\c Einzelpreis 30 Psg.• 3. Jahrgang Sonnabend, den 17. Juli 192V Nummer 282> Morgen-Ausgabe Die m�rente tmK«aAwU***« m*-«- erf ch eint mstßtns vnh«achnnttass. Sonvtags m»d Ms«tags not tn rt» Bezugspreis betragt bei freier Zustellung ins Haus für Groß-Berlw i~r J"*0™us zahlbar, von de? Spedition selbst abgeholt 8.Ll) M. Für Post- ezug«�jwcti samtliche Postanstolte« Bestelluugen entgegen. Unter Streifband »Ciog« für �futfchlanb und Ocft erreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21.50 Al. iuzugltch Baluta-Äuffchlag. per Brief für Deutschland und Oesterreich 20,— M. ««».ktfon, CtpcCUim N-nv-rrK-i-il- ober bereit Rcum toste« st,- M. ewsqUekllch i ln�n?!?«leine Anzeigen!$as fettgebrucfcte 2Bott 2,— ÜB., jebes tueUe» •'"nschliestlich Teueriuigozuschlag. Liulfeube Anzeigen laut Tarq. Fo!m!lei»2nzeigen und Ttellen-Snuche 3, ZV M. netto pro Zeile. Stellen-Sesuch. m A-art-Anze.ge»! duz setigedruckte Wort 1,6(1 M., jedes nvetlett Wort M» tSZS. 4« IS. tZZl. —---«—- w»® icugrucuuuc wwfct*|W ittt», jcoe «- n--«em,«.ano»epennck so.- an.—yp � Fnchrechn: Zmtnwl 2030, 2645, 4SI« 4603, « und B erlag: Verl»» C2, Vrerte Striae 9*% � e&Ktivej* O Saliner£>r$an"# M* VnofiMngJgen scgiMeimfratte Seulfcbiants Anterzeichnung des Kohlenabkommens Ablehnung der Einmarfch-Klansel S p a a, 1k. Juli.(Amtlich.) Zn der heutigen Vollsitzung der Konserenz hat die deutsche Delegation die Forderungen der Entente in der Kohlenfrage angenommen und unterzeichnet, nachdem in der oberschlefischen Kohlcnnerteilnngofrage eine Berück- sichtignng der deutschen Forderungen in Aussicht gestellt wor- den war, und unter Ablehnung des 8 7 de» Vertrages, der die E i n m a r f ch l l a u f e l enthält. Die Beratung der Wiedergutmachungsfrage wurde aus eine neueKonferenz.die in einigen Wichen 'n E e n s stattfinden soll, vertagt. Eine Vollsitzung der Konferenz S p a a, 16. Juli. Heute nachmittag um 4 Uhr findet im Tchl-H La Frein-use eine Vollsitzung der Konserenz statt, an welcher auch die deutschen Delegierten teilnehmen. Aebermittelung der deutschen Antwort S p a a, 10. Juli. Di« Antwort der deutschen Regierung ist dem Obersten Rat in dem Schlotz La Freineuse übermittelt worden, Ei« persönlicher Brief Simons Spaa, 16. Znli. Jl! dem perfSnlichen Briefe, mit dem Reichsminister Dr. Simons »™ früh bie deutschen Vorschläge in der Kohlenfrage an den vntlschen Premierminister Lloyd George übersandte, wurde. wre nachträglich verlautet, die Hoffnung ausgesprochen, daß die alliierten Regierungen Deutschland in folgenden Z Punkte» Eni- «cgenlommen beweisen würden, nämlich durch: 1. Einräumung des Hechts, im Falle unzureichender Kohlenlieferung die fehlenden Quantitäten durch anzukaufende Auslandskohle, oder zu einem klemen Teil durch inländische Braunkohle zu ersetzen. 2. Abschluß .nnes liberalen Schiffahrtsabkommens. S. Beseitigung der sich leden Monat wiederholenden Gefahr der Besetzung deutschen Ee- oiets, sofern die jeweiligen Kohlenlieferungen hinter den ver- sprochenen Mengen etwas zurückbleiben sollten. Die Anschauungen der Entente .Die Frage der Entwaffnung hat in Spaa Schmie- ngkeiten bereitet, die durch die unkluge Haltung der Herren erehrenbach und Eesiler im Anfang noch verstärkt wurden. Aber sie konnten behoben werden, und jetzt ersoieinen sie als ein Kinderspiel geenüber den wirtschaftlichen Gegensätzen, vor allem in der K o h l e n f r a g e. Immerhin ist es gut. an Hand der Ententezeitungen festzustellen, welche Gedanken- gange bei den Alliierten mahgcbend für ihre Haltung sind. und wir geben deshalb im folgenden einen Auszug aus einem Artikel der„Time s". in denen das Blatt zu den militärischen Dingen Stellung nimmt, darüber hinaiw aber auch auf einen Aufsatz in der gleichen Nummer des-Blattes ?'A�jerksain macht, der sich mehr mit den Wirtschaftssragen beschäftigt. Die..Times" sagt".<0,fl W Äll™01 seit dem Waffenstillstand im November 1918 2" Teutschland der Welt jenseits seiner Grenzen Grund gegeben. Jlr$ ben Krieg verursachte Mißtrauen in seinen guten Willen nffem sw' Unb bie Ereignisse der Konferenz in Spaa stimmen mit ?!„!" ��angegangenem überein. Die Wahrheit>>t. wie wir schon wi»» f-Ä�öeigten. daß Deutschland in direkter Uebertretung IVih" 1? Verpflichtungen, immer noch schrecklrch zum An- ™vl wl r-'iV--001'�6 Dementi ändern die Tatsache nicht. Ee. w o« v aus den letzten Angaben des General von Steckt' t Lloyd George zu einer stiffer von 1000 000 Mann und 2'M000 Gewehren, die�nicht mitgerechnet sind, gekommen., und felbstdiese Ziffer>it noch geringer als die von der Kommifsron der Allllerten ermittelte. Wieder ein Beispiel der Methode, die wir als speztfisai deutsch kennen gelernt haben. Wir haben allen Grund, zu glauben, daß Deutschland eine Macht von 40000 vis 50000 Lin,ensoldaten besitzt, vollständig mit Knegs- Material ausgerusiet. die sich in einer Front von Königs- berg nach. Eu mb innen erstreckt. Die Regierung in Berlin muß wahrhaftig kurzsichtig sein, wenn eine so große Menschenmenge sich hat ihrer Beachtung entziehen können, und deiUtoch hat man ihre Existenz geleugnet, bis die Anhäufung der Beweise selbst eine deutsch« Lüge unmöglich machte und sie zu der Ausrede ihre Zu- flucht nehmen mußten, daß die Truppen sich ihrer Kontrolle völlig entzogen. Was für diese Königsberg-Eumbinnener Soldaten zu- trifft, gilt auch für die R e ichsweh r. die Einwohnerwehr. die Sicherheitspolizei. Das Spiel des Ausroeichens. der Ausflücht» und des kläglichen Protestes ist lange genug gespielt, und selbst der Leichtgläubige muß jetzt einsehen, daß das undeug- same Bestehen auf der Erfüllung der Verpslichlungen von Spaa unbedingt nötig ist für die Silyerheit der Welt." Die„Times" weist dann auf einen Bericht des amenkam- fchen Korrespondenten H. Kaufmann hin, der Deutsch- land von früher her kennt, und es jetzt wieder bereist hat. Kaufmann ist zu der Ueberzeuguilg gelangt, daß Deutschland sowohl den Forderungen aus Verminderung des Heeres nachkommen könne, wie auch, daß es recht gut alle ihm auf- erlegten finanziellen Lasten tragen und sich dabei doch erholen könne. Er hat nichts von der Unruhe bemerkt, die angeblich nur durch Waffenmacht niedergehalten werden könne; und damit hat er recht. Was aber seine Mitteilungen über das wirtschaftliche Leben, über den Luxus, das Aus- sehen der Menschen angeht, so verfällt er in den Fehler, den manche Ausländer begehen, die Deutschland studieren und sich dabei von den Eindrücken leiten lassen, die sie in den feinen Hotels, in den besten Straßen, in Parks und dergleichen empfangen. Gewiß ist vieles richtig, was er sagt. Wenn ein Volk einer Oberschicht noch einen solchen Luxus gestatten kann, wie man ihn in den Theatern, Konzerten, in der Ee- sellschaft begegnet, so ist es noch nicht am Rande seiner Kraft, aber die Folgen der Fehler, die die Koalitionsregierung be- gangen hat, als sie nicht die Mittel mit Beschlag belegte, die die Bestreitung eines solchen Luxus erlaubte, werden sich ja auch erst in Bälde bemerkbar machen. Ohne die Ein- führung der sozialistischen Wirtschaft in Deutschland können die übertriebenen Forderungen der Entente nicht erfüllt und gleichzeitig das Wirtschaftsleben in Gang gehalten werden. Vor dem Sozialismus und feinem Sieg in Deutschland aber haben die Ententeregierungen viel- leicht noch größere Angst, als vor dem wirtschaftlichen und politischen Wiedererstarken eines kapitalistischen Deutschland. ,,(Siehe auch 2. Seite.) Neue Vorbereitungen in Budapest Ein Exekutivkomitee für den Terror Aus Wien wird uns geschrieben: Die Militärpartei in Budapest bereitet sich aus einen Kamps auf Leben und Tod vor. Ihrem'Korrespondenten ist es ge- lnngen über diese VorbereUunzen den solgenden authen- tischen Bericht zu erlangen: Am 27. Juni 1920 hielten die Ofsiziersdelegierten des Landes in dem Gebäude des Ministerium für Landesverteidigung eine Versammlung ab. Die Einbernfer der Versammlung waren: Poonay, Hejjas, OZtenburg, Gömbös, Nagy, Bengyel, Banyai. Szilagyis und der Eeneralstabsoberst Graf Esaly. In Vertretung aller Offizierserganisationea waren 302 Offiziere erschienen. Hejjas führte aus, daß die bisherige Regierung nichts für die Verwirklichung der christlichen Ideale geleistet, sondern im Gegen- teil Beihand! ringen mit den Juden und Sozialdemokraten äuge- knüpft habe. Diese Politik der Kompromisse könne den Begründer» und unbeirrbaren Kämpfern des christlichen Kurses nur schaden. sie sogar vollständig vernichten. Er, Hejjas fei ein Mann der Ta t u n d n i ch t d c r l- e r c n W o r t e. Er sei nicht gesonnen. lange zu warten, und wenn er in seinen Hossnungen wieder ge- täuscht würde, werde er im Intersse der Verwirklichung der christ- lichen Politik auch von den allergefährlichsten Mit- telu, sowohl gegen Person ei>. als auch gegen In- st i tut ionen nicht zurückschrecken. Diese, mit großem Beifall aufgenommetle Rede wurde durch Prouay, Grasen Esaly, Ostcnburg durch Solidatitätekundgebungen unterstützt. Julius Gömbös, Abgeordneter und Präsident des Landesverbandes der Offiziere, hielt eine gemäßigtere Rede; er meinte, das Offizierskorps solle bis zum Herbst von An- wcndnug energischerer Mittel absehen. In diesem Moment er- schienen in der Versanimlung der Kriegs minister Süds, die E e ne r ii l c D a n i und Berzeviczy»nd in Vertretung von Horthq dessen Adjutant Magashazy; nachdem sie über den Verhandlungsgegenstand informiert wurden, gaben sie ihre Zu- stimmunz dazu. Mittlerweile erschien in Vertretung des General- stabes der M.ajor Stefan Cfiba und gab im Namen des Generalstabes eine Solidaritätskundgebung ab. r a f E s a k y stellt den Antrag, sofort ein A k t i o n s p r o- gramm zn entwerfen, für den Fall daß die Stunde der endgültigen Abrechnung käme. Ostenburg schlug folgendes vor: 1. Die Besetzung der Eisenbahnen und der Tele- phonzeutrale. Z. Die Entwaffnung der Polizei. 5. Die Bcr- nichiung der Juden, der jüdischen Kapitalisten, die Beschlagnahme des Vermögens von Paul Sandor, Baron llllmnnn, der Familie Hatvany-Deutjch, für nationale Zwecke. 4. Die Besetzung der Re« daktion der„Nezszava", des Blattes„Bilag", die Beschlagnahme ihres Bermöoens und wenn möglich, die Denreliernng der betref. senden Gebäude. S. Die Verhaftung des Sekretariats der sozial- demokratischen Partei, der sozialdemokratischen Parteileitung, die Vernichtnng aller Parteischriftcnsammlungen, die Verhaftung der Vertrauensleute, die sofortige Hinrichtung der Widerstrebenden. die Besetzung der Gewerkschaftslokaritäten und Gelder. Die Ver- teidiger in den kommunistischen Prozessen sollen verhaftet werden.' Man solle alle Institutionen und Personen ver- Nichten, damit die Destruktion und der Liberalismus gründlich ausgerottet werde. In der Provinz fei in derselben Weise vorzu- gehen.— Die anwesenden Delegierten nahmen ohne Debatte diese» Mionsprsgeamm an. Auf den Borschlag Hejjas' wurde ein aus Hejjas, Ostenburg, Bengyel, Pronay und Bibo bestehendes Exe- kutivkomit« eingesetzt. Ihm. wnrfec der Ruftrag gegeben, den Plan bis in die kleinsten Details auszuarbeiten und innerhalb 48 Stunden eine« neuen Bericht zu erstatten. Kartosselnot und Kartoffelpreise Die jetzigen Schwierigkeiten in der Kartoffelversorgung der städtischen Bevölkerung sind das Vorspiel größerer Schwierigkeiten, die in den Wintermonaten einsetzen werden. Zn seinem Bestreben, den Wünschen der Agrarier gerecht zu werden, und auch den Forderungen des Handels nach Auf« Hebung der Zwangswirtschaft zu entsprechen, hat das Reichs- Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Rege« lung der Kartoffelversorgung eintreten lassen, die einer Auf- Hebung der Zwangswirtschaft gleichkommt. Für die Folge sollen die Erzeuger nur verpflichtet sein, eine Menge von 12V Millionen Zentner zum Abschluß vom Lieferungsver- trägen durch die Städte zur Verfügung zu stellen, die über- schießende Erzeugung aber soll von jeder behördlichen Ein« Wirkung frei bleiben. Daß diese Regelung ernste Gefahren für die Versor« gung der städtischen Bevölkerung mit sich bringt, hawn wir bereits nach der Beschlußfassung über diesen Plan zum Aus- druck gebracht. Es ist zwar noch zu früh, um e n d g i l t i g die schlechten Erfahrungen mit der Aufhebung der Kartoffel« Wirtschaft feststellen zu können. Aber soviel ist doch heute bereits sicher, daß die Annahme des Reichsminlsteriums für Ernährung die Erhöhung der Preise werde eine glatte Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln zur Folge haben, durchaus irrig ist. Die jetzige knappe Versorgung bei Bevölkerung mit Kartoffeln ist letzten Endes auf die Tat- fache zurückzuführen, daß der Unterschied zwischen dem Prei» für die Früh kartoffeln und den Herbst kartoffeln den Landwirten nicht groß genug ist um sie zur frühzeitigen Ernte und zur Ablieferung zu bewegen. Es bestätigt sich also wiederum einmal, daß die geldliche Anreizpolitik eine Schraube ohne Ende darstellt, wenn sie überhaupt irgendwie wirksam werden soll. Die Eingabe des Deutschen Städtetages wendet sich des» halb mit Recht gegen diese Regelung der Kartoffelversor- gung und lehnt die damit auf die Gemeinden abgewälzte Verantwortung ab. Wir billigen diesen Staudpunkt des Etädtetages durchaus. Denn es ist eine uninöcftichc Aufgabe, die Städte mit der ganzen Verantwortung für die Ver- sorgung ihrer Bevölkerung belasten zu wollen, wenn der Staat durch seine Maßnahmen den Weg dazu versperrt oder außerordentlich erschwert. Das aber ist geschehen durch die Festsetzung des Kartoffel- .*?_____?... � �—.l-.'' � ä i;n..... r Q3 rtf•!•/>/> bayerische Landwirtschaft hat sich deshalb"gegen diesen Kar- tosfelpreis gewendet, sondern zahlreiche andere Stimmen aus landwirtschaftlichen Kreisen sind laut geworden, die den Kartofselpreis als übermäßig hoch bezeichneten und seine Herabsetzung verlangt haben. Es ist ja auch gar kein Zweifel, daß er wesentlich höher angesctzr wurde, als die Erzeugungs- kosten das rechtfertigen. Der Reichsernährungsminister H e r m c s hat das ja in seiner Rede im Reichstag am 2. Juli ausdrücklich zugegeben. Er jagte:..Bei der Bemessung des Kartoffelpreises wurde über die Produitionskoften hinaus bewußt noch ein Zuschlag als Anbaureiz gewährt." Durch die Bestimmung über die Lieferungsrertrckge ist aber zu�dem Preis von 25 M. pro Zentner noch ein Zuschlag von 3 M. getreten, so daß jetzt die Landwirte für die Kartoffeln das Vierfache der vorjährigen Preise erhalten. Ein solcher Zustand ist natürlich unerträglich, nicht nur wegen der Lasteil, die er den Konsumenten auferlegt, sondern auch wegen der Gefahren, in die dadurch die S t n d te geraten. Sie sind den Händlern und den Erzeugern voll- kommen ausgeliefert, und ihre Finanzen tonnen unter Um- ständen außerordentlich stark in Anspruch genommen werden, wenn sie den Bedarf ihrer Bevölkerung durch Lieferungsver- träge sichern wollen. Bei der in Aussicht stehenden günstigen Ernte besteht auch durchaus die Möglichkeit, daß unter Umständen die Preise für Kartoffeln in: freien Handel nch unter den Preisen halten werden, die durch die �lesernngsverträge den Landwirten garantiert sind. Das U ia lchon-.adurch gegeben. daß die Städte beim Abschluß»on Lleferungsverträgen an und für sich 3 M. mehr für den Zentner zahlen müssen. als im freien Handel zu bezahlen ,st. Die� Städte würde« also bei umfangreichen l�de Gefahr für die Ernährung ausschließen, aber ein Rtf iko eingehen, das für eine Gemeinde wie Berlin stch auf bald 100 Millionen Mark belaufen kann, und bei allen Gemeinden unter Um- ständen eine Milliarde erreicht. Das erklärt die Tatsache, daß bisher von der Möglichkeit der Sicherung der Versorgung durch den Abschluß van Liese- rungsverträgen von den Städten nur geringe: Gebrauch ge- macht worden ist. Wenn letzt deshalb der Städtetag bean- tragt, daß die endgntige Entscheidung über die Freigabe der Kartoffeln, über die nicht durch Lieferungsverträge verfügt ist, erst erfolgt, wenn der Stand der Ernte eine genügende Versorgung und W'.ntereindeckung der Bevölkerung als zweifellos erscheinen läßt, so ist diese Forderung ebenso bc« .rechtigt wie die Weitere, daß die schärfere Regelung sofort. r wieder eingeführt werden muh. wenn die-geregelte Versor- gung zu erträglichen Preisen durch die teilweise Freigabe nicht erreicht wird. Aber wir glauben. daßdieseVorschlägedurchavs nicht genügen. Da nach der Erklärung des Reichs- ernübrungsm in isters völlig klargestellt ist, dah der Kartoffel- preis bewußt über die Erzeugungskosten hinaus festgefetzt wurde, so muh bei dem zu erwartenden günstigen Ausfall der Ernte und wegen der Notlage, in der sich die Massen be- finden, eine Herabsetzung dieses Preises ein- treten. Negierungsprogramm in Braunschweig Braunfchweig, 1K. ZuN. Zu der Sandesversammlung leitete Minister Oerter die Be- ratungen des Staatshaushalts durch eine programmatische Er- klerung ein, nach welcher das Staatsministerinm sich zur sozio- listischen Eesellschasts» und Wirtschaftsordnung betennt. Das Staatsministeriu« wird im Rahmen der Verfassung und Nesctzgeduilg des Reiches im Freistaat Braunschweig aus dem verfassilngsmähigeu Weg« folgend« Aufgaben zu lösen versuchen: Die Umwandlung der Einwohnerwehren, der Sicherheitspolizei Ui.d der Polizeiorgane zu Einrichtungen zum Schutze des Frei- staatcs und des ganzen Volkes, Beseitigung der bureaukratisch-n Staatsverwaltung wie der bureaukratischen Verwaltung in Ee- meinde und Kreis. Uedernahm« der Verwaltung durch das Volk selbst, Umgestaltung der Stadt-, Gemeinde- und Kreisordnung und Ausbau der Gemeinde» und Kreisvertretungen zu vollen Selbst- verwaltungslörpern, die zugleich Wirtschastskörper werden. Aus- schaltung aller persönlichen und kapitalistischen Interessen bei der Verwertung und AusnLtzung der Staats- lündereien, Forsten, Bergwerke usm, Erwerb der in Vraunfchweig gelegenen Kohlenbergwerke fiir die Allgemeinheit, ebenso der Kaliwerke, ferner der EleltrizitStswerke. industrieller Betriebe und Verkehrsanstalten, gesetzliche Regelung des Wohnungswesens durch den Staat, Sicherung der Ernährung des Lölkes durch Regelung des Anbaues der landwirtschastlichen Produkte und der Bieh- Haltung für die Bedürfnisse der Allgemeinheit. Ablieferungspflicht aller landwirtschastlichen Erzeugnisse an Gemeinde und Kreis, Durchsuhrung der Trennung von Kirche und Staat nach den Richt- linien des Reiches, Schasfnng einer Staats- und Einheitsschule. Beseitigung der Klassenjustiz, vorbildliche Regelung der Arbeits. Verhältnisse in den Staatsbetrieden, staatliche Rrgelung de» ge- samten Wohlsahrtswejens. der Armenpflege«nd des Sefundheits- wesens. Regiernttgsbildung in Bayern München, IL. Juli. In der heutigen Sitzung des Landtages fand zunächst die W a h l des Ministerpräsidenten statt. Es wurde bei 143 abge- gebsnen Stimmen der bisherige Ministerpräsident Dr. vonKahr mit IM) Stimmen wiedergewählt. 43 Zettel waren unbeschrieben. Nach kurzer Pause erklärte sich der neugewählte Ministerpräsi- dent bereit, die Wahl anzunehmen und gab die n e u« M i n ist e r- liste bekannt, die zwischen den Koalitionsparteien vereinbart -ipar. Hiernach übernimmt das Ministerium des Aeuhern und ' das Ministerium des Z n n e r n der Ministerpräfidem, das Kultusministerium Regierungsrat Matt(Bayerische Volksparteij, das Justizministerium Regierungsrat Dr. Roth(Miitelpartei). das Finanzministerium Dr. Krausneck(Bayr. Vpt.), das Ministerium für soziale Fürsorge Oswald(Bayr. Vpt.), das Land- voirtschüstsministerium Wutzlhofer(Bauernbundj und das Handelsmnisterium Hamm(Demokrat). Alsdann verbreitete sich der Ministerpräsident in einer längeren Rede über die Leitsätze, die zwischen der Staatsregie- rung und den Koalitionsparteien für die Durchführung der Staatsgeschäfte festgelegt waren, und betonte dabei in besonderer Weise das Festhalten der Staatsregierung an der Einheit des Reiches. Wir wünschen aber keinen extrem unitarischen, son- dern einen förderalistischen Ausbau des Reiches, aber nicht in dem Sinne eines engherzigen Partikularismus, der nur an sich denkt oder im Sinne einseitiger Reservatrechtspolitik, sondern im Sinne einer freien auf das Erotze gehenden Einigung. Zum Schluß kam der Ministerpräsident auf die Verhandlungen in S p a a zu sprechen. Nun erst hat Herr v. Kahr die verfassungsrechtliche Be- stätigung seiner Ministerpräsidentenschaft erhalten, nachdem er in den Märztagen unter den Auguren des Generals v. Möhl auf ziemlich dunklem Wege zu dieser Würde gelangte. Das Ministerkonsortium, mit dem sich Herr v. Kahr umgibt und das der Landtag ebenfalls bestätigte, ist der ge- treue Ausdruck des reaktionären Kurses der bayerischen Po- litik. Aus den Leitsätzen der neuen Regierung ist interessant das Bekenntnis zur Einheit des Reiches. Bisher war die praktische Politik des Herrn v. Kahr trotz aller gegenteiligen Versicherungen nicht gerade der Einheit des Reiches dienlich. Es fei nur erinnert an die herausfordernde Stellungnahme Bayerns zur Frage der Einwohner- und Sicherheitswehren. in der sich Bayern im Gegensatz zum Reich stellte. Herr o Kahr hat sich bisher nur hervorragend verdient gemacht um die Bekämpfung der sozialistischen Arbeiterschaft. Heute herrscht in Bayern der Ordnungsfimmel, der Bolschewisten- schreck, der Sozialistenhast und der Antisemitismus. Diese Dinge sind aufs glücklichste vereinigt m der Persönlichkeit des Hern v. Kahr. Damit ist die Stellung der bayerischen Arbeiterschaft diesem Ministerium und diesem Ministerpräsi- dentcn gegenüber klar. Nur schärfste Kampfstellung gegen diesen gesetzlichen Hort der Reaktion kann es geben. Unerhörte Maßregelungen P. P. N. melden aus Köln, daß infolge Weigerung der Arbeiter der Maschincnbauanstalt Humboldt, das Zettkorlensustcm einzuführen, ungefähr 3600 Arbeiter e nt I a> I en worden sind. Die Leitung der Fabrik gibt gegenüber der Absicht der Arbeiter, trotz der Entlassung, die Arbeit fortzusetzen, bekannt, daß von Stunde der Entlassung an keinerlei Lohnauszahlung mehr erfolge. Die„Rheinische Zeitung" meint, die Sache sei damit noch nicht abgeschlossen, sie werde weitere Folgen nach sich Ziehen. Und wir meinen, daß den Unternehmern derartige Versuche,' Mittel zur Verschärfung der Ausbeutung einzufiihren, geradezu empfohlen werden von den ebenso übereifrigen wie unglaub- lich dummen Gesellen, die ständig predigen, die Steigerung der Arbeitsleistung sei unausweichliche Pflicht der Arbeiter. Den Unternehmern ist natürlich jedes Mittel recht. Und ist einmal ein Anfang gemacht mit Akkordlöhnen und ähnlichen Versuchen, dann greifen sie zu anderen, schärferen Mitteln. Run benutzen sie die Krise, um zu ernten, was durch eine so blöde Propa- ganda gesät wurde. Die Schuldigen Der nationalistische Pöbel hat durch seinen Austritt vor der französischen Botschaft Deutschland in eine unangenehme Lage gebracht. Die französische Vertretung verlangte für den Raub der Trikolore Genugtuung und das Auswärtige Amt mutzte sich bereit erklären, neben der formellen Entschuldigung eine deutsche Ehrenkompagnie zu stellen, die am gestrigen Tage beim Wiederaufziehen der Trikolore salutieren mutzte. Wenn die natio- nalistischen Organe in diesem Akt eine Erniedrigung Deutschlands erblicken, so muß ihnen gesagt werden daß sie diese Erniedrigung durch ihre ebenso sinnlose wie dumme Hetze geflissentlich herauf- beschworen haben. Der bestellte Mob, der am 14. Juli den Fahnenraub pro- vozierte, hat aber aus der unangenehmen Situation, in die er Deutschland gebracht hat, absolut noch nichts gelernt. Er will neben der ersten sogenannten Erniedrigung anscheinend noch eine zweite, weit schlimmere heraufbeschwören. Als gestern Mittag die betreffende Reichswchrkompagnie vor der französischen Botschaft erschien, hatte sich bereits wieder eine Rotte dummer Buben dort eingefunden. Sie kam aus einer sogenannten Protestkundgebung der Universität, Studenten waren also die Hauptmacher des nun folgenden Dorfalls, über den berichtet wird: Um 1 Uhr mittags rückte eine Reichswehrkompagnie mit omge- fchnalltem Koppel und Seitengewehr und geschultertem Gewehr aus dem Pariser Platz au. An der Spitze der Kompagnie ritt der Kompagniesührcr. Die Kompagnie zog einmal um die vor der französischen Botschaft befindliche umzäunte Gartenanlage und machte dann vor der Botschaft Halt. Als die Kompagnie vor der Botschaft Front stand, wurde die französische Triko- lore hochgezoge«. In diesem Moment erscholl das Kommando: »Richt euch! Gerade aus!" Das Heranrücken der Reichswehrkompagnie wurde vom viel- hundertköpfigen Publikum mit lebhaften Pfuirufen und schrillen Pfiffen begleitet, die sich beim Frontmachcn der Kam- pagnie in besonderem Maße verstärkten. Das Mißfallen des Publikums schlug jedoch sofort in das Gegenteil um, als die Kompagnie nach dem eine Biertelstunde dauernden Schauspiel vor der Botschaft beim Kommando:»Kompagnie marsch!"«och vor der Botschaft das Lied»Deatfchland, Deutschland über alles" anstimmte. Die angesammelt« Men- schcn menge stimmt« in da» Lied unter Hochrufen mit ein. Der Führer der ftanzöfischen Militärmisston, Eeueral Rol- let, war aus de» Balkon der französischen Botschaft Zeuge des militärischen Schauspiel» uod der damit verbundenen Demonstrationen. Die Demonstrationen des Publikum» d a u e r- ten auch nach dem Abmarsch der etwa hundert Man» starken Reichswehrkompagnie a n. Al» drei französische Osfi- ziere kurz nachher im Automobil die Linden heraussuhren, wurden fie während ihrer Fahrt von Pfeifen, Johlen und Schreien begleitet. Drei Personen aus dem Publikum gerieten hierbei in Schreikrämpfe und mußten zur Branden- burgcr Torwache gebracht werden, wo ste sich langsam beruhigten." Wenn die französtsche Botschaft aus diesem Vorfall neue Folge« rungcn ziehen sollte, so würde sie dem Mob eine Bedeutung bei« messen die ihm außer einigen hirnlosen Anhängern der Rechts- Parteien niemand sonst in Deutschland zollt. Die Aufzüge de? nationalen Pöbels charakterisieren lediglich ihre Urheber und Teilnehmer. Der anständige Teil des Volkes, vor allem die Arbeiterklasse, empfindet vor ihnen tiesste Verachtung. Wen« die„Deutsche Tageszeitung" wegen der gerade von ihr geförder- ten Exzesse vor der französischen Botschaft eine Abrechnung im Parlament androht, so wird gerade das die beste Gelegenheit sein, jenen Lausbuben und ihren Anstiftern die Maske vom Gesicht Z« reißen und vor aller Welt festzustellen, daß nicht die Gesamtheit des Volkes, sondern ein kleiner Bruchteil von politischen Ver- blechern Deutschland auf das Niveau einer Kaschemme herab« Daß es a«ck> gestern wieder zu den sinnlosen Aufzügen dcS Mob? vor der fri-.nzSsischen Botschaft gekommen ist, daran trügt allerdings nicht uur die beispiellose Hetze der Rechtspresse die Schuld, tvndcr« auch die geradezu frivole Nachlässigkeit der polizeilichen Organe. Die srctujösische Botschaft liegt in der sogenannten Bannmeile des Reichstags. Nach dem Gesetz hat die Polizei das Siecht, an dieser Stelle jederzeit Ansammlungen zu vermeiden, zumal wen« ste provokatorischen Charakters sind. Trotzdem wurde am M. Juli der erste Aufzug zugelassen, und er konnte sich gestern, wo seine schädlichen Folge» ganz genau bekannt waren, sogar wiederhole». Wir sind der festen Ueberzcugung. daß etwa ausgehungerten Arbeiterfrauen, die vor einem Rcichsamt erschienen wären, um ihrem Unwillen gegen die verheerende Preispolitik der Regierung Ausdruck»u geben, daß diesen Arbeiterfrauen nicht die gleich« Milde und Nachsicht entgegengebracht worden wäre, wie dem nationalistischen Pöbel. So zeigt uns gerade auch dieser Borfall wieder, daß Reichswehr und Stchcrheitspolizel ein absolut unzu- ve> lässiges Instrument gegen rechts sind. Sie treten nur in Funktion gegen links und dann mit aller Niedertracht»nd Grausamkeit. Ein schlechtes Zeugnis für die Regierung, denn die Tatsachen be- weisen, daß sie die� bewaffnete Macht nicht in der Hand hat» sondern daß sie ein Spielzeug in den Händen der Offiziere ist. Und noch eins: Es ist gelungen, den Flagg enräub er i« der Gestalt eines junge« Burschen festzunehmen. Nach de» „Berliner Tageblatt" soll eine offizielle Erklärung des Polizei' Präsidenten über dle Motive, die den jungen Manu zu dieser Tat trieben, erst nach Verständigung mit dem Auswärtigen Amt er- folgen. Das sieht allzustark nach einer Vertuschung auZ. Wir verlangen, daß die Motive so schnell wie möglich bekanntgegebe« werden, den» wir haben allen Grund zu der Annahme, daß der junge Mann nicht aus freien Stücken gehandelt hat, sondern i» Auftrag von Drahtzreheru. die unter keinen Umständen im Duok-l» bleiben dürfen. Und da» um so mehr, weil diese Drahtzieher die fest« Absicht haben, die Kuodgebuuge» vor der Botsch-tt ,v einer ftSndige« Eiarichtnng zn machen. Die Reaktion rüstet weiter Werbebüros auf de« Berliner Bahnhöfen General v. S e e ck t, Herr Gehler und die anderen Regie- rungsv.ertreter haben auf der Konferenz in�Spaa den Unwissenden gespiel! und im �weinerlichen ToNe versichert, sie wüßten nicht, auf welche Weise die Bewölkerung in den Besitz der vielen Waffen gekommen sei, die in Deutschland noch versteckt gehalten würden. Das war die widerlichste Heuchelei, die man sich denken konnte. Denn erstens einmal steht fest, daß nicht etwa die Bevöllerung in ihrer Gesamtheit Waffen versteckt hält, sondern nur ein be- stimmter Teil: Da» reaktionäre Bürgertum und die Groß- grundbesitzer nebst ihrem ländlichen Anhang. Zweitens ist es eine Tatsache, daß sich die Reaktionäre ihre Waffen nicht aus dem Himmel geholt haben: sie sind ihnen vielmehr von mili- tärischen Dienststellen geliefert worden, und zwar auf Grund eines ganz bestimmten Planes: einmal um die Waffen der Entente nicht abzuliefern, zum anderen, um sich eine mili- tärifche Hilfstruppe zu schaffen, die im Verein mit der Reichswehr den monarchistischen Putsch durchführen soll, sobald die Zeiten dazu wieder reif geworden sind. Dem Reichswehrmini st erium können diese Tatsachen, die längst geschichtlichen Charakter bekommen haben, nicht unbe- kannt geblieben sein. Seit Monaten berichtet die Presse von Waffenschiebungen durch militärische Dienststellen. Die Nachrichten konnten fast immer dokumentarisch belegt werden, wenn das Reichswehrministerium gegen die Schiebungen trotzdem noch nicht eingeschritten ist, so läßt dieses Verhalten nur den einzig richti- gen Schluß offen, daß es die Schiebungen nicht nur billigt, son- dern offen unterstützt. Auch dafür haben wir schon Be- weise erbracht, und wenn es erforderlich fein sollte, werden wir weiteres schwerwiegendes Tatsachenmaterial beizubringen wissen. Für heute nur noch das eine: Die Verschiebung von Waffen und entlassenen Soldaten auf die Euter in Pommern, Branden- bürg und Schlesien gehen mit verschärftem Hochdruck weiter. In den letzten Wochen ist die ganze Niederlausitz insgeheim mit einem starken militärischen Netz überzogen worden. In den Kreisen Guben und Trossen ist das Landvolk bis auf den letzten„zuverlässigen" Mann bewaffnet worden. In Berlin befinden sich auf den Bahnhöfen geheime Werbebureaus. die entlassene Soldaten auf die pommerjchcn und märkischen Euter ver- schieben. Erst am Dienstag hat die Berliner Polizei 22 Mann, die von dem berüchtigten Hauptmann P f e f f e r in Bielefeld angeworben waren, festgehalten und der Kommandantur zuge- führt. In Bielefeld wurden sie militärisch ausgerüstet, mit Militär fahr schein versehen und dann auf das Gut G ü st o w bei Arnswalde in der Neumark, das der- Gräfin Schlieffen gehört, gebracht. Bei der Anwerbung war den Leuten ein Lohn von 13 Mk. und Erstattung aller Auslagen zugesichert worden. Auf dem Gut aber wurde nur eine Entschüdi- gung von 11 Mk. ohne Bekleidung angeboten: so kam es zu Differenzen. Den angeworbenen Mannschaften war gesagt worden, daß auf dem Gut und auch aus den Nachbargütcrn eine Maschinengewehrkompagnie, Infanterie und eine reitende Abteilung zusammengestellt werden solle und daß Hauptmann Pfeffer besonders diejenigen Leute zu haben wünsche, die aus dem Freikorps Lichtschlag stammen. Da eine Verständigung zwischen den Leuten und dem Hauptmann Pfeffer, der gleichfalls auf dem Gut« eingetroffen war, nicht erzielt wurde. zahlte dieser an IS Mann 2000 Mk. aus und händigte ihnen Militärfahrscheine aus mit dem Bemerken,»wir können die Leute ruhig aus Staatskosten looschicken." Daß Mannschaften mit unrechtmäßigen Fahrscheinen im Schnellzug befördert werden, er- klärt sich nur daraus, daß auch anscheinend die Bahnvorsteher mit den Werbeoffizieren in engster Verbindung stehen. Das Werbe- bureau auf dem Stettiner Bahnhof wird von einem Leutnant v. Below geleitet, der auch die gefälschten Fahrschein» ausfüllt und namentlich unterschreibt. Vom Sennelager aus betreibt die Schiebungen z. Z. ein Leutnant namens Schmoer, der eben- falls mit gefälschten Urlaubsscheinen arbeitet. Damit genug für heute. An das Reichswehrministerium ab» richten wir die dffentuche Ansrage: Aus welchen Gründen ist del Hauptmann P s e s s e r, gegen den ein Steckbrief vorliegt bisher noch nicht verhaftet worden? Und weiter: Warum wirb gegen die Offiziere diemitgefälschtenUrlaubsscheine» sthon seit Wochen Soldaten verschieben, also ganz gewöhnlich- B e t r u g e r sind, nicht-,ngeichr,tten? An das Proletariat ab-- ergeht die Aufforderung, auf der Hut zu sein. Das unehrlich« heuchlerische und irreführende Treiben, das die amtlichen Stel' len in der Entwaffnungssrage spielen, läßt nur den Schluß daß über kurz oder lang eine Exekution gegen das Pro' letariat unternommen werden soll. Man wird dort nach Waffen suchen, wo keine vorhanden sind und dabei wieder di- alten Drangsalierungen, wie Schutzhaft. Kappurteile durch Krieg»' gerichte, Erschießungen„auf der Flucht" und dergleichen mehr W reichlichen Matze anzuwenden trachten. Die Reaktionär- aber, die tatsächlich Waffen und Munition aufgestapelt habe« und zwar auf Anweisung militärischer Dienststellen, diese Reaktio- näre wird man von Haussuchungen und dergleichen verschone«, weil die Bewaffnung der Reaktion heute mehr denn je de« Wünschen der abenteuernden Generäle entspricht. Der große Streik in KSnigsberg Der Streik der städtischen Arbeiter in K ö n i g s b e r g. der b-- reits etwa 10 Tage dauert, wird noch immer mit wachsender Kraft fortgesetzt. Er nimmt taglich an Ausdehnung zu indem auä andere Arbeitergruppen teils sich entschliehen. teils hineingezog-« werden. Es befinden sich bereits 20 000 Arbeiter im Aus' stand. Einige Großbetriebe haben die Streikenden fristlo» entlalien. Die Vertreter des Berliner Proletariats habtf- gestern auf der Eeneraloersaminlung unserer Berliner Partei' fcr»a«ilawr'" ��Ssberger Arbeiterschaft ihre Sympathie bekundet.(Siehe auch de» Bericht.) Die Entspannung in Spaa Der Berichterstatter des„Nieuwe Rotterdamfche Courant" m-*' ftinem Blatte aus Spaa unterm 15. Juli: Die Entspailnii«k rlfs rc vollkommen. In den Kreisen der Delegiert-« sind die Gemüter zur Ruhe zurückgekehrt. Von einein Ultimat»� ist letzt nicht mehr die Rede. Selbst der Zwiespalt unter d-« deutschen Vertretern hat aufgehört. Minister Simons � heule abend tn der Villa Millerands zu Besuch. � er auch Lloyd George und seinen Sekretär antraf. Die Herr-« yaben in aller Gemütlichkeit die deutschen Vorschläge besprochen Simons war mit dem Resultat dieser Besprechung sehr zusriedt«' Er crklarie spater, einen angenehmen Empfang gefunden zu hab-� Die beiden Mlnisterprästdenten vermochten die einzelnen Punv- des d-utschen Vorschlages nicht recht zu übersehen, doch war d-- Selretar �loyd Georges bei Mißverständnissen stets behilfl'� 1 v m2 Antwort der Entente soll heute abend um 9 Ü"\ noch dem Vorsitzenden der deutschen Delegation überreicht uierd-«' Simons erklärte jedoch bereits, daß keiner feiner Borschläge diren verworfen werden würde. Die deutsch-italienischen Beziehungen Spaa, 16. Juli. llever die Unterredung, die heute vormittag zwischen R e i minist« r Dr. Simons und dem Grafen Sforza st« saud wird bekannt: Nach den Besprechungen der Kohlensrage u>» den auch die deutsch. italienifchen Haudelvbezi- •rs»»o.g vir oeurliy-italienifchen H a ud e I sv ez''' Hungen unter Einsetzung einer Att schiedsgerichtsahnlichen®c| fahren für die zurückliegenden Streitigkeiten wegen Nichterfüllt™! fc« deutschen Lieferungsverpflichtungen und die Einführung ei« f______ v___ »er oeutjchen Lieferungsverpflichtungen und die Einführung ew gewissen Typenvertrages für künftige Haiidelsverttagsabschl«� ins Auge gefaßt. E» wurde sodann die Frage eines G e b ä n l>« für die deutsch« Botschaft beim Quirinal besprochen. Zu der Frag« der Entsendung eines deutschen Botschafter» näherer Beziehung steht. I Generalversammlung der Bezirkorganisation Berlin-Stadt Zn der gestrigen Generalversammlung der Bezirks- o r g a n i s a t i o n B e r l i n- S t a d t U. S. P. D., erstattete der Vorsitzende, Genosse Bruno K r a u s e, den Geschäftsbericht. Er gedachte einleitend aller Opfer des revolutionären Proletariats im letzten Halbjahr, zu deren Andenken sich die Versammlung von den Plätzen erhob. Er wies auf die durch die Umstellung der K Wahlkreisorganisationen neu geschaffene Organisationsform und auf die Schwierigkeiten hin, die dieser Umorganisterung im Wege standen. Er machte weiter darauf aufmerksam, daß durch die Schaffung Eroh-Berlins sich eine erneute Umorganisterung nötig mache. Krause gedachte auch der Differenzen zwischen E s- werkschasten und Räten und sprach die Hoffnung aus, daß es hier zu einer befriedigenden Lösung kommen möge. Er erinnerte an den Leipziger Parteitag, dessen Stellung zur Jnter- nationale, an die Zanuaroorgänge vor dem Reichstag, an den Kapp-Putsch und schilderte die Haltung der Berliner Partei- genosten zu all diesen Dingen. Redner fordert wiederholt, daß die Zwistigkeiten und Differenzen der einzelnen Organisaiioncn endlich aufhören. Die Reichstagswahlen und die Ctadtverordnetenwahlen beleuchtete der Redner ini Vergleich zu den Nationaloer>ammlllngswahlen und gedachte des großen Erfolges unserer Partei. Mit einen� nochmaligen Appell an die Einigkeit, an die Duldsamkeit in den eigenen Reihen, schloß Eenoste Krause seine Ausführungen. Genosse Herbst erstattete darauf den Kassenbericht, der auch gedruckt vorlag. An Einnahmen für Beitragsmarken im Halbjahr Oktober 1319 bis April 1929 waren vorhanden 184".36,29 Mark, an allgemeinen Einnahmen 49 163,61 Mark, so daß sich also eine Eesamteinnahme von 233 319,81 Mark ergibt. Diesen Ein- nahmen stehen 169 934,99 Mark allgemeine und 18 313,13 Mark Verwaltungsausgaben gegenüber, insgesamt 187 367,22 Mark Aus- gaben. Es bleibt demnach ein Bestand von 73 952,39 Marl. Durch die Wahlen ist dieser Bestand aber weitaus aufgebraucht. «s bestehen für die Verbandskasse noch 159 999 Mark Schulden aus der Wahlbewegung. Herbst tritt energisch für die Weiterzah- lung des doppelten Beitrages ein. Für das Berichtshalbjahr ist eine Mitaliederzunahme von 11 999 zu konstatieren. In der Diskussion wünschte der Genosse Kuno in der Frage der Beitragserhöhung Urabstimmung. Genosse K l e i n s ch m i d t verbreitete stch besonders über die von Krause berührte Differenz- punkte innerhalb der Partei, Er warf den Gewerkschaften vor, daß ste dem Aktionsprogramm der Partei zumindest eine eigen- artige Auslegung geben. Redner beklagte stch heftig über die Teilnahmslosigkeit der Parteimitglieder, die es mit sich brachte, daß nicht nur die Kommissionen innerhalb der Parteiorganisation n�t besetzt wurden, sondern auch die städtischen K o m m i s- Ii o n e n die uns osfen stehen. Er machte auch der Geschäftsleitung den Vorwurf, daß ste nicht immer auf dem Posten gewesen sei und klagt erneut die„Freiheit" an. daß sie über Sowjet-Rußland v)cht genügend unterrichte. Genosse Landa stimmt im wesent- nchen den Ausführungen Krauses zu und verlangt die Schulung der Mitglieder. Er übt an der Berichterstattung der„Freiheit" über die Konferenz in Spaa scharfe Kritik, ebenfalls an der Hal- mnq der Zentralleitung in dieser Sache. Genosse Rosenberg wünscht erfolgreichere Propaganda, sozialistische Schulung und weist darauf hin. daß große Teile der Parteimitglieder immer noch den Religionsgemeinschaften angehören und die Minder dem Religionsunterricht zuführen. Der Richtungsgegensatz owijchen den Jungen und Alten müsse ausgefochtcn werden. Ec- V c t lj g e weist darauf hin, daß die Genossen ihre Frauen if. Dochter mehr zur Partei bringen müssen. Diskussion über den Geschäftsbericht wurde hiermit ge- Ci-kll?' Namen der Revisoren bat Genosse T es chke um gAr.?! n für den Kassierer. Genosse Krause stellte in seinem Iii'-nV rc* uochmals fest, daß nur die Einigkeit den Sieg ver- die uosse H e r b st trat in seinem Schlußwort nochmals für sie,., �elle Beitragsleistung ein. Die Entlastung für den Kas- � wurde einstimmig beschlossen. bis J'�orst and s wähl regte Genosse Kleinschmidt an, zu izTf Organisation für Groß-Berlin die alte Eeschäftsleitung Anti-nn QJ f 6 n- Dieser Anregung wurde zugestimmt. Ein wurde H�usagitation in großem Umfange vorzunehmen. jjd.,s�0"üenommen und die Ausfuhrung der Eeschäftsleitung liifcr..- n-..Genosse Weyer machte ins einzelne gehende Aus- ctonn i,c,l.ü6er die Landagitation, Genosse Schindler kommiir"'�ben. Ein dahingehender Antrag, überall Sonder- m°n ra en für die Landagitation einzusetzen, wurde angenom- d-'ue Sympathieerklärung für die Königsberger ftreikeride an lür•. wurde angenommen. Genosse Reu mann regte vigst die Preßkommission, soweit sie bis jetzt gewählt ist, *>a die Haltung der„Freiheit" genügend Ee- litnik??».-- 0' ss� mit ihr zu beschäftigen. Dies sagte die Ee- irsi W. m"0, 3U' Genosse Weise nahm Angriffe, die er in einer r ü rf x Versammlung gegen den Genossen E l a j u s richtete, z u- S rf- n r h et, inzwischen Aufklärung erhalten bat. Genosse fübrnnV.» v1- ri'n diesem Zusammenhange ebenfalls kurze Aus- boin V0?' gegen die persönlichen Perunglimvfungen inner- schlossern richten. Damit wurde die Versammlung ge- Die Volksabstimmung in Weftpreutzen »��sspreußen wird uuS geschrieben: n.it in den Teilbezirken Ost. und W-flprenßenZ hat ttebcrrnfA1 üherwältigend großen Erfolg Deutschlands geendet. n r b- 1!„'ss das für Kenner de» Ostens nicht, denn die g a n z e börtaket» n.7!-.��d ö lkerun g. ohne Unterschied der Partei, uge- heil, dag x?. für Denftchiand gestimmt. Damit ist die alte Wahr- der mens»?«!* Bedingungen die stärkste Triebfeder in Masuren unx? O/Wsschast sind, wieder einmal glänzend bestätigt. der uiateriormi??. Landarbeiter wissen sicher von Marx und aber handelte.« �lchichtSou'sassung nicht?. Bei der Abstimmung zehntelang stnhi..-' hätten sie dessen Forschuugsergebmsse fahr- Erundlaaen Ware e?«ur nach de» fogenannten.völkischen' Zahle» erhalten�"«*' f" hält« Teutschland nicht entfernt so hohe den polnischen Pole» und Masuren wollen eben nicht in dort noch schlechter°k>nx�.�"7. f1*. wisse« ganz genau, daß sie es In dieser Sinsicke» al? in Deutschland. meinden. NaN�L'«if>tsch ist daS Verhalten der Grenzge- Unter dem unmittelbaren Deutschtum hier am schwächsten. von der Greuze des se,i.„"İ0>'gSnnterricht. der den Bewohnern sie deutsch.' Me Kg" �»«t«! wird, stimmten preußens z. B. befindet sick.��"waßen kompakte Polenzahl Ost- unmittelbarer Nähe der Erc�e �ner Landkre.se. also nicht rn VeffaMer�F�>cn8�ertr�g?L Frage nach Revision deZ drei Teile zerrissen worden. Äg N�urch hn m lickes Gebiet und durch Gren,pfSm.°�'? wirtschc�tlich ern einheit- richren. wo seit Jahrhunderten ft-t� e,�anten und drüben Geschäft?- und Familien»-� x � nicht an. ohne die ganze geht d-m polnische» Korridor leiden d��.ll's� stark. Die Polen haben bisher nicht die VcenfriA» � Gebiete sehr die ihnen der Bersailler Bertrag auferlegr nach Danzta kostet b-isPt-lSw-ise det veA«?« �«ab. dem Fahrpreise noch eine P a ß g c b ü h r v on tOO �art til in deutscher Währung zu eutrichten sind. Daß damit�er abgedrosselt ist, braucht nicht erst betont zu werden" � Der Freistaat Tan, ig ist ein lebensunfähiges Etaatenaebilde E- wacht gegenwärtig eine überaus schlimme wirtschaftliche$risis dura, In der �tadt Danzig befinden sich zurzeit etwa 19 990 Prole- tarier, meist Familienväter, ohne Arbeit. Dabei zählt der ganze Freistaat etwa 389 999 Einwohner lock, tn S r s! geht daraus hervor, daß in Danzig ein r-irbeilee mii 7r99 bi- 8999 Mark JahreseiukommeA pro Jahr etwa 1099 Mark mehr Steuern zu zahlen hat, als m Dcutschlaud. Die Grenze zwischen dem Freistaat und Dcutschkand geht in Marienburg mitten durch die Sradr und trennt Kalthof, einen Stadtteil, von Maricnburg ab. Im Norden ists ähnlich. Zcyer und Jungfer, zwei große Dörfer im Nogatdclta, gravitieren wirischastlich nach Elbiug hin, in dessen Nähe sie liegen. Ohne Rücksicht darauf ist Jungfer z» Tanzig ge- schlage». In Zcyer läuft die Grenze durchs Dorf. Der Teil auf dem rechten Flußufer ist deutsch, der auf dem linken frciftaatlich. Aehnliche Fälle staatsrechtlichen Blödsinns könnten dutzendweise aufgezählt werden; auch aus den a» Pole» gefallenen Gebieten. Besonders schlimm daran sind hier die mit schwäbischen Bauern besiedelte Culmer Niederung und die Stadl Graudenz. Auch die Polen leiden unter der wirlschasllichen Zerrissenheit WestprcußenS und der Vergewaltigung durch die Warschauer Jmperalisteu derart, daß es bereits wiederholt zu Unruhen gekommen ist. Eine Volks- abstimmung in Westpreußen ist das mindeste, worauf die Bevölkerung Anspruch hat. Eine solche Bewegung war im polnischen West- preußen bereits vor der Abstimmung im Gange. Durck den Ausfall des II. Juli hat sie neue Nahrung erhallen. Für uns Unabhängige Sozialdemokraten liegt keine Veranlassung vor, dem berechtigten Streben der wcstpreußischcu Bevölkerung»ach Selbstgestaltung ihres Geschicks entgegcnziilrcten, denn die heutigen Zustände sind in der Tal nngaitbar. Das Stahlbad Die Pariser Kommission für Untersuchung der Resultate des Weitkri s hat nunmehr über ihre Arbeiteu eine absckließende Statistik vorbereitet, aus der„Nieuwe Rotterdamschc Courant' einige Schlußzahlcn veröffentlicht. Die zehn am Weltkriege betei- ligten Länder zählten im Jahre 19!3 rund 499 Millionen Ein- wohner, deren Zahl sich unter normalen Verhältnissen bis zum Jahre llltg auf 424,4 Millionen vermehrt haben würde. In Wirk- Uchkeit aber hatten sie bis 13 ig um 11 Millionen abgenommen. Insgesamt beträgt also der Kriegsoerlnst 85,4 Millionen Köpfe, welcher sich folgendermaßen verteilt: 9 323 990 Personen sind im Kriege gefallen, 3 399 999 starben infolge von Blockade und Infektionskrankheiten, 29 230 999 wurden infolge des Geburtenrückganges während des Kriege? nicht ge- boren. Von 79 Millionen Deutschen sind 2099999 gefallen, 799 999 starben infolge der Aiockade und Kraukhettc», 3,6 Millionen kommen auf den Geburtenrückgang. Das französische Kriegs- Ministerium machte bekannt, daß Frankreich im Kriege 1338 872 Mann verloren habe, unter ihnen sind 361 854 als vormißt ge- meldet, die man auch als verloren annehmen kann. Entsprechend diesen furchtbaren Opfern, die der Menschheit durch den Weltkrieg auferlegt wurden, sind die materiellen Verluste. Sic lassen sich auch nicht annähernd in Zahlen ausdrücken. Nur das eine steht fest: Daß die Menschhcitskultur auf Jahr- zehnte zurückgeworfen worden ist. Die Schmiergelder bei der Neichs- gemüsesteAe Wie ein kürzlich'stattgcfnndcner Prozeß ergeben hat, hat der Pro- kurist Plate von der Neichsgemüsestelle unter Ausnutzung seiner Stellung Beziehungen zu einer Versicherungsgesellschaft zur Erlangung von Schmiergeldern in Höhe von l1/, Millionen Mark benutzt. Da er als Kriegsteilnehmer amnestiert ist, ist er noch in ungestörtem Besitz dieser Summen, um die er das Reich geschädigt hat. Auf eine Eingabe des Vereins gegen das Bestechungs- wesen. die den Rcichsernährungsmiuistcr darauf hinweist, daß der Rcichsfiskus die ungeschmälerte Herausgabe der Schmiergelder auf Grund der§Z 667, 673 des Bürgerl.«Gesetzbuches im Wege der Zivilklage fordern könne, hat der Relchsernährun>gsminister die fosorlige Prüfung zugesagt und dem Berei» milgeteitt:„Für den Hinweis auf die Rcchisprechung sage ich verbindlichsten Dank. Ich teile durchaus die dortige Auffassung, daß es das Rechts- empfinden weiter Volkskreise verletzen muß, wenn der Kaufmann Plate im ungestörten Besitz der von ihm empfangenen Schmier- gclder verbleibt, und bitte überzeugt zu sein, daß hier nichts un- versucht gelassen wird, um diese Beträge der Allgemeinheit zuzu- führen.' Der Wortlaut dieser Antwort kann keine Befriedigung auslösen da er nicht tu Aussicht stellt, daß sofort die Klage gegen Plate ein- gereicht wird. Hoffentlich holt der Rcichsernährungsmiuistcr dicS sofort nach, da er sich sonst sicherlich heftigen Angriffen aussetzen durste. Die kapitalistische Kultur Zn einer Ereifswalder Zeitung fanden wir folgendes Inserat: Arbeiter Ereifswalds! Ich bitte um Eure Hülfe, nicht in Form von Eewaltmaß- nahmen, sondern in der Wahrung gesetzlicher Vorschriften zur Durchführung� gerechter, sozialer Maßnahmen. Noch immer leiden unzahlige kranke Kinder unseres Volkes in schauerlicher Werse darunter, daß wir Aerzte ihnen nicht gcnügend Milch, Sahne, Butter zukommen lassen können. Seht Euch solche Kin- der m meiner Klinik an und dann schickt Eure Ver- t r e t c r einmal nach Binz a. Rügen! Dort werdet Ihr sehen, w-- Hunderte von fetten Weibern sich im sogenannten Familien- vad halb nackt em Sande rekeln und dann in großer Toilette SJir r i'66'S Restaurants zu 3 Mk. pro Portio» echte In:,, At M Ich habe es mit eigenen Augen gesehen! otjs,' daß täglich Hunderte von Litern r- J. r? r'"- i,en Bädern zur Herstellung von !!i5ik 0 J-" c verwendet und den feisten Weibern, meist I udücyer Rasse, zugute kommen, während Tausende von Kin- oern unseres armen deutschen Volkes sterben und verderben t.,cttc.r' f�ht Euch selbst einmal diesen Zustand an! !?.?„ n- Eurer Vertreter die Reisekosten aus -asche zu ersetzen. Dann protestiert mit mir bei Euren v!ttn o£1Vx?C0ieiuuB' die Ihr gewählt habt und helft mit. dag diesen Zustanden ein Ende gemacht wird! Geh. Rat Prof. Römer. Der Zustand, den der Ereifswalder Professor in seinem Inserat genjelt, ist in der Tat himmelschreiend. Aber er ist nicht nur in Binz vorzufinden, sondern in allen Städten und Gauen, wo sich Leute zusammenfinden, die durch den Krieg dick verdienten und sich deshalb alle Wohlgenüsse gestatten können, ohne Rücksicht auf das Elend ihrer Mitmenschen, für die der Krieg kein sprudelnder Erwerbsquell war. Und es ist daher auch völlig verfehlt, das Cchlemmerlcben nur der jüdischen Rasse zuzuschreiben, denn auch die reinsten Arier verschmähen es nicht, sich an volle Tafeln zu setzen. Für diesen Zustand ist also nur ein System verantwortlich zu machen: das kapitalistische. Wer dem Elend zu- leibe rücken will, muß dieses System ausrotten! Die AberschichLen Im Wergbau Bedingungen der Angestellten Der Reichsvcrband Deutscher Bergbau-Ange- stellten«Lrterte auf seinem Bezirkstag w Gelsenkirchen auch dl- Frage derUeberarbeil im'Bergbau eingehend. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Wir knüpfen an ein weiteres«erfahren von Ueberschichten folgende B e- d i u g u n g e n: 1. Freilassung des Uoberschichteugeldes von jeglicher B e st e u ern n g, 2. Ueberweisung eines gewissen Betrages aus dem Verkaufspreis der Kohlen an die Knapp schaftzkasse zwecks Ausbesserung der kläglichen Petisione». 3, Sich-rsiellung einer besseren Ernährung, insbesondere bessere Aelieferiiug mit gesundheitlich einwandfreiem Brot. Mit dieser Entschließung befinden wir uns tn vollster Ueberetnstimmung mit den Ber« arbeitern und knüpfe» hieran die feste Ertvartmig, an ma gebender Stelle gehört zu werden. tmd Mitieldeutschllmb Berlin» IL. Juli. Zwischen den Arbeitgeber- und Arbeiter« vcrdänden des mitteldeutschen Brau» kohle»borg«' b a u s haben schon in der letzten Zeit Einigungsverhavdlnngen stattgefunden, bei denen bisher eine Einigung über die Er- böhung des Kinder- und Hausstandsgeldes erzielt werden konnte. I» der gestern im Reichsarbeitsministerium bis in die späten Abend- stunden, währenden Verhandlung wurde über die L e b e n s m i t t e l» Versorgung und Lohnerhöhung im Braunkohlenbergbau weiter verhandelt. Die Verhandlung, in der eine wesentliche Klärung der Lage erzielt werden konnte, wurde aus Montag ver- tagt und wird in Halle unter Leitung eines Referenten dcS Reichsarbeitsministeriums fortgesetzt werden. Die Verhandlungen über Wiederaufnahme der Arbeit in Golpa und Zschorucwitz. die durch den Regierungs- Präsidenten v. Gersdorff tu Bitterfeld erfolgreich eingeleitet worden find, gehen heute weiter. Sie haben gleichfalls bereits zu einer Einigung über wesentliche Streitpunkte geführt, so daß ein günstiges Ergebnis für den weitereu Verlauf der Bechandlnngen erhofft werden kann. Vermehrung der Arbeitslosigkeit Aus dem Reichsarbeitsministerium wird mitgeteilt, daß die Zahl der unter st ützten Erwerbslosen im Reiche, wie das infolge der ungünstigen wirtschaftlichen Lage zu erwarten war, weiter gewachsen ist. Nach den amtlichen Feststellungen betrug die Zahl der männlichen Erwerbslosen am 1. Juli 233 618. die der'weiblichen Erwerbslosen 78 373, also insgesamt 312 191, gegen 296 183 am 13. Juni und 279 673 am 1. Juni. Zu den eigentlichen Erwerbslosen kommen 283 793 Familien an- gehörige, die als Zuschlagsempfänger unterstützt werden. Die Gesamtzahl der unlerstützten Erwerbslosen entspricht etwa dem Stande vom 12. April d. I. Abschlüsse in der Kohlenindustrie Bei verschiedenen Gelegenheiten konnten wir darauf hinweisen, daß die Pretspotitik der gemeinwirtschaftlichen Selbstverwaltungs- körper zwar die Interessen des ganzen Volkes schwer schädigt, den tn diesen Organisationen verbundenen Werken aber ausgezeichnet bekommt. Der Abschluß der„Rybuiker Steinkohlen- Gewerkschaft' ist ein weiterer Beweis für die Berechtigung unserer Behauptungen. Bei einer Erzeugung, die an Steinkohlen um etwa 49 Proz. an Briketts um 69 Proz. geringer ist als die des Jahres 1313, ist der Reingewinn fast viermal so groß als im vorhergehenden Jahre. Er beträgt 4 327 634 Mk. gegen 1 117 932 Mk., obwohl die vorgenommene» Abschreibunge» bereits wesentlich höher sind als bei dem zum Vergleich angezogenen Abschluß des Jahres 1318. Während die Löhne der Arbeiter im Verhältnis zu den Kosten eingeschränktester Existenz sich fortgesetzt verringern, wird hier mit Genehmigung der Regierung eine Preis- Politik getrieben, die den Unternehmer» wachsende Gewinne, der Allgemeinheit aber steigende Lasten verschafft. » Die Juniproduktion de» Rnhrgebiets ist verhältnismäßig bedeutend gewesen. ES sind in diesem Monat fast 7'/? Mill. Tonne» gefördert worden, sodaß stch für das erste Halbjahr ein Gesamt- ergebnis von 41 Mill. Tonnen zeigt. Die tägliche Produktionsziffer im Juni ist infolge der zahlreichen, vorfahrenen Ueberschichten nur unwesentlich geringer als die des JahreS 1314. Für das ganze Halbjahr beträgt die Differenz etwa 89 v. H. gegenüber 1314. während das PluS gegen das vergangene Jahr nunmehr bereits 19 Mill. Tonne» im Ruhnevier erreicht hat. Sechs Wochen klerikaler Schulstreik Aus Westdeutschland wird uuS geschrieben: Am 1. Juni sind in der überwiegend polnisch-katholischen Industriestadt Herne bei Bochum mehrere Tausend katholische Schulknaben auf Weisung ihrer Eltern in den Schulstreik getreten, weil diese durch die Geistlichkeit aufgehetzt waren gegen drei Lehrer, die der katholischen Kirche angehörten, aber aus Grund des Rechtes, das ihnen die Vcrfaffung gab, die E r t e i l n n g konfessionell- religiösen Unterrichtes ablehnten. Dieser Streik gegen die Verfassung und mit dem Ziel der Entfernung der drei Lehrer von den katholischen Schulen, hat jetzt sein Ende gesunden durch eine Entscheidung des preußischen Kultusministers, des Rechts- sozialistcu H ä n i s ch, die eine glatte Kapitulation vor den Klerikalen bedeutet. Obwohl Herr Hänisch zugeben muß: „Zu irgendeinem disziplinarem Vorgehen gegen die betreffenden Lehrer liegt keinerlei Veranlassung vor�— werden die Lehrer aus ihren Aemtern entfernt. Staatsmännisch, wie Herr Hänisch im Alter nach revolutionärer Jugendzeit geworden ist, versucht er seine Haltung allerdings klug zu verschleiern, ohne aber die Oeffentlichkeit täuschen zu können. Als Trost für die Lehrer, deren Rechte Herr Hänisch mit denen der sonst so geheiligten Verfassung vernet— weil es ihm an Mut fehlte, gegen die Machtansprüche der klerikalen aufzutreten— ver- fügte er:„Es werden in Herue sofort Schulklasscn errichtet, in deucn solche Kinder, wenn irgend angängig desselben Jahrganges, zu vereinigen sind, die auf Wunsch, der Eltern am ReligionS- Unterricht nicht teilnehmen. Diese Schulklassen sind mit möglichster Beschleunigung zum vollen Schulsystem auszubauen. Die beteiligten Lehrer übernehmen diese Klassen al? Klassenlehrer. Zu den mit der Errichtung dieser Klaffen notwendigen vorarbeiten sind die in Frage kommenden Lehrer selbst im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung unter Befreiung jeder andere» Tätigkeit sofort heranzuziehen.' Bescheidene Leute werde« die Errichtung solcher Schmklaffen erfreulich finden. Wir vermögen aber nicht zn übersehen, daß sie lediglich ein Verlegenheitsprodukt sind, dazu bestimmt, nicht eine berechtigte Forderung zu erfüllen, souderu nur Herrn Hänisch aus der Klemme zu helfen. Unter falscher Flagge An den Anschlagsäulen prangt wiederum, wie bereits vor Wochen, ein riesengroßes Plakat, das sich die Aufgabo stellt, der städtische» Bevölkerung klar zu mache», daß die Landwirte bei den jetzigen Preisen nur ein schlechtes Auskommen haben, da« an den LebcnSmittelnöten nur die Zwangswirtschaft«nd die staatlichen und städtischen Behörden die Schuld haben. Im Gegensatz zu dem letzten Plakat ist das jetzige nicht anonym, es trägtzahlrelche Unterschriften nebst BerufSangaben. angebttch zum Beweise dafür, daß es sich um eine Kundgebung der.�andwirlschafmchen Arbeiter handelt. Aber wenn nicht bereits die Tatsache stutzig machen würde, daß landmirlschastliche Arbeiter doch kaum soviel Geld haben, um ei u so großes und teures Plakat anschlagen zu lassen, so zeigt auch eine genaue Prüfong der BerufSangaben. daß es sich durchaus nicht »ni landwirtschaftliche Arbeiter, sondern zum größten Teil um Handwerker usw. handelt. Sic versicher», daß dieses Piakat ohne Kenntnis der lcuidwirtschafllicheu Unternehmer abgefaßt und ange- schlagen werde. Man wird uns gestatten müssen, auch in diese Angabe einige Zweifel zu setzen-. Auf den Inhalt des Plakats einzugehen, hat nicht viel Wert. Ihre Verfasser zu überzeuge», daß ihr Standpunkt unrichtig ist, ist kaum erfolgversprecheud. Unnötig aber dürste cS sein, der städtischen Bevölkerung, die die Not tagtäglich am eigenen Körper verspürt, darüber zu belehren, daß hier ein Spiel mit Worten getrieben wird, mit der Absich», die städiilchcu Verbraucher den agrarischen Jnter- essen dienstbar zu machen. Die Verfasser deS Plakats versteigeu sich zu der Behauptung, ihn- n seien Güter, auf denen Getreide zmück- gehalten werde, mcht bekannt. Wenn daS der Fall ist. so zeigen ste nur, daß sie die landwirtschaftlichen Verhältnisse viel weniger icnuen. x f Jntx? U liehen tagtäglich aus allen Gegenden des Reiches glaubwürdige Mitteilungen zu. die angeben, daß ins- besondere uugedroscheneS Gelretde noch in erheblichen Mengen auf 4?! J,nl)CL � J'N übrigen hat ja auch der t?üe W � dies« Tatsache im Reichs. WM-Lose, ZW U Ziehttttg schon Theater und Vergnügungen Volksbühne 7>>. Uhr: Bruder Martin MeFledema« Srsszes Sch«lspielhM Karlstraßc 7'/? Uhr: L-iststrirta. («.«bl-ilvn«, IV. MrRd) Sirrhtion! 9Hc; A-inHardt DeMes Ttzesler 8 Uhr: SVeib und Hamp-l«a«» KiMieiWele »n�.m AoldlkK. «(eines CW?pieya«z 7V- Uhr: BUchse it«? Pnnd»»« Theater des MDs •]£ Uhr: 9tr Stahrncatar Dirrhlion S-r! Melxh-rd< And. Strnauet Thratcr i. D. MMM Sirahe t Geständnis Kmödielttzeus S U. vi» Reles ie die MädehsnMlt i PeMer TlMr ®ct lrtztr üBatsrc. Mma- Theater (Bahnhof Friedrichftraße) Allabendlich 8 Uhr: Der große Erfolg Ms höhere m*n von Hermann Sudermenn. De? SMeasried Mdm-Wüter (Lindtdahn IannswihvrS»-) Allah-nd'.lch 7H', Uhr: Des große Erfolg M«MWs Äv Der Wte Mf Sieue WÄL Stfcctrr am jlotthufer Tor , Elite»Sänger A Täglich 7V5 Uhr || Gastspiel der(Drigtnal Leipziger HW Fritz-Weber- Jl i? Sänger. Vororrt-uf 11— IV, n.<-e Uhr 10 Lose sortiert 36 M?. BoeienlMülilisrlerlÄ� Landsberger Dllee 76/77 (direkt am Äingbahnhof). Arnold Scholz Hasenheide 108—114 «! U 1 Täglich Konzer! unb Vorstcilung Dienstags, Mittwochs, DonnerLtags u.(sonntags >»»» Greste? Dall. mmmm DisKasseekttcheist tägl« geöffn, Anfang wochentags 6 Uhr, Sonntag« 4 Uhr. SiMs SpereRithMS Dir-hw? Jcali Krrn Silo ländlich 7>/, Uhr- W«7gtZ Bennalel'« ««izrÄistijch.?d�iisil!ch.BiW B-rher: Prinzessin Friedl. Apollo- Tho«rter Friedrichs--!.-IIS ?! Allab-üdlich 711 (2 Sonntags S'/a u.• j' LllLderlreffiches Miete-PrsMM! Täglich! Bei Liegen im Saal! Beginn des 2. Meistekringer-MWeiis nm Preise von IL 000 SHü. � ff Weltmeister des-I ff 1 Q SiiAgsportes llj haben sich gemeldet. Unter anderen: Hintze, Welt- mciftxr; Georg Stre n g e, Welt- meifter; Tompson, Neger» Champion-Westindicn.; H itfer». Meisterringer-Baizern usw. Vordein: Grost�s Konzert isnJ» VarietssBorsteLtZNg So ntttagsu. Donnerstags BriCcni s Fenerrv srk WULnsochs von 3 Uhr ab Familien- und Kinderfeste mit Geschenk- Verteilung. Anfang des Konzerts und der Vorstellung Sonntags 4 Uhr, Ä>ochentaes �/,7 Uhr. Die Siingkanrpfe beginnen um %9 Uhr pLnliUich. Dampser,Gxtra- 1 Fahrten ab Teispitz(t�9 Krambenbyrs MaaMlak-Mgltpkgövks I-d-r Srnvil-ff-.i-l> Mitta-och S iZlff. 3tbcn Soi'itlafl 8 V, mtb 2 Uhr: "Ä ub>n£T AtiWÄsGsz-WMrswr! ZtCrJomrT(Äg') 1(KL- M. BelohMg b-miraigtn, her mir nachwriit, ' oo mttr. Zlsdcrhoot g-dli-bcn 1 ist, g-z-ichn-« L.ai» H-itt. -pich-lsdorf, iu-tzerl>«i» ei»- S-drenni L. H. /,«MW M j WWs SHM? iinb SM Iii I MWn SthMr mß Gsethe je SSSSetteu stark.gutgebmldcr. Nur 3 Mk. (Porto extra) SMWkW-MM Kann LrosemWii,(viiannisste. 4 ITorä-s» 1062t* und alle Bedarfs-»rtikel preiswert. Preis!. 101 1 franks Foto-Industrie Berlin 48, Frledrichftr. lt. m aeid m; für jede Wertsache. Höchste j Ankaufspreise s. Pfandscheine,! Brillanten, Goldgegenstände, Teppiche, BLcher, ulm. Wolfs, Friedrichstr. 41!ll, EckcKochstr.* jenen SsrSerode� " Sonderansebot von Mk. Anz»o@f Paletots, fCataway» mit geatreittef Hosp� f u-ö.tie Auswahl, besonder, prelawert. Teüzahiung gestanetl MOJZES'y Lothringer Str. 67 Ctofeni M Tel, Korben 31«. KupferM Messing 3.60 SlaS, Blei, Iian D1e$al Onoallbenflr.) 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Waxstr. 1? 9'• Sachse, Liudower Str. 26 1v.. Mertens, Dernauer Str. 82 , FrUfch, Drontheimer Str. 4 12. Norden: Nmtivich, Liuienstr. 195 13.„ Carus, Voltaftr. 37 14. Charlotte nbnrg: Golbshaus, Rofiuenstr.A 15. EöpsnilÄ: Fuchs, Dahnhofsir. 44 1«. Neukölln: Hentfchcl, Boddinftr. 58 17. Siemensstadt: Müller, Märkischer Steitz 18. Rosenthal: Feind. Am Bahnhof IS. Leget: Lehnhardt» Berliner Str. 84 20. Trepton»: Koch, Heidelberger Str. 80-81 21. Wildau: Eafiuo, Schmartzkopjfstr. am Sonntag, den 18. Juli 1920 in der Zeit von 10—1 Uhr Friedriehohage«: Twws, Friedrichstr. lÄ Lichtenberg: Schulz, Scharnwebev», Ec»< Mehrere füiBerlinerStrahe, Generals-Viertel und Antoniestratze »erlangt znm t. Ai-gnst SMiRGMM Remickendorf-Weft SchiNiugftratzc A. Osten: Rott, Straßmann Str. 29 ?iten: Späth, Georgenkirch-»Str. 65 Siidosten: Peczeles. Retchenberger Str. 86 Süden: Blenklc, SchSnlein-, EcllcBoppstr. �oremttUn: Tiefe cm aaw, Waldenfcr Str.lS West««: Wiemer. Bülowstr. 58 Norden: Wieding. Hennigsdorfer Str. 13 , /zastrow, Ackersir. 10Z » Mecklenburg. Raoeuästr. 6 _»® lief cht, Kopenhagener Str. 74 3«««, Bismarcksir. 20 Vanm,chulenmeg: Boges. Daumfchulen- strafte 14 «harlottenburg: Bolkshous. Rostnenstr.3 »opeuick: Kaftner» Kaiserin Augusia-Vik- L-nia-Str. 2v 37. 36. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. ■46. 47. Kronprinzen-Str. g Neukölln: Ideal-Klause, Mareschstr. 14-1» , RückHeim, Berg-, Ecke Lahnftr. Ntariendorf, Streiter. Mariend. Ebaussee»» OberschLneweide: Strohdach, Wilhelm» nenhos-Str. 18 Dankorv: Schmidt, Flora-, Ecke Gärschst� Neinickendor-f-West:JuHeudheim,Schar0� webersttrafte. Spandau: Steinmetz, Bismarcksir. 10 Steglitz: Henke, Flensburger Str. 7 Weiftensee: Wasche, Berliner Allee 251 Weidniannslnst: Schweizerhans, Dianas Strafte 25-26 «w Montag, den 19. Juli 1920 in der Zeit von 2-S Uhe ! 85. Hohenschil»l,anse»; Marquardt, B-rlulS Straße 83 48. Osten: Rastn, Gubcurr Straße 19 Ä".» Höhr, Stralauer Allee 47 5D. sujosteu: Hellmuth.»SrliKer Straße 5S 5" IS?'«: Winter,«ilterftr. 117 :>2. Siidmesten: Topp. Alte Aalrobstr. l �» Soärrr. Gieeifenauftr. 30 51. jRarbnestea: Kaiser. Sogkowukqstr. 34 fh''„."_ Sturz. Huttenste. 9 oü. StorbeR:«ialllowodi. Seestr. 62 2l'" Hummel, Sophienstr. 5 53.■ Doms. Schlrgelftr. 9 59.» Sudechi,©trichtftr. 71 «0.,«lluner. Schwedter Straße S »1.« Lenchner,«chirstr. 119 «2.» Knapp, Grllnthaler Straß« 8 03. ffriröena«: Tanz, Holsteinische Straße 12 64. H-selh-rst-vart-nftttr, Lehmann 86. Marienfelde: Ilrbant, ltnpertplaß 7 87. SlntküBn: Pichntch, Ockcrstr. 5 68., Ärch, Heidelberger Straße* 83. LderschSnerpeide: Pamp, Milhelmine»' hof-Straß- 43 ,, 7». iTl ein irk df..Uve jt: Mi-Ihe, Sich dorn str.<- 71. Siemenastadt: stant, Siemens-, Eche HNist straße � <2. Schönebers t Obst, Marti» Luther-Str.« 73. Spandau: Wind, Pichclsdorfer Straße o 74.» öiohlfchmidt, NcueudorferStr.� 75.» Zur letzte» Minu�: Bahnhsft straß« 2 78. Scrnpclliaf: DLrgcrgarten, Berliner©trotz*» cm Bahnhof. Wühle« Ks«« nur derjenize, der die 23. Woche geklebt hat, fi-r Sonnabend; Sonntag ist nur derjenige wahlberechtigt, bor di« Zt. Woche klebe« lieh. � Nr. 282 Beilage zur„Freiheit" «IT Sonnabend, 17. Juli 1920 Verbandstag desFabrikarbeiter- verbandes Hannover, 1-1. Juli. Es lyird i» die Abstimmung der Anträge eingetreten. Auge- lommcii wird der zweite Abschnitt eines Anirages Franksurt >l. M. niit fvlgendcm Wortlaut! Die Bestrebungen, die Tätigkeit der Kewerkschasien in der sozia- Ilsierlen Produktion auszuschalten oder für überflüssig zu erklären. müssen im Interesse der Arbeiterschaft bekämpft werden. Es ist im Cegentci! festzustellen, dag eine geordnete Produktion ini sozialisierten Betriebe überhaupt erst durch die Aiit Wirkung der mewerkschaften als Anwalt der dorr beschäftigten Arbeiter mög- li-y ist. Prep beantragte die Zustimmung der Versammlung zum Ein- iritl in den„Bund der sozialen Baubetriebe'' mit einer Einlage »on amOW M. Diesem Antrage wurde zugestimmt. Die beantragte S t r e i k u n t e r st ü tz u n g für das Lauter- werk wurde abgelehnt. Eine Aesolution des Kenossen R e i m a n n, die sich gegen die weneralrommisfion der Eewcrtschaften, den Vorstand des Fabrik- orbeiteroerbandes und die Redaktion des„Proletarier" richtete, wurde in namc.itlicher Abstimmung mit Lü? gegen 13K Stimmen abgelehnt. Dagegen wurde ein B e r t r a u e n s vo t u ni für b e n B o r st a n d angenommen. Auf Antrag der Revisionskommission wurde dem Vdrstand Eni- «astung erteilt. Nach längeren Ausführungen von Krofimann-Hannover, über „Fabrikarbeiteroerband und Zndtistrieveebönde" mit anschließender Debatte, wurde nachstehende Resolution ange- do innren! »Der l.?. ordentliche Verbandstag des Verbandes der Fabrik- arbeiter Deutschlands erneuert den im Jahre IbtL auf dem Dresdener Verbandstag einstinimig gefaßten Beschluß, der die Veiriebsorgaiiisation im Rahmsn der Industrieverbändc als er- Itrebenswerte Organisalionsform anerkennt. Tie sich aus der wirtschaftlichen Entwicklung eiwa ergebenden Aenderungen der Organisalionsform und des Zusammenwirkens der Gewerkschaften rnüsseir getragen sein von dem Bestreben, den Inroressen der Arbeiterschaft in höherem Maße zu dienen und sie >n gemeinschaftlicher Arbeit zu fördern. Notwendig werdende Neundgrenzungen der Organisationsgebiete dürfen nur erfolgen unter Verständigung der beteiligten Organisationen. Der Verbandstag weist daher alle Bestrebungen zurück, die darauf gerichtet sind, kleinere oder größere Teile unseres Orga- »isationsgebietes für neu zu errichtende Jndustrieverbände ohne uiiser Einverständnis in Anspruch zu nehmen, oder diesen Ver- bänden einzuverleiben. Er verpflichtet den Vorstand, die Funk- tionärc und Mitglieder des Verbandes, unser Organisations- ltebiei mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen unberufene und willkürliche Eingriffe zu verteidigen." Eine Entschließung des Kenosien Reimann zu diesem Thema wurde abgelehnt, angenommen jedoch der folgende Antrag der -daylstelke Frankfurt a. M.! Der Verbandstag beschließt, dein nächsten Gewerkschafts- «ongreß folgenden Antrag vorzulegen! »Die Voraussetzungen für die Beibehaltung der sachlichen oder beruflichen Gliederung der geweclschastlichen Organisa- 'Ionen sind durch die fortschreitende Zentralisiernng der Warenproduktion in einheitlichen Großbetrieben, durch die Abhängig- kcit der Lohnhöhe voll allgemeinen und für j»dcn Arbeiter ' zutreffenden PreisverlMtnissen" auf dem Gebfetc fJi n'fbenshaltung und durch dir praktische Auswirkung des -/..kiebsrätegefetzes immer mehr geschwunden. Die den Gewe'rk- .".?u obliegende Erledigung wirtschaftlicher Fragen wird von Mgstkzierte» Berufsverhältnissen nur noch in ganz- geringem .„issjP beeinflußt und kann nur iin Rahmen der allgemeinen �hmaitlichen Verhältnisse erledigt werden. f TP k.ochliche oder berufliche Gliederung ver gewerkschaftlichen triff•'on bindert die Arbeiterschaft innerhalb eines Bc- p'r ,* i» der bestmöglichen Ausnützung ihrer Aklionskrafl bei 7-sbibcwegungen sowohl im Angriff wie in Abwehr. Die Vor- in i* Cr lachlichen Gliederung wiegen bei weitem nicht mehr lihwer wie die Nachteile ihrer praktischen Auswirkung. ."aejichts dieser veränderten Sachlage beschließt der Kcwerk- apastskongreß die Umgestaltung der Berufs- oder Industrie- zur einheitlichen Vetriebsorganisationsform und »..Ä'�agt eine Kommission von 21 Personen mit der sofortigen uistellung eines detaillierten Planes. Insbesondere hat diese �omintisio,, die Zujammenfasiung verwandter Berufe in große. mungsiöhige �Betriebsorganifationen unter bestmöglichster euaprung der Interessen der einzelnen Betriebsgruppeg vor-« T �reiten und weiterhin eine Zuteilung.der gesamten vor- oinmenden Betriebsarten in die geeigneten Organisationen vor- zunepmen. Die konkrete« Borschläge dieser Komnnssion werden unverzüglich dem Ausschuß des Allgemeiner! Gewe-rkschafts- bundes und der Vorstände-Konferenz zur Prüfung und Billigung der technischen Durchführung unterbreitet. Die Arbeiten der Kommission sind si) zu beschleunigen, daß ihr fertiger Plan spätestens am f. Januar Istül dem Ausschuß des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes zugeht, so daß die Umgruppierung der Ge- werkschaften spätestens am l. Januar 1922 oollendei ist." Verbandstag der Buch- und GteindrueKerei-HUfsarbeiter ü. VerhAndlungsiag. F i n d e w i r t h Chemnitz verteidigt den Hanvtvorftand. Rc o r i ß- Berlin legt Verwahrung dagegen ein. daß der Geschäftsbericht den Delegierten erst auf vom Verbandstag vorgelegt worden ist. Eingehend spricht er über den Reichstarif und-weift Puchers Vorwürfe, daß die Berliner die Schuld an dem Scheitern des Reichstariss tragen, energisch zurück. Er weist nach, daß Pucher, seit er Vorsitzender ist. f-els gegen Berlin gearbeitet hat. Im Interesse des Verbandes müßic den Wünschen der Opposition Rechnung getragen werden. Bell- Köln»erieidigt den Haupt vorstand und die Gauleiter in Sachen des Ausschlusses von Marx und Kruscrei und wendet sich unter dem Beifall der Rechten gegen die Opposition. K r a a s- Berlin tritt dem Vorredner entgegen und geht aus die Verleumdungen ein. die gegen die Opposition in Hamburg und Berlin verbreitet werden. Die Opposition berufe ihre Ver- fammlungen öffetiilich ein, die Gegenseite verlange aber die Vorzeigung der Mitgliedsbücher der S. P. D. Die Arbeitsgemein- fchaftcn hätten der Arbeiterschaft leine Vorteile gebracht, lediglich das Unternehmertum habe riesige Profite eingesteckt. Die Opposition führe den Kampf weiter gegen die Harmonicduselei und Bureaukratie und lasse sich nicht das Recht nehmen in allen Arten anftlärend aufzutreten. Hornkc(Gauleiter), vertrat die Ansicht, daß sich die Berliner nur von ihrem Parleifiandpunkt leiten ließen, dos habe sich bei ihren Wahlen usw. gezeigt. ® ehrend(Gauleiter) verteidigte sich gegen Angriffe gegenüber seiner Person und verlangt, daß eine Kommission eingesetzt wird, die die Anklagen untersuchen soll. Graßmann(Gew.-Bunds beschäftigt sich ausführlich mit der Opposition und meint, daß die neuen Mitglieder durch ihr Auf- treten abgestoßen würden. Bezüglich der Kriegspolitik der Ge- werkschaften meint er. daß die Opposition längst widerlegte Vor- würfe vorbringe. Der Redner führte weiter aus. daß er früher Tarifgegenor gewesen sei und durch Erfahrungen ein warmer Befürworter dieser geworden wäre. Die Arbeitsgemeinschaften seien nur ein Mittel zum Zweck. Sie wären eine Quelle von Insor- mationen. Das Betriebsrätegesetz genüge keinem, weder rechts noch links. Es sei der unvollkommene Ausdruck unvollkommener Verhältnisse. Was das Endziel anbetreffe, befänden keine Mei- nungsverschiedenheiten, nur über das Tempo wären verschiedene Auffassungen vorhanden. Beide Strömungen müßten etwas nach- geben, ehe es zu spät wäre. Schulze, der Redakteur verteidigte sich im Schlußwort gegen seine Kritiker, lebhaft durcl, die Opposition unterbrochen. R i ch t i g st e l l u n g! Nicht Gloth und Hermann wurden zu Vorsitzenden des Verbandstages gewählt, sondern Pucher und Gloth. .................. GeWerkschKftliches ck-MW'->»«-ll, mtm TkV'r m'i Für den v- Uhr-Ladenschluß Die letzte Warnung. � Zu einer imposanten D e m o» st r a t i o n hatte gestern der Z e u t r a l v e r b a n d der A n g c st e l l t e n. gemeinschaftlich mit dem Transportarbcitcrvervand. die Angestellten und Arbeiter im Einzelhandel ausgerufen. Nach 8 Uhr abends kamen i mLuftgarten die großen Züge anmarschiert, die an< verschiedenen Stellen der Stadt formiert wurden. Auf vielen Tafeln unb Stau- darten wurde die Forderung nach dem Uhr".„Wic hungern nach Licht, Lnfi und Sonne",„Wir wollen Zeit für unsere Familie und um uns zu bilden", war auf den Tafeln zu lesen. Die Demon- stration sollte zum'Ausdruck bringe», daß die im Einzelhandel Beschäftigten entschlossen sind, sich die eine Stunde freier Tageszeit unter allen Umständen zu e r k ä m p f e n. Im Lustgarten sprachen von verschiedenen Stellen die Genossen Vollmaier Wille und andere Redner des Zentraloer- bandes, die zum Ausdruck brachten, daß, falls weitere Demonftra- tionen für den ii Uhr-Schluß notwendig werden sollten, diese n i ch t mehr nach Schluß der Arbeitszeit stattsinden werden. Arbeiter und Angestellte kämpfen gemeinsam für die gleiche Ocvrderung� die Gewerkschaftstommission als die Vertretung' de-» Gesamtarbeiterschaft Berlins, hat diese Forderung seit einem Jahr unterstützt.' Der Kampf wird nicht eher ruhen, bis das Ziel erreicht ist..Unter großer Begeisterung wurde folgende Rcso» l u t i o n einstimmig angenommen! „Da es den kausmänuischen und gewerblichen Angestellten de» Einzelhandels Groß-Berli» bisher trotz aller Verhandlungen nickt möglich war, den tz llhr-L>,dcnschluß durckMjetzen, erklären sie hier« mit, daß sie nicht eher ruhen und rasten werden, bis sie dies» Forderung i» die Tat umgesetzt haben. Auch die An» gestellten des Einzelhandels motle« an den Errungenschaften de» Kultur Anteil haben und ihren Geist weiterbilden. Die überaus niedrigen Gehälter sind Beraillassung, paß die Angestellten de» Einzelhandels besonders unter der Teuerung zu leiden haben uni» am Rande ihrer Kräfte angelangt sinp. Lange genug haben sie geschwiegen, au; die Einsicht ihrer Ülrbeitgebei* und der Behörden gerechnet. Jetzt aber ist ihre Geduld zu Ende! Sie betrachten diese Demonstration als letzte Warnung an die maßgebeiidei! Stellen. Sollte sie nngehört verhallen, so ver- pflichten sich die Versammelten, bei passendei, Gelegenheiten in geeigneter Weise bis zur Erreich»ng des Zieles einzutreten. Des kaufende Publikum wird aufgefordert, dem berechtig teil Verlangen der Angestellten des Einzelhandels Rechnungzu tragen und feineEin« niufe vor 0 Uhr z u besorge», um so den reaktiv- uärenUllternehmerndieAnsredezu nehmen, daß sie ihre Geschäfte nur ans Rücksicht auf das Publikum o j f e u h a l t e n." Mit einbrechender Dunkelheit marschierten die Züge wieder zum Alexanderplatz, wo sie sich in Ruhe auslösten. Aus der Praxis des Demobilmachungsliommiffars. In einem Streitfall aus dem Holzgewerbe wurde eine Firma vom Echlichtungsausjchuß Groß-Berlin verurteilt, an die zuunrecht .entlassenen 18 Arbeiter Entschädigung zu zahlen und auch alle 18 wieder einzustellen. Ae Antragsteller begründeten ihren Anspruch auf den 8" und, § 84 des Betriebsrätegsfetzes. Demzufolge entschied auch die Spruch- kainmer des Schlichtungsausschuffes und zwar mit Recht, denn Kb-l- Abs. 4 sagt!„Wenn die Kündigung sich als eine unbillige, nicht durch das Verhalten des Arbeitnehmers oder durch die Verhältnisse des Betriebes bedingte Härte darstellt". Nach dem Erlaß des Dcmobilmachungskommisiars in der Rum- iiier 19 der Mitteilungen des Schlichtungsansschusses sind Urteile. die sich aus dem 8 94 des Betricbsrätegesetzes ergeben, endgültig und unterliegen keiner Nachprüfung durch irgendein anderes Ge- richt. Es ist dann nur ein Antrag an das Amtsgericht, bei dem der Arbeitgeber zuständig ist. ans Vollstreckbarkcit des Urteils zu stellen und das Urleil mit der Bollstreckungsklausel zu versehen. Gleichzeitig muß auch die Nollstreckung des Urteils bcantragr werden. Wäre das Urteil erfolgt unter Berücksichtigung oder Anziehung der Verordnung vom 12. 2. 29, so würde die Bestätigung durch den Demobiliilachungskominissar zu erfolgen haben., Dies die Rechtslage. Da aber in der Urteilsbegründung ausdrücklich der 8 84 Abf. 4 des Betriebsrätegesetzes angezogen wurde, war somit das Urteil endgültig. Dem Arbeitgeber wurde ausdrücklich nach der Urteils- fäilung gesagt, daß jeder Einspruch hinfällig ist. Der Beklagte erhob desien ungeachtet Einspruch beim Demobil- machungskommissar und hatte den Erfolg, eine erneute Verhand-, luna zustande zu bringen.„' Der Demoliilmachungskommisiar stützt und leitet feine Zuständig- keit zu Vcrbindlichkeitserllärung her. auf Feststellungen, die ein Beauftragter des Demobilmachungskommissars machte, und entnimmt diesen Feststellungen, daß infolge der schlechten Finanzlage Entlassungen vorgenoinmen werden könnten, jedoch ein Verstoß gegen die Perordnung vom 12. 2. 29 vorliegt. Die Arbeiter er- brachten folgenden Beweis! Die Firma vergibt an zwei Firmen Arbeiten, die im Betrieb hergestellt werden können, auch stnd an- gefangene Arbeiten der Entlasienen nach den anderen Firmen ge- bracht, um fertiggestellt zu werden. Daraus ergibt sich, daß die Verhältnisse des Betriebes die Entlasstingen nicht rechtfertigt, und somit der 8 94 dos Betriebsrätegesetzes vom Schlichtungsausfchuy zu Recht bei der Urteilsfprcchung angewendet wurde. Warum dies geschrieben wird'? Der Rechercheur des Demobilmachungskommissars ist leider nur angewiesen auf die Lohnbücher und die von der Firma vorge- legten Abbestellungen. Daraus ist es unmöglich, sich ein klares Bild über die Vermögenslage sowie weitere Beschäftigungsmög- lichkeiten zu bilden. Es ist nun folgende Frage offen!_. Kann der Demobilmachungslommisiar ein endgültiges� Urterl des Schlichtungsansschusies ignorieren und kann eine Prüfung durch den Deiiiobilmachungskommisiar stattsinden, oder besteht da? Urteil des Schlichtnngsausschusses zu Recht? Die schwere Stunde U] Roman von Victor Panin ik.,?!'sn sagt er„du". Die erste Zeit war es mir peinlich. zu Mir- m"0'C"""zureden, aber einmal sagte er so einfach f'"re doch auf. wahrhaftig, siehst du denn nicht, daß wie kann �Zenn es einer ist, so heißt es eben„du") hörnten fein? Oder solltest du nockifden Ee- Auf d meincm Lücken sehen?"- f eine)' auiian�ch� iost er die allerverwickelsten Fragen mit erklärliche Klarheit) die Hauptsache aber ist diese un da schmeiat're U0n diesem Menschen ausgeht. Er sitzt großen dunkelt �icht und die ganze Zeit- lächeln seine hier aar nirfil"en Augen, obwohl der Ausdruck„lächeln" scheint es mir i!unuötä®en" ich aufmerksam hinschaue, "ich! und dieses L\rf\(lußeu entströmt ein weiches, freudiges erscheint sein AntUa,§* firi' Q1,i sein ganzes Gesicht. Dann auch wenn die Auof. �"d"nd hört nicht auf zu strahlen, St?ow e ne' Ä? abschlössen sind. Ich fühle, daß dieser wirkt so daß ich unwils»"��° nuf mid) 09 unwiderstehlich b.„„'„(i„i6„t'mir und 'Z'ä tL::s,rv � 1°«.-.1.-i. mlt m-" durchsetzt, deren Sinn einem nicht spräche, 7sich selbst. � m,0ern berührt er in Ee- "kao"'et gesehen, Guter Mensch?" frage ich ihn. - �0, toer)icf)t benu iiicfjtg9. Lebensmittelkalender BerN». In der Woche vom 1« bis 25 Juli 1020. werden auf die Rcich-flM karte bezirksweise 250 Er. Irländisches Frischfleisch oder 200 vir. amerikanisä»� Speck ausgegeben. Bis»u ein fünftel der>ckochenmenge ist wie üblich auf langen der Schlächter in Wurst zu entnehmen. Geschäftliches Die Firma Reyher und Behrens empfiehlt im Inseratenteil ift Mittel gegen das stark grasftercnde Ungeziefer und die dara«- resultierende» Krankheitserscheinungen. Verantwortlich für die Redaktian: Lea Liebschllti, Friedenau, wörtlich für den„ L u d« i g K° m- r i n e r, Karlsh� V.'lagsg.»osienlch-��«.hc�, Wanzen und Motten nebst Brut vernichtet radikal Erhältlich In Apotheken. Drogerien nnd einschläg. GeschDen. Pfeffferol Hersteller: Apotheker Otto Wanzentod,... ü Fl. 3.TS, 5.50, 9 und 11 M. Mottentod.......•• in Beuteln ä 75 Pf Kopf- und Haarwasser gegen Lause.. Fl. 4 und S M. Pgrastten-Liniment geg. Körper, u. Kleiderläuse Fl. 4 u.« M. Tricresol-Pudcr gegen Flühe.-■■••... 3 SEfi. 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Shagschnitt 100 und 50 Gramm-Packung MM im Preis WstzW Verlangen Sie schriftliche Offerte oder Vertreterbesuch Soeben erschien, hrrau-gegeben vomWestcuropälfthcn Sekretariat der Kommunistischen Internationale sin ft_ Kommission Fronckes Vcrlaz, Leipzigs Nr 1» EN i H Set JcllätaBS" die»der- : MM des MmliiAms 2 Inhalt: I. In welchem Sinne kann man non der Intcr-! nationalen Bedeutung der russischen Acvolntion sprechen.! II Eine der Hauptbedingungen des Holges der Bob � schewiki. III. Di- wichtigsten Etappen in der Geschichte! des Bolschewismus. IV Im Kampfe mit welchen Feinden innerhalb der Arbeiterbewegung ist der Bot' l schcwismus aufgewachsen, erstarkt»nd.gestichit worden/\ V. Der.radikale- Äommunlsmus in. Deutschland. VI. Sollen Revolutioniiee in rcakteonaren Gewerb- schaftsvcrdiinden arbeiten? VN. Musi man sich an den bürgerlichen Parlamenten deterlrgen? Vlll..oteiner-- lei Kompromisse-. IX. D-r.radikale» Kommunismus in England. X. Einige Schlusifolgerungen...... i Anhang: Die Spallung der den: sche» Kommunisten.! — Die Kommunisten und die Unebbbngigen In Deutsch»' land.— Turati in Italien.— Falsche Schlüsse aus> richtigen Voraussetzungen.............. 3u beziehen durch alle Buchhandlungen. Preis Mk. 4.—.billige Aus gäbe Mk.2.50. Anpestellte gesucht! Laut Beschluß der Seneraloersammlung vom 5. Juli werden für ll ausscheidende Angestellte der Verwaltungsstelle Berlin hiermit Reubewerbungen ausgesegeteben. Es werben benötigt: . für die Abteilung Prüfung der Abrechnung. 1 Kollege Verrechnung..... 4 Kollegen Erp-dirlon....... Kolleatn Erw-ebnl-s-nkass.... l Kollege Erwerbslosenauszahlung. 1 Kollea- Kartothek....... Kolleae Zur B-rst-irkung unserer Jngendabteilunz wird ein zweiter LZZKDneissks'etsi' ÄÄÄ 2u-°ndb-w.gung.-ed. Kollegen, die schreibgewandt, gute Redinee n.r, oe..«..., »n° �wollİch-''. esnenbSnn,■' Jahr'. Michlledn find, u>oll-n ihre eigenhändig gescheteben« B-w-rdung bis Montag, den 2. August mo ri frliArn mu"»«"älnOAStr V4'c®n:Iin- Linlrnftraße 83.85 «,?8sÄ Nr, S �J UNQ'' Bewerbungen sind nur �?bleUung. für die sie erfolgen. be. Deutschen SN.toll.rb.iter-V.rband _____ Ortsucrreoltunn Berlin. "AS'Zi®rV0h»ttt für Geschlechts.. hartnäibige Harnleiden, Ausschlag,°neri>. schwäche.«e�n Lo'ss jnnb. S-Ivae,-»-Kuren. Blutnn.-rsuchung-n. Im X un" p2F. Leser senior Ä'�rSÄ001' e-i. Nur Rosenthaler Str. 63-70?°»™T.pät*i Rossmhaler Flntr. labarili Franz 0. f ranzen Wörselen-Aachan Schöneberger Straße 8 Fernspr.- Lützow 524« und Kurfürst 9041 ♦ Spezialbe�astcligi!�.sSa C ttlp Haut- and Cieüchlecttt.sleiden � IM A CSF et# invalidenstr. 147 ■ I. Etaae, Ecke Bergatr. Kostenlose Untersuchung und Beratung über sachgemässe Behandlung Hprevhistnodoii M) l» u. 4-8. lO-lii Speziai-ESehandlSaina Frauenleiden, hartnSchigr Harnle!den7?l�?c0l'öo�n!n»' gel. Hcllarrstalt„leOSer, MUtiZStr. 9 nahe Alezander-Platz, 9.1, 4-8. Sonnt. 10,12, Damen, immer seo. WM! ßr hie„Freiheit"! MMWMMMWWWU «st !! 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