Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Freitag, den IS. Juli 1920 Nummer 280• Morgen-Ausgabe »To- erscheint«totgcxs nnh»echniittsg«» Ssnxtaas und Msntags uu? Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung in» Daus für Gro�-Verliu Di« einueaU___________________ v_________--„ v Jö,— 3S. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8»50 M. Für Post» bezug»eh«en samtliche Postanstalten Vcsiellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Oesterreich 16.50 M.. für das übrige Ausland 21,50 W. zuzüglich Baluta-Auffchlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich 50.-<3L SUdftWic», EU»edM«»«»d Verla,. Verli» ES» Vrett« Strafe So». Die achtgespaltene NonyareiLezeile oder deren Raum kostet 5,— M. einschließlich Deuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Woa 2,— M.. jedes weitere Wort 1.50 M., einschließlick; Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut a.arn. Farnilieu-Anzeigen und Stellen-Gcsuche 2,20 M. netto pro Zeile. 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Während der Dauer der vsrbezeichncten Kohlennefe- »ung bleiben die Bestimmungen der Entjchcidung in der Kohlenfrage, die der deutschen Delegation am S. Zuli m:t- eteilt und am 11. Zuli abgeändert worden find, aufzer nwendung. Eine Erhöhung der monatlich abzuliefern- den Tonnen durch den Wiedergutmachungsausschu» findet solange nicht statt. 4. Es wird alsbald ein Abkommen über dre Lage in Oberschlesien getroffen, durch das entweder die deutsche Regierung die Verteilung der aberschlestschen Kohle Zurückerhält oder ihr doch der monatliche Bezug von winde- oens 1,5 Millionen Tonnen gewährleistet wird. 5. Eg wird alsbald eine gemischte Kommission in ?Nen eingerichtet, deren Zweck es ist, die Mitte! zu unter- >uchen,mit denen man dieLibenshaltungderBcrg- "fdeitkr jn Nahrung, Kleidung und Wohnung und da« wn die Erzepaung der Kohlenmincn des Ruhrgebiets vcr- kann. .' Die Alliierten erklären sich bereit, Deutschland zur K i n- ! fc»! i Memorandum vom 1. Zuli niedergelegten mifattSS£ 9 �«-ndlage für ein«btommen bctr-si-nd Wteder- d»«�.n�-�vbeziehungen und die beiderseitig« Emstel- !A,. angenommen hat. i�r /i �lcrimg hat daher beschlossen, die verhand, »-r.Ä. Handelsabkommen fo-tzusetzen. sobald die russischen Delegierten zurückgekehrt sind Das Telegramm nimmt Bezug auf die wiederholten Erklä-nngen der Sowjetreg,«vung. daz sie mit»hren?tackchgrn in Frieden zu leben wünsche und aus oe» be» der englischen Regieruna gleichfalls vorhandenen dringen- den Wunsch in ganz Europa den Frieden wiederherzustellen. Di« «nglische Reg, erung schlägt daher josortigen Wafsen- st» l l st a« d z w i, ch«» Polen und S- w i- t ru st l- n d v a r. Du V-dingo,lgen des Wassenstillstanvee sehen vor. dast das »olnlsch« Heer sosort au? d,«»on der Friedenskonseren; im letzten Zahre als provtforsswt Ostgrenze Polens festgesetzten Linien zurück- gehen soll. Dann soll eine Konferenz unter den'Auspizien der Friedenskonferenz in London zusammentreten. um über den endgültigen Frieden zwischen Ruhland und seinen Nachbar« zu beraten. Der Konferenz würden Vertreter Ruh- lands, Polens, Le t J.. and s, Litauens und F i n n- lands beiwohnen, wahrem! Vertreter von Oftgalizien eingeladen «erden lcllen, um ihre-eone noezotrag«»,. Di« Wasfenstillstandzvo�ichlu.ge besagen ferner, dast das russische Heer aas«in« Linie 50 Kilomeier östlich d»r vorläufigen polnischen Grenze stehen bleiben soll. E-«n Wafsenstillsta nd mit Wrangel wird ebenfalls vorgeschlagen. Während sich die eng- lische Regierung nicht verpflichtet hat. Polen für feindliche» Austreten gegen Rustland Mttcrjtutznn« zu biete», ist es durch die Die Einigung Nachdem durch die aufgeregten und�entstellenden Mel» düngen der deutschen Pressevertrcte! in Spaa zwei-tage lang in Deutschland der Eindruck hervorgerufen wurde, als ob de: Bruch zwischen den deutschen Vertretern und den Alliierten unvermeidlich sei, ist es gestern doch zu der 33 c t st c n d i« gungüberdieKohlenfragv gelommen. Die deuische Delegation hat bis Donnerstag vormittag über die Forde- rangen der Entente beraten und den Nachrichten, dfe Hus aus dem Nuhrrevier mitgebracht Hat, ist es wohl zuzuschreiben, datz man sich bereit erklärte, vorläufig die L i e s e tun g von monatlich 2 Millionen Tonnen Kohle zuzu- gestehen. Damit ist die schwierigste Differenz ans der Welt geschafft worden. Und wenn die deutsche Delegation an ihre Zustimmungen zu den alliierten Forderungen einige wesent- liche Bedingungen geknüpft hat, so dürfte es nicht zweifelhaft fein, dah sich darüber ein Einvernehmen erzielen lassen wird. So schwer es uns auch fallen mag, diese zwei Millionen Tonnen monatlich den Zllliierten zu liefern, so darf doch da- bei nicht übersehen werden, datz das Wiedergutmachungskonto um so geringer wird, je grösser der Umfang der Kohlenliese- rungen ist. Dass der Gegenwert der deutschen Kohle auf die Wiedergutmachungen angerechnet wird, das ist die eine der deutschen Bedingungen. Die zweite fordert, dass die bis- herigcn Entscheidungen der Alliierten in der Kohlenfrage ausser Kraft gesetzt werden. Eine weitere Bedingung wünscht ein Abkommen über Oberschlesien, durch das der deutschen Negierung das Recht der Verteilung der dortigen Kohlenproduktion im wesentlichen wieder zurück- gegeben wird. So weit ist also die deutsche Delegation nicht gegangen, dass sie die Ve.schieoung der Abstimmung in L-ber- schreiten oder gar ihre völlige Aufhebung verlangt. Schlieh- lich sollen die Alliierten Deutschland in der E i n f u h r v o n Lebensmitteln undRohst offen durch Gewährung einer Anleihe unterstützen, insbesondere aber dabei Helsen, dass die Lebenshaltung der Bergarbeiter im Ruhr« gebiet verbessert wird. Zu diesem Zwecke soll so rasch wie irgend möglich, eine gemischte Kommission in Essen zusain- mcntrcten. Die Verhandlungen und Unterhandlungen über die Koh« lenfrage sind nicht öffentlich geführt worden. Was an Einzelheiten darüber bisher gemeldet wurde, das entsprang, wie immer wieder hervorgehoben werden mutz, zumeist der Phantasie der Berichterstatter. Insbesondero ist durchaus noch nicht erwiesen, dah die Alliierten wirklich m i t der Besetzung des Ruhrgebiets gedroht und ein Ultimatum in Aussicht gestellt haben, das diese Drohir.ng enthalten sollte. Allerdings hat noch am Mittwoch das Reuterfche Bureau in einer Meldung angedeutet, dass der Abbruch der Verhandlungen unmittelbar bevorstehe und datz die Alliiertet: das Nuhrgebiet besetzen würden. Hierbei scheint es sich aber nur um einen Versuchsballon gehandelt zu haben,' eine offizielle Erklärung der Alliierten, die eine solche Drohung enthielt, ist jedenfalls Vicht erfolgt. Int Gegen- Bolkerbundssntzung verpflichtet, die Integrität Polens inner- fl o 1 b setner eigenen Grenzen za verteidigen. Das Xelegronm fügt hinzu, sollte sich Sowjetrichlaud trotz seiner wteoerholten Erklärungen nicht mit drm Rückzug der polnischen Armren vom russischen Loden ans Grund eines ZLaffenstillstands- »ertrageo begnügen, sondern beabsichtigen, innerlialb des pol- Nischen Gebietes seindielige Handlungen zu unternehmen, so werde die englische Regierung und die Alliierten sich für verpslichtct hal- ten, der polnischen Nation bei der Verteidigung ihre? Le- sschens mit alle» zu ihrer Verfügung stehenden Mitteln zu helfen. �„ London, la. Jult. Unterhaus. Vonar Law sagt«»och. die Mitteilung an die S o w j e t r e g i e r n n g sei mit Wissen und Zustimmung der Alliierten abgesandt worden. Ein gleichzeitig init der Erklärung Bonar Latus ausgegebenes Memorandum führte die Bedingungen für die 3Li«deraufnohn:e der Handelsbeziehungen auf, die in der Hauptsache umfassen: beiderseitigenVerzicht aufPro- paganda und besonders Verzicht der SowjetreIieruiig auf englandfeindliche Propaganda in Slsien, sofortige Hrei- lajsung der Gefangenen in beiden Ländern und gegen- seitige Alterkennung des Grundsatzes der E n t> ch ä d g u n g an Privatpersonen, die dem anderen Lande Güter geliefert haben.~ Amsterdam, 15. Zult. Laut„Times" umfassen die von Krassin übermittelten Vorschläge der Sawjetregierung auch das Angebot von Konzessionen für die Ausbeutung der Holzüsstände und Bergwerke Russlands durch aus- ländisch« Kapitalisten. Den Konzessionsinhabern soll der Export der Erzeugnisse ihrer Unternehmungen zugestanden werden. Der im Lande verbleibende Ueoerschug ist durch die Organssattonen der russischen Regierung zu verteilen. Der Äonzeisionsinhaber mutz die russische Arbeitergesetzgebung und die gesetzlichen Schutzbrsttm- mungen für die Erhaltung der Fisch-, Mineral- und Forsibestände und der anderen HilfsgueUen des Landes innehalten. i teil, nach einer Meldung des„Statin", dem man Deutsch« freundlichkeit gewiß nicht nachsagen kann, hat M i l l e r a n d Mittwoch abend noch erklärt, dass die Besetzung des Ruhr- gebiets niemals sein Ziel gewesen sei. Dem mag aber sein, wie ihm wollen ausschlaggebend für das Zustandekommen der Einigung in der Kohlenfrage ist ohne Zweifel die Stellung der Bergarbeiter ge- weseit. Lloyd George ebenso wie Millerand sind zu gewiegte Politiker, als dass sie nicht wissen mussren, dass sie mit Zwangsmassnahmen, unter denen die Bergarbeiter am meisten zu leiden haben würden, nicht das Mindeste erreichen. würden. Lloyd George insbesondere dürste über die Stint- lung der englischen Bergarbeiter untsrrichtet gewescyl sein. Die englischen Bergarbeiter drängen nach Soztalisierung der Bergwerke und sie würden sicherlich nicht ruhig zugesehen haben, wenn ihre deutschen Kameraden zugunsten des alliier- ten Kapitals zwangsweise zur Arbeit angetrieben worden wären. Der Berichterstatter der„Vossischen Zeitung", dessen Sach- lichkeit im Ceaeitsatz zu den anderen Vertretern der deutschen Presse in Spaä anerkannt werden mutz, macht am Donnerstag abend besonders auf zwei lln terredungendesau s- w ä r t i g e n Ministers Sit» o n s aufmerksam, die die Entscheidung der deutschen Delegation wesentlich beeinflusst haben dürften. Die eine Zlnterrcdnug hatte Simons in der Nacht vom Mittwoch zu Donnerstag mit Lloyd George. Unabhängig voneinander sollen betoe Minister den Wunsch ausgesprochen haben, sich miteinander über die Kohlenfrage zu unterhalten. Dr. Simons,>o erzählt der Berichterstatter. wurde von seiner Villa aus durch ein englisches Regierunas- auto abgeholt und ebenio wieder zurückgeführt. Die Unter- .... v._____ i'i. of--*e-\Sk n.t T*.'* z..'.' v'v � redung mit Lloyd George Habs sich in freundlichen Formen vollzogen und es seien darin die meisten Punkte behandelt —.... v,ic nachher m den deutschen Gegenvorlchlag auf- worden seten. Lloyd George habe selbst zugc-- >' Annanme der....... r:-.>' worden, die genommen ben. daß die Annahme der Kohlenförderung für die deutsche Regterung eme schwere Gefahr in sich berge, er habe aber �.�.5 � st| r 2- c � t e s e s Risiko ein zugehe n Spater habe Herr Dr.«imons eine energische Unterredung wtt Herrn« 1 1 n n c s gehabt. Der Minister wird dem » �,1 Grostkasiiasisten wM auseinandergesetzt haben, daß die . deutsche Regieru'.ig die ablehnende Haltung des deutschen Ka- pitals gegenüber den alliierten Forderungen nicht mehr ve- riiAsichtigen könne. sonders tvichtig ist noch ein Punkt, auf den der Bericht- e. tuter der„Vossischen Zeitung" aufmerksam macht. Er sagt, daß durch die Intervention der Englän- der die Opfer erst möglich geworden seien, die die deutsche- Delegation nicht glaubte bringen zu können, solange mit Frankreich und den anderen Kohlengläubigern direkt ver- handelt worden sei. Man muß daraus schließen, daß die Engländer den Deutschen geraten haben, mit Rücksicht auf das französische Prestige der Lieferung von 2 Millionen Tonnen monatlich zuzustimmen. Die Ve- dingungen, die die deutsche Delegation an ihre Zustimmung geknüpft hat, scheinen die Grundlagen für die Hilfe zu bilden, die die Alliierten der deutschen Regierung zur Durchführung der Vereinbarung gewähren will. Diese Schlußfolgerung : man schon deswegen ziehen, weil gerade die„Vossische Zeitung" diese Mitteilung, die die englischen Absichten durch- aus nicht als deutschfeindlich erscheinen läßt, bringt, trotzdem das Vlatt sonst die Kontinentalpolitik vertritt und eine m Spaa, die sich auf die Wiedergutmachung bezichen, reine greüeren Schwierigkeiten machen. Gestern Abend fand eine Vep rcchung zwischen Lloyd George, Millerand und Simons >ta:t. llebcr ihren Inhalt und ihr Ergebnis sind wir noch nuht unterrichtet' ohne Zweifel sind aber dort die letzten U?!"elliiMtsn in her �Illllenfraac firlnvnrficn m.irhrceen«n Protest der Konsumenten und durch die Ausdccluna der „Zulammenfassend ist also festzustellen, daß aus Erwägungen. is mit tatsächlichen, sachlichen Gründen nichts zu tun haben. - Landwirtschaft in der Frage der Preisgestaltung abermals - Behandlung zutellgemorden ist, die sie als Wirtschaft- e n P ä r i a im deutschen Poll« erscheine» läßt. Während .um alles, was produziert und mehr noch, was nur ver- zum Teil phantastische Gewinne erziel!, wird der Land- schüft die Erfüllung von Zusagen, auf die sie seit Beginn Frühjahres ihre Wirtschaft cnigestellt hat, vorenthalten, d ll>r zugemutet, zu einem erheblichen Teil unter den Ee- .'nunqskosten zu produzieren. Und das geschieht wider die oessere U-berzeugung der behördlichen und sachverstandigen Stellen, wie die Unterbietung der eigenen Antiindiaung des Ernährungsmtnistsrs llar und unwiderleglich beweist.' Die Schuld daran mißt die„Deutsche Tageszeitung'' nicht nur sein Protestfturm der Angestellten und Arberter de. sondern rhre lllut richtet sich auch gegen diejenigen landwirtschaftlichen Kreise. zie iu Anerkennung der Interessen der Allgememheit vor der ae- planten gewaltigen Preissteigerung gewarnt haben. Sie schreibt: Eo ist eine große Kurzsichtigkeit, ja es ist mehr als das. es isi'Ä errat an den engeren Berufs, und an den wei- ' rnrn Eesamtvolksintcresien. wenn in dlewr Beziehung eine ll'chturmsvolitik getrieben wird, der vielleicht lokale Internen '. Zi-aen mögen, die aber zu einer ganz faliÄen Ein- lu'/Hung der wirklichen Situation in der O-sfentlichteit führt." Durch dieses Toben des führenden Organs der ostelbiichen Funker aber darf sich die Arbeiterk.asie nich, darüber tauschen wssen. daß selbst die jetzt in Krait getretene geringere Erhöhung zc'.' Getreidcpreise die.znteresie» der Agrarrer über Gebühr be- iüitstchtlat. Insücsondcae aber ist es wichtig, schon heute fest- !ustetten„ daß"die mit den Preissteigerungen oerbundeiien vm,- aungen der Regierung auf stärkere Ablieferung bei dem harten Widerstand der Landwirte nicht in Erfüllung werden, wenn zie Regierung nicht durch die Arbeiterllasi e i�> ungen w,rd,. � sen staatlichen Machtmitteln zu greisen, die eine llUlMerung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse garantieren Aus allen Teilen des Reiches, in denen drr G roß gr.i ndbesitz vor- herrschend ist, gehen uns dauernd Mitteilungen zu. oag noch groge Lorräte, insbesondere an Roggen. ungedro>chen«mz den Feldern und in den Scheunen lagern. 2» Preise und der Frühdruschprämien ist der Drusch dieser Bestände unterlassen worden, obwohl die Not in den.��dten ungeheuer denir er bedeutet, daß eine winzige Handvoll Menschen, weil sie die Verfügung über das Land besitzen, es in der Hand haben, die Siädtcr hungern zu lassen Es müssen Mitter uich Wege ge- flinden werden, um das auf dem Lande lagernde Getreide der städtischen Ernährung zuzuführen Da die besteheiiden staatlichen Organe nicht auszureichen scheinen und auch»n vielen fallen nicht geeignet sind, so müssen in den Städten unter Aufsicht der Gemeinden Kommissionen von Arbeitern und Angestellten gebil- det werden, die unter Verleihung obrigkeitlicher Besugnisic das Recht erhalten müssen, die landw"""'iiichen Betriebe zu kon- iroVstri?!! und nich! abgettef,'->> oh g zu Die Amtlich wird mitgeteilt: Der Zwischenfall, der sich gestern am französischen Ratio- nalfeiertag am Pariser Platz ereignet hat. ist heute in einer Kabinettsitzung erörtert worden. Dabei wurde mitgeteilt, daß die französische Botschaft auf ihre Absicht, den Tag in der auch früher geübten Weise zu seiern und die Flagge auf dem Botschaftsgebäude zu hissen, am Vortgge hingewiesen und Sicher- heitsmaßnahmen angeregt hatte. Das Polizeipräsidium Berlin war vom Auswärtigen Ami unter ausdrücklichem Hinweis aus die politische Bedeutung der Angelegenheit ersucht worden, zur Verhütung jeglicher Störungen die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Um so schärfer ist die U nz u l ä n g l i ch k e i t zu verur- teilen, mit der die Maßnahmen des Polizeipräsidiums getroffen oder durchgeführt worden sind. Das Kabinett war sich in der entschiedensten Verurteilung des Zwischenfalls einig. In einer gemeinsamen Sitzung des Reichs- kabinetts und des preußischen Kabinetts herrschte Einmütigkeit darüber, daß die vom preußischen Minister des Innern bereits suspendierten schuldigen Beamten sofort zu ent-lassen seien. Die ohne Kenntnis der Rcichsregierung und der preußischen Re- gierung von der Sicherheitspolizei ausgegebene Darstellung, wo- nach sich französische Offiziere und Mannschaften provozierend be- Nammen hätten, har sich nicht bestätigt. Nach dieser amtlichen Meldung, die das völlige Fehlen auch nur der geringsten Schnld von französischer Seite zweifelsfrei erkennen lägt, wird der pöbelhafte Auftritt nur noch ver- dammenswürditzer. Die Hauptschuld an der Ausbreitung der Demonstration trägt aber nach amtlichem Zugeständnis das Polizeipräsidium. Das Polizeipräsidium wird ausdrücklich tags vorher von der französischen Botschaft ver- ständigt. unterläßt es aber trotzdem, in ausreichendem Maße für die Verhinderung von Ansammlungen oder De- monstrationen Sorge zu tragen. Dasselbe Polizeipräsidium. das mit ausreichenden Kräften und handgreifliche: Energie jederzeit zur Stelle ist, wenn es gilt, gegen die Ar- beiter etwas zu unternehmen. Es fei in diesem Zu- sammenhange nur an die Behandlung unserer Plakatkleber während der Wahlkampagne durch Angehörige der Sicher- heitswehr erinnert. Das Berliner Polizeipräsidium, die verantwortliche Or- gamsation für die Aufrcchterhaltung der Ordnung und der Berliner Polizeipräsident als der oberste Hüter des Ord- nungs- und Sicherheitsdienstes in Berlin, haben so gröblich ihre Pflichten vernachlässigt, daß selbst die preußische Regie- runa und das Reichskabinett gezwungen sind, die Unzuläng- lichkeit der ergriffenen Maßnahmen entschieden zu verurtel- len. Und das in einem Falle, der uns schwerst« internatio- nale Konflikte bringen kann, in einer Situation, die wahr- lich nicht des Ernstes ermangelt. Nach Preßberichtsn soll Polizeipräsident Richter in Ur- laub sein. Die Oeffentlichkeit hat das Recht, zu erfahren, welche Stelle und welche Person für das Versagen der Sicherheitspolizei verantwortlich sind. Der amtliche Bericht gibt auch zu, daß sich die Darstellung der Sicherheit?- Polizei nicht bestätigt. Wir möchten im Anschluß daran nochmals feststellen, oaß es sich keineswegs etwa um eine zu- fällige Ansammlung handelte, sondern, daß der ganze Krach wohlorganisiert war. Spaa, IS. Juli. Reichskanzler Fehrenbach hat Millerand schriftlich sein Bedauern über den Zwischenfall in Berlin ausgesprochen. Neuauflage der politischen Polizei Im Reichsministerium des Innern werden, nach einer offiziösen Meldung, die bisher in verschiedenen Abteilungen bearbeiteten polizeilichen Angelegenheiten töffentliche Ordnung und Sicherheit, Ausnahmezustand, Cicherheitswehren, Einwohner- wehren, Wasserschutz, Technische Nothilfe) nunmehr in einer hierzu besonders gebildeten Abteilung einheitlich bearbeitet. Mit der Leitung dieser Abteilung ist bis auf weiteres der Reichs» kommissar für die öffentlich« Ordnung, Kuen- zer, bisher Eendarmerieoberst in Baden, deauftragt. Man geht wohl nicht fehl, wenn man hinter dieser Harm- los klinaenden Melduitg die Umörganifiorung der po litt scheu Polizei für das Reich vermutet. Wir haben also neben einem preußischen Staatskommissar für die öffentliche Ordnung nun auch einen Reichskommissar für die öffentliche Ordnung. Sollte sich der Reichskommissar ebenso wie sein Amtskollege in Preußen von jedem Spitzelbericht einwickeln lassen, so werden wir bald unter der Flut der Schauer- und Umsturznachrichten ersticken. Wir müssen aber auch heute wie je. die Einrichtung der politischen Pouze, bekämpfen. Em Staatswesen und eine Regierung, die ihre Kraft und ihr Ansehen auf das gute Funktionieren der polltsschen Polizei, die mit den verwerf- l'ch«n Mitteln des Lockspitzelsystems und der Spionage ar- beitet, stützen, bringt sich um allen Kredit bei der arbeitenden Bevolierung. Die Arbeiterschaft weiß, daß di« politisch? Polizei n erster Linie gegen lhre gesamte politisch« und ae- wcrkschastliche Arbeit eingesetzt wird. Sie bringt daher dieser neuen Einrichtnug das g r L ß t e M i ß t r a u e n ent- gegen. Die Entwaffnungsaktton Die Nachrichtenstelle des Reichsministeriums des Innern teilt mit:„Auf verschiedene Anfragen sind wir in der Lage mitzuteilen. daß die Reichsregierung zur Ausführung der hinsichtlich der Entwaffnung in Epaa übernommenen Verpflichtungen die«r- forderlichen gesetzlichen und Verwaltungsmaßnahmen eingeleitet hat. Die zur Ausführung berufenen Stellen werden baldigst nähere Nachrichten erhalten, einzelne Maßnahmen vorweg zu er- greifen, erscheint hiernach unzweckmäßig. Hoffentlich fangen die mit der Entwaffnung beauftragten Organe an den richtigen Stellen an. Vorerst müssen die unter Mitwirkung von militärischen Dienststellen auf den Gütern versteckten Geschütze, Minenwerfer, M. Gs. und Handgranaten mit Beschlag belegt werden. Dann wer- den auch die Infanteriewaffen leichter erfaßt werden können. Die beste Auskunft über die Waffenlaaer im Allgemeinen können die verschiedensten Reichswehrstellen geben. Auch die Zeitfreiwilligen und die Einwohnerwehren wissen darüber einigen Bescheid. Schließlich wird man bei bestimmten Putschoffizieren General st abspläne finden, wo die Waffenlager genau eingezeichnet sind. Diese Pläne dürften die Entwasfnungsaltion wesentlich erleichtern. Der neue bayerische Landtag T. U. München. 15, Juli. Der neu« bayerische Landtag hielt heute seine erste Sitzung ab: er wählte zum Präsidenten den Abgeordneten Königsbauer (Bayr. Vp.). zum ersten Vizepräsidenten Abg. Erhard Auer (SozZ, zum 2. Vizepräsidenten den Abg. V o ß l e r fU. S. P. D.). Die Gewählten nahmen die Mahl an. In fehler Antrittsrede gedachte der Präsident der Derhandlun- h' rn imd der Abstimmung im Osten, die ein so erfreu- liches Bekenntnis zum Deutschtum offenbart habe. Die Ausfüh- rungen des Präsidenten wurden mit lebhaftem Beifall aufgenom- m?n. Königsbauer brachte daran anschließend ein Schreiben des Ministeipräsidenten von Kahr zur Verlesung, in welchen mitgeteilt wurde, daß nach Maßgabe der Verfassung sämtliche Ml- nister beschlossen haben, vom Amte zurückzutreten. In oer morgigen Sitzung wird die Vorstellung des neuen Minister, uns und die Bekanntgabe des Regierungsprogrammes durch den Mi- nisterpräsidenten stattfinden. Die deutsch-lettifchen Beziehungen W. T. B. meldet: Heut« ist im Auswärtigen Amt zwischen bevollmächtigten Vertretern Deutschlands und Lettlands ein vor- läufiges Abkommen über die Wiederaufnahme der Bezie- Hungen zwischen dem deutschen Reiche und Lettland unterzeichnet worden. Der Austausch der Ratifikationsurkunden, von dem das Inkrafttreten des Abkommens abhängt, wird erfolgen, sobald die beiderseitigen verfassungsmäßigen Instanzen die Ratifizierung voll- zogen haben ukerdeu. Der reaktionäre Geist der S�eichspostVerwaltung Bon Wilhelm Hofftnann Bei der B e f o l d u n g s o r d n u n g hat di? Reichspost es Nicht verstanden, in gerechter Abwägung die Post- und Tele-. graphenbcamten den übrigen Beamten und Lehrern in den Staaten und Gemeinden gleichzustellen. Darüber herrscht bei allen Beamten der Post große Erregung. Die berechtigten Forderungen der Post- und Telegraphcnbeamteii uchsseii schleunigst erfüllt werden. Ebenso unzureichend ist die P e r s o n a l o r d n u n g der Post, die von Stephans Zeiten her an dem Geist der Aus- b e u t u n g leidet. So sind z. B. die seit 1900 eingerichteten „gehobenen" tlnterbeaintcnstellen jetzt in.Post-B c r r i c b s- ossisientenstellen umgewandelt worden. Aber auch diese Lösung entspricht schon heute nicht mehr dem tatsächlichen Dienstinhalt dieser im ganzen Reich etwa 21 000 Mann zub- lenden Beamtengruppe, von denen schon heute viele Post- b e t r i e b s asststenten die vollen Ässistentsndienstgeschäste assistentenstelle ist darum unerläßlich. Das schöne Schlag' wort:„Dem Tüchtigen frei« Bahn", mit den: siÄ leichtgläub i g e Beamtengemüter in blinder Hoffnungs-! seligkeit nur zu leicht zufrieden geben, hat die Postverwal«! tuna bisher nicht zu einer Tat werden lassen. Aber in ihrem verblaßten Ruhm altgewordene Post strebt nicht nach solchen Zielen. Ein neuer freier Geist soll nicht Herz und Hirn der Beamten beleben. Das zeigt der ungeheuerliche Erlaß des R e i ch s p o st m i n i st e«I r i u m s v o m 1. Z u l i im Postamtsblatt L5, der die Wah«l len von Betriebsvertretungen der Postbeamten verbietet. Das endlich totgcglaubte preußische D r e i k l a s s e N' Wahlsystem erlebt durch den§ 8 dieses Erlasses seine Wiedergeburt. Hiernach müssen die Beamten der Besol-I dungsgr Uppen l-ll(untere). 4- 0(mittlere) und 10- ü' (höhere Beamte) in reinlicher Scheidung nebeneinander wählen. Es wird sicher Vorsorge getroffen, daß auch die Wahlzettel der unteren nicht mit den der mittleren ,»:!>' höheren Beamten in eine Wahlurne friedlich neben- und aus' einander zu liegen kommen, damit ja das alte bewährte Autoritätsprinzip nicht leidet. w' Die Berufsorganisationen der zahlreichen mittleren u'� unteren Beamten haben in ihrem altgewohnten Geist der Unterordnung es nicht verstanden durch den von ihr.«« gebildeten Beamtenbeirat das Rcichspostminister-um' Z" einer freiheitlichen Denkweise zu bewegen. Das liegt an iKsi geistigen Verfassung dieser Bciratsmitglieder, die geistig fast! ausnahmslos in einer bürgerlichen Vorstcllungswelt befa"-. gen sind. Obwohl einige dieser Vertreter angeblich an dicieUM Erlaß nicht wollen mitgewirkt haben, stellt das amtliche Or' gan des Postministeriums, die„Deutsche Verkehrszeitung''' fest:„Die Grundzuge für den Aufbau der Vertretung de� Beamten sind zwischen dem R e i ch s p o st m i n'i st e- rium und de m Beamtenbeirat schon seit eineMz halben Jahr festgestellt. Danach sind die Vertreter der Ol- gauisationen fNitjchuldlg an der Äbfctj|ving des rückständig� Erlasses. �... Anstatt eines Mitbestimmungsrechts der Aus-i schüsse(Beamtcnrate) taucht in dem Erlaß das alte„WofiH wollen der Dlenstvorgesetzten wieder auf. Wie diest� „Wohlwollen" beschaffen ist, wissen die beteiligten Beamteil- Sie sind es satt bis zum Widerwillen, sie wollen jetzt endli�i Rechte haben, um ihren Pflichten- und Verantwortung� kreis zu erweitern. lone haben die Rückständigkeit'dieses Erlasses erkannt uü» lehnen ihn rundweg ab.'"| Die Postverwaltung hat bisher das zweideutige Wort! „Mitwirkung den Beamten schmackhaft zu machen n5' sucht. ale sei das soviel wie M i t b e st i m m u n g. Daß ade- in Wirklichkeit der Reichepostminister diese zwei Begriffe"J ihrer Befreutung sehr femzu unterscheiden versteht, spricht au? dem Schreiben M/IV G, esf» vom 15. April 1920 an � Reichsmimster und preußischen Minister, sowie an die B»' reaus des RelÄsprasidenten und der Reichskanzlei zum Ent' wurf eines Gesetzes betrefsend Beamtenvcrtretungen. Dort heißt es:„Die wichtigste Frage, mit der ein Gesetz übel Beamtenvertretungen sich zu befassen hat, ist die.-ob' und inwieweit den Beamten ein Mitbcstin�' m ungerecht eingeräumt werden kann Die: Mitbestimmung steht»m Gegensatz zur bloßen beraten? den und gutachtlichen Mitwirkung. Sie bedeutet, daß b-n Meinungsverschiedenheiten zwischen Beamten und Behörde nicht diese, sondern ein paritätisch zusammengesetzter Schliß tungsauoschuß endgültig entscheidet. Die gesetzliche Ein- räumung eines Mitbestimmungsrecht» ist, da der Minister für die gesamte Vcrwaltungsführung dem Reichstag geaeN- über verantwortlia, ist. nicht unbedenklich. Würde man dem Rechnung tragen, so würde den Beamtenauoschüssrn nur eme berat-ende und gutachtliche Mitwirkung einzuräumen fem." Der Kampf um das Mitbestimmungsrecht bei der Post iß also auch ein Kampf gegen rückständige Anschauungen des Postministeriums. Beteiligung oder Nichtbeteilkgung an der Klassenwahl lautet das Thema der Vollversammlungder Beamten- ausschüsse der Post und Telegraphi« von Eroßberlin- die am 1«. Juli. 5« Uhr. in der Stadthalle. Klosterstt- stattfindet, zu der auch Reichstagsabgeordnete geladen siiid. Kapitalistische Herrschaftsgeliiste Tagung des Gewerkschaftsbundes— Betriebsräte- organisation und Lohnabbau Der AuZschust deS Allgemeinen d e utf ch en G ew er?- f di a f t b« u ö c 8 war am 6. Juli zu einer außerordentlich wichtigen dreitägigen Tagung im Berliner Geimlschostshaus zusainmcn- «elreten. Nach der Siledigung von Kassenberichten, sonstigen gc- schäftlichc» Angelegenheiten, kleineren Anträgen und Grenzstreltig» keitsfragen setiten am zweiten Tage die Beratungen über die Orga- visatiou der Betriebsräte und die Herausgabe einer Betriebsräte- ZeitLug ein. Mit den gleichen Fragen hatte sich eine am 6. Juli ri- 1 i r-. Ä «vi,», vic fvuucF in v�cmcinic�aii mu ocr„Asa f.elanen «chritte zur Zusammenfassung und Schuliiiig de? VetnebSräte. Der -Vorstand des Deutscheu Metallarbeiterverbandes wunicht die Einsetzung eineS BeiratS bei der Gewerkschaftlichen �>e»traie der Bczirksräte. bestehend aus einer direkten Ber» r r e t n n g der letzteren. Der Einsetzung cincS Beirats wurde zu- gestimmt. In diesem sollen die Arbeiter- bezw. Angestelltcnmit- Micoer der Betriebsräte aller Gruppen vertreten sein. Die Nam» baktmachung der Vertreter wurde den Vorstäudcu der au den belrcgendcn Gruppen beteiligte» Gewerkschaften überlassen. Ueber d e itertretiing des Vorstandes des MelallarbciiervcrbandeS kam es Sit enier längeren Aussprache, in der betont winde, es dürfe daraus tu? den Melallarbeiterverband kein, Sonderrecht abgeleitet werden. Äck ließiich kam mau überet», die Zahl der Mitglieder der Reichs- l c u trq I c auf sechs(drei Vertreter des A. D. G. A., zwei der Afa uns der Sekretär) festzusetzen nud gab dem Bundesvorstand archeim, bei der Wahl seiner Vertreter d-u Nictallarbeiterverband Zu berückstchligen. Die.BetriebSräte-Zeitung�, deren erste Nummer vorlag, soll vorerst monatlich im Umfange von acht Seiten erscheinen. «w wird von Dr. Striemcr redigiert und den Betriebsräten durch n?!'.' Gewerkschastsborstände zugestellt, von der Gewerkschaftlichen utrale der Betriebsräte sind bereits eine Reihe Musiercutwürfe sür Geschäftsordnung, Arbeitsordnung, Richtlinie» für Einstellungen und Sntlassunge« aufgestellt, die der Begutachtung der Gcwerk- iche.vsvorstäiide überwiesen ivurdeu. DieGeschäsisordnuag für die od>lichcn Betriebsräteievtralen fand keinerlei Widerspruch. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß nach diesen Verabredungen euch ohne einen absolut bindenden Beschluß ein Vertreter des Metall- äri eiier-V.rbandcs in die sretgeiverkschastliche BetricbZrLle-Zentrale rinrrcte» ivird. Sonderbar nud«bäuderungSbedürftig ist nur der tbeichluß, daß die BetriebSräteverlreler im Beirat nach dem Be- ''scht, den wir in diesem Teil wörtlich-dein Gewnkschastlicheii Rach- ttchiciidlenst entnehmen, von dm Borstönden der Gewerkschaften uamhast geniacht werden sollen. Warum nicht von den in den Richiliniei! des A. D. G. B. für die Orgauisatio« der Belricbsräle vorgesehenen Zentralen der Jndilstriegriippen? .stach weiteren Beratungen, die die Fiago der Judustric-Organi» sauon im Baugewerbe und in den ÄbenSmittelberusen betrafen, bcschäsligto sich der Slusschnß mit der Kundgebung der Vereint- fliliig Deutsche? Arbeitgeber-Verbände über den �vh!,(rhbau. Der Ausschuß beschloß gegen drei Stimmen sol- gende Eruärung gegen die Kundgebung der organisierten Unter- »chmer:„Die Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände hat in >hrcr Ansschubsitzung vom Lv. Mai l920 einen Mahnruf an alle 'Fr augeschlossrnen Arbritgcbcrvcrbände gerichtet mit der Auffor- verung, jede neue Erhöhung der Löhne und Gehälter ab zu- lehiie». da die Preise der deuischen Erzeugnisse die Wellmarkt- preise ungefähr erreicht, zum Teil bereits überschritten hätten, der *t"!ah schon heute überall stocke und eine abermalige Steigerung •�'Gestehungskosten durch weiteres Anschwellen der Löhne und fü&rci•unb �'C barailiii �lgende PreiSteuerung zur Katastrophe �Der Äusschnß deS Allgemeinen Drutschen GewerkschaftsbundeZ a-,s» s? kkundgebung einer der stärksten Arbeitgebervereinigunaen de»'ttfst e bedauern, da sie der Verständigung zwischen n!,..,, S�uisationen der Arbeiigcber und Arbeitnehmer über die di- n Lohne und Gehälter Schwierigkeiten bereiten und in greis? Jv" d i g k e i t der Arbeitsgemeinschaften ein- Koiuf» einseitiger Lohnabbau seitens de« Arbeitgeber würde beschin«! tischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern herauf- Bvlk'mi?! i)aS Fortbestehen der für den Wiedcrantbau nnserer würden � notwendigen Arbeitsgemeinschaften unmöglich machen in der deutschen Die Gewerkschaften sind stch der Schw erigke Anpassung Voltswtrtschast ytn sichtlich derPreiscutwicktugt ��chfalls davon der Löhne und Gehälter an diese wohl bewußt mw g'? ��hnt ub-rz-ugt, daß eine Gesundung dieser Vcryauing v werden muß., aokten»er Arbeit- Ei«« solch» kau» und darf aber«"W 1. 1 dnrch ««lim« dadurch erzielt werde«. Loh»ver minderungeu-'« �. l,-. Aoraussetzuna »Win gen. Vielmehr mnsi»er PreiSabdau��� �„wirklichen kür eine Andasian«»er Löhn« l«im«tnügt eS nicht. Lebenshaltungskosten basieren muffen....� gewiffe« tag die ÄrghhaadeiSpreise«l«»ft««eben � s,ad. n« Umschlagsplätzen vorübergehend'f®«i'• �'»-»penshaltnngS- boraus a«f«ine allgemeine Verimudernng � �� vreise zu schließe», sonder« es bedarf, der am«rbeitSo.t g-It-»de« Klei'h-»velsvr-',-. �„„«„g »is�rn allein de« zuverlässige« Waßstab für" de? Prsiöbewcgung abgebe».___.tnleacn gegen Die Gewerlschaften müssen entschieden?°��rbänd-, die Lohn- »en einseitigen Versuch führender Arbcitgeb.' und der regelung der paritätischen Verständig»? o''- unterstellen." srehcren Willkür kapitalistischer Herrschastsge. z � � Wirk- Der Beschluß ist von außerordentliche'. q«tm>st. Sehr 'amkeit der Gewerkschastrn in der allernächst � die Kund» merkwürdig mutet nur die Mahnung an, vir � hiakeit der z°b>ing der Unternehmer greife rn die o u I Ausschuß » r b« r t s g e m e i n f ch a f l e n em. Die M-i,ryc.r__ Oes A, D. G.B. sollte sich endlich darüber bclehren ��� »mch uns, sondern durch die Tatsachen-- unr° � � »uf die.guständigkeit de,«rbeilSgememschch«» l-»?- b(l& Wc chm vaiit. Es ist ein höchst unsauberer ZU nisierter Le:treier der Gesamiheit von mehr als ü» � per für Kiiischer Arbeiter über«ine Gefabr sür dos»v b. Arbeitsge- zeu Wiedcranfdan unserer Volkswirtschaft norwen g.. ineiuschasien"—-— •,n"■ diese iiiorfm.-r.v•"|ul1" o e S gesicherten Pro, i t r»«1,0 iolanac Wert NrvoluUmisbildnnqen sür das Kapital nur S sich die in den Arbeitsgemeinschaften täligen äie!ve>r>cha,lcr willig ,» de» Dienst dieser Ausgabe stelle». Sitzung des Reichsrats wfL Reichsrats vom Donnerstag Alchmitiag, e-hob siegen den Beschluß des Reichstags, bezüglich Zteuregelung des S�e�bzugs vom Arbeitslohn, der Reichsrat kglnen EiNipruch. W.i ceichin wurde angenommen die Verord- nung des Reichspräsidenten über die B« f o I d u n g d« r R« i ch s- � 5'.! k b e a m t e n. m � V � Befoldungsordnung jelbst und dem Rachtragsetat fur oie Reichsbankbeamten mit Aus- nähme der Mitglieder des Rcichsbankdirektoriums. Die Aus- schüsse haben nur unerhebliche Abänderungen vorgenommen. Das Bedenken, dafz die Reichsbankbeamten Wnstiger gestellt würden als die anderen Beamten in der neuen Beiotdungsördnung. wurde von Vertretern des Reichsbankdlrektoriums damit entirästet, das; die Reichsbank ein kaufmännisch arbeitender Betrieb sei und daher auch ihr- Angestellten entsprechend den VerhSlinissen in den kauf- Männischen Betrieben bezahlen muffe. Durch den Nachirapsctat wird der Beamtenstab der Rcichsbänkstim weitere»00 Köpfe vcr-' mehrt.— Der vorläufigen Ortsklasseneinteilung stimmte der Neichsrat zu. Die Regierung hat versprochen, mit' tuntichster Be- schleunigung an die Neueinteilung der Ortsklassen auf Erund neuer statistischer Erhebungen heranzutreten.-- Vom Nachtrasetak wurden noch die Etats des Auswärtigen Amis, des Reichswiri» schastsmlnisteriums, des Reichsschatzministeriums und des Post- Ministeriums erledigt. Dem Etatsgefetz wurde ein Paragraph hinzugefügt, wonach die in Zugang kommenden und sreiwerdendcn Bcamtenstellen tunlichst mit bereits vorhandenen, in andern Per- waltungen entbehrlich gewordenen Beamten, namentlich solchen ans den besetzten Gebieten, zu besetzen sind.— Das Kohlen- itcuergefetz wurde unter Aufhebung eines früheren Beschlusses dos Reichsrats nunmehr bis zum ZI. Juli 1SL1 verlängert. Der Märzputsch im Volksstaate Reutz Während der Kapptag« hatte sich auch im Volksstaat« Reust eine sogenannte neue Regierung gebildet. Sie blieb nicht lange am Leben, sondern wurde durch einen fast beispiellosen Mut der Geraer Arbeiterklasse, die. völlig u n b e w a f f n e i. den Kampf gegen etwa»Oy Reichswehrsoldaten und lÖOO Zeitfreiwillige aufnahm, sie niederrang und entwaffnete, schon nach zwei Tagen wieder davongejagt. Ueber die Vorbereitung und die Durchfährung des Putjches hst jetzt das Presseamt des Volksjlaates Reust das amtliche Material veröffentlicht, das uns einen lehrreichen Einblick in das innere Getriebe der rechtostchenden Putschwerkstait gewährt. Wir erfahren aus den veröffentlichten Dokumenten, dost der Rcchtsputsch unter Noskes stiller Mit- w i r k u n A vorbereitet wurde. Gera, wo seit dem Zusammen- bruch im November ISIS niemals die Ruhe gestört wurde, bekam trotz heftigen Widerspruchs der reustischen Regierung im Februar 1g2v ein Bataillon Reichswehr zugeteilt. Es erschien unter der Maske eines E r c n z> ch u tz b a t a i l l o n s, das sich in der Abwickelung befinde, entpuppte sich aber, nachdem es sich in Gera festgesetzt hatte, als Reichswehrbaiaillon und nahm als solches in Gera seinen festen Wohnsitz. Als erste Aktion wurde sodann die Pildung von Zeitfreiwilligenkompagnien in Angriff genommen, ebenfalls gegen den ausdrücklichen Willen der reustischen Regierung, aber mit der 3 u st i m m u n g N o s k e s. Im Zusammenhang damit setzt« die Bespitzelung der Arbeiter- organiialione» und die engste Fühlungnahme mit den mastgeben- den Führern der Rechtsparteien sin. Die-Eeraer Reichswehr- formätion, unter Führung des Majors Freiherrn von Coburg, unterhielt mit den Berliner Putschisten enge Beziehungen. Der Termin zum Losschlagen must schon lange vor dem 13. März fest- gesetzt worden sein, denn in Gera begannen die engeren«ulitäri- scheu Vorbereitungen schon eine Woche vor dem Einmarch de? Brigade Ehrhardt in BerNni ständige' Alarmbereitschast der Reichswehr und Zeitfreiwilligen, Ausgabe von Waffen und Mu- nition. Wenn Scheidemann in seiner demagogischen Art immer wieder behauptet, ohne Ledebour kein Lüttwitz. so beweist das Geraer Beijpiel. wenn auch nur in einem kleinen Ausschnitt, das gerade Gegenteil und damit aber auch die volle historische Wahr- heit' ohne Nooke kein Lüttwitz und ohne Lüttwitz, dein Günstling Noskes, kein Kapp-Pntsch! Unter der Maske, die Ruhe und Ord- mmg zu ickahren, liest Noske den Generälen freien Spielraum, lieh sie eine Stadt nach der anderen militärisch belegen. Zeit- freiwillige und Einwohnerwehren als taktische.Rückendeckung ins Leben rufen und machte sich damit zum Mitorganisator des strate- Nischen Aufmarschplanes der Gegenrevolution. Denn alles, was die Generäle bis zum März 1320 unternahmen, um„Ordnung zu schaffen", diente in erster Linie und ausschliestlich dem gegen- revolutionären Aufmarsch, war dazu bestimmt, das ganze Reich mit einem militärischen Netz zu überziehen, in das die Arbeiterklasse, wenn die Stunde zum Losschlagen gekommen war, rettungslos verstrickt sein sollte. Neben der Reichswehr, die samt ihrem Ministel Noske, durch den Putsch aufs schwerste belastet worden ist, gehen auch die beiden Rechtsparteien als Gezeichnete aus der ge- schichtlichcn Darstellung des Putsches im Volkssiaat« Reust hesvor. Mögen sich die Deutschnationalen und die Stinnespartei noch so sehr sträuben' sie haben beide den Putsch mit vorbereitet, sie haben bei der Durchführung an hervorragender Stelle mitgewirkt, sie sind ebenso mitschuldig wie Bauer, Ludendorff. Lüttwitz und Ehrhardt. Ihr hartnäckiges Leugnen beweist nur die Grohe ihrer Schuld. Warnung vor Lockspitzeln' Aus dem Parteioorstandsbureau wird uns geschrieben: Wir erhielten setzt aus Braunschweig ein Exemplar eines Flugblattes zugesandt, in dem die Arbeiterschast zum b c w a f f- n e t e n Kamps gegen die Reaktion und zur Unterstützung Sowjet-Rustlands aufgefordert wird. E« trögt die Ueberschrift: „Ein Wort an das betrogene und gefesselte Proletariat Deulsch- lands! Mann der Arbeit, entscheide Dich!" und ist unterschrieben: „Das provisorische O. K. der bewaffneten Arbeiterschaft Vezirt Braunschweig." 4 Aufmachung und Anonymität des Flugblattes— auf das sich die reaktionäre Presse als Beweis für einen revolutionären Putsch in Braanschwcig bezog— lassen ohne weiteres erkennen, dost es aus sehr b u' n kl c n Quellen stammt. Wir gehen deshalb nicht fehl in der Vermutung, wenn wir sagen, dah es den Zweck hatte, ose Arbeiterschast zu Unvorsichtigkeiten aufzureizen. Da sich ähn- tiche Versuche auch an anderen Orten zeigen werden,.w a r n e n wir nochmals ausdrücklich an dieser Stelle davor und ersuchen unsere Organisationen und Mitgliedschaften scharf zu beobachten, was sich>,. ihrem llmkreis ereignet. Die Welternte In allzu geringem Mäste erhalten die hungernden Massen, vor f-tv1?. Mitteleuropas, überseeische Lebensmittelzuschllssc. Die schlechten Eeldverhältnisse, in Verbindung mit der Weltteuerung stehen einer Wiederausdehnung der durch den Krieg eingeschnürten internationalen Versorgunaswirtschaft hemmend entgegen. MU- öcriib Jonnten hier gute Ernten wirken. Erwartungsvoll blickt oeshalb heute mancher auf die internationalen Ernteberichte usw., der sie iruhe? achtlos übersah. Amerika gilt das Hauptaugenmerk. Kanada stellt in diesem Zayre eine größere Ernte in Aussicht, als im Vorjahre. In den Ber einig ten Staaten erwartet man etwa 22 Millionen -rönnen(a 1000 Kilogramm) Weizen, gegen fast 30 Millionen im Voriahre. Von den diesjährigen 22 Millionen Tonnen brauchen die Bereinigten Staaten selbst 10 Millionen Tonnen. Der für die Ausfuhr versugbare Rest wird aber erhöht durch groß« Bestände, die von der vorigen Ernte her noch im Lande sind.(Zum besseren Verständnis dieser Zahlen sei bemerkt, dah Deutschland im Durch- schnitt des Jahrfünfts lgog/13, jährlich etwas mebr als 0 Millionen Tonnen Weizen verbrauchte, von denen durchschnittlich 1,3 Mil- uonen Tännen aus dem Auslände kamen.) Man hatte zu Anfang des Jahres bis noch vor kurzem in den Vereinigten Staaten mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet. Die Preise waren dem» entsprechend stark gestlegen. Nunmehr werden sie wohl erheblich nachgeben, so daß es möglich werden wird, amesikanijchen Weizen billiger als zu 4270 Mark pro Tonne zu beziehen.(4270 Mark kostete die Tonne amerikanischen Weizen an der New Porker Börse am 7. Juli, wenn man den Dollar zu Z7.öy Mark rechnet.) Auch ,n Argentinien waren die Weizenpreise seit Jahressrist be- deutend gestiegen. In beiden Landern ist die Steigerung nicht weit hinter der Verdoppelung zurückgeblieben. Nun erwartet man in Argentinien aus der iwucnJErnte öM Millionen Tonnen Weizen, davon kann ein erheblicher Teil ausgeführt werden.— Di« Roggen- ernte wird ,n den Vereinigten Staaten etwa ein Zehntel der Weizenernte bringen. Von oafer und Gerste erwartet man dort etwa 20 bzw. 4 Millionen uonnen Ertrag. Auch Mais kommt erheblich in Betracht— in den Vereinigten Staaten sowohl, wie in Argentinien. �. In Europa imo die Anteaussichten im allgemeinen günstig. Einen besonders groste» Einfuhrbedars hat Italien, in Ungarn haben sich die Aussichten verschlechtert, in Rumänien gebessert. In Britisch- Indien hofft man. 10 Millionen Tonnen Weizen(gegen 7,4 im Vorfahre) ernten zu können. Australien. Südafrika und Aegypten sind ungünstig gestellt, in Aegyvtcn bat die Baumwolle den Weizen allzu stark verdrängt, und Australien ist von einer schweren Misternle bedroht. Produktive Eriaer bslsseufUrsor�e n Am 13. b. M. hat auf Beraulassung des Reichsaräeitsuiinifleiwmtz eine cingcheüde Befxrcchuüg drr Fragen staUgesun'oe», die für den Fall, dosi A r b e i t e r c n t l a s s u n g e n im großen llnifsnge nabn wendig werden, der Lösung harren- Vor einem Kreise von etmi» 50 Personen, in dem außer den betciliglen Behörden ein« Anzahl städtischer Gemeinden, die Länder, Uiiternehmer und Arbeiter v»v» treten waren, berichtete Regierongsrat A l b r o ch t in einem«sin- leitenden Vortrage über den Stand der produktiven EtM w e r b s l o s c n f ä r s a, g«. Die„Deutsche Allgemeine Zeitnng" berichtet über die B-ratungen folgendes: Der Vortragende betonte insbesondere, es wxrde ans diesem WezS nur dann VcfriedigcodcS zu erreichen fein, wenn eS gelinge, dt», Ärdcitcr auf solche Geoicie zu lenken, in denen die Matcrialkosten Hinte«) den Löhne» zurück:«!?«. Ein uatürlicheZ und notwendige? lSjsordairi? sei scraer. die beschckstlgnngSlosen Arbiltskräfte a»? den Großstädten berauZ in gccigiute Tätigkeit zu bringen. Schließlich setzte sich de? Vorlragende mit der Frage de? B c r u f Z n m s ch u t u n g aukeiu« ander. Leid:? gibt es. worauf von mehreren Teilnehmern hingeivies?» m»roc. nur wenige Berufe, die neu« Arb-jttkräsie aufnehmell können� Tie ZluZsprach«, an der sich zahl» eiche Vertreter der Länder betoiliglen»! drehte sich i» der Hauptsache um die Frage, oh die Eni» lohnung derN o tsta» d S aroet t e r u n terra r if t i ch se in dürfe. Bon gewiikschastlichcr Seite, auf deren Scellungnayme eS übiriviegend ankommt, wnrd« die Ansicht vertreten, daß eine nnter-' tariftiche Jeschäftsaiiüg höchstens nnr für eine gewisse UebergangSzettl in Frage kommen dürfe und(iüch nur für solche Ard-iter,.die bisher' in dem Reruf noch nicht tätig»varen. Ferner sprechen SlantS- sekretär Hirsch und Rudolf Wisse.!. Dia Verhandlungen führten noch nicht zu gbschllcswndrn Ergebnisse»; es wurde ho» schlösse«» die Frage de? produMviN ErwerbStosensürsorgo, deren Förderung auch der dru 3ieichSr.it vorliegende Tesehentmurf übe? 2lrbc!tSloscnvcrsiche?ung sich angelegen sein läßt, in einem engeren» Kreise von Vatreleni der Prbetlgsiber»"d Arbeitnehmer, der de»,' teiligtcn Behörden, der Länder und der Städte weiter zu erörten?� Wir stehe» dein Plan einer prodnklivcn ErtverdSlosensückorgs sehr skeptisch gegenüber, obwohl auch wir im Jnteresso der Arbeitslosen wünschen, daß eS gelingen möchte, lhne» lieber durch eintulglichs Arbeit statt durch GcldnnlcrsiützU'.'g zu Helsen. Aber eben an � daS Gelingen glauben wir nicht. Was mau heute produktive ErwcrbLloscnfüisoige nennt, hieß sküher Notstands arbeit. Das Mittel ist nicht neu und be: früheren Versuchen mit ihn, hat sich stets herausgestellt, daß es zur Müidcrmifl der AtbeiiSlosigkei: ganz unzureichend ist. Es mag sein, daß eine Zentralisation der Staats- und ktominunalaulträge, wie Hirsch sie nach dem Bericht andoutoie. die Wirkung ctucö solchen Unternehmens ei«. wenig steigern würde. DaS Ganze aber bleibt ein Palliativ- 'mittel und ungeeignet, der Rot der Erwerbslosigkeit in ihrem jetzigen Umfange zu sie»er». Dazu gibt es nur einen Weg: nicht das Basteln an den Folgen, sondern die Beseitigung der Ucsachen der Krisis. Nie war so deutlich wie jetzt, daß diese ll'sacheii im elastischen Wahnsinn der kapitalistischen Wirts f ch a f t liegen. Mangelhafte Nechtfertigungs- versuche In der Ausschlugaffär« Felir Hirsch, Hensel, Elfe BeS u. a. sendet uns der Bezirk Grotz-Bcrlin des Zeiitralverhandes der AiigcstelUen eine längere Darstellung. Darin wird aussiihrlich der Charakter der Berliner Ortsverwaliung des Verbandes, ihre Stellung zu den Fragen der technischen Rothilse und der Betriebs-- röte dargelegt und betont, daß nicht die abweichend« Meimiug der Opposition der Ausfchlußhriind sei. Lediglich die Tatsache, daß die Angestellten unter Missbrauch des Namens der Organi- sation, entgegen den gewerljchafüuhcn Beschlüssen öffentlich sür die Organisationspläne der Äetnebsrätezentralc eingetreten seien, rechtfertige den Ausschluss. Wir bleiben auch gegenüber dieser Darstellung bei unserer Auf- fassung, daß der Aiisschlutz der sechs Oppositionsmitglieder eine verderbliche Maßnahme ist und nur von schädlichen Folgen für die Organisation sein kann. Gegen die Jndisziplin oppositioneller Mitglieder gibt es innerhalb der Organisation wohl noch andere Mittel als den Ausschluss, der es langjährigen Verbandsmitgliedern unmöglich macht, sich weiterhin am Organi- sationsleben zu beteiligen. Diese unsere Aulfassung werden wip auch trotz noch so wortreicher Rechtfertigungen Nicht ändern. Der Streik in Golpa Das Neichsarbeitsministerium gab bekannt, daß gestern über die Beilegung der Arbeitsstreitigleiten in d-e> Grube Golpa und im Elektrizitätswerk Czomwitz voi dem tariflichen Schlichtungsaueschiiß in Vitterfeld unter VeteiligunA eines Vertreters der örtlichen Regierungsbehördeir verhandelt worden ist. Im Neichsarbeftsminlsterlum fanden ausserdem Verhandlungen über die Lohnfrage im mitteldeutschen Berg- baubezirk statt, die zu den Gründen für die Arbeitseinstellung auf der Grube in Golpa gehört. Das Ministerium fügte feinem Bericht hinzu, daß es die Angelegenheit dauernd im?luge behalte und bemüht sei. die für die Stromversorgung Berlins so nachteilige Bewegung beizulegen. Das„Berliner Tageblatt" berichtete gestern bereits in seinem Abendblatt, in einem eigenen Telegramm aus Golpa, daß die Verhandlungen beendet seien und zu einem günstigen E r- g e b n i s geführt hätten. Vis auf eine kleine Streitfrage ist der Spruch von beiden Teilen angenommen worden. Die Wie- d e r a u f n a h m c der Arbeit sei schnellstens zu erwarten. Eine wertlose Berichtigung Der Rektor der Universität Götsingen schickt uns folgende Be« .�Jn Nr. 241 der„Freiheit" vom 23. Juni 1320 ist behauptet, die Studenten in Eöttingen rüsteten zum Umsturz, hätten drei kriegsstarke Kompagnien unter einem Major gebildet, und ihre Bewaffnung mit Gewehren. Handgranaten usw. sti sichergestellt. Das Studentenkorps habe die Aufgabe bei den von den Rechts- Parteien vorbereiteten Putschen die Arbeiterschaft in«chach zn halten usw.— Die Unteisuckung hat ergeben.. dafi diese säint- lichen Behauptungen jeder tatsächlichen Unterlage entbehren." Hierzu bemerken wir, daß sich unsere Angaben aus eine Dar-- steflung in der Eöttinger Lokalpresse stützten. Das dortige Organ der Rechtssozialisten hält seine Behauptungen heute noch aufrecht und ist bereit, sie vor Gericht unter Beweis zu stellen. Ausserdem können w i r jederzeit dokumentarisch nachweisen, daß ähnliche Vorbereitungen wie in Göttingen auch an anderen Uni- versihäten, z. B. in Berlin, getroffen werocn. Die Berichtigung des Eöttinger Rektors ist also für iiiu- ohne jede Bedeutung. Die Kommunalwahlen i« In Saarbrücken sind gewählt: Zentrum De�schnationale 1. Sammlungsliste (Demokraten und Deussche vvl.säarteitz ig� zz Mehrheits- sozialisten, 10 Unabhängige. �.ie Elsaß-Lothringer gehen �z/saarlouis Zentrum 16, Bürgerpartei 6. Us-abh�n�ige �K/r-iche Orte m.t Arbeiteebevölkoruug u n a v y a RV n- Mhiheiten. haben WmlWti jetzig und St. Wendel weisen Zentrums- Di« Kr�sst' Ottweiler verteilen sich die Sitze zur Hälfte� auf die Bürgerlichen, zur Hälfte aus die Mehrheits- '0«il Ii e C Neitungsvetbo te im besetzten Gebiet. Di« Rheinlands- „Million bat die„Obcrkassler Zeitung"«am Ib. Juli ab auf die Dni-c' von drei Monaten verboten, weil sie Artikel über die Schwärzen Truppen gebracht hatte. Aus dem gleichen Grunde sind.cher wahre Jatoü" und„die Wacht am Rhein' auf dm Monate im besetzten Gebiet verboten worden. Sommertheater„Groß- lH He, Heute Freitag, den 16. Juli, abends 8 Uhr UesuktUNrung rlnz und Borher Großes Sensationsdrama in sechs Bildern von Lug Schwesterstück von«Krone und Fessel". zso da» neue Spezialitaten-Prograinm! Vorher ab Volksbühne Vi Uhr: Bruder Martin M<5"- Ae Memevs M IIb?! ZOlstMk ÄBetsiti« SSfr. 6*. "Ä!- SKSÜNT vtttnil, SchnttspieLh««». lOperetter.-tAastspieh v£ZM StnWwe Efiülth»ca S1« o S(, et,., ietti, .flatlftrist ' H6r; Shfat. IV.. atrleiltea. V.■Kben!>1_ SSrclilits: Ai»? iS»lr5arbt AWes Thester » US-! tPcib aak KeWe?Wele ■»u4.i Sie SeidkSSe. Älefi!« Mssxielh«« : Blich?» ir» Ttzem Weßess Uf(t: 9» Sirdtürn <«rl WIdnt)rigin2l.«»it Gcfchend- Verteilung. n\ Leipziger Frlte-Weuer- Sänger. Borvertceuf 11— P/o 4— 6 Uhr •Knfrate des Konzerts und de? Borstellung Sonntags 4 Uhr, Wochentags','-!«L1!i,-« 2ZNS. Friedrich• WübelmstSdl.|— Ballschmieder's— Variete-Garten Chausscestr. 30 I Badstrassc 16 Dir. Max Qrahlmann iraiKTOin;Tnnsi«*n'.ir«Kr»nMHB»;iBaiin«rAin.:;Rist,l». Kupfer M. 8.25 "iMössingm.�— Rotciuss. 7.25 ) Blei, Zink, Z 35 | r. Zinn bis, SO- 1 Lftgermet. b., 20.— V Qoeokeilber n 35. 1 güllig b.Montaglv 1 1 IMftgWI' Achtamg Ma doline-s blnbt I Prospekt üb««si* klassige Musikalien für Mando� linen-Quartett«hallen Sst kostenlos von Otto Wrede (Regina- Verlag) Neukölln, Hodrechtstrastc 48. NM Meisk fit nsm MWt! S)amen*6tmmpfe deutsche Länge, Paar!)60 Dämen-Strümpfe Taghemden mu smc«;........ Stück 3850 Untertaillen mu Stick««.....•.. Stück 1950 Hemdentuch u. Renforce 13go 14qo beste Qualitäten, 80 cm breit....... � Bunte BettZeuge so cm hat... Iö-sq Wasch-Boites hell». duukel, Met« 11ö0 iZöo Wafch-BoilesSSÄ« 19� 24*0 •" 138 195 HmeHesel MMMSleW mit kleinen Fehlern— Enorm billig! 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Juli 1920 Wirtschaftspolitik und Gewerk- schaften .. 3n diesem Thema sprach am Dienstag abend in Klicms Fest- ialen der Genasse Emil Bartb. in einer Gruppenversammlung der Betriebsräte der Holzindustrie, im Austrag der Berliner Gewerk- schaftskommisjion. �Genosse B a r t h führte aus: —-„v � u 1. 1 1) iiujiie aus. Gs ift Aufgabe der Betriebsräte, über den Parteien stehend, die VerwirklichungdesSozra- Ii sm us zu erstreben. Zur Gesundung des Volksganzen rst es eine unerläßliche Notwendigkeit, dah das deulsche�Wirtjchasts- leben auf eine Grundlage ntUrr gestellt wird, die den Wiederaufbau hinaus das Ziel des Proletariats, für Leben in Glück und Freude zu schaffen, . e,ne ""glicht und darüber Que Menschen ein freies verwirklicht. raä-fil:�rr�raae � Wiedergutmachung über die gegen- a: SPQa verhandelt wird, hängt die der Valuta in eng- l? i- i AvGrnmenhang, denn von der Hebung der Valuta hängt die � r r st e n z m o g l i ch k e i t des deutschen Volkes ab. wäre nun notwendig gewesen, dag vor Spaa ein � allgemeiner deutscher Betriebsrätekongreh m der als Vertretungdesarbeitenden nr= m-SvCJ,n Wirtschaftsprogramm hätte beschließen müssen, das is utiindcstprogramm dann dem deutschen Reichstage zur An- n°Zm- unterbreitet werden mußte. om diesem Programm hätten in erster Linie durchgreifende Maß- ahmen oerlangt werden müssen, die die durch den Friedensvertrag loernommenen Wicdergutmachunasverpflichtungen ermöglichen und amit die Hebung der Valuta herbeiführen können. Als eine dieser --lagnahmcn wäre zu bezeichnen, die Notwendigkeit der B e- > chl a g n a hm e der ins Ausland verschobenen Ver- „ � 5-')? � d j c k t e. Mit der so zusammenkommenden Summe, die Schätzungen ungefähr 10—50 Milliarden Goldmark beträgt, lunnl? mir einem Teil die Wiedergutmachung weit über die For- rrfiU5®'3ct EPtknte getilgt und hierdurch die Endsumme wcsent- Uch herabgedrückt werden. Mit dem Rest könnten vom Ausland -Rohprodukte eingeführt werden, die wir zur Belebung der beut- !!& Produktion so bitter notwendig gebrauchten. Und wenn etwa v�hauptet werden sollte, die Beschlagnahme dieser Vermögens- oviekte wäre praktisch nichr durchführbar, dann könnte das Gegen- W bewiesen werden, wenn der Betriebsräte-Kongreß Ichlands etwa folgende Entschließung annehmen wurde: Der Zentralrat der Betriebsräte Deutschlands, der Gewerk- Ichaftsöund, Afa und die drei sozialistischen Parteien, fordern von der Rekchsregierung und dem Reichstage, folgendes Gesetz , zu beschließen und haben den strikten Auftrag, bei evtl. Ab- ■ lehnung den allgemeinen Generalstreik für ganz Deutschland auszurufen und mit aller Energie bis zum Erfolge durchzu- 1 luhren:• 1 Ersetz über Beschlagnahme der ins Ausland verschobenen ver- sit mögensobjekte Deutscher. M l. Das Gesetz tritt mit seiner Verkühdung in Kraft. l?'. Jeder Deutsche ist verpflichtet, innerhalb 14 Tagen von ihm f im Auslande hinterlegten und bisher verheimlichten Vermögens- � objekte bei einer Bank seines Wohnbezirkes zu melden. 2 a. Als verheimlicht gelten alle bisher zur Besteuerung nicht angemeldeten Vermögensobjekte. 0. Von diesen Vermögensobjekicn bleibt ein Viertel Eigen- tum des die Meldefrist einhaltenden Eigentümers, drei Viertel »hält das Reich. t. Vermögensobjekie, die in der vorgenannten Frist nicht ge- meldet sind, sind für Eigentum des Reiches erklärt. '». Zeder, der nach Ablauf der Meldefrist die Meldung über Ä*.Bartiges Guthaben macht(nomineller Inhaber desselben, hantier, Bankangestellter oder wer es auch sei), erhält die rm> Vermögensobjektes. ab!»,» nachweisbar über seine obengenannten Vermögens- dem m l'"6 Meldung erstattete, dessen ganzes Vermögen ist Inn. verfallen und erhält er außerdem nicht unter zwei Pahren Zuchthaus. a a d ü Barth ging dann ausführlich auf die vorigen Auf- iem r r*3 Betriebsrätekongresses und die von die- R �.lvsleiiden Beschlüsse ein, die er in seiner untenstehenden mir i*!011 festgelegt Hai. Besonders eingehend schilderte er, in«»£• b'c Beschlagnahme der verschobenen Vermögensobjekie b o„ �vinduna mit der S o z i a l i s i e r u n g des Außen- t e n � m ffcher erfolgende Hebung der Valuta durch g l e i- B c r in ö g c n s a b g a b e, durch gleitende Senkung der � g. Staats- und Kommunalanleihcn. sowie der Löhne die i " P 0 d c r Preise und somit die H e b u n g d c s G e l d-; mürrV c m ,er allgemeinen Volkswirtschaft zugeführt werden k r i f» bedauerte, daß durch die K o m p c t e n z st r e i t i g- Ii,.» �nifchen Bctriebsrätc-Zentralc und Ber- e"':* G c w e r k f ch a f t s k o ni in i s i o n der Betriebsräte- »«.5? verschleppt worden sei. Diesem Umstände ist es auch zu 7t..???!' jetzt die Führer des Allgemeinen deutschen G e w e r ks ch af t s b u nd e s � Einslug auf den kommenden Vetriebsräte-Kongreß ce halten werden. Aufgabe der Betriebsräte muh es fein, zu verhindern, daß der Kongreß ins Schlepptau der Arbeitsgemeinschaften genommen wird.(Zuruf: Das wird doch geschehen!) Wenn Sie sich nicht getrauen, mit Herrn Legten fertig zu werden, wo nehmen Sie den Mut dazu her, eine ganz« W e l t o r d n u n g zu stürzen? Wenn die Betriebsräte die ihnen gestellten riesigen Auf- gatr» erfülle« wollen, dann können sie nicht von den G-werk- schalten abgesplittert werden. Wer den Sozialismus verwirklichen will, der muß daran mit- arbeiten, aus dem Sumpf des Sichgegenseitigen-Bekämpfens her- auszukommen.(Lebh. Beifall.) Genosse Barth empfahl hierauf folgende Resolution zur Annahme: „In Erwägung, daß der wirtschaftliche Wiederausbau Deutschlands nur möglich ist, wenn die Wiedergutmachung der Kriegsschäden ersolgt, da hiervon da» Vertrauen und die Kreditfähigkeit Deutschlands abhängen, in weiterer Erwägung, daß die Hebung der Valuta eine weiterr Vorbedingung ist, in fernerer Erwägung, daß hieröci die Voraussetzung aller Voranssetzungen die Regelung der K o h! e n f r a g e ist, und endlich in der Erwägung, daß diese Fragen nur durch den Sozialismus gelöst und durch die V e i r i e b s vä t e in die Weg« geleitet werden können, beschließt die am 13. 7. 20 tagende Letriedseäteversammlung der Holzindustrie Berlins: 1. Die einheitliche Zusammenfassung der Betriebs- rät« Deutschlands durch die Gewer kschaftcu. wobei alle in der Rätefrage tätigen Genossen zur aktivsten Mitarbeit heranzuziehen sind. 2. Die schnellste Einberufung des Betriebsräte» kongresses, dessen Aufgabe, neben der sekundäre» Be- sprechung des Betriebsrätegesetzes, sein muß die Beschkugfassung über: a) die Beschlagnahme der dem deutschen Volke gestohkeneu Vermögensobjekte der Aristslratie und Bourgeoisie, die in neutralen Staaten untergebracht sind, b) die S» z i a l i s i e r u n g des Außenhandels, die allein Deutschland vor völliger Ausplünderung zu schützen und die Arbeit dem v»lk»w«hle entsprechend zu gestalten vermag. c) Die S o z i a l i s i e r u n g der Urproduktion usw. d) Di« Produkts« novestimmung in Art und Qualität durch da» Reich. «1 Dir Einberufung eines internationalen Bergarbciter- kongresses zur Regelung der Kohlenfrage, f) die Einberufung eines internationalen Sozialisten-»nd Gewerkfchastskongresses und g) die Durchsetzung des Friedensschlusses mit Ruß- l a n d. Die versammelten fordern mit aller Entschiedenheit, daß endlich mit den die Arbeiterschaft lähmenden und die Revolution Hein- inenden Formal- und Kompetenz st reitigkeiten Schluß gemacht wird, um ein a k t i v e s E i» g r e i s e n des Prole- tariats in das politische und Wirtschastoleben zu ermöglichen und fordern die Betriebsräte aller Gruppen und Orte und die gesamte Arbeiterschaft auf, sich ihren Forderungen anzuschließen. In der Diskussion vertraten die Genossen Thielemann, Schumann, Knebel und W e g m a n n den Standpunkt der Betriebsrätezentrale, Münzstraße. Besonders G-nosie Weg- mann ging in zirka einstiindiger Rede auf die zwischen Betriebs- rätezcntrale und Eswerkschaftskommission bestehenden Differenzen ein und betonte nochmals ausdrücklich, daß die Betriebsräte eine selbständige Organisation bekommen müßten und sich nicht zu Werk- zeugen und Organen der Gewerkschaften degradieren lassen diirf- ten. Der Vorsitzende, Genosse Siegle, trat diesen Ausführungen- entgegen. Wegen der vorgerückten Zeit beschloß die Versammlung, die Sitzung zu vertagen, jedoch wurde über die Resolution Barth, ausschließlich des Absatzes 1, der die einheitliche Zu- jammenfassung der Betriebsräte durch die Gewerkschaften fordert, abgestimmt. Die Abstimmung ergab die einstimmige A n- nähme der Resolution. Verbandstag des Fabrikarbeiter- verbanden � Hannover, 13. Juli. Bruhns-Bcrlin erwähnt die Schwierigkeiten internationale Beziehungen anzuknüpfen, begründet auch den Friedensvertrag von Versailles, llebergriffe der französischen Besatzung in der Pfalz, Verhaftungen von Arbeiterführern in Ludwigshafen er- ichwerten die Anknüpfungen. Drei Arbeiterführer wurden be- schuldigt, gegen Frankreich konspiriert zu haben. Der Betriebsrat der Badischen Anilinfabriken konnte die Freilassung der Kollegen nicht erreichen. Koch-Fllrth wendet sich ebenfalls scharf gegen die Kriegs- Politik der Gewerkschaften. Jeder, der selbständig gehandelt habe. sei als Hochverräter gebrandmarkt worden. Die deutschen Arbeiter hätten zunächst sich mit ihren Angelegenheiten zu befassen. Die Arbeiter der anderen Länder würden selbst mit ihren Verräter« Abrechnung halten. Einmal vor den imperialistischen Karren ge» spannt, gab es 1914 kein Zurück mehr. Schönfelb-Leipzig begründete die Haltung der U. S. P. D. b« der Negierungsoildung. Die Opposition würde nicht die Gewe-�« schaften sprengen. Krüzer-Tangermünde verwies auf den Einfluß der imperia» listisch gesinnten, akademischen Gewerkschafts- und Parteiführer. Der Revisionismus habe uns lediglich zur Kriegspolitik reif ge» macht. Grafe-Dresden beleuchtete die Ausflüsse der verfehlten Kriegs» Politik. Winter-Ohligs wendet sich gegen die Opposition. Die Angst ums Brot mache es uns unmöglich., Klassenkämpfe durchzuführen. Die vielen Streiks hätten deprimierend gewirkt. Piepkorn-Ueckermünde erklärt, daß der Vorstand in die lOstün- dige Arbeitszeit in den Ziegeleibetrieben eingewilligt habe. Ee verlangt andere Wege...„„ Nabel- Koltbus geht auf die Ausführungen des Ausschusses ein und kritisiert den Bericht als mangelhaft. Du: Streikunterstützung für Kotrduo-Senftenderg der Belegschaft Lautawerk sei unbc- gründet abgelehnt worden. Die Forderungen würden erneuert. Lange-Berlin begründet den Antrag betreffend die 100 000 Mk.« Unterstützung. Der Metallarbeiter- und Transportarbeiterverband' Hütten beim Streik ihre Unterstützungssätze erhöht. So wäre dt» Differenz entstanden. Tiemig-Hannover, Vorstandsmitglieds wendet sich gegen die dem Vorstand gemachten Vorwürfe in Sachen der Kricgspolitik. Er begründet weiter die Ablehnung der gestellten Zahlungsnn- träge. Klare-Leipzig kennzeichnet« die alten Gewerkfchaftsprakliken. Adler habe bei Lösung von Wirtschaftsfragen kurzsichtig gehandelt. Rationalistische Tendenzen machten sich überall demerkbar, zum' Schaden des internationalen Proletariates. Bezeichnend wäre es, daß die Hannoverschen Gewerkschasten sich ohne zu mucken einen Noske auf die Nase setzen ließen. Birkholz-Dresden führte aus, daß Freiherr von Burg und' Schönfeld für die Sozialisierung seiner Grude 14 Millionen Mark Abfindung erhalten habe. Mechelke-Freienwalde hält die Gesamtbewegung als auf eine schiefe Ebene gedrängt. Wollermann-Danzig verteidigt die Kriegspolitik der Gewerk-! schaften und der sozialistischen Partei. Snchs-Braunschweig begründet seinen Antrag und beweist, daß Brey bereits 1915 ihn einen Vaterlandsverräter genannt habe. � weil er sich danials in Hannover gegen die Kriegspolitik der j „Führer" gewandt habe. Bren führi aus: U. S. P.-Vertreter hätten erklärt, wären sie gegen den Krieg gewesen, dann wären sie lebendig nicht durchs das Brandenburger Tor gekommen. Jede Erhebung wäre im: Blute der Arbeiter erstickt worden. Dann hätte es keine russisch« und keine deutsche Revolution gegeben. Niemand von dem linkeiz Lager habe sich gegen die statularischen Aenderungen gewandt:. Die Partei, die mehr links als die Partei Reimann stehe, habe sich gegen die Demonstration vom 18. 1. gewandt, mit AusdrückenJ die er sich allerdings nicht zu eigen machen wolle. Brey glaubt nicht, daß der Kapitalismus abdankt, wenn die Arbeiterschafkl bei der Wahl die Mehrheit erhält. Der Parlamentarismus fei aber auch geeignet, den Kapitalismus zu untergraben. Erst müsse.� Einheitlichkeit geschaffen werden. Er habe sich während des Krieges für jede Milderung des Belagerungszustandes eingesetzt,� da seine gänzliche Aufhebung nicht zu erzielen war. Der 6 Uhr-Ladenschluß Heute, am Freitaq, den 16. Juli, abends 7-H Uhr, versammeln sich sämtliche kaufmännischen und gewerblichen Angestellten des Eroß-Berliner Einzelhandels zu einer Demonstration für den 6 Uhr-Ladenschluß an folgenden Plätzen: 1. Roscnthaler Tori (Lothringer Str.). 2. Alexanderplatz(Am Polizeipräsidium), 3. Straußberger Platz(Gr. Frankfurter Str.), 4. Kottbuser Tor (Hochbahn), 5. Moritzplatz, 6. Blücherplatz(Planufer), 7. Dönhoff- platz(Kommandantenstr. Da alle bisher unternommenen Versuche, den 6 Uhr-Ladenschluß herbeizuführen, erfolglos waren, sehen sich die Angestellten ge- zwungen. andere Maßnahmen zu ergreifen. Diese Demonstration: soll den Anfang bilden und es wird sich zeigen, ob die Unternehmer sowohl, als auch die Behörden, den gerechten Forderungen dieser Kollegen weiterhin ablehnend gegenüberstehen wollen. Die An- gestellten des Einzelhandels sind sich klar darüber. Die Berliner Gewerkschaftskommission, die den größten Teil des kaufenden Ber- liner Publikums vertritt, steht der Forderung sympathisch gegen- über und hat sie bei den Behörden befürwortet. Für die organi- sierte Arbeiterschaft und ihre Angehörigen besteht die Verpflich- tung, die um Verkürzung ihrer Arbeitszeit Kämpfenden zu unter? stützen und sämtliche Einkäufe vor 0 Uhr abends zu erledigen. Die schwere Stunde 13] Roman von Victor Panin Sonne oi� � 5 rechter Hand zeigt er Wowa. wie die Knool x- mi$' und ich sehe an dem Blick des Kindes, daß Wesen r;imi?r?-?"�uhafte Umgebung mit'seinem ganzen diese beide?,«r? r. unerklärlicher, naher Faden verbindet Kinder ode� diesem Augenblick der Träumerei, zwei sind, oder b-ns� die entweder beide des Lebens müde Jedenfalls Märchen leben wollen,— ich weiß es nicht. im geringsten». �-�der der Greis, noch Wowa auch nur Alte lächelt mi„? Stellung bei meinem Herannahen, der unterbrechen und-. ei°uch mich dadurch in seine dert rV niich � Stimmung hineinziehen? Oder for- Lrätol-imrä- n!ch! um di° wÄK ä';aa 9uXbmen Sllef und artet immer»et« und weil-, durch d-u grau-»-«ll-u 4)* Jhensstj. Den 2. September. Seit meiner Rückkehr beobachte ich neugierig, eifrig den guten Menschen, ich will ihn verstehen. Bisher erschienen mir alle Menschen so einfach, so wenig kompliziert, nach einer halben Stunde ihrer Bekanntschaft konnte man sie in eine der tausend existierenden Schablonen einreihen. Es ist bequem, und wenn sie wollen, fogar�angenchm, es regt einen nicht weiter auf: nun, es ist eben ein Mensch mit zwei Beinen, einer Nase an der rechten Stelle, alles, wie es sich gehört, er • TX � 1 U � u � 1-ml»»»"*><' ist einer der vielen� Dutzendmenschen. '**** Hier aber ist etwas Neues, ich verstehe es weniger, als ich es fühle. Nicht daß er besonders kompliziert wäre, aber es birgt sich in ihm etwas Besonderes, das ich nicht betasten kann. Manchmal scheint es mir, als sehe ich ihn deutlich vor mir, als schaue ich ihm aus den Grund, im nächsten Augen- blick aber wirft er ein Wort hin, oder sagt er etwas, was mich von Neuem verwirrt und mir ein Rätsel für lange Zeit aufgibt. Die Wärterin erzählte mir, daß während der Ncvolutions- tage sowohl unser Obcrhausknecht, als seine beiden Gehilfen gleichzeitig auf Urlaub gegangen waren. Im Leben der russischen Großstadt ist aber der Hausknecht alles: ohne ihn scheint das Leben kein rechtes Leben zu' sein. Alle fühlen sich ganz besonders hilflos. Wer wird denn das Tor zuschließen? — rangen die Einwohner in ihrer Hilflosigkeit die Hände. Und wahrhastig wurde während einiger Tage das Schließen des Tores zu einer internationalen, diplomatischen Frage. Gerade in diesen, für das verwaiste Haus krtischen Momenten, sieht der Hauswirt einmal den guten Menschen aus einem Trottoirpfosten vor dem Tore sitzen. „Was tust du denn da?" fragte er. � „Ear nichts!" antwortet der Greis und lächelt dabei den Hauswirt aufs freundlichste an. „Wozu steckst du denn hier?" fährt der Wirt ganz unbe- gründet in barschem Tone fort. j. u t. „Ich wollte bloß ein wenig sitzen, guter Mensch, ich habe �..Nur'd'ic Taugenichtse finden keine Arbeit, ehrliche Men- schen finden immer eine Beschäftigung.". „Hättest du vielleicht eme Arbeit für mich? fragte der Gute Mensch. Arbeit hätte ich schon, aber wer bist du eigentlich? Du weißt ia in welchen Zeiten wir leben, man kann nie sicyer sein es kann ja nicht ein jeder im Haufe angestellt werden," bei diesen Worten sieht er dem Greis in das Gesicht, und küblt daß er sick» unnützerweise so scharf ausgedrückt hat, aber als Mann der Erfahrung will er sich in seiner Würde nichts Wieviel müßte man dir geben?" "Mir? Geld, meinst du wohl?" lacht der Gute Mensch und schüttelt verneinend den Kopf,„nein, nein, guter Mensch, denke nicht daran! Wozu brauch ich denn Geld? Ich bin ja. kein Meh. Oder glaubst du, daß man Gottes Seele kaufen und verkaufen kann? Nein.... laß die Sünde.... Ich werde arbeiten, soweit es meine Kräfte erlauben, und du wirst mir Brot und was der liebe Herrgott beschert, geben, daß ich satt werde, so werden wir beide zufrieden sein, guter Mensch. ... Wir haben ja nicht viel zu teilen." Von diesem Tage an wurde der Gute Mensch zum Mittel- punkt des ganzen Hauses. Niemand weiß, wann er aussteht und wann er zu Bette geht, den ganzen Tag ist er auf den Beinen, immer ist er rechtzeitig zur Stelle: es gibt keine Ar- beit im ganzen Haufe, die auszuführen er sich weigern würde. Es geht so weit, daß die armen Einwohnerinnen der Keller' räume ihm, vor ihrem Ausgang in die Stadt ihre Brust- kindcr anvertrauen, und er versteht es ausgezcichned, mit ihnen umzugehen. Es kommt vor, daß in diesem Augenoalk jemand den Guten Menschen ruft, um ,hn nach Einkaufen zu schicken! dann nimmt er das Kind in den Windeln und geht mit ihm in den Laden, es unterwegs auf den Armen wiegend. damit das Kind nicht schreie.. „In deinen alten Tagen hat d,r Gott wohl noch einen Säuglina beschert?" frägr man'hn lachend im Laden. „Gewiß, hat er mir einen geschenkt. Bruderchen, gewiß, Sieben," antwortet lachend der Greis. i Sein Name ist Michail, aber ,m Hause kennt fast niemand ; diesen Namen. Nach seiner Gewohnheit alle„Euter Mensch" > zu nennen, hat man ihn vom ersten Tage an Euter Mensch, getauft. Ich weih nicht, wie er sich selbst zu diesem seinem) Beinamen verhält, jedenfalls scheint er es gern zu haben, wenn man ihn so anredet. Des Abends rufe ich ihn öfters in mein Kabinett herauf. Er kommt gern, im Umgang mit den Menschen hat er nicht jene Verlegenheit der eii'.sachen Menschen, er ist zu einem jeden so natürlich, als kenne er ihn seit langer Zeit. Wie ich ihn darüber befrage, antwortet er ohne das geringste Er- staunen: „Wie denn, Euter Mensch, verstehe doch, wir sind ja alle- verwandt, oder meinst du es andbrs? Wozu denn diese Schranken, wenn man sein Herz dem Bruder aufschließen soll: hier bin ich. komm, nimm alles! Dort ist aber nichts außer Liebe zu nehmen, verstehst du jetzt den Kern?. Eden!" (Fortsetzung folgt.)» Der Deutsche Beamtenbund zum Koalitionsrecht Der Geschäftsführende Vorstand des Deutschen Veamtenbundes tat fich soeben mit den Angriffen auf das Koalitionsrecht der angestellten durch einen Eenchtsbeschluh beschäftigt und nach ein- zehender Erörterung folgenden Beschluß gefaßt: „Durch eine rechtlich vielleicht unanfechtbare, sachlich aber un- oerständliche einstweilige Verfügung des Gerichts ist den Rechts- rnwaltsang est eilten das Koalitionsrecht ent- zegendem Geiste der Verfassung genommen war- >en. Der Vorstand des Deutschen Beamtenbundes verlangt, rnbedingte Sicherstellung des Koalitionsrechts sür alle Beamten, Ange st eilten und Arbeiter »nd wird alle Organisationen, deren Rechte auf »iesem Gebiete angetastet werden, in ihrem Ab- »ehrkampf nach Kräften unterstütze n." Beendigung des Streiks der Rechtsanwaltsangestellten. Nach- dem der Berliner Anwaltsverein sich vorgestern abend dem ge- rällten Schiedsspruch unterworfen hat, ist in einer Versammlung des Zentralverbandes der Angestellten seitens der Streikenden be- schlössen worden, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen. Post- nnd Telcgraphie-Veamtenansschüsie. Am heutigen Freitag, »�.Uhr, nachmittags, Volloersammlung in der Etadthallc, Kloster- straße. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu dem Erlaß des N.-P.-M. vom 1. 7. 20. Beteiligung oder Richtbeteiligung an den verordneten Klassenwahlen? 2. Die Forderung des Mitbestim- munasrechtes!, Graphisches Gewerbe. Block Nr. 7 ist erschienen und ab- mtifclen am Sonnab.end, den 17. Juli, von 4— Uhr, bei Baum, Stallschreiber Straße 47. Das neue Stadtparlament konstituiert sich Gestern hatten sich die Stadtverordneten erneut zusammen- gefunden, um sich eine vorläufige Geschäftsordnung und einen Vor- stand zu geben und um wichtige Kommissionen einzusetzen. Der Alterspräsident P f a n n k u ch eröffnete die Sitzung mit Be- zrüßungsworten, in denen er auf die großen Aufgaben hinwies. die der neuen Gemeinde bevorstehen. Dann gab sich die Stadtverordnetenversammlung eine vorläufige Geschäftsordnung, worin auf Antrag der Deutschnationalen ein- stimmig festgelegt wurde, daß ein Vorsteher und drei Stellvertreter i u gleichen' Rechten gewählt werden sollen. Die Wahl soll durch Zuruf erfolgen dürfen. Dagegeiz. wendeten sich die Demo- traten und so mußte Etimmzettelwahl vorgenommen werden. Die Wahl ergab für Genossen Dr. Weyl als ersten Vorsitzenden 148 Stimmen. Unbeschrieben waren 22 Stimmen. Genosse Weyl übernahm den Vorsitz unter Dankesworten für Pfannkuch und führte dann weiterhin aus: Wir beginnen unsere Arbeit in einer für die Einwohner des neuen Gemeinwesens sehr schweren Zeit. Hunderttausende und aber Hunderttausende sind durch Krankheit. Arbeitslosigkeit, Rot und Entbehrung in schwere wirtschaftlich« Bedrängnis geraten. Sie erwarten von uns Hilfe. Aber auch die Einheitsgemeinde Groß-Berlin bleibt, wie sie auch oerwaltet wird, eine Oase und von den allgemeinen politischen Verhältnissen abhängig. Dennoch muß sie mustergültig und ein Vorbild für ander« Gemeinden fein. Die Wahlbewegung hat den Klassenkampf hoch auflodern lassen. Dieser Kampf wird nicht vor diesem Saale Halt machen. Cr muß öffentlich ausgetragen werden: Sorgen wir dafür, daß er auf hohem geistigen Niveau ausgefochten wird. Die Mehrheit der Bevölkerung hat fich unzweideutig dahin aus- zesprochen, daß nicht das Chaos und die Anarchie, sondern plan- oolles Schaffen unser Wirtschaftsleben leiten soll. Wir werden ans also zuerst mit dem Problem der Sozialisierung zu beschäftigen haben. Di« Gegensätze werden scharf aufeinanderprallen. Sie sollen sachlich mit größter Schürfe, in der Form aber versöhnlich ind entgegenkommend vertreten werden. Niemand ist recht befriedigt von dem Gesetz, aber wir müssen 'ins auf den Boden stellen und herauszuholen suchen, was heraus- Mholen ist. Wir wollen vor allem keine Kirchturmpolitik treiben. Das alte Berlin ist tot, es lebe das neue.(Lebhafter Beifall.) Hierauf wurden durch Zuruf zu Dorsteherstelloertretern gewählt: Bruns(Soz.), Fabian(Dem.). Vuncke(Dt. Vv.). Auch die Wahl der Beisitzer und die Besetzung des Ausscqusses zur Vorbereitung der Magistratswähl und des Wahlprüfungsausschusse» ,ina glatt vonstatten. Schließlich wurde noch beschlossen, die Per- zsfent'lichungen der Stadtverordnetenversirmmlung im Eememde- blatt der Stadt Berlin vorzunehmen. Eharlo ttenburger Stadtverordnetenversammlung »eerYrab.. Von dem Bauprogramm 1°« Zunächst nur der «sbkck.nitt der die Errichtung von etwa 50 Einfamilienhäu ern ''?»r � Die Häuser sollen'Mittel- "Ä Balten U in erster Linie für Beamte bestimmt nd Äie bereits im Ausschutz, so wandte sich Genosse H e i d r i ch auch im Plenum mit sachlichen Gründen gegen diese Bevorzugung einer kleinen Schicht der Bevölkerung. Der städtische Zuschuß zu den Bauten werde nicht der Masse der Beamten, sondern nur einer kleineren Schicht von höheren Beamten zugute kommest, die außer ihrem Einkommen auch noch Vermögen besitzen müßten, und zwar ohne Berücksichtigung ihrer Wohnungsbedurftigkeit. Wenn für diese aus städtischen Mitteln noch je 30 WO Mark, also insgesamt 1;,, Millionen Mark gegeben werde, so sei das eine soziale Un- gerechtigleit. Der Antrag der Unabhängigen, die Wohnungen allen Einwohnern je nach ihrer Wohnungsbedürftigkeit zur Per- fügung zu stellen, und die Häuser nicht in den Besitz von Privat- Personen übergehen zu lassen, wurde abgelehnt. Ein Teil der rechtssozialistischen Fraktion stimmte für diesen Antrag und offen- harte damit aufs neue den Zwiespalt, der in dieser Fraktion bei jeder Gelegenheit hervortritt. Die Vorlage selbst wurde nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen.— Die Errichtung emer Charlottenburger Akademiefürfozialeundprak tische Medizin, wurde beschlossen und sowohl das Kuratorium wie auch der Eeschäftsausschuß durch Zuwahl von einigen Fachleuten erweitert. Dem Geschäststusschuh müssen jetzt auch der Vertreter der sozialen Hygiene an der Universität Berlin und der technischen Hochschule Charlottenburg und der Geschäftsführer der Allgemeinen Ortskrankenkasse angehören. Engrosschlachtermeister und Zwangswirtschaft� Die Engrosschlächtermeister, eine Zwischenhändlergruppe zwischen Viehtommijsionären und Ladenfleischern wollen wieder höhere Profite machen. �, In einer kürzlich stattgehabten Versammlung haben sie be- schlössen:„Keine Form der Zwangswirtschaft oder der Gesamt- Wirtschaft zwecks Regelung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Produktion und Konfumnon ist imstande, Schleichhandel, Ums« wüchse und Mißstände, welche die Zwangswirtschaft erst erzeugt hat, zu beseitigen.".. Damit stellen sich die Berliner Engrosschlächtermeister selber ein Armutszeugnis aus. Seit Anfang Januar 1919 liegt Vit Schlachtung und feit Herbst 1919 die Verteilung des Fleisches rn ihren Händen, aber die Fleifchermeister sehen in jeder Form der Zwangswirtschaft das Gespenst der Kommunalisierung- Um der Kommunalifierung zu entgehen, sei alles getan, sie zu dislren- tieren. Die Eroßschlächter-Genossenfchaft, in welcher diese HetMN alle'Genossen find, zählt zirka 890 Engrosschlächtermeister. Diese 399 Meister sind bei der Schlachtung und Verteilung als Aus- sichtspersonal beschäftigt und beziehen einen Wochenlohn von 399 Mark, während die Gesellen eine Woche arbeiten und zwei Wochen aussetzen müssen. Ohne jede produktive Arbeit zu lersten, eine Entschädigung von 399 Mark jede Woche einstecken, fft rtn Auswuchs wie er schlimmer garnicht gedacht werden kann. Zum Schluß wird in der angenommenen Resolution gefordert: Echlei� »ige Wiederherstellung des freien Handels mit Vieh und Fleisch ist die Forderung aller beteiligten Gewerbetreibenden, unab- hängig von der politischen Parteistellung. Die Partelstclwng dieser Herren kennen wir von früher und auch von jetzt- Wah- rend des Generalstreiks, anläßlich des Kapp-Putfches. wollten dw Herren Meister die Schlachtungen alleine vornehmen, da die Ge- sellen nur Rotschlachtuugen verrichteten. tcrr Seeger von der Eeschäftsleitung der Großfchlachter-Ee- enfchaft ist von der Deutfchnationalcn Partei mit Pastor Koch als Bezirksverordneter im S. Stadtwahlkreis gewählt. Die Arbeiterschaft Groß-Berlins hat allen Grund darauf zu achten, daß das Fleisch für die Zukunft nicht noch teurer wird. 5 In der Lindenmarkthalle kam gestern erneut der Unwille über die hohen Kartoffelpreise zum Ausdruck. Die wenigen Handle- rinnen, die Kartoffeln zu 1,99 M. feilhielten, legten den Beamten ihre Schlußscheine vor. sodaß die Polizei nicht«ingrenen könnt«. Eine Anzahl Frauen traute der Sache trotzdem nicht, weil heute zuviel Schwindel getrieben wird. Es wurde immer lebendiger. Markthallenhändler behaupteten, es seien alle Tage dieselben Frauen, die sich erregten und planmäßig handelten. Dagegen kann aber kaum etwa»«ingewendet werden, wenn beherzte Frauen acht auf die Preise geben. Die Hänvler wieder suchen den Ma- gistrat für die Dinge verantwortlich zu machen. Das ist natürlich falsch. Das Ernährungsministerium hat uns in diese Lage sie- bracht und viele Händler, auch die nickt laut genug den freien Sandel herbeiwünschen konnten. Nach einiger Zeit beruhigten sich die Gemüter. Im Spandauer Rathause fand gestern vormittag eine Demon- stration von einigen hundert Arbeitslosen und Hausfrauen statt. d,e billige Lebensmittel und Notstandsarbeiten verlangten. Der sozialdemokratische Bürgermeister Stahl sagte alles Mögliche zu, aber zugleich mitteilen, daß � sein Genosse Rcichardt, der letzig« Landrat des Kreises Osthavelland, die Ausfuhr von Kar- losscln aus dem Kreise nach Spandau gesperrt habe. Zum Friedrichsberger Bankkrach. Uns wird geschrieben: Auch >??�. �rgericht hat den Beschluß des Landgerichts 1 bestätigt, oura� weichen der unausführbar« Zwangsvergleich der Bank auf- ttl0£t,?n'st- Er war durch Vegünstigung einer Reihe von ™nrw m-uni t?u�'onI* in unlauterer Weise zustande gebracht w Jll<ßen» 54 Ziffer 3 und 4 der Verordnung über "l'f � Bedauerlich bleibt immer, daß die armen lÄ?«l!? Eertchtvkosten des von der alten Bank- u» u?., r!»?'' Zwangsvergleichstheater» bezahlen müssen, l�.n»�..°�st m t über 29 Millionen verschuldet ist. dl- den zu halten, will die alte Bankleitung. nebllckF rF®ant verschuldet hat, jetzt plötzlich an- ob« ß.pargelder auszahlen. Es wären dies �alwen aukiv�ck»» m, Svargelder. die sie seir sieden von' � � Gläubiger können erst dann etwas von rhrem Geld« retten, nachdem die 3 Millionen Haft- suiume der Bankmitglieder beigetrieben und der Rest des Bank besitzes verkauft sein wird, andernfalls erhalten sie nach der erste« Ratenzahlung nichts mehr! Interessenten erhalten näheren Auf» schluß durch Lehrer Wichmann, Berlin, Mariannenufer 7. Der persönlich« Verkehr des Publikums mit den Wohnungsnach« weisen der 19 Wohnungsinspektionen wird für die Dauer von vier Wochen(vom 19. Juli bis 15. August) gesperrt, um die rückstän- digen Gesuche, die sich in außerordentlichem Maße gehäuft haben. aufzuarbeiten. Dringende Gesucht find schriftlich einzureichen. Das Charlottenburger Schloß für die Gemeindeverwaltung. Die Fraktion der Charlottenburger Unabhängigen hat folgende An» frage an den Magistrat gerichtet:„Wie weit sind die Räumlich- leiten des Charlottenburger Schlosses von derStadt delegt? Welche Schritte sind unternommen, um weitere Räumlichkeiten des Schlol- fes für städtische Zwecke nutzbar zu machen?" Der Magistrat wird die Anfrage in der nächsten Stadtverordnetenversammlung nach den Ferien beantworten. Wassersport. Am Sontag, nachmittag 2% Uhr, hält der Atf beiter-Wassersportverband sein diesjähriges Berbandsschwimmfest i im Stadion Grunewald ab. Reben Staffetten und Einzclschwim- men. wird eine Städtelagenstaffette, wozu Meldungen aus Magde- bürg, Hannooer, Halle. Leipzig und Berlin vorliegen, ausgetragen.> Das Interessanteste bildet ein Turmspringen von 15 Teilnehmern, darunter Frl. Beyer aus Leipzig, welche schon im Vorjahr Proben � ihres Könnens an den Tag legte. Den Schluß des Festes bilden � 4 Wasserballspiele mit Mannschaften aus Magdeburg. Hannover, Leipzig und Hall«, gegen Eroß-Verliner Mannschaften. Auf dem Rasen Box- und Ringkämpfe des Arbeiter-Athletenbundes. Ein- i trittspreis auf allen Plätzen 2 Mk. Di- Internationale. Wiederholte Anfragen veranlassen die Direktion des Wallhalla-Theaters darauf hinzuweisen, daß Be- stellungrn auf die Vorstellungen„Die Internationale" von Ge- werkschaften. Betrieben, Vereinen usw. für Juli noch für d-e Tage Ig., 29., 21.. 27. 28. zu den bekannten ermäßigten Eintritts- � preisen entgegengenommen werden. Dir Volksbühne bringt in diesem Jahre außer dem mit großem: Erfolge bereits aufgeführten„K u h r e i g e n*. Lehars Zigeuner l i e b e" in neuer dekorativer und koftümsller Ausstattung| mit ersten Kräften zur Aufführung. Zeugen gesucht, welche gesehen haben, wie am 13. Juli in dem; Gemüsegcschüft von Lobemeicr, Neukölln, Saalcstr. 18, eine Frau j von dem Inhaber des Geschäfts gemißhandelt wurde. Die Zeuge« werden geveien, sich im Parteibureau Ncckarstr. 3 zu melden. Vereinskalender . 3«iti»nal« Verleilungeperiod« oon» 15. bi* ZI. Juli gelangen Jl ...... 17. d. Mt». zur Ausgabe! Auf die gtauargn« Lebenamiileikarte! schnitt« 1 Pfd. Saserslocken. Pfd. ,.40 M., Abschnitt l>? l!!5 Er.«rtehj 25 Pf. Auf dl» dlan« ZehlendOtser Lebenomitlelknrt«! Abschnitt 1 i Psd. melade in EllSIein, Pfd. 5t!0 W. Aus die Jugendliche Kart«! Abschnitt? Zb Psd."Kein zu 1,05 M. Auf ble Jnckerkarte! Ab schul ti 01 Z75 Er. JuckerK 1,50 M. Nachanmeldungen nehmen soigende fzändler entgegen: für Eemeindowo»? lt. N. Schmidt. Sauprstr. 5. Wustrow, Kaupistr.«7, Lehmann, Lelstnastr. st �irehblow,� Veerenstr. 14., für Zucker: Schmiedick«. Machnowerstr., Lehm»»' Weihensee! Vi, zum 20. d. Ml,.. Abschnitt 28«. t, e S Pfd. Kartoffeln. H «am 17. können an Stell» der nicht empsanaenen Knrtosseln ooll Er. E-oroj? entnommen werden. Aus Reschifleischkarten 250., Berlin(£ 2. Breite Steahe 8-9. DER MORD Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg Mit Porträt« der Ermordete» und Bilde»» dm Angeklagte» 115 Leltni Peel« 5.— Mark Zu beziehe» v«n dee SüWMmg.Frei he it". Lira,»« 8-9 Phorosan-HeiHnstitut für Haut- und Geschlechtskranke Großbeerenstraße 67 Soi«lrrlioi~StliaKihtny nach imn neum cchmcrdottn norolox- Tirfahrn. S�pUltikur. Birma unumtckafttich. B/u.-arrll. Initmnf. Sip. Zimmrr. ßprichn Il—i. cmßtr Ihmtlag. Kuriautr hrcichürt: rDu Gonorrhoe nnd ihre Zieclf- topilnif. u. t.—. Proep- p'lim Porto. r_| m»». Sk-ttl für»eschlecht«., M>»eisai"OGn» Saut». Haru- Fraumletdcn, harmälktge Hanlleiden, Ausschlag, nein. Schwäche. Segen Lue» kamb. Saloarsan- Kuren, Bluiunleesuchungen. Im erst«» und vir. Löser«sniv-- ku�kossntkalsi-Stf. 89-70 Spezial- Behandlung trautnUlOcn, hartnädiiflC Haeuleiden.�Uusschlag, nero. chn-äch».»lutuntcrfuchung, Saloars.Kur., Bestrahl. ÄÄ'i„Löser", Münzstr. 9 nahe Alezand er-Pl»»,» l, 4-8, Sonnt. 10-12, Somenjimnict sex. aDJchentlilb«w-»»-fchwssene«. wnstlensch.0usIrl.rb-/T�' Ein?Uldett 88 pf», v»« rtTijührtich is.— ME« jtr. 27: W. Speyer, Die hochzeitsnacht öes Prinzen oon Sombon. W'S.k? Arüher erschienen: Stefan Zweig, Äugst, zimstriert im» ch. Kalner. wildelm»»» Scholz, der«»»f im stenfter. Illullricrtvon asmun» Zuest.«legfei«»«redirs», da» rerkaufte ck-ichei». 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