Das Schauspiel der Regierungsbildung. Las Lost ist wieder floll. Gcute tritt der Reichstag zusammen und es ist noch fraglich, ob er eine neue Regierung vorfinden wird. Lielleicht mus; er sich-einstweilen mit der alten begnügen öder besser gesagt, mit der Mischung von alt und neu. deren wir uns zur Zeit erfreuen. Wir leben nämlich in einem merkwürdigen verfassungs- politischen Zustand. Wir haben eine Regierung, aber sie ist wie ein Topf, zu dem der Teckel nicht paht. Die Minister sind die Minister des alten Koalitionskabinetts, die der Reichspräsident beauftragt hat, die Geschäfte bis zur Bildung des neuen Ministeriums weiterzuführen, aber an ihrer Spihe steht als Reichskanzler Herr F e h r e n b a ch, der eben dieses neue Ministerium zusammenbringen soll, dessen eifrige Bemühungen aber bis jetzt ohne Erfolg geblieben sind. Dieses Kuriosum ergänzt sehr gut das Bild, das die letzten Tage geboten haben. Die Regierung ohne Reichs» kanzler und der Reichskanzler ohne Regierung passen vor- trcsslich in die heillose Verwirrung, die die gegenwärtige Miilisterkrisis und die Versuche zu ihrer Lösung von Anfang an gekennzeichnet hat. Gerode als die l.tzten Balken eingefügt werden sollten, ist das Gebäude noch einmal zusammengebrochen. Die Demokraten erklärten plötzlich, nicht mehr mitmachen zn wollen, rrachdem ihnen sowohl von der Deutschen Volkspartei wie von den R c ch t s so z i a l i ste n Schwierigkeiten gemacht worden waren, die sie nicht er« wartet hatten. Jene erhob bekanntlich im letzten Augenblick Widerspruch dagegen, das; zwei Zentrnmsminister in ihrem Amte belassen würden, und verlangte die Besetzung des Verkehrs, und des Postministeriums mit Personen, die in ihren Augen Fachministcr sind. Die Sozialdemokratie weigerte sich, dem Kabinett des Mittelhlocks ausdrücklich ihr Vertrauen auszusprechen. Ueber die Haliung dieser beiden Parteien sind die Demokraten sehr böse geworden, und besonders den Rechts. sozialisten machen sie die schwersten Vorwürfe.� Der Ab- neordnete G o t h c i n zum Beispiel fragt sie, ob ihnen denn scdes Verantwortlick'keitsgcfühl abgehe. Eine graste poli- Hiebe Partei habe Pflichten, nicht nur gegenüber ihren Wählern, sondern auch gegenüber der Allgemeinheit, und diese verletze die Sozialdemokratie aufs gröblichste. Er er- innert daran, das; sie den Demokraten zugemutet hätten, ohne sie mit der Volkspartei eine Regierung zu bilden, ja das; von ihnen geradezu die Zuziehung der Volkspartei zur Koalition verlangt worden sei.„Ihre Führer," so fährt Goihein fort,„machten sich stark dafür, dast ihre Fraktion-- wenn das Programm des Kabinetts nicht bc- sonderen Anstost erregte— für das Vertrauensvotum stimmen werde. Die programmatische Erklärung des geplanten Kabinetts Fehrenbach war absolut einwandfrei. Ihre ab- lehnende Haltung begründen die Sozialdemokraten auch keineswegs mit ihrer abweichenden Stellung zum Programm sondern lediglich damit, sie könnten einem Kabinett, in dem Mitglieder der Deutschen Volkspartei säßen, nicht das Vertrauen aussprechen." Nicht ohne eine gewisse Schadensieude vernehmen wir diese und ähnliche Anklagen, denn sie sind zum gulcn Teil auf denselben Ton gestimmt, den die Recht s'ozia- l i st e n uns gegenüber zwei Wochen hindurch angeschlagen haben. Es lästt sich auch nicht leugnen, dast die Vorwürfe der Demokraten einige Berechtigung haben, und wenn der„Vorwärts" dersichert. seine und seiner Freunde Haltung habe sich durch eine fast beispiellose Klarheit ausgezeichnet, so wogt er damit eine stärke Be- Häuptling. Von allem anderen abgesehen, war der Artikel. in dem er die Stellungnahme der Fraktion verteidigte, m sich selbst austcrordcntlich wid.rspruchSvoll. denn er führte iv � demselben Atemzuge die UnkennIniS des Negicriings- Programms und die grundsätzlickie Unmöglichkeit, einem Kabinett, in dem die Deutsche Volkspartei sitze, Vertrauen zu sckienlcn. als Gnind der Ablehnung an. DaS Chaos, das diiäch den Rückzug der Demokraten entstanden war. gebar natürlich am gestrigen Tage allerlei Gerüchte und Kombinationen, und cS tauchte in der bürgerlichen Presie sogar die abenteuerliche Meldung auf, dast sich niitcr den Unabhängigen neuerdings eine starke Strömung siir den Eintritt in die Regierung bemerkbar mache, und das; neue Verhandlungen mit unserer Partei angeknüpft seien. Selbstverständlich war daS s.llsS Schwindel. Niemand ist cu> uns herangetreten, und keinem aus anderen Reihen konnten die Schwierigkeiten, in die die Regierungsrnack�r geraten waren, bestimmen, an eine Umänderung unseres grundsätz. lickZn Entscheids zu denken. Wir hatten auck, um so wem- ger Veranlassung, uns die Köpfe der bürgerlichen Parteien und der Rcchts'ozialisten zu zerbrechen, als wir nicht da- ran zwei selten, dast sich zuletzt doch alles wieder einrenken »verde, und nach allen Anzeichen werden wir uns in dieser Erwartung nicht getäuscht haben. Die Regierung der so- genannten Mittelpartcien wird doch noch zustande kommen. Zunächst ist der Stein, den die Deutsche Volks- Partei in den Weg gerollt hat. wieder beseitigt worden. Die Gefolgsleute Stresemanns sind bereit, sich mit den Zentriimministern, die sie beseitigen wollten, abzusindcn. Andererseits scheinen die Demokraten nicht auf dem aus- driicklichen Vertrauensvotum der sozialdemokratischen Fraktion zu bestehen. Was die Sozialdemokraten in dem Angenblick der unbegucmen Abstimmung tun werden, steht freilich noch nicht fest, und eine Fraktionssitzung, die am Mittwoch nachmittag stattfand, hat sich vertagt ohne einen Bcschlust zn fassen. Das nächstliegende wäre, dast sie sich, da sie nicht mit Ja stimmen können und, nicht mit Nein stimmen »vollen, enthielten. Aber von ihren Nachbarn guf der Rechten wird geltend gemacht, daß dann die Stimmzettel der Opposition und die der sich Enthaltenden zusammen eine Ziffer erreichen würden, die die Stellung der Regie- rung, besonders auch dem Ausland gegenüber, als austcr- ordentlich schwach erscheinen lassen müßte, und so sucht man nach einem Ausweg, auf dem die Situation noch etwas un- klarer gemacht werden kann. Vielleicht werden die Rechts- sozialisten bei der Abstimmung den Saal verlassen, um so dazu beizutragen, daß die Majorität, über die das Ministe- rium verfügt, größer aussieht. Das wäre eine Auskunst, auf die die größte Partei des Hauses nicht gerade stolz sein könnte, und die außerdem zuletzt niemand im Inland und im Ausland über die nxrh- rcn Verhältnisse täuschen wurde. Aber dieser letzte Akt würde des ganzen tragikomischen Films, der uns vorge- führt worden ist, durchaus würdig sein. Ein amkllchec Troff. Verlin, 23. Juni. Die Verhandlungen des Reichskanzlers über die Bildung des Kabinetts haben heute ihren Fortgang genomn-.en, ohne daß irgend eine Stockung ein» getreten ist. Es darf nnt Sicherheit angenommen werden, dast in kürze st er Zeit das Kabinett, zum mindesten in den entscheidenden Ministerien, besetzt sein wird. Ueber die wesentlichen Fragen ist zwischen den an den Verhandlungen beteiligten Parteien U e b e r e i n- st i m ni u n g erzielt worden, besonders auch insofern, als die bisherigen demokratischen vnd Zentrumsminister in ihren Aemtern verbleiben. Die Besetzung deS Auswärtigen Amtes mit dem früheren Ministerialdirektor Simons hat allgemeine Zustimmung gefunden. Infolge der endgültigen Absage des Eeheimrats W i e d f c l d wird bereits mit einer anderen bedeutenden Persönlichkeit des Wirtschaftslebens der- handelt. Der Abgeordnete Becker-Hessen hat au» persönlichen Gründen die Uebcrnahme eines Amtes ablehnen müssen. Der Minister S t e g e r w a l d, der für das ArbeitSmini- sterium in Frage kam, hat gewünscht, sein preustischcS Porte» fcuille zu behalten. Der für dasselbe Ministerium vorgeschlagene Abgeordnete Becker-Arnsberg hat gleichfalls aus Person- lichen Gründen gebeten, von ihm absehen zu wollen. 3er neue württembergische S!aa!spxasidsnk. Stuttgart, 23. Juni. Der württembergische Landtag hat heute mit 52 von 85 abgegebenen Stimmen den seitherigen Kultusminister Dr. Hieber,»der der Demokratischen Partei angehört, zum Siaatöpräsidenien von Württemberg gewählt. Die Bnrgerpar- tei und der Bauernbund hatten demonstrativ ihre 27 Stimmen dem früheren LandtagSpräsidenten Kraut zugewandt. Die Unabhängigen hatten weiste Zettel abgegeben mit der Erklärung, dast sie das Amt des Staatspräsidenten in Württemberg für eine Sinekure und überflüssig halten. Der Landtag der- lagic sich darauf bis zu Beginn der nächsten Woche. Jnzwischc» werden die verschiedenen Ministerien unter den Parteien verteilt werdeg, Eise neue aulibolschewiWchs Aera. Wir haben uns gestern genötipk gesehen, ein wenig in das seltsame Treiben des Staatskommissamts der öfsentz» lichen Ordnung hineinzulenchien und an Hand von Tokw- menten nachzuweisen, dast dieses Staatskonimissariat beginnt, sich zu einem eifrigen antidolschewisüschm Hetzburcau auszubilden. Der Staatskommissar Dr. Weistmann ver- breitet daraufhin durch die«P. P. N." eine Entgegnung, in der er die Angelegenheit zu verschleiern sucht. Mr werden dem Staatskommissar auf diesem Wege der Debatte über die Nebensächlichkeiten nickst folgen, sondern verlangen von ihm klare und eindeutige Er- klär un g darüber aus Grund welchen Mate- r i a l s er zu den ungeheuerlichen Verdächtigungen gekommen ist, die er in seinem Lagebericht vom 17. Juni aus-» gesprochen hat und die einzig und allein dem Zweck der ?ieuentfachung einer antibolschcwistischcn Hetze» dienen können. Die politisckie Situation ist zur Zeit so gespannt, dast gerade das Staalslommissariat der öffentlichen Ord- niiiig alle Ursache hätte, nicht noch zur Beunruhigung der Lage beizutragen und selbst zum Leiter und Organisator und Urheber einer antibolschewistischen Hetze zu werden, deren Tendenz als Provozierung der Arbeiterschaft und Voi-bereitiinq eines neuen militaristische«.utsches nup allzu deutlich erkennbar ist. Das einzige, was der Staatskommissar an unseren Feststellungen bat berichtigen können, ist die Tatsache, daß das genannte Korrespondenzburea« nicht ihm, sondern dem im selben Gebäude wohnenden preußischen Staatsministerium untersteht. Wir haben uns davon überzeugt, daß! dieses Bureau nicht zur Verbreittmg der Nachrichten des Staatskommissars dient. Das ist alles, was wir richtigzustellen haben. Alle anderen Feststellungen bleiben in vollem Umfange aufrechterhal-» te n. Die Behauptung, dast die„Tägliche Rundschau", die „Dentickie Zeitung" und der„Lokalanzeiger" aus eigener Initiative dem ihnen übermittelten Material noch einiges hinzugefügt haben, ist nicht im geringsten ein Gegenbeweis dafür, dast ihren Alarmnachrichten der Lagebericht des Staatskommissars vorn 17. Juni zugrunde lag, sondern dient natürlich nur zur Verhüllung der gemeinsamen Schuld. Der Zusammenhang dieses Lageberichtes mit der neuerdings in der Rechtspresse au stauchenden' antibolsche-» wistischen Hetze ist nicht zu leugnen und es ist bezeichnend, dast der Staatskommissar auch jetzt wieder den Versuch macht, anderen amtlichen Stellen die Verantwortung siir die Verwertung seines Geheimberichte? zuzuschieben. Dieser Lagebericht ist es deshalb, der im Mittelpunkt des Interesses steht und über den der Staatskommissar sich noch näher wird äußern müssen. In den„P. P. N.". die noch immer sich als angebliches rechtssozialistisches Organ gebärden, sich aber auch heute nicht scheuen, als Ablagernngs- stätte einer offiziösen antisolschewistischen Hetze zn dienen, bemerkt der Staatskommissar zu seinem Lagebericht folgendes: „Um noch einmal auf die Besprechung bei Viktor Kopp zurückzukomnien, sei bemerkt, dast jeder Einsichtige, der die poli- tischen Verhältnisse kennt, heute weist, dast dieser Herr rührige bolschewistische Propaganda treibt. Ein Bestreiten der B«» ratungen bei Kopp ist an sich sehr leicht, da die Herren wissen, dast man mit ihnen über den Wahrheitsbeweis im einzelnen nicht verhandeln wird. Es kommt auch nicht darauf an, ob die Berichte über die Personen der einzelnen Anwesenden oder den Wortlaut der Gespräch- hier und da nicht ganz genau sind (!! D. Red.). Vor allem handelt eS sich um die Tendenz dieser Verhandlungen und die ist zur Genüge bekannt." Diese Auslassung ist ein seiger Rückzug des Staats- korninissars, durch den er versucht, sich um die Ver an t- Wartung für die Behauptungen seines Spitzelbcrichtes zn drücken. Der Staatskommissar hat in diesem Bericht behauptet,„nach zuverlässiger Mitteilung hat am 14. d. M. abends bei dein Vorsitzenden der russischen Kriegsgesangcnen- delegation Viktor Kopp in der Fasanenstraste eine Bc- sprechung stattgefunden, an der n. a. D ä u m i g. M a l tz a n, Levi, Reich, Ehst. in, Cohn und Herzfeld teilnahmen". Man vergleiche diese kategonsche Darstellung mit den neuen »lewundenen Erklärungen des Staatskommissars. Wir stellen demgegenüber nochmals fest, daß k c in er unserer Parteigenossen, die der Geheimbericht des Staats- korninissars aufzählt und zu dein die Rechtspresse beliebig noch ein paar Namen hinzucrfnnden hat. irgendwelche Verhandlungen mit Vikto.r Kopp gepflogen hat. Wir erwarten, dast der Staatskommissar ohne jeb- Vcrklausulierung die. Namen derjenigen Parteigenosse� berliner■Organ iß. i>rr Vmbftäncsigm SopMömefratie Omtflfilanöa «.-'Witz.»KWW ;..f.. Einzelpreis 30 psimnlg* 5. Jahrgang 0i- rtsckilint mnotiu tm» naAmittit«, und JTIaittaj» nur eiinua!. »« reif drlrS-U b»,»TT» er Au», Nun« mt» au« tur 10X10 IN. im »na» jablNu,»an der Sp-tiiio* selbst abgeholt 6.60 m..für poübeeieg nehmen sirnNich« postemfialler.»rstellunzrn entoeoen. tlnln Stinfbeml) brzozrn fä» veutf». land und Grstrirei» 16.r,0 m„-ür da, nbriar A»,Ie>nd?>.»0 NI. vnü.aich Valuta» augchlag, p« ölitf für vcutschlan» und Dcstrrrrich Z0.0»w>. Mcdakclim und«tt-rdilio»: Bertw RM.«, TwNfdml-rdamm 191«. Fernsprecher: Mau Stetten 835—36 nnb»70«. Vonnerstag, Sen 24.?uni 1920 Nummer 242> Nlergen-Tlusgäbe Vie achtgespaltene Nonparrillezeile oder deren Noum kostet 5.-— Mk. einschließlich Teuerungsz"s»'iaz. Aleine Zlnze czen: Das sertgedruckte wort 2.— Z!!k., jedes weitere wort 1.50 ZnfLp emfchliefiUch Ce ernngsznschiag. taufende Anzeigen laut Tarif. Familien» Anreizen und Stellenaesuche 5.20 ITlf. netto pro Zeile. Stellengesuche in wortanzeizen: da» fettzcdruekte wort �.50 wk., jede» weitere Wort wk. �meraten'ÄbteUunst: NW. Schkffhancrda'.lun ZN Fernsprecher:«lmt azarde», Vmhhandlnn«, Zentrum »Freiheit�-Vuchdruckerei Zentrum--030. nennt, von denen cc zu wissen glaubt, daß sie derartige Verhandlungen mit Littor Kopp geführt haben. Bleibt 'r Staatskoinmifsar bei seinen verschwommenen Anden- - engen, so wird er sich von dem L o r w u r f leicht- sinniger Verleumdung und absichtlicher Inszenierung einer a n t i b o l sch e w i st i s chcn Hetze nicht reinigen können. Der Staatskommissar hat ohne jede loyale Nachprüfung den liigenhaftenj Spitzelbericht sämtlichen Dienstsüllen mitgeteilt und sich! nicht gescheut, die öffentliche Iluhe und Ordnung durch die! Verbreitung dieser Notiz zu stören. Damit ist bewiesen. daß eS dem Staatskommissariat lediglich auf die Inizcnie- rung einer Hetze gegen Viktor Kopp und eine? neuen anli- bolschewistischen Rummels ankommt, mit dem er nicht nur unsere Parteigenossen glaubt diskretitieren zu können, son- dern auch der psychologischen Vorbereitung eines neuen mili- taristischen Putsches Vorschub leistet. � Die Arbeit des Staatskoimuissariats zeitigt bereits gute Früchte. In Berlin wurde heute die bekannte Schwindel- nummcr der„Deutschen Zeitung" vom 26. April 1920 überall aus den Straßen unentgeltlich verbreitet. Es ist das dieselbe Nummer, die unter der Uebcrschrist„Vor einem neuen kommunistisll>en Aufstand" den schon mehrfach er- wähnten im Staatskommissariat eingegangenen Spitzelbcricht über angeblickte komniunisHsche Umsturzpläne in sechs Spalten Aufmachung wiedergab. ES handelt sich sichtlich um einen Neudruck, der erst jetzt zur weiteren Ausdehnung der �Hetze hergestellt ist. Diese Tatsache beweist, welche Pläne hinter den Veröffentlichungen der Ncchtsblättcr. hinter dem Geheimbericht drS Staatskommissariats, hinter den neuerlichen Beschuldigungen Dr. WeißmannS gegen Viktor Kopp stecken. Man versucht, die unruhige politische Situation, die Enttäuschung der Rechtsparteien darüber, daß der Wahlausfall ihnen nicht den erhofften Sieg ge- bracht hat.� dazu auszunutzen, um in antibolschewistischcr Hetze die Stimmung für einen neuen nationalistischen, konterrevolutionären Putsch vorzubereiten. Der Staats- rommissar mag sich drehen und wenden, er trägt die Ver- antwortung für diese ucucn konterreoolutionären Machenschaften. Re Bttliltmxen der LnsWüMen JiCiiiOil. Die Unabhängige Fraktion beschloß nach eingehender Aussprache über die politische Lage folgende Erklärung: Die Fraltion leckt in der Regicrungsbildung die Stellung- «chme der: Parteileitung. Außerdem wurde die Einrcichung folgender Jnier- Dellationen und Anträge beschlossen: In Thal bei Ruhla i. Th. sind am 24. März 4320 lö Per- 'fönen von zeitfreitvilligen Marburger Studenten widerrechtlich verhaftet und in grausamster Weise ermordet worden. Eine Anzahl Studenten sind deLhaw vor ein Kriegsgericht gestellt und freigesprochen worden. Wie gedenkt der Reichskanzler dafür zu sorgen, daß die Er- «ordung von 1s Unschuldigen gesühnt wirdk Wat beabsichtigt der Reichskanzler zu tun, um die Hinter- Gkiebeneu der schuldlos ermordeten Opfer schleunigst zu«nt- schädigen f Wie rechtfertigt der Reichskanzler, daß Zeitfreiwillige Aalt vor das ordentliche Gericht vor ein Ariegsgericht a«. Pellt worden sind? Beabsichtigt der NeichSkanzler endlich die in der V-rfassrmg «erheiß-ne Auf Hebung der Militärgerichtsbarkeit vechcizusührcn. « Der MeichKfog verlangt, daß das gegen den Abgeordneten Wiitttooch beim Reichsgericht schwebende Strafverfahren und sdie gegen ihn verhängte Haft für die De er der SitzrmgS- «pzh aujgehobeu wird. DD.■* Der ReichSwg berlangt, daß der Ausnahmezustand LievgA. t�o gr besteht, sofort«usgehofc» wird. '„»'/ Außerdem Mrben w ei irre Anträge. Seireffenb Er- .�aß einer umfassenden Amnestie, über die iArbcitöfrage, die Lage der Rentner(Invaliden-, Alters-, �Unfall», KriegS-Rentner), über dleErnährungSfraoe. Hie Steuer frage(Lohnabzug) cingebrackst. . Zum Programm der neuen Negierung werde» die iAsmofsen Ledebour und Henke sprechen. Die Fraktion erhebt entsprechend ihrer Stärke Anstmich �Nlf den Sitz eines Vizepräsidenten: Ar diesen Posten wird Genosse Dittmann präsentiert. Die Arbsitsdispositionen des Neichsiags Ifind bo« Aeltcfienrat wie folgt festgesetzt worden: Am Don- « r t t a g konstituiert sich der neu» Reichstag, am I r e i t a g erlfolgt dtkWahldeSPräsidium». Sonnabeiob und Montag Mleiben plenarfrei. Am Dienstag wird sich dad neue K a- ttincit vorstellen und der neue Reichskanzler sein Programm i«ntw!ckeln; am kommenden Mittwoch lsO) werden die Par- !4«Ien Erklärungen zur Programmrcdc d-S Kanzlers abgeben. »m l. und L. Juli werden Notetat und»iilige kleine Vorlagen traten. LorauSfichtlich wird der Nvichsiag sich bereits am Juli vertagen und erff nach d«r Ävnspoouz vou Spaa Wieder zusammentreten- Sie SsAZemchle des Adels. Pretlßische Land esvirstun«M,stz. gn ber Sitzung am Mittwoch wurv« dar H«ftent. fungsantraa unstror Krak.ion für den an Well« des «schiedsnan«enost-n Hvnnig«ingotretenen««nofsen K i l» a v e Aussprache dem Geschäft»ordnnngSau«ichuß r�w.e>en. Sur»wecke» Baratung de« G-setzemwwrf« üib-o d« Auf- bung der Standesrecht« des At> e l Z u nd d i e A u f- ung der HauSvermogen kam E-nosie M« h rh o f I Wort. So zeichnet« die«nk thn. Vor reche pochmA* WclS- schast m ihr«.- ganzen Rackche-t.>«»rutal und provo- tx\b bis«in d'.e n-euclstc Äe'.'t sich hab«n, j. L. vElM lonskandal. Er bsdauevte, baß n:cht«ugnuch famtl-ch- «chie aufgehoben werden sollen, sondern K'ht w.ckziige, t Privilegien„spateren" Gesetzen vo�ae�altcn b eben soll. VC Hlcbtm crörbert« dann eingehcech d« Auflösung oer uSvermögen,'.Sbe sondere da: l d e k o m m l s s e. Cr ■l« wie diese Latifundien zuflandegekoinmen und wie außer- ich EMfoift.ch«achtest� iie S�-U�t habe«, Er jovdevte. j daß diese Brsttzdümcr nicht zvr schlagen,- fonbovn in dag Allge» mcineigeutum üäergesüchrr nxrdcn socken. Leider gärigen sehr viele der wertvollen Einzelheiten in den lebhaft-n Privcrtgesprachcn einer Anzahl von Abgoaopnetangruppcn verloren. Das vtesctz wurde ohne w: rtere Debatte in Kiooi.lar und britier Lesung in dar Fassung des Ziegsarungsenvvu>r.ss ange- nommen. Nach Erledigung einiger klcinaoer Sachen trat Vertagung bis DcmnerStag mittag 2sf Uhr ein. Z)ie Lachkagsw�hlen in Thüringen. Das endgültige Wahlergebnis der thüringischen Landtag»- wählen ist noch nicht bekannt. Es stehen noch 12 bis lö lleiner« Orte aus, die aber am Gesamtergebnis nichts n>es«ntticbcS än�:rn werden. O S jetzt sind folgende Zahlen bekannt: UnaühSnglgo 182 805 Stimmen(15 Sitze), R chtzsozialisten 132 784(IlStze), Thüringer Landbund 134 48?(11 Sitze), Deutsche VolkSpa-!?. 13408?(8 Sitze), Demokraten 58 Kb(4— 5 Sitze), DeunchnaUo- nalc 45122(3—1 Sitze), Kowmunsfien 8434(keinen S-itz). Damit ist für das Parlament des neuen Voltsstaates Thü- ringen eine bürgerliche Mehrheit gesichert. Nicht„eosmigen". sviiiiem Tale«! Der Kampf um den Steuerabzug. Als wir am 11. Mai bie Steuergesetzgebung bcr Nationalversammlung in einem Artikel kennzeichneten und nachwiesen,� daß sie die Deckung der Staatslasten zum größten Teile auf die minderbemittelte Bevölkerung ab- wälzte, knüpften wir daran die Aufforderung an die Arbeiter, ihre Kraft dafür einzusetzen, daß die besitzenden Kreise in weit stärkerem Maße zu den Steuern heran- gezogen tverdcn. Die„Note Fahne" nahm das zum Anlaß, um den Arbeitern zu saq..'n, daß sie mit der Bezahlung der Kriegsschuld„weder indirekt noch direkt" etwas zu tun hätten, woraus man die Folgerung ziehen mußte, daß die Arbeiter die Arme kreuzen und gottergeben das Steuer- schicksal über sich ergchen lassen sollten. Inzwischen hat aber das NeichSfinanzministerium bei der Ausführung der Steuergesetze keineswegs die Arme gekreuzt und in den nächsten Tagen werden die Arbeiter, wenn der Steuerabzug boginnen wird, ganz deutlich zu fühlen bekommen, daß es keineswegs genug ist. nach dem Rat ddr„Roten Fahne" den besitzenden Klassen die Bestimmung über die Deckung der Kriegslasten und die Berteilung der Steuern zu überlassen. Das Blatt scheint das fetzt auch einzuschen: statt aber den Arbeitern zu sagen, wie sie den Schlingen der gegen sie gerichteten steuerlichen Ausnahmebcstimniungcn entgehen können, gibt es für den Kampf ltagen den Steuerabzug folgende Losungen, gleich fünf auf einmal, aus:„Streichung der Kriegsschulden, Konfiskation der kapitalistischen Vermögen, Kontrolle der Produktion durch Arbeiter und Angestellte. Her mit den politischen Arbeiterräten! Vewafsnuiig des Proletariats, Entwaffnung der Bourgeoisie!" Das klingt alles furchtbar revolutionär, ist aber in Wirklicksteit. in der augenblicklichen Situation, nicht viel mehr als ein hohles Wortgeklingel. Die Arbeiter werden sich sagen, daß diese Forderungen gewiß und mit allem Nachdruck unterstützt werden miißtan: da aber kaum anzu- nehmen ist, daß sie schon in zwei Tagen, wenn der Steuer- abzug beginnt, zu verwirklichen sein werden, w müßten von einer sich ihrer Verantwortung bewußten Arbeiterpartei schon andere Mittel zur Bekämpfung nicht nur des Steuer- abzugs, sondern auch noch der anderen arbeiterfeindlichen Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes gezeigt werden. Als eines dieser Mittal haben wir angegeben, daß im Reichstag die sofortige Beseitigung der sich gegen die minderbemittelte Bevölkerung richtenden Ausnahmebestimmungen des Einkommensteuergesetzes durchgesetzt werden muß. Und es ist zu begrüßen, daß die F r a k t i o n der Unabhängigen Sozialdemokraten sofort die Initiative in dieser Frage ergriffen hat. ES genügt allerdings nicht, daß im Reichstag ein Vorstoß gegen die arbeiterfeindliche Steuergesetzgebung unternommen wird, sondern dahinter muß die Aktion der Masse stehen. Das Proletariat muß in eindrucksvollen Kundgebungen den ReckstSsozialistan und den bürgerlich»« Parteien sogen, daß die Unabhängige Sozialdemokratie in seinem Namen spricht und daß eS nicht gewillk ist. noch länger die Bevorzugung der befitzenden Klasse in der Stauergesetzgebung zu ertragen. Der Kampf gegen den Steuerabzug muß also an die gegebenen Möglichkeiten anknüpfen: wird er nach der tag- lichen ParolcouSgabe der„Roten Fahne" als bloßes Wort- geseckst geführt, so kann er leicht in Demagogie ausarten, die die Lage der Arbeiter nicht im geringsten erleichtert. Der Protest gegen den Steuerabzug. In V r e S l a u hat die Arbeiterschaft am Msntag abend durch eine große Demonstration gegen den beabsichtig- ten Lohnabzug für die Einkommensteuer protestiert. Eine viel- tausendköpfige Menge schloß sich zu einem Demonstrationszug zusammen, den die Sicherheitspolizei vorgeblich zu zerstreue» versuchte. Mehrore ButoS mit baivaffneten Sicherheitsbeamten gingen gegen den Zug vor. Es gelang ihnen aber nicht, die Massen auseinanderzubringen. Es wurden Reden gehalten und gefordert, daß von der Maßnahmx dgS Steuerabzuges Abstand genommen wird. Im besetzten rheinischen Gebiet haben die Ve- satzuilgSbehörden den Steuerabzug verboten mit der Begründung, daß ihnen die Anordnungen der deutschen Be- Hörden zu spät mitgeteilt worden seien und sie noch nichi hätten Stellung nehme« lgu«««. DikUS Btdbot M oj« yur vorläufig gelten. E.Me Mi&tä zu zwei ZMu Mirng uerucleM. Leipzig, 23. Juni. Der vereinigte zweite und dritte Strafsenat deS NeichS- gerichiS verurteilte heute den Redakteur der„Freihell", HanS Mittwoch- Köuigsüer«, der jetzt zum SlcichStasZcdseerwieten gewählt Ist, wegen versuchten Landesverrats nach § 92, L et.QJ.S3. lBeröffentlichunz von EtaatSzcheimnisscn zum Rach«eil deS Deutschen RcichSI sowie wegen übler Nachrede in bezug auf den früheren Kriegsminister NoSke, den Oberst $ c f f«»nd daS Auswärtige Amt zu zwei Jahren Festungöhaft unter Anrechnung von sechs Monaten der Mtersuchungshaft. Die Straftat wurde begangea durch die am 22. Oktober 1919 durch den Angeklagten bewirkte Veröffent» lichung dcZ„Protokolls" über eine anzeblich am 3. Juni 1919 abgehaltene Sitzung im Auswärtigen Amt. DaS Protokell er- wicZ sich hinterher als plumpe Fälschung, wurde aber vom An- geklagten für echt gehalten und hätte dem Deutschen Reiche großen Schaden zufügen können. Dieses Urteil fordert die lchärsste Kritik hewuS. Wir werden noch cingehender daraus zurücklomnlcn. Mols llihmann geslorden. Von einem schnxN.'n Verlust ist die deutsche Arbaitersänger- bewegung betroffen worden. Adolf Uthmann, der!kom- ponist zahlreicher FreiheiiS- und Arbeiterlieder ist in Barmen gcstorberr. Der Pflege und der Eiilwickiung des Arbeiter- gesnrigeS hat Uthmann f.in Lebe» gstveiht; er hat durch feine schaff.nde und schöpferische Tätigkeit a,, erster Stelle dazu bei- getragen, daß der Arbcitergesang sich von der bürgerlichen Kon- vention lösen uich Z» achtunggebietender Höhe aufsteigen konnte. Unzählige Arbeiter ha» n seine Lieder gesungen, rn hundertlausenden von Veranstaltungen dc-Z Proletana 8 haben wir seine Thöre vernommen, Millionen von Proletarierherzem wurden von ühnen mit frifchcm Mut und Heller KampfoSfrcude erfüllt.»Tord Foleson",„tz-ch wart« T> in", alle die anderen KampfeSrufe, wie oft haben sie uns in unserem Befreiungskampf begleitet oder in unseren Feierstunden über die Alllagsbeschwerde erhoben! Run will auch dieser uns nimmer müde scheinende Sänger still ruhi n. Eine liefe Lücke himleriäßt er; aber er hin'crläßt unS auch(ein Werk, und da» wird bestehen, solange es einei» proletarischen Massengcfang gibt. LelagerWZszustaud in Lim. Stuttgart, 23. Juni. Zur Wiederherstellung der gefährdeten Sicherheit und Oed- iinng hat das Staatsministcrium im OberamtLbezirk U l m den Belagerungszustand verhängt. Redolleur Th. Körner von den bauernbündlerisehen»Sehwäbrschcm Tageszeitung" ist wegen Aufforderung zum L i e f e r st re i k in Zbohrungö- inilleln an Stuttgart oder sonstig« Jirdustriebezirle, in denen Unruhen irgendwelcher Art entstehen sollten, in Schutzhaft genommen worden. Bei den gestrigen Unruhen in Ute au der Donau wurden, solveit Iiis jetzt feststeht, acht Ptilizeiw.'hrlcuta zum Teil erheblich verletzt. Auf Seilen der Demonstranten sind fünf Tote zu per- zeichnen. Aus Ravensburg tverdou insgesamt L Tote und 20 Verwundete gemeldet., Ler FrledevsMe Sowjek-Luklimd. Berlin, 23. Juni. Der Vertrrtar der Ncichszenkralr für Kriegs- und Zivil. gefangene, Gustav H i l g c r, ist in Moskau e i n g e- troffen und l)at seine AmtSarschäste übernommen. Er hatte mit dem VolkSkomurissar ocs Auswärtigen, Tschit» schcrin, eine längere Unterredung. Bei dieser Gelegen« heit stellte dcr Volkskommissar mit allem Nachdruck fest, daß alle Gerüchte über die scurdlichen Absichten NusilandS Deutschland gegenüber, dir im Zusammenhang mit dem russisch-polnischen Krieg in dcr deutschen Ocsscntllchkcit auf» getreten seien, jeder, aber auch jeder Grundlage entbehren. Russland bebrachtc seinen Kwicg gegen Polen als einen ihm aufgezwungenen reinen Vcrtcidi- g n n g S k r i c g, dcr in keiner Weife die Grundsätze dcr russischen auswärtigen Politik becinflnsien könne. Diese Politik sei die Politik deS Fried cnS m,t allen Völkern der Erde. Die Absichten Rußlands Deutschland gegenüber seien durck daS einzige Bestreben diktiert, zu dem deutschen Volke baldmöglichst in nähere tvirtschaftüche, politische und kulturelle Beziehungen zu treten.. �„ Mit diesen wiederkmkten offiziellen Emaruugen der rnlsi scheu Näterogieninst fällt das LÄstengcwcköe der d-outfchen Nationalisten in sich zusonrmen. Sie flchen die Entente an. Deutschland eine starke Heeresmacht zu belassen, da hie Bol- schmri sten nach der Uckberrenniing Pail-ens in Ostpreußen eiusallen würden. Sie stempsln den winklk()?n Verteidi- ginngsfslvgug Rußlands gegen den' Uckbevfall Polens zum imperialiftisckzen Raubgug. so wie sie selÄst ihn vom Weltkrieg her kennen. Sie tun das alles, um der Entente die Notoendigltait des gcklieöten MilitariSmiuS zu boveisen. Di« Entente wird sich zweifellos mehr an die offiziollen Frie- denSknndstebiunaen der Russen halten, die auch.den tatsächlichen Verhölturssen gereckst werden, als den Sirenen klängen der deutschen nalional istischen und nrilitaristischen Rcaktio- näc. Dem Militarismus muß dcr Garaus gemacht w«r- den, so oder so. Läßt sich die Enlenta'bekehren, iist ihr der BolsckM'istanschreck cindrucksnoller als der verhaßte preußi- sche Militarismus, dann fällt die ganze schwere Aufgab« der Bernickstung des Militarismus der deutschen RrÄaiUr- Lasse zu. Sie wird diese Aufgabe erfüllen. Suüceiiz der eszlische« Meilerparlel. London, 22. Juni.(Reuter.) Bei der heute in Searborough eröffneten Konferenz der englischen Arbeiterpartei, an der 1159 Dele- gierte teilnahmen, sagte Ca mille HuhsmanS in einer Rede, er werde in Genf beantragen, daß das Jnter» nationale Sozialistische Sekretariat nach London verlegt werde, weil der künftige Mittelprmkt der Internationale in einem mächtigen Land mit einer mächtigen Partei liegen müsse. Die ftkvzSstscheu kszlaV'fien und die drille Zilleriiatioasle. (Eigener Drahtbericht der.Freiheit''.) Part«, 23. Juni. Ein Telegramm aus Moskau meldst, daß de französischen Genosse-a T a ch i n und Frossard. die ata Vertreter der sran- zö fischen Partei nach Rußland gereist sind, dahin verständigt wur- de», daß di« Zulassung der französischen Sozia- I i st'• n a« x dritten International« von m Ver. zicht auf jeden Gedanken an eine sogenannt« vierte Internationale abhängig gemacht werde. Außerdem sollen di« franMschen Sozialisten ihren ausri-i,tigen Glauben a�, die Distatur de» Proletaria:» durch revolutio. närc Propaganda und revolutionäre Aktion be- iveisen. Dt„Humaniti" füg! dieser Meldung hinzu, daß hier wohl ei» Mißverständnis vorliegen müsse, da nie mal» ernstlich an die Schaffung einer vierten Inte«» nationale gedacht worden sei. Wr tr: r Die edlen Christen. Porlrätgalerie der llNgarischcn MLrderregierung. � Die Weltrcaktion rast wegen des Boykotts gegen Ungarn dcS weihen Terrors. Die ungarischen SMacht- Haber bekommen cS mit der Angst zu tnn und beteuern ihr Bestreben, die Ordnung wiederherzustellen. Sie«vollen die Wolt gllieeben machen, dast die VaranS- setzungen zu dem BoykotLbeschluh auf Jrrlümcrn und Un- «nirtnis der Tatsack)e iberrchcn. In der Vrittalität und Ganreuchert der Terroristenband« kourmt nun auch noch die freche Ablougnung. . Die Greuel dcS weihen Terrors sind hundert« und tausendfach doikumentariich bccvicsen. Bewiesen nicht nur als Einzelausschrcitungcn. sondern als wohlorganisierter, von der Negierung untcrilüdlcr und geförderter Massenmord ScS ungariichen Proletariats. ES wird unseren Lesern nicht Uninteressant sein, die HäuPter dieser eibenso van christlicher »ciichdlci wie von Proletarieichlut triefenden lldogieriing !NlZ.ier kennen zu lernen. In dem von Josef P o a ü n y. «incnl Mitglied der ungariscl)cn Räteregierung, heraus- gegebenen und int Verlag„Neue Erde". W'en, erschienenen S3:id)c„Der weihe Terror in Ungarn" ist die Pstysiognomie «nd lverganaenstcit dieser Herren wie folgt gezeichnet: � i-t'crkoniniai�ont veZ weihen TerrviZ, Nikotnuz Hortl», de Nagiwonyn, der bcrüchtig!« unliarischi: BaMfet und Covaifinnc. tit dcr �l>?ui des zum Abenteurer gewogenen aktiven Offizier» Er war stlüaelavfu.'ant des Kaisers Franz Iv'ef und Marine- »atgcbcr Karl IV., jetzt aber läßt er sich als KönigSerfatz in der ildsencr königlichen Durg nieder. Als Kommandant der.Ffosia" ließ er trotz feiner ungarischen Herkunft alle Matrosen ein- sperren, die cZ Magien, ungarisch zu sprechen— jetzt ist er vcr «rößte Maulheld de? rot-wc!sz-grüncn Chauvinismus und der GebietSintegriiät. Während seines ganzen LebenS. ja seihst zur istu ver Szeg�eder FirkuSregicrung, ließ er sich demonstrariv daz »Gott«vhalt«" vorspielen— jetzt aber runden sich seiue Lippen in düslerer Wehmut zum Kossuth-Licd. Zur Zeit dcS Cattarocr «talrosenaufstandeS keß er jugoslawische Matrosen dutzcndnxiS binricbten, zur Zeit dcS Krieges mit Italien ließ er die Kunst- »rnkmästr VenetsgS beschießen— irnb letzt kokettiert er mit einem Ujgosl aluischen und itakiem'cben VlindniS. Der Hauptmann der äubrrbaude der aktiven Offiziere, der cS am weitesten gebracht at, denn die übrige» leben vom freien ltlaub, wührcrtd er sich i!» Gouverneur m t Hilfe feiner Ostenburgjungen ein fixe? Dehalr von 8 Millionen Kronen erpreßte. Ein nehirnloser Mensch ohne jede Organ isationSfählgkeit. Ctepban Friedrich, der Ma'chinenfabrikant. der zu Deginn der Karokisi-Negierung sich leibst zum Sl-ratSsekrelär ernannie und dann zur Zeit der weißen Gegenrevolution den Erzherzoa ?osi'f zum Vouvevnerir«rrianrU hat damit dann Erzherzog Josef i-hn zum Minislerpräsideirten ernennen könne. Ein Narr, der pbcr wohl weiß, wie er sich zur Geltung bringen kann; ein Narr, der sich selbst bald einen Apostel, bald einen Propheten ennt, bald sich für die einzige und absolute RechlSguelle der nrevolutton erklärt. Eine tragikomische Figur, Hans Dampf, in jedem Augenblick mrt seiner eigenen Vergängonheit in flikt gerät. Er verfolgt die Juden— und cS stellt.sich her« BUS, daß er während der Karolyi-Nevolution zioniftiische Bataillone organisiert hat. Ec verfolgt die Mörder dcS Stephan Tisza — und es stellt sich heraus, daß er der Anstifter zum Morde gewesen ist. Er verfolgt die Freimaurer— und eS stellt sich Heral-S, daß erwährcndder Kommune»mein« Dtelle gebettelt hat. Er verfolgt die Teilnehmer der Oktoberrevolution— und eS stellt sich hcrau», daß er einer der Führer der Ocktoberbcwcgung gewesen ist. Er versolgt die dcsirul- liven'Eiemenie, die die Zersetzung de« Arme« bewirkt haben— sind es stellt sich herau». tviß er an dem Ausbruch de» Cattaroer .MalroseneiufstandeS beteiligt und einer der Wortführer des Elfer- Ojfizier-Soldatenrote» gewesen ist. Er ernennt den Erzherzog Kosef zum Gouverneur— und eS stellt sich heraus, daß er bei Ausbruch der Oktoberrevolution den Erzherzog durch die Kanone» der Monitore au» der Ofcner königlichen Burg hinauSräuchern Swllte. Er verkündet den Kampf gegen die Korruption— und 9 stellt sich herau». daß eS keinen Geschäftszweig gib«, in dem«r Nicht korrupt gcevcsen sei, Panama gemacht. Bestcchunst gegebe» nnd erlitten habe. In seiner Politik vcrsolgt er eigenartige Methoden. Prinzchielle Fragen erledigt er mit seinen Partei- genossen nur durch Ohrseigen. Zeiht man ihn de» Morde«, so geht er nicht zum Gericht, sondern läßt eine Jury der ,n Mord- so che ii zweiiello» sachverständigen Generale einberufen. Seine Genosse in der Parteiführung und zugleich Antipode: Kart H»szar, ehemaliger Lehrer, ist der Mimsterprairdent Nr.. des weißen Terrors, ein altbewährter Klerikaler, ein VerHerr sicher Familienleben» der Habsburger, bei den Demonstratio. »e» für die Kriegserklärung einer der größten Kriegshetzer. Ihn pflegt Friedrich al« Watschenmann zu benutzen, dagegen nannlc friedlich und seine Genossen.Schnellsiederchristen und.Put« chisten. denen die Zwangsjacke gebührt" Da» an senren Han« ie„ haslende Mut pjlegt er nur mit Weihwasser abzuwaschen. Alcrander SimonyvSeniadam, M.nijterpriiy�ent Str. S deö weißen Terror?,«i«,«m ganzen Lande allgemein b-i.a>l»t-r ta na m ist, ein GeschästSpolitiker, der DirektlonSstellen au, irektsinsstellen häuft, ein schmutziger Geschäfte häufig überfuhr' leC Erzherzog Josef, der edle Habsburger, der Im Kriege mit Maschinengewehr.» den Heldenmut seiner Hsnvgdlruppen vo» hinten unterstützte, leistete bei Ausrufung der Republik den E.d auf den Nationalrat, um dann bei Ausbruch der«eg-nrcvolu w> seine geliebten Honvedleut«, die jetzt schon Lwilkleider angelegt t>a!t«n. wieder mit Mas-lsiiiengew-hrkugeln«u trast.crc.",.."d iedeii in den Kerker wersem zu lassen, der den E.d auf de» Slatioua'rat ahgelegt hatte. Gras Stefan Bcthlen, der zweite FriedenSielegiert« de« un« garischen weißen Terror», der jetzt gegen die auf Kosten Ungar,,? gehende Annexion predigt, ist während de» KriegoS der Mutest, Fürsprecher der Annexionspolitik gewesen. lind rsiig« um sie und neben ihnen b-weg-n sich Ihrer wnr- diae Gestalten. Da ist General Lukachlch, der Masseiimetzger deS N�erdo, der als Militärkeen Mandant von Budapest jelnon Kamen durch s i e b e n u n d zwa�n z ig Todesurteil« 1" da« Gedenkbuch der Verachlung und de-S Hasse» de« iingarl,dM' Volk« eintrug. StlOerl Pa-'y, der ObersiaatSonwakt de» Weißen T'rror», der am Lt. März tStü an die Komiiiiinisten ini Sammclgesäi'gmZ kolgeiide Worte richtet:.E» ist der historische Aug nblick ge- kommen, den wir so sehr-rwar et hal lichkeitSattentat gegen ein« durch Anwendung«"'er vokaiiilnieltion gcsch'wächlen Paiienlin verübt, �a» war sein« »rsie Dewaktlat auf seiner zahnärztlichen Lansbahn. d>« zweite war j�Mti�utsü.d«.Mtl-rkschaftlich-u P-iol.Nc«,num. Baron Anton Lehar, der tapfere Obrist deS weißen Terror?, Bruder de» Opcretienkoinpoiiisten und auch selbst eine Operetlen- figur. Er ist m>il Leib und Scc>.'« schwarz-gekb, solenig« rS der schtvarz-gdben Monancksie gut geh; nach dem Zusammendruch bietet er sich der ulrai irischen Regie ru ng al» CAdlini an. al« er dort zurückgewesen wird, wendet«r sich mit demseldrin Ansuchen an die Karalyi-Regierung, wo er ebensallZ einen Korb erhält; jetzt verdingt er sich al» DiotsionSSornnrandeur an die rot-roe ß- grüne Bande HorthyS. Alexauder Peihö, der Publizist de» woißew Terrors, wurde bor einigen Jahren mit einem rechtskräftigen richterlichen Urteil de» Plagiat» überführt. Der»Pejli Hirurp" der Gebrüder Legradq ist in solche» festlichen grgenrcvolu- tionärrn Zeiten da» Hauptongan der weißen Königsparlei. an gewöhn I chon Wochentagen ist eS d« Maison Leanvoy, ixr» groß- angelegte Jnsera.enbordell Ungarn». Julius Rnbinek, fett Jahr- zehnten Direktor der Jnteressotwrrlrctung der Großgrundbesitzer, zog jetzt.weiße GaUjen" über sein« iclnoarzen Pantalon» an und wurde unter dem heuchlerischen Schlagwort der Dodeitvcr- teilung Führer der Partei der kloinen Landwirt«.— Albin Lingaucr, Miigkioo der Natinalverjammiun.g des weißen Terrors. bat por kurzem da» BiehlirferungS-Panama des M i n i st c r s R u b t n e k enthüllt. Lingaucr ßelbst wurde noch vor kurzem wegen deS an einem Baron Egegcdh verübten Mordes slecfbsiefl ch verfolgt, und er bezahlte noch, vor kurzem mit dem tsielbe des Geliebten seiner Gatrin die Druckerei- rechnungen seine? klerikalen Blatte».— Andor Szakee», der Pressechef des weißen Terrors, oer zur Zeit der Karolyi-Revolu- tion unter dem Titel;.W r fordern lvcXX) Köpfe" Leitartikel gegen die Schu-ldigen des Krieges geschrieben hat,.will jetzt einen Alibibeweis sät sich dadurch Marsd�cn, daß ex die' Köpfe von lOOOO rommunisten fordert.— JnliuS Berdossy, der Petöfi des weißen Terrors, vor kurzem noch Mitarbeiter der Witzb'ä ter „FÄbufz" und.Mazhar Figaro", wogen VergekzenS gegen die öf'enikiche Sittlichkeit wiederholt bestraft, ist jetzt Redakteur deS amtlichen Organs des.Erlvachenden Ungarn", des.Ebredo Magyar".— Teflder Szaüo, der Aeithetiher des weißen Terrors, war während de» Kommunismus Kommunist, in der Zeit der Gegenrcvol-ution ist er weißer Terror st. Er»mird« wegen GotteS iästerung und wegen Lästerung der heiligen Maria rechtskräftig verurteilt; jetzt verkündet er christlich« Kunst, christliche Literatur und besel>Zf.'igt sich nach der Kastrierung seiner eigenen Ueber» zeuglwig mit der Kastrierung der Juden. � Wir»vollen es mit diesen P rechen gemiss sein lassen. Sie enthüllen uns-mit krasser Deutlichkeit,»velche moralische Mindcrwertigteit und welche bodenlose Korruption lutut-« in Ungarn herrschen. Wie die Münner. so das System. Und Meiern System, das die größte Kullturschande unserer Zeit ist,-gilt der Abrvehrkantlp-f des inlernationailcn Proletariats. habe,"man könne eint dem zu erhosfeabew Bekrage nkcht ekwvllkk d.,z znrückzahlcm, was die AlUlKtcn Frankreich während de» siriegeS vorgeschossen hätten. Livyd George über die LoZlonger Konserenz. v m st e r d a m, LZ. Juul. Lloyd George sagte nach einer Londoner M«Id„n» i� einer llnterrrdung, dl« Zusammenkunft in veulogn« sei in m«l,»j alS einer Beziehung sonnig gewesen. Die Deutschen hättesi anscheinend erwartet, daß die Mrtnungen(ytrllt seien; sie wllr» den aber finden, da tz die Alliierten einig und St» schlössen wie immer srlcn. Ncbrv die Entwaffnung Deutschland» habe t», Konserer�z aus Grund de? englischen BorschlageS strenge Ve« s ch l ü s s r grsaßt. Die Ergebnisse der Besprechungen in Hdth« „nd Boiilognr seien sehr hoch anzuschlagen. Auf die Frage wegr« de? Betrage» der deutschen Gesa mtentschüdigung lehnte Lloyd(tzcvrge eine Antwort ab. Die Alliierten warteten zunächst ab, welche Vorschläge die Deutschen siebst in Span machen würden. Lloyd Gcorgc bemerkte weiter, er halt« die Lag« ln der Türkei nicht für ernst. Lttdttdliche Mhiwiitlitli. Also doch Terror! Budapest, LO. Juni. In der Nationalversammlung hat der Honved- minitster S o o S Bericht erstattet über die Streitfe zwischem Donau und Theiß; dabei sei-festgestellt worden, daß von 80 wegen Grau- samkeit und gesetzwidriger Handlungen Festgenommenen nur 20 Sobdate-n, und zwar Desevteur«, die übrigen Z i v i l pe r s o n e n waren. ES sei bedauerlich, daß vereinzelte Fälle in einer Form lvrichtet seien, die den guten Ruf der Nationalnrnree herabsetzen konnte. Welleicht-habe da» zur Verhängung de» Bo'./kottz mit beigetragen, dem mit gdgeigneten Maßncchnwn begegne j werde. Hier gilbt-d-er KriegSminister silso inMrekt zu, daß SreilÄdoten be gangen worden sind und die Sohl der Vcr- hdltelen bürgt dafür,.daß von EtNJeworkkonimnissen keine Rede sein kann. ES ist auch ganz nwwesentüch,«6 Soldaten oder Zivilpersonen die Hauptiibeltäter sind, obwohl es fest« steht, daß die Offiziere der nationalen Amiee planmäßig die Nrederknüppel-ung und Ausrottung der Kommunisten und Juden Setreiben. Sie LeMsse von Soulogns. Die Zahlungen Deutschlands. Pari», 22. Juni. Hava»'meldet aus Doulogne: Da» deutliche Ergebnis der Konferenz in Boulogne ist die vollkommene Ucbereinstimmung der Alliierten in der Frage der Herabminderung deS deutschen Heere» auf 100 000 Mann. Die Stärke der Polizeitruppen darf nicht über di« im Friedensvertrag vorgesehene Anzahl hinaus- gehen. Die Konferenz billigte den Vorschlag der französischen und englischen Sachverständigen für die Ausarbeitung der f i n a n- jiellen Klauseln de» Vertrage«. Die Alliierten werden am ö. Juli in Spaa die Vorschläge der deutschen Delegierten über die Art, in der Deutschtand seinen Verpflichtungen nachkommen will, entgegennehmen. Die veröffentlichten Schätzungen der vorläufig geheim gehaltenen Summe, die die Alliierten fest« gestellt haben, schwanken zwischen 00 und 120 Milliarden Gold- mark. Deutschland wird den Betrag in 37 Jahresraten zu zahlen haben, von denen die ersten fünf nicht unter 3 Milliarden betragen sollen. Die anderen werden sich automatisch je nach der Wicderaufrichtung der wirtschaftlichen Verhältnisse Deutsch, land» erhöhen. Völlig« Uebereinstimmuiig wurde über die Art der Maßnahmen erzielt, die getroffen werden sollen, fall» Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfüllt. Sie werden wirtschaftlicher und militärischer Natur sein. Die Enüvasfmmg Deukschlsmbv. T. hh. Paris, LS. Juni. Der Sonbtrb«r!chkerstotk'r der Agentur Hava» meldet fok- genbe ergänzende Nachricht zu d"n Verhandlungen der Konferenz von Boulegne: Die Ergebnisse der Konferenz sind sehr befricdi. gend, wo» die Frage der Abriistung anbetrifft. Die an Deutsch- land gesandte Not« schliefet mit der Ankündigung vo» Zirangzmaßnohme.i im Falle der Nichterfüllung der Beste,, mun- gen de» Friedensverträge», ohne aber die Modalitäten nähe? zn umschreiben. Man hat allen Grund anzunehmen, daß et sich u», „ei« B e s Hungen handekt, wi« die» in der Konferenz vsu Tau Nemo festgestellt worden ist. � Anchcrungen der Pariser Blätter. Parts, 23. Juni. Die Blätter äußern sich über da» Ergebnis der Konfernz von Boulogne im allgemeinen zurückhaltend..Journal" findet den Gedanke», die mternttionale Anleihe durch die di-ut- scheu Zolleinnahmen sicherzulloll«:,. ausgezeichnet. In vor .Actio» f ra n ca i se" heißt eS: Man könne»eugicrig' sei:,. wie 1033 beispielsweise die deutsche Zollverwaltung Qstpreuße., und Schlesien kontrollieren wolle..Ho-mme Libre" teunzech »et das Ergebnis der Konferenz durch da? Wort: Eine Koirfe- »enz für nichts..H u in a n i l ä" ist der Ansicht, daß die Koni- pensationen von Boulogne uncndsich weniger seien alS die. die -mu im Lauf t, e i n e r völlige, llcbercinstimmung g c s b h r«. Die beiderseitigen Ocga. niiationen werden t'c nötigen Weisungen eueheu lasse», uwr.i der vertrag»,»!« Zustand ouszuh.b.n ist» ml TMec und Ce�iiüSttnsen. Volksbühne 7\ Uhr: Eine Landpartie nnd VcrwJckelto fie«chlchte. Heuer ÜolKsWcr Köpenicker Sir. 68. n y*' P.'B 3 Zwiiünp. SSaatstheaier Opernhans* 7 Uhr: Schalirazade. Sc Ii an spiel haus KV Uhr: Ataria Muart» GrcSss Schauspielhaus I(arlstraße Uhr: Lyslslrata ,(24L Abteilung, IV. Abend) ! Pirektlon: Vax Reinhardt i BßuücSies Tliccter kuh,: Ta if u n ' Knimnenpißle , 7i Uhr: Leibsrardist i Kleines Schaosplelhaus frMJhr: Moral der Fraa Dulska. Theaier des Westens f/s8 Uhr: Goldene Ritterreit. P SOMMFRSPIELZPIT Allabendlich 8 Uhr: jm0k Kö�slaiitin Jin Das Glas der Jungfrau HeitseUliisllTltiler b Allabendlich 7V Uhr: ie bessere Häfte F mit Max Adalbert Dlroktisn Carl Belnhard— Red. Bontier I Thcnter L d. iKSnlgsrfitzerSfrnße v. Geständnis t Komödlenliaus ßU.: Dio Reise 1 d. Aiädcbenzdt Berliner Theater Uhr: Derletzte Walzer t i eues Operettenhous Direktor; Jean Kren llabeadllch 7 Uhr 30 Minuten: Prinzessin Frledl Trianon-'iTieater (Bahnhof PriedrichstraBe) Tflgllch 8 Uhr: i/Vlaskerade feonnfag 4 Uhr kleine Preise: Der Störenfried. Residenz-Theater (Stadlbahn JannowitzbrBcke, "Jalererundbalm Kloster.trJ TäKllcU V8 Uhr: Die Ruschhoffs ionntoK A Uhr kleine Pr Johannisfeuer. Preise: Berliner Prüfer Kastanien-Allee 7—9 ariM-SeittitioeeiM !ran°-£)iele �0�? Bflll Anf ng V5 Uhr_ > hl •;— i VoL Ehcmaiises oigt-Xlieater \ ßadstraQe 58. SommerbDhne: Täglich nachm. 4', Uhr: Eine feine Nummer. abends 7S Uhr: lasFrSuieinuomflint Rose-Theater Uhr: Schwariweidinadel. Qarlenhnhne lixlich: 'Uhr Die flucht um die Frde. Bnmnser-T.nstplele Biilowttr. i, nmNollendorfplati Telephon; LllUovr 2305. Tllxllch A Uhr; (iilt. 8»HiM mil Sch5nlitU»Hnxe. Walhalla- Theater j Tiftich Uhr: Kasernenluit. Sommertheoter „EraS'RtrllB", ihem. üllcra's = Hascnlielde 15— Doiinerit.' U- Smihsnfeliwri' Krone u. Fessel Das Ende einer Köoigskrone. Freitag 8 Uhr: FÖrsterchrisSei ab 5' U.; Sperfnlifäton, Heuö Welt Arnold Schölt Hflsenlieide 108-1H Tägliclt Konzert und Vorsteilung DlenMaxa. Mlbwoch», noiinerstaxe a. 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M. xestorben ist Ehre Ihrem Aqdenkenl Die OrtsverwaltuiiK. Hitrtt h b- KuQlerMH-S veuljcher Metallarde ler-VervauiZ '. iTVr rli« gD Sil. 8S.RJb- Speziai- Behandiuns für Geschlechts-. Haut-, Harn-, Frauenleiden: snczlell veraltete hartnäckige Harnleiden, Ausschlag, nerv. Schwäche, Blutuntersuchung. Salvarsan-Kuren. Licht-Behandig� Hohensonne, Bestrahlungen. GetrencteWartezimmer f.Damenit.Herreii Spe lal-Aerztl. g ridlÄB»4' Münzstr 9 iel. Heilansialt»»BsWlÄfSr, y, nahe Alexanderplatz.— 9—1, 4—8. Sonntaes9— 12. # Spezialbehancllung#' lUr Haut, und Cesc�ilechtsleldcn CklfÄseeÄ»» Invalidenstr. 147 ■ WO VS 83» CS I» H I. Elase, Ecke Berxslraße. Kostenlose Untersucliung und Beratung üiier sacbgeniäße Behandlung Sprcchalanrien tO— 12 und 4—-S. Sonntage tO— 12 BrkfiiiorKeD, Hunzen kauft Grossmann, Johannisstr. 4 Norden 106 21 Tgg'lch frische SCaGflSCllG u. Räucherwaren GaestemOnderFischhalle Steglitz Albrechtatr. 131. Ecke Dflpnelstr. , Zinn I LHlzinn I «4 npfer! Rotwoas! Nickelab!. 1 Bl. 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Rosa Luxemburg Mit Porträts der Ermordeten und Bil.'ern der Angeklagten, 115 Seilen Preis 6�- Mark Zu beziehen von der Ändlunj„Freiheit", Breite Straße 8-9. y: Nr. m •yyawamg�j�pBacpga VeMße zur„FreWi' Vounnstag. A. ZM IM Das ßch'ch'al HZr VkMsbZMe. Von Rich. Müller.> Dcr Kauipf um M« SPctxieWröte hat nttS die dritte Tr- fcho�mn�'sorm d.S NütcMiXniIcns gebracht. Au» den revclu- tioilärrn Ureigniftcn der Sfot�mdctfagc tct IchreS 1918 ftctwrcn, ohne Üterhcit in Wesen mib Ziel obgleich sich prallisch auS. wirkend auf politischem und rvictschosilichem Gebiet« in Gestalt von Arbeiter--, BclriebS. und Soldatenrätcn, blieb der Rälegcdanke bi> zum Ii. Rületoii-grej; Anfang April lg lg«in Prob lern, doS theoretisch h'ftig umstriiten twrrbe. Die Anträge der sozialistiftpn Parteien und der Demokraten. die d m II. Ltütekongreb unterbreitet wurden, sowi« die amll-ichen Kundgebungen der Stegierung im März und April ilZlg gaben dem Räwgedankcn gveifbar« Form, zeigten vor allem, wie sich die Veteitigten die prall iscl)e Verwirktichieng de» Rät«. gedau�ns vorslelltcn. Im Aalhiiven eines Artikel» sind die da. walS gestellten Anträge und sonstigen Kundgebungen nacht auv> führlich zu erläuirrn. Ich will versuchen, den Kern derselben hervuSzuholen, wu» auch zur Beurteilung de» gegemoürtigcn Kampfe» um die Beiriebsrätc genügen wird. Die Negierung erklärte damals, die Rälebewegung fei über ihr ursprüngliches Liel, in der revolutionären Bavegung dt« revoludonäreu Kräsle zu organistcreu, hinaudg-wachsen,«a seien in ihr idcnne'an halten, wcltix die Grundtagc zu einer neuen, sozialen Arbeits» und WirtschaftSvcrfassun� bltden kSni.te.r. Sie wollte Betrieb»- und B.zirlSarbcitcrräle,«inen Raichen rlxiter. vah Dcz-rkSwirlschaflSräte und«inen NeichSwirtschastSrat fchoff'n. Dief« Beslrebungeu sind durch den Arttwl 102 in der VirichSversassung.veranlkert" worden. Da» Gesetz ilber Betriebe- räte und der vorläufige RcichSioirlschaftSrat können a!» erste Bä- staub teil« der'.reue«.Arbeit», und WirlschastSdcrsassung"»nge- sehen werben. Die von de? Fraktion der E.P.D. und der Fraktion der demokratis-ckleu Part/t, sowiiz der einzelnen Dtitgtieder dieser Par- toicn dem II. Rätrkongrctz unterbreiteten Anträge zur Schaffung tine» pküteshstem» fussten auf der gleiche,, Auffassung über Wesen vnd Ziel de» NälesystemS, wie st« auch die Regierung ihr«,. Vor. schlagen zugrunde gelegt halte. Wen» c» zwischen RechtSsozia. liftoa, Demokraten und den Vertretern der Regierung zu Au». ledioridersctzunAm Um, so nur Übet die Sloackmästigste Real ist«. rung der gleichen Bestrebungen. Gemeinsam stellte,-,.sie(ich aus den Coden der formabn Demokrali«, erkannten die auf Grund der formalen Demokratie gewählten Körperschaften als den AuS- bturf der höchsten, unantastbaren SlairSfurm an und lehnten jede politische Betätigung der Räte ab� Eotveit st« d« Räte» aus toirtstflaftlichcm Gebiete R'chte zuerkannten, beschränkte» pe sich mif ein« Erwcilerung der Rechte der aUen Arbeiter, und Aij- gcstrlltenauSschllss«, forderten sie BetreebSrät«, die al» Organ« der Gewerkschaften im Rahm«» der Ar» betttgemetnschaften»in« Bete iu verwirklichen, wobei er die Unterstützung dieler Parteigenossen fand. Durch bi« brutalen GcwaUmaßnahmen NoSkes wurde damals die prakas-.tz Verwirklichung der Nicht- linicn und damit der Aufbau einer Räteorganisalion berhindert. Ii, den von der Partei anerlannten Nicht Iiiin irn wurde eine wirtschaftliche Rä t e o r ga»i sa ti o n gefordert, die stch aufbaut auf die Betriebsräte und stch forientwicketu soll zu einem, da» ganze Wirtschaftsleben tragenden Organismus. Reden dieser Mäteorganisativ» wurden die Parteien und Ge- tvcrkschafleu al» bedeutsame Faltore» de» proletarischen B— freiungskampfe»«rf rkannt. Da« Leipziger Aktionsprogramm der ll. S. P. D. fordert die Eroberung der politischen Macht durch da» Proletariat. ES spricht aus, daß zur Führung diese» Kampfe» die Arbeiterklasse der U.S.P.D., der Gewrrkschastea, die sich zum unverfälschten Klassenkampf bekennen und de» revolutionäre» Räte« s y st e m» bedarf. Da» Aktionsprogramm fordert weiter den Ausbau der R ä t e o rga n i sa tiau schon vor der Er» od« ran�der p»l ttt scheu Macht. Al» die Regierung, gezwungen durch die revokuklonZre Gnt» wstklnng, da» Gesetz über Betriebsräte schuf, um damit ihrer kapitoUstischen Wirtschaft» pvlirik eine Stütze zu gebe» und die reovlulianärie» Forderungen wr LrbeUcrklasse durch Schein» koazeffioneu in eine to-merrcdolutionäre Bah« zu leite«, da konnte e» für die tvertrewr de, lüSllst.D., at» die Vertreterin de« revolutionären Klassenkampfe», al» dte Vertreterin und Verfechterin de» Räley danken», keirw andere Hallmig geben» al» durch dee Wahl revolutionärer Betriebdrät« diesem Versuch die Spitze abzubrechen und gleichzeitig zu versuch»«, diese revvlutionüre,, Betriebsräte dem Aufbau einer Räteorgan i» fation dienstbar zu machen. Di« Partei forderte in einem Aufruf an da» Proletariat Deutschland»(siehe.Freiheit' vom 12. Januar 1930} die Wahl revolutionärer Betriebsräte. Jetzt gilt e», dt« Ci trieb» rät« zusammen zn fasse« und dabei die bisher vertretenen Grundsätze und Richtlinien praktisch zu verwirklichen. Damit erhält d«r Rätegedanke sei»»« dritte Er» scheinungSsorm, wobei e» sich zeigen muß,»b daS, was die Re- gicning, dil. Rechissazialiisjon ünd der Ge-verkschaflsbund er» streben zirr Tat wird, oder od die revolutionäre Propaganda und die revolutionären Ziele der U..S. P. D. den Sieg davon trdgen. Di« Gewerkschaften er scheinen fetzt auf dem Plan. Der Ge. wcrkschaftbund will die BetriebSrätl' erfassen und sie zu Or- ganen der Gewerkschaften inack>en. Er weist ihnen die Aufgaben zu, die der X. Gewerkschaftskongreß ausgestellt hat, d. h., er will sL. zu Werkzeugen der Arbeit»«« mein» sch a f t machen; die Betriebsräte soll?.? die der Auflösung ver» fallende kapilalistische Wirtschaft wieder aufrickten Helsen. Aber auch unter jenen Gewerkschaftern, die sich politisch zur U.S.P.D. und zum Siälesystem bekenwn, wird di« Eingitederung der Be» triebSräte in den Rahmen der Gnoeelschafteu gefordert. Od- gleich diese Gewerkschafter den Betriebsräten ander« Aufgabelt zuweisen, würd« ihre Sireben doch nur Theorie bleiben, da ja ihre ausgestellten Richtlini n in der praktisäen Auswirkung dasselbe bringen, was der Gawerkschaftsbond erstrebt. E» kann ak» sclbsiverstäüdlich vorausgesetzt werden, daß auch die Gewerkschaften ihre Betriebsräte erfassen müssen, fit Er» ledigung der den Gewrkschasten zufallenden Aufgaben. Bei dem Kampf-um die Betriebsräte, 1 der jetzt ausgetragen wird, handelt e» sich abee um den Aufdan einer Wirtschaft» liehen Räteorganisatton au ßerhalb d«» Rah« m«n» der Gewerkschaften nach den Rtchtkini««» d«« von bei IL©.?. D feit Jahr und Tag aufgestellt und propagiert worden sind. Dabei mmtz vee-- sucht werden einen Weg zu finden, de? ein Zusammenarbeite» beider Organisationen ermöglicht. Hier wird die Part i ihr« ganz« Kraft einsetzen müssen zur Schassung einer rrvol�tionäre« Räteorganisatio». In ihrer Hanb liegt jetzt da» Schickfch der Betriebsräte. Die Differenzen zwisty n der Berliner GewerkfchaftSkom. Mission und der Räte zentrale konnten leider noch nicht ganz be> hoben werden. Heute abend nimmt die neugewählte G uerab Versammlung der Betriebsräte de» Wirtschaftsbezirks Groß-Dev lm» zu dem VerhandlungSergebniS Stellung. Sie wird den de» teiligten Körperschaften den Weg zu weisen Hoden, der beschritte» werden muß, um die reaktionäre Entwicklung vocwärt» zffl treiben.' 1 Gewerkschaftliches. Die BetriebsrAe der graphischen Industrie hielten am Dienstag abend im G al 4 de» GewerlschaftshauseS eine überaus zahlreich besucht« Vollversammlung ab, welch/e von der Bclricbsrätezentrale und vcw Graphis�eu Karlell einberufen war. Genosse Wcgnnvnn referierte über di« Einifuing-Zverhand- iungen, welch« zwischen den beiden Rätezentraken(Münzstraß« und In d«n Z«ltenj sowie her GeiverischaftSlvinunssion bisher statt« fanden. Der Nefercnt(jeb seiner freudigen Genugtuung Ausdruck, daß heut« alle Richtungen gut oertreten waren.'Gr jch-ldert« turz die Entwicklung der Rätezentrale au» dem frühere» Vollzugs wch dessen Verfolgungen durch NoSke un>d Qinauswucf«ru» dem G«» bände In dvn Zelten, wo jetzt die Rätezenttale der S. P. D. chr« Tät gkeit ausübt. Aber trotz aller Versolgumge» und Hetze» reien hat die Rätezentrale in der Münzstraß« dauai doch don Organisa ionsauf bau der Betriebs rüle wolii« innen känuqp. In den Gewerkschaften hetzte man nnt der Parole: Die Zentrale wolle nur die Gewerischasten zersplittern. DaS Gegenteil Wae der ßftll, wir haben in allen Versammlungen immer gesagt: Hinein in di« GeWerks chastcnl Deshalb haben wir auch dazu beigetragen, daß di« Gewerkschaften immer mehr Mitglieder belomimcn. Jedock) die Taktik der Gewerkschaften traaoa zur Zersplitierung bei. Redner führt vsrschiedcne Beispiel« m den Eisenbahner» und Auge» stellten-Gewerkschasten an, wo man oppositionelle Mitglieder auS» geschlossen hat. Di« Gewerkschaften wollen mir Betriebsräte zu» stnnmenfassen, die flewerlschoftlich organisiert find Wir sind anderer Meinung, bi« Geeverkschaftön bnrf«n sich nicht mit einer ryniosischen Mauer abschließen. Es ninssSn all« Betriebsräte zu» sammengeschlosscn werden, nur dadurch gewinnen wir alle Kräft« für den Sozialismus gegen den Kapitalismus. Der Referent gibt weiter anSfiührlich den Bericht übet die Einiflnug-?verhand- lungen betreffend Zusammenfassung der Betriebsrat«. In der 92) Der Sternfteinhof. Nomon von Ludwig Aozengrubkr, Weitere Volschasi MicchauS, ak'sr diese in ihrer Kurze Und Schnchdigkeit'ließ(sine Leute, so mie das Gesinde er- lixiflcn, er iverdc mit einmal in'S Haus fallen, eh' wer einen Gedanken daran hättel An einem sonnigen Nackssittttage.«IS die Zwischen- bllhch.er vom»Segen' heimginaen. verlies! die Sternsteinhof» bäuerin unter den Letzten die Kirckze: nachdenklich stieg sie die breiten Stufen vor derselben hinab, vor ihr hastete nur mehr ein altes Mütterchen in zoftpeliger Unbeholfenheit huilinter, sie erkannte in demselben die Mahnerin, holte sie «in. leitete sie.und brachte sie ungefAirdet auf ebenen Boden. je," lächelte die Alle,«wie du«ut bist, Bäuerin. Dergelt dir'S Gottl" '»Nix z'daniken, gern«escheh'n. Wer sag' mär nur. efft's dir so?" � »Ei, freilich, ich mich ja zu meiner Sepherl hoam." � „Was H denn mit der? Ich Hab j' d'längste Zeit nimmer g'seh'n." „So is's dir n!t zDbren kämma? Beim Krummet- schneiden') in alibern' Necken hat dös dumme Mensch— der arme Hascher— einer andern in d'Sichtzl'griffen und sich b Hand arg zerschnitten und bitzthab ich s' daheim sitzen: sie kann nix verdienen und U»S rieht' ich. was mer kaum ikral n") kann?" � Die Alt« sah Helenen m>t feuchten Augen an. .Warum sei'd'z auch nit Aeich tu mir kommen, ime da» g'scheh'n ift?" fragte diese. Jöött' mer därsen?",■ .Ich henk.'S wär nix B'soNder'5. Wann? mir der» trau eis und ich euch aus aller ssrenndsckxift hilf." Die Matzner hustete verlegen, �zch Hab' Wohl gleich an dich denkt, aber sie wollt'? nit leid«»." .Dalket g'nug von ihr." � Die Alte nickt«, dann sagte sie m�t zusratlllcher Ge* tck�vätziakeit:„Du stellst dir'S mt vor. Bäuerin, was für a ckkreu, ich mit derer Dkrn' häb I Sie bat mnas kein Gluck af der ssWlt und no verscherzet' k..gar daobotene Hilf- «) Arummet(Krummad)-- Sfmche«. eÄixäR"- für müblelia neben and Warum f dir nit ff Tinnen wollf. denkst dir wohl, wi ist'S ja g merkt hab'n, wie ihr Hein Seliger in's Herz g'lbachfen g'west iS? Aber ihm war an tl>r nix«'legen. No, mach' ctiler ein' Knckpf, wo der Schnur'S andere End' fehlt I" Die Bäuerin senkte nachdenklich den Kopf, �sch will mit der S-eplierl nit d'ruber, streiten, ob er'S mit ihr nit besser ss'trossen hätt'.'S war sein Cach' und— mann ja— sein Schladen: aber das sein alte G'schichten, Mahnerin, die mehr mumier h erghören. Sag' ihr, ich ließ sie grüßen und wann s' wieder heil iS. soll sie sich anschau'n lassen bei mir. Ich gäbet sie gern als AuShelferin der alten Köthel boi und wann f anstellig is, wer weiß, was sich noch schickt. Bis dahin komm' du. wann's euch an was sohlt, ich helf' dir miS, daS geht sie nix an. Du bist doch nit z'stolz?" Das alte Weib schied mit tausend DankeSbezeugmrgen von der Bäuerin. Als Seplierl von dem„großen Glück", das ihr bevor- stünde, und von der Unterstiltzimg, die ihrer Mutter zuteil werden sollte, erfuhr, sagt« sie:„Du magst von der Stern- steinhoferin nehmen was du kriegst und was sie dir vermeint: dir möcht' ich nit zumuten du solltfft dir ein' Abbruch tun, noch ihr ein chrisklich Werk �erleiden: aber ich nehm' nit'S Geringste von ihr und unter ein'm Dach mit ihr z'hausen, daS brückst' ich nit zuweg'. Versteh' mich auch recht, meiner- wegen trag' ich ihr nix nach, obwohl vielleicht allein mein Unglück war. daß sie gleichzeitig mit mir und an ein'm Ort af der Welt g'wefen iS. aber wie f an ihm g'dandÄt hat, der mir der Webere war. als ich mir selber, das mag ich ihr ver- zeih'n, wozu mich mei Christentum derpflich't, doch vergessen —vergessen kann ich ihr'S nit!" Nie. während ihres noch sangen Lebens betrat Sepherl den Sternsteinhof. Jahre durch hosf sie sich allein in der West fort und als altes Mtlttertfcen gab sie ihr klyines Anwesen an ein armes, junges Brautpaar, nur dürftigen Unter- habt für ihr« wenigen Tage und die rückwärtige Kammer als Wohnraum ausbedingend.??n ihrer setzten Stunde legte sie di«„schmerzhafte Hüiftesunftter" in die Hand deS PwesterS. der an ihrem Sterbebette laß.„Ein rechtes, heiliges Bild ! und«in gar teuer' Andenken," und sie bat: dost man dasselbe '„girt halten" möge, ihr zum Trost und einem„anderen Ver» storbenen" zur Ehr', mit dem sie nun zusammenzutreffen l hoffe, falls rbr von Gott dies». Freude bestimmt sai. kl?» di» Nernsteinbofhäiwrin dam Kirchgang» bei»»- kehrte, empfing die alte Kachel sie an der HguStsire:„A Brief is kämma, Bauerjn, ach haib' dir'n h'nauf in b'Stnben af'n Tisch g'legt. Pavier und SiegolngM is mt d'ran «'spart: wird wohl was Obrigkeftbich'S sein." .„Hm, ein' neu' Steuerauslag' vielleicht." Damit stieg die Bäuerin hastig die Treppe. enipor. Wenige Augenblicks später hielt sie das Schreiben in den Händen, es kam vom Notar in der Kreisstadt, dessen Adresse stand vorne darauf- gedruckt: Helene zerriß den Umschlag, ein beschriebenes Blatt und eine Nummer der Brovinzial-Zeitiing.' wsstche die amt- lichcn Verlautbarungen brachte, fielen ihr daraus entgegen. . Sie begann zu lesen, plötzlicki erblaßte sie und sank auf den daneben stellen den Stuhl, wie tot lag der Arm. welcher die Blätter gefaßt hielt, über dem Tische. Nach einer Weile raffte sie sich auf und schlich an daS Fenster, die Papiers raschelten in ihren zitternden Händen, noch einmal las sie aufmerksam Zeile für Zeile: als sie geendet, sank ihr die Hand mit dem Schreiben schwer herab, während sie mit der andern hastig das Taschentuch herausgriff und vor die tränenden Augen drückte. j Danach stand sie lange, istlbstvergessen und verlöten» daL feuchte Tuch in die Stirne pressend und starrte hinaus in die Gegend, ohne zu sehen. Ein lautausächzender Seufzer, den es ihr unversehens heraiissticß. machte sie zusam- menschrecken. Sie wandte sich und verließ die Stub� und daS HauS. Als sie in den Hof trat, kam um ein« Scheunen- ecke der kleine Muckerl. die Julian auf dem Rücken, daher- galoppiert. „Mutter!" rief er lustig.„Da schau', wie sich doS Mehl- sackl schleppen läßt! Wie s müd' wird, weint s, und dabei will s' üb'rall seinl" Die Bäuerin winkte abwehrend mit der Hand nnd sagte ernst:„Sei still." Sie nahm die Kleine vom Rücken des Knaben herab und stellt« sie an dessen Seite.„Is bmv, wann du dich schon jung um dWeibslrut'-annimmst. Gar um dein Sck»vcstcrl wirst'S wohl müssen, armer Bub'." Sie fügte die Hände der Kinder ineinander und schritt mit de« Kleinen gegen das Ausgedinghäusel des alten Sternsteil»- hofers. Dieser saß auf der Bank davor und neben ihm der Käs> biermortel; als letzterer der Bäuerin ansichtig wurde, sagt« er:„Guck' mal, geht dort nit der Drach'? Wie kommg denn aus mit ihm?"/ tZortletznoa SeUU WnschTicßentvn WT�ftcn Debatte MrfciSngi Koll. Zwitnrr vom Vauvvtji'-iid i>cr �orüiicr Buchdnuicr die Avdeittseliieiiijch«iteu «lü> nmcht dorauf aufnrcrksam. dasz am 5. Julr da: Ccmerk- schaftSbuiid die.Afu" eine Konfaenz abhalten. KlZllcgc Verger :,'!vklter im Äiichhandelj widerspricht den Art» Führungen ZwirnerS. M weelichi»ften nicht eintreten tollen für Verüefferuiig des Lohn- systemS, sondern für Mschafsuim de? LohnshstemS. Rael)d.«n vcr- �schiedene Redner für sofortige Wahl der D.-legicrten zur Gene- ralvcrsninmming eintraten iurd sich Erkström«Buchoru-ker)»nd Gloth sVorsi�endcr de? HilftarbeitecvcrbairdeS) dageg-n wandten, wurde zur Wahl von 75 Delegierten geschritten. Die Generalver- saimmlung der berliner Betriebsräte wird Donnerstag, den -!4. Juni, in der UnianSbraiicrei, Hase»hei de. stattfr.idcn und wird darüber entscheiden, wie sie sich die Einigiuig denke. Bei der Wicht der Buchdrucker-Delegierten kam eS gu Unstimmigkei- tcn, da zuerst nur avpositionclle Kandidaten auf einer Vorschlags- liste eingereicht waren. Etf wurden dann auch Vorschläge nicht- oppositionellen Vuchdrurkcr gemacht und die einzelnen Gruppen zogen sich zur Beratuna zurück. Darauf erklürlc Eckslsöm, dag er un.a seine Freimde sich a der Weich! wicht beteil>en und ihre Kandidatliren zurüchziehen. Ter Vorsitzende de» Graphischen Kartell» Czcrny stellte daraufhin fest, dag hier von den vuch- trui- in von mchis Sabotage getr-eben würde, dasi aber die Wacht t D.vtzdem vorzunehmc« sei. Dieses geschah»uch, Achtung! Velriebsrale! Von verschiedener Seite werden wir darauf aufmerksam gemacht, dag schon jetzt Delegiertenwahlen zur Betrieb»- rälegeneralversammlung vorgenommen werden. Wir weisen darauf hin, dasi diese erst vorgenommen werden können, wenn die Verhandlungen mit den Betriebsräte» zentralen abgeschlossen sind und verweisen hierbei auf den Bericht der Plenarversammlung der Gewerkschaft»- kommissiort vom 21. d. M. Die jetzigen wilden Wahlen geben nur ein zerrissene» Bild. Der Ausschuß der Gene r Fch.i ftS fornmi ssion: Vollmer»hau». Der Steuerebzug nnd sein« Wirkun» für die N«»«estctllen! Di« Betrieb»rä>te, Angestekttenräte, Betrüb lt. bleute saw»« die tzu-ucktioiräre eller N�a-Verhönide werden auf die heute, Don- n« r S t a g, den 24. d. M., abend« 7 Uhr, im Krieger- Berein»hau», Cha usseestr. 0-t, stattfinde, �>« Versamm- liing niifmerisam gemacht, m«?,«.: cha Kechtsawvalt Becher übar da» o'a fc Schema eingehend spreche» wird. Anzestellie der(shv/lrezie-Mr�xrntk u,rd verwedtck.«'Beruf«. Der Schiedsspruch vom 20. Wai ist durch den Herrn ReichSarbeil«- minister für verbindlich erklärt Ivorden. Der Darift.ertrag wird schnellsten» in Druck gegeben und ist ad 1. Juli im Bürer.ii des c�ntralverbande» der Angestellten, Berlin GW LI, Belle-Alliance- Stratze 7/10, käuflich zum Selbstüostenprei» zu erhalten. greifung de? Düli rZ geführt, wohl aber in das unheimliche Drei- den de» Berliner SttrbnchertumS hiire.ngeleuchtet u°.d»cr- sched.'iie Verhastlrngen zur Folge gechadi. D»bei wurde u. a. rsß--6erlin, Der Nettor als Prugelpaksttgoge. Noch immer wird an manchen Berliner Gcineindeschulen von dem ZüchtigungSrccht in bedenklicher Weise Gebrauch gemacht. Em recht krasser Fall ereignete sich am Mittwoch der vorigen Woche auf dem Hofe der L2. Gemeindcschule, Fruchtsirasje 33. .Als morgen» vor Beginn de» Unterrichts die Schüler in Reih und' Glied in» Haus geführt wurden, vergasz der Knabe St., als er an dem Relior vorbeiging, seine Mütze abzunehmen. Der Schüler wird unS als ein Kind von gutem Betragen geschildert und gehört einer Klasse an, die am Tage vorher einen längeren Ausflug gemacht hatte, weshalb er wohl noch etwas verschlafen war. Wegen körperlicher Schwäche ist er auch an der Quäker- speisung beteiligt. Den Herrn Rektor störte so etwas nicht. Er riß dem Knaben seine Schildmütz« herunter und schlug ihm damit erregt mehrmale auf den Kopf. Er lieh sich auch dadurch picht stören, das; an der Hoftür einige Frauen standen, die Zeugen dieser widerlichen Prügelszene waren. Es liegt der Gedanke nahe, was dieser Herr wohl fertig bekommen mag, wenn er unbeobacktet ist. Uebrigen» dürften jetzt pi« Kinder auch in der Schule ermahnt werden, mit. Kleidungsstücken recht Schonend umzugehen, sich jedenfalls nicht damit zu prügeln. Glaubt dieser Herr Rektor,« r selber dürfe das? Auch Lehrer und Lehrerinnen waren Zeugen de» Vorfall». Was mühen die schönsten Erlasse gegen die Prügelpädagogik, wenn vleltoren selher ein derartig:» Beispiel geben? Die Elternbei- müt« sollten in Füllen dieser Art energisch einschreiten. Noch «inSl Dieser Herr Rektor, Brenn«rt ist sein Name, ist be- reit» 75 Jahre alt. Für Reformgedanken dürfte er wohl nicht mehr anpassungsfähig sein. Auch gibt e» jetzt in Berlin zahl- Iteiche junge Lehrkräfte, die nicht wissen, wo sie Arbeit und«n- Stellung finden können E» wäre die höchste Zeit, dah die Städtische Schuldeputation den Mann in den wohlverdienten Ruhestand versetzte. � Llnhelmliches Treib«, der Verbrecherwelt. Di« Ermittelungen der KvirnkralpoliAei zur Aufklärung des Raubmorde», dem der Teppick Händler Neiffer in der Steglitzer 'Etrahe zum Opfer gefallen ist, haben zwar noch nicht Mir Er- ------------------ he Ii zu �,, in feinem Plane ganz«m den Neiffersthen K«i>lwnd, wurde ab- r in letztor Stund« veveitrtt. Hie-ter Öwfein verbr scher, fckien P.anc stand eine Frau S? a n i e r, die die KriminaGviizei schon einmal be'chäftigt hat.' Frau Spanier, die Schiebcr�schäsie mit CefcnlimlWn, Gold usw. beireibt, kam vor längerer Zeit«ich in Verdinduivg mit einem Angestellten'.inet Reichssteil,-. D.cftr ließ sich verleiten,«inen größeren Posten rotgestempeltc Tau fcnd mark schom« der Kusse zu entnehmen. Er wollie s»c>n>t Alifg"td verkaufen, den Gavinn in die Tasche-stecken und den ent- nommenen Be'.rag in die Kass« zurückchg,«. Dazu kam cr i«- dech m-iit. Frau Spanier lockt« ihn in ihre Wohnung in der Güntzclftraste �1'?u Wilmersdorf und liesi ihn dort durch fick- dungcne Vdänner übersollcn und berauben. Sie wurde verhastet, wegen Herzkrankheit aber gegen Bürgschaft wieder auf freie* Fnst gesetzt(?) und betrieb ihr« G'schäftc weiter. Besonder» hatte Frau Spanier eS auf den erwähnten Alt- häudt-r Thiel abgesehen. Sie Iksi durch ihr befae.mie Perioncn erst die B-rhältn.ss. de» Z. asSfvrfche» und dingt« dann andere, die den T. i-txerchllen unv b-wauben sollben.«m 27. Dezember vorigen Jahre» sollte die Tat«itgesührt«erden,«her«r scheiierh.' daran, daß fea jünge» Mädchen, da» lmbewri�t den Verbrechern al» Werksruz dien' n sollte, argnShnijch wnrde und sich von ihnen trennte. Di- vcrbvechcr fiten seht w-gen«»Herer S.r-f.aer. i« Gesängin» und haben bereit» ein Teslürchi»» ahgeieHl, st«« Absicht zur Beraubung Thchl» gehabt zu y-rbem Möteschule der Grost-Berliner Arbeit�rschast. vertraue*»- leut»! V»rtra>:en»männe»zusa«menk«nst am Freitag, den LS. abends'A7 Uhr, Zimmer 26 dxr Schule. Jeder Äursu» mutz vertreten sein. Ein städtisch«» Fuhrwerk grstohteu. Der KranlenhaiuSver- tvaltung NeukSlln wurde gajlern.«achm ttag gegen 3 Uhr vor dem Hailse Ait-Mvabit löt«in zweifpännige», n«t 50 Zentner Hafer beladen«» Fuhvwert entwendet. Der Dieckstuchl geschah in dorn Ans»chlick, ak» der Kutscher das Hans be'vrben haii«, um Gummstvarea«bzuhoien.' Ter goaugrün gestrichene Kosteiewagen war!»(paimt mit«i»er fcht»arzbr«nin«n Srute und einem FuchS- wallach mit Weste und 30 Ztm. lootger Narb»«u( der linh-« Hüfte. Der Wag*i> irug l n?S die Äkdresse Ui Lenbwivte» Mar«tscheck in Buckow'. Für«i« Wiedeckkschaisung de« Ge- fpan-n». da» einfchLletzNch Laduaz est«» Wert von 40— 50 000 Stark reprÄseutiert. hat der Neuköllner Stagqirat ein« veleh- uunz in Höhe von AXX) Raek audgesetzt. Achtet auf die ldlnder. Dieser Tage spielton Kinder neben bei»«11«» Studeistenbad i* der Slaistxwstivste«in Waffer: sie ruckten Fische ga sanze«. Piötziich verlor«» p»»i klein« Mädchan, Gesc�vister, dar. Baden unter de« Mstzen«nd versanken sofort i« tu« Flnt. Da nicht sofort Hilfe ersch'gie und erst Badcailfte an» der U ichalt gerufen werde» mutzten, gelanq et nur, die siingero Hchüwper f* KUtn. während ei st nach 20 Minuten nach Tauchen da» sieh«!'. iähr ig« Mädchen gesiuisten»nerc-en konnte, c« war aber schon tot. Nipfer VorsnZ»«chirt zur Vorsicht. Sitern und Leqc-r i* i-ner Gegpnd wn gut, die ttinster auf die ivesichr-'a besonder? h-inz-rweisen. Wer'.st da» SRSdche»? Au» dem Wasser gelandet wurde am 27. Februar d. IS. an der Bendler Brücke ein junge» Mäd- ehe« ,da» in selhstinörderi silier Alfficht in die Spree gegangen war. D>e Gerettete, verweigerte über ihre Person schon damal» jede Auskunft und verweigert sie auch heute noch. Sie wurde zunächst nach einem Krenierchause und dann zur Bcobachiüng ihr«» GeisteZzustand«» nach der Irrenanstalt Dalldcrs gebracht. Der Erkennungsdienst deZ Poliz-ipräsidium» hat sich V.Uher vergeblich bemüht, ihre Persönlichkeit festzustellen. Da» Mädchen ist etwa 1,60 Meter grotz und schlank und hat dunkelbraune» Haar, blaue Augen, eine grohe Nase und lückenhafte Zähne. Stadlonwelhe Lichtenberg. Do» Lichtenberger Stadion (Herzbergstrafte VI), bo» unter der Leitung de» Stadtbauratei Dr. Jng. G I« h e in grotzzügiget Weise trotz aller Zeitschwierig- leiten geschaffen worden ist, wird am Sonntag/ de» 4. Juli, nachmittag» 2 Uhr, durch eine Veranstaltung de».Sportans- schusseS der Lichtcnbergrr Sport- und Durnvereine' eingeweiht werden.� Das reichhaltige Programm siebt Hockey-Spiele, Fiitz- ball-Städtewettkampf, leichtaihletifche Spiele vor.. Die Vor- kämpfe beginnen 12 Uhr mittag». Fahrverbindungen: Stratzcn- bahnlinien 08, 138, 71, 07. Karten im Vorverkauf(Tribüne 4 M., 1. Platz 2,60 M.. 2. Platz IchO M.) find u. a. in den Verkaufsstellen der Lichtenberg« Zeitungen und der dem Sport- ausschutz angeschlossenen Vereine zu haben. Der autzerorstenillch starke Berufsverkehr auf der Strecke Lehrter Dahnhof— Spandau— Nauen b»w. Dustcrinark hat eine Fahrplanändcrung auf diesen Strecken erforderlich gemacht, die am Mittwoch, den 30. d. Mt»., an den Wochentagen in Kraft tritt und eine erhebliche Berbefferung d«S bestehenden Fahrplan» mit sich bringt.. Ne» verkehren werden in den frühen Morgenstunden je ein Zug ab Lehrter Bahnhof nach Spandan-West und zurück. An den Wochentagen vom Montag bi» Freitag wird»wischen Lehrter Dahnhof und Dallgow— Töberitz ein neuer Zug gefahren, der in Dallgow um 3,45 Uhr nachmittag» ankommt. Di« Züge 320 und 4805 kommen von Dallgow(ab 3,40 bg«. 3.53 nachm.). Der Zug ab Lehrter Whnhof 7,00 vorm. wird bi» Dallgow durch- geführt, wo er um 7,25 vorm.«intrifft, während der Zug ab Spandau 0,36 vorm. bi» nach Lehrter Bahnhof durchgeführt wird wo er um 7,01 eintrifft. An den Sonnabenden wird endlich noch der Zug ab Spandau-West 6,50 vor«, an Lehrt« Bahnhof 9 15 vorm. und in der'.Gegenrichtung vcr«ng äh Sehrkrl DaPl- Hof 12.55 nachm. an i nkenkrng 1.30 nachm. neu gefaittcn. Oberschlesier! Tic Ortsgruppe Neukölln, Britz, Treptow, Banmschnl-iiwez hat im Echulhau», Kopfsiratze CS,.eue«--- schnf'.j'icUe errichtet; täglich von 2—6 Ujzr geöffnet. MeWNiitltiilsleAher. He-nilgzdorf. Die Auegabe d«r Zuckcrkartcn für den Monat Jali sind«! ftel'; am Froitog, den tö. Juni,»onnittaz» von L 10 Uhr c,!c.lh»iiau- uno P«v!-I«rd«n-Str«he. ren 10-�-11 Uhr Neusndorsstratze, oon 11— 1» Uhr Bötzowslrehe. von 12—1 Uhr Pari,- und Friedhos- stia.tze, nexl.imtwg, ,on 1— MlZ Uhr Hauchstratz-: am Connabend. den !». Juni»ormitias» von 8— ü Uhr V-riin-r S-trobe, von�L— 10 U/r un� FontüN'ostrQHs. von UIjc TQhnHos- und strah»,»an 11—12 Uhr«mg- und Fabri listrohe, von 1?— 1 Uhr De!- i«n«- Strohe und«uckap,»«ljmütegz vo» 1—«l.Uhr Hirsch,'>'N- unh Walds!. r.tze. ______■ WZ he» LrZa�sküonei'.. 6.»iflrktt.»bkevuns-sithrer werbe» gebeten, Dann:'.-'." nach» mi. tag bei SUfcmr, Strauebeugor Strich! 13, Jftalericl«b-uhoi:n. 9. Distrikt. g eUog 7 Uhr ris>ridt»v«rsi>m«l»»S!n'd-r Aul» des Lgzeum», Ec«ifti»e.id«r Circhz 2S, Tasieortnung:„D�l Z. Jnler- »otiona!» und unsere Parle!.- Azsere»!: Eenosi« LiSteer. Luhrrdem finden die Wahlen der Delegieiten für»retz-Birlin sdatt. 17. Dijtridt. Freit»«. SS. Juni, 7 Uhr. Zrabiisnasiiinng der Nterndeiräie de! Heins«. Ltütlerstr. b«.— Den venosi-n zur Nach- eicht, dah di» Aidiieidek im Distrikt nunmehr tszu üdsrgehsn nn, Büch»-»usgugld-n. Die«üch-r»ui-ze�e erfotgt re-.lnufig eon ll vis 12 Uhr bei dem venoffe» Frttz'che, Trenssanifir. S«. Cuttxctb. IV. T»l!»»--Veet!v»io.«onnabend, 2«. Juni, e\4 Uhr, tuherst nichtige voeltändekonferenz fiir de» Hesemien Sizirü mit den V. leuim der»ejithehemmiisienen im Berliner»eeoeidschofiohau«, E»zel. usor 15, Saal 5. Tagesovdnun«'. 1. Die Umstellung unserer Bezirk». oegansiatto« mit Bew««us da, neue k«««un»!e Vrrtz-Berii»(S-hof- fung ei»»» Einheiisbeztrd««roh-BerU»»). 2. Di« endgiLtige*«»». lung der«eilragefrage. In vnbeieacht der Nichligkeit muh jeder Oitsverem oerirete» sein. sth-eiattentmrs. 1». und 14. Semetndeschvl». P-st-lszz!str. /.S. Zreitrq 7 Uhr VUeruversinnenlang. Thema:.Di» weUtich» Sa, ale." Die Eenaffe»,»i« ihre«ivder in dies« Schulen(ch-Uif», r-erd-n auf. msrbtiun genM*ft, di« B» semmiung unbedingt zu dss>ich«n. Wilmersdees. Friitsg. 25. Juni, 7 Uhr. öffenitiche volliwer- sammlung in der Aul« de» Si»m»rch.Dpmni-!>iu,i». Psalzburger Str-he.»» der«ltntzelstrah». r»gie»i.dnungi.Die«»«le.ungck.ise und de« P.oleioriat.' Kesercnl: A,:ch»t»s««bse»-bn»!er«»cn-n. . Stkglltz. Nreitv«» Uhr Sitzung der«gitatlen-kswmiM»» bei Aonk, hwtteftr. 4, vrltz.BÄckew. Freting stl» Uhr wichtige Mltglied-rversmnmlunz i« LokÄ»e» Maier, llhauffe«-, llckre Jehnsirah«. «öpenl». Freireligiöse Gemeinde. Heul«. Donner«. tag, S Uhr, Miigltederversommlung«m Siadtthealee. BoLzachlige» erscheinen dringend erse.derlich. Ltchienbers. Frettftg 7 Uhr Sitzung»er Ante- und G-werbschnfis- lioinmissto» im ileclNen-Lyzeum,?i>athaeeesdche. Ausgabe d»r Leg!- itmationekarlen. Frl-drlch»h«zin. Dsnnersteq. 17. Juni,» Uhr, FunktlonZrsttzvng in der Slingerhalle.— Freitsg S Uhr ZluLdlaiweibriltung van der Tüngerhalle«u». Erscheinen aller Müglitdee ist Pfilcht.— Sonn, abend 7A Uhr Jffentliche Wühleidersainaliulia in Schröder» Fest- sZlen. Iteserent: Ctadicat Welse. Vereinssttlender. Beiclebsräte der Untergruppe Post. Freitag, 2Z. Juni, o Uhr, Bersammtung sämtlicher veliieberöte der Giuppe Post im Lokal von Dahme. Schlegeistr. S. Tage»ordnungr Siellungnahm« zur Entiassung der Hilsedrösi». Zentrale der Betrieberöte. Aommunele Arbelteeelle. Freitag, 25. Juni, k�ki Uhe. Versammlung der!>o?»mu»alen ZlrbeUerriiie in der VetrlebsiSlezentrale» Atünzste. 24 111. TaaeGordnnng: Se-Ünngnechm« zur Fra�e der vom- munoien'Arfc»i!«rr5!e und de» ilommunaien Au»schnsses bzw. der?» Umsestaltung. Der wichtigen Tsee-ordnung wegen ist es unbedingt «rsorderltch. detz jader Ort nnnfcesten» ernen Vertrel«: entsendet, Kommunoter Aueschutz(Detrieberätepentrale). Zanteeilseriemd der Angestellten, Fachgruppe IS(DelileSunps- und Terllllndustrie und-Handel). Am ZK. Inn», abends 7 Uhr, Fach. grupoennerfanunlung In den MustkersSle«, Kaiser.Wiihelw-S.iech« 31. II. S. P..Fra»»on f»g»e>lip> scher Lehrer. Freitag b Uhr Sitzung Hinter der Sa.rnisendi- che. Rech her Balisitzung. Deutscher Iraneportnrbeiter-Perbend. Verrraaeneleule aus den Buchdruchereien.V Buchbindereien und ZetlungsverUxisonstalten. F.ai- tag. 25. Juni, 5 Uhr, wichtig« Sitzung dei Fep�ura, Melchiorstr. IS. Deutscher Dren>sp»rtari>»i>»r. Berdimd. Traneportaibetter in stödti- schen Betrieben, Hasen- und Spetcheredirbeiier, Samenhandlungen, Zementzeniral«. Freitag g Uh: Lranchrnveisirmmlung im Konigstadt- itzastno. Hoizmoelefitr. 72. Bchwngl Buchbinder in der MetnMndustrie. Donnerstag s Uhr Versoemnluag aller unter den Koileklivveliiag fallenden Bucht!»der und vuchöindereiaibeiterinnen im.Hlejanb'itier",«lezaadrinen- seratze»7». Tagesordnung, Turifberatung. Da, Erscheinen aller Kol- leginn»» und Kollegen unt-edingie Pflicht. nepuSOkcnifcher Wheer Bund, Ortsgruppe T h a r l o t t, n. bürg. Donnerstag 7 Uhr Bez!rd«v«rsamwlung bei Sieiher, T-geler Weg L. Internatinoaler Bund. Achtung! Krtegeopser! Sonntag. 27. Juni, vorm. 0)4 Uhr. grotze öftenttiche»ersammiuivg in de: �Neuen Welt", Hasenheite. Referent: Atbert»lorleaux, Brüfftl. A>be!te»-W«nber»eret» �Berlin-. Sonntag,??. Juni. nach. Fürlrenwatde—DahM'See— Fürstenwalde. Abf. Ii LZ- Schlesischer Bhs? 2. vadetour Friedrichshagen— Krumme Sah«. Abt. 7,53 Schief. Bb'f. Gäste willkommen. � vereniworilich sitc di, Redoktion: veo Llebschütz, Friedenau. Berenlwoctlich s d..Jnser«,-nIeil: LudwigKomeriner. Karlshorst Verlagsgenostenschast.Fleitzett". ,. G. m. d. 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