- Einzelpreis 30 Pfg.« 3. Jahrgang Mittwoch, den 14. Juli 1920 Nummer 276» Morgen-Ausgabe Die.Freiheit» erscheint«nrgens»nd nc-chmittag-, Sonntag« NN» Montag, nur einmal. Der Beztigsprei« beträgt bei freier Zustellung in» Hau« für Groß-Brrlin 10,— an. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Post« bezug nehmen sämtliche Postanstalten Lestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Ocslerreich.10,50 M., für das übrige Ausland 21,50 M. zuzüglich Paluta»Aufschlag, per Dries für Deutschland und Oesterreich 80,— an. Aedaktion, E Ii d er Kohlenfrage aus. Reichsminister Dr. Simons entwickelte die Gründe, aus denen es der deutschen Regie- rung unmöglich sei, eine Zusage wegen Kohlenlieferungen zu machen, die nicht die Zustimmung der Bergwerksunternehmer und insbesondere der Bergwerksarbeiter gefunden habe. Er machte auf den durch die Blockade geschwächten Gesund- heitszustand der Bergarbeiter aufmerksam, der es ihnen ohnehin erschwere, Ueberschichden zu leisten, und der eine weitere Steige- rung der Produktion nur gestatte, wenn man die Ernährung ver- bessere und für eine gröhere Zahl Bergarbeiter Wohnung schaffe. Unter dieser Boraussetzung könne man zusagen, das Tagesliefer- quantom vom 1. Oktober 1020 ab um izggg Tonnen, also auf SS 000 Tonnen, und vom 1. Oktober igZi ab um weitere 12 600 Tonnen aus 68 060 Tonnen zu erhöhen. Der Minister erklärte, dah eine weitere nicht unerhebliche Steigerung möglich sein werde, wenn in Oberschlesien für Ruh« gesorgt würbe, so dah lleberschichten geleistet werden können. Dazu sei erforder- Irch, denAbstimmungstermin sobald als möglich anzusetzen, weil bis dahin die friedliche Arbeit durch Agita- tion aller Art gestört werde. Roch besser würde es sein— aber damit gebe er nur eine Anregung ohne einen Antrag zu stellen— wenn man die Abstimmung überhaupt ausgäbe und über die Koh- lenlieferung an Polen und die anderen auf die oberschlesische Kohle angewiesenen Länder unter Zustimmung der Alliierten ein« Vereinbarung träfe. Diese Zustimung sei notwendig, weil durch den Friedensvertrag für Frankreich, Italien und Belgien eine Art internationaler Hypothek auf das deutsche Kohlenvorkommen unter gewissen Bedingungen geschassen fei. Nach seiner lieber- zeugung würde auf diese Weise Polen von der deutschen Berg- Werksverwaltung mehr Kohlen erhalten können, als wenn es die Verwaltung selbst in dfc Hand bekäme. Die Abstimmung in Ober- Mesien sei zwar zweifelhafter als die in Schleswig und Allenstei», sie werde aber von uns nicht gefürchtet; was wir furch- teten, sei nicht die Abstimmung, sondern die mit ihr verbundene Unruhe und Verseindung. Der Minister bat daher, diese An- regung zur Gewährung einer neuen Verhandlungsgrundkage in Erwägung zu ziehen. Präsident Delacroix erwiderte, dah diese Antwort die alli- irrten Regierungen mitgröhtemBedauernersülleund eine sehr ernste Lage schaffe. Man habe gehofft, in Spaa zu einem wirklichen Frieden zu gelangen. Der deutsche Auhenminifter habe das Vorecht der Alliierten auf die deutsche Kohle anerkannt. Das Recht sei sehr maßvoll geltend gemacht worden, aber die deutsche Delegation lasse es unberücksichtigt. Unter diesen Umständen müsse er die Sitzung auf- heben und behalt« fich vor, den Delegationen einen Beschluß über einen neue« Termin mitzu- teilen. Neue deutsche Vorschläge Spaa. 13. Juli. fHavas.j Di« deutschen Kohlensachver ständigen hielten heute vormittag eine Sitzung ab, der die al Ii i e r t e n-Vertreter in offiziöser Form beiwohnten. Die deutschen Sachverständigen machten den Vorschlag, monatlich 1 160 000 Tonnen zu liesern, die Belieferung ab 1. Oktober aus 1400 000 Tonnen zu erhöhen und, falls eine Besserung in der wirtschaftlichen Lage Deutsch- lands eintrete, schließlich aus eine Lieferung von 1 7 00 000 Tonnen ab 1. Oktober zu kommen. Regierungsbildung in Mecklenburg. Wie die Landeszeitung für beide Mecklenburg meldet, hat der mecklenburg-strelitzjche Land- tag, der aus 10 Bürgerlichen und 16 Sozialdemokraten besteht. heute infolge Einigung der Fraktionen den bisherigen Staats- minister Dr, Frhr. v. Reibnitz(Soz.) und den Führer der Demo- kraten des Landes, Landgerichtsrat Dr. Hustaedt, als Staats- minister gewählt. Ferner wurde bei Stimmenthaltung der So- zialdemokraten der Hofrat Frick aus Fürstenberg, ein Mitglied der Rechten, zum Präsidenten des Landtages gewählt. DasEnde einesAbenteuers Polen ist militärisch zusammengebrochen. Damit hat ein. politisches Abenteuer sein natürliches Ende gefunden. Denn nicht anders denn abenteuerlich ist der polnische Feldzug gegen Sowjetrußland zu bezeichnen, und natürlich ist das Ende, da es nach allen gegebenen Vorbedingungen nicht an» ders sein konnte.- Rufen wir uns ins Gedächtnis zurück, unter welchen Um» ständen Polen und Sowjetrußland in kriegerische Verwicklungen eintraten. Das eben erst durch den Machtspruch der En» tente zur politischen Selbständigkeit erhobene Polen begann einen imperiali st ischen Machthunger zu entwickeln, der keineswegs einem Ausdehnungsdrang aus innerer Not» wendigkeit entsprang, also etwa ökonomischer Hochblüte, son» dern nackte militärische, ländergierige Ziele verfolgte. Dieser polnische Imperialismus aber war auch eine Folge der total ungesunden Grundlage der inneren Politik Polens! Die Unmöglichkeit, den jungen Staat baldigst zu befestigen, was schon infolge.der allgemeinen europäischen politischen und öko- nomischen Unsicherheit äußerst schivierig war, mag den pol» Nischen Machthabern die unglückliche Idee eingegeben haben, durch eine möglichst aktive Außenpolitik diese innerpoliti» schen Schwierigkeiten zu verdecken. i Ganz unmöglich wäre aber den polnischen Machthabern die Kampfansage an Sowjctrußland gewesen, hätten sie nicht ganz sicher mit der Unterstützung der Alliierten gerechnet. Ja. man kann ruhig behaupten, daß die Alliierten, und ganz be- sonders England, Polen zu diesem Kriege ermutigt haben. Das steht im engsten Zusammenhang mit der Politik Eng» lands gegenüber Sowjetrußland. Die englische Rußland- Politik arbeitete in zwei Richtungen. Nachdem Koltschak, De» nikin, Judenitsch und Wrangel erledigt waren, also diese mit ungeheuren Mitteln organisierte Macht gegen Sowjet- rußland versagt hatte, versuchte es England auf anderem Wege, mit Rußland ins Reine zu kommen. Es begann die Verhandlungen erst in Kopenhagen mit Litwinow, dann in London mit Krassin, erst mit der peinlich ängstlichen Versichc- rung, daß es sich nur um die Erledigung des Austausches der Kriegsgefangenen handele, dann mit der etwas weitergehen- den Begründung, nur mit den russischen Genossenschaften we» gen Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zu unterhan» dein, bis man dann sogar mit Krassin als offiziellen Ver- treter der Räteregierung in Verhandlungen eintrat. Auch jetzt noch wird immer wieder betont, daß die russische Räte- regierung trotz aller Verhandlungen keineswegs an- erkannt werde. Doch ist das nicht mehr als ein diplomati- scher Trick, um das völlige Fiasko der englischen Pernichtungs- Politik gegen Räterußland zu verhüllen. Aber das schlaue England sqtzte nicht nur auf eine Karte, im Hintergründe, lauerte immer noch der alte Lieblings- gedanke, mit Sowjetrußland auf militärischem Wege fertig zu werden. Das hätte England die ruhige Vorherrschaft bei der Neuordnung des ganzen Ostens gesichert, es hätte ihm ebenfalls den Vorrang in der wirtschaftlichen Ausbeutung Rußlands verschafft, Und außerdem hätte der Fall� der Sowjetrcgierung auch den bedrohten englischen Einfluß in Asien wieder zu seinen Gunsten gewendet. Da die gegcnrevo- lutionären Armeen durch die Siege der Sowjettruppen zer- trümmert waren, stand als einzig militärische Macht gegen Rußland Polen zur Verfügung. Und Polen wurde der mili» tärische Handlanger Englands. Die Beziehungen zwischen Polen und Rußland schwebten seit Beendigung des Weltkrieges in einer latenien.Konflikts- sphäre. Nachdem Nußland seine Gegner niedergeschlagen hatte und endlich die Möglichkeit bestand, den hlu.-rcn Ausbau des durch den Welt- und Bürgerkrieg schwer zerrütte �n Staates zu beginnen, traten die Polen auf den Plan. Ruß, land wollte um jeden Preis Frieden baven uu forde l« Polen wiederholt und unter konkreten Bedingungen zu ,vnc- densverhandiungen auf. Polen verhielt sich diesen-'luge- boten gegenüber„dilatorisch", d. h. es chattete o-, oj sich nicht eine günstige Situation ergäbe, die seine Position gegenüber Rußland stärkte und zog die Entscheidung hin. So kam es zum Krieg, der ohne eigentliche Kricgsertlarung von Polen begonnen wurde.> Mag sein, daß die polnischen Machthaber allzu voreilig handelten, ohne die Einwilligung der Alliierten abzuwarten. Es ist auch möglich, daß sie die Cnientemächte durch die voll- zogene Tatsache ganz einfach vor die Entschsidi�: stellen wollten. Aber hier beginnt der große Irrtum der pol- nischen Politiker. Die Entente befindet sich ja nicht im Schlepptau Polens, sondern umgekehrt befindet sich Polen im Sihlepptau der Entente, ohne deren Unterstützung es nicht zu ieben vermag. Den leiten fällt es nicht im Traum ein, sich zu Trägern und Beschützern einer polnischen Kala- strophenpolitik zu mtzchen. �si auch England stark beteiligt am Ausbruch des rujsiich-polnischen Krieges, so ist es dies doch nur ,m VlnbUck auf den Enderfolg dieser Aktion. Eng- land wird Polen fallen lassen in dem Moment, w o e s z u Rußland in ein bestimmtes, legal-politi, sches Verhältnis kommt. Es hat kein Interesse daran, den Polen zu helfen, damit es sich von seiner Nieder» läge erholen, und erneut sein militärisches Glück versuchen- fann. Für England ist eben mit dem polnischen Zusammen» »bnich der Hinke bedank' der mltijSrischen Bezwingung Tow- ze-ruUands vormufig r'ledmt. c, �•- v■—-ovjcttruppe, biLi auf eine CviiHernung von.10 Kilometern den polttiichen Truppen imchz�rücken. Elxich�eitig wird eine Friedsnokonfe- renz vorgefchlocien, an der alle Randstaaten teilnehmen sollen, außerdem, auch Westgalizien» das hjp Möglichkeit erhalten Friedsn.skonferenz eine beherrfcheilds Rolls spielen können. Es wird seinen immer und immer wieder betonten Willen zum(frieden dokumentieren, und zttaliuch die Alliierten als die Störer de? ruhigen Entrojalung Rujjlands brandmarken können. In diesen-. Schritt des Obersten Rates liegt aber auch, unausgesprochen, die Anerkennung der russi- schen Rätcregierung, und es ist ein weiteres Mo-- ment für Rnhland, im Verlaufe dieser Verhandlungen, nun auch die offizielle Anerlemiung durch die Alliierten zu erzwingen. So stehen wir mit der Entwicklung dos russisch-polnischen Konflikts vor einer neuen hochwichtigen Situation in Ost- europa, die nicht ohne Rückwirkung auf die ganze europäische Politik überhaupt bleiben wird. Auch das Verhältnis' Deutschlands zu Polen und Rußland wird eine entscheidende Veränderung erfahren. Aber es ist müßig, stch in propye- tischen Andeutungen zu ergehen. Die nächsten Tage werden die Entscheidung bringen, ob der russisch-polnische Krieg be- endet wird, ob Rußland mit seiner Friedensarbeit beginnen kann, ob Rußland als gleichberechtigte Macht im Kreise der europäischen Großmächte auftreten kann, ob das Rand- staatenproblem seine endgültige Erledigung findet. Aber schon heute kann man sagen, daß der Verlauf des polnisch- russische» Konflikts nicht nur militärisch, sondern auch poli- tisch einen überragend en Erfolg Sowjetruß- l a n d s darstellt. Anterhmksdebatte über die Lage im vste« T. U. London. 13. Juli. Gestern wurde Im englischen Unterhause eine Reihe von An- fragen an die Regierung gerichtet, die sich hauptsächlich auf die Vorgänge in Polen und auf die englisch-russischen Verhandlungen bezogen, besondere aber über die Vermiitlungsversuche der eng- lischen Regierung zwischen Polen und Räterußland den Frieden herbeizuführen. Bonar Law erklärte, daß die Räteregieruna die von dem britishen Kabinett gestellten Bedingungen anerkenne und die abgebrochenen Verhandlungen dementsprechend wieder ausgenommen werden. Die englische Regierung habe der Sowjet- regicrung bezüglich eines WaffenstiNstandes zwischen Moskau und Warschau Vorschläge unterbreitet. Der WafsenstlNstand wird ge- schlossoii zum Zwecke der Feststellung der JrUd'ensbedingungen picht nur zwischen Polen und Vciterustland. sondern zwischen allen Rand- staaten. Der Abg. Wilson interpellierte darüber, ob zwischen London und Moskau die Verhandlungen bereits eingesetzt hätten. Bonar Law erwiderte, daß sie effektiv begonnen hatten, ferner. daß die Wasfenstillstandsbedingungen zwischen Polen und Rate- rußland erst veröffentlicht würden, wenn die beiden Regierungen sie eingehend geprüft hätten. Bonar Law betonte ferner, daß diese Verhandlungen keineswegs die Anerkennung der Rateregre- rung bedeuten. Ueber ein angebliches Ultimatum an Raterußland für den Fall, daß es mit Polen keinen Waffenstillstand abschließen wolle, ließ stch der Vertrexer der Regierung trotz der diesbezug- lichen Anfragen nicht aus. Däs Ergebnis der Reichstagswahlen in Preußen Die vreuistschen Landtagewahlen werden in absehbarer Zeit stattfinden, nachdem die verfassunggebende preußische Landesver- ' silMmlung ihre Arbeiten beendet haben wird. Es wird von Jnter- ehe sein zu erfahren, wie die Reichstagswahlen vom 6- Zum m -den au Vreußen gehörigen Teilen des Reiches ausgefallen stnd. weil man daraus Schlüsse ziehen tann auf das Ergebnis der demnächstigen Preußenwahlen. Der Reichmvahftuter hat nun eine Tabelle anfertigen la„en. aus der erstchtl.ch ist.«„ m m?n l° s- b l»«.Ä li«d. bic hat in Preußen 1079 482 oder 7,1 Proz.,'sN Reich dagegen 8,a Prozent der gültigen Stimmen auf sich vftmmgt-. Rechnen wir die Stimmen der ehemalig« n ft o>r 1 iti on»- Parteien zusammen, so ergibt sich, daß!>e sd. h. Rechtssozia- listen. Demokraten und Zentrum) im Reich 48,S dagegen nur 40,0 Proz. der abgegebenen gültigen blimmen erzielt �Bemerkenswert ist ferner, daß die Deutsche Volkpartei in Preußen mehr Stimmen aufgebracht hat als die�mali. mat.imale Volksnartei, während umgekehrt die letztere im»mich einen Nor- sprung gegenüber der Deutschen Volkspartei hat. Die Deutsche Lolkspartei erzielte im Reich 3 0«! 310 Stimmen oder 13 9 Prozent, in Preußen 2 250 859 Stimmen oder 14,8 ProJ. der abgegebenen Stimmen; die Deutsch nationale Volks- p ä r t- i dagegen hatte in Preußen 2 148 094 oder 14,1 Proz. der preußischen Stimmen, im Reich 3 730 778 oder 14,4 Proz. der Reichsstimmen..„.. Die jetzigen ssoalitionspartei-n. Zentrum, Demo- kraien und Deutsche Volkopartei, haben am 0. Juni im preußischen Gebiet genau 40 Proz. der Stimmen erhalten, während sie im Reichsgebiet 40,8 Proz. erzielt hatten. Arbeiter in der AniversttBL Angestchl? der tendenziösen Darstellung, die der„Lokalanzeiger" von dem Vortragsabend der„Vereinigung der sozialistischen Ltu- deuten Eruß-Berlms" gibt, bei dem Pr'osestor Dr. Nicolai und Genosse Ledyhovr Montag in der llmverjitnt sprachen, stellen wir noch folgende, über die Vorgeschichte dieser Veranstaltung festi Mittwoch mittag hatte der Rektor die Bewilligung zur Bc- Nutzung eiges Hörsaals für den genannten Vortrag gegeben. M o n- tag mit>. a g ließ der Rektor be» Vorsitzenden der Vereinigung der soiialisiischen Studenten Droß-Verlins, Genossen siud. phil. Kurt Hartwig, zu(ich rufen, teilte ihm mit. daß gewisse Kreise" der Studentciisckgzst weitgehende Unruhen für den Portrag geplant hätten. Er müsie daher den Vortrag verbieten oder es dürften nur die Mitglieder der Vereinigung und die Gäste, die bereits Karten hätten, eingelassen werden. Eine weitere Kartenausgabe eine große Anzahl von Arbeitern, und Leuten aus anderen Kreisen der Bevölkerung, die keine Eintrittskarten hatten und stürmisch. Einlaß begehrten. Genosse Hartwig sprach zu der Menge und be- wog sie dazu. yo{ den Toren in Ruhe zp warten, bis Eenos» Lede- bour käme und dann mit diesem in de» Lustsjarlen zu gehen Da verlangte der Rektor stürmisch den �Menden, Genossen Hartwig,.i sprechen und während dieser im Gespräch mit dem Rektor war, argch die Menge mit Gewalt jn den Universttätsgarten und slureie gegen den Hörsaal»3 Genolie Hartwig gelang es. die Menge zu ruhigem Verhalten zu veranlassen, und öfinete dann eine Eiiigangstur. um zu verhindern, daß sie eingedrückt werde. Er versuchte nun am Eingang Karten abzuverlanacn, doch wurde ihm das durch da» Nachdrängen der Menge unmöglich gemacht. Di« Schuld an diesen Vorfällen trifft den Rektor, l. weil er die Ausgabe von Karten überhaupt untersagt und dadurch die ge- ordnete Abwicklung und die Abweisung der lleberzähligen unmog- lich machte, 2. weil er, obwohl ihm der Vortrag fünf Tage vorher ordnungsgemäß angezeigt worden war. seine Periügung im letzten Augenblick, sechs Stunden vor Beginn der Veranstaltung traf uno daher weitgehende Maßnahmen zu ergreifen dem Vorstand der Per- einigung unmöglich war. 3. weil er den Vorsitzenden Genossen Hartwig unbedingt zu sprechen verlangte, und ihm dadurch im entscheidenden Augenblick den Einfluß aus die Menge benahm. Trotzdem verliefen die Vorträge vollkommen ruhig, und in der Diskussion sprachen zwei deutschnattonale«tu- deuten, die beide, trotzdem sie nur persönliche Angriffe gegen Pro-. sesior Nicolai richteten, zu Ende angehört wurden. Es ist also eine Lüge, wenn der„Lokalanzeiger von.Lärmszenen>n de, Versammlung" spricht. Lärmszencn wurden ledignch im Vorgarten der Universttnt von den deutschnationalen Staden- ten hervorgerufen. Oder meint der..Lokalanzeiger" den Vorfall, daß ein Mitglied der Einwohnerwehr offenbar von den deutsch- nationalen Studenten bestellt, eine Stinkbomb« in die Ver- sammlung warf? Doch ergibt stch ja der Wert der Kritik des „Lokalanzeigers" aus der Tatsache, daß«r sogar die rote FarbederPlakatebeanstandete. Es lag also durchaus kein„Mißbrauch de» Vertrauens des Rek- tors durch die einderufene Versammlung" vor. Denn e» ist»r- l a u b t, daß die Studenten zu ihren Veranstaltungen G äst e mit- bringen und die übergroße Mehrzahl de, Versammlungsteilnehmer war ohne Karten eingedrungen. Daran ist, wie schon gesagt, ber Rektor schuld, dem«» auch unmöglich war, angesichts des An- dranges sein dem Vorsitzenden gegevenes Versprechen, die deutlch- nationalen Studenten vom Etnoringen in den Saal abzuhalten, durchzuführen. Für den Massenbesuch der Versammlung sind die sozialistischen Studenten in keiner Weise verantwortlich zu mache», sondern im Gegenteil der Rektor, welcher durch dre bekannte Provokation der Affäre Nicolai weit« Kreis« der Berliner Bevölkerung sür diesen Bortrag interessiert hatte. Uebungen im Straßenkampf In welch ungenierter Weise die miliiaristisch« Sippe die Bevölkerung provoziert, geht aus folgender kleinen Anfrage hervor. die die Genossen Soldmann und Unterleiiner im Reichstag ein- gebracht haben: Die in PasGu garnistmierende Reichswehr hat am Donners- tag, den 1. Juli 4920. inmitten der Stadt auf einer zum Bahn- hos führenden Straße eine Uebung im Straßenkamps ab- gehalten. Dabei trat Infanterie mit aufgepflanztem Baionett in Aktion; desgleichen wurden leichte und schwere Maschinen- Ü�wehre sowie leichte und schwere Geschütze verwendet. r?01'"""8 Polaus geriet wegen dieser provozierenden Veranstaltung rn große Erregung. rocsseii Anordnung werden solche Uebungen unter- nommen und was gedenkt die Reichsregierung zu tun, daß Pro- vokationen solcher Art künftig sich nicht wiederholend wifbr��ÄN Vorgehen de, Reichs- ttLn"L0"* oude«n Orten zu ähnlichen vor- nÄt».?, Wir verlangen vom Reichswehrminister, daß schuldigen ermittelt, fondern unverzüglich aus sä&sä ite sr miwi* Die Ursachen der Kartoffelnot In verschiedenen Stadtteilen Berlin» haben in den letzten Tagen Kundgebungen der Frauen gegen die hohen Kartoffel- preise staitgefunden. Sie bringen die Erbitterung der Be- vv.kerung über die Tatsache zum Ausdruck, daß gegenwärtig nur sogenannte ausländ, che Kartoffeln ,um Breila«on r'A m ääIä.:;; Es mag dahingestellt bleiben, ob in jedem einzelnen Fall die Händler die von ihnen feilgebotenen Kartoffeln zu Un- recht als ausländische verkaufen, um dadurch die hohen Dreiie zu erzielen. Es, st aber m hohem Maße auffällig, daß gegen- wältig trotz der überaus günstigen Witterung und auter Ernteaussichten jetzt— Mitte Juli— inländische Kartoffeln nur in so geringem Umfang auf dem Markte erscheinen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dafür die Zurückhal- tung der Landwirte mit ihren Kartoffeln wegen der ihnen ungenügend erscheinenden Preise die Ursache ist. Nachdem das Relchsernährungsministerium durch seine frivole Preis- Politik den Erzeugerpreis für Herbstkartoffeln auf mehr als 30 M. festgesetzt hat. ist den Landwirten der Erzeugerpreis für die Früh kartoffeln, der 3L— 35 M. beträgt, zu gering und sie halten ihre Ware zurück, besonders, da der Magistrat den Kleinhandelshöchstpreis auf 50 Pf. pro Pfund fest- gesetzt hat. � Die Kartoffelnot der Städte, die gegenwartig alle Gegen- den des Reiches heimsucht, zeigt also erneut, wie fahrlässig die Regierung mit den Interessen der Verbraucher spielt, und wie sie die Jntereffen der Gesamtheit den Interessen der Er- zeugcr unterordnet. Immer stärker wächst deshalb die Er- bitterung der Bevölkerung dagegen. Trotzdem müssen wir die Massen warnen, ihre Erbitterung dagegen an den äußeren Erscheinungen auszulassen, anstatt sie gegen die Ursachen dieser Dinge zu richten, �urch politische Auf- klärung muß der Regierung der Denkzettel für ihre Hand- lungsweise ausgestellt werden. Wofür Zucker da ist Die deutsche Bevölkerung leidet unter einer schweren Zuckernot. Die kümmerliche Ration von 1>� Pfund pro Monat die ihr bis vor kurzem zu teil wurde, ist herabgesetzt worden auf ein Quan- tum. das nicht viel mehr als 1 Pfund beträgt. Das aber dennoch reichlich Zuckerhestände vorhanden fein müssen, geht daraus her- vor, daß die Verwaltungsstelle de» Spiritusmonopols den Bren- nerelen Zucker zu« Presse von IS Mark das Pfund anbietet. Für den Luxuskonsum der oberen Zehntausend, die 109 und 1.80 Mark für eine Flasäie L'kör zahlen können, ist als» Zucker in Mengen vorhanden. Dieser Skandal beleuchtet nicht minder die Uniähigkeit unserer ReichsWirischaftsstellen. als auch die ber-iis von-ins kritisierte Tatsache., daß jetzt die Regierung den Wünschen der Zuckerindustriellen auf weitgehende Lockerung der Zuckerzwangswirtschaft nachzukommen bereit ist. Die Folgen der mangelnden • Ernährung Rückgang der Kohlenerzeugung Di? gewaltig gestiegenen Presse der Lebensmittel, sowie die ungenügende Veriorgung der Bergarbeiter und die schlechte Be- schafsenheit des Brotes äußern bereits ihre, die Gesamtheit des deutschen Volkes schädigende», Wirkungen. Wie den„P. P�N. n»s Eisen berichtet wird, haben die Leistungen der Berg« arveiter infolge dieser Umstände wesentlich nachgelassen und das Verfahren von Urberschichten ist in starkem Rückgang begriffen. Die Förderung» zahl mit Einschluß des linksrheinischen Ne- viers Krefelds sind folgende: 1. Juli 290 831 Tonnen, davon linksrheinisch 11 197 2. 3. 4. 8. 7. 8. 295 044 255 135 355 882 805 755 248 759 367 881 11443 10 657 12 375 12140 10 732 12 535 Dieser Rückgang der Kohlenerzeugung zeigt, wie kurzsichtig die Solitik der Regierung ist. die unter völliger Bußeeachtisssung der orderungen der Arbeiter dem Ablieseruiigsstreik der Landwirte tatenlos zusieht, dafür ihnen aber für ihre Erzeugnisse immer höhere Preise gewährt. Die Nimmersatten Die großindustriellen Interessenten Dr. Hugenberg und Dr. Reichert verlangen in einer kleinen Anfrage im Reichstag die Aufhebung der am 10. Mai 4920 in Kraft getretenen Ver- Ordnung über eine soziale Ausfuhrabgabe. Lange hatte die deutsch« Regierung zugesehen, wie Deutschland ausverkauft wurde infolge des niedrigen deutsche» Aalntastandes. Nichts unternahm st», um d«n Balutaspekulanten in Industrie und Handel da» Handwerk zu legen und zu verhindern, daß Deutsch' land immer weiter von Rohstoffen und Fabrikaten entblößt wurde. Milliarden über Milliarden sind so den deutschen Pro- duzenten und Schiebern in die Hände gefallen. Und nun. nach' dem endlich vom»entschen Export«ine kleine Abgabe erhoben wird, lausen die Großindustriellen Sturm dagegen und reden über eine schwere Schädigung der deutschen Industrie. Sie drohen m't Beiriebeeinsthränknng für den Fall der Beibehaltung der Aus- fuhrabgabe. deren Ertrag zur Verbilligung der deutschen Lebens- mitteleinfuhr au« dem Auslande gedacht war. Angestchts dieser unersäiilichen Profitgier erweist sich immer mehr, wie noiwenditz zum«chutz» der Allgemeinheit vor kapitalistischer Ausbeutung die Sozialisterung besonder« der Groß-Jndustrie ist. Ungarn als Prellbock SR. Pari». IS. Juli. Jn der„Hümanite" bespricht Crumbach einen Artikel einer österreichischen Zeitung über die monarchistischen Bestre- bungen in Ungarn. In dem Artikel wird gesagt, daß Italien sich mit Frankreich über die Möglichkeiten in Ungarn verständigt habe. Millerand seil Horthy zugestanden haben, daß die Habs- burge» nach Ungarn zneückkeheen könne«, wenn Ungarn mit Slu« mänien unh Polen für lange Zeit eine Militärkonoention ein- geht. Es wäre zur Feststellung des Tatbestandes notwendig, den Artikel der österreichischen Zeitung im Original zu kennen. Die Möglichkeit liegt-------------- stattet, wieder zur kehren, wenn e» sich als Prellbock gegen brauchen läßt. Denn nur diesem Zwecke soll dl« Militärkon- vention zwischen Ungarn und Rumänien dienen. DaS Horthyungarn wird sich dieser Aufgabe natürlich gerne wid- men, vorausgesetzt, daß die Gegensätze zwischen Ungarn und Rumänien einen günstigen Busgleich finden. Denn das wäre die Voraussetzung einer militärischen Konvention. Ein Attentat auf Hindenburg? Hannover, 13. Juli. Der..Hannoversche Kurier" melddt: Gestern abend gegen sieben- einhalb Uhr drang ein zwanzigjähriger junger Man» in die Wohnung des Feldmarschalls v. Hindenburg ein. Als der Feldmarschall seinen Diener rufen wollte, entspann stch zwischen ihm und dem Eindringling ein längeres hartnäckige» Ringen. Dabei zog der Eindringling plötzlich einen Brow- ning und schoß ihn auf den Feldmarschall ab. Die Kugel ging vorbei. Dem Verbrecher glückte es schließlich, stch los- zureißen und unerkannt zu entkommen. Offenbar handelt es stch um das Mitglied einer Bande, die einen Einbruch in die Villa Hindenburg? geplant hatte, für den der Eindringling die Gelegenheit auskundschaften sollte. Politische Unruhen in China London, 13. Juli. Der Ausbruch eines neuen Bürgerkrieges in Thina ist auf Streitigkeiten unter der Generalität zurückzu' führen. Der General W u- P e i f u, ist vom Präsidenten und dein Oberstkommandierenden Marschall Fnan-Ehingou vera«« schiedet worden, da er au» politischen Gründen nicht gegen dft lüdchinestschen Truppen kämpfen wollte. Mehrere andere Generale sind auf der Seite Wu-Peifus und führen 70 000 Mann gegca Peking, während die Pekinger Regierung nur etwa 32 000 Mona zur Verfügung hat. Man befürchtet, daß es trotz des Einsprüche» der Botschafter der Großmächte zu einem Bombardement der Stadt kommen wird, lieber Peking sowie über Mulden wgrde der Kriegszustand verhängt. Tatlicher Angriff anf einen deutschen Pressevertreter in SP«*' Der Vertreter des Wolff-Bureaus S t o k l of s a, ist auf dem Weg/ zu seinem Quartier, von einem belgischen Offizier und einem 3'' vuilten tätlich angegriffen worden. Jn Verbindung mit dieses Zwischenfall hat Reichsminsster Dr. Simons heute vormittag a" den Senerassekretär der Konferenz eine Rote gerichtet, in der et die belgische Regierung bittet, ihrerseits den Sachverhalt f�stzu- stellen und entsprechende Maßregeln zu ergreifen. Der General- j!�.?lar der Konferenz hat sofort an den Minister de» Aeußern o* Brüssel berichtet und im voraus sein Bedauern über de» Zwischenfall ausgesprochen, der womöglich noch im Lause des he� tigen Tages erledigt werden würde." � w DU Sicherheitew.hr im besetzten Gebiet. Die interalliierte Rh e i n la ndkomm issio n hat entschieden, daß die Anwerbung für d>e ctchcrftcitsponzei durch Plakate oder Anzeigen in den Zeitunge" �letzten Gebiet verboten ist. infolgedessen auch die Der öffentlichung solcher Anzeigen. . Beendigung der Internationalen Teemannskonferenz. D'/ Internationale Seemannskonferenz ist am 11. Juli geschlossen worden. Bor ihrem Auseinandergehen ftahm sie noch eine «age an. wonach die Mindestarenze für die Anwerbung von&& Icuten anf das vierzehnte Levensjahr festgelegt wird. � Eine Mordtat der Zeitfreiwilligen Das Kameradengsrichtentscheidet Während der Kapptage haben sich allerorts die Zeitfrei- durch besondere RolMsaktc chervorgetan. Auch in «'-rlin haben sie eine ganze Anzahl Verbrechen verübt. Na- Irlich findet sich nur in den wenigsten Fällen ein Gericht, das bereit ist, die Schandtaten zu sühnen. Und wenn schon «me Gerichtsverhandlung nicht Zu umgehen ist, dann liegt bi« Untersuchung und der Urtciisspruch in den Händen der �"litärgcrichtsbarkeit und wir erleben dann immer das für den Stand unserer Rechtspflege so wundersame Schauspiel, datz die militärisäzen Verbrecher formal gerechtfertigt aus dem gegen sie angestrengten Verfahren hervorgehen. Auch der Prozeh, der am Montag vor dem Gericht der Neichswehrbrigade 3 gegen den Zeitfreiwilligen Paul Schütz stattfand, zeigte wiederum, wie notwendig die Be- seitigung der Militärjustiz geworden ist. Diese ist ganz ein- fach nicht in der Lage, die einfachsten Rechtsgrundsätze durch- zuführen. Der Angeklagte, ein Regierungsbau- w e i st e r, war während der Kapptage Kührer einer Zeit- freiwilligenkompagnie in Groh-Lichterfelde, die ihr Quartier in der Kadettcnanstalt aufgeschlagen hatte, �ort churde nachts ein Geisteskranker als angeblicher Echwerver- brecher eingeliefert und dieser unglückliche Mann wurde von leiten Helden, die sich anmaßten,'für„Ruhe und Ordnung Zu sorgen, in der bestialischsten Weise mißhandelt und fchliehuch durch den Angeklagten totgeschossen. Die Datum- stände ergaben ohne weiteres einen vollendeten Mord. Trotzdem lautet« die Anklage nur auf Tot- schlag, der Täter blieb auf freiem Fuhe und vor Gericht konnten seine Mitverschworenen, die sich teilweise sogar mit- schuldig an dem Verbrechen gemacht hatten, als G n t« la st ung»zeugen auftreten.'. , Daß sich die Militärjustiz überhaupt mit diesem Fall be- schaftigte, ist ein glatter R e ch t s b r u ch. Denn Schutz yehörts als Zeitfreiwilliger nicht zur Wehrmacht, fein Ver. brechen kann daher nur vurch ein Z i v i l g e r> ch t gesühnt werden. Will der Justizminister noch länger zusehen, dah in Deutschland Verbrecher, wenn sie sich zufällig eine uniform anziehen und Offizier sind, ihrem r e ch t m ä hl g e n Ri ch- k e r entzogen werden? Darauf gibt es nach dem Gesetz be- kanntlich Zuchthausstrafe! Der Prozehbericht, den wir weiter unten veröffentlichen. enthüllt ein abscheuliches Bild menschlicher Roheit und Ver. kommenheit. Die Beweisaufnahme hat ganz einwandfrei er- Zeben, daß der Geisteskranke ermordet worden ,st. Stotib, Mord ein Jahr Gefängnis, während in Bonn zwei jugend- "che Arbeiter zujeLJahren Gefängnis verurteilt wurden, weil sie das Denkmal irgend eines Hohenzollern mit roter Farbe bepinselt hatten. Das Urteil wurde noch nicht gesprochen, weil das Gericht ?orerst noch ein paar Sachverständige vernehmen will. Wir verlangen, dah das ganze Verfahren dem Militärgericht zuzogen wird und vor ein ordentliches Gericht kommt. Die lm. wuh auf alle an dem Verbrechen beteiligten Per- «"� ausgedehnt werden. Vor allem gehören auch die nSS.«5 U.0t das Gericht, die den Ermordeten in Unmensch- "Mr Weise gemißhandelt haben. Der Derhandlungsbericht letzten, Militärgericht der Reichswehrbrigade? stand am der Nn,r der Regierungsbaumcister Paul Schütz unter SacWr l'u ber vorsätzlichen Tötung. Der Anklage lag folgender Am AN-.»ugrunbe: iiiW Sn•«es 24. März wurde der geisteskranke Lokomotiv- ladet, 5Z 5 � l t aus der Alvenslebenerstr. IIa.in der Haupt- iDilPrJÜ Ä" Eroh-Lichterfelde von Angehörigen des Zeitfrei- M�A°"�chutzregiments Eroh-Berlin nach schweren körperlichen »handlunaen coschossen. DLaellllgte Schütz gab folgende Darstellung über den Vor- rn&« ch dem Kapp-Putsch hatte das Schutzregiment '-o e r l i n den Auftrag erhalten, bei der Herstellung der vanni»?'?' Ordnung mitzuwirken. Der Angeklagt« war Kom- �iner aus 150 Herren bestehenden Truppe, die hauptsächlich au» ehemaligen� � ren �cham -' 1 iar Am Abend de- 24 Mar, wurde'd'» � ~-met)inung überbracht. Hssvbima P � Arrestant let der Patrouille, gab in seiner Meldung' � al<- er °m Eingang zur Kadettenanstalt fr sich dann gewaltsamen die Anstalt««»"ng-n wolltt. � ietner Verhaftung widersetzte, im er don-. p gehörenden «it, auf dem Hof mit einem dem Arrestanten ge i Gummiknüppel niedergeschlagen«» � seine sich der Arrestant weigerte. Auscm! ���ch« zu geben und auch«in« Da Person ß einnahm, habe er ihn mehrmals darauf auf- gemacht, dah er unter Kriegs recht stehe und beim in-« Fluchtversuch erschosien werden würde. Er habe ihn dann » �"nwer bringen lasten, da dieses Zimmer keinen beson- ,"en Ausgang hatte. Weigelt widersetzte sich abermals, indem Üln l.kurzem Ruck die Begleitmannschaften, die ihn an den Hän- „l." Lriestelt hatten, zu Boden warf. Von den noch im Zimmer A,?L�n Herren hätte der Leutnant Miehlert dem non, R-, 5n Weg versperrt. Bei dieser Gelegenheit gab Leut- Arr!st5?'l»leben in der Richtung der Tür Feuer, um den Arreita»!!? �mpfunjähig zu machen. Durch den Schuh, der den er li Dfi,£? den Müden traf, sei dessen Kampfkraft aber noch ncaadt®t habe den Leutnant Miehlert an der Gurgel hnip her 91,!? r?esten Leben bedroht war. Mit der linken Hand hen er nnrf." t"1 dann versucht, den Revolver des Angeklagten, dem Arrestanten�� b«"«, zu fassen, jedoch sei der Angeklagte »�nkijnkkimÄÄt zuvorgekommen und er habe dann, um die � Arrestanten herbeizuführen, über den Leut- »Änn? zwei Schüst- auf ihn abgegeben. Der Angeklagte betont«, dah«, sich nach feiner Auffastung um einen Schwerverbrecher handelte, der den Osjizieren nach dem . Leben trachtete. m r' He®H?,lo."«JPfUchtet gewesen, die Kampfunfähigkeit des �erbrecher� hcrbelauiuheen, um das Leben der ihm unterstellten �fiizlere zu iä>utzen. Er sei dazu um so mehr verpflichtet gewesen, als wenige Tage vorher durch die s ch l a p p e Haltung des Kommandeurs de- Schoneberger Rathauses sechszehn Offiziere von der Mäste ermordet worden feien. fEine Lüge! Die Neda?- tion.) Er betonte ferner, dah er in einer ähnlichen Situation genau wieder so handeln wurde. � Der Vorsitzende stellte fest, dah in dem Zimmer zirka 8 bis 10 bewaffnete Herren anwesend waren und fragte den Angeklagten. ob denn m dieser Situation keine andere Möglichkeit bcstaich. den Arrestanten, der doch' nur«in armer Geisteskranker gewesen sei. kampfunfähig zu machen. Der Angeklagte redet sich damit heraus, es hätte sich alles so sekundenschiiell vollzogen, dah zur Ueverlegung gar keine Zeit war. Als erste Zeugin» wurde die Frau des Ermordeten oernom- inen. Sie bekundete, dah ihr Mann infolge eines B e r u f s u n- falls, den er als Lokomotivführer erlitten hatte, geisteskrank war. Er bekam des öfteren epileptisch« Anfälle, nnd war dann unzurechnüngssähig. Sonst aber war er ein herzensguter, ruhiger Mann. Er war sehr patriotisch gesinnt und lebte in der Wahn- Vorstellung, dah Deutschland den Krieg nur verloren hätte, weil er selbst nicht mit dabei gewesen sei. Am 24. März ist er in ihrer Abwesenheit in einem Anfall von geistiger Umnachtung auf sein Fahrrsd gestiegen, nachdem er vorher zu»einem Kinde in militari- scher Haltung die Meldung gemacht hatte, dah er jetzt in den ' Schützengraben ziehe. In diesem Zustand ist er dann nach der Kadettcnanstalt Groh-Lichterfelde gefahren. Di« Zeugin gibt dann weiter an, dah ihr Mann körperlich sehr schwach gewesen ist und dah er besonders im linken Arm gar keine Gewalt hatte, da derselbe ausgerenkt war. Unter Tränen erklärt die Zengin, dah sie fest davon überzeugt sei, dah ihr Mann da» unschuldig« Opser gemeiner Mörder geworden sei. Auch der Zeuge Rabe, der Pfleger des ermordeten Weigelt war, bekundet, daß Weigelt ein schwächlicher Mensch ge» wesen sei. Hierauf folgt dt« Vernehmung der an der Sache beteiligten Zeit» freiwilligen. Es sind dies Herr Hauptmann Peech, Leutnant M i c b l e rt, Leutnant Haasleben, Rtttmetster R e m y. Leut- nant I a n f o n. Hauptmann Peech bekundet, er sei an dem Tag« wachhabender Offizier gewesen, und hätte die erste Vernehmung des Arrestanten führen wollen. Bereits auf dem Hof hätte sich dieser seiner Abführung widersetzt und hätte die begleitenden Wachmannschaften zu Boden geworfen.(??) Peech habe ................................ Um unser Ziel, die Verwirklichung des sozialistischen Gedankens, zu erreichen und damit die Herrschaft des Kapi- talismus in Politik und Wirtschaft zu brechen, ist es nötig, das Proletariat durch eingehende Aufklärung für den Klassenkampf zu schulen. In ständiger Arbeit die Massen für den Sozialismus zu erziehen und sie zu Mitkämpfern heranzubilden, das ist die Aufgabe der „Freiheit". Deshalb muh jeder Parteigenosie nicht nur die»Freiheit* lesen und neue Leser werben, sondern auch durch den Beitritt zur Verlagsgenossenschast.Freiheit« und Zeichnung von Anteilscheinen die Mittel zur Erfüllung unserer großen Auf- gäbe liefem. Parteigenossen, benutzt den heutigen Zahl- abend, sorgt dafür, daß alle Mitglieder der Partei, auch Mitglieder der Verlags- - genosienschaft werden. wmmmmmmmmmmmmmmmmm dem Arrestanten, der gleichfalls am Boden lag, mit einem Gummiknüppel übers Geficht geschlagen, um ihn„kampsunfähig- zu machen. Da er sich weigerte, seinen Namen zu nennen, lieh er den Weigelt dann zum Kompagnieführer dringen. Der Zeuge Reichswehrsoldat D e t l e f s e n, hat den Arrestanten mit einigen anderen zu den Angeklagten herausgeführt. Er gibt an, dah Weigelt gesagt hat: Bester Herr Offizier, lasten Sie mich doch leben, ich tl« geisteskrank. Der Angeklagt« bestreitet, diese Wort« gehört zu haben. Leut- nant Miehlert und Leutnant Hansleben bestätigen die Aussagen des Angeklagten Hansleben gibt an, dah er auf Weigelt während des Ringens mit Miehlert geschossen habe, um ihn„kampfunfähig" zu machen. Er habe ihn in den Rücken getrosten. Jedoch hätte dieser mit„verstärkter Kraft weiter gekämpft!" Die Frage des Vorsitzenden, warum er denn geschosten Haue und nicht die im Zimmer anwesenden acht Herren aufgefordert hätte, dem Miehlert zu helfen, weis der Zeuge nicht zu beantworten. Der Zeuge Oberkriminalwachtmeister Otto Bork hatte in amtlicher Eigenschaft den Tatbestand aufgenommen. Im Gegensatz zu den Beteiligten behauptet er mit aller Entschied-nheit, dah der Erichostene die Echüste nicht in stehender Haltung empfangen haben kann. Die Schüsse seien von oben durch die Schadeldecke entgedrungen und am Halswirbel herausgekommen. Auch die Blut- ipritzer, dte in der Höhe von 40 bis 70 Zentimeter an der Wand festgestellt wurden, sind für ihn als langjährigen Praktiker der Bewets- dah Weigelt in halbliegender Stellung bei« Empfang der Sckiusie gewesen fein muh. Wich sei es nach seinen Feststellungen unmöglich, dah Weigelt sich stark gewehrt haben könne, da er bereits völlig zusammengehauen war. Unter aiidcren ist Weigelt mit einem Stuhl derartig«ist- handelt worden, dah der Stuhl»ollständig zertrümmert war. Weiter bekundet der Zeuge, dah es in den fraglichen Tagen in Groh-Lichterfelde völlig ruhtg gewesen se,. so dah die Polizei keinerlei Veranlassung zum Einschreiten gefunden habe. Auf Be- fragen des Vormzenden erklärte der Zeuge, dah er nicht wisse, warum die Zeitfreiwilligen die Hauptkadettenanstalt besetzt hatten. Der„Anklagevertreter" bemerkt zu den Aeuherungen des Zeu- gen Bort, dah das ja keine Zeugenaussagen seien, sondern ein Sachverständigen-Eutachten.____ Der Zeuge B r ü ch e r t ist Warter in der Kadettenanstalt Lichterselde. Er hat gesehen, dah Weigelt zur Vernehmung zum Angeklagten Leutnant Schütz heraufgetragen wurde. Et sei bereits sehr mihhandelt worden, s- dah er»icht«ehr in der Lag« ___ iLftti___...__ /r:_ S-a»fa a.— aaaba---* genommen haben kann. Kriegerverein, bete war. Au.._________ lisch gesinnter Mensch war. Nach Schluß der Beweisaufnahme kommt der Anklagevertreter stände zuzubilligen,' er beantrage daheZ den AngeNagten mit et n e m Fahr Gesängnks zu bestrafen. Der Verteidige?. mlTaSaa?®! I o h a NN y, plnibictU auf Freisprechung, da der Angellagte m schwerer Zeit sich hervorragende Verdienste für den n, i.rliner Bevölttrung erworben habe. «'�halbstündiger Beratung des Gerichts verkündete der Vorsitzende, daß es fü? die Entscheidung des Gerichts von aus- «.. d«! l ung ist, in welcher Stellung sich der Er- ichossentum Augenbliil der Abgabe des Schusses befunden habe. Es mühten deshalb übe? diese Frage zwei Sachoer st änoige gehört werden. Die Verhandlung wurde aus diesem Grunde vor» lauftg vertagt. � Mordprozetz Schumann - Di« gestrig« Verhandluna wurde zunächst ausgefüllt mit dem Anhören der Sachverständtgen. Unlvcrsitätsproiessor Dr. Liep- mann, Professor Dr. Stragmann, Dr. Stoermer gaben in eingehen» der Weise ihr Gutachten ab. Liepmann konnte zu einer endgültigen Klarung über da- Wesen und den Eharakter Schumann» nicht kommen, dazu sei die Zeit der Beobachtung zu kurz gewesen. Strohmann hält den Angeklagten für keinen normalen Men- scheu, aber von Geisteskrankheit könne keine Rede leiii. Da, Vorliegen de,§ 51 müsse er verneinen. Stoermer hält Schumann für einen Degenerierten mit An» fängen epileptischen Charakters. Aehnlich äußert sich auch der Sachverständige Liepmann. Den Geschworenen werden 41 Fragen vorgelegt, umfassend 7 wegen Mordes, wegen versuchten Mordes, 2 wegen Brandstiftung ». a. Sierauf begannen dl« Plaidoyers des Staatsanwalts, dem Rechtsanwalt Dr. Frey in längeren Ausführungen entgegnete. Die Zahl der den Gefäusorenen vorzulegenden Fragen nach inil- dernden Umständen vermehrt« sich auf 01. Das Urteil Die Geschworenen erklärten den Angeklagten schuldig ln 0 Fällen, der Mordbrennerei in einem Fall, des Rotzuchtverfu s in 4 Fällen, de» Mordversuchs in einem Fall«, des schweren Dieb- stahl» in einem Fall, des einfachen Diebstahls in S Fällen, der Unterschlagung in 2 Fällen. Der Angeklagt« nahm den Spruch der Geschworenen kalt- lächelnd entgegen und erklärt«, nichts mehr zu sagen zu haben. Das Gericht erkannte wegen der I Fälle dev Meedes auf Todes- strafe für jeden einzelnen Fall, wegen der Mordbrennerei auf lebenslängliches Zn.hthans, in den übrigen Schuldfällen sind die einzelnen Strasen auf 15 Jahre Zuchthaus zusammengezogen. Im übrigen wurde auf Freisprechung erkannt. Außerdem wurde gegen den Angeklagten dauernder Ehrverlust ausgesprochen. Der Angeklagt« lieh sich ruhig abführen. Die Schwurgenchi:- tagunth war hiermit beendet. Wo sind dl« Waffenlager? Reichswehrminister Gehler und General v. Seeckt Htxn auf der Konserenz in Spaa versichert, dt« Regterung wisse»»cht, auf welche Weis« die Bevölkerung in den Besitz der Wa f-n!V- langt sei. Anscheinend sei dies bei dem überstürzten Rülkz u g ~__ OT,i cf it riii n rtrtu rfne» rtTil ,1� u«u; vu.av*.»Öv., N..,— u Wafsenschiebttngen naten von Reichswehrstellen planmäßig betrieben werden, um eine gegenrevolutionär« Hilfstruppe zu schasfci'. Vielleicht geben uns Gehler und Seeckt, die es in Span so oar- stellten, al» ob nur„spartakistische Elemente" Waffen versteckt hätten, Auskunft darüber, wer folgende Waffen auf das Gut des Amtmannes in Wiesenburg verschoben hat: Ein leichtes und ein schwere» M.-G., 1405 Schuh S. M. K.-Munilion. Ig M.-G.-Surte. 54 Handgranaten, S Leuchtoistolen, 80 Stück Leuchtkugeln. Diese Waffen und die Munitionsmenaen wurden vorige Woche in der Scheune de» Gutshofes unter dem Stroh versteckt gefunden. Auf den anderen Gütern in der Umgebung Wiesenburg- lagern noch mehr Waffen. Fernerhin steht fest, dah vor einiger Zeit etwa 1000 Gewehre nach Wiesenburg gebracht worden sind. Die Waffen kommen vom Truppenübungsplatz I ü t e r b o g. Gendarm und Ortsvorsteher lehnen es ab. bei verdächtigen Per- sonen Haussuchungen vorzunehmen. So können sich die Eigen- revolutionäre bei voller Straffreiheit ihre Wasfenlager anlegt!'. Di« Arbeiter aber werden, wenn sie sich dt» gleichen Vergehens schuldig machen, mit Zuchthau, bestraft. Die Umbildung der Sicherheitspolizei Minister Severing hat einem Pressevertreter eine Erklärung darüber gegeben, wie die EntMilitarisierung der Sicherheitspolizei durchgeführt werden soll. Die Umformung soll für Preußen sofort beginnen. Es ist nicht beabsichtigt, die bisherigen Mnnnlchas!':". zu entlassen. Sie werden vielmehr in die Ordnungspolizei iiotr- nommen, da uns die Entente ja zugestanden hat, diese um 70f>;0 Mann zu erhöhen. Die Bewaffnung der Polizei wird künftighin aus Säbel und Pistole bestehen, daneben soll icd-r dritte Mann einen Karabiner erhalten. Die Grohkam pi- waffen, über die die Sicherheitspolizei bisher verfügte- Geschütze, Minenwerfer Tanks, Flugzeuge. Flciina.c:- werfer— sollen restlos abgegeben werden. Die■"■■4 der militärischen Rangordnung gleichlaufenden Ro'rg- dezeichnungen und Abzeichen sollen fortfallen und statt de i Amtsbezeichnungen in der Art der alten Polizei an itz« Stelle treten. Die bisherigen Aufftellungsstäbe werden riinn z Abteilungen der Oderprästdenten bzw. der Polizeipräsidenici.. Auch die sogenannten technischen Hundertschaften fallen aufgelöst und in andere Hundertschaften«ingegliedert werden. Eine cito- gültige Regelung der Angelegenheit ist.freilich erst dann mögli.st. wenn die Auffassung der Entente bekannt«worden ist. Entwaffnungenoten, die an Deutschland gerichtet worden sind, haben ein völlig klare» Bild von den Absichten der Entente nicht ergeben und aüch in Spaa ist die Frage der Eicherheitspolize; nur ganz allgemein gestreift worden. Di« Teschener Frage. Der Oberste Rat hat sich über die Tc schener Frage dayingehend geeinigt, wegrn der Rucksicht avs die !?if»«i»rtne»iteff denen da, Plebiszit begegnet, die B o t I ch n f- hören und die Frage in mögitapr iurze,irr eteir fchliehung wurde der polnischen und der tscheisin trlll«ti'V v""- si'erung mitgeteilt, welch« sich verpflichtete,,£ der Machte loyal zu unterwerfen.', ten' W dem Befchfust. � Der Rücktransport»entfcher Kriraooela»».. .."Ää"■ ÄS'Äf'ä; iÄ MtlW: WilW ig KM.Mg Sommer-Theater„Schweizer Garten", Am FriedrichshM 29-32 Sir. ZV. fjcrrmann:: liiglich Konzert, Theater, Spezialititte» Irden Mittevoch: Nrohe, Kinderfreudenfest mit Gratloocrlosunft-n Jeden Donnerotag: Groheo Drillant-Zenerinerh Ansang: Wochentag» 6 Uhr, Sonntag» 4 Uhr. Jeden Freitag: Groher Bolkotag. Eintritt auf! allen Plätzen l W., mit Ausnahme nam l. Parkett Jeden Sonntag Nene« Progranim Volksbühne 7t/, Ahr: Britder Martin Die Fledermaus Neues Bollistheater Köpcni6ier Str. Kendl. 72,, Uhr: *'"ba""- Die 3 Diliinge Walhaila-Aeater Täglich Vi Uhr: Die Iuteniatiouale. Staatl. Schauspielhaus. lOpcretten-Ga st spiel) -J�-Die Strohmiwe Musik von Leo Blech. Großes Schauspielhaus Karlftraste 7 Uhr: Julius ELsar. (21. Abteilung. V. Abend) Direktion: Max Reinhardt DeWes Theater »Uhr: Weib und Hampelmann Kammersviele Zum t. Male: Die Notbrücke. Kleines Schauspielhaus 7l/,Uhr: Viichse der Pandora Theater des Westens 'LS Uhr: Der Rabenvater zonnearneare» . Troli-Perlio". el>em. Sliem's - Hasenheide 15= Bis Donnerstag: Nrons una rssssl Ab Freitag 8 Uhr: Prinz u. Bettlerin Schwesterstck. v. Krone u.Fessel Ab 5»/, Uhr: Die neuen SpezialitLten Ehemaliges Voigt- Theater Badstra gr 58. Sommrrbähnr! Täglich nachm.<>-, Uhr: Die lustige Witnre. Er muh taub sei»! Ä Der liebe AWstin Direktion Carl Meinhard- Rud. Bernauer Theater i. d. Köaiggrtitzer Straße Geständnis Komödieahatts S u. Die Reise in die Mädchenteli Verliaer Theater '/,S Uhr: Der legte Walzer. Kammer-Tanzspiele Bülowstr. 6. Am Nollendorfpletl Telephon: Lützow 2203. Täglich 7-/4 Uhr Srieataslslhes Ballett >O öWhMSiize Rose- Theater 72/, Uhr: Ein Walzertrau«. Gartenbühne täglich: 7 Uhr: Die Flucht um d. Erde. Berliner Prater Kastanien-Allee 7— S 12 Variete-Sensationeo 12 Tmiz-Dirle GM« M Anfang 2/� Uhr Theater am Kottbuser Tor Llite-Sänger Täglich 72/, Uhr Gastspie! der Origwal Leipziger Frltz-WeDer- Sänger. Daraerkaus U— 1'/, u. 4—6 Uhr Säuglings- 4- Fflrsorge-Lotterle Ziehung am 20. und 2t. Juli. 267* Gew. Ä 1 Präm. f. W. r. M. Höchster Gewinn im glßcU.Pall l W. .soooo wr*. 30 OOO 20000 Säuglings. Fürsorge. Lose M. 3,60 List© und Porto 90 Pf. extra. — 10 Lose sortiert aus versch. Taus. M. 30,—— Lud. nfiller& Co. BERLIN W., Werderscher Markt 10. In allen Lotteriegeschälten u. Loseverkaufsstell. zu haben. 1 Prämie i. W. v. M. r Phorosan-Hei/instifui für Haut- und Geschlechtskranke Großbesrenstraße 67 Gonorrhoe-Behandlung nach dem neuen schmerzlosen Phoroson- y erfahren. 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Trianon- Theater (Bahnhof Friedrichstrasie) Allabendlich 8 Uhr: Der große Erfolg Maskerade �h'? Der Störenfried Aestdenz- Theater < Stadtbahn I anno witz brücke) Allabendttch 7'/, Uhr: Der große Erfolg Die MWoffs Tm? Der gute W Kammer-Tanzfpiele Bülowstr. S, am Nollrndorsplatz Telefon: Lützow 2Z0S. Täglich VI, Uhr: 0rt»nt. Ballett-u.Schiinhrits-Tanzr Apollo- Theater Friedrichstr. 218 ni Allabendlich 7I| I(2 Sonntags 31/) u.>|; llnübertreffliches Don der Sleise zurUrk! Dr.Edgar Zacharias Spezialarzt für Haut-, Harn- u. Gcschlechtskrankh., Charlotten- burg.Spreeftr.lO, am Wilhelmpl. Schaubühne Landsberger Allee 76/77 (direkt am Aingbahyhof). 16 /--Neue Welt-� ArnaldScholz Hasenheide l08/i14 Heut» Mittwoch, dr» 1«. I»l! üHrnßes Meies« Kinderbelustigungen, Ernte- Festzug, Fackelzug. Mario- netten-Theater. Außerdem Konzert, Vorstellung u. Tanz Die Kaffeeküche ist täglich geöffnet. Ansang 4 Uhr. Täglich! Bei Regen im Saal! Beginn des 2. 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JC 3110 1453 40 1 296— 98 298 27 109 128 68 9134 84 25 784— 34 854 40 7821— 1500- 16000— 2 750— 7 250- 39 400— 249 572 19 37 775 17 Passiva» Buchschulden Mchbg. Siedl.- G. m. b. H... Kämmereikasse Müncheberg.. Georg Wiener, Neukölln... Einzahlungen auf Hausant.... Einzahlungen auf Geschäftsant. Reservefonds.. Darlehnsfonds.. 301 572�10 1146104 41 147 1 85 256 676 60 63 665— 1 540,— 3 232 58 4.Wr..5.M.,204.Vez. Am 9. Juli ist unser Ge- nosse MArd Met. wohnhaft Reichenberger Straße 74a, verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, 14. Juli, um 3 Uhr, Pappel-Allee, statt. Rege Beteiligung er- wartet Die Distriktsleitung. Unfern Genossen zur Nachricht, daßdieGenossin Wilheltnine Hentschel am 15. �ull gestorben ist. Die Einäscherung findet am 16. Juli, nachm.3,30 Uhr, Gerichtstr. statt. Der Borstand MM«»MMBerMi Ber«»altungsstelle Berlin._ U S P.* Sterbetafel. 550. Bezirk. Am 10. Juli 1920 vorm. verstarb unsere Genossin Wilhelmine Hentschel Schliemannstr. 3, im Alter von 61 Iahren. Die Einäscherung findet amDonnerstag, d.la.Iuli, nachm. 3,30Uhr im Krema- torium, Gerichtstr. 37, stau I Todes-Anzeige Den Kollegen u. Kolleginnen zur Nachricht, daß unser Kollege der Arbeiter ffeifirt«»» KuhnkS Berlin, Sonnenburger Str. 23 am 11. d. M. gestorben ist' Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 15. Juli 1920» nachmittags 3.30 Uhr. von der Leichenhalle des Geth� semane-Kirchhofcs in Nordend aus statt. Rege Beteiligung erwartet Nackruf. Den Kollegen u. Kolleginnen zur Nachricht, daß folgende� Mitglieder gestorben sind: Der Dreher IViiheim Ranzenhausen Treptow, Douch6-Str. 16 am 2. d. M. Die Arbeiterin Rngnes Trelke Berlin, Stephanstr. 56 am 5. d. M. Der Arbeiter tohann Berus Berlin, Triftstr. 7 am 8. d. M. Ehre ihrem Andenke». Die Ortsverrvaltung oezsllsn -Tlß ,e>� fleckenlos durch„fof*'. Erfolg__ Verblö'f. Wirkung. Selbst v. Kinderhand SP' leicht auszufQhr. ,,Po!" ges.gesch.unschädl.M1� Proben. Beschrbg.b» Porto u.______ Ä �p�eV.'r�b umsons bcrlin SO 1b, Schmidstr. 22.| 679 005; 17 275 Metalleinkauf EngroG.Preise Llchtman» A To.Drogoner. ftroftt 49 a,-.Schönhauj. Tor. Kupfer 7.50, Mrffintz 3.8V, Blei l.80, zahlt — Handler extra Priir« __ DUsiter Strafte 81. 2 500■ 2 518 20 679 005 17 SNltgliederbew-gun». Singetrasene Drn-ssen im Jahre 1919 durch Aufkündigung schieden aus.... z durch Ausschluß schieden aus..... Z4 'tt' 26_ am Schlüsse des Jahres mft 249»eschästeameil,"®cnoitn< Das Geschäftsguthaben der Mitglieder betrug au, Schlussr drs Jahres 1919 63 665 M. Die Gefamihastfumme der Muglieder beirag, 74 700 M. Wüncheber« i. Mark, den 31. Dezember 1919. Der Borstond. Gierskerg. Raschick. Bork. DER MORD l" Weiismen"l Z verlangt sofort Z Z Lpessltion I-orenz m | Charlottenbllrg 1 U Wallstraße 68 W �iimiiiiniiiiiiii iiiiiiii' niiiiiiiiiiiF � Ifinjen:: WefmB kauft Großmann, Johannisstr- � Nprden 106*21.> Gemjse« uertt für die„Freiheil , Kl.. 4.75 Mk. BLEI, inii. 2.25 MH. zahlt, nur bis 20.Iuli.Metallhdl. Srhroger, SW6S, Simeons«. 23. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg Boten-i ■trauen = stellt ein= Kemnick = Mariendorf— Bergstr. 7,• Trp. Mit Porträts der Ermordeten und Bildern der Angeklagten Seiten Preis 6.— Mark Av beziehen von der JteiHeiC, Breite Strasse 8-9 weil! iMttliiMZMMM SlSriWM Donnerstag, den 15. Juli 1920 abends 7 Uhr in den Parterrvränmen der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10-p 1(am Schönhauser Tor) VttllliMSMgtt VttWMl Tagesordnung wird in der Vrrsoninilung bekanntgegeben. Druekereikafsieier-Rarte legitimsere«. �.le Äichligkelt der TageSordnnng erfordert, daß rein hollege fehlt. Der Gauoorstand. Bchhaiitililiig Achtung Maschinenmeister I Die Generalversammlung des Mafchinenmeister-Bereins findet wegen obiger lommimtn am* fl«»»«..■■■ w__ oo rt..ti son der Perlrgun, der Per« , oes______..._____ � am Donnerstag» den 22. Juli statt. Wir ersuchen die Bertrauensleute, die Kolleoeu fammlnng in Rrnnmis pt setzen, I i. Nr. 276 Beilage zur„Freiheit" Mittwoch, 14. Juli 1S20 Antwort an das Exekutivkomitee� (Fortsetzung» Der zweite Teil des Antwortschreibens des Exekutiv- lotnitees macht den Versuch, die Sünden der U. S. P. aus ihren theoretischen und praktischen Fehlern abzuleiten. Es lst hierbei bemerkenswert, dag das Exekutivkomitee mit keinem Wort auf unser Leipziger Aktionsprogramm zu sprechen kommt, selbst da nicht, wo es sich nicht um Fragen despraktischenHandelns, sondern um theoreti- > che Auffassungen handelt. Auch hier zieht das Exe- kutivkomitee es vor, die 1l. S. P. nicht auf Grund ihrer programmatischen Erklärungen, sondern an der Hand von Unterstellungen zu kritisieren, deren Herkunft reichlim geheimnisvoll ist. So wird beispielsweise behauptet, unsere Partei habe sich auf den Standpunkt gestellt, zuerst die Mehrheit des Volkes durch Wahlen in die bürgerlichen Parla- m e n t e zu erwerben und erst dann die Diktatur des Pro- letariat? aufzurichten. Es dürfte dem Exekutivkomitee schwer fallen, eine Erklärung unserer Partei ausfindig zu machen, in der dieser Standpunkt formuliert ist. Unser Leipziger Aktionsprogramm hat die Diktatur des Prole- tariats als revolutionäres Mittel zur Erringung der sozio- listischen Demokratie erklärt. Es ist aber müsiig, sich dar- über den Kopf zu zerbrechen, w i e und unter welchen Umständen es zur Diktatur des Proletariats kommen wird. Dag dies keine Prinzipienfrage ist, ergibt sich schon daraus, daß hervoragende Vertreter des revolutionären Sozialismus, darunter auch führende russische Kommunisten einer anderen Auffassung der Frage zuneigen, als dies im Schreiben des Exekutivkomitees zum Ausdruck kommt.>vv schreibt beispielsweise T r o tz k i(»Von der Oktober-Äevo-. lution bis zum Brester Friedensvertrag"), es sei im grossen und ganzen vollkommen richtig, wenn Kautsky beweise, dass Lr die arbeitende Klasse die Beibehaltung der Grundlagen emokratischcn Aufbaues letzten Enoes stets von Nutzen fei. £ „Aber", fährt er fort,„wenn es letzten Endes für das Pro- letariat vorteilhaft ist, seinen Klassenkampf und sogar seine Diktatur in den Rahmen demokratischer Institutionen zu kleiden, so bedeutet das noch keineswegs, daß die Geschichte des Proletariats immer eine solche Kombination ermög- licht". Und Lenin l„Staat und Revolution") weist mit Nachdruck darauf hin, daß die von der Diktatur des Prole- tariats ausgehende Gewalt nur gegen die ausbeuterif)c Minorität gerichtet fei. Lenin bezeichnet den Bund der ärmsten Bauern mit den Proletariern als einen,„ohne den die Demokratie stabil und die sozialistische Umgestaltung un- möglich ist". Ferner sagt Lenin:„Als Unterdrückungs- organ tritt hier nicht die Minorität der Bevölkerung auf, wie es stets bei der Sklaverei, der Leibeigenschaft oder der Lohnarbeit der Fall war, sondern die Majorität des Pol- kels". Marx und Engels selbst erklärten im Kommu- nistischen Manifest:„Alle bisherigen Bewegungen waren Bewegungen von Minoritäten oder im Interesse von Mi- noritäten. Die proletarische Bewegung ist die selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der usi- Seheuren Mehrzahl". Nehmen wir nun noch das Dezember- Programm des Spartakusbundes zur Hand, in dem es heisst: «Der Spartakusbund wird nie anders die Regierungs- Wvalt übernehmen, als durch den klaren, unzweideutigen Hillen der grossen Mehrheit der proletarischen Mass- in Deutschland, nie anders als kraft ihrer bewuhten Zu- inmmung zu den Ansichten, Zielen und Kampfmethoden oes Spartakusbundes". :ple Diktatur des Proletariats ist der Ausdruck der Usber- nähme der politischen Macht durch das Proletariat. Die Diktatur wird im Auftrage des klassenbewußten Proleta- planmässig und zielbewuht von revolutionären Sozia- usten im Interesse des Proletariats ausgeübt. In den kapitalistisch entwickelten Ländern bildet das Proletariat Nie ungeheure Mehrzabl der Bevölkerung. Wenn die öko- ""misch entscheidenden Schichten des Proletariats Träger politischen Macht sind, dann kann eine sozialrevolutlo- nare Regierungsgewalt ourch ihre zielklaren Magnahmen *) Siehe.Freiheit' Nr. 272 und 274. im Interesse des Proletariats rasch und unaufhaltsam die Arbeiterklasse und darüber hinaus die vielen Zwischenschich- ten der Gesellschaft gewinnen. Die Eroberung oer poltti» schen Macht ist die nächste Aufgabe des deutschen Proleta- riats. In diesem Kampf um die Eroberung der politischen Macht benutzt die Unabhängige Sozialdemokratie neben dem Parlamentarismus alle geeigneten Kampfmittel. Sie lässt aber keinen Zweifel darüber, dass die politische Macht nicht im Parlament erobert werden kann, fondern dass das vornehmste und e n t s ch e i d e n st e Kampfmittel die A k- t i o n der Masse ist. Nur wer sich sein Urteil völlig nach russischen Verhält- nissen bildet und spezifisch russische Verhältnisse schablonen- Haft auf andere Länder überträgt, kann übersehen, dass in jedem Lande im Klassenkampf eine Menge ökonomischer, so- zialer unh politischer Sonderheiten beachtet werden müssen, dass das Kräfteverhältnis der kämpfenden Klassen nicht überall und nicht zu jeder Zeit gleich ist. Eine solche ver- cinfachte Auffassung, wie sie im Antwortschreiben des Mos- kauer Exekutivkomitees zur Geltung gebracht ist, übersieht auch, dass unser Handeln nicht allein von uns, sondern auch von unseren Gegnern abhängt. Wenn nun die deutschen Kommunisten in dieser Ansicht theoretisch mit uns llberein- stimmen, so entspricht dieser theoretischen Einsicht doch keineswegs die Praxis der deutschen Kommunisten, die, entgegen dem Willen einzelner ihrer Führer— unter dem Einfluh der bolschewistifchen Revolution, deren andersge- artete, soziale Triebkräfte sie übersahen— auf den Weg des Putschismus gedrängt wurden. Welche Taktik die rich- tige war, ergibt sich aus der führenden Rolle, die unsere Partei im revolutionären Proletariat Deutschlands spielt und aus der Einflusslosigkeit, zu der die äusserlich in zwei, innerlich aber in mehr als zwei feindliche Lager gespalte- nen Kommunisten herabgesunken sind. Ebenso wie mit der Frage der Diktatur, verhält es sich mit der Frage des Terrors und des Bürger- k r i e g e s. Auch hier wird die spezifisch russische Form der Diktatur d?s Proletariats zum Grundgesetz für das inter- nationale Proletariat erhoben. Hierbei erdrückt die Form den Inhalt und erschwert den Gang der Revolution durch ungenügende Berücksichtigung der Umstände, die bei einem anderen soziologischen Inhalt auch eine andere Form der Revolution notwendig machen können. Bei der Prüfung des Eewaltproblems kommt in Betracht, dass zwischen Ee- walt und Terror unterschieden werden muss. Wenn auch die Diktatur des Proletariats wie jede andere Diktatur, selbst wenn sie sich in ein demokratisches Gewand hüllt, der Anwendung von Gewaltmitteln nicht entbehren kann, fo hängt ihr Ausmaß doch von den konterrevolutionären Wider- ständen ab. Terrorismus als politische Methode bedeutet die Errichtung einer Schreckensherrschaft, bedeutet die Anwen- dung von staatlichen Gewaltmitteln auch gegen llnschul- dige, um durch Einschüchterung und Abschreckung alle Ab- sichten auf Widerstand zu brechen. Dagegen ist zu sagen, dass die internationale Sozialdemokratie diesen Terror nicht nur aus Menschlichkeit und Gerechtigkeit, sondern auch aus Gründen der Zweckmässigkeit abgelehnt hat. Kann von der Gewalt gesagt werden, daß sie nur die Eebnrts- Helferin jeder alten Gesellschaft ist, die mit einer neuen schwanger geht und daß sie die neue Gesellschaft nicht zu Tage fördern kann, ehe diese nicht im Schoß der alten gereift ist, so muß vom Terror gesagt werden— und die Geschichte hat das hundertfach erwiesen—, daß seine Anwendung nicht die Stärke einer Bewegung, sondern vielmehr ihre innere Schwäche zum Ausdruck bringt. Unsere Partei handelt des- halb vollkommen im Einklang mit der marxistischen Lehre und mit den Erfahrungen der Geschichte, wenn sie es ab- lehnt, den Terror zu verherrlichen. Das Festhalten an diesen Grundsätzen bedeutet nicht» wie uns im Antwort- schreiben des Exekutivkomitees vorgeworfen wird, die„De- moralisterung des revolutionären Bewußtseins der Ar- beiter". Es bedeuteet vielmehr die Sicherung der dau- e r n d e n Interessen des Sozialismus als ganzes betrachtet; es bedeutet den Schutz der proletarischen Denkweise vor dem Eindringen korrumpierender militaristischer Gedanken- gänge, die das dauernde Interesse der Revolution und der Arbeiterbewegung wegen wirklicher oder scheinbarer Augenblickserfolge preiszugeben bereit sind. (Fortsetzung folgt.) 13. Verbandstag des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands Hannover, den 11. Juli 1920. Der Verbandstag der Fabrikarbeiter wurde heute eröffnet. Sekretär Contenius(Hamburg) begrüsste die Delegierte» namens der Zahlstelle Hannover. Er gab den üblichen gejchicht» lichen Rückblick. Der Bericht liegt als Broschüre vor, desgleiche» das Jahrbuch 1919. Als geladene auswärtige Eäste sind erschienen: Koll.Oeleppa- haus(Schweden), Sörensen(Dänemark). Im Namen des Magistrats der Stadt Hannover begrüßte der Senator Schräder die Tagung. P a b st glaubte die Tüchtigkeit des Kartells Hanno- ver mit dem Vorhandensein einer Betriebsräteschule nachweisen ZU können. Auch weiter sprach er Worte der Verteidigung der Ee- werffchaftspolitik in Hannover. Der Verbandsvorsitzende, Aug. Brey dankte nach allen Seiten und entschuldigte die fehlenden internationalen Verbandsbrüder und macht auf die zu erwartenden Entladungen der Opposition aufmerffam und hofft auf ein glückliches Verziehen des Gewitters. Es erfolgte dann die Konstitution des Bureaus. Die Opposition präsentierte als Vorsitzenden Schumann- Leipzig. Die Wahl ergab 1. Aug. Vre y- Hannover, 2. Contenius- . tra sser- Waldsbut, E t t l i ch- Koswig. Die vorgelegte Tagesordnung des Verbandsvor- st a n d e s fand Annahme. Die Beratung der„Geschäftsordnung brachte zu Punkt 6 eine lebhafte Debatte. Die O p p o s i t r o n forderte, daß nur aus Urwahlen hervorgegangene Delegierte stimmberechtigt sein sollten. Die Taktik des Verbandsvorsitzenden und VerHand- lungsleiters mutzte dahingehen, diese Gefahr für die Verbands- bureaukraten abzulenken. Der Antrag Bach(Plauenscher Grund) wurde deshalb nach erhitzter Debatte mit 254 gegen 136 Stimmen abgelehnt. Brey gab hierauf den Bericht des Vorstandes. Die Verteidigung der Verbandspolitit begann und damit das Ringen der Geister. Zweiter Verhandlungstag. Hannooer, 12. Juli 1920. Es folgt zunächst der Bericht des Hau vt k a s s i e r e r s. Das Verbandsvermögen beziffert sich auf 19 Millionen Mark. Zum Geschäftsbericht der Verbandspresse sprach Redakteur Prüll. Er verteidigt sich gegen die Vorwürfe der Opposition, die in den gestellten Anträgen zum Ausdruck kommen. Im allgemeinen ist zu bemerken, daß von den, im Druck vor- liegenden 212 Anträgen zur Tagung bloß 52 oppositioneller Natur sind. Den Revisionsbericht gibt Martens- Harburg, der die Angaben des Hauptkassierers bestätigt, die Buchungen in Orb- nung gefunden hat und Entlastung oerlangt. Bach beantragt namens der Opposition unbeschränkte Redefrei- heit für diese zu den Berichten. Nach scharfer Debatte ergab die Abstimmung schliesslich volle Redefreiheit, aber nach beiden Seiten des Hauses. Mit erhöhter Spannung wurde das Korreferat des Ee- nossen R e im a n n- Berlin entgegengenommen. Er führte aus, daß seitens der Opposition nicht die Absicht bestehe, die verderbliche Kriegspolitik der Gewerkschaften auszurollen. die ganze Aber den Arbeitern in Pommern aus? Wer das Noskeregime ver- teidigen wolle, möge doch an die ungezählten Gewcrkschaftsver- sammlungen in Berlin denken, die durch Militär gestört wurden. Jetzt habe man ja den ehemaligen Wchrminister nach Hannover abgeschoben. R e i m a n n verweist weiter auf einen Gerichts- bejchlutz, in einem Kampf der Rechtsanwaltsangestellten, wo- nach alle Bestrebungen die auf Streikbetätigung hinzielen, ver- boten werden. Der Klassenkampf sei nicht zu umgehen, oder man erkläre das Erfurter Programm für eine Utopie. � Was habe zum Beispiel der Verbandsvorsttzende Brey getan, um das Blutbad am 13. Januar in Berlin zu verhindern? Es sei leicht nachzu- weisen, daß Eewerkschaftspolitik und Parteipolitik miteinander unmittelbar verbunden sind. Es herrsche hier eine tausendfache Personalunion. Wo die berühmte Neutralität und Ob- j e k t i v i t ä t herkommen solle, werde die anwesende Mehrheit am besten wissen. Was habe Brey getan, um die verschiedenen Belagerungszustände aufgehoben zu wissen? Die Presse habe be- richtet, dass er sogar für Beibehaltung derselben eingetreten sei. Was habe der Verbandsoorstand in Sachen der„Erwerbslosen- frage" getan? Wie stehe der Verbandsvorstand zu dem wichtige» Gesetzentwurf der Schlichtungsordnung? Dann vermissen wir vom zweitstärksten Verbände Deutschlands eine kraftvolle und gross- zügige Propaganda. Brey habe erklärt, der Kampf zur Durchführung des Sozialismus sei nicht Sache der Die schwere Stunde Roman «LÄb.»-w»-»«««. leST. nniT«'e-«eim ANI■... irfT, meine Augen öffnen sich n °>er. unbezwinqlicher Ekel, der an Schi 'e>n öQn3es Wesen. Oft versuchte ich, *1rt, TittnlDiC � en öffnen sich weit, und e.n unend- -el der an Schrecken grenzt, ersullt Jh versuchte ich. zu Veweisgrunden ,>m diele sinnlose Furcht zu bekampsen, - e-war imm7r'vergeblK: jetzt fühle ich denselben Ekel, enau denselben Schrecken, das gestrige könne sich wieder- lUen. Obwobl ich Weift baft mein Beschluß dumm, sinnlos ist. P>ch?- I-i«»ÄÄ 'ch im Kabinett schlafen werde. Das bedeutet ja noch icht die endgültige Trennung, das ganze Leb°n llcgt ja noch or einem, sie ist ja die Mutter memer Kinder unv\ic iit or mir noch gar nicht schuldig.. � ,.„s Ich gehe immer schneller im Kabinette auf und ab und enke darüber nach, aber je mehr ich nachdenke, um W ver 'orrener werde ich. Es scheint mir, als fei die Kraft meines Verstandes geschwächt, oder als hätte �'" Mtr eme n �raft eingewurzelt, die aller Beweisgrunde des Berstanoes wttet und, sich meiner bemächtigend, mich auf neue, mir u ekannte Wege führen wird... Meine Frau kehrt sehr spät heim; ich vernehme chren Hritt im Porzimmer und dabei wird meine llnruye noaj eftiger; ich sage mir;„Jetzt wird es losgehen...-'iacy- em sie abgelegt hat. höre ich. dass sie das Spelsezimmer vc- ritt; wie sie Licht in meinem Kabinett bemerkt, konimr Ire ur Türe, öffnet sie leise und stecht erst nur den Kopf hm- urch; dies ist eine alte Gewohnhert. vor dem KncgeLat>re as, um mich nicht zu stören, wenn rch schrreb. Wie sie stehl. ass ich mitten im Zimmer stehe, trrtt sie em und nähert s.•) an leichten Schrittes. „Das ist einfach unverantwortlich, Kolja", sagt sie, indem sie ihre Unzufriedenheit durch ein Lächeln zu verstecken suchr, „den ganzen Tag erwarten wir dich. Diesen Tag",— sie betont besonders das Wort„diesen"—„hättest du wirklich im Kreise deiner Familie verbringen können." v'"weige. Sie fährt fort: „Ich bin nur abends ausgegangen und bin stecken- geblieben." Dabei sehe ich, daß sie plötzlich verlegen wird, auf ihrem dicken Gesichte treten rote Flecken hervor, und sie verbirgt ihren Blick vor mir, wobei sie sich von mir abwendet und in diesem Augenblicke auch das auf dem Divan ausge- breitete Bettzeug sieht. Ihre Augen öffnen sich weit vor Erstaunen, aber nach und nach erscheint in ihnen eine scharfe, stechende Bosheit; sie nimmt sich zusammen, jedoch ich bemerke, daß sie vor Wut kocht. Ihre Lippen zucken leise, aber sie frägt absichtlich, um ruhig zu erscheinen, mit veränderter kalter Stimme: „Was? Beabsichtigst du hier zu schlafen? Jetzt, nachdem du fünf Jahre abwesend warst?" ergreife ihre linke Hand und beginne zaghaft, mit schuldiger Stimme zu erklären, es sei ja nichts Böses dabei, ich hatte es ja nicht so gemeint, sie müsse doch verstehen, es fei mir ein wenig peinlich und unbequem... während fünf jähren verlernt man seine alten Gewohnheiten, und ausser- dem wissen sie ja genau, daß ich schreiben müsse, lüge ich voll- kommen bewußt, in den füns Jahren hat der Mensch so viel gesehen und erlebt, jetzt muss das alles aufgeschrieben werden. Ich konnte sie nicht erst darum befragen, da sie nicht zu Hause war. Und ich glaubte, ste würde sich dazu ganz ruhig, wie es nötig sei, verhalten. Mit weiblichem Instinkt fühlt sie, glaube ich, meine Un- aufrichtigkeit, sie beißt fortwahrend an ihrer Unterlippe und macht dazwischen eine protestierende Beweauna mit dem Kopf. Plötzlich überkommt miaj. gerade jetzt, eine merkwürdige Ruhe, als wären meine Beweisgründe nicht für meine Frau. sondern für mich selbst bestimmt und als hätten sie mich voll- kommen überzeugt. In ruhiger Sicherheit setze ich mich an meinen Schreibtisch und erwarte den weiteren Verlauf der Szene. Sie schweigt, die verschränkten Finger ringend, um ihrer Verzweiflung Ausdruck zu geben, nähert sich sodann dem Sessel, der an der anderen Seite meines Schreibtisches steht, sinkt auf den Lehnstuhl, verdeckt ihr Gesicht in den Händen und bricht in Tränen aus: Ich denke: Das ist alles ausgezeichnet berechnet, sie macht auch keine einzige unnütze Bewegung, ein vollendetes Schauspieler, talent. „Früher hast du ja Gottlob auch geschrieben", sagt sie unter Tränen,„es ist ja nicht zum ersten Male, und doch bist du nie aus dem Schlafzimmer weggegangen: nein, nein! Lüge lieber nicht, ich sehe wohl, daß du mich nicht mehh liebst, ich bin dir einfach widerlich. Und weshalb, sage, weshalb?" � Ich kann überhaupt keine Frauentränen sehen, sie machett auf mich einen merkwürdigen Eindruck, so daß sich mein Herz schmerzhaft zusammenkrampft. Jäi habe das Gefühl, als werde ich mit stumpfen hölzernen Ahlen gestochen; aber jetzt machen diese Tränen nicht den geringsten Eindruck auf mich« Ich setze mich bequemer in meinem Sessel zurecht und be, trachte aufmerksam meine Nägel, obwohl mich mein Verstandj ')ämt; „Wie kannst du nur, du Gefühlloser? Es ist ja der Augen« blick, in dem dein weiteres Familien. eben entschieden wird� �-r � r* Sl\ I*T* T\»*•» A. � T. einen neuen Redeschwall von wcymrworten, Vorwürfen uuA schliesslich den unvermeidlichen hysterischen Anfall, und diese» widerwärtige, süsslich-bittere Gefühl, das jede Familienszek!» hinterläßt, bei der die Seelen der Menschen, die sich fü« nahestehend verwandt halten, sich vollkommen vor einander verschließen, und die Leute, Haß erfüllt, einander nicht verstehen können, oder nicht wollen; so wird vielleicht einj jeder von Verzweiflung ersaßt, weil ein jeder sich W Illusion hingibt, der andere werde ihn sofort verstehen. Wie groß war jetzt mein Erstaunen, als meine Frau Plötz, lich energisch aufstand und, wie mir schien, ruhigen Schrittes m'«---Ämch-S-S-« „Nun, so schlafe eben wie du willst!" fii5 rtir?8 �ein™Ct%* �en nicht trauen. Sollte das wirk- eiTO (Fortsetzung folgt.) freien Gewerkschaften. Diese Fragen müssen mit und durch die Gewerkschaften gelöst werden. Nicht Selbstzweck sei die freie Ee- werkschaft. Diesen Standpunkt habe in den Pkärztagen selbst Legten, auf die Gefahr es mit seiner Partei zu verderben, ver- treten. Der Redner legt zu dieser Frage folgende Resolution vor: „Ausgehend von den Gesichtspunkten, welche zur Gründung der freien Gewerkschaften Anlah gaben, steht der Verbandstag auf dem Standpunkt, dag der Verband so geleitet sein muh, dag der natürliche Gegensatz zwischen der Arbeiterschaft und dem kapitalistischen Unternehmertum nicht künstlich unterdrückt wird. Letzteres führt dazu, dag die dem Verbände innewohnende Kraft indirekt zur Erhaltung des Kapitalismus beiträgt. Die kapita- listifche ,vorm der Produktion läht die Erfüllung der von der Arbeiterschaft aufgestellten berechtigten Forderungen nicht zu. Deshalb ist auch seitens des Verbandes an dem Prinzip, dag die kapitalistische Produktionsform durch die sozialistische zu ersetzen ist, unbedingt festzuhalten. Die Eeneralkommission der Gewerkschaften Deutschlands (A. D. G.-B.) hat arbeiterfeindliche Kriegspolitik offiziell be- trieben. Der Vorstand des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands und sein Organ„Der Proletarier" haben� diese Politik nicht nur gebilligt, sondern in Wort und Schrift ge- fördert. Der Verbandstag verurteilt aufs schärfste die Haltung dieser Körperschaften während und nach dem Krieg, er erblickt darin einen Mihbrauch seines Vertrauens, einen glatten Verrat an den Interessen der Arbeiterklasse, eine Preisgabe der Erund- sätze des Sozialismus." Schärfster Klassenkampf mit und durch die Gewerkschaft, für den Sozialismus, sei die Forderung. lLanganhaltender Beifall.) Eräf-Dresden polemisiert in langen Ausführungen gegen die Schreibweise von Prüll. Der„Proletarier" sei kein Proletarier mehr. Er kanzelte Arbeitskollegen als Verbrecher, Dummköpfe usw. ab. Eräf führt Präzedenzfälle an und ver- langt Remedur.(Beifall.) Adler- Harburg weist die Angriffe der beiden oppositionellen Redner in der bekannten Art und Weise zurück. Die Vorzüge des Betriebsrätegcsetzes will er mit den K§ 84 und 86 erweisen. Aus dem ihm entgegenschallcnden Gelächter schlieht er, dah selbst die „Elite der Delegierten" das Gesetz noch nicht kenne. Er verteidigt arme Industrien und seinen Parteigenossen Roske. Nach seiner Meinung erlebt die U. S. P. D. keinen zweiten 6. Juni mehr. Der Schiedsspruch der Rechtsanwalts-Büro- angestellten Am Montag trat der vom Reichsarbeitsministerium einberufene Schlichtungsausschuh zur Regelung des Tarife? der Rechtsan- waltsangestelltcn im Reichsarbeitsministerium Luisenstr., unter dem Vorsitz von Assessor Eoldschmidt zusammen. Beide Parteien hatten eine Anzahl Vertreter delegiert. Unter den Vertretern der Arbeitnehmer fungierten als Sprecher Reichstagsabgeordneter Giebel, Verbandssekretär Bauer und Reibach. Als VerHand- lungsführer des Anwaltsvcreins fungierten die Rechtsanwälte Roth, Kügler und Altertum. Die mündlichen Verhandlungen, in denen bereits ein starker Einigungswille zu Tage trat, dauerten bis Uhr. Der Vorsitzende verkündete den Spruch, welcher im wesentlichen von den Forderungen der Arbeitnehmer nur geringe Beträge abstreicht. Es war ursprünglich eine Erhöhung der Ge- hälter um 50 Prozent gefordert. Der Schiedsspruch enthält eine Aufbesserung von durchschnittlich 4ö bis 48 Prozent. Im übrigen besagt er,-dah Mahregelungen aus Anlah des Streiks nicht vor- genommen werden dürfen und dah. sofern die während des Streiks zurückgebliebene Arbeit von den Angestellten aufgearbeitet wird, ein Gehaltsabzug für die Streiktage nicht zulässig ist. Die Ver- treter des Anwaltsvereins erklärten, die Annahme des Echieds- spruchs in Aussicht stellen zu dürfen, sofern von der Arbeitnehmer- seite nicht eine weitere Rückwirkung des Vertrages als bis zum 1. Juli 1920 verlangt wird. Streik �bei der Berliner Wach- und Schließ- Gesellschaft Die Machangestellten der Berliner Wach- und Schliehgesellschaft (600 Wächter, Wächterinnen und Kontrolleure) sind in den Streik getreten. Sie fordern eine Teuerungszulage in Höhe von 100 M. pro Monat auf den bestehenden Tariflohn. In einer Betriebs- Versammlung, wo zu dem Verhandlungsergebnis Stellung ge- nommen wurde, war der Direktor der Gesellschaft anwesend, er erklärte, er erkenne die Notlage der Wachangcstellten an, berufe sich jedoch auf den Tarifvertrag. Trotz eindringlichen Zureden des Vcrbandsoertreters, welcher auf die geradezu verzweifelte �age der Wächter hinwies, und der des weiteren betonte, dah trotz Bestehen eines Tarifvertrages bisher immer eine V-rständi» aung über Teuerungszulagen erzielt worden sei, und die Gesell- schaft wohl in der Lage sei. Entgegenkommen zu zelgen, da eine kleinere Gesellschaft einen bedeutend höheren Lohn zahle erklarte der Direktor, keine Zugeständnisse machen zu können. Alles, was der Verbandsvertreter gesagt habe, treffe zwar zu, selbst die Wächterunkostenrechnung, die der Verbandsvertreter aufgestellt habe wolle er nicht anzweifeln, von e.nem Entgegenkommen könne jedoch diesmal nicht die Rede. e.n, er wäre zwar rn.der Tarifgemeinschaft der Arbeitgeber für d.e Bewilligung e.ner Teuerungszulage eingetreten, jedoch wäre er in der Minderheit �In�der sehr regen Diskussion wurde von allen Rednern die Not- läge der Wachangestcllten geschildert. Bei dem kargen Lohn könne man sich nicht einmal die Lebensmittel kaufen, die auf Karten zu haben sind, so dah man langsam verhungern müsse. Alle Redner traten dafür ein sofort in den Streik zu treten, da auf dem Ver- ha�dlungswege doch nichts zu erreichen sei.. Ein Antrag, den Streik noch einige Tage aufzuschieben und mne Urabstimmung vorzunehmen, fand keine Annahme. Einstimmig wurde be- schlössen, sofort in den Streik zu treten. Streik der Fensterputzer Ig einer am Montag stattgefuildenen Vollversammlung der jtsenstcrputzer wurde beschlossen, am Dlenstag fruh m allen Be- trieben Berlins in den Streik zu treten, wenn die Unternehmer sich weigern, den geforderten Lohn von zahlen. Die Streikenden richten an die organisierte � die Bitte, sie in ihrem schweren Kampf zu unterstützen. Jeder Fensterputzer, der bei der Arbeit getroffen w,rd. muh im Besitze eines Ausweises der Zentral-Streikleitung fein. Kann er eine solche nicht vorzeigen, ist derselbe als Streikbrecher zu betrachten. Zcntralverband der Bäcker und Kondttoren. Nachdem di« Kon- ditoreibesitzer den Schiedsspruch des SchllchtungsausschusseS be- züglich Festsetzung der neuen Löhne abgelehnt haben, dokumentie- ren sie damit, dah sie wohl verstehen, inständige Prelse für ,hre Waren zu nehmen, aber nur Hungerlöhne zi�ahlen��berweiter- gehende Schritte der Organisation soll in der am Donnerstag, den 15., abends Uhr in Schulzes Pracht-Sälen, Am Königs- graben 2 stattfindenden Versammlung beschlossen werden. Man sorge deshalb dafür, dah alles Personal in dieser Versammlung erscheint. scheine zum Einheitspreise von 3 Mk. abzugeben. Die Auslosung der Plätze findet ab 6� Uhr im Theaterraum am Tage der Vor- stellung statt. Verband der Gastwirtsgehilfen, Elsasserstr. 88. III. (Bureauzeit 9 bis 5 Ahr.) Groß-Berlin Die Generalversammlung der Bezirksorganisation Berlin-Stadt findet am kommenden Freitag, abends 7 Uhr, in den Sophien- sälen, Sovhicnstrasie 17/18, stall. TageZordnung: l. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Neuwahl deS Vorstände?. 3. Verschiedenes. Funktionärversammlung Bezirksverband Berlin-Brandenburg Die Fortsetzung der am Mittwoch, den 7. Juli, vertagten Funk- tionärkonfcrcilj, welche sich mit dem Thema „Selbständige Betriebsräte-Fentrale oder Betriebsräte- Zentrale der freien Gewerkschaften" befaßte, findet am Donnerstag, den lk. d. M., abends 7 Uhr in den Sophien-Sälen, Sophienstr. 17/l8, statt. Zum Eintritt berechtigen die von den Distrikt?- bezw. OrtSleitern ausgestellten gestempelten Ausweise. Ohne diese kein Zutritt. Ende des Obsthandlerstreiks Die Obsthändler haben sich mit den Erohhändlern ver- ständigt und wollen heute den Handel wieder aufnehmen. Sie hoffen, dah mit dem Kettenhandel ein Ende gemacht wird. Und das war immer schon ein Stein des Anstohes. Gute Freunde bekamen Ware und gaben sie mit hohen Auf- schlügen weiter. Dieser Zustand muhte zu einei'Verteucrung der Ware führen. Auch die Frage des Gewichts spielte eine grohe Rolle. Vielfach fehlten gröhere Mengen an Gewicht, dazu kam die Verpackung. Ten Händlern ist zugesagt, dah eine Regelung dieser Punkte erfolgt. Gegen die Wcrderschen Obstzüchter bleiben die Händler in Reserve, bis diese sich mit ihnen geeinigt haben. Für uns ist entscheidend, welchen Nutzen der Konsument aus der Bewegung zieht. Ist sie nur ein Streit zwischen Grohhändler und Kleinhändler um das Mah des Profits, so hat der Konsument wenig Interesse daran. Wesentlich für den Konsumenten ist, ob eine Dauer der Preisnachlasse zu verzeichnen ist. Das werden die nächsten Tage lehren. Aber auch die Händler haben darauf zu achten, dah in ihren eigenen Reihen llnreellität gegen das Publikum verschwindet. Die Fernstromversorgung Berlins Uns wird geschrieben:„Das Reichsschatzamt ist in der vorigen Woche dazu übergegangen, die für die Fernstroinversorgung Ber- lins notwendigen Maschinen zu bestellen und zwar sind für das Stromerzeugungsgebiet Spremberg 3 Dampfturbinen-Sätze zu 18 000 Kilowatt und ein Satz gleicher Leistung für das Gebiet Golpg in Arbeit gegeben worden. Bei Fertigstellung die- ser Waschincn wird' es» möglich fein, den Strombedarf Berlins voll zu decken und sogar etwas in Reserve zu haben. Es kann also hier mit einer gewissen Genugtuung ausgesprochen werden, dah die beiderseitigen Bemühungen in kurzer Zeit das erreicht haben, was den einzelnen behördlichen Stellen trotz vieler Mühen durchzusetzen nicht möglich war. Wenn in einem früheren Artikel von einer Vermehrung der Zuleitungsanlagen gesprochen wurde, so hat das Schatzministerium leider dieser Forderung bisher kein Gehör geschenkt, e� glaubt vielmehr, mit den gegenwärtigen Stromzuleitungen auskommen zu können. Es ist dabei zu bedenken, dah, wenn man für die Stromerzeugung Sorge trägt, man auch für die Stromzuleitung die notwendige Vorkehrung treffen mutz, weil sonst auch eine aus- reichende Stromerzeugung nicht immer ihren Zweck erfüllen wird. Wenn aus der praktischen Erfahrung heraus feststeht, dah die an Masten aufgehängten Ueberland-Leitungen sehr wenig Stö- rungen unterworfen sind, so schlieht das Störungen nicht aus. In demselben Augenblick, wo eine Stromzuleitung defekt wird(und die Reparaturen dieser Defekte nehmen gröhtenteils längere Zeit in Anspruch) kann man mit dem zur Verfügung stehenden Strom nichts anfangen, da die bestehenden Leitungen diese Mehr- belastung nicht aufnehmen können. Will man gegen alle Even- tualitäten bei der Stromversorgung Berlins geschützt sein, muh neben der ausreichenden Stromversorgung und der dazugehören- den Reserve auch für eine ausreichende Stromzuleitung und Re- ferve Sorge getragen werden." Bitterfeld hat gestern die Stromversorgung nach Berlin einge- stellt. Es sind Mahnahmen getroffen, durch welche die Straßen- bahn mit Strom beliefert wird. Wie wir erfahren haben, hat die Direktion der St. f. W. angeordnet, die Straßenbahn mit Strom zu versorgen, jedoch die Großindustrie aus dem Stromnetz auszuschalten. Hoffentlich erwacht das Reichsarbeitsministerium jetzt und findet Mittel und Wege um die Arbeitgeber schleunigst an den Verhandlungstisch zu bringen. Das Melde wcsen in den Vororten. Der Regierungspräsident von Potsdam hat für die Berliner Vororte, in denen sich Woh- nungsämter befinden, die bestehende Aieldepolizeiverordnung durch folgenden Nachtrag vorübergehend abgeändert:„Die Abstempe- lung der Meldungen unterbleibt bei Zuzügen solange, bis die in dem folgenden Absatz erwähnte Erklärung des zuständigen Woh- nungsamtes der Meldestelle vorgelegt wird. Beizubringen ist bei Zuzügen gleichzeitig eine Erklärung des zuständigen Woh- nungsamtes, ob dieses gegen den Bezug der Wohnung, der Zimmer oder Schlafstellen Einwendungen zu machen hat." Unangenehmer Abschluß einer Badereise. Bor einigen Tagen kehrten mehrere bekannte Charlottenburger Persönlichkeiten von einer Badereise zurück und übergaben ihr Gepäck der B. z. B. E. zur Beförderung. Während die Gepäckstücke am Charlottenburger Bahnhof verladen wurden, stahlen Diebe das Fuhrwerk und fuhren von dannen. Der leere Wagen wurde später in der Mannheimer Straße in Wilmersdorf wiedergefunden. Gestohlen wurden drei grohe Rohrplattenkoffer mit Damen- und Herrengarderobe im Werte von 40 000 Mk. und eine lederne Reisetasche mit Schmuck- fachen, darunter eine Perlenkette, Brillantnadeln und eine goldene Damen- und Herrenuhr. Da der Diebstahl am hellen Tage aus- geführt wurde, ist es merkwürdig, dag niemand von den Tater« etwas wahrgenommen hat. Meldungen erbittet die Charlotten- burger Kriminalpolizei.. Eine Lebensmittelkartenwerkftatt wurde gestern entdeckt. Eiw Bügler Julius Schulz hatte mit andernelneKarte�ruckereibe. gründet, in der er ein Ehepaar Helnrich befchajUgte und e nen Steindrucker Wagner. Die Druckerei befand ssch am Erune« Weg Nr. 3. Diese Lebensmittelkartenfabriken können nur be- stehen, weil die Nachfrage nach den Karten immer noch grog\]L Erschossen wurde in der letzten Nacht in einem Lagerkeller. Schöneberger Str. 27 von der Sicherheitspolizei ein Mann yans Schirfchmidt aus der Thristburgerstrage, der mit einem andere« bei einem Einbruch festgestellt wurde. Ausgehoben wurde in der letzten Nacht ein Schanklokal Schöne« bergerufer 44, in dem von zahlungsfähigen Gasten und Lebe- männern Nackttänze vorgeführt wurden. Das Lokal wurde ge« schlössen.' 1 Liter Bollmilch. Von heute, den 14. d. Mts. ab w,rd auf die B 1 und B Z-Karten bis auf weiteres 1 Liter Vollmilch veraus« gabt. Die übrige Belieferung bleibt wie bisher. Berlin-Britz.' Am 9. Juli, gegen 7 Uhr morgens stürzte ei« unbekannter junger Mann von 16—18 Iahren, während der Fahrt vom Bahnhof Hermannftrahe nach Tempelhof vom Trittbrett der Eisenbahn ab und erlag seinen Verletzungen im Neuköllner Kran- kenhause in Buckow. Er hatte eine Wochenkarte auf den Name« Willi Thomas bei sich, ist 1,56 Meter groß, schlank, mittelkräftig. dunkelblondes Haar, blaugraue Augen, grohe. abstehende Ohren. Die Leiche befindet sich im Neuköllner Krankenhaus in Buckow, Nachrichten an den Amtsvorsteher. Berlin-Britz. erbeten. Städtische Aosk»nfts- und Beschwerdestelle Neukölln. Die vo« der Stadtverordnetenversammlung in Neukölln, im alten Rat- hause. Berliner Straße 63/64, Erdgeschoß, Zimmer 163 einge« richtete Auskunfts- und Beschwerdestelle ist auch an jedem Mitt- woch. nachmittags von 5—7 Uhr, geöffnet. Es sind in diese,- Stunden Stadtverordnete anwesend, um Beschwerden und Wünsche der Einwohnerschaft in städtischen Angelegenheiten in Empfang zu nehmen- Die Preksherabsetzung der Firma Baer Sohn fällt derart auf, dieje:—-"' � daß wir auf diesen Umstand unsere Leser besonders hinweise« müssen. Richtigstellung. Auf Veranlassung des Vorstandes der»Ver« einigung der sozialistischen Studenten Groh-Berlins" haben wir bei den Parteisunktionären Umfrage gehalten und festgestellt, das? in unserer Notiz„Pazifismus und Sozialismus" in der Abend- ausgäbe vom Sonnabend insofern ein Irrtum vorlag, als die Eintrittskarten zu dem genannten Vortrag in der Universität nicht von den Distriktsleitern, sondern von Mitgliedern der Vereinigung an ihnen bekannte Arbeiter ausgegeben wurden. Pazifismus und Sozialismus. Nach dem Vortrag über dieses Thema, am Montag in der Universität, wurde eine Mütze ge- funden. Der Eigentümer kann sie beim Pförtner der Universität abholen. Der Berliner Wettfegel-Vervand. dem die Arbeiter-Segelvereine „Fraternitas",„B. d. Tourensegler",„Segelklub 1898" und „Wendenschloh" angehören, legt Wert auf die Feststellung, dah er und nicht nur die in dem Bericht über die Regatta des Freie« Ruderbundes genannten beiden Arbeiterseglervereine, die Aus» schmückung der Regattastrecke veranlaßt hat. Aus den Organisationen Bll- 1. Sift-llt. 1.-nd? Abteilung. Eem-injnmer Zahlabend(Vortrag). dungsschule(Parteibureau). Sch-cklerstr. 5. 3. Diltrilt. z. Abteilung. Zahlabend 115. bis 117. Bezirk bei Brückner, Wilmirr. 7, 118. 1" 120«ezirk. Wulf Bärwaldltr. so, 123. bis 121., 130. und 132 Bezirk. Bödme, Planuser 70. «. Bijtrikt. Die Abteilunasjiihrer werben gebeien. beute, Mittwoch, die D-le- giertenkarlen zur v-neialoers-mmlung am Freitag vom Eenossea Hellmuth abzu- ».»ift'itt. 2. Abteilung Der Z-blabcnd de- 1-l. Bezirk- findet nicht bek Hcrrmann, Su,eland!lr. statt, sondern der Bezirk tagt bei ÄSgoen. Allenstciner. Straße, Ecke Vöuowstraße. 11. Distrikt. Donnerstag. Uhr, Sitzung der kommunalen Abteil-ng--Ob- leute bei Erler, Ackerstr. 13.— Freitag, Kitz Uhr. Bersammiung der Eltern» beirätc, Humboldt-Eumnastum, Eartenstr, 25, Kelangsiaal. 11. Distrikt. Sämtliche Mitglieder der Frauenarbeitslommiiston beben Sitzung am Donnerstag, abends 7 Ubr, bei Norsf, Elisabethkirchstr. iz, Wahlkreis 11, Lerwaltungsbezirk 17. Sonnabend. C Uhr, in Lichtenberg, Rat» hau», Möllendorfer Str., Stadtverordnetensiiluiigssaal, Sitzung der Bezlrksver» ordneten, wozu auch die örtlichen Organilationsleitungen eingelaben find. Bahn» hos Franksurtcr Allee. Bezirtsuerbanb Verlin-Brandenburg. � Sitzung(amilicher Distriktsobleute der politischen Kommission, Donnerstag. 7'? Uhr, bei Hagen an der Slralaucr Brücke. Unbedingtes Erscheinen er, orderlich. Neukölln. Bezirksiühiermateriol abrubolen im Parierbureau. llbarlottenbueg. Die Bezirkszablabende der s ldruposn iinden in folgendeck Lokalen statt: 1. Jakob. Ealuaniestr. /; 2. Uou, Liikowstr. 8; 3. Bombach. Eolanderstr. 27; 4. schiller. Kirchstr. 28: 5 Dargel, Wallftr. 7. Eh-rl-tt-nburg. 0. Gruppe, Di-.lahlabende finden diesmal bei Koll-kowski. Eo-Ihestr, SS und bei Werner, Wallstr, 00, statt. Sch-neberg. Bezirkssührer Mittwock,. 0 Uhr Material aus her Speditw» abzuholen. Die Plnkate müssen-densalls abgeholt werden. Steglitz. Bildungskommisston. Sitzung, Donnerstag, abends 8 Uhr. bei Rangt, Fichtesir. 1. Wichtige Tagesordnung Wilmeksdorf-Schknorgendors.-v1® Handzettel Für Mznta�sversammlunq lieaeit in der ,�reiheit"-Spedition. Hindenburgstr., zur Abholung bereit. Mittwochs abend Bezirksversammluna ln den berannten Lokalen. Tempelhof. Zugendweihe Ende �ptember. Anmeldungen zum Dorbereitungs« Unterricht beim Eenoflen Jrrgang. Dorsstr. o»."' Lichtenberg. Frau-n°bt-il»ngsl°inn>,Isi-n. Sitzung. Donnerstag. 7 Uhr, Täci- lren-Lnzeum. Erscheinen aller Genossinnen dringend notwendig. Die Listen lind >. lSSmUIch« Obleute der Eliernb-IrSte Sitzung Donnerstag, 8 Uhr. b«, Albrecht Reue Bahnhoistr. 2 Tagesordnung: Anlchlul, an die Iug-nt-I-in- Mission und den Elternbund. Der Borstand hat(.,8 Uhr ,u ericheinen T,.p.°-.v..«sch°l-nw.,. D-- Z°hl- end f,ndet heute'ubeÄ nich)' in den* «-„rlsl-kal statt, sondern für Treptow b-, Rietschle, Am Ireotowcr Bark 25-20, � für Baumschulenweg in d-r Aula de, Lpzeum», Baumschulenstraße ,?'">-'!ch»'>b»»l-->. Mitlwoch. Marchenv-rl-sung im Garten, Lindenstr.... sttzung 15. 7.. 7 Uhr. Sophiensäle. S-pht-nstr 17-18 Fachgruppen» Soz. Proletarierjugend. Donnerstag 7 Ahr im dungsoersammlung der Gruppe Prenzlauer Tor' de? � Pulewri�ngend.' Geschäftliches Porzellan von Flecken zu befreien und a vermag ein Mittel, das aus dem Anzeiaentett'u ersehm??' verantwortlich für die Ziedadtion: Leo Llebsck.0s«. � 1 1- für den Inseratenteil: Ludwig Komeriit-rd?.�nebenan. Verantwortlich .Freiheit-, e.®. m. b. H. Berlin.- Druck d'ee _ Berlin C2,«»ite®- m*