Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Dienstag, den 13. Juli 1920 Nummer 274- Morgen-Ausgabe .Freiheit' erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur au Der Bomasureis hrtroot h»t«ir Die,______________n_|__________ ir>nin�m ��ugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß-Äerlin tu.— M. n« voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8.50 M. Für Post- ezug nehmen samtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband oezoaen für Deutschland und Oesterreich 10,50 M.» für das übrige Ausland 21,50 M. zuzuguch Valuta-Auffchlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich 30,— M, Re»aktl«n,«xpcditivn und Drrlftg: Berli»«2, Brett» Stratz««,». Die echtgespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum kostet 5,— M. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen; Das settgedruchle Wort 2,— OT., jedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Tcueruugszuschlag. Laujende Anzeigen laut Taris. Familien-Anzeigcn und Stellcn-G-such« Z,20 M. netto pro Zeile. Stellen-G-juche m Wort-An, eigen: das fettgedruchte Wort 1,50 M., jedes weitere Wort 1,� M» Fmisprechn: ZeMmo 2VZ0, 2S4S. tSI« 4603. 4KZS, 4648. 4821. tfrerffner-Orffon far VmWättßlffen SOjiaiöenwfratie S>eutrct)Ianö& Üie««« in m WM««W Sitzung der Regierungschefs Spaa, 12. Juli. Die heutige Sitzung der Chefs der auf der Konferenz ver- tretencn Regierungen begann um Uhr in La Freineufe. Die endgiltige Entscheidung in der Kohlen- frage wurde aufmorgenvertagt. Znder Repara- tionsfrage wurde die Einsetzung einer gemischten Kommission beschlossen, die morgen vormittag 11 Uhr zum ersten Mal Zusammentritt. Die deutsche Delegation machte dann noch den Vorschlag, eine weitere'Kommission für die E r n ä h- rungsfrage einzusetzen. Die Sitzung wurde darauf auf Dienstag nachmittags 3� Uhr vertagt. Verlängerung der Tagung Spaa, 12. Zuli. Cs herrscht die Befürchtung, dah die Arbriten der Konferenz am Montag abend nicht abgeschlossen werden können. Nach Schlutz der Sitzung des Obersten Rates von heute vormittag erklärte M i l l e r a n d den Journalisten, datz seine Abreise, die zuerst aus Sonntag abend angesetzt war, verschoben worden sei. Die Kon- serenz werde ihre Arbeiten fortsetzen. Die Verhandlungen vom Montag Spaa, 12. Zuli. det�KTi fnQ(�m''ta9 um Z<4 Uhr, hatte eine Sonderbesprechung s„ v ller vertretenen Regierungen stattgefunden, an nütor0� /�'(her Seite Reichskanzler Fehrenbach, Mi- cv%m® n®» sowie Ministerialdirektor Simson und �? r n r StQ- Reinhardt teilnahmen. Von den Alliierten waren ?!?>.. l V'Ji Millerand, der französische Finanzminister Botschaft.» Eo-ns. Graf Sforza und k»a, l. Shinda anwesend. Es wurde sofort die Kohlen- �ien und mitgeteilt, daß an den Grundlagen der Kohle- »nm•■"c"® iestgehalten werden solle, daß nämlich die Reparations- von Zeit zu Zeit die Ziffer der deutschen Ablieferung .. diente festzusetzen habe. Die Ziffer beträgt zurzeit riirfR4u- neR �uuuen monatlich. Die Entente habe unter Be- >>iai inneren Schwierigkeiten Deutschlands beschlossen, >> L™- versuchsweise für die nächsten sechs Monate auf Millionen Tonnen herabzusetzen. Im Namen der deutschen Delegation erklärte Dr. Simons, eine mnttoon nicht erteilen zu können. Er müsse sich vorher mit dem sachverständigen besprechen. Die Minister zogen sich darauf zu- ruck und berieten mit den deutschen Sachverständigen. Diese er- klarten übereinstimmend, daß die vorgeschlagene Zweimillionen- zijjer eine Unmöglichkeit darstelle. Wir könnten sie wohl ver- sprechen, würden jedoch nicht in der Lage sein, sie tatsächlich zu ■ m1' Um.'0 weniger als zurzeit die Lebensmittelbelieferung im Ruhrgebiet außerordentlich schlecht sei. Die Arbeiter würden nur unter den größten Schwierigkeiten bei der Siebenstunden- schicht gehalten. Es werde vielleicht, wenn Lebensmittel sofort in ausreichender Menge beschafft würden, eine Erhöhung des deutschen Angebots auf 1,4 Millionen Tonne« monatlich möglich sein. Wir würden außerdem sofort energisch an das Siedlungs- werk gehen und Neueinstellungen von Bergarbeitern vornehmen. , bestände dadurch begründete Hoffnung, innerhalb Jahresfrist eine weitere Steigerung um monatlich 3— 400 000 Tonnen zu 1 r to"'•'0 uach einem Jahre unsere Ablieferung auf 1,7 bis ' JJullionen Tonnen monatlich erhöht werden könnte. Mit dieser Antwort kehrten die deutschen Delegierten in die Boitjitzung zurück, und Minister Dr. Simons erklärte, er be- dauere, eme bessere Antwort nicht geben zu können, aber er tonne nichts versprechen, wovon er wisse, daß wir es nicht halten konnten. Die Regierung könne nichts versprechen, wozu nicht Arbeiter und Unternehmer sich bereitfinden würden. Der Minister schilderte dann die schwierige Lage im Ruhrgebiet, dessen Arbeiterschaft sich keinesfalls weder von der Entente noch von Deutschland etwas diktieren lassen würde, was am grünen Tisch beschlossen sei. Sollte die Entente ein weiteres Entgegen- kommen nicht zeigen können, so zögrn wir es vor, uns der Ent- fcheidung durch die Reparationskommisston zu unterwerfen. Sie könne dann aber auch die Exekutive für ihre Beschlüsse und die Verantwortung dafür übernehmen. In Deutschland sei die öffent- liche Meinung schon aufs höchste erregt durch das Diktatsystem, das hier in Spaa angewandt werde. Es fei Zeit davon abzusehen. wenn nicht schlimme Folgen eintreten sollten. Die Alliierten berieten lange Zeit untereinander und teilten dann mit, es müßte in der Äohlensrage bei dem Gesagten sein Bewenden haben, wenn die deutsche Regierung nicht noch andere bestimmte Borschläge machen könnte. Lloyd George war es. der hier eingriff und eindringlich betonte, er sei in dieser Frage, da keine Tonne der gelieferten Kohle für England bestimmt sei, unser guter unparteiischer Freund: er riete uns nochmals dringend, die Angelegenheit ernstlich zu prüfen und neue Vorschläge zu unterbreiten. Minister Dr. Simons erklärte, wir würden uns nochmals mit den Sachverständigen beraten. Wir müßten aber Ruhe und Muse zu dieser ernsten Entscheidung haben. Wir würden morgen unsere Antwort mitteilen. Er verstehe es wohl, daß den Alliierten eine zahlenmäßige Feststellung dringend erwünscht sei. Es wurde dann sofort in die Beratung der allgemeinen Repara- tionen eingetreten, die nach dem Vorschlag der Entente in einer gemischten Kommission beraten werden sollen, die morgen um 11 Uhr vormittags zum ersten Mal zusammentritt. Die Sitzung der bevollmächtigten Regierungsvertreter wurde auf morgen nachmittag y3i Uhr vertagt. Die Schwierigkeiten von Spaa Je weniger die zahlreichen in Spaa versammelten Journa- listen an Tatsächlichem erfahren, um so mehr üben sie die Kunst des Gebärdenspöhens. Aus dem Lächeln des einen Staatsmannes und aus der ernsten Miene des an- deren ziehen sie Schlüsse auf das voraussichtliche Ergebnis der Beratungen. Die deutschen Schmocks wenden Telegramm- fpefen daran, um der Welt mitzuteilen, dah Lloyd George dem deutschen Minister des Auswärtigen, Simons, zugenickt oder daß er sogar einen Händedruck mit ihm ausgetauscht habe. Sie, die so viele Phrasen über die deutsche Würde zu drechseln pflegen, finden es nicht unwürdig, lakaienhaft über das Minenspiel der Ententevertreter zu berichten und ein Stirnrunzeln als eine weltgeschichtliche Begebenheit auszu- schreien. Aber lassen wir ihnen ihr Vergnügen und bleiben wir nur überzeugt, daß von der größeren oder geringeren gesellschaft- lichen Liebenswürdigkeit eines der Herren Minister nicht der Gang der politischen Entwicklung, ja nicht einmal der Ver- lauf der Konferenz abhängt! � Halten wir uns an das Tat- sächliche, so steht fest, daß die Besprechungen der Sachverstän- digen über die K o h l e n f r a g e bis Montag mittag noch nicht zu einem Ergebnis gekommen sind. Die für den Bor- mittag angesetzte Sitzung der Delegierten wurde auf den Nachmittag vertagt. Wie man zu einer Verständigung kommen soll, ist schwer abzusehen. Die Kluft zwischen der Kohlenmenge, die Frank- reich fordert, und der, die Deutschland geben will und geben kann, ist außerordentlich groß, und scheint kaum über- brückbar. Man darf auch nicht behaupten, daß die eine oder die andere Seite sachlich Jm Unrecht sei. Frankreich leidet unter einem kann französis.. seits aber ist Deutschland nicht in der Lage, die ckngeforderten Menge zu liefern, wenn es nicht seiner eigenen Wirtschaft die Fundamente entziehen soll. Was helfen könnte, wäre eben nur eine internationale Lösung des Problems, d. h. die Heranziehung aller kohlenproduzierender Länder zur Deckung des Fehlbetrages. Die Frage ist, ob die Entente die Entschlossenheit besitzt, einer solchen Organisation der Weltwirtschaft näher zu treten. Wenn nun Frankreich das Unvermögen Deutschlands nicht anerkennen will, und auch in diesem Falle bösen Willen voraussetzt, so haben wir das nicht zuletzt dem Auftreten des Herrn S t i n n e s zu danken. Von Herrn Stinnes sagt der Pariser„M a t i n". daß er daran schuld sei, wenn die deut- scheu Sachverständigen und die deutsche Delegation die An- spräche der Alliierten nicht erfüllen wollten. Er übe auf die deutsche Regierung einen s ch am losen Druck aus.„Wenn Deutschland aus dieser Konserenz mit einem Bruch heraus- kommt, und wenn die Alliierten gezwungen sind, zu Maß- nahmen zu greifen, so hat es auch die Pflicht dem deutschen Volke zu sagen, daß Herr Stinnes, und nur er allein, verantwortlich für das neue Unglück ist." Das mag etwas übertrieben sein, aber auf alle Fälle bleibt es dabei, daß die Rede des Jndustriemagnaten den denkbar fch�Gtejten Eindruck hervorgeruzen hat, und wenn an der Verfehltheit seines Auftretens überhaupt noch Zweifel bestehen konnten, so würden sie durch die Begeisterung behoben werden, mit der die deutsche nationalistische Presse ihrem Wortführer Zujubelt, dem sie im Gegensatz zu den einschränkenden und beschwichtl- genden Worten des Ministers Sickions nachrühmt� daß er dem ganzen deutschen Volke aus dem Herzen gesprochen habe. Infolge des Hinauszögern der Entscheidung in der Kohlen- .frage ist die Diskussion über die Wiedergutmachung einstweilen zurückgestellt worden. Auch in diesem Punkte werden neue Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten auf- tauchen, zumal da Deutschland diesmal zwar ein bestimm- tes Projekt vorgelegt hat, sich, aber im Grunde �ur auf die Skizzierung eines allgemeinen Rahmens und den Vorschlag bestimmter technischer Einrichtungen beschränkt. Wann unter diesen Umständen die Konferenz zu Ende gehen soll, läßt sich nicht voraussagen. Du Streik in du Saarbrücken« Metallindustrie ist im Allge- meinen als beendet anzusehen. Di« Lage in Mesopotamien ist nach einer Meldung des „Temps" aus Teheran sehr ernst. Die Eisenbahnlinie ist an drei Stellen unterbrochen. �, 1.__. Eine falsche Methode Von Rud. Breitscheid. Die Genossen Morel und Ponsonby von der Unab- hängigen Arbeiterpartei Englands haben sich einige Tage in Berlin aufgehalten, um die deutschen Verhältnisse zu stu- dieren und um sich besonders über die Frage der Kriegsschuld mit deutschen Politikern zu besprechen. Beide haben ihre großen und von uns stets anerkannten Ver» dienste um die Aufdeckung der Verantwortlichkeiten, die die englische Regierung in den Jahren vor dem Weltkrieg auf sich geladen hat. und zumal Morel hat schon seit Jahrzehnten in der unerschrockensten Weise und ohne Rücksichten auf die heftigen Angriffe, die seine nationalistischen Landsleute Je» gen ihn schleuderten, in die Schliche der englischen Geheim- diplomatie hineingeleuchtet. Er ist wie Ponsonby zu dem Er- gebnis gelangt, daß England einen großen Teil d e r S ch u l d an der Aufhäufung des Zündstoffes trägt, dessen Explosion im Jahre 1914 die Welt in Flammen setzte. Von dem Wunsche beseelt, die Verbrechen des englischen Imperialismus möglichst klar und deutlich herauszuarbeiten. fühlen sich die beiden nun ein wenig in ihrer Tätigkeit be- engt, wenn die kapitalistische Presse ihres Landes auf die Haltung der deutschen Unabhängigen und einiger bürgerlichen Radikalpazifisten hinweist, die die Schuld der deutschen Regierung an« dem Ausbruch des Weltkrieges betonen, und sie sind nach Berlin gekommen, um uns auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, die ihnen durch unsere Stellungnahme erwüchsen. Freilich scheint es, als ob sie über die Auffassung unserer Partei nicht ganz ausreichend und zutreffend unterrichtet gewesen wären, und Genosse Ledebour sowohl wie ich haben ihnen deshalb unsere Ausfassung ausführlich ent- wickelt. Wir haben ihnen auseinandergesetzt, daß wir weit davon entfernt sind, die Verantwortung des imperialistischen Kapitalismus der anderen Staaten in Abrede zu stellen, und daß wir nur auf Grund der Aktenveröffentlichungen und der Ergebnisse des Untersuchungsausschusses an der Ueberzeu- gung festhalten müssen, daß die deutsche Regierung im Sommer 1914 einfrivolesSpielmitdemFrieden getrieben hat, indem sie die österreichische Militärpartei» statt sie zurückzuhalten, geradezu zu ihrem Vorgehen gegen Serbien ermunterte und so die Gefahr eines allgemeinen europäischen Konfliktes mit vollem Bewußtsein heraufbe- schwor. Wir haben die Bemühungen der beiden Engländer mehr Licht in die weiter zurückliegende Vorgeschichte zu tra- gen. dankbar begryßt und ihnen versichert, daß wir alles tun würden, um ähnliche Untersuchungen auch in Deutschland zu fördern.- Es muß nun einigermaßen wundernehmen, daß das„Ver- liner Tageblatt" nach diesen Unterredungen eine Mei- nungsäußerung von Morel und Ponsonby veröffentlichen kann, die unsere Feststellungen im wesentlichen unberücksich- tigt läßt. Danach haben die Beiden erklärt, sie stießen in ~■---<■-- t..; So» Nai-kni- "»>.»-»■—.~— v»....... ,en, um-ueuiiii/muu"........ Alleinschuldigen hinzustellen. Diese Haltung müsse die Wir- kung haben, � daß die Anstrengungen der englischen Arbeiter- schaft, Deutschland Gerechtigkeit zu verschaffen, geschwächt würden. Die Theorie von Deutschlands alleiniger Kriegs- schuld könne abgesehen von ihrer historischen Unrichtigkeit nur dazu beitragen, die imperialistischen Pläne der verbün- deten Regierungen zu stärken und diese zu ermutigen, noch |0 jouen oie oeiueu cuyujuftu. den Internationalismus außer Betracht laßt, ijt kein Sozia- lismus, der diesen Namen verdient/'...... Wenn die Genossen Morel und Ponsonby sich wirklich so geäußert haben, so gehen sie zu unserem Bedauern nach wie vor von irrigen Voraussetzungen aus. �.ber auch ihre Schlußfolgerungen sind ganz und gar unzutreffend. Zunächst kann gar nicht die Rede davon fem. daß sich das deutsche Volk unter dem Eindruck unserer Anklagen„im Staube der Sclbstverurteilung wohlfuhlt. Im Gegenteil, weigern sich die bürgerlichen Partelen und der größte Teil der Rcchtssozialisten nach wie vor, Deutschlands Schuld an dem Ausbruch des Krieges anzuerkennen. Sie verurteilen nicht nur nicht sich selbst, sie verurteilen auch nicht einmal die Machthaber von.191�» kann also die Abneigung der Entente gegen eine Revision des Friedens von Versailles wirklich nicht auf eine gcfllyentlich zur Schau getragene De- mut der deutschen Ration zurückführen, und wenn überhaupt ein Zusammenhang zwijchcn der Hartnäckigkeit der Alliierten und der Stimmung des deutschen Volkes besteht, so kann es nach unserer Ueberzeugung nur der sein, daß man drüben das Eingeständnis der deutschen Verantwortung vermißt. Die englischen Genossen würden sicher zu einer besseren Einsicht der Zusammenhänge gelangt sein, wenn es ihnen! ihre Zeit gestattet hatte, sich in Deutschland etwas eingehen- der zu unterrichten, als es tatsächlich der Fall war. Viell sic Quc0 nicht genau genug die amtlichen Ver-\ ösfentlichungen aus den Berliner und Wiener Archiven, auf' die wir unser Wissen und. unser Urteil gründen, und schließ» j lief; scheint es, als ob sie sich vor ihrer Ankunft in Berlin zu siack durch 2>irl«jUingev des berannten Grafen Montge- l a o hätten beeinflussen lassen, um hier noch mit der nötigen Zlnvorcingenommenheit die Dinge zu prüfen. Wenn sie sich sogar dagegen sträubten, Vertreter des Bundes„Neues Vaterland" zu empfangen, weil diese Organisation nach ihrer Behauptung die Echuldfrage zu einseitig behandle, so dürfen sie sich nicht wundern, daß an der Objektivität ihres Per- fahrens gewisse Zweifel laut werden. Der— sicherlich un- beabsichtigte Erfolg ihres Interviews ist nun der, daß die deutschen Nationalisten sich in ihrem Kampf gegen uns und die Wahrheit auf die beiden englischen Sozialisten als Krön- zeugen berufen werden. Wir werden in der Lage sein, diese Manöver zu durchkreu? zen, aber es bleibt bedauerlich, daß Sozialisten des einen Landes so den Reaktionären des anderen in die Hände ar« bciten. Die Aufgabe, die den Sozialisten allenthalben gc- stellt ist, sollte doch klar sein. Sie haben gemeinsam d i e kapitalistischen Wurzeln der Kriege bloßzu- legen, und sollen sich dann, jeder bei sich zu Hause, bemühen, die Verbrechen ihrer bürgerlichen Regierungen, denen sie selbst am besten auf den Grund gehen können, festzustellen und aufzuzeigen. Nur so wird schließlich die Wahrheit offenbar werden können, und nur so werden wir dem Jnter- Nationalismus dienen. Nach der Abstimmung Die Bestimmungen des Friedensvertrages Artikel 95 des B-rsaM-r Friedensvertrages bestimmt über die Llbstimmuna in Ostpreußen folgendes: ..Das Abstimmungsergebnis wird gemeindeweise. fest- gestellt, und zwar nach der Etimmemnehrheit in der Gemeinde. �ach Beendig ungderAhstimmung teilt die Kommission die Anzahl der in jeder Gemeinde abgegebenen Stimmen den alliierten und assoziierten Hauptmächten mit und reicht gleichzeitig «inen eingebenden Bericht über die Wahlhandlung sowie einen Vorschlag über die Linie ein. in welcher Weile, unter Berück- sichtigung sowohl des durch die Abstimmung kundgegebenen Wil- lenz der VsvLlkerung als der geographischen und wirtschaftlichen Lage der einzelnen Ortschaften, in dieser Gegend die Grenze Ost- prenßens gezogen werden soll. Die alliierten und Uisoznerten Hauptmächte werden alsdann die Grenze zwischen Ostpreußen und Polen in diesen Kegenden sestsefcen. Sobald die alliierten und assoziierten Hauptmächte dl« Grenz- linie sestgeseßt heben,«erden die o st v r e u si i s ch e n Perwal- tri» gsbehärdeii von der Kommission dahin verständigt, daß si« in dem nördlich dieser Grenzlinie liegenden Gebiet die Ver- w a l t u n g wieder zu übernehmen haben. Diese Ueher- nahm« hat innerhalb Monatsfrist nach der Benachrich- tignna und in der von der Kommisston vorgeschriebenen Art zu geschehen. Sobald hiernach die Verwaltung des Landes durch die vstprengischen Behörden sichergestellt ist. nehmen ds« Besugniss« der interalliierten Kommission ein Ende, Das amtliche Ergebnis Nach dem amtlichen Ergebnis wurden in Westprenhen für Deutschland 99 889 Stimmen abgegeben, für Polen 7977, zu- sammen 19! SLS Stimmen. Für Deutschland stimmten DM Prez« für Polen 7,5 Prozent. � Die Verteilung riT1 der deutschen Entschädigung «k.,» il r Spn-, .Nation Böige" berichtet, daß die Verhandlungen über die Bar- Üung der deutschen E n t s äM d i g u n g gestern emen .ßen Fortschritt gemacht hätten: zunächst s-r Belgren der teil von* Prozent endgültig zugestand� worden unter iT.m �z�ninniinflcit der Beibehaltung der«oee- > Hutten die alliierten Mächt« durch dt« zneparanonslomv..,,.»» rkennen lassen und hatten ihm ihr« Zustimmung gegeben. er Sinz« l h e i te n de r Rückzahlung seitens Deutsch- >s werde mit Deutschland nach Beendigung der Konferenz von 10 verhandelt werden müssen. Belgien erhalt« außerdem das sprechen, 40 Prozent in Natura von den Sachlteferungen zu Uten, zu denen Oesterreich und Ungarn durch den Friedens- raa verpflichtet seien. Auch die Frage der Deckung d»r belgt- it Priorität von zwei Milliarden Goldmark(nichr Lfts Mil» den. wie man dein Blatt zufolge irrtümlich beHaupt«) sei chsalls entschieden: die Deckung geschehe dadurch, daß man gien gewiss« Kredite abtret«, die Deutschland in ireren fremden Staaten besitzt, so in Dänemark(400 Millionen isch- Kronen, entstanden durch Abtretung der ersten schleewig- n Zone), in Brasilien(entstanden durch die großen Seeprisen oen brasilianischen Hafen), in den Vereinigten Staaten(ent- «den durch den Ueberschuß der unter Sequester verkauften i« in den Vereinigten Staaten), in Luxemburg(wegen der slenlieferungcn im Betrage von 6 Millionen Franks monat- ), in fast allen Staaten der Welt au» Lieferungen von Färb- icn und fchliehlich eine gewisse Summe aus dem Verkauf de« den deutschen Arsenalen besindlichen Kriegsmaterials. Nach tm Abkommen, dessen Unterzeichnung bevorstehe, werde die ckung der Priorität am 1. Mai 1021 beendet n. Sei sie es nicht, so erhalte Belgien den Rest aus dem en Abschnitt der internationalen Anleihe, die ihm bis zu Prozent zufalle. Das Blatt berichtet weiter, daß man über- gekommen fei. daß zukünftig die Unterhaltungskosten r die Okkupationsarmee auf der Grundlage von französischen Franken pro Kopf und Tag berechnet würden, hrend sie bisher 0S Franken täglich für die amerikanischen und Schilling für die englischen Soldaten betrugen. Belgien seien wr die sechs Schiffe von mittlerer Tonnage und sechs von er 10 000 Tonnen, die von ihm als gute Prise erklärt wurden, > alle in Zeebrügge. Ostende und an der Küste genommenen liffe zugesprochen worden, insgesamt ISO 000 Tonnen. Diese 000 Tonnen sollten Deutschland bei der Entschädigung nicht zerechnet werden, wenigstens verteidigten die belgischen Mi- er diesen Standpunkt. Belgien fordere außerdem noch 200 000 nnen, die durch deutsche Unterseeboote versenkt seien.' ie Umformung der Sicherheitswehr Ser preußische Minister des Innern Severins hält zur Zeit Berlin eine Konferenz mit den Oberpräsidenten der Provinzen » den Leitern der Sicherheiiswehren ab, in der die bevorstehende iformung der Sicherheitswehr verhandelt wird. Zs muß erwartet werden, dag entsprechend den Vereinbarungen t den Alliierten die Sicherheitswehr zu einer wirklichen olizeitruppe umgewandelt und jeden militärischen arakters entkleidet wirv. Neu« Winkelzüge, die sich auf un- re Fassung der Vereinbarungen stützt, dürfen nicht mehr gemacht rdenl Sie widerspenstige Einwohnerwehr Kach eine: Meldung der..München-Augsbiiraer Abendzeitung" ll dt« Leitung der Einwohnerwehr München eine Er- irung abgeben, daß st«, sich der Entwaffnung unter inen Ilm ständen fugen werde. Der Führer der bayeri- en Einwohnerwehren, Herr Dr. Escher ich, habe auf einem stabend mitgeteilt, daß er ,n Berlin erklärt habe:„Nie und nimmer geben wir die Waffen her!" Dies habe er auch einem englischen General gesagt. Wir wollen abwarten, ob die bayerische Einwohnerwehr sich einer ernsthaften Aktion der Reichsregierung widersetzen wird. Aber wie wir diese Regierung kennen, wird sie gar keine ernsthaste Aktion gegen den Bayern unternehmen, sie wird viel eher einen neuen Konflikt mit der Entente heraufbeschwören lassen. Ja, wenn es Gotha oder ein anderer kleinerer Bundes- staat wäre, auf den die Arbeiterschaft den maßgebenden Einfluß ausübt. Aber gegen die Reaktionäre in Bayern etwas zu unter- nehmen, wird die Reichsregierung, wie bisher so auch künftig nicht den nötigen Mut aufbringen, zumal sie mit ihnen im Grunde ganz übereinstimmt. Das Waffenstillstandsgefuch Polens P a r i s, 18. Juli. Nach einer Meldung der„Chicago Tribüne" aus Spaa hat der polnische Ministerpräsident dem General Dcgoutes die Instruktion erteilt, sofort mit der Eowjetregie- rung VerhkndlUkgcn über den Abschlug eines Waf- f e n st i l l st a n d e s zu beginnen. Die Bedingungen der Sowjetregierung Paris. 12. Juli. „Daily Telegraph" berichtet, daß eine Botschaft der Moskauer Regierung an die britische Regierung eingegangen sei. in der es heißt, Krassin hohe den Bericht üdergeven. Die Sowjetregierung werdr Besohl zur Einstellung der Lssenstve gegen Polen geben, sofern die Alliierten die bolschewistische Regierung anerkennen und ihre Einwilligung zum Zusammentritt der Friedenskonserenz geben werven. Neue beunruhigende Nachrichten Spaa, 12. Juli.(Havas-Rcuter.) Heut« vormittag sind in de» Kreisen der Konferenz neue beun- ruhigende Nachrichten über die militärisch« Lag« in Polen ein- getroffen. Eo sind Besprechungen über diese Frag« zwischen den alliierten Vertretern anberaumt worden. Amsterdam, 12. Juli. „Times"meldet aus Warschau: Pole» spannt augenblicklich alle seine Kräfte an, u mseine Verteidigung gegen die Volsche misten zu organisieren. Gerüchte über elst« Revo- lution in Warschau sind unbegründet. Dort finden lediglich Kundgedungen gegen eine vorzeitige Volksabstimmung in Ober- fchlesien statt. Ungefähr»ine halb« Million Personen beiderlei Geschlechts haben sich freiwillig für Kriegearbeiten gemeldet, da- von sind 100 000 feldoienstfähig. Di« Polizei in Warschau hat sich geschlossen zum Dienst an der Front gemeldet. Die Schuhmacher in Warschau haben ein Regiment gebildet. Minsk von de« roten Truppe« genommen » Part«, 12. Juli. „Petit Pariflen" wird mitgeteilt, Minsk sei von den Roten Truppen emgenonimen worden. Der Rückzug der Pole« Kopenhagen. 12. Juli. Nach einem Telegramm aus Warschau teilt der polnische Heeres- bericht mit: Unter dem Druck der feindlichen Truppen sind unsere Streitkräfte hartnäckig kämpfend an der Bercstna-Lint« zurückgegangen. Di« Volschewikt haben Smosewic« be- setzt. In der Gegend von Minel dauern die Kämpfe an. Der Feind besetzt» Sarah. In Podolien hat sich da» Heer Romers zurückgezogen. � Dke Verhandlungen zwischen Rutz- land und England (Eigene Drahtmeldung der reihe, t".) Kristiania, 12. Juli. Die englisch« Regierung hat der Sowjet-Regierung die Grundsätze vorgelegt, die als Grundlage für die Berein- barung zwischen beide« Ländern dienen sollen. Die Sowjet- Regierung hat dt« Vorschläge angenommen. Di« Ber- Handlungen werden deshalb jetzt auf dem völlig formalem Wege zwischen Ruhland und England beginnen. Krassin wieder von Moskau abgereist SN. London, 12. Juli. «rassin ist von Moskau abgereift, um nach England zurück. zukehren und bort d>« Berhandloage» mit der britischen Regie- rung wieder aufzunehme«. Landung amerikanischer Kriegsschiffe in Ttentfin Rotterda«, 12. Juli. Daily Mail meldet au« Tientsin. daß amerikanische Krieg»- schisse in T a k«, nah« Tientsin«ngetrossen sind. Man erwartet. daß unverzüglich 1S00 amerikanttche Seelente zur Bewachung der amerlkanischen Gesandtschaft in Peking abgesandt werde». Times meldet aus Peking: Die Bevölkerung der Hauptstadt ist sehr unruhig. Es werden Maßregeln ge- troffen, um die Fremden, die nicht im Eesandtschaftsviertel wohnen. in Sicherheit zu bringen. Zur Bewachung des E-fandtschafts- viertel? stehen zunächst»00 Mann nichtchinefischer Truppen zur Verfügung. Weitere Verstärkungen, die längs der Eisenbahn nach Peking stehen, können nötigenfalls herangezogen werden,«an der in den nordchinesischen Gewässern liegenden amerikanischen Flotte sind 150 Marinesoldaten von Tientsin nach Peking entsandt worden. Ein Koalittonskabinett in Wladiwostok Rotterdam, 12. Juli. Aus Wladiwostok wird unterm g. gemeldet, daß dort«in Koali- tionskabinett gebildet worden ist. Die Bürgerlichen haben vier Portefeuilles erhalten. Die r e v o l u t i-o n ä r e n 6 o z i a l i st e n' die d r e i P o r t e f e u i l l e s für Finanzen, Handel und Gewerbe sowie für Aeußeres. Griechisch-tllrKische Kämpfe Smyrna. 12. Juli. Mitteilung des griechischen Generalstabes: Brufsa wurde nach kurzem Widerstande von den ariechischen Truppen besetzt. Es herrscht dort völlige Ruhe. Der Feind zog sich in Unordnung zurück: wobei er Gefangene, Geschütze und weiteres Kriegsmaterial zurückließ. In der Gegend von Atdin wurde die Stadt N a z l i, die den Truppen Kemal Paschas als Operations. basis diente, nach kurzem Widerstande von den griechischen Trup- Pen besetzt.. Austritte aus der 2. Internattonale Nachdem eben erst die spanischen Sozialisten und die b u l- garischen weitherzigen Sozialisten aus der 2. Jnter- nationale ausgetreten find, haben nun auch die lettischen Sozia- listen am 2?. Juni einstimmig beschlossen, sich am Genfer Kon- greß der 2. Internationale nicht mehr zu beteiligen. Dieser Be- schluß wurde, wie die„Humanite" mitteilt, sogleich dem Sekretär Huysmans zur Kenntnis gebracht. Vonder„vollendetettDemokratte" Di« offizielle Bestätigung des Halleschen Rechtssozialisten Adolf Thiel«, als Land rat des Saallreises liegt nunmehr vor. Herr Thiele hat in Hall« sogar bei seinen eigenen Parteigenossen so gründlich abgewirtschaftet, daß er dort bei d« Reichstagswahl nicht wieder kandidieren durste. Schon im vorigen Jahr« hatte er sich bei seinem Freund Heine, der damals noch preußischer Minister des Jnnerti war. um den Posten des Land» rats im Saalkreise bemüht. Heine zeigte sich willfährig und er« nannte ihn im September vorigen Jahres zunächst zum kommissa» tischen Landrat. was von der Bevölkerung des Saalkreises al» Herausforderung aufgefaßt wurde und viel böses Blut erregte. Hat doch die ll. S. P. D. im Kreistage Zwcidritielmehr- heit; 24 von 50 Krcistageaögeordneten gehören der U. S. P. D. an, nur ein Mitglied der S. P. D. ziert den Kreistag, und dieser Rechtesozialist wurde noch als Demokrat gewühlt. Die Reichs- tagswahl am 0. Juni hat erneut das bedeutende Uebergewicht der U. S. P. D. über alle Parteien zusammen im Saalkreisc er- geben, trotzdem Thiele tm April wie folgt prophezeite:„Wenn ich auf Wunsch der Staatsregierung auf meinem Posten verbleibe, so geschieht das in der sicheren Erkenntnis, daß die gegenwärtige Zusammensetzung des Kreistages nicht mehr dem Willen der Mehr» heit im Saalkreise entspricht. Es war klar, daß sich unsere Genossen nicht damit abfinden würden, diesen„Lanorat" aus die Nase gesetzt zu bekommen, sie brachten daher den Amiavorsteher in Vorschlag. Diesen bekämpfte Thiele mit allen Schikanen, indem er ihn in Berichten an die Regierung und an den Oberoräsidenten Hörsing denunzierte, wo- bei er sich zur Anfertigung dieser Berichte eine» dem Amtsvor- steher Driebusch unterstellten Ortsgendarmen bediente. Auf den Kreistag nahm er überhaupt keine Rücksicht, suchte vielmehr unse- ren Genossen durch ungeschliche A-anstandung von Kreistags« beschlüssen alle möglichen Schwierigkeiten zu bereiten. Der Ober» Präsident Hörsing und der Regierungsrat Dr. Häntzschel beim Ob-rpräsidium in Magdeburg haben unseren Genossen wiederholt versichert, daß an eine Bestätigung Thiele» nicht zu denken sei und daß man der politischen Ueberzeugung der Saalkreisbcvölkerung Rechnung tragen würde: trotzdem wurde Thiele jetzt bestätigt. Dabei verstößt Lies« Bestätigung sogar gegen das vor kurzem erst v«rab>chiedete Beamte nverjorgungs» gesetz. das die Pensionierung aller über 05 Jahre alten Be- amten vorsteht. Thiel« ist schon 07 Jahre alt! Anstatt eine arbeitsfähige, tüchtige Kraft, die das Vertrauen der Kreiseingeselsene �&«sitzt, auf den Posren zu berufen, bestätigt man, um dem Manne eine einflußreiche Stellung zu bieten und ihm dt« Penston zu sichern, diesen bei der Arbeiter- schast äußerst unbeliebten Menschen, der den schwierigen Auf- gaben der Verwaltuna des ausgedehnten Saalkretsee in keiner Weise gewachsen ist. Die Vergewaltigung der Kreistagsmehrbeit bedeutet einen vohn auf die„vollenvete Demokratie und eine frech« Herausforderung der gewaltigen Mehrheit der Bevölkerung de» Saallreises._ Revolutionsnarren Di«„Rote Fahne" hat wieder ein, neue Entdeckung gemacht. Sie behauptet, wir seien„in diesen Tagen wieder einmal der deutschen Revolution in den Rücken gefallen", weil wir für die Beseitigung de» deutschen Militarismus«ingetreten sind. Hat sich die„Rote Fahne" inzwischen etwa auch wie die beiden Dioskuren Lauffenberg und Wolffheim dazu bekehrt, daß der Steg der Weltrcvolution von der Mitwirkung der Generale Lettow-Lorbeck, Lsittwttz. General v. Seeckt abhängt, mit ihnen sozusagen auf Gedeih und Verderb verbunden ist? Mir erwarten von dieser Seit« für da» Proletariat kein« Hilfe. so wenig wie wir„alles Heil für das Proletariat" von Millcrand und Lloyd George erwarten. Mir sind für die Abrüstung eingetreten, weil uns die Herabsetzung der deutschen Wehrmacht au» finanziellen und innerpolttischen Gründen geboten erschien und weil dieser Frage wegen auf keinen Fall neue außenpolitische Komplikationen heraufbeschworen werd-n durften. D,«..Rot« Fahne aber scheint des Glaubens zu sein, al- habe d,e Weltrevolut on wieder einmal vor der Türe gestanden und fei von der bösen U. S. P. D. verscheucht worden. Sofern ihr« Auslassungen mehr sm sollten, als bloße Demagogie, wäre sie damit glücklich dort gelandet, wohin sie ihren Abkömmling, die K. A. D.. immer v/rweist: bei den politischen W i r r k ä p f e n. d« da glauben, die Aeoolution könne«inexerziert werden und ihr Sieg hlnge von dem Besitz einiger verrosteter Revolver ab. Et« neuer Strafgesetzbuch-Entwurf Auf die Anfrage im Reichetage, wie weit es mit der Reform tZ Justizmtnister Dr. Heinz« i i der Entwurf zu einem deutschen Straf- gesetzbuche, der ein« Ueberarbeitung de» au» den Beschlüssen der Strafrechtskommlssion hervorgegangenen Entwurf«» zu einem Strafgesetzbuch« darstelle, sei s. r t i g g e st e l l t. Beide Entwürfe sollen demnächst mit einer Denkschrift zum Verständnis der zahl« reichen Neuerungen veröffentlicht werden r* wertvoll fein. Dabei ' Io"bern" ist notwendig, daß sich R« f?rmdesS t rat.""glich mit der Frage der saßt! �trafrechtes wie der Justtzfrage be« Konfession der Reichstagsmitglieder nicht'mehr°Sat des deutschen Bürger» «lieber in ihren V � daben doch die Reichstagsmit- oeraessen h« Konkellin»� das Handbuch de- Reichstags nicht Reichstaä 171 Evan».' U°M-den. Danach zählt der neue ftehen i« c ti l M lvo Katholiken und 5 Juden: dem aenüber Das Verb. 1 Meist und ein Ungetaufte: ge« fessionslolen beteäfrt nim � 5?"feIfi0'w6efennei zu den Kon« Sicherlich hat kein Parlament s« ablehnend gegenüber stehen' anerkannten Religionen Ende des Streiks in Mitteldeutsch- land? f ,'l q den Bergwerkrevieren von Weißen- Blä&r Meuselwitz und Borna ist wie die ft!°en G!we?N�,n»» nÄ.®%Iu6 der Streikleitung und d-r ben f ü tTe« n d» ♦ �ute der Ausstand auf allen Gru- Abordnuna mit n»» 1 0 1 0 lb e"• Man will durch Die jtett'ufrin* tätz den Steuerabzug verhandetlltz Die Fettgulage an die Bergleute soll in bar verlang? werden. Um die Aufhebung der Zwangswirt- schuft mit Zucker Interessenten�" hit,3�n06-mirt�Qst mlt Zucker wird von de" Zuckerb an de t Är?01!1"?' bet Zuckerindustrie und dem welche fto�nen inTfilnIix kliführl. ohne Rücksicht darauf. warten wä?»n ri.«" füt die Preisgestaltung davon zu«*' fWbrfmvhm« w ist Zwar gegenwärtig noch für d'« °�'Ul.chen Bewirtschaftung mit Zucker, aber siand Ä»* �'u�en d'« Interessenten ihren Widers U.*,2" w®i0'"l T1«. �«In der deutschen Zuckerindustrie hat ''' I, I,»,«. vi«.£)ctnb geben. Gegen diese Absicht müssen die Verbraucher mit aller Entschi denhcit wenden. Denn ihre Verwirklichung bedeutet nichts a deres als«inen vollständigen Sieg der nur a> ihren Profit bedachten Interessenten. Die Wiedergutmachung Der deutsche Plan für Sachleistungen Spaa, 11. Juli.(W. T. B.) Der heute vorgelegte'deutsche Plan für die Sachleistungen ge- wag Artikel 286 und Anlage 4 zu Teil 8 des Friedensvertrages oesagt: a) Deutschland ist auf Grund des Artikels 2Z6 und der KK 1— 1 »et Anlage 4 zu Teil 8 des Friedensvertrages verpflichtet, zum ejweae per unmittelbaren Wiederherstellung der vom Kriege be- trostenen Gebietsteile der alliierten und assoziierten Mächte Viesen nach näherer Bestimmung des Wiedergutmachungsausschusses Ma- '«itol 3U liefern, dessen Wert auf die Wtedergut- wachungsschuld angerechnet wird. Der Wiedergut- wachungsausschug hat diese Lieferungen noch nicht festgesetzt. Der » oeutschen Regierung sind bisher lediglich die Anforderungslisten der beteiligten Staaten zur Aeugernng mitgeteilt worden. Diese •■-inen, die die verschiedensten Gegenstände vom Fischlaich über •Sieh, jeder Art Rohstoffe, industrielle Erzeugnisse bis zu ganzen «winken umfassen, haben eine eingehende Durchprii- lung erfahren, die im wesentlichen beendet ist, so dag die darüber wit dem Wiedergutinachungsausschutz zu führenden Verhand- s li N gen demnächst beginnen können. Dabei wird genau festzu- stellen sein, welche Lieferungen im Rahmen der Leistungsfähigkeit Deutschland endgültig angefordert werden, und welche nnt Rück- stcht auf seine wirtschaftliche Lage, insbesondere den Mangel an Rohstoffen, ganz oder zum Teil unausführbar sind. v) Um ein« möglichst beschleunigte und reibungslose Durch- fubrung der Lieferungen sicherzustellen, erscheint folgender Plan zweckmäßig: Organisation der Industrie Deutschland schafft eine umfassende Organisation der ge- Minteu Industrie, einschließlich des Handwerls, für die Durch- sührung der Lieferungen. Die Organisation ist zweifacher Art: a) soweit die Anforderungen Spezialmaterial betreffen, vas hauptsächlich von der Großindustrie hergestellt wird, erfolgt v!« Vergebung durch die Fack)verbände der Industrie. Die Liste «er bereits bestehenden Fachvcrbünde ist aus der als Anlage bei- j?e,ügten Uebcrsichi über den Ausbau des Reichsverbandes «er deutschen Industrie zu ersehen, bj soweit es sich um Massenartikel(sogenannte Katalog- Ware) handelt, an deren Herstellung auch Handwerk und Klein- gewerbe beteiligt ist, werden die Lieferungen durch ein« Aus- glelchstelle auf die einzelnen Länder des tzicichs verteilt. Die Län- ?er vergeben die Lieferungen durch besondere Auftrags- amter an Industrie und Handwerk. Eolch« Auflragsämter stnd errichtet oder in der Bildung be- Hwffen in Preußen, des außerdem Zweigstellen für die einzelnen Provinzen einrichten wird, in Bapcrn, Sachsen, Württemberg, Padcn, Hessen, Thüringen und den Hansestädten. Sowohl die Länder als auch die Fachverbände werden auf Grund des Ausführungsgssetjcs zum Friedensvertrage vom August 1919(Reichvgesetzblatt Seite 1530) zu Leistung?- �«rbänden bestimmt. Als solche kirnncn sie notfalls im ciwangswege zur Bcwirkuna der angeforderten Leistungen ange- Yalten weroen. Außerdem übernehmen beide die Haftung für die ratsächliche Ausführung. - Die Sachlieferunaen sind zu Weltmarktpreisen zu verechnen, damit die Auftragsämter und Fachverbände den ge- stellten Anforderungen gerecht werden können: in welchem Ilm- lange und in welcher Weife die Anrechnung der S a ch l i e- serungen erfolgt, wird bei der Regelung der Wiedergut- wachungsschuld bestimmt. S. Die Spezialaufträge werden zwischen den mit der fverteilung beauftragten Stellen und Verbänden der liefernden "ss'ttmchmer einerseits und durch die von der deutschen Industrie »eiwaffene Dermittelungsstelle für Wicdergutmachungsaufträge ierln* vermittelt. Die Vermittelungsftelle ist sie befindet sich in F r a n k f u r t a m M ll i n, Reoi»?,,»??� � Art. wie die verschiedenen Fachverbände und v-r-iniaunn-n>5 mit den Behörden und Interessenten- nähe: sesizustelle� geschädigten Länder zusammenarbeiten, ist und ftOBU�rli�'i.Nch' baß von jeder der beteiligten alliierten geschasen wir!" Füchte eine doppelte Organisation und die»' � 8 ne für die Prüfung der A u t r ä g e andere für hj« E m p fa ng a n n ah m e der Liefe- run .a» l.e n. . a) Die erste Organisation ist deswegen notrg.»erl zu den Listen rm« Menge von Schäden innerhalb der gesetzleit Fristen zur Ver- meidung der Präkluston angemeldet worden sind, die„uwischen durch direkte Bestellung der Geschädigten bei der deutschen In- dustrie und durch Bezahlung aus Mitteln der Entschadigungs- fonds der alliierten Regierungen erledigt worden sind. b) Der zweiten Organisation würde auch die endgültige. Ab- nähme der gelieferten Waren und die Rüge etwaiger Mangel zufallen. .5. Alle Organisationen stnd aufzubauen auf Grundlage pari- tatischer Arbeitsgemeinschaft von den� Arbeit« gebern und Arbeitnehmern. 8. Sicherheitsmaßnahmen sind gegen die Mißbrauch: auszu- arbeiten, die sich bei bureaukratifcher Permittelung von privaten Geschäften einschleichen......„ 7. Einer aus Sachverständigen zu bildenden Kommission— eine Liste der Mitglieder kann deutscherseits alsbald vorgelegt werden— zu der nötigenfalls Reaierungsver- treter zugezogen werden können, wird d i e P r u f u n g des Planes und seine Durchführung übertragen. Der Kommission werden Unterkommissionen für die einzelnen Waren- gattungen angegliedert. Sie soll sofort an die Arbeit gehen. Die Regelung der Wiedergutmachungspflichten Codann heißt es weiter:. k 1. Die deutsch« Regierung steht den Zweck, der l-tzissM verhand. langen darin, daß versucht werden soll, zu einer vereinbarten end »ultigen Regelung ihrer gesamten Reparationspslichten zu ge- rJL?te Stiche Negierunaweist darauf hin, daß nach chrenBe- Hungen die bis zum 1. Mai 1921 zu zahlenden 20 Milliarden ®ort nicht nur schon jetzt geleistet sind, sondern daß bereits«,n sehr erheblich höherer Betrag gezahlt ist. Unterlagen stehen zur Bersugung. 3. Ein« Regelun als lch De »iere���s�..�b«rLÄchtigen, den deutschen Etat zu balan- Parteigenossen! �Tll4 daß die„Freiheit" alle ihr gestellten -iAsUU o;» Aufgaben lösen kann, daß sie nicht nur die gelesenste sozialistische Tageszeitung, sondern die gelesenste Zeitung über- Haupt wird und technisch und inhaltlich immer weiter vervollkommnet wird? 'DfittN mÜM 91 br Mitglied der Verlags- �Ullll mUÖ1 genossenschast.Freiheit" werden, Anteilscheine in großer Zahl er- werben und dauernd dafür arbeiten, daß alle Parteigenossen Eurem Beispiele folgen. Nur unablässige Agitation für den Beitritt zur Verlagsgenosienschaft „Freiheit" und für die Zeichnung von An- teilscheinen schafft die Möglichkeit zur Erreichung unserer Ziele! davon aus, daß insbesondere keine weitere Schmälerung der Grundlagen der schon stark geschwächten deutschen Volkswirtschaft eintritt und die unentbehrlichen weltwirtschaftlichen Hilfsquellen wieder gewonnen werden. Namentlich muh Deutschland die not» wendigen Lebensmittel, Futtermittel. Düngemittel und sonstige Rohstoffe zu angemessenen Zahlungsbedingungen einführen können. 5. Wird die deutsche Leistungsfähigkeit zugrunde gelegt, so ergibt sich folgendes: a) Die Entschädigungspflicht ist in Annuitäten �Jahreszahlen) auszudrücken: die Mindesthöhe der Annuität ist festzustellen. b) Die Pflicht zur Zahlung von Annuitäten wird auf dt« im Bertrage von Versailles genannte Frist von SO Jahren begrenzt. c) Die Mindestannuität ist derart zu bemessen, wie es auf Grund der deutschen wirtschaftlichen und finanziellen Leistungs- fähigkeit irgend möglich ist. Sie umfaßt daher alle Verpfttchtun- gen Deutschlands zu Cach- und Geldleistungen nach dem Ver- trage von Versailles, also insbcsonder auch dle Verpflichtung zur Erstattung der Kosten der Okkupationsarmee. d) Die Annuitäten werden zum Teil durch die Sachleistungen, die auf Grund des Vertrages von Versailles zu bewirken sind, ge- deckt. Diese Sachleistungen stnd grundsätzlich zum Welt- Marktpreis anzurechnen. Zu einem bestimmten anderen Teil sollen die Annuitäten in bar gezahlt werden: soweit Deutschland Sachleistungen machen wird, die den durch die Sachleistungen zu deckenden Teil der Annuitäten überschreiten, sind sie in bar zum Weltmarktpreis zu bezahlen. e) Da die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten 80 Jahre heute nicht zu überblicken ist, soll eine Beteiligung der alliierten Regierungen an einer wesentlichen Besserung der Finanz- und Wirtschaftslage Deutschlands vorgesehen werden. Hierfür soll ein Jndexschema ausgearbeitet werden. f) Es ist«ine Höchstsumme zu bestimmen, nach deren Abtragung Deutschland von jeder weiteren Entschädigungspflicht frei wird. g) Für die Feststellung der Mindestannuirät auf Grundlag« der deutschen Leistungsfäyigkest(a) und der hierfür näher zu präzisierenden,'" MM Sicherungen f die Bestimmung..............- Unterlagen nach Ziffer 2 sollen schnellstens Sachverständige beider Parteien zusammentreten. Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Anregung für die Durchführung des Wiederaufbaues der zu« störten Gebiete. a) Die Wiederherstellung der im Kriege zerstörten Gebiete bildet ein gemeinschaftUch-v Interesse der Völler, da die Gefahr besteht, daß die Gefühle des Hasses und der Schrei nach Rache nicht ver- fchwinden, solange sie nicht durchgeführt ist. Die deutsche Regie- rung hat deshalb, obwohl nach dem Friedensvertrag« eine Ver- pflichtung zur unmittelbaren Beteiligung Deutschlands am Wie- deraufbau nicht besteht, alsbald nach Unterzeichnung des Der- träges ihre Bereitschaft erklärt, sich an den Aufbau- arbeiten zu beteiligen. Sie empfiehlt, im gemetnsamen Interesse dringend der Frage erneut näherzutreten. Dabei be- rücksichtigt sie auch die bei den bisherigen deutschen Lieferungen für die Zwecke des Wiederaufbaues gemachte Erfahrung, daß die Materiallieferungen nicht ausschließlich dazu Verwendung finden, um den früheren Zustand der zerstörten Gebiete herbeizuführen, sondern von dem Geichüdigten teilweise auch zum Aufbau einer neuen Existenz an anderen Orten benutzt werden. b) Die deutsche Regierung gibt daher die Anregung, den Wieder- aufbau der zerstörten Gebiete durch ein großes internationales Siedlongsunternchmen vornehmen zu lassen. Der Plan ist fol- gender: 1. Es wird«in internationale» Syndikat von Unternehmern gebildet, an dem allen Staaten die Beteiligung offengehalten wird. 2. Das Syndikat erhält die Aufgabe, im Einvernehmen mit den unmittelbar beteiligten Regierungen die Aufräumung der zerstörten Gebiete durchzuführen, die industriellen, landwirtschast» lichen und Verkehrsanlagen wiederherzustellen und neue Heim- statten für die bisherigen Bewohner dieser Gebiete oder andere Siedler, die sich aus den sonstigen Gebieten der geschädigten Län- der dorthin wenden, zu schaffen. 3. Das Syndikat zieht Unternehmer und Arbeiter aus den alli- ierten und den neutralen Ländern, sowie aus Deutschland zu diesen Arbeiten heran. 4. Das Siedlungsunternehmen ist nach geschäftlichen, nicht nach bureaukratischen Grundsätzen zu leiten und so zu fuhren, daß von ihm keine übermäßigen Gewinne erzielt werden. ss. Alle Organisationen sind aufzubauen auf Grundlage paritä- tischer Arbeitsgemeinschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. S. Bei grundsätzlichem Einverständnis mit diesem Plan, wurce alsbald ein« Besprechung über die praktische Durchführung unter Zuziehung von Bertretern der Regierungen der Etaa- ten, die sich an dem Syndikat beteiligen wollen, ferner von Ver- tretern der Bevölkerung der zerstörten Gebiete, sowie von ArbeitgebernundArbeitnehmernzu veranstalten sein. Der Massenmörder Schumann vor dem Schwurgericht Zu Beginn der gestrigen Sitzung wurden eine Anzahl Notzucht?- .fäll« verhandelt, bei denen die Oezfentlichkeit ausgeschlossen wurde. Der als Zeuge geladene Laudgerichtsdirektor Buddenbek», welcher als Untersuchungsrichter in dieser Sache tätig war, be- kündet, daß nach setner Erinnerung der Angeklagte einen so ruhigen Eindruck gemacht habe daß«r. Zeuge erstaunt war, daz ein Mensch, dem so schwere Verbrechen zur Last gelegt werden, so unglaublich ruhig sein konnte. Der Angeklagte habe keinen Ton davon gesagt, daß ihm aus der Polizei das Geständnis abgepreßt worden sei, er habe in seiner Vernehmung auch garnicht den Ver- such gemacht, die ihm vorgehaltenen Straftaten in Abrede zu stellen. Sckmmann habe auch keinesfalls den Eindruck gemacht, als wenn er unter irgend einem Zwange steh«. Referendar Mansseimer, welcher f. Zt. ebenfallo bei den gerichtlichen Vernehmungen zugegen war. schildert ebenfalls die erstaunliche Ruhe, welche Schumann bei den Vernehmungen an den Tag« gelegt habe. Schumann habe gegenüber der polizei- lichen Vernehmung ganz wesentliche Einschränkungen gemacht und auch von Mißhandlungen durch Polizeibcamte gesprochen. Landgerichtsdtrektor Lönnies bekundet als Zeuge, daß der Augeklagte ihm nach Vorhalt der polizeilichen Aussage erklärt Hab«, da» stimme alles nicht, wie e« gewesen sei, werde sich schon in der Hauptverhandlung herausstellen. Er sei von der Polizei schwer mißhandelt worden und habe nur desbalb das Geständnis abgelegt. Auf ihn, Zeugen, habe der Angeklagte nicht den Ein- druck äemacht, als wenn er unter dem Einflüsse einer Furcht vor Mißhandlungen gestanden habe, als Schumann zum ersten Mal« bei ihm vernommen worden war und da» Geständnis wiederholte. Erst bei der zweiten Vernehmung fiel er plötzlich um und widerrief alles. Der Angeklagte erklärt auf Vor- halt, daß er zunächst fein früheres Geständnis nur aus dem Grund« bestätigt habe, weil er nicht Jahr« lang in Unterfuchungs- Haft sitzen, sondern die Hauptoerhandlung möglichst beschleunigen wollte. Der Angeklagt« erklart, daß es ja doch nur gewisser- maßen ein Frage- und Äntwortlviel gewesen sei. bei dem er nur die polizeilichen Angaben einfach wiederholt habe, um die Unter- fuchungshaft abzukürzen.— Zeug« Buddenberg: Es ist ganz ausgeschlossen, daß es nur«me Rekapitulation der polizeilichen Aussagen gewesen sei. Auf Wunsch de» R.°A. Dr. Frey wiederholt dann die Zeugin rl. Paul noch einmal zur Information der anwesenden Sachver- ändigen die Vorgänge bei der Erschießung ihres Vaters. Der Verteidiger legt besonders Wert daraus, daß der Angeklagte, nach- dem der Lehrer Paul erschossen war, sich nicht eiligst unerkannt entfernt, sondern sich noch auf das bekannt« Gespräch mit der Zeugin, die ihn gebeten hatte, sich doch zu entfernen, eingelassen hatte. Erst dadurch sei doch der Zeugin Gelegenheit gegeben ge- wcsen. den Angeklagten hier wieder zu erkennen. Auf Anfrage eine, Geschworenen erklärt der Zeuge Buddenberg. daß der Angeklagte seine Geständnisse unabhängig von irgend einer polizeilichen Unterlage gemacht habe. Ebenso erklärt Ober- Wachtmeister Lahmau. daß er zuerst den Angeklagten und dann erst die Zeugen vernommen Hab«.— R.-A. Dr. Frey: Die Tatsachen, die der Angeklagte Ihnen zugegeben, waren Ihnen aber doch schon aus der Mitteilung des Amlsvorftehers bekannt, sie waren also doch schon aktenkundig.— Zeuge Lahmann: Die von ihm angeaebenen Motive waren aber nicht bekannt und auch? nicht alle Tatsachen, die dann im gerichtlichen Protokoll nieder- gelegt sind.— Staatsanw. Dr. Steinbrecher: Was will der Angeklagt« mit seinen Bemerkungen eigentlich sagen? Will er behaupten,» daß der Landgericht»direktor Buddenberg hier einen Meineid geleistet hat?— Angeklagter: Rein, das will ich nicht behaupten. Die Verhandlung wird sodann auf Dienstag 9� Uhr»er- tagt. Dann sollen die Sachverständigen ihre Guiachten abgeben. Der Borsitzend« hofft, heute die Verhandlung zum Abschluß dringen zu können. Den Geschworenen werden wahrscheinlich einige 50 Schuldfragen vorzulegen sein.. Betriebsräte, Arbeiter- und Angestelltenräte und Obleute! Am Dienstag, den IS.. Donnerstag, den l5. und Freitag, den lO.KMts. finden für sämtliche Industrie- und VerkehrS-Gruppe« Berlins Gruppenversammlungen statt und zwar in folgenden Sälen: Gruppe II. Bau- u. Steinindustri«: DonuerZtag. 7 Uhr, AndrcaS- Fesifäle. » III. BckleivunaS- u. Textilindustrie: Freitag 7 Uhr, Koppen» straße LS. , lV. Chemische Industrie: Donnerstag 7 Uhr, Komman- dantenstr. 68. m VI. Graphisches Gewerbe: Donnerstag 4 Uhr, Gewerk- - Holztubüstri'ei Dienstag 7 Uhr. KliemS. Hasenheide. » VIII- Garrnerei u. Landwirtschast: DonnerStaz 7 Uhr, KönigSgraben 2. 0 IX. Nahrungsmittel-Industrie: Freitag 6 Uhr, Land?. berger Str. 81. ' Lederindustrie: Freitag 7 Uhr, Kommandantonstr. 58. » XI. Metallindustrie: Frettag, 7 Uhr, Pharusfäle, Müllerstraße 142. » XII. Staatlich« u. konimunale Behörden: Frettag 7 Uhr. Mustkerfäle, Kaiser WUhelmstr. 81. • XIII. Berkehr: Frestag 6 Uhr. Alt-Berlin, Blumenstrnße. Tagesordnung: l. Vortrag„Wirtschaftspolitik und Gewerkschaft««» 2. Wahl der Organ«. Sutritt nur mit Betn-SSrate-LeaittmationSkarten der Berliner Gewerkschaftskommisston und der Äfa und Mitgliedsbuch der Ge» wertschasten. Afa OrtSkartell GewerkfchaftSkommisston Grost-Berli» Berlins und Umgegend CA/D "fryS z'GA*Er Eigentümerin Stadt Neukölln -KMtittfce U KekleiKmWMeUe Neukölln, Bergstraße 29 GAMZ BEDEUTENDE PREIS-ERMXSSIGUNGEN saubere Verarbeitung, gute Stoffe................... Mk. 650.— 550.— 425.— 345.— ©ommers'rpaletots Marengo gefuttert.................................. Mk. 345.—* Hosen g-, trefft.......................... Wk. 165.— 145.— 125.— 100— 75.90 Drell-Anzüge......... i................................... Mk. 50— Herren- Konfektion �OftÜTUe in farbigen, dauerhaften Stoffen, neueste lange Formen jetzt Mk. 515.— 385.— 245.— 185.— 125.— ©Onntlßts�IMntßl in seidenartigen, imprägnierten Stoffen, auch'Gummimäntel...».....«... jetzt Mk. 395.— Öalbfcl)raere Hlftcr in verschiedenen Farben, modernste Musterungen und Formen.......... jetzt Mk. 325.— CUtlCtts' SlÖdlC in farbig, blau oder schwarz, nur erprobte, haltbare Qualitäten........... jetzt von Mk. 35.59 an Q3Iuf6n fÜrS �CXUS farbig oder dunkel, dauerhafte Waschstoffe jetzt von Mk. 39.89 an (ElCQQTttß 33Iufen in Batist, Crep de chine, Atlas usw., mit Stickerei und Handhohlsaum...»,. jetzt von Mk. 58.— an Geschäftszeit von 8—8 fthr/ Fachmännische Bedienvng gewährleistet/ Warenabgabe ohne Bezugsschein an jedermann, auch an Nicht-Neuköllner/ 3m selben.Hanse Städtische Besohlanstalt Reparaturen mit Kcrnleder preiswert Damen- Konfektion Theater und Vergnügungen Volksbühne 7>,z Ul,r i BruÄer Martin "t?- Me FledemW Netiss Vgllistheoler Köpenicker«tr. 68. M Z MWge StaaLl. Schauspielhaus. (Operetten- Gast spiel) 7�u�Me Strohwittve Musik von Leo Blech. Ämgll-Ajellter (Bahnhof Friedrichstraße) Allabendlich 8 Uhr: Der große Erfolg Maskerade ®X:3 Der Störenfried Residenz-Theater (Stadtbahn Ianno witzbrücke) Allabendlich 7»/, Uhr: Der große Erfolg Die RllschiiG M gute Rns 4 Uhr 7 Kammer-Tanzspiele Bülowstr. 6, am Nollendorfplatz Telefon: Lützow 2305. Täglich 7», 4 Uhr: Orient. Ballctt-u.Schönhcits-Tänze Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108— 114 Täglich Konzert und Vorstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags u. Sonntags ■ Großer Ba>.■— DieKasseekücheist tägl. gcof|ti. Anfang wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. sonnearneare» ,G?oz-Beriiil-. ehem. Kliem's '' Hasenheide IS= Die drei letzten Tage Abds.8U.: Sensat.-Schauspiel Neons und! Fessel Das Ende einer Konigskrone. �o�Uh��Sp�etzialitäte»«� t) Friedrich-Wilhelmstädt.| >VAIRIETE- VaUsch mieder» GARTEN Ehausseestraße 30 1 Badstratze 16 Dir. Ale�. Grahlmann b) Die größten«nd billigsten Barietebiihnen BerNn»% � Unsere Programme sind unerrelthl v* £ In jedem unserer Gärten /ß ») 12 ATT«AUTI0S«ER 12 � ß u. A.: 2 Roits» Handakrobaten, Victor Ritter, Berlins ttz > bester Humorist, 3 Dorkums» kom.Muf.-Akt, 2 Voostens»> y Equilioriften auf rollender Kugel, Charles Ss Lp» kom.' % Radfahrer, Fritzi Fron» Berlins beliebteste Soubrette, X Cara Caliva» indische Tänzerin mit Schlange. 4 Bena». � y Schleuder-Akrobaten. 5 Lins» Radfahrer-Akt, 2 SNar- y h kanis, Gladiatoren-Spiele, usw. fß i eden Donnerstag beza». Mitttoochj) ilite- Brillant- Feuerwerk Mödei 6 i I ll» ici kleiner An- j. Abzahlung. Kredit»d.Var I Mdel-Grotz i Große Franl- 1 furtcr Str. 141 i 1 Invalidcnstr.5 j ! Äuganq Mci•«v.r SaMMeVAr u. Broschüren vk.rkauft Todes- halber Darenthin, Löwcstr. 7. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher ee. Donnerstag, den 15. Juli, nachm. B1/, Uhr (glitch nach Aiveitsschluß): Filial- Versammlung bei Boeker-Weberstraße. cn üi, � gesordnung: 1. Bericht von den örlli en Verhandlungen übt� uns re geforderte Teaernngszulage. 2. Verschiedenes. In i?lubetrach! der bevorstehenden wichtigen M" scheid ung ist es Lflicht aller arbeitenden College» V.riammliing pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legilimiech. Die Ortsverwaltung« e-Lose Ziehung schon 20. u.Ä l.Jnli überallzuhaben.�WW 10 Lose sortiert 3 K Mk. Schauspielhaus Äarlstratze 7Vz Uhr: Lysistrata. (35. Abteilung, lV. Abend) � Direktion: Max Reinhardt DeuMes Theater X Uhr: Weib und Hampelmann KMimerspiele « Uhr: L-lbga:-dtst Klsmes Schauspielhaus 77/, Uhr 7 DUchf- der Pandora Dissler des Westens 'LS Uhr- Der Stab-noater_ Direktion Carl M-inhard- Rud. Bcrniuer Theater i. d. Könlisgr�er Straße •if! Geständnis KmiAeilhavs S U. Die Rslse in die madolieniBit Witer Theater •Iß Uhr; Dar Icijtc Walzer. Ehemaliges Voigt- Theater Badstraße 58. Sommerbühne:> Täglich nachm. 4l/, Uhr: Die lnsttge Wittve. Er mnß taub" abends �" 7',,U.: .V TWIIWC. t muß taub feilt I DerlieSeAllMtin � AM ZOO Berliner Prater Kastanien-Allee 7— 9 12 Variete-Sensationell 12 TÄT?-.. Großer M Anfang Vzk Uhr Ab Donnerstag, den 15. Täglich 7\ Ahr Kurzes Gastspiel Theater am jtottbufer Dar , Elite-Sänger A Täglich 7'/, Uhr Gastspiel der Original Leipziger sfH-t Fritz-Weber- JITf Sänger. Vorverkauf 11— IV, u. 4—6 Uhr Meim UMkill WÄl-MÄeiiler Täalich'ff N!>r: Die Znierniltionale. LOiß-Theater Soinmerspielzeit Allabendlich 8 Uhr: LeoMdine Kor.ftMtin ln Jas Ms der Jungsrau DeM. Mstl.-?hellttt Allabendlich 7-/, Uffr: Die bessere Hälfte mit Max Adalbert Rose- Theater 7'/zUhr: Ein Walzertraum. Gartenbühne täglich: 7 Uhr: Die Flucht um d. Erde. Nslies Lperettkiihans Direktor I?an Kren Allabendlich 7«/� Uhr> Georges Bammlet's �atiirnüinfä!. sPmtMch. Mets Vorher: Prinzessin Friedl. ÄlvoÄo- Theater Frirdrlchstr. 21« ni\ Allabendlich 71] I{2 Sonntags?>/, u.» 2 llmiberireffliches Variete-Programm! in cism Soictatensc-Htvanic: llUMNerZ.»««. Schaubühne Landsbcrgrr Illlrr 70/77 (bircht am Ringbahichay. Vorher grosser Variötö-Spielplan « OMteeni« 40 tM«*N I Vorverraui von 11- 2 llhr an der Theater-, z raffe(ohne«usschlagj wird empfohlen z Sommer.Prelse■ 3 ■ Nummerlerte Plätze c» Tiiglich� Bei Regen im cool! Beginn des 2. Meistcrriuger-Wettsireiis N'N Preise von 12000 ort«. jn Weltmeister»es 1 Ii Ringsportes �0 -1-" haben sich»swcldet. Unter anderen: Hinge, Well- nieistrr? Erorg S ir e n g e, Weil. nieiftcr: Toni» so», Nrgcr- -Tbampion�Westindlen.! Hnsrr, Meisrerringer-Banern usw. Vordem: GroHes Konzert nn» Pari etü-Vorstell ung so nntagsu. Donners lags Brillant- Feuermerk ZUiiiniochs»on 2 Uhr ab Familien- und Kinder,-st- mit Geschenk- Perteilung. Anfang des Konzerts und der Borstrlluna Sonntags 4 Uhr, W 0 ch c n t a g s ilhr. Die Aingbömpse beginnen um -/,!> Uhr pünktlich. WSihrnillch ein ebgeschlc.ssrnee, tünstierisch Iltugrier»:« Wert. Einzglheft Sd Pf., viiricljähriich id.- Ml. Ar. n. W. Die HochHeitsnacht ües Prinzen von öourbon.*n 5r5U.r rrschienen: Stefan Cugra Spie» Zweig, fingst. Zilustriert von >Iz. d.r godf ira Jenstee. T«a!n°r, Wilhelm von Scholz, d.r«obf Im Si 3»nstrie6»°a Udmunb Sörfi. Siegfried Creditf», da» oertaufte 2iiwnq«»-r,'auf«. stellen u. den Verlag von H. S. Srrmann ö So., Berlin SM ,» IWA-fAW, Akte Bon Eintritt Mk. 1,50 Kinder Mk. 0,75 Gr. Feuerwerk Doppelkonzert Viele Attraktionen BMimAKflnzen kauft Grossmann, Johannisstr. 4 Norden 10621. ANKAUF Platin, Soi nsil SIHiich eanee Bestecke SÄl" zu den äussersten Engrospreisen �i@talleinkauff West 49 Pariser Strasse 49 1 tn der UhlandstraBe, vorn II 1 SpeziaS-Arzt fllr alle 6e«rhU'chtshrankhelten. Blulnnierfuchungen, Ealoarfan. st-' steil�nllalt Verufsstiirnng. Mähige Preist- Heilanstalt I»I-. ,„«<1 I,o„,n>er. IS-l, 4�7� S. la-l- V rUNOaitell'. 1TJ5 lkiazonlß. Piatz)- Spezial-Arzt für Haut, und alle Geschlechtsleident Harn* und Bluluntersuchungen Dr. med. Karl Reinhardt in:'mrfchioi ATcri�g, 2�'�. ��p�sldähancklung i Jt 2Ut' nn<1®eBeliIechl»lelden TT r llfelgggzyfr Invalidenstr. 14? ?.,*'■ Etage, Ecke Bergslf' Kostenlose Untersuchung und Beratung über sachgemässe Behandlung Sprechgtnnden lo-iü M. 4_8. 8onnt«c» fo Spazial- Arzt z�-«wt** feo�lb'"lalDar?�Iti|Cn' �ch�Sche"«'gen LS- tomb. �a.oarzan. Kuren, Bluluntersuchungen. Im ersten u«' oir. Loser senior Nur Rosenthaler Str. 69-70 �"..1'�' Spezial- Behandlung �artni,*'8» Harnl.id.n7«�.schläs?»-e»- ff-«"lo»stalt f«LOSGr. Munzstr. 9 naH-AIe!°nd-r.Platz. 9-1, 4-8. Sonnt. 10.12, Damonjimmer s-st Beten-« Raarnisse Ifrauen sleiil ein Komniek W Mariendorf Sergstr. 7,> Trp. I im Frauen u. MLdchenhaar I I entfernt garant. sofort� IMsske AusKlärung Kostenlos'—| Fr.!. Nllrnberg B. 26.| Futterstoffe Nähgarne und Seiden Kaufe jeden Posten für eigenen Bedarf. Iahte höchste Preise. .Allvcl»!., Schneidermeister, ötastanienallee 52, Laden, Telephon: Humboldt 216. GO»»»GO«Oa»»S»OOSOG»„,,»OG»»a -panahellum-! Pistolen,«ernehre• oller Art kaufen; | Frank& Co., W 8: :«larkgrafenstrabe 50 5 ....... 1" Boten- � stauen j J verlangt sofort- J Spedition Lorenz | Charlotteuburg I J Wallstraße 68 0 �illllllllllllllllll IIIllüMllllllllllllillllil�' S I ttMMÖWKf': Nr. 274 Beilage zur„Freiheit" Dienstag, 13. Juli 1920 Autwort au das Exekutivkomitee'> ' mrn..(F»rüetzuns> . �ir muffen es feiner auf das entschiedenste zuiiickweisen. unserer Partei wiederum der Vorwurf gemacht wird, Ne habe..die schändliche Ausweisung dcx Berliner Bolschaft � Proletariats t�uhlands sanktioniert und die Politik des Avoruchs der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetmacht «nterstiitzt". Diese: Vorwurf ist unwahr und ungerecht. Die Ausweisung des russischen Botschafters, Genossen Zoffe, war bereits vor der Revolution, unter der Regie- rung des Prinzen Max von Baden, erfolgt, we'l Joffe sich angeblich an der Agitation gegen das alte Regime betei» liOt hatte, worin der Staatssekretär des Auswärtigen, Dr. Eolf, einen völkerrechtswidrigen Misidranch der Gesandten- stellung sah. Unsere Eenoffen Haase, Barth und Ditt- mann traten im Rat der Dolksbeaustraaten sofort dafür ein, Joffe die l.ückkehrr zu gestatten. Die Rechts- sozialisten Cbert, Scheidemann und Landsberg, d.-. von <-olf beeinflußt waren, wendeten sich dagegen. Sie be- «mten, daß gerade wir Sozialisten vom Sranvpunkt des SelbstbestimungsrecWs der Völker von dem Gesandten eines andern Landes die Nichteinmischung in die inneren Ver- haltniffe des Staates, in dem er beglaubigt ist, verlangen mühten. Eine Verständiauna im Kabinett war nicht zu erzielen, sie wurde dadurch erschwert, dah ein Vertreter der Sowjetregierung von Moskau aus in einem Telephon- gespräch mit dem Genoffen Haase, das vom Fernschreibe- apparat des Auswärtigen Amts niedergeschrieben wurde, mitteilte, dah Abgesandte der Sowjetrepublik nach Deutsch- land unterwegs seien, um dort in den Gefangenenlagern unter den französischen und englischen Gefangenen revo- lutionäre Propaganda zu treiben. Die Rechtssozialisten in ber Regierung machten daraufhin geltend, dah eine rufst- {che Vertretung nicht die völlerrechtlich vorgeschriebene Neutralität wahren und uns obendrein in die schwersten Verwicklungen mit der Entente bringen werde, die in einer revolutionären Propaganda unter den Kriegsgefangenen einen Bruch des Waffenstillstandsvertrages erblicken würde. Neue Schwierigkeiten entstanden im Kabinett durch die von Rechtssozialisten und Bürgerlichen in gehässiger Weise aus- genützte Behauptung Joffes über die von ihm angeblich an deuf me Genoffen gegeben? Gelder. Dadurch wui»« es Haase, Dittmann und Barth völlig unmöglich gemacht, in dem pa- ritätisch— drei gegen drei— zusammengesetzten Kabinett eine Mehrheit für die Wiederaufnahme der Beziehungen Zu gewinnen und sie muhten sich mit einer hinzögernden Behandlung der Angelegenheit abfinden Bei jeder Ge- legenheit haben sie aber immer wieder die Notwendigkeit betont, mit Ruhland schleunigst in diplomatische und wirt- schaftliche Beziehungen zu treten. In der Nationalversainm- lung ist derselbe Standpunkt ebenfalls fortgesetzt von Haase, Sohn und anderen Rednern unserer Partei eingenommen worden. Was in unseren Kräften stand, ist also stets ge- schehen, die Verbindung Deutschlands mit Rußland zu för- oern. Alle Kundgebungen und Massenaktionen der Partei wie auch der unter ihrem Einfluß stehenden Räte- und Ee- werkschaftsorganisationen haben immer die Aufnahme der 7D�!zungen zu Sowjetru»»«'� gefordert. Die gegenteilt- der deutschen Kommunisten, die sich das Tatsachen au eißen gemacht hat, entsprechen nicht den W es uns, worauf sich der Vorwurf der stüü?n der„rechten Führer" der u. S. P. L�nLn rö'st dieser Vorwurf meist von rechts- Lt«1!£f?Jp>»« n0tl9®n Jahr den Kampf um die Unterzeichnung Friedens entgegen allen nationalistischen Wühlereien atl|tl$!m Treibereien zu führen hatten, wurde oeionders von bürgerlichen reaktionären Parteien der Vor- ?»»+!,. uns erhoben, dah wir die„Agenten der En- entereglerungen' seien. Der weitere Gang der Ereignisse ?? unserer Haltung Recht gegeben, ebenso wie er seinerzeit me Haltung der russischen Kommunisten in der Friedensfrage als von harter Notwendigkeit diktiert er- wiesen hat, gegen die bekanntlich wegen dieser Haltung der *) Siehe„Freiheit" Nr. 272. 10] Die schwere Stunde Roman von Bletor P»«i« Mit seinem kleinen, warmen Patschhändchen streikt er mir die Wange und murmelt schläfrig, noch nicht ganz er habe aus dich gewartet. PaMcheni�Es ist doch nicht wahr, dah ich nicht zu dir kommen dars.. � l5." ,1� es immer und Rjussia auch. Ich bärse nicht hierher kommen, sagt sie. aber ich habe ja nichts angerührt! „Gewih darfst du, mein Kleiner, du darfst immer.sage ich. von einem unerklärlichen Glück erfüllt, und i�sse ihn auf die Lippen. Er lacht laut auf: „Siehst du! ich sagte es ja. Und sie wollen es nicht glauben! Papachen, du wirst mir doch vom Kriege erzahien, nicht wahr? Der gute Mensch will nichts davon erzählen. Hast du aber gesehen, was er jür einen langen, langen Ba.t ha.. -—- v' � Vorwurf erhoben wurde, dah sie sich mit dem kaiserlich- deutschen Militarismus verbündet hätten. Wenn wir neben der Verständigung mit dem russischen Proletariat zugleich die Veisiändignmz mit dem revolutio- nären Proletariat Westeuropas erstreben, so im internatio- nalen und nicht zuletzt im russischen Interesse. Wir wissen, dah d.em Ententeimperialismus, der Sowjetrnhlanb bedroht, am wirksamsten entgegengewirkt werden kann von dem revolutionären Proletariat der Ententelander selbst und dah unser Einfluß im revolutionären Sinn auf unsere westlichen Lruderparteien indirekt auch unfern ruffischen Brüdern zuaut kommt. Das aber hat mit„Ententeorien- iierung" in schlechtem Sinn nicht nur nicht« gemein, sondern läuft im Gegenteil auf eine Bekämpfung de» Ententeimpe- rialismus und des internationalen Kapitalismus hinaus. E» wird uns ferner der Vorwurf gemacht, wir hätten systematisch kleinbürgerliche Illusionen über das Wesen de» „Wilsonismus" gesät. Die Kritiker übersehen vollkommen, dah unsere Partei den„Wilfonismu»" nie vertreten hat. Wir baden stet» den bürgerlichen Pazifismus abgelehnt und den Kampf um die Beendigung de» Krieges von vorn- herein und bereits zu einer Zeit aufgenommen, al» Wilsons Thesen noch aar nicht bekannt waren. Lassen die bisher erwähnten Vorwürfe einerseits die ge- schichtliche Perspektive, andererseits die genau» Kenntnis der deutschen Verhältnisse vermissen, so zeugt der Vorwurf der „Versöhnung" der 1l. S. P. mit den„Henkern der Arbeiter- klaffe, Roske u. Co." von einer unverantwortlichen Leicht- fertigkeit gegenüber der Einschätzung der Nolle der verschie- denen Parteien in der deutschen Revolution. Wir können hier auf die einzelnen Phasen der Revolution und die Rolle der einzelnen Parteien nicht eingehen. Wir richten nur an das Exekutivkomitee die Frage: Glaubt es im Ernst. dah fünf Millionen deutscher Proletarier jetzt für unsere Partei ihre Stimme abgegeben hätten und dah rund eine Million Proletarier un'ere Rei en füllten, wenn die A. S. P. in den schwersten und kritischstem Zeiten der Revolution die Zntereffen der Arbeiterklaffe preisgegeben, ihre„Einig- keit zerfetzt" und ihre„Niederlage gefördert" hätte'' Diese Frage stellen, heiht sie beantworten. Und ebenso wie mit dieser Frage verhält es sich mit anderen Vorwürfen gegen eine Reihe unserer Genossen. Da werden beispiels- weife Führer angeklagt, sie wären seinerzeit(im Februar. März 1919) für die„Verankerung der Räte in der Ver- fassuna" eingetreten. Die Kritiker übersehen auch hier die geschichtliche Situation, in der dieser Vorschlag von vielen Eenoffen gemacht wurde. Es handelte sich um eine takti- schs Mahnahme zur Verteidigung der Räte zu einer Zeit, in der die allgemeine Abwürgung der Arbeiterräte einsetzte. und in der es noch möglich schien, die Macht der National- Versammlung durch auf die Rätemacht gestützte Maffenak- tionen einzuschränken und zu erschüttern Nachdem diese taktische Situation überholt war, ist der Gedanke der„Ver- ankerung der Räte" aufgegeben worden. Das Antwortschreiben des Exekutivkomitees betrachtet diese Sammlung von unrichtigen, schiefen und direkt un- wahren Darstellungen und Anklagen als ausreichend, um zu erklären, dah die weitere Entwicklung der proletarischen Revolution�sich in Deutschlagd nicht vollziehen könne, wenn die Arbeiter nicht mit diesen Führern brächen, denen ein ungeheurer Teil der Schuld an dem bisherigen qualvollen Verlauf der Revolution zufalle. In dieser Schluhfolgerung findet die Methode des Antwortschreibens ihre krasseste Ausdrucksform: Sie konstruiert zunächst auf Grund unrich- tiger, unwahrer Behauptungen ein Zerrbild der fogenann- ten„rechten Führer, sie identifiziert sodann diese„rechten Führer" mit der gesamten Führerschaft der ll. S. P. und bekämpft in der ihnen unterstellten Politik die Politik der Gesamtpartei: und sie krönt schliehtich diese ganze Kon- ftruktion durch die aller marxistischen Erkenntnis wider- sprechenden Schlußfolgerung, dah eine proletarische Millto- nenpartei, die ihre Führung und Führerschaft selber be- lichen Wollen und Streben direkt widerwricht. Es genügt, auf Wollen und Streben direkt widerspricht. Es genügt, auf diesen Widersinn binzuweisen. damit das Kommunistische Exekutivkomitee selber zu der Erkenntnis gelangt, daß seine ganze Konstruktion auf falschen Voraussetzungen beruht und deshalb notwendigerweise zu falschen Schlüssen gelan- gen muh. (Fortsetzung folgt.) ZusammeNtritt der Stadt- verordneten für Groß-Berlin Die neugewählten Berliner Stadtverordneten wareck gestern mittag nach dem Festsaal des Berliner Rathauses geladen, um vom Oberpräsidenten Dr. Maier in ihr Amt eingeführt zu werden. Grr eröffnete die Sitzung mir einer Rede, aus der wir folgendes wiedergeben: „Kraft gesetzlichen Auftrag- habe ich die Ehre, die erste Sitzung der Etadverordnetenversammlung der neuen Stadtgemeinde S3er» lin zu eröffnen. Da» viel erörtert« und heiß umstrittene Problem der rechtlichen Gestaltung des Wirtichaftsorganismus förohberlin ist im Sinne der Einheitsgemeinde entschieden. Da, Gesetz vom 27. April dieses Jahres hat den kommunalen Egoismus einer Lielheil von kCorperschafteir mit widerstreitenden Interessen als Nschfolgerin eine kollektive Einheit bestellt, die die Aufgabe hat, durch Zusammenfassung aller vorhandenen Kräfte die durch die Not des Baterlandes gesteigerten und einzeln nicht erträglich Forderungen zu erfüllen. Kröfieerhaltvng und Kräfte» steigerung, nicht Kräfteverfchüttung ist das Gebot an die neue Einheit. Gin Gebot, dem auch der Gegner der Neuordnung zu folgen hat. Von der richtigen Politik und zweckmäßigen Oekonomie in An- fehvng der Inanspruchnahme der zentralen und örtlichen Kräfte wird des Schicksal des neuen Verlin in erster Linie abhängen. Insbesondere wird die volle Wirkung der auf dem Gebiet der Gcsamtinteressen und Eenleinschastsaufgaben entfalteten Initia- tive nicht nur von ihrer Kraft. Zielsicherheit und Beharrlichkeit, sondern in mindestens gleichem Matze von der Zähigkeit und Ste» tigkeit der richtigen Eelbstheschränkung gegenüber den Aufgaben der örtlichen Bezirke abhängen. Dies verlangt zu feiner Durch- führung eine hohe Kunst, die Kunst, die überall und auf jede Weise alle für die Selbstverwaltung verwertbaren Kräfte zu ge- Winnen, sie dort einzusetzen, wo sie aus innerem Bedürfnis und nach ihren Fähigkeiten das Höchste leisten können, diese Kräfte zu. regulieren und auszuschöpfen. Nur so kann der die gesamte Bevölkerung durchdringende und einigende Gemeinsinn gezeigt werden, der den Willen hat, un- erfüllbaren Wünschen zu entsagen. Dieser Gemeinstnn ist das festeste und zuverlässigste Fundament fiir den Aufbau des neuen Berlin. Denn Mübe und Sorge be- gleiten die neue Stadt bei Antritt ihres Weges. Wie alle deutschen Städte gehen auch die in dem neuen Berlin zusammengeschlossenen Gemeinden aus dem Kriege und seinen Nechwirkungen mit einer außerordentlich gesteigerten Schuldenlast hervor. Ihr Abbau und der gesunde finanzielle Aufbau wird um so schwieriger für die neue Gemeinde werden, weil sie das Kernstück des den preutzi- schen Gemeinden bisher zustehenden Steuer-Hoheitsrechts, das Recht zur Besteuerung des Einkommens nicht mehr vorfindet. Dazu bleibt die Frage offen, in welchem Matze weitere Lasten aus der Auseinandersetzung mit der durch den Gebietsverlust stark ge- schwächten Provinz und den drei Nachbar-Landkreisen erwachsen werden. Alles in allem kein; Hoffnung-- und verheitzungsvollen Zeichen für einen leichten und sicheren wirtschaftlichen Aufbau. sondern Mahnungen an das Verantwortlichkeitsgefühl der Bür- gerschaft und der zu ibrer Vertretung berufenen Organe. Unter diesen nimmt die Stadtverordnetenversammlung hervorragenden, wenn nicht entscheidenden Anteil an der Lösung der Ausbouauf- gaben und der Gestaltung des gemeindlichen Eetchicks von 4 Mil- tionen Menschen. Hieraus erwächst ihr eine bedeutende Arbeits- last und eine Verantwortung, die sich mit ganzer Wucht und Schwere infolge des politischen Gewichts und der wirtschaftlichen Auswirkung eines nach Bevölkerungszahl und Gebietsgröhe so gewaltigen, kommunalen Körpers geltend machen muh und gel- tend machen wird. Mit dem Wunsche, daß Ihnen die Bürde Ihres so überaus an«. spruchsvollen, aber schönen und arotzen Amtes nie zu schwer sein möchte, und dah Ihrer Arbeit Erfolg und Segen zum Wohle des neuen Berlin, der mächtig erweiterten Reichshauptstadt, beschiede« sein möchte, habe ich die Ehre, Sie zu begriihen. Gleichzeitig habe ich Sie gemäß gesetzlicher Vorschrift mittels Handschlages an Eidesstatt zu verpflichten auf treue und gewissen» haste Erfüllung Ihrer Amtspflichten." Nachdem die ganz überflüssige und reichlich veraltete Händedrückerei vorbei war, übernahm der Rechtssozialist P f a n n k u ch als Alterspräsident die Leitung der Versamm» lung. Er berief die nächste— konstituierende— Stadtverordnetenversammlung zu Donnerstag, den 15. d. M., nach- mittags. Uhr, ein. Es sollen eine vorläufige Geschäfts« ordnung festgesetzt und der Vorstand, sowie die Ausschüsse ge- bildet werden. Damit war die ganze Feierlichkeit zu Ende» geht wieder nicht,- wie ist das. Papachen?" Jetzt steht er auf meinen Knieen und krabbelt mit beiden Händen auf meinem Gesicht herum: bald spielt er mit dem Schnurrbart, bald hebt er mit einem Finger meine Ober- lippc au), um zu sehen, ob ich Zähne habe. Dann vergräbt er wieder feine kleinen Flngerchen in meine langen grauen Haare und dazwischen druckt er sich ganz nah an mich heran und kiiht mft seinen seucyten, weichen Lippen mein Gesicht, wohin es gerade trifft. Sollte oieses neue, mir bisher fremd gebliebene Gefühl auch sin Resultat des Krieges fein? frage ich mich selbst Ich erinnere mich der Kindheit lltlUisias, ff« war auch ein jürtliches, liebendes Kinv, auch sie habe ich auf den Knieen gehalten, aber dieses volle, ganz»greifende Grühl, erinnere ich mich nicht, erlebt zu haben In diesem Augenblick fühlte ich Wowotschka nicht als ein etnzcmce Viesen, sondern er tommi mir U)ie ein Teil nie»lies cipcncn nerpets, meiner eigenen Seele vor, der sich ick; obflC'Jnnt hat und sich, wie ein freudiges Lied, einem beleveudm Strome gleich, in meine Seele crgicht. Es dünkt mich, als fei das Kind vor mir eine göttliche Ouelle, in deren kristallklare Wasser sich versenkend, meine gequälte Seele sich badet, sich reinigt, sich von allem Irdischen befreit und eine neue reine jugendfrische Kraft daraus schöpft. Und nun, wo ich all dies fühle und gierig in mich einatme, schweigt finster der Verstand. Ebenso schnell wie er erwacht ist, schläft Wowa auch wieder in meinen Armen ein: ich halte ihn umfangen und drücke ihn zärtlich liebevoll an meine Brust: che ich ihn in das Kinder- zimmer bringe, sehe ich. wie er im Schlaf seine bleichen, vollen Kinderlippen bewegt. Die Wärterin brummt: „Dieser Wildfang, ich habe den ganzen Hof durchsucht, bin sogar auf die Straße hinausgelaufen. Jetzt kann einem ja alles Mögliche zustehen, was Gott verhüte! Wowa, Wowa! rufe ich, er ist aber nicht zu finden: ich habe sogar den guten Menschen geschickt, ihn zu suchen, auch er sagt mir: er ist nicht zu sehen. Und dabei hat er sich zu dir verkrochen!" Schweigend ordnet sie die Decke auf dem ruhig weiter schlafenden Kinde und fährt dann fort, ohne auf mich z« schen:„Nicht umsonst qrzählt man in den Märchen, daß das Blut immer zu reden vermag. Es war einmal ems Königin, die kannte ihren eigenen Bruder nicht und wollte ihn hei- raten, zum Schluß hat aber doch das Blut zu reden begonnen. Auch hier ist es dasselbe: er war ja nur einen Monat alt. als du fortzogst, und jetzt klebt er an dir. dah er gar nicht mehr wegzukriegen ist. Den ganzen Tag heißt es bloß: Papachen. Papachen!" Ich weih aus Erfahrung, dah ihr Gerede kein Ende nimmt, sie spinnt ihre Gedanken so unendlich lange, wie der Faden einer Spindel an einem langen Mnterabend gesponnen wird. Ich lege meine Hand auf ihre Schulter, schüttele sie em wenig, und jetzt erst bemerke ich, da ich ibr ins Gesicht sehe, wie dieses furchtbar abgemagert und eingefallen ist. �ie ausgedörrte Haut ist dunkel geworden und macht den Eindruck, als hätte sie lange unter ver(tzrdejielegen. Merkwürdig. Gestern habe ich nichts davon gemerkt. „Rjanja, bereite mir bitte das Bett im Kabinett." In ihren Augen lese ich ihr Erchaune«: ihr Kopf fängt noch schneller zu zittern an. und sie beugt sich wieder zu Wowa. obwohl sie jetzt gar nichts mehr bei ihm zu tun hat: sie tut es nur, um iyr Gesicht vor mir zu verbergen. „Was fällt dir auch ein", brummt ste,„du bist ja nicht mehr kleinl Dem Weibe muh man eben nicht alles mehr nachtragen: alle sind sterblich, alle sind sündig, ja, so ist es, mein Liebster. Wie wirst du auch im Kabinett einschlafeck können? Auf dem Divan ist es so eng!" „Es tut nichts. Rjanja, fürchte nichts, ich werde schon ein« schlafen", sage ich ihr, ohne den inneren Sinn ihrer Worte zu beachten: ich wende mich dabei der Türe zu und höre noch hinter mir die abgerissenen Worte der Wärterin: „Mein Gott, fei gnädig... Herrgott, sündig ist der Mensch, laß keine Sünde zu..." Während ich in meinem Kabinett auf und abgehe, denke ich daran, daß im Grunde die Wärterin recht hat. es steht mir gewiß ein langer Kampf mit meiner Frau bevor, viel- leicht sogar eine jener widerwärtigen Szenen, die so oft inz Familienleben vorkommen. Es ist das erstemal feit unserem zweiundzwanzigjährigeck Zusammenleben, dah ich außerhalb des Schlafzimmers schlafe, und gerade am zweiten Tage nach meiner fünf» jährigen Abwesenheit. Zu wiederholten Malen stelle ich mir die Frage, ob ich recht habe? Vielleicht hätte ich dulden. Mich verstellen, lügen sollen, neben ihr schlafen und dabei Widerwillen gegen sie im Herzen tragen? Aber jedesmal, wenn ich an den gestrigen Abend denke, durchzittert mich ein Schauer dos Ekels, und eine unsagbare Furcht bemächtigt[tch meiner, wie vor einem unvermeidlich herannahenden, aber unerklärlichen Schrecken. Ich schäme mich, ich sage mir, daß ich häßlich handele, ich versuche mit allen Miteln der Logik zu beweisen, dah von feiten meiner Ftau keine Schuld vorliegt: sie hat eben einen gesunden, kräftigen, �vollen Körper. Ist sie denn schuld daran, wenn sie ihre Znstmkte nicht beherrschen kann? And daß ste riecht, liegt einfach an dem Umstand, dah es keine Seife gibt und man keine reine Wäsche haben kann. Auch meine Hand ist'.a schwarz vor Schmutz, auch ich rieche ja. Aber alle diese Beweisgründe des Verstandes sind vergeh- lich, sie gleiten vorbei, ohne meine Seele zu berühren, und meine Seele ist von diesem unbezwingbaren Gefühl des Widerwillens erfüllt. (Fortsetzung folgt.) 7. Verbaudstag der B«ch-«. Stein- Druckerei- Hilfsarbeiter u.-Arbeiterinnen Frankfurt a. M., 11. Juli. Am Sonntag traten die Delegierten zu einer Vorbesprechung usammen zwecks Festlegung der Geschäfts- und Tagesordnung nd zur Vornahme der Bureau- und Kommissionswahlen. Bereits bei Festlegung der Geschäftsordnung kam es zu scharfen tuscinandersetzuiigen. Ein Antrag der Opposition, die Äb- iMTnungen nicht nach der Zahl der Delegierten, sondern nach der .saht der vertretenen Mitglieder zu werten, wurde abgelehnt. Bei der Eeneralabstimmung über die Geschäftsordnung wurden ämtliche Anträge der Opposition abgelehnt. Ebensowenig ourden bei der Festsetzung der Tagesordnung die Wünsche und Inträge der Opposition berücksichtigt. Die Bureauwahl hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzende mit leichen Rechten G l o t h- Berlin und Hermann- Dresden, Schriftführer Rohland-Leipzig. Auch im weiteren Verlaufe dieser vorbereitenden Sitzung wurde 'ußer Loyalitätserklärungen— die recht billig sind— der Op- osition kein Entgegenkommen gezeigt. Zum Gedeihen des Ver- andcs und zur Förderung der wichtigen Arbeiten, die der Ver- andstag zu erledigen hat, trägt diese Tatsache nicht bei, umso- 'enigcr, wenn die Abstimmungsmaschine gegen die Opposition Ehrend den Hauptverhandlungen genau so prompt in Tätigkeit ritt, wie bei der vorbereitenden Sitzung. Gewerkschsftliches Streikbeschluß der Töpfer Nach Aufstellung von Forderungen der Berliner Töpfer und anschließenden Verhandlungen mit den Unternehmern, versprachen letztere ab 1. 7., eine Erhöhung des Stundenlohnes von ti,50 M. auf 7,50 M. Die Quartalsvcrsammlung der Arbeitgeber lehnte jedoch eine Erhöhung des Stundenlohnes ab. Lediglich der Teue- rungszuschlag zu den Akkordgrundlöhnen solle aus 550 Prozent erhöht werden. Mit dieser Tatsache beschäftigte sich eine Töpferversammlung am Sonnabend, die zu folgendem Beschluß kam:„Die Versamm- lung ist mit dem Vorgehen des Vorstandes und der Lohnkommis- sion einverstanden und verlangt, daß ab 1. Juli ein Stundenlohn van 7,50 M. und der Teuerungszuschlag von 550 Prozent auf die Akkordgrundlöhne gezahlt wird. Wo die Unterschrift des Arbeit- gebers hierfür noch nicht vorliegt, haben die Kollegen am MoMg (12. 7.), nochmals an den Arbeitgeber heranzutreten. Wird dWn die Unterschrift nicht gegeben, so legen die Kollegen sofort die Arbeit nieder und benachrichtigen alsbald das Verbandsbureau, Schlichtungsausschußbeisitzer Groß-Berlins Die zum Donnerstag, den 15. Juli nach dem Nordischen Hof, Jnvalidcnstraße 126 einberufene Sitzung aller ständigen Bei- sitzer des Schlichtungsausschusses muß von allen Arbeitneh- merbeisitzern unbedingt besucht werden. Die Entscheidung über den Vorsitz fällt in dieser Sitzung. Tarisbewegung der Rollkutscher. Am 9. Juli fand eine gut be- suchte Vollversammlung der Rollkutscher und Speditionsarbeiter statt. Einstimmig wurde beschlossen, den Tarif zu kündigen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde ein Antrag ein- ________ Zentrale M ü n z st.. anmelden und die Marken von derselben entnehmen. Das Ergebnis der Tellersammlung(IK-t Mk.) wurde dem Fonds zur Unterstützung politischer Gefangener überwiesen. Lohnrcgelung fiir Steinsetzer, Pflasterer und Berufsgenossen. Die Stundenlöhne betragen vom 3. bzw. 5. 7. ab: Für Steinsetzer 6,60. für Rammer 6,50, für Steinhauer 6,70, für Arbeiter nach dreimonatiger Beschäftigung 5,70 Mark. Neuer Verband. Unter dem Namen:„Allgemeiner Eomparserie- Verband" Sitz Berlin, haben sich die Statisten und Comparsen der größten Berliner Bühnen organisiert, um durch diesen Zu- sammenschluß ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Grotz- Berlin Gegen den Obstwncher Der Händlerverband veranstaltete am Sonntag im Englischen Garten eine große Protestversammlung gegen den Obftwucher. Der Referent Virschgen legte in einem einstttndigen Referat dl« für das Publikum schädigenden Folgen deS von den Obstzüchtern und den Grossiisten betriebenen Kettenhandel« dar. Er betonte. daß durch diesen Kettenhandel in geradezu schamloser Weise die Preise in die Höhe getrieben werden, so daß eZ für die Kleinhändler unmöglich ist.irotz der hohen Verkaufspreisezu existieren Er stellte kell daß im Durchschnitt mit einem großen Mrndergewicht zu rechnen ist eL komme vor, daß ein- Kiepe Obst, die ans einen Zentner Obstinhalt eingeschäht wird, 12 bis 18 Pfund Mindergewicht habe. Ebenfalls richten e« die Grossisten häufig so ein, daß die Kiepe minderwertiges Obst enthält, nur oben eine Schicht gutes Obst la&ert 99 ftt klar, daß W«©ftuM«»tt de« peofentuak«»«Menfl« mmchlag nicht auskommen könnten, wenn ew derartiges Minder» gewicht vorhanden ist, zu dem noch der Verlust an verdorbener Ware kommt. �, Der Redner geißelte dann mit aller Schärfe die Haltung der Regieriliig, die nicht das Geringste gegen den Kettenhandel unter- nehme. Er forderte die Händler auf, im Kampf gegen den Obst- Wucher anszuharreu und keine Kiepe Obst zu kaufen, ehe die Wucher- preise abgeschafft und an dessen Stelle eine stabile Prelsgrenzo fest- gesetzt ist. Es sei Pflicht der Regierung, sowie auch der Kommunen, hier einzugreifen, um das kaufende Publikum vor Bewucherung zu schützen. Um diesen Kampf schneller beenden zu können, fordere er aber auch daZ Berliner Proletariat auf, die Händler in ihrem Be- streben zu unterstützeu und kein Pfund Obst zu kaufen, welches zu Wucherpreisen angeboten wird... In der Diskussion teilte ein Kommisstousmitglied mit, daß oas Ministerium dem Berliner Magistrat Anweisung gegeben habe, die Forderungen der Strabenhäudler zu berücksichtigen. Heute zoll die Kommission mit der Markthallcndcputatiou des Berliner MaalstratS über die PreiZfestfetzmig verhandeln. Weiter wurde vorgeschlagen. daß zwei Mitglieder der Kommission ständig der Deputation anzu- gliedern seien, um die Machenschaften der Grossisten zu überwachen. Der Vorsitzende forderte die Versammelten auf, nch in der frei- gewerkschaftlichen Organisation fest zusammenzuschließen, um die eigenen Jnteresien und auch die Interessen der arbs>tcnde»i Be- völkerung wirksam vertreten zu könueck Der Streik der Obsthändler dauert an. Gestern konnte man vor vielen Ladengeschäften Streikposten stehen sehen, die den Verkauf hinderten. Viele Geschäfte schlössen, und die Frauen standen hus- los vor den Läden, um Gemüse zu kaufen. Wir hörten sagen, daß man ohne Obst sehr wohl leben könne, in der Kriegszeit harte man Obst auch entbehren müssen. Das wäre nicht das Schlimmste: schlimmer sei das Fehlen der Kartoffeln. Weniger erbaut waren die Arbeiterfrauen darum, daß ihnen das Kausen von Gemüse verwehrt war. So wurde die Sympathie wieder in Antipathie verwandelt. Hoffen wir, daß bald genügend Kartoffeln heran- kommen, dann wird der Unwille der Bevölkerung beseitigt. Den Mangel an Obst kann ste eine Zeit ertragen. Magermilch. In der Woche vom Montag, den 12. Juli bis Sonnabend, den 17. Juli ds. Js. werden die Magermilchkarien der Serien 1, 2 und 3 mit je einem Liter Meierei-Buttermilch beliefert. Der Preis beträgt 1,24 Mark pro Liter. Die übrige Belieferung bleibt unverändert. Quer durch Berlin. Der Schwimm-Vcrein„Vorwärts" Berlin 1897, veranstaltete unter Mitwirkung der im Arbeiter- Sport-Kartell vereinigten Vereine am Sonntag ein Propaganda- schwimmen. Den Bestrebungen der Arbeitersportvereine ent- sprechend, hatte das Fest einen mehr volkstümlichen als sportlichen Charakter. Um 10,15 Uhr erfolgte am Urbanhafen der Start der ersten Gruppe, der sich' in kurzen Zeitabständen die nachfolgenden anschlössen. Es starteten zirka 350 Teilnehmer, die je nach Alter und Geschlecht in verschiedene Gruppen geteilt waren. An den Brücken wurden lehrreiche Vorführungen der Rettungswache des Vereins gezeigt. Gegen 11 Uhr erreichten die ersten Schwimmer das Ziel an der Ra'tiborstr.: ste hatten eine etwa 2200 Meter lange Strecke zurückgelegt. Die gute Inszenierung fand den leb- haften Beifall der in Massen erschienenen Zuschauer. Verhaftet wurde in Swinemünde der 19 Jahre alte Defraudant, der die Kasse des Anhalter Bahnhofes dauernd durch Unterschleife erleichterte. Das junge Herrchen hat Hunderttausende im Spiel und mit Weibern durchgebracht. Verkauf des Marinchaufes. Die Landesoerstcherungsanstalt Berlin hat das. an ihr Verwaltungsgebäude angrenzende„Ma- rinchaus" erworben und wird es zur' Vergrößerung ihrer Ver- waltungsräume verwenden. Durch die am 1. Oktober eintretende Umgestaltung der Gemeinde Berlin wird der Umfang der Ver- ficherungsanstalt um mehr als das Doppelte vergrößert. Vorstcht, Spitzel! Die neueste Nummer der„Freien Welt" bringt Bilder von den Spitzeln Waldemar Perschalla und Ottomar Toifl übelsten Angedenkens aus dem Blau-Prozeß. Unsere Genossen sollten sich die Bilder genau ansehen, um die beiden gefährlichen Burschen zu erkennen, wenn sie weiter ver- suchen sollten, die Arbeiter zu Verzweiflungsaktionen zu provo- zieren. Juristische Sprechstunde täglich mit Ausnahme Sonnabends von '/t6 bis'LS Uhr. Breite Straße 3-9, Hof liuks. Sonstige Besuche in der Redaktion nur nachmittags erbeten. Allen Einsendungen und Anfragen muß außer der letzten Abouucmentsquittuug stets ein frankierter Umschlag zur Rückantwort beigelegt werden, da sonst keine Beantwortung erfolgen kann. Redaktion der„Freiheit". w MO.* 7. DiftrM. 2. riMelliinR. ncistsg, den 1»., abends 7 trag d-s fficnoticn Liers. den je««!*! RSte-»»d Henxr Der Zuli-Zohlobeiid Uhr, in der Schulnuln schaflNcher Ja werychaslsfrngl > findet gemeii Zahlai«»» t»»Fk-t 8. Diltrilt. Obleute der ZeitungskommiMen, der Spedition Wengels, n 1». 7. 20, abends 7 Uhr. bei Kirsch, Petersburger Str. 81. gemeinschatMch INN Do» I Hohen lohestr c. he, statt. Vor»( Dienstag, Diftritt. 4. Abteilung. Mittwoch, 7 Uhr,"Lyzeum, Eesanassaal, Greis» walder Str. 25, gemeinsamer Zahlabend und auzcrordentlich« Abicilungsve»! 'T�ijtei«. Kinderschuhkommisfion. Heute, 8 Uhr, bei Fiegs. Bötzapstr.. StK■ Waldendurgar Strohe., m «äte- und Eewerlschafisla-misfion. Heute abend Nolloersammlung, WO» "isttnisan.13 Dienstag, den 13. Juli, abends 7 Uhr: Bezirksversammlung d» 13. Bezirks, bei»unk, Walterstrahe, Elke Erenzallee. Sitzung des engeren 2)0» j standes im Parteibureau,, abends 7 Ubr...„... Mittwoch, den 14. Juli, abends 7 Uhrl Bezirksversammlung des 6. Bezirk» bei Schwengel, Elbestr. 8. Thftnai Räte und Eewerkichaft. Reserent: M-i �Lichicnbeeg. Freitag, 7'A Uhr. Norstandssttzung bei Wilhelm Schulz. Schar» � Fried! i!iishag«n. Mittwoch, Zahlabend in den Büraerlälen. Bortrag R"?■ Sowjet-Rußland.— Jeden Die punkt: Marktplatz, 2 lltzr. in den Biirgersölen. Bortrag Dienstag und Freitag Kinder-trenensprele. Samme» Unit: wlarnpiag, 2 llpr.___,_„..,2, Adlershof. Zur Beerdigung des Genossen Bockert, Treffpunkt Dienstag ne» mittag oli Uhr, am Marktplatz.— Die Zlktionsratssstzung am Dienstag fall« aus.— An Stelle des Zahlabends findet am Mittwoch, 7s, Uhr, bei Wollstei» eine Mitgliederversammlung statt.. �,,»,.»„te. t5-jp«nii!,rainmrorst«»t. Heute diib Uhr. Funktlanar-Versammlung. Lakal Kupl» Kaiier-Wilhelm-Str. 23. Oberschoneweide. Heute, 8 Uhr, Varstandssttzung bei Imberg Hermsoors-Waidmaiinolust. Heute 7!4 Uhr. Sitzung sämtlicher Partelfunkti»! näre beider Orie im Lokal Wosdrak, Hermsdorf.,.„ Tempelhof. Freitag, 8 Uhr, Sitzung der Agitalionskommiffian bei Grutzmacha- Vereinskalender Zentraloerband der Angestellten. F a und Warenhauser und Spezialgeschäfte.) Dresdener Casino, Dresdner Str. W. Fachgruope 11c.(HolzrahmenfabrlkationZ Mitgliederversammlung. 11.'•* o1/? Uhr, Veroandslokal.(Bericht über die Verhandlungen vor dem Schlichtung»' j ausschuh.) Lebensmittelkalender g r u p p e 7.(Funktionäre der itaif unktioncirversammlung, 14. 7., 7% Wi 14. � Tempelhof. 20 Gr. Butter. Teigwaren auf Abschnitt 35 der 250 Gr. Haferflocken auf Abschnitt 33, 125 Gsss ____■ if«iiMujimi.>.> i'ct Lebensmittelkarte des Kreises Teltow, rinne I dnngi 250 Gr. Graupen auf Abschnitt 8 Tcuerungsverhältnissen. Die Milchverbllliguiig wird deshalb in Zulunft ni»> mehr von ein« bestimmten Eiilkomnien-grenze abhängig gemacht, sondern dann gewährt werden, wenn durch Prüfung dos Einzelfalles die Bedürft«!»*! des Antragstellers zweifelsfrei festgestellt ist.' Die Gemeinde übernimmt alsd-o»! wie bisher einen Zuschuh von 80 Psg. pro Liter. Tie Ncrbilligung findet leb»! nur auf A 1 und A 2 Kindervollmilchkarten tl. und 2. Lebensjahr), für w. I dende Mütter und Kranke, denen mindestens% Liter verordnete find,»'M " Treptow. Auster den üblichen Rationeni Kartoffeln 2 Pfund. Marmel�! auf Abschnitt 11 der Berlin-Treptower Lebensmittelkarte, 500 Gr. Auf r.o Xflr kTirrtlisW�rUn«»»>«4�:::- O.. VISA.« 250 C5r. Berlin-Treptov� D___ W■......... Zwieback und 1 Piicklft Malzertrakt. J aiobsnaisthal. Ausgabe von Lebensmitteln in den hiesigen Kleinhandelsgesthuft»! noch Zuckerkandenlifte auf allgemeine Lebensmittelkarte, Lbfchnttt Nr. 847. Sond'»! ausgäbe. Abschnitt Nr. 848 2 Stück Suppenwürfel. Aus Lebensmittelkarte d» Kreif-S Teltow Abschnitt Nr. 32 258 Gr. yaferflocken. In der Gemeindcverka«?! stelle, auf allgemeine Lebensmittelkarte, Abs-bnitt Nr. 848 1 Päckchen Süstliflb aus rote Lebensmittelkarte für Kinder von 1—8 Jahren, Abschnitt 84», 1 PäckÄ»! Kindergerstenmehl. melade ffirofi-" tHaushaltskarte. pro 20 M. lHoushaltskaite). Pankow. Hasorslocken. Auf den Bezugs- und Quittungsabschnitt 33 der ollz- meinen Lebensmittetlarte entfallen 258 Gramm. Der Preis beträgt für 258 Grain»! Aus den Organisationen 1. Distrikt. 3. und 4. Abteilung. Gemeinschaftlicher Zahlabcnd. Mittwoch abend 7 Uhr. im Jugendheim, Alte Iakobstr. 138. Bortrag des Genossen Thomas.— 5. Abteilung bei Ratmann, Wilhelmftr. 118. 3. Distrikt.?. Abteilung, für die Bezirke 84—87. Mittwoch abend. 7 Uhr, Zahlabend in der Schneekoppe. Nostizstr. 2». Portrag der Genossin Zietz. 4. Distrikt. Dienstag abend, 7 Uhr. Schulaula, Reichenberger Str. 87-78, Per» fammlung aller Elternbeiräte und Helferinnen der Quäkerspeisung. 4, Distrikt. 1. Abteilung. Mittwoch, abend» 7 Uhr, gemeinschaftlicher Zahlabend im Märklfckien Hos, Admiralstr. 18 c. Vortrag des Genossen Lüdicks. 4. Difteikt. 5. Abteilung. Mittwoch, H7 Uhr, gemeinschaftlicher Zahlabend i» der Sckmlaula, Neichenberger Str. 152. e. Distrikt. 8. Abteilung. Gemeinfchastlicher Zahlabend in den Luna-Sälen, Neue Köntgftr. 7. ............--... Pfd. Haferflocken zum Preise— � Die betreffenden Abschnitte find bis Dienstag, den 13. d. Mts., bei den Pändlt� und in den amtlichen Verkaufsstellen abzugeben, die ste in üblicher Weife«a Mittwoch, den 14. d Mts, bis 18 Uhr vormiilags, im Zimmer 85 des Ast"? fchaftsamtes,.rlott-nstraüe 48. abzuliefern haben..) Ali-Glienicke. Auf Abfckinttt 137 der gr. Lebensmittelkarte 1 Pfd. w-? Bobnon, auf Abschnitt 138 der gr Lebensmittelkarte Pn>. Fruchimebl, L Abschnitt 138 der gr. Lebensmittelkarte Ii Pfd. Haferflocken.% Pfd. im flocken, auf Abschnitt 148 der gr Lebensmittelkarte 1 Pfd. Marmelade, tp« Kunsthonig, auf Abschnitt 141 der gr. Lebensmittelkarte tztz Pfd. Kakao f, 58 Prozent Zucker gemischt. Am Nahimittelkarten(29. Woche)'A Pfd. na« flocken,!4 71». Gtiest. Für Sncgsdefchadigle i Pst. Nudeln. Für alte 1 Pfd. Graupen, 1 Paket Mllchsustipei e. 1 Paket Zwieback. Auf die KartoW karte, soweit Vorrat reicht(28. Woche). 5 Pfd Kartoffeln. Teltow. 288 Gr. Haserklockcn für 1,24 M. aus Abschnitt 3.- Auf die KranÄ mchlkarte entfallen 1388 Er. Krankenmehl für 3,80 M.- Trotz eifrigster*• mühungen ist es nicht möglich gewe.cn, die erforderliche Menge Kartoffeln Herl« zulchasjen. Es können nur- ipst. Frühkartoffeln an jeden Kartoffekkatick! Inhaber abgegeben werden Vorzugswei«! werden die Abschnitte 28 a und! mit zusammen 2 Pfd., alsdann soweit der Vorrat reicht, die Zlbschniiie 2-, und b ebenfalls mit zusammen„ Pfd. beliefert. Der Preis beträgt' für Pfund 50 Pfg.____ �Hühneraugen o nornlriciut. Schwielen u. Warzen t)eseUi§j stchnell, sicher u.schmerzlcs KukirollOOOOOfachbwäht'J ' � r?i5 W.250 In Apotheken und Uroferien erhäülich Lassen Sie sich nichls anderes aufreden, es M nichb Besseres. Aufklärende Broschüre �rofc und franko durch Kurf Krisp, Mo�debur� 7 aniUä!'0Tmti den 2eo Liebschütz. Friedenau. Be «°rlag-g°n-ss°nschafi��eihett"'..'«/«'"b' H?.«-r°lin.°- Dru�d-5g!l �'•>n. b. ti., Berlin.— Druck Ituiteici v. m. 6. H.. Berlin C 2. Breit- Straste 3-8. Rauchtabak Rein überseeisch in Grob-, Mittel-, Fein- u. Shagschnitt 100 und 50 Gramm-Packung Meiiteiii im Preis HMM Verlangen Sie . schriftliche Offerte oder Vertreterbesuch M'M fsznz Ii. franzsü Würselen- Aachen Schöneberger Straste 8 Fernspr.- Lützow 5248 und Kurfürst 8844. Wirkaufen t nnd znhlen sehr hohe Preise fiir Kupfer» Blei, Zink» Messing Stanio!, Zinnfolie, airoSPtr, Aluminium, Eelluloid, MtMW , Platin» Gold, Silber, Prenztauerstr.24 Waldstrnste 3 Q.ERMS*. (&ubcncvftr. 59 DEGENSR &dj5ncbtvg, Dahnstrade 40 S�AASE Skalitzerstr. 93a h Ecke Lausitz er Platz HiOElKS ' Rammler ftr. 10 I Wir garantisren für sofortige Wirknng unserer Präparate darum lassen Sie sich nichts anderes aufreden III „P»x"-Wanientod Radikalmittel in Flaschen 3.75, 5.50 nnd 8 25 Mark „Keyberol" Nr. 1 gegen Krätze, Hautjucken, Hautav,»abläge usw 7 v,,k „Reyberol"*r. 2— Haarwasser— vertilgt lieber Koufiäu-e uiia nft» u T-JIc ü— c l-,., Kopfhaut Flasche 5.- Mark. p u»'' Br»t. bcsert.£t Schuppen, Schinnen, Jucken der ..3fottentcn7cl". Oester und sauberster Blottensehutz. p.ket 87 nr Sclmppenfrpl— Antieeptisohei Haarwasser— Für Haar und-Kon will-" Sohuppenfrel- Kamill.- Sgez. für blonde, und hsllblondss H34r.&.prc!s Flasche 8.75 Mark, BEVUaUARKM B. M« Dro�ri".»»-llrek.' durch REYHERa BEHRENS, Fabrik pharm., chemMechn. Präparate, BERLINSS9. Scherz- n. Festartikel wie Papiermttizen» Stock- laternen, Radauartikel liefert billigst nur engros k>l»ua �ri«cirieb»tr.vS Altmetalle yueckzilbei-, Zzsinxebizse, Platin-Silberbruch, lisust JU Echmekzprrlsen l. Brunnenstr. U 2. Neukölln 22S Kaiser« Friedrich» Straße, fllt-Papicr, alte» geknüllte» Icitungsn» Zeitschriften, Bücher, Skripturen uaust zu höchsten Tagespreisen. Fr itz Seydlift» Neukölln, Herniannplotz 4. Telefon: Woritzplatz 7291. �lrmeepistolen kauft fu höchsten Preisen Slirstem, Linien- strotze 50. Metalleinkaus Engros»prelse Lichtmann Jk Co., Dragoner« ftrafec 40a, o. Schönhaus. Tor. Kupfer Notgust, Messing, Zink Blei fonft laufend Sebasttanstratze 66. Kupfer Hfl. 7.75 "Hossing M. 3,30, RotguB?.—" - Biel 1.75— Zlak 2.— rein ityn b. M. 30.— Lagermetall d.„?0___ Quookellöer„ 35— I-athrlnsprstr.ÜS KW 7,50 1. Slhulzadorser Str. 1 Goldbruch, Silberbruch, Zahngebisse, Nlesfing, ivlei, Kupfer kaust Ighv. Chiluiseeslrllhe 11» i, Portal I(Znvalidcnstr.) Armeepistolen und Jag d tu äffen kaufen F. LV. Bandrep& Co. Gewetzrfabrik Berlin SSV 68, Lindenstr. 90. Kiivfer per Kilo 1—s M. Messing.... 3,50. M.»- Mi„ n 2.- n Waßinannstr.22 im Laden Allen Freunden, Kollegen und Genoffen zur Nach. richt, daß meine liebe Frau WilifeliNne. zeb. Gneneft am Sonnad., den 18. Juli nach längerer Krankheit fault entschlafen ist. Die Einäscherung erfolgt am Donnrrstag, den l''"n Iii"."achmittags nl—„ lm■Krematorium Gerichzirratze 37,M. •a? �/»"»spenden bitte ich abzusehen. Wiliielm Hnitschci Echliemannstr. 3. DeWer MMMn-BnSM _ Bertualtungsstelle Berlin. Todesanzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Arbeiterin ltlses �sucß Verlin, Frankfurter Allee 113, am 7. d. Sit. gestorben ist. Ehre ihrem Andenke» l Dir Ortsoeervaltung- Kupfer 7 M. Zinn bis 25 M. Wittstockerstr. 19] Kupfer b. 8.— ONefssnq b. 4__ forort sämtliche Metalle M eta ltv erwertuna Weizzenbueger Etrahe 12 KastanienaNee 85 Reinickendorfer Strohe 107 Kupfer 7,00 Msssincg 3,50 etei 1,50-1,75 Zink 1,50 Zimmermann, Alte Iakobstr. 56 und Waldein arstr. B. Tel. Woritzpl. 4317. Speziislsrzt Dr. med. Korben für S»?p Hills, Harn-, Kranen- leid., Schwäche, Beinkranke, Beh. schnell, sicher und schmerzlos ohne Berussstör. Blut- und Harn- Untersuch.(Fäden im Harn). Friedrichftr. 81, KölllM. 56=57, 9Ä Eprechst. 18-1, 4-8>/„ Sonnt. 18-1 Teilzahl. Separ. Damenzim. Alte »llMM kauft Ieppl, Neukölln Weserstr. 42 jv. 3-7 Uhr). ZovgeWe. Wl!». Brennspitzen, Kontakte, Tiegel usw. düliUh. MkttwZ,, | Kaust zu höchsten Tagespr- 1 ,A.iInser,Pr!il!e»sir.77>