ten Jen о iss or ch rd. as Бе Ins Jen hot en. iel ten Chr Bur ev be the Ter LET 54# 1 197, от Ind 01 21 hr Bur in en Бе Fie ih end tet ett sty 361# 4 1 fid aft en. en 13 Set 17. E inzelpreis 30 Pfg. 3. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zuftellung ins Haus für Groß- Berlin 10,-M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Posts bezug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Desterreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 m. zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Defterreich 30,- M. Redaktion, Expedition und Verlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9, Sonntag, den 11. Juli 1920 Nummer 272 Morgen- Ausgabe . Die achtgespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum hoftet 5,- M. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen; Das fettgedruckte Wort 2,- M., jedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 M., jebes weitere Wort 1,- M. Fernsprecher: Zentrum 2030, 2645, 4516 4603, 4635, 4649, 4921. greiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die schwierigste Frage Keine Regelung ohne die Arbeiter und Arbeiter, statt der von letteren sehnlichst gewünschten sechsSpaa, 10. Juli. Die heutige Sigung der Konferenz wurde um 10% Uhr eröffnet. Minister Dr. Simons erklärte, daß er den Alliierten nicht das Recht zu den beabsichtigten Maßnahmen zugestehen fönne, da ein böswilliges Unterlassen Deutschlands bei der Nichteinhaltung der Kohlenlieferungen nicht vorliege, Maßregeln, die Deutschland wieder als Diktat auferlegt werden sollten. Die deutsche Regierung habe beabsichtigt, in der mit der ganzen Wiedergutmachungsfrage in Zusammenhang stehenden Kohlenfrage bestimmte Pläne vorzulegen, welche den berechtigten Ansprüchen und besonders denen Frankreichs Rechnung tragen. Er hätte es für zweckmäßig gehalten, wenn die ganze Frage von einer Sachverständigen Kommission geprüft würde, neben der Deutschland noch drei andere Kommissionen vorschlagen wollte, eine für die technischen Fragen der industriellen Leistungen an die Alliierten, die zweite für die Frage des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete und die dritte für die Wirtschaftsfragen und die der Finanzierung der deutschen Sach- und Arbeitsleisturgen und der internationalen Geldfragen überhaupt. Die Kohlenfrage sei für alle die schwerwiegendste, sie könne nur im Einverständnis mit den Bergarbeitern und den Bergwerksbesigern gelöst werden. Er bäte daher darum, die anwesenden Vertreter dieser beiden Gruppen zu Worte fommen zu lassen. Sie sprächen nicht im Namen Der Regierung, sondern, was sie hier sagten, sei ihre persönliche Ansicht und die Ansicht derer, die sie vertreten. Sugo Stinnes ergriff darauf das Wort und führte im Einzelnen aus, was bereits geschehen sei, um die Förderung von Kohlen zu erhöhen, und was zur weiteren Erhöhung der Förde rung noch in Aussicht genommen sei. Als Vertreter der Bergarbeiter erklärte Hue, daß die deutsche Bergarbeiterschaft entfräftet durch die lanjährige Hungerblodade und unter ungünstigen Morbiditäts- und Mortalitätsverhältnissen lebend, sich entschlossen habe die Mehrförderung an Kohle, die in erster Linie Frankreich zugute fomme, durch Leistung von Ueberschichten zu erfüllen. Die Arbeiterschaft Deutschlands stehe aber wie die Frankreichs, Englands und Ameritas auf dem Standpunkt, daß das erstrebenswerte Ziel die Sechsstundenschicht sei. Die ganze Kohlenfrage sei eine internationale Frage, die nur durch internationale Abmachun= gen gelöst werden könnte. Die Vertreter der deutschen Arbeiterschaft seien gern nach Spaa gekommen, um an dieser internationalen Aufgabe mitzuarbeiten. Die Alliierten sollten aber nicht glauben, daß die Diplomaten am grünen Tisch irgendetwas feststellen könnten, wenn die Arbeiter nicht bereit wären, das auszuführen. Er hoffe, daß die Alliierten ihnen Gelegenheit geben würden, in einer Sachverständigen- Kommission in nähere Besprechungen einzutreten. Die Sigung wurde darauf auf 4% Uhr nachmittags vertagt. Das Auftreten des Herrn Stinnes Das Wolffsche Bureau bringt den Wortlauf der Rede, die Stinnes gestern in Spaa gehalten hat. Danach begann der Industriemagnat damit, daß er erklärte, warum er stehend [ preche: er wolle seinen Zuhörern ins Auge sehen. Das flingt sehr männlich und sehr stolz, aber man darf lebhafte Zweifel hegen, ob diese Pose auf die Zuhörerschaft den gewünschten Eindruck hervorgerufen hat, und diefelben Zweifel find am Playe gegenüber der weiteren Bemerkung, daß, wer nicht von der Siegertranfheit unheilbar befallen sei, wissen müsse, wie wenig mit den jetzt üblich gewordenen Decisionen( Entscheidungen) getan sei. Diese Einleitung mußte die Wirkung der fachlichen Darlegungen, die ihr folgte, beträchtlich herabmindern und der Versuch, die 3erstörung der Gruben in Nordfrankreich mit einer flar ertannten militä= rischen Notwendigkeit" zu rechtfertigen, war nicht danach angetan, den ungünstigen Eindruck zu verwischen. Stinnes bestreitet sodann den Rechtsanspruch der Alliierten auf Kohlenlieferung vor dem 10. Mai 1920. Was vorher geleistet worden sei, sei aus einem natürlichen Rechtlichkeitsempfinden heraus geschehen, das sich jetzt als falsche Sentimentalität erweise. Wir haben entsprechend den Anforde rungen der Reparationstommission zu liefern, was über die zwingenden Bedürfnisse Des deutschen Wirtschaftslebens menden erübrigt werden kann." Im Frühjahr 1919 habe die Förderung im Ruhrgebiet, das für die unmittelbaren Lieferungen an Frankreich ausschlaggebend sei, rund 220 000 Tonnen täglich betragen, sei jetzt auf 285 000 Tonnen gestiegen. Damals wurde schon in Erkenntnis der tomEntwicklung Seitens der Einvernehmen Bergwerkbesitzer im mit den Gewerkschaften ber Regierung eine Eiedelung von Bergleuten in den Bergdeutschen wertsbezirken bisher niemals gehörten Umfanges vorgeschlagen. Allein im Ruhrgebiet sollen mit Familien etwa 600 000 Menschen angesiedelt werden. Allein im Ruhrgebiet werden Unkosten von weit über sechs Milliarden Mark entstehen, davon sicher fünf Milliarden nicht dauernde Werte infolge der herrschenden Teuerung, also ein gewaltiger Verlust, um eine gesteigerte Lieferung an Frankreich zu ermöglichen. Da die erforderliche Sebung der Förderung nicht Schnell genug durch Heranziehung neuer Arbeitermengen in die Kohlendistrikte mangels Wohnungsgelegenheit möglich war, entschlossen sich nach mühevollen Verhandlungen im Februar 1920 die Unternehmer stündigen Arbeitszeit eine solche von acht Stunden und 10 Minuten im Wege der Ueberschichten auf sich zu nehmen, Ueberschichten, die mit 100 Prozent Zuschlag bezahlt werden. Die Million Tonnen, die heute als Grundstod der monatlichen Lieferungen an die Entente angesehen werden tann, ist ermöglicht durch die Ueberarbeit deutscher Bergleute, deren Ernährungsstand nach vieljähriger Hungerblodade schlecht ist, deren Familien heruntergekommen, abgerissen sind. Zur Zeit sind, so fährt der Redner fort, heute wieder Verhandlungen im Gange, um noch mehr überzuarbeiten, täglich anderthalb Stunden, wodurch eine weitere beträchtliche Förderungssteigerung sofort eintreten würde. Dann berührte Stinnes die Möglichkeit einer Besehung des Ruhrreviers und er rief aus: Selbst wenn dieser Gewaltakt mit Schwarzen ausgeführt werden sollte, bei deren Anblid als Träger öffentlicher Gewalt, sich jedes Weißen und Deutschen Herz empört, so fann damit weder für Frankreich noch für Europa etwas genügt werden!" Zum Schluß aber tam er noch einmal auf die erledigte Entwaffnungsfrage zurüd, indem er behauptete, eine unendliche Erschwerung habe die Kohlenfrage durch die Entscheidung in den militärischen Fragen erhalten. Daraus würden Unruhen [ chlimmster Art entstehen. Die Folgen an Produktionsausfall würden auf die Entente in erster Linie zurückfallen.„ Wir find bereit", so beendete er seine Rede, mit bestem Willen mit Ihnen zu überlegen, wie wir Ihnen schnell und gründlich helfen fönnen. Ein Diktat tönnen wir nicht annehmen. Aus fachlichen und rechtlichen Gründen sind die Punkte 1-4 3hrer Kohlenentscheidung unannehmbar. Das Wolfffche Bureau nennt diese Ausführungen scharf und eindrudsvoll" und die Parteifreunde des Herrn Stinnes werden dieser Charakterisierung zustimmen. Die Schärfe ist in der Tat vorhanden, aber, was den Eindrud betrifft, so weiß der Berichterstatter der„ Voss. 3tg." zu melden, die Rede habe auf seiten der Alliierten sehr unlieb= sames Aufsehen erregt. Sicher ist jedenfalls, daß der Borsinende der Konferenz, der Belgier, Delacroix, fich genötigt sah, den temperamentvollen Sprecher zu unterbrechen, um ihm in einer diplomatischen Wendung eine ge= wiffe Mäßigung aufzuerlegen. diesen Zwischenfall? Etwa weil die Regierung selbst das Warum verschweigt die halbamtliche Nachrichtenstelle Unangebrachte des Stinnes'schen Auftretens empfindet? Unter allen Umständen aber haben wir es auf das schärffte zu verurteilen, daß von Herrn Stinnes ein Ton angeschlagen worden ist, der ihm vielleicht aus dem von ihm beherrschten Aktionärversammlungen geläufig sein mag, der aber für einen Vertreter Deutschlands im Verkehr mit den Alliierten ganz und gar nicht am Plage ist. Wir haben nicht das geringfle Verständnis für diese Methode, die zwar von den Gesinnungsgenossen des Barons von Lersner als würdig empfunden werden mag, die aber geeignet ist, die Interessen des gesamten Volkes schwer zu schädigen. Bertagung auf Sonntag In der heutigen Nachmittagssigung der Konferenz erklärte höchst wünschenswert halte, wenn man sich mit Deutschland durch Millerand im Namen der Alliierten, daß die Entente es für möglich einige. Er schlug deshalb den sofortigen 3usamSachverständigen- Beratungen über die Kohlenfrage so rasch als mentritt der beiderseitigen Sachverständigen zu kommissionsberatungen vor. Die deutsche Delesofort zu einer Sigung zusammen. gation stimmte zu, und die beiderseitigen Sachverständigen traten Nach einer Pause machte Minister Dr. Simons längere Ausführungen über die Wiedergutmachungsfrage und erklärte sich bereit, die deutschen Vorschläge schriftlich in kürzester Frist, voraussichtlich bis morgen abend, vorzulegen. Die Gigung wurde darauf auf Sonntag, 5% Uhr nachmittags, zur Entgegennahme des Berichts der Kohlenkommission vertagt. Sauerwein, der Sonderberichterstatter des Matin", sagt über die Verhandlungen in Spaa: Bei der Frage der Wiedergutmachun gen werde es sich darum handeln, nicht mehr Versprechungen, sondern Realitäten zu erlangen. Man müsse beiderseits zusammenarbeiten, um es der deutschen Regierung zu ermöglichen, zu bezahlen. Die Alliierten hätten das vollkommen begriffen. Sie hätten sich entschlossen, durch internationale Finanz= fombinationen das Geld und die notwendigen Rohmaterialien zu beschaffen, um die deutsche Produktion wieder zu heben, aber es sei notwendig, neue bestimmte Garantien zu verlangen, um die Anleihen, an denen Deutschland einen Teil haben sollte, sicherzustellen. Die Annahme dieser Bedingungen, an der man den guten Willen Deutschlands ersehen könne, werde zweifellos Gegenstand einer Aufforderung werden. Spaa, 10. Juli. Nach den Blättern soll die russische Frage auf der Konferenz nicht besprochen werden. Der Hohe Rat befaßte sich jedoch mit einem Memorandum über die ernste Lage Bolens infolge des Vorrückens der Roten Armee. ( Siehe auch 2. Seite.) Die Kohlenfrage in Spaa Jrrungen und Wirrungen Die Berichterstattung über die Vorgänge in Spaa bleibt gleichmäßig unzuverlässig wie von Anfang an. Die amtlichen Berichte sind fast inhaltlos, nichtssagend und verschleiern absichtlich den wahren Tatbestand. Die Regierung kann das nicht leugnen und bemüht sich deshalb, die Ausrede glaubhaft zu machen, daß technische Schwierigkeiten daran schuld seien. Als ob man troh schlechter Telephonleitung und mangemäßen Berichte übermitteln fönnte. Um so farbenreicher gelhaftem Telegraphendraht feine inhaltsreichen, wahrheitss und tendenziös gefärbter sind die Berichte der bürgerlichen Sonderforrespondenten, die, je nach der Art ihres Blattes, das furioseste Zeug zusammenbeobachten. So viel ist schon heute klar ersichtlich, daß die Regierung wieder einmal völlig unvorbereitet, wie in der Militärfrage, so auch in den wirtschaftlichen Fragen nach Spaa gegangen ist. Der Grund dafür ist nicht allzuschwer zu erklären. Schon nach Versailles ging man ohne jedes Programm, ohne jeden Gegenvorschlag, und zwar mit der Hoffnung, daß die Gegensätze zwischen Amerika und England einerseits und den Franzosen andererseits Situationen schaffen würden, in denen es dem sogenannten diplomatischen Geschick der deutschen Delegierten gelingen würde, wichtige Vorteile und einen günstigen Verlauf der Verhandlungen für Deutschland herauszuschlagen. Selbstverständlich mißglüdte dieses Experiment, denn die amerikanischen Einflüste rungen, auf die man sich damals verließ, waren völlig un verbindlich, so daß die deutsche Regierung entgegen ihren Er. wartungen plötzlich einsam und verlassen dastand. Nichts anderes widerfährt ihr jetzt in Spaa. Damals waren es amerikanische Einflüsterungen, heute stammen fie aus eng lischen Kreisen; damals hat der fluge Herr Landsberg sie geglaubt, heute ist Herr Fehrenbach darauf hineingefallen und hat auf Grund dieser geheimnisvollen Informationen aus Kreisen der englischen Diplomatie noch furz vor seiner Abs reise nach Spaa seine optimistischen Aeußerungen getan. In Spaa erlebte er dann die große Enttäuschung, daß ausgerech net Lloyd George seine sentimentale Rede scharf zurüdwies. Es ist bezeichnend für das diplomatische Geschick unserer Deles gierten und für die politische Fähigkeit unserer Regierung, daß sie eine Taftit eingeschlagen hat, die den Verhandlungsgegnern geradezu sämtliche Waffen im Verhandlungskampfe auslieferten. Jmmer vertrauend auf die Einflüsterungen aus englischen Kreisen und in der Hoffnung, daß die Uneinigkeit der Alliierten der wahre Boden der deutschen Verhandlungs taktit sei, hat man jeden Gegenstand der Tagesordnung mit einer allgemeinen Phrasenrede begonnen, ohne irgendeinen positiven Vorschlag zu machen. Darauf aber warteten die Alliierten, und sie ließen dafür absichtlich den deutschen Dele gierten stets das erste Wort. Als dann fein Streit unter den Alliierten eintrat, sondern allgemeines Erstaunen über die Inhaltlosigkeit der deutschen Ausführungen sich bei den Alliierten geltend machte, als diese deshalb mit präzisen und forgfältig formulierten Vorschlägen und Forderungen ants worteten, fa mder Kazenjammer. Das war schon so bei den militärischen Verhandlungen. Erst waren überhaupt feine militärischen Sachverständigen da. Dann redete Herr Geßler allgemeine Flosteln und Herr Fehrenbach vers suchte auf die Tränendrüse Lloyd Georges zu drücken. Schließ lich stand man hilflos den alliierten Forderungen gegenüber und mußte endlich unterzeichnen, was diese formuliert hatten. Um irgendein diplomatisches Geschick zu beweisen, versuchte man sich an Nebensächlichkeiten zu flammern und erklärte, daß die Strafandrohung der Besehung des Ruhrgebietes nicht mit dem Friedensvertrag übereinstimme und daß man sie deshalb nicht anerkennen tönne. Worauf Lloyd George erwiderte, daß die Alliierten feine Anerkennung erwarten, son dern daß sie eben der deutschen Regierung nur Mitteilung davon machten, was im Falle der Nichtdurchführung der Entwaffnungsvorschriften zu gewärtigen sei. Und so unterzeich= nete man schließlich die Entwaffnungsvorschriften, nachdem fostbare Zeit verloren und unnötigerweise Konfliktstoff ange= häuft und neues Mißtrauen gesät war. Genau dasselbe Bild bieten die Verhandlungen über die Kohlenfrage, die gestern begonnen haben. Wieder hatte ein deutscher Delegierter, Herr Bergmann, das erste Wort: wieder beschränkte er sich auf eine ganz allgemeine Darstellung der Lage und vermied sorgfältig jeden positiven Vorschlag. Die Folge war wieder, daß die Alliierten, dies mal durch den französischen Ministerpräsidenten Mille= rand, ihre Vorschläge und Forderungen genau formuliert vorbringen fonnten. Soweit die Berichte darüber vorliegen, haben dann die deutschen Sachverständigen, Stinnes und Sue lediglich wieder einmal die Unmöglichkeit der Durchführung dieser Vorschläge nachzuweisen versucht. Die Folge ist auch hier, daß den Beratungen der Kohlensachverständigen feine deutschen Vorschläge, sondern lediglich die alliierten zugru:: te liegen. Die Kohlenfrage ist ohne Zweifel die komplizier teste und schwierigste Frage der ganzen Bez ratung. Ihre Regelung wird maßgebend sein für alle Möglichkeiten des wirtschaftlichen Wiederaufbaus nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern auch in ganz Europa Man muß anerkennen, daß Frankreichs Wirtschaftsleben und Industrie schwer unter dem Ausfall der Kohlenproduktion seiner durch die deutsche Seeresführung zerstörten Kohlengruben zu leiden haben. Es ist eine einfache Forderung der Gerechtigkeit, daß unsere Kohienproduktion bis zu einer gewissen Grenze zur Dedung des Ausfalls der französischen und belgischen Kohlenproduktion dienen muß. Nur eine Grenze fann es für diese Borzugslieferung geben: Die Kohlenabgabe an Frankreich und Belgien darf nicht so groß werden, daß damit eine Gefährdung des deutschen Wirtschaftslebens selbst verbunden ist, sonst find wirtschaftlicher und finanzieller Zusammenbruch, Arvölliges Versagen der deutschen Kohlenproduktion für Frankvölliges Versagen der deutschen Kohlenproduktion für Frankreich, Belgien und ganz Europa die Folge. Der Streit in Spaa dreht sich nun darum, wo die Grenze ist, und vor allem, wer über sie zu entscheiden hat. Frankreich wünscht eine interalliierte Kontrolle über die gesamte deutsche Kohlenproduktion und eine Mitwirkung bei der Verteilung dieser Produktion. Es ist selbstverständlich keine Prestigefrage, sondern eine wirkliche Existenzfrage für das deutsche Wirtschaftsleben, die es unmöglich macht, daß die Alliierten etwa allein die Bestimmung über die Verteilung Die deutschen der deutschen Kohlenproduktion erhalten. wirtschaftlichen Verhältnisse wie die wirtschaftlichen Verhältnisse jedes modernen Industriestaates überhaupt sind viel zu kompliziert, als daß selbst die besten Wirtschaftsfenner eines anderen Staates genug Einblick in sie besigen, um ihren Lebensnotwendigkeiten Rechnung tragen zu fönnen. Es wird deshalb nichts anderes übrig bleiben, als daß man sich über einen prozentual festgelegten Verteilungsschlüssel der deutschen Kohlenproduktion einigt, der den deutschen wirtschaftlichen Lebensnotwendigkeiten, aber soweit als möglich auch den Wiedergutmachungsansprüchen Frankreichs und Belgiens gerecht wird. Daß dabei eine gewisse Bindung in bezug auf die Kohlenabgabe an neutrale Staaten eintritt, wird nicht zu vermeiden sein. Es ist die Schuld derjenigen, die im wahnwißigen Siegestaumel und in militaristischer Verblendung Frankreichs und Belgiens Kohlengruben zerstört haben, daß wir, anstatt gegen Kohlenlieferungen an neutrale Staaten direkt Rohstoffe und Lebensmittel faufen zu fönnen, den Umweg über die schwer geichädigten Staaten Belgien und Frankreich nehmen müssen. Allerdings sollte auch in dieser Beziehung nicht übersehen werden, daß die Kohlenfrage nicht zuletzt eine Arbeiter frage, und als solche, wie Hue nicht zu unrecht betont hat, ebenfalls eineinternationale Frage ist, deren beste Lösung zweifelsohne durch internationale Abmachungen und Regelungen gefunden werden sollte. Reicht aber das Verständnis der alliierten Bourgeoisie zu dieser Erkenntnis noch nicht hin, so bleibt uns nichts übrig, als der Tatsache Rechnung zu tragen, daß wir dank dem Machtwahnsinn unserer Militärs ein besiegtes Volk sind. Tie Kriegsbeschuldigtenfrage in Spaa Spaa, 10. Juli. Das Protokoll über die Kriegsbeschuldigten lautet nach amtlichen Berichten: Die Konferenz hat in Webereinstimmung der bevollmächtigten Vertreter Belgiens, Frankreichs, Englands, Italiens und Japans cinerseits und Deutschland andererseits beschlossen, sano daß das in die Hände des Reichsgerichts zu Leipzig gelegte Strafa 190 verfahren im Sinne des Briefes des Präsidenten des Obersten Rates der Antierten an die deutsche Regierung vom 4. Juni 1920 fortzusehen ist. Um die Untersuchung in der genannten Sache zu beschleunigen und alle wünschenswerten juristischen Feststellungen zu erhalten, wird sich der Reichsanwalt des Leipziger Reichs: gerichtshofes direkt mit dem englischen Attorney- General oder dem Justizminister der betreffenden alliierten Macht in Verbindung setzen, um Auskunft oder gerichtliche Feststellungen durch einen Untersuchungsausschuß oder auf anderem Wege zu erlangen. Das wird in kürzester Frist ausgeführt werden, und die gesammelten Ergebnisse dem Reichsanwalt in Leipzig übermittelt werden. Nach einer anderen Meldung hat der Reichsjustizminister Heinze 1. a. dargelegt, daß seitens der deutschen Regierung in der Frage der Kriegsschuldigen versaziedene Verhaftungen geplant, aber noch erfolgt seien. Geßlers Darstellung In der Rede, die der Reichswehrminister am Sonnabend im Haushaltausschuß des Reichstags hielt, führte er u. a. folgendes aus: Die Berhältnisse liegen so, daß effektiv von uns nichts anderes verlangt wird, als wozu wir auf Grund Versailles vera des Friedensvertrages von pflichtet sind, und die Bedingungen, die uns gestellt worden find, bedeuten effektiv nichts anderes als die Gewährung von neuen Fristen. Deshalb lag für uns feinerlei Recht vor, die Unterschrift zu verweigern, vor allem auch deshalb schon, weil die Entente erklärt hatte: solange diese Sache nicht in Ordnung gebracht ist, werde über die wirtschaftlichen und finanziellen Fragen überhaupt nicht verhandelt werden. Das ist nämlich der durchgreifende Unterschied: in diesen Entwaffnungsfragen handelt es sich um flare Bestimmungen des Friedensvertrages, zu deren Erfüllung wir verpflichtet sind; daOskar Panizza Bon Ignaz Wrobel -Herr Moltke brauchte einst die Phrase: Das Seer ist gegen man säubert damit von ber Straße die Menschen, Deutsche da beim Champagnergiafe bie dem Schloß zu nahe gewagt fich" fand feine Rebe viel Hurra! Doch irrt euch nicht, ihr lieben Kinder der Gasse, denn tommt einst die Uhr, macht gegen Kronen und 3ylinder ihr Front und sagt:„ Choc en retour Ostar Panizza. Oskar Banizza. Diesen Mann fennen heute nur noch ganz wenige, und auch seine Bücher sind größtenteils vergriffen, und er selbst lebt in Franken in einem Jrrenhaus. Dahin brachte man im Jahre 1904 ben Dr. Ostar Panizza, der wohl, als er noch bei Berstande war, der frechste und kühnste, der geistvollste und revolutionärste Prophet seines Landes gewesen ist. Einer, gegen ben Heine eine matte Zitronenlimonade genannt werden kann und einer, der in seinem Kampf gegen Kirche und Staat, und vor allem gegen diese Kirche und gegen diesen Staat, bis zu Ende gegangen ist. Goten und Römer haßte er gleichmäßig, und er hazte sie mit einer Inbrunst, einer Kraft und einem so starten Gefühl, daß die Flammen von damals noch heute zu uns herüberschlagen und uns ansengen, als habe man sie heute ange= zündet. Für seine Komödie Das Liebestonzil" wanderte Ostar Banizza anderthalb Jahre wegen Gotteslästerung ins Gefängnis und abgesehen davon, daß man den§ 166 des Deutschen Strafgesetzbuches, der da die Gotteslästerer verdammt, abschaffen sollte: Dieses Urteil traf gewiß feinen Kleinen, denn er hatte die Faust zum Himmel hinauf geschüttelt und Gott wirklich gelästertweil der die Syphilis erfunden hatte. Es gibt feine Stelle in dem gesamten Schaffen Wedekinds, die an Kühnheit und Größe an diese Szenen heranreicht. Im Gefängnis schrieb Ostar Panizza allerhand Dialoge und Berse, und als er dann entlassen wurde, ging er nach Paris. Bon dem, was er damals im Jahre 1896 also vor vierundzwanzig Jahren über sein Land und über sein Bolt geschrieben hat, ist uns einiges aufbewahrt.( Diese Dinge dürfen heute in gegen sind wir bei der Wiedergulmachung bei der Festlegung der Entschädigungen berechtigt, Vorschläge zu machen, uns mit der Entente zu verständigen. Die Strafbestimmungen sind sofort beanstandet worden. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, daß Besetzung deutschen Gebietes nach den militärischen Bestimmungen des Friedensvertrages nicht in Anspruch genommen werden könne. Wir haben scharf den Rechtsstandpunkt zum Ausdruck gebracht, daß wir irgendeine Strafbestimmung wegen Verlegung der Bedingungen unter feinen Umständen anerkennen fönnen, weil das eine Aenderung des Friedensvertrages bedeuten würde. Lloyd George erklärte dann, es sei auch gar nicht beabsichtigt, von der deutschen Regierung irgendeine Erklärung nach der Richtung hin zu verlangen, daß sie einer Besetzung des Ruhrgebietes zustimme; das besorge die Entente, wenn sie es für nötig halte, selbst; sie behalte sich das Recht vor, so vorzugehen, wie sie es für nötig halte. Bom rein militärischen Standpunkte aus sind die Bedingungen, was die Entwaffnung anlangt, und was speziell die Reichswehr anlangt, nicht Erschwerungen gegenüber dem Friedensvertrag, sondern Erleichterungen; denn an sich hätten wir heute 100 000 Mann entlassen und das Ruhrgebiet räumen müssen. Wenn wir jetzt diese neuen Fristen bekommen, so bedeutet das vom militärischen Standpunkte aus eine gewisse Erleichterung. Wieweit wir damit politisch kommen, ist eine ganz andere Frage. Eine Besprechung beim Reichspräsidenten Berlin, 10. Juli. W. T. B. teilt mit: Bei dem Reichspräsidenten fand heute vormittag eine Besprechung statt, in der bie aus Spaa zurüdgefehrten Mitglieder der Delegation, Minister Geßler, Staatssekretär Albert und General von Seedt, Bericht erstatteten. Nach allgemeinen Mitteilungen wurden die in Spaa getroffenen Ver einbarungen erörtert. Dabei wurde hervorgehoben, daß Lloyd George den Schwerpunkt der Verhandlungen auf die Entwaff= nung der Bevölkerung, d. h. also das Einsammeln der in den Händen der Bevölkerung befindlichen Waffen gelegt habe. Die Androhung des Einmarsches in das Ruhrgebiet ist von den Deutschen nicht genehmigt, sondern nur zur Kennt nis genommen, nachdem der Reichsminister des Aeußern zuvor erklärt hatte, daß eine derartige Klaufel dem Friedensvertrag und dem Völkerrecht widerspricht. Die Schlußformel der Unterschrift geht infolgedessen nur dahin, daß die deutsche Regierung Kenntnis nehme und versuchen werde, en ce qui concerne le gouvernement allemand die Bedingungen auszuführen. Lloyd George hatte ausdrüdlich anerkannt, daß die Deutschen durch ihre Unterschrift die Klausel nicht dedten. Es wurde weiter flargestellt, daß bei dem Nachdruck, mit dem die Einsammlung der Waffen von der Entente gemäß dem Friedensvertrag verlangt wird, Deutschland hier alsbald zu einschneidenden Maßregeln greifen müsse. Lohnforderungen der englischen Kohlenarbeiter D. A. Haag, 10. Juli. Die Konferenz der britischen Grubenarbeiter in Leamington beschloß, eine Lohnerhöhung von 2 Schilling für den Tag für Erwachsene und von 1 Schilling für Nichterwachsene zu fordern und zugleich darauf zu bestehen, daß die Regierung die jüngsten Erhöhungen der Kohlenpreise um 14 Schilling für die Tonne zurüdzicht. Rußland und Rumänien D.A. Bukarest, 10. Juli. Wie amtlich bekanntgegeben wird, verlas der Minister des Auswärtigen, Tate Janescu, im Ministerrat einen neuen Funkspruch der russischen Regierung, in dem sie Rumänien abermals einen Friedensvorschlag macht und sich gleichzeitig bereit erklärt, den Austausch der Gefangenen in die Wege zu Teiten. Für sofortigen Friedensschluß Nach Londoner Meldungen betont die aus Rußland zurüdgetehrte Arbeiterbelegation in ihrem Bericht die Notwendigkeit eines sofortigen Friedensschlusses mit Rußland. Die Maßnahmen gegen Rußland hätten in diesem Lande eine der= artige Erbitterung wachgerufen, daß sich sogar die Gegner des Bolschewismus den Bolschewisten angeschlossen hätten. Der Bericht schließt mit der Versicherung, daß die Fortführung des Kampfes gegen Rußland eine europäische katastrophe bedeute. Das gute Geschäft. Wir berichteten am 7. Juli nach dem„, AbStinenten Arbeiter" über ein Weingeschäft, daß eine Anzahl Firmen bei dem Ankauf von Weinen aus den Beständen des Reiches gemacht haben sollten. Dazu erhalten wir von der Firma B. Sandmann in Berlin eine Zuschrift, worin sie behauptet, daß die darin erwähnten Einzelheiten nicht zutreffend seien. Die Weine seien schon mit 10,50 M. außerordentlich hoch bezahlt worden. In der Zwischenzeit feien die Preise für Weißweine schon auf 7,50. zurückgegangen und er sei weiter start im Sinfen. Wir müssen es dem Abstinenten Arbeiter" überlassen, sich zu diesen Mitteilungen zu äußern. Die beteiligten Behörden haben bisher dazu geschwiegen. Die Streiflage im Saargebiet hat insofern eine fleine Besserung erfahren, als die Streifleitung heute beschlossen hat, daß die Mannschaften, die die lebenswichtigen Teile der Betriebe aufrechterhalten, verstärkt werden. Seit heute nachmittag um 4 Uhr finden Einigungsverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern statt. Die Arbeitgeber wollen eine Teuerungszulage gewähren, während die Arbeiter feste Lohnerhöhungen fordern. Die Verhandlungen dauern zur Stunde noch an. ihrem vollen Umfange noch nicht nachgedrudt werden, weil das Urheberrecht es verbietet.) Und da gibt es einen Dialog zwischen einem Optimisten und einem Pessimisten, der tönnte heute geschrieben sein Meinen Sie, daß ein Bolt, welches Jahrhunderte lang gefrondet wurde und in der Fron sich wohlbefand, jemals aus eigenem Antrieb den Blick zum Himmel erheben werde, jemals den Kopf aufrecht tragen lernen werde?" ,, Haben wir nicht „ Ja in der Fron." Und die Franzosen niedergeschlagen?" dann entwickelt der Optimist( und das wäre der brave Vollbartdeutsche) dem andern, dem Pessimisten, dem Revolutionär die Wohltaten der deutschen Freiheit, die so ganz anders ist, als die aller andern Bölfer... Und sie unterhalten sich über Regierungsformen.- ,, Gie geben also die Wohltätigkeit einer monarchischen Regierungsform zu?"" Ich gebe die Wohltätig wenn hinter dem Volk der feit einer Regierungsform zu Scharfrichter steht." und man denkt an Rosa Luxemburg und an Liebknecht und Baasche und alle die andern, wenn der Pessimist sagt:„ Bis jetzt haben die Deutschen vom Köpfen leider immer nur die passive Form: das Getöpftwerden kennen gelernt." Und dann zählt er die Opfer der herrschenden deutschen Dynastien auf, Schubert und Schiller, und spricht davon, wie es sich die kleinen Bürgermädchen als eine Ehre anzurechnen hatten, wenn ihr Fürst Höchstselbst sie zu bespringen geruhte. Und er kommt zu dem Ergebnis, das noch heute gilt:„ Nehmen Sie die Fürsten weg, und es bleibt eine hilflose Masse, hilfloser als ein Kind." -Sind sie nicht glüdlich?" Eminent glüdlich." Hier liegts ja eben. Das Kindische. Das Tölpelhafte. Sie sind in der Fron glücklich und merken es nicht. Wie der Nigger auf den Reisfeldern beugen fie den breiten Rüden unter der Peitsche des Auffehers und fletschen noch humoristisch den Passanten an, der an ihnen vorbeigeht... Und dann wird der Pessimist ganz fonfret und spricht ohne Umschweife von Berlin: Gehen Sie nach Berlin! Was sehen Sie dort? Ist es nicht der asiatische Ton, der dort herrscht? Der Ton des Väterchens? Die Kniebeugung vor dem Mufti? Mudte Berlin jemals auf vor seinem Fürsten? Was ist das Höchste, das Berlin leistet? Eine Zote oder ein Der polnische Zusammenbruch Brüssel, 10. Juli( Havas- Reuter). Die Gesandtschaft der Tschecho- Slowakei veröffentlicht eine De pesche aus Prag vom 9. Juli, in der es heißt: Die Lage det polnischen Armeeseint verzweifelt. Die polnischen Berwaltungsbehörden räumen Lemberg und flüchten nad Kratan. In Galizien ist die allgemine Mobilmachung für alle Männer zwischen 18 und 35 Jahren ohne Rüksicht auf di Nationalität angeordnet worden, was in dem ruthenischen Land striche zu Unruhen führte. Dem Mobilmachungsbefehl wurd Dort feine Folge geleistet. Teile der polnischen Armee solle zu den Ruffen übergegangen fein. Reval, 9. Juli Nach hier eingegangenen Nachrichten sind die bolichewistijden Truppen füblich von Bünaburg bis zur litauischen Front vorge rückt und haben die Berbindung zwischen der lettischen und de polnischen Front durchbrochen Die litauische Regierung ist von den Bolschewisten ersucht worden, den Durchmarsch durch litauisches Gebiet nach Polen zu gestatten. Dünaburg, das von lettischen Truppen auf Mufforderung der Bolen besetzt worden war, wurde von den Letien geräumt und von den Bolschewisten besetzt. Wilna von den Polen geräumt Kowno, 10. Jult. Nach einer Meldung der Litauischen Telegraphenagentur ziehen sich die Polen aus den von ihnen befekten Gebieten Litauens zurüd. Wilna wirdgeräumt. Die litauischen Truppen sind gestern abend 12 Kilometer vor Wilna angekommen. Die Russen stehen mit ihren Vorposten in der Nähe von Swanciany. Polen heischt Hilfe von den Alliierten. Spaa, 10. Juli.( Savas.) In Anwesenheit von Marschall Foch hatte heute der polnische Ministerpräsident Grabski mit loyd George und Mil Ierand eine wichtige Unterredung. Er ersuchte um Inter vention, damit das im Aufbau begriffene Polen nicht von den Bolschewisten erdrüft werde. Lloyd George und Mitterand c flärten Grabski, daß es schwer halte, Bolen materielle Silje zu leisten. Nach dem„ Petit Parisien" wurde ein Vorschlag Grabstis, be den Deutschen Munition kaufen zu dürfen, die zu Zerstörung oder Auslieferung bestimmt war, von den Alliierte abgeschlagen, da der Friedensvertrag von Berjailles sold Abtretungen nicht erlaube. Dagegen sind die französische, die englische und die italienische Regierung bereit, in ihren Parle menten die nötigen Schritte zu unternehmen, um eine Silfe leistung für Bolen zu erlangen. Spaa, 10. Juli. Marschall& och wird sich wahrscheinlich heute nach Paris be geben, um mit seinem Generalstab Direttiven auszuarbeiten, bi er Polen geben will. Nach einer Matin- Meldung erklärte Foch, daß die Lag Bolens nicht sehr ernst sei. Er habe Polen den Rat gegeben sich in der Defensive zu halten und eine natürliche Linie zu be setzen. Polen habe eine Grenze von 3500 Kilometer und sei ein junges Land, das noch nicht so organisiert sei, um eine große Arme aufzustellen. Die Lage wird für die Polen stündlich bedrohlicher. Sowohl Norden bei Wilna, als im Süden in Galizien rüden die roten Truppen unaufhaltsam vorwärts. Von polnischer Ge werden fieberhafte Anstrengungen gemacht, um den russischen A sturm zu überwinden. Die Hilfe der Entente bleib vorläufig aus. Und doch ist Polen sicher nur mit der Ge migheit der ententistischen Unterstützung gegen Rußland ins Fe gezogen. Polen spürt bereits mit grausamer Deutlichkeit, was e heißt, seine Selbständigkeit nicht aus eigener Kraft, fo dern von mächtigen Händen empfangen zu haben. Gewiß ha Balen jahrzehntelang einen heldenmütigen Kampf um feine Fre heit geführt, aber jetzt ist es ganz einfach zum Prellbod de alliierten Oftpolitif ausersehen. Aendern sich heute die Ziele di ser alliierten Ostpolitif, was beispielsweise nach einer Verständ gung mit Rußland durchaus möglich ist, so verliert Bolen de Wert, den es für die Alliierten befigt. Daß das natürlich au das Ende aller großpolnischen Träume bedeutet, ist ganz flat Diese politische Voraussicht hätten die verantwortlichen Leite der polnischen Bolitik besigen müssen, che sie sich in den Krie mit Sowjetrußland, das ihm den Frieden anbot, stürzten. Ab heute feiert in Polen der blindeste Nationalismus fein Triumphe. Ihm werden wirtschaftliche, politische und fulturell Notwendigkeiten geopfert. Statt das eben vom Weltkrieg a mitgenommene Land durch fluge Wiederaufbaupolitif, durch groß zügige verwaltungstechnische und sozialpolitische Reformen inner lich zu festigen, die über ein Jahrhundert lang getrennten Landes teile wieder zu einem einheitlichen Staatsganzen zusammen schweißen, treibt man eine furzsichtige Militärpolitit, die nic einmal auf eigener Kraft basiert. Für Polen wird es ein schwere Erwachen aus diesem Traum geben. Eine tatarische Sowjetrepublit. Im Beisein des bolichewi schen Boltstommissars Wladimirsti, eines Mitgliedes be türkischen tommunistischen Partei und von Vertrauensmänner Mustafa Kemal Paschas wurde in Rajan eine tatarische Sowje republik proklamiert. schmutziges Bonmot über ihn. Das ist immer so: Wem die Händ gefesselt sind, dem schlägt sich die Wut ins Gehirn. In Berl werden täglich 40 000 Majestätsbeleidigungen begangen die Welt erobern?" in Flüsterton. Erscheint ER aber, dann regt sich in ihnen bas afiatische Gemüt, und sie stürzen zu Boden und füssen des Roffe Hufe. Sind es teine Hausknechte? Wollen Sie mit diesen Leute Und ist dieses Wort nicht noch heute der freiesten Republik der Welt genau so gültig, wie es damal in der fostitutionellen Monarchie gültig war? Heute? Heute wenn einer einen freien Gedanken ausspricht, bleiben ihm drei Wege: Irrenhaus, Gefängnis oder die Flucht", auf man dann erschossen wird. Itur bet und Er Merkwürdig prophetische Worte finden sich in diesem Dialo Es ist da soviel von asiatischer Sklavenhaftigkeit die Rede, dann steht da: Berufen Sie sich nicht soviel auf den Osten. warten Sie nicht soviel fnechtisches mehr von Rußland( 1896) Dort hat es längst getagt. Jeder Gedanke ist dort ein Zündstüd jedes Gemüt eine Mine. Rußland, dieses lauernde Gehirn, wird eines Tages fürchterlich hervorbrechen, und das Volk der Bafunin hart und wie ein Peitschentnall schließt der Dialog:„ Ich tran diesem Bolke nicht, soweit es denkt. Denn soweit es denkt, i es feig." er Do bi ift wöhnlich himmelweit voranstürmten und weil ja noch der Panizza stand dem Sozialismus nicht so nahe, daß großem Einfluß auf seine Werte gewesen wäre. Hier begehr einfach ein Mensch gegen die Deutschen auf( das ist mitunter ein Gegensaz) und was dabei herauskommt, wenn sich ein Man 3. B. beim preußischen Militär rein menschlich und eben ni militärisch benimmt, das wissen wir wohl alle. Weil aber Literatur dieses Landes und seine Denter der Wirklichkeit ge scheidenste Revolutionär aus dem Jahre 1848 heute, unter dem Bante- Sozialisten Ebert, ein Revolutionär ist, deshalb scheint mir gut, von Zeit zu Zeit einen alten Wein aus dem Kelle zu holen, ihn gegen das Licht zu halten und zu sehen, das alt, aber immer noch nen ist. be 5) d ein Edit bi ge be em Met Für Unternehmerinteressen Aus Textilarbeiterkreisen wird uns geschrieben: 33 Der von der Arbeitergewerkschaft längst abgeschüttelte Rechtssozialist Kräßig, seines Zeichens Mitglied des Reichstages, Stoffhändler, Mitglied einer Textilbehörde, Mitarbeiter verschiedener, vornehmlich Unternehmerinteressen vertretender Zeitungen und Inhaber sonstiger Stellen, wendet sich seit langem gegen die Ausfuhrabgaben, welche die Textilindustriellen entrichten sollen. In Nummer 335 des Vorwärts" gibt er in einem Artikel: Krise in der Textilindustrie" tausendmal Gehörtes zum" tausendeinten Male wieder. Es ist dasselbe, was seit etwa einem Jahre die führenden Tertilindustriellen, an ihrer Spike Herr Fro= wein, in zahlreichen Sizungen den Arbeitern und den Vertretern der Ministerien immer wieder zum Besten gegeben haben. In diesen Sizungen ist es wiederholt vorgekommen, daß Kenner der Textilindustrie aus Kapitalistenkreisen, die an den Ausfuhrabgaben nicht persönlich interessiert sind, die Argumente der Unternehmer bezüglich der Arbeitslöhne, der Exportunterbindung und ähnlicher schöner Redensarten als irrig abgelehnt haben. Den mit der Textilindustrie nicht vertrauten Leuten mögen ja die Krähigschen Darlegungen imponieren. Es gibt ja so sehr wenig Menschen, wie seinerzeit schon Graf Posadowsky konstatierte, welche die schwierige Textilindustrie auch nur einigermaßen zu beurteilen vermögen. So erklärt sich, daß der Vorwärts" das Geschreibsel an leitender Stelle zum Abdrud bringt und damit sich zum Sprachrohr der Tertilfapitalisten machen läßt. 93 Der Deutsche Textilarbeiterverband und mit ihm die beiden anderen bestehenden Arbeitnehmerverbände der Textilindustrie haben bisher die Anschauungen der Unternehmer abgelehnt. Besonders der Deutsche Textilarbeiterverband ist der Meinung, daß er in seinen Handlungen nicht nur die besonderen Tegtilarbeiterinteressen, sondern ebenso die Interessen der Gesamtarbeiterflasse zu vertreten hat. Er ist für Erfassung der Kriegsgewinne durch Reich, Staat und Gemeinde eingetreten; Valutagewinne, wie sie seit Jahresfrist von den Textilindustriellen eingeheimst werden, müssen den Kriegsgewinnen gleich geachtet werden. Darüber hinausgehend fordert der Verband die größtmögliche Beschneidung des kapitalistischen Profits im Interesse der Gesamtheit. 3u den von den Gewerkschaftsspitzen und den sozialdemokratischen Parteien geforderten Ausfuhrabgaben hat der Verband von allem Anfang an erklärt, daß er sich bessere Methoden der Erfassung und Beschneidung von Unternehmergewinnen vorstellen fonne und die Ausfuhrabgabe durchaus nicht sein Ideal sei; daß er aber feinen Grund habe, die Ausfuhrabgaben abzulehnen. Er habe um so weniger Grund, als ja die opponierenden Interessenten auch jeder anderen Beschneidung ihres Profites den schärfften Widerstand entgegensetzen und alle ihre sonstigen Deklamationen über Ruin der Industrie, Vernichtung des Exports infolge der Ausfuhrabgaben, von einsichtigen Menschen nicht ernst genommen werden können. Die Textilindustriellen haben sechs Jahre lang trotz einer gewaltigen Produktionseinschränkung riesig verdient; aber alle Kriegsjahre wurden in Profit macherei übertroffen vom Jahre 1919. Mühelos fielen Milliarden in ihren Schoß. Nicht nur Valutagewinne wur den gemacht. Die Valutagewinne waren allerdings fabel= haft. Billige Rohstoffe, vermittelt vom Reich, standen bis in die jüngste Zeit den teuren Fertigfabrikaten gegenüber. Enorme Abschreibungen wurden von den Textilindustriellen gemacht, stille und offene Reserven wurden angelegt. Daneben wurde von einzelnen Unternehmern der Grundbesitz ganzer Dörfer aufgekauft. Immer wieder erklärten die Industriellen den Arbeitern: Wir müssen uns vorbereiten für die Zeit des Umschwunges. Wenn wir jetzt zurüdlegen, können wir in der Zeit des Umschwunges mit den Preisen zurückgehen und die Beschäftigung aufrechterhalten. Das Ganze erweist sich als leere Rederei. So wenig die Industriellen entgegen ihren Versprechungen bei Aufhebung der Zwangswirtschaft auf„ anständige", das heißt niedrige Preise hielten, so wenig sind sie jetzt bereit, mit dem Preisabbau voranzugehen. Die bei Aufhebung der Zwangswirtschaft versprochenen anständigen" Preise bewirkten, daß zum Beispiel ein guter Wollanzug heute mit Schneiderlohn 2000 Mart kostet, und mit Hilfe der aufgespeicherten Kapitalreserve will man diesen mühelosen Gewinn garantierenden Wucherpreis aufrechterhalten. Die Unternehmer hatten mit ihrem Kampf um Aufhebung der Zwangswirtschaft Erfolg. Sie werden, das scheint uns sicher, auch Erfolg haben mit ihrem Kampf um Aufhebung der Ausfuhrabgaben. Die Unternehmer verstehen ihre Argumente plausibel zu machen und die geheimen Räte, auch die in der Reichsstelle für Tertilwirtschaft, sind leicht geneigt, den Argumenten Gehör zu schenken. Es gelang den Unternehmern infolge ihrer geistigen Ueberlegenheit, manchen ihrer Arbeiter einzu videln. Am meisten eingewidelt wurde der ohnehin allen nöglichen Einflüsterungen zugängliche, bei der Reichsstelle ür Textilwirtschaft beschäftigte Rechtssozialist Kräzig. Der Deutsche Textilarbeiterverband widersetzt sich dem Berlangen nach Aufhebung der Ausfuhrabgaben. Herr rätig ist besorgt um die Textilindustriellen wegen der johen Löhne, und er führt als Beweis die Lohnsteigerungen in Sachsen- Thüringen an. Vor etwa 14 Tagen tat dasselbe Der belannte Textilgroßindustrielle Herr Frowein. Herr Krähig spricht von den hohen Kohlenpreisen. Vor 14 Tagen at das an anderer Stelle der genannte Herr Frowein. Aber ocide, Herr Kräßig und Herr Frowein, vergessen die Steigecung der Unternehmergewinne und die Steigerung der Preise der Textilfabrikate gegenüberzustellen. Herr Frowein hat es sogar verstanden, die Vorlegung von Kalfulationen durch die Unternehmer zu hintertreiben. Herr Kräzig wird das natürlich ganz in Ordnung finden. Ohne im einzelnen auf die Steigerung der Löhne einzugehen, sei nur kurz gesagt: Im Verhältnis zur Steigerung der Lebenskosten und zu den Gewinnen der Unternehmer find die Löhne der Tertilarbeiter Hungerlöhne. Sie find in Deutschland niedriger als im Ausland. Die Löhne der Textilarbeiter im Ausland sind durchweg mehr gestiegen als die Löhne anderer Berufsangehöriger. Herr Krägig spricht vom Goldzoll für eingeführte Rohstoffe und Halbfabritate. Die Rohstoffe der Textilindurstie im engeren Sinne unterliegen feinem 3oll. Was die Textilindustriellen schreiben und was Herr Kräzig natürlich glaubt, daß riesige Verluste infolge Lagerentwertung an Rohstoffen und Waren eingetreten sind, ist Schwindel. Alle Rohstoffmengen, welche in den letzten Monaten hereinkamen, wurden sofort verarbeitet und die hergestellte Ware sofort an den Mann gebracht. Daß natürlich hier und da Verluste entstehen, ist in einer so weit vetzweigten Industrie selbstverständlich. Das Geschrei der Unternehmer über die ruinöse Wirkung der Ausfuhrabgaben ist vom einseitigsten Interessenstandpunkt diktiert. Das Geschrei wurde genau so erhoben zur Zeit, als bei fintender Baluta die Riesengewinne eingeheimst wurden. Die nach Herrn Kräßig jezt fieberhaft arbeitende" Reichsstelle für Textilindustrie hat in dem langen Jahr ruhig zugesehen, wie sich das tertile Kapital auf Kosten der Bevölkerung vermehrte. Her Kräßig sah mit ihr zu. Warum jetzt die fieberhafte Arbeit der Reichsstelle für Textilwirtschaft und des Herrn Kräßig im Interesse der Textilindustriellen? Das Textilfapital ist in der Lage, die Ausfuhrabgaben zu tragen, und zwar ohne Schädigung der Industrie. Ueber die Höhe der Ausfuhrabgaben und die Beseitigung eventueller Mängel bei Einziehung der Ausfuhrabgaben läßt sich selbstverständlich reden. Die gegenwärtige Krise ist eine Erfcheinung der ganzen Welt, wie das z. B. der Staatssekretär Dr. Hirsch erst in den allerletzten Tagen vor einer Anzahl Wirtschaftspolitiker ausdrücklich konstatiert hat. Beschämend für einen Sozialisten ist das, was Herr Kräßig zur Behebung der Stodung vorzuschlagen weiß. Er spricht von der Gründung einer besonderen Beschaffungsstelle. Dazu bedarf es des Vorschlags des Herrn Kräßig nicht. Der Staatssekretär des Vorschlags des Herrn Krähig nicht. Der Staatssekretär Dr. Hirsch hat die Errichtung einer solchen Beschaffungsstelle bereits verfündet. Glaubt aber Herr Kräßig mit einer Beschaffungsstelle die Krise zu beheben? Geradezu lachhaft ist aber der zweite Vorschlag, durch Anlegung einer Textilwarenreserve zu helfen. Und das nennt sich Sozialist! Bureaukratische Manieren Zum Kapitel: Behandlung der Presse Der Reichstagspräsident Loebe verbreitet zu dem Brande, der während der letzten Reichstagssitzung im Fahrstuhl des Presses aufgangs ausgebrochen war, eine berichtigende Darstellung, für deren Abfassung allerdings wohl nicht er, sondern der Direttor des Reichstages, Herr Jungheim, verantwortlich ist. Diese Berichtigung ist ein faum glaubliches Beispiel bureaukratischer Gesinnung. Mehr als 50 3eugen, Journalisten, Sicherheitspoli zisten und Feuerwehrleute werden gegenüber Herrn Jungheim bezeugen können, daß der Führer des Fahrstuhls sich in größter Lebensgefahr befunden hat. Es ist unerhört, wenn Herz Jungheim behauptet, die Sicherheitswehr habe nicht die Tür einge schlagen, während er sich davon überzeugen kann, daß noch heute die Trümmer der Tür die allerdings fast vergebliche Arbeit der mit Kolben und Bajonetten auf die eisenbeschlagene Tür einhämmernden Sicherheitspolizisten beweisen. Die Augenzeugen sind jederzeit bereit zu bezeugen, daß die Flammen bis zum nächsten Stodwert sichtbar waren, und daß der Fahrstuhlführer durch die Feuerwehr mit Sauerstoffapparaten behandelt werden mußte. Es war lediglich ein glücklicher Zufall, daß in dem Fahrstuhl nicht mehrere Personen saßen, und daß vor allem fich feine der Seiretärinnen mit leicht brennbaren Kleidern im Fahrstuhl befand. Ebenso unwahr ist die Behauptung, daß der Fahrstuhlführer sich selbst befreit habe. Nur durch die sofortige Benachrichtigung der Betriebswerkstätte gelang es, den Fahrstuhl vom Keller her aus seiner festgefahrenen Lage zu befreien. Herr Jungheim hat allerdings alle Ursache, die Angelegenheit zu verschleiern, denn er trägt legten Endes die mora lische Verantwortung für diesen Vorfall. Seinem Einfluß ist es zu verdanken, daß die Parlaments- Journalisten noch immer als Menschen zweiter Sorte die Sintertreppe des Reichstages benutzen müssen, daß sie angewiesen find auf einen Fahrstuhl, der sich jetzt als Menschenfalle entpuppt hat. Alle Proteste und Beschwerden gegen diese Rücksichtslosigkeit sind bisher vergeblich gewesen. Den bureaukratischen Anschauungen des Herrn Jungheim entspricht es, die Menschen in mehr- oder minderwertige Klassen einzuteilen. Die Abgeordneten haben deshalb ein be sonderes Eingangsportal mit großer Freitreppe. Selbst das Publitum hat im Portal V einen einigermaßen würdigen Eingang. Aber die beruflich tätigen Journalisten müssen durch eine Wagen= einfahrt, durch die Hintertürüber den Hof, eine dunkle und dumpfige Hintertreppe, um zu ihren Arbeitsräumen zu gelangen. Die dritte Klasse der Menschen, die Sekretärinnen, haben nicht einmal das Recht, die geheiligte Wandelhalle zu befreten. Es ist die höchste Zeit, daß diesem Zustande durch das neue Präfidium des Reichstags ein Ende bereitet wird. Den ParlamentsJournalisten allerdings muß gefagt werden, daß sie selbst den größten Teil der Schuld an diefer unwürdigen Behandlung tragen, und daß sie es sich selbst zuzuschreiben haben, wenn sie sich weiterhin der Lebensgefahr in dem Hintertreppenfahrstuhl aussehen. Ihre Organisation, der Verein der Parlaments- Journalisten, hat sich bisher auf echt untertanenmäßig gehorsamste Bitten und Anfragen und zahme Proteste beschränkt, anstatt endlich einmal Ernst zu machen und eine Behandlung, die der Bedeutung der Presse entspricht, dadurch zu erzwingen. Eingestelltes Hochverratsverfahren Aus Anlaß der Abwehr des Kapp- Putsches hat das Volksgericht Hof in Bayreuth gegen eine große Anzahl oberfränkischer Arbeiter Strafen von sechs Wochen bis zu einem Jahr ausgesprochen, während noch nicht ein einziger Kappist verurteilt, geschweige denn hinter Schloß und Riegel gefeht wurde. Mit besonderem Haß verfolgten die Gegner den Genossen Blum tritt, dessen Immunität der verflossene bayerische Landtag auf Antrag der Hofer Staatsanwaltschaft aufhob, um gegen ihn wegen ,, eines fortgesetten Verbrechens des Hochverrats" vorzugehen. Nach wochenlangen Erwägungen hat nun der Erste Staatsanwalt Hof das Verfahren gegen den Genossen Blumtritt mit folgender Begründung eingestellt: ,, Das Berfahren gegen den Abgeordneten Max Blumtritt in Hof wegen eines fortgesetzten Verbrechens des Hochverrats stelle ich ein, da in dem Verhalten des Abgeordneten Blumtritt, soweit es äußerlich in Erscheinung getreten ist, der Tatbestand des Hochverrats nach§§ 81, 85, 86, R.St.G.B. nicht nachweisbar ist." Das wird für den berühmten bayerischen Justizminister Müller Meiningen, der als Landeskandidat der Demotraten in den Landtag gerade noch hineingerutscht ist, doppelt schmerzlich sein, um so mehr, als er noch kurz vor den Wahlen im Landtag in schärffter Weise gegen den Genossen Blumtritt losgezogen ist, um die Staatsanwaltschaft gegen ihn scharf zu machen. Uebrigens wird unsere neue Landtagsfraktion beim 3usammentritt des bayerischen Landtags sofort einen Am= nestie Antrag einbringen. Die Sicherung der Abstimmung Die Interalliierte Kommission hat für das west per eußische abstimmungsgebiet eine Verordnung erlassen, die ben 3wed verfolgt, nach Möglichkeit die Ruhe und Sicher. heit am Abstimmungstage im ganzen Gebiet aufrecht zu erhalten. Der Verkauf geistiger Getränke wird für die Zeit vom Sonnabend bis Sonntag vollständig untersagt. Gleichfalls ist es verboten, sich zur Abstimmung in geschlossenem Zuge zu begeben. Die Beeinflussung von Abstimmungsberechtig ten durch Geld- oder Lebensmittel ist streng untersagt, ebenso das Tragen von Waffen. Die an Privatpersonen ausgegebenen Waffenscheine verlieren für die Abstimmungstage thre Gültigkeit. sich der bulgarische Ministerpräsident Stambulisti um die ErrichDie Balfanfrage. Nach einer Tagesmeldung aus Sofia Soll tung einer Ba Itanföderation bemühen. Man prüfe verschiedene Projekte, um eine Annäherung zwischen Bulgarien und den Balkanstaaten herbeizuführen. Vertrauensvotum für Giolitti. Wie aus Rom gemeldet wird, ist in der Kammerfizung vom 9. Juli dem Ministerium Giolitti mit 265 gegen 146 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen worden. Rußlands Antwort an England HN. London, 10. Juli. Die englische Regierung hat nunmehr aus Mostan eine Ante wort auf die von ihr an Kraffin gestellten Forderungen erhalten. Die Entscheidung wird nach der Rückkehr Lloyd Georges nach Lons don fallen. Der Berichterstatter des Daily Mail" in Christiania erfährt, die von Tihitscherin unterzeichnete Note an England bejage: Die Sowjetregierung sei der Ansicht, daß die Vorschläge Englands über die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen für eine Art Waffenstillstand zu halten seien. Die Sowjetregierung habe ebenso wie die englische Regierung die Hoffnung, daß dieser Wass fenstilstand einen Weg zum endgültigen Frieden öffe nen werde. Gleichzeitig protestiere die Regierung gegen die Bes hauptung, daß sie beabsichtigt hätte in englische Rechte einzugreifen. Sie betone abermals, daß sie mit England nur in Frieden zu leben wünsche und daß das einzige Hindernis, zu einem Frieden zu ges langen, in der Tatsache liege, daß England anscheinend nicht den gleichen Wunsch habe. Die„ Times" hören von unterrichteter Seite, wenn die englische Regierung die Antwort befriedigend finde, werde sie die Sowjet renderung ersuchen, für die Fortsetzung der Londoner Berhandlun gen Krassin und teine andere Persönlichkeit zu ents senden. Die Sowjetregierung habe die Absicht, eine besondere Abs ordnung nach England zu entsenden, die Bollmachten erhalten solle, um auch politische Fragen zu behandeln. Die Bureaus, die Krajsin in London inne hatte, werden für den Heimbeförderungsdienst der russischen Staatsbürger in England gebraucht. Die zurückgebliebenen Mitglieder der russischen Abs ordnung versuchen inzwischen, Verträge mit englischen Kaufs Leuten abzuschließen. Die Zukunft der Sicherheitspolizei Die P. P. N. verbreiten eine anscheinend aus dem preußischen Ministerium des Innern stammende Notiz, die sich gegen unsere Darstellung vom militärischen Charakter der Sicherheitspolizei wendet. Eingeleitet wird diese Notiz mit den blödsinnigen, aber scheinbar unvermeidlichen Vorwurf, wir wollten der Sicherheitss polizei in dem Augenblick, in dem bereits in Spaa die Ents Scheidung gefallen sei, in den Rüden fallen. Die hohen und höchsten Behörden des Reichs und Preußens sollten sich doch ends lich freimachen von diesen subjektiven Ünterstellungen, die zwar nicht der Klärung der Sachlage dienen, aber aufs glücklichste der Urteilslosigkeit weiter Boltstreise angepaßt sind. Zur Sache selbst wird alles bestätigt, was wir behauptet haben. Herr Ses vering habe lediglich zum Ausdrud bringen wollen, daß die Sicherheitspolizei feine militärischen Wehungen in Verbänden vornimmt, feine Uebungen im Zusammenwirken mit verschiedenen Truppengattungen, feine Felddienstübungen. Die jetzt beliebte Art des Ererzierens wird als Selbstverständlichfeit für eine disziplinierte Truppe bezeichnet. Wir sind der Meinung, und weite Kreise der Angehörigen der Sicherheitspolizei stimmen uns darin bei, daß es zur Erhaltung der Disziplin und zur Schulung der Kräfte für den Polizeidienst teineswegs nötig ist, den Kasernendrill wieder aufleben zu lassen. Wird die Sicherheitspolizei ihres militärischen Charakters ent= fleidet, so kann das für die Sicherheitspolizei und die Bevölkerung nur zum beiderseitigen Vorteil sein. Senatswahlen in Bremen Bremen, 10. Juft. In der gestrigen Bürgerschaftssigung wurde die Wahl des Sc= nats vorgenommen: Es wurden je sieben Mitglieder der Demos fraten und der Deutschen Volkspartei gewählt. Fünf Mitglieder des alten Senat wurden wieder gewählt. Die unabhängigen Sozialisten haben es abgelehnt, die Bildung in die Hand zu nehmen, auch sich an der Einsegung eines Geschäftssenates zu beteiligen. Die Mehrheitssozialisten haben gleichfalls die Beteiligung an einem Geschäftssenate abge= Ichnt, jedoch sich bereit erklärt, diejem die Erledigung des Stantes haushaltes parlamentarisch zu ermöglichen. Die Forderungen der Arbeiter in Golpa D. A. Golpa, 10. Juff. Die Streifenden haben heute ihre Forderungen überreicht. Sie verlangen gleich den Bergarbeitern des Bergwerfs Golpa 15 Mark Zulage pro Schicht. Die Steuerfrage iſt in den Forderungen nicht berührt und die Lebensmittelfrage erscheint dadurch erledigt, daß die Lebensmittelpreise von der Bes völkerung herabgesetzt wurden. Die Rotstandsarbeiten werden verrichtet, so daß es möglich ist, den Reichswerten in Wittenberg Strom zu liefern und auch den Kraftwerken in Bitterfeld, von denen Berlin einen Strom bezieht. Berlin erhält allerdings nur 12 000 Kilowatt gegen 30-35'000 Kilowatt, die es bisher erhalten hat. Keine offizielle Beteiligung Amerifas auf der Brüsseler Fis nanskonferenz. Es wird berichtet, daß die Vereinigten Staaten auf der internationalen Finanzkonferenz in Brüssel nicht offiziell vertreten sein werden. Die Ausschlußaffäre im Zentralverband der Angestellten In der Nummer 269 haben wir eine Zuschrift Paul Langes an die„ Rote Fahne" teilweise abgedruckt. Zu dieser erhalten wir aus dem Kreise der Beteiligten folgende Richtigstellung: Es ist nicht richtig, daß die Berliner Ortsverwaltung in der Frage der Bekämpfung der Technischen Nothilfe und der Propagierung der Industrieverbände den Standpunkt der Opposition teilt, denn sonst hätte diese die Förderer der technischen Nothilfe in ihrem Kreise nicht geduldet und in der Frage der Industrieverbände der Geschäftsführer Frizz Schmidt nicht wiederholt gegen die Propagierung der Industrieverbände auftreten können, ohne von den anderen Mitgliedern der Geschäftsleitung widersprochen zu werden. Dann wird die Behauptung der Berliner Ortsgruppenleitung wiedergegeben, wonach angeblich gegen die vom Aus schluß Betroffenen wegen fortgesetter jabotierender Tätigkeit der Organisationsarbeit vorgegangen werden mußte. Diese Behaup tung ist ein glatter Schwindel, denn trok trampfhaften Bemühens fonnte die Berliner Ortsleitung den Beweis nicht erbringen, daß die Ausgeschlossenen gegen einen Beschluß der ordentlichen Instanzen der Berliner Ortsgruppe verstoßen haben. Bisher wurde diesen nur zum Vorwurf gemacht, daß sie die Erklärung, die sie als Minderheit in einer Afa- Kommissionssizung abgegeben haben. auch den Mitgliedern zugänglich gemacht haben, und daß sie die Beschlüsse der sogenannten BetriebsräterversammIungen als nicht bindend erachteten, da in den fraglichen Bersammlungen nicht nur Betriebsräte, sondern ohne jede Kontrolle jeder Einlaẞ fand. Dann wird gegen den Genossen Felix Sirsch der Vorwurf erhoben, daß er sich in einer Ankündigung einer Betriebsräteversammlung als Zentralverbandsmitglied be zeichnet hat. Die Frage der Organisation der Betriebsräte iſt nicht eine Organisationsfrage des Zentralverbandes der Angestellten, sondern eine Frage der Arbeiterbewegung.. Demzufolge steht jedem das Recht zu, diese Angelegenheit in ihm geeignet erscheinender Weise zu diskutieren. Aber weil die Opposition im Zentralverband der Angestellten es sich nicht gefallen ließ, daß die Zukunft der Angestelltenbewegung nur allein von dem Machthunger einiger Führer" abhängig gemacht wird, hat sie sich den Saß dieser Herrschaften zugezogen, der soweit geht, daß sie vor den mißachtesten Mitteln nicht zurückschrecken. Einen Beweis dafür haben sie in der legten Delegiertenversammlung erbracht. In ähnlicher Weise ist schon oft seitens der Geschäftsleitung, und nicht von der Opposition, die Organisationsarbeit sabotiert worden, Billige Angebote! Sommer- Morgenröcke Angebot I: Mousseline| Angebot II: Batist Mcfer Tüll in vielen Mustern, ca. 80 cm breit bedruckt, ca. 110 cm br., mit kleinen Blumenmustern Meter 950 voile u. Bafist 1450 in verschiedenen Blumen- und Streifenmustern Angebot III: Crepe Mefer Voile 1950 Batist gemustert, in verschiedenen Farben bedruckt, in modernen Blumenmustern beeinfarbig, stickt, in verschiedenen Mustern, zirka 130 cm breit. bedruckt, in aparten Mustern Mousseline mit schönen Mustern bedruckt, ca. 80 cm breit einfarbig, mit Effektstreifen. Crepe Angebot IV: Kleiderlein. ( imitiert), ca. 100 cm breit Meter in verschiedenen Farben 50 Volle 245 einfarbig, bestickt, in verschied. Mustern ca. 100 cm breit bedruckt, in mod. Mustern, ca. 100 cm breit Voile gute Stoffe, moderne Formen 7500 9500 12500 Seidenstoffe reine Seide Blaugrüne Schotten el Meter 2950| Taffet schwars, 85 cm breit...... Meter 5950 Serge für Jackenfutter Meter 3950 Bast bedruckt, doppeltbreit....... Meter 6450 Paillette- Seide schwere Qualität, 85 cm breit....... Kleiderstoffe Fantasiestoffe gestreift u. kariert, auf hell und dunkel Fonds 2950 Schwarzweisse Karos diteling. 3750 div, ca.110cm br. Kostümstoffe 140 cm breit. Hermann Tietz Theater und Bergnügungen Volksbühne 72 Uhr: Bruder Martin 3h: Die Fledermaus Uhr: Neues Bolkstheater Köpenicker Str. 68. Allabenbl. Die 3 Zwillinge 74 Uhr: Staatl. Schauspielhaus. ( Operetten Gastspiel) Allabdl. Ehemaliges Voigt Theater Volksbühne, Theater am Bülowpla Badstraße 58. Sommerbühne: Täglich nachm. 4, Uhr: Die luftige Witwe. Er muß taub sein! abends. Der liebe Augustin 7.: Rammer- Tanzspiele Bülowstr. 6, am Nollendorfplat Telefon: Lüßom 2305. Täglich 7 Uhr: Orient. Ballettsu.Schönheits- Tänze Berliner Brater Raftanien- Allee 7-9 12 Variete- Sensationen 12 der Sonntag, den 11., Mittwoch, den 14. Juli cr. nachmittags 3 Uhr Die Fledermaus Operette von Johann Strauß unter Mitwirkung des Blüthner- Orchesters Cpielleitung: Magimilian Moris Kaffenpreise: 10.-, 7.50, 6.- 4. und 2.50 m. Friedrich- Wilhelmstädt. I Ballschmieders 7,30 uhe: Die Strohwitwe Tanz- Diele Großer Ball VARIETE- GARTEN Uhr: Musik von Leo Blech. Großes Schauspielhaus Karlstraße Sonntag 2%, Uhr: Lysistrata ( Machm. Abt. B, 5. Borstellung) 7%, Uhr: Lyfiftrata. ( 33. Abteilung, IV. Abend) Direktion: Mar Reinhardt Deutsches Theater 8 Uhr: Weib und Hampelmann 47 Kammerspiele 8 Uhr: Leibgardist Kleines Schauspielhaus Uhr: Büchse der Pandora Theater des Westens 8 Uhr: Der Rabenvater Direktion Carl Meinhard Rud. Bernauer Theater i. d. Königgräßer Straße Anfang 5 Uhr Theater am Kottbuser Tor Elite- Sänger Täglich 7, Uhr Gastspiel der Original Leipziger Fritz- WeberSänger. Borverkauf 11-1, u. 4-6 Uhr Apollo Theater Friedrichstr. 218 Allabendlich72 72 Sonntags 3%, u. Unübertreffliches Bariete- Programm! Chauffeeftraße 30 Badstraße 16 Bit. Aler. Grahlmann Die größten und billigsten Varietebühnen Berlins Unsere Programme sind unerreicht In jedem unserer Gärten 12 ATTRAKTIONEN 12 1. A.: 2 Roits, Handakrobaten, Victor Ritter, Berlins befter Humorist, 3 Borkums, kom.Muf.- Akt, 2 Boostens, Equilibristen auf rollender Kugel, Charles& Ly, kom. Radfahrer, Frigi Frou, Berlins beliebteste Soubrette, Cara Caliva, indische Tänzerin mit Schlange, 4 Benas, Schleuder- Akrobaten, 5 Lins, Radfahrer- Akt, 2 Mars kanis, Gladiatoren- Spiele, usw. Jeden Donnerstag bezw. Mittwoch Elite Brillant- Feuerwerk Schaubühne Blumengarten Landsberger Allee 76/77 ( birekt am Ringbahnhof). Täglich! Bei Regen im Saal! Beginn des Weltmeister des Geständnis 2. Meisterringer- Wettstreits Komödienhaus um Preise von 12000 Mk. 8 11. Die Relee in die Mädchenzelt 16 ingportes Berliner Theater 1/8 Uhr: Der letzte Walzer. Leffing- Theater Sommerspielzeit Allabendlich 8 Uhr: Leopoldine Konstantin in Das Glas der Jungfrau Deutsch. Künstl.- Theater Allabendlich 7% Uhr: Die bessere Hälfte mit Mag Adalbert Rose- Theater 7 Uhr: Ein Walzertraum. Gartenbühne täglich: 7 Uhr: Die Flucht um d. Erde. 16 haben sich gemeldet. Unter anderen: Hinge, Welt meifter; Georg Strenge, Welts meister; Tompson, Negers Champion- Weftindien.; Hufer, Meifterringer- Bayern usw. Oberschöneweide Oberspree Jeden Sonntag und Donnerstag: Feuerwerk Konzert und Ball Familien können Kaffee kochen. NEUE WELT, Hasenheide 108/114 Montag, den 12. Juli, abends 7, Uhr: Konzert des Blüthner- Orchesters mit dem Bolksliederchor des Berliner Südens Dirigent: Paul Scheinpflug. Bordem: Großes Konzert und Kammer- Tanzspiele Bariele- Borstellung. Sonntags u. Donnerstags Brillant- Feuerwerk Mittwochs von 3 Uhr ab Familien- und Kinderfefte Anfang des Konserts und ber mit Geschenk- Verteilung. Borstellung Sonntags 4 Uhr, Wochentags 17 Uhr. Die Ringkämpfe beginnen/ um 49 Uhr pünktlich. Berliner Kindl Brauerei- Ausschank Robert Bergner Neukölln, Hermannstr. 214-19 Jeden Sonntag Großes Garten Ronzert Neues Operettenhaus ausgeführt v. Berl. Tonkünftlerr Direktor Jean Kren Allabendlich 7 Uhr: Georges Banvalet's Naturalistisch. phantastisch. Balett Borher: Orchester Dir. Franz Hollfeldes Montag Hoffm. Nordd. Sänger Mittwoch Gr. Streich Konzert Sonnabend Verein. Kaffeeküche, Kegelbahn, Kinderbeluftigung. Brinzessin Friedl. Neue Welt Trianon Theater ( Bahnhof Friedrichstraße) Allabendlich 8 Uhr: Der große Erfolg Maskerade Stag 4 Uhr: Arnold Scholz Hafenheide 108-114 Täglich Konzert und Borstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags u. Sonntags Großer Vall. Der Störenfried Die Kaffeeküche ist tägl. geöffn Refidenz- Theater ( Stadtbahn Jannowigbrücke) Allabendlich 7%, Uhr: Der große Erfolg Die Raschhoffs Sonntag Der gute Ruf 4 Uhr: Walhalla- Theater Täglich 7 Uhr: Die Internationale. Sommerth ,,, Groß- Berlin" ( Kliems): Hafenheide 15 Heute 8 Uhr zum legten Mal: Operetten- Schlager Was junge Mädchen träumen? ab 5%, U: Erftkl. Spezialitäten Anfang wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Bülowstraße 6 Täglich Am Nollendorfplatz Telephon: Lützow 2305 Orientalisches Ballett. 7% Uhr: und Schönheitstänze Jeden Sonntag und Fahrten ab Königft.2062 Reederei Rahnt& Herber precher Dampfer- Extras Waisenbrüde Mittwoch 8 Uhr: Teupitz( news 3 und 2 2hr: Krampenburg Jeden Donnerstag 10 Uhr: Zeuthen Werkt. auß. Sonn- Müggelschloß- Woltersdorf 8%, Täglich Jdyl) frische Seefische u. Räucherwaren Geestemünder Fischhalle Steglitz Albrechtstr. 131, Ecke Dippelste. Prozesse, eRat, Bolstand, mäß. Preise, Tellzahlung Allment-. Strafsachen, GnadengesucheLandgerichtsrat Dr. v. Kirchbach. Alexanderstr. 45. Gesellsch.( geg. Tietz) 8-7, Glänz. Erfolge! Beobacht. Mitw. namh., Juriston. Sonntag 10-12 Vertrauenssachen. HEUTE!! Oftmarken- Tag der Verbände heimatstreuer deutscher West- und Ostpreußen Groß- Berlins unter Mitwirkung von Am Abstimmungstage, Sonntag, den 11. Juli 1920, von abends 8 Uhr an, in den gesamten Räumen der Berliner Phils harmonie, Bernburger Straße 22-23( Rähe Potsdamer Platz) Schauspieler Hans Mühlhofer, Kapellmeister Clemens Schmalistich Opernsänger Carl Clewing, Schriftsteller Wilh. Conrad Gomon Berliner Männer- Gesang- Bereinigung Chormeister: Georg Brabant Kapelle des Deutschen Musiker- Verbandes Dirigent: Gustav Baumann Film- Borführungen! Lichtbilder Vorführnngen! Die Abstimmungsergebniffe gehen dem Ostmarken- Tag telegraphisch zu und werden fofort nach Eintreffen während der ganzen Nacht durch Lichtbilder bekanntgegeben. Die Zwischenpausen werden durch landsmannschaftl. Ansprachen und musikalische Darbies Eintritt frei! Eintritt frei! tungen ausgefüllt. Küchen folange Borrat reicht Don Mark 550 an Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer bedeutend ermäßigt Möbelhalle Schanzer Alexanderstraße 14b 71 Laufdecken, 5, 25, 100, 110, Luftschläuche, 25, 30, 35, 40 Mark. Bersand nach auswärts Eugen Schmidt, Babftraße 13 Bis auf weiteres find meine Sprechstunden nur werktags: 9-1 und 4-7 Spe lalarzt Dr. Elpern für Hauts und Geschlechtsleiden Blutuntersuchungen Gr. Frankfurter Straße 37 Strausberger Pl., Ecke Weberstr. Meter 6950 reine Wolle, doppeltbreit, in vielen 3950 Batist Farben. Seiden- Frotté in modernen Farben. 3950 Damen- Hemden fester Stoff, mit Stickerei- Garnierung Meter 6950 3150 Batist- Hemden 4950 mit Spitze garniert. Fahrräder billiger!!! Neue Herrens und Damenfahrräder mit erftklaffiger Bereifung Stück 700 m. Fahrradgummi billiger!!! Neue Laufmäntel 28 × 12 80, 90, 100, 110 M. Luftschläuche 25, 30, 35 M. Sämtl. Fabrikate am Lager Fahrradzubehörteile billiger!!! Rene Lenkstangen 10 M. an, Stetten 15 M. an, Blochetten 20 M., 5/8 Retten 35 M., Pedale Baar 35 M., Fußpumpen 10 M., Rahmenpumpen 10 m., prima Ledersättel 40 bis 55 M., Freilaufzahnkränze 25 m., gespannte Räder 25 bis 50 M., Schutbleche, komplette Garnitur, 20 M., Delkanne i M. usw. 60 Stück Automobile. 175 Bootsmotore von 10 bis 75 PS. Ernst Machnow, Weinmeisterstr. 14 Billigste Einkaufsquelle für Wiederverkäufer KÜCHENEINRICHTUNGEN 675 750 850 Möbelfabr. Arch. ED. THIES Chausseestr. 88:: Brunnenstr. 60 Deutsche Schokolade Mk. 4.85 die 100- Gramm- Tafel Mk. 2.60 bie 50- Gramm- Tafel in Luguspackung Mh. 5.50 die 100- Gramm- Tafel nk. 2.85 bie 50- Gramm Tafel G. Wechselmann Spezialarzt Kupfer M. 7.Dr. med. Koeben für Syphilis, Harns, Frauens leid., Schwäche, Beinkranke, Beh. schnell ficher und schmerzlos ohne Berufsstör. Bluts und Harns Untersuch.( Fäden im Harn). Friedrichstr. 81, panoptik. gegenber Königstr. 56-57, Rathaus Sprechft. 10-1, 4-6, Sonnt. 10-1 Teilzahl. Separ. Damenzim. Von der Reise zurück! Berlin W. 9, Linkstraße 20, Hof links I. Fernsprecher: Nollendorf 879. Telegrammabr.: Bitalimenta Berlin. Dr.Edgar Zacharias Künstler- Zeidiner Photographen Aktuelle Bilder und Landschaften, humoristische Zeichnungen, politische Karrikaturen usw. laufend gesucht. Probearbeiten, welche sofort zurückgesandt werden, erbeten. Offerten unter B. W. 1, a. d. Expedition der Freiheit, Breite Str. 8-9. In den nächsten Tagen erscheint: Das Reichseinkommensteuergesetz Mit Einleitung und Erläuterungen von Eugen Prager 56 Seiten Preis 4 Mk. Bum Gebrauch für Arbeiter, Angestellte n. Gewerbetreibende Sofortige Bestellung erbittet Berlagsgenossenschaft, Freiheit e.G.m.b.H. Abteilung Buchhandlung:: Berlin 6 2, Breite Str. 8-9 Nebenverdienst bis 1000 m. monatlich, leicht zu Hause, ohne Borkenntniffe Dauernde Erifteng. Näheres durch briefliche Anfrage durch S. Wehrel& Co., G. m. b. H., Berlin Lichterfelde, Postfach 110. Botenfrauen für dauernd stellt sofort ein Spedition Tempelhof Werder Straße 31 Spezialarzt für Hauts, Harns u. Geschlechtskrankh., Charlottens burg, Spreeftr.10, am Wilhelmpl. Metalleinkauf Engros- Preise Lichtmann& Co., Dragoners ftraße 49 a, a. Schönhaus. Tor. Armeepistolen und Jagdwaffen kaufen F. W. Baudrey& Co. Gewehrfabrik Meffing M. 3.50 fowie fämtliche Metalle Metallverwertung Weißenburger Straße 11 Kaftanienallee 85 Reinickendorfer Straße 107 Möbel Spezialität: Bürgerliche Wohnungs- Einrichtungen Moderne Speise-, Wohn- und Schlafzimmer in grosser Auswahl Gebr.Lieber Andreasstr. 28. Kupfer 7,50 M. Berlin 28 65, Eindenstr. 90. Schulzendorfer Str. 2. Anzeigen haben Zweck keinen wenn sie nicht richtig oder nicht zweckentsprechend sind Sachgemäße Beratung und Entwürfe kostenlos in der Anzeigenabteilung der Verl.- Genossenschaft ,, Freiheit" Rotguß und Messing u ben höchften Tagesㄓ preifen, sowie sämtliche Altmetalle kaufen jeben Poften Hermann Tasche& Co. Hauptgesch.: Langenbediftr.4, Ecke Elbinger Str. Tel. Kgst.3584 2. Geschäft: Demminer Straße 36, Ecke Brunnenstraße. C 13431 13 D 11 PARATE FARA 11 น m a Nr. 272 Antwort an das Erekutivkomitee Das Zentralfomitee der Unabhängigen Sozialdemo fratie hat dem Erefniivkomitee der Kommunistischen Internationale auf das Schreiben vom 5. Februar 1920 folgende Antwort übermittelt: Das Erefutivfomitee der Kommunistischen Internationale hat anläßlich des Beschlusses unseres Leipziger Parteitages und des Briefes unseres Parteivorsitzenden Crispien Dom 15. Dezember 1919 cin umfangreiches Schreiben veröffentlicht, das in erster Linie an alle Arbeiter Deutschlands gerichtet war. Es hat zugleich den Wunsch ausges sprochen, die Frage der internationalen Organisation vor den breiten urbeitermassen zu erörtern. Wir schließen uns diesem Wunsch an und übermitteln unsere Antwort dem Exekutivkomitee mit der Bitte, sie allen Arbeitern Rußlands, wie allen Seftionen der Internationale zugänglich zu machen. Auch wir sagen, daß die Aufrichtung einer aftionsfähigen revolutionären Internationale nicht das Ergebnis einer hinter den Kulissen abgeschlossenen Vereinbarung und auch nicht das Produkt der Beratung eines Konziliums auserwählter Führer, sondern nur das Ergeb nis reiflichen Ueberlegens und tatkräftigen Handelns der breiten lassen bewußten Arbeitermaisen selbst sein fann. Soweit Deutschland in Frage kommt, haben wir deshalb stets an dem Grundsay festgehalten, daß die entsprechenden Beschlüsse nicht von oben her den Arbeitermassen oftroviert werden dürfen, sondern daß solche Beschlüsse nach eingehender sachlicher Erörterung von den Parteimitgliedern selbst gefaßt werden müssen. Erörterungen über die Frage der Internationale fanden in Deutschland statt in den Monaten vor dem Leipziger Parteitag, der unsere Stellung zur Frage der Internationale präzisierte. Diese Erörterungen werden jetzt fortgesetzt, nachdem die vorbereitende Tätigkeit der Varfeileitung mit der Entsendung einer Kommission nach Moskau einen gewissen Abschluß erreicht hat. In dem Antwortschreiben des Erekutivkomitees vom 5. Februar 1920 wie auch in dem Telegramm Radets vom 27. Mai 1920 wird der Vorwurf gegen uns erhoben, daß wir die Kundgebungen des Erefutiofomitees der Arbeiterschaft vorenthalten und den Anschluß an die dritte Internationale sabotiert hätten. Den Vorwurf der Sabotage haben wir durch unseren öffentlichen Bericht über die Bemühungen des Zentralfomitees der U. S. P. D. zur Durch führung des Beschlusses unseres Leipziger Parteitages als vollkommen unberechtigt nachgewiesen. An dieser Stelle sei nur nochmals betont, daß wir das von Sinomjer unterzeichnete Schreiben vom 5. Februar 1920 erst am 9. April 1920 erhielten. Es hat also rund vier Monate gedauert, bis wir endlich eine Antwort auf unser Schreiben vom 15. Dezember 1919 in unseren Händen hatten. Die Antwort erreichte uns zu einer Zeit, wo wir noch überaus start durch den Staatsstreich der Kapp- Lüttwige in Anspruch genomen waren. Unmittelbar darauf setzte der Wahlkampf zum Reichstag ein, bei dem es weder uns, noch den Parteimitgliedschaften möglich war, zu dem mittlerweile vom Westeuropäischen Sefretariat der Kommunistischen Internationale veröffentlichten Dokument ausführlich Stellung zu nehmen. Die fommunistische Presse hat dies zuar geten, allerdings weniger unter dem Gesichtspunkt der politifchen Aufklärung der Massen und der Ermöglichung einer attionsfähigen revolutionären Internationale, als unter dem des Herunterreißens unserer Partei und der Ausschlachtung der Frage der Internationale zu wahldemagoguhen Zweden gegen die Unabhängige Sozialdemofratie. Wir verzichten darauf, den Kommunisten auf dies Gebiet zu folgen, weil eine Auseinandersetzung mit der artigen Mitteln weder der revolutionären Arbeiterschaft, in Deutschland noch der Internationale nüklich wäre. Nun, wo der Wahlkampf zu Ende ist, können wir die im Antwortschreiben des Exekutivlomitees zur Erörterung ge stellten Fragen mit jener Ausführlichkeit behandeln, die ihrer Bedeutung für den Aufbau der Internationale entspricht. Es berührt eigentümlich, daß das Erefutivkomitee der Kommunistischen Internationale, das schon in Anbetracht feiner Stellung sich der Pflicht bewußt sein sollte, den mit 9] Die schwere Stunde Roman von Victor Panin Fast den ganzen Tag irre ich in der Stadt umher. Ueberali betaste, fuche, betrachte ich aufmerksam das Leben und die Menschen. Es fommt mir vor, als sei ich ein Mensch von einem anderen Planeten, der durch ein Wunder auf die Erde gekommen ist, und während dieser furzen Zeit meines Aufenthaltes trachte ich, alles zu verstehen, alles zu ergründen, alles mit meinem Blick zu durchdringen. Gott weiß, vielleicht ist es teilweise Selbsterhaltungstrieb? Den ganzen Tag irre ich in den Straßen umher, betrachte voll Argwohn die Menschen und das Leben; sollte ich mich vielleicht vor ihnen fürchten? Ich weiß, daß dieses neue Leben, diese neuen Menschen, mich unwiderstehlich mit sich reißen werden, mich wie ein Sandtorn verschlingen und mich zwingen werden, dem wahnsinnigen Wirbel ihres unverständlichen Lebens nachzujagen, daß sie mich tief in den Schatten hineinziehen werden, bis ich ertrinten muß. Früher, vor dem Kriege, kannte ich dieses Leben und diese Menschen, oder ich lebte wenigstens in dem Selbstbetrug, sie zu fennen. Jegt aber stehen diese neuen Menschen, dieses Leben so unverständlich, so rätselhaft so erschreckend vor mir, ich versuche das Geheimnis zu erraten, wer sie sind, die mich unwiderstehlich verschlingen müssen? Noch eines ist besonders charakteristisch. etwas, was ich vor dem Kriege nicht gekannt habe, was sich aber während des Kriegslebens immer mehr in mir entwidelt hat, um mich vollkommen der Macht des neuen Gebieters preiszugeben. Früher dachte ich, und die Gedanken bildeten den Hauptinhalt meines Lebens; war es aus Gewohnheit, oder infolge meiner Erziehung, daß ich die Möglichkeit besaß, mittels der Gedanken meine Instinkte, meine Gefühle zu unterdrücken und oft gegen die Befehle und die Forderungen derselben zu handeln. Jezt merte ich aber, daß die Macht des Verstandes immer mehr und mehr abnimmt, während das Gefühl, der Instinkt Gewalt über mich bekommen. Oft mache ich auch gar keine Anstrengungen, um gegen sie anzufämpfen, der Organismus ist von einer solchen Unruhe 1. Beilage zur„ Freiheit" ihm in Verhandlungen tretenden revolutionären Arbeiterorganisationen des Auslandes mit aller gebotenen Loyalität entgegenzukommen, scin Antwortschreiben an uns auf der These aufbaut, daß die Arbeiter, die der U. S. P. angehören, ganz anders gestimmt sind, als der rechte Flügel ihrer Führer". Dieser Satz, der sich wie ein roter Faden durch das ganze Antwortschreiben zieht, gewinnt erhöhte Bedeutung durch den folgenden Sat: Dies ist der Ausgangspunkt unserer Beurteilung der Lage in der U. S. P." Das Eretutivtomitee geht also davon aus, daß die gesamte Politik der U. S. P. von dem ,, rechten Flügel" ihrer Führer bestimmt wird und indem es Verfassungsbruch! Angestellte! Arbeiter! Das Koalitionsrecht ist euch genommen. In dem berech tigten Streif der Rechtsanwaltsangestellten haben die Rechtsanwälte durch ihren Vertreter, Rechtsanwalt Emil Roth, Friedrichstr. 48, folgende einstweilige Verfügung vom Landgericht 2, Zivilfammer 15, erwirft: 15. Q. 83/20. Beschluß. Auf Antrag 1. des Berliner Anwaltsvereins e. V. zu Berlin, vertreten durch die beiden Borstandsmitglieder Justizrat Julius Magnus und Rechtsanwalt Willy Altherthum, beide zu Berlin, 2. des Rechtsanwalts Frig Loewe zu Berlin, Fran zöfifche Straße 28, 3. des Rechtsanwalts Willy Altherthum zu Berlin- Lichtenberg, Boghagener Straße 55, Antragsteller, jämtlich vertreten durch Rechtsanwalt Emil Roth zu Berlin, Friedrichstraße 48, gegen 1. den Zentralverband der Angestellten, Bezirk Groß- Berlin, Belle. Alliancestraße 7-10, vertreten durch seinen Vorstand, Antraggegner, wird im Wege der einstweiligen Berfügung angeordnet: Dem Antraggegner wird bei Bermeidung ciner Geldstraße von 1500 M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung aufgegeben, alle Handlungen zu unterlassen, durch die der Streit der Rechtsanwaltsangestellten in Groß- Berlin eingeleitet, gefördert, oder sonst unterstügt werden könnte, insbesondere 1. Aufrufe, Ermahnungen und Aufforderungen dieses Inhalts in Wort und Schrift, 2. Einbernfung von Streifversammlungen und Beteiligung von solchen in jeder Form, 3. Zahlung von Streifunterstützungen, 4. Organisation des Streifpoftendienstes. Berlin, den 8. Juli 1920. Landgericht, Zivilfammer 15. gez. Schulz, Böhn, Roth: LE. Ausgefertigt, Berlin, den 9. Juli 1920. gez. Lange, Gerichtsschreiber des Landgerichts II. Diese Verfügung ist ein Schlag ins Gesicht der Angestellten und Arbeiter. Der Zentralverband der Angestellten hat bereits die erforderlichen Schritte zur Aufhebung dieser Verfügung eingeleitet. Sollte dem nicht umgehend Rechnung.getragen werden, so ist die Angestellten und Arbeiterschaft entschlossen, den Kampf gegen die Stran gulierung der durch die Verfassung gewährleisteten Rechte aufzunehmen. Die Richter, die eine solche Verfügung erlaffen, benügen ihren unabhängigen Stand dazu, den Ars beitern und Angestellten ihre elementarsten Rechte zu nehmen. Dem muß die Arbeiter: und Angestelltenschaft mit allen Mitteln begegnen und sich bereit halten, zu entschlossener Abwehr gegen jeden Eingriff in ihre elementarsten Grundrechte. Den Angestellten, denen zunächst dieser Kampf aufgezwungen ist, wird die organisierte Arbeiterschaft solidarisch und stets hilfsbereit zur Seite stehen. Sonntag, 11. Juli 1920 diesen Führern unterstellt, daß sie zwar geneigt seien ,,, all's mögliche mit Worten anzuerkennen, aber die tatsächliche Entwidlung der Revolution auf diese Weise hemmen", unterstellt es der gesamten Partei, unterstellt es den Huns derttausenden in der Partei Organisierten und den Millios nen ihr folgenden Arbeitern, daß sie entweder bewußt ihre programmatischen Erklärungen verleugnen, oder daß ste is schwächlich und dumm sind, daß sie sich von einem Häuflein ,, opportunistischer Führer" irreführen lassen. Wir vermissen in solcher Auffassung jede Spur einer marristischen Betrachtung der revolutionären Bewegungen in anderen Ländern. Gerade die russischen Genossen sollten aus ihrer eigenen Erfahrung wissen, daß sich in Zeiten grundstürzender Umwälzungen die Massen ihre Wege und Biele nicht von einem Häuflein von Führern vorschreiben lassen, sondern, daß solche Bewegungen sich entsprechend den Bedingungen des revolutionären Kampfes ihre Ziele und Aufgaben selber setzen und aus sich heraus thre Führer hervorbringen. Wenn dies schon für Rußland zu trifft, wie viel mehr für Deutschland mit sein reicheren, straffer organisierten und politisch geschulteren Proletariat. Will das Exekutivfomitee die Theorie und die Braris des deutschen Proletariats fritisieren, so ist das sein gutes Recht. Es muß aber dessen eingedent sein, daß die Methode des Ausspielens der rechten Führer" gegen die Maffen den Eindrud erweden muß, als sei es dem Eres futipfomitee weniger darum zu tun, sachliche Kriti u üben, als den Keil der Spaltung in eine Partei hins einzutreiben, die heute mehr denn je den Anspruch erheben darf, die Repräsentantin des revolutionären Proletaria: s Deutschlands zu sein. 33 M Zur Begründung dieses Vorgehens wird in dem Anfe wortschreiben eine Reihe von Schwerwiegenden Anklagen gegen die ,, rechten Führer" der U. S. B. erhoben, die, went te begründet wären, es als vollkommen rätselhaft ersche nen ließen, wie die Massen der U. S. P., die angeblich visi auf dem Boden der Kommunistischen Internationale stehen, sich von derartigen Sündern und Verrätern führen lassen. Vor den deutschen Arbeitern brauchten wir auf diese Sin flagen eben, weil ihre Grundlosigkeit augenfällig ist, niche mehr einzugehen. Aber vor dem Forum der russischen Ar beiterklasse und dem des gesamten internationalen Prric tariats müssen wir doch darauf hinweisen, daß diese in flagen entweder das Produft böswilliger Entstellung der Tatsachen oder der ungenügenden Kenntnis der revolutio nären Entwidlung in Deutschland sind. Wir müssen es zurückweisen, daß die opportunistischen Zentrumsleute unserer Partei( unter denen immer wieder die Führerschaft der U. S. P. verstanden wird), während des Krieges bas Proletariat von allen Massenattionen zurückgehalten und die Verteidigung des bürgerlichen Vaterlandes" unterstü:: haben. Vielmehr gehörten auch diese Genossen zu den Bora fämpfern der Partei, die den Kampf gegen die Kreditbes williger und Durchhaltepolitiker aufnahmen, sich in Bi merwald Kienthal und Stocholm mit den revolutionärent Vertretern der anderen Länder zusammenfanden, im 3: nuar 1918 den Generalstreit der deutschen Arbeiterschat: organisierten, für die Beendigung des Krieges und gegen die Vergewaltigung von Sowjetrußland. Der grundlos hingeworfene Vorwurf, daß die U. G. D. es an revolutionärer Tatkraft habe fehlen lassen, exledigt sich durch die in Deutschland selbst hinlänglich be fannte und jederzeit dokumentarisch nachweisbare Tatsache. daß in allen revolutionären Aktionen gegen den Krieg zur Durchführung des Sozialismus vom Jahre 1917 an bis heute in Deutschland die U. S. P. die Führung hatte und daß dabei Tausende von Genossen Freiheit und Leben geopfert haben. Die Form, in der diese Kämpfe geführt wurden, tommt hier weniger in Betracht. Für sie gab und gibt es nach unserer Ueberzeugung feine allgemein gültige Forme. fie ist vielmehr abhängig von der jeweiligen politischen Situation, von Zeit und Ort, und über ihre Tauglichkeit entscheidet letzten Endes der Erfolg oder der Mißerfolg, den sie gehabt hat. Gegen die„ rechten Führer" der U. S. P. D. wird vont Exekutivkomitee geltend gemacht, daß sie zu Beginn der Revolution in eine gemeinsame Regierung mit den Rechts Gewerkschaftskommission Berlin und Umgegend. sozialisten eingetreten sind. Dieser Vorwurf ignoriert völlig erfüllt, die Nerven sind derart stürmisch erregt und stoßen mich mit einer solchen Macht dahin, wohin sie wollen, daß mein Verstand sich ihnen schweigend und machtlos unterwirft, gleichwie ein Silave den veränderlichen Launen seiner wahnsinnigen Gebieterin gehorcht. Als ein Mensch, der gewohnt war, beständig seine Gewohnheiten zu bedenken und zu bewerten, fann ich jetzt, in Augenblicken der Ruhe, manche meiner Handlungen unmög lich begreifen, fie fommen mir ungeheuerlich, unverständlich, rätselhaft vor, und doch weiß ich dabei genau, daß in mir, ganz unabhängig von mir, ein Tier sitzt, das mich beherrscht, das mir befiehlt wie einem Stlaven. Ich hasse es, weil ich zufämpfen. es fürchte, und weil mein Verstand machtlos ist, dagegen anWährend ich den ganzen Tag in der Stadt umherwanderte, verspürte ich leise eine unbewußte, trübe Furcht, heimzukehren; ich hatte keine Lust, meiner Frau zu begegnen. Ich fühlte, daß es unangenehme Auseinandersetzungen, Gespräche geben wird; das einzige, was mich nach Hause zog, war mein fleiner Sohn. Ganz spät abends, als es schon zu dämmern begann, machte ich mich auf den Heimweg. Am Tor unseres Hauses, bei der halb geöffneten Pforte, erblickte ich eine menschliche Gestalt; in der Dunkelheit war es schwer, die Gesichtszüge zu unterscheiden, ich sah nur einen dunklen Bart und mertwürdig weichstrahlende Augen. Ich wollte vorübergehen und dabei ein schnelles Guten Tag" hinwerfen. , Guten Tag, guter Mann", antwortete mir der Greis mit einer ungemein zärtlichen Stimme und versperrte mir den Weg.„ Was gibt's? wohin?" Wenn es nicht diese sammetweiche Stimme gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht geärgert. „ Ich gehe nach Hause", sage ich, aber wer sind Sie eigentlich?" " Ich? Ich bin ja der Sausknecht", antwortet er in munterem Tone, scheinbar freudig überrascht, daß jemand nicht weiß, daß er der Hausknecht dieses Hauses ist. Dich aber, lieber Mensch, fenne ich wirklich nicht, oder du bist ein neuer Einwohner? Ich glaube nicht, daß ich dich schon sah." Ich erkläre ihm, wo ich wohne. Ja eben, guter Mensch, ich sage es ja, daß ich dich nie gesehen habe; so stimmt es denn, du bist also gestern an gekommen. Ich habe natürlich von dir sprechen hören, bi Wärterin hat mir von dir erzählt. Sie sagte, unser Serr. hat immer Bücher und Bücher geschrieben, aber jetzt fehrt er seit fünf Jahren nicht mehr heim aus dem Kriege. Und i sage ihr darauf.. 66 Vom Hofe ertönt aus der Dunkelheit eine grobe Männer Stimme: ,, Se da! Guter Mensch, Teufel, wo bist du nur hint verschwunden? Werde ich noch lange auf dich warten müssen?" Da, da bin ich ja! Ich komme schon, ich tomme, ersifer: dich nur nicht!" rief eilig der Greis und warf mir zu: Geh nur, geh, guter Mensch, wünsche gute Ruh; ich merke die Pforte schließen. Du weißt ja selber, was für Zeiten es find. Aber Gott wird schon nichts Böses zulassen." ... etwas Diese Begegnung hat auf mich einen sonderbaren Ein bruck gemacht, ich konnte weder sein Gesicht, noch den Ausdrud feiner Augen sehen, aber diese Stimme Weiches, bis in die Tiefe der Seele Dringendes barg sic in sich, als hätte ich ein wertvolles Geschenk erhalten, als hätte mir jemand mit einer sammetweichen Hand die Seele ge streichelt. Ich sehe das Gesicht nicht, aber ich fühle es. Und es erwacht in meiner Brust eine leise Freude, ich verspärs Lust, dankbar zu lachen. Ich stehe vor der Tür meiner Wors nung und trete nicht ein, um diesen Zustand zu verlängern, und wiederhole fortwährend: " Ist das eine sonderbare Stimme!" Wie ich das elektrische Licht in meinem Rabinett angezündet habe, sehe ich in der einen Ede des Lederdivan= meinen fleinen Sohn schlafen. Bei meinem Eintritt fährt er im Schlaf zusammen, erwacht, fann aber noch nicht sich kommen; vom grellen elektrischen Licht geblendet, bliazelt er mit den Augen, schneidet ein fomisches Gesicht, reint fich die Augen mit den Fäusten. Ich gehe schnell auf ihn 3, umarme ihn und setze ihn mir aufs Knie. „ Wowa, mein Herzensjunge, was machst du? Schlässt du hier ganz allein?" Sein warmes Köpfchen drücke ich fest an meine Brust und füsse lange seine Stirne und seinen Kopf. Indem ich in meinen Armen dieses winzige, weiche Kinderköpfchen fühle, erfüllt mich eine unerflaruche Freude ganz und gar, und eine Zärtlichkeit zu diesem kleinen, mit fetzt so nahen Wesen. ( Fortsetzung folgt.) die geistige Verfassung der Soldaten- und Arbeitermassen bei Ausbruch der Revolution. Deshalb muß hier festgestellt werden, daß die erste Vollversammlung der Arbeiter und Soldatenräte, die am 10. November 1918 im Zirkus Busch in Berlin tagte, stürmisch die gemeinsame Regierung verlangt und die Vertreter der U. S. P. D. direkt gezwungen hat, ihren Widerstand dagegen aufzugeben. Schon am 7. November wurde Genosse Haase in derselben Weise gezwungen. die paritätische Zusammensetzung des A.- und S. Rates in Hamburg anzuerkennen. In jenen ersten Revolutionstagen wurde eben ganz allgemein von Arbeitern und Soldaten das Zusammengehen der deiden sozialistischen Parteien gefordert. Von den für das Kabinett vorgeschlagenen drei Genossen der Unabhängigen Haase, Ledebour und Liebknecht, lehnte Ledebour aus grundsätzlichen Bedenken gegen eine paritätische Zusammensetzung der Regierung sofort ab. Liebknecht nahm zunächst an, stellte aber nach Rücksprache mit seinen Freunden am folgenden Tage programmatische Bedingun gen, deren Annahme von den Rechtssozialisten abgelehnt wurde. Darauf zog Liebknecht seine Zusage zurüd. An Ledebours und Liebinechts Stelle traten dann Barth und Dittmann. Bei Ausbruch der Revolution stand die Masse der Arbeiter und Soldaten noch den revolutionären Forde= rungen der U. S. P. D. verständnislos oder ablehnend gegenüber und erst durch die Enttäuschungen und bitteren Erfahrungen in der konterrevolutionären Periode seit dem Austritt der U. S. P. D. aus der Regierung ist der Umschwung eingetreten, der unserer Partei immer größere Massen des Proletariats zugeführt hat. Darüber mag einmal die Geschichte urteilen, ob ohne Teilnahme der Ü. S. P. D an der ersten Revolutionsregierung nicht sofort eine rechtssozialistisch- bürgerliche Koalitionsregierung gebildet, der völlige Zusammenbruch des alten Systems verhindert, der reaktionäre Kern des Frontheeres erhalten und somit der Konterrevolution von vornherein ein günstiger Beden bereitet worden wäre, ob ohne U. S. P. D. in der Regierung die Wahlrechtsverleihung an die 20jährigen, das Frauenwahlrecht, das Verhältniswahlrecht, die Ersetzung der reaktionären Wahlsysteme in den Einzelstaaten und en Kommunen durch das jetzige Wahlverfahren, die Einführung des Achtstundentages und die sonstigen Errungenschaften der Revolution ihre gesetzliche Festlegung gefunden haben würden. ( Forts. folgt.) Die Kohlenfrage Die wirtschaftlichen Verhandlungen in Spa a haben zunächst das Problem der Kohlenversorgung berührt. Die Forderungen des Versailler Friedensvertrages sehen eine zehnjährige Steinkohlenlieferung durch Deutschland vor, die sich auf insgesamt etwa 40 Millionen Tonnen jährlich belaufen soll. Bon biesem Quantum fällt der Hauptteil an Frankreich, das durch die bei dem deutschen Rückzug angerichteten finnlosen Zerstörungen Der Kohlengruben im Nordrevier aufs Schwerste geschädigt und in seiner Kohlenversorgung gefährdet ist. Weitere verhältnismäßig umfangreiche Lieferungen sind an Belgien und Italien zu machen. Die deutsche Steinkohlenproduktion belief sich im letzten Frie densjahr 1913 auf insgesamt 191% Millionen Tonnen. Während der Kriegszeit und besonders seit Abschluß des Krieges ist eine bedeutende Berringerung der Erzeugung erfolgt. Sie hat ihre + Hauptursachen in dem schlechten 3ustande der Förders anlagen und in der durch die Unterernährung und die verschiedenen Einwirkungen des Krieges bedingten Minderung der menschlichen Arbeitstraft. Ausreichende Vergrößerung der Belegschaft, wie sie durch den Achtstundentag sich als notwendig erweist, war bisher nicht durchführbar, da die Wohnungsver= hältnisse im Ruhrrevier sehr schlecht sind und erst die Wohnstätten für Hunderttausende geschaffen werden müssen. In der Erkenntnis der überragenden Bedeutung der Kohle für unser gefamtes Wirtschaftsleben hat gerade die Bergarbeiterschaft mehr geleistet als unter den gegebenen Verhältnissen erwartet werden fonnte und sie hat insbesondere durch das seit mehreren Monaten in Geltung befindliche Ueberschichtablommen bewiesen, daß die durchsichtige Hetze gegen die Arbeiterschaft und die angebliche Arbeitsschen, die jeden anständigen, denkenden Menschen empören muß, zu den politischen Manövern bestimmter Kreise, mit deren Hilfe die sozialistische Bewegung ihrer Resonanz in den Reihen der noch nicht genügend geschulten Massen beraubt werden soll. Inzwischen hat sich allerdings die Unmöglichkeit ergeben, dieses Ueberschichtabkommen weiter einzuhalten, weil die ganz unzureichende Ernährung keinen annähernden Ausgleich für den großen Kräfteverbrauch zu schaffen vermag. Es ist beabsichtigt, über diese Frage nach Abschluß der Verhandlungen in Spaa zu einer anderen Bereinbarung zu kommen. Es ist selbstverständlich, daß der Raubbau an proletarischer Arbeitskraft, der bei mangelnder Nahrungszufuhr hier getrieben wird, feine Fortsetzung finden darf, denn die alsdann unvermeidlichen Rüdschläge sind nicht nur eine Soziale Schädigung der Bergarbeiter, sondern würden auch zu einer Gefahr für unsere gesamte Produktion werden, die auf der ausreichenden Versorgung mit Betriebsstoff basiert. Nach den zuleht veröffentlichten Zusammenstellungen sind im ersten Vierteljahr 1920 faft 30 Millionen Tonnen Steinfohlen gefördert worden, was einer Jahresproduktion von etwa 120 Millionen Tonnen entsprechen würde. Es ist dabei noch zu beachten, daß die Märzzahlen infolge des Kapp- Putsches hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Wenn man berücksichtigt, daß bei diesem Ergebnis die im Friedensvertrage abgegretenen Saar und Pfalzgruben sowie die allerdings geringfügige Erzeugung Elsaß- Lothringens in Wegfall gekommen sind, ist die dadurch ausgedrückte Arbeitsleistung als außerordentlich hoch anzusehen. Die Kohlenproduktion Oberschlesiens stellt ein Viertel der gesamten deutschen Förderung an Steinkohlen dar und es ist daher offensichtlich, daß die Erfüllung der im Versailler Vertrage verlang ten Kohlenlieferungen in erster Linie von dem Abstimmungsergebnis in Oberschlesien abhängen wird. Unter der Voraussetzung, bag Oberschlesien im deutschen Reichsverbande bleibt, darf man vor läufig mit einer ungefähren jährlichen Steinkohlenerzeugung von etwa 100-120 Millionen Tonnen rechnen und es ergibt sich nunmehr die Frage, ob es denkbar ist, ohne weitgehende Gefährdung des deutschen Wirtschaftslebens ein Quantum von 40 Millionen Tonnen an die Entente abzuliefern. Zu diesem Zwecke muß man sich die Verteilung der deutschen Kohle in den Vorkriegsjahren etwas genauer ansehen. Bon den im Jahre 1913 geförderten Mengen sind nach Abzug des Einfuhrquantums etwa 25 Millionen Tonnen von Deutschland ausgeführt worden, so daß für den deutschen Verbrauch noch 165-170 Millionen Tonnen in Frage tamen. Wenn man den Minderverbrauch infolge der Abtretung der östlichen und westlichen Gebiete mit 30 Millionen Tonnen veran= schlagt, so ergibt sich eine voraussichtliche Nachfrage nach etwa 130-140 Millionen Tonnen, der im günstigsten Falle eine Produktion von zunächsts 100-120 Millionen Tonnen gegenüberstehen dürfte. Sind wir gezwungen, entsprechend dem Bertrage eine jährliche Lieferung von etwa 40 Millionen durchzuführen, so ist die Versorgung unserer Industrie mehr als gefährdet. Braunfohlengruben erreicht worden ist. Gegenüber der Vortriegsförderung ist die Braunkohienproduktion um etwa 20 v. H. in die Höhe gegangen und diese Mengen erleichtern die allgemeine Versorgung in bedeutendem Umfange. Es ist jedenfalls zu sagen, daß die jetzt in Spaa erhobene For derung der Priorität der französischen Forderungen und der Einsegung einer Kontrollkommission zur Sicherung der vertragsmäßigen Lieferungen die Aufrechterhaltung eines einigermaßen geordneten Wirtschaftslebens in Deutschland fast unmöglich macht und damit natürlich auch die weitergehende Erfüllung aller anderen Verpflichtungen erschwert. Es ist von uns bereits früher gesagt wor den, daß es zur Durchführung der von der großen Masse des deutschen Boltes anerkannten Wiedergutmachungsschuld zunächst einmal notwendig ist, daß die Arbeitsfähigkeit Deutschlands nicht nur erhalten, sondern nach Kräften gefördert wird. Wenn man uns aber durch die strengen Bestimmungen dieses Zusagvertrages an der Entfaltung unserer wirtschaftlichen Kräfte hindert und uns die Kohlenausfuhr nach den Ländern, die uns Kredite geben und notwendige Lebensmitel oder Rohstoffe liefern( Holland, Schweiz) unmöglich macht, dann dürfte man gerade das Gegenteil von dem erreichen, was man zu erhalten wünscht. Deutschland ist gezwungen, den Forderungen des Versailler Bertrages, den es angenommen hat, soweit es nur durchführbar ist, zu entsprechen, aber die kurzfichtigen, aus mangelnder Einsicht in die ökonomischen Verhältnisse erwachsenen Bestimmungen werden früher oder später an ihrer Unerfüllbarfeit scheitern, falls nicht die solidarischen Aktionen des internatio nalen Proletariats die tapitalistischen Wortführer schon vorher hinwegsegen und den Weg zu einer wirklichen Berständigung freimachen. Aus dem Haushaltausschuß Zu Beginn der Sigung des Haushaltausschusses am 10. Juft erhebt Genosse Ledebout entschiedenen Einspruch gegen den Bruch der Bertraulichkeit, wie er durch die bürgerliche Bresse und auch durch die offizielle Erklärung der Regierung über die Stellungnahme des Haushaltausschusses zu den Ereignissen in Spaa begangen worden sei. Dieje Vorgänge zeigen erneut, daß Vertraulichkeit von Verhandlungen nie durchgeführt werde; bie Unabhängige Sozialdemokratie müsse dagegen protestieren, daß infolge eines solchen Beschlusses die Oeffentlichkeit falsch informiert werde. Beim Etat des Reichswehrministeriums stellen die Unabhängigen Sozialdemokraten den Antrag, die angeforderten 200 000 t. für die außerordentlichen Kriegsgerichte zu streichen. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Unabhängigen abge= lehnt. Dem gleichen Schicksal verfällt ein deutschnationaler Antrag, bei der Belegung der Bekleidungs- und Unterkunftsabteilung mit ihren Chefs Offiziere zu verwenden". Die Mehrheit des Ausschusses war doch der Meinung, daß es auch unter dem Zivil noch einige zur Bekleidung derartiger Aemter fähige Menschen gäbe. Die Beantwortung der vom Genossen Rosenfeld gestellten Fragen betreffs der Zahl der vom Reichsmilitärgericht verhängten und den Umfang der noch zu verbüßenden Strafen wird bis zum Wiederzusammentritt des Ausschusses vertagt. Der Staatsrat in der preußischen Verfassung Der Verfassungsausschuß der Preußischen Landesversammlung hat gestern die erste Lesung der Verfassung beendet. Die Beschlüsse werden zusammengestellt und allen Mitgliedern der Landesver= sammlung zweds Beratung in ihren Frattionen zugestellt. Am 9. September will der Ausschuß erneut zusammentreten. Der bemerkenswerteste Beschluß ist der über die Einſegung eines Staatsrafes, einer Art zweiten Kammer. Dieses modernisierte Herrenhaus soll sich zusammensetzen aus Vertretern der Provinzen, die von den Provinziallandtagen nach den Grundsägen der Berhältniswahl gewählt werden. Er soll die Aufgabe haben, über Gesetzesvorlagen vor ihrer Einbringung Gutachten abzugeben, Gesetzesvorlagen durch das Staatsministerium an den Landiag zu bringen, um gegen die vom Landtag beschlossenen Geseze Einspruch erheben zu können. Ueber die weitere Behand lung der Materie sind Einzelbestimmungen und Fristen festgelegt. Auch vor dem Erlaß von Ausführungsbestimmungen zu Reichsund Staatsgesehen soll der Staatsrat oder dessen Ausschuß gehört werden. Gegen diesen Staatsrat wendeten sich die sozialdemokra tischen Vertreter des Ausschusses, aber ohne Erfolg. In der gestrigen Schlußigung der ersten Lesung wurde nur ein Antrag angenommen, der besagt, daß der Staatsrat erst dann in Kraft treten tann, wenn die Provinzialvertretungen auf Grund des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes neu gewählt worden sind. Damit soll der Charakter des Staatsrates bestimmt und verhindert rrden, daß die jest reationär zusammengesezten Provinziallandtage den Staatsrat wählen. Diese Bestimmung bebeutet eine Milderung des reaktionären Charafters des Staatsrates, ändert natürlich nichts an der Einrichtung dieser neuen Institution, bie nach wie vor mit Entschiedenheit bekämpft wer den muß. Außenhandel RohDer Import deutscher Waren nach den Vereinigten Staaten betrug im Mai nach Washingtoner Meldungen 4 850 000 Dollar, während die Ausfuhr nach Deutschland fast 21 Mill. Doll. erreichte. Die Passivität unserer Handelsbilanz gegenüber den Vereinigten Staten ist demnach noch immer sehr bedeutend, und es ist zu erwarten, daß sich dieses Verhältnis infolge der not wendigen umfangreichen Bezüge an Lebensmitteln, materialien usw. vorläufig nicht günstiger gestalten wird. Da in Betracht kommende Attiva aus dem Verkehr mit anderen valuta starten Ländern nicht vorhanden sind, bleiben wir immer noch auf Kredite oder den Export von Reichsmart, Statspapieren, Industrieattien und anderen Werten angewiesen, wodurch sich naturgemäß eine wachsende Abhängigkeit von fremden Finanzgruppen ergibt. Auch die Bewertung der Mart die Baluta wird fortgesetzt von amerikanischen Interessen und internationalen spekulativen Operationen abhängig bleiben, solange feine wirfiamen Maßnahmen zu einer Stabilisierung ergriffen werden. Bei der gesamten wirtschaftlichen Situation Deutschlands erscheint diese Stabilisierung ohne Hilfe des amerikanischen Finanztapitals als unmöglich. Der Massenmörder Schumann vor dem Schwurgericht Nach Eröffnung der Sigung im Prozeß Schumann wird sofort die Stenotypistin beim Polizeipräsidium Gertrud Kauts nommen. Sie bestätigt die gestern vom Kommissar Kunze II gemachten Mitteilungen über das, was ihr Fräulein Wehn über die Mihhandlungen Schumanns erzählt hat. Die Zeugin Fräulein Wehn hat den Vernehmungen Schumanns als Stenotypistin beigewohnt und sagt folgendes aus: Der Angeflagte ist teilweise schroff behandelt worden; Oberwachtmeister Lahmann hat ihm aber teilweise auch gut zugeredet. Der Ange: flagte hat zunächst seine Täterschaft bestritten, schließlich hat er aber die Taten zugegeben. Ob er von Beamten gemißhandelt worben ist, fann sie nicht sagen, doch ist ihr in der Erinnerung, daß er mehrmals, wenn er nicht antworten wollte, an seinem tranten Arm geschüttelt worden ist. Eines Morgens sei Schumann mit ganz verschwollenen Augen zum Verhör gekommen, so daß er nicht zum Photographieren geführt werden fonnte. Aus einem Telederphongespräch des Oberwachtmeisters Lahmann mit der StaatsEtwas günstiger stellt sich die Situation allerdings aus dem Grunde dar, weil inzwischen eine höhere Ausbeute anwaltschaft habe sie entnommen, daß Schumann von der Treppe heruntergefallen sein sollte. Vors.: Fräulein Wehn, haben Sie nicht vielleicht in Ihren Mitteilungen an Ihre Kolleginnen übers trieben? 3 eugin Rein. Staatsanwalt Dr. Steinbrecher( zur Zeugin Hinze): Sie sollen aber auch, wie gestern hier mitgeteilt wurde, Ihre Em pörung darüber geaäußert haben, daß Herr Lahmann unter seinem Eide erklärt habe, er wisse nichts von Mißhandlungen seitens feiner eigenen Person oder seiner Beamten. 3e ugin: Nein, ich habe dabei Beamte nicht im Auge gehabt, sondern nur die Miß handlung, die seitens einer Angehörigen dem Angeklagten zu gefügt wurde.- Staatsanwalt Dr. Steinbrecher: Halten Sie das für so empörend, wenn eine tiefgebeugte, aufs äußerste ers regte Mutter sich mit einem Schirm auf den Mörder ihres Sohnes stürzen will? Es scheint doch recht viel Klatsch vorgebracht worden zu sein. Zeuge Lahmann, über das„ blaue Auge" des Ange flagten befragt, erklärt: Er habe bei dem Angeklagten eines Tages einen blauen Fled am Auge gesehen und auf seine Frage erfahren, daß er die Treppe hinuntergefallen fei. Staatsanwalt Dr. Steinbrecher: Fräulein Wehn, Sie sollen Ihre Ent rüftung über die Aussage des Herrn Lahmann ausgedrüdt haben. Heute haben Sie aber doch flipp und flar selbst gesagt, daß Hert Lahmann nicht geschlagen hat. Wie tommen Sie nun zu solcher Ent rüftung? 3eugin: Ich habe nur Entrüftung darüber empfunden, daß unter den Augen der Kriminalpolizei ein solcher Angriff auf den Angeflagten seitens Angehöriger der Verwandten des Ermordeten geduldet worden ist. Zeuge Lahmann( auf Befragen): Ich habe erklärt und halte es unter meinem Elde aufs recht: Ich habe den Angeklagten nicht mißhandelt oder geschlagen und mir ist auch nichts Derartiges von meinen Beamten bekannt geworden. -G Der Staatsanw. Dr. Steinbrecher: Herr Zeuge Kunze! Halten Gie nach dem, was Sie nun hier gehört haben, das Ermittelungss verfahren nicht für restlos erledigt? 3euge: Ja! Zeuge Runge erwähnt im weiteren unter anderem auch noch, daß er auch noch mit dem Kriminalfommissar Schneifert gesprochen habe. Bei diesem Namen tritt Zeuge Lahmann sehr erregt vot und erflärt: wenn er diesen Namen höre, so sei ihm alles flat. Er habe als Mitglied des Verbandes der Kriminalwachtmeister in Wort und Schrift für die Besserstellung dieser Beamtentategorie gewirtt, Kriminalfommissar Schneifert sei aber der größte Gegner Dieser Forderung gewesen. Mit dem Zeichen größter Erregung und laut tönender Stimme beflagt sich der Zeuge darüber, wie er, der sich bei der Aufklärung dieser graufigen Verbrechen die größte Mühe gegeben, in so unerhörter Weise bloßgestellt werden sollte. Der Zwischenfall wird hierauf für erledigt erklärt. Einige Fälle, in denen der Angeflagte aus Uebermut" auf Wandervögel geschossen haben soll, werden dadurch erledigt, daß der Staatsanwalt in diesen Fällen die Anklage fallen läßt. Der nächste Fall betrifft einen Mordverfuch des Angeklagten auf den Hegemeister Roepte. Dieser befundet als Zeuge: Ende September 1916 wenbete er mit seinem Dienstmädchen auf seiner Wiese Heu. Plöglich hörte er aus größerer Entfernung einen Schuß fallen. Et beachtete diesen zunächst nicht, dann fielen aber noch etwa sechs Schüsse, die aus dem Walde tamen und teilweise dicht an ihm vorüberflogen. Zweifellos waren die Schüsse auf ihn gerichtet gewesen. Den Angeklagten hat der Zeuge nicht ges fannt, weiß auch nicht, wie Schumann in Berdacht der Täterschaft gelommen ist. Zeuge Lahmann: Der Angeklagte hat 1. 3t. zugegeben, daß er auf einen Mann geschossen habe, der in Gemeinschaft mit einem Mädchen auf der Wiese heute. In dem folgenden Falle hatte der Student Herbert Hiller mit einem Frl. Koch am zweiten Weihnachtsfeiertage 1916 einen Aus flug nach dem Walde von Falkenhagen gemacht. Als sie beide nachmittags am Waldestand lagerten, fiel plöglich ein Schuß Siller wurde schwer verletzt, hat längere Zeit im Krankenhause zubringen müssen und seine rechte Hand ist unbrauchbar geworden. Die Stelle, wo der Anschlag vor sich ging, war ganz in der Nähe des Tatortes im Falle Nielbod. Ob der Angeklagte der Täter war, weiß der Zeuge nicht, ebenso wenig die Zeugin Koch. Das gegen hat der Angeklagte dem Zeugen Lahmann zugegeben, den Schuß abgegeben zu haben, aus Merger darüber, daß der Zeuge mit dem Finger nach ihm gezeigt habe; da habe er ihm einen Dentzettel geben wollen. Der Angeklagte bestreitet auch hier wieder, solche Angaben ge macht zu haben. Gendarmeriewachtmeister Geiseler berichtet über den nächsten Anklagefall, der die Vergewaltigung einer Frau Schmitt betrifft. Nach deren Mitteilung an den Zeugen ist sie am 3. Juli 1917 von einem Unbekannten überfallen und gewürgt worden. Dieser versuchte, sie zu vergewaltigen und schlug ihr, da sie sich dagegen wehrte, mit der Faust ins Gesicht, so daß sie aus Mund und Nase blutete. Dann versuchte er sie ins Schilf des nahen Sees zuschleppen und riß ihr die Kleider vom Leibe. Endlich ließ er von ihr ab mit den Worten:„ Du Aas, wenn Du was sagst, mach' ich Dich talt!" Der Zeuge Geijeler hat mit dem Gendarmen Lemm die Recherchen sofort aufgenommen, aber nichts von dem Täter entdeckt. Der Angeklagte bestreitet, mit dem Fall irgend etwas zu tus zu haben. Auf den Hilfsförster Timm ist am 23. Mai 1919 von einem Mann geschossen worden, nachdem schon einmal ein gleiches Attentat auf ihn ausgeübt worden war. Er hat den Mann aus 30 Meter Entfernung bemerkt, auf ihn losgefeuert und auch ver wundet. Der Zeuge ist der Ueberzeugung, daß Schumann det Täter war, was Schumann bestreitet. Zu dem Fall derBrandstiftung bei der Schauspielerin Gren befundet der Zeuge, Gendarmeriewachtmeister Geiseler, dah der Täter auf die am Löschen beteiligten Personen etwa 20 Schüsse abgegeben habe. Kriminaloberwachtmeister Lahmann erklärt als Zeuge, daß Schumann ihm gegenüber eingestanden habe, eine am See stehende Holzbude angezündet und dann auf die hinzueilenden Leute Schreckschüsse abgegeben zu haben. Polizeiinspektor Marcus Spandau war zugegen, als Schu mann nach Berlin transportiert werden sollte. Er, Schumann habe auch ihm erzählt, daß er die Schußverletzung am Arm auf der Heerstraße von einem Unbekannten erhalten habe. Auf zu reden des Zeugen habe Schumann in Gegenwart des Staatsan walts das Geständnis abgelegt, daß er auf den Förster Nielbod geschossen habe. Rechtsanwalt Dr. Frey beantragt, aus den Vorstrafatten fest zustellen, aufwessen Anregung der Angeklagte seinerzeit 1911 auf seinen Geisteszustand untersucht worden ist. Der Vorsitzende verspricht dies für Montag. Rach dem Zeugnis des Oberwachtmeisters Me I cher- Spandau ist der Angeklagte bei seiner ersten Bernehmung nach seiner Fest nahme auf Grund der Anzeige des Dr. Tepling- Spandau in teinet Weise geschlagen oder zu einem Geständnis gepreßt worden sei. Er habe auf Vorhalt zugegeben, daß er den förster Nielbod cr schossen habe. Borsigender: Wie sind Sie dazu gefo dieses Geständnis abzulegen? Sie sind doch in Spandau nicht ge Schlagen worden. Anget: Es ist aber von verschiedenen Bersonen auf mich eingewirkt worden. Ich bin mit gutem Ge wissen zum Arzt gegangen, um meine Schußwunde verbinden lassen. Ich habe es getan, obwohl mit bekannt war, daß jemand, der mit einer Schußwunde einen Arzt aufsuchen würde, festgehalten werden sollte. Er sei ja fast auf den Rüden gefallen, als plöglich bei dem Arzt ein Kriminalbeamter erschien und sagte: Ich vers hafte Sie wegen Mordes. Bei dem ersten Verhör hatte ich eine hohe Temperatur und die flare Ueberlegung sei ihm abhanden getommen gewesen. Deshalb habe er, als ihm nahe gelegt wor den, doch zu gestehen, die Aussage gemacht,„ um Unannehmlich feiten zu entgehen." Staatsanwalt: Die Unannehmlich teiten konnten doch nur größer werden, wenn Sie ein Geständnis ablegten, daß Sie eine solche Tat verübt hätten. Beuge Mels chers bestreitet, daß der Angeklagte habe wissen fönnen, daß jede, der mit einer frischen Schußwunde einen Arzt aufsuchen würde, fest genommen werden würde. Dies sei ganz geheim mit den Aerzten vereinbart worden. Es wurden dann noch zwei kleinere Fälle des Diebstahls er ledigt. Die Verhandlung wurde hierauf auf Montag 9% Uhr vertag 31 019 i 6148 g i S To S t CAHHH I I b 91 g 6 1218 1985 019 Nr. 272 Gewerkschaftliches Der Sattlere, Tapezierer- und Portefeuilles Werband nach der Verschmelzung Mit dem 1. Mai hat die Verschmelzung der Verbände der Sattler und Portefeuiller und des Tapeziererverbandes zu einem Einheitsverband stattgefunden. Die Schlußabrechnung der beiden Verbände liegt jetzt vor, wir entnehmen derselben folgenden Auszug: Der Sattlerverband schließt ab mit einer Mitgliederzahl von 28 281, darunter 6594 weibliche. Der Tapeziererverband mit 14 534 Mitgliedern, darunter 1564 weibliche. Die Mitgliederzahl, mit welcher der Sattler-, Tapezierer- und Portefeuillerverband am 1. Mai 1920 ins Leben trat, beträgt somit 42 815, darunter 8148 weibliche. Der Vermögensausweis des Sattler- und Portefeuillerverbandes betrug 1 058 513,53 Mt., der des Tapeziererverbandes 432 097,07 Mart. Das ergibt ein Gesamtvermögen von 1 490 610,60 Mart, mit dem der Sattler-, Tapezierer- und Portefeuillerverband ins Leben tritt. Kommunistische Demagogic Von Genossen Wegmann wird uns geschrieben: " Die„ Rote Fahne" vom 9. Juli bringt einen Artikel, überschrieben Wirrwarr", von Paul Lange. In diesem Artikel werden der Zentrale der Betriebsräte" die sonderbarsten Sprünge" vorgeworfen, in Wahrheit bewegt sich P. L. selbst in seinem Artikel in den sonderbarsten Sprüngen." Er kommt von einem Artikel im Arbeiterrat" Nr. 25 Sabotage der Ver= einigung der Hand- und Kopfarbeiter durch die Afa" zur„ Oppofition im Zentralverband der Angestellten", dann zum freien Angestelltenverband", dann zur Betriebsorganisation" und endlich zum„ Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband", dessen streng vertrauliches" Schreiben über den Generalstreit er vollständig abdruckt. zum Schluß zu der Bemerkung:„ Ich rate der Betriebsrätezentrale bringend an, einmal Atem zu schöpfen und sich zu vergewissern, wo sie steht und wo sie hinkommt « Auch diese sanfte Mahnung müssen wir P. L. zurückgeben. Wir find daran gewöhnt, daß uns alles in die Schuhe geschoben wird, was in der Gewerkschaftsbewegung sich gegen die freien Gewerkschaften abspielt. Wir können sonst nicht darauf eingehen, weil uns die Zeit dafür zu schade ist. Wenn man aber zu solchen Waffen greift, wie es Baul Lange tut, dann darf dazu nicht geschwiegen werden. Er schreibt in der Roten Fahne": " In einer Versammlung der Arbeiter und Angestellten der KonSumgenossenschaft Berlin am 18. April 1920 trat das Mitglied der Betriebsrätezentrale und der U. S. P. Wegmann für die Annahme nachstehender Entschließung ein: Um der immer sicherer in Erscheinung tretenden Desorganisation der Arbeiterschaft entgegenzuwirken, sowie den Kampf gegen das Unternehmertum und die Bourgeoisie mit der nötigen Geschlossenheit zu führen, ist es notwendig, die von den herrschenden Klassen geführten Parolen organisatorisch und agitatorisch voll zu erfassen. Da nun die vom Unternehmertum geführten Kämpfe immer mehr ihren politischen Charakter offenbaren, die Arbeiterschaft den Kampf voll und ganz aufzunehmen gewillt ist, beschließt die Ver= fammlung der Konsumgenossenschaft: Die von den Gewerkschaften und Parteien bisher geführten Kämpfe fönnen nach feiner Richtung hin den Kampf um die Dittatur des Proletariats zu einem glücklichen Ende führen. Die Versammlung erkennt die Notwendigkeit einer betriebsweisen Zusammenfassung der Arbeiterschaft an. Ueberall da, wo einengende Bestimmungen, wie auch hier in der Konsumgenossenschaft bestehen, die dahin lauten, daß ein jeder im Betrieb Beschäftigte einer freien Gewerkschaft anzugehören hat, ist dahin zu ergänzen, daß auch die Zugehörigkeit zur Allgemeinen Arbeiterunion" den Betriebsangehörigen freigestellt wird. Die Allgemeine Arbeiterunion" wird durch die Schaffung einer einheitlichen geschlossenen Kampffront dem Unternehmertum ein Paroli bieten und in Zeiten der Ausnahmegeseze und des Belage rungszustandes den dagegen aufzunehmenden Kampf, mit der Erringung der proletarischen Dittatur als Endziel zu einem glücklichen Ende führen." Daraufhin hat sich eine ,, revolutionäre Betriebsorganisation der Konjumgenossenschaft Berlin" gebildet....“ Hierzu habe ich zu bemerken: Es ist unwahr, daß ich für die Annahme dieser Entschließung eingetreten bin. Wahr ist, daß der letzte Absatz der Entschließung durch mein energisches Eintreten gestrichen wurde, Paul Lange fich also einer Fälschung schuldig macht Weiter ist unwahr, daß daraufhin sich eine„ revolutionäre Betriebsorganisation der Konsumgenossenschaft Berlin" gebildet hat. Sie bestand schon. Wahr ist, daß ich von Genossen, die in der Konsumgenossenschaft tätig sind, auf diese Versammlung aufmertjam gemacht und gebeten wurde, ein Korreferat zu übernehmen. Das habe ich getan. Ich habe dort, wie in den verschiedensten anderen Versammlungen, die Schädlichkeit der Betriebsorganis fationen dargelegt und habe ersucht, nicht in diese Betriebsorganisationen einzutreten, sondern in den Gewerkschaften zu bleiben und dort für deren Revolutionierung zu sorgen. Dafür kann ich verschiedene Gewerkschaftsvertreter, die dort anwesend waren, als Zeugen anrufen. Charakteristisch ist, daß am 9. Juli eine Versammlung vom 18. April fritisiert wird. Die„ Rote Fahne" nimmt einen solchen Artikel auf, trotzdem sie genau weiß, wie ich zu den Betriebsorganisationen stehe. Man muß schon sagen, daß seiten eine Ueberschrift so treffend gewählt wurde; sie gibt den Inhalt des Artikels beutlich wieder: Wirrwarr! An die Angestellten Groß- Berlins! Ein Beschluß des Landgerichts II bedroht eure Kollegen und Kolleginnen aus den Rechtsanwaltsbureaus in der Durchführung ihres Kampfes. Diese Angelegenheit ist zu einer solchen der Ge samtheit geworden. Ihr könnt hieran erkennen, wohin wir jetzt gelangt find. Heute, Sonntag, den 11. Juli, vormittags 10 Uhr, findet in den Sophiensälen, Sophienstr. 17-18, eine Versammlung der Rechtsanwaltsangestellten statt, in welcher der jetzt geschaffene Zustand besprochen werden soll. Freigewerkschaftlich organisierte Angestellte Berlins! Ihr alle müßt in dieser Be- sammlung erscheinen, oder wenigstens Bertreter entsenden. Die Reaktionäre bekämpfen nicht eine fleine Gruppe eurer Kollegen, sondern euch selbst. Gebt ihnen die Antwort, die sie verdienen. Afa, Ortskartell Groß- Berlin. Flatau. Reinsberg. 2. Beilage zur„ Freiheit" Gegenmaßnahmen der Rechtsanwälte im AnwaltsangestelltenStreit. Die Rechtsanwälte habene Streifabwehrtolonne gebildet, deren Führer der Rechtsanwalt Roth, Friedrichstraße 48, ist und die an die Rechtsanwälte das Ersuchen gerichtet hat, während des Streits alle Prozesse zu vertagen( mit anderen Worten: zu verschleppen). Den Schaden werden also die Mandanten haben, die fich zu Rechtsanwälten begeben, die die Forderungen nicht bewilligt haben. Die Disziplin unter den Rechtsanwälten scheint keine besonders gute zu sein. Es beweist dies, daß bereits ein sehr großer Teil die Forderungen bewilligt hat und täglich immer neue Bewilligungen eingehen. Unter den Streitenden herrscht eine vorzügliche Kampfesstimmung. Die Organisation der Angestellten beabsichtigt, demnächst die Namen der Rechtsanwälte in der Presse und in Flugblättern zu veröffentlichen, die sich nicht entschließen tönnen, die Forderungen anzuerkennen. Räteschule der Holzindustrie! Der Kursus„ Wirtschaft der Zufunft" im Köllnischen Gymnasium, Inselstraße, fällt am Montag, den 12. Juli und Donnerstag, den 15. Juli, aus. Fortsetzung am Montag, den 19. Juli und Donnerstag, den 22. Juli. Die Kurse ,, Buchführung" sind zusammengelegt und finden jeden Donnerstag nur noch von 5-7 Uhr im Verbandshaus, Rungestraße 30, Saal 3, statt. Die zwanglose Besprechung über Betriebsrätefragen ist ab 19. Juli jeden Montag im Köllnischen Gymnasium, Inselstraße, Zimmer 18, 1 Treppe, und beginnt um 18 Uhr. Eine Zusam mentunft aller Hörer wird im Mitteilungsblatt bekanntgegeben. Ehemalige Angestellte der Artilleriewerkstatt Nord, die am 30. 6. 19 entlassen worden sind und Anspruch auf Urlaub hatten, sollen sich am Mittwoch, den 14. Juli bei der Kasse der Artillerie wertstaat Nord auf dem Gelände der Am., Südhalle 17 von 10 Uhr ab melden. Mitzubringen sind eidesstattliche Versicherungen, deren Unterschrift polizeilich zu beglaubigen ist, daß die Betreffenden keinen Urlaub gehabt haben. Vollmachten zur Abhebung des Geldes werden nicht anerkannt. Berichtigung. Der Genosse Richard Müller sendet uns zu dem Bericht über sein Referat in der Bersammlung der Berliner Parteifunktionäre eine Richtigstellung, in der er betont, daß er nicht gesagt hat, daß der erste Rätefongreß für die Aufgaben und Ziele sowie für die Tätigkeit der Räte Richtlinien herausgegeben habe. Der erste Rätekongreß habe solche Richtlinien nicht herausgegeben. Groß- Berlin In der Breite Straße Run find wir glücklich unter Dach und Fach! So langsam gewöhnt man sich an die neue Umgebung. Am glücklichsten find die Redaktionsmitglieder, weil ihre Arbeitsräume zu ebener Erde gelegen sind, und sie nicht mehr die drei Treppen hochklettern müssen, daß einem der Atem ausgeht. Und das Bublifum, welches uns Besuche abstattet, wird nicht weniger als wir darüber vergnügt sein. Es ist allerdings noch nicht genau heraus, wie lange wir ,, vorübergehend" zu ebener Erde hausen werden. Es besteht die Aussicht, in absehbarer Zeit eine Treppe höher einquartiert zu werden. Wir haben also alle Aussicht, unsere Arbeitsräume in furzer Zeit mit besserent zu vertauschen, wenn uns die neuen Räume zur Verfügung stehen. Es wird noch eine Zeit dauern, bis wir endgültig in Ordnung kommen. Unsere Genossen nehmen erfreulicherweise lebhaftes Interesse an der Entwicklung unseres Unternehmens. Mögen sie in erster Linie alles tun, um es mate riell nach allen Richtungen hin zu festigen. Gerade jetzt, wo große Anforderungen gestellt werden, müssen die Genossen, die es können, Hilfe durch Zeichnung von weiteren Anteilen gewähren. In letzter Zeit mehren sich die Wünsche der Genossen, die neuen Räume und Drudereieinrichtungen zu besichtigen. Dieses Interesse ist zu begrüßen. Wie die Dinge im Augenblid aber liegen, fönnen Besichtigungen in größerem Maße noch nicht stattfinden. Die Genossen müssen noch Geduld üben. Wenn die Voraussetzungen dafür vorhanden sind, werden Geschäftsleitung und Aufsichtsrat die Organisation der Besichtigungen in die Hand nehmen und nähere Mitteilungen ergehen lassen. Die Kartoffelnot Nachdem vorübergehend in der vorigen Woche eine stärkere Kartoffellieferung stattgefunden hatte, ist die Kartoffelversorgung in Berlin wieder ganz trostlos geworden. Der Magistrat hat zwar mehrere Schlepper und Kähne gechartert, die namentlich aus der Neumark Kartoffeln heranbringen sollten. Die Lastzüge, die jetzt zurückkommen, bringen jedoch kaum den vierten Teil der erhofften Zufuhren. So traf gestern wieder ein Schleppzug ein, der anstatt 4000 3entner nur 800 3entner brachte. Diesen Umstand benutzen Händler zu einer großen Auswucherung des Publikums. Bekanntlich können ausländische Kartoffeln ohne Marken verkauft werden. Der Preis geht bis 2 M. und darüber hinaus. Jezt wird berichtet, daß Händler waggonweise Kartoffeln aus der Neumark bezögen und diese Kartoffeln zu Preisen wie ausländische verkaufen. Das Bublifum ist darüber sehr empört. An verschiedenen Stellen ist schon Polizei eingeschritten und hat, beispielsweise in Charlottenburg, die Kartoffeln für 50 Pfg. das Pfund verkauft. Der jetzige Zustand ist ungeheuerlich. Jede Gelegenheit wird ausgenust, um das Publikum zu bewuchern. Das geschicht im Zeichen des freien Handels. Zum Streik der Straßenhändler Auf den Straßen Berlins waren gestern die Obsthändler verschwunden. Nur wenige gingen nach der Marithalle. Sie wollen einen Breisnachlaß erreichen. Dieser 3wed ist ein guter, wenn auch das konsumierende Publikum einen Vorteil hat. Es gibt aber auch Straßenhändler, die selber das laufende Publikum dauernd übervorteilen, indem sie minderwertige Ware für teures Geld ab= sezen. Man fann oft beobachten, daß etwas gute Ware obenauf liegt, nur als Locmittel, daß aber die zum Bertauf gelangende Ware oft sehr minderwertig ist, ganz abgesehen davon, daß auch mit dem Gewicht es nicht immer so genau genommen wird. Aber auch die Großhändler nehmen Preise, die unerhört hoch sind, während die Händler die Arbeit und die, Unkosten auf sich nehmen müssen. Gestern fam es an verschiedenen Stellen zu Ansammlungen und Ausschreitungen und man weiß nicht recht, wer dahinter stedt. Es ging gegen Obsthändler, die feste Geschäfte haben. Unsere Caid 40 die gute Zigarette Sonntag, 11. Juli 1920 Genossen werden gut tun, die Vorgänge mit Vorsicht zu verfolgen. Man braucht für die Verhandlungen in Spaa so eine kleine große Revolte, um gute Geschäfte zu machen. Also: Augen auf! Funktionärversammlung Bezirksverband Berlin- Brandenburg. Die Fortsetzung der am Mittwoch, den 7. Juli, vertagien Funtfionärtonferenz, welche sich mit dem Thema„ Selbständige Betriebsräte- Zentrale oder Betriebsräte- Zentrale der freien Gewerfschaften" befaßte, findet am Donnerstag, den 15. d. M., abends 7 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstt 17-18, statt. In demselben Lotal tagt am Freitag, den 16. d. M., abends 7 Uhr, die Generalversammlung der Bezirksorganisation Berlins Stadt. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Neus wahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Ueber den jog. Reparaturzuschlag herrschen in Mieterkreisen immer noch die größten Untlarheiten. Dieser Reparaturzuschlag ist ein Sonderzuschlag, der nach dem Gesezz in jedem ein zelnen Falle vom Einigungsamt festgelegt werden muß. Die Mieteinigungsämter von Groß- Berlin beraten zur Zeit noch mit den Vertretern der Mieter und der Hausbesizer über die Regelung der Reparaturzuschläge. Es werden Richtlinien bes schlossen werden, auf Grund deren sich die Parteien auch ohne das Einigungsamt verständigen fönnen. Bis dahin werden die Einigungsämter Anträge von Hausbesitzern auf Bewilligung von Reparaturzuschlägen nicht zur Verhandlung und Entscheidung bringen. Gegen die Seuchengefahr. Die nach der Rückfehr unserer Fronts soldaten besonders start in die Erscheinung getretene Verlaufung eines Teils der großstädtischen Bevölkerung ist dank der Einsicht der betroffenen Personen und der behördlichen Maßnahmen erheb lich eingedämmt worden. Die außerordentlich leichte Uebera tragungsgefahr insbesondere der Kleiderläuse hat es jedoch mit sich gebracht, daß leider auch ein großer Teil unserer Schuljugend von dem Ungeziefer nicht verschont geblieben ist. Mit Rücksicht darauf, daß in den Schulen infolge des engen Zusammenfizens der Kinder die Weiterverbreitung des Ungeziefers, das bekanntlic als eine der hauptsächlichsten Ursachen für die Uebertragung des Fledfiebers anzusprechen ist, erheblich begünstigt wird, muß im Interesse der Bollsgesundheit immer wieder auf die dringende Notwendigkeit der Entlausung der mit dieser Plage behafteten Kinder hingewiesen werden Die städtische Entlausungsanstalt Neukölln, Mittelbuschweg 8-9, ist täglich von 8-4 Uhr auch für erwachsene Personen zur unentgeltlichen Benuhung geöffnet. Neuölner Stellennachweise für städtische Bureauhilfs- und Ars beitskräfte. In lezter Zeit sind den städtischen Verwaltungsstellen und auch den Betriebsverwaltungen in großer Zahl Gesuche una Einstellung als Bureauhilfskraft oder auch als Arbeiter zus gegangen. Auf Grund allgemeiner ministerieller Anordnung sowie mit Rücksicht auf die mit den Berufsorganisationen ausdrücklich getroffenen tariflichen Vereinbarungen tonnen Einstellungen nur noch durch Inanspruchnahme eines Arbeitsnachweises erfolgen. Zua ständig find für Neukölln: 1. für männliche Bureaufräfte der Stellennachweis der Stadt Berlin, Berlin N. 24, Oranienburger Straße 54-56a( Passage- Kaufhaus), 2. für weibliche Bureaukräfte teritraße, und für gewerbliche Arbeiterinnen der hiesige städtische der hiesige städtische Arbeitsnachweis, Berliner Straße98, Ede ReuArbeitsnachweis, Jarstraße 12, 3. für gelernte Arbeiter die Fach arbeitsnachweise in Berlin, 4. für Dienst- und Hauspersonal der städtische Nachweis, Berliner, Ede Reuterstraße. Es ist somit den städtischen Berwaltungsabteilungen und insbesondere auch der Perfonalverwaltung unmöglich, auf die bei ihnen eingehenden Ge suche Rücksicht zu nehmen; auf solche Gesuche wird daher in Zukunft eine Beantwortung nicht mehr erfolgen. Die Neuköllner Gartenarbeitsschule hat als junge Einrichtung auf dem Gebiet der neuzeitlichen Unterrichtsgestaltung allgemein, vor allem aber in pädagogischen Kreisen weitgehndste Anerken nung gefunden. Zahlreiche Schulmänner und Mitgliedes aus wärtiger Deputationen und Kommissionen, die durch die vers schiedenen Pressenechrichten zur Besichtigung der neuen Einrichtung angeregt wurden, haben sich über das in furzer Zeit von Kinderhänden geschaffene Werk einmütig lobend ausgesprochen. In frisser Luft wird die Jugend zu praktischen Menschen mit sozialem Dens ten, Fühlen und Handeln erzonen, ihr ist insbesondere für die schlossen. Eine kürzlich in der Gartenarbeitsschule tagende öffentFerienzeit ein gesundheitlich einwandfreies Betätigungsfeld erliche Elternversammlung nahm folgende Entschließung einstimmig an:„ Die Elternversammlung begrüßt die Errichtung von Gartenarbeitsschulen und spricht die Erwartung aus, daß möglichst für alle Neuköllner Kinder deratige Schulen geschaffen werden, daß insbesondere das Tempelhofer Feld und andere geeignete Flächen diesen und ähnlichen gemeinnüßigen und hygienischen Zweden erschlossen werden." Die Lejer der städtischen Volfsbücherei Neukölln, die noch im Bes size von Büchern sind, werden gebeten, diese spätestens bis zum Nur wenn die Dienstag, den 13. Juli, bestimmt abzuliefern. Bücherei bis dahin im Besize sämtlicher Bücher ist, kann die Revi fion bis Anfang August durchgeführt werden. Der genaue Zeit punkt der Wiedereröffnung wird rechtzeitig bekanntgegeben. Die Bibliotheksverwaltung bittet uns, schon jcht darauf hinzuweisen, daß für die Benugung der Bücherei und Lesehelle eine Einschreibegebühr von jährlich 5 M. und für die Lesehalle allein eine solche von 2 M. erhoben wird. Wer ist Breßluftarbeiter? Zum Schuße der Breßluftarbeiter hat der Reichsarbeitsminister auf Grund der Gewerbeordnung mit Zustimmung des Reichsrats umfangreiche Vorschriften erlassen. Unter Preßluftarbeiten versteht er Arbeiten in Senftasten, Schächten, Tunnels, Taucherglocken usw. mit einem Luftdruck, der den äußeren um mindestens 0,1 Kilogramm. auf jedes Quadratzentia meter übersteigt. Nicht dazu gerechnet werden Arbeiten in Tauchergloden, die keine Schleusen besitzen. Wer Breßluftarbeiten ausführen will, muß dies dem Gewerbeaufsichtsbeamten anzeigen. Die Arbeiten dürfen nur unter Leitung und Aufsicht eines zuver= lässigen, der deutschen Sprache mächtigen Betriebsführers begonnen und weitergeführt werden. Genaue Vorschriften werden für die Betriebseinrichtungen, die Krantenfammer, die Aufenthalts-, Ums fleide, Speiseräume usw., die ärztliche Ueberwachung, die Arbeits zeit, das Ein- u. Ausschleusen, die Schleusenwärter usw. gegeben. Bei gefügt ist eine Dienstanweisung für den Breßluftarzt, ein Mert. blatt für Preßluftarbeiter, sowie eine Dienstanweisung für den Schleusenwärter Sammlung für politische Gefangene! In der am Freitag im Lehrervereinshaus stattgefundenen Protestversammlung der Stra ßenhändler für Obst und Gemüse sind 220 M. für politische Gefans gene gesammelt und abgeführt worden. Zengen gesucht. Personen, die am 16. Dezember 1919, abends nach 11 ihr, gesehen haben, wie auf dem Vollring- Bahnsteig Stralau Rummelsburg eine Frau durch den Andrang auf dem Eis am Brunnen ausglitt und sich den Fuß brach, wollen sich, um einer Witwe zu ihrem Rechte zu verhelfen, bei Mißmann, Wipper Straße 16, porn 3 Treppen, melden. Caid 440 die gute Zigarette MASSARY ZIGARETTEN Bei der Maifeier im Wirtshaus zum Steuerhaus ist einem Kinde, das bei den Massengesängen mitgewirkt hat, ein Jadett abhanden gekommen, für das ein guter Parteigenoffe einen großen Betrag geftiftet hat. Die Eltern dieses Kindes fönnen sich den Betrag wochentäglich in der Zeit von 5-6 Uhr bei Ruppert, Koch hanstr. 30, Stil. 2 Treppen, abholen. Wanderung der Stegliger Kinder am 13. Juli nach den Havelbergen. Treffpunkt 7 Uhr früh Bahnhof Steglit( Tagestour). Ein Kneifer gefunden am Sonnabend morgen in der Adalberttraße. Abzuholen bei Pacheiser, Briger Straße 16. Aus den Organisationen 1. Diftritt. 6. Abteilung. 3atimorgen am Dienstag, den 13. Juft, früh bei Schirm, Charlottenstr. 3. 1. und 5. Diftritt. Diensteg. 7 Uhr, Sigung der Zeitungskommission und Selfer bet Shweltardt, Alte Jatobft. 24. 2. Diftritt. Moniag, 7 hr, Bezirtsführerfihung bei Wiemers, Bülowstr. 59. 3. Diftritt. Montag, 7 Uhr, in der Aula Bergmannstr. 28-29, Gigung sämt licher Funktionäre und des alten Borstandes. 4. Ditritt. Montag, 7 Uhr, Diftrittskonferenz in der Schulaula Reichenberger Straße 67. Tagesordnung: 1. Unsere Agitation. 2. Beratung des Reorgani fationsentwurfs. 3. Berschiedenes. Mitglieder der Agitationsfommission find eingeladen. 6. Diftritt, Montag, abends 7 Uhr, Distriftskonferenz bei Großmann, Webers Straße 24. 7. Diftrift. Dienstag, 7 Uhr, erweiterte Borstandsfihung bei Grumbach, War Ichauer Str. 61. Die Theater- Billetts Internationale" müssen bis heute mittag Donnerstag, 7% Uhr, abgerechnet sein, widrigenfalls fie als vertauft gelten. Bildungskommission bei Redling. Kopernifusstt. 23. 8. Diftritt. Montag, 7 Uhr, in der Schulaula Rigaer Str. 8 allgemeine Funt tionärfonferens mit den Kommisionsmitgltebern. 10. Drift. Montag, 5 Uhr, bet Büttner engere Vorstandssitung mit den Abtellungsführern. 7 Uhr erweiterte Vorstandssitung mit dem Ationsrat. Diencing, 7 Uhr, bei Büttner engere Vorstandssitung mit den Abteilungsleitern, 11. Didrift, Montag, 7. Uhr, Sigung der Kinderschuhkommission bei Korff, Elifabethkirchstr. 18. 11. Diftritt. Die Distriftskonferens am Montag fällt diesmal aus. 11. Ditift. Dienstag, 7 Uhr, Gigung fämtlichet Agitations- und Bildungstommiffionsmitglieder im Gesangsical, Sumbold- Gymnasium, Gartenjtr. 25. 12. Diftritt. Montag, 7 Uhr, Erweiterte Vorstandssigung bei Hoffmann, Lychener Str. 8. 13. Diftritt. Bildungstommiffion Dienstag abend 7 Uhr Sigung bei Sübner, Gaubyftr. 16. 15. Diftriff. Montag, 7 Uhr, Diftrittskonferenz bei Krüger, Butligstr. 10. 17. Ditritt. Sontag, 7 Uhr, Abteilungstonferenz bei Abraham, Nordufer. Borstandsfigung finde: night statt. Charlottenburg Jugendivethe. Anmeldungen zum Borbereitungsunterricht von Rinbern. Die zur Entlassung tommen, beim Genoffen Sallenberg, Wallstr. 12, Quergebäude parterre. Charlottenburg. Montag, 12. Juli, abends 7 Uhr, Funktionärßigung im BoltsHaus, Rosinenstr. 4. Copenid. Elternbeiräte! Die für Montag, den 12. befannigegebene Sigung finbet erst am Sonnabend, den 17. im Lotal Glanert, Grünauer Straße statt. Friebenan. Montag, 7% 1hr, Funtionärhitung bei Spieß. Ditritt Biteaberg. 5. Viertel. Montag, 7% Uhr, Sigung der Funktionäre Dienstag, unb fämtlicher Kommissionsmitglieder bei seine, Margaretenstr. 9. 7 Uhr, Gigung der Schlebskommijfion 2( umfassend 4.- 6. Viertel), bei Sievert, Kantiir. 3. 5. Biertel. Mittwoch, 7% Uhr, Biertelsversammlung in der Turns halle, Schule Friedrichstr. 71. Lichtenberg. 1. Viertel. Montag, 7 Uhr, Funktionärfizung mit Kommissions mitgliedern bei Rau, Ede Scharnweber- und Friedrich- Carl- Straße. Reutöln. Montag, 7 Uhr, Frattionsfigung der Stadtverordneten. Die neugewählten Bezirksverordneten nehmen an der Sigung teil. Oberfänewelde. Montag, 8 Uhr, Funktionärsgung bei Otto Jmberg. Niederschöneweide. Montag, den 12. Juli, abends 7 Uhr, im Lofal Box Schuster, Briger Str. 17 außerordentliche Konferens fämtlicher Bartelfunktionäre. Barlow. Montag, 7 Uhr, Funktionär- Konferenz im Thürmchen. Reinidendorf- Oft. Bilburgstommiffion. 3usammenkunft Dienstag, 8 Uhr, im Jugendheim Am Endeftr. 79. Weißenfee. Monteg, 7% Uhr, im Lotal von Masche Agitationstommission und fämtliche Gruppenführer. Wilmersdorf. Montag, den 12. Juli, abends 6½ Uhr, engere Borstandsfihung im Restaurant Ehilling, Lauenburger Str. 21. In demselben Rofal, 6% Uhr, Bersammlung sämtlicher Funktionäre von Wilmersdorf und Emergendorf mit wichtiger Tagesordnung. Bereinskalender Deutscher Transportarbeiter Merband, Seftion 1. Handelshilfsarbeiter und ar beiterinnen aus der Textilbranche und Bekleidungsindustrie. Dienstag, 6 Uhr, im Königstadtafino, Holzmaritstr. 72, Ede Bleranderstr., Branchenversammlung. Deutscher Wertmeister- Verband. Bezitts- Verein 20, Fachgruppe 7, Tertil- Indu Bezirts- Verein 25, trie. Mionatorerjammlung, Montag, 7 Uhr, im Ratskeller. Versammlung Fachgruppe 3 b. Feinmechanit, Optit, Chirurgie, Orthopädie. Dienstag, 7% Uhr, in Saverlands Festfälen, Neue Triebrichstr. 35. Zentralverband der Meschiniten und Seizer sowie Berufsgenossen Deutschlands, Maschinisten und Selzer der Brauereien. Dienstag, 5 Uhr, im Rosenthalerhof, Rosenthaler Str. 11-12, Vertrauensmänner und Betriebsräteversammlung. Intern. Bund der Kriegsspfer. Ortsgr. Norden 7. Mentag, 7 Uhr, Oris gruppenversammlung Schulaula, Christianiaftr. 36. Wichtige Tagesordnung: Ve richt von Bundestag. Micier Berband Groß- Beriin.( Drtsgruppe Treptow.) Dienstag, 7% Uhr, Bersammlung in Brauns Gesellschaftshaus, Bahnhof Treptow. Cos. Broletarierjugend Groß- Berlin. Mittwoch, im Sophien- Realgymnaftum, Steinstraße, 7 Uhr, Groß- Berliner Generalversammlung. Rentralverband der Angestellter, Fasgruppe 3a- b. Lederindustrie- und Handel. Mitgliederversammlung am 13. Juli, 5% Uhr, Clubhaus Ohmstr. 2. Bericht über Berhandlungen wegen Tarifftreit. Arbeiter Wanderverein Berlin. Oberfprzewalbfahrt am 18. Juft. Hitta fiebenftündige Rahnfahrt zu den schönsten Plägen bes Oberspreewaldes. Teilnebrierfarten a 30.( Bahn- und Rohnfahrt) nur nos bis zum 15. Juli bei wählisch, Staliger Str. 22, Ohngemach, Kommandantenfts. 88, zu haben. Lebensmittelkalender Algemeine Groß- Berliner Lebensmittelfarte mit afbrud Charlottenburg. Charlottenburg. Kartoffelhärfemehl 250 Gr. auf Abinitt 34 vom 7.- 14. Juli. Charlottenburger rete Nahrungsmittelfarte: Haferfloden 250 Gr. auf Abhnitt Nr. 310, vom 9. bis 17. Juli, Sago 125 Gr. cuf bichn. 311, vom 9. bis 17. Jult, Matefloden 250 Gr. auf Abschrift 312 bom 9. bis 17. Juli, Steis 500 Gr. cuf Abschn. 313, vom 10. bis 24. Juli, Teigwaren 125 Gr. auf bin. 314 Dom 16. bis 24. Juli, Maisiioden 250 Gr. auf Abschn. 315, vom 16. bis 24. Juil. Runithonig 250 Gr. auf Abschn. 316, vom 16. bis 24. Juil. Kriegsbeschädigte, die 30 Prozent und mehr erwerbsunfähig find, erhalten für Wionat Juli je 1 fb. Teigroaren, Graupen unb 2 fb. inland. Safernährmittel. Die Berechtigungsfarten nerausgabt ble anständige Bretfommission. Im Monat Juli erhalten: a) die schwangeren Frauen vom vierten Monat b 2 Bfb. Teigwaren, 10. Zwiebad und 2 fb. Saferflofen: vom 4. bis einscht. 6. Monat außerdem drei Büchien fondenterte Milch mit Juder. Berechtigungstarten werden durch die Krantenernährungsabteilung ausgegeben; b) die kinder im 1. Lebensjahre 750 Gramm inland. Hafernährmittel, im 2. Lebensjahre 500 Gr. inländ. Hafernähr mittel; die Kinder, die in der Zeit vom 1. Juli 1005 bis 30. Juli 1968 geboren find, einmalig im Monat Juli je eine Büchse fondenfierte Bollmilah, Auslands ware, zum Preise von 3,50 Mt. auf Grund besonderer Berechtigungstarten. Lichtenberg. Voranmeldung bis zum 14. Juli: 250 Gr. Haferfloden auf Abe fchnitt 36 der gemeinsamen Lebensmittellarte; bis zum 15. Juli: 375 Gt. Zudes auf Abschn. 498 E. 3. G. A. und S. der Lichtenberger Lebensmittelfaste. Des Verkauf von 3uder findet fortan auch in den städtischen Verkaufsstellen statt. Ohne Abgabe von Marten in den städtischen Bertaufsstellen: Puddingpulver, Banillin- Milchzuder, Saucenpulver. Als Erfaz für die nicht zur Ausgabe go langten 5 fb. Kartoffeln auf die Abschnitte 28a, b, c, b und e der Kartoffel tarte wird 500 Gr. Großbrot verteilt. Die Abgabe des Brotes erfolgt in jeder Lichtenberger Bäderei und Brotvertaufstelle am Sonnabend, 10. Juli. Det Preis für 1 Bfd. inländische Frühfartoffeln ber Ernte 1920 barf 50 Pfg. nigt überschreiten. 3uwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jaht oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 t. bestraft. Benlow. Für die Zeit vom 5. bis 11. Jult gelangt auf die Reichsfleischkarte ausländisches Gefrierfletich zum Preise von 9,50 9. für 500 Gr. zur Beraus gabung. Außerdem wird ein fleiner Bosten inländisches Frischfleisch zu den bes fannigegebenen Kleinverkaufspreisen nerabfolgt. Ferner wirs in Anrechnung auf die Wochenmenge Wurst von Auslandsfram zum Preise von 5,20 Mt. für 500 C. oder inländische Wurst zum Preise von 7,20 90t. fir 500 Gr. ausgegeben. Bon allen Fleische und Wurftorten find auf die Wechenfarte 250 Gr. zuständig. Stralan. Am Freitag, nachmittags, gefangen in den hiesigen Geschäften zum Bertauf: a) auf sichnitt 35 der Lebensmittelfarte 125 Gr. Grieß; b) auf de schnitt 36 ber Lebensmittelfarte 125 Gr. Erbsen; c) freihändig: Marmelade zum Preise non 3,75 Mt. pro Pfund. Die Kartenabschnitte find bis Montag, den 12. b.. während der üblichen Geschäftsstunden in benjenigen Geschäften ab zugeben, von denen die Entnahme ber Waren beabintigt wird. Der Geschäfts inhaber hat über die Zahl der abgegebenen Abschnitte Quittung zu erteilen. Der Bertauf der Waren erfolgt nur gegen Rüdgabe der Quittungen. Am Freis tag, nachmittags, gelangen in ben hielinen Geschäften auf Abschnitt 14 der Buffer farte für die Relf vom 16.- 31. Juli 375 Gr. 3uder zum Preise von 1,50 mt. zum Bertaui. Die Kartenabschnitte find bis Montag, den 12. b. M. während der üblichen Befchäftsstunden in denjenigen Geschäften abzugeben, in denen die Empfangsberechtinten zum Bezuge von Ruder in die Kundenfifte eingetragen find. Der Geschäftsinhaber hat über die Zahl der abgegebenen Ablonitte Quits tung zu erteilen. Der Berkauf des Juders erfolgt nur gegen Rüdgabe der Quittungen. Meijenice. Abschnitt 9 der hiesigen Einkaufsfarte 1 Bfd. Erbsen, Abschn. 10 1 Bfd. Bohnen, ofn. 15 16 Bfb. Saferfloden, blan. 35 und 36 der all gemeinen Lebensmitteltorte Pfd. Haferfloden. Es fönnen faufen in der Ber faufsstelle Pistoriusftr. 24 bie Nummern-12 000 and 24-37 000, Verfaufsstelle Caffeler Sir. 2 12 001-24 000. Bertaufsstelle Langhansstr. 103 37 001-51 000. Abschnitt 281 und b 2 Bid. Frühfartoffein. Sennigsdorf. Am Montag, Umtausch in Krantenbrottarten für Krante( iteste). Ausgabe der Rährmittelfarten für Attefte, Kriegsbeschädigte, und für Kinder bis zu zwei Jahren. Lube- s- Beibmannsluft. Assnitte 25 unb 36 ber Groß- Berliner Lebensmittels fazte 500 Gr. Soferiloden, werdende und stillende Mütter 200 Gr. Katao und 1 Dose Malzerzett, Rinder bis zum 2. Lebensjahte 1 Dofe Malzeritatt. Z ähne 4 u. 7 Mk. mit Friedenskautschuk 5 Jahre schriftliche Garantie. Zalinziehen mit Betäubung bel Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. Zahn- Praxis Hatvani, Danziger Str. 1. Berantwortlich für die Rebattion: Leo Liebschil, Friedenau. Berants worttidy filt Den Inferatenteil: Karlshorit. Ludwig Komeriner, Berlagsgenofonihaft Freiheit", e. 6. m. b. 5., Berlin. Drud der Freiheit Druderei G. m. b. 5., Berlin C2, Breite Straße 8-9. Konsum- Genoſſenſchaft Berlin und Umgegend, e.G.m.b.5. Manufakturwarenlager: Brunnenstraße 188-190, 1 Tr.( am Rosenthaler Platz) Das Geschäft ist von 9-6 Uhr geöffnet Renforcé, 721 Baumwollwaren: 82 cm breit Louisianatuch, 130 cm breit Bettlaken, ohne Naht, 2 m lang, geschnitten Kleiderstoffe: Bollvoile, weiß bestickt, ca. 115 cm breit. Schotten für Kinderkleider. . Damentuch nielen Farben, reine Wolle, ca. 140 cm Besonders vorteilhafte Angebote: Damen- Konfektion: m. 12.90 Sportblusen 29.50 Sport- Röcke 59.00 Damen- Röcke, reine Wolle Weißwaren: 29.75 Batift- Kragen, bestickt, m. Spigen Strümpfe Berkauf nur an Mitglieder Damen- Strümpfe, schwarz Flor 18.50, 29.50 49.50 Serren- Sodten Normal- Hosen 98.50 Normal- Hemben Maceo- Hemden Trikotagen: 12.90 14.90 7.30 9.75 12.50 29.75 39.00 49.00 49.50 mit Cinfag 59.00 Herren- Artikel: • Hosenträger: Sportkragen, welch. 4.50, 5.50 " 99 29.75 Leinen- Kragen, besticht, m. Schifaum 10.50, 12.75 120.00 Seiben- Band, in vielen Farben, 3 cm breit. in vielen Farben, 5 cm breit.. mtr. 3.50 4.50 Strickbinder, moderne Farben 5.90 13.50 Damen- Schnürschuhe, schwarz und braun. Damen- Spangenschuhe, schwarz und braun Damen- Hochschaftstiefel, schwarz. Damen- Hochschaftstiefel, braun " 9 " 98.00 145.00 125.00 4 O 145.00 135.00 Schuhwaren: Herren- Stiefel, schwarz Herren- Stiefel, braun 175.00 Rindet- Stiefel befte Verarbg. • 175.00 195.00 Hausschuhe, Leder, mit Spainge 198.00 245.00 fchmars, Gr. 20/22, 23/26, 27/30, 31/35 29.- 58.- 78.- 98.Segeltuchschuhe Elegante Herrenhofen, gestreift, prima sto und Berarbettung 157.0 Spielhöschen und Kittel Kriegsanleihe wird mit 84% in Zahlung genommen. Neue große Preisermäßigung in allen Abteilungen!!! Entzückende Sportjacken Covertcoatmäntel Jetzt 200, Jetzt 19.50 Sport- Trikot- Jacken in mehreren Farben Jetzt 49, 75, 150, 260 Kunstseidene Sportjacken Jetzt 315 250 bis 400 Lodenmäntel mit Kapuze jetzt 225 bis 350 Impr. Seidenmäntel jetzt 275, 300, 380 Gummimäntel t. Lamen jetzt 460 " Kostüme Jelzt 125 bis 1050 für Herren jetzt 515 Flotte Reise- Ulster jetzt von 125 an Pelzmäntel Jetzt 2400,4000, 6000 Täglicher Eingang von Herbst- Neuheiten!!! Westmann 1. Geschäft: Berlin W, Mohrenstrasse 37 a 2. Geschäft: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str. 115 Sonntags geschlossen! Kleine Anzeigen Verkäufe Gardinen, Stores, Künstler garnituren, Meterware, MullLands gardinen, preiswert. berger Straße 13. Bornehme Jacketts, Smos möbel, Spiegel und Bolsters kings, Frackanzüge, Sommers waren gegen Staffe und Teil paletots, Gummimantel, Sofen zahlung. S. Brau, Friedrich kaufen Sie am billigsten im Straße 7. Diähe Belle Alliances Leihaus Rofenberg, Rofente Blas. thaler Straße Armeepiftolen kauft zu höchsten Preisen Kirstein, Linienftraße 50. Firnis, Lache, kaufen Be brilder Borowski, Gneifenaue Straße 5, Mollendorf 2379. Mike Herrenhüte werden schnell und preiswert gereinigt, umgepreßt und modernisiert. Futterträge f. Raninchen Deutsche Hutkompagnie, Neus ( 1,15, 1,65, 2,10, 2,50.) kölln, Hermaunstr. 42/43, Berlin, Taubenfäufer 1,80 bis 6,90. Brunnenstr. 63, Stegliz, SchloßMag Loreng D. 112, Finowftr. 8, ftraße 103. Ecke Scharnweberstraße. Entlassungsfachen, Militär Glas, Porzellan, Steingut. Stiefel, Herrengarderobe( Preis Staften- Leiterwagen Nordsangabe) Struby, Bardelebenstr. 3 flug, Wilhelmstr. 42 a. Teppich kauft( mitbringen) Polsterer, Pappelallee 12. Sängelicht Gaslampe, Geh rockanzug auf Seide, Leders Steppmaschine billig ju pers kaufen. Schirmer, Hohenschön haufen, Roskestraße 9. Wringmaschine, Reisekorb, Koffer, verk. Fritsche, Wilhelms havener Str. 3. Raufgesuche Elektrischer Leim jeben Boften Rilo bis 20,-, Schellack Höchstpreis kauft Serbst, Tapezierer, Große Sainburgerstr. 18-19. 2hren, getragene Damens, Herren- Uhren kauft Neumann, Alexanderfir. 27. Bahugebisse, Platin, Golde bruch und Silberbruch, Edels steine, Schmuckfachen kauft Edelmetallschmelze, Blumenftr.88 Einkauf, Draht, Kabel, Ligen, Motoren, Wachse aller Art, Schellack, Glühlampen, sowie alle Instal Sarze kauft zu höchften Breifen lations waren. Einkaufszentrale Dalladas, Turmstraße 80. MoFennstraße 52( Moabit 6934). abit 1619. Firnis, Dele, Majerartikel, Bienenwachs, Stearin, anch kleine Boften, kauft Winkler, Dranienburger Straße 12. Möbel Lelm, Schellack, Firnis, Lacke, Bleiwetß, Terpentin Bads kauft jeben Bosten zu den Auktionsspeicher, höchsten Preisen. Handlung ftraße 31. Gelegenheitskäufe in chemischer Brodukte, Wilhelm Schlafzimmern, eiche, nußbaum, Steige Straße 28( Rait. 7317). weib. Stubeneinrichtung kom plett 1800.-. Stüchen preiswert Sirnis, Leim, Schellach, Bleis in allen Farben. weiß, Lacke kauft Rischinat, Seumeftr. 18( am Wismarplay). Erleichterung bet Anschaf Pfandscheine, Wertsachen, fung von billigen Möbeln, kauft mit RückkaufsrechtSchmidt Schlafzimmer, Spelfezimmer, Chaiselongues, 150,- bis 600,-, metallbetten 250, weiße Schlafzimmer 2000, Meicke, Auçn'tftr. 32a, Dugb. 30 mit Ledersohle, Gr. 1/20 ut. Flecken Spiralbohrer und Schmirge leinen kaufen Werkzeughandlungen Luifenufer 18, Lübecker Straße 33. 45.00 31/35 56/42 22.50 29.50 34.50 Stild 7.50 Raufe poftmäßige Mikro- MOBEL telefone, Spulen, Indukteren bis und Bol- Wecker für D. B.- Betrieb. Berliner Telefon Inters effen Bureau. Pankow, Alte Schönholzer Str. 7. Dobel, Wohnzimmer, Speises gimmer, Herrerzimmer, Ruchen zu billigen Preisen Möbelhaus Often, Andreasftraße 30. Unterricht Richtiges Deutsch sprechen, schreiben lehrt Erwachsene abends erfahrener Sprachlehrer. Boftlagerkarte 497" Briefpoft amt 2. Spenisch, Englisch lehrt Sucht, Samoaftr. 12, Hof. Bandrichter, außerdienstlich. Kostenfreie Rechtsberatung. Hers Rechtsbeistand: Dorragender Chefachen, Straffachen etc. ( slecenia polskie załatwia pols ki prawnik). Lothringer Str. 47 ( Rosenthaler Tor). Fahrräder Fahrradgummi billiger! Riefenpoften. Schlawe, Weins meister- Straße vier. Werkzeuge u. Maschinen Verschiedenes Erfinder, Patentbureau Backscher, Gertraudtenstraße 15, Zentrum 7600. Rechtsanwalt( früher), 30 jähr. Rechtspflege, Blumens ftraße 74, kostenlose Rechtsauss kunft, Berteidigung in Strafe sachen, Vertretung in Zivil prozessen, Beobachtungen, Ers mittelungen in Alimentenklagen, Gnadengefuche, Strafaufschub! Ehescheidungen! Fürforgefachen, aftentlaffungen! Honorar! Teilzahlung gestattet. Möbel billig extra billig. Schlafs Spelfes, Herren- Zimmer, Küchen, große Auswahl Bahlungserleichterung auf Wunsch. Neugebauer, Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 128, 1. Edie Schillerstraße. Kein Laden. Altmetalle Mägiges Quecksilber, Zahngebisse, bei fleiner Anu. Abzahlung. Kredit od. Bar Möbel- Groß Große Frankfurter Str. 141 Invalidenstr. 5 Eingang Aderirate. Platin- Silberbruch, kauft zu Schmelzpreisen 1. Brunnenstr. If 2. Neukölln 229 Kaiser Friedrich- Straße Best. dän. Kautabak ( Skippers und Mellems Skraa) à 2.90 m., b. Mehr abnahme billiger versendet gegen Nachnahme Hans Hagge, Schless wig. Bersandhaus Haha. Elektromotore Juferate Spiralbohrer, Maturstahl, kauft höchstzahlend, Hennig, Schierkeftr. 35, Neuköln 825. Spulendrähte kauft Ober Gleichstrom berger Straße 37. Machm. 3-6. kauft Höchstpreise für Spiral Ingenieurburean Schlichting Tag bis 4 the nachmittags, bohrer, Schmirgelleinen, neu, bis 10 Uhr vorm file den darauffolgenden Berlin Wo, Pinkste. 10. bel der Expedition, Berlin 2 MöbelfabrikLandsberger Allee29 98b, Stadtbahn Jannowizbrücke Telefon. Lügow 3705 H. 8518. Breite Str. 8-9, eingeliefert fei & Eggers, Schöneberg, Sedans Herrenstmmer, Kitchen, Garantie zahlt Schmidt, Köpenicker Str. fraße 46.