Anzelpreis 50 pftnnfg- 5.?ahrFans Mittwoch, den 50. 5uni 1Y20 nit mortem und naännitt.,� Sonntaz, und Msniazs nur ein««!. bei Itriet Auftellunu ins bau« lue«ra�-v-riin ,0.00 m. im fä�l*.50�«"LÄ Stt �"ditian selbst abgebe« 8.50 M. Lür p-stbeeu, nebmen a»» postanst,!ten Lestelluugen enigeaen. iluter Sleeiidand bezogen für Deutsch- »n« V.st.ireech I«.M m, eür das i brist Ausland 21.30 m. z ezüglich Valuta. auffchlaz, per Blies für Deutschland und«esterreich 10M M. AeÄststis« m>d Expedition: Berlin N«S.«. SÄiifbanerdanm, lSDl». Serniprechen»«««orken SSS— S6 und 979S. "■ num'"tt 252 11 Morgea°M«sgad» leutntngsj.jfrt,!---«bjianllltzeit« od« deren Saum kostet i.— Mk. eiuschliestisch' wart wo tnF',$2? j2i'2m::Das k-itgedruckte Wort l- int, jeii mS> K-mttien. An, eigen Äd''�Nenaesu!b-''�Ä�M?' Anzeigen laut Tarif..! - mSnsw puesprech»! älm«lill.«. s.wunitfrtioumt m � 8»»—«h, Bnthhnndliinn Zentrum 2045 »Fveihen-Bluhdrnckceei Zentr«« ZOSO. ti 3 berliner-Organ ber VnabMmfgen Scgiaiömotmtte SteulMIanda Ae Weder der LedensmiKelmruhe«. Das werk der Vcovokakeure. Wir haben im letzten Jahre wiederholt festgestellt, daß immer dann, wenn von der Entente die militärische Abrüstung Deutschlands gefordert wurde, die rechtsstehende Presse in gesteigertem Maße Nachrichten der- breitete, um die Oesfentlichkeit zu beunruhigen, das Aus- land über die wahren Verhältnisse in Deutschland irrezu- führen und ihm die Notwendigkeit einer starken deutschen Wehrmacht plausibel zu machen. Das gleiche Manöver wird jetzt vor der Konferenz in Spaa aufgeführt. Die Blätter der Rechtsparteien brjngen fast täglich in sen- rationeller Aufmachung Nachrichten über einen bevor- stehenden großen General st reik. Sie veröffentlichen im Zusammenhang damit die angeblichen Geheimpläne zur Schaffung einer„Roten Armee" und auch über eine weitverzweigte bolschewistische Verschwörung, die von den in Deutschland weilenden Vertretern Sowjet rußlands angezettelt werde, wollen die rechjtsstehenden Blätter genaue Unterlagen haben. Die L e b e n s m it t e l> unruhen. die jetzt in verschiedenen Gauen Deutichlands aufflammen, sollen bereits das Vorspiel zu dem großen wohlvorbereiteten Umsturz der Linksparteien sein. Die Urheberschaft aller dieser lügenhasten Meldungen ist hinreichend bekannt. Es sind die von der Schwerindustrie und den verschiedenen amtlichen Stellen ausgehaltenen S p i tz e l i n st i t u t e. die der Rechtspresse das Material überbringen. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit nur daran, daß die berüchtigte Schröder- Mahnk«, jene derkommene Sichjett, das auch in dem Blau-Prozeß eine unwürdige Rolle spielt, bis vor kurzem die Rechtspresse mit Material über die Pläne der Linksparteien versehen hat. Sie ist auf den Redaktionen der nationalistischen Zei- tnngen ein- und ausgegangen, und die übrigen Gewährs- Männer dieser Blätter sind von dem gleichen Schnstt. Von allen Prophezeiungen der Rechtspresse hat sich bisher keine erfüllt, weil einfach Unterlagen dazu nicht vorhanden, sondern von den lockspitzelnden Gewährsmännern befehls- gemäß aus den Fingern gesogen waren. Die Rechtsparteien haben init ihren Lockspitzelmeldungcn nur die eigenen ge- Heimen Umsturzpläne zu verdecken gesucht. Ihnen lag es vor allein auch darin, den Belagerungszustand in Deutschland zu verewigen, damit das Militär zum« dauern. den Beherrscher der Geschicke des deutschen Volkes wurde und die Reaktion sich um so kräftiger entfalten konnte. Auch heute ist die Situation nicht anders. Die Reakion ist dank der Unterstützung, die ihr durch die rechtssozialistische Koa- litionsregierung zuteil wurde, mächtig erstarkt, aber sie ist noch nicht lebensfähig genug zur Ausübung einer Allein. Herrschast. Dieses Ziel wird aber jetzt von ihr angestrebt. die verlogenen Putschmeldungen sollen neben der Not- wcndigkeit einer starken Wehrmacht auch die Vorbedingungen für die Vcrhängung deS Belagerungszustandes schaffen, die Arbeiterbewegung soll lahmgelegt werden,.«it Schutzhaft. Stand- und Kriegsgerichten wollen die Rechtsparteien das Ziel erreichen, das ihnen durch die Wahlen versagt blieb. Bei allen politischen Prozessen, die im letzten Jahre stattgefunden haben, wurde der unumstößlich! Nachweis geführt, daß sich die Reaktion nicht nur der Sp i tz« l. son- dern auch der Provokateure bedient, um die Arbeiter. schast zu unüberlegten Streichen zu verlocken. Diese Pro- vokateure haben eine ganze Reihe von Verbrechn ve�ibt, die dann der Arbeiterschft zur Last gelegt wurden. Auch bei den Le b e n S m itt e l u ur u h e n haben der- artige Provokateure ih reHände im Spiele. Die Unruhen haben gewiß in der unverschämten Bewuch- runa der Konsumenten durch die Erzeuger landwirtschaft- QfPuJr hff» floffofvnnhj* *• T*(Yj�Sü.Wr, iüren uriprung. nver üit �r- regunfl roirfl°°n ffinW« 0«f. Ursprung. Aber die bestehende Er- swürdigen Ä-.--.«u»l- deu tschland. ! den Unruhen nichts zu tun, sie haben im Gegenteil die Bc- völkerung sofort vor Ausschreitungen gewarnt, weil diese nicht das Mittel sind, der Teuerung abzuhelfen. Trotzdem hat die Reaktion teilweise ihr Ziel erreichn können, dank der unterirdischn Wühlarbeit, die die von ihr ausgehal- tencn Lumpen verrichteten. In Hamburg, im Kreise Schleusingen und in einigen Teilen Württem- bergs ist der Belagerungszustand verhängt worden. Das muß zu denken geben. Angesichts der ernsten Lage haben wir allen Grund, die Arl>eiterschast eindringlichst vorUnbesonnenhciten zu war- nen. Wer sich heute zu Plünderungen hergibt, besorgt, o!> er es will oder nicht, die Geschäfte der Reaktion. Wir wissen genau, daß die Militärpariei ihre Pläne für einen gewaltsamen Umsturz noch lange nicht ausgegeben hat. Sie setzt ihre Rüstungsarbeiten fieberhaft fort. Aber si<: hat auch aus dem Kapp-Putsch gelernt. Sie will nicht wieder den Angreifer machen, möchte diese Aufgabe vielmehr der Arbeiterschaft zuweisen und schickt gerade deshalb ihre Provokateure vor. Tie versucht gegenwärtig auch wieder, durch ihr« Agenten der Arbeiterschaft Waffen- angebote zu machen. Uns sind mehrere derartige Fälle bekannt geworden. Tie Arbeiterschaft möge also auf der Hut sein, sie mpß den Lockspitzeln scharf auf die Finger sehen) denn die Reaktion braucht in der jctzi- gen Situation einen Putsch, um ihre Lage zu verbessern. Sie braucht ihn, um der Entente die Notwendigkeit eines starken Heeres zu suggerieren, sie will ihn erzwingen, um über einen Berg von Proletarierleichen zur Herrschaft zu kommen und dann obendrein noch als der Retter deS Vaterlandes zu erscheinen. Au? diesen Gründen versucht die Reaktion auch. Lebensmrttclunruhen zu einem linksradikalcn Putsch zu steigern. Möge der Ausbruch dieser Unruhen in maw chen Orten spontan erfolgt sein, sosyn irgendwo organisatorische Kräfte dabei am Werke waren, kamen sie auS dem Lager der Reaktion. Darum Augen und Ohren auf. Be fonnenheit ist das.Gebot der Stunde. Sie cebe«smillelWN!hen im Reiche. Obwohl in Hamburg feit Sonntag völlige Ruhe kehrt ist, sind—--- S~ c" die _._.....-d— amiic eingc» hrt ist, sind am Montag abend in der weiteren Umgebung der tadt große T r u p p- u m e n g e n zusammengezogen ioordvn. Die Truppen setzten sich gestern früh in Bewegung: ans Hamburg und Altona rollen ununterbrochen Züge mit Soldaten Maschinengewehre», Geschützen und Bagagen. Der rrchtssozia- listische Senator H« n s e, der den Belagerungszustand über Ham. bnrg verhängt hat. hat einen Schieherlatz veröfftntlicht. der dem berüchtigten Rosle-Erlatz in nicht viel nachsteht. Auch in Cuxhaven ist«S am Montag abend zu Unruhen gekommen. DaS Gewerkschaft Skariell hat sich für die Sicher- heit der Stadt durch eigen« Ordner verbürgt und die Zurückziehung des Militärs gefordert. In Bremerhaven, wo es ebenfall« zu Ausschreitungen gekommen ist hat e» zwei Tote und mehrere Berwundete gegeben, Die LebenSmittelunruhen haben auch auf Bayern über- gegriffen. In Würzburg versammelte sich am Montag vor dem Rathaus eine tausendköpfige Menge und verlangte einen Abbau der Preise. Die Reichswehr, die das RathauS besetzt hielt, forderte die Menge auf, auScinandcrzugehen. Der Aufforderung soll angeblich nicht Folge geleistet worden sein, die Soldaten gaben darauf Feuer. Erfolg: Zwei Personen getötet, vier verwundet. Ueber die Stadt wurde der Kriegszustand der- hängt. In Mainz ist die Bewegung abgeflaut. Die Vertreter der Landwirtschaft haben gegen die Festsetzung der Höchst- preise protestiert und den Anbau- und Lieferungsstreik ange- kündigt. Die Stadt hat an die Reichsregierung da« dringende Er- suchen gerichtet, einer«eiteren Berteuerung der Lebensmittel Einhalt zu gebieten. Es wird der Abbau der Kartoffel- preise verlangt und die Abschaffung der ungerechten Zu- schlage auf Lebensmittel und Bedarfsartikel. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen, Herr Hörsing, hat über den Kreis Schleusingen(Thüringen) im Ein- Verständnis mit dem preutzischen Minister des Innern den Ausnahmezustand verhängt. Ein-. Bearünduna dazu ijt bisher picht erfolgt, Der Relchswirlschaftsrak. Heute tritt der provisorische Reichsw-irtschastsrat zul seiner ersten Sitzung zusomincn. Wir teilen die großen Hoffnungen nicht, die an den Zusammentritt dieser eigen- tümlichen Körperschaft von dielen geknüpft werden und meinen, daß den Ideen, aus denen er geboren ist, nur geringe Lebenskraft innewohnt. Der Reichs wi rtschaftsrat entspringt, ähnlich wie dich verschiedenen Selbswenvaltungskvrper der Industrie undj des Handels, aus einer Uebertragung der Idee der Arbeitsgemeinschaft aus dem sozicckpoiitisckwn auf das wirtschaftspolitische Gebiet. Wir haben die Arbeits gemsin schüft von Anfang an auss Schärfste bekämpft, den» sie ist eine Verleugnung des Klasseirkampfgedanckens unq entspringt der verderblichen Lehre von der Interessen« ''Harmonie zwischen Kapital-und Arbeit. Es ist ganz falsch zu sagen, daß die Arbeitsgemeinschaft nur eine Fortsetzung der Politik der Tar.ifverhcmdlungen und der Darifabschlüss« sei. Denn diese bedeutet nur'den Abschluß eines Waffen« stillstandes im Lohnkanipf, nicht aber die Unterbrechung de? Klassen bampses selbst.. Ganz anders die Arbeitsgemeinschaft. Ihr liegt die Idee zugrunde, daß auf weiten Gebieten der Wirtschaft ge- meinsame Interessen zwischen Kapital und Arbeit vor- ha 11 dey und daß deshalb auch eine für Arbeiter und Unter- nehmer gemeinsame WirtschastspoliiK möglich sei._ Sie bedeutet deshalb keinen vorübergehenden WaftenstilMmd, keine momentane Ruhepause zwischen den Schlachte», sondern eine Verleugnung des Klassenkampfes. Ter Kampf um den Sozialismus tritt in den Hintergrund, und an seine Stelle werden alle möglichen Illusionen erweckt, als oh Kapital und Arbeit in gemeinsamem Wirken an der Entwicklung der Wirtschaft arbeiten könnten. Es wird vcr- gessen, daß es nicht irgendeine Wirtschaft an sich gibt. sondern'daß es sich um eine bestimmte kapitalistische Wirl- schaftsform handelt, die auf der Ausbeutung der Arbeits- kraft beruht und in der der Arbeiter nur ein wirkliches Interesse kennen darf, den Kampf gegen die Ausbeutung !bi»_ zu ihrer völligen Beseitigung und der Ersetzung der ckapitaMifchen durch die sozialistische Form der Wirtschaft. Da? ist aber eine Aufgabe, die sich nur im Kampf, nicht aber in Arbeitsgemeinschaft mit dem Kapital vollenden läßt und deshalb steht die Idee der Ardeüsgemeinschast in unlösbarem Wfdcrspruck> mit der des Sozialismus. Es ist deshalb eine notwendige Entwicklung, daß, je mehr sich die Gewerkschaften mit wirklich sozialistischer Gesinnung durchdringen, die Idee der Arbeitsgemeinschaft verblaßt. Der Versuch, auf dieser Idee nsirtschaslüche Selbst- verwaft-maskörver aufzubauen, ist gleichfalls zum Scheitern bestimmt. Sie alle beruhen auf dem Grundsatz der Parität zwischen der Unternehmer- und Arbeiterschaft. Ein sehr merkwürdiger Grundsatz! Ein Unternehmer, der in seinem Betriebe tausend Arbeiter beschäftigt, hat in dem SelbstverwaltungSkörper seiner Industrie ebenso viel zu sagen, als die tausend Arbeiter. Es gehört wirklich die vor- dämmte Bedürfnislosigtoit der Arbeiterklasse dazu, ein solches Printzip anzuerkennen. Die Idee der Arbeits« gemeinschaft. auf die Verwaltung der Wirtschaft an- gewandt, stellt sich also heraus als Anerkennung des kapi- ta/lifti scheu Bcfitzreck�e. und als die Verleugnung sedcr Demokratie auf w!rtschastlick)c:u Gebiet. Dabei existiert die Parität in Wirklichkeit gar nickst, denn während infolge der Eindeutigkeit des kapitalistischen Interesses die linier- nchmewertretung völlig ausgeichlossen ist, ist die Frort der Arbeiterschaft vielfach durchbrochen. Denn bei den Arlbeitern und Angestellten finden sich infolge des großen Einflusses� der bürgerlichen Ideologie, infolge des Zwic- ipalts zwischen� den augeuoi ict'Ucheu, materiellen und den dauernden Klassenimeresseit des Proletariats immer noch einzelne Organisationen oder Arbeitervertretungen, die in bürgerlichen Wirtschaftsauftassungen befangen sind. So bedeutet di.' sogenanuie Parität in Wirklichkeit ein ll eberwiegen des Kapitals ülber die Arbeit. In der Tat zeigt die kurze Geschichte der Selbst- verwaltungskörper bereits sehr deutlich, daß die Vormacht- fA-rr_____«c..«, �•---..... ___________--.4.»** 1 VA.;, KfiK- VW V« stellung de? Kapitals durch sie im wesentlichen unerschüttert bleibt. Sie haben bisher meist nur den Erfolg geiiabt, daß das Zugeständnis von Lohnerhöhung verknüpft Wurde mir noch stärkeren Preiserhöhungen, die eine Steigerung der Profitrate zur Folge hatten. Sie haben nicht genieuiwir:- 'chafftich gewirft, sondern drohten zu einer Gefahr für dre Konsumenten zur werden. Die sogenannte SvMtverwaltuus bedürfte zu ihrer Korrektur des fortwährenden bnreau- kratischen Eingreifens. D'ese game Politik konnte zudem nur durchgeführt werden, solange durch die Fortdauer der KriegKwirtschaft die wirftckiaftlichen Gesetze des Kavitalis- mus weitgehend ausgeschaltet waren. Mit der Herstellung der Handelsbeziebnngen und der Einkxprehung in die Welt» Wirtschaft wird dieser Politik jede Wirksamkeit genommen f werde» und es wird sich daß GtAiLuUmrtA ittet OTHfel löntte,<8 w 4>«t Srläufwungro zu-m©t- sc�entlvucf hsitzt, fit beide Zwecke nicht mehr in Betracht kommen. Das ReichSwehrministerium fordert unter anderem einen weiteren Teilbetrag von 8,3 Milbionen Mark zur Befeitigumg bor aus dem Borjcchre herrührenden Schüben an tzte- bänden und Geräten, u-nd zur SchcrMng von Familienwohnun- gen, fow-ie für«lncmfschioübare UnterbvurgungSmatznechmen»zu- nächst minbestenZ" 6 Millionen Mark. Zur Vermehrung der Wohngelegenheeten für Reichseisenbahnbedienstete werden im auffrrordent- lichen H-nrKhalt 185 Millionen Mark gefordert, zur unvorher» gesehenen Erweiterung und Ergänzung der Bahn- und Be- triebSan lagen 40 Wllione-n Mark. TaS MiniftsvÄm für Ernährung und Landwirtschaft fordert 13,025 Millionen Marl als Zuschuß d«S Reiches zu dem durch die Empfangnahme und Berieilung der ausländischen Liebesgaben entstehenden Kosten. TaS Roichkfinanzministerium fordert unter fortdauernden Ausgaben 5 Millionen Mark zur Bekämpfung der Ab» gabehinterz-iehung und der Kapitalflucht. TaS R« i ch S p o st m i n i ist e r i u m für Wohnungszweck« 12,6 Ddillionen Mark. Den Altpensionären und Althinterdliebenen soll mit Wirkung vom 1. Mpril 1020 neben den ihnen gesetzlich zustehenden zählbaren Pensionen und Gebührnissen ein Detrag in Höhe der Hälft« dieser Bezüge gewährt werden. Dies« Zu- Wendungen sollen als Vorschüsse gelten auf die in Aussicht stehen» den gesetzlichen Gesamtbezüge. Durch§Z 5 und 6 d«S Gesetzes wird der Finanzmimster er- mächtigt, 3,3 Milliarden Mari zur Bestroitung einmaliger außerordentlicher Ausgaben flüssig zu machen, ferner zur Deckung der Fehlbeträge der Post-, Telegra- phen- und Eisenbahnverwaltung sowie zur Bestrel 6,1 Milliarden Mar!, schließlich 5 Milliarden Mark zur Dcftrei tung einmaliger auherorden-tlicher Ausgäben für die AuSfüh- rung des Friedensvertrages, insbesondere für den Wiederauifban sowie für sonstige Aufwendungen ccuS Anlaß deS Krieges. ÄelchsarbeHsmWsler Dr. Vrinms. Ter Reichspräsident hvt auf den Vorschlag des Noichskanzsers das Mitgssiod des Reichstages Dr. B ra u n S zum Reichsarbeitsminister ernannt. » DaS Kabinett befaßte sich tn seiner gestrigen Vhung In der Hauptsache mit der weiteren vorläufigen Regelung des ReichShauShaltS für 102 0. ES konnte sich den Gründen, die das frühere Kabinett zu seiner Zustimmung ver- anlaßt hatte, nicht verschließen und it.mmte daher dem Entwürfe zu; im übrigen wurde beschlossen, die Frage der Vereinfachung ter Reichsbehörden und der Reuabgrcnzung ihrer Zuständigkeit unverzüglich in Angriff zu nehmen. Eine ergSnzungsbeZLrsllge Anfrage. kchaft nicht durch svrMMsattonen, in venen das z?apilal die Vorherrschaft lstit, joiiüern nur durch den Sozialismus ver- tvirklicht loerden kamn. � Der Reichswirtschaftsrat ist noch ähnlichen Prinzipien gebildet worden. Auch hier wurde de? Grund- satz der Parität durchgeführt und die Geranziehung von Kousumentenvertretern hat daran nicht allzuviel geändert. Unter den zwölf von der Regierung ernannt�.! Mitgliedern bilden die Sozialisten eine verschtvindcnde Minorität und der Reichsrat hat ausMießtich Vertreter der kapitatistisclien Interessen ernannt. Die ArbeitervertrÄer werden zumeist von den Arbeitergrnppen der Arbeitsgemeinschaften be- stinimt, lvas zur Folge hatte, daß die größte deutsche Ge- ti>erksck>aft, die Metallarbeiter, bis jetzt, da sie Arbeits- genieinschast und ebenso jede Delegation durch sie ablehnt. ohne Vertretung ist! Der W'rtschaiftsrat soll nun alle Gebiete der Wirt- fchasispolitik nach streng sachlichen Gesichtspunkten be- handeln und so in seinen Gutachten und Beschlüssen wertvolle Vorarbeit für den Reichstag leisten. Manche hoffen, daß der Wirtschaftsrat aus dies« Weise sich so große Autoiilät erwerben werde, daß der Reichstag immer mehr sich nach seinen Beschlüssen richten werde müssen. Er würde so die Vorstufe werden für ein wirkliches Wirt- schaftsparlainent. das an Stell« des politischen die wirt- ichastlichen Gesetze geben werde. Dann würde die Wirt- schaff endlich entpolitisiert und die Herrsckxift der Fach- Männer gekommen sein. Auch das ist wieder«ine groß« Illusion. Es wird zu- stächst vollstairdig verkannt, daß den Politischen Kämpfen im wesentlichen die großen wirtschaftlichen Interessen der Klassen zugrunde liegen. Die politischen Parteien ver- treten alle sefyr bestimmte wirtschaftliche Programme und sie vertreten sie nicht zufällig, sondern weil sie den In ter- essen der hinter ihnen stehenden Schickten und Gruppen entsprechen. Aber sie vertreten sie allerdings politisch, das heißt, sie vertreten sie in jener Form, in der sie unter den bestehenden sozialen Kräfteverhältnissen, ine in der jeireiligen Stärk«'der politischen Parteien zum annähernden Ausdruck kommen, durchsetzbar sind. Und sie vertreten sie als allgemein notwendige, dem Allgemein- dedürfnis entsprechende Fordeningen. Im Wirtschaftsrat sitzen Vertreter privater Interessen. Wie stark dies« Interessen zum Ausdruck kommen, ist nicht bestimmt'dadurch, daß dies« Interessen gegenseitig thre Kräfte miteinander gemessen hätten, wie es politische Parteien beute in der Wahl, in der Press«, in Mimterbrochener Werbe- und Organisativnsarbeit leisten »missen; diese Stärke ist vielmehr bestimmt durch das Statut, das diesen Wirtschaftsrat inS Leben gerufen bat. Jode Jndustriegrupp« erhielt gleichmäßig ihre Arbeiter- und Unternehmervertreter, ganz gleichgiiftig, welcke Kraft im sozialen Leben diese einzelnen Gruppen real entfalten. Es ist eine komische Einzelheit,«die aber ganz charakteristisch ist für die Willkür, die bei der Bildung eines solchen Wirt- schastsra-ts unvermeidbar ist, daß die wirtschaftlichen Inter- essen der bildenden Künstler, wenn wir nickt irren, mit derselben Stärke vertreten sind, als die der Metallorbeiter. Die Stärke der Vertretung ist eben nur cckckännig von dem Statut, nicht von irgendeinem objektiven Maßstab. �' Ebenso irrtümlich ist«Z aber zu meinen, daß etwa die 'Vertreter selbst durch ihre größere Sachkenntnis nun Gewähr für eine richtigere Wirtschaftspolitik geben werden. !Die Herren werden sicher in allen Fragen der Privatwirt- schaff Hir sachverständig sein, sie werden ihr« Interessen genau kennen, sie werden darüber hinaus in Froren der Betriabsttchnik und Organisation durchaus erfahren sei-n. Aber das alles ergibt noch nicht eine Wirtsckafts Politik, in der die a l l g e m e i n e n Interessen der Klassen und ihr« Verw'rkbichimgsmöglichkeit innerhalb des jeweiligen Kräfteverhältnisses der Klassen zueinander richtig erkannt fein müssen. Wäre anders, so brauchte man ja über- Haupt kein Parlament, keine Wahlvn. keine Politik, sondern man kannte die ganze wirtschaftliche Gesetzgebung einer Anzahl Unternehuier und Arbeiter übergeben. In Wirk- llichkeit wird es sich, sehr rafch herausstellen, daß auch der Wirtschaftsrat, sowie er versuchen wird, allgemeine Wirt- schastsfrogen zu behandeln, genau so in die verpönt« Parteipolltik geraten wird, wie die parlamentarischen Par- teien selbst. Von den Arbeitervert retern erwarten wir jedenfalls, daß sie mit stärkstem Nachdruck Parteipolitik treiben, das heißt ihre grundsätzlichen, sozialistischen An- schaunngen zur Geltung bringen. Wird daher der Wirtschaftsrat nie ein ParlamentSerfatz werden, so wird er vielleicht bei verständiger Führung etwas anderes leisten können. Er wird versuchen können, über alle wirtschaftlichen Probleme die Oeffentlichkeit möglichst voll- ständig zu inforw-eren. um so zur Bildung einer wirklich unterrichteten öffentlichen Meinung in wirtschaftlichen Fragen beizutragen._ Nirgends ist dies notwend'ger als in Deutschland, z» einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Fragen so kompliziert und schwierig sind. In England bat man mit großem Erfolg dazu'das Mittel der Enguöten verwandt. Das Mittel ist einfacher und wurde mich für uns ausgereicht baben. Das Nützliche,-was der Wirtschaftsrat wird leisten können, wird aber wesentlich auf dieseni Gebiete liegen. Die reuen kicedi-e. Ergänzungen zum Notetat für 1920. Die Ergänzungen»um Notetat für das Rechnungsjahr 1920! find' jetzt Vom Reichstag Aufgängen. Der Gesetzentwurf dehnt i feie alligsmcine Ermächtigung der Reichsregierung zur Fortführung| der Verwaltung aus die Monat« Juli, August, September und Oktober 1020 aus. Ferner wird die GonchWigung besonders dringlicher und notwendiger im einzelnen begründeter Ausgaben gefordert. Vom NeichSaribeitSministermm werden im ordentlichen HauS- halt bei den einmaligen Aufgaben 62 Millionen Mar! für die sozial« Kriegsbeschädigten- und Hunterbli ebene n- Fürsorge und 6,2 Millionen Mar! für Zweck« der soziale» Fürsorge für deutsche Kriegsbeschädigte und KuiegShinterblieben e «m Ausland« b«r» fprucht..Zur Förderung der Bau- tätig!« if sollen für den außerordentlichen Haushalt d«S glei- Jchen Ministeriums 450 Millionen Mar! zur Verfügung gestellt werden. AuS diesen Mitteln soll einmal wenigstens ein Teil der für das Jahr 1020 geplanten, durch Reichsdarleheu zu unter- stützenden Bauvorhaben durchgeführt und ferner die Fertigstellung D DD der durch BaukostenüberteuerungSzuschüsse unierstützten Bauten � lichkeit an den Staatskommissar für die öffentliche Ordnung die iniö dem Jahre 1019 ermöglicht werden, für die infolge der noch Anfrage gerichtet, auf Grund welchen Materials und mit welcher immer steigenden Löhn« und der bis vor kurzem ständig gsstiege- Berechtigung er zu seinen Verdächtigungen gegen Victor Kopp neu Materialpreise trotz Nachbewilligung von insgesamt 206 Mi!» komme. Der Staatskommissar hat von der Gelegonheit, sein stooe-l-, Marl die Mittel nicht reichten. Eine Wewilliaung w e i WWK'' weife keine« Gebrauch gemacht. Erst auf mehrfache An» fragen hin laßt er erklären, daß er sich mit dem AuStvart>gen Amt verständigt habe. DaS heißt also, daß er zwar sem« Anklagen nicht beweisen lann, daß er aber nicht genügend Anstand besitzt, um sich in aller Lessen äichteit bei Victor Kopp zu entschuldigen. Dieser Vorgang genügt, um«in für allemal den Wert deS Spitzelmaterials des StaatStommissariatS für die öffentliche Lrd- nuug zu kennzeichnen. Diese Stelle scheint van ihren Methoden absolut nicht abwe chen zu wollen. Die«Tägliche Rundschau" ver- öfsentlicht in der gestrigen AbeudauSgaibe erneut boweiSlose Ver» dächtigungen gegen Victor Kopp, die anscheinend auf d�csel- ben unsaubere« Quellen zurückzulsühren find, di« eben erst vor aller Welt geboandmarkt wunden.,, Ein verkranensnMA. In einer Konferenz der rechtssozialistischen Funktionäre von Groß-Berlin verteidigten am Freitag Eduard Bern« st e i n und Hugo Heimann die Politik ihrer Partei. Bern- stein meinte, daß er dafür gewesen sei, in der Koalitionsregie- rung zu bleiben. Heimann dagegen sagte, daß er niemals einer Regierung, in der Vertreter der Deutschen Volkspartei oder gar der Deutschnationalen Partei säßen, ein Vertrauensvotum auS- stellen würde. Nach kurzer Diskussion wurde eine längere Resolution angenommen, in der der Brief Hermann Müller» cm die Unabhängige Sozialdemokratie gebilligt und die «hochfahrend abweisende" Antwort bedauert wurde, die darauf gegeben worden sei, die«einen völligen Mangel an Verständnis für die politischen Aufgaben" der Parteien der Arbeiterklasse erkennen lasse. Mit Vertretern der Deutschen Volkspartei körnt» tung einmaliger außerordentlicher Ausgaben dieser Verwaltungen ten die RechtSsozialistcn keine Koalition bilden und sie würden einer solchen Koalition auch kein Vertrauensvotum ausstellen. Die Versammlung billige eS aber, daß die rechtssozialistisch« Fraktion der neuen Koalition gegenüber eine abwartende Hak» tung«innehme. Man wolle unerschüttert im bisherigen Sinn« weiterarbeiten, überzeugt davon, daß die große Mehrheit de« Arbeiter, die diesmal der Partei die Stimme versagt hätten« bald erkennen würden, daß die rechtssozialistische Politik die rich« tige sei und sich ihr von neuem anschließen würden. Eine Partei aber, die einem NoSke zu einem der hoch« sten Aemter im Staat verhilft, kann selbst durch ein noch so gut vorbereitetes Vertrauensvotum vor dem weiteren Kerfall nicht bewahrt bleiben,-. ♦ Zimere Erschiillermixe» In Wien. In Italien häufen sich tzi« Unruhen. Sie sindvar, fei dieses für diese Mißwirtschaft, die den ReichSstickel um viele hunderte Millionen Mark zugunsten der Schwerindustriellen erlesttterte, in erster Linie verantwortlich. Der damalige Staatssekretär Dr. He l f f e r i ch wird als Mitwisser bezeichnet. Als besonderer Vertrauensmann der KriegSrohstoff-Gesellschaft in Preisfragen wird Generaldirektor Vogler. M. id. N., von der Dsuksch- Luxemburgischen A.-G.(AufsichtSratSvorsihender Hugo Stin» n e s). eine Hauptsteferantin von Kriegsmaterial, genannt. In den, Artikel des„Vorwärts" wird weiter ausgeführt, das Kriegs- Ministerium habe sich„erst nach der Revolution" gezwungen gesehen, die PreiSwirtschgft seiner KriegSrohstosf- Gesellschaft einer Untersuchung zu unterziehen. Eine im Frühjahr 1919 hierfür im Kriegsministerium eingesetzte Kommisston kam aber nicht zu Rande, sondern erklärte das Kriegsministerium für inkompetent, weil mitverantwortlich für die Vorgänge in der KriegSrohstoff-Gesellschaft, und schlug deshalb vor, die National- Versammlung möge die Untersuchung wegen angeb- sicher falscher Information deS Reichstages Sozialismus besteht, Kurücküugcben. f'* Ueber die Unruhen in Anco na berichtet die«Frank« furier Zeitung": Di« anarchistischen Unruhen, die in Ancona, einem alten Empöcernest, stattfanden, warm äußerst ernst. Zwei Tage lang wurde im Stadtinnern und in den Vororten, die auf den Höhen um die Meeresbucht Im gm, gekämpft, wobei ein kleine» Marinrgefchütz eingriff, um die Auf. ständischen, die sich in einer hochgelegzmen Zuckerraffinerie ver. schanzt hatten, zu-r Kapitulation zu zwingen. Der Hauptkamps tobte um die Karabineriekaserne und um die Arbeitskammer, wobei von beiden Seiten Maichinengswehre eingriffen. Schließ» lich wanen die Truppen Herr der Lage. Bedenklich ist, daß auch die Eisenbahner an den Unruhen teilnahmen und ein« Zug, der Truppen nach Anccna bringen sollte, in T er n i an- hielten und mehrere Bahnattentate verübten. ES wurde in vor- beifahrende Züge gefeueA, wobei fünf Zivilpersonen(f.tötet tont« ten. Die Gesamtzahl der Getöteten ist beträcht- lich, steht aber zur Stunde noch nicht genau fest. Der'„S.-eolo" berichtet über lneue Zwischenfälle in verschie- denen Städten der Romagna. In Forli haben die Dcmon- stranten eine Brücke gesprengt. In Cef« na wurde ein Soldat getötet. Zwischen Polizei und D-nvonstranten kam eS ir durch Vertreter der früheren Regierung und Rimini zu heftigen Zusammenstößen. Schwev-'r Natur Ware» schwerer finanzieller Schädigung deS Reiche? In die Hand nehmen. WaS weiter aus der Sache geworden ist, Vorwärts" nicht mitzuteilen. Er vermochte der Negierung um Aufklärung, was nach der Erklärung..... suchungSkommission geschehen sei, um die beschuldigten Vertreter der früheren Regierung zur Verantwortung zu ziehen und um die Schwerindustriellen zur Rückzahlung der behaupteten riesigen tlebcrgewinne an die Reichskasse zu veranlassen. Sind der ReichSregierung die vom„Vorwärts" mitgeteilten Vorgänge, die bisher von keiner Seite bestritten wurden, be- kannt? Kann sie erklären, welche Umstände den Fortgang der Untersuchung dieser Vorgänge eventuell hinderten? Bis zu welchem Stadium ist die Untersuchung bis heute gediehen und welche Resultate hat sie gezeitigt? Die Dinge, auf die sich die Anfrag« bezieht, sind bereits im vergangenen Jahr in ber unabhängigen Wochenschrift „Der Sozialist" behartdelt worden. ES ist in der Tat hohe Zeit, daß iiber sie Aufklärung gegeben wird, aber eS er- scheint auch notwendig, die Anfrage der Sozialdemokraten zn ergänzen. Am 6. März, als der erwähnte Artikel in, „Vori wirts" erschien, hatten wir die Regierung deS Rechts- sozialisien Bauer. Sie wurde noch den Kapptagen von der Regierung deS RechtssoMisten Müller abgelöst. Warum haben diese beiden Ministerien nicht diejenigen Feststellungen gemacht, d'e eines ihrer Häupter jetzt von dem Kabinett Fehrenbach fordert? 2le SMel des SkMgkomnzWrs. DaS AuSiwärt'g« Amt hat vor«mi'gon Tagen in aller Oeffent» die Tumulte in Terni. Hier gnffen aufrührerische Elemend «rswkt« die einet foS'-ÄiMchen VersammluKH d.iS Lokal der bürgerlichen der'Unter-- Bereinigung Union an, wobei eS vier Tote und elf Ver wundete gab. Nach dem«Corriere dslla Sera" hat sich die Lag« in Obev italien bed'uicnd gebessert. In Ancona ist die Ruhe wieder- hergestellt worden. G i o l i t t i sprach m der Kammer von den Ereign issen in Acona. Die Regierung we-.d« n'cht zu hart mit den ans- rührer.i sehen Elementen verfahren. Was di« begangenen Ver- brechen betreff«, so werbe sich die Jnstiz damit in voller Un- ab hängt gleit ohne jede Beeinflussung durch di« Regierung zu befassen haben. Di« Kammer beschloß Schluß-der Debatte und Uebergang zur Tagesordnung mit 2 2 2 gegen 93 Stimmen, Ein Aufruf der sozialistischen Parteileitung. Mailand, 29. Juni. Der„Avantt" veröffentlicht einen Aufruf der italienischen sozialdemokratischen Partei nnd de? itullcnlschen avzemeinen «rbeiterbunbeS an da? italienische Proletariat. Der Aufruf, der sich auch an die Soldaten wendet, erinnert an bic von der Regierung gegebene Zusicherung, keine Truppen nach Albanien senden z» wollen, und schließt: Wir erheben laut den Ruf:„Hände weg von Balonal Arbeiter und Soldaten! Haltet euch bereit und reicht euch vor einem neuen Kriege die Hände, beantwortet einen neuen Krieg mit dem Rufe: Rev»« lution!" Die Bcrhm'.d..!ngen zwischen Persien und der Mäteregiernng gescheitert.«Daily Telegraph" meldet, daß die Verhandlungen zwischen der Räieregierung und Persien über die'Räumung S � fSkTS'ÄS« �«sischeu Ao- 5 uns vollkommen unverständlich, warum die alte wierung den Wortlaut der Ententenoten über die Ent- nr,ilI!Umv i12"1 deutschen Volke vorenthalten und so dem wi�Tt �lec des Auswärtigen zu dem billigen Triumph trp+o cm' oiS®c3ner aller Vertuschungspolitik aufzu- -Nan fragt sich vergebens, was Herrn Köster veran- ? �rm- auf eine kurze Inhaltsangabe der Do- fin. m-A" beschränken. Die Behauptung, er habe sich zu r� Berosfentlichung nicht entschließen können, weil daS, ***« die Verbündeten forderten, bestimmte Kreis« in die uergroßte Aufregung versehen müsse, ist doch kaum ernst w IIIen' �enn das Wesentliche ging ja auch schon aus oe,, Andeutungen hervor, die der Presse mitgeteilt wurden, Md außerdem wäre es kindisch, Wahrheiten und Tatsachen �ehaib zu verschweigen, weil ihr Bekanntwerden diese oder kene Gruppe unangenehm berühren könnte. Wahrscheinlicher ist. daß daS bisherige Kabinett den j�un ch hatte, den Nachfolgern eine Unbequemlichkeit zu «mten. Aber auch dieser Versuch, sich von der Verantwort- Uchkert zu entlasten, würde nur ein großes Maß von Tor- bkit und Einsichtslosigkeit verraten, da doch jedem klar sein si'uß. daß die Stellungnahme der Entente in dieser Sache von dem Ministerwechsel nicht im gering- uen beeinflußt worden ist. Unsere Gegner fordern die Verminderung der Hcercsstärke nicht, weil an die Stelle des Herrn Müller Herr fjfehrenbach und an die Stelle Kösters Simons getreten ist, ihre neuesten Noten bewegen sich viel- Mr durcksaus auf der Linie der Ansprüche, die sie seit dem Schluß des Versailler Friedensvertrages ständig erhoben 7?ben, und der entschiedene Ton, den sie anschlagen, ist ein- und allein darauf zurückzuführen, daß sich auch die Ne- F�hngen, an deren Bildung die sozialdemokratische Partei ,,�ligt war, der Erfüllung dieser Gebote zu entziehen der- 'Ucht haben. r Damit sind wir auch schon bei dem letzten und eigent- uchen Grund für die Stellungnahme der Franzosen und «er Engländer angelangt, und es ist durchaus müßig, nach anderen Motiven zu suchen, beispielsweise wie die„Dtsch. a g e s z t g." das Zugeständnis der deutschen Schuld am Kriegsausbruch und den Hinweis der linksstehenden Aarteien auf di« unerschülterte Herrschaft des deutschen »Militarismus verantwortlich zu machen. Wir wollen uns wirklich mit dem Grafen Neventlow und seinen Freunden Jucht mehr über die Kriegsschuld unterhalten. Sie be- lehren uns nicht, und es wäre auf der anderen Seite Kraft- Vergeudung, wenn wir wider ihre unüberwindliche Abneigung gegen die Anerkennung der Wahrheit ankämpsen wollten. Aber soviel könnten sich die Deut'chnationalen doch wohl sagen, daß die Entente ihr Urteil über die ldriegsursachen sich gänzlich unabhängig von deutschen For- schungsergebnissen gebildet, und daß sie ihre Entwaffmmgs- forderungen nicht auf unsere Meinungen über die Brand- stistung von 1314 zu gründen brauch:. �, Dasselbe gilt vom Militarismus. Franzosen und Eng- länder haben genügend Beobachtungsposten in Deutschland. Am nicht auf unser Urteil über die Macht des Militarismus angewiesen zu sein, eine. Macht, die. nebenbei gesagt,.nicht sowohl durch die Größe des Heeres, als durch den in ihm lebenden Geist und den von ihm ausgeübten Einfluß be- stimmt wird. Es hat-endlich auch wenig Sinn, die Frage zu erörtern. «b Frankreich sich vor einer Reichswehr, die mehr als 103 000 Mann zählt, fürchtet. Vor einer solchen Armee hat es sicherlich keine Angst, und es mag höchstens in der Sorge leben, daß der größere Umfang die Gefahr einer Erstarkung der Revanchegelüste erhöhe. Aber entscheidend bleib., nach unserem Ermessen immer die Tatsache, daß Deutschland bisher stets bemüht gewesen ist, sich den militärischen Forderungen der Verbündeten zu entziehen. Am 10. April bereits sollte die Reichswehr auf 100 000 Mann herabgemindert sein. In Wirklichkeit ist diese Verringerung erst in der allerletzten Zeit erfolgt. Die Auflösung der Ein- wohnerwehren steht ferner nur auf dem Papier. Jedes Kind weiß, daß ihre Mitglieder sich nach wie vor iin Be- sitz von Waffen und Waffenscheinen befinden und daß ihre Organisation insgeheim fortbesteht. Und mehr als das: die Vernichtung und Auslieferung des Heeresgeräts ist keineswegs in dem ausbcdungenen Maße erfolgt. Mehr oder weniger verantwortliche Stellen haben versucht und versuchen bis zum heutigen Tage, zu mogeln und von dem ihnen so unchätzbar dünkenden Gute für Deutschland und seinen kommenden Tag zu retten, was irgendwie zu retten ist. Kein Wunder, daß die!« kleinen und großen Unehrlichkeiten und Schiebungen den Gegner veranlassen, um so rücksichtsloser auf seinem Scheine zu be- stehen und mit aller Deutlichkeit die strikte Jnnehaltung der Vertragsbestimmungen zu fordern. Leider aber will man auch jetzt noch immer den Dingen nicht offen ins Gesicht sehen, und obwohl es in einer der Noten ausdrücklich heißt, daß deutsche Anträge und weitere Verhandlungen gönzlich zwecklos seien, soll, wie eS scheint, in Spaa noch einmal der Verbuch gemacht werden, den Obersten Rat zu Milde un� Nachgiebigkeit zu bestimmest. Scl'ön wenn die deutsche Regierung sich denn durchaus eine Absage holen will, mag sie selbst auf die Gefahr hin. damit die Stimmung der Alliierten für die wirtschaftlichen Ver- Handlungen noch weiter zu verschlechtern, einen solchen Vor- stoß wagen. Aber was uns größer« Besorgnis einflößt, ist. daß auch nach einftn neuen Nein keine unbedingte Gewähr für eine tat'ächliche und restlose Erfüllung des von der Gegenseite aufgestellten Programms geboten ist. Wenn jetzt mit so außerordentlichem Nachdruck betont wird, daß die Herabsetzung der Kopfstärke der Reichswehr und die. Auf- lösung der Sicherheitswehr b l« Erhaltung>? o n RuheundOrdnungin Deutschland unmöglich mache. lo muß eben damit gerechnet werden, daß die rechtsstehenden Freunde der Ordnung in heimlichem Einverständnis mit der Regierung alles aufbieten werden, um sich der Waffen zum Schuhe dessen, was sie dw Sicherheit des Staates nennen, nicht ganz berauben zu lassen. Welche Folgen das haben wurde, liegt auf der Hand. Nicht nur wäre jede Aussicht auf oine Herabminderung der finanziellen und wirtschaftlichen � Forderungen der Ver- bündeten gewunden, sondern hatten auch mit e.ner Besetzung weiterer Teile D e»t Hb la nd S und vielleicht mit Schlimmerem zu realem Mit Recht macht die Fr an k s u r t e r Z c i t u n g"m einem sehr eindrucks- »f ÄÜtVf Mi» JSW-iiMW. werksam, durch einen Einmarsch in Süddeutschkan? die dort, vor allem in Bayern, vorhandenen Loslösungs- und Selbständigkeitsbcstrebungen zu stärken. Die Frage, so sagt sie, die sich die Reichsleitung vorlogen müsse, laute, tpelche Gefahr größer sei, diejenige innerer Unruhen infolge der Verringerung unserer Heeresmacht, oder diejenige der Zev reißung der deutschen Einheit infolge unserer Weigerung, uns dem Gebot der Entente zu fügen. Die Frage ist richtig gestellt, und für jemanden, dem die Aufrechterhaltung der Ordnung nicht dasselbe bedeutet wie die bewaffnete Niederkämpfung des Proletariats und des Sozialismus, ist sie leicht zu beantworten. Aber offen> bar denkt die„Frankfurter Zeitung" nur an den offi� z teilen Bescheid, den die deutsche Regierung auf die an sie gerichteten Noten geben wird, während wir uns, wie gesagt. Sorgen darüber machen, ob das tatsächliche Verhalten Deutschlands seiner etwa gegebenen Zusage in vollem Umfange entsprechen wird. Diese Sorgen könnten nur dann wenigstens einigermaßen verringert werden, wenn die Regierung endlich aufhören wollte, von der Not- wendigkeit der Armee zur Bekämpfung innerer Unruhen zu reden und damit denen, die bereit sind, das Vaterland mit vertrauenswidrigen Mitteln zu retten, fortgesetzt Wasser auf'die Mühle zu führen. Die konservative Interpellation über die angeblichen Rüstungen der Arbeiter in Mittel- deutschland und andcrwärtA gäbe ihr die beste Gelegenheit, einen Anfang mit der Vernunft zu machen. Aach einem Zahre. Genosse TmontS schreibt uns: Jetzt endlich hat sich die Staatsanwaltschaft entschlossen, den gegen mich seit Juli vorigen Jahres schwebenden Haftbefehl aufzuheben. Dadurch bietet sich mir endlich die Möglichkeit, nachdem unzählig« Zeitungsschmoks ihren Kommentar zum Falle EmonIS gegeben haben, auch von mix aus dazu etwas zu sagen. Ich werde mich auf das Not» wendigst« beschränken. Meine Agitation unter der britischen und amerikanischen Be- satzungstruppe bildete nur den äußeren Anlaß zu meiner Ver- Haftung. Hervorgerufen wurde sie durch die Spitzelarbeit der Garde- Kavallerie-Schutzen-Divis»on, die in inni- gem Kontakte mit dem Staatsanwälte Zumbroich stand. Diese Spitzel wvr'.n eS, die iln der ersten Hälfte des vorigen Jahres das Ma'ertal zu den.Tolschewlste.rverfolgunjpcn" lieferten. Herr Weißmann, jetzt Staatskommissar für die öffentliche Ruhe und Sicherheit geivorden, bestreitet heute, mit Spitzeln etwas zu tun zu haben. Will er ettva auch bestreiten, das gegen mich.vor- tiegende AnklagematericA" von Spitzeln der Gardc-'Kavallerie- Schützen-Division empfangen zu haben? Die gleiche liebe volle Aufm.rksamkeit, de Herr Staatsanwalt Weißmann der Spitzclardeit der deutschen Soldateska in meinem Falle wid- i»etc, bewies er auch für die Spitzelberichte, die ihm die Alliierten- Kommission in Koblenz übersandte. So ist Herr Staatsanwalt Weißmann auf Grund englischer und amerikanischer Spitzesarbeit in der.neutralen Zone" zu der Verhaftung des englischen Korr«. spondenten des.Daily Herald" Philips Price im Juli 19l!1 geschritten. Die gleiche Spitzeltätigkcit hat ihm seinerzeit zu der Verhaflung des indischen Genossen Dr. Man sur weven Agitation unser seinen �Landsleutcn ver- anlässung gegeben. Da» Nachrichtenbureau der Garde- Kava lleri«-Schütz« n-Divi ston hatte bereit» im Diärz 1819 Verbindungen mit den britischen und amerikanischen Besatzung?- behörden, es hat speziell der amerikanischen Kommission, die die meiste Angst vor revolutionärer Propaganda bewies, durch ihre Organe nahelegen lassen, den Einmarsch der Reichswehr in die neutrale Zone doch zu gestatten,.da nur so die»feindliche" BesatzungSarmee vor den bolschewistischen Ten- denzenbeschütztwerdenkönne.", Wenn man das weiß und sich vor Augen hält, dann wird es für dem Kundigen keinem Zweifel mehr unterliegen, wie es kam, daß seinerzeit daS Anklagematcrial gegen mich plötzlich in der bürgerlichen Presse veröffentlicht wurde. Dann wird«S schließ- lich auch dem Letzten klar, wie eS möglich mar. daß daS englische Kriegsgericht in Siegburg meinen an die Zentrale der Kommu- »istischen Partei gerichteten Brief im Originaltext in seinen Akten besaß, ehe dieser Brief noch der deutschen bürgerlichen Presse zu- gängig gemacht wurde. Ich habe durch die Machenschaften der konterrevokutionären Mörderzentrale und ihrer Gehilfen nur ein Jahr der öffentlich legalen politischen Betätigung opfern müssen. Aber in de», Zuchthause zu Siegburg im besetzten Gebiet, werden»och heute deutsche Genossen festgehalien, die durch das Treiben jener konterrevolutionären Clique den Herrschaftsorgauen der englische» Bourgeois zum Opser fielen. Sie warten mit ihren englische» und amerikanischen Genossen, die wi- sie heute vor einem Jahr von englischen und amerikanischen KnegSgerichlen verurteilt wurden, aus den Tag, an dem das Proletariat dem Treiben der Kontemvolutronar« in Offiziersrock und Bcamtentalar ein Ende machen wird. Dieser Tag wird auch ihr Befreiungstag fein, Der Loy?«» gegen das weiße Ungar» völlig wirliam. (Eigene Drahtmekdung der-Freiheit".) Wien, 2g. Juni. Ungarn» Absperrung ist restlo». Die B-yk-tt- bewegung in Tschechien wird immer stärker. Die ungarische Re- glerung wurde durch die Interalliierte Donaukommission ge- »wungen, den Donanweg für durchgehende Güter freizugeben, wa« für Deutschästerreich wegen der rumänische» und jugoslawischen LebrnSmitteltranSporte von griihter Bedeutung ist. Der B-vkott ruft langsam Unruh« m der ungarischen Arbeiterschaft hervor. In den Kohlenbergwerken von Tatabanya soll ein General. streik zur Unterstützung de» Boykotts ausgebrochen sein. Am Montag fanden den ganzen Tag« e rh a ndlu n g« n zwifilien dem ungarischen Gesandten und dem Gewerkschaftsbund unter dem Borfitz Renners statt. Fimmen stellt« als Bedingungen d«S Abbruchs des Boykotts, Sicherung der gewerkschaftlichen und politischen Freiheiten der ungarischen Arbeiterklasse und Ein- stellung de» System» de» weihen Terror»..Der ungarische Gesandt« bestreitet, daß der Terror Stzstrm sei, gibt aber Ge- walttaten»u. Räch mehrstündiger Verhandlung wurde vereinbart, daß der ungarische Gesandte an seine Regierung und Funmen an den Gewerkschaftsbund Bericht erstatten sollen. Di« Verhandlungen werden am Mittwoch fortgesetzt. Die«uSstchtea ,u einer Vereinbarung sind nicht gut. man muß mit einer lauge» Dauer des Boykott» rechnen. Die tschechoslowakischen«ergarbeiter habe« eine AgÄatlon die den Zweck verfolgt, an Ungarn kesiw Koble MI Nefern, sondern sie nach Wien zin senden. In Wien? Versorgung macht sich der Gegenboykott nicht beinerkbar, nur Obst fehlt.— Am Montag abend fand ein großes öntcrnationales Meeting statt, in dem Otto Bauer und Brodeczky für dir Tschechoslowakei sprachen. * ow. Wien. 29. Juli. Wie au» Budapest hierher gelangende Nachrichten besagen, hat sich die Regier,»ngSkrise bereits in cine.S t a a t S k r i s r um- gewandelt. Seit zwei Tagen vermehren sich die Anzeichen, baß die OssizierSdetachemrntS Pronay und HejjnS ebnen großangelegten Militärputsch vorbereiten, dessen Ziele die Beseitigung de» RrichSverweserS H o r t h y» sowie der Nationalversamm- liing und die Errichtung einer Militärdiktatur, an der Spibe mit dem berüchtigten Oberleutnant Hejjas sind.— Ncbrigens ist Ungarn von der Außemvelt nunmehr vollständig abgeschnitten und auch der funkentelegraphische Verkehr, der bisher über Warschn» anfrechterhMeu wurde, ist vollständig eingestellt. Englands Doppelspiel. T. U, Helsingf-r», 29. Inn«. Einer der Nntergeneräle de» General» Wränget, Rewi> s h i n, der am 10. d. M. gefangen genommen worden war, sagt! nils, daß Wrangcl hauptsächlich von den Englän« d e r n mit Kanonen, Gewehren und sonstigem Kriegsmaterial be. liefert worden ist, daß aber auch Frankreich Kriegsmaterial zur Verfügung gestellt hat. Englische KriegSschbffe sowie«uick französische KriegSsahrzeuge habe» Wrangel von der Seeseite aus unterstützt. Beftäligen sich öi Rindledersorten, Mk. JLUO.— OeftdiKflazeU von S— O Ubr FacjhmMnnlacne Bedienung ge-wät\rlelsiel Herrensfiefel gediegene Arbeit prima Rindbox, kurze moderne-i-i k Form...... Mk. ÜU.— Kindersfiefel bequeme Form, dauerhafte Qualität /i>1 von...... Mk. �1�1.— an WnrenoJbgnbe ohne Bezugsschein an federmann • auel» Nlcht-Neuk.Bllner i ■j '5. i ts W�-O - 0«O 1 Bn c 1 1 «au! L»z! « 4) D i Q« O); m.\ 28ii Friedrich-WilheEmstidt. Variete-Garten Habe Mldenstr.» Chausseestr. 30» Nahe Midenstr. Donnerstag, den 1. Juli und folgende Tage ISröffiiauu© der«teil UMHühne Berlins Unser Programm ist unerreicht in seiner Art. Attf sbktiOll051> Direktion A.Grahimann 2 Roits, Bandohrobaten Theater und UerSnO$un$en. Volksbühne 7i Uhr: Eine Landpartie und Verwicbetle Geschiebte. Staatstheater Letzte Vonttll. vor den Terlen. O n e r n h a u s: s Uhr: Meistersinser. Schauspielhaus SS Uhr: Peer Qynt Grolles Sctiauspieihaus KsrlsIrsBe 74 Uhr: Lysistrata (29. Abteilung. IV. Abend) IL& O. Otto�ar, Gesang-, Tanz- undVerwandi.-Akt Ff Cdlül 5 Clß, Jon�enr-Balance-� Victor Ritter"ÄiST Korga Behrwtll und Partner, Künstl. Spiele 1 tiOx}; Ö?! t/)d: Margit and Lener. ic°°. Akt Ml«** I rmfr-tt*\T Sensations-Liclitlfinzerin iVllll. LflUJjlry» Im Kampf mit den Wellen 3 Borkums, Komischer Muslhai-Aht Z yoostens.EquiiIbr!sten auf rollender Nagel ChOrleS& Ly. Komisch. Radfahrer Fritzi Fron, Berlins beliebteste Soubrette Fredlnl i leam, S J ß «i O) C! O 4 u KJ s O Jeden Donnerstag iriigaiit-Feyerwerk ausgefOhrt vom Pyrotechniker Kuott- Gr. und billigstes Variete Berlins, ca.5000 Sitzplätze »uiiii,iiiwiwwiwtwiiiiiifwiwwwnnwtiwwiiTnmtwiwiBWTiwiaiiiiin..ii,.,i,i,iii..ii..nTaTniTiiwnnT>mwaBwiiwww Musikdirektor Vogtl linder dirigiert das 30 Mann starke Orchester. tmiwiiiiiimiHiiiiiiiiwiiiiiHiiiiiiiimmiiiiimiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiii.uiiiiiiiiHiiiiiiiiMiiiiiimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiifi'wnwiwBiH Bei plöfcellch elnfrelendem«chledilen Wetter bietet unsere Rlesenverancla dem werten Publikum Schutz. Kssseneräffnung Anfang d. Konzerts Anfang d. Vorstell. Wochentags 4 Uhr Wochentags 5 Uhr Wochentags 7 14 Uhr Sonntags 2. Sonntags 4, Sonntags 6» Direktion: tisx Reishardt Deutsches Theater 7V Uhr: Weib und rlampelmann. Kammerspieie 74 Uhr; Leibsardist Kleines Schauspielhaus 74 Uhr: Moral der Frau Dulska. Theater des Westens V.8 Uhr: Ooldess Rllunelt Direktion Ctrl■slahard— Sud. Bsratssr Thealer I. Theater I. d. KUnlggrQtzer Straße t Geständnis Komödienhuus SU.: Reite In die Mädcbenelt Berliner Theater Vs Uhr: Der letzte Walzer Lessing-Mr SOMMERSPICLZPJT Allabendlich 8 Uhr: LemnMiie Imstutli m Das Glas der Jungfrau DEDtseMU-Tteater Allabeadllch 74 Uhr: Die bessere Hälfte mit Maz Ad» I h e rt Rose-Theater 74 Uhr: SchwarzwsldmädsL QsrteabChae täzllch: 7 Uhr Die Flacht um die Erde. Bhemaliares Voigt-l'neater üadllraBe 58. SommerbOhne: TSülich nachm. dV» Uhr: Eine feine Nummer. Er muß taub sein! abends 7''. Uhr: Dos Fräulein vom Amt j Neues Operettenhaus Direktor: Jean Kren Allabendlich 7 Uhr 30 Minuten; Prinzessin Friedl Triunou- Theater (Bahnhof Priedrichstiaßc) Ttelich Uhr: Maskerade Sonntag 4 Uhr kleine Preise: Der Störenfried. Residenz-Tbeuter (Stadtbahn JannowitzbrUcke, Untergrundbahn Klosterstr.) Täglich V8 Uhr: Die ROSCllDOfK Sonntag 4 Uhr kleine Preise; _ Oer srute Ruf. Neues Volkstheater KSpenicker Sir. 68. 74 uhr: Die 3 Zwillinge. Berliner Proter Kastanien- Allee 7—9 IZkrietE-SensatioüenlZ T anz-I)iele Gfflßer Bflll Anfane 45 Uhr WalhaUa Theater Tiglleh 74 Uhr: Kasernenluit. Sommertheater „Grsl-Birlin", stiem, illsio't — Hasenheide 15= TäellchSU.: tig'itieni.Sctaasrg' Krone u. Fessel Das Ende einer Königskrone. Apollo-Theater Frlcdrtchslr. 218. 71/ Allabendlich fi/ 5 Sonntags 3". n.«> Unübenreffliches VarieU- Programm I Kummer-Tanzeplel« Bttlowstr. 6. amNoliendorfplatz Telephon; Lfitzow 23005, TSglich 7\ Uhr: OHeflt. Balfitl und.Schönheitstänze. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108—114 Täglich Konzert und Vorstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags n. Sonntags: Grosser Ball. Dil Klllnligcln Iii Ugficti hüHbiI. Anfang wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Schaubühne Landsberger Allee 76 77 (direkt am ffinghnhnh Ab 1« Juli wiodor tilglicb» Bei Regen Im Saal! Beginn de«;.. 2. UeislerrlBger-Wellsir ili um Preise von 12 ODO IC WÄftn*cIster des<. IQ Ringsportes haben S'J sich gemeldet. J Unter anderem: Hfn/e, Wcljj meistcr. Georg Strenge, Wclq melstcr. Torapson, Vize-Cho� pion- Westindien. TfuH» Meisterringer- Bayern«J»' Vordem; Gr. Konzert il Variete-Vorstelluiifi:. Sonntags und Donnerstags Brillant-Fenerwerk Mittwochs von 3 Uhr ab f FaeiHii o. K:iTili;HcilfA,6ei8h!iÄ-k- s'j Anfang des Konzert n.derV�� Stellung Sonntags 4 IM! Wochen tags*»7 Uhr. S Die Ringkümp e beginnen 0' h9 Uhr pünktlich. Ziehung garantteril Kammsr-Tamapiele Bülowatr. 6. Hai lolluJortdali Telephon: Lötxow 230& . Tiglleh?'/. Uhr: Orientalisches Ballett und SchöntieltstSnze m«tof iw KoCbceer Ton i lieh 7a, uhr: Slite-Sänger 3 Ab L Juli(während das Otlnubs der Eilte-Sangor): M GasUplsl d. Deliebten f-------------- atkl OJg. T/eipa. Prit* Weber-SUn; j-Ter. — atklnss. Programm I Torrerlt, II-I>, N. i-6 Uhr. w ohltätialiaKs ILottcfli t a Berliner Broekenhsna Osnshmlgt fflr Brsndentnrg and SUdtkrsis Berlin Ziehung am 7. und S. Juli 100000 Lese, H8S Gewinne und 1 Prämie L W, Mk. lOOOOO igeoooo KSLVVVV :'ä iOOOO Wohltätiekeits» Lose M. S/»0 Liste aal Porto M Ffr. eztrs — 10 Loa« lertl.rt sae Tsrsch. Tsns. M. SO,—— Lud. Mfiller& Co. BERLIN W., Wcrderaoher Markt 10. Hl eilen UttsrlegeMltaile»*. UsewekealsH ro heteib. Platin tüte, Zahngebiase, und SUberbrucb, Brillanten, kauft r | Breunstüte, Zahngebisse, Gold an rold- Gold- u. Silberschmelze � Osbar Erauspe, Königgrälzer Str. 76, am Halletcben Tor, ▼orn, pait. Kr. W Z. ff Ae ZerNftxomversorgnng Berlins Wirkung auf die wirtschaftlichen Vcchältnisfe. Von Otto Ziska. . verheerenden Wirkungen des Krieges, die unsere Pro- vuitiAi?grundragei! stark angriffen, haben auch die Versorgung Her Berlinier Industrie mit elektrischem Strom gefährdet. Im «ahre 1914 nruvde die in Berlin benötigte elektrische Energie «urch Umwandlung von Kohle in Strom in Berlin selbst er- »fugt. Es bestanden damals noch keine Fernleitungen, die die -vraunkohlengebiete Deutschlands für die Stroniversorgung Ber- �tns nutzbar machten. Zu jener Zeit wurden in Berlin 3V7 215 000 «ilowattstundun verbraucht, für deren Erzeugung eine Kohlen- wenge benötigt wurde, an die heute überhaupt nicht mehr zu Hinten ist. Durch den während der KriegSzeit gewaltig gesteigerten Stromverbrauch war man genötigt, die damals geplanten Fern- ttromlechungen mit möglichster Beschleunigung fertigzustellen. Im Lahre 1917 wurde die erste Fernstromleitung von Golpa im wrtteldeutschen Braunkohlenrevier fertiggestellt und es stand-im Lahre 1917 eine Strommenge von 532 350000 Kilowattstunden jährlich zur Verfügung, von denen der weitaus größte Teil durch Umwandlung von Kohle in Berlin s, lbst erzeugt wurde. Wenn man im Durchschnitt mit einer Jahresleistung von 4000 Arbeits- stunden pro Betrieb"echnet, ist für die Befriedigung des Berliner «Bedarfs Line Energiemenge von 120 000 Kilowatt notwendig. Die Eolpalcitung lieferte 1917 aber nur eine Energiemenge van 83 000 Kil«oatt auf der bestehenden einen Leilung nach Berlin. Nach Beendigung des Krieges, als es durch die wirtschaftlichen verheilt nisse-nicht mehr möglich war, die für diese Energie be- Notigie Kohkenmenge nach Berkin zu schaffen, sank die für Verl-n Mtr Verfügung stehende Slrommenge auf 30-— 85 000 Kilowatt. Um nun mit dieser Strommenge einigermaßen das WirtschafrS- Kien Groß-Berl-ins aufrech: zu erhalten, mußte die Köhlenstelle in den Marken, die für die Verteilung des Stroms in Graß-Berlin Maßgebende Stelle, den Stromverbrauch aller Stromabnehmer auf So Proz. des Verbrauchs von 1917 herabsetzen. Trotzdem durch einen Ausbau der mitteldeutschen Fernstromleitung eine Steige- rung von 33 000 auf 40 000 Kilowatt erreicht wurde, konnte eine Erhöhung der Stromration für die einzelnen Betriebe nicht durch- geführt werden, weil im Jahre 1919 und auch gegenwärtig in �rlin selbst nur eine Leistung von 40— 15 000 Kilowatt durch flohle erzeugt werden kann. :_ Di« Abnahme der Strommenge an'den verschiedenen TageS- Zwesten ist starke n Schwankungen unterworfen, und zwar wird die durch Fernstromleitung zur Verfügung stehende Energie £n den Tagesstunden von morgens 6 bis abends 8 Uhr bis zur Epitzenbelastung ausgenutzt, während von 8 bis 10 Uhr abends, die Belastung stnkt und von 10 Uhr abends bis 6 Uhr früh LOOOO Kilowat noch ungenutzt zur Verfügung stehen. Durch die Mederbelebung der Konjunktur im Laufe des Jahres 1919 fourde das Verlangen an die Kohlenstelle, einen höheren Progent- der Strommenge alle bisher freizustellen, in immer stärkerem gestellt, ohne daß die Kohlenstelle dieser Anforderung ng tragen konnte. Diese Tatfache zwang die Kohlen fü lle zu dem Vorschlag an die Betriebe, durch möglichste E i n f ü h- xung der Nachtschicht uno durch Abbau der Tagesschichten eine gleichmäßige Ausnutzung des zur Borfügung stehenden- Fern, ströme s zu erveichen. Den Betrieben wurde die Berechtigung goboton, während der Nachtstunden einen höheren Prozentsatz an Strom als den in den Tagesstunden für sie bereitstehenden .albzunehmon. Die Berliner Metallindustrie Chatte sich in woitgehendom Maße u-nwr Zustimmung ihrer Beleg. legschaft mit der Einführung der Nachtarbeit einiverstan-deni er- flirrt, in der sicheren Voraussetzung, daß diese verstärkte Nacht- arbeit und der damit bedingte Abbau der TageSacbeit«ine vorübergehende Erscheinung sein würde. Für die in der Berliner Industrie beschäftigten weiblichen und• jugendlichen Arbeiter waren die Schutzbestimmungen während der KriegSzeit außkr Kraft gesetzt und nach Ausbruch der Revolution wied-r eingeführt Vörden. DaS hinderte deren Beschäftigung-in den Nachtstunden. Damit nun auch für alle Industriezweige eine verstärkte Aus- Nützung des des Nachts zur Verfügung stehe rden Stromes mög- lich g' macht werden kann, hat im Sommer vorigen Jahres der -Demvbilmachungskommissar von den Vertretungen der Ar- heiter und Unternehmer unter Hinzuziehung eines Vertreters der Grtverkschaftskommission verlangt, daß die Schutzbestimmungen für Weibliche und Jugendliche von neuem außer Kraft gesetzt werden. Die Vertreter der Arbeiterschaft lehnten das ab und überließen eK den Belegschaften, oerartige Anträge �%m%tufe dieser Verhandlungen wurdd der Kommission von dem Denwbilmachungskommissar von Hofs man»das Ver- sprechen negeben. daß bis zum Ende dos Jahres 1919 die A mts ihr Änarlff genommene dritte Fernstromleitung von -v-stellt sein würde, und daß dann eime aus- elieferung für die llef<*mie.®e.r' reichende �„_| liner J nd u strie mit Fernstrom sichergestellt sei. Auf dieses bindende Versprechen hin haben Arbeiter- und Untecnehinerver- «eter chr Einverständnis damit erklärt, daß die männlichen Beleg, chaften für diese vorübergehende Zeit die Unannehmttch. leiten der Nachtarbeit auf sich nehmen. Die Berliner Metall- Industrie hatte sich infotgedcssew so auf die Nachtarbeit umgestellt daß-im Frühjahr des Jahres 1020 in den Nachtstunden 42 Pro-,' )er Tagesstrommeiige verbraucht wurde. !■_ Als im Frühjahr des Jahres 1920 eine Besserung fn der Strombelieferung noch immer nicht zu verzcichnc.'i war, trat der Metallnrbeiter-Verband erneut an die behördlichen Stellen heran um sich über den Fortgang der Erweiterungsarbeiten der Golpa- leilung'.n zu informieren. Die Berliner Metallarbeiter weigerten sich, weiter in fo erheblichem Maße Nachtarbeit zu leisten. Fstr diese Stellung der Metallarbeiter war mitbestimmend, daß tzst erhoffte Besserung in' der Ernährung nach Beendigmig des Krieges nicht etng'treten war, sondern daß sie durch die Nock, stärkere Verschlechterung in der Ernährung körperlich wie geistw den hohen Anforderungen der Nachtarbeit nicht mehr gcwack-seii war. Der Verband Berlin-er Metallindustrie ller erklärte sich dazu bereit, gj'rneinsam mit dem Metallarbeiterverband in dieser Frage zu handeln. In der ersten Sitzung mit der Kohle, istelle wurde festgestellt, daß die Versicherungen, die der Demobil- mach ungskommissar im Sommer 1919 der zur Zeit tätigen Kam- Mission gegt ben hafte, absolut nicht zutrafen, sondern daß das Projekt der dritten Leitung auS finanziellen Rücksichten end. lültig fallen gelassen war. Die MfttMungen, die in eu fol�nden Sitzungen in der Kolilen stelle unter Hinzuziehung er Vertreter der maßgebenden Reichsbehörden der Kommission gemacht wurden, waren höchst betrübend. Auf Grund dieser Mikteilungen ist damit zu rechnen, daß die Versorgung Groß- .c-ktrischem Strom sich nicht verbessern, sondern unter �2 «i«ch, 30. 11,11029 im Angriff iolpa gemacht wurden, waren höchst betrübend. Mitteilungen ist kBrlinS mit elektrischem.—.. lUnftand.n noch erheblich verichlechtern wird. d Die Vertreter der Arbeiter und Unternehmer chklärjea in diesen Sitznngen mit allem Nachdruck, daß sie die Nachtarbeit war befürworten könnten, � tvenn das llicich bindende und be- stimmte Erklärungen abgebe, daß«s alles tun wurde, dVp Aus- Lu der bestehenden Feinstiomüitungeil zu beschleunigen, damit für die kommende Winterpertode Berlin auSrttchend mit Strom versorgt werde. Zu diesem Orderten Arbeiter- und Unter- vchmervertreter gemeinsam, daß von Gcllpa""�dritte, viert« und funkte Leitung gebaut werde. Nur so to edre Garantie sstr eine,------------ 0...___ .............«l-» to«,..lw-n im ari. beiter und Unternehmer stieß nicht auf das von den Organisa- rionen erwartete Verständnis. Das Reich sträubte sich vor allem gegen einen Ausbau der Gvlpaleitungen mit der Begründung, daß dann vielleicht in 40 bis 50 Jahren die in Mitteldeutschland vorhandenen Braunkohlenläger erschöpft sein würden. Als Aus- gleich boten sie den Ausbau der Spreinberg-iLauta-Leftung, und zwar sollln durch die Fertigstellung der Leitung' Lauta— Berlin bis zum Ende des Jahres 1920 5000 Kilowatt zur Verfügung ge- stellt werden können und durch den weiteren Bau einer Leitung Spremberg— Berlin am Schluß des Jahres 1921 40 000 Kilowatt. Diese Versprechungen haben nach Ansicht der Arbeiter und Unternehmer nur«inen höchst fragwürdigen Wert, weil bei der gegenwärtigen Lage mit einer Einhaltung des Termins nicht zu rechnen fein wird. Aber auch dann ist die für Berlin benötigte Strommenge noch lange nicht gedeckt. Es bleibt mindestens noch ein Fehlbetr ag von 20— 30 000 Kilowatt. Diese Strommenge würde auch nur dann dauernd zur Verfügung, stehen, wenn nicht irgendwelche größeren Betriebsstörungen in einer der ge- nannten Zentrale, r auftreten, womit bei der starken Anspannung der Maschinen mit Sicherheit zu'rechnen ist. Es bleibt also trotz- dem immer noch die Notwendigkeit übrig, für ausreichende Re- serden zu sorgen. Diese Reserven können nur beschafft werden durch den von Arbciß.r- und Unternehmerschaft geforderten Ans- bau der Golpaleitungen. Es wurde von einer starken Wirt- schaftlichen Ku r z sich t i g k e i t der maßgebenden Reichs- behörden zeugen, wenn sie aus finanziellen Bedenken nicht an den Ausbau der Golpaleitung Herangehen wollten, und lieber die Wirtschaftlichkeit eines ganze,, Industriegebietes in Frage stellen. Durch diese Darstellung soll die Oeffenilichkeit darüber unter- richtet werden, was dem Berliner Industriegebiet durch die Nach- lässigkttt der ausführenden Reich.sbehör'den bevorsteht. Es wird die Aufgabe der gesamten an der Aufvechterhaltung des Wirt- fchaftslebenö interessierten Bebölkerung sein, durch stürmischen Protest die Reichsbehörden aus ihrer Teilnahinlosigkeit in dieser so außerordentlich wichtigen Frage zu wecken, Ber Nordprozeb Blau. Fünfter Vechandlungstag. Zü Beginn der gestrigen! Sitzung lbeschloß das Gericht auf Antrag eines Geschworenen, am Mittwoch nicht zu verhandeln, da die Prazeßbeteiligten ohne Ruhepause nicht mehr in der Lage sind, der Verhandlung mit der nötigen Aufmerksamkeit zu folgen. Staatsanwalt Dr. Orth mann teilt mit, daß ein Schreiben ohne Angäbe der Adresse des Lockspitzels Teufel eingelaufen ist, worin dieser seiüie Bereitwilligkeit erklärt, vor Gericht zu er- scheinen, es müsse ihm aber genügender polizeilicher Schutz zugebilligt werden und dies in der Messe bekanntgegeben werden. Der Staatsanwalt richtet an die Presse die Bitte, in dem Bericht beltarntzugöben, daß sich Teufel in dem Amtszimmer des Kri- eninalkommissars Trettin im Berliner Polizeipräsidium, Zimmter Nr. 62 a in den Vormritdagssiunden melden möchte. Von dort aus wird itzor polizeilicher Schutz gewährt werden. Der Berichterstatter der.Mole» Fahne" reichte beim Vor- sitzenden die Beschwerde ein, daß er Äö Pressevertreter am Saaleingang nach Waffen, untersucht worden ist. R.-A. Dr. Rosenseld«nacht darauf aufmerksam, dcß nur der Vertreter der„Ototcn Fahne" untersucht worden ist, und er bittet den Borsitzenden, anzuordnen, daß das zu unterbleiben hat. Der Vorsitzende erklärt nach längerer Auseinandersetzung über diese Angelegenheit, daß seine Anordnung dahin zu korrigieren sei, daß die Pressevertreter nicht durchsucht werden dürfen. R.-A. Dr. Weinberg: Es ist mir gelungen, die Adresse des als Zeugen gesuchlen Heinrich zu ermitteln. Derselbe be- findet sich gegenwärtig in Moskau. Der Staatsanwalt hat für die Herbeischaffung des Belastungszengen, Lockspitzel Schreiber, eine grosse Summe bereitgestellt. Wir erwarten, daß der Herr Staatsanwalt im Interesse der Aufklärung dieser Mordafsäre sich bereitfinden wird, auch den Entlastungszeugen.Heinrich aus Nikskau herbeizuschaffen. R.-A. Liebknecht: Wenn der Herr Staatsanwalt aus irgendeinem Fonds 4000 M. zur Verfügung stellen kann, um die Aussage des Lockspitzels Schreiber zu taufen, so wird er auch Mittel und Wege finden, um den Zeugen an? Moskau herbeizuschaffen. Staatsanwalt Dr. Orthmann: Ich bitte das Gericht, mich gegen eine derartige Unterstellung in Schutz zu nehmen. Der Vorsitzende gll't einen Gerichtsbeschluß bekannt, wonach die Beschlüsse, die das Gericht am vierten Verhandlungstag gefaßt hat, betreffs Beanstandung der drei von der Verteidigung ge- stellten Fragen, nunmehr aufgehoben sei und die Fragen jetzt zugelassen sind. R.-A. Dr. Rosenfeld: Ich bitte um Aus- kunfi, auf Grund welcher Anregungen das Gericht jetzt nachfräg- lich zu dieser Entscheidung gekommen ist. Der Vorsitzende er- klärt, daß das Gericht aus eigenem Antrieb zu diesen, Beschluß gekommen sei. Die erste Frage, die die Verteidigung an den Kriminalkom- missar M a ß l a ck gerichtet hatte, wie hoch die von der Polizei- behörde an den Lockspitzel Schreiber gezahlte Summe sei, wird von dem Zeugen Maßlack jetzt dahingehend beantwortet, daß er in der Zeit vom 13. bis 25. August 1919 außer dem Reisegeld und den üblichen Verpflegungssätzen 700 Mark Extravergütung gezahlt habe. Ob noch andere Dienststellen an Schreiber Zahlungen ge- leistet hätten, sei ihm nicht bekannt. R.-A. Dr. Weinberg stellt demgegenüber fest, daß der Zeuge Kriminalkommissar Maßlack gestern erst bestimmt ■: unter seinem Eide ausgesagt habe, daß Schreiber kein Geld von ihm bekommen hat, Die zweite Frage, ob er die leitenden Herren der antibolsche- imstt scheu Liga Siebes und Bach mann kenne, verneint der Zeuge. Die Beanstvorkung der Frage 8, ob bel der Polizei die Agenten und Spitzel nicht unter ihrem Namen, sondern mich nur unter ihrer Nummer bekannt seien, behält sich der Zeuge vor, da er sich von seiner vorgesetzten Behörde erst oie Genehmigung dazu holen müsse Ärrminalkommissar Trettin erklärt, daß er an Schreiber kein Geld gezahlt habe._ Kriminalkommissar M a ß l a ck schildert dann ausführlich die Vernehmung des Pohl, die er, bevor. die Sache dem Unter- suchuugsrichter übergeben war, geleitet hat. Pohl sei völlig zu- sammengebrochen gewesen und hätte in diesem Zustande ei» um- fassendes Geständnis abgelegt. Dabei habe er den Hoppe als Tater bezeichnet. Zeuge hatte den Eindruck, daß Pohl damals die Wahrheft gesagt habe...... Der Zeuge Pohl erklärt dazu, baß er damals nicht Herr ssiner Sinne gewesen sei, er kärlne seine damaligen Bekundungen sticht mehr aufrechterhalten. Er habe diese Aus- Ist dem Untersuchungsrichter Warf Er hat dies auch in einem Brief, den er am 10. Dezember 1913 an Maßlack schrieb» zum Ausdruck gebracht. Zeuge Map Eulenburgcr wird aus dem Gefängnis vor. geführt. Dieser Zeuge hat seinerzeit vom Gefängnis aus der Amtsanwaltschaft Briefe geschrieben, in denen er mitteilte, daß er in Sachen Blau erhebliche Angaben machen könne. Bei seiner Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter hat er dann allerlei. die jetzigen Angeklagten fchwerbelaftende Aussagen gemacht. Auch andere Personen sind durch diese Aussagen mit in die Ange» legenheit verwickelt worden. Auf Befragen des Vorfitzenden er- klärt der Zeuge, daß alle Angaben, die er in der Voruntersuchung gemacht habe, von ihm frei erfunden seien und den Tat- fachen widersprechen. In Wirklichkeit wisse er überhaupt nicht« von der Mordsache Blau, nur waS er aus den Zeitungen er- fahren habe. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt er, er hätte sich damals zu diesen Aussagen verleiten lassen, weil er sich sagte, wenn er recht viel in dieser Angelegenheit aussagen würde, die? zu seinen Gunsten in eigener Sache sprechen würde. Vor- sitzender: Sie sind doch aber vereidigt worden und haben sich somit des MeinetzdeS schuldig gemacht. Wissen Sie, daß Sie ins Zuchthaus kommen, wenn Sie jetzt behaupten wollen, Sie hätten damals w i s s e n t« lich falsch ausgesagt? Zeuge: Ich hatte nicht gedacht, daß ich vereidigt werden würde. Da ich aber vereidigt worden bin, gebe ich jetzt zu, eine» Meineid geleistet zu haben, um nicht noch neue Schuld auf mich zu nehmen. Diese Aussage läßt der Vorsitzende zu Protokoll nehmen, zu der der Zeuge noch hinzufiigt, der Untersuchungsrichter hätte ihm diese Aussage erpreßt und ihm erklärt, er käme in Untersuchungshaft, sein«! eigene Sache könnte sich dann endlos hinziehe«. Die Ängaben, die der Zeuge in der Voruntersuchung betreffs de? Zeugen Schmidt(München) gemacht habe, seien ebenfalls frei erfunden. Nach der Mittagspause wurde als nächster Zeuge der Land- gerichtsrat Marquardt vernommen, der die Voruntersuchvv»« in der Mordsache Blau führte. Er wird ausführlich über dl?. Vernehmungen der Zeugen Pohl und Eulen burger ver- hört. Auch dieser Zeuge hatte bei der Vernehmung des Pohl den Eindruck, daß er seine Aussagen wahrheitsgemäß abgelegt habe. Der Zeuge gibt dann eine Darstellung über die Au?- führung der Tat nach dem Gedächtnis, wie sie ihm Pohl damo-'A in der Untersuchung geschildert hatte. Eulenburger ist ebenfalls von dem Zeugen in der Voruntersuchung vernommen Word??. jedoch hat der Zeuge über diesen den Eindruck, daß er nicht bei der Wahrheit bleiben kann. Zwischen den Verteidigern und dem Zeugen Marquardt und Maßlack entspinni sich eine längere Auseinandersetzung. R.-A. Weinberg: quardt bekannt,. � bass während der Voruntcrsuchnug die berüchtigte Lockspitzcliu Schröder-Mahnke Zutritt zu den Untersuchnngsgefangenen hotte, um, als Mann verkleidet, in der Maske eines Genossen von den. Angeklagten Fichtmann und Hoppe Geständnisse zu erpressen? Hat der Zeuge dazu die Erlaubnis erteilt? Zeuge: ES war einmal ein feldgrauer Mann mit Brille bei mir aewesen, dem ich Sprecherlaubnis gegeben habe. Später habe ich durch den Kriminalkommissar Maßlack erfahren, daß eS eine Frau in Männerkleidung war. R.-A. Weinberg: War es Ihnen nicht bekannt, dass es sich um die berüchtigte Lockipitzclin Schröder-Mahnke bandelte? Zeuge: Nein. R.-A. L i e b- k n e ch t: Haben Sie dieser Person ohne jegliche Kontrolle die Sprecherlaubnis erteilt? Es'ist uns als Anwälten bekannt, daß im allgemeinen selbst die Angehörigen immer die grüßt rix Schwierigkeiten haben, Sprecherlaubnis zu vcfomn'flT, Zeuge: Ich gebe zu, daß ich die Erlaubnis ohne weitere« erteilt habe; wenn ich mich recht entsinne, batte Kriminal« kommissar Maßlack die Anregung dazu gegeben. Kriminal» kommissar Maßlack: Die Polizei hatte ein großes Jnteresig daran, die Wahrheit über diese Mordaffäre zu erfahren und bat zu diesem Mittel gegriffen. 3i.-?l. Liebknecht: Ist dem Untersuchungsrichter SNarqnardt bekannt, dab der Lockspitzrliii Schröder-Mahnke Einsicht in die Akten der Sache Vlan gegeben worden ist? Zeuge: Mit meinem Wissen nicht. R.-A. Lieb- k n e ch t: Bielleicht kann uns der Kriminalkommissar Maßlack darüber Auskunft geben? Zeuge Maßlack: Ich kann es nicht auf meinen Eid nehmen, ob ich der Schröder-Mahnke z'"- Einsichtnahme in die Akten berholsen habe oder nicht. R.-A? Liebknecht: Ist dem UiitarsrichungSrich.tcr ferner bekannt, daß die Lvckspitzclrn Schröder-Mahnke während der Vernchinung der Angeklagten im Nebenzimmer untergebracht war, iini die Aussagen mit anzuhören? Zeuge: Es ist mir nicht bekannt, daß die Schröder-Mahnke zu diesem Zweck sich im Nevenzimnic» aufhielt.. Er gebe aber die Möglichkeit zu, daß sie dort gewesen sei, vielleicht um ebenkalls vernommen zu irerden. Der Astgeklagte Hoppe teilt mit, daß die Schröder-Mahuk« in der Maske eines Genössen bei ihm in der Zelle gewesen sei unl ibn zur Flucht veranlassen wollte. Die Genossen draußen hätten alle? vorbereitet, er solle nur ani geben, zu welcher Zeit und wie die Flucht zu bewerkstelligen sei Er, Hoppe, hätte es aber abgelehnt. Vorsitzender: Zeug« Maßlack, ich finde hier in den Akten verschiedentlich den Vermerk daß Hoppe aus der Untersuchungshaft fliehen wollte. Von wetz hatten Sie diese Kenntnis? Zeuge Maßlack: Bon der Schrö> der-M>ch«ke. Ich gebe zu, dass hie Schröder-Mahnke ein sel» ver, werfliches Spiel getrieben ljot. Der Verteidiger, R.-A. Weinberg, stellt bei dieser Ge> legenheit fest, daß der Kriminalkommissar Maßlack gestern untei seinem Eid ausgesagt hat, daß er die Schröder-Mahnke g a 1 nicht kenne. Der Zeuge bestreitet das: Das Gericht beschließt hierauf, die Vereidigung des Zeugen Pohl jun. wegen Verdachts der Mittäterschaft auszusetzen. Di« Zeugen Schmidt- München, Kronwetter und Eulenburger sollen vereidigt werden. Eulenburger verweigert die Eides» leistung mit der Begründung, daß er sich nicht nochmals de« Gefahr des Meineides aussetzen will, worauf er auf Antrag de« Staatsanwaltschaft wegen Eidesverweigerung vom Gericht zu 300 Mark Geldstrafe resp. 30 Tagen Haft verurteilt wird. ES folgt die Vmiehiming des Zeugen Leluschncr. De« Zeuge war als Gruppenleiter der K. P. D. der Leiter der Ver- sammlung in der Mittenwaldcr Straße. Er hatte den Blau als Lockspitzel entlarvt. Er gibt dem Gericht e'ne chronologisch« Darstellung von den Ereignissen bis zu den Nachtstnuden, wo Blau und Hoppe zur Pohlschen Wohnung gingen. Er babe dann von der ganzen Sache nichts mehr gehört und erst durch die Zeil tungen von der Ermordung Blaus erfahren. Weil er befürchtete in den Verdacht der Mittäterschaft zu geraten, sei er n a ck Königsberg geflüchtet und dort verhastet wor«» den. Bon ihm hat dann die Kriminalpolizei die ersten AuhaltÄ punkte erhallen. �... r■. j Der Vorsitzende unirrbvcht die Vernehmung dieft» Zengens um erst den Zeugen Thyssen zu vernehmen. Dieser Zeug« war Referent in der Versammlung in der Mittcnwalder Straß« und hat von Leuschner einige dem Blau abgenommene Papiers erhalten und später vernichtet.'Einige der Polizei vom Polizei. spitzet Samson gemachte Mitteilungen werden von deos Zeugen widerlegt.•''' 1! Die Verhandlung wird auf DvnnSrKkag. banmttäa OK ttltz - K.MWk« SesZÄtKMUstsSmVe» der KrieZsbeschWgW. Eisenach, 20. Juni 1920. {L-' Tu der v.r.■•ittn.-�ib'.infl des enjt.'u Tages reftrierie Genosse Tiedt zu Piiirkt:i der TageZordwimg über:„D«s R e ich S v e r» f o r si u n g: g e s e t". Cr führte ungefähr aus: Ich erklärte schon nm Februar im gesetzgebenden Ausschuß in Berlin, vass ich beim !er!ten Lesen des neuen VersmsgMgsgesetzeS den Eindruck hatte, jtKS vb d r tarier Setz Gesetzes wirKich. die Absicht hatte, ein Gesetz §a schaffen, i-. von sozialen Gefühlen getragen sei; der gnnz-e h)u[c r.i.i de, Gesetzes ist darauf eingestellt. Aber ich «Märte au«, st..n damals, dieser Anlauf wird sofort unter- Iitochm, dieser Zuschnitt wird gestört vurch eine Ansah? von Para- graphen, die das ganze Gesetz unmöglich machen, bi« es in das Gegenteil dessen umwandeln, als was es am Anfang scheint. � Zunächst will ich das.G u t e nennen, das uns das neu? Gesetz hrmgt. Em sehr erheblicher Fortschritt sind die erfüllten Forde- rungen der itriegsbeschädigten durch Gewährung des Rechts- ismfprucheS auf.st.«, ibeha n d lu n g. Es sei jedoch auf einen Fehler aufmerksam. gemacht, dessen Schaden abgeändert -werden muß, in Z 57, daß zwar Sie Grundrente und Schwerbeschädigtenzulage vor Ablauf von zwei Iah- reu nicht geändert orer entzogen werden darf, aber in einem Nach- sah erklärt wird:„Ist dura, die Heilbehandlung oder BerufsauSbil- düng eine Besserung der Gesundheit erreicht worden, so kann eine Nachprüfung schon früher erfolgen," Jedoch noch schlimmer ist her Mangel, daß man den Kriegshinterbliebenen den Rechts- Anspruch auf Heilbehandlung glatt v o r e n t h a l t e n hat und sie in BrdürftigkeitZfällen an die soziale Fürsorge verweist. Viel- leicht darf ich aber noch etwas Gutes nennen, nämlich die Auf» hebungder Kriegsdienst- und Friedens dien st- b c j ch ä d i g u n g, wodurch die Schlechterstellung der in der Hei wat Verstorbenen aufgehoben wird; auch wird allen Kriegsbeschä feigwi. die eine bestimmte Grenze der Erwerbsunfähigkeit erreicht haben, eine Schtv e rb e s ch äd i g t e nzu l a g e gegeben. Ein großer Fortschritt ist auch die Mbschaffung der Versorgung nach dem Dienstgrad, dessen Grundsatz leider durchbrochen wird durch eine Reihe von Bestimmungen in den Paragraphen 96, 98, 99 und 100, die den tri egsbe schädi gten Offizieren und Offiziers vitwen besondere Vergünstigungen gewähren. Die großen' Nachteile des neuen Relchsverforgungs Gesetzes beginnen schon in 8 2 bei den Kriegsgefangenen. Die ir. Verschuldete Kriegsgefangenschaft Geratenen sollen leinen Anspruch jaus eine Versorgung haben, trotzdem eine Amnestie'für der �artige Sachen erlassen worden ist und durch dieses Versorgungs gcsttz wieder aufgehoben wird. Der§ 25 muß umgewandelt werden. Die Paragraphen 28, 59— 63 und 64 Absatz 3 müssen restlos aus dem neuen Gesetz gestrichen werden. Hier handelt Bs sich um die Grundsatze, nach denen die Stente festgesetzt toerden soll, und die neue Klassenversorgung in 8 28 nach Beruf und Vor- ibildung müssen wir ablehnen, weil wir gleiche Renten ohne Rücksicht aus Rang, Stand oder Beruf fordern. Im§ 63 ruht doS Recht des Beschädigten auf VersorgungSgebührnifse in ab- gestufter Höhe bei einem Einkommen von 5000 M. bis 14 000 M., in dieser letzten Einkommenstufe wird in Zukunft also keine Rente mehr gezahlt. Dieser Paragraph ist überhaupt vollständig saus dem Gesetz ankzu merzen, denn nach den neuesten Fest- Stellungen des Statistischen Amtes von Schöneberg beträgt das Existenzminimum fiir eine Familie von Mann, Frau und zwei Kindern in Groß-Berlin jährlich 19 300 M. Auf dem Jnternati«- malen Kongreß in G e n s im April d. I. erklärten unsere französischen Büllder, daß auch die französische Regierung die Versorgung ihrer Kriegsopfer durch einen ähnlichen Paragraphen iregeln wollte, aber ein Sturm der Entrüstung aller Kriegsbeschä- higten-Organisationen verhinderte dieses. Wir verwerfen auch ia § SO den Unterschied zwischen ehelichen und un» eheliche« Kindern und fordern für alle gleiche Rech t?. Die Versorgung der Kriegerwitwen mit und ohne Kinder ist ,iii § 37 so ungleich und mit vielen Härten für die armen Waisen geregelt,, daß auch hier eine andere Festsetzung erfolgen müßte. Die Kapitalabfindung für Kriegsbeschädigte und Hinter- bliebene ist in dem neuen Gesetz so gering bemessen, daß damit Nach dem heutigen Wert des Geldes kaum etwas anzufangen ist. Zum Schlüsse möchte ich noch auf das Fehlen unserer Forderung hinweisen, daß unter keinen Umständen die Rente auf die Er- sve-rbslosenuuterstützung angerechnet werden darf.; (penn die Rente nach dem Gesetz nicht auf den Lohn angerechnet werde« darf, darf sie doch logischerweise nicht auch auf die Er- werbslosenunterftutzung angerechnet werden. Die geistigen Väter dieses Gesetzes wollten das Beste schaffen. jc/bcr es waren Kräfte am Werke, die so vieles in ihr Gegenteil verkehrten. Je kräftiger wir uns jedoch entsatten, je stärkeren Kontakt wir auch mit unseren Bruderorganisationen des klaffen- bewußten Proletariats herstellen, wenn wir einig find und nicht putzen und rasten, um so schneller werden wir. ein wirklich neues und gutes Gesetz erreichen, das den Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen wirklich ihre Rechte verschafft.(Großer Beifall.) sihBOlO? Auwstellie beleihst. Für Annahme de? Vrrgseiches des Genossen.Ziska),„alle KezfcHnngen zum paritätischen Ab "i T t.-ti'»**"Y �C.."1 O C'' l tz- st 4»z*Xf r e.. i, c ük,....« 1 o r,l S. ,... t N � E-V. 9--v* rt v*»-.N- l e CTO: v?r r r r t SAvertschastliches. Mkrgleich im Tarifstreit der Metallindusttie-AngestMen. I Das N!e,ichs> a'beitscninisterium hat im Darifftreit der Auge- hellten- der Berliner Mietallindustrie nochmals zwischen den bei- den. Parteien zu vermitteln herfucht. jli>m Sonnabeird hm ein Vergleich zustande, der beiden Parteien die Mlöglichleit eines be- fristeten piücktrsttes offen ließ. Dieser Vergleich geht zurück auf hie Festlegungen des Schied, geeichtes vom 16. 6. 1920, schaltet «ber den Monat Mai und die Mchgahluwg hierfür aus. Durch oen Vergleich verlieren einzelne Angestellte gegenüber den Be- jskrmnmnlieu des.SchicdSsprmh-s Beträge von 200 Mir? bis 500 Mark. I lieber die Verhandlungen wurde am Montag, in einer Ver- /aniüului-z der Betriebsräte, Auges tslttenräte, BetrieibLobleute und KLevtmndssunktioiiäre der Afa, von Watau berichtet. Es wurde Has zum Teil tatsächlich provokatorisch zu nennende Austreten vwzeluer Vertreter de? V.B. M.J. gefchiwert. Hellste Empörung löste bei den AngefiMstm besonders die Widcngavc des charakte- ristischen Ausspruches von Justizrat Wald schmidt aus:„Und wenn ein Schied- jpruck gefällt wird,, und wem der Schiedsspruch Er verbindlich erklärt wird,— ich bezchle das nicht. So ein tnßcheu Revolutjons.xheater schrckckt mich nicht Vehrl" Es UArr.de an die Zeiten erinnert, als dieses„Revo- mttll-nS-T'heater" den Sprecher dieser Watte doch tatsächlich zu fchrecken schien. t Im. der teilweise äußerst stürmisch verlaufenen Versammlung frklärte der Kvrtchierfwtter vor allem den Sitandpnnkt, der nun Anzunehmen fei. Berantwortlichieitsgefühl und� das Bewußtsein Wert eine? einheillichaa Afa-Gedankens müßte dazu führen, Entschlüsse zu vermeid n, die als Experiments gedeutet werden könnten und den gewünschten Erfolg doch nicht brächten. Einzelne sll ebner aus der Versammlung traten dem Referenten scharf sat- gegen inst» waren-dafür, der Ooffeurlichkett durch di« Tat zu l>e- weifen, daß die Industriellen, hfe f?di-b vom..WirtschaftsfrledeiG prächon, Saboteure des Wt.'dermqibaueS find..J- f Die Versammlung besthloß zitr.t Sckluß, die einzelnen Be- trie.be über den'Vergleich entscheiden q.u lassen. Diese Entfch.'i- düngen find nunmehr erfolgt. Die bei der Geschäftsstelle de? OrtÄarlellS Groß-B-.-rlin' der Ufa eingelaufenen. BetrwbSmel- Kepoen. ibckhen wtacndLs eraÄ>«!i:„Xn der ÄMiwmuna m&m stimmten 15133 Angestellte, so.gen 14 969 Angestellte'. KS war a.'o nur eine kl. ine'-heii für Annahme des Vergleiches vorhanden. Das zeigt besser als alles andere, daß die Unternahm« Unrecht hatten, wenn sie behaupteten, die Au- gestellten wären froh, wenn sie das erste Angebot der In- dujtriellen erhalten hätten. Räch ii üttciir... vom Reichsorbc isministerium gilt der am :1 6. 1920 proLiscrisu gestllossene Vergleich nunmehr als von allen Parteiei» angerengnen, so daß Ende Juni die ersten Aus- zahtt-nge» nach vdn neuen Ta r: s�stimmu ngen erfolgten müssen. Borlänfig i-'t der ö-iampf in der Metall ind-usttäe vermieden loorldcn. Die Verhandlungen laben aber gezeigt, daß sich die Gegensätze zwischen den einzelnen Parteien derart zugespitzt haben, daß schwere Komplikationen zu erwarten find, wenn bei kommenden Werlhaudküngsn das Verhalten der Industriellen das- selbe bleibt, tvie in diesem Tarifstreit. Die Streikabstimmung der Straßenbahner. Bei der geheimen Abstimmung de? Personals der Straßen- bahn stimmten für den Streik Ist 501. für die Weiterarbeit 1626, ungültige Stimmen 144. Die Straßenbahner fordern, wie wir berichtet haben, Gleichstellung mit den städtischen Arbeitern. Achtung? Rohrleger und Helfc? Grvß-Berlins! Der Arbeitgeber-Verband für das Rohrlegergewerb.» Berlin- und Umgegend hat in seiner Generalversammlung den Schteds spruch des EinigungsamteS des Gcwerbegerichts Berlin abge< lehnt. Trotzdem der Schiedsspruch den berechtigten Forderungen der Rohrleger und Helfer in keiner Weise entspricht, haben diese denselben angenommen. Die neue Richtung des Arbeitgeber- Verbandes, die Scharsmacher des Gewerbes, haben in diesem die Führung übernommen. Sie bestimmen die Arbeitgeber, in keiner Weise entgegenzukommen. Shstematisch will diese Richtung des Arbeitgeber-Verbandes den. Streik im Gewerbe unter allen Umständen herbeiführen. Im Falle eines par- stellen Streiks ist schon die Gesamtaussperrung aller Rohrleger und Helfer angedroht. Das sind dieselben Leute, die bei den Verhandlungen innerhalb der Schlichtungs- kommission immer erneut den Beweis zu führen versuchten, daß nur Arbeit das Gewerbe vor dem Untergang retten könne, die von sozialem Verständnis trieften und dann auf der anderen Seite die Arbeit shstematisch zurückhatten, Arbeiten, die ange» sangen werden konnten, nicht anfangen ließen, weil man unter allen Umständen den Streik resp. die Aussperrung der Rohrleger und Helfer Groß-BerlinS vornehmen will. Zu diesem Zweck hat man auch die Verhandlung künstlich verschleppt, de« Arbeitnehmer. Mitgliedern der Schlichtung-skommifsion den ersten Beschluß der Generalversammlung des Arbeitgeber-Verbandes, durch welchen die Forderungen der Arbeitnehmer abgelehnt wurden, nicht gleich mitgeteilt, fondern nach weiteren 8 Tagen erst nach zweistündiger Verhandlung in der SchlichtungSkommission brachte man dann den Ablehiumgsbeschluß zur Kenntnis. Die bisherigen pro- minentesten Vertreter� des Arbeitgeber-Verbandes sind von dieser Richtung der Scharfmacher des Rohrlegergewerbes bei diesen Ver- Handlungen ausgeschattet. Die Führer der Scharfmacherrichtung nach außen sind die Arbeitgeber Dormeher und K n ö r k, denen der Kampf im Gewerbe nicht früh genug Ausbrechen kann. Kollegen, so steht die Situation, die durchaus ernst ist. Es heißt hier kühle Ruhe zu bewahren; keiner darf sichprovo. zieren lassen. Keine Einzelaktionen, jeder hat dem Ruf der Organisation Folge zu leisten, aber auch zu warten, bis dieser erfolgt. Einheitlich und geschlossen soll der Arbettgeber-Verband die Rohrleger und Helfer Gross-Berlins in der. t bwehr finden, hinter denen, bei diesem Kampf di« gesamte organisierte Arbeiter. schuft Deutschlands steht. Entbrennt der Kampf, dann Wird er bis zur Vernichtung geführt werden müssen. Am Mittwoch, den 30. Juni, nimmt eine Konferenz. der Vertrauensleute im Gewerkschaftshaus, Engeluser 16, zur Situation Stellung. Neberall, wo einzelne Kollegen gemaßregelt werden, ist der L/rganisation sofort Mitteilung zu machen. Branchenleitung und die Organisations- leitung haben alle Borbercittingen getroffen. Einheitliche und ge. schioffene Abwehr der Scharfmacher unseres Gewerbes in dem uns aufgezwungenen K inpf ist Vorbedingung des Erolges. In diesem Sinne haben alle Kollegen in den nächsten Tagen zu wirken. Di« OrtSverwattuug. Achtimg! Töpfer. Wir machen unsere Mitglieder ganz besonders darauf auf- merksam, daß der Arbeitsnachweis i» der Gormannstraße für das Töpfer- und Ofengesetzgewerbe trotz der Kündigung der Unter- nehmer auch nach dem 1. Juli bestehen bleibt. Organisierte Kollegen dürfen nur durch den Nachweis in Arbeit treten; Um- schauen ist streng untersagt. Nähere? in den BezirkSversamm- lungen. Der Vorstand der Filiale Groß-Berlin des Zentral- Verbandes der Töpfer./ Achtuilg! Zimmerer. WegemNichtaneikennung des Tariflohnes wird über folgende Tiefbaufrrmsn die Sperre verhängt: Siemens u. Halske, Untcvgrm i ddahniba u, Baustelle Hallrsches Tor, Jannowitzbrücke, ElMrizitätAverk Puttlitzsiraße.— H abe rman n u. Guck e s, Baustelle Nollendorsplatzi— Möhns u. C o., Baustelle Char- lottenlmrg, Caprivtb-rücke.— Gesellschaft für Unter- grundbahiabau, Baustelle Weidenda-mmer Brücke und Friedrichstraße.— Julius Borger, T i es b au°A.- G-, Baustelle MMerftraße,, Lagerplatz llludotp. Kein Zimmerer darf, dort in Arbeit treten. -' Zentralverl-and der Zimmerer� Zahlstelle Berlin und Umgegend. Generalversammlung der Metallarbeiter. In den Germaniasälen tagte Montag, unter dem Vorsitz des Genossen Rusch die Generalversammlung der Berliner Metoll- arbeitcr. Der vom Genossen Schmidt erstattete Kassenbericht für das erste Bierteljahr 1920, schließt bei einer Gesamtausgabe von 6 233 951 Mark, mit einem Kassen bestand am 1. April von 2 688 589 Mark, in der Hauptlasse ab. Die Lokalkasse hat Ge- samtausgaben von 2 650 005 Mark und einen Kassenbesiand von 1420 862 Mark, dem jedoch VA Millionen Mark Schulden an die Hauptkasse gegenüberstehen. An Erwerbslosenunterstützung sind 5 Millionen Mark zur Auszahlung gelangt. Auf Antrag der Revisoren wurde Entlastung erteilt. Bei der Neuwahl, der nach den Bestimmungen des Ortsstasilts turnusmäßig ausscheidenden Angestellten, gaben 11 Angestellte die Erklärung ab, daß sie diese Beitim müngen nicht anerkennen und nch nicht zur Neuwahl stellen-wollen. Alle zur Neuwahl Stehenden, mit Ausnahme derjenigen, die diese Erklärung abgegeben haben, wurden wieder- gewählt. Die 11 freiwerdenden Stellen werden neu ausgeschrie- ben. Entsprechend dem Bericht der B.'werbungskommission ivur. den eine Reihe von Bewerbern um die zum 16. Juni ausge. schrieben geweseneu Stellen zur Neuwahl vorgeschlagen. Nur einzelne Stellen, für die keine geeignete Doppelbewerbung vor- lag, wurden sofort durch die Generalversammlung besetzt. Ein Antrag, dick Differenz- im Vecbandsvorstand- in einer außer- ordentlichen Genckrolvvrfammlung in allernächster Zeit auf die Tagesordnung zu stellen, wurde nach kur er Aussprache, an der sich vom Hauptvorstond pöenosse Dissmann beteiligte, angenommen. Des weiteren wurdon folgcn-de Anträge angammmre«: 1.„Der Bo-rständ wird aufgefordert, für die weiblichen Mit beitsnachweis find zu lösen. Das Abkommen wird mit Wirkuni vom 31. Dezember ab, gekündigt". 3. Zur-Erledigung der Jugendintereffen wird ein weitcre-c Kollege angestellt. W.gen vorgerückter Zeit wurde die Generalversammlung ui» f-12 Uhr nachts vertagt. Slrnkgefahr im Ma!erge'.verbe. Zu einer großen Protestaktion gegen den Abbau der Löhne gestaltete sich eine Versammlung der Maler, Lackierer und An- streiche! im Baugewerbe. Bötzer gab den Bericht von den zentralen Verhandlungen, aus dem hervorging, daß die Arbeit- geber auf die berechtigten Forderungen auf Erhöhung der Löhne mit einem lOproz. Lohnabzug antworten wollen. Am 23. Mai sind bereits die Forderungen der Gehilfen gestellt, den Loh» für Maler auf 6,50 M., ab 1. Juli auf 6,80 M. zu erhöhen» was eine Gleichstellung mit dem Maurerlohn bedeutet, hinter dem am 1. Juli die Maler um 1,30 M. pro Stunde zurückstehen. Im Hinblick auf die zentralen Verhandlungen, die aber auch ksjn Resultat gezeitigt haben, sind die örtlichen Verbandlungen bfsher abgelehnt worden. Tie Verschleppung der Verhandlungen sowie der Versuch, die Löhne jetzt schon, trotz des niedrigen Standes, abzubauen, hat große Erregung in den Gehilfenkreisen ausgelöst, so daß beschlossen wurde, den Arboitgöbe-rn ein 48stündiges Ultimatum zu stellen. Eine Kommission von sechs Mitgliedern wurde beauftragt, dies den Arbeitgebern zu uuter» breiten und am Mittwoch abend Bericht zu erstatten. Sollten die Verhandlungen wieder abgelehnt werden, so sind die Berliner Maler des Baugewerbes gewillt, am Donnerstag in den St? eil zu treten.." Eine Plenarversammlung der Berliner Gewerkschasts« kommission findet am Donnerstag, den 1. Juli, nachmittag- 6 Uhr, im Saal 1 des Gewerkschaftshaus es statt. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung des Berichts über die Einigungsvcrhand» lungen mit den Betriebsrätezentralen. Die Posthilfskräfte fordern u. a. auch die Entlassung aller über das pensionsberechtigte Alter hinaus beschäftigten Beamter� um Platz für andere frei zu machen. Achtung, Aw.-Siid-Spandam Donnerstag. 1. Juli, abends 6 Uhr» bei Mecklenburg, Ravenoestraße 6, Versammlung aller Arbeiter und Arbeiterinnen, die im Mai 1919 wagen Schließung des Betriebes entlassen sink». Wichtige Tagesordnung. Achtung, Spanbauer HcereSbetriebe. Ehemalige Arbeiter« rnte, Mittwoch, abends 6 Uhr, bei Nkc-cklenburg, Ravcn-ecstraße 6, roß--Ser!tn. ««»Ii!» ninstf-MMtSSü Das tägliche Gift. Wer sich die Mühe nimmt, in den Arbeite tffezirken der Gros} städte die Verteilung der Tageszeitungen zu beobachten, bei wird feststelle� können, daß noch immer gewaltige Posten von Zeitungen in die Häuser getragen und aus den Straßen ver» kauft werden, die alles andere al-Z Arbeiterinteressen vertreten. Dehnt man die Forschungen weiter an?, so kommt man über- all zu ungefähr dem gleichen Resultat. Nicht die Blätter gegne- rischer Parteien, die mit offenem Visier kämpfen und als Feinde der Arbeiterbewegung leicht erkennbar sind, kommen hi'X in Frage. Es handelt sich vielmehr ausschließlich um jene Presse, die in der Maske der sogenannten Partei lofigkeit daherkommt oder die sich als das Matt des kleinen Mannes frisiert. Würden sich diese Blätter auf den reinen Nachrichtendienst beschränken, so wäre der Schaden, den die Arbeiterpresse durch sie in ihrer Äier- breitung erleidet, auch schon groß genug. Da jene Zeitungen eS indessen gw einem System-ausgebildet haben, in ihren Artilcl.r, Notizen und Nachrichten, wenn irgend möglich, die soziaiii- fch« Bewegung zu verdächtigen und verächtlich zu machen, so besteht hier tatsächlich eine Gefähr, deren Größe im allgemeinen leider nach immer unterschätzt Mrd und die, wenn nicht-unterschätzt! so doch mindestens nicht energisch genug bekämpft wird. Jene oiben gekennzeichnete Presse mischt täglich ihre Portio» Gift in die geistige Nahrung, die sie ihren Lesern vorsetz!. Sie tut dwZ nicht eßlös-fel-w«ise, weil dann mich der denkfaule Leser sofort Merken winde, wohin man ihn haben will. Nein, Tropfen für Tropf«« träufelt sie den Giftstoff in die Köpfe, und da sie bemüht ist, in der Aufmachung, im Stil und in der Stv-ffbehandlung den Ton des geruhsamen Spießbürgers zu treffen, der sich mit vorgekauter Speise be- gnugen will und die Arbeit des eigenen Urteils scheut, so erzielt sie leider auch Erfolge. Des besseren Verständnisses halber mag ein.Beispiel heran-?» gegriffen und angeführt werden. Da wird also in einer Plan- derci behaglich wie-devgekäut, wie das Straße nbild Berlin? sich verschlechtert hat; wie die Läden zerbrochene Scheiben Halen und wie die Häuserfronten verwahrlost sind. Die Stadtbahn ivagcn sind schmutzig, die Straßenbahn ist überfüllt und die Verbrechen nehmen zu. An diese Aufreihung von Tatsachen knüpfen sich dann Betrachtungen. Mit fehnsuchtsvollom Rückblick aus die Ver- gangeuheit wird konstatiert, daß eben früher unter dem Kaiserreich alles besser war. Berlin war angeblich die sauberste Statt der Welt und überhaupt herrschte damals Ruhe, Ordnung und Sicherheit. Zuletzt kgmmt dann noch ein listiger Hintoei- aas die Revolution, der wir das alle-» zu verdanken haben. Der Leser wird durch die Art der Darstellung suggestiv beeinflußt. runzelt mißvergnügt die Stirn und läßt die S-pießerseele in leichte Wallung kommen-. Daß wir den größten Krieg der Welt- geschichte hinter uns haben, daß wir ein besiegtes Volk sind und daß ein solch furchtbarer Zusam-meubruch» wie wir ihn erlebten, nicht ohne Einfluß auf gewisse Aeußerlichkeiten des öffentlichen Lebens fein kann, wird selbstverständlich verschwiegen. Mit diesem Rezept wird mit den je nach Läge des Falles gebotenen Abwände» lungen gearbeitet.'.' Daneben wird die Sensi tionSl-uist durch breiteste Ausmalung von Verbrechen gesättigt; die Neugier kitzelt man durch li-ebe- volle Schilderung pikanter Skandale und der Sentimentalität be- sonders der' Frauen kommt man durch Veröffentlichung kitschige� ltterarisch wertloser Romane entgegen. lMes ab- o wird so ab» getönt, daß der Leser das Gefühl empfindet:»Ich danke Di� d-aß ich nicht bin wie jene!" Die Gefahr der geistigen Verseuchung breiter Volksmassen. die ihrer ganzen Struktur nach alC Leser der Arbeiterpresse in Betracht kommen, besteht fett langem und wird immer größer, in dem-Maße wie das Großkapital Einfluß auf derartig« Zei- tungen nimmt. Dieses Großkapital hat sehr tvohl erkannt, ivelches machtvolle Jnsirumcni die Presse ist und- es bedient sich der von ihm abhängigen Blätter mit außerordentlichem Geschick und der üblichen hinterlistigen Brutalität. Den F-ind, in diesem Falle, den Sozialismus im Aronialangriff anzugeben, bietet nur geringe Aussichten, da die Rechen zu st geschlossen sind-. Des- halb greift man zum beliebte»„De!. floß von � hinten". ES est otieder Üe,-Jimmiim* zu beziehen/ 2. kNach�ainem Bericht, hxMM tzcke dsü'*iC£�t werden, das die alten Römer «nusi das Mahnwort eingeht''qzxz canem.l— Hüte D'.ch vor an il-re Haustüren schrielMf' dem Hunde 1" get«nsmittelwucher. « fevreise sowie die Kartofsitt�am'- Die hohen Obst, und C�ÄM-.n-uu-brüch-n d.S PublMww. kt ,.. re» ständig-zu starr-« � �Un mug. welche P-erw W? ist«och unerhört, loenn � münt-n. Das Kraut der.lliol). R?,ahrrübenkraut bezahlt dsechc.l heute abgewogen un -iw-n. da- früher als nkttlc- der Käufer wucd von wuh mitbezahlt werden.! Dhi � �*■■<- Manchen Leuten benutzt, ecuer erregten Menge' Wirtschaft'." oder............,--•- man ich ort. wohin die W.wg» t-:ne äeiilana leine Kartoffeln au-- gerade fetzt, wo di« Gemteinde! humn-gellettert sind.�..u gibt, ww hoch die Preise für■u dem ist der Magistrat g '"s�, Preise gebunden, die ihm diktiert ! rerden Das hatftTau' h enhandel a>, unverhältnismäßig l �l�� ha./er gelangt. Di lgenannten.Neppern' ül er di'in abs üut-\ fl| zugeben und dabei sel und mehr nehmen.' rtwa? knapp, was ei die Preise gewaltig � hä'.rdler für Kirsckenll zu haben gewesen l S le'mbändler regten> Herabsetzung des Pres Wellte der Groghänd K leinhändler, sondern, protestierten n'.in eben ziuu�Krach. Der M �ber Neichcnbcrger St n ammelten Klein pänSi chirrtt vom Grs schäm. D'nn wurden einich Zentner Kirschen bt> erschien ein stärkere� der falschen Behaup Hamburg in der M scharf ein uv.b nahm „Hambiirger Plünde� sührung rächten sich ihn Spiesiruten lauf ig er Zeit erbost über die Zustände, herrschen. Es wird dort ein richtiger reis erreicht, che sie an den Klein- sihändler schieben die Ware erst so- die weiter nichts tun, als die Ware gen Umweg an die Kleinhändler ab ch Preisausschläge bis zu äO Prozent tag früh war die Obstanfuhr wieder Grosibändler dazu cuffnutztei!, um iger». So forderte z. B. ein Ärosi- bereits fiic 1,25 M. im Kleinbandel 2,50 Sri. für das Pfund. Einige 'darüber mit Recht auf und p erlangten ' den sie schlicsiiich auch erzielten. Nun c Kirschen aber nicht direkt an die einen„Slepper" abgeben. Dagegen wieder die Kleinhändler und es kam hindler Arthur Sk?arkm/inn aus '530 hielt eine Ansprache an die der- nb forderte, dajj in Zutunft die Waran die ZHeinhiindler abgegeben wird. costhändler aufgesucht, die für den 'ar? verlangt hatten. Kurz darauf üfgebot der Sicherheitspolizei, die mit i alarmiert war, dasi Plünderer au- , halle seien. Die Polizei griff sofort a r k m a n n, den die Großhändler als bezeichnet hatten, fest. Bei seiner?lb- Großhändler noch an M., indem sie ließen und mißhandelten. �WW Im Polizei Präsidium wurde"-w A�mals in Gegenwart des vernehmenden Polizeibeamten von dv�s Zeugen mitgegangenen Großhändlern schwer mis-bandelt Hnn wurde er nach der Nlepanderkaserne gcführt. aber nach A, �ung des Sachverhalts sofort entlassen. Dies«» Ss«sk�»«. werden von den Hundlern Wilhelm Schulz Reichender 1 Straße 130, und Ge-rg Simpig, Neukölln Saaleftrast*' t,e't5ti(,t-®ic Angelegenheit dürfte noch ein gerichtliche?'chspiel haben, da M. sich die Behandlung durch die Polizei nis gefallen lassen will. Nach dieser Dar l,est ble Schuld an diesen Vor- Wen einzig ,lnd~nll! b? den Großhändlern, deren Gebaren ja den Eingeweihten inßft.Bcfo"nfli,'t'(,e.sc" b55 fa6ci Ielbet nicht von den � Bebö eingeschritten wird. Diese Herren, die e-ne Elwue«eZs" Ke schein tor schwer etwas zu machen ist find es$' bie am lautesten auf die Zwangs- Wirtschaft schimpfen"n durch sie sind sie überflüssig. Da» Publikum kann aber CBWuch« sehen, wohin die Aufbebiinq der Zwa. �-rtschaft fuhrt. Trotzdem eine reiche Ernte da ist, werde, P�'se. verlangt. die die wenigsten er- schwingen können. U? Obst wurde eö auch bei dg n anderen LebenSr teln sein, nur noch weit schlimmer, je weniger davon vorhmb" Die Schien des Steuerabzugs. In der Praxis sich immer wieder neue Schön- Helten an der VerpflichsN» b!? Arbeitgeber, die Steuer vom Lohn abzuziehen. So wirb'* vlityetetlt, daß be, einer hiesigen Bau. firma am Freitag, de �«fehrere Baunrbeiier wegen Ark.eitsmang.lS aufhö,' mußten D.e Arbeiter erhieiten nun ihren letzten Lohn abä Abzug der 10 Prozeut Steuern. Die Arbeiter blicken nlle, Siellvertteter und sonstig» interessteria Elternbeiräte! Am Freitag abend 7 Uhr in der Arbeiierbildung-schnla Schick Irrstr. 5>Z Fortsetzung der Versammlung vom 22. Inn* l-- VerewsfaleNder. Betriebsräte der Afa! Mittwoch abend 8 Uhr beginnt Belle« Ailianee-Sttatzo T/IO(Zontralverbaiid der Anye stellt et») der Kursus„Be- triedswissenschost" der Serie„Bctriebstcchnik". Hörerkarten sind, noch kurz ro Beginn des Kursus im Hörsaal z« habe». Betttebsräte der Ardeitergruppe des A. E. G.-Kollzerns. Mjttst woch 5 Uhr Schulaula Wiesensu. CO, wichtige Sitzung. Zentralaerleaiid der Ardtttsinoaliden, Ortsgruppe Grotz-Boristnu Acht öffenNche Versammluuzen am Donners!»,?, den 1. Juli, rtbends 6 Uhr: Realschule Boeckhstr. 2/10. Gymnasium Eiegiitzer Sir. LS, SäMls Berzrmnnstr 28/20, Schule Turmstr. 86, Neukölln, Gymnasium, Kaiser» Friedrlchi.r. 210;; Freitag, 2. Juli, abends S Uhr: Realschule Rheins« berger Swatza 4/r>, Eharlotienburg. Schule Göchestr. 22/24, Weihensee» Schule Wilhelmstratze,— Freie Ansfiireche. Zenlniloeiband»er Aiigdstellten. Wersammlunge» a» DomterstkgZ Fachgruppen 1 und 3b(Angestelfte rn Reich»> Staats- und Heeres- betrieben) 4 Uhr grosse ösfentliche Versammluini im Lustgatten. Fack'- grnppe 14- sChini.'gie Mechanik, Dentaldecio' t Mitglied eruers«, mm» limg 7}f. Uhr Sophiensole, Sophienstr 17/18. Fachgruppe 17(Getreide und Fouvege) öfsenllich« Versammlung 7 Uhr..Aoieitchvl« Hol", Rosenihalcr Str. OF2. Wo ehemollgeil antzenstehmben entlassenen Schwerl.riegcbeschNag- ton der Roichsiuerke Spiiücau Lharlstteiibmg hoben sich am Donners- tag vormifto-g in der Geschäftsstelle des Iiiternaftonolsn Bunde s» Frledrich-Korlplatz 11 a. zu melden. Verband VlKdsgtstmbhM, Orteverein B>rlin. Dankersiag 7A Uhr in der Oberrealschule Niederwaststvasse 12, Vortrag des Genossen Hasch? Über KunsiftrUgen. Gäste willkcrnimm. Vsraniwortsich für bis Redaktion: Leo Liebfchütz, Friedenaq, Verantwortlich s d. Jusoratsnlsil: LudwigKomerinsr, Karlshorst Verlagsgenosssnfchosl„Freiheit",«. G. m. b. H., Berlin.— Druck der Lindend r«cker»i und Berlagsgesellschgfl m. b. H, SchiK«»xKi«M ist Zm besonders isledrigcn PrcssenS Schlupferformen, Matrosenaiuüge, Joppenanzüge Kitlelformen, Prinz Heinrich-Anzüge, Kadeiianzüge ZS.-, 40.-, 45.-, 55.-, 60.—, 65.-, 70.-, 75.-, 78.- m. 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EiäTB'flon. 3. B«b°>id»ailgelezinqeiim und»«< ichiedeue». BiidanditSch«»der MitgtiedSkart-u find mitzubringen. aller intl Ilchtüt,!,:.«»««ng! A- Zreitaft, de» 2. I»N nachm. Stz Nhr, im Gc. tuerkichafiebaub, Eicheln l er lä, Saat 1 Grotze Byrsammlttng aller>» de.!«eirtelie:, dci. Ilrbritarberverl'anaes iltr Ae:ni»cch!>nit und Qt'til lt-liiiüstigien ikollegen«»» ktallep innen. Taü-?ord,nmg: l. Bericht iiber da« Ertiebni« unserer«er- handln i � bor dcni Zihlichtuugi-u schiilt. 2. TiSiusfion. Die Qrtsverwallnna. Mtti w Uz'kr. Lßikmtt. Wttiihtr vs!v. «ituile Derltn.__ Nu,: Uttwoch. tnt 30. Juni, abends'/>7 Uhr tn!»»r Äiehbörse im Zentral-Viehhvf Veci-imm'«!?«! der Meler und An�mcher im Baugewerbe Tagesordnung.' Bericht von den örtlichen Verhandlungen. ST.: tgliedzbuch le.-.itimierh Die Ortsverwaltung. -Ü b e den »Parteien Bll WAeLwMMÄL Halbmonatsschrift fiir das ganze Deutsche Volk Herausgebet! Curt Zl. Ritzsche MkZ O WeiclffliaMI sowie andere Metalle kauft MctQSiliontor?terÄ TeL Humboldt«716. Alt-Papier, alte««eknü'Ue» faJt'eiT' »itKBßcn. ZattsclitÄen, Bücher, Skript'-ren etc. laust iu höetiiien Tl>ge:veeisc» Fritz heydlltz, lRtuIöUn, Hermanudiad*■ Telefon: Moritzplatz 7291. N.hw!?� v'Achtung! SauKewerbl-che Angestellte unü Seamte, Meter, Sieöler, Kleingärtner usw� Am D-nncrstag, den 1. Juli, nachm. 5 Uhr, findet im Zirkus B u s ch am Bahn of Börse eine Große Demonstrationsversaminluug �tatt. rag.?°rdn.,nqt Der Drnwf wen Wofinnm,-«-« nnb SSaön�eltnb.«efl« iSaitfrtfwot mid tvanfto!»»ch«r. ■j.i'ttai'it-.itev tiiiti der davv» iu Mitleidenfchaft gezogenen AoitStreise. - Pirifc-assdäuEig für Qescbleciit�. Il.at-. M«rn-. Ir.nentBitlcn: soeelcll veraltete kartnidtiee Harnleiden, Ausschiai. nerv. Schwache, Dlnlirtlter. ritclmnn. Salvarsan-Knren. Llf lit-Behandla� H'iheosonnc, Sa- Sit 3lilun,=n. GelrenKioWarteaiwmerT. Damen n-Horreo Spe/ial-Aerztl. s, Q gel. 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Der Former die Pranz Uchcislask PaakstraBe 38. am 21.»unk�j, Ehre ihren' �ndenken! —: M KiacV) uf. Dem Andenken lolgendei Kolltzen gewidmet: Max iMCc-r Einrichter, geb. 31. 1. 1897 Betl jj(vermiBt, für tot erklBrO.| Richard ButrQSiardt Ziseleur, geb. 2 H. IPS4 Wilmersdorf(tn Gcfang�1'( schaf: verstorben' QvZusi Mai�ok Schmied, geb. 3. L 1890 Ob.-Wilkau(In QcfangcnKbaitJ verstorben). Georg MoiliPis Hobler, geb. 25. 7. 1898 Cbemnit- TeroiiB:, für tot erklSit. Max Paw?-' Dreher, geb. 11. 12 18 l J.'ecAerm ünde(in Gefangen-| schalt f erstorben. Frr.nz WaHer Werkzeugmacher, geb. 13. 5. 1895 Lcllersdorf(in Cc-| fangenschaft verstorben». Ehre ihrem Andenken! D3e Ortsvcrv/altun�. H 7,5311. SsMrtrler Str. L SMenlifindlerl Welche Sportkragen 3 M. p. St. welßeTaschentecher� M.?v.St. Seldenkravatten!2M.n.SL ßsigrsöörff« Co., Willieliiistraße 29, 1. Aufgang, links 2 Treppen. Zigarreneeschaft ver kauft gegen Wohnungs tausch TellstraßeS, Ncukailn. J, H. W. Die.tz N iohi. B. m, I). 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