T»MBm jmmmmmimßMm — i— _ Clnzelprets 20 Pfennig- Z. Jahrgang Zreitag, den 25.?unl Z920 Vie».�reibeit� morsen» und nacbmtNaa», Sonntaqs und Montag» nur einmal. Der Ve�ua»prei» beträat bei''reier AuNeNuna ins l�aus'ur �rost-Ltertm l0.00 M. im voran» zäblbar, von der Spedition selbst abz-bolt 8.5V M. Für poNd,,.,., nebmen sämtliche j?ostansta>ten veftellunzen entgegen. Unter Strenbano bezogen für' Deutsch- tG»d und©efleireieb 16.50 UU ür das übrige Ausland 2;. ZV Dl. z izüalich Valuta- aufschlaz, per Blies für Deutschland und Oesterreich 50.00 M. Redaktion und Spedition: Berttn tt, Sctnsiöauerdamm IS»15. �erusdrecher: Amt Norden 833—36 und 9768. Nummer 245> Menö-Tlusgabe Die achigefpaltene Nonpar-illezeile oder deren Raum kostet 5.— Mk. einschließlich Teuerungsz-schlag. Aleine Anze gen: Da» fe tgedruckte lvort 2.— Mk� jedes weiter« Wort l.S0 Mk., einschließlich Oe eningszusch'az. taufende Anzeigen laut Tarif. Familien» Anzeigen und Stellengesuche 5.20 Mr. netto pro Aeile. St engrsuch» in Mortanzeigen: da» fettgedruckte U)ort i'l>0 Mk� jede» weitere Morl i.-- Mk, Nnieraten-TlbteUnng: �terlitt NB). 6. StMffbnncrdamm aj; Fernsprecher: Am» worden 83:?— 36. Buchhandttma ZeMrum S64S »Freihe»t"-Buchdruckerei Zentrum �636. berliner-Organ W; k&f Frankreich unö Rußland. .xs Wewnds HarlnäPzleil. n. 1�. Paris, 25. Juni. ©cpcnt nachmittag wurde die KammerauSsprach« über die auSwörtige Politik eröffnet. Lafont(Linkssoz.) erklärte, die Alliierte» müßten sich nicht auf die Anknüpfung von Handels» beziehungen zu Nußland beschränken, sie sollte» vielmekir die Sowjetrepublik sobald alz möglich anerkennen. Das einzige Hindernis fei die Frage der rusftfcheii Schulden, aber über diese Angelegenheit werde ja mit Kr assin in London gesprochen. Heber Haupt würde man eS nicht lange aufschieben können, Frieden mit der Sowjclrcg'c uug zu schließen, die eine dauerhafte sei. Die Scwjetregicrung sitze fest im Sattel und man könne sofort Frieden mit ihr schließen. Millerand antwortete, daß man, um die Beziehungen mtt Sowjctrußland wiederanzuknüpfen, nicht an da? Geiühl der Menschlichkeit, sondern auch an die Sowjet» appellieren müsse. Der Völkerbund habe z. B. einen Untersuchungsausschuß nach Rußland senden wollen, aber die Sowjetregierung habe die Pässe verweigert. Herr Lasent prophezeit, fuhr der Minister» Präsident fort, daß wir morgen die politischen Beziehungen zur Sowjetregicrung wieder aufnchmen könnten. Er ist da besser «rientiert als ich.(SS hängt nicht von uns ab, sondern von de« Freunde« deS Herrn Lafont.«m Tag-, an dem die Sowjetregicrung wirklich eine Nrgic"ung sein wird, wird sie begreifen, daß eS unmöglich ist, mit der Regierung eine? Lande» verhandkungen anzuknüpfen und gkeichzeltig den Arbeitern diese? Lande» eine Botschaft zu senden, in der diese zum Aufstand gegen ihre eigene Regierung aufgefordert werden. Einx Regie- rung, die auf diesen Siamen Anspruch erhebt, hat alz erste» die Pflicht, sich solidarisch für die internationalen Verpflichtungen, die ltzre Vorgänger eingegangen sind, verantwortlich zu erklären. Die russischen Schulden. H. N. Pari», 26. Juni. «Journal* beröffentlicht ein Interview seines Korrespon- •frcnleu Iaques M a r s i l la c mit T s ch i t s ch e r i n, in dem die- ser sibsr die russischem Schulden sprach. Tschiischevim führte an, dafc die fortgesetzten Offensiven gegen Sowjetrussland und die Mocka.de der MoSlauer Regierung nicht die Möglichkeit gegrbem habe, sofort ungeheure Summen zu bezahlen, um die es sich hier handelt.?iüf die Entgegnung, dass Frankreich Anerkennung der Schulden verlange, ehe eS sich auf weitere Verhandlungen ein» lassen könne,«ntvi.devte Dschitscherim, Frankreich soll« die Sicher- heilen, die e- wünsche, feststellen und di« Bedingung-» angeben, unter denen e» zu Verhcuvde.'n bereit wäre. Ter Scovsetregierung müsse dann die Entscho'dung überlassen bleiben, o-b ihr die Annahme dar• Bedingungen möglich sei. Auf dt« Frag-, ob di« französischen Banken, die G?Id in russischen Banken investiert hätten,«nischäd'gt würben, antwortet« Dschitscherin, hierüber müsse erst verhandelt werden. Svwjetrussland verhalt« sich nch' grundsätzlich ablehuevd. da Russland aber,«in kommunistt- scher Staat sei, bürflie da? Kapital nicht unter der Maske fremder UM-rnehmungrn sich wieder bei Privat per- fönen festsetzen. Sie Mrlschaslskrise. A u« st c r d a m Lt. Juni. Fu der Meldung d-r Wiener«Reuen Fre en Presse" über bevorstehende Verhandlungen in Wien wegen Nnfhebiing de» Boykott? gegen Ungarn teilt das S-kretariat des Internationalen GewerkschastSInliideS mit, daß dieser tatsächlich »us diplomatischem Wege eine Einladung erhalten habe. seinen Sekretär z« einer Besprechung mit Vertretern der ungari- schon Regierung nach Wie» zu entsenden. Daraukhi�, wird de- Sekretär de» Bundes wahrscheinlich»och im Lause der Woche nach Wien abreisen. �!e s'glffche Ach?i?er?attej si!r die Kev'siW des ZrledLsssLkira�es. II. X. Londoi«, 2ö. Fun!. Der Kongreß der englischen Arbeiterpartei nahm«ine Eni- schliessuiig an, in der erklärt wird, der Friedensvertrag sei eine grobe Verletzung nicht nur der angeblichen Ziele der Alliierten, sondern auch der Bedingungen, unter denen der Waffenstillstand abgeschlossen wurde. Die Entschließung verlangt die sofortige Revision des Vertrages in lieberem- sttmmunß mit diesen Bedingungen. Ein Redner erhob unter leb- hastcm Beifall der Versammlung Einspruch gegen die Verwen- düng farbiger Truppen. Der Kongreß verwarf schließlich mit überwältigender Mehrheit einen Anwag zu- »unsten der direkten Aktion. Fn der Red?, m'i der Shaw die R Ve:'.> zur Anerkennung der Sotvjeiregieruiig begrimdete, gab ei ein Bild de» Elend» in Rußland, da»«r seflbst ge'ehen Hab-. Tic Ri ssen stellen dieses Elend als eine Folge d-r Bic�ade hin. Jetzt sei Gelegenheit gegeben, mit Rußland Frieden zu schließen. Turn er. eine Mitglied der Abordnung, die in Rußland lvar. sagte, die Sowjelregierung tue ihr möglichstrs. unter denk- bar schiuierigen Umständen den Men'chen ein Dach über dem siopsc zu schaffen. Hodson, Mitglied d?r britischen Sozialisten. brachte einen weikeren Antrag ein, nach dem eine nationale strbciterkonferenj einbcrusen wrrden soll, um einen Generalstreik zu organisier-ki- um dadurch die bri- tische Regierung zu verhindern. SrwlA.rußland anz/ greifen. In dies-m Antrage wird den Gewerl sthaftcn empfohlen, einen solchen Generalstreik zu unterstützen. Smlllh führte aus,-r fei der Ansicht, daß hie Regscruug sich über Rußland s-ll'st nicht einig sei. Tie englische Ar- beiterpartei sollte daber vcriuchen, einen Keil zwischen sie zu trei. ben. So könne schließlich das Ziel ohwe Streik erreicht «»erden. -- D«o-SüLrar bee Eisenbahner. Dhoma�«rZlärte. bah. die. VechMlungsa über den VoMl qegpn?LNgZrt1.' � versuchen, die Munition für Polen au f. ' zuhalten. Demz,'folge standen die Gewerkschaften vor der Fvage.«inen nationalen Eisenbahner streik vor- zubercilen. ZThamaS sagte, daß die ganze Arbeiterbewegung in dieser Angelegenheit aufgerufen werden müsse, und daß diese nicht allein den Arbeitern überlassen bleiben dürf«. Der Kongreß nahm dann noch«ine Entschließung an, da? die Entlassung von 1400 Eiew-rkschaftSmitgliedern und So- ziakösten, d�e f it 1018 in Finnland gefangen sind, fordert. t.>ä.'!is!ii!llelll!iryheii in Lremey. (üiigensr Drahtbericht der„Freiheit".) Bremen, LS. Juni. Auch in Bremen schlug am Donnerstag die Erregung über die hohen Obstpreise und sonstigen SebenZmitt-Ipre'se in Dätlichkeibn gegen die cm Markt handelnde» Verkäufer um, so daß die Preise für olle Marktwaren zeitweise um die Hälfte und mehr heruntergingen. D'eser Berkauf in de» VormittegSstunden spielte sich noch verhältnismäßig geregelt ab. Polizeibcamts ie- iätigten sich selbst alz Verkäufer, wobei sie von der Arbeiterschaft unterstützt wurden We bei solchen Velegenheiten stets, mischte sich auch d'cSmal der typische Janbagel ein,, do: aksbald zu Plünderungen der Läden im Stadtinncrn überging. DnS bewirkte, daß viele Geschäfte nunmehr die Preise von vorn- herein um ganz Beträchtliches herabsetzten. Bemerkenslvert ist, daß aus dem Markt und in den Straßen von blirg-rlich-n Herren sA n t' s e m i t« n) zur Plünderung der jüdischen Warenhäuser eueereizt wurde. Am Nachmittag setzsen sich die Plünderungen in verstärktem Masse bis in die Borstädte kort. Di« alarmierte Sicherk?eiispo!izci sperrte die Strassen teilweise auch mit Stachel- droht ab. Zum B I u t v e r g i e ss e n kam es nirgends. Heute(Freitag) ist in Bremen daS Stadtinncre morgeuS abge- � sperrt. lf.; sind große Menschenansammlungen im Stadtmueiu,! doch ist eS b sher zu keinerlei Ausschreitungen gekommen. In einer Versammlung der II. S. P., die unmittelbar nach den Ereignissen tagte, wurde folgende Resolution gefaßt:„Die Mitgliederversammlung verurteilt auf da« entschie- d e n st e die Borkommnisse anläßlich der LebenZmiltelrevolte in Bremen. Sie ist der Ueberzeugung, daß diese kein geeignete» Mittel sind, der LebenSmWelnot zu steuern. Sie ist' ferner der Ueberzeugung. daß diese Vorkommnisse auf eine uncr- hörte Provokation der militari st isch-kapila- listisch orientierten Parteien zurückzuführen sind. Die Folgen sollen sich in erster Linie gegen die organisiert« Arbeiterschaft richten. Die. Bersainm-ltcn lehnen jede Bor- antwortung dafür ab unö protestieren entschieden dagegen, daß die U. S. P. in irgend«ine.: Weise mit den Vor fällen in vor» bindung gebracht wird." II. ES zgssst sich asicr. daß außer Ifer Schwierigkeit iei Warenabsatzes im Auslände, der sich durch die Erhöhung der P-ncise für den in fremder Valuta kansenden Abnehniei heute ergibt, eine andere, wesenilichs Einwirkung zu beachte, bleibt. Das ist die fast gleichzeiiige tilrisenerschütterun» dei fremden Märkte, die sich in immer stärkerem Maße benierk- bar macht. Ein sehr deutliche? Bild ergibt sich bereits aus der Lag» deS mternationalcn Geldmarktes. Mitte Mai sind die ofsi- ziellen Diskontsätze in England, Dänemark und Schweden bereits auf 7 v. H. angelangt gewesen, Jtcw lien hat im April und Mai, die Vereinigten Staaten in, Mai ihre Bankrate erhöht und fast überall geben die Zen- tralbanken dringende Weisungen an alle Bankinstitute, die Kredite einzuschänken, die Spekulation zu verringern, da die Lage des Geldmärkte? kritisch sei. In Japan ist im Zu« sainmenhang mit der außergewöhnlich großen Depression am Baumwoll- und Seidcnmarkte eine Bantinsolocnz ein- getreten— die„Seventhy Fourth Bank of Yokohama"—, wodurch d-e sehr ernste Lage der iupaii:;ri;ca Wirtschaft beut lich gekennzeiclmet wird. In l>en Vereinigten Staaten von Nordamerika sind die Zinssätze g.waltig in die Höhe geklettert. Bezeichnend dafür ist die Meldung der„Frankfurter Zeitung", daß der Kurs der amerikanischen FreiheitZanleihen so tief gesunken ist, daß dieselben sich bereits mit über 6 v. H. verzinsen und daß die New Nor! Central AuSrüstungLbondS zu 7 v. H. — bei zehnjähriger Umlaufszeit— herausbringen muß. Welche Forderungen das amerikanische Kapital bei eure» paischen Anleihen zur Zeit stellt, ergibt sich ouS dcm�mit der belgi'chen Regierung getrosfenen Abkommen einer 7ll,proz. Anleihe, die in 25 Jahren mit einer Vergütung von lsi v. H. rückzahlbar ist. Auch daS„Züricher VolkSrechi" konnte vor kurzer Zeit berichten, daß die Schweiz, ein Angebot amerika- nischer Bankier? erhalten habe, welches für sieben Jahre 7 v. H. Zinsen, 4 v. H. Eztraprovision und einen Ueber- nahrnekurS von 90 vorsieht, also eine Verzinsung von clwo 9Vt v. H. ergibt. Diese Zahlen geben gleichzeitig eine Vor- stellnng der Bedingungen, unter denen man eventuell eins internationale Anleihe an Deutschland geben wird und st« zeiaen die Belastung der deutschen Wirtschaft, du.' Tribut- Pflicht gegenüber dem ausländischen Kapital, die sich daraus ergeben müßte. ES ist selbstpersiändlich. daß diese Anspannung deS Geld» marktcS in den wichtigsten Industrieländern der Welt— Amerika, England, Japan— sich d-ullich genug im Gebiet der industriellen Produklion und deS Warenhandels zeigt, wissen wir doch, daß die Schwierigkeiten des Warenabsatzes, die Unterbrechung in der von d.n Warenbc sitzern erwarteten beschleunigten Zirkulation der Güter erst zu der er- höhten Ansorderung an den Eeldiuarlt. zu der Ueberspaw nung der Kredite mit ihren üblichen Folgen führt. In allen Ländern ist anscheinend ein-e ähnliche Entwich lung vor sich gegangen wie in Deutschland. Maßlose Er- höhungen der Preise. Zurückbleiben der Einkommen hinter den Kosten der Lebenshaltung(diese Tendenz wird besonders in England und Amerika durch die sehr hohen Einkommen- steuern verstärkt) und Erlahmen der. Kaufkraft— also kapitalistisch gesprochen; relative lll.eberp r o d u k tio n. der man durch �Einschränkung der Erzeugung usw. begegnet. E» kann gar nicht ost genüg darauf hingewiesen werden, wie deutlich sich in dieser Krise die Sinnlosigkeit einer Wirt- schaftSordnung ossenbart, die in einer Zeit uaüler'ehbarer Not zur Verringerung der Produktion schreitet. Nicht ellv.a deshalb, weil Prodnklivmangel und Nobstofse fehlr-". son- dorn weil der Absatz infolge der Uobersteigcrung der Preise und der imzu reichende Entlohnung der inlecnatioualen �r- beiterichaft slocll.— In Japan ist bisher der Hauptzweig der Tertilwirt schast— Banmwoll- und Stzidcnindnslrie— betroffen. Trotz Herabsetzung der Preise um 50 v. H. ist eine.allg>> meine Zurückhaltung eingetreten., w daß die Fabriken die Produktion außerordentlich verringern und die Arbeiter ent lassen. In Amerika hatzen sich die Einwirkungen der japa- ni'chen Krise sehr denllich gezeigt. An der Banmvvllbörst konnten mir mit Mühe bedeutende Rückschläge verhinderl werden, da die japanischen Fabrikanten und Händler sich Iii, jeden Preis von ihren Verpflichtungen zu befreien suchten. Auf dem Ledermarkte herrscht eine bedenklickie Ruhe, Haut« und Felle sind im Preise gesunken. In den Detailgeschäften zeigt sich eine ähnliche Situation wie bei uns. Das Pnblv um hat di« Käufe eingestellt und die Warenhäuser ermäßigen alle. Streike um 20 bis. um jill, ckiauin.ütuuiackcn. ufTtt 6�e �tocruniT nicht in eine jkalastropye ouwran zu lassen. .. In En alan d bietet sich unkiesahr das nleichc Vild. Die Wouaultionen in Vradford— ein guter Gradmesser der �'rtschaftSlagc—_ stehen im Zeichen ständiger Preis obschläge und geringer Berkäitf«. Die Abnehmer zögern, „rohe GeMfte abznschlieben. weil man mit weiteren Er- maszigimgen rechnet. Am Kuhsermarkt ist an, IL. M a i der niedrigste Preis seit Mai t i> t K �n verzeichnen gewesen wehrend Knvfer am 1. März mit lS0� notiert wurde, stand cS am 19. Mot nur 87%. Auch am Zinnmarkt sind gewat- Kge Absehläge erfolgt.— Seit langer Zeit ergab sich für de» Monat April zum ersten Male wieder eine Abschwächuna des gesamten Preissten�s. dessen Gestaltung wir an Hand der vom„Eeonomisr verzeichneten Indexziffern verfolgen, cher Monat Mai wird eine weitere Senkung zeigen.— GS würde zu weit fuhren, im Nahmen dieser Arbeit die Entwicklung in Skandinavien. Frankreich, Spotiicn, Italien iln streifen, die unter ähnlichen Tendenzen steht oder auf die Situation in Dentschösterreich einzugehen, wo sich im Gefolge einer gleichfalls eingetretenen Valutabesserung de» rmsenen entsprechende Wirtschastsersck'einungen zeigen. s�iir uns kommt es darauf an, ans diesem kurzen lleber» vllck von neuem zu ersehen, wie hilflos die kavitalisti'che Wirtschaft nicht nur den arost.en Problemen de? Wiederaus. bauS in der ganzen W lt gmeniibersteht, wofür die Ge- staltung der Friedensverträge beredtes Zeugnis ablegt, son dern»n zeigen, d a st a u ch d i e s e l b st v e r st ä n d l i ch st e Forderung ununterbrochener gesteigerter Produktion unter diesem System nicht»u verwirklichen ist. weil die Erzeugung nicht von Pr�duktivkraft und Vedarf, sondern von der, durch das Lohnsystem niedrin ge- haltenenKaufkraftderarbeitenden Massen gestimmt wird. Ankrilie dZr AnelbWilßlKZR Reichslagssrakiio». i Die Unabhängige stseaktion deS Neichstags hat folgende Lvträge und Interpellationen eingebracht: Antrag über Erlast einer Amnestie. ' � Der Reichstag wolle beschliesten: § Ii ffflt olle Straltoten, die bis zn dem Inkrafttreten dieses EeleheS miS politischen Vcweagrnnden verülit worden sind. wird A m n e st! e gen'öhrt AIS solche Slraftnten gelten in?» telondere dieienigen Stroftoten, weiche in nnmilielborem oder wittelbarem Znsaminenhong mit der Abwehr deS sogenannten Kapp-Putsches oder dem im Anschlich hieran erfoMcn Einrücken der Reichswehr in verschiedene Gebiete oder Orte begangen /worden sind. I Die von bürgerlichen oder militärischen Gerichten weaen dieser Straftaten rechtskräftig erlonnten Stralen, sowie die» jenigen, welche bis zum Inkrafttreten dieses Gesekes erkannt find und binnen zwei Wochen nach dem Inkrafttreten rechts« kräftig werden, werden uebst den Aebenstrofen und Kosten erlassen. Die bei den geninnten Vebörden anhänaiaen linier« suchungen werden niedergeschlagen: soweit eine Untersuchung jioch nicht eingeleitet, wird Straffreiheit gewährt. Dieieniaen Straftaten, die immittelbar oder mtltelbar zur U n t e r st ü d n n g des Kanp-VntscheS gedient haben, werden �urch dieses Gesetz nicht berührt.» � 8 2. f Die Entscheidung, ob eine Straflat, abgesehen von densenigen, kvelche nach Z 1 als politisch» Straftaten gelten, aus politischen Vewegaründcn verübt worden ist oder zur Unterstützung de? Kapp-PutscheS gedient bat. trifft ein vom Reichstag ans seinen Mitgliedern gebildeler AuSschnst. Der Ausschust ist binnen einer Woche nach Verkündnng dicseS Gesetzes zu bilden. E r yat binnen orei wtonaren noch seiner Biioung zu entscheiden. Er ist berechtigt, seine Tätigkeit auch während der Lcrlagung deS Reichstags auszuüben. 8 ä. Vermerke über Strafen, die nach dieser Verordnung im vollen Uinfange erlassen werden, sind iin Strafregister zu löschen. 8 4. Wegen der Schäden, di» an beweglichem nnd unbeweglichem Eigentum sowie an Leib und Leben im Zusammenhang mit den in? 1 bezeichneten Straftaten verursacht worden sind, finden die Bestimmungen de? Gesetzes über die durch innere Unruhen benirsachten Schäden entsprechende Anwendung mit der Mast- gäbe, das; diejenigen, denen durch dieses Gesetz Straffreiheit gewährt wird, auch zivilrechtlich für die amnestierten Handlungen nicht in Anspruch genommen werden können. 8 5. Dieses Gesetz tritt mit dein Tage der Verkündnng in Kraft. Interpellation wegen der Marburger Mörder. In Thal bei Ruhla in T h. sind am 21. März 1220 15 Personen von zritsreiwilligrn Marbnrger Studenten' Wider« rechtlich verhaktet und in g ausamskr Weise ermordet wor» den. Eine Anzahl Studenten sind deshalb vor ein Kriegsgericht gestellt nnd freigesprochen worden. Wie gedenkt der Reichskanzler dafür zu sorgen, das; die Er- morduug ron In Unschuldigen gesühnt wird? Was beabsichtigt der Reichskanzler zu tun. um bie.c» vlb-nburqifchcn Gewerks baitSfcst in Sangerbausen, bei dem der Landrat, C e nosse Kasparek,«ine Rede hielt. In dieser Rede wie! Ge> nasse Kasparek auf die ernste wirtschastliche und politisch« Lage hin. Vor allem sei ei jetzt notivendig, daß di» G e w e r l- schaften, das klassenbewußte Proletariat, sich zu einer festen Front zusammenschließen gegen das kapital! st ische Unternehmertum, das gerade in unser n Tagen mehr denn je zu einer verderblichen Macht für die Arbeiterschaft anwachse. Er kam dann auf die augenblickliche RegicrungSkrise zu spreckwn und führte die Grunde Unabhängige Parle! bestimmen, nickst an der..... �__________ teilzuuehm n. Seine Rede schloß mit dem Wunsche» daß ei dem wählt. Zum ersten Viz-präsite>sten Proletariat gelingen möge, seine sozialistischen Forderungen zu verwirklickcn, und mit einem Hcch auf die Gewerkschaften und die organisierten Arbeiter. Zu dieser allerdings in Preußen bis dato nnerhärten Tat- fache, daß ein Landrat öffentlich zu feinen sozialistischen Partei- genossen spricht, beme-kt die«Deutsche Tageszeitung" mit tiej.r Bekümmernis: StaatSvcrbrechertiun VTld höchste Zeit, dah mit dem bolschewistischen an amtlichen Stellen eusgerüumt wird. Ist do? etwa die„diplomatnche Schulung" und der ..weltmännische Ton", den nnon für dos Auswärtige Amt als unerläßlich erochtet? Wir müssen gestehen, zu einer solchen Höbe der AuSdruckSweise kann sich ein Ne-wnder iP Spülklosetts immerhin auch noch aunchwingcn. Landwz?. In de» Akarordnete iten ge- wurde Abg. E h r e n» > runde an, die die aestrist?n EröksiiuneSsitzuiig des LaiidtceS wurde der Aka Regierungsbildung Schröder sTeutsche Volkk-partci) zum LarchlagSprasidii wählt. Zum ersten Piz-präsideulen wurde Abg. E� l» ozia'ist). zum»weiten Vizepraudcnten Ab, st e tg« I k>lenlrum) gewählt. Anl Antrag deS Abi. Hiig l-k-hrheil« iezmlist) wurde der Regierung m namentlicher �bäimwung mit 23 gegen 12 Stimmen bei ß Stim»lenthaliungen oas Vertrt.ueu des Land agS ausgesprochen. Sireik der städtischen Arb«er in Essen. D'e städ! schen Arbeiter siivd wegen Nickst Bewilligung einet Lohnzulage in den Streck getrel«,. Die Wasserversorgung ist bereits unter brock)«!. Die schlimme Zag». � DaS edTe Wild der Freiheit sckxirf zu Hetzen» Tuichstobert eine finstre JäMrbcmd« Mit Blutäewehren, stillen Menckkclnetzen ?er Wälder Heiligtum im deutschen Lande. DaS Wild mag über Ström' und Klüfte setzen, Und klettern mag's am steilen Klippenrande! :'.ee Weidruf schallt durch Felsen, Ström' und Klüfte, Empört verschleudern ihn die deutschen Lüfte. L e n a u. Schöpferische KsnWö:;. i In her»Tribüne für Kunst und Z« i t", d>« Kastmt: Ädschmid Im Verlage Erich Reiß-Derl'n al» eine Schriften» fammluug unserer Tage herausgibt» erschien jüngst ein Band» chen.Schöpferische Konfession". Ein« Anzahl junger Künstler. Maler, Musiker. Dichier» die unserer Epoche als charakteristische Mstkler von Gedanken und Gefühlen entstammen, sprechen darin über sich selbst, ihr Werk, die Zeit und die Welt. Vom sozialen Gemeinschaftsgefühl ist von allen, die hier reden, am kärksten Ernst Toller durchdrungen. Nicht Sekte gemeinsam Schöpferischer träumte er, das Schöpferische habe jeder als E'gen- besitz«Das Schöpferische kann sich in scimm reinsten Ausdruck pur in der Arbeit de? einzelnen offenbaren— aber das Gefühl ter Gemeinschaft ist beglückend und stärkend für jeden Scksi'pfe- tischen". VerauSsctznng de? po li t i s ch e n Dichters fder itetz Irgendwie religiöser Dichter ist, sagt Toller) ist für ihn ein Mensch, der sich verantwortlich fühlt für sich»nd für jeden Bruder v,«lisch.,«!tlich«r Gemeinschaft. Ter Maler Max P e ch st e! n ver. kündet den Rausch d?r Arbeit, wonnevolle SÄmcrz»n deZ Ge. bärenS, Krachen des Pinßls, am liebsten Durchstoßen der Lein- wände Zertrampeln der Farbtubcn. Körper ist ihm Nebensache. Vs gibt für ihn keine Krankheit, nur die der Arbeit, und auch her Dichter Fritz von Unruh erklärt, daß ihn strenge Arbeit und der energische Drang zur Form al» die entscheidenden Handwerker jcgl chcr Inspiration erscheinen. Rudolf Groß- m a» n spreizt sich mit eleganter Geste, die über die Kunst daß Leben nicht vergessen will, dabei aber mehr an elegante Schneide und amuröf« Frauen alz an die sozialen Zusammenhänge denkt. Da Ist Paul ftl«« dem Wesentlichen näher, wenn er e» in sich füblt. die K Ii>, st spielt miit den letzten Dingen ein unwissend Spiel »nd erreicht sie doch. Nach Bernhard Höriger Ist der Klinstier fiäutetunaSiwiöii UWmiltr iurö graueukatt«lttr Erleb nille. Däuser auf Tolenfeldern, ein Filter, ei.n Entgifter. Die Kunst schafft da» ethische Gehirn, wird Kraft, ist G-snndheitSänßerung der Mensch- heit, wiid geliclbt, bekämpft, dennocki wird sie ewig leben." Max Beckmann, der Maler, den Natur mundfuil, liebt die Menschen«mit aller ihrer Kleinlichkeit»nd Banalität, mit ihrem Stuüipssinn und billiger Gsnüsckamkeit und ihrem ach, so seltenem .Holdentnim". Ob er nicht ma»ick�S Hckdentum im Kampf« der tlnterdrückten überiieht? Georg Kaiser, der Dick«er, hat'aur eine Vifion: Die von der Erneuerung de» Menschen. Karl Sternheim glaubt im stelzen Selbstgefühl als Schriftsteller das weilchin wirkende Beispiel geistiger Unvoreingenommen- heit gegeben zu haben. Franz Marc, der blaue Reiter, der im Kriege fiel, ersehnt eine höhere, geistigere Möglichkeit, a'S diese unmögliche Gegenwart. Und auch der Dichter Theedor Däubler will die Erde wieder leuchtend werden lassen: Aus dem Menschen breche sie neue Sonne hervor. Er überschätzt die Menschheit nicht, aber er licbt nur die,.die trotz allvm au die Erfüllung ihrer Verheißungen glauben. Das sind'nur ein paar Stichproben au» den Sckbsihekenn!- nisscn unserer jungen Künstler, die durchaus kein ll.'ines und unwichtige» Problem in den Kämpfen unserer Uebergongkzeil bilden. In der gleiche» Saikkmlnnz finden sich noch temrifcnS- werte Abh'ndlungcn aber Proolem» der neuen Kiinft. lieber Musik schreibt!n einem schm.g.en, aber inhaltsreichen Bündchen Paul B e k t e r, über A rchttektur MÄiirc-Wüllam und der Express'. niUtnt» brwcgt sie alle. B Das Buch vom Deo. Diefek Büchlein, von O k a? a r a- K a k» z o im Inscl-Ver. lag, ist zunächst ein Slück Kultur geographte; e» handelt vom völkerverbindenden Tee. den maanigfalligen Arten seiner Her- stellung, seine, Verbreitung im Orient und Orcidenl, vom Tee- kessel und sonstigem T egeiät. Mit unmerklickwer Selbstvcrständ- lichkeit wandelt sich die Sindie über da» LieblingSgetränk de» Ostens in eine Miniaturencyclopädie ostasiatischer Kultur, lieber alle Dinge dieser Welt und verschiedene andere plaudert der ge> wandte Japaner, über Laots.- und den TaolSmuS, über Mönche und.Teemeister", über bcleelte Orchideen»nd geheimnisvolle Ri'en. Da er selbst ein Teeineister ist, wundern wir im» nicht. daß«r gut plaud'rt. Er hat den Geschmack seiner Rasse und verfügt über die Gabe, auf stilechtem Teebrctt dem rohen Westen. gut eingewickelte Bosheiten zu servieren. Episoden von Philo« sephen und Königen reihen sich zum Kranz. Fabeln nnd Legen- den. Göltet, und Heldengcschickitcn aus Kippen» Pergangenhe« werden den, motivreichen Teppich der anmutigen Belehrung ver- woben. Einem Kenner der Pbilofovhiegcschichte wird e» Freud« mmchen, im taosiischen Kult der Relativität Achntichkciten, mit dem üheriteiaerlea Subi-rlvwisioue: her. Vianb.iit»» ES spricht für Okalura-Kaluzo, daß man sein viel, itige, Bu» vom Tee neben Lafcadio HearnS einfühlenden Japandichlungev noch mit Genuß lesen kann. Tie Uetertragnng aus dem Eng- lischen ist von Margueiite und Ulrich Steindorff. P. M. „Daß Fenster gen Ost" heißt eine romantische Erzählung von Kurt Bock sVevlag: Die Wende, München). Sie gehört zu den Kleinwerken ringender Kunst, die lohend und trächlix im Gefühl unbändig sich verströmen möchten. Da? Liebe»- erlebni» zweier junger Menschen wird körperlich und see'isch zu intensivstem Ausdruck gesteigert— erotischer Naturalismus im Glanz höchster Ekstase. Legendenvlchtung: Ein« stilistisch ungemein reizvolle Novelle .Die E r w e ck»>i g" ist dem Lyriker Paul Mayer ge- lungen; seine Formbegabung und sein sicheres historische« Empfinden bemühen sich um die Prosanachdichtung einer alt» christlichen Legende, über die ein gewisser trauriger Schatten der Skepsis ausgebreitet ist. Vibrierende Leichligleil deS�TouS ohne Nervosität flößt alten Tagen und fremdem Gedankenkreis eigene» Leben ein.(Im Caturnverlag zu Köln erschienen.) Tchrist in der Arbeitsschule. An» Anlaß der R.ick sschul- konfer nz peraiistaltel da? Zeniralinsiilut für Erzi hung und Un-errickit, Berlin W Lb, Potsdamer Straße l2ß, e'ee AuSitef» lung»Schrift in der Arb? tSlchu e". Tic Ausstellung zeigt in einigen Beispielen die Gestalinng d f Schrcibnn'errichtS nach den Grundsätzen der Selbstiüligkeit und der Entwicklung e gei'w rlige« Antagl.n. Tie leitenden Grundsätze hat der Maler Sü Ii er Ii; in dem Buche«Neuer L-itsaden für den Schr ibunterricht"(Per- !>n löI7, Albreckj-Dürer-HanS) barg t-gt. Neue Studien zur Affensprache. Dr. DiUmarS, de! Direktor eines amerikanischen Zoologischen Gartens, Hai die Untersuchunaen übe: die Aff.'.isc räche, dir das Spez aj« S ndiiilm de« bekannten, jüngst ii.v ruveiKn am.r kanischen Professor» Carner bildeten, wieder aufgenommen. Er bedient sich für seine Unlcrjuchu-ngen e,nes jaoaii.jchcn Maiats uns tagt die von dein Affen hervorgebrachlen Laute durch eine» Phrno« graphen aufnehmen. Er hat so feststellen können, daß der Asse die Freude, den Schmerz, da» Periaugcn nach Nahrung, die lieber naschung und andere Gefiiyckerregungnn l�h! unterschied»! AnSdruckilauie ch t. Wenn die ütsgeuproiee gemacht wird, und wenn der Phonograph die anfgeivnrmencii Laute wieldcrgcht, so stutzt der Asse, wiederbvlt den be'r-fkeudcn Laut und reagi.-n g seinen Gesten genau in Ucbereinstimmung mit dem d.m Lau, untergelegten Ausdruck. Pro,. Garner zag für seine m.wsüchs den Lcknmpanscn jedem ander n Asfcn vor, weil dieftr nach seiner Erfahrung das wor. reichste Vokabularium besitzt. E- war ihr» gelungen, dieso Affenlaute yvii u wiederzr: gehen und Ik NA ex beispielsweise ein gründendes.Ug, ua".hörcii ließ, se fa uxg di« Affen van allen Seilen herbeigelaufen, um'hn neu�eiig zu betrachten. Es war Ihm auck geglückt, ein Affenweihchea so weif zu bringen, daß es da? Wort«Fyuer" nicht uue zu arillulieeen vermachte, sondern diese» Wart auch jedesmal wieverhoii«, nietur ?er ptojeB Mlkwoch. ' j'cn Tnn vor drin Zusammentritt des nciicn Neichs- .!v.t daS ZicichSfu'ncht in Lcip.',iöderüer„Freiheit", zu stvoei Jahren e st u n zi s h a f t verurteilt. Genosse Niltlvoch ist al-Z N e i ch ö t a n S a b e o r d n e t e r gewählt toorden, er konnte an der gestrigen EröfsnnngZsitZuug nicht toiln.hmen. Ter Probst und daö Urteil werden die Tesseut- lichkrit nodr stark beschäftigen. Wir lassen deshalb den aus» sührl'ckien Bericht über die Verhandlungen folgen. Der Anklage liegt folgender Tatbestand zugrunde. Am C(tober 1019 verössent lichte unser Pardalblat! in Ko» g?berg, 5>k.Freiheit", ans Her ersten 5e ee unter der Nebcrschr-ft.Au» der Geikeiniküche der revublirkanlsche» Negierrrng" cm angebliches Protokoll itdcr eine Porhandlnug vorn N. Juni, 1010 im AuS- «artig«» Amt-'-n Berl'n. Da? Echrif sdück trug den Permerk gc» zeiiu; c? wrr m« Akteng tchen versehe» uns cö lg eh, dah von Hm nur zmei Evetnplarc vorhrnd.'» feeti. di«:ii den G.h.'iin- öch.nn der Reg erring lögen. Nach diesem Prolckoll sollte ei sich m wekntüche» um'enre Unterredung über einen Angriffskrieg zrge» Polen und über eine Defenfioe gegenüber der Entente ge- zanb.It habe». An ihr sollten ein Ctwrst Hasse, ein Herr Niller, Herr NoZtr sdam�lS Neich'>n'ehrm!n'stor) und Herr Sche deinann Gamals MinPerprS-sib«.».) teilgenommen haben. Oberst Hasse so'lte gesagt b'ben, dir bedrohlich.- miliitärische Lage Deutschlands bätte sich gebessert. Die MuiiitionSIAgcr seien gefüllt. In den Betrieben würde für die Zwecke de» Heere? gearlreitet. Ein Angriff gegen Palm, sei gü-nst g. An der Wesbfroni würde man sich auf die Defensive bcschränlen. Herr LiiUer sollte ron der>t-cr- nichtung der alte» Dokumente über die Schuld Teiusch'aird» cm Kriege gesprochen und gemeint habe», die neuen Dokumente seien fertig, die den Nachweis führten, das; Tculfch'and keine Schuld am Kriege habe. Es sollte in der Aussprache geltend gemacht worden sein, dnss eine Offensive gegen die Polen ver- sniljt sei. Für Spionagezwccke in den Eiitcntcländcrn seien 59 Trillionen Mark ausgegebei. worden Echcidcmann sollte gesagt haben, die deutsche Armee sei 800 000 Mann stark. Disziplin und Geist wären gut: dafür habe die Presse gesorgt. Die in Frage kommende Nummer der.Freiheit" hatte ein anderer Nedalteur verantwortlich gezeichnet. Er>oar aber zu jener Zeit abwesend von Königsberg gewesen und Mittwoch hatte das Schriftstück veröfsentlicht. Gleich am nächsten Tage gab die Negierung bekannt, dah eine Fälschung vorliege. Mittwoch sah das auch ein, und er gab in der..Freibeit" auch eine dahingehende Erklärung ab. Am LS. Oktober stellte er sich s r e i w i! I i g der Justiz, die ihn sofort in Haft nahm. Seil dieser Zeit, also seit nahezu acht Monate», be- findet sich der Angeklagte i» U n I e r s u ch u n g S h a f t. Bor dem NeichSgericht betont« der Nngeikkigte, daß er nicht d'e Msictsi gehab! Hube, da? Deutsche Reich zu verraien oder ihm zii schaden. DaS Schriftstück sei ihm in Maschiuenichri-ft durch vi« Post von einem Herrn zugesandt worden, der ihm öf eeS ver- trauliche Dinge mitgeteilt habe, di« sich alz rchtig erwies.» Hilten. Et habe deshalb keine Ursache gehabt, ihm diesmal»cht zu glaub.m. Der Inhalt de» ScheifislückS erschien ihm gtaubhaf-. Er habe nur die Handlungen der.Negierung festnageln und zeigen wollen, dag ia olle« so we tergehe wie früher. Er hibe sich g c g e n die G e t? e i in p o! i t i f wenden und der Bevölkerung Aeigen wollen, wie e? gemacht würHe, damit in Zukunft solche Dinge nicht mehr geschehen könnten. Das Verhä'tni« seiner Partei zu den Po rn sei ganz klar. In Ostpreussin hit en einige versucht, für Polen Stimmung zu machen. Sie seien nach Warschn, ge- gefahren, aber dies« Leute seien sofort auS der Partei au?«. schloßen war oeii. Ter Verleidiger Genosse Mosenfcld stellte fest, dass eine dieser Perionen in Berlin vor such! hat, de Feaktion der Unab- häng'gen Sozialdemokrat« zu spl'eehen. Er sei aber hinaudge- tyorfen worden, da die Paul«! mi: ihm nicht» zu tu» haben wollte. -' Ter Vorsitzende machte geltend, daß e« Krese gebe, de «ine Verwirrung in Dentsch'and-nir chten wollten, um der En. te.nt« Gelegenheit zu geben, im DeutichUnd cin,;mimrfch:ercn und »m auf diele We.se den Fortgang der Nevoiutio» zu erre el>m Ter Angeklagt evktärl«. daß er ein« iolck)« PoUtl mit Entschied-». heit abgelehnt hätte. We:>Ier wurde angedeutet, ob der Aug-- klagt« vielleicht au« maleeiel.'cn Gründen br? Schris stück ver- öffentlicht hatte. Genosse Mittwoch erklärte, dih da? ganz an,. «schlössen lei. Er stehe lange Jahre in der Partei und sei zehn Jahr« Redakteur. Q' Verlesen wurden zivel polnische Presscstimmen und die An,. führnnae» des.TempS" über da? angeblich Protokoll. Auch eine Auslassung de» N e ch t« s o z i a l i st e n We l? am 28. Ok ober jn der Nationalversammlung über die Verönentlichli.ig tn der.Freiheit wurde bekanntgegeben. Herr We» l-atte u n I« r dem lebhaften Beifall seiner Partei. freunde erklärt, etwas Verbrecherischcrc« lünne er sich zur nicht denken!! Da« ganze deutsche Volk sei auf da? schiverste geschädigt ivorden. Genosse Heydcmann lKönigSberg) sagte als Zeuge, er habe nach Erscheinen de» Schriflstückl in der Zeitung dem An- «klagten gesagt, das; eine Fäl-lchung vorliege, da er zu de« lllcberzeiigung gekoniiiien iväre, daß e» sich nicht um ein echte? Protokoll bandle, sondern um das Werk eines Spitzel? der in> oder ausländischen Reaktion. Mittwoch sei aber vo» der Echtheit de» Schrislstückc» überzeugt gewesen und er babe dafür seine Gründe geltend gemacht. Mittwocli sei einer bei s c l b st I o i e si e n Männer, von dein nicht augenomnien werden könne, daß er au? materiellen Gründen gehandelt habe Der� Sachverständige, Gras L e r ch c n f e l d, den die A»- iOagebehörde geladen halte und der im Auswärtigen Amt läiig ist, bekiiiideie. dass der Artikel der.Freiheit" geeignet gcweie» fei. iveniger eine»»inittkil-are als eine mittelbare Ge- fährdnng der deuischen Kriegs in acht hcrvorzuruscn. Er sei im vorigen Jahre in polnischen Angelegenheiten tätig gewesen, und die Bestrebungen seien, dori>-f genck-tei gewesen. mi; Polen in ein nachbarliche» Verbältni? zu komme» Von jedem Kenner babe das Schriftstück at? eine Fälschung ai, gesehe» iverdcn müssen. Wäre da» Schriflstück wahr getveseii so hätte seine Veröfs titl-chung dem Deut-'chen Reich sch.v.> schade» kennen; die Regierung wäre dan» in eine unmögüche -sielluiig gebracht. worden. Die Frage, ob die militärisch.' Mach; durch die Vcröffcntlichuiig de« Schriftstück? besonder? hätte ge- fährbe; werden sonnen, komm« iveniger in Betracht. Der Neichsanwalt wachte«gciiüb"r diesem Gutach..>> Settaud, dass der Z 89 de« Strasges. tzbucha? nicht nur von cin>> iekährdung der deutfä« 1 KregSmachi aiisgebe, send rn durs; e> pucki eine Bestrafung vorsehe, wenn in Deutscher vor'Ztzlich wäh tend eine« gegen da? D-ulsche Reich auagcbrncheiien Kriege» einer sclndlichcii Macht Vorschub leiste. Der Cachversläiidige erwiderte, das; zu jener Zeit, al» der Artikel erschl nen wäre, tntsäii ltch der Kr egsznsiand nicht mebe »erhanden gewesen sei. J» Deutschland, Pole.' und Frankreiw Wäre der Fri.dcnSvcrtrag bereit? geuebmigt ivorden. Tie Ge- fäbrdung der deutschen Kriegsmacht sei nur eine mittelbare ge. » srn. Hieraus wurde di« Deweikanfnnhm? geschlossen In sc nein Plädover hielt der Neich«anwalt daran fest. haf; der Angeklagt« schuldig sei auf Grund de? Z 89 de? T raf- nesetzbltche«. C-S liege versuchter Land Sv'rrat vor. Da» Deutsche Nei-ch Hab- sich damals noch im Krieg'nstande befunden;«? sei Waffenstillsland gewesen. DaS Reichsgericht habe wiederholt dahin iskgnnt, dab das Anwondungegeb-et des S 8g des itrafges tzhnch.'S ein weile? fei und auch sei,, müsse. k? lieg« wohi ein starker V.edach' vcc, das; d?r Angeklag-« kchen wer der Verösscntlichuug di« Uuwabrbert dcs ArUlc.« gekannt hälfe. Er Wolke aber vvlcht so weit gelstn. denn ver nngcnagr« mache nicht den Eiitdriia. das, er pe'.sönli-it. so»! d r> rächt g da». del» löuiie. Doch mit der Möglichkeit müsse gerechnet werden. Der Angeklagte bebe ei» Stück Wellgeickichlc mucke» luoll,»,>.»d er hätte sie gemachl, weiui die Tatsache» wahr gewesen wären. Wäre das Schriftstück eckt gewcsei, van., hält es erst recht der Angek agc nicht veröffenttichea dtirseu. Bei sein«»! Verhalten niü'sc enyegen Nierdcn ,dass ei» Te l der ttnabhAngigen Soz al- demvkralic von drin Ergeh. ii» d-, Revolution nicht befriedigt sei, ihre Fortsetzung erstreb- und zu diesem Zweck Verwirrung>» Teutschland und einen Einmnrsch der Eulc-ttc wünsche. DaS Vorgehe» des Angeklagte» habe eine A e h-» l i ch k e i t mit de in Fa.l Brost. Der§ 92 des Etrasgosctze« sei nrcht in Anwe». dung zu dringen; ein Vcrg he» g gen ß>87 sei nicht michgewiese». In Bclraä/ komme der 8 180 dcS Ttralgesetzbuche?(üble Nach- rede). Wa« das Ttva-mag bctr.fic, so müsse geltend gemacht werden, dag der Verfasser de? Arlilcls srivo! mit dem Schicksal d S deutsch n Volte? gespielt habe. M-iidernde Umstände löimlen ihm nicht zugcb.lligt rverdor. Ehriose Gesinnung komme aber nicht in Frage. De; ReichSauwalt beantragte drei Fakire Festungshaft unter Anreehnuug von scch» Monaten l!»tersi-chu»g?Vif!, Erkenzrung aus V rlust der au? csientl che» Wahle» fervoreegaiigeuen Rechst, Auferlegung der Koste» de? Verfahren? mit AuSnabm« der Kosten der Vertagung am Montag, di« dem Ve.beidiger de« An- geklagteii aufzuerlegen seien. Ehe Genosse Roscnfcld mit feinem Plädoyer begann, stellte rr mit Rücksicht auf die Ausführungen de? Rcichkanivalt? zwei BervciSauträge. Er erklärte, daß dst Behauptung de? NcichSamoalts über die Stellung der Unabhängigen Sozial- d.mokratic zu einen, eventuellen Einmarsch de; Enient«>„, richtig sei. Hstrüber müsttcn die beide» Vorsitzenden der Partei ver- »o mi»?» werden. Auszerpolitisch: Tiifcreiizcn empsiude niemand als»ütztich in der Partei. Auch der Fall B az liege völlig„uderS Vrag habe mit der Entente erst nach ihrem Einmarsch in Frank- surt am Main verhandelt. Bratz werde da? bekunden. Ter RcichSainvalt t at darauf einen Rückzug an. Den Fall Brost liest er ganz fallen, auch erklärte er. e? sei al? wahr zu unterslellen. da st die Unabhängige Sozialdemvkra- tische- Partei, sowie de F r a k l i» ,> ras Eingrcistn der En- leute nicht wollten. Tech wünschten dies Eingreisci, seh: viele r.nhänger der Ukiabhäiigigei, Soz»idemokratik. Der Berte digcr hielt darauf nur noch den Antrag auf Ladung der Vorsitzenden unsrcr Pa.tei aufrecht, da sa der Reich?» »nioalt im Falle Brost seine Ausstihrnugc» zurückgeiiominen halte. Der G.richlshof lehnte de» Antrag ab. ES unter- stellte al? wahr, dast den beiden Vorsitzende» der Partei nicht bekannt wäre, dast viele Milglieder das E»grelfe., der Eulente wünschten. Genosse Slojenfeld führte nunmehr auS, dast kein Ver- brechen vorliege. Der Herr llleichkanivalt habe nicht berücküchtigl, ivie der Aiigellagte dazu gelomm n sei. da? Schriflstück zu ver- öfientlicheii. E? hätie zunächst nichts vorgelegen, wa? ihm zu Bedenke» hä-te Pstrautassung geben können. DaS jpr ch« zu- guusten de? Angckiagten, und e? müsse sein« Freisprechung er- folgen. Nachteile seie» sür daS Reich nicht entstanden. Auf da? Gutachten des Herr» Cachv», ständigen sei der Herr Reichsanwalt nicht eingegangen. Er Hobe ausdrücklich gesagt, dost zu jener Zeit tatsächlich ein Kriegszustand nicht vorhanden gewesen wäre. Objektiv s i eine Schädigung des Reichs nicht eingetreten. Ter Angeklagte habe nicht das Bewust- sein gehabt, dast er durch seine Handlung der feindlichen Macht Vorschub geleistet und dem Deutschen Reich Schaden zugefügt habe. Auch der 8 180 sei nicht anzuwenden. Er beantrage die Fr iiprechuiig des Angeklagten. Erstaunt sei er über die Höhe de» StrasmasteS. da» beantragt fei. Die» sowie der Antrag, aus Verlust de» ReichStagSmaiida-.S zu erlenncn, gehe über eine Rechtsprechung hinaus, die objelliv sein well-. Er warne, diesen Weg zu betreten. Da? Urleil laute e aus 2 Jahre Festungshaft unter Au« rechnung von 0 Monaten.UntersuchungZl.ast. In der nur lurzei, Urteilsbegründung hiest e». e? sei dem Angeilagten nicht nach» gewiesen, dast er in bewustter Weis- der seindlickien Macht Vor» schub geleistet habe. Der§ 80 des Strafgesetzbuches komme nichr in Frage, Ivo hl aber 8 92 Absatz 1. Eine w ssentlich»nw'bre Beleidigung sei auch nicht ai-znnehmen. D m Angeklagten seien melde»de Umstände zng. billigt worden; deshalb>«> auf Festung?- hast erkannt worden. Di« Kost«,, des VersahrenS seien rhm auch auferlegt worden. Während die Hochverräter ans den Kapp-Tagrn noch imiiier slrafirei henuiilaiifen, will man hier einen Mann nach einer qualvollen, acht Monate lang«» Unlersuchungs' Haft, noch auf anderthalb Jahre seiner Freiheit berouben weil rr sich im•chliiimiflcn Falle eine Fahrlässigkeit zujchul. de» kommen lies;, wie sie jedem Journalisten täglich passi«. ren kann und die in diesem Falle nicht da, geringsten Scha- den angesliftot hat. Aber noch nicht einmal tteie Fahrlässig. feit konnte zu einer Verurteilung führen, die Paragraphen, auf. die sich die Anklage stützte, imtivte der Gerichtshof fallen lallen. Es wäre allein eine einfache B e l e i d i g n n g S- klage übriggeblieben, wie sie häusig gegen Re- dakleure. die zur Negierung in Opposition stehen, erhoben nilid. Da qnss das Neich-?gericht im letzten Augenblick zum !s V2 des Zlrasgesetzes. Dieser Paragraph spricht von Staatsgeheünnissen, Festungsplänen, Urkunden. Akten- stücken oder N a ch r i ch t e n. Da das Schriftsti'n-k weder ein Staatsgeheimnis, ein Festimgsvlan. eine Urfnnbe nach ein Aktenstück ist. so hat der Gerichtshof das Schriststiick als N a ch r i ch t e n angesehen. Dieses eine Wort hat dazu dienen ni ü s sen. um den Angeklagten z n verurteilen. Ackit Monate lang ist an der Anklage gezimmert worden. Wohl viele Paragraphen sind durch- rt feben worden,»in Material gegen den Angeklagten zu er- bringen. ZweiselloS haben alle anderen Instanzen den 8 UZ aenan geprüft, ob sie Um htzranzieben könnten. Sie haben eS nicht gewaat! selbst der Neichsanwalt, der durch sei» Plädover bewie'en bat. wi« er zu d m Angeklagten, zu seiner Partei, z» die-om ganzen Verfahren steht, hat ge« glaubt, den si l>2 nickt in Anwen-dimg bringen zu können. Aikein das Reichsgericht bat z» ihm gegriffen! der Erfolg bestellt ans zwei Jahren FestnnqSbaft für den Angeklagten. Nock ein Wart zu der Rolle, die von den Rech IS- sozialiste» gespielt worden ist. Ibr Organ in König?. berg schrie sofort über Landesverrat. Die bürgerliche Justiz wurde geradezu veranla sit. vorzugehen. And H rr Wel? donnerte schon am Tage nach der Veröffentlichung des Jchriftstücks in her Nat'anakversgmmsnna über das der- vrecher�che Vorgehen der„Freiheit". Und seine Parteifreunde klatschten Beifall. Man vergleich; damit das Gutachten deS Saehverständiaan. Aber es galt für Herrn Wel?. die Un» abhän-nak Sozialdemokratie anzugreisen. Und dabei leistete er erfolgreiche Vorarbeit für die bürgerliche Justiz. Tie Angel-genbeit ist mit dem Urteil nicht erledigt. Jetzt mnst der Reichstag seine Pflicht ersiisten. Er dnrf sich nicht ausschalten lassen. Er muh darauf sehen, das; alle'eine Misglieder ibren Aufgaben im Vgrlanitznt nnchneben kö«. nen, wie es dem Willen der Wähler entspricht. Und der allein ist mastgebend— besonders in einer demolrati- fchen Relmbnr, dfr f o m o r r a i l f« ha also jetzt der N e i ch s t g gl Nichtigstellung. In nnsever heutigen Morgenausgabe h't-ten w r mugete ik. dah die Unabhängige Fraktion de! Reichk-tagS in einem Tele. gram in den ReichS-kanzler anfgefavdert hat»?, sofort Berufung gegen da» U r t c i I d e S R t i ch? g e r' ch>» gegen den Ab- geord-neen Mittwoch e'-nzutegen. Ties« Mtteiiting ist un> richtig. E? Hrnidcll sich hierbei n-chi um den Fall Milvroch,! ander n um da» freisprechend« Urteil gegen de Marburgci Zeitfreiwilligen. Im Fall unscreS Geiios«» M bbtvcck verlangt di« Unabhäng-ge Soz'aldemcckrack« lediglich.� daß d« Reichstag seine sosorlige Haftentlassung-durchjetze. Knib'sche LsrdksvnsikmNsz. Kilsan frei. Gestern kam at'S dem AnZ-ckuh heraus unser ffi'.trdl au? Hast ntla�ung de? Genossen Kilian trvent Zur Perhati» vna. Brückner t�-az.) erstattete Bericht. Danach hat der Aus chiiss sla? mit 11:7 Stimmen dahin entschiede», d-ass geinüf; Aritkel 87 de: NeichZversassung die Hailenilass-ung geboten sei. dz es sich um eine ailSgeiproehrnk Pcrurteil-rng nu? poli ischc» Tcünde» haudlk. Nippel(Dnat.) beantrarte R-ückoerweisung an den Nn.-cbust, da ihm eine eingehende Prüfung der Sachlage nicht Möglich g-e-- Wesen fei.„. t Jvstizminister am Zelinheff führt?»>,?. er wurde, da aus dem Urteil hervorgehe, das; cS sich um eine Verurteilung aus politischen Gründen handele, atz klbgeordneler für den Antrag unserer Fraktion stimmen.. Genosse Obi-ch beton!«, dost der Antrag als eine Eewitser* nänd'ichkeit angesehen werden müsse und au? Grsi den der Sclb'tachtung von j dem Parlamente angenommen werden muh Die Rückverweisung wurde abgelehnt und die Haftentlassnnz beschlossen. Dagegen stimmten Dcutschnational«, Deutsch« VessUpartei und die Mehrheit de! Zen rum«. Die Zahl»ud Verteilung tc« preusiischen Silmmea im Reich»«» löht sich den Ver'assuimSt-.eslimmunaen entsprechend nicht r geln. DeZbalb soll eine diettezitelich� Pe-euissUngSände- ,-uny bei der ReichSregiernug beantragt werden. D-ar Notetat fand ohn.- Debatte Annahme. Dann vertagte sich das Haull bis 5. Jul' Tlne deuW k Ekk m'sinq Eder d�n l'-VsMieg. Auf der Jnternationaken SecmannSkonferenz in Genna gab der deutsch« Delegierte Wissels mit Ccmächtigunz der deutschen Regierung folgeude Erklärung ab: „Wir bektai-ien mit Ihnen die zahlreichen Opfer des U-Boat« Kriege?, den Deutschland in seiner Not unternahm, um sich gegen die Vkockade zur Wehr zu setzen. Die deuische Neuerung hat bereits Verankassung genommen, ohn« nach dieser Richtung irgendeinen Widerspruch zu crhek'en, auf Grund de? Annex I de« Art. L44 deS Friedensverträge?, vornehmlich der Tei'e 1 und 2 de? erwähnte» Anneie«, alle Schäden wieder gntzn- machen, di« die Führung des Seekrieges durch Deutsch'aud den alliierten und assoziierten Mächten und ihren Staats- aiigehörigen verursacht hat. Ferne? bat die deui'ch« Regierung, in Nebereinstimmung mit den Anformatianen, die k'e n»S vav unserer Abreise gab. hinsichtlich der Schaden?ersatzansvrüche seitens neutraler Staaten, deren Bürger in jedem eiRzelnen Falle entschädigt, sofern die beigebrachten Begründungen die Ansprüche rechtseriigten." De? Führer der eng'iscken SeeVn!« Have'ock Wilson drückte im Anschlus; an diese Erklärung seine Befriedi» gung darüber aus, dah das den'sche Volk das von ihm durch die Führung des kl- Boot- Kriege« begangene Unrecht anerkenn-' Ter 8lre!l m Crzherycr. Am Miktzvoch sollt« In de« Z'ntrttmZ-raktlon die Frage«m- schaden werden, ob Erzberger fernerhin n»Z Miigli d de« ZentnimSsraktion blei lv» soll. S-lbstv«rständl!ch war zu dieser Sitzung Erzberger erschienen. Nach einem Bericht des.B-rlii er vrckalanzeist r?" hielt er eine mehrstündige Rede, In der er sich u. a. darauf berief, dast der Helsiferichprozest noch nicht ob» geschlossen sei. da er Revision e-iugelepl habe. D r g c w e r k» s ch a f t l i ck« Flügel der Z-n rumssvaktion stellte sich rück. ha l lS loS an die tz» ite Erzberger» Auch seino WürttemSergi. sckien Parieifrcunde erklärten mit diesem Gewerk'chaftSflügel zusammen, das; sie au» der Zenlrumz'raktion an?>vet?n würden, wenn Erzberg-r v'rwchrt würd-, w«i'Itzhin Mi glmd zu bleiben. Di« Z-nlrumisraMon balf sich mit einem-alonlenischen Aukiueg. Sie beschloh die Angelegcllhcit bis auf weitere» zu vertagen und vorläufig Herrn Erzberger noch als Mitglied der Zentrum?». sraklion anzuerkeirnea. Gislittis Rograminrede. Rom, M. Fun!» Im italien-ischen Parkameut hielt der neu« Ministerpräsident G i o I i t 1 1 gestern sein« Programmrede. In der«mklärte; Di« Außenpolitik nins;»n? und Europa endl ch de» Fried«» sickzern. Ohn« diesen ist der Ausbau unmögl-'ch. E» Wied«in« pacta n, entarische Kommission zur Kontrokl? der A u ss«n p o l> t i k eingesetzt werden. Di-eser Komm sstoii sind alte Dokumente auszuhändigen. Um de», vdll ge» Frieden?» zu-slaiid zu erreichen, müssen wir unverzztgi'ch freundschakt« sich« Beziehungen mit allen Völkern anknüpfe« nnh ohne Einschränkung auch korretie Beziehungen»ue russische« Regäerring aufimchmen. Sodann leg»? G-olitii sein gesetzgeberische» P ooramm bar: Konfiskation aller Kri«g»gewinne seit dem t. ü. I9U, Verschärfung der ErbschaftS. und SchenknngSsteuer foepi» der LiixuSsteuer, Bestrafung und Ueiderwachung der F-uii-ho-»» Händler und Prediviickaerer. lieber Albanien sag!« Gioli-tti: Dia italicnisck>e Reg-ernng hat n-cht di« Absicht, da« Prmektjrqt ülwr Alb-' nie» beizubehalten. Di« fordert«iiizg und allein die völlige llnabHänaigte-M Albanien?. Gowaitiger Beifall folge dieser Erllärun-g. Deutschlands Eintritt in den Vslkerbund. Lloyd George sagte in B antivortuiig einer Frag« im Unterh iise, Deutschland -verde ausgcfrrdert, Mitglied da? Völkerbundes zu werden,'ovald e» den ernstlichen Willen zeige, seinen Verpsiieptuirgen aut dem Friedensverträge nachzukommen, lieber die Verhandlung«-., mit Krassin erklärt« er, diese a-achten Fortschlitte, uiU> er hoise» binnen kurzem genaue Mtkellunpen d,? rüber m-'che» zu kö-iue,,. Dir Bedenken der holländischen Unternehmer. Der Verband Niederländischer FaUikent.iiverciniguirg hat an die zweit« Kammer er.,« Adresse gcrickstet. in der eine Anzahl Bedenk«« gegen de» Gesetzentwurf, betreffend da? hotlänöjsch» deutsch« Kredit, und«» m» n»orgebsscht werden. 10. Genemlversamnckiiig des Verbanses der JeuZscheu Biichdr- Ser. Nsunter Ver'handlungStag. Wortse�ung.) Jntl-rnat�onal».« Seih- Dcrlin fi'chrt zmn Tcigcsmdnu?rgZpunlt„3 n 1 1 r• tiötiorsalcr Buchdruckcrlongretz und bns Verhältnis des V. d. D. B. zum Intern ntionolen Buch» bruckersckreta�iat bez>.v. zu den gegenseitigen verbänden" aus. das; die Haltung der deutschen Dclegiericn auf dein intcriiaiionalen Ivilchdru�erkongri h in iL uze r» im allge- meinen geklagt Morden sei. Dos Zrisnininenarbeiten mit dem Internationalen Buchdruckersekretaniat sei ein sehr gutes. Im nächsten Jnhve solle ein toeirercr internationaler KongrcK statt- finden. Böttcher- Leipzig erhält seine R-eselution aufrecht, die©in. oangS d'S Kongresses t>on ihm eingebracht wurde. Es komme ihn, oanaus an, nicht eine leere DomlnHratlonsresotution abzugeben, wie eS die Fassung der RednkiionSkcmimission sei, sondern eS müsse klar zum� Ausdruck gebracht werden, dass der Buchdruckerkongress in dem rücksichtslosen Kampfe gegen b' n Kav' alismiis des cincnen Landes chie wirksamste Unterstützung der Kämpfer in der Oloten Armee sehe.(Beifall bei der Opposition.) Ebel- Berlin verteidigt bi- Fassung der Redakt chnSkommis- ston. Di« Resolution Bötlch r führ« zum gewaltsamen Kamufe gegen die Weilmächte. Mose«Verlin spricht über den Internationalen Buchdrucker- kongress in Luz.crll und berur'.ilt da- Verhalten der Verbands- - leitung in der Frage der rkschaftllchcn Internationale. K le i n« Stuttgart führt aus, dag in der internationalen Bsurteilung bei Velen Kollegen©inse'tigleiten vorherrfchien. Auch auf der anderen'Sei e wäre der Chauvinismus noch"sehr gross. In Luzern sei deutscherseits versucht worden, die Bande mit grösster Lopaltlät wieder zmaininen zu knüpfen. Infolge der ValiUaverhältnissc müssten die neutralen Länder einstweilen do Aasten tra>>en, bis ,vi« VerlMniss« bessere seien. In der Abstimmung wird die folgende Resolutwn der RedartionSbommiTion gegen die Stimmen der Opposition an- genonimen: �,D:e' G-eneralv.wsa'Mmluug de» Verbände» der Deu'schcn Bi'cpidrucler, an welcher auch Vertreter auSlänHI'cher Bruder- or�anisatianen teilnehmen, entbietet eer organisierten Arbeiter- schaft der ganzen Welt brüderliche Ärusse. Die«r.llärt. daß nur durch einmütiges Zufammenerrbelten der lei.ernationaleu orflankfierten Arbei erschaft die Besreiung der Arbeiterklasse du» den Fesseln des Kapitalismus erfolgen um) cmi�rni) erhalten werden kann. Sie erklärt sich frei von seder national-st ische« Vorcin- äenrmmell.hei-t ung reicht den Viuderorganisationen der gangen -B� �bimoeu öur Wiederaufrichtung der international«, Mit Ontrustnng bat die E'« nerabver s a m mlu ng aus der �agespresse von der Schandwirischaft der ungarischen Regierung gegen d:«.ilbeUer-chast Kenntnis genommen und sprickrt den Ul-gari>cyen Brüdern ibre bsscmdeve Sbmpachie aus. Sie er- >�lckt in dem Kampfe der ungarischen Arbeiterschaft um ihre ©kllwnz�mlch ihren Kampf und'ist bereit, zu ilrem Seil das ngr Mo'l.iiche dazu beizus ragen, daß der internationale Bohlot' yegen da» jetzige Il-ngar-n in voller Schärfe zur Durchfirhrum: gebracht wird." ji j j Me Her-Leivssig erklärt, daß dl« Opposition mit der Ab- whnung der Resolut on der RedaltienS�mmission nicht auch die Srnipalhieerkläriing mit.der iiiternalionalen Arbeiterschaft ab- whne. Die Opposilon werde die Me'oluton Böttcher als ihren WillenSauSdruck der OefrerrtrschJeit übermitteln. . Rcio Tution Böttcher:„De Generalvers ammlung de? Verbandes der Deutschen Buchdrucker entbietet den uner- müdl'chen Krimpsenn der Roten Armee brüderbche Grüße. Sie erblickt i.n_ ihnen nicht nur die Verteidiger Sowset-Rußlan�S, .sondern die Borlämpser der sozialen Revolution. D e' Rä'-e- Republik Rußland hat die konterrevolutinären Generale Deni- kin, Jud'nitsch, Koldschak bezwungen. Sie wird auch die «ferne Mauer des weftouroväiseben Imperial-»mns durck». brnchen. schärfsten wirtschaftlichen, geistiaen und militä- ri cben Kampfe gegen die nativnaltstische Konterrevolution er- blickt die Generalversammlung die. wirlsamfte Schwächung der internaiionalcn Gegenrevolution. In diesem Sinne gelobt sie, für die Sowje'.Rspichlik den Kampf zu führen. Von der deut- fchen Regierung fordert die Generaliversammlung die sofortige Aufnahm« der wirtschaftlichen und politischen Veziehun-zen mit Rußland. Die Teuer« lv e rfam rn' iwtg nimmt weiter mit©nlrüstun>g Kenntnis von den viehischen Greueln der Horthh�Regierung gegen die ungarischen Arb« ter. Die Schlächterelen ger magy- «ri schen MiÜlärdrktal-ur sind das Abbild der stbktchen Ver» rohung der bürgerlichen Gesellschaft. Diele Verrohung ist kein« nationale, sondern«in« internationale Grsckeinung. Der Bürgerkrieg muß die niedrigsten Instinkts der besitzenden Klasse weaen. da sie irm dt« letzten Positionen ihrer Herrschaft kämpft, wieder erklärt,«» bleibt bei der Mlndtgimg, trotzdem die Nnpartci. DeSlxiH ist aie Bcsoi-tigtiiig der Konterrevolul on in Ungarn � isäen feststellten, daß die angegebenen Gründe für die Kündigung auch eine LebcnSfra-gc für das deutsche Proletariat. Die»icht. zuträfen. Gene ra-lve r sammi u»ig verpflichtet die Verhandsmi tglirder, den � Die Gesellen wissen ganz genau, daß nicht alle Unternehmer Boykott Horthy. Ungarns'als einen Akt i-nternarionater Soli» den Standpunkt der Herren Hopp und Genossen teil.-» und lieber dar tut rücksichtslos durchzusetzen und keinerlei Erzeugnisse für!»»« früher einen Arbeitsvertrag wünsche». Um nun z» verhüten, die ungarische Gegenrevolution herzustellen." j daß es gänzlich zum Bruch kommt, unc r den, olle Beteiligten Die Erklärung Meyers-löst bei der Rechten große Unruhe au». In eier GoschäftsovdiiuungSb.emerkung wende! sich Döh» ! i n g- München sehr erregt unter starkem Widerspruch eer Opposition gegen die Meycrsche Er'lärunig. P o sch m a n n» Berlin verteidigt enevgilch die Nesolui'on Böttcher und wendet sich gegen die AuSsührungen DöhlingS. Als der Redner auf die Notwendigkeit der Unterstützung Sowset-Niiß- lands zu sprechen kommt, entsteht großer Lärm. Ebel-Bcrlin fühvi ui�-er dauernecr Unruhe au-, daß die Erklärung Meyers ein« Provokal-ion der Generakverfammlung bedeute. Söldner- München bemerkt, daß die Resolution Böttcher nicht auf einen Gewerkschas ts w n-gre ß gehöre. Sc itz-Berlin betont, daß keine Grupsw das Recht habe, im Namen der ll-ciieraivevsaminliing eine Erklärung abzugeben. Um 7 Uhr erfolgt Schluß der Verhandlungen. Ein Antrag, eine Nachtsitzung abzuhalten, wird abgelehnt. Achlung! Zimmerer und Tischler. Wegen Nichtaneriennung de»" neu»b-Le-schkossenen Drrif- lohne? wird hiermit über die Firma Otro Müller Altien-Ge- sellschaft, Eöpeuick, Brand.mburger Platz, die Sperre ver- häygr. Die Arbeiten dort führt der Zwischenunternehmer Ernst B r e t a g aus. Die Firma versuchte, nachdem die Zimmerer dort in den Streit getreten sind, Tischler einzustellen und die Arbeiten vorläufig cuSsühre» zu lassen. Wir warnen d-Sbalb alle Zimmerer und Tischler, dort in Arbeit zu treren, da sie sich sonst des Streikbrnchs schuldig machen. Zeniralsv.lle der Zimmerer Deutschland?, Zahlstelle Berlin und Umgegend. Der Arbeiksvertrag im TSpfergstverbe. Der Lentralverband der Töpfer schreibt un»: Im Töpferberuf haben seit I � Jahren die Arbeitgeber und -nehmer für Berlin und Vorort, sich einen paritätischen ArbeilS- Nachweis geschaffen, der als Fachabteilung dem Arbeitsnachw.'iS der S.adt Berlin angegliedert war. Die Arüeitsverm-itl.ung ruhte gemeinschaftlich i,z den Händen eines Meisters und eines Gesellen. D r Nachweis war obligatorisch, di« Arb.'ligeber durs- ten keine Leute ohne diesen Nachweis einstellen, die Arbeitnehmer durften nicht umschauen gehen. Aroeiigeber sollten nur organi- sieri« Töpfer beschäftigen, die Töpfer nur bei den den Nachwe S angeschlossenen Unt! rnehmern arbeiten. Da im Töpf«rgc>.oerbe eine Zw-v.igSinnung eingeführt ist, der alle Acbcitg'ber angehören müssen, so war thearetnch erracht, saß alle Berufsangehörigen diesen Ncrchw-eiS passieren mußten. Im allgemeinen wurde der Reche nach vermittelt, d. h., die am längsten im Nachweis Ein- g schricbencn wurden zuerst berücksichügt; doch war den Unter- iiehmern gestattet, für gewisse Arbeiten AuSfuchungcn unter den Arbei Slofen vorzunehmen. Weiter stand den Unternehmern da- Recht zu,-in ihrer Firma ein«, geeigneten Töpfer(als Ver- trauensperfon, AuSkouleurer) auß« r der Reihe vom Arbeitsnachweis zu entnehmen. Die Gesellen verpflichteten sich, ke.ne selb- i ständigen Arbeiten au-zufübr«,,. ES war damit erreicht, daß dos umständkike Arbeitssuchen, das heute viel©He fei fohlen, Fahrgelder, Schmiergeld' r, das Betteln um Arbeit befstigt'wurde. AndererfeitS wurdcn die Meist«-: beim Anfangen der Ofensetz- arbeilen in den Rsubaukn nicht wie früher belästigt, das sogc- nannse„Klingelputzen" sollie aus hören.- Die Gesellen hielten im großen und ganzen die Vertrag-- Sesstmrmuugcn, währ-nd eiuxeln« Meister immer wieder ver- sucht«,, durch E-.nslellungen obne den LtochwslS den Vertrag zu hintergehen. In immer kürzeren Zeiträumen tauchten wegen Umgehung doS Nachweises seitens d r Unternehmer Disßerenzcn auf, die mehr cder minder schwer bes-itigt werden lomitcn. Ei.et Anzahl unsozial denkender Unternehmer war der Nuchvveis schon lange ein Dorn im Auge. In den Jnnungsvorsammlu gen liefen sie unter Führung de» Herrn Töpicrmeisters H u g o H o p P, Tharlottenburg, Sturm E? gelang ihnen, die Kündigung de- ArbeitSn«chweisvertrag-eS zum l. Juli lY20 düvckgu setzen. Allerlei fadenscheinige Sachen mußten herhal eii; in Wirklichkeit ist ihnen der Nachweis im Wegs, weil sie nicht die ihnen genehmen Geftll-n erhalten, denen sie am Wochenschlug weniger als den Tariflohn in die Hände drücken können. Der Zenlralverband der Töpfer hat durch seine Vertreter wiederholt versischt, in Sitzung! n, die unter der Leitung«in-S Unparteiischen wie Herrn Magisiratzrat Dr. Wölbl-ing u. a. statssan-den, zu einem neuen Vertrage mit den Unternehmern zu kommen, die G.f-vllen waren zu großem Entgegenkommen ber»it. Rundweg wurde immer und nicht zul-cht die Töpfermeister leiden würden, laden wir alle sozial denkenden Töpfe nneister und Unternehmer de? Töpser- bcrnsZ, auch die Vertreter der in Regie orbei-enden Gemeinden, ein, sich an e'n'c Versammlung und Aussprache mit dem Vor- stand der Filiale Berlin de» Zentraloerband-s der Töpfer zu be- teil igen. Diei-c Versammlung findet am Montag,- den SS. Juni 1920, nachmittags SM Uhr, im Gewerkschaitshnuse, Saal 10, statt. 1« rok-Serlin. WMAMSQ lU» n»iwii-T—• Die Zusaimucnsetzung der Bezirksversanunlung Charlottenburg. Gestern su»-d im Eharloitcnburgcr RalhauS eine Sitzung des KreiSwahlauSsAwffeS 7(Clarlollcnburg) statt, in d r das amt- lichc Wahlergebnis für de Gcmcindcwaylen festgestellt wurde. Von 220197 Wahlbc.vechtigt-N haben nur 140 SIL Wähler und Wählerinnen che Wahlrecht ausgeübt, dabei c.-i.fiilKn auf d.e inzelnen Par-eien an Stimm.'»: Unabhängige 40 556, Sozialdemokraten 20 597, Frau c-nve reinignng 054. Demokraten 14 940, Deutsche BoikSportei 29 902, Deutschnat-ional« 19 910, Zentrum 6 624, Wirtschaft!. Vgg. 7629. Diese Wahlergebnisse zu der BczirlSveriammlung untrschvden sich von denen de» Kre-ijeS um 7 Slimmcn. Die einzelnen Parteien haben an S tz«n erhal» eu: U. E. P 14, S. P. D. 7, Demokraten 5, Deutsch: Bolls» parlei 10, Dcutschnaiiouale 0, Zentrum 1, Wirtschaft!. Vgg. 2 Mandate. Erhöhung de? Strafbetrages bei der Großen Berliner Straßenbahn. Von, 1. Juli ab wird mit Zustimmung der Auf» sichtSbehö.den der Sirasbetrag, den� zahlungspflichtige Fahrgäste zu entrichten haben, die sich auf die Frage des Scha'fners, oi nocü jemand ohne Fahrschein ist, nicht melden, von 1 Marl auf L Mark erhöht. Auch gilt von d'-riem Tage an di, ! Bestimmung, daß die Fahrgäste daS Favrgeld abgezählt bereitzuhalten haben.— Diese Verordnungen zeig n. dag der bureauk.alische Geist bei der Straßenbahn auch noch herrscht, trotzdem sie städti-ch geworden ist. Di? Herr.n Beamten der Straßenbabn, die d'ese Verordnungen fabriziert haben, scheinen selbst die Straßenbahn nicht zu benutzen. Im Dienste tödlich verunglückt ist gestern der 44 Jahre alte HilfSzugschassner Ernst Raasch au? der Münchener Straß: 53 zu Neukölln. Beim Zusammenst?llen eine- Leerzuges auf dem Bahnhof Frankfurter Allee, geriet er so unglück'ich zwischen die Pufirr zive er Wagen, daß ihm der Brustkasten eingedrückt wurde. Er war sofort tot. Die Leiche wurde beschlagnahmt unt nach dem Schauhause gebracht. Wilderer rigencr Art waren ein 41 Jahre alter Arbcster Arlur Milow und ein angeblicher Arbeiter Karl Schröder. Milow wurde mit einem zerlegbaren Tcschina und drei Hühaeru, die geschossen waren, angetroffen und festge» uöinmen. Die Ermittelungen ergaben, daß er von der„Jagd" kam. Mit Schröder, der entiani. zusammen hatte er in Hohen» N.-uendorf die Jagd auf HauSbühner betrieben. Die Tierha.ter konnten gar nickt begreifen, wo ibr Geflügel blieb. Das er» klärte sich jetzt. Milow und sein Spießgeselle schössen cS ab mit einem Tesching, dessen Sckalldäwnfcr den Schuß vollkommen uu» höriar machte. Milow ist geständig, sein„Iagdgenoffe" wird noch gesuclik. Voraussichtliches Wetter ft'r Berlin und Umgebung am Sonnabend: Ziemlich kübl und überwiegend bctvölkt mit etwa» Regen und mäßigen westlichen Winden den vri-anNMnen. s. Dkprlfrt. Treffpunkt zur Sonnwendf-isr für Sonnabend, den SS. Juni, abends Uhr. pünktlich bei Wl-mer. Diilomstr SS. Ab- sahrl g Uhr rsm Dohnhof Zoologischer Darlen noch Pichelsberg. Licht, Decken, Instrumente milbrinpen. N-lberes bei Wiemer. «. Dlstrlk?. Sonnabend 7 Uhr Sitzung der politischen Kommission bei Helmuth, Sörlitzer Str. SS. 1V. Distrilr!. Heute abend 714 Uhr engere Vorstanvssitzung hei Kurzrock, Zionskirchplatz 5. Hslense». Ausflug de: Milgll-der nebst Familien des Bezirk» Sonntag, den 26. Juni, nach Pichelsbergs T effpunkt Zl-i Uhr rcr- mitwgs, Bahndof llharlo.lenburg, Einsang Eervinusstratze. Räch- zMer„Alter Freund", Pichelowerder Spielwiese. Freie soziiiüstisch: Jugend Rcinickcndorf-Ost. Achtung, Lokal- wechfell Am Freitag findet unsere Veranstaltung tm Lokal Wall. bäum. Echiller-Promenade 49. statt. Beranlwortltch für v-e Ztedoklion: Leo? i e b s ch ü tz> Ftiedenüu. Ve antworllich f b. Inseratenteil: Ludwig Komeriner, Karlsharst Verlogsgenosssnschaft„Freiheit", e„lt Saucrtodl I-Vd-Dose Z.»S Ksntn m. Snnert... J— Qulaseli mit Snnrriohl, 3.65 relnktsl-Kneoul»•» 1.25 Saure Luu-e■.•. 1.71 R'ndtlclschbrahel-lfd•. 9.45 fi>tv FrHriMD, »<,ud»b«roerBtr.?L,, ntfle neue«6«tgür. 81,} tilrj» Hernfpr. flfitt. 3715 J Hiln». g»Ä Ä � Ä �_ Fat Beistand, HS. PrtiiS. Tel zahlraj. bo-, Hin«!.. Jlra utna, limtoiHBth«. JT* � TL' Lanüeeric-tsrntDr.v.KIrehhncl- Aloxanderstp. 45. Oeaell-Ch, k«. Tietr)«.?. Mut frVjl. Benhocht. Mltw. namh. Juristen, lonrlaall—!2 Ve�rrnuansaacheu PftlbÄr»! Geer. 1891 Tlneodlor Meeslers, Licht enbers:. GftrtdistraQc 34 Kftst. 7404. Filialen$"2«;!�. l&rffseltaaldisir. 49 und l&ratB» 75, IsGiiertm Kiipferdiaii!, Litzen und Wactisdraht kauft hdchstzahlend iBpoitKrlisreae Scblich Ing, Borila W 9, LlnkstraBe 10. Tel.: LAtzow 37ft5 und ÖSI«. Spiral bohr er Schmirseileinen, nur neue, kauft Müller, Nene sUraOe" 38 sUn*and«-lNate'. AnnaUrne In allen Speditionen des \ erlases Geschäftsstelle: Berlin NW 6. Sch ffbauer- damm 19 Das lleberschriilswort 2.— M.. 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