ynr* Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Freitag, den 9. Juli 1920 Nummer 269 Abend-Ausgabe 51'•?*e!5e"' norgfirs und nachmittags� Sonntags und Montags nur »tntnau Drr Bczugsprcis trträgt bei freier Zustellung ins Sans für Erost-Deilin r.'.r, nt,r".u5 zahlbar, oon ber Spedition selbst abgeholt»,S0M, Für Post. dl?!.?? samtliche Poftanstalien Bestellungen entgegen. Unter Slreisband 7l?«?n�.'Ä?'"�lanb unb Oesterreich lß.öOM.. für das übrige Ausland 21,00 M. vmehä) Daluta�leuffchlag, per Brief für Demschland und Oesterreich Zll,— M. Redaktion, Expedition und Derlax: Berlin TS, Breite 2 trage 8-S. Die achtgespallene Nonpareillezeile ober bereu Raum kostet f>,— 31t. einschließlich Teurrungszusehlag. Kleine Anzeigen; Das fettgebrnelite Wort 2,— M., jedes weitere Wort 1,50 911., einseh ltrstlich Teuerungszuschlag. Lausende Anzeigen laut Tarif. Familien-Anz eigen unb Eielleu-Besnche 5,29 M. netto oro st eil n Stellen-Desueh, in Wort-Anzeigen: bas'~------—.- � bas fettgebmcfetc Wort 1,50 921., jedes weitere Wort 1,— M. Femlpttch«: Senlrua 2030, 2845, 4516 4G03, 4635, 4649, 4921. verffner-Organ ber ümbbängfgm Sojicüdmofmtie Oeutitöfanös Annahme der Bedingungen Die Beratungen der-Minister A in st c r d a m, 9. Znli. Die deutschen Minister, die in Tpea weilen, hatten gestern abend eine längere Veratung. Nachdem sie sich telephonisch mit zwei ihrer Kollegen, die in Berlin zurückgeblieben waren, in Verbindung gesetzt hatten, haben sie, wie der Korrespon- dcnt der Tel.-Union erfährt, beschlossen, die von den Verbün- beten gestellten Bedingungen anzunehmen. Berlin, S. Juli. lW. T. B.j Gestern abend sand unter Beisein des Reichspräsidenten eine Besprechung der hier anwesenden Mitglieder des Kabinetts Uber die Lage in Epaa statt. Daran schloh sich eine Au«- spräche mit den Parteiführern, an der auch Mitglieder des prenstifchen Kabinetts teilnahmen. Für heute morgen acht llhr war eine gemeinsame Siszung des Hauohaltsaus- > ch u s f e s und des R- i ch s r a t s einberufen. Die Besprechungen waren streng vertraulich. Die Sitzung vom Donnerstag HN. Spaa, 9. Juli.(Nachts.) Das Hollandsch Nicuwsbureau berichtet: Die Konferenz hat heute die Beschlüsse, die von ihren Militärsachoerständigen gestern abend unter Vorsitz von Foch gefaßt wurden, behandeli. Diese -ßejchlüsie legen in grosser Linie die Entwaffnung fest. Sie ___ v nji..... K.ii»____' v...... •/--- II*-*vyv|fc i 1 1» 1 1 1 V Vtw'w IV l IV VV)| IV*V kl s T-sk. w» V 0 am9en' Deutschland sich verpflichten soll, innerhalb von JJtonaten 50 000 Atann der Reichswehr zu demobilisieren, und drei ....— vuu.vtuiui vKit i)u ucmuimiiicitii, uiiu vis zum 1. Januar 1921 abermals 50 000 Mann zu entlassen, so- dat! am 1. Januar 1921 das deutsche Heer auf die im Friedens- «ertrag vorgesehene Stärke von 100 C00 Mann zurückgebracht sein zuliüen �icherheilswehr und die Einwohnerwehr ist sofort auf- In der Besprechung wird dann weiter betont, daß bei den V e- ratn ngen zwischen den Alliierten und deutschen Alilitär-, Marine- und Luftsach verständigen ..... v~ V. v— Ii t»■ I u. uy V V t st u II y i � c U neue Zugestandnisse deutscherseits gemacht worden sind. Die Ver- zogerung in der Auslieferung der Torpedoboote wurde auf Koh- {Onrnnrinol n UT?/- v» a—____::. c::t..i<-«*< p lenmangel und Mangel an Personal zurückgeführt. Inbezug auf das Luftfahrtmaterial gaben die Deutschen zu, daß von den 12 009 Flugzeugen nur 150 ausgeliefert und 4500 vernichtet worden sind. sodaß noch 7S50 sich in dentscher Hand befinden. Von den 24 000 Motoren sind 1500 ausgeliefert und 10/000 vernichtet worden. .Hcoolahoiitttc kein« Wanen ausliefern wollten. Die Konser- vativen in Deutschland aber wollten die Massen nur ausliefern, wenn auch die Revolutionäre entwaffnet würocn. Di- Deutschen verließen die Sitzung in ziemlich gedrück- i e r v t i m m U n g. Es war ihnen noch bedeutet worden, daß sie sich bis zu der am Freitag vormittag um tili Uhr statt- sindenden Vollsitzung über Annahme oder Ablehnung der Beschlüsse entseoeiden müßten. Es steht also fest, daß die getroffenen Bc- lt.;i|i|ie von Deittichland in der Freitagsttzung uirierzeichnet werden müssen. Die Konferenz behandelte dami noch die Frage der Pro- ?.e>se gegen die sogenannten Kriegsverbrecher. Die Alli- iecten sind der Meinung, daß die Deutschen in dieser Angelegen- yeit ebensowenig E'ie gezeigt hal-c», wie in der Entwassnungo- srnge. H a m a n s wird in dieser Angelegenheit für die Alliierten '.vrechen. Deutscherseits befindet sich der Justizminister Heinze Krint>-Tl �troffen, um Englan �.-gsverbrecher zu vertreten. englische Beitgarveiterkonserenz �. London, 8. Juli.(Reuter.) honte eine R°e.'s»?'�.��'"'kerenz in L e a m i n g t o n nahm «ihrung des neu-.''« � an' i,t sie erklärt, sich de. Aus- !v i d c r s e tz-«®*rg»er?qe,«tzeo'M Falle seiner Annahme Borla"» würde ein-«? 1'. Smillie sagte, die Annahme der u-d ein.» a ll°7tn H.«"->.tzung der Löhne in einigen Distrikten haben �''üe.n einen Bergarbeiter streik zur Folge Polen und Litauen Polnische VerschivörertaKtiK Wie der.,D°rlingske Tidende« a,.s Kowno nUtgeteilt wird, hat die polnische Regierung Nun L i i a u e n a l s n n a b h S n g i- gen Staat anerkannt. Cleichzeitig mit dieser Mitlcilunz ist von der litauischen Geheimpolizei eine weit verzweigte polnische Verschwörung entdeckt worden, deren Haupt- leiter der polnische OssVl'.er Waiso witsch ist. der bisher in Kowiw c.ls polnischer Paßlonsul tatig war. Gr hat seine Stel- lung dazu ausgenutzt, bedeutende Geldmittel für die Agitation über die Grenze zu schmuggeln. Die Verschwörung, die über das Land verzweigt ist, v-rfo?gte das Ziel, einen bewaffneten Die Zugeständnisse der Entente Span, 9. Juli. Der Sonderberichterstatter der Telegraphen-Union meldet: Die Forderungen, die im ersten Teildes ncuenDoluments von den Alliierten aufgestellt werden, bringen kaum etwas neues. Sie sind im wesentlichen bereits im Friedensvertrag ent- halten oder sind aus ihm unmittelbar herzuleiten. Reu sind da- gegen der zweite und dritte Teil der Abmachungen, die gegen- über dem Vertrage sowohl Erleichterungen wie Cörschwerunnen oe- beuten. Die Erleichterungen bestehen in nicht u n w es ent- lfchen Zugeständnissen hinsichtlich der Fristcnfrage. Be- kanntlich mußte Dentstbland gemäß den Bestimmungen des Ver- träges von Versailles bis zum 10. Juli die neutrale Zone oon Reichowehrtrupen völlig geräumt haben. Der Befehl zur Räu- mung mußte also spätestens heute gegeben werden. Bedenkt man, daß nach den B-stimmungen der neuen Abmachungen die Möolich- keit gegeben wurde, die neutrale Zons und damit auch das R ü h r- gebiet noch weitere drei Monate unter militärischem Schutz zu halten, so wird man diesen Vorteil nicht als gering ein- zuschätzen haben. Ebenso muß angesichts der ganzen Sachlage auch die Frist von 6 Monaten für die Herabsetzung des Heeres auf 100 000 Mann als ein Zugeständnis betrachtet werden, da Lloyd George nur drei Monate bewilligen wollte, und da, wie von zustündiger Seite verlautet, das Gutachten der alliierten Mächte sogar nur zwei Monate festsetzte. Mas andererseits die im Ab- kommen oorgeschenen Strafbcstimmungen betrifft, so bedeuten sie eine wesentliche Verschärfung des Vertrages. Bekanntlich haben sich die Alliierten im Vertrage von Versailles für den Fall seiner Nichtersüllnng das Recht vorbehalten, in Deutschland weiter ein- zurücken. Nunmehr wurde es bereits genügen, daß die interalliierte Kontrollkommission feststellte, daß die Bedingungen der neuen W- machung nicht erfüllt seien, um den Alliierten das formale Recht zu neuen Eebietsbesetzungen zu geben. Daß in diesem Zusammen- hang in der neuen Abmachung ausdrücklich das Ruhrgebiet erwähnt wird, ist für die Gesamtlage besonders charakteristisch, ebenso wie es fehr bezeichnend ist, daß hier plötzlich die Fragen der S i ch e r h e i t s w e h r und der E i n w o h e r w c h r e n erwähnt werden, von denen in den bisherigen Verhandlungen in keinem Worte die Rede war. Die leitenden Männer Deutschlands sehen sich also heute vor der verantwortungsschweren Aufgabe, die Vorteile und Nachteile der neuen alliierten Bedingungen gegenein- ander abzuwägen. Wie immer auch ihre Entscheidung ausfallen wird, so wird dabei sicherlich die heutige Eesamtlage Deutschlands nicht unberücksichtigt bleiben können. Die Entente will bei der Entwaffnung helfen ttbl, London, 0. Juli. Der Korrespondent deS„Evcning Standard" meldet, daß die 'Alliierten die Entwaffnung aus jeden Fall noch im Senfe dieses Jahres wünschen. Sie werden aber gkichzeilig ihre Hilfe anbieten, um die schwache Regierung in Berlin in die Lage zu ver- sehen, die Entwaffnung durchzufühlen. Die Kohlenfrllge Spaa, 9. Juli. lieber die Vorkonferenz der Alliierten wurde heute nachmittag 2 Uhr ein Kommunique ausgegeben, in dem es heißt: Die Steinkohlens', age wird heute auf die Tagesordnung. kommen, i, und die Franzosen werden vorschlagen, daß die Deut- schen einen bestimmten Prozenisatz der??usbcute ihrer Gruben vbtreteu. Frankreich loünschr Vorzugsrechte. Die Lieserungen riir �rnrifmrfi inorhem in hi>ir? OiG'r('l£»T7 ten beabsichtigen, bei der Beratung über die Kohlenliescrung vor- zuschlagen, in Berlin eine ständige Delegation der Wiedergut- machungslommisston zu mrubteii. die die Aufgabe haben soll, die gegenwärtig vom Re'.chskohlc".kom»iissar vorgenommen: Zu- Heilung der Kohle in Deutschland zw kontrollieren. Hugo Stiiines trifft heute in Svaa ein, um deutscherseits die Beratungen über die Kohlsulieserunge» zu leiten. Er ist vom Reichskommissar und Vertretern der Ärbeiterdelegation begleitet. A u s st a n d h e r v o r z u r u f e n und die Absetzung der litauischen Regierung heroeizusühren. Holland und Wilhelms Auslieferung London, 8. Juli.(Reuter.) Bottomley fragte im Unterhaus, ob Holland Mitglied des Völkerbundes sei und ob die englische Regierung an~en Bund herangetreten wäre, um einen Druck auf Holland herocizu- führen, damit es seine Weigerung, den vormaligen deut- schen Kaiser auszuliefern, aufgebe. Bonar Law bejahte die erste und verneinte die zweite Frage. Auf eine weitere Frage Bottomkeys sagte Bonar Law, er glaube nicht, daß irgendwelche Vorstellungen des Völker.mndes mehr Erfolg haben würden, als die Vorstellungen, die von oen Alliierten gemacht worden seien. Der erste Landtag von Thüringen. Der erste Landtag von Thn- ringen ist von der Landesregierung aus den 20. Jali nach Weimar einberufen worden. Einberufung des bayerischen Sandtags. Der neue bayerische Landtag ist auf den 15. Juli, vormittags 10 Uhr, zu seiner konstiz tuierenden Sitzung einberufen worden. Heute beginnen die inter- fraktionellen Beratungen über die Bildung der neuen Regierung, Das eiuzig Mögliche Der Schreibtischkriegcr Reventlow sagt in der heutigen Morgenausgabe der„Deutschen Tageszeitung. daß Deutschland keine Eile habe, und daß eine eilige Bs« Handlung„der deutschen Lebensfragen" in Spaa dem deut« scheu Juteresse durchaus zuwiderlaufe. Die deutschen Dele« gierten müßten den Alliierten gegenüber klar und fest be» zeichnen, welche Forderungen'erfüllbar seien und welche nicht. Die Delegierten und das deutsche Volk müßten Ner» ven genug haben, um diesen Standpunkt durchzu« halten. Auch die dem Agraricrblatt gesinnungsverwandte „Deutsche Zeitung" schreibt, daß die deutschen Abgesandten in Spaa auf die Forderungen der Alliierten mit einem glatten Nein antworten sollen. Dazu muß mit aller Deutlichkeit gesagt werden: das deutsche Noll hat die Durch- Halteparolen der Neventlow und Eenossc.n o i s z u m E k c l s a i t! Und es ist geradezu verbrecherisch, wenn dieselben Leute, die mit ihren Schreibtischnervcn Deutschland an den Rand des Abgrundes geführt haben, auch jetzt noch die Frechheit aufbringen, ihre Durchhalteparo- len aufzustellen! Was jetzt zu geschehen hat, ist ganz klar. Die B e d i n« gungcn der Entente müssen unterschrieben werden, so schwer es auch den Militärs und ihren bürgcr- lichen Dienern füllt. Wir sind durch die Schuld der Durch- haltepolitikcr dahin geraten, daß wir uns den Forderungen der Sieger beugen müsien. Aber ganz davon abgesehen, liegt es durchaus im Interesse des deutschen Volkes, wenn die Be- dingungen der Alliierten restlos erfüllt werden. Die Alldeut- schen mögen keine Eile damit Habens das deutsche Volk aber hat die größte Eile, daß endlich mit dem Milita« rismus in allen seinen Schattierungen auf- geräunit wird. Das Versteckspiel mit der Sicherheitspolizei, den Einwohnerwehren und den Zeitfreiwilligen muß endlich aufhören. Wir wollen den militaristi- schenEeist in Deutschland mit Stumpf und Stiel ausrotten. Das deutsche Volk verlangt danach, endlich in friedlicher Arbeit seine Aufgaben zu erfüllen: ins- besondere die Arbeiterklasse will mit den Waffen des Geistes und mit der Kraft, die ihr ihre Stellung im Produktions' prozeß gibt, die Ziele erreichen, die ihr von der Wirtschaft- .....'' 3, von der geschichtlichen Notwendigkeit vor- lichen Entwicklung, geschrieben sind. Bemrkenswcrt ist eine Feststellung, die der Sonderbcricht- erstatter der„V o s s i s ch c n Z e i t u n g" trifft. Danach haben an der gemeinsamen Beratung der Alliierten, in denen ihre Erklärung an die deutschen Vertreie: beschlossen worden ist, nicht einmal die eigenen Marschälle teilnehmen dürfen. Die militärischen Fachleute der Entente sollen zu einem anderen, weit schärferen Vorschlag geraten haben. Es seien also politische Erwä- gimgen, die den Ausschlag gegeben hätten. Wir wiffen. daß diese politischen Erwägungen der Entente von den kapitalistisch- imperialistischen Zielen ihrer Länder bewegt werden,' unbe- schadet dessen muß wiederum auf den schreienden Gegensatz zwischen der Vcrhandlungsführung der Alliierten und der Ver- trete c der deutschen Regierung aufmerksam gemacht werden. Bei der Entente haben die bürgerlichen Politiker das ketzte ausschlaggebende Worts bei uirs aber bestimmen die Mili- türs die Politik, ein General von Seeckt darf in Spaa an ver- antwortungsvollfter Stelle mitwirken. Versteht man noch immer nicht, weshalb die Eutentepolitiker so unablässig auf die Entmiliiarisierung Deutschlands drängen? Die Durchführung der Bedingungen der Entente birgt durchaus nicht so große Gefahren in sich, wie von der deut- scheu Regierung und der bürgerlichen Presse behauptet wird. Zunächst: wenn die Sicherheitswehr wirklich nur eine Polizei- truppe darstellt, so entkleide man sie sofort ihres militari- scheu Charästors und lasse ihr nur die Waffen, die zur Auf- dnug notwendig find. Der einzige Fak- rechterhaltung der ürdnug------------_ I tor freilich, der mit dem militärischen Zauber grundlich und ein für allemal ausräumen könnte, ist. die Arbeiter- klaffe. Aber gerade dafür hat die bürgernche Rcaterung die größte Angst, sich des Beistandes der Aroelterschaft bei der Entwaffnung zu bedienen. Von ihrem Standpunkt aus können wir das durchaus verstehen, denn die Bourgeoisie Regierung nicht erwarten, daß sie sie v.\ ihrem Bestreben, das militärische Instrument als Mittel der Auf'.cchterhaltung ihrer Klassensierrichaft zu reUen, unterstutzen wird. Das deutsche Volk sieht in der Erfüllung der militärischen Bedingungen der Entente ieme.Verletzung, seiner Lebens- frage»! es verlangt von den Vertretern der Regierung, daß endlich ein offenes Spiel getrieben wird. Was jetzt von der Entente kategorisch venangt wind, das hätte schon längst durchgeführt sein müssen. Und wenn es in den bürgerlichen Blättern jetz: so dargestellt wird, als ob die Alliierten mit der Drohung der Besetzung des Ruhraebiets eine neue Erpressung an-tattschland ausüben wollen, so muß man doch ehrlich genng stin, um zuzw.estehen, daß gegenüber der hinhaltenden Ponitik der deutsche!. Regierung nicht mehr viel anderes übrig bleibt, als Drohungen auszusprechen. Das deutsche Volk wird nicht darüber: zugrunde gehen, wenn es --- \t'.v.e, schimernde Mehr" zum Plunder einer überlebten Zeit wirs.! aber es muß zugrunde gehen, wenn es durch die Schuld der egierung, durch die Schuld der immer noch vom natio- tialistrchen und militaristischen Keifte beherrschten bürger- lichen Partei«. seiner wichtigsten wirtschaftlichen Quellen be- rau/.t wirb. .s wir verlangen, ist dieses: die wirtschaftlichen u n dpolitischen Fragen müssen endlich in den Vor- dergrund gestellt, die militärischen Fragen müsseir weit dahinter zuriiilgestellt werden, dahin, wo sie als Ueberrefte einer vergangenen Zeit nur noch ein ganz bescheidenes Da- fein führen dürfen. Und das deutsche Volk hat die gröhte Eile, daß endlich damit Ernst gemacht wird. Unsere wirt- schaftliche Lage ist so, daß ein vollkommener Zusammenbruch nur durch Vereinbarungen mit der Entente verhütet werden kann. Um aber zu ihnen zu gelangen, ist es notwendig, daß der Militarismus vollkommen beseitigt wird. Durch den Widerstand der von den Militärs beherrschten deutschen Re- gierung ist kostbare Zeit verloren gegangen, und die Be- Handlung der wirtschaftlichen und finanziellen Fragen ist aufs neue verzögert worden. Wenn die deutschen Vertreter � in dieser Beziehung mit leeren Händen aus Spaa zurück- kehren soüten, so werden sie zur Verantwortung dafür ge- zogen werden, daß sie das Interesse der Militärs höher ge- Mit haben, als die Lebensinteresicn des deutschen Volkes! Die politische Polizei Eine offiziöse Ableugnung Der twilitürifche Charakter der Sicherheitspolizei In den Ententcnoten über die Entwaffnung und den Charakter der Sicherheitspolizei war bekanntlich auch das Verbot militari- schcr llebungen für die Polizeitruppen enthalten. In einer Eingabe, die der preußische Minister des In- n e r n an den Reichsminister des Aeusjern richtete, und in der er gegen die Auflösung der Sicherheitspolizei starken Protest er- hob, wird gesägt, die Polizei, ob Sicherheit»- oder Ordnungspolizei habe niemals militärische Uebungen irgendwelcher Art vorgenommen. Die Sicherheitspolizei stelle keine Neubildung, son- dem lediglich eine Umformung bzw. eine Ausgabentrennung in der bestehenden Polizei dar. Demgegenüber stellen wir fest: Es finden täglich bei der Sicher- hcitspOilzei militärisch« Uebungen statt, und zwar Exerzieren mit Karabinern, Marschübungen, Laden und Sichern, sowie Gruß- Übungen und Vorbeigehen in gerader Haltung. Täglich ist Exer- zieren an Ecschlltzen, leichten und schweren Mincnwerfern, Becker- kanonen und Maschinenpistolen. Auch militärische Besichtigungen finden regelmäßig statt. Das sind so offenkundige Tatsachen, daß es mehr als befremd- Rch erscheinen muß, wenn der preutzische Minister des Innern. Herr Seoering sich bemüßigt fühlt, sie abzustreiten. Der mili- tnrische Charakter der Sicherheitspolizei ist von Anfang an seit ihrer Gründung festgestellt. Wir haben uns immer und immer wieder gegen die Militarisierung der Sicherheitspolizei gewandt und darauf hingewiesen, daß sie in Wirtlichkeit nur ein« Neu- ausiage des Militarismus bedeutet. Polizeilich« Fachmänner haben uns darin zugestimmt. Es ist ein Beweis für die von aller sachlichen Orientierung verlassene Politik der preußischen und deulschen Regierung, diesen militärischen Charakter der Eicher- heitspolizei zu verleugnen. Es wäre an der Zeit, daß man in den Regierungsstellen endlich erkennt, daß sich die Entente nichts vor- machen läßt, sondern daß sie glänzend unterrichtet ist über die deutschen Verhältnisse. Mit leeren Protesten, in denen zudem noch die Wahrheit auf den Kopf gestellt ist, macht man sich einmal lächerlich und zum andern vergrößert man das Mißtrauen, das gerade in militärischen Fragen Deutschland entgegengebracht wird. Wenn die Sicherheitspolizei ihres'militärischen Charakters ent- kleidet worden ist, wird sie sich als O r d n u n g s t r u p p e um so leichter das Vertrauen der Bevölkerung erwerben können. Die Voraussetzung ist natürlich, daß dann auch die Führung in zuver- K'lgen Händen liegt. Die Mannschaften werden mit der Ent- Militarisierung nur einverstanden sein. Ihnen liegt durchaus nichts daran, wenn sie immer noch als Rekruten angesehen und be- handelt werde Die Blinden. Wir haben Donnerstag morgen berichtet, daß vom Ncickiswchrschützenbataillon 2g in Großlicherfelde Waffen und Munition nach Pommern verschoben werden. Von dieser Tatsache will das Reichswerhministerium bisher noch nichts vernommen haben. Ein sonderbarer Zustandl Denn die beiden Chauffeure, die die Schiebung im Auftrag ihrer Offizier« aus- geführt haben, sitzen schon seit einigen Tagen hinter Schloß und Riegel Und davon weiß das Reichswehrministerium nichts? Dann scheinen dort ja nur Blinde zu sitzen, was allerdings manche Vorkommnisse erklärlich machen würde._ Die Rechtssozialisten, ihre Minister und vor allem der„Vor- wärt?" haben im letzten Jahre immer wieder abgestritten, daß in der Republik politische Polizei unterhalten werde. Im Blau- prozeß ist nun aber das Bestehen dieser Polizei einwandfrei nachgewiesen worden. Wenn sich jetzt der„Vorwärts" über die verbrecherische Tätigkeit der Lockspitzel aufregt, so muß ihm ge- sagt werden, daß für Berlin es kein anderer als der Polizei- Präsident E r n st war, der die Lockspitzelei wieder ins Leben rief. Genosse Eichhorn hatte während seiner kurzen Tätigkeit im Polizeipräsidium die politische Abteilung sofort aufgelöst. Die erste Tat von Ernst aber war, daß er auf Anweisung des erz- reaktionären Regierungsrats Dr. Doye, alle Verfügungen Eich- Horns außer Kraft setzte, und damit war natürlich auch die poli- tische Polizei wieder in ihr Tätigkeitsfeld eingesetzt, daß sie fortan Abteilung 1a hieß, während sie bis zu dem Zusammenbruch unter der Bezeichnung Abteilung 5 bestand. Wenn der„Vor- wärts" im vorigen Sommer unsere Behauptung über die Spitzelei beim Polizeipräsidium als gemeine Lüge bezeichnete, so war das entweder eine Dreistigkeit oder er ist von seinem Parteigenossen Ernst, falls er sich bei diesem informiert haben sollte, g-r ö b l i ch st belogen worden. Denn Ernst wußte genau Bescheid, er nahm von dem Leiter der Abteilung 1a regelmäßig Vorträge entgegen »nd hatte, sich auch sonst sehr gut mit dieser segensreichen Ein- richtung abgefunden, gegen die er früher, als er noch Sozial- demokrat war, einen scharfen Kampf führte. Während des Kapp-Putsches hat sich die politische Polizei ganz wie es ihrem Charakter entsprach, benommen. Sie ist nur aus links eingestellt und so kam es auch, daß am Tage vor dem Putsch, als einige der Verschwörer von ihr verhaftet werden sollten, der Auftrag nicht erledigt wurde, weil sie, die politische Polizei, die Verbrecher warnte, statt sie zu verhasten. Die eigentliche Kriminalpolizei, die sich mit der Verfolgung von wirklichen Verbrechern befaßt, ist mit der Tätigkeit ihrer polizeilichen Schwester durchaus nicht einverstanden. Sie schädigt nur deren Ruf und erschwert ihr das Arbeiten. Der Verbands der sozialdemokratischen Polizeibeamten, der auf politische Sauber- � keit hält, hat nach dem Kapp-Putsch in einer öffentlichen Ver- sammlung die Auflösung der Abteilung 1a gefordert mit dem Hinweis darauf, daß sie ei« Hort der monarchistischen Reaktion ist, da sie genau aus demselben Beamtenapparat bestehe, der uuter der bürgerlichen Regierung in der bekannten Weis« gear- beitet hat. Der neue Polizeipräsident, Herr Richter, hat sich aber ebenso wie sein Vorgänger Ernst über die Forderung hinweg- gesetzt. Räch dem Blauprozeß, mit seinem für das Spitzel- wefen so niederschmetterndem Ergebnis, sollte nun mit der Ve- seitigung dieser Eiterbeule endlich begonnen werden. Das er- fordert schon der politische Anstand. geordneten war der Antrag gestellt worden, die Regierung aus- zusordern, sofort die Summen im Nachtragsetat anzujordern, die notwendig sind, um die vor dem Abschluß stehenden tariflich ver- einbarten Löhne der Staatsarbeiter sowie die aus der Einstufung -der Beamten entstehenden Mehrausgaben für die Beamtengehälter auszuzahlen. In einer längeren Debatte, in der Genossin Zieh diesen Antrag eingehend begründete, erklärten sich die Vertreter aller bürgerlichen Parteien gegen diesen: der Abgeordnete Dern- bürg machte sogar den Versuch, die gesamten Verhandlungen über diesen Gegenstand für vertraulich erklären zu lassen, doch scheiterte er an dem Widerstand der Unabhängigen. Es wurde lediglich beschlossen, eine Erklärung des Regierungsvertreters für vertraulich zu erklären. Bei der Abstimmung wurde der Antrag der Unabhängigen, ebenso ein Antrag der Rechtssozialisten, der denselben Grundgedanken in etwas abgeschwächter Form zum Ausdruck brachte, gegen die Stimmen der beiden so- zialdemokratischen Parteien abgelehnt. Dagegen wurde ein Zentrumsantrag mit demselben Stimmenoer- hältnis angenommen, der lediglich die Aufforderung enthielt, die Regierung möge den Tarisoertrag zum Abschluß bringen. Die Sitzung lieferte den deutlichen Beweis, daß die Staatsarbei- ter und die Beamten bei der Durchsetzung ihrer Forderungen mit dem entschiedenen Wider st and aller bürgerlichen Parteien rechnen müssen. Diese wollen den Wiederaufbau des deutschen Wirtschaftslebens auf Kosten der Arbeiter, Angestellte» � und Beamten ausführen, sie haben deshalb für ihre bescheidene» Forderungen kein Geld, während sie für die Forderungen der Agrarier und Industriellen ohne weiteres Milliarden zur Verfügung haben. Das neue preußische Wahlgesetz Die bürgerlichen Parteien gegen die Staatsarbeiter Der Ausschuß für den Reichshaushalt begann«nt Don- iw. Erörterungen----............ J-----. �. ,, Ernährung und Landwirtschaft angeforderten zahl- reichen Beamtenstellen. Wie schon bei anderen Ressorts war es schwer, zu oerkennen, daß in den Kreisen der Bureaukratie das Be- streben obzuwalten scheint, die zahlreichen, infolge des bekannten Kriegsausganges in anderen Ressorts fKolonialministerium, Dia- rine- und Intendanturbeamten usw.) überflüssig gewordenen Be- amten anderweitig unterzubringen. Jedenfalls besteht für die U. S. P. D.— dt« der Regierung gegenüber nicht das geringste Vertrauen aufzubringen vermag— aller Anlaß, jeder Anforde- rung neuer Beamten, für die nicht alt«, unzuverlässige Elemente entlassen werden, mit größter Skepsis �entgegen zu treten. � Hinzu kommt'~. mint noch, daß der Notetat dem Hanshaltnngsausschuß stück- weise zugeht und im Hetztempo erledigt werden soll. Unter solchen "ist"' v W» Umstünden stimmten unsere Vertreter einem Antrage der Deutsch- nationalen auf Aussetzung der Bewilligung der angeforderten Ve- amtenstellen bis zur Verabschiedung des Hauptetats zu. Auch die Abstimmung über die angeforderten Summen für die K r i e g s g e s e l l f ch a s t e n für die Monate Juli bis Oktober 1920 wurde bis zur Vorlage genauer Nachweise ausgesetzt. Aus den übrigen Ausorderungen ist bemerkenswert, daß neuerdings 67 iW 000 Mark für Fruhdrufch- und Lieferungsprä- m i e n neu angefordert wurden, so daß sich die im ordentlichen Etat bereits bewilligte Summe von über Milliarden Mark noch weiter erhöht. Zu heftigen Auseinandersetzungen mit den bürger- lichen-----------*----*■-' v- -n Vertretern kam es bei der Debatte über den Etat des Finanzmini st eriums. Von den Unabhängigen Ab- Im Preußischen Ministerium des Innern ist der Entwurf des Preußischen Wahlgesetzes ausgearbeitet worden, der nach der Beratung im Staatsministerium der Landcsoersammlung bei ihrem Wiederzusammentritt am IS. September zugehen soll. Nach dem bisherigen Entwurf schließt sich das Preußische Wahl» gesetz ziemlich eng an das Reichswahlgesetz an: wesentliche Unterschiede bestehen nur in der Einteilung der Wahlkreise und Verbandswahlkrcise. Entsprechend der Reichsverfassung sind wahlberechtigt alle, in Preußen wohnhaften deutschen Männer und Frauen. Jeder Wähler hat eine Stimme. Das Wahlrecht der politischen Schutzhaftgefangenen ist im Gegen- j satz zu den übrigen Strafen Uuter'uchungsgefangenen ausdrücklich gesichert. Den Tag der Hauptwahl setzt das Staatministeriui» im Einvernehmen mit dem ältesten Rat der Landesversammlung fest. Die Vorlage sieht die Einteilung des Landes in 74 Wahlkreis« vor: Königsberg-Ziord. Köniasberg-West, Gumbinnen, Allenstei», sieben Berliner Wahlkreise. Prenzlau, Potsdams Frankfurt a. O- Cottbus, Stralsund, Stettin, Köslin, Schneidemllhl, Oels, Schweidnitz. Waldenburg. Görlitz. Liegnitz. Oppeln. Ratibor. Pleß, Beuthen. Kattowitz� Stendal. Magdeburg. Halberstadt, Bitterfeld. Halle a. S., �Naumburg, Erfurt, Flensburg, Kiel, Altona, Aurich, Osnabrück, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Stade. Münster. Recklinghausen. Minden, Bielefeld. Eelsenkirche». Dortmund. Bochum, Hagen, Arnsberg. Kassel, Hanau. Limburg. Wiesbaden. Frankfurt a. M., Wesel. Duisburg. Krefeld. Düssel- darf, Essen Elberfeld-Barmen, Solingen. Köln. Gummersbach, Bonn. Cobleuz, Trier, Aachen und Sigmaringen. In jedem dieser Wahlbezirke werden vier bis sieben Abgeordnete gewählt, und zwar so, daß aus je 49 000 für die Liste einer Partei abgegebe»« Stimmen 1 Abgeordneter entfällt. Reststimmen werden den Verbandswahlkreisen zugeführt. Solcher Verbandswahlkreise gibt es Ick. nämlich Ostpreußen. B-r- Un. Brandenburg. Pommern-Erenzmark. Riedcrschlesien I. Nieder- schlefien ll. Oberschlesien. Magdeburg, Merseburg-Erfurt. Schles- wig-Holstein. Hannover I. Hannover ll. Münster-Minden, Arn» berg Hessen-Nassau und Rheinland I-IV. In diesen Verband» � entfallt wiederum auf je 40 000 Stimmen ein Mandat- Die Reststlmmen der Verbandswahttreise werden der Landeslist« zugeführt, bei der in der gleichen Weise ans 40 000 Stimmen«i» Abgeordneter kommt. Der wesentliche Unterschied vom Reichswahlgesetz Miefit alst darin, daß auf 40 000(statt dort 60 000) Wähler' ein Abgeordnet«« kommt und daß die llrwahlkreise wesentlich kleiner sind, ui» eine bessere politische Fühlung zwischen den Wählern und de» Abgeordneten herzustellen. Die Bestimmungen über die Wahl- Handlung, die Ausübung des Wahlrechtes und die Ermittelung des Wahlergebnisses entsprechen den gleichen Bestimmungen, wi« das Reichswahlgesetz. Ebenso wie dort ist auch das Wahlprüfung» gericht vorgesehen. Von den Kosten, die den Gemeinden aus de» Landtagswahlen entstehen, werden ihnen vier Fünftel vom Land« ersetzt. Alle übrigen Wahlkosten trägt das Land allein. Die neue Lehrerbefolbung. Der Ausschuß der Londesverfami«- lung für die Reform der Lehrerbesoldung hat sich heute konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde der Demokrat Otto, zum Verichterstatt«« der Sozialdemokrat Neumann-Köntgsberg gewählt. Der Au» schnß wird seine Beratungen während der Vertagnna der Vollo«» sammlung am 24. August beginnen. Dada Die Dadaisten Hausmann. Dix«lbrecht. Groß. « n n n a ö ch und einige andere haben im Salon B u r ch a r d t. tz o w-'U f e r 13. eine Ausstellung aufgemacht, für die sie 3,30 War! Eintrittsgeld erheben, wohl in der Erwartung, daß doch nur die Portemouaieträg-r des Westens ,u Wenn d--srolet°ri-ts für Entree auf �Äda will' uns�befÄn m>n all'em' bürgerlichen Schwindel. Er «.i» die Bbraien die Konventionen und Heucheleien der burger- Än Gesinnung zersetzen, und er hat Ausgezeichnetes geleistet im iVüeren Aufspüren von verkappter Bürgerlichte.t. Das Beste die- Ä den'Leib ob' es dir gefällt oder nicht Flucht au? dem Tage ist Schwäche, jedes Urteil Bor- iciertWit Erst der hat ein Recht den Mund aufzutun, der sich selbst w H-We erkannt hat. Da der«e fft|i4 gern zwlsche a u n ,cie (rinne Und die Dinge einschiebt— als Urteil, Annabmc, 3LunJch, Glaube. Ileberlicferung, Idee— so sind die Dadaisten gegen Geist. Reine Pr-lmitivität des unmittelbaren Erlebens fordern ste. Aus dksiir Forderung des Dadaismus, die einen»t�schen Wert besitzt, folg! die dadaistische Kunst. Es paßt gitmß in das Dada- Programm, Kunst zu machen. Aber wo bleibt der Dadaismus, wenn feine Junger sich gegen s�n„Crkenne dich selbst" mit VAistcherungen, mit 10 Geboten«uf Plakaten verbarrikadieren: wenn sie dekretieren statt zu erkennen? Dada steckt selbst im Erpressioiüskeus. Er muß es erkennen— unÖ-° wen. Erkenntnis, die vitter ist. ist noch nicht letzte Selbsterkenntnis. Die Kunst der.Dadaisten kann nur unmittelbarer Ausdruck der Zeit sein. Sie iartm nicht gut anders sein, als das Heute ist. Herr Gchetmrat Muthesitus schrieb kürzlich den lieben-atz:„Die Kunst ist geeignet, den ManHcken in eine schönere Welt zu versetzen. Das ist tnpisch bürgerlichis'Aunstauffassung. Dada zeigt die Welt 1920. Viele werden sagen7)o scheußlich sei selbst 1920 nichl. Es i st so: Der Mensch ist eine Maschine, die Kultur sind Fetzen, die Bildung ist Dünkel, der Geist ist� Brutalität, der Durchschnitt ist Dummheit und Herr das Milirär. Däe„Gefilde der Seligen kann heute nur ein R'irr malen. Alle„schonen" Farben und Formen sind heute Sswindel. Den Geistes�ilstand 1920 zeigen die Dadaisten in Bil- vre aus Reklamenvarken, Photos, Fahrscheinen, Eisernen Kreuzen, Rasierklingen, Lchvn, Tressen, Zeitungsausschnitten zu- sammeugeklobt sind. Sie x�rtauschen den Photographierten die Köpfe, schneiden ab und kombinieren neu und haben eine Technik ausgebildet, in der«ine unheimliche Spannung liegt und die frag. los ein« starke Bereicherung für unsere Malereien ist. Hier steckt eine Fülle wichtiger Anregungen— nicht zuletzt für den Film dessen Zukunft ich mir überhaupt sehr dadaistisch vorstelle. Einige wirklich glänzende Klebearbeiten von Hanna Hoch, Raoul Ha u s m a n n und George Groß lohnen den Besuch.' Aber es 'st»u viel des Guten. Wenn nun die Wände voll hängen von diesen Bildern, scheint kein wesentlicher Unterschied mehr zu sein gegen irgend e,n anderes Rezept, sei es nun im- oder expres- sionistisch. Rur das Einmalige ist wirklich Dada Die Dadaisten hätten, als sie die Ausstellung fertig hatten die Hälfte hinauswerfen sollen. Den Spieß-Bürger ärgern, den Spieß- Künstler ärgern— das allein ist für Dada ein bißchen wenig. Kurt Schwitters und Golnschess würden wirklich besser hier sein, als manche„richtigen" Dadaisten. Ein ausgezeichnetes Schlächter- laden-Bild von Otto Dix und ein gutes Bild von Paul AI- brecht,„der Tod des Füsiliers Helmhake auf dem Felde der Ehre, sind sehr schlecht gehängt. Sie sind allerdings auch nicht schulmäßiger Dadaismus. Dadaismus ist eine große Sache. Er erkennt— und hebt durch Erkennen auf. Richtig verstanden macht er ein Ende jedem Anti- Tum. Dadaismus, der abwechselnd Moralpauken hält und beißt, ist erst ein kleiner Anfang. Terror ist des wahren Dada unwürdig. Die deutsche Revolution ist in einem Stadium, in dem Schimpfen konterrevolutionär wirkt. Diese Ausstellung ist ein« etwas deutsche Dada-Kunstausstellung geworden. Die nächste wird hoffentlich eine Welt-Dada-Aus- stellung. Die jetzige Ausstellung verspricht am meisten durch das Plakat:„Dada ist kein Bluff". AdolfBehne. wissenlose Ausbeuter- und Kaufmannsmoral im Osten London« verkommen netz. Um die, die ausaeloaen oeibunaeiten. Dickens hieß jenierzeit der- Name für Menschlichkeit. Es war ei» edler Name. Er zierte ihn mehr als der berauschende Rnh«1 Byron? und Shakespeares. Vielleicht, wenn alle Literatur de» � nennt man ihn immer«<4 !?i!L flf.?L.1.�rri geleuchtet, der die G«' richte bloßgi-stelU, der für die bat. für die sonst niemand bitte» mocyte. immer lesen. Aber es ist das eine vek- .1?' bringt. Die Zeit, die nie mehr ist. wLh' w w e6t noch. Ihre Moral. Ihr Wuchern m't «ortÄ D-n» Armen. StäM. daß es noch schlimmer 0« i"ne Schurken hatten doch letzten Endes»o4 f�h?n nw die unsrigen nur einen Geldichrai» i � n-. � e u>en Eh r l> che n ging es gut und seine Lumpen fand«» ini Ende: heut hungern bei uns die einen vollends nl,r in V. T lesen so zwischen Tee und Abendbrot ON«!>..8.KUW- sm» Eigentlich ist es ganz gut. daß Dickens gestorben tstl Will-Ertch Peuckert. Dickens Zu seinem 50. Todestag. Ob er am 9. Juli 1870 starb? Wer könnte das gültig ent- '~' lbst......*""~ scheiden? Er selbst vielleicht am allerwenigsten. Er war Mensch. Er ist der Dichter alles Elends, aller Bedrängten und Verstoßenen. Das war genug. Vesonders in diesem verrotteten England jedes Manchestertums genug. Er sagte— fünfzig �Iahre, ehe man „Sozialismus und Arbeiter" entdeckte— mehr als die hinter ihm. Oder vielleicht war er auch nur ein Kind. Das eben in jedem Objekt ein Spiel für seine Laune sah. Das über alles und jede Schnurre lachte. Das grausam war— wie Kinder sind— und eben ans dieser Freude an Grausamkeit Dinge wie die Pickwickier erfand. Nein! sagt das nicht.— Stärker als alles, was wir wissen, zeugt doch sein Herz. Es blutete um den Knaben Oliver Twist. Um jeden Gram und jede Ungerechtigkeit, die die Verlassenen traf. Es grämte fich um das Elend Whitchapels, um die, die eine ge- . � lfetzung Max Klinger» fand gestern atch feinem malerisH hnlJ sii* l'tz bei Groß-Ieiia, statt. Die Trauerfeier erhicsi W•i?nöe m tf,'•'N ver Aula ber 22. Eemrindejchule. Beri'»- Pallasstr. 1� mit einem Vortrag des Genossen Kurt K. Busi� über. Die..Sozialiperung" der Frau. Die Frauenfrage und ib'» Losung in der kommenden Gesellschaft". In der Einiähruckg w'»» Genosse Krisch« darauf hin. daß die ethisch sozialistische Arbeit» gemein, chaft auf der Grundlage des historischen Materialismus 7cm ll' X— vv* ves Di}ioti|ujen (Marxismus) eine Erweiterung der marxistischen Probleme au« Irx* bezweckt, wie sie durch Kautsky in seine Schrift"Ethik und Marxismus" angeregt wurde. Danach fichlt "tZ,'—.—'»«»feisrinu» umicucvu u/utve.-�uiiuuj> t",, Genosse Busse in seinem Vortag aus, daß es mit dem A»! kommen von Privatbesitz die Kaufehe zu einer verhängnisvoll«. Ordnung der Geschlechter geführt habe: geschlechtliche Freiheit u»� rl ,,n0 we,-ylecyter geführt habe: ge,chl«chtliche Freiheit»>'' doppelte Moral für den Mann mit der Verpflichtung der Unt«» Haltung der Frau und Kinder, für die Frau Liebessperre vor d« Ehe und Zwangsmonogamie in der Ehe. Diese Verhältnisse hav«. zu einer Versklavung der Frau und zu einer Verwllftuiig Verrohung des Gros geführt. Die einzige Lösung aus du'r: Not biete die Mutterfchnftsrente, nach welcher der Staat° Der Prozeß gegen die ungarischen Volkskommissare In Budapest begann, wie schon gemeldet, der große Prozeß gegen die zehn Volkskommissare der a: c r e p u b l i k, die sich nach dem Zusammenbruch nicht m Sicherheit bringen konnten. Die Art und Weise, wie in der Hochburg des weißen Terrors die Prozeßführung gegen diese rein politischen Verbrecher betrieben wird, läßt er- -"nen. daß man in Ungarn, trotz der Schläge des Gewerk- schaftsboykotts, trotz der Verachtung der ganzen Kulturwelt, nicht von dem bisher beschrittenen Weg abgehen will. Das "anze öffentliche Leben, die Regierung und ganz besonders ie Rechtspflege stehen unter dem DiktatderOffi- iersbanden und ihres glorreichen Oberhauptes, des teichsverwesers Nikolaus H o r t h y. Das feige Bürgertum, das sich willenlos der Proletarierdiktatur beugte, schreit heute nach dem Blut dre Volkskommisiare und macht sich ein Fest daraus, die Köpfe d«r verhaßten Volschewiki faflen zu sehen. Der Wiener Berichterstatter der„Frankfurter Zeitung" meldet seinem Blatte über den Prozeß: Die Eigentümlichkeit der Anklageschrift, mit der gestern in Budapest der Prozeß gegen zehn ehemalige Volkskommisiare der Räterepublik eröfsnet wurde, besteht darin, daß er den politi- scheu Charakter der den Beschuldigten zur Last gelegten Handlungen vollständig ignoriert und nur von gemeinen Verbrechen wisien will. Die bolschewistische Revolution, an sich ganz offenbar hervorgegangen aus der Erschütterung des Ungarischen Volkes durch die Härte der Friedensbedingungrti, wird einfach als Aufruhr und Hochverrat, die Todesurteile der Revolutionstribunale werden als Mordtaten, die So- zialisterung der Banken als Erpressung, die Aufstellung der roten Armee(gegen deren Eeneralstabschef Strom feld gegenwärtig das Budapester Diviflonsgericht wegen Hochverrats und Störung der öffentlichen Ordnung verhandelt) als Beeinträchti- Sung der persönlichen Freiheit gekennzeichnet. Schon diese ebenso ungerechte und wahrheitswidrige, wie raffiniert bösartige For- mulierung der Anklage läßt für die Führung des Prozesses das Schlimmste erwarten. Und doch hätte die ungarische Justiz gerade hier eine eindrucksvolle Gelegenheit gehabt, an der Hand der ganzen politischen Entwicklung, die zur Räterepublik geführt hat, das unendliche Unheil darzutun, die heillose Ver- wirrung in den Einrichtungen und in den Gemütern, die durch den Eewaltfrieden angerichtet wurde! Wer immer das Tun der Volkskommisiare aus der Nähe gesehen hat, konnte nicht ver- kennen, daß unter ihnen und ihren Anhängern aufrichtige, wenn auch in widersinnige Gedankengänge verkehrte Patrioten waren, die der Verstummung und Knechtung des Vaterlandes durch die gleiche Verzweiflungstat entgegenwirken zu können glaubten, mit der vordem das russische Volk aus dem blutigen Frondienst der Entente geflüchtet war. Von einem Erpresiungs- versuch kann man allerdings insofern sprechen, als der ungarische Bolschewismus, wie wir aus unmittelbarer Kenntnis behaupten dürfen, im Sinne einer großen Anzahl seiner Anhänger Haupt- sächlich darauf ausging, mit der durch ihn scheinbar zur Tatsache werdenden Gefahr der Weltrevolution von der Furcht der Sieger die Schonung zu erzwingen, die Karolyi durch bedingungslose Unterwerfung vergebens von ihrer Großmut zu erwirken gehofft hatte. Da nun die AnNagefchrist nichts von alle dem erwähnt, ist sie statt des warnenden Dokuments der durch den Eewaltfrieden ver- ursachten Verheerungen, das fie hätte sein können, ein gewöhn- licher Racheakt, den die heutigen, schon selber politisch verurteilten Machthaber Ungarns gegen einige und zwar so ziemlich die Un- bedeutendsten und daher am wenigsten Verantwortlichen unter ihren zeitweiligen Vorgängern üben. Sie begeben sich aber da- mit auch selber des Anspruchs aus mildernde Umstände, der ihnen eines Tages vielleicht zu statten kommen könnte. Die ungarischen Dinge find ja noch mitten in der Gärung begriffen und auch für die H c j a s und P r o n a y, die es nach der Zahl ihrer Gewalt- famkeiten und Bluttaten mit jedem Volkskommisiar aufnehmen, dürfte der Tag des Gerichts einmal kommen: viel- leicht daß solche Erwägung die jetzigen Richter zu einem gerech- teren Urteil bewegt, als es ihnen die Anklageschrift offenbar ein- geben will. Wir haben dieser Tharakteristik kaum etwas hinzuzufügen. Wir sind nur genötigt, einen Rückblick zu werfen auf die Prozesse gegen die deutschen Revolutio- näre. Da müssen wir allerdings sagen, daß in den An- klagen, der Beweisführung und den Urteilen sich kaum ein Unterschied finden läßt gegenüber dem, was in Ungarn ge- Mutter die Aufzichungskosten für jedes Kind zucrteilt. so daß sich jede Mutter vollkommen ihren Mutterschaftspflichten widmen kann. So von der wirtschaftlichen Hörigkeit befreit, wird sich auch die Loslösung von der erotischen Hörigkeit der Frau einstellen. Die Zwangsmonogamie mit ihrer doppelten Moral wird abge- löst durch die freicWahlgemeinschaft, die allein eine höhere Ein- stellüng der erotischen Beziehung verbürgt. Für das' staatliche Bauhaus in Weimar haben eine Anzahl Di- rektoren und Prosesioren deutscher Kunstschulen, darunter Peter Behren s. August E n d e k l. Hans Pölzig, Bruno Paul. Richard Riemerschmied u. a. m. eine Kundaebuna er- lassen, w-e- V1-~...... seine werbe.................. entschieden oerurteilen. Es dürfe ihm däs Recht"nicht"verweigert ?�den auf eine Zeitspanne zu ungestörter Arbeit, groß genug. könne'e,net Iäti0fclt Nch Zeigen und heranreisen diew, Rev-lntio». Ihr Unglück und ihre Rettung. Unter binnen � bat Heinrich Ströbel eine neue Schrift verfaßt, die den°us'&'m F'rn" erscheinen wird. Wir wer- stelluna h.. d,e den Ver uch zu einer nstematischcn Dar- nimmt? zurückko�mlm � Elution unter- schieht. Auch bei uns wurden die reinsten und besten Men- fchen wegen ihrer politischen Vergehen, die sich ja auch erst hinterher feststellen lassen, wenn die Sache nicht geklappt hat, alsgemeineVerbrecher behandelt und ihnen die Ehrlichkeit ihres Handelns gerichtlich aberkannt. Wir haben damals vergeblich auf Entrüstung oder Gerechtigkeit in der bürgerlichen Welt gewartet, es blieb alles still. Das Gerechtigkeits- und Menschlichkeitsgefühl des Bürgertums er- wärmt sich und erkaltet je nach der Entfernung, die es von den Dingen trennt. Allein das internationale Proletariat ehrt seine Kämpfer, schützt und heiligt ihre Persönlichkeit vor den beschmutzenden Anwürfen der internationalen Reaktion. Die neueste Errungenschaft Man kann nicht o't und eindringlich genug darauf h.nweisen, daß die winscha'tlichen Kämpfe der Zukunft den Charakter unerhörter gegenseitiger KrafNtnsvanMlng und Erbitterung tragen werden. Es ha. deli sich«n der Zukunft nicht mehr allein um Verbesserung der Lebensbedingungen, sondern diese Kämpfe werden Entscheidung?- kämp'e sein, in denen es hart auf hart geht. Ihr Verlauf hat zu entscheiden, ob auch fernerhin das kapitalgcwaltige Unternehmertum allein und selbstherrlich über Umfang und Art der Produktions- führung. der Pretsgestaliung und Gewinnbeteiligung verfügen soll oder od die industrielle Arbeiter- und Angestelltenschast als der eigentlich wertcschaffcndc Faktor der Produktion eutscheideud m t t b e st i m m t. Die Rüstung der beiden Machtgruppen, Unternehmertum und Arbeiterschaft, wird unaufhörlich betrieben. Das Unternehmertum ist der Arbeiter- und Avgestelltenschaft insofern voraus, als es nicht durch politische Meinungsverschiedenheiten gespalten und in seiner vollen Aktionskraft gelähmt ist. Als neuestes Bollwerk ist jetzt von den vereinigten Arbeitgeberverbänden eine Strcikversicherungs- gescllschaft„Deutscher Slretlschutz" neu ausgebaut worden. Es wird mitgeteilt, daß diese Organisation bereits über einen nam- haften Reservefonds verfügt. Keineswegs soll die Tatsache der Gründung oder des Bestehens einer solchen Organisation überschätzt werden. Aber es ist nötig, daß man sich in der Arbeiterklasic klar ist über die Kraft des Gegner?. So gewiß die materielle Ueberlegenhcit bei allgemein- politischen Kämpfen allein nicht entscheidet, so gewiß kommt ihr gerade bei wirtschaftlichen Kämpfe» die Hanutrolle zu. Die Arbeiter- klasse hat gegen zwei Fronten zn kämpfen: gegen die Regierung, die mit der angekündigten Schlichtungsordnnng das Streikrecht abwürgen soll, und das koalierte und finanziell gekräftigt« Unter- nehmertum, daS nicht davor zurückschreckt, die Arbeiterschaft durch Hunger auf die Knie zu zwingen. Diesen Aussichten muß die Arbciierschaft gewachsen sein. Die politischen Differenzen dürfen das Gefüge der Gowerkschafteu nicht erschüttern. Sie sind ein Machtfaktor, der dem Ansturm der Regierung und de? industrielle« Kapitals gewachsen bleiben muß. Die Lage der Arbeiter im Ruhrgebiet Der„Nieuwe Rotterdamsche Courant" hat einen Sonder- korrespondenten in das Ruhrgebiet entsandt, der von dort aus seinem Blatte die hier gewonnenen Eindrücke wie folgt schildert. Nachdem er in einem Briefe eingehend den bei den Industriellen herrschenden Pessimismus geschildert hat, welcher als Folge der Steigerung der deutschen Valuta betrachtet wird, wendet er sich in einem weiteren Briefe der Lage der Arbeiterschaft zu. Er führt aus, daß die Lebensmittelversorgung vollkommen ungenügend sei, das Brot sei schlecht und ungenießbar und außer« dem seien die verteilten Mengen viel zu gering. Dasselbe gelte für Fleisch, Fett usw., so daß der Korrespondent zusammenfassend sagt, man könne dies eine menschenwürdige Existenz nicht nennen. Zu der Ernährungsfrage käme dann die Bekleidungsfrage und da handle es sich tatsächlich um das Bedecken der Nacktheit. Er sagt dann weiter: So darf es nicht bleiben. Die Arbeit der Bevölkerung im Ruhrgebiet ist für das Wohlergehen Europas zu wichtig, um einen so große Spannung erregenden Zustand weiter fortbestehen zu lassen. Deutschland allein kann augenblick« lich nicht daran denken, viel daran zu ändern, aber die Welt spielt ein böses Spiel, wenn fie nicht für eine- Besserung sorgt. Sie fürchtet sich vor einer bolschewistischen Katastrophe in Deutsch-' land, im Bewußtsein, daß dies eine Weltkatastrophe werden würde und gerade an der Ruhr liegt die empfindlichste Stelle. Wo so große Werte aus der Erde geholt werden, muß mindestens Brot vorhanden sein. Schließlich stellt der Verfasser fest, daß trotz der unerträglichen Zustände die Grubenarbeiter ihr Pflichtgefühl der Gemeinschaft gegenüber nicht vergessen haben, was u. a. aus ihrer Bereitschaft, Ueberstunden zu arbeiten, hervorgehe. Preisentwickelung Die Preise für Baumwolle gehen weiter zurück, während die Notierungen sür baumwotlene Fertigwaren in letzter Zeit ver- hällnismäßig stabil geblieben sind. Das Kilo Baumwolle, das Anfang des Jahres mit etwa.'>0— öS M. bezahlt wurde und im Februar— zur Zeit des Aalutatiefftandes— mehr als doppelt so hoch stand, notierte Anfang Juli mit etwa äO M. Auch dieser Preis ist noch phantastisch hoch, wenn man bedenkt, daß Baum- wolle vor dem Kriege' nach Pfennigen, nicht nach Mark gehandelt worden ist, und daß z. B. ein Meter Hemdentuch auter Qualität im Großhandel mit SO— 10 Psg. bezahlt wurde. Die augenblick- Volksbilbun amerikanische Kr easteilnebm» K.!. beabsichtigt, die ehemaligen Vrovin/bücker�en Än Suchern zu versehen, serner. die kleinen Blinden und KronÄ'�Ubzustatten und schließlich will sie den ml losen" andarbeite? Verfügung stellen. Auch die mi-s- K � v'el Muße haben, sollen nicht vergessen �en. Viele Krnder zwischen vferzehn und siebzehn Jahren Alle" loraen— Die Sumn? Belehrung will das„Buch für nlö» erfnrh*�\bie)um Unterhalt dieser öffcnt- lrchen Bucnereren ersordert weniger beträchtlich als Dollar�if« nH?t 2004 KomH Gesamtsumme"beträgt IG 500 000 Sft«ri, B bcn Vereinigten Staaten und last alle haben eine Bücherei von 5000 ÄiinVn m?-- beladene Automobile durcheilen das Land und bringen den l mten Hintcrwäldern Anregung und Belehrung. Die Internationale. Tragikomödie von Emil Salluv e m Erfolg gekrönt. Die Streitkräfte Mustapha Kemal» laschas seren gebrochen. Flüchtlinge berichten, daß die türkischen Nationalisten Brussa geräumt haben. Englische Seestreitkräfte haben M u d a n a und E h e m l e k ein- genommen. Rußlands Bereitwilligkeit T. ll. Stockholm, 9. Juli. Nach den hier vorliegenden Berichten aus Rußland, bestätigt es sich, daß die Sowjetregierung bereit ist, sofort in Verband- lungen einzutreten, auf Grund der Bedingungen, welche die briti- sche Regierung gegenüber Krassin geltend gemacht habe. Es wird auch zutreffen, daß binnen kurzem eine russische Delegation nach England abreisen wird. Die Ausschlutzaffäre im Zentralverband der Angestellten Unsere Anmerkung in der Versammlung der Opposition im Zentralverband der Angestellten wird von den betreffenden Kalle- gen dahin richtiggestellt, daß es sich bei der beabsichtigten Grün- geben, in einer Art Schutzverband den Weg zu finden, der ihnen zu ihrem Rechte verHilst und darüber hinaus die Tätigkeit einer gewerkschaftlichen Organisation möglich macht, wenn ihr Ver» bleiben innerhalb des Verbandes durch die Verbandsjustiz aus- geschlossen ist. Wir Meinung solcher ganz selbstverständlich die Differe'nzpunkte nicht abgeschwächt oder gar beigelegt, sondern im Gegenteil vergrößert. Ein solcher Schutzverband würde ein organisierter Sammelplatz der gesamten Opposition im Verbände'und müßte als Gegenorganisation empfunden werden. Solche Entwicklungen vollziehen"' gliederkreisen des Verbandes selbst flammende Empörung aus- so In dieser selben Angelegenheit wird auch gegen den Genossen Vollmerhaus der Vorwurf erhoben, daß er ein Schreiben der Ausgeschlossenen an die Plenarversammlung der Eewerk- schaftskommission in der Versammlung nicht zur Verlesung gebracht und somit der Berliner organisierten Arbeiter- und Angestellten- schaft vorenthalten habe. Gegen diese Beschuldigung, die auch in So* TOrtiarr TCrvf-jM«*" 4*i tnonXoi->7.40 nicht für angebracht halte und betont, daß es vielleicht a u ch n o einen anderen Weg gegeben hätte, um ein gütliches Ar- betten der ausgeschlossenen Mitglieder mit dem Zentralverband der Angestellten zu ermöglichen. Hierin stimmte ihm ein großer Teil der Plenarversammlung zu und ebenfalls die Ausgeschlossenen Hirsch und Frl. Beck. Auf meine Anfrage hin erklärte Hirsch durch Zwischenruf, daß er mit meinen Darlegungen in dieser An- gelegenheit zufrieden sei. In der Plenarversammlung am 1. Juli wurde von dem Genossen Rusch im desonderen, unter Zustimmung aller Anwesenden, er- inzwischen zumeist eine bedeutende Ermäßigung eingetreten,, wenn man auch in einer Reihe von Detailgeschästen dieser Tendenz nur zögernd folgt und die Herabsetzungen oft auf sogenannte Saison- artikel beschränkt. In der Lederindustrie ist noch immer eine sehr matte Stimmung. Die Preise für Häute, die schon wesentlich unter die Januar-Rotierungen gesunken sind, scheinen noch weiter abzu- bröckeln, jedenfalls erfolgen die Abschläge aber nicht mehr in dem stürmischen Tempo der Rtcmate April— Mai. Rindshäute, die Ende Februar annähernd 05 M. das Pfund brachten, werden zur Zeit mit etwa Qv.—S'A M., Roßhäute, die in der Hochkon unktur 1000 M. kosteten,'mit ungefähr 100—250 M. bewertet. Rindbox- leder Ist von 50 auf 15, Cheoreaux von 80 aus etwa 25 M.(je- sunken. Im Kleinhandel werden von vielen Geschäften Verhältnis- mäßig günstige Angebote gemacht, dagegen ist der Einfluß auf die Revaraturpreise noch meistens kaum bemerkbar, und man soll sich hüten, ohne genaue Vereinbarung des Preises seine Stiefel besohlen zu lassen. �_ An den Produktenbörsen war in den letzten lagen eine etwas festere Haltung zu bemerken. Hülsenfruchte, die wochenlang gar nicht adzusetzen waren, sind jetzt tm Zusammenhang mit der sehr schlechten Brotversorgung und den ganz unzu- länglichen Kartoffelliefcrungen wieder begehrt, und haben eine leichte Preiserhöhung im Großhandel zu verzeichnen. Zedenfalls ist sestzustellen, daß im Lebensmittelkleinhandel an den bisherigen hohen Preisen meistens festgehalten worden ist und daß die de- deutenden Abschläge des Großhandels sich nur in ganz gering- fügigem Maße ausgewirkt haben. Türkischer Zusammenbruch P-rl». 8. Juli. Nach einer Meldung des„Echo de Pari»" hat Wenistl»« den Mitgliedern des Obersten Rates in Span mitgeteilt, da» Borgehen der griechischen Armee sei von v o l l st ä n d i- klärt, daß die Eewerkschaftskommission sich nicht in die inneren Verhältnisse einer Organisation einmischen dürfe untekönne. Wenn die Genossen ausge- schlössen seien, so müssen sie den in ihrem Statut vorgeschriebenen Weg gehen. In der„Roten Fahne" beschäftigt sich der Kommunist Paul Lange ebenfalls mit dem Ausschluß. Er kommt zu dem Schluß, daß es wohl nicht richtig sein könne, daß der Ausschluß wegen der Bekämpfung der technischen� Rothilfe, der Arbeitsgemeinschaften und der Propagierung der Jndustrieverbände erfolgt sei, denn die Berliner Ortsverwaltung des Zentralverbande"" teilte ja voll und ganz diesen Stand dann weiter: Die Berliner Orts"" Angestellten behauptet, den Aus Angestellten behauptet, den Ausschluß jener Mitglieder oeranlaßt zu haben, weil diese die Organisationstätigkeit fortgesetzt sabo- tiert und behindert hätten. Wollen die Ausgeschlossenen sich gegen ihren Ausschluß wenden, so ist es das schlechteste Mittel, wenn sie jetzt dasjenige in der Eewerkschaftskommission tun. was ihnen als Ausschlußgrund aus der Organisation vorgeworfen wird — womit ich keineswegs gesagt haben will, daß es gegen que- ruliercnde Mitglieder nur den Ausschluß gebe. Wir möchten hiermit vorläufig die Diskussion über diesen Fall schließen. Den Ausgeschlossenen steht kein anderer Weg offen, als sich an die M i t g l i ed c r k r e tl e des Verbandes zu wen- den, Rur von dieser Seite ist eine Zurücknähme de-j Beschlusses durch entsprechende Anträge auf dem nächsten Verbandstage möglich. 1 Eine Kundgebung der Friedenssrennde. Der Friedensbund der Kriegsteilnehmer veranstaltet zur Wiederkehr des Tages des Kriegsausbruches und zur Kundgebung des Friedens- und Versöhnungswillens der Kriegsteilnehmer am Sonn- tag, den 1. August, vormittags 10>4 Uhr im Berliner L u st-, garten eine große öffentliche Versammlung. Alle Knegsteil- nehmer und Friedensfreunde sind zur Teilnahm» aufgerufen. Steigende Kohlenförderung in Oberschlesien im Monat Juni. neu, vre«wnuureiuiiu um vre Hauptbahn.-—>, (Mai 1 508 301 Tonnen). Die Wagengestellung belief sich auf 197 091 Wagen(Mai 179 104). Sie war in beiden Monaten regel- mäßig. Der Kohlenbestand betrug am letzten tbem 26. Juni) insgesamt 225 401 Tonnen(am 29. Mai 21.!. Du Tonnen). Eiienberaer wieber irri. Wie aus München gemeloet wirb, ist der g�te?n�r� verhaftete kominuntsttsche Landtagsabgeordnete Eisenverger— A'ft»"iiaiien worden, nackidem leine Vernehmung "' ifti : w eder aus der Hast entlassen worden, nachdem seine m Äolgt war E- w'irde sich doch wohl empfehlen, bei i von Abgeordneten etwas vorsichtiger zu sein. Verhaftung vv......... JBnÄÄfSÄ-O i5S. ÖÄ Ä't.'«Äl? SÄÄÄÄ zustellen Man will künftige Kr.eae unmöglich machen dadurch. daß eventuell die Bemannung der Schiffe verweigert wird. «anernauftohr in Rumänien. Rumänien hat eine ganz« Di- viüon nur Niederwerfung eines Bau er naufruhrs in Be- lenves aufbieten müssen. Die Rumänen beschlossen Belenyes ganze—.— Irland macht sich Am Freitag abend hat das irische t c p u« n t eine Sitzung abgehalten, an der etwa 60 Mitglieder teilnahmen. Das Parlament erließ ein Dekret, durch da» �" r tV« bl t tan ilöh« Parlam '" Mitglied >a vv Purcameril eiiictz ein durch da» zur Einrichtung republikanischer Ee. lhöfe die Ermächtigung erteilt wird. Eine„nationale i in Löhe von 250 000 Psynd ist tm) 50 000 Pfund über-' innedeil.. i richts Anleihe-.. zeichnet worden. Tarifliches aus dem Vcrsichernngsgelverbe Der Zentralverband der Angestellten schreibt uns: Im An ich Ins; an eine erledigte Tagesordnung fand am 7. b. M. eine Verhandlung zur Regelung der lleberstundencirtschädigungen statt. Der Allgemeine Aerdand der Versicherungsangestellten— der seinerzeit während der Tarifbewegung am Anfange dieses Jahres die Zersplitterungsbcstrebungen unter den Versicherungsangestellten betrieb— versucht nun in Zeitungsnotizen die Sache so darzustelle», als wenn nur auf seine Bemühungen hin diese Regelung erfolgte. Er verfolgt hierbei ganz offensichtlich agi- tatoriiche Absichten, wie seinerzeit mit der unwahren Be- hauptung, dag seinem(niemals gestellten Antrag auf Anschluß an die Afa resp. Arbeitsgemeinschaft industrieller Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände demnächst stattgegeben werde. Im Interesse der gesamten Verficherungsangestellten mug öffentlich festgestellt' werden, daß auger ihm noch der Eewerkschaftsbund kaufmännischer Angestelltenverbünde, der Eewerkschaftsbund der Angestellten und an führender Stelle der Zentralverband der Angestellten on diesen Verhandlungen beteiligt waren. Ter seften Haltung des letzteren in der Verhandlung am 29. Mai ist es denn auch zu verdanken, dast der Arbeitgeberverband nunmehr folgende verbesserte Vorschläge unterbreitete i Für Jugendliche 4 Mk., für Angestellte der Klasse 1 4,50 ML, für Angestellte der Klasse 3 5 ML, für Angestellte der Klasse 2 6 ML, für Angestellte der Klasse 1 7,50 Mk. Diese Sätze gelten einheitlich für das gesamte Reich ohne Orts- klassenabzug, und sind vorbehaltlich der Zustimmung unserer Mit- glicder von uns angenommen. Di? endgültige Regelung der Ortsklasseneinteilung wird einem vom Reichsarbeitsministenum zu ernennenden Schiedsgericht unterbreitet. Die Arbeitnehmerdeijitzer derselben werden durch je einen Vertreter des Zentralvcrbandcs dcrAngestcllten, des Ec- rverkschaftsbundes der Angestellten und des Eewertschaftsbundes kaufmännischer Angestelltenverbändc gestellt. Kriezsorganisationeu! Der Zcntraloerband der Angestellten schreibt uns:„Die zum Freitag, den 9. Juli, nachmittags �5 Uhr, in der Aula, Kochstr. 13, angesetzte Neuwahl der Sektionslcitung ist auf Freitag, den 10. Juli 1920, für gleichen Ort und Stunde verschoben worden, da die Frist zur Einreichung von Vorschlags- listen zu kurz war. Dieselben sind jetzt bis 15. Juli 1820. mittags 12 Uhr, bei Halle, Reichskohlenkommijfar, Wichinannstr. 19, einzureichen." OeffenMche Versammlungen Heute abend 7 Uhr finden in folgenden Lokalen öffentliche Vcr- sammlungen statt: Märkischer Hof, Admiralstr. 18 c, Schulaula, Görlitzerstr. 51, Nationalhof, Vülowstr. 37, Eswerkschaftshaus, worlltzcrstr.,..... Engel-Ufer. Tagesordnung:„Politische Lage, Lebensmittelfrage, Steuerabzug und Erwerbslosenfürforge"~-- M. d. R., Franz Kotzke, Noedel. Referenten: Dr. Hertz, M. d. R., E r n st L i n d e und In welcher Klasse nmß Krankengeld gezahltwerden? Diese Frage, so wird uns von unterrichteter Seite geschrieben, wird jetzt nach der Erhöhung der Versicherungsgrenze und der da- durch bedingten Erhöhung der Leistungen von vielen Mitgliedern der Krankenkassen aufgeworfen. Es herrscht eine �allgemeine Un- klarhcit darüber, und so entstehen zwijL Mitgliedern sehr häufig Disscrenzen. scheu Krankenkassen und Klar ist, dass bei Ärbeitsuufähigkeit, die nach Festsetzung der erhöhten Leistungen eintritt, Krankengeldzahlung in der Stufe geleistet werden mutz, in welcher Beiträge geleistet wurden. An- dcrs liegt der Fall, wenn Un Mitglied vor dem Inkrafttreten der jetzt geltenden Unterstützungssätze bereits erkrankt war und während dieser Zeit Unterstützung in einer niedrigeren Stufe oder Klasse erhielt. Erkrankt das Mitglied an derselben Krankheit nach dem Inkrafttreten der erhöhten Unterstützung, hat es dennoch nur Anspruch auf Unterstützung in der niedrigeren Stufe, in welcher es früher unterstützt wurde. � Die Krankenkasse stützt sich hierbei auf eine Entscheidung des Reichsocrsicherungsamies vom 27. Nlärz 1917, nach welcher für die Berechnung des Krankengeldes die Lohnklassc massgebend ist, welcher der Versicherte zur Zeit der Erkrankung angehört hat, d. b. also, daß für die Berechnung des Krankengeldes d i e Lohn- klaffe maßgebend ist, welcher der Versicherte zur Zeit der Erkrankung, nicht zur Zeit der Arbeitsunfähigkeit an- gehörte. Ist es der Kasse möglich, nachzuweisen, daß es sich um ein ein- heitliches Leiden handelt, weiches durch die gleiche nicht behobene Krankheitsursache hervorgerufen ist, so wird eben nur die Unter- stützung in der alten Lohnklaste geleistet. Wir halten es für notwendig, da häufig hierüber Anfragen ergehen, auf diesem Wege die augenblickliche Rechtslage zur Kenntnis zu bringen. Wir geben dieser Zuschrift Raum, um unfern Lesern die geltende Rcchlslage bekannt zu geben. Wir halten allerdings diesen Recht sstandpunkt für höchst unsozial, denn die erhöhten Beiträge sollen u. a. auch dazu dienen, allen erwerbsunfähigen Kranken erhöhte Leistungen zuwenden zu können. Durch die Entscheidung des Reichsoersicherungsamts werden aber gerade die Bedürftig- sten. die chronisch Kranken, davon ausgeschlossen. Das ist ein un- haltbarer Zustand, der, wenn nicht anders, von Gesetzes wegen geändert werden muß. Die Quäkerspeisung Die Quäkerspeisung erfreut sich bei unseren Kindern allgemeiner Beliebtheit. Sie wird durch das Personal der Stadt hergerichtet. Die Arbeit ist erheblich geringer, als die Volkssveisung oder Schul- dcrn zugute kommen soll: niemand anders soll an dieser Wohltat beteiligt sein. Und das ist gut so. Die amerikanischen Spender sind streng darauf bedacht, zu verhindern, dass das Essen Personen bekommen, für die es nicht bestimmt ist. Bleibt Essen irgendwo übrig, so sollen nur die Kinder in Frage kommen. Es soll da und dort von dem Prinzip abgewichen sein, und es sollen selbst Auf- sichtspcrsonen an dem Essen stch beteiligt haben. Das wäre in höchstem Grade ungehörig und gefährdet die gesamte Hilfsaktion in der schwersten Weise. Unsere Parteifreunde in den Elternbei- räten wollen dieser Seite der Sache ihre Ausmerlsamkeit schenken. Die prügelnde Sicherheitspolizei Schon wiederholt brachten wir Mitteilungen, dass Zivilisten z. T. grundlos verhastet, in schwerste: Meise von Sicherheitspvlizei- bcamtefr mißhandelt worden sind. Einige der Mißhandelten schickten wir an das Kommando der Sicherheitspolizei, nachdem uns versichert worden war, dass strengste Nachprüfung der Be- schwcrdeu und Bestrafung der schuldigen Beamten erfolgen würde. Trotz ällcdem gehen uns ständig Beschwerden über schwere Miss- Handlungen zu. Die Judenhetze zeitigt auch bei dieser Formation, die an- geülich zum Schutze der Bürger errichtet ist, ihre Früchte. Am Bülowplatz wurde vor einigen Tagen nachts gegen 12 Uhr ein Zivilist von Sicherheitspolizisten nach seiner Legitimation befragt und hierauf samt seiner Verlobten verhaftet, I e d i g li ch weil e r I u d e ist und„einer von denen wäre, die die Sicherheitspolizei abschaffen wollte n". Auf der Alexanderwache wurde ihm bedeutet, daß er der Kriminalabtei- lung zugeführt werden müßte. Diese Kriminalabteilung bestand aus einem Zimmer, in dem sich einige Sicherheitspolizisten mit Knütteln befanden. Als der Verhafiete das Zimmer betrat, ging plötzlich das Licht aus und der Häftling wurde auf das schwerste misshandelt. Am 8 d. Mts. wurde gegen 7 Uhr an der Beussel-, Ecke Hutten- strasse, anläßlich eines Auflaufes ein völlig Unbeteiligter(laut zahlreichen Zeugenaussagen) von Sicherheitspolizisten verhaftet, mit einer Sehncnfcssel derart malträtiert, daß er zusammenbrach, außerdem noch mit Fußtritten bedacht. In der Nacht desselben Tages wurden Passanten, die vom Schlesischen Bahnhof kamen, in der Andrcasstrasse verhaftet und in der Andreaswachc beim Austreten mit den Kolben geschlagen. Als die Mißhandelten sich beim Wachhabenden beschwerten, wurden sie in eine Zelle gesperrt und nochmals mit Fusstritten und Kolbenichlägen bearbeitet. Und das nennt sich ausgerechnet„Sicherheitspolizei". Bon dem zuständigen Kommando fordern wir nachdrücklichst strengste Unter- fuchnng und Bestrafung dieser Lumpen in Uniform. Die Ocffent- lichkeit hat ein Interesse daran zu erfahre», was mit dieser Sorte von„Beamten" geschieht, worin ihre Strafe besteht. Von den an- ständigen Elementen der Sicherheitspolizei verlangen wir aber, daß sie diese Subjekte belehren und nötigenfalls zur Meldung bringen sollte, sonst brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn die ganze Beamtenschaft in Verruf gerät, und die Erbitterung in der Bevölkerung immer weitere Kreise schlägt, was sicher nicht dazu beitragen dürfte, den Beamten den Dienst zu erleichtern. Pstroleumvreksc. Für Petroleum wurden vom Rsichswirtschafts- ministe: am 1. Juli d. I. bis auf weiteres neue Prefie fest- gesetzt: sie gelten für je 1 Kilo Reingewicht beim� Verkauf von 100'Kilo und mehr, und betragen: 4,08 M. in Kesselwagen, frei jeder deutschen Station, 4,78 M. bei Bezug in Eisenfässern, 5,38 M. bei Bezug in Holzfässern ab Lager des Verkäufers(einschliesslich - r, cv»• �_______-i nn tz tr*—bx____... � � s,*» Haus des Käufers bis zu 4 M., wenn der Straßentankwagen oder Petroleum aus ihm vom Orte der Befüllung abgeholt wird, bis zu 3,95 M. zu fordern. Die Kleinhändler dürfen das Petroleum ab Laden nicht höher als 4,45 M. das Liter, und bei Lieferung frei Haus des Verbrauchers nicht höher als 4,55 M. das Liter berechnen. Der Magistrat wählte den dirigierenden Arzt am Krankenhaus FricdrichshaiN Professor Dr. Braun an Stelle des verstorbenen Echeimrats Professor Dr. Neumann zum ärztlichen Direktor am gleichen Krankenhaus und den dirigierenden Arzt Professor Dr. Mühsam an Stelle des am 1. Oktober ausscheidenden Echeimrats Professor Dr. Hermes zum ärztlichen Direktor am Rudolf-Pirchow- Krankenhaus. Der Ortsausschuß Berlin der Angeftelltenoersicherung, W 8, Taubenstraße 33, erteilt während der Ferien vom 12. Juli bis 12. August d. I. Auskünfte nur nachmittags am Montag, Dienstag und Freitag von 4— 6 llhr. Die Vormittagssprechstunden fallen während dieser Zeit aus. Die Beantwortung schriftlicher Anfrageir erleidet keine Unterbrechung. Tätlicher Unfall einer Greisin. Am Michaelkirchplatz, zwischen der Schmidt- und Josefstrasse, wurde eine noch unbekannte Frau von etwa 70 Jahren von einem Ecschäftsauto der Firma Reichel aus der Michaelkirchstraße 17 überfahren und so schwer verletzt, daß sie bereits auf dem Wege nach dem Krankenhause verstarb. Die unbekannte Tote ist 1,48 Dieter groß und trug einen schwarzen Rock. eine schwarz und weiß karierte Bluse, einen schwarzen LcdergLrtel und schwarze Halbknöpfschuhe. Ihr Taschentuch und ihr Hemd tragen die Buchstaben T. L.— Nicht festgestellt werden konnte die Persönlichkeit einer anderen Frau, deren Leiche gestern Nachmittag am Heckmannufer aus dem Landwchrkanal gelandet wurde. Die Tote ist 35 bis 40 Jahre alt und 1,58 Meter groß, hat dunkel- blondes Haar und trug ein blaues Kostüm, eine lose Bluse mit weißem Spitzenkragen, schwarze Strümpsc und keine Schuhe. An Kolainvcrgistung gestorben ist die 29 Jahre alt- Schauspiele- rin Elsriedc Haak, die in den Zelten 18 wohnte. Sie wurde von der Vermieterin tot aufgefunden. Ein hinzugerufener Arzt stellte fest, daß sie an übermäßigem Kocaingenuss gestorben, ist. Gegen-' maßnahmen erwiesen sich als erfolglos. Ein Selbstmord ist un- wahrscheinlich. Es scheint sich vielmehr um einen Unglücksfall zu handeln. Ein Doppelkindesmord. Auf dem Kirchhof der St. Nikolai- und St. Mariengemeinde in der Prenzlauer Allee 7 wurde Mittwoch nachmittag von Arbeitern hinter einer Eräberreihe ein Papp- karton gefunden. Als sie ihn öffneten, fanden sie darin zwei gesondert eingeschlagene Pakete. Jedes von ihnen enthielt die Leiche eines neugeborenen Kindes- und zwar eines Knabens und eines Mädchens. Beide sind nach ihrem äußeren Befund gleich nach der Geburt getötet worden. Offenbar handelt es sich um Zwillinge. Die kleinen Leichen wurden beschlagnahmt und die Nachforschungen nach der unnatürlichen Mutter sofort eingeleitet. Sie waren bisher zedoch noch ohne Erfolg. Vcrallssichtliches Wetter sür Berlin und Umgebung am Sonn« abend: Etwas kuhler, zeitweise aufklärend, jedoch überwiegend trübe mit wiederholten Regenfällen und mäßigen vorherrschend nordwestlichen Winden. Kind?rfchutztommi»!on. Aus den Organisationen WWWWWWW»��; .... Dl- Sitzung der Kind-rschutzloinmiM-n von Er-s-,-BerN«,: / � Arb->I-idUdunsUch„Ie. Säidlergt. 5-0. flnlt- f 9- f-«JtcOung. Sonnabend, 0 Uhr. bei Roslcr. yZin-str. 12, EinunS sämtlicher Bezirksfuhrer und Kommisfionsmitgliedcr.| 1».' 11.. 13.«llfc l«. Diltrikt. Z-itung-Iommigions-Sitzuna von den Abieiiui» mann Gltm-Nstr am Sonnab-nL, 6 Uhr. bei Loh- Charloti-nbnrg. Die Mitglieder der Kinderschulikommipion von Charl-ttenbur« werden zu der am>-o»uab-nd, S Uhr, in der Nrbeitcrdildunosickule S-bicklcl- strahe 0-6, stattfindenden Sitning hiermit eingeladen.'« Lichtenberg. Kommunale Kommissten. Sonnabend, 10. Juli, Vestchtiaung der �eriulfpicle in Karlehorft. Trcsspunlt am Bahnhos Karlzhorst, nachmutag» Uhi Distrikt Mederbarnim-Tioed. der, Florastr. 3/6. Sonnabend, 0 Uhr, Sitzung in Pankow bei Te»; Derantirorrlich für die Acdaktion: Leo Lieb schütz, sUviebrnau. Veeant wörtlich für den Inseralcnteil: Ludwig K o m crin c r, Karishorst. Vcrlagr.gcnossrnschast .Freiheit, e. cs. tu. b. H., Berlin.— Drucll der �reiheib-Drucker-i®. vi. d. H.« Berlin C2, Breite Srratze S.a. L M. MMK tzipucr- und Äiellcms nach d 2,30 M„ b. Mehr- nahm« biMger versendet gegen Nachnahme »ns Hagar, Sichle»-. ch. Versandhaus Haha. � Wimen Mferdrch!. Alzen und Wnchsdrcht Kauft höchstzahlrnd ItzgeilieiirSlirrittlCtWHtiNg. Derlin Vi u. LinKstrchc 10. Telephon- Lutz o iv 3705 und 8818. FRESE WELT Di@ S�tieimsrnmer SPIA ist bereits vergriffen FREIE WELT Aunahme i« allen Speditionen des Berlages Geschäftsstelle: Berlin C2, Breite Straße 8-S Kleine Älizeigen Spiraläohirer Schmirgcll einen, nur neu«, kauf- Miiller, Reue 00 Königstr. 00, tAlexanderplatz». 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