mm Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Freitag, den 9. Juli 1920 Nummer 268• Morgen-Ausgabe »Freiheit� erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Wo�ags nur ernmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß-Berlin 10,— M. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8., 50 W. Für Post- oezug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Oesterreich 16,50 M.. für das übrige Ausland 21,50 M. zuzüglich Valuta-Ausschlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich 30,— W. Redaktion, Expedition«nd Verlag: Verlin E 2, Vreite Straße 8-V. Die achtgespaltene Nonparcillezeile oder deren Raum kostet?,— M. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen; Das fettgedruckte Wort 2,— M., jedes»vettere Wort 1,50 M.» einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien-Anzcigen und Stellen-Gesuche 3,20 M. netto pro Zeile. Stellen-Gesuche in Wort-Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 M., jedes weitere Wort 1.— M. zmjprecher: Zentnim 2030, 2645, 4516 4603, 4635, 4649. 4921. berliner-Organ brr Unobdänßlgea sajialöemofnttie£>ciü~- ■■■*>.. Sechs Monate Frist Die Forderungen der Entente Spaa, 8. Juli. Die heutige S i tz u n g der Konferenz wurde um y, 4 Uhr in. S ch l o g d e l a F r e i n e u f e eröffnet. L l o o d E e o r g e teilte sofort im Namen der Alliierten mit. dag. sofern Deutschland sofort zur Eiltwassnung der Eiltwohnerwehr und der SicherhelLspolLzei schrelte, ihm für die Herabsetzung der Heeres it arte auf Ivavov Mann eine Frist von sechs Monaten zugebil. »igt sei. Die Herabsetzung des Heeres habe ,n zw-, R a t e n bis zum t. Oktober 1020 aus 150 000. bis 1. Januar 1921 auf 100 000 stattzufinden.*~ Minister Dr. S i m o n s betonte, datz eine so bedingte Frist- Verlängerung eine einseitige Nu s l a g e d e r E n t e n t e darstellen würde, nicht ein Abkommen unrer den verhandeln- den Parteien. �. Lloyd töeorge entgegnete, datz die Alliierten daraus beständen, datz Deutschland das Programm mit diesen Ab- machungen annehme._ Demgegenüber erklärte Minister Dr. Simons, dag Deutschland das nicht tun könnte, ohne vorher eingehend über die Angelegenheit beraten zu haben. Die Konferenz wurde darauf um 5 Uhr auf F r« i t a g vor- mittag 11 Uhr vertagt. Die M.igliedcr der deutschen Delegation ftnd sofort nach Riiitkehr vö» der Konferenz zu einer Besprechung zusammen- gzelretea. Der Wortlaut der Note Spaa, 8. Juli. Die in der heutigen Sitzung als Ergebnis der'Be- ratung der Alliierten übergebene Erklärung hat folgenden Wortlaut: Unter der Bedingung, dah Deutschland a) s o f o r t zur Entwasfnung der Einwohnerwehren und der Sicherheitspolizei schreitet:. b) eine Bclanntmachung verössentlicht, in der die sofortige Auslieserung aller Massen gesordcrt wird, die in den Händen der Zivilbevölkerung sind, und welche im "?alle der Zuwiderhandlung wirksame Strafen vorsieht. Im ■ule, dah die Befugnisse, die die Regierung krast Gesetzes hat, -ch dieser Richtung hin ungenügend sein sollten, müssen un- erziigltch gesetzgeberische Mahnahmcn geschasjen werden, die Befugnisse der vollziehenden Gewalt aus diesem Gebiet verstörten: c) sofort alle die Mahnahmen in Angriff nimmt nnd ergreist, die notwendig sind, um die allgemeine Mehrpslicht ab- z usch a s s e n und um� das Heer auf der Grundlage der lang- instigen Dienstzeit auszubauen, so wie es im Friedensvertrag vvrgeseben ist: b) de» Alliierten alle in ihrem Besitz befindlichen Waffen und alles Kriegsgerät, das über die im Vertrage zu-elassene Mengen hinausgeht, zum Zwecke der Zer»örunq ausliefert. und den Alliierten bei der Zerstörung behilflich ist. «) Anwendung derjenigen Vestimmun"-» des Friedensver- traaes über die Seemacht wie über die Luftfahrt sicherstellt, die noch keine Ausführung gesunden haben, erklären sich die Alliierten damit einverstanden: ** bie b\i««»Minderung der Streitkräfte der Reichswehe vorgesehen ist. bis zum l. Oktober ,u ver- M° b'es-m Zeitpunkt muh das Heer a u f 1 s 0 0 0 0 Mann beschrankt sein und höchstens zehn Reichswehr- «ine» umfassen. Die Alliierten.er.lären sich weiter mit Ütiu«ye'ten. am 1. Zauu che ISZl ablaufenden guno Le,,J?5t'-ant,en' 3" diesem Zeitpunkt muh die Ermähi- fammrm'° u f 1 0 0.0 0 0 M a n n genau in d» Zu- vorgesehen, vollendet scin�����i,""" �densver.rag wwQ�rtfe�e Kommuniftenprozeß Bot den" 7' 3«!«(Ungarisches Telcgr. Korr�Büro.j. ae a e n di e z ebn"� Strasgerichtshos begann die Verhandlung denen es nicht»"lunar�w�' lltfl 11»��fornmissat e. dittatur aus Budapest Proletarier- schutdigt der Teilhaberschait v'-n tn ,5.1"®CiÖCn 6c= und des Aufruhrs sowie des Mordes B-rbre�en des Hochoerrats meist aus Anordnung des T i bor S.-«« Fallea begangenzu. sie beschuldigt, bei der Ueb-.»� i C.n;. 5Ctnct werden drohung der Todcsstrase an den Beamten Erue»?t5 gangen zu habe» und Eeldsöiichunaen dii5»" U n 0 e" be- breicinhalb Milliarden nachgeahmter«an,»«5?» reichisch-Ungari-chc» Bank. Der ObeAta�a!«»». � Vernehmung von 4 0 0 Zeuge£""*>''"�«»«0» beantragte d,e Kongreß der bulgarischen Sozialisten � Der Kongreß der sozialistischen Partei hat eine" T°äaesn?�n»n angenommen, in der erklärt wird, daß b"t mattet mn nun nS lebe Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien ab »ehne und den Kampf um die Eroberung der politischen Mackil fortsetzen werde, um die Diktatur der revolutionäre" Volksmassen verwirklichen zu können. Die Partei erklärt, endgültig aus der S. die deutsche Regierung zu ermächtigen, in der neutralen Zone big zum 1. Ottober diejenigen Streitkräfte zu unter- halten, deren Zahl der interalliierte militärische Ueber- wachungsausschuh ihr bekanntgeben wird, um an der Sammlung der Wässen teilzunehmen, 3. all« notwendigen ivtahnahmen zu ergreifen, um den Waffen- schmuqgel aus oem besetzten Gebiet nach andern Teilen Deutschlands zu verhindern. Wenn zu irgend einem Zeitpunkt vor dem 1. Januar 1921 die Alliierten Ueberwachuitgsausschüsse in Deutschland fest- stellen, daß die Bedingungen der gegenwärtigen Vereinbarung nicht loyal ausgeführt- werden, z. B., wenn am 1. September die vorgesehenen Verwaltungs- und gesetzgeberischen Maßnahmen nicht ergriffen worden sind, nicht in weitgehendstem Maße veröffentlicht worden sind, wenn die Zerstörung und die Auslieferung des Kriegsgeräts nicht normal ihren Fortgang nehmen, wenn am 1. Oktober dasd eutsche Heer nicht auf eine Ziffer von 159 990 Mann beschränkt ist und höchstens zehn Reichswehrbrigaden um- faßt, werden die Alliierten zur Besetzung eines neuen Teils des deutschen Gebiets schreiten, sei es des Ruhrgebiets, sei es jeden- andern Gebiets und werden dieses Gebiet erst an dem Tage räumen, wo alle Bedingungen der gegenwärtigen Vereinbarung r e st- los erfüllt fein werden. Eine englische Stimme Der bedeutende englische Journalist und Schriftsteller Gar- Diner, der sich vor einiger Zeit in D-uisthia w„uihiel. uns uun seine Eindrücke veröffentlicht, die von einer durchaus verständigen und nüchternen Auffassung getragen sind, äugert sich über den Charakter der Konserenz von Spaa u. a.: Aber Spaa ist nur der Anfang. Viel wichtigere Dinge müssen erreicht werden. Der Ober st e Rat hat schon zu lange gelebt. Diele Gruppe unverantwortlicher Männer, die Europa dauernd in Flammen hält, ist keine Vertretung der euopäischcn Demokratie. Der Oberste Rat ist nichts weiter mehr als ein Organ, das die Dekrete des Marschalls Fach ausführt, wobei Churchill die Kanonen, Lloyd George den kllnst- lichen Nebel und B o n a r Law die Dementis liefert. Er ist eine Beleidigung für England und eine Gefahr für die Welt. An seine Stelle muß ein Rat E u r o p'a s treten� ein Rat, in dem Gleichberechtigte für die gemeinsame Rettung arbeiten. Die Tätig- teit dieses Rates muß mit der des Völkerbundes verschmolzen werden. Wenn die französische Politik aufgegeben wird, dann wird der Völkerbund automatisch auf den Plan treten, und nur durch den Völkerbund kann der Friede gesichert werden. Wenn das erreicht wird, dann wird das Scheitern von Wilsons Politik in Paris später nur als eine fürchterliche, aber zeitliche Verirrung der Staatsmänner in der Erinnerung fortleben, durch die der schließ- liche Triumph der Vernunft nicht verdunkelt wird. Aber— und das ist das letzte Wort, das ich von der Beobachtung der Tragödien Mitteleuropas mitbringe— Amerika darf feine Hilfe n i ch t v e r w e i g e r n. Es muß seinen Anteil an dem großen Befreiungswerk der Menschheit übernehmen, das doch in Amerika seinen Anfang genommen hat. Kabwettssitzung in Spaa S p a a, 8. Juli.(W.T.B.) Sofort nach der Rückkehr von der Konferenz traten die Mitglieder der deutschen Delegation zu einer Besprechung zusammen. Daran anschließend fand eine Kabinetts- s i tz u n g statt, die über eine Stunde währte. Die Regie- rung hat sich sofort mit den in Berlin weilenden Mitglie- dern des Kabinetts, mit dem Reichspräsidenten, mit den Führern der politischen'Parteien und mit dem Reichsrat in Verbindung gesetzt. zweiten Internationale auszuscheiden und einen Weg für den Anschluß an die dritte Internationale in Mos- kau suchen zu wollen. Beschlüsse der englischen Bergarbeiter London, 7. Juli(Reuter). Die Konferenz des Bergarbeiterbundes in Leamington hat den Beschluß des Vollzugsausschusses ange- nommen. wonach eine L o h n st e i g e r u n g bis zu zwei Schilling täglich für die besten Arbeiter, sowie Aushebung der Preis- erhöhung von 14 Schilling 2 Dear pro Tonne für Hausbrand von der Regierung gefordert werden soll. Präsidentenwahl in Frankreich? Frankreich a. M. 8. Juli. Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Genf, daß Präsident D e s ch a n e l infolge seines bekannten Unfalles nicht mehr die Repräsentationspflichten seines Amtes erfüllen könne und noch vor dem 50. Jahrestag der Republik zurücktreten werde. Die Wahl des Nachfolgers dürfte Anfang August oder Ende Juli er- folgen. M i l l e r a n d l.rwerbe sich um die Nachfolgerschaft. Er werde als ernsthaftem Gegner Poincares habe». Die Gefahren von Spaa I?. 6. Die Komödianten der Rechten entrüsten sich ge- waltig über eine Rede, die der Genosse Ludwig in der Preußischen Landesversammlung gehalten hat. Dadurch, daß er die Beseitigung der Reichswehr forderte, soll er der Entente Material geliefert haben, auf daß sie sich in Spaa berufen könne. Die vaterlandsverrüterische Politik der Un abhängigen sei aufs neue festgestellt. Dieses Gehaben kann nur lächerlich wirken, und wenn Leute, die kurz vor den Verhandlungen in Spaa einen Mann wie H e l f f e r i ch als Redner im Reichstag vorschickten, s»ch darüber beklagen, daß wir die Geschäfte der Gegner be- sorgten, so werden sie mit ihren Denunziationen außerhalb des Lreises der borniertesten ihrer Anhänger kaum einen Eindruck machen. Ter Sprecher unserer Fraktion in der Preußischen Landesversammlung hat den Standpunkt ver- treten, den die Unabhängige Partei seit jeher einnimmt, und der auch der Entente nicht erst seit gestern bekannt ist. Wir haben es stets ausgesprochen und wiederholen es jetzt ganz ohne Rücksicht auf den Stand der Verhandlungen mit den Alliierten, daß nach unserer Ansicht die v o l l st ä n d i g e Beseitigung der Reichswehr nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine Notwendigkeit ist, und datz sich hinter der Behauptung, sie sei um der Ruhe und Sicherheit des Landes willen unentbehrlich, nur der Wunsch verbirgt, jederzeit eine Waffe bereit zu haben, mit deren Hilfe die Ansprüche der Arbeiterschaft vereitelt werden können. In dieser Auffassung vermögen uns natürlich auch die Darlegungen der deutschen Vemeter in Soao nickt.zu /'r- schüttern. Sie haben das alte Lied von drohenden kommuni- ftischen Unruhen gesungen, und wir dürfen ohne lpeiteres annehmen, daß sie als Beweise für ihre Behauptungen jenes Spitzelmaterial vorgebracht habest, daß uns zur Genüge be- kannt ist. Wir wissen ja. wie es gemacht wird, und wenn jetzt die nationalistische Presse Tag für Tag mit neuen Mit- teilungen von Putschvorbereitungen anrückt, so sind wir nicht im Zweisel darüber, welchenZwecken ihre Lügen dienen sollen. Wir haben des weiteren aber auch stets betont, dah die Be- würde, und nur wer auf dm Standpunkts steht, daß die Er- Haltung eines möglichst großen stehenden Heeres für Deutsch- land wichtiger sei, als die Erleichterung der ökonomischen Lasten, die uns der Friedensvertrag auferlegt, kann uns des Mangels an Berantworilichkeitsgefühl zeihen. Freilich sind wir uns auch darüber von jeher im klaren gewesen, datz unsere Stellung zu der Entwaffnungsfrage nicht nur bei den deutschen Reaktionären, sondern auch hier und da im Lager der Verbündeten auf Widerspruch stößt, da es dort Leute gibt, die aus diesem oder jenem Grunde das Vorhandensein einer deutschen Wehrmacht nicht ungern sehen.' Das wird schon durch die Tatsache bestätigt, daß die mili- tärischen Dinge in Spaa überhaupt wieder auf die Tages- ordnung gestellt sind. Die Roten, die kurz vor der Konferenz nach Berlin gelang: waren, hatten oersichert, das letzte A�it der Entente sei gesprochen und eine Erörterung des.lv- rüstungsproblcms werde nicht mehr zugelassen. Daß es trotz- dem an erster Stelle zur Besprechung gelangte, beweist, wie wenig einheitlich die Aufsassung unserer Gegner ist, und es sprechen ja auch alle Anzeichen dafür, daß sie trotz aller drohenden Gebärden sich schließlich mit einer Hlnauszogerung des Termins für die endgültige Durchführung der Herab» setzung der Heeresstärke einverstanden erklären werden. Erwägungen der verschiedensten Art kpielen dabei mit. Wird Deutschland tatsächlich entwassnet. so stärkt das die aus die Einschränkung der Rüstungen gerichteten Bestrebungen in England. Frankreich und Italien, u� die M> itari>ten auf der anderen Seite wollen von solchen LLunschen ebensowenig wissen, wie die Militaristen® fj" � ff:" Deutschen ihre Waffen zu belassem ,um einen Vorwand für die u n g e m i n d e r t e Auf rech t e rh altu ng> h res cioßttßtt � bellten. öbet kommt dann jetzt noch die Angst vor der russischen R o7- n A rm e e Nach der Meldung eines dänischen Blattes soll die Bereitwilligkeit zu Zugeständnissen bei den Alliierten durch die Nachrichten über den militärischen Zusammenbruch Polens bestärkt worden sein. Polen habe aufgehört, einen Sckustwall gegen den Bolschewismus zu bilden und aus Bm Grunde dürfe Deutschland im gegenwärtigen Augenblick nicht gar zu sehr geschwächt werden. Ob das auf der Konserenz ausdrucklich betont worden ist. geht aus den Berichten nicht hervor. Aber wir meinen, daß die deutsche Negierung allen Grund hätte, sich gegen den Ver- dacht zu wehren, als habe sie sich selbst dieses Argumentes bedient, oder als habe sie sich auch nur gefallen lassen, daß die Gegner ihr Entgegenkommen mit dem Hinweis auf die russische Gefahr begründen. Die deutsche Regierung darf auch nicht im Entferntesten den Anschein erwecken, als sei sie be- reit, sich zum Gendarmen des westlichen Kapitalismus gegen Sowjetrußland gebrauchen zu lassen. Dieser Eindruck würde aber schon dann hervorgerufen werden, wenn sie selbst das Vorhandensein einer russischen Gefahr anerkennte oder auch nur ohne Widerspruch zu erheben, die Gegner eine solche Ge- l "ahr als©uiub Jui u/u.'iuchglebigkeit anführen liehe. Es gibt keine Bedrohung durch die Volschewisten, da diese nicht daran denken, sich gegen die deutschen Grenzen zu wenden, sondern ihre ganze Politik darauf einrichten, das eigene Land aufzubauen und dem eigenen Volke Lebensmöglichkeiten zu schaffen. Wäre eine solche Bedrohung aber tatsächlich vor- Händen, so wäre es ein wahnwitziges Unterfangen, sie mit be- waffneterMacht abwehren zu wollen, und es würde imGegen- teil der deutschen Regierung die doppelte Pflicht erwachsen, ungesäumt die Verhandlungen mitSowjet- rutzland aufzunehmen und zu einem ernsthaften Ariedensschlutz und zu freundschaftlichen Beziehungen zu ge- langen. Jede andere Politik läuft auf eine Solidaritätserklärung mit der arbeiterfeindlichen Bourgeoisie des Westens hinaus, und wenn das das Ergebnis der Verhandlungen von Spaa sein sollte, so wäre ihr Schaden unendlich viel größer als ihr Rutzen. Der IdealfchmocK Es war zu erwarten, daß die Anwesenheit der bürgerlichen Korrespondenten in Spaa zu einem unappetitlichen Konkurrenz- kämpf in der Berichterstatlung führen würde. Daß aber die Würdelosigkeit der bürgerlichen Schmocks solche Blüten treiben würde, hat niemand vorausahnen können. Jede kritische Beobachtung ist zum Teufel, jcderKorrespondent telegraphiert aufs wahnsinnigste darauf los, je nach den Interessen seines Geldgebers. Kaum ein einziger besitzt eine eigene Meinung, jeder sieht nur das, was zu fchen ihm vor seiner Abreise nach Spaa ausgetragen worden ist. So kommt ei« Berichterstattung zustande, die nicht nur von politischen Entstellungen strotzt und die auch an Würde- losigkeit und Sthmockerei ihresgleichen sucht. Die Höchstleistung hat allerdings der Korrespondent des„Ver- liner Tageblattes" zustände gebracht, der sein früheres Pseudonym Bicndre nunmehr lüftet und sich als Paul Schrffer zu erkennen gibt. Er hat den Auftrag, unbedingt einen Zwist zwischen Fran- zosen und Engländern festzustellen. Da nun aber die Alliierten vereinbart haben, daß in den Berhandlunaen nur immer einer das Wort fuhrt, so kann er daraus keine Widersprüche feststellen. Er beschäftigt sich deshalb mit der Wisienschaft der Mienendeutung. In seinem Bericht vom 7. Juli macht er es dem Franzosen zu einem besonderen Vorwurf, daß sie vollkommen schweigen. Bei Herrn Foch will er das Verbrechen entdeckt haben, daß er bei Fehrenbachs Sentimentakitätsrede ironisch gelächelt habe. Das sei selbstverständlich eine bodenlose Gemeinheit. Aus diesem Schweigen und dem Lächeln zieht er den hochpolitischen Schluß, daß„ein grundsätzlicher Unterschied zwischen den Franzosen und Lloyd George bestehen muß".■ Den Höhepunkt der Schmockerei er- reicht er aber, als er erzählt,„ich habe dann einen Augenblick Lloyd Georges dicht neben niir gesehen". Die Redaktion des Welt- blattes, als das sich das„Berliner Tageblatt" stets bezeichnet, geniert sich nicht, diesen Satz in Sperrdruck ihren Lesern vorzu- setzen. Sie scheut sich nicht, das Eeschmocke von Lloyd Georges Pro- fillinie. feiner messerscharfen Nase, dem zierlichen Mund, der wuch- tigen, kühngeschwungcnen Kinnpartie wiederzugeben. Und wieder hat der Korrespondent das Glück, daß Herr Lloyd George lächelt. Diesmal ists ein„schwer bestimmbares Lächeln", aber für die geistige Erleuchtiiiigskrast eines Tageblatt-Korrespondentent gibt es kein Hemmnis. Und so erklärt er auch dieses Lächeln in dem hochpolitischen Satz:„Lloyd Georges hält uns nicht für böse Menschen". Wahrlich das Austreten der deutschen Delegierten war bisher kein Ruhm für die deutsche Nation. Das Schreiben der bürgerlichen Schmocks aber ist eine Schande für das ganze Volk. Rechtssozialisten für Meinungs- freiheit Verschiedene Blätter bringen die Nachricht, daß Genosse Heimich Ströbel durch den Ortsverein Steglitz aus der Partei aus- geschlossen sei. Es ist richtig, daß der Ortsverein Steglitz einen solchen Beschluß gefaßt hat. Der Beschluß hat aber, da er gegen das Organisationsstatut verstößt, leine Gültigkeit. Der„Vorwärts" regt sich seit einigen Tagen sehr ange- strengt über diesen angebliche». Ausschluß auf. Ströbel ist. wie er schreibt,„von Steglitzer Genossen aus der Partei kurzerhand hin- ausgeworfen worden, weil ihnen die von ihm v»rtretene Auf- fassung nicht paßt". Ströbel ist in der Tat wegen der von ihm vertretenen sozialistischen Anschauung kurzerhand aus der Partei hinausgeworfen worden, und zwar vom rechtsfozialisti- s ch e n P a r t e i v o r st a n d. Der„Vorwärts" wurde den Ber- liner Parteigenossen geraubt, seine Redakteure, darunter S t r L- B e l acmaßregelt, weil sie gegen den Verrat der Kriegssozialisten an allen sozialistischen Grundsätzen ankämpften. Das alles geschah unter dem Beifallsgebrüll der Meute,»ie heute sich das Recht an- maßt sich als Hüter der Ateinungssreiheit auszuspielen. Es ist Ä Schamlosigkeit, daß Leute, die damals den Raub des„Vor- wärts" bewirkten, die Beifall brauten, als K a u t s k y die von Ihm begründete und geleitet-„Neue Zeit" entwendet wurde, heute wieder mitzureden wage»! denn sie haben langst jedes moralische Rechst dazu verwirkt. Sonderbare Demokraten Die unabhängige Reichstagsfraktion hat einen' A m n e st i e- a n t r a a eingebracht, der in der Hauptsache den Zweck verfolgt, den wegen politischer Vergehen bestraften Personen den Rest der Strafe m erlassen. Durch die Annahme, des Antrages un Reichs- wg würde vielen Tausenden von Arbeitern die sich gegen den Kavv-Vutsch mit Waffengewalt erhoben hatten und dann von den K r i e n-'. Gerichten wegen Landfriedensbruch zu teilweise s ck w e r e n Zuchthausstrafen verurteilt worden sind, die T r e i l, e i t wieder gegeben werden. Dce Bestrafung der an der Abwehr des Kapp-Putsches beteiligten Arbeiter widersprach den wiederholt abgegebenen Erklärungen der Re>chsreg,erung die ausdrücklich versichert hat. daß alle dlefen.gen straflos bleiben sollten, die sich gegen den Staatsstreich Kapp-Lu twitz erhoben hatten. Die Kriegsgerichte haben sich um diese Anordnung der Regierung nicht gekümmert: wenn also der Amnestieantrag der unabhängigen Reichstagsfraktion angenommen wurde, so würde damit nur ein großes Unrecht gut gemacht und der Rechts- zustand wieder hergestellt werden, der von den Kriegsgerichten in gröblichster Weise verletzt wurde. Der Amnestieantrag ist also nur recht und billig. Er mußte ohne weiteres auch die Unterstützung der Demokraten sladen, da ja auch der frühere demokratische Iustizminister Dr. stitunck das Versprechen gegeben hatte, es solle keine Strafverfolgung gegen die an der Abwehr des Kavp-Putsches beteiligten Arbeiter eingeleitet werden. Aber weit gefehlt! Im„Berliner �.ageblatt wen- det sich der Geheime Justizrat Freudenthal in einem sehr scharfen Artikel gegen den Amnestieantrag. Der Verfasser ver- schweigt, daß es den Unabhängigen in der Hauptsache darum zu tun ist, den politischen Gefangenen die Freiheit zurück- zugeben. Er spricht ganz allgemein davon, daß durch die Annahme des Antrages den Schwerverbrechern die Begnadigung zu- teil würde, sie könnten dann wieder auf die Menschheit losgelassen werden, und das nzüsse man verhindern. Außerdem behauptet er, die Zeiispanne zwischen der Amnestie im Dezember 1918 und der jetzt von uns verlangten, sei viel zu kurz. Aus Gründender Rechtssicherheit sei deshalb ein neuer Amnestie- erlaßnichtzubefürworten. Herr Justizrat Freudenthal müßte als Jurist die UnHaltbarkeit i der aus Anlaß des Kapp-Putsches über Tausend« von Proletariern! verhängten Strafen kennen, er müßte wissen, daß die Kriegs- gcrichte sich den Teufel um die klar ausgesprochenen Kund- gebungeu der Regierung kümmerten, daß sie vielmehr in furcht- barster Weise Rache nahmen an denen, die den Standes- und Klassengenossen der Offiziersrichter während der Kapptage schwere Niederlagen bereitet hatten. Er müßte als aufrichtiger Demokrat die Amnestie mit dem Aufwand aller Kraft unterstützen, und auch das„Betliner Tageblatt", das doch bekanntlich der Demokratie huldigen will, sollte sich die gleiche Forderung zu eigen machen. Aber in der Beurteilung politischer Verbrechen scheinen die bürger- lichen Demokraten mit den Konniften y�rm in Arm zu gehen. Daher der Widerstand von dieser Seite gegen die Amnestie, der im Grunde genommen nichts weiter ist, als ein Widerstand gegen eine unparteiische Rechtspzcege. Ein Reinfall des„Vorwärts" Der„Vorwärts" weiß allerhand über eine von uns angeblich totgeschwiegene Konferenz zu erzählen, die pa) mit der Frage der dritten Internationale befaßt hätte und in der es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen wäre. Di« Angaben des„Vor- wärts" find völlig falsch. Ueber alle tatsächlichen Vorgänge könnte sich das Blatt aus den ausführlichen Darlegungen unseres Partei- Vorstandes, die wir kürzlich veröffentlicht halten, leicht unterrichten. ohne den„Informationen" eines Konfustonsrats aufzusitzen. Es ist insbesondere unrichtig, daß eine„Konferenz von 36 Führern und Abgeorrdneten" stattgefunden hätte, un- richtig, daß eine besondere Entschließung mittels Stimm- Zettel gefaßt worden ist, unrichtig, daß ein Kurier aus Mos- kau anwesend war. Sowohl der Brief Radets als der Stnowjcws ist längst veröffentlicht. Die ausführliche Antwort unseres Jen- lkomitees wird ebenfalls demnächst erscheinen. >He Revision des Steuerabzugsverfahrens Die Empörung der Arbeiter und Angestellten über ihre aus- nahmcrcchtliche Behandlung durch den zehnorozentigen Steuerabzug vom Lohn hat die Rcichstagsmehrheit mit Einschluß der Rechts- lozialisten veranlaßt, einige Abänderungen zu treffen. Das fteuer- frei« Eristenzminimum von 1599 Mark für jeden Zensiten und je 59927?. für Frau und Kinder— bei Einkommen unter 19 999M. I ährlich je 790 M.— soll in Zukunft vom tOprozentigem Abzug freibleiben. Aus den Tag umgerechnet erhält also der Lohnempfänger 2 M. vom Lohn ohne Abzug ausgehändigt, für Frau und Kinder weitere je 1,59 M. Bei wöchentlicher Lohnzahlung bleiben für je 30 M. für den Zensiten und weitere. je 19 M. für Frau und Kinder, bei monatlicher Zahlung 125 M. und je 19 M. frei. Bon dem darüber Hinausgehenden Lohn-»der Eehaltbetrag wird der zehn- prozentige" Abzug«rhoben. Auf Verlangen des Arbeitnehmers muß der Betriebsrat zur Festsetzung jenes Lohntriles hinzugezogen werden, der ihm ungekürzt auszuzahlen ist. Beträgt der Arbeitslohn für das Jahr mehr als 15 999 M. nach Abzug der für den Empfänger freibleibenden Beträge, so werden folgende Steuerabzüge gemacht: Für die Beträge von 15 990— 39 999 M 15% 30 999— 50 000 M 20% 50 009— 100 999 M 25% 109 000— 150 000 M 30% 150 999— 200 999 � 35% 200 009— 300 999 M 40% 300 999— 500 999 Jt 45% 500 000—1090 999 Ji 50% 1 999 OÖO und mehr M 55% Die Neuregelung des Abzugsocrfahrens bringt also für viele gualifizierte Arbeiter, Angestellte und Beamte noch eine Ver- schlechteruna des bisherigen Verfahrens. Di« Un- abhängige sozialdemokratische Fraktion hat deshalb und weil sie grundsatzlich auf dem Boden der BeseitigungdesS teuer- a b z u g c s vom Lohn steht, gegen das Gesetz gestimmt. Sie wird bei der Wiederauftiahme der Tagungen des Reichstages eine großzügige Novelle zum Einkommensteuergesetz als Initiativ- antrag einbringen und so erneut das Problem zur Diskussion stellen. Landwirtschaftsminister Braun gegen die Friihdruschprämie Die„P. P. N." teilen mit: Durch die Verordnung vom 39. Juni d. J. hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft abermals Frllhdruschprämien ausgesetzt. Es soll für Brotgetreide und Gerste aus der diesjühri- gen Ernte pro Tonne ein Lieferungszuschlag von 290 M. gezahlt werden, falls die Ablieferung vor dem 1. August erfolgt, und ein Lieferungszuschlag von 150 M., wenn die Ablieferung vor dem 16. September erfolgt. Die Landeszentralbehörden können für Teile ihres Gebietes mit Rücksicht auf späte Ernte oder sonstige besondere den Fruhdrusch erschwerende Umstände mit Gcnebmigung des Reichsernährungsministers die Fristen bis um vier Wochen verlangern. Die Gründe für die abermalige Aussetzung der viel- bekämpften Fruhdruschprämien hat Reichsminister Hermes jüngst dargelegt, es Ist aber bekannt, daß sehr weite Kreise der Land- Wirtschaft und fast sämtliche LandwirtschaftskamMern Gegner der Fruhdruschprämien sind und sie bekämpfen. Auch der preußi- sche Land wirtschafts mi nister Braun hat sich gegen die erneute Frühdruschprämie gewandt und beim Reichsernäh- rungsm, rnster seine Bedenken gegen sie geltend gemacht. Trotzdem sind sie beschlossen worden, da die Leitung des Mini- steriums ,n durchaus agrarisch gesinnten Händen sich befindet und nur das verfehlte Mittel der geldlichen Anreizpolitik kennt, um die Landwirte zur Ablieferung ihrer Erzeugnisse zu bewegen. Die Lügen über Mitteldeutschland Die reaktionäre Presse beunruhigt die Oesfentlichkeit fortgesetzt mit Nachrichten über die U m st u rz g e f a h r in Mitteldeutsch- land, die mit jedem Tage drohender werde. Aus welchen Grün- den diese Nachrichten in die Welt gesetzt werden, hat am Mittwoch abend die„Deutsche Zageszeitung" in einem Anfall von Ehr- lichkeit offen zugestanden. Es soll auf die Konferenz in Spaa eingewirkt werden, man will der Entente glaub- Haft machen, Deutschland stehe unmittelbar vor einem bolschcwisti- schen Aufstand und brauche deshalb im Interesse des europäischen Friedens ein starkes Heer. In den letzten Tagen wurde insbesondere behauptet, in Mittel- deutschland sei der Generalstreik beschlossen worden. Jetzt muß selbst von den halboffiziösen„P. P. N." zugegeben werden. daß dies alles purer Schwindel ist. Das Organ läßt sich aus Magdeburg melden, daß am Dienstag im Volkspark in Halle eine vom Vorstand des Eewerlschaftskartclls und Vorstand der U. S. P. D. einberufene Konferenz der Parteisekretäre der U. S. P. des Vorstandes der Gewerkschaften, der Mitglieder des Eewerkfchaftskartells und der Obleute der Betriebsräte samt- licher Betriebe tagte. Zutritt war nur gegen Ausweis gestattet. Diese stark besuchte Konferenz beschäftigte sich mit dem General- streik wegen des Steuerabzuges. Die Vertreter der Generalstreikidee stießen sofort auf heftigen Widerspruch. Nach längerer Debatte wurde festgestellt: Ein Generalstreik käme nur der Reaktion zugute. Dies werde am krassesten dadurch be- wiesen, daß von der äußersten Rechten, besonders von deutjch- nationaler Seite, die Stimmung für den Generalstreik und gegen den Lohnabzug bei Arbeitern und Beamten gefördert wird. Die Rechte will vom Generalstreik nur Unruhen, um die Notwendigkeit des Zweihunderttausend-Mann-Heeres zu beweisen. Dies könne die Arbeiterschaft nicht mitmachen, lehne daher den Generalstreik ab. Weiter berichten die„P. P. R.". daß alle Gerüchte von der Existenz einer roten Armee in der Provinz Sachsen als Hirngrspkast« zu verzeichnen find. In Mitteldeutschland wird nur auf einigen Gruben des Bornaer und Meuselwitzer Bezirks gestreikt. Es handelt sich um einen rein wirtschaftlichen Kampf, der bald beigelegt sein wird. Auch die 2sseldnng der Vi-cssestelle beim Oberpräsidentea Hörsing in Magdeburg, daß Kommunisten im E e i ß e l t h a t gewaltsam die Betriebe stillgelegt hätten, ist aus der Luft ge« griffen. Es herrscht dort vollsrandige Siuhe, die Arbeiterschaft denkt nirgends daran, die Geschäfte der Reaktion zu besorgen. Stinnes dementiert In der letzten Zeit ist in der Presse mehrfach davon die Red« wese», daß H u g o S t i n n e s eine Reihevon Zeitungen gekauft habe. Dazu wird der„Frankfurter Zeitung" von unter- richtet« Seite versichert, daß Herr Stinnes tatsächlich nur die 'Deutsche Allgemeine Z e i t u n g" und die..Handels- und' Jndustriezeitung" besitze. Alles andere sei Phantasie. Wenn Herr Stinnes auch nicht persönlich die 00 oder 80 Zei- tungen ausgekauft hat. so hat sie doch der E t i n n e s- K o n z e r n an sich gebracht, in dein Hugo Stinnes selbstverständlich der stärkste Mann ist. Daß Hugo Stinnes etwa sein Geld umsonst ausgeben sollte, ohne damit nickit irgend einen Zweck zu erfüllen, in diesem Falle die iveiigchendste Vertretung der großindustriellen Jntcr« essen zu üben, das glaubt doch niemand. SkiNnes ist eben Mann essen zu sichern, das glnuot doch niemand. Stinnes ist eben klug schickt ihm untergebene Gesellschaften vor. das Endresultat bleibt aber dasselbe: die Herabwürdigung der öffentlichen Meinung zur schrankenlosen Dienerin des Großkapitals. Der Streik im Waldenburger Revier Der Streik im Waldenburger Revier ist im großen und ganzen beendet. Dagegen wird noch im größten Teile der Gruben mit passiver Re,,st-iiz gearbeitet, und nur ungefähr 25—30 Prozent der üblichen Kohlenmenge gefördert. Die Gasversorgung eines großen Teiles 2lc«ttel,chlesieiis ist gefährdet. Den A r b e i t e r n s o l l d e r Lohn entsprechend gekürzt werden. Man vermutet hier- aus eine weiterr Verschärfung der Lage. Es werden Per- Handlungen durch das Arbeitsministeriuin geführt. Christliche Gewerkschafter gegen die Teuerung � �-w*~ � Köln, 7. Juli. � Der Christliche Metallarbeiterverband Köln hat eine Eni- schließung angenommen, in der mit Rücksicht aus die Teuerung und die geradezu verzweifelte Lage eine staatliche Herab- setzung der rationierten Lebensmittel und die Durcksührung einer allgemsinen Preisregelung gefordert wird. Insbesondere wird die Heraujjstzuim des Existenzmininiums von 1500 auf 4500 ££••<:'v®« l1- steuern als notwendig bezeichnet. Wahrend aljo die Zentrumsa r b e t t e r dringend den Abbau der Preise d« landwirtschaftlichen Erzeugnisse fordern, sind die Zentrums a gra r i e r drauf und dran, die Preije wesentlich her- aufzusetzen. Der jetzige Reichsminister für Ernährung ist Zsn- trumsmann und in hohem Maße, für die Liebcsgabenpolitik ver- antwortlich, die den Landwirten gegenüber vertreten wird. Der reaktionäre Schwindel Das Presseamt der b raunschweiaifchen Landesregie« ' u n g. trttt den Zeitungsmeldungen über angebliche kom« munistljche Umtriebe in Braunfchwcig entgegen. Ein vor einigen Tagen hier verbreiteter Aufruf des„Provisorischen Ober« kommandos der bewaffneten Arbeiterschaft Bezirk Braunschweia" wird als Fälschung bezeichnet. In Braunschweig herrsch« vollige Ruhe. Gegen die Verbreiter der saljchc» Nachrichten werde strafrechtlich vorgegangen werden. Die Widerspenstigen Der preußische Minister des Inneren, Herr Severing, hat am Mittwoch in der Landesversaiumlung erllärt, er wisse, dag an vielen Orten die Einwohnerwehr noch bestehe. Wo er etwas Bestimmtes darüber erfahre, schreite er rücksichtslos ein. Wenn diese Versicherung mehr ist, als eine schöne Phrase, kann sie der Minister gleich in Ber>„„.4.1!! zusammengetreten. Alle Länder E.i�v"aS �Kommissionen wurden eingesetzt. Sie be- rJrliPnnf,.! suu der Wiederherstellung des internati.'-.aie« nntinw..., V"'» T�phonverkehrs und mit der Frage des'!>!«- fereni �UHtaidteiiltcs. Deutschland ist auf der Kon- ferenz durch sieben Delegierte pertreten. "�"tige Streikmcthode. Das Personal der Turiner Ü.5»?at zu einer neuartigen Streilmeihode gegriffen. An Stelle der Arbeitsniederlegung fährt das Personal das Publikum �Ul innitllchen Strecken gratis und hat dadurch die unbedingten Sympathien des Publikums auf seine Seite gebracht. Wie es Mt..wollen auch die Eisenbahner demnächst' von dieser neuen Streikmethode Gebrauch mache».— Vielleicht überlegen sich auch einmal die Berliner Straßenbahn«, ob sie bei ihrem nächste» Streik nicht das Turin« Beispiel nachahmen wollen. Britisches Institut kür internationale Angelegenheiten. I» London wurde«n britisches Institut für internationale Angel-- genheiten gestiftet, wozu Viscount Erey, Balfour und Clyne die Anregung gegeben hatten. Es handelt sich um die Errichtung einer großen Bibliothek von Werken über internatio- nale Angelegenheiten und die Errichtung von Lesesälen. Die Ein- -1'0'* �K�icnzuiecken dienen und gleichzeitig den gesell« schaftlichen Verkehr zwischen Journalisten, Politikern und'B-- amten erleichtern. Aus aAer Weit 5 Mädchen beim Baden ertrunken . Wangeroog, 7. Juli. Beim Baden ertranken heute nachmittag fünf junge ch e n. Trotz mehrstündiger Wiederbelebungsversuche mft Saucf stossapparaten konnte keine gerettet werden. Zum Militärprogramm in Spae Erklärung des Bundes Neues Baterland In der Morgenausgabe des„Berliner Tngeblntts" vom 7. Juli verossentlicht Dr. L. Quidde einen Artikel,„Die Entwaffnun�s- Mdjj« in Spaa", in dem er durchaus den Standpunkt der Regie- »ung ,ür die Beibehaltung der 2V0 000 Mann sich zu eigen macht und besonders hervorhebt, er als Pazifist glaube an oie Ehr- tlchreit der Argumentationen der Reichsregiecung und sei fest davon überzeugt, ihr lägen alle Lnntcrgedanken fern, die bewaffneten Mächte für militärische Zwecke zu benutzen. Da Herr Dr. Quidde einer der Borsitzenden der Deutschelz sVrie- densgesellschaft ist, und seine von der Mehrheit der deutschen Pafljisten manchinal abweichende Meinung in Fragen von Be- laug gern von der gegnerischen Presse zitiert wird, fühlt sich der -Bund Neues Vaterland als pazifistische Organisation genötigt. diesen Ausführungen mit Entschiedenheit entgegen- zuireten. Es ist eine absolut verkehrte Anschauung der Dinge, dag Dr. Quidde die„Ehrlichkeit" der Reichsregierung in den Vor- dergrund rückt und im Anschlug daran hervorhebt, es denke kein ».halbwegs zurechnungsfähiger" Mensch in Deuljchland daran, mit dieicn für einen Kriegsfall gänzlich unzulänglichen 100(KK) oder 200 000 Mann das Land in ein Abenteuer zu stürzen. Ohne uns weiter über die Meinung der Regierung auszulcnien, müssen wir doch feststellen, dah gerade die maßgeblichen Perjonen in der Re- gierung in außerordentlichem Majie abhängig find von den Informationen der höheren Offiziere, hie ins duf geringe Ausnahmen befangen find in der maitaristiichrn Denkweise und jeden Abrüstungsgedanken undiskutabel empfinden. . Diese gründliche Einschlieszung der Regierung ist von allen pazi- I'stischen und linksstehenden Kreisen Deuischlands ohne Ausnahme Wt.bis zum lleberdrug beklagt worden. Sollte wirklich einem Politiker wie Dr. Quidde das alles entgangen sein? Nach Herrn Quidde soll in Deutschland kein„halbwegs zurechnungs- sahiger" Mensch an einen Revanchekrieg glauben. Naturlich lsl es für einen jeden, der bei der Betrachtung der Dinge fein Echirn nicht ausschaltet, eine SclvNoerständlichkeit, dag man unter heutigen Verhältnissen weder mit 100 000 noch mit 200 000 Mann bedeutsame kriegerische Aktionen unternehmen kann. Em Vlick in die sehr einflugreiche reaktionäre Presse lehrt jedoch, dag die Verfechter des Reoanchegedankens recht zahlreich find. In der Reichswehr, in der Verwaliung, in der Wirtichaft nehmen ste sehr wichtige Posten ein und machen ihren Einslug in dieser Richtung geltend. Man sollte sich also keineswegs die Sache so einfach mächen, wie es Herr Dr. Quidde tut. Was wir vor einem Jahr vielleicht noch als fixe Idee belächeln konnten, iit heute zu einem Glauben geworden, der weite Schichten der Burgertums deherrscht. Ist es doch, um ein Beisviel zu erwähnen, bisher noch nicht widerlegt worden, dag der jetziae Sachveistänoige mr Hecresangelegenheiten in Spaa, der General v. Seeckt. in diesem Winter in der Aula der HambUrgisaen Universität vor Studenten ausgeführt hat, dag wir uns stark erhalten mugtcn für den k o in m e n d e n K r i c g!! Kann der Vorsilzende der Deutschen Friedensgeselljchaft so leicht über alle diese Tatjachen hinwegsehen? Uebrigens entspricht es gar nicht den Tatsachen, daß wir heute nur noch eine Heeresmacht von 200 000 Mann haben. Wir hatten Ende April an Reichswehr, Zeitfrciwilligenverbändcn und Frei- korps 000 000 Mann. Heute ist die Abrüstung bei weitem noch nicht so vorgeschritten, dag die Ziffer von 200 000 errei't w ue, noch stehen mindestens 3 00 000 Mann unter den Waffen. Es soll nicht im geringsten bestritten werden, dag der Aorustungs- Prozeß schon aus wirtschaftlichen Gründen kein leichter ist, aber da bei den hohen Kommandostellen eben der Wille zur Durch- führung der Entwaffnung nicht vorhanden ist, und diese Herren den maggeblichen Einfluß auf die Rcichsregierung ausüben, wird das Problem natürlich immer schwieriger. Jeder einsichtige Politiker in Deurfchland sollte dazu beilragen,- den blsbcl zu zer- streuen, in den die Generalstäbler der Bendlerstraße eine Regie- rung nach der anderen gehüllt haben. Es ist zu bedauern, daß oin Pazifist und Demokrat von Verdiensten des Dr Quidde, der sich doch einer größeren Entschlußfreiheit erfreut, als der von der Ofzizlerslamarilla rettungslos beschlagnahmte Hen E e ß l e r, nun dazu beiträgt, den Rebef zu verdichten, anstatt-hn teilen zu Helzen. Innerhalb der Reichswehr aber herrscht über die Abrüstungs- be Kimmungen des Verfailler Vertrages die größte Unklarheit. da die„Instruktionen" sich immer nur auf den ewig bel-orstegen- den„roten Schrecken beschränken. Nach Art. 174 des Frie- densvertragcs haben sich Unteroffiziere und Gemeine auf eine un- unterbrochene Dienstzeit von 12 Jahren zu'verpflichten. Diese Bestimmung wird von vielen Truppenteilen nicht nur nicht be- lanntgegeben, fondern einfach mißachtet. So kann z. B. bei dem Freikorps Schulz in Oldenburg jeder junge Mann jeder zeit eintreten und wieder abgehen. Die Herren Korpsfübrer pfeifen auf den Friedensvertrag und auf die Regieiung, die ihn durchzuführen hat. Sie führen auf eigene Faust so eine Art Krümpersiistem ein. und die stillschweigende Duldung der Herren im Reichswehrministerium macht dieses Treiben erst möglich. Besser als die amtlichen Stellen erkennt die große Masie der Bevölkerung das Wesen dieses unehrlichen Spieles. Sie belächelt die schwächlichen republikanischen Atrüppen und sieht in der Reichswehr, den Freikorps und ihren Anhängseln, den Einwohnerwehren(für die auch Dr. Quidde ein gutes Wort einlegt!), nicht mehr als die Instrumente reaktionärer moMrchifti- scher Aufrüstung. Die Erbitterung des Volkes darüber ist die tiescre Ursache jener Erscheinung, die der oberflächliche und okt auch� tendenziöse Beobachter gern„Bolschewismus" nennt. Das vegurme Leben der Soldateska muß das arbeitende Volk aufs äugerste reizen. Der Bergmann muß täglich seine sieben Stunden arbeiten und erhielt bis vor kurzem eine wöchentliche Brotration von 2 Pfund. Heute sind es 8'!- Piund, wovon jedoch nach Eotheins rieststeltungen nur 20 Prozent Eetrcidemehl sind. Aber den An- gehörigen der Reichswehr wird tänlich ein Pfund Brot zu- gemessen. Dazu jeden Tag Fleisch. Butter, Wurst, dazu freie Klei 2z � Wohnung und 15 Mark Löhnung— an Eejechtstagen o?. zu einer offenen Ausfvrache mit deutschen Ii/-!-<2.■ ö- da war bei ihren leitenden Männern wirk- «Bitte zur Verständigung. Das Verftändigungswerk darf 2,�. säuern an den militaristischen Forderungen der deutschen Das deutsche Volk braucht zum Lehen Geireide und keine Soldatenspielerei. Nachdem ein Sackver- ftanoger wie Generalleutnant Löffle r, der militärische'Mit- 1»Frankfurter Zeitung", erklärt hat. es genüge eine HllU'st,ayI von zg oog Mairn, sollte auch ein Pazifist und Demokrat wie Dr. lluidde seine Anschauung einer gründlichen Revision un- terieyen. zum mindesten erst kritiscki vrüfen, ehe er sick an die Ociientlichkeit wendet und den Militaristen die willkommene Ge- legenheit gldt, sich auf dies Zeugnis berufen zu können. Nack feinem ganzen Anfgabenkreis fühl* i-ck' der Bund Neues Päter- land verpflichtet, gegen Dr. Quid'�s Ausführungen Einspruch zu erheben. preutzische Landesversammlung ISO. Sitzung vom ö. Juli 1920. In Fortführung der großen politischen Debatte erhielt das Wort? Genosse Ludwig: Der Gang der Verhandlungen in Spaa läßt es be- greislich erscheinen, daß Zentrum und Demotraten den Wunsch hatten, die Aussprache hier im Hause zu verhindern. Ihre Partei- münner haben dort zu kläglich abgeschnitten. Sie dachten mit den rührseligen Weisen die Ententeoertreter einzuseifen. (Unruhe.) Es gilt, der Entwajsnnngsfrage nicht auszuweichen. Wahrhaftigkeit gegen uns und gegen die andern ist unerläßliche Voraussetzung.(Sehr richtig! links.) Die reaktionäre Prelle sucht mit ihren jchwindelhaften Putschgerüchten nicht nur das deutsche Volk, sondern die ganze Welt anzulügen. Aber der Reichswehr- minister Hai auf den wahren Zweck der starken Truppenmacht hingewiesen. Die Arbeitslosen, die Kriegsbesckädigten will man damit niederhalten. Und auf die neuen Steuern hat er gedeutet und auf die ZOOOO arbeitslos werdenden Offiziere, über deren Absichten die Regierung sehr in Sorge sei. Die Art der Begrün- dung ist nicht geeignet, das Ansehen Deutschlands-u heben. Wir erstreben die Entwaffnung, damit einmal in der Welt da- mit angefangen wird, denn wir sehen darin den' Anfang zur allgemeinen Abrüstung, die von allen Völkern eine erdrückende Last nehmen wird. Die Ueberleitung großer Teile der Reichswehr in die Sicherheils- polizei ist eine Maskerade. Die Entente wird sich nickt täuschen laffen. Täglich lommen Tr«ppenverfch,ebungen vor. Truppenkörper, die aufgelöst werden sotten, werden anderswohin transportiert und dort lediglich umgetauft. Mir ifb die Abschrift eines vom Empfänger verlorenen Briefes zugegangen, worin sich der Brief- fchreiber über die Umtaufe einer Marinetruppe in eine Schieß ftanddivifion weidlich lustig macht. (Große Unruhe-j Oberprasidcnt H ö r f i n a hat empfohlen, den Belagerungszustand für die Provinz Sachsen aufzuheben, weil keinerlei Grund mehr dafür vorhanden ist. Sofort erhebt die rechtsstehende Presse ein Geschrei, weil ihr da» sehr gegen die Absichten geht. Man will das Ausland belügen und betrügen. Durch die gesamte Kreispresse sind Nachrichten über zahlreichen Waffenbesitz in Arbeiterhänden gegangen. Man hat sogar die Orte genannt, wo solches festgestellt worden sein sollte. Merk» würdigerwcise waren sie Orte immer fortaelaslen. wo das Kreis- blatt verbreitet wurde. Damit ist das verlogene Treiben genügend gekennzeichnet. Minister Braun hat gestern von Repressealien gegen Polen gesprochen. Wir wenden uns um so mehr dagegen, als wir auch nicht entfernt ein solches energisches Vorgehen gegenüber den Brutalitäten der Reichswehr im eigenen Lande bemerken. In der Verurteilung der polnischen Uebergriffe sind wir einer Meinung. Aber solange Volksgenossen«nmegen aller Zusicherungen zu Tausenden hinter Stacheldraht nefanaen ge- halten werden, haben Sie kein Recht, sich über andere zu ent- rüsten.(Sehr richtig, links.) Die Ernährungsfrage ist eines der brennendsten Probleme. Aber wenn die Deutschnatio- nalen sich über den Landarbeiterstreik entrüsten, mochte ich doch mit allem Nachdruck darauf hiuweisen, daß die Agrarier das ganze Jahr hindurch Sabotage in der Lieferung von Lebens- Mitteln treiben.(Lebh. Zustimmung links.) Die Gemeinden haben sich mit großem Eifer aber vergeblich bemüht. Kartoffeln während der schlimmsten Zeit zu erhalten. Vergeblich. Erst vor fünz, sechs Wochen, als sie halb verdorben waren, kamen sie zum Vorschein. Die heutzutage noch angewandte Ausweifungspraris schreit zum Himmel. Familienväter, die seit 20 und 30 Jahren sich in Deutschland aufhalten und nur die Staatsangehörigkeit nicht erworben haben, werden aufgefordert, innerhalb kurzer Zeit mit Weib und Kind das Staatsgebiet zu verlassen. Besonders werden Oe st erreicher- davon betroffen, Angehörige eines Staates also, dessen Anschluß wir doch erstreben. Weite Kreise des Volkes wünschend dringend, daß endlich mit der Kommunali- sternng wichtiger Betriebe begonnen werden könne. Ein Entwurf ist von der Reichsregierung vvr den Wahlen fertiggei»ellt worden. Merkwürdigerweise fehlen darin die Kinos. Des Rät cls Lo>ung liegt vielleicht in folgendem: Das Reich ist mit Kapital an einem großen Filmuntcrnehmen, der Ufa beteiligt. Es hat «st. kurzlich wieder bei der Kapitalserhöhung der Gesellschaft 3.7 M r ll i o nen zugezahlt. Nun ist das Interessante, daß diese Gelellschaft eine Zeitschrift, die„Lichtbildbühne" unterhält — vor wenigen Tagen sind ihr erst 1 0 0 0 0 0 Mark überwiesen worden— und diese Zeitschrift hat den ausgesprochenen Zweck, gegen die Kommunalisierung der Kinos zu arbeiten.(Lebh. hört, hört.) Nun zur iw die Min Wohnungsfrage. E s fehlen etwa 1 Million Wohnungen? in Berlin allein 40 000. Die Regierung steht tatenlos beijeite. Das Elend wird unerträglich. Die gemeinnützigen Baugenossenschaften sehen sich ganz außerstande, zahlreiche angefangene Bauten zu Ende zu führen, weil sie die Kosten für das Baumateriol nicht aufbringen können. Wir stehen vor der Tatsache, daß zahlreiche dieser Ge- nossenschaften zusammenbrechen müssen, wenn nicht schnellstens geholfen wird. Bei den Dtbatten spielte der Freispruch der Marbnrger Stu» denten im Gegensatz zu den� drakonischen Urteilen gegen Prole- tarier eine grosze Nolle. Tausenden wird in Rheinland und West« falen jetzt der Prozeß gemacht, trotz der bindenden Zusicherungen durch die Regierung. Das unter anderem auch von Severing unterzeichnete Bielefelder Abkommen sagte Straffrei- heit allen denen zu, die bis 2. April die Waffen niederlegtcn. Dennoch ist über 305 Pvotelatrier eine Strafe von 900 Jahren Gefängnis und 107 Jahren Zuchthaus verhängt worden. Ist das die Bsrmenschlichung der Politik dar.., die Demokratie. Sie säen damit unauslöschlichen Haß.(Stürm. Beifall.) Abg. Stendel: Ich schäme mich, daß sich in dieser schweren Stunde ein Mann gefunden hat, solche Ausführungen zu machen, wie Abg. Ludwig zu Eingang feiner Ausführungen-(Stürm. Zwischenrufe: Uebrr die Hinterhältigkeit Ihrer Vertreter schämen Sie sich nicht?) Die Entlassung von Verwaltungsbeamten ge- fchieht häufig ohne jeden triftigen Grund.(Widerspruch.) Wir gestehen den Arbeitern sehr wohl zu, in höhere Stellen aufzu» rücken, nur müssen sie entsprechende Voraussetzungen erfüllen. Für ein schweres Vergehen halte ich es, wie der Mi» nister Hönisch gegen die Marburger Studenten im„8 Uhr Abend- latt" geschrieben hat. Möglicherweise findet sich ein Gericht. d"ß solch schwere Beleidigung nicht mit Geld- sondern Gefananisstrafe ausspricht.(Stürm. Zwischenrufe: Denunziant.) Man hat mir nachgesagt, ich hätte in den Mtirztagcn KappdieSteig» bügel gehalten, als er vom Abgeordnetenhaus wegrilt. (Allgem. Heiterkeit.) Es stimmt ja gar nicht.(Erneutes Ge- lächter.) Minister Haenifch: Don dem Artikel, den der Abg. Stendel erwähnte, nehme ich kein Wort zurück.(Große Entrüstung rechts, Beifall links.) Minister Fifchbeck: Die Zusammensetzung des Reichswirtschafts- rats ist nach dem Gesichtspunkt erfolgt, möglichst die Interessen ausgleichend darin zu vereinigen. Der Etat wurde dem Hauptausschuß überwiesen. Nack einigen einführenden Worten ging die Vorlage über den Bau des Mit- tellandkanalo debattelos an den Handels- und Gewerbeausschuß. Es folgte die 2. und 3. Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Neuregelung der Verfassung der evangelischen Landeskirche. Genosse Kleinspehn: Wir sind immer die konsequentesten Vertreter der Forderung gewesen, Staat und Kirche zu trennen. Trotz dieser un- serer Stellung kann es uns nicht gleichgültig sein, welcher Art die Kirchenversasjuna ist. Wir wissen, daß die Kirche beherrscht ist von dem Geist- des alten Systems. Ich wundere mich nur, daß die Regierung ihre Zustimmung geben konnte zu einem Gesetz, das die Herrfchaft der Reaktion in der Kirche befestigt. Dadurch r>rd jede fortschreitende Entwicklung religiöser Erkenntnis ausze- schaltet. Wir lehnen das Gesetz ab. Auch die R eck t s s o z i a l i st e n lehnten es a b. Es f»nd demnach eine Mehrheit, weil die Demokraten zustimmten, trotz des durchaus uu demokratischen Charakters der Ver- fassung. Dann trat wieder die Schnellpresse in Funktion und es wurdeg zahlreiche Vorlagen wortlos durchgepeitscht. Nur die Er-, leichterung zur Erlangung der Befähigung zum höheren Verweb- tungsdienst wurde von der rechten Seite heftig bekämpft. Hierauf wurde bis 15. September oertagt. Die Ausschüsse sollen vorher ihre Arbeit aufnehmen. Dann kam noch ein Antrag des Bevölkerungsauslchuffes ausnahmsweise zur Ver- Handlung, daß die Seeslugstationen zu Wol'lsahrtozwecken zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Beschluß war nur inögla''- wenn kein Abgeordneter widersprach. Dem Ada. Stendel blieb es vorbehalten, den sozial bedeutungsvollen Antrag durch EiU- fpruch zu Fall zu bringen. Minutenlanger Lärm und"ifuirufe quittierten diesen unerhörten Borgang. Stendel stellte die unge- heuerlicke Behauptung aus, es fei bedenklich, die Stationen ouf solche Weis« dem Zugriff der Entente entziehen zu wollen. Das löste erneuten unbeschreiblichen Tumult aus, weil in der Tat der Bcvölkerungsausschuß kein anderes Motiv hatte,--.'s die vorhandenen Gebäude und Grundstücke zu Erholungsheim?» für unbemittelte Kranke auszugestalten. Minister Steaerwaldt erklärte sich hierauf bereit, auch ohne ausdrücklichen Beschluß dem Wunsche der Dkehrheit zur Verwirklichung zu verhelfen. Das wurde beifällig begrüm. 11 n- ft erblick) blamiert zog Stendel nunmehr seinen Einspuich zurück. Sein schäbiges Verhalten wird ihm nicht vergessen werden. In ÄSN naetatvn Tagen erscheint: Zum Gebrauch für Arbeiter, Angestellte und Gewerbetreibende Sofortige Bestellung erbittet fGriagsgenossenschaft Freiheit e.G.m .bteiluwq Buchhandlung s Berlin C 2, Breite£ dt. Str. 8-9 Das Reichsverkehrswesen Im Haushaltsausschuß gelangte in der Sitzung vom 7. Juli der Haushalt des Neichsverkehrsmi niste- r i u m s zur Verhandlung Nach Ablehnung eines vom Genossen Henke gestellten Antrages, die Sitzung zu vertagen, damit im Ausschuß nicht dieselbe mangelhaft verarbeitete Hetzarbeit geleistet werde wie tags vorher im Plenum, wurde inkonsequenterweise von demselben Leuten(den Deutjchnationalen) abgelehnt, die sich vor- her in genau demselben Sinne geäußert hatten Darlegungen des Staatssekretärs wie des Berichterstatters über die Neueinrichtung des Reichsoerkehrsministeriums wegen der dazu benötigten Mittel befriedigten fo wenig, daß die Deutschnationalen den Antrag stellten, einen Ausschuß einzusetzen, destehend aus Mitgliedern des Reichstages und Sachverständigen, der die Eisenbahn- und Verkehrsverhältnisse nachzuprüfen hat. Da das Defizit mehr als 1.7 Milliarden betrug, fei unbedingt die Vor- legung einer ausführlichen Denkschrift nötig, um einen klaren Ein- blick in die Verkehrsverhältnisse zu gewinnen. Von unserem Redner wurde betont, daß die Kriegskosten ge- sondert auszuführen sind. Denn die Abwirtschaftung des Materials fei durchaus als Kriegsfolge zu betrachten. Das Defizit mit einer Ueberzahl von Arbeitskräften zu begründen, fei wirklich nicht an- gängig, sondern nur eine Ausflucht. Bemerkenswert wyr die �Mitteilung des Berichterstatters, daß die deutsche Industrie große Mengen von Oberbaumatcrial in das Ausland liefere, während für die Reichseifenbahnen nichts zu haben fei. Trotz erheblicher Bedenken gegen die versteckte Nicht- abwicklung der Schisfahrtsabteilung wird der. Notetat von 0 Mil- lionen Mark gegen unsere Stimmen bewilligt. Nach sehr langer Debatte werden 10 Mill. M. bewilligt für den Va ü einer Eroßsch.iffab)rts st raße von Aschaffenburg zu- nächst bis Bamberg und dem Ausbau der Donau von Kehl- heim bis zur Reichsgrenze bei Passau. Der Weiterbau der Schiff- fahrtsstraße von Bamberg bis Nürnberg soll erst in Angrijf ge- nommen werden, wenn feine volle Wirtschaftlichkeit ohne Schiff- fahrtabgaben garantiert ist. Da auf unsere Anfrage hin der Regierungsvertreter erklärte, daß die Arbeiten an. Privatunternehmer vergeben werden oder schon vergeben sind, beantragt Genosse C r i s p i e n, daß die Reichsregie- rung die Arbeiten für den Großschiffahrtsweg in eigener Regie ausführe. Dieser Antrag wurde von allen Parteien abgelehnt. auch von den S. P.-Bertretern. Ilm der bevorstehenden Stockung in der Automobilindustrie vor- zubeugen, deren Ursachen von den Rednern aller Parteien auf den Mangel an Brennstof(Benzin) zurückgeführt wird, wird ein- stimmig die Annahme eines Antrages beschlossen: Die Reichs- reaierung tu ersuchen, die mit der Standard Oil Co. und anderen Gesellschaften abgeschlossenen Vertrage über die Lieferung von Benzin und Petroleum dem Haushaltsausschuß zur Einsicht vor- zulegen. Abbau der Lebensmittelpreise Der bauernbündlcrjsche Abgeordnete S t e g m a n n veröffent- licht einen Aufruf zum Abbau der Lebensmittelpreise. Er erklärt sich bereit, mit den Lebensmittelpreisen bis auf den Stand vom 1. Juli des vergangenen Jahres herunterzu- g e h e n und während zweier Monate diese Preise einzuhalten, um den übrigen Produzenten lebenswichtiger Bedarf''riikel ein Bei- spiel zur Nachahmung zu geben. Ein Nationalfeft in Frankreich. Die 50. Wiederkehr des Tages. dem die dritte Republik ihre Entstehung verdankt, der 4. Septem- ber 1870, wird durchs eine großartigyatiou� rckren Gipfelpunkt werden die zu der die französische Regierung trifft m Paris begangen werden Feierlichkeiten des 4. Se,' tichen Ileberreste der vier ungc» u».-«»,»----- �, 4. September in der Ueberfuhrung der jterb- ..r vier Nationalhelden von 1870, der Generäle Chanzy und Faidherbe, sowie Thiers und Eam- b e t t a s in das P a n t h e o n finden. Ein darauf bezuglicher Ge- fetzentwurf wird der Kammer noch vor Sezefstonsschluß zugehen. Belaijche Bergeltungsjustiz. Das Schwurgericht in Brüssel hat weitere vier flämische Aktivisten zum Tode verurteilt, den Lehrer Wannyn, den s o z i a l i st i s ch e n Schriztsteller Prima, den Kaufmann G o o ß e n s und den Profef�r T h l r y. die drei ersten sind aus Gent, der letzte aus Löwen. Der angesehene Arzt Stocke aus Gent wurde zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Zwei weitere Angeklagte erhielten„0 Jahre Zwangsarbeit und ein anderer 12 Jahre. Die deutschösterreichische Gewerkschaftsbewegung weist einen riesenhaften Z u st r o m an Mitgliedern auf. Der Bericht des Gewerkschaftsausschusses besagt, daß die Mitgliederzahl aller Verbände in dem kleinen Deutfchosterreich heute 878 381 beträgt (Zuwachs 115 573). 46 000 mehr als im Jahre 1913 im ganzen alten Oesterreich vorhanden waren. Der Bericht verweist darauf. daß die Gewerkschaften samtlich entsprechend der Teuerung ge- waltige Lohnsteiaerungen durchsetzten, die chemischen Industrie- arbeiter um 14 Millionen, die Textilarbeiter um 50 Millionen Kronen. Deutsche Studenten in Schweden. 200 deutsche Studenten sind auf Einladung fchwed, cher Studenten in llvlala kür-ine» lOwöchigcn testenlosen Aufenthalt eing-troff-n.''! Preise für Salzheringe ii(iiiiiiiiii.iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiini(i>iiiiiiiiiiiiiii(iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiniiiiiniiiiiiiiininiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii>tiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiMiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiii>i(iiiiiii Ab 1. Juni sind die Großverkaufspreise für Salzheringe herabgesetzt worden. Im Klcinverkauf können danach jetzt kosten: Norwegische Salihermge je nach Qualität u. Jahrgang GnWilnge Ware 80 Pfg. Ols Ifi. 1,15 je 6rM| KleilislNigere Ware.. 80 Psg. und weniger je StA oder Mk. 2.10 bis Mk. 3.00 je 1/2 kg Hering ohne Lake. Englische Selzkeringe GwßWckige Ware M. 1.35 je SM l Mittelgroße Ware Mk. 1.05 je SM l KleinfMige Ware Mk. OB je SM oder Mk. 4.20 bis Mk. 4.40 je'/? kg Hering ohne Lake. Bei den Preisen können wegen der nicht ganz genau zu berechnenden Transportkosten, deren Vcrrechnling nach bestimmten Vorschriften erfolgt, und wegen sonstiger Abw>ichungen kleine Unterschiede von schätzungsweise bis zu 10 Prozent eintreten� Berlin, den 3. Juli 1920. Reichsfischversorgung G. m. b, ff, Salzherings-Einfuhr G. m, b, H. I «s.» f 1141 1, 11'I.MIWW—— WBWW— Theater und| Vergnüg itngen;J Volksbühne V/2 Uhr: Vrnder Martin SleuZs Bllk'theater Äöpenicker Str. 68. ui-r: Ije z Zivillnige. Staatl. Schauspieüzaus. tO p< r e: t e n- G ast f p i e l) �•Jle Strohwitwe 7,30 Uhr Musik von Leo Blech Großes CchlUispielhaus Karlftraße 7 Uhr: Inlius TÜsltr <2. Abteilung,«V. Abend) Direktion: Mar Reinhardt Deots-Hes Theater A?«ria Lrska in 8Uhr Weib u.Hampotmann Költtmerspiele 8 Uhr: Leibgardist Kleil-es Schauspiklhaus 7� Uhr: A!Ui)se der Pandora Theater des Westens SUax Pattcnberg '{�8 Uhr: yamtNe öffjimefc. Direktion Carl Meinhard- Aud. Bernauer Theater i. d. Mtagrößer Straße Gestündnis KvatW-enhans 8 U. vis l?siso ln öle kiältcbsnzvit Perliner Theater 1/.j8 Uhr: Der letzte Walzer. LGüß-Theater Sommerspielzeit Allabendlich S Uhr: LeHSloine Kotistaatln m Jas Glas der Jungfrau Ieatslh. K!it!jtl.-Theater Allabend!i6) 7Vg Uhr: Die bessere Hälfte mit Mar Adalbert Rose-Theater ">/, U'ir: Schrtiarza-aldmiidel tüartcnbiihnc täglich! � Uhr: Die Fluchl um d.. Erde. Nenes Operettenhans Dirrhwr I-ari«rcn Allabendlich 7 Uhr SO Minuten: Prinzessin Fried! Manm- Theater (Bahnhof Friedrichstraße) Allabendlich 8 Uhr: Der große Erfolg Maskerade S°nn..ll � Störenfried 4 Uhr: Neßdenz- Theater (Stadtbahn Iannowitzbrücke) Allabendlich 7-/, Uhr: Der große Erfolg Rsslhhosss We Mf 4 Uhr: Berliner Prater Kastanien-Allee 7— 9 12 Variete-EeilWonen 12 Schaubühne Landsberger Allee 76/77 (direkt am Ringbahnhof). In der Tanz-Diele Ansang l/,5 Uhr Täglich! Bei Regen im Saal! Theater am Kottbuser Tor y Elite-Sänger i) Täglich 7,/3 Uhr M M Gastspiel der Original Vorverkauf 11— U, u. 4—6 Uhr äglich 7H, Uhr: Kasernenluft. (Kliems):: Hasenheide 13 Tägl. 8U. Opercttcn-Schlager Was junge SNädchen träumen? ab k'/zU: Erstkl. Spezialitäten Ehemalige» Voigt- Theater Badstraße 58. Sommerbühne: Täglich nachm. 4'/, Uhr:- ilRoim'oto luori Er mutz taub sein! Ü'X: DerliedeAngnU Kammer-Tanzfp iele Bülowstr. 6, am Nollendorsplatz Telefon: Lützow 2305. Täglich 7� 4 Uhr: Orient. Ballctt-u.Schönheits-Tänze Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108— 114 Toglich Konzert und Vorstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags u. Sonntags Großer Ball. DieKaffeckücheist tag!, geoffn. Anfang wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Apollo- Theater Friedrichstr. 218 yi � Allabendlich •• w Sonntags 3>/, u.■ 2 Uniiderireffliches Bariete-Programn? Beginn des 2. Meisterringer-Wettstreits um Preise von 12 000 Mk. ■4 n Weltmeister des-4 p Ih Aingsoortes I N haben sich gemeldet. Unter anderen: Hintze, Welt- meister; Georg Strenge, Welt- meister; Tompson, Neger- Champion-Westindien.; H ufer, Meisterringer-�ayern usw. Dord-m: Großes KDIIjKl imd Varlele-Blirslclluug. Sonntags u. Donnerstags Pnllant-Zeuerwerk Mittwochs von 3 Uhr ab Familien- und Kinderfeste mit Geschenk- Verteilung. Anfang des Konzerts und.der Borstellung Sonntags 4 Uhr, Wochentags V,7 Uhr. Die Ringkämpfe beginnen um W Uhr pünktlich. theatbh S. � eche .A MOS WOÜSOB Die lehte - vorsiellung »eill« kria ais kM-ZcIisiiZii>s>grill > uslsiii,4 m l Os»! Oswa:da Die Frau Im Dok'.orhui Ln�lspiel mit Lette Neumann Elelittomotore Der Liebe briet der Köt Igln Lu tsjilcl Gleichstrom:: Drehstrom kauft JngenleurbureauSchlichting Berlin WO, Linkste. 10. Telefon. Lühvw 3706 it. 861». ,t» Das Ma kenfest des Lebens Schauspiel Ankauf von Gold, Silber» Platin und Juwelen zu den höchsten Tagespreisen.— [t Die Oaudl vom Celserhoi öchanspiel £ Berkavs non Tra II 1*1 n g e enorm billig II Dukatengold, 900 gest., Stück 130 Mark an 14 krt, 585 gest., Stück 70 Mark an 8 krt. 333 gest., Stück 40 Mark an Agnes Arnau und ihre farel Freier Lustspiel — lg hlllis Boö. BrcllnO.,Mrefls|lr.44:,'i™ : Iandors Niemand weiss es j Schauspiel/ Eegie Lupu Piek H inptdarsteller: Edith Posca ✓ Johannes Rlemann DIE INTERNATIONALE ,Pola Negri-ZyKlus' Oer ge be Schein Scha. spiel Tragikomödie in 4 Akten von Emi» Hallupp wird aufgeführt am Ui. im lt. 1 abends?'/, Uhr Im •WALHÄLLA- THEATER Weinbergswog 19-20 Karten in der Buchhandlung Freiheit, Breite Strasse 8-9. Die Internatiomle In/ Rauschgold äch&uspiel In 4 Akten Lottchens Heirat B. B. Luatspl 1 liitilnsilciiisiiiiiisMet.ssiiaira Miti. amiMrgcileiiSiiiiiinaciisi üisuailir igfeisiciiil za rlüiid. zd Mh Ali irmaijzr imzinaz uiSZl�erzts�ngzuisilSsi.azltegi reetiiiUigezasilo, eine?äi:lii!t[- riseSiias.JienameJllJ.O'SJjlsalMeii cm Uereinileliwei ures Mlllileieni Mlfarenoizltensolliei. Man wende Der GaZeercnslräfllng 9. hi< 12. Jn! L i'eli 13. bis 1. Juli Ii. Teil noelunutsiti/ ild,/ ttnnUf;!. eegintlUcr |) Friedrich-Wilhelmstädt.| B-llschmi-der, .�VARIETE-GARTEN •/ Ehausseestraße 30 � Badstraße 16 Dir. Alex. Grahlmann � Die gröhten und billigsten Darietebiihnen Berlin« Unsere Programme sind unerreicht � In jedem unserer Gärten 12 ATTRAKTIONEN 12 u. A.: 2 Roits, Handakrobaten, Victor Ritter» Berlins j bester Humorist, 3 Borkums, kom.Muf.-Akt, 2 Voostens». Equilibristen auf rollender Kugel, Charles& Ltj, kom. Radfabrer. Fritzi Frou» Berlins beliebteste Soubrette, I Eara Ealiva, indische Tänzerin mit Schlange. 4 Benas. Schleuder-Akro baten. 5 Lins, Radfahrer-Akt, 2 Rlar-/ kanis» Gladiatoren-Spiele» usw. Jeden Donnerstag bezu». Mittmoch� Elite- Brillant- Feuerwerk� B»lliÄWe.AelilerMWWpli>l! connabenü, d. 10., Sonnia». b.ll., Mittwoch. D.14. Iulin. nachmittags 3 Uhr Die Fledermaus Operette von Johann Strautz unter Mitwirkung des Blüthner- Orchesters Z p iell t! t UTt g: SNaximilian im ort» Kassmprcisc: 10.- 7.3>, 6.—, 4.— unh 2.50 Mb. DeutW MMMiltt-MM PerivklAligsstelle Berlin N. 5t. Linienstr. 8Z-Ä CclchSst'zeit von vorm.» ühr bis nachm. 4 Ahr. Trlrphoni«ml Norden 185. ms. 1987, 9714. UcttungJ ?lchtunP w. MMke ZU Zen'üÄeksgM Ul M»�eUiideneliieiiiideiii d« DerKistenverschlntzDparat „NerkuleX" bietet den größten Schutz gegen Diebstahl. Schnellster u. billigster Verschluß. Kein Nageln mehr» �ifti kein Zerbrechen der Kisten auf dem Transport und beim Oeffnen. Georg IM Tel.: Mundil 4462. Dil Rottfcpung der«Benttaiotrfammiung unfettt Deiwuliuua� stellt finSrt am Montng, den 12. Iiili 1Y2a abends B Uhe in den Cophienfalen, Top iciinr. 17>8 statl. Zutritt nur gegen Varzeignng der Delegicrirn-vegilimalioe� Karle, oder der gestempelten Legitimationskarte für die si™ glieder der erweiterten Ortsverwaltung und des Mitgliedsbu Vertrauensleute, welche nicht Delegierte find, haben keinen �utn»» Die Ortsvern»altung�> DeiiM MOM-MW Zweigverein Perlin SS1K. engel-Afer lS. Fern'vr.Mori!!»!.!� Wmg! Tiefbau Am Freitag, d>, S. Juli, aben>s 81 UKr in od Ge>i»nnia>ä k:> C�cinnoottroßu Bersämmiudi aller im Tiefbau beschaf. igten Kollegen, i Tagesordnung: Der Stand der LohnbewegnM In Ai'betracht der wichtigen Taaesordnuna jede Bauhelle ve'trrte» lein.- Der Borsta>>?! Berem Berliner BuchdnlÄer n. Elfirisl''ie Beichiussc der Geaeialv. rfamm.nug vom 7.Juci ö iib.r die Erhebung eines Exirabeitrages für die Mo. ale Juli, Aug:,». Scpiember l9-!0 r Linderung der tzlot«»se er Arbet'siosen: 1. Alle voll beschäftigten Mitiiiei'er einen Exirabettrag von ti. Mark wöche 2. Alle Mtigiieder, di,- einen B.rNenst vo 300 u»d datüder haben, zahlen tweu ttxirabct»� von 5 DIark wö henllich. 3. Vo» dem Erlös aus Ueberstunden sind 50'» tuam.Nen der Aibe tslosen abplsslbren. Kollegen, die verkürzt arbeiten, sind v«' dem Extrabe.trag befreit. Die ExtiabeUr« weiden mir dem vldeuilschen Beitrage, der'l 1. Ottober 1920, wie blsshrr 4 50>>nf. bei ägt. ctf maiig für die Woche vom 10 I ll, bis 17. J»li lrhodcn, sind jedoch gcsond.rt auf den Beilral? listen in der Rubelt„Einschreibepeid" zn Der Gauvorstand�, <>oo<>öc<>c�<�oc<>oo� Spadition Hoffmann, f amenberg b.Qrünau, üermanensir.&i/öt __ B sucht eine �eitungsaustragerin ÄieWeil kauft Großmann, Norden 106 21. MW Johannisstr. SekleiSungnieUe Eigentümerin Stadt Neukölln Neukölln, Bergstraße 29 E M W Z BEDEUTENDE PREIS-ERMSSSIGUNGEN ANZÜge saubere Verarbeitung, gute Stoffe.................. Mk. 650.— 550_ 425_ 345__ Sommer-Paletots Marengo gefüttert................'......'.......'' � 345'-- Konfektion Hofen--l-r-ist..........................• m 165.— 145— 125— 100— 75/30 Drell-Anzuge............................................. m 50_ KostÜMe in farbigen, dauerhaften Stoffen, neueste lange Formen jetzt Mk. 515.— 385.— 245.— 185._ 125._ � Sommer-Mäntel in seidenartigen, imprägnierten Stoffen, auch Gummimäntel............... m 3gZ_ Haläschmere Ulster in verschiedenen Farben, modernste Musterungen und Formen........... 3ZZ_ fcfetl O'll Damen-Nöcäe in farbig, blau oder schwarz, nur erprobte, haltbare Qualitäten.......... von Mk. 35 50 an ................................................................... Solide Blusen fürs Haus farbig oder dunkel, dauerhafte Waschstoffs............ jetzt von Mk. 30�80 an Elegante Blusen w Batist, Crep de chine, Atlas usw., mft Stickerei und Handhohlsaum...... jetzt von Mk. 58.— all GesiWszclt mn 8-0 Uhr/ Fachmäimlsche Wienung geiviihrleistel/ Warenabgabe ohne Bezilgsschein ail jeliermanll. azich aii Nicht-NelibSIIm/ Im sklben Hanse Slädtisihe VesohlausM/ ReparMt« mitKeroleder preiB� Nr. 288 Beilage zur„Freiheit" Freitag, S. Juli 1828 i»' « (• 16(• 'J e.(• s 5�3 i 3=35 d i ung� hr LlC« � iotw M t5ä uirfg na», ,1095 !»z! > PC llfj Ng' m'1! n# j ) z«» -chiC >W turf 30«i ir4i er» ragk i-n. ,» oöj n j« tr.' Der Massenmörder Schumann vor dem Schwurgericht Nach Eröffnung der Sitzung durch Landgerichtsdirektor P i o- l e t t i teilt Staatsanwaltschaftsrat Dr. Steinbrecher mu, dah in Mainz, wo Schumann Soldat gewesen war, gegen«ch. ein Strafverfahren wegen Notzucht und Körperverletzung anhängig sei. Das Gericht beschtteht, die in Frage kommenden, Zeuginnen tele- graphisch zu laden. Der Doppelmord Rietdorf-Biedermann. Es folgt die Beweisaufnahme über den als Doppelmord,?iot- Zucht und Diebstabl angesehenen Fall Rietdorf-Biedermann: Der Volontär Walter Rietdors und die Kontoristin Charlotte Bieder- tnann hatten am Sonntag, den 2g. Juni v. I. als Wandervogel ausgerüstet, einen Ausflug nach Falkenhagen aemacht und blieben von diejem Tage an verschwunden. Im Laufe des Ermittlungs- verfahren? gegen Schumann wurde in dessen Wohnung eine Her- renuhr und in einer Spandauer Pfandleihe ein Damentrauring und ein Freundschastsring beschlaanahmt. Der Vater des Rietdotf erkannte oie Uhr als Eigentum seines Sohnes wieder, eben>o die Mutter der Biedermann die Ringe als Eigentum ihrer Tochter. Als ferner bekannt wurde, dah Schumann auch in einer Hohle am Falkenhagener See gehaust haben sollte, wurde aus Veranlastung des Kriminaloberwachtmeister Lahmann Nachgrabungen>n der Nähe dieser Höhle vorgenommen. Schon nach wenigen Spaten- stichen stieh man aus die in eine Zeltbahn eingehüllte Leiche des Rietdorf. Daneben lagen, ebenfalls in ein« Zeltbahn eingehiUlt. weibliche Bekleiduiigsstücke. die der Biedermann gehörten. Bei weiteren Nachsorschungen stieh man in 70 Metern Entfernung von der höhle aus eine Stelle, die frisch mit Rasenstücken und Reisig belegt war. Beim Nachgraben stieh man auf die schon stark in Verwesung geratene Leiche der Biedermann. Diese war nur noch mit Korsett,' Hemd und Strümpfen bekleidet. An beiden Leichen wurden tödliche Schuhverletzungen festgestellt. Unter dem Eitckruck dieser Beweise gab Schumann dem Zeugen Lahmann ,u. die beiden Leute erschossen zu haben. Er behauptete, er habe im Walde«in Zelt gesehen und sei sofort, als er hineinsah, von Rietdorf gewatt- sam hineingezogen worden. In seiner Bedrängnis habe er mehrere Schüsse abgegeben. Die Leichen habe er am nächsten Morgen vergraben, um die Spuren der Tat zu verwischen. Jetzt leugnet er die Tat Frau" R i e t d ör f hält einen Selbstmord des Sohnes für ganz ausgeschlossen. Auch die Schwester des Ermordeten. Zeugin Else Rietdorf bestreitet entschieden, dah an einen Selbstmord de» Paares gedacht werden könne. Auch ste erkennt die Uhr und Portemonnaie, die bei dem Angeklagte» gefunden sind, als das Eigentum ihres Bruders wieder. ,irau Biedermann, Mutter des ermordeten 18jährigen Mädchens. die Kontoristin bei der A. E.-E. gewes«» ist,«rrlart die angeblich von dem Angeklagten„gefundenen Ringe als ihrer Tochter gehörend mit aller Bestimmtheit wieder. Der Angeklagte weih nicht, wie seine Aussagen in die Protokolle kamen. Nach Wiederausnahme der Sitzung hält der Vorsitzende dem Angeklagten vor. dah er bezüglich der dem ermordeten Kiwitt gehörenden Uhr zuerst bei seiner ersten Vernehmung gesagt habe, er habe die Uhr von einem Soldaten in Spandau zum Pfand erhalten, während er später behauptet, ste gefunden zu haben. — Der Angeklagte weih dies nicht aufzuklären, behauptet aber immer wieder, er habe unter dem Zwange von Mihhandlungen ausgesagt: er sei teilweise gezwungen worden, die Unwahrheit zu sagen. Auch bezüglich des ihm vorgehaltenen ausführlichen Ee- ständniffes in den Fällen Kiwitt-Reich und Biedermann nach dem von ihm unterschriebenen Protokoll behauptet er dasselbe. Es sei 'hm gar nicht eingefallen, aus eigenem Antrieb«in Geständnis abzulegen. Wie das alles ins Protokoll gekommen, wisse er nicht: „er habe es doch nicht niedergeschrieben". Der Angeklagte bleibt dabei, dah er verschiedentlich von Herrn Lahmann und seinen Beamten gemihhandelt worden sei. Zeuge Lahmann: Das ist alles nicht wahr! Der Angeklagte hat überhaupt kein« frechen Antworten gegeben, wir haben uns über die Ding« in ruhigster Welse unterhalten. Ich habe meine Beamten dringend aufgefordert, mit dem Angeklagten sehr behutsam umzugehen und bei der Knebelung aus dessen verletzte Schulter Rückficht zu nehmen. Vorf.: Angeklagter, das reimt sich doch nicht zusammen, dah Sie angeblich mihhandclt worden seien und man Ihnen dann wieder Zigaretten gibt.— A n g e k l.: Die Zigaretten hatten nur den Zweck, ein Geständnis von mir berauszuholen, ich habe sie still- schweigend angenommen, um Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen.— Zeuge Lahmann: Ich habe sein Geständnis, dah "®'d«rrufr, ursprünglich als Blödiinn erachtet gehabt: das Gestandms in der Cache Kiewitt— Reich ist nach seinen ureigensten Angaben niedergeschrieben worden. Der Angeklagte hat von An- fang an das Bestreben gehabt, all« Eigentumsvergehen glatt ab- zuitreiten und die Mordtaten so darzustellen, als ob er von den Ermordeten zu der Tat gereizt worden sei. Er hat in jeder Weise Die säjwere Stunde Roma» von � T1. Victor Panin »Bei uns ist ja jetzt alles auf kommunistische Weise eingerichtet. die Häuser sind sozialisieri, weiht du? Meine Frau und ich bewohnen zwei kleine Zimmer, in einem sind unjere Kleinen� ingenistet und im andern leben wir.Alten', und es geht, ich kann nicht klagen.. leii�V� mir Stufen der Treppe voran f ich sehe an her S. schuhen ganz burchlöchenr Sohlen, der uniere Teil bnocn ml i?t zerfetzt und der alte Raa ist an den Ellen- S,und°uf dem Rücken geflickt. Ich frage muh od et ®'0 tut. oder ob ihm dies wirüich gleichgültig ist? sieh mal, wen ich dir mitbringe!" sagt er. rn ez��enm ütze auf den Divan, reib: sich dve er- KnKni— n l'»Siehst du. seine Schriftsteller-Erzellenz. Modo' D««* übrigens ist ja jetzt Exzellenz nicht in f). imst du wobl nicht- erwnnel, was? Dein Ge- rlailrf s.."'"" ein Mond, das heißt ein wenig dummria. verstehst du wohl? Nun. es tui ja nichts, fei nickt dose. meine L-cbe'ck scherze ja nur", jügt er hinzu und klopf seine Frau auf die Schulter. „So höre doch auf, laß einen mal zu Worte kommen!" Gerade m diesem Augenblick sperrt er ganz erstaunt die Augen weit auf. sch-agt v-e Hände zusammen und tritt dicht an Mich heran, als traue er feinen Augen nicht.- „Was fehlt dir, Kolja, du bist ja ganz grau geworden! Wie kommt denn das. feit wann?" i ie Frau bemerkt eben erst meine grauen Haare und sagt mit einem leisen Seufzen: „Diese verfluchten Zeilen, was machen sie aus dem Menschen!" „Du hast wohl noch nicht gefrühstückt?" fragt Nikitin. „nun, um so bester, Freund, meine Frau wird uns gle.ch etwas zu esten geben. Ich habe ja auch feit dem Morgen kein Krümchen in den Mund genommen. Du mußt es uns nicht übel nehmen, Bruder, es ist eben nicht wie früher... etwas warmes Master, irgendwie gebrüht, ein viertel Stück Zucker, mehr gibt es nicht, mein Lieber, und ein winziges Stückchen Brot, das ist alles; was ist viel zu kochen!" versucht, den Gedanken auszuscheiden, daß er mit Ueberlegüng gehandelt haben könnte!— Staatsanw. H o r st m a n n(zum Angeklagten): Sie haben vorhin gesagt, der Zeuge Lahmann sei „der geistige Urheber" der Mißhandlungen. Was wollen Sie damit sagen?— Angckl.: Daß die Polizeibeamten dies be- russmäßig betreiben, es ist gewissermaßen ihr Geschäft und sie haben eine Uebung darin.(Heiterkeit.) Zeuge Lahmann läßt sich aus Vorhalt nochmals ausführlich darüber aus, wie der An- geklagte in den Fällen Kiewitt— Reich und Biedermann feine lehr detaillierten Angaben über die Borgänge gemacht hat Die Aussagen des Untersuchungsrichters. Amtsrichter W i e l a u hat den Angeklagten zuerst im Krimi- nalgerichisgebäudc vernommen. Er war fast entfetzt darüber, wie ruhig und lachlich der Angeklagte auftrat. Der Angeklagte zeigte auch nicht die geringste Erregung. Als ihm die Protokolle vor- gehalten wurden und er befragt wurde, ob denn all das ent- fetzliche wahr fei, hat der Angeklagte die meisten Mordtaten glatt- weg zugegeben, bei der einen Mordtat aber den Raub bestritten und gesagt, er wollte die in Besitz genommenen Wertsachen auf- bewahren, um ste den Eltern der Ermordeten als Andenken an diese zuzustellen. Verschiedene der Notzuchtfälle hat der Ange- klagte bestritten, aber die Mordtaten Engel, Paul. Kiewitt, Niel- bock, Niethoff, Biedermann usw. ohne Zucken zugegeben. Der Zeuge hält es für ganz ausgeschlossen, daß der Angeklagte das Geständnis abgelegt habe, ohne daß er die Taten wirklich be- gangen habe. Auf Antrag des R.-A. Dr. Freu wird sodann ein Brief ver- lesen, dem der Angeklagte an feine Tante in Spandau geschrieben hat. Es heißt darin u. a.:„Was die übrigen Fälle anbe- trifft, so kannst Du unbesorgt sein, so wird sich alles näher auf- klären. Trotz meines Geständnisses war ich doch nicht klar bei Verstand, schließlich habe ich durch gewaltsamen Druck vieles ein- gestanden, wofür ich gar nicht verantwortlich bin. Das Schwerste muß ich ja nun auf mir nehmen, es scheint mir auch das vom Schicksal bestimmt zu fein, daß ich in meinem ganzen Leben nie glücklich sein soll. Wie dem auch sei: trotz allem will ich mein Un- glück mit Geduld auf mir nehmen. Es hat alles einmal ein Ende." Es kommt dann noch ein Fall des Einbruchs und der Brand- stiftung aus dem Jahre 1014 kurz zur Verhandlung. In der Villa Welzin in Falkcnbagen wurde im Jahre 1014 eingebrochen. Der als Täter verfolgte Angeklagte soll plötzlich im Walde stehen ge- blieben sein, sich umgedreht und auf seinen Verfolger einen Schuß abgegeben haben, ohne zu treffen. Der Angeklagte hat bestritten, der Täter zu sein, wird aber von zwei Personen wiedererkannt. In einem anderen Falle wird er beschuldigt, ein der Zeugin Graatz gehörendes Holzgebäude In Brand gesetzt zu haben. Nach Vernehmung der hierauf bezüglichen Zeugen vertagt der Vorsitzende die Verhandlung aus Freitag Uhr. des Braunkohlenwerkes Eolpa, welches das Elektrowerk Zfchorne- witz mit Kohlen versorgt, stehen zurzeit im Lohnkampf und haben die Arbeit niedergelegt. Dadurch wird das Elektrizitätswerk Zfchornewitz gezwungen, die Belieferung Berlins mit Fernstrom einzustellen. Den Städtischen Elektrizitätswerken ist es infolge der geringen Koylenoorrätc und der außerordentlich schlechten Be- schaffenheit der»«lben, auch bei Ausnutzung aller Betriebseinrich- tungen nicht möglich, die Stromversorgung Berlins durch eigene Erzeugung sicher zu stellen. Wenn es nicht im letzten Augenblick zur Einigung zwischen dem Arbeitgeberverband des Mitteldeutschen Braunkohlenreoiers und den beteiligten Gewerkschaften kommt, ist damit zu rechnen, daß weitere Verbrauchsbeschränkunaen und even- tuell sogar vollständige Stillegung der Berliner Industrie die Folge sein werden. Di« Firma Jünger � Hahn. Prenzlauer Allee 30. ist g e s p e r r t? Die Firma hat, nachdem von den dort Besibäktigten tarifliche Entlohnung verlangt wurde, dieselben auf die Straße gesetzt und versucht, ihre Arbeiten iiy Gefängnis Neukölln. Schönstedtstraße. fertigstellen zu lasten. Buchbinderverband. Zum Streik der Rechtsanwaltsangestellte« In einer am Mittwoch, den 7. d. M., in Havellands Festfälen stattgefundenen Versammlung der Rechtsanwaltsangestellten wurde über die Streiklage berichtet und mitgeteilt, daß trotz aller Be- mühungen des Berliner Anwaltvereins die Anwalte von der Be- williaung der Forderungen der Angestellten unter allen Umständen abzuhalten, eine Reihe weiterer Rechtsanwälte den Forderungen der Angestellten zugestimmt hat, so daß für die Bureaus der Streik als erledigt zu betrachten ist. Im übrigen hat sich aber die Lage verschärft und der. Streik an weiterer Ausdehnung gewonnen. Zahlreiche andere Bureaus sind nunmehr ebenfalls in den Streik eingetreten, um die Durchsetzung ihrer Forderungen zu erzielen. Die Rechtsanwälte behaupten, daß sich die Angestellten eines Ver- tragsbruches schuldig gemacht haben, indem sie angeben, die An- gestellten seien in den Streik eingetreten, bevor die Verhandlungen der beiderseitigen Organisationen zum Abschluß gekommen seien. Diese Behauptung ist geeignel. Irrtümer in der Oeffentlichkeit hervorzurufen, und wir gestatten uns darauf hinzuweisen, daß die Angestellten es mit jedem friedlichen Mittel versucht haben, die eiustandenen Differenzen aus der Welt zu schaffen, leider aber vergeblich. Die Angestellten haben auch garnicht etwa den Tarif gekündigt, der bis zum 31. Dezember 1020 feststeht, sondern von ihrem ihnen zustehenden Recht Gebrauch gemacht, eine Erhöhung ihrer Gehälter vom 1. Juni ab zu fordern. Der Streik im Braunkohlenwerk Golpa Der Betriebsrat der Städtischen Elektrizitätswerke teilt uns mit: Der Betriebsrat der Städtilchen Elektrizitätswerke hält es für feine Pflicht, über die bevorstehenden Stromeinschränkungen in ! Berlin, die zweifellos auch einen Teil der werktätigen Bevölkerung betreffen wird, folgende Aufklärung zu geben: Die Grubenarbeiter Arbeitersport und bürgerlicher Sport Die Sportbewegung verdient größere Aufmerkfamkeit, nicht nur, weil sie eine wirkliche Mastenbewegung ist. sondern weil sie in erster Linie einMittelzurErziehungderJugcnd ist. Das hat das Bürgertum bedeutend früher erkannt wie die Arbeiterschaft, Nicht allein die Mitgliederzahlen der bürgerlichen Sportverbände sind dafür ein Beweis, sondern vor allem ein Blick in die bürgerliche Presse. Spalten- und seitenlange Artikel dienen hier täglich der Förderung des Sports, und viele dieser Zeitungen werden nur deshalb gekauft. Diese übertriebene Sport- fexeiei fördert den Jndifferentismus der heranwachsenden Jugend .in nicht zu unterschätzender Weise. Die jungen Leute denken an weiter nichts mehr als: wer gewinnt das Rennen, wer den Box- kämpf, wer den Ringkampf, wer das FußballGiel usw. Sie ver- göttern die Sport„kanonen", ihre freie Zeit und ihre paar Pfennige dienen nur dazu: 1. beim Rennen den Junkern und Offizieren die Unkosten ihrer Pferdezucht und ein schönes Leben zu garantieren, oder den Fahrradfabriken ihre Reklame billig zu besorgen: 2. beim Ring- und Boxkampf den kapitalistischen Altio- nären der Zirkusse und Vergnügungsetablistements die Taschen zu füllen und 3. bei den Fußballspielen den großen Sportvereinen und dem bürgerlichen Fußballverband die Unkosten zu decken. Zwar heißt es jetzt nach dem 0. November 1018, daß alle Sportvereine„neutral" seien,— einen Tag vor dem 0. November waren ste noch„nationalliberal"— aber die Neutralität besteht nur darin, daß ste jetzt keine Sozialisten mehr aus ihren Vereinen ausschließen, sondern ste„d u l- den", wenn sie ruhig sind. Wie aber diese Neutralität aussteht, lehren uns die Vorgänge innerhalb der bürgerlichen Verbände. Nur zwei Beisipiele aus letzter Zeit feien hier angeführt. Bei dem Endspiel um die Norddeutsche- Fußballmeiftersmaft des Deutschen Fußballverbandes am 2. Mai in Bremen stand auf dem Programm:„Sportler und Turner, wählt die List« der Deutschen Bollspartei! Die Pflege deutschen Volkstums und ein„Deutschland, hoch in Ehren" sind ja auch eure Ziele." Wäh- rend der Kapp-Wochen haben sich Taufende Mitglieder der deut- fchen Turner und Sportler als Offiziere und Zeitfreiwillige oder der Einwohnerwehr zur Verfügung gestellt. Und in diesen selben Verbänden sind heute noch von den rund iy, Millionen Mitgliedern die gut« Hälfte Arbeiter oder Arbeiterkinder. Ganze Vereine dieser Verbände gibt es, die aus organisierten Arbeitern bestehen. In ihrer Naivität glauben diese an die Neutralität ihres Sports. Sie sehen nicht, wie ste nur ein Mittel zum Zweck sind. Seit Menschengedenken war der Sport in erster Linie ein Mittel des Militarismus, also des Völkermordes. Von den alten Griechen bis zum Weltkrieg lehrt die Geschichte, daß die Völker Sport trieben, um die Jugeird waffenfähig zu erhalten. Daher die nahe Verwandtschaft zwischen Sport und Nationalismus, Und waren es nicht die bürgerlichen Sportverbände, die in ihrer Kriegs- begeisterung ganze Regimenter Kriegsfreiwillige stellten? In den Kanälen bei Hpern ruhen sie. die mit dem Eeßrng„Deutsch- land über alles" dahingemordet wurden. War es nicht der Jung- deutschlandbund. dem bis November 1018 alle bürgerlichen Sport- verbände angehörten, der jahrelang unaufhörlich zum Kriege hetzte? Wenn sich die Tage eines August 1014 nicht noch mal wiederholen sollen, dann ist es höchste Zeit, daß der Tätigkeit der bürgerlichen Sportverbände von feiten der Parteigenosten ckehr kritische Beachtung geschenkt wird. Nicht nur dies, sie müssen be- kämpft werden. Es muß als selbstverständlich gelten, daß ein sozialistisch denkender Arbeiter oder seine Kinder nicht Mitglied Die fröhliche Laune hat Nikitin plötzlick verlassen; öfter streicht er mit seiner langen, mageren Hand die ihm ins Ge- ficht fallenden Haarsträhnen zurück, die ihm Aehnlichkeit mit einem Künstler oder mit einem Popen verleihen. Ich blicke auf feine hageren, tief eingefallenen Wangen, auf die vermehrten Falten an der Stirn und diesen neuen sonder- baren Ausdruck in den Augen, den ich nicht sofort definieren kann, ich denke bloß bei mir, auch er hat sich ja verändert! Während des Friibstücke frage ich ihn: „Nikitka, was ist denn hier vorgegangen?" Er schlürft laut weiter das warme Wässerchen aus seiner Tasse und antwortet nicht sogleich:, ..Was hier geschehen ist? Du bist ein Sonderling, das siehst du ja selbst! Wie soll ich dir noch erklären, was ge- 'ckah. Tu aast das Leben immer mit einem Blick so tief durchdrungen. v. Ich wehre ärgerlich ab: ..Laß das. Bruder, wozu dies alles? Gestern bin ich zurückoekehrt, fe' e mir alles an, es scheint alles beim alten zu sein und doch hat sich das Leben von der Stelle gerückt, ich verstehe aber nicht wohin? und wie?" „Gewiß, ein Tag genügt nicht. Warte nur, du wirst schon sehen", sag: Nikitin oanz nachdenklich,„und du wirst eben mehr sehen, als wir alle." „Aber du, der du die ganze Zeit hier gewesen bist, alles mit angeschaut und mit erlevt hast, erkläre es mir doch. � Im Zimmer herrscht ein langes Schweigen. Im Neben- Zimmer hört man ein Kind schreien, und von der Straße dringen ab und zu trocken abgerissene Schüsse zu uns herauf. „Du Haft recht", sagt Nikitin.„ich habe alles gesehen, aber weißt, was soll ich dir verheimlichen?— Auch mir kam alles dies fremd und unverständlich vor, bis ich ganz zufällig den Sinn von allem, was vorgeht, erkannt habe. Es gibt doch sonderbare Dinge in der Welt. Weiht du. auf welche Weise dies geschehen ist? Bor ungefähr drei bis vier Mo- naten im Komissariat in Position gegen die Offiziere, die sich im Gebäude der Sappeurkaferne verschanzt harten: tüchtig haben sie gekämpft, das kann ich dir sagen; es ist viel Blut geflossen, bis es uns gelang, die Kasernen zu nehmen, wir halten es nur der Artillerie zu verdanken, anders war es nicht möglich gewesen, ihnen beizukommen. Damals am drit- ten Tage, als ich abgelöst wurde, da war nicht daran zu denken, nach Hause zu gehen; weißt ja, wie weit die Käser« nen von hier entfernt sind, man braucht eine ganze Ewigkeit, dahin zu gelangen. Ich kehre in das erste,' beste Tor ein, klopfe an die erste Tür,— es war natürlich unvorsichtig: weiß der Kuckuck, was für-in Teufel dort lebt; am Ende murksen sie einen einfach ob, sobald man eintritt. Wenn aber der Mensch totmüde ist, denkt er nicht an dergleichen. Ein alter Mann öffnet mir die Tür; es war ein so ruhiger, ehrbarer Greis, mit einem langen, russischen Bart, wie sie nur auf Eortesbildern-dargestellt werden. Ich sage zu ihm: Alter, laß mich bei euch übernachten, um Elm'ti willen, ich M � U.~U-4-«•«««. i... Plätzchen finden." JnIW..,. IW______ kleiner als dieses bier war. hatten sich mehr als zwanzig Personen versammelt, meist Frauen und Kinder. Der einzige Mann unter ihnen war der Greis selbst. Gröhtenteils saßen sie aus dem Boden, zum Liegen war kein.Platz; sie rückten ein wenig zusammen und machten mir Platz. Ich setzte mich so, daß ich mich an die Wand mit dem Rücken whnte und war im Begriff sofort einzuschlafen, als ich den Treis zu einer Frau sagen horte, wahrscheinlich indem er das du-rch meine Ankuns: unterbrochene Gespräch fortsetzte: „Eh, mein Liebchen, man darf nicht wider Gott' murren! Er weiß ja. wie und was geschieht. Du stöhnst immer, wann wird das Ende kommen? Wann kommt es endlich� Mi' deinem menschlichen Frauenvcrstunde denkst du aber nicht daran, daß es kein Ende haben kann, bis den Menschen nicht die Feuertaufe zuteil wird. Das Leben ist desudelr: um es reinzuwaschen, sende: Cott Fenersbrünstc. auf daß das Schlechte im Mensa?-" verbrannt werde. Jg. meine Liebe aus dieser Feucrtauie wird er, der Gütige, der Tugendhafte' wie aus Asche hervorgehen.— Und weißt du Kolia diese Worte fielen i.n mein halb schlum.nerndcw Gehirn aleck einer biblische» Prophezeiung. Ich war aber zu müde ich schlief ein und hörte nicht, was der Greis weiter wa'e Sei- der Zeit", sagte NiklllN. seine widerspenstigen Haare ordnend „hat diel-r Gedanke nez in mir Wurzel gefaßt Ich muß fortwährend daran denken und es scheint mir. als hätte de? Alte recht; in der Seele solcher einfachen dnr.g weisen Menschen sind öfters solche weisen Aussprüche verborgen; jene lehen das Leben als schon vom Leben entfernte Zuschauer und tonnen deutlich den künftigen Weg weise?- (Fortsetzung folgt.) efnes bürgerlichen Vereins sein dürfen. Wer sich aus unseren Reihen»ls Sportler betätigen oder die Sache finanziell unter- stühen will, sindct gutes Wirkungsfeld in den Arbeitersportver- einen. Klar und deutlich sagen die Arbeitersportler„Wir wollen durch regelmäßige Pflege von Leibes- Übungen de in um seine Menschenrechte kämpfen- 'den Proletariat an Körper und(Seist gesunde K a in p f e r z u f ü h r e n." Auf den Parteibeschluß, daß Genossen nicht bürgerlichen Sport- vereinen angehören können, sei nochmals an dieser Stelle hin- gewiesen. � Em Freibad hat die Gemeinde Tegel am Tegeler See, gegenüber oci- Insel Scharfenberg, unweit Tegclort, errichtet. Das Bad ist »or einigen Tagen eröffnet worden. Eintritt pro Person 30 Pfg., für Kinder unter 14 Jahren IS Pfg. Für Aufbewahrung der Garderobe ist eure Halle errichtet. Zur Aufsicht ist ein Bademeister und ein Rettungsmann angestellt. Da in den letzten Tagen wiederholt Unglücksfälle durch das Baden an verbotenen Stellen eingetreten sind, wird das Publikum im eigenen Interesse ersucht, beim-ere baden nur das Gemeindebad zu benutzen. Srv.cebsloic graue« und Mädchen, die über Sommer aufs Land geyen wuuen, vorzugsweise solche, die schon in der Landwirtschaft � tätig waren, können in der Provinz Brandenburg lohnende Be- schä ngung in der Landarbeit finden, bei guter Beköstigung, tarif- lich geregelten Arbeitsbedingungen und freier Reise.• Genaue Auskunft über alle Stellen, die sämtlich geprüft worden sind, im 1 Arbeitsnachweis der Stadt Berlin, weibl. landwirtsch. Abteilung, Rückerstraße 8. Errichtung einen Wöchnerinnenfürsorgestelle in Neukölln. Der Neuköllner Magistrat hat im Einvernehmen mit der Leitung der Brandenburgischen Hebammenlehranstalt die Einrichtung einer Fürsorgestelle für Wöchnerinnen und werdende Mütter beschlossen. Es soll bis auf weiteres an jedem Dienstag nachmittag von 5—6� Uhr in der genannten Anstalt, Mariendorfer Weg 28/38, eine Sprechstunde abgehalten werden, in der neben Erteilung ärztlicher Ratschläge durch den Oberarzt der Anstalt auch Auskünfte in Ver- sorgungs- und Rechtsangelegenheiten der Mütter gegeben werden. Die erste Sprechstunde der Fürsorgestelle, deren Inanspruchnahme unentgeltlich ist, fand am Dienstag, den 8. Juli d. I,. von 5—ü'4 Uhr nachmittags statt. Die Bauarbeiten an der Nord-Südbahn, die nach der Herstellung der Tunneldecke im Landwehrkanal, zwischen der Straße Unter den Linden und der Weidendammer Brücke wieder voll auf- genommen worden sind, werden jetzt kräftig gefördert, an der Wei- dendammer Brücke ist der dritte Bauabschnitt des Spreetunnels in Angriff genommen worden. Die letzte Baugrube am Spree- tunnel ist durch eine Spundwand vom Flusse getrennt, innerhalb der man jetzt den südlichen Strompfeiler und den Landpfeiler mit Dynamit sprengt. Gleichzeitig sind auch die Schachtarbeiten wieder ausgenommen worden. Unter dem Schutze der Wasserhaltung an der Weidendammer Brücke wird auch das Aschingerhaus am Bahn- Hof Friedrichstraße, unter deren Kellern die Bahn hindurchfahren wird, für den Bau unterfangen. Weiter südlich zwischen den„Lin- den" und der Mittelstraße sieht man in die offene Baugrube: hier wird der letzte Teil der Arbeiten, die Tunneldcckc im Rohbau, fer- tiggestellt. Anschließend soll dann noch der Teil zwischen Mittel- straße und Dorotheenstraße beendet werden. Stadtrat Medizinalrat Dr. Weber, der Stadtmedizinalrat der Stadt Berlin, ist zum Präsidenten des Sächstschen Landesgesund- heitsamtes in Dresden ernannt worden. Amerikanische Stoffmäntel für Neuköllner Kriegsbeschädigte. Die Wirtschaftsstelle der Hauptfürsorgestelle hat einen größeren Posten amerikanischer Stoffmäntel abzugeben. Der Preis stellt sich je nach Qualität auf 52 bis 310 Mark. Bestsllunaen �smd an die Wirtschaftsstelle des städtischen Kriegsfürsorgeamtes, Rai- haus. Zimmer 249 a, zu richten. Konzert des Vlüthner-Orchesters mit dem Volksliederchor des Berliner Südens(Dirigent: Paul Scheinzflug), Montag, den 12. Juli, abends 7% Uhr in der Neuen Welt. Karten sind zu haben an allen Theaterkassen von A. Wertheim. Orchesterbureau Lützowstraße 70, Vorwärts. Linden- straße 2, Freiheit, Breite Straße und an der Abendkasse. Wem gehört die Wäsche? Am 3. Juli wurde in einem Schank- lokal in der Koppenstraße 2 Pakete mit feuchter Leib- und Tisch- wüsche, Hand- und Frottiertuchern, sowie eine rot und grüne Kaffeetischdecke, von Beamten der Sicherheitspolizei beschlagnahmt. Die Wäsche ist gezeichnet: E. D.. E. oder C. M., E. W., E. L., S. A.,H. P., F., H. und S. Wahrscheinlich ist diese vom Trocken boden oder aus einer Restauration gestohlen worden. Eigen- tümer wollen ssch Andreasstr. 02, Zimmer 1, bei Kriminal-Oder- Wachtmeister Weichold melden. Riesenunterschlagungen bei der Fahrkartenausgabe des An- Halter Bahnhofs hat sich ein 19 Jahre alter Dienstanfänger Ancker zuschulden kommen lassen. Ihm wird zur Last gelegt, eine Summe von 200 000 M. veruntreut zu haben. Aus den Organisationen Bczirksoerband Berlin-Brandenburg. Dienstag, den 13. Juli, abends 7 Uhr, Weinmeisterstraße IS, Bollversammlung der Rätp und Eewerkschaftskommission. Die Abteilungen und Ortschaften, die zum Bezirksverband Berlin-Brandenburg gehören, müssen wegen der wichtigen Tagesordnung erscheinen. Die Geschäfts- leitungen der Abteilungen und Ortschaften werden gebeten. Aus-: weise auszustellen. Ohne diese und Mitgliedsbuch der Partei- keinen Zutritt.' Bezirlsoerband Berlin-Brandenburg. Die Distriktsleiter werden gebeten, die* holen. Die EeschaftsleitunA. U. S. P.-Aunktionärinnen Eroh-Berlins. Freitag, K Uhr, in der Schickler� strahe S-V lArbeiterbildungsschule) wichtige Sitzung. 1. Distrikt. Sonnabend, K Uhr, erweiterte Vorstandssitzung bei Lorich, Putt»! kamerstrage 9. 8. Distrikt. Distriktsobleute der politischen Kommisston Berlin-Brandenburg,� Sitzung Freitag« 8 Uhr. bei Hagen, An der Stralauer Brücke. 15. Distrikt. Gewerkschafts- und Rätekommisston. Sonnabend abend 8 Ubr de« Voigt, Malmöer Str. 2, Sitzung. Erscheinen sämtlicher Kommissionsmitaliedtl notwendig. �13. Distrikt. 3. Abteilung. Heute 7 Uhr Abteilungskonferenz bei Swinemünder Min, vom Schl-sisch. Vahhof entfernt. ckt.lt« IVoin- Ltuden l.f.ksuok rrloärtobsti'.n, Brunnenstr.174, nob. Qold-Busse, Qp. Frankfurter Goldbruch» Silberbruch, Zahngebisse. Messing, Blei, Kupfer kauft John. Chaujseeslrahe 110 o.l, Portal I(Iuvalidenstr.)" Strasselt2, neben Jandorf, Inva- lidenstrasse 164.:: Engroa: st 4, Bergatrasse 34. Tel. Nord. 8214. Billige Bowlouwelno. £icrlikUr Advokat44. — Perby-Cognac.—— Hermann Tasche& Co. 1. Langendeckstr. 4, Ecke Elbinger Str. Tel.: Königstadt 3584. 2. Demminer Straße 36.:: 3. Belle-Alliancestraße 98. Phorosan-Heilinstitut für Haut- und Geschlechtskranke Großbeerenstraße 67 ßonorrhoe-Ttehaudlung nach dtni neuen echmerzlosen Phoroson- Y er fahren. SyjihiUikur» Streng u isaenschaftUch. Spee.-drBtl, LcHyng. Sep. Zimmer. Sprechzeit 11— 5, außer Dienstag t Kurdauer siehe Broschüre: rDie Gonorrhoe und ihre Zwölf' idgskur". M. 8.—. Prosp. rha pegen Porto. sSs SpezialbehandSung zlz Bf für Haut- und«ewclilechlslcidcn H S* Ä«I invaüdenstr. 147 La WGISSGrV l. Etage, Ecke Bergstr. Kostenlose Untersuchung und Beratung über sachgemässe Behandlung Sprech. tanden lO-lsi n. 4-8. Sonntae. lO-l« Kupfer 7,50 1. SAlzendorserStr.2. Scnerz-uresianiKel wie PapiermUHrn, Stork- latorncn, RadauartiUrl liefert billigst nur engroo LolllStelll Neue Frtedrlchstr.09 Parabeklum-, Armes» Pistalen, Mauser-Pistolen» 9 mm sowie Jagdivaffen kauft zu höchsten Preisen U Yjpfsze, , dantenstr. 36. Stupfer, Rotgusi, Blol, Messing, Zink, Zinn und Lagermetall usw., kauft zu un- überbietbaren Tagespreise Tuckermann, Elsaßer Straße 9, vorn II Tr. — Norden 1661.- billige ZiM-en. Slflnretten aiö MB preiswert zu haben M. Kiihn, Eharlottenbud Bücdertftr. ll, I Tr. — Vertreter gesucht.- (Noch bis Dienstag Kupfer M. 7.- I Messing 3, Notguh 6 I Blei 1.39. Zink 1.70 rein Zinn bis M. 25.—! Lothringer Strafte 25 I bis üb. M. 50 Fahrgelb.J Kupfer M. 7. Messing M. 3.39 sowie sämtliche Metalle 1 Nl c t a l l v e r w c r t u n g A Wciftenburger Strafte Ib'l Kastanienallee 85 Reinickendorfer Siraftel*' Der Kupfer,. M IIJ 7-8 MI. Messing..„ 3.50.. Eisen(Tagespreis) Waftmannstr. 22 im Laden Schönhauser Allee 80 amBahnh. WgeWeg sofort gesucht. lMM-SUMi! Plesserstr. 1. Seit Uber 1 Jahrhundert ksuek W". Maffee Invalidenstrafte 164 Eckhaus Brunnenstr. Bord. 4336. fiir Angebot u. Nachfrage ssnd die Kleinen Anzeigen in der Abend-Freiheit. Ult-rapitk. »Urs geknülltes Pap!«-- BUchee""�-.Z°itscheist°-. llcher, Skripturen üf�I kauft zu höchsten'Tazesprtlftii. Frist Srndlist, i Neukölln, Jjcrmatmplan 4. I Telefon: Morihgla� 7291�3! Stoffe, Seide fitmbentuch, Wäsche ü-ull S traust, Wir Wiener Str. 20, v.' �ukfsllencle Vorteile Wir bringen in allen Abteilungen viele Angebole zu enorm herabgesetzt. Preisen durch auffallende Kreise etwa 80 cm breit etwa 80 cm breit. jetat Meter jetzt Meter %ß«V a n I® U* dUUkcJ* ßCmUß- W©iliSS&!c tert, TO bis 80 cm breit jetzt Meter - na v*. u- ßcmua- \j tert 100 bis 130 cm breit Jetzt Meter jtu- OeckiiCitt und 2 Kisoon, rein iSarflStüF Leinen, feinste Qualität...... jetzt. ClOfdiHStl V° StÜCk weiß u. creme jetzt Meter dsrcllnßn weiß, creme Jetzt Fenst. WeiSe Herrensportkragen jetzt stück 13®° 14®° II50 1950 1SZ°° 650 475 WaS€M!21S€liweißaDdfs� I rolche Hand- �©lIC'ÜiSSfilläticlLeroI. jairt KEei(i€iTi€lce feste Stoffe jetzt WaÄleSösr big Leinen Jetzt wascsinmr wcißundfas 19°® ST®® 25®® 69®° 95°° seiden-fiaßieiKr� 295°® |iliü€rlfl€li2€r ■■■1 I.............»M IHWIIIMM "WaBohßtoff® 4Ct|00 Größe 60. jetjt 1 N OäfSieil�StrÜlTipffC eBg|,|ang Iejn jeW paar Damen-fOßäinge � p„r 3" Damen-Strümpfe JtM 9« HSrren-SOCken schwarz n. farbig Jsbt Paar 9" Tö�tievlcksn m. Hohlsaum, gute Stoffe Jetzt Stck. 33°° Taghetnden att.'rrr. i.i.t im. 4900 Untertaffien 3r»!aa.r.r:!•» s» t9M Herren-Oberhemden a.f 98" Herren-Stiefel IS®30 ISS00 Damen-Stiefel IIS° 14900 aohvrarz. gute OualiUit, luodemo Fonuen Leinenzwirn KZ p. schiv. u.weiß, 20m. Stern Obergarn 147s 1000 m, sch w. u. weiß, Rollo Damen- Halbschuhe Y Weiße Schuhe Kinder-Stiefel «»-»so mit und ohne Lsckkappo gut« Vororbcituag Stirnhaarnetze �as Größe 40/40...... Stück Haubenhaarnetze«75 Stück.........* 87 '35* brnonc Sohctlrschoka and ScScbsl- Spsnjcnsobaha sohv. SobnSrccImho, modern. Form, kobe AbsHlzv Seidenband 4 cm breit... � 275 Seidenband 5 cm breit.., Atr. 325 in, vielen Farben 69®° 89®° Echnflr- nnd Spangonsohnhe, gutes Leinen, saubere Aubhlhrang Gr. Blusenschieife �95 reine Seide....... Stück Blusenkragen �73 Glasbatist, gestickt Stück •ebworz Ar. 25 n. 26 Or. 27-31 gute Qualität« aparte Formen Matrosen- Garnit. fttr Kinder........... Wäsche-Stickerei iss Meter. 39a 1 W arenhaus Wilhelm Stein Chaussee- strasse 70-71 ___