Mnzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Montag, den 5. Juli 1920 Nummer 261• Abend-Ausgabe «scheint«orgen» mtb nachnrittag«, Sonntag««mb Montag« nur eonnal. De? Bezugsprei« betragt bei freier Zustelluag w« H«uis str Gro s)-B erlin 10.— M. im voraus zahlbar, von d« Spedition selbst abgeholt 8,60 W« Für Dost- dezug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen« Unt« Streifband bezogen für Deutschland und Oesterreich 16,50 M.. für da» übrige Ausland 21,60 M. -Zuzüglich Baluta-Aufschlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich ZV,— M. hRedabtion, Expedition trab Verlag; Berlin C 2, Breite Strafte 8*0. Die achtgespaltene StonpareMezeve od« deren Raum kostet 6,— M. einschllehUch Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen; Das fettgedruckte Wort 2,— M., jedes wertere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarisc Familien-Anzeigen und Stellen-Gesuche 3.20 M. netto pro Zeile. Stellen-Gesuch. in Wort-Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 M., jedes weitere Wort 1,— M Fmspncha: Sortnun 2030, 2615, 1516 1603, 1635, 1619, 1921. berliner-Orgm ber UnabffäMlgen Styialömofmtie Seuttötanös Die drei Kernpunkte Das Programm von Spaa B tr ii H e l, 1. Juli.(«5aoas.) 3* der zweite» Vollsitzung der K-nseren, wäre» vertrete«: Belgie«, Frankeich. Erohbritannien. Ztalie» and Za> pan. Die Bevollmächtigten nahmen zunächst Kenntnis von dem Bericht der Sachverständigen, der unter Leitung von Marschall S o chüber die Richtaussührung der militärischen, maritime» und «eronaatischen Bertragsbestimmungea erstattet worden war. Es wurde beschlossen,»nr diejenigen Fälle in Betracht ,» ziehen, bei benen offenfichtlicher böser Wille Deutschlands vorliegt. Lloyd Seorge wird diesen Bericht am Montag in der ersten Sitzung im Namen der Alliierten der deutschen Delegation zur Kenntnis brin- gen. Die Deutschen solle» dabei serner eingeladen werden, ihr« Antwort aus die drei Noten belanntzugeben, die in Boulogne von b«n Alliierten beschlossen wurden und die die Herabsetzung �rrdeutschenArmeeaus 100900 Mann fordern. DerObersteRat setzte hieraus die Tagesordnungfilr die Konferenz von Spaa fest. Danach sollen solgend« Et- ßenständc zur Verhandlung kommen: Entwaffnung Wiedergntmachnng Kohle In einer Vorfitzong der Alliierten endlich soll neuerding» die Frage der Schuld behandelt werden. Hinsichtlich de» Bersahrens wurde beschlossen, daß dir Alliierten den deutiibea Vertretern keine gesonderten Vorschläge mache«, sondern erst nach vorhergehender Verständigung unter sich durch einen einzigen Redner ihren ge- «einsamen Standpunkt vorbringen lasten. Die Art und Weise der Begrundung de» Standpunktes der Deutschen bleibt diesen fiberlasten. Ei« können, wie Havas erfährt, sicher fein, i u d e n Alliierten aufmerktzame und versöhnliche Zuhörer zu f i n d e n, die selbst bestrebt sein werden, ihren auf» richtigen Wunsch zur loyalen Durchführung des Berfailler Ber- Kages kundzutun. Bor und nach jeder Sitzung werden sich die Alliierten unter sich versammeln zur Festsetzung einheitlicher Nicht- linien. vo» ihrem AuseinandergeheA prüfte die Brüsseler Konferenz eine Rote der Wiedergutmachungslommisfion, betreffend die nicht aus» geführten Kohlenlieferungen. In dieser Hinsicht wurde ein wesent- licher Punk geregelt, nämlich, datz Frankreich feiu Vorrecht auf die Sohlenlieferungen als Entschädigung behält. Weiter meldet Havas über die Verhandlungen in Spaa: In der e r st e n S i tz u n g der Konferenz von Spaa am Montag wird es sich zunächst darum handeln, die deutschen Vollmachten kennen zu lernen. Die erste Frage, die gestellt werden wird, be- trist die drei Noten, die im Anschluß an die Konferenz in Von- logne an die deutsche Regierung gerichtet worden sind und die Gründe, weshalb Deutschland diese Noten nou) nicht beantwortet hat. Darauf werden die Fragen der Entwaffnung, der Wiedergut» machung und der Kohlenlieferungen, wahrscheinlich auch die Frage von Danzig besprochen werden. Die Delegationen sind nach Spaa gereist mit den Sachverständigen für türkisch« Angelegenheiten woraus hervorgeht, daß die türkische Frage behandelt werden wird. Die Frage der prozentualen Verteilung der deutschen Kriegsentschädigung bedachtet man als er- ledigt. Lloyd George über Spaa Brllstel, 3. Juli.(Havas-Reuter.) Lloyd George erklärte bei einem Empfange belgischer Journalisten, die Deutschen hätten kein Recht, auf der Kon- ferenz in Spaa den Versailler Vertrag zur Erörte- rung zu bringen, sondern hätten nur ihre Ansichten über die der Ausführung des Vertrages dienenden Maßnahmen kund- zutun. Bezüglich der Entschädigungsfrage sprach Lloyd George das Vertrauen aus, daß man zu einem Einvernehmen gelangen werde. Wir zeigen alle unseren guten Willen, sagte er, es gibt nur ein einziges Land, das bezahlt, und es gibt viele Gläubiger, es ist also zu verstehen, daß einige Schwierigkeiten entstehen, be- vor die Einigung erzielt ist. Lloyd George erklärte weiter: England hat sich mtt einer gewisten Verminderung seines Anteils zugunsten Belgiens einverstanden erklärt. Ueber das militärische Zündnis werden sich nicht um diese Frage. Die deutschen Denkschriften Wir haben schon kurz mitgeteilt, daß die deutsche Regierung der Konferenz von Spaa zwei Denkschriften übergeben hat, die die Zahlungsfähigkeit Deutschlands und die Steuerbelastung behandeln. In der e r st e n Denkschrift wud dargelegt, daß das deutscheVolksvermögen, das vor dem Kriege etwa 220 Milliarden Mark Gold betragen Häven ourfte nach den Abtretungen im Osten und Westen, nach Verlust �*>«1 gesamten Handelsflotte, nach Abstoßen der ausländischen Wert- plere, nach Verbrauch aller Warenvorräte und nach sechsjähriger -Nutzung aller Produktionsmittel höchstens auf 10 0 M i l l i a r- ichätzen sei. Davon seien noch Auslandsschulden abzuziehen, tlnen«£;.r®*ark*n erreichen dürsten. Den oerminderten produk- ftburx'*®" stehe allein aus dem Warenverkehr eine Ver- näckill-n � etwa 50 Milliarden Mark gegenüber. In der L5 bis(L?eede man mit einer deutschen Ausfuhr von vielle...t vielleicht Rn�n>%lti,!n �°ek Papier und mit einer Einfuhr von litmeii ,1,... iP�'fltben Mark Papier an Lebensmi.teln und Lifo p onÄ? h°ben. Die d c u t sch e H a nd e l s b i la nz sei aktive HanW-il-? Erfüllung des Friedensvertrages setze aber eine f�L��kbilanz voraus. Di"'''' Die Gesundung der deutschen Volks SNaliS•F�ÄTes�rrra e« Gel'�en's der Regelung der deutschen Geldwesens hänge von deutschen Finanzen, msbesondere— rh7 Schulden ab. Die Regelunx gelung der .......... von der ReRegelung des Finanz- "form der E n t s ch ä- ------ steuern, insbesondere seien sehr stark angeschwollen. Die i n- Lr' rr777r..Ben stch Zur Zeit nicht wesentlich erhöhen. Auch durch das E umltmi t tel eines Staatsbankrotts könne das deutsche Flnanzwesen nicht gerettet werden. Die Ausführung des Friedensvertrages jn ber � vorliegenden Form werde bie beutlchc Finanzwirtschaft noch weiter gefährden. Gehe man von einer rein Nnanzlellen Belastung von nur 00 Mil- Karden Mark Gold durch den Friedensvertrag aus, so würde ein Haushalt von 4*0Pffn etwa 40000 M. schulden. das mache zu einem«atz von 0 Prozent 2400 M. im �ahr. Da die heutige Besteuerung bereits einen Bedarf von über 30 Milliar- denden Mark im Jahr vorsieht, wurde der Haushalt von 4 Per- fönen unter den bestehenden Voraussetzungen mit Jahresleistun- gen von 4400 M. belastet fem. Dabei hatten im Jahre 1013 81,21 Prozent der preußischen Steuerzahler ein Einkommen von ni-�l über 3000 M. Insgesamt wurden inindestens 2.4 �..üiarden M. Gold oder 24 Milliarden M. Papier irns deutsche Budget belasten. Das könne unter den heutigen Berhalwisien nur dadurch--e- schehen, daß die deutsche Regierung neue schwebende �»qulden aus- gebe. Ohne wirtschaftliche Bewegungsfreiheit nnd wirifchafl.,�« Zusammenarbeit mit anderen Völkern kdnne Deutschland weder sein Wirtschaftsleben aufbauen noch feine Finanzen ordnen. Die zweite Denkschrift untenchtet über die Entwick- lung des Steperwesen». wird geschildert, wie die deutsche Wirtschaft durch den Krieg au Rohstoffen und Gütern verarmt ist, wie nach Friedensschluß große Posten an Nahrunas- Mitteln und Rohstoffen vom Auslände eingeführt werden mutzten. für die Gegenwerte nicht da waren: wie die Folge davon die Va- lutaentwertung, die Steigerung der Preisniveaus und eine uner- trägliche Teuerung waren. Nach amtlichen Schätzungen dürften in einer Lage, die als stetig bezeichnet wird, folgende Steuern ausgebracht werden: 1920 in Millionen Mark «.. 15 250 .. 18 200 .. 2 500 19,8» in Millionen Mark 2180 1328 073 8,9 Direkte Steuern Indirekte Steuern..... Zölle•««•»«•«»••__ 80 950 4 187 Es halten sich affo die direkten Steuern auf der einen und die indirekten Steuern mit den Zöllen auf der anderen Seite etwa das Gleichgewicht. Dieses Steueraufkommen soll erreicht werden, denn der Bedarf von Reich, Ländern und Gemeinden, der au, wenig- stens 32 Milliarden veranschlaat ist, könne aus keiner anderen Quelle befriedigt werden als aus den laufenden direkten und in- direkten Steuern und Zöllen._ Der Bedarf des Reiches fetze sich nach den großen Gruppen ge- ordnet aus folgenden Ausgaben zusammen: 1. für die Reichsschuld.......... 12,4 Milliarden Mk. 2., Besoldungs-, Ruhegehalts» und Lohn» aufbefferunaen......... 8.» 8., Pensionen, Militärreu ten, Hinter» bliebenenverforguna....... 4., Behandlung von Kriegsbeschädigten (Pos. Reichsarbeitsministerium).. 0,81»» 6., Heer und Marine........ 1,87»» 6., Sonstige fortdauernde Ausgaben. 1,84«. 23,8 Milliarden Mk- Hierzu treten der Steuerbedarf der Länder und Gemeinden, der für das Jahr 1019 auf rund 6«4 Milliarde Mark berechnete wurde. Es wird weiter ausgeführt, daß alle Steuerquellen vis zur hoch- sten Leistungsfähigkeit ausgeschöpft werden. Die Berechnung der Steuerlast aus den Kopf der Bevölkerung gebe über den tatfach- lichen Steuerdruck keinen Ausdruck, denn ein reiches Land werde eine bestimmte Steuerlast pro Kopf leichter tragen können, als ein armes Land. Die Berechnung über die B e l a st u n g auf den Kopf der deutschen Bevölkerung ergebe eme Steuerbelastung von mindestens 533 Mark. In der Anlage gibt die Denkschrift eine Uebersicht über sämtliche Steuern, nach dem Stande der neuesten Ge,etz- gebung. Daneben werden auch Urteile über die möglichen Er- höhungen der einzelnen Steuern ausgesprochen. Im Anhang wer- den umfassende Tadellen über die Steuererträgnisse und die Be- lastuna durch die einzelnen Steuern sowie über die Reüyofchuld und ihre Entwicklung gegeben. Spaa Von den Bestimmungen des Friedensvertrages hängt das Schicksal Deutschlands, ja Europas in einem kaum überseh- baren Umfange ab. Die Last, die uns mit der„Wieder- gutmachungsfchuld" aufgeladen worden ist, steht in keinem sinnvollen Verhältnis zu der gegenwärtige nwirtschaftlichcn Leistungsfähigkeit des Landes und der voraussichtlichen zu- künftigen Entschädigungsmöglichkeit. Trotz zahlloser Zei- tunasartikel, die anklagend oder protestierend gegen die Versklavung Mitteleuropas Stellung genommen haben, ist die Kenntnis des Versailler Vertrages auf verhältnismäßig kleine Kreise beschränkt. Wenige Menfazeii haben sich mit den Einzelheiten eingehender beschäftigt und einen auch nur oberflächlichen Vergleich dieser Forderungen mit der vor dem Kriege entfalteten wirtschaftlichen Kraft Deutschlands angestellt. So konnte es kommen, daß der Widerstand gegen den sogenannten„Schmachparagraphen" zu einer weitgehenden Veunruhigung des Landes benutzt wurde, daß aber die wesentlichere Seite des Abkommens, die wirtschaftspolitischen Utopien, keine ausreichende Beatmung fanden und die Aufklärung über ihre Tragweite mehr als unzulänglich geblieben ist. Diese Feststellung bedeutet natürlich keine irgendwie zu konstruierende Uebereinstimmung mit den ohantastischen Lorschlägen und Aufforderungen einer Ablehnung der Unterzeichnung, die politisch und Wirtschaft- lich mehr als gefährlich, nämlich sinnlos gewesen wäre, weil sie alle Haßoefühle der ganzen bisher feindlichen Welt erneut ausgepeitscht und uns durch die A�chnürung vom Weltmarkte und die Besetzung des Ruhraebietes in die akute Gefahr einer Hungersnot und eines schwerwiegenden industriellen Zusammenbruches gebracht hätte, sondern soll nur die dringende Notwendigkeit betonen, diesen Friedens- vertrag genau zu studieren und sich mit dem Umfang und der Art der darin verzeichneten Forderungen vertraut zu machen. Es genügt nicht, zu sagen, diese Dinge sind un- durchführbar und wir lehnen sie gefüblsgemäß ab. sondern es handelt sich um so ernste und bedeutungsvolle Probleme, daß eine derartige Politik durchaus unfruchtbar und infolge der Tatsächlichkeit der Verhältnisse, die der Vertrag zunächst geschaffen hat, psychologisch mehr als gefährlich wäre. Gerade weil wir als Sozialisten auf dem Standpunkte einer über die Grenzen des eigenen Landes hinausgehenden Solidarität stehen und uns über die besonderen Leiden der Länder, die den Krieg mif ihrem Territorium haben führen müssen, keinen Täuschun- gen hingeben, müssen wir eine entsprechende Einstellung zu diesen Fragen finden, die uns zurBafisunferesHan- delnsundunfererPolitik werden kann. Es liegt uns gewiß fern, im Rahmen dieser Arbeit einen derartigen Anspruch zu erheben, aber es scheint, daß es für uns not- wendig ist, diese Angelegenheiten in der großen Oeffentlich- keit der Parteipressc zu erörtern und die Perhandlunge» in Spaa geben den erwünschten Anlaß dazu. Die solidarische Verbundenheit mit dem arbeitenden Volke in den uns bis- her feindlichen Gebieten führt ohne weiteres zu der Per- vfichtung, mit unseren verfügbaren Kräften und unter An- spannung unserer wirtschaftlichen Fähigkeiten am Aufbau aller durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Lander mitzuarbeiten. Diese aufbauende Tätigkeit können wir aber nur entfalten, wenn man uns nicht durch rlg?rose Bestimmungen eines Vertrages in unserer wirtschaftlichen Be- wegungsfreiheit so sehr einschnürt, wie es der Wiedergut- machungsausschuß ohne weiteres zu tun vermag und wie die Beibehaltung der bisher aufgestellten Entschadigungsfoloe- rungen es herbeiführen muß. Wenn man uns die Möglich- keit nimmt, die Beträge für eine ausreichende Lebensmittel- einfuhr aus unserer Arbeit zu Sewinnen und damit die Gr- nckhrung der arbeitenden Massen sicher zu stellen, bis inten- sive Ausnutzung des heiniischen Bodens uns wieder eine Vcrrinaeruna dieser Importe gestattet, dann treibt man eine ftbr kurzsickilme Politik, denn es dürfte auch in Frankreich keinen Physiologen der die Möglichkeit einer aus- reichenden Arbeitsleistung bei andauernder Unterernäh- ruim bejaht. Wenn die deutsche Arbeiter, chaft nicht so cnt- lohnt werben wird, daß ihre durch Krieg und Revolutions- iabre wirklich sehr tief gesunkenen Anforderungen an ein Eristcnzminimum befriedigt werden, dann wird sie trotz Wie- deräutmachungsausfchuß und militärischer Bedrohung nicht so viel leisten können, daß umfangreiche Entschädigungen aus Deutschland herauszuholen sein werden. Es ist kein Zweifel, daß die Entwicklung in dieser Richtung gehen muß, wenn man durch nicht aufbringbare Summen, die verlangt werden, die Steuerbelastung noch weiter ins Unerträgliche zu steigern zwingt., Alle Berechnungen über die Lebenshaltung des deutschen Arbeiters stimmen darin überein, daß die Lohnerhöhungen nicht annähernd der Geldentwertung, so- weit sie sich in den heimischen Preisen ausdrückt, gefolgt sind. Die durchschnittliche Lohn- und Cehaltssteigerung dürfte kaum das fünf- bis sechsfache der Friedenseinkommen er- reicht haben, während die amtlichen Statistiken von einer zehn- bis zwölffachen Verteuerung der notwendigsten Lebensbedürfnisse sprechen. Zu dieser Verschlechterung der proletarischen Existenz-Proletarier sind heute in Deutschland mindestens 90 bis 95 �r«MM der Bevölkerung l Arbeiter, Angestellte. Beamte, Lehrer, Akademiker usw.)— tritt alsdann eine ditekte und indirekte Steuerbelastung, die gegen- über den Leistungen anderer Länder durchaus an der Svitze marschiert. Wird doch in Deutschland bereits bei emem Einkommen von 1600 M. jährlich eine Einkommensteuer er- Hoben, obwohl sich niemand, der die Verhältnisse kennt, dar- über im Unklaren ist, daß dies eine H.ungersteuer schlimmster Art sein muß, da bei der jetzigen Kaufkraft des Geldes vom sozialen Gesichtspunkte sich noch nicht einmal eine Em- iommensteuer rechtfertigen ließe, die einen Familienvater trifft, der über 12 000 M. Jahreseinrünfte verfügt. Da- gegen beginnt die englische Einkommensteuer erst bei»iiem Jahresverdienst von 320 Pfd. Steil,(bei einer Familie mit 2 Kindern) und dies entspricht bei dem derzeitigen Kurse oer Mark einem Betrage von fast 60 000 M. n. Die Erkenntnis von der Unmöglichkeit einer Durchfüh- rung des Friedensvertrages zieht ständig weitere K'eise und die Konferenz in Spaa ist zu einem nicht geringen Teile darauf zurückzuführen, daß die Zweifel über die Er- füllung der finanziellen Forderungen immer mehr in den Vordergrund treten. Die Atmosvhäre, in der dieser Bersailler Vertrag entworfen und seine Unter- Zeichnung erzwungen wurde, beginnt zu weichen und in eini- gen Ländern— insbesondere Italien und England lowie Amerika— dämmert ein Gefühl für die Absurdität der wirtschaftlichen Bedingungen, die von Deutschland unerhörte Entschädigungen fordern und das zur Leistung dieser Wiedergutmachung erforderliche Wiederaufleben der deut- schen Volkswirtschaft gleichzeitig verhindern wollen In dem hervorragenden Buche des Engländers John May- nard Keynes„Die wirtschaftlichen Folgen des Frie- densvertrages", das jetzt in einer deutschen Uebertragung*) erschienen ist und von jedem Menschen, der sich mit den wirt- schaftlichen Problemen Europas— wie es durch den Friedensvertrag geschaffen worden ist— beschäftigen will, gelesen werden muß, heißt es einmal: „Der Friedensvertrag enthält kein« Bestimmungen zur wirt- schaftlichen Wiederherstellung Europas, nicht», um die geschla- genen Mittelmächte wieder zu guten Nachbarn zu machen, nichts, um die neuen Staaten Europas zu festigen, nichts, um Ruß- land zu retten. Auch fördert er in keiner Weise die wirlschaft- liche Interessengemeinschaft unter dm Verbündeten selbst. Ueber die Ordnung der zerrütteten Finanzen Frankreichs und Italiens oder den Ausgleich zwischen den Systemen der alten und der neuen Welt konnte man sich in Paris nicht verständigen. Der Rat der Vier schenkte diesen Fragen keine Aufmerksamkeit, da er mit anderem beschäftigt war.— Clemenceau, das Wirt- fchaftsleben seiner Feinde zu vernichten, Lloyd George, ein Geschäft zu machen und etwa» nach Hause zu bringen, was wenigstens eine Woche lang sich sehen lassen konnte, der Präfi- dent. nur das Gerechte und Rechte zu tun. Es ist eine de- mertenswert« Tatsache, daß da» wirtschaftliche Grundproblem eines vor ihren Augen verhungernden und verfallenden Europa die einzige Frage war. für die es nicht möglich war, die Teil- nähme der Vier zu erwecken. Wiedergutmachung war ihr Haupt- interesse auf wirtschaftlichem Gebiet, und fie behandelten sie als eine Frage der Theologie, der Politik, der Welttaktik, kurz, von jedem anderen Gesichtspunkt als dem der wirtschaftlichen Zukunft der Staaten, deren Schicksal in ihrer Hand lag> Keynes hat der Friedensdelegation als Vertreter des eng- lifchen Schatzkanzlers beim Obersten Wirtschaftsrat ange- hört. Seine Warnungen und Widerstände blieben auf der � Pariser Konferenz, deren Gesicht er anschaulich geschildert hat, unberücksichtigt, so daß er am 7. Juni 1919, als er sah, daß wesentliche Aenderungen der Friedenebedingungen nicht zu erreichen fein würden", von seinen Aemtern zurücktrat. Das Buch gibt eine eingehende Schilderung der Wirtschaft- lichen Bestimmungen des Vertrages, stellt sie in einen Per- ale.ich mit der Leistungsfähigkeit Deutschlands, den Möglich- reiten der Vertragserfüllung und kommt zu einem Vernich- tenden Urteil, das auf einer genauen Kenntnis und un- widerleglichen Einsicht in die ökonomischen Kräfte Europas beruht. Viel bedeutungsvoller als diese Verneinung der utopischen Forderungen aber ist seine klare Herausarbeitung der Konsequenzen, die dieser Vertrag, falls seine Erfüllung erzwungen werden follte, hervorrufen muß. Nicht nur das Schicksal Deutschlands oder Mitteleuropas steht tu Frage, *) Bei Duncker& Humdlot, München. fondern die weitere Gestaltung dcc gesamten Entwicklung, die von den großen Wirtschaftsgebieten Mitteleuropas gar nicht loszulösen ist. Auch die ebenso enge Verknüpfung der west- und mitteleuropäischen Länder mit Rußland betont Keynes in prizipieuen, beachtenswerten Ausführungen. Was er über die internationale Bedeutung des Währungsproblems, der internationalen Verschuldung und der Inflation sagt, gehört in der kurzen, eindrucksvollen und treffenden Darstellung zum Besten, was über diese wich- tigen Fragen veröffentlicht worden ist. Die Wirkung des Keyncsschen Werkes soll besonders in England außerordentlich groß sein und die Verbreitung der Einsicht von der Unerfüllbarkeit des Vertrages wird als sein besonderes Verdienst angesehen. Hier hat ein Mann, der die Zusammenhänge der modernen Wirt- s ch a f t in allen Einzelheiten übersieht, dem keine Wunsch- Vorstellungen die Klarheit des Urteils getrübt haben,'einer wissenschaftlichen Ueberzeugung Ausdruck gegeben und es ist sirber, daß eine derart sachliche Darstellung, die ach von politischen Sympathien für einzelne Länder nach Möglich- keit freigemacht und nur das Schicksal Europas im Auge be- halten hat, auf die Dauer nicht ohne weittragende Ein- Wirkungen bleiben kann. Allerdings müssen wir uns keiner Illusion darüber hingeben, daß die Leidenf-baft bis heute noch fast unumschränkt in den vom Kriege am schwersten ge- troffenen Ländern herrscht und daß die Durchsetzung einer so bitteren Erkenntnis wie das Wissen um die Unerfüllbar- keit des Verfailler Vertrages sie bedeuten müßte, bei den Völkern, die systematisch mit der Ueberzeugung„le vocke payera tout"(Teutschland zahlt alles) erfüllt worden sind, weder leicht noch ungefährlich für die augenblicklichen Machthaber fein dürfte. Ein Iensurstückchen aus Gotha Im Eothaer Lündchen herrscht noch Immer der Ausnahme- z u st a n d. Ein Regierungskommissar, namens Holle ist eingesetzt, der die Ausführungsbestimmungen zu überwachen hat, und dieser Herr maßt sich auch die Zensur der unabhängigen Press« an. Als Ende Juni unser Parteiblatt in Gotha die Nachricht brachte, daß der Organisator des Kapp-Putsches in Gotha, Herr Leutnant Sieland, wieder zurückgekehrt sei, bekam es von Herrn Holle ein Schriftstück zugesandt, in dem es hieß: „Sch r i f t s ä tz e im„Eothaer Volksblatt" und der im gleichen Verlag hergestellten Druckschriften, die sich mit der Per- son de» Leutnants Steland beschäftigen, unter- liegen mit dem heutigen Tage der Vorprüfung. Die Jahnenabzllge find mir in Doppel vorzulegen, b e a n st a n- dete Teile sind vom Abdruck und von der Ver- breitung ausgeschlossen. Auch die etwa beabsichtigte Veröffentlichung der vorliegenden Anordnung unterliegt dieser Vorprüfung." Herr Leutnant Siel and hat während der Kapptage in Gotha die Einwohnerwehren und Zeitfreiwilligen gegen die ver- fassungsmäßige Regierung mobil gemacht. Er hat die Schieße- reien auf den Straßen provoziert, denen mehr als 100 Proletarier zum Opfer fielen. Sieland hat auch mit den Arbeitermördern von Mechterstedt, den Zeitfreiwilligen-Studenten aus Marburg, in Verbindung gestanden. Seine Person ist also heilig. Immerhin dürfte es für viele eine eigenartige Neuheit sein, daß zum Schutze eine» Kappisten, der eigentlich hinter Schloß und Riegel gehörte, über«in. deutsche Zeitung die Vorzensur verhängt wird. Der Streik in Dettingen Wir hatten in unserer Sonnabend-Morgennummer berichtet, daß auf oer Zeche Gustav in Dettingen im Kreise Aschaffen- bürg ein Proteststreik wegen des 1 0 p r oz en t i g e n Steuerabzugs ausgebrochen sei. Dazu wird nun weiter durch das Wolmche Bureau mitgeteilt, daß die Belcgfchaftsver- sammlung der Zeche Gustav die Fortsetzung des Streiks be- schlössen habe. Die Mehrheit wollte mit diesem Beschluß erreichen, vaß vi« LSgliedrige Kommission des Reichstags schleunigst die Auf- Hebung des zehnprozentigen Steuerabzugs beschließt. In unserer ersten Meldung wurde bereits gesagt, daß der Streik ohne Einwilligung des Betriebsrates beschlossen wurde. Ueber die Stellung der Gewerkschaften und Betriebsräte zu diesem Streik be- richtet nachstehende Wolff-Meldung: Da» Gewerkschaftskartell und die Betriebsräte Afchaffenburgs haben den Streik auf der Zeche Gustav, durch den Äfchaffenburg, Darmstadt und i. ut Ciu)*u zwei Tagen ohne Licht und Stro» .lud, mit allen unabhängigen und rechtssozialistischen Stimme« gegen die Stimmen weniger Kommunisten auf das aller- sch är f st e verurteilt. Diese lokalen Streiks schädigten nu» die Sache der Arbeiter und die Arbeiter selbst. Nach der So- zialistischen Volkszeitung wurde der Dettinger Streik in einer kommunistischen Parteiversammlung bezw. im kommunistische« Gewerkschaftskartell am letzten Mittwoch beschlossen. Sollte diese Wolff-Meldung zutreffen und sich auch die unab» hängigen Mitglieder des Eewerkfchastskartells und der Betriebs« räte gegen diesen Streik ausgesprochen haben, so handelt es sich hier zweifellos um eine der Erregung der Stunde entsprungenen Sonderaktion. Solche Abfplitterungen sind immer nur von Nachteil für die, die sich nicht einfügen können in die allgemein« Kampflinie. Die betreffenden Arbeiter schädigen sich selbst, indem ihr Kamps durch die ausbleibende Unterstützung der übrigen orga- nisierten Arbeiterschaft notwendig zur Niederlage führt. Der verbotene Frontbund Der Rcichswehrminister E e ß le r hat den Frontbund verböte« und gegen seinen Gründer, Hauptmann Pfeffer, einen Haft« befehl ergehen lassen. Damit wurde wieder einmal der Oesfent« lichkeit Sand in die Augen gestreut und eine nichtswürdige Komödie aufgeführt. Denn der Frontbund besteht nach wie oot weiter, er entfaltet eine äußer st rührige Tätigkeit und auch der Hauptmann Pfeffer bewegt sich ganz ungestört in Deutsch« land. An die Ortsgruppen des Bundes sind in den letzten Tagen neue Anweisungen ergangen, in denen zur emsigen Arbeit auf» gefordert wird. Man hofft auf die baldige Beseitigung des Ver- botes durch die neue Regierung. „Bis dahin soll zu keinerlei Handlung aufgefordert werden, die irgendwie strasdar sein könnte. Offizielle Mitgliederlifte« werden bis dahin nicht geführt, Beiträge werden nicht erhoben. Eg bleibt auch noch so Arbeit genug für die kurze Spanne Zeit übrig: Aufklärung, mündliche Aufklärung! Aussprache, Ve« fprechung, Sammlung von Wünschen aller Art! Borbereitung und Ueberlegung alles Nötigen, damit am Tage unserer Wieder- anerkennong die öerussvertretung der Truppen, möglichst auch schon ganze Landestruppen mit einem Schlage fix und fertig da« steht! Und sofort mit der Bearbeitung der dringendsten Not« stände endlich ansangen kann!" Für die Aufklärer sind besondere Richtlinien aufgestellt worden, die vor allem für Pommern, wo die gesamten Baltikumer vom Frontbund erfaßt sind, Gültigkeit haben. Wir greifen au» de« Richtlinien folgende Punkte heraus: 10. Hauptsache ist, daß sich sofort ein« Zentrale, eine Organi- sation bildet, die selbständig arbeitet, sodaß die Zugereisten bald wieder für andere Aufgaben frei werden. Die Organi- sation nimmt mit Paderborn Fühlung auf und beginnt baldigst ihrerseits die Nachbartrup- pen aufzuklären. 11. Die Truppenberufsvertretung und die örtlichen Aufkläre« müssen immer wieder alle paar Tage bei ihren Truppen die Frontbundgedanken wachhalten und den Kampf gegen unsere Gegner mit Eifer führen. Mißstände. Wünsche. Vorschläge. Mate- rial gegen unsere Gegner werden gesammelt, bearbeitet nach Paderborn wettergegeben. 12. Jede Mitteilung nach Paderborn ist von größter Wichtig- keit: Besonders viele Adressen von Gesinnung?- genossen, Berichte über Verfassung der Truppen. Material für die Tätigkeit des Frontbundes mit genauen Angaben übei Verfügungen mit Nummer, Datum, Namensangaben usw. Aeußerungen von Gegnern. Genaue Adresse oder Deckadresse des Aufklärers. 13. Presseartikel und neu« Flugblätter müssen grundsätzlich durch die Zentral st elle Paderborn gehen. Ent- würfe aller Art find fehr willkommen. Die Zentralstelle in Paderborn befindet sich im Hotel Löffelmann. Dort vertehrt auch ganz ungestört der Haupt- mann Pfeffer. Di« fieberhaften Arbeiten, die von dieser Stell« betrieben werden, zeigen jedenfalls recht deutlich, von welcher Seite aus Deutschland wirklich ernstlich bedroht wird. Die Re- gierung freilich will diese Gefahr nicht sehen, sie gewährt de« Militaristen freiesten Spielraum und läßt, sich ganz von dem drohenden„bolschewistischen Schnecken" einfangen, den die Rechts- presse ausmalt, um ihre eigenen Pläne zu verhüllen und sie um so sicherer zur Tat heranreifen zu lassen. Propaganda-Iüge in Rußland Ein Korrespondent des„Manchester Guardien" schreibt seinem Blatte folgende interessante Einzel- heiten über die russischen Propagandazüae, deren Ztvecl es ist, die Ideen de» Bolschewismus bis in die entlegensten Teile de» rusfischen Reiche- zu tragen. Als ich im Oktober vergangenen Jahres die russische Front nsi-rlck.ritt lab ich in jeder Bauernhütte. in den Dörfern und in der kleinen Stadt, wo ich dt« Eisenbahn nach Moskau bestieg, -b!nL wie au d-'n Stationen auf der gangen Linie, als erstes die lorMltia durchgearbeitete Plakat-Vropaganda über den Krieg. Da waren Plakate, die Denikin darstellten, wie er mit gespreizten Beinen über den Kohlenfeldern Rußlands steht, während die Fabrikschornsteine ohne Rauch dastanden, der einfachste Ausdruck. um-rn«inen daß man Denikin chlagen müßte, um Kohle zu er?anV Andere Plakate zeinten die Behandlung der Bauern n,ii-A die Meisten ich sah Plakate gegen die Fahnenflucht, Pla- kate die den Kam'tss Rußlands gegen die übrige Welt d-rstelft-n. Ich sah auch Plakate, die«um Kornanbau aufsorder- ten und solche, die in einfachen Bilden, erprobte landwirtschaft- liche Methoden darstellten._ �. Ich hatte dann auch Gelegenheit.� zwei Propagandazag» zu sehen, die dazu dienen, Moskau in Kontakt mit der Front und den entlegenen Bezirken zu setzen...... Rußland ist für diese innere Propaganda in b Bezirke geteilt: jeder Bezirk hat seinen eigenen Zug. der eigens für d,e besonderen volttischen Bedürfnisse des Bezirks ausgestattet ist und se.ne be- sondere Mannschaft hat. Die 5 Züge, d-e zurzeit vorhanden sind. heißen Lenin",„Swerdlow".Ottober-Revolutioii...Der Rot« Osten"(der augenblicklich in Turkestan ist) und der..Rote Kosack' der auf einem Nebengleis des Bahnhofes von Kursk zur Abfahrt nach Rostow und dem Dongebiet bereitstand, zusammen mit Lenin", der zur Ergänzung seiner Ausrüstung und zu neuer Be- malung zurückgekehrt war. Mann Deutschen und mich— durch seine Züge, in Begleitung von Rädel. Burow hoffte, daß dieser Lenin zur Besichtigung der Zuge ver- anlassen würde und daß man ihn dann kinematographisch auf- nehmen könnte. �„ Die Züge tragen an den Seiten große Bilder. Eins ist z. B. tn 2 Hälften geteilt. Auf der linken ist eine Darstellung der Ar- beiter und Bauern der Sowjetrepublik, während auf der rechten der„Himmel der Weißen" dargestellt ist. Man sieht dort einen Offizier, der einen Soldaten ins Geficht schlägt, wie es in der zaristischen und in einer der letzten gegenrevolutionären Armeen geschah. Ein anderer Waggon illusirieri die Methoden des Zaris- mus. der dem Volk in den staatlichen Schnapsläden Schnaps ver- kauft und es dann, wenn es betrunken ist, von den staatlichen Schutzleuten prügeln läßt. Ein anderer Waggon zeigt ein schönes Bild von Stenka Rasin in seinem Boot, wie er den Fluß hinauf- rudert. Darunter stehen folgend« Worte:„Ich greife nur die Reichen an, mit den Armen teile ich alle»." Auf der einen Seite läuft das arme Volk zu ihm hin. während auf der anderen die Reichen ihn aus ihren Schlossern beschießen.— Der„Rote Kosack besteht aus 16 Wagen, und jeder ist auf beiden Seiten mit Bil- dern bemalt. Die Innere Ausstattung der Züge ist ein bündiger Beweis, daß die Russen zur Organisation fähig sind, wenn fie ihren Berstand daran setzen. Wir gingen durch alle Wagen. Ein Waggon enthält die funkentelegraphische Ausrüstung, die eine be- trächtliche Reichweite bat. Ein anderer enthält eine Zeitungs- druckerei, die eine täglich« Ausgabe von 15 000 Exemplaren herstellen kann, so daß der Bezirk, den der Zug bedient, seine Nach- richten gleichzeitig mit Moskau bekommt, lange bevor dt«„Is- westja" oder die„Prawda" ihren Weg dorthin finden. Ein anoe- rer Wagen enthält ein Kino mit Sitzplätzen sür 150 Personen. Innen-Vorstellungen werden jedoch nur sür die Kinder gegeben, die während des Tages kommen müssen, oder im Sommer, wenn die Abende zu hell sind und keine Porstellung im Freien erlauben. Gewöhnlich wird jedoch des abends an einer Seite der Bahn ein großer Leinwandschirm errichtet, worauf aus dem Kino-Wagen die Bilder projiziert werden, so daß Tausende zugleich den Vor- suhrungen beiwohnen können. Burow führte uns einige Filme vor u. a. eine K,nderversammlung in Petersburg und die große Demonstration zu Ehren der 3. Internationale, die im vergangenen Jahr in Petersburg stattfand. Ein Waggon enthält die elektrische Krajlstation, die den Strom zur Beleuchtung des Zuges und für den Antrieb der Druckpresse liefert. Dann ist noch ein Buchladen vorhanden, und während die Käufer sich Bücher aus- suchen spielt ein Grammophon revolutionäre Lieder oder spricht Reden von Trotzky oder Lenin. Andere Wagen enthalten die Wohnräume für das Personal, geteilt nach ihren besonderen Auf- gabenkreisen(politische, militärische, das Unterrichtswesen betres- send usw.). Der Zug dient jedoch nicht ausschließlich der Agita- tion. Er besitzt einen Stab von Personen, die den örtlichen Leitern Ratsmläge geben, das Unverstandene erklären und so in jeder Weise die Ideen des Zentrums rasch nach den entlegenen Teilen der Republik bringen. Er arbeitet jedoch auch in der um- gekehrten Richtung, indem er die Ansichten der entlegenen Teile nach Moskau berichtet. Das wird durch einen Briefkasten tllu- striert, der an einem Wagen befestigt ist und die Aufschrist trägt: Für Klagen und Beschwerden aller Art. Jedermann, der sich chlecht behandelt glaubt, der unzufrieden ist oder einen Vorschlag zu machen hat, kann auf dies« Weise mit dem Zentrum sprechen. Wenn der Zug aus Reisen ist, wird seine Ankunft vorher tele- graphisch angekündigt, datnit die lokalen Sowjets von seinen Ein- richtungen vollen Gebrauch machen und sich darauf vorbereiten können. Der staunenerregende Bilderzug kommt an. beginnt sein« Zeitung zu verteilen, verkauft feine Bücher(wie man mir sagte, wird der Buchladen auf jeder Station gestürmt), sendet au 40 Meilen beiderseits der Bahnlinie Bücher und Plakate au mitgeführten Motorrädern aus und delebt die Bevölkerung mt seinem Kino. Ich zweifle, daß je eine wirkungsvollere Propaganda erdacht worden ist. Wenn man die Frage aufwirst, ob Rußland imstande ist, nachdem es feine militärische Verteidigung organisiert hat, das schwierige Problem des wirtschaftlichen Aufbaus mit ähn- lichem Erfolg zu meistern, ist das Vorhandensein solcher Einrich- tungen, solcher Propagandamittel, ein nicht zu unterschätzender Faktor. Bis jetzt sind diese Züge Propagandamittel für die Sowjets gegen die„Weißen und ihre ausländischen Unterstützer gewesen, doch jetzt, wo der Bürgerkrieg aushört, sind schon zwei Züge für einen anderen Zweck bemalt worden. Ovgleich die pol- Nische Invasion die allgemeine Aufmerksamkeit nochmals von den wlrtschaftllchen Problemen abzieht und das Beste des ruinierten Landes für Kriegszwecke benutzt werden muß. hosft man doch, daß alle fünf Zuge in naher Zukunft nicht den Kampf propagiere« werden, sondern die Arbeit, um Rußland von der Wirtschaft» lichen Krisis zu befreien, die sich schon 1915 bemerkbar machte. Von dieser Zeit bis zum heutigen Tage hatte Rußland niemals Frie- den, der die erste Bedingung zur Gesundung ist. Rechenexempel Von Zgnaz Wrobel. „Wenn", sagte mein guter Onkel Fritz,„2 Offiziere und 60 Reichswehrsoldaten nötig sind, um einen Pazifisten— wie zum Beispiel Hans Paafche— zu töten, wieviel Soldaten und Ofst» ziere muß dann die neue Reichswehr haben?"—„Ich weiß es nicht!" sagte ich.„Paß gefälligst aus!" sagte der gute Onkel. »Es gibt annähernd zweitausend Leute in Deutschland, die für die Militärs sehr, aber sehr unbequem stnd— denn sie haben den Rummel erkannt, können reden und schreiben, und die Arbeiter hören auf ste. Also—?"— Ich rechnete angestrengt. „Zwciundsechzigtausend Mann", sagte ich schließlich.„Zwei- tausend Offiziere und sechzigtausend Mann. Das genügt."— „Dummer Junge!" sagte Onkel Fritz.„Das ist zwar richtig multipliziert. Aber was machen wir mit den fünfzigtausend Offizieren, die noch untergebracht werden müssen?"— Ich sagte: Lieber Onkel, da haben wir noch die Abwicklungsstellen und die persönlichen Stäbe und die Bolschewistenbekämpfungsnachrichten- stellen und die Einwohnerwehren und die Sicherheitswehren— die Wolfgang-Heineschen Sicherheitswehren, Onkel!"—„Wer ist Wolfgang Heine?" sagt« der Onkel mürrisch.„Ein Sozialist?" —„Er war einmal einer", sagte ich.„Aber als er einmal im Regen draußen stand, da ging die Farbe ab— und seitdem gründet er Sicherheitswehren. Das ist ein sehr feiner Mann." —„Aber wir dürfen doch diese Unsumme von Offizieren gar nicht unterbringen— wir haben doch einen Friedensvertrag unter» schrieben?" sagte der Onkel.> Da aber lachte tch sehr und klopfte dem guten alten Onkel Fritz auf die Schulter und sagte: ,I>u bist noch sehr jung, lieber Onkel Fritz. Denn sonst würdest du wissen, daß wir nicht unterschrieben haben, um zu halten, sondern um zu umgehe». Erst komme» die ., i....• e GMMerWMW SesTezWUldMesZelU-ZMNZA Am gestrigen Sonntag fand in den Prachtsälen in der Blumen- die Generalversammlung des Bezirksverbandes Berlin- Brandenburg statt. Genosse Brühl erstattete den Geschäfts- b e r i ch t über das verflossene Jahr. Eingangs gedachte er der Toten, die in diesem Geschäftsjahr au beklagen waren und von denen ein großer Teil der Gegenrevolution zum Opfer gefallen ist. Zum Bericht selbst führte der Redner aus, daß die Organisation eine riesige Arbeit zu leisten hatte. Zunächst waren verschiedene Mernungsdisferenzen innerhalb der Parteigeuosfcnschast zu schlich- ten. Dann mußte eine rege Tätigkeit entfaltet werden, um die Re- organisarion in Groß-Berlin zur Durchführung zu bringen. Unser Ziel muß fein, daß die Organisation nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, den Sozialismus zu erringen, wird. Das ist der große Unterschied von der alten Partei, in der man sich aus Angst, daß die Organisation zertrümmert werden koniie, nie zum Kampf entschließen konnte. Wir wollen nicht leicht- nanig mit unserer Organisation umspringen, aber wenn wir der Ueberzeugung sind, es muß losgeschlagen werden, selbst wenn dabei die Organisation zum Teufel geht, dann schlagen wir los. �n lurzester Zeit wird dann die Organisation wieder auserstehen. Redner streift dann den Belagerungszustand und die Berfolguugen unserer Parteigenossen, wobei er erwähnt, daß der frühere Bor- sitzende der Sozialdemokratischen Partei in Berlin. Eugen Ernst, selbst seine Hand dazu geboten hat, daß Sozialisten ver- folgt und eingekerkert wurden. Zur E i n i a u n g s f ra g e meint Brühl, daß diese nur aus dem Boden eines bestimmten Programms. erfolgen könne. Es sei dringend abzuraten, durch Versuche in kleineren Zirkeln die Arbeiter zusammenzubringen. Dadurch er- r-lcheu wir gar nichts, aber es liegt die E-fahr dann, daß wir -"lassen von Arbeitern bei uns ausnehmen, dre den Kamps unter Mnz anderen Voraussetzungen führen zu müssen glauben, als wir. -llMr legen dann unter Umständen die Führung in die Hände von Leuten, die nicht eine Spur von revolutionärem Geist ausweisen. Wenn wir jemand ein Ehrenamt übertragem sollten wir ihn immer erst eine zeitlang prüfen, ob er auch mit Herz und Hand der unserer Sache ist. Brühl schildert dann die Agitation»» de« Reichstags. wähl, die diesmal unter ganz besonderen Schwierigkeiten gefuhrt werden mußte. Die gewaltige Zunahme an Stimmen, dre unser« Partei er ss-lt hat. zeigt aber, daß die gewaltige Arbeit nicht nutz- los gewesen ist. Wir wollen uns nun aber der Erfolge nicht nur erfreuen. Wir haben vor der Wahl erklärt, daß wir den Haupt- hinter unseren Ideen steht. Jetzt mug die A r v e t t s o r t g e, e y r werden, umdieMassenzuorgantsierenundzuschu- len. Besondere Aufgaben haben wir auch in der Frauen- a g i t a t i o n zu erfüllen. Die Auflage der..Kampferin" in Ber- Un steht leider in gar keinem Verhältnis zu der in anderen Teilen des Reiches. Ferner muffen auch unsere Bildungsbestre- b u n g e n noch mehr gefördert werden. Zum Schluß seiner Aus- führung weift Brühl auf die am t. Oktober d. Z. ins Leben tretende neue Gemeinde Groß-Berlin hin. In diesem Riesenkörper müsse sich auch die Organisation den neuen Verhältnissen anpa> en. doch dürfe man sich dabei auch nicht von kleinliaieil Rücksichten leiten lassen. Redner ersucht um Zustimmung zu einem Antrag, der diese Neuorganisation befürwortet. Den Kassenbericht erstattet der Genoffe Herbst. Wie er ausführte, ist die Entwicklung der Organisation im letzten Ee- schäftsjahr wieder eine zufriedenstellende gewesen. Die Zahl der abgesetzten Beitragsmarken für Männer stieg von MiOOV auf 712 591, für Frauen von 115 960 auf 225 906. Die Zahl der ver- kauften Eintrittsmarken betrug 51 488. Die Einnahmen oetrugen oOO 015 26 M., die Ausgaben 458 246,31 M. Bei den Ausgaben fallen die Drucksachen, für die 220 440,80 M. verwendet wurden, am meßten ins Gewicht. An den Parteivorstand sind 123 194,77 M. abgeliefert worden. Erfreulich ist auch die Tatsache, daß die Mit- glieder nicht mehr so fluktuieren wie früher, sondern daß der Mit- gltederbestand jetzt ein stabilerer geworden ist. Die letzten Wahlen haben uns rund% Millionen M. gekostet, wovon die Örganifatiqn 500 000 M. bezahlt hat, während der Re,. durch den besonderen Opfermut der Genossen aufgebracht worden ist. Wir stehen nun bald wieder vor neuen schweren Kämpfen. Wir werden auch bei der bevorstehenden Präsidentenwahl eingreifen müssen. (Widerspruch und Unruhe.) Ja, Genossen, wir müssen doch auch diese Wahl agitatorisch aunützen.(Sebr rt"'ti'0'sm tierbst ba- bcn wir dann mit der P r e u ß e n w a h l und wahrscheinlich auch mit einer neuen Reichstagswahl zu reaznen. Es wird des- halb notwendig fein, daß die Erhebung der doppelten Beiträge nicht eingestellt wird, einem Beitrag militärischen Dienststellen. Und dazu haben wir den Heine. Hast du nicht die Heineschen Verse in der Schule gelernt? Rennt man die besten Rainen— wird auch der meine genannt." Und da spuckte der gute Onkel drei Mal kräftig aus, und ich weiß gar nicht, warum er das getan hat. Aufbau-Architektur Dieser kleine Band») träfst>1» Motto den Spruch Zarathnstra?: .Wenig«st e«. daß der Geist Berge vers�t,- wußtet ihr das schon? Und mit Bergen soll der Erkennende bauen lernen" Ihm getreu Ist die Schrift ein Loblied aus die Größe der Architektur. Sie legt die Wnrzeln de» Ttefstandc» der Baukunst im kv. Jahrhundert bloß »Große Arck itektur und Jndtvtdual'smu» schließtu letzten Endes sich äegenseliifl au».» Vernichtend ist da» Ergebnis, ,u dem da» Urteil vcs Verfasser» kommt:.Lägen die Bauten de« vorigen Jahrbundert» 'wo» tu Trümmern, es verlohnte sich nicht, in Klagen auszuvrechen" � zeigt die wenigen Auläuke zu wahrer Architektur und die meist rroruckeude» Hemmungen, die ihnen da« Publikum eutgegensetzte. , t4 vor der Uuerbiitlichkeit der tünstierischeu Konsequeuz sich 2.? T? gefälligen Vermässerera genialer Gedanken flüchtet«. So Forderungen an da« Publikum fast streuger und sfa slm! � 018 vv die Architekten,— soll aus dem, wa» mau ?i>. w �'vlo« wtt dem großen Wort Arckitektur bezeichnete Gleichnis für die Harmonien des Weligebäude»" werden' ». iiifni/?.!" baukiiustlerischeu Schaffen eine öffentliche Meinung zn koultttuieren Dnrck«och so gute Formulierungen werden allerdings keine Künstler und Kunstwerke geboren. Aber die Architektur ruht auf den Vchulten, der G e s a m t h e i t, und erst, wenn die Schulter« sie in ihrer ganzru Größe wieder zu tragen bereit sind, dann wird 1° auch wieder da sein Daß sie diese Berctt'cha-'t mit allem Ernst er Gesliinung wachrufen hilft, darin liegt der groß« Wert dieser Schrift. Bruno Taut. t Ein Schweinefilm. Man schreibt uns: Im Klno eines ArbeilerotertelS(Exelsior- Licht'ptele, Müllerstr.>37) wird augenblicklich ein Filmschmarren— betitel'„Zwanaöeho tm Freistaat", Die Sozialisierung von Liebe uuv Ebr— in unglaublicher Verzerrung und Besudelung der zugrundeliegenden sozialistischen Idee abgerollt, und Proletarier sind es. die diese Stätte der volks.bildung" allabendlich süllen. Ernst Stahl-Nachbaur von der Volksbühne am Bülowplatz ist an der Spitze als Daisteller der Hauptrolle verzeichnet. Ekeihafleste Szenen bieten die einzelnen Bilder, die das ethische Empfinden.jedes Menschen aufs tiefste schänden. Man hat uns mtl etucr K>nozens»r gesegnet lauf d'e wir zu allen Zeiten gepfiffen haben). Unzweideulig zeigt sich an diesem kraffen Fall, wie wenig die Zensur die Sumpiprvdutre der bürgerlichen Gesellichast ein- dämmt. Geiioffe», euch ist«ine eiufach« Waffe an die Haud gegeben. Raus aus diesen vrutfiätten.bürgerlicher Kultur", tn denen man heimtückisch euren Geist und eure Beflmiuug verpestet! Otto Pottgteßer. ») Anfban-Architektur von Walter Müller- Wulckow. Verlag Erich Rech(Band IV der Schrffteasammlung �Trtbüue der und Z-lt�' von 80 Pfennig komen wir nicht mehr aus, selbst bei der größten Sparsamkeit nicht. Es wird nun die Diskussion eröffnet. Genosse Müncheberg: Die Mitgliederzahlen können uns nicht befriedigen. Es ist beschämend, daß die Arbeiterklasse immer noch so weiter schlummert wie vor dem Kriege. Wir müssen mit verdoppelten Kräften daran arbeiten, alle diejenigen an uns her- anzuziehen, die sich uns anzuschließen wünschen. Die Frage der Internationale muß«benfallo mehr dem Verständnis der Massen nahegebracht werden, dann kann eine neue Situation, wie wir sie am 4. August 1914 erlebten, nicht mehr kommen. Genosse R a w r o ck i führt aus, es genüge nicht, daß man Mit- glieder gewonnen habe, und daß der Kassenbestand ein einiger- maßen günstiger ist, sondern die Hauptsache ist die Aufklärung der Mitglieder. Dazu ist es notwendig, daß unsere Genossen, die red- nerifch befähigt sind, auch in die Landkreise hineingehen. Leider weigern sich gerade viele unserer Genossen, die jetzt ein Reichstags- mandat bekommen haben, dort hinauszugehen. Genosse Drescher befürwortet die Anstellung von Sekretären für die Landkreise. Auch die Kassenverhältnisse müssen gestärkt werden, denn unsere Gegner sind uns darin über, und wir sind oft nicht imstande gewesen, die Lügen, die sie verbreiteten, zu wider- legen. Genosse Künstler bemängelt die Arbeit der Verbandssekretäre besonders bei der Referentcnvermittlung. Er tritt für Beitrags- erhöhung ein, um die man nicht herumkomme, wenn man nicht wichtige Aufgaben vernachlässigen will.(Zuruf: Arbeitslosigkeit, Landarbeiter!) Ja. das verstehe ich. aber trotzdem ist die Bei- tragserhöhuiiti notwendig, weil wir vor Ausgaben gestellt werden, die wir heuti? noch garmcht einmal alle übersehen können. Wenn jemand arbeitslos ist, dann muß er selbstverständlich vom Beitrag befreit werden, aber diejenigen, die arbeiten, müssen höhere Bei- träge bezahlen. Wir haben auch unsere Mitglieder zu bilden, da ja ein großer Teil von ihnen vom wiffenschaftlichen Sozialismus noch nichts weiß. nen nicht ., selbst überlasse!! bleioew Redner spricht sich ferner gegen eine zu straffe Zentralisation der Organisation ansf den Distrikten müsse etwas mehr Freiheit des Handelns gelassen werden. Genosse R e u m a n n befürwortet ebenfalls die weitere Er- der doppelten Beitrüge. Redner hält es für notwendig, W. W> programmes die Revolutionierung der Gewerkschaften propagiert Saben. Redner fordert die Einberufung einer besonderen Ver- andsgeneralversammlung, die sich mit diesen Fragen beschäftigen soll. Genosse Weyer kritisiert einen Satz, der sich im Geschäftsbericht befindet, und der sich vorwurfsvoll gegen die linksradiral gesinnten Parteigenossen wendet, die nur zu oft den Einflüsterungen der Kommunisten Gehör geschenkt hätten. Die Vorbereitungen zu den Reichstagswahlen seien von der Zentrale nickt gut genug gemacht worden. Die Arbeitslosenfrage und die Mietcrfrage müsse von unserer Partei mehr als bisher in die Hand genommen werden. Genosse K l a m e t h drückt den Wunsch aus, daß die Landagita- tion mehr berücksichtigt wird, und die Referenten sich nicht scheuen sollen, auch in kleineren Versammlungen zu sprechen. De: Stand- vunkt des Genossen Brühl, daß die Organisation nicht Selbstzweck sein soll, sei der richtige. Unser Aktionsprogramm verlangt die direkte Akjion. und es darf nicht wieder vorkommen, daß gesagt wird, unsere Partei hat keine Parole. Genosse K l e i n s ch in i d t begründet einen Antrag auf Ein- berufung von Referentenlonferenzen. Gen. Wegmaun wendet sich gegen die Vorwürfe, die der Bel iebS- rätezentrale von verschiedenen Seiten gemacht werden. Redner streift dann den Fall Gcschke und den Ausschluß der 6 Genossen auS dem Zentralverband de? Angestellten. Er vermißt ein energisches Vor- gehen in dieser Frage, sowohl seitens des Parleivorstandes. als auch der.Freiheit". Bon den Parteigenossen, die in den Gewerkschaften tätig sind, sei eine prinzipielle Sellungnahme zu fordern. Von der Partei müsse verlangt werden, daß fi« klipp und klar erkläre, wie sie das Aktionsprogramm in der Frage der Betriebsräte anSlege Genosse Siederttz spricht für den Antrag Friedenau, der Beitrags- erhöhung fordert. Nach Schlußworten der Genossen Hermann Müller, Brüh. und Herbst wurde auf Antrag der Revisoren dem Kassierer einl stimmig Entlastung erteilt und beschlossen, den Mitglieder« zu empfehlen auch weiterhin den doppelte» Bein trag zu leisten. Ebensalls angenommen wurde folgender Autrag de? Zeutralvor- stände«(Distriktsleiter und AktionSrat): Di« Verbands-Generalversammlung beschlieht, sämtliche Kassengeschäfte der Bcztrksorganisationen werden vom Berbandsbüro erledigt. Sobald wie möglich find die jetzigen Bezirksbüro» zusammenzulegen. Der Zentral- vorstand wird beaustragt, eine einheitliche Organisation für Berlin-Brandenburg vorzubereiten. Urber die endgültig« Siegelung entscheidet die nächste Verbandsgeneralver- sammlung. Ein anderer Beschluß besagt, daß am kommenden Mittwoch eine Funktionärversammlung stal. finden soll, in der die Fiage»Partei, Räte und Gewerkschaften erömrt werden soll. Zu dieser Frage eingereichte Anträge solle» dieser Versammlung vorgelegt werden. Ein Antrag Hoffmann zur Beamtensrage wurde dem Partei- vorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Angenommen wurde ein Ilnlroa Kleinschmldt, der gemeinsame DiSkussionsabende der Partei- und Gewerkschafts- Referenten fordert. Der Antrag Tschirschwitz, der Flugblätter gegen die RechtS» sozialisten fordert, wurde dem Parleivor stand überwiese». Gegen die geplante Erhöhung der Mieten wendet sich folgende Enlschiießiing!,„ »Der Beztrksverband Groß-Berlin der USPD. nimmt mit Eni- rüstnng Keunlnis von der svibeu bekannt gewordene» Erhöhung der Wohunngsmieten um weitere 10 Prozent. Sie verlangt von dem Oberpräsidenlen der Provinz Branden- bürg, daß er diesem Raubzug des Hausagrarier-Kapitalismus unter allen Umständen seine Zustimmuung veftagt. Des weit- reu werden die Paltetinstan.en deauftragt, schlennigsi alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die ausg> powerte Arbeilerktaffe vor dieser neuen Belatiung zu bewahren." Die Wahlen zum Vorstaude und der Sek etäre zeitigten fol- gendes Rcsultai: Vorsitzende: Brühl, Schindler; Kassierer: Herbst; Schristführer: Müller; Bildungssckrelär Schenk Revisoren: Bormann, Berger. Stüde, Teschke. � Di« Wahl der Frauensekrelärtn soll auf Autrag der Genossin Wurm von den Funktionärinneu vorgenomnieu werdeu. Die lttanisch-rusfische« Friedensverhandlung««. Räch einer Meldung der Ltlanischen Telegraphen- Agentur ichreiten die Friedensverhandlungen mit Rußland vorwärts. Die G r e n �- kr a g e ist beinahe völlig zu Gunsten Li auenS gelöst. Man ist fast in allen Fragen zn einem Ansg'eich gelaugt. Die noch vor- handeacn Meiuuugsvetschiedeuheiten glaubt man in kurzer Zeit de- setltgen zu können. Der Wahlrechtskampf in Japan. Nach einer Meldung aus Tokio ist dt- neue Session de« japanischen Parlaments am 1. Jult eröffnet worden. Sowohl die Opposition als auch die Regiernngs- Partei haben Gesetzentwürfe für daS allaemelae Wahlrecht eingebracht. In der Hauptfache enthalte» beide dutanitje die daß alle Männer über 25 Jahre das Aa" TO! Groß-Berlin rrrr. rrRS iitfMMBvS Stadtverordnete als Schieber Eine im letzten Augenblick vereitelte Verschiebung von 17000 Paar> für die ärmere Bevölkerung Berlins bestimmter Stiefeln, an der auch zwei Stadl v rordnele beteiligt warn», bitdete die Grundlage einer mehrstündigen Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin» Milte unter Vorsitz des Amtsgertchlsrats Jobn. Wegen Kettenhandels beziehungsweise Kriegswuchers waren angeklagt der Kontrolleur Leonhard Zucht, der inzwischen sein Mandat als Stadtver» ordneter niedergelegt hat, der Kaufmann(Schuhwarenhändler) und Stadtverordnete Georg Samolewitz, der Bankdirektor Hermann Mansbach er ans EharloUenburg, der Syndikus Dr. Gustav Stahnke aus Wilmersdorf, der Kauiman« Theodor Hirschberg und der Kaufmann(Leutnant) K a r l v. Wieoenfeld. Wie bekannt, hatte die Stadtverordnetenversammlung Berlin be» schlosse»,ang<-si4>is desvielfach bestehendenSchuhivuchers.ausstädtische» Milteln billiges Schuhwerk für die ärmere Bevölkerung, insbesondere Kriegsteilnehmern zu beschaffen. Em Teil der aus Heeresbeständen stammenden Stiefel, 17 060 Paar, lagerten in dem städtischeu Asyl für Obdachlose, in dem der damalige Stadtverordnete Zucht als HauSkuraior tätig war. In einem Gespräch während einer Dampfer» parkte zur Bestchligung der Wasserwerke in. Tegel erzählle Zucht seinem FrakkioiiStollegen Samolewitz, daß in dem Asyl soviel Stiefel lägen, wie er noch nie beistimmen gesehen habe. Samolewitz, der Schubwarenhändler und Stadtverordneter ist, witterte hier ei» Geschäft, denn er war es, der den Stein in? Rollen bracht«. Als ein entkernter Verwandter, der Angeklagte ManSbacher. DirektordeS»Berliner Spar- und Kreditver- c i n S", dem Sainolewitz von dem Borhandenfitn der Stiefel erzählte, erklärte, daß er die Stiefel sehr gut erkaufen könnte, bat Samolewitz den Angellagten Zucht, sich zu erkundigen, ob die Stiefel verkäuflich wären, da er zu stari beschäftigt sei. Zuckt ließ sich verleiten, in dem Bureau am Molken Markt 5 den zuständigen Stadtsekretär zu «ragen, ob die Stiefel verkäuflich sind. Der betreffende Beamte eiahte die?, da er der Meinung war, daß Zucht in seiner Etg-nschaft als Stadlverordneter frage, ob die Stiefel für die Beöche»est?«ß- angeboten wurden, griff die Polizei ein und deckte die Schiebung auf. Der Augeklagte Dr. Stahnke bot hierbei dem stich ereu Leutnant, jetzigen Kriminalwachtmeister Fiebtg, wie dieser behauptete, mehrere Geldschein« an. Ein« Bestechuugsanklag« konnte pdoch nicht erhoben werden, da Fiebig damals noch nicht als Beamter verpflichtet war. Bor Gericht behauptete der Angeklagte Zucht, daß er stets nur Angestellter aeweseu sei und sich nie mit kaufmäunischen Dingen be» faßt habe. Er habe in völliger Unkenntnis gehandett und nie einen Gewinn erhofft, abgesehen von der Rückerstattung der Fahrgelder. — Amlsanwalt Magnus beantragte je 1000 Mark Geldstrafe. Für den Angeklagten v. Wiedenfeld beantragten die Verteidiger die Freisprechung� da er als eben aus dem Felde heimgekehrter Soldat keine Kenntnis von derauig verwickelten Schiebergeschäften haben konnte.(??) Das Gericht sprach v. Wiedeufeld aus diesen Gründen frei.(.!) Dagegen wurden verurteilt der Vankdirektor � a si s b a ch c r_zu einem Monat Gefänants und L000 Mark Geldstrafe, Dr. S t a h n k e zu 2000 Mark Geldstrafe. Zucht und Samolewitz zn ie 1000 Mark und Hirschberg zu 300 Mark Geldstrafe. SRit solchen geringen Strafen, die in auffälligem Gegensatz zu den über Arbeiter verhängten Strafen sl.h.>«. will man daS Schleper- tum wirksam belämpsenU— Lächerlich! Die Preis« für inländische Frühkartoffeln. Die P.lalkar- toffelstelle der Provinz Brandenburg hat im Einve l.en mit der Reichskartofselstclle den Erzeugerhöchstpreis für Fru�cartofteln für die Zeit vom 1. Juli 1920 ab. bis auf weiteres, jedoch lang- stens bis zum 31. Juli einschliehlich. auf 35 Mark für den Zentner festgesetzt. Der Kleinhandelspreis für rnlandsche Fruhkartofsela ist aus 50 P s. für das Pfund festgesetzt worden. Aus dem Gemewdeleben Neukölln. Die letzte Stadtoerordnetensitzung besaßte sich zu- nächst mit einer Anfrage des Genossen schneid er. Welche Maßnahmen hat der Magistrat getroffen,»m.dem Be- schlusse vom 26. 9. 19. betr. Befreiung der Schulkinder vom Untericht zu Sammlungszwecken, Geltung zu o«rp.>afteii. Genosie ' �' K letzten So (Ii oie Gelegenheit� um wieder ihre alten Ladenhüter gegen die Kommunalisierung an den Mann zu dringen. Wann werden sie einsehen, daß dieser Kampf m Reutolln vergeb- ltch ist? Die Genossen Groftmann und R a d t k e traten sur die Vorlaae ein, welch trae llosigreu. uieiuipc i-i uw 1 1« utuu«)«»... dein, welche Schritte er bei der Regierung unternommen habe» bisher habe man aber nichts als schöne Worte übrig g-habt. Lei- der ist Neukölln bei dein Mangel an Industrie mcht � d« Lage,, genügend Arbeitslose unterzubringen, es muß darum Aufgabe des Reiches sein, hier Wandel zu schallen. Man soll und Ver- kehrswege bauen im Dienste der produktmen®� sorge. Eine von unfern Genossen eingebrachte Resolution, welche von der Regierung schleunigste Herabs�ung der Lebe smitlel- preise, restlose Erfassung und Srrechte ÄeÄetlung fordet hatW es den Bürgerlichen angetan. Vor allen Dingen der..chriithche Herr Treffert. der sich allmählich ��pMacker des Hauses entwickelt bat bielt es für sein« Pflicht, sich schützend vor die Wucherer und' Schieber hinzustell-n. Mit stürmischer Entrüstung er unterbrochen.°l-� dt- Frechheit h-saß, d.eU.S.P. al. lichen Vertreter der kleinen �eamren, ueyrer und d staildes, wie sie sich so gern nennen stimmten dagegen. Tempelhof. Sitzung der Gemeindevertretung vom L Juli 1920. Die Bürgerlichen wollten sich rächen, dost man in der letzten Sitzung dem Bürgermeister nicht ein Endgehalt von 54 000 M. bewilligt hat. Samtliche Gemeindeoertreter sind anwesend. Stimmenverhältnis 15 zu 15, die Stimme des Bürger- ___ iCA �ttt tirrtnrtJ»e»vA*»XÄ- Tagesordnung wird dadurch unmöglich. Sturm..links". Genug- tuung„rechts". Jpie Verhandlungen stenographisch aufzunehmen wird gegen die.Linke" durch den Bürgermeister angenom- men. Es geht nichts über einen fürsorglichen Bürgermeister. denn der Stenograph war schon bestellt. Ge». Becker pro- testiert gegen eine solche veschäftssührung. Zum Antrag Kleinhaussiedlung auf dem Temvelhosse Aeld«, der die Zustimmung zu den Vertragen mit dem Fiskus, der Tempelhofer Feldgesellschaft und die Beteiligung an der Gründung der„Ge- meinnützigen Tentpelhojer Hetmiiätlen-Gesellschaft" verlangt, spricht Gen. Jrrgang. Er verlangt, in die Verträge einzu- setzen„vorbehaltlich der Zustimmung der Groß-Berliner Städte! zudringen und müsse auch mitbestimmen. Die Verträge kenne nur der Bürgermeister, eine Kommission müsse prüfen, ob Feh- ler degangen wurden. Die Bürgerlichen lehnen ab, weil sie an Kirchturmspolltlk gewohnt sind. Die S. P. D. spricht dafür. aber der den 11 Vertretern sind 8 schwankende Gestalten und kip- pen glatt um. Der Antrag der 11. S. P. wird abgelehnt. Eine Kommission zur Prüfung gewählt und die Vorlage angenom- wen.— Der Antrag der Bürgerlichen, der letzten En- des darauf hinzielt, die Vauräte im Endgehalt auf 43 000, Syn- dikus 45 000, Bürgermeister 54 000 M. festzusetzen, bringt neues Lebe« t« die bereits nächtliche Sitzung. Der Zuhörerraum füllt sich um den aus unserer öffentlichen Protestversammlung kom- « e-Ü Genossen. Sie oerleihen den Ausführungen unserer Eem.-V. Becker, Schmidt, Neumann und Irr gang de« Resonanzboden. Diese Musik in der zwölften Nachtstunde hatten die Bürgerlichen nicht erwartet. Sie wurden ganz klein und kuhhandelten mit der S. P. D. auf Vertagung. Der Ver- tagungsantrag wurde mit 15 bürgerl. und 1 S. P. D.-Stimme angenommen. Die Bürgerlichen mutzten beschämt den Kampf- platz um 12 Uhr nachts verlassen. Ohne die nächtliche Demon- stration wären die hohen Gehälter durch den Bürgermeister wohl bewilligt worden. Lebensmittelkalender . 250(Sr. Fleisch, laut besonderer Betanutmachung auf Ab- schnttt A der Reichsileischfarte. 5 Pfund Kartoffeln, 20 Er. Butter, 70 Er. Margarine. Allgemeine Erob-Berliner Lebensmittelkarte mit Ausdruck Char- lottenburg: 250 Er. Kartosselstarkemehl(34), 123 Gr. Eerstenfabrifate(34), 125 Er. Teigwaren(35). Charlotenburger rot- Nabrungsmittelkarte: 250 Er. Maisslocken M#). 250 Et. Haserslocken(310), 125 Er. Sago(911), 250 Er. Maisslocken(312). . �.�lchäd igte, die 30 Proz. und mehr eriosidsunfähig sind, erhalten für Mo- nat Juli je 1 Pfd. Teigwaren, Eraupen und 2 Pfund inländ. Hafernährmittel. B«r«chtigllng»kart-n verausgabt die zuständige Brotlommission. Im Monat Juli »halten: a) die schwangeren Frauen vom 4. Monat a!> 2 Pfund Teigwaren, ! IlKl.ldtrteback und 2 Psd. Haserslockeni vom 4. his einschl. 0. Monat, auherdem I Buchsen londensierte Milch mit Zucker aus Erund von besonderen Berechtigungs- karten, die durch die Krankenernährungsabteilung unter Vorlage der ZbNchen Nachweise ausgegeben werden, b) die Kinder im l. Lebensjahre 750 Er., die Kinder im 2. Lebensjahre 500 Er. inländische Hafernährmittel auf besondere Be- rechtigungskarten, die durch die Brotlommisüonen gegen Borlage eines amtlichen Altersnachweises ausgegeben werden. An die Kinder vom 12. bis 15. Lebens- § jähre, das sind die Kinder, die in der Zeit vom 1. Juli 1005 bis 30. Juni 1008 e boren sind, einmalig im Monat Juli je eine Büchse londensierte Bollmilch, uslandsmar«, zum Preise von 3,50 Mark auf Erund besonderer Berechtigungs- karten, die in den zuständigen Brotkommissionen gegen Vorlage eines amtlichen Ausweises über das Alter der empfangsberechtigten Person, abgeholt werden können. Steglitz. 20 Er. Butter, 7 5 Er. Margarine� ein Pfund Kartoffeln. An- m-ldung vom 5.-7. Juli. 250 Kr. Nudeln(35-36), 250 Er. Haferflocken(32-33). Verlaus vom 8.— 10. Juli. Nährmittel an w.-Miitter, Kinder 1—6 Jahr«, Jugendliche, alle Leute 65—70 Jahre und über 70 Jahre und an Kriegs- beschädigte. Neukölln. Auf Bollmilchkarten A l 750 Er. auf A 2 500 Gramm Haferslocken und Eerstenmehl. aus Bollmilchkarten B 1, B 2, C 1 und C 2 je 250 Gramm Sago in den städtischen Verkaufsstellen. Teltow. 250 Er. Kersienmehl(für die Zeit bi» zum 18. Juli)(Abschnitt 2). 5 Pfund Kartoffeln. Im Juli auf Abschnitt 37 der Ellhslofskarte ein Päckchen Cützstofs. 270 Er. Margarine. Für Milchviehhalter(auch Ziegenhalter) steht uns eine geringe Menge Oelkuchenschrot zum Preise von 50 Ä. je Zentner zur Verfügung. Bezugscheine werden am Rathause, Zimmer 7a, erteilt. Aus den Organisationen Eeoh-Berll«. Sämtliche zu Erotz-Berlin hinzugekommenen Distrikte werden ersucht, zu der am Tonnerstag, den 0. Juli, abends pünktlich ml Uhr im Sitzungssaal der Arbeitsgiemeinschaft, Breite Str. 11, stattfindenden Zusammen- kunst der Obleute der kommunalen Kommissionen je einen Vertreter zu entsenden. 6. Distrikt. Berichtigung. Dienstag, 7 Uhr, wichtige Sitzung sämtlicher : Räte- und Eewerkschastskommission bei Kurck. Er. Frankfurter 7 Uhr, Räte- und Eewerkfchaftskommisfion, bei Rett- Mitglieder der Straße 16. 8. Distrikt. Dienstag, schlag,-rchreinerstr. 18. 9. Distrikt. Juaendbildungskommission am 6. Juli, abends 7 Uhr, bei Tiege, Bötzowstr Ecke Woldenberger Straße. Cöpenick. Dienstag, 7% Uhr, im Schweizergarten, wichtige Mitglieder-Ver- sammlung. 1. Vortrag, 2. Stellungnahme zur Bezirksgeneraloerlammlung, 3. Wahl eines Vorstandsmitgliedes, 4. Verschiedenes. Die Bezirksführer sind oerpflichtet, extra einladen zu lasten. Neukölln. Treffpunkt der Eenosien zum geschlossenen Abmarsch zu der mar- gigen Demonstration um 4 Uhr nachmittags auj dem Hermannplatz. Frledrtchshagen. Dienstag nachmittag beginnen wir mit den Kinderfette«- spielen. Alle Kinder der Genossen können daran teilnehmen. Die Mithilfe der � Kinderschutzlommission ist dringend erbeten. Sammelpunkt um 2 Uhr nach- mittags am Marktplatz. Vereinskalender Bund»er technische» Angestellte«»nd veamte«. MitgNedervettammlunge« im Ereifswalder Hof, Ereifswalder Str., Mittwoch 7(4 Uhr. «ertrauensleute»er Batterie-»nd Slementenindufttte. Dienstag, 7 Uhr, I» Rosenthaler Hof, Rosenthaler CK. 10-11, wichtige Besprechung und Ausgabe der neuen Tarife. Oer gemelnversländliche Darstellung des Mieterschutzes und der Höchstmietenverordnung Unentbehrlich für jeden Mieter Preis 4 Mark Zu beziehen von der Buchhandlung„Freiheit", Breite Straße S S. Verantwortliäi für die Redaktion: Leo Liebschütz. Friedens« Verantwortlich f. d. Inseratenteil: Lndwig Komeriuer. Karlsborst Verlagsg-nosienschaft„Freiheit", e. G. m. b. H.. Berlin.— Druck der Freiheit-Druckeret G, m. b. H., Berlin C% Brette Straße 8-9- Kort mit dem Vorurteil! i./ SchSoeberg: honptstr. 21 Eck, Alazienstr, Ariedena«: Sheinstr. I«. Eck, iitrchftr. Neukölln: fetatlt. 4. Eck- 8i«t$»|b. Spandau! BnHe Sit. Ich ut« Stall viele Leute g'auben, sobald sie erst mal anfangen. Lugen- ilitzer zu tragen,.verwöhnen' sich ihre Augen so sehr, daß sie immer schwächer werden und sie dann immer stärkerer Gläser bedürfen, bi» e» überhaupt keine.schärferen* mehr gibt. Darum sträuben sich so viele gegen die ersten Augen- gläser oder gegen stärkere Nummern solange wie möglich.— Die» ist falsch. Mit zunehmendem Ali« verhärtet sich die Augenlinse genau so wi» die Knochen härter und die Glied« steis« w«den. Ob Sie Gläser tragen oder nicht, diese Ver- Härtung schrettet fort, unaushattsam von Jahr zu Jahr. Schon im 8.-10. Lebensjahre beginnt noch i'nmerkl'ch In der Ans« eine Kernbildung, die bei normalen Augen zwischen dem 40. und 60. Jahr« unangenehm störend wird, weil dadurch da» Nah ehen er chwrrt wird. Der gesamte deine. k» bare Verlust beuägt 6—4 Dioptrien für da» Rahsihen. Also die Augen veränd«n sich gesetzmäßig mit den Jahren, ganz gleich, ob Sie Gläser tragen oder nicht. Wenn Sie aber keine tragen, müssen Sie aus genaue» Sehen verzichten«nd noch allerlei BeschM«den mtt in den Kauf nehmen, die von der vergeblichen Anstrengung, gut sehen zu wollen, herrühren. Wenn Sie dies« Folgen vermeiden wollen, so kommen Sie bald zu uns, die Augen- Untersuchung ist kostenlos, wir garantieren Ihnen Zufriedenheit. DpMer 10°/° Rabatt auf Gläser und Reparaturen nur bi» zur nächsten Lohnerhöhung Ormtien-Skr. 44 Jk,r%«rfWffWff'ch Olf zuchch»«ort».«Nv| L Oronienputft J S stoktbuser Damm 10( taexaa der-Platz NN», Zand»., 1 �tz. Usch,« 0 Iran ksnrler Alle« 14 »ab« Dl»» «— CllT Belle stckulancefkr. 4 OTT»ntz» Znnbnrf WSStS-'JS- 4 NW»"SktÄ« näÄÄ.'"( N"ÄS." Schäuhuuiar Alle« U 1 m RH Uvrtrt». 1 mtn-t»H ttek-Sfc. 1 Eharlottevbarg: Snuntztn-flrnbe 11 Eck» Rarburzer Etr. lleachlnwktzala Stahe, »ah» Eh. Z», ANlmeradars, Saektar»Unh» ist-tt «ch» SHInnbfH Theater und Berg«ügungen Volksbühne T/t uhr- Bruder Martin Neues Bolkstheater KSpenicker Stt. 68. 7�ud»! Sie z Zwillinge. QUmU. Scha«spielha»« iOperettea-wastspie., Strowittve ' Wnfik von Leo Blech. Sroies echachielha« Karlftratze "/füssr?-** Direktion: Max Reinhardt Deutsches Theater Maria Orvka in Uhr-«tab u�omptlmaun 8 Uhr: Lttl-gardlst Ätffow Scha-spielhaos ?-/, Uhr-MUHI- dar Pandara Theater des Westens W»hr7İmil>e Schtmest. vtrettio« Earrwttnhard. Bub. Bentaner Theater>. d. MtMüher Straße U Geständnis KoMieahaas . 8 U. Die»eise i. d. Alädchenzttt Berttiltt Theater >7,8 Uhr- Der letzt« Walzrr. LOiz-Theater Sommerspielzeit Allabendlich 8 Uhr: Leopoldine MstaaM in Das Glas der Imgstllll Deatsch. Mstl-Theater Allabendlich?>/, Uhr- Die bessere Hälfte mit War Adalbert Täglich 7>/, Uhr- Kasernenlust. TrtMll- Theater (Bahnhof Friedrichftratze) Täglich-/� Uhr- Maskerade Sonntag 4 Uhr tzleine Preise! Der Störenfried Rose- Theater � 7>/,Uhr- S cl| roor jtoattmSkck Sattendllhne täglich: 7 Uhr: Die Flucht um b. Erde. Neues Operettenhaus Direktor Jean Kren «ll-bendUch 7 Uhr 30 Mwuten: Prinzessin Friedl ReNem-?te«er (Stadtbahn Iannowitzbrücke Untergrundbahn Klosterftrahe) Täglich»/.8 ilhr: Die Sanntaa 4 Uhr klelne Preise: Der gnt« Ruf. Ehemaliges Voigt- Theater Babstraße 58. Sommerbühne: Täglich nachm.«>/, Uhr! Eine feine Rümmer. Gr uiust taub(eint abends 7>/, Uhr: Das FrAeiu vomM Berliner Prattt Kastanlcn-Allee 7—0 12 Bariete- Sensationen 12 In der Tanz-Mel- Anfang'/»S Uhr SmiM-TIseiller .Groß-BnIhi'.ehew.Kliem's 'L--.-Irnstelde 15- Sonntag und OTantag letztmalig< ab Dirnntag täglich: Was junge Mädchen träume«? Berliner Schlager.Operette ab 5>/, U: Trstkl. Sprzialitätrn Zckaudükne Landoberger Allee 7S/77 (direkt am Ringbahnhof). T S a l i ck! Bei Regen im Saal! Beginn des 2. Meisterringer-Wettstretts um Preise von 12 000 Mk. i£? Wettmeister de»-i n 10, Ringsport., Ih haben sich gemeldet. Unter anderen: Hlntze, Welt- meister; Georg S t r e n g«, Welt« mrister; Tompsvn, Reger- Chamvion-Westindien. I Hufer, Meisterringer-Vanern usw. Vordem: Groß« Soiltett lllld Bittett-Borstellmg. Sonntag, u. Donnerstag» Mllimt-Fe»erwer>! «Nittmoch» von 8 Uhr ab Familien» und«inderfeste mtt OHschcni,» Verteitnng. Anfang des Konzerts vnb der Vvtttrllnng Sonntag» 4 Uhr, Wochentag»>/,? Uhr. Sie Aingkämpf- beginnen um >/,S Uhr pünktlich. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108— Taglich Konzert und Vorstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags n. Sonntags —m Groster Ball, i im Die Kaffeeküche ist tägl. geössn. Anfang wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. ßettnäeee Bafrelung 00 fort. Alter and Geschlecht «rieben. Ausk. ums. diskret. Maifzoiuil, Berlin, Belle-Alliance-StraOe 32 Die Neuköllner Metall- ElnkaufsoZentrale Kottbuser Damm 66, am Herrnannpla� kauft sämtliche Alltiietltlle zu den höchsten Tagespreisen -iisoliertc-i kiipstrhritiit. 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Juli starb unser Genosse MUS Meisen Ehre seinem Andenken! Einäscherung 6. Juli, 6 Uhr. Krematorium Ge- richtstr. Der Vorstand. Kasten in verschiede»«» Gröben, in bester Ausführung. Billige Preise. ___ Nordflug, Wilhelmslr. 42 a. bewandert, wünscht sich zu neriindern. dtt Expedition der Freiheil erbeten. it-rg-setzgebung Offerten»Ute, st 4 an Ie»tslhn MMMM-MO Benvaltmigsstelle Verlill 5154, Linienftr, GefchSflsjett von vor«, s Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Rothen 185. 1239, 1987, 9714. B ertrauensleute! Die am Mittwoch, d. 7. Juli»! stattfindende«e-tthoerttimensmännek-Konsereiiz beginnt iU allen Bezirken um'/,i> Uhr. Mittwoch, den 7. Juli, außerordentliche Branchen-VersammbmA der Graveure und Ziseleure im Märkische« Hof. Admiralstr. 13 b. Tagesordnung: 1. Bericht d. RetchStarif-Verhandlung. vom 28. 2S./8>tz 2. Diskussion. 3. BerschiedeneS. Die Versammlung wird psinMi» eröffnet. Orts-Verwaltung. CnAZISSI■ A|>Tf®». Sb-tti für«efchlechtm». woatLmN�S ae»»T Haut». 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