen werden wird. D'bs, der bedeutendste Arbeiterführer Amerika», Ist Kandidat bei den PräfidentschaftSwahlen. Die amerikanisch« Arbeiterschaft betreibt schon seit längerer Zeit eine lebhaft» Propaganda für seine Freilassung. Vach dem französischen Streik. Di« französische Regierung geht gegen alle Arbeiter, hie sich Jg. Großen SchguspMmus ist am Freitag dieser Woche Streik heteiligt haben, mit den si�rssten Mitteln vor. Wegen die Elstgusfü-brung von..Lvslsirate- in der Bearwtung- w Nichtigsten Vergehen worden Verhaftungen vorgenommen; von Leo Greiner. Regie Mar Reinhardt. Die Vorstellun-'.«r»! Reden. Hochrufe, das Ankleben von Zetteln, Verteilen von Flug- scheint im Ahpnnimont erstmalig om Donnerstag nächster Weck'«, blättern— all da» ist strafbar. In den Gefängnissen- werden Beim O!iereit»i,gsstfp!cl im SihauspielhanS von Leo P!«chs die Verhafteten nicht alS politisch« Gesang«,«, sondern al» ge. .Strohwitwe", das am 1, Juni d. I, seinen Anfang mein« Virbr«ch«r betrachtet. Eine Anzahl von politischen Iiwmt. werckon-d»r'T«ior Erik Wirk vom Frankfurstr Opern-! Gefangenen, Gefängnis de La Sante untergebracht sind. hau» und P�-a-wgrz inttwirssn. yr- nn, �,,,■, habe-n sich mit ihren Kameraden solidarisch erklärt. Sie fordern vm L«s,ml-Sttitt». bi-Mmt b» i � �■af�en w.eimm offenen Brief an den yustizmtnister. baß allen Achei» AnsieMoene DMschxille«. Deutscher Meaftton» Almanach für da» yahr 1S20. De« Deutschen Rcvelutionsalmanach zweiter Band. Hoftmann u. Campe, Verlag Hamburg-Berbin. Herausgegeben von Eri.jl Drahn. tlcber proletarische Ethik. Das proletarische Schaffen vom Standpunkt der realsstistsien Pliilotophie. Aus dem Russisch-n, Internationaler Verlag, Zürich 19L0. Magnus Schwantj«: FriesenSheldentum. Paziftsti fche Airf- fätz«. Verlag Nene» Vat«rla,»d, S. Berg«r u. Co., Berlin W 62. Preis 2 M. 73 s. Eduard Bernstein. Di« Wahrheit über die Ginkrei'ung Deutschland». 1. bi» 3. Tausend. Verlag Neue» Vaterland, E. Berger u, Co., Berlin W 69. Karl Kautsky. Delbrück und Wilhelm II. Ein Nachwort zu meinem KriegSbuch. Verlag Neue? Vaterland, E. Berger u. Co., Berlin W6L. Alfons Horten. Sozialist ernng und Wiederau-fbau. Verlag Neue» Baterland. G. Berger u Co., Berlin W 62, Preis 7,50 M, Aüwehr-BiLS. Heraus gegeben vom Verein zur Abwehr de» Antisemitismus. Berlin 1320. Georg Hörmaan: Alldvutscher Narrenspiegel. Ein Vade- mekum für zukünftige Wahlen. Verlag HanS Robert Engelmann. Berlin W 15. lg?a' Ferdinand Lassalle: Di« Wissenschaft und di» Arbeiter Eine Verteidigungsrede Otto Hendel Verlag(Herman-n Hilger), Berlin- Leipzig. Fürst Beter Krovatkln. Geannleitig« Hftk« in d-r �ier» und Menschenirelt. Deutsche Ausgab«, besorgt von Gustav Landauer. Leipzig. Theod. Thoma» Verlag. Geheftet IS M-k., gebunden IS Mk. Kurt Lewin, Die Sozialisierung de» Tahlorshsteni». Nr. 4, Verlag Gesellschaft und Erziehung. Dr. Adolf Thiele, Hygiene der Arbeit. Di: Grundlage der ArbeitSraHonalisterung. Zabn». Iaensch, Dresden. 2 M. Dr. ltzraf von Saurma-Heltsch, Der Syndikalismus in ssrank- reich und die syndikalistischen Tendenzen der deutschen Ardeiter- b-wegung. Breslau. Kommissionsverlag Wilh. Gottl. Korn. «W�mh/b-n 1Ü. fc. M. m't der ll:auf-führ>um-g fc«V ßreiakitgen, XnXl«ahttSberich« de,«rbtiterme» Ge� fflifchäft». Lustspiels„Das G los der Jungfrau... Di«, weiblich« I �«nährend de» vtre,.» sei�e»>»mmen worden sind, d>e � iglg/gg. Hamburg 1320. Selbstverlag des Avbeiterrate« .brtzNg ftyiili Ileopoldine Konislar'rn. jB.rgunstlaung-'il der pcli.; i-ien Gefangeneu gewährt Wirten« Groß-Hanrburr', �ambura. Groß« Tbeoterkt�ft-- O-"* Groß-Hanrhurt".. HamhuN...Große Thcgterstras� 4�- ( Lelriedsräte. Wie Betriebsräte behandelt werden. Am tS. Mai b.?. hatl« da» gefamte, fDivi S— 400 Kövfs giib'friüw Verkaufs personal bot �irnki ffltorg äiilfe B-Hti» hofÄ>u chhairvSt umy, e�nen e'.ntäct �on Proloitstre't,»rrbuitden m l emom Domonsi«rdionszi«'durch die Slraken Berlins, unser» nommsn, weil �err Tt Ise es ablehnte, ine Gehälter cmszubeiiern und sich dem Spruch eimes ans» rufenden Schlchtungsausschusses gu unterwerfen. Durch diese Protestattion Vur.de erreicht, l>ah Herr Stl'.ke Äandpu'nll aufqab. �?doch behielt sich d e Flau seinen S'tandPUlNlt au>4qav. jedoch dchtelt sich de Firma vor, pe�en die DeNrobsräte ein Tersuhren dorm Sch> ichtUtrgSa n s s ch-u h xwecks Adietzung« nzi�Ieiten. sch.m hat'der Schi'chtiinqö- ausschuh belr� Lobnenhühunfl gespnochc.il, es gnt» eini� »W....„ � �WWWWW>> r rg« Vecch.'ss« rungen h«l«us.aetomtnen. Jetzt auf einmal kündigt und entläßt die F'.rma Sdilke ohne den Betriebsrat>>orhcr irgend«inxrS davon zu sagen zirka 90 Angestellte. Nachträglich mir den M'tghebetn des Bclriebsra S alz solche über die Kündigungen zu verhandeln, lehn« die Firma a>b, weil sie angev ich �»'rkahren seegen die Betriebsräte beim Schlichtungsau l chuß au ha n, lg gemacht hatte. Tie Betr edsrät« sollen mit Bezug aus den Proteststreik, den Bc- trieb der Firma Seilte nicht vor>Srsch>Ltertingen bewahrt haben. So sieht das Recht der Litriebsräts ans. Wir werben?piiter über.den Abschluß uwo Ausfall des Berfa hrenS gegen die Be- triebSräte berichten. .Zu bemerken ist hierbei noch, daß die Firma Georg Stille schar auf der einen Seit: behau? et, daß sie die jctz gc, kaum auS- kämmliche Entlohnung dar Angestellten n.cht mehr zu tragen in der Lage mbxt, andererseits erscheint es doch sehr verwunderlich, daß sich di« Finma dagegen sträubt, den Betrieb abzugeben und sozialisieren zu lassen. Sollten da nicht doch besonder« Gründe »nu sprechen? J Groß-ö erlin. Der Abzug der Steuern vom ArbeUslohn. Nach mner setzt ergangenen Veio.dnuug müssen den Arbei» tern und'Aligestellten mit Wirkung ab 25. Juni 10 Proz. deS monatlichen Sinkommenö zum Zwecke der Begleichuiig der Ein- kommcnsteuer vom Lohn oder Gebalt gekürzt werden. Räch dem Einkommensieuergesetz ist die Grundlage zur Be» rechnung der Einkommensteuer das Einkourmen des dem Steuer. jähr vorangeganigenen Kalenderjahres. Im Jahr« 1949 haben die Arbeiter und Angestellten erheblich geringere Arbeitsverdienste g«- habt, als sie sie zur Zeit beziehen. Um ein Beispiel zu nehmen: Hat ein Arbeitnehmer, der 1919 über ein Einkommen von 5000 M. versugl«, jetzt ein Einkommen von monanich 600 M., so werden ihm hiervon 10 Pruz., also 60 M. pro Monat gekürzt. Nach Ab» zug deS steuerfreien Einkommens von 1500 M. hätte er nock> 9500 M. zu versteuern. Das ergibt einen Steuersatz von 395 M. jährlich, oder monatlich rund 33 M. Der Abzug vom Gehalt be- trägt annähernd da« Doppelte. Tu» welchem Grunde soll nun der Arbeitnehmer sich über das Maß dessen, was er zu versteuern hat, hinaus Abzüge vom Gehalt machen lassen? Geht man etwa mit der Absicht um, durch ein« Revision des Gesetze» den Steuer- betrag vom Gehalt dem zehnprozentigen Abzug gleichzusetzen? Das ist unseres Erachtenz schon auS dem Grunde nicht möglich, wsil der Arbeitnehmer bei der jetzigen unsicheren wirtschaftlichen Lage ja gar nicht weiß, wie lange er sein Ginkommen behält, oder ob er nicht für einen erheblichen Teil deS Jahres arbeitslos wird. In welcher Weife ist die Vergütung derjenigen Betrüge gedacht, die über das Maß de» an Steuern zu leistenden Betrages, den Ar. heitern und Angestellten abgezogen werden? Hierüber wäre eine klare, eindeutige Antwort dringend erforderlich. Kinderheime. Berlin bietet den Kindern im allgemeinen nur die Straße zum Aufenthalt. Die wenigen SpielplLtze kommen nur einem Teil der Kinder zugute, die in deren Näh« wohnen. Trotz aller körperlicher und geistiger Gefahren muß man leider die Straße dem ständigen Aufenthalt in der Wohnung vorziehen, der für die Kinder auf die Dauer unerträglich ist. Denn das Kind braucht Licht, Lust. Be- Wcgirng und vor allem Umgang mtt anderen Zkindern. Die Aufgabe der Gemeinde iit es, die en Bedürsnissen im Geiste sozialistischer Erziehung entgegenzukommen. Wie viel hier zu tun ist. und wie weit die sozialistische Gemeinde und Kulturstadt Berlin hinter dem„asiatischen Sozialismus Rußla-.ds". wie es der Herr Neichskanzicr nennt, zurücksteht, zeigt ein Bericht den die Delegation der Auswanderer Organisationen, die am 6. März nach Ruß- land entsandt wurde, jetzt nach ihrer Rückkehr erstattet. Da- nach sind in Petersburg zirka 55 000 Kinder in 50 Heimen untergebracht. Jedes dieser Heime hat unter anderem fol- acnde Räumlichkeiten: l. Empfangsraum. 2. Bureau. 8. Haar chncideraum. 4. Bade- und Desinfektionsraum, 5. ärztliche Untersuchung, 0. Empfang von Kleidung, 7. Einteilung in Gruppen, 8. Speisesaal, 9. Schlafsaal. 10. Spiel- und Malmal, 11. Musikzimmer. 12. Krankenzimmer für leichte Erkrankungen, 13. Vortrags- und Thea- tersaal, 14. Vortrags- und Schulsäle, 15. Garten, lg. Tennis, und Spielplätze. Wenn man damit die Unzulänglichkeit unstrer Ein- richiungen vergleicht, z. B. daß unere wenigen Schulschwe- stern den erkrankten Kü'dern in die Wohnungen nachlau- fcn müssen, daß unsere Kinder im Winter in ungesunden Wohnungen, ohne geeignete Beschäftigung ihre Zeit tot- schlagen/ so wird man erkennen, daß wir schon im Inter- esse unserer Kinder alle bureaukratischen und kapitalistichen Einflüsse aus der Gemeinde beseitigen müssen, indem wir am 20. Juni die Listen der U. S. P. wählen. Nein»«vielen ins Wassee gefatlen kf! i ne», etwa 6 Jahre alte» Madche» vor dein Haufe« Die Reaktion in der Schule. Ein««igenarvige Auffassung üb-r die Tätigkeit der Eltern» heirate scheint bei dem Lkektor der II. städtischen Mädchenmittel. schule, Nene Königstraße, und den dort in der Mehrheit befind- lichen„christlich-uiipolitischen" Elternbeiräten zu bestehen. Nachdem sie gemeinsam die erste lonstituicrende Bersamm- lung im April lediglich dazu benutzt hatten, wegen einiger Rede- Wendungen in den W a h l> Versammlungen und-Flugschriften gegen die drei Mitglieder» die der 11 S. P. D. und S. P. D. an- gehören, zu Felde zu ziehen, glauben die„Christlichen" ihre Auf- gaben einstweilen erschöpft zu haben. Der Herr Rektor berief von sich ans eine Elternversammlung ein, ohne— wie es sich gehört— den Elternbeirat als Mit- Veranstalter hinzuzuziehen. Den Beiratsmitgliedcrn wurden da- für aber gnädigst Eintrittskarten ausgestellt— auf vorherige Be- stellung! Trotzdem der Rektor in dieser Versammlung von sozialisti- scher Seit« auf da! Unkorrekte seine- Verhalten? öffentlich hin» gewiesen wurde, veranstaltete er am Sonnabend, den 29. V. M., einen„Wobltätigkeitsabend" für bedürftige Kinder. Natürlich wiederum ohne sich um den Elternbeirat zu kümmern. Die christlichen.Vertreter haben natürlich auch hiergegen nichts einzuwenden, sie machen offenbar mit dem Rektor alles alleine ab. Alle demokratisch gefärbten Reden des Herrn Rektor Lubig können nicht die Tatsache' verschleiern, daß hier in versteckter Form versucht wird, die Mitwirkung der Elternbeiräte zu sabo» tieren, und speziell die sozialistischen Mitglieder— die über 30 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigt haben— auszuschalten. ES geht auch anscheinend dem Elternbeirat nichts an, daß an dieser Schule— entgegen den Gepflogenheiten bei allen anderen — während der Pfingstferien die Ouäkerspeisuug kurzerhand ein- gestellt wurde. Um den offenbaren Herr-im-Hause-Standpunkt der Schul- leitung und den auf ihre zahlenmäßige Ueberlegenheit pochenden »Christen" wirksam begegnen zu können, ist es notwendig, daß die Genossen mehr als bisher an den Veranstaltungen der Schule teilnehmen, um ihren gewählten Vertretern den nötigen Rückhalt zu geben. Andererseits zeigen aber auch die Vorgänge, daß in der Schule um jeden noch so geringen Fortschritt zähe gerungen werden muß, und daß die christlichen nationalen Herrschaften— sofern sie nicht eine Mehrheit der Arbeiterschaft dazu zwingt— gar nicht daran denken, positive Arbeit für unsere»» Nachwuchs zu leisten. kkeines, etwa 6 Jahre alte- Madchen vor dem Vau'''""'„{jOiitit Die Kleine konnte noch rechtzeitig wieder auS dem»a««• und ins Leben zurückgerufen weiden.— LusgcleS scheinend zwei kleine Kinder, ein Knabe von zwei und e von einem Jahr, die auf der Treppe des HaujeS -—---- fir) � j i g]( 1)�! Die Kinder wurden nach dem- aufgefunden wurden.~ic«»>»-» umt-t»> 7-.„leiif'-n gebracht. Vielleicht find sie dort von einer Kinderw niedecgeleat worden. Angebörtge haben sich bisher m")/ gje« Der Mord an dem Oberlehrer. Der Mord f"' nrf» lebrer Dr. Hemberger iit jetzt seiner völligen Der Mörder Schlosser Walter Protze wurde gestern von kommissar Dr. Niemann den ganzen Tag über eingene�. Hierbei gab er auch an, wo er die noch fehlenden K � den Kopf, die Arme und die Beine auf dem Tempew vergraben habe. Er fand denn auch die Stelle dort 0!c /Lj m'fl Wettervoraussage für Berlin und Nmgezcnd.■if'l' � kühl, am Tage etwas wärmer, vielfach heiter, �?®!'$i(i| stark bewölkt bei ziemlich frischt n nordwestlichen Winoen- erheblichen Niederschläge. LkbenMlNelklllend�?. R-lnIckendorf. Auf Abschn. 30 de- Gioh.B-tlln-r Leben»*''T,» K Psd. Grieß zum Preise von 23 Pfg. und Y, Pfd. Eaga»'«| von JO Pfg.. Die betreffenden Abfchnilte find bis Donnc |l!iu fiv—-..fst.ss 10. Juni, bei den Händlern und in den amtlichen®?r'� zugeben, di« sie in üblicher Weife am ftteitog. den H-;' j;?!!' 10 Uhr vormittag» im Zimmer 63 de» Wir!schoft»«w>°''- ,z<-i- streb» zn nd»,islssein dndsn. Die Au�uode an die HöndiLt stieße<8. abzuliefein haben. Die Äuegode an die Hür.d 13.?uni Im Wirifchoftsamt. hier. Flallen'tr. 48. ,,,> Tfriodrlchsfelde. Infolge großer Zufuhr an Kartost An's, me-inde in der Loge, gute unsortierte Kartoffeln zum v, 20 M. pro Zentner ebne Marken obzugeben. Der Bere. � merktäglich von 8—4 Uhr normittogs im Ernnhrungeain Jriedrichsfelde, Wilhelmstraß« S, statt. DaS 3. LtSbt. Vol?Slkonz«rt deS Blüthner-OrchesterS findet am Mittwoch, den 9. d. M.. abends 71s Uhr, in der Brauerei Hnppoldt, Hasenbeide 82/38 unter Leitung von Paul Schein- pfl�-g statt. Karten sind zu haben im der.Freiheit", Breite Straße. Avs den VrGMiZWiom tll I. Distrikt, 1. und 2. Abteilung. Zahlabend Echicklerstr. Z Bildungsschule...,... 2. Distrikt. Mittwoch gemeinsamer Zahladend Schulauit?�°« Kartshorft. Mittwoch, den 9. d. M.. abend» 8 Uhr.» der-VerfommIung in der Cchulaula, Augufto.B'l'la� gnll' Vortrog de» Den. Kiiter: Wahlbetrachtung«». nähme zu den Stadtre ordneten-Wahlen., in Friedrichshagen. Am Mittwoch, den 9. Juni, 7>f uyr Bürgersälen Zahladend. vereinssalender. Ssz. Proletarlerfugend, Gruppe Nordest. 7 «UttNMXhJjiS der Schul« Thorner Etroße Zusammenkunft sämtlicher* Wichtige Tagesordnung.— Gruppe Charlottenburg. nufl T/i Uhr Vortrag de» Genossen Afch über„Sozialismus uiu>« im Dolkshous, Rostacnstr. ch kleine, Zimn«r. V�r!el'tikera!m. ä3 Der Sozialistische Erzieher Nr. 1«� ist erschienen��.� Lvriat.— Selbsttätige Erziehung.— Beschlüsse de» von TourS.— Französische Lehrer haben den 1. st', jjt'.i Die sozialistische Schule und die alten Sprachen.— 8 � � p>' lichen Schule sein Brief de» Ministers an den Reichs-Vizekanzl�er Koch).— >•*11. w h v« v« w- �7» g v***•» q* v v~(Me fchiedener Schulreformer.— Neu« Bücher und sSchulprogramm-EnIwurf der U. S. P. D.I.— AuS u» wegung. BerbandSnachricht -r'45. �.l-— fiu»- gizM. ichten. Der Sozialisillche L.ebrersck«kt und der lvzu'.A'f Organ der sozialistischen Lehrerschaft und der loZ. Elternbeiräte, ericheint wöchentlich zum Preiie 75*, jährlich im Verlag»Der Siurm", Berlin W9. und der n 5,l—., Einzelhell. Derantworilich für die Redaktion: Leo Liedschütz, Verantwortlich f d. Inseratenteil: LüdwIgKomerine«,~r])t, Verlagsgenossenfchvfl„Fieiheit",« G. m. b. H.. Berlin. � Lindendruckerei und Derlagsgesellschafl m. b. H.. Swilibau � Irfo'te Unfall Harb | am 2. Juni plö'zlich der| Q meinaearbelter Joii. AndencU Die Becdigung nndrt am Mittwoch, d. 9. d M., 5''i Uhr, auf dem Qe- memdeiriedhof Treptow- llaum cnnlenwee. Klef- holaetrafie. statt. Der Traueraug» tat sir-h am Abfuhrpark 3.45 Ihr in Bewcgunz. Um reite Be- j teilig'JTig wird gebeten. Hlr Anzüge, gut und sehr billig. Tuclilassr Fritz Dierlg, Alte Schönhauser Straße 311. Metalle Onecksilber kauft Weitmasa, Linienstr. 20 en ktos. en detail. Telephon: Amt Norden 607. Die NeukÖÜn-r Mct?«!!- Einkaufs-Centrale, Koitbuser Damm 60 am lier- manji.splaiz kauft sämtliche AlMüiie eu den höchsten I asres- preisen. Isoüsrten Kuplerdraht, Litzen untl WaciiSdrahl Annahme In alten Speditionen des Verlaces KLEIDE KDZEKED (ieschSftsstelle: Berlin NW 6. 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