ges ZE ung PRO VER PETR**** TH 439 4 tije end test bels 100 be DR об Be Bis Des Leit De Ray bet Dea Des bes Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10,-m. im norans zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 m. Für Bost bezug nehmen fämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Desterreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 m. zuzüglich Valuta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Desterreich 30,- m. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9. Mittwoch, den 21. Juli 1920 Nummer 289.. rbend Mus Die achtgespaltene Nonpareillezelle oder deren Raum koftet 5,- M. cinsaneflich Tenerungszuschlag. Kleine Anzeigen; Pas fettgedruckte Wort 2,-M., jetes meitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen lant Tarif. 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Die Motive hierzu mochten zum Teil in der vom Präste benten Loebe angeführten Tatsache liegen, daß die Einberufung des Reichswirtschaftsrates zur Entgegennahme des Spaa- Berichts bereits auf Donnerstag ohne Kenntnis des Präsidiums erfolgt war und auf diese Weise alle außerhalb des Reichstags stehenden Körperschaften und das durch auch die Deffentlichkeit längst vorher zu Spaa Stellung nehmen fönnten, als dies der zuständigen höchsten Vertretung, dem Reichstag, möglich gewesen wäre. So etablierte fich der Auswärtige Ausschuß denn als Reichstags- Ersag", und in der Tat wurde ein Antrag der U. S. P.- Bertretung auf fofortige oder baldmöglichste Einberufung des Reichstags abgelehnt, wobei selbst ein rechtssozialistischer Vertreter die bureautratifchen Bedenten ob des raschen Tempos einer vorgerückten Einberufung unterstüßen zu sollen glaubte. Der Außenminister hat im übrigen die Herausgabe etnes deutschen Weißbuches über die Berhand Iungen in Spaa für die Mitglieder des Reichstages ange fündigt. Aber eine Einschränkung hatte die Oeffentlichkeit dennoch erfahren dadurch, daß gegen den alleinigen Widerspruch unserer Fraktion beschlossen wurde, daß für Einzelausfüh rungen von Ministern und Abgeordneten, auf deren Wunsch Geheimhaltung beschlossen werden sollte! Die Ausführungen, die Außenminister Simons alsdann in etwa halbstündigem Vortrag machte, gingen allerdings faum über den Rahmen dessen hinaus, was bereits durch die Zeitungen, und besonders durch Simons gestrigen Vortrag an die Pressevertreter bekannt geworden war. Nach furzer Schilderung der Schwierigkeiten, die man schon äußerlich der deutschen Delegation durch die weit erntfernt vom Orte gelegenen Wohnungen und die dadurch bedingte Behinde rung des Verkehrs mit der Presse gemacht, dadurch, daß man nur einen einzigen, obendrein von der belgischen Behörde kontrollierten Draht zum Verkehr mit der Heimat hatte usw., und der unliebsamen Zusammenstöße der Deutschen mit belgischen Chanvinisten, gab er einen furzen Abriß über den Berlauf der Berhandlungen. Er erklärte die Schwierigkeiten für die deutsche Delegation, größere Erleichterungen zu erwirken, damit, daß die Antierten durch die vorausgegangenen Unterhandlungen unter fich gebunden waren, wobei er das wichtige Moment hervorhob, daß entgegen ihres früheren Standpunttes inzwischen die Altierten sich dem Wunsche der Franzosen hinsichtlich des Einmarsches in deutsches Gebiet gefügt hatten. Bei der bereits im Hauptausschuß behandelten Frage der Entwaffnung war der Hinweis von Außenminister Simon charakteristisch, daß insbesondere die Forderung auf fofortige Räumung der besetzten Zone undurchführbar gewesen wäre, weil sich in diesen Gebieten die bürgerliche Bevölkerung sehr beunruhigt gezeigt und bei sofortiger Räumung eine große Flucht der Bevölkerung zu erwarten gewesen wäre! 3eigt sich nicht wieder mal der heldenhafte deutsche Spießbürger in Reinfultur? Mehr als das Erreichte in der Militärfrage set nicht durchzusetzen gewesen und die Delegation glaubt deswegen einen Ab bruch der Verhandlungen und damit einen Verzicht auf die Erreichung von Erleichterungen auf wirtschaftlichem Gebiet nicht ver antworten zu können. sich mit den standen, bei der Umbildung des Militärs wünschen fie eine zum Schutz gegen innere Unruhen von Elementen unpolitischer Art" und Plünderungen aufgestellte Schuhtruppe. Das Auftreten von Stinnes mißbilligen sie und fordern die Sozialisierung der Bergwerte. Der Vertreter der U. S. P., Genosse Le debour, forderte die Regierung zur Neußerung darüber auf, ob es richtig sei, daß ausgerechnet Stinnes noch einmal versucht habe, die Zerstörung der französischen Gruben durch militärische Gründe zu rechtfertigen und noch obendrein erklärte, das Abkommen ablehnen und ruhig den Einmarsch in Kauf nehmen zu sollen. Die Regierung müsse öffentlich das Tischtuch zwischen sich und Stinnes zerschneiden. Die Arbeitsfähig und Freudigkeit tönne nur erreicht werden durch die Sozialisierung der Bergwerke, der die anderen Industrien zu folgen hätten, die ungeheuerlichen, die Gesamtheit schädigenden Schieberprattiken zwängen dazu. Eine Verlängerung der Arbeitszeit der Bergleute sei ausgeschlossen. Hinsichtlich der Entwaffnungsfrage stellte Ledebour im Laufe seiner Kritit an Simons die Frage, ob er in der Tat die Bemerkung Lloyd Georges gegenüber gemacht habe, worin er auf bie Nieberwerfung des Kommune- Aufstandes 1871 unter Unterftigung der Deutschen als Beispiel für die heutige umgekehrte Situation Deutschland gegenüber verwiesen hatte. Simons mußte die schon wesentliche Abschwächung bestätigen. Rührend war die Frage, die der Deutschnationale Helfferich für das fchwer getroffene Boff an den Tag legte. Diese Herren brin gen es fertig, fich den Anschein zu geben, als hätten sie nicht den geringsten Anteil an der ungeheuren Schuld, die sie selbst durch ihre verbrecherische Kriegspolitit auf sich geladen. Die meisten ber aus diesem bebrüdten Herzen sich entspringenden Gorgen, die fich im wesentlichen natürlich auf die Militärfrage und die der drohen ben Strafbefegung erftredten, fonnten indessen durch Minister Simons Ausführungen widerlegt werden. In seinen Schlußbemerkungen wies zunächst Simons nach, daß bei teiner Unterschriftsleistung irgendwie eine Anerkennung des Besehungsrechtes der Alliierten durch Deutschland abzuleiten fei. Darüber hinaus aber gab er die heute in der Presse bereits veröffentlichte deutsche Neutralitätserklärung Polen und Sowjetrußland gegenüber befannt und erklärte die dieser Erklärung zugrunde liegende Absicht der Regierung dahin, daß außer der Respektierung der deutschen Grenze durch Russen und Polen damit, die Ab= lehnung jeglichen Waffen- und Truppentransports durch Deutschland seitens der Alliierten ausgesprochen sein soll. Des weiteren sei eine Note durch den Vertreter beim Wiedergutmachungsausschuß den Alliierten übergeben wor den mit dem Ersuchen, angesichts der während der polnischrussischen Kampfhandlungen an die deutsche Grenze die Berstärkung der deutschen Truppenmacht an der Ostgrenze nicht als Verlegung der Waffenbestimmungen, sondern als Maßregel zum Schutz der deutschen Grenze zu betrachten. Diese Note und eine weitere etwas dunkel gehaltene Bemertung Simons, wonach er auf die Ereignisse der nächsten Monate und deren Einwirkung auf die Stimmung der Alliierten hinsichtlich der Entwaffnungsfrage spekuliert, wird unser Vertreter in der heutigen Fortsetzung der AusSprache zum Anlaß nehmen müssen, um die Regierung zu einem flaren Aussprechen ihrer militäri schen Absichten sowohl nach außen, wie aber besonders im Innern zu zwingen. Ist die Konzentration des internationalen Kapitals auch mit den bisher„ feindlichen Brüdern" schon so weit gedichen? Seine Mitteilungen zur Kohlenfrage bedten Die englische Antwort an Rußland der Presse gemachten;" der Entschluß der Delegation, vom urSprünglich als Aeußerstes bezeichneten Quantum von 1,1 Millionen Tonnen bis zu 2 Millionen Tonnen monatlich heraufzugehen, wurde durch berechtigte 3weifel an der Richtigkeit der von den ,, Sachverständigen"( a la Stinnes fann das wundern?) benannten Ziffern ermöglicht, die eine Verschiebung erfahren tönn ten, noch eine stärkere Seranziehung der Brauntohle, speziell aber durch eine energischere Bekämpfung der Kohlenschie bungen, die sich danach auf sehr erhebliche Mengen bezogen und worüber wohl der Regierung genauere Meldungen vorgelegen haben müssen.( Darüber hätte ja Herr Stinnes am besten nähere Mustunft erteilen tönnen!) Sein in Deutschland Aufsehen eregendes Hineinwerfen der oberschlesischen Frage in die Debatte, erklärt Simons damit, daß ihm zu Ohren gekommen, deß in Altiertentreisen die oberschlesische Frage sehr verschiedene Beurteilung erfahre, da man in den Polen teine geeigneten Vertreter der Gruben erblicke. Resumierend will Simons als einen Erfolg im gewöhnlichen Sinne Spaa nicht buchen, doch sei nunmehr ein besserer Verkehr, einer von Gleichen zu Gleichen, angebahnt. Eine schwere Last aber sei dem deutschen Bolte aufgebürdet. London, 20. Juli. Reuter erfährt: Die englische Antwort an Rußland wird heute abend abgesandt werden. Die Antwort Tschitscherins wird als sehr zweibentig angesehen. Man wünscht feht endgültige Erklärungen zu erhalten. Wenn die Volschewisten in Polen eindringen, so werden die Verhandlungen über die Aufnahme der Handelsbeziehungen abgebrochen werden. Die Antwort Moskaus wird verheimlicht Amsterdam, 21. Juli. Der Unterstaatssekretär des Aeußern Harmsworth antwortete auf Anfragen im Unterhaus: Die Regierung von Finnland, Litauen und Lettland hatten die Einladungen zur Teil. nahme an der Friedenstonferenz in London ab gelehnt Die englische Regierung habe bisher mit General Wrangel über Waffenstilstand feine Besprechungen gehabt. De russische Räteregierung habe auf die Einladung geantwortet, da aber noch Verhandlungen im Gange feien, werde es nicht flir In der Debatte tamen zunächst nur drei Vertreter zum Wort, die der S. P. D., der U. S. P. und der Deutschnationalen. minenswert erachtet, die Antwort von Moskau fofort zu verDie Rechtssozialisten, für die Ed. Bernstein sprach, öffentlihen. Die englische Regierung beabfidige die ganze Korwaren im großen ganzen mit der Haftung der Regierung einverrespondenz über diese Frage sobald wie möglich bekanntzugeben. Von Richard Müller Um diese Frage handelt es sich bei dem gegenwärtigen Kampf um die Betriebsräte. Das nochmals zu betonen, halte ich für notwendig, nachdem der Beschluß der Berliner Parteifunktionäre, für eine selbständige Betriebsräteorganisation einzutreten, im Lager der U. S. P. D.- Gewerkschafter starken Unwillen erregt hat und einem difer Genossen Veranlassung gab, aus seiner stillen Gewertschaftsstube" herauszutreten um öffentlich einige Fragen an mich zu stellen. Die Eroberung der politischen Macht ist unsere nächste Aufgabe. Jede Maßnahme die wir treffen, jede Aftion die wir führen, jede Wahlschlacht die wir schlagen, jede Arbeit die wir tun, muß danach orientiert sein. Mehr und mehr müssen wir unsere Kräfte und Fähigkeiten auf den Kampi um die Eroberung der politischen Macht tonzentrieren. Die Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse ist die Vorbedingung für die Verwirklichung des Sozialismus." Mit diesen Worten begründete der Genosse Crispien das Aktionsprogramm unserer Partei, welches ausspricht, daß nur die proletarische Revolution den Kapitalismus überwinden, den Sozialismus verwirklichen und damit die Befreiung der Arbeiterklasse durchführen kann... ,, Der Kampf um die Eroberung der politischen Macht muß geführt werden von der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, die rüdhaltlos auf dem Boden des revolutionären Sozialismus steht, den Gewerkschaften, die sich zum unverfälschten Klassentampf he tennen und zu Kampforganisationen der sozialen Revolution umzugestalten find, und des revolutionären Rätes fystems, das die Arbeiter zum revolutionären Handeln zusammenfaßt. Die U. S. P. D. unterstützt alle Be strebungen, die Räte organisation schon vo! der Eroberung der politischen Machtalspro. fetarische Kampforganisation für den Go zialismus auszubauen und in ihr alle Hand- und Kopfarbeiter zusammen zu fassen, sie zu schulen für die Dis tatur des Proletariats." Die Betriebsräte müssen sofort und mit aller Energie geschaffen werden, als Kampfmittel, als Organe zur Schu lung und als Vorarbeit für den Sozialismus. Durch die Betriebsräte schafft sich das sozialistisch- revolutionäre Prole. tariat revolutionäre Kaders, in die die Masse der Kopf- und Handarbeiter aufgenommen und für den Klassenkampf in Bewegung gesetzt werden." Diese Begründung des Aktionsprogramms, wie auch der flare Wortlaut desselben, dürfte m. E. feinen Zweifel über die Stellung unserer Partei zu den Betriebsräten auslommen Tassen. Und doch ist das der Fall. Der Genosse R. fragt mich: ,, Wo in aller Welt steht in unserem Aktionsprogramm etwas von dem selbständigen Aufbau einer Betriebsräte. organisation? Wer hat überhaupt bei der Formu lierung unseres Aktionsprogramms an die jetzigen Betriebs räte gedacht?" Diese Fragestellung t nur möglich, menn man die soziale Revolution als eine Frage der Organisation ansieht. Hat uns der Verlauf der sozialen Revolution ge lehrt, daß wir Betriebsräte als Kampfmittel, als Organe zur Schulung und als Vorarbeit für den Sozialismus schaffen müssen, dann löst sich die organisatorische Frage von selbst. Sie darf auch hier nicht Selbstzwed, sondern nur Mittel zum 3wed sein. Dasselbe trifft zu bei der zweiten Frage. Wohl hat man bei der Schaffung des Aktionsprogramms an die jezigen Betriebsräte gedacht. Mit aller Deutlichkeit hat der Genosse Crispien ausgesprochen, daß unser Räteſyſtem nichts gemein haben fann mit den Betriebsräten der Natio nalversammlung, daß die Räteorganisation sich entwickeln muß auf dem urwüchigen Boden der Revolution als revo lutionär- unabhängige Organisation, frei geschaffen aus der Machtvollkommenheit der Arbeiterklasse. dann Diese Ausführungen fönnten unsere Gewerkschafter in ihrem Kampfe gegen die selbständige Betriebsräseorganisa tion als Beweis für die Richtigkeit ihrer Anschauung benutzen. Zieht man aber die in der Ueberschrift aufgeworfene Frage in Betracht, und das ist das Entscheidende muß man zu einem anderen Ergebnis kommen. Wir stehen mitten in der sozialen Revolution. Diese ist nicht abgeschlossen, sondern wirkt sich zu immer schärferen Klassenfämpfen aus. Um der sozialen Revolution einen Damm entgegenzusehen, und den kapitalistischen Wiederaufbau zu ermöglichen, schaffte sich die kapitalistische Gesellschaft unter Mitwirkung der Rechtssozialisten das Gesetz über Betriebsräte. Das Gesetz soll das unmöglich machen, was wir als revolutionäre Gozialisten als notwendig erkannt und in unserem Aktionspro gramm niedergelegt haben. Unsere Gewerkschafter sagen: das Gesetz bringt uns nicht die Betriebsräbe, die unser Aftions programm fordert. Das zweifellos richtig. Jedem Ge werkschafter muß aber doch klar sein, daß es im Betriebe nicht zweierlei Betriebsräte geben fann. Wenn durch gesetzliche Maßnahmen Betriebsräte geschaffen werden, dann ist es unsere Aufgabe, die Betriebsräte zu dem zu machen, was sie nach unserer politischen eberzeugung join müßten. Das mußte bereits bei der Wahl der Betriebsräte versucht werden und muß jetzt nach der Wahl gleichfalls geschehen. Unsere Gewerkschafter Zeit. Diese Kämpfe beweisen aber auch, daß die Gewer: 2. Kongreß der 3. Internationale bekennen sich zum revolutionären Klassenfampf, wollen mit Hilfe der Gewerkschaften den Betriebsräten Rechte über das Gesetz hinaus erfämpfen, wollen die Betriebsräte zu Organe des proletarischen Klassenkampfes machen. Damit erkennen fie die auf Grund des Gesetzes gewählten Betriebsräte als diejenigen Betriebsräte an, die revolutionäre Aufgaben zu erfüllen haben, wie es unser Aktionsprogramm fordert. Diese Betriebsräte müssen gemäß unseres Aftionsprogramms in revolutionäre, unabhängige Räteorganisationen zusammengefaßt werden. So widerlegen unsere Gewerkschaftsführer selbst ihre Argumentation, die sie gegen die selbständige Betriebsräteorganisation vorbringen. Unser Attionsprogramm verpflichtet die Parteigenossen, die Räteorganisation schon vor der Erobe rung der politischen Macht als proletarische Kampforganisation für den Sozialismus auszubauen. Es spricht von dem Rätesystem, das die Arbeiter zum revolutionären Handeln zusammenfaßt. Aus der Begründung des Programms geht klar hervor, daß die Verwirklichung des wirtschaftlichen Rätesystems sofort versucht werden muß. Das wirtschaftliche Rötefritem fann sich nur auf die Betriebsräte stützen. Den Aufbau des wirtschaftlichen Rätesystems haben wir in unzähligen Versammlungen, Flugblättern und Schriften dargelegt. Ein 3weifel dürfte darüber nicht mehr bestehen. Die selb ständige Betriebsräte organisation, heute von unsern Gewertschaftern betämpft wird, entspricht den Forderungen, die unsere Partei seit Jahr und Zag erhoben hat. die Mir erscheint es notwendig, einmal zu untersuchen, warum Gewerkschaftsführer, die auf dem Boden des revolutionären Programms unserer Partei stehen, die sich zum Rätesystem befennen, den Kampf aufnehmen gegen die selbständige Betriebsräteorganisation und damit gegen die Forderung unferes Aftionsprogramms. Bedenken muß es schon erregen, daß sie sich bei ihrem Vorgehen in voller Uebereinstimmung mit Legien und Genossen befinden. Ich hatte des öfteren das zweifelhafte Bergnügen, mich mit führenden Gewerkschaftern unserer Partei auseinandersehen zu müssen. Dabei mußte ich feststellen, daß sie sich jener scheinsozialistischen Argumente bedienen, die wir als Ausfluß der bürgerlichen Jdeologie bei den Rechtssozialisten finden. Geht man ihren Ausführungen auf den Grund, dann findet man den Gegensatz in der Auffassung über den Verlauf und das Wesen der sozialen Revolution. Was soll es heißen, wenn fürzlich ein Gewerkschaftsführer erklärte: Der Leipziger Parteitag stand unter dem Einfluß ber damaligen revolutionären Ereignisse, des damaligen res volutionären Wellenschlages, er hat das Attionsprogramm geschaffen." Stehen wir auch heute nicht noch mitten im Wellenschlage der sozialen Revolution. Jst nicht gerade unsere Auffassung über das Wesen und den Berlauf der sozialen Revolution ein wesentlicher Grund unseres Gegensazes zu den Rechtssozialisten, die da glauben, die Revolution sei abgeschlossen, jekt, nach Verwirklichung der formalen Demokratie majse erst der Kapitalismus aufgerichtet werden als Vorauss Jetzung für den Sozialismus? Sind wir nicht verpflichtet, die soziale Revolution vorwärts zu treiben, damit das Proletariat die politische Macht erobere? Eingangs habe ich mit Absicht auf dieses Bekenntnis unserer Partet hingewiesen. Es hat aber den Anschein, als ob es Genossen gibt, die sich mehr und mehr für eine„ normale Entwidlung" einfegen, was zweifellos dem Wiederaufbau des tapitalistischen Systems förderlich wäre. nicht die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Tätigkeit, ich weiß, und betone es besonders, daß die Gewerkschaften erhalten und ausgebaut werden müssen. Aber es läßt sich nicht feugnen, daß im gegenwärtigen Ringen um die soziale Revolution sie eine hemmende Tendenz zeigen. Das liegt in ihrer historischen Entwicklung begründet, die eingestellt war auf historischen Entwicklung begründet, die eingestellt war auf den Kampf der Arbeiterschaft unter einer normalen fapitalistischen Entwicklung, nicht aber auf das wechselvolle Ringen der sozialen Revolution. Die Gewerkschaften voll und ganz der sozialen Revolution dienstbar machen, setzt voraus, daß dieser Wille auch bei den Gewerkschaftsführern vorhanden ist. Aber da finden wir die stärksten tonterrevolutionären Kräfte am Werke, die alles daran setzen, die Gewerkschaften den fapitalistischen Wiederaufbau zu führen, wie das die Beschlüsse der letzten Sitzung des Gewerkschaftsbundes am besten beweisen. Die Revolutionierung der Gewerkschaften schreitet sehr langsam vorwärts und kann nicht durchgeführt werden durch ein Kompromiß der revolutionären Kräfte mit den fonterrevolutionären, wie wir es im Kampfe gegen die Betriebsräteorganisation finden. Es genügt auch nicht, daß sich ein Gewerkschaftsführer abmüht, die Entwidlung innerhalb der Gewerkschaft vorwärts zu treihelfen, was durch und mit den Betriebsräten am wirksamsten ben; hier muß das gesamte revolutionäre Proletariat mitgeschehen kann. Ueberläßt man aber die Betriebsräte nur dem Einfluß derjenigen, die mit Hilfe der Arbeitsge meinschaften den Kapitalismus wieder aufrichten wollen, dann erschwert man den Verlauf der sozialen Revolution und wird niemals die Revolutionierung der Gewerkschaften erzielen. Was soll es heißen, wenn Gewerkschaftsführer im Rampfe gegen die selbständige Betriebsräteorganisation behaupten, lettere treibe überall im Reiche die Arbeiterschaft in Kämpfe, die dann von den Gewerkschaften ausgebadet werden müßten, daß dadurch die Gewerkschaften so start belastet würden und es somit unmöglich sei, dort mit Erfolg einzugreifen, wo es am notwendigsten ist. Diese Argumentation stügt sich auf jene bürgerliche Jdeologie, die nicht die wirtschaftlichen Verhältnisse als Triebkräfte des menschlichen Handelns aner fennt, sondern dafür Personen oder Körperschaften verant wortlich macht. Gerade die ständig wachsenden Kämpfe, die aus der steigenden Not der Masse heraus wachsen, sind der beste Beweis für den revolutionären Wellenschlag unserer Das Verhalten der Gewerkschaftsinstanzen gibt vielen Anlaß zu Vorwürfen und fördert die Antipathie gegen die Gewertschaften als solche. Wenn es dann zu Aeußerungen fommt, wie fie der Genosse R. erwähnt, so ist das eine Erscheinung, die sich aus diesem Verhalten ergibt, die aber nicht auf Personen, am allerwenigsten auf die Vertreter der Betriebsrätezentrale zurückgeführt werden darf. Ein prophetisches Dokument Auszug aus Bakunins Aufruf an die Slaven vom Jahre 1848. Brüder! Die Stunde der Entscheidung hat geschlagen! Es handelt sich darum, offen und mit Entschiedenheit Partei zu ergreifen, entweder für die Ruine der alten Welt, um diese noch für einen turzen Augenblid zu stützen, oder für die neue Welt, beren Licht hereingebrochen ist, die den kommenden Geschlechtern gehört, und der die tommenden Jahrtausende gehören. Es handelt fich für euch darum, ob euer die junge Zukunft sein soll, oder ob ihr noch einmal auf Jahrhunderte verlinken wollt in das Grab der Ohnmacht, in die Nacht vereitelter Hoffnungen, in die Berdamm nis der Sklaveret. In zwei Heerlager ist die ganze Welt geteilt. Hier Revolution, das sind die Losungen. Für eine von bort Konterrevolution beiden muß sich ein jeder, müssen auch wir uns, müßt ihr euch, Brüder, entscheiden. Kein Mittelweg führt hindurch. Die, welche einen solchen vorgeben und anpreisen, find entweder Betrogene oder Betrüger. Die Entwicklung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse und die marristisch- sozialistische Erkenntnis peranlaßte unsere Partei, ein revolutionäres Programm zu schaffen, das bis zum heutigen Tage durch die weitere Cntwidlung glänzend gerechtfertigt worden ist. Es darf aber nicht ein theoretisches Betenntnis bleiben, sondern muß zur Tat werden. Die Frage im gegen wärtigen Streit um die Betriebsräte ist zu stellen: Soziale Revolution obertapitalistischer Wiederauf bau? Wollen wir das erstere, dann gilt es, die Kräfte des Proletariats zusammenzufassen und für den revolutionären Klaffentampf zu schulen. Dazu brauchen wir die selb tändige Betriebsräte organisation, die in Kampfgemeinschaft mit unserer Partei und den revolutionären Gewerkschaften die Befreiung des Proletariats zu er fämpfen hat. Betrogene, wenn sie die Lüge glauben, daß man am sichersten zum Ziele schleichen tönne, indem man ben beiden miteinander ringenden Parteien einer jeden ein Weniges zusteht, um beibe au besänftigen und den vollen Ausbruch des notwendigen offenen Kampfes zwischen ihnen zu verhindern. Betrüger, wenn sie euch einzubilden fuchen, baß ihr, nach pfiffiger Demokraten Art, euch außerhalb der beiden Lager stellen müßt, um euch zur gelegenen Zeit dem Stärksten anzuschließen und mit dessen Hilfe eure eigene Sache glücklich durchzuführen! Brüder, trauet nicht den diplomatischen Künsten. Diese Politit, die wir verdammen, die wir verfluchen, und an der wir furchtbare Rache nehmen werden, ist nicht die Politik des werdenden deutschen Boltes, ist nicht die Politit der deutschen Revolution, der deutschen Demokratie, sondern es ist die Politit des alten Staatstums, die Politit der Fürstenrechte, der Aristo traten und Privilegierten aller Art. Seilige Pflicht ist es für uns alle, für alle Streiter der Revo lution, daß wir unsere Kräfte vereinigen, daß wir sorgen uns untereinander zu verständigen und uns eng zusammenscharen, eng zusammenscharen, bamit wir verbunden die Feinde unserer gemeinsamen Freiheit bekämpfen und besiegen zu können. Saget an, wo ist eure Stärte, wenn ihr sie nicht da suchet, wo allein sie zu finden ist, nämlich in der heiligen Gemein= schaft mit der Gesamtheit aller Brüder auf Erden? Was werdet ihr fein in eurer Vereinsamung und Berlassenheit? Nichts! Was tönntet ihr sein im Verbande mit allen euren Brilbern? Eine Riesenmacht, ein gewaltiges Panier der Freiheit, die Freude und der Stolz der gesamten jugendlich erwachenden Menschheit. Die amtlichen Indegziffern. In der letzten Zeit brachte bte Bresse mehrfach Anfragen, wann die Veröffentlichung der Ergebnisse der amtlichen Lebenshaltungsstatistit erfolgen werde. Wie das Reichsarbeitsministerium mitteilt, ist die Berechnung der Inderziffern bis zum Monat April einschließlich beendet und so steht die Beröffentlichung unmittelbar bevor. Brüder! Ich bin ein Russe, ich spreche zu euch als Slave. Meine Gesinnungen, meine Gefühle, meine Gedanken habe ich euch auf bem Kongreffe zu Prag offen dargelegt. Ihr wisset, daß ich als Russe, das Seil meiner Landsleute nur in der Gemeinsamteit mit allen übrigen Brüdern, nur in der Verbindung aller flavlichen Die Wiederaufnahme der Sandelsbeziehungen zwischen Japan und Deutschland ist nunmehr erfolgt. Japan hat Deutschland einen großen Auftrag an veredelten Blechen im Umfange von vielen Millionen Mart erteilt. Kommunistenhay in Baris. In Paris sind am Dienstag 51 Ruffen ausgewiesen worden, die im Berdacht kommunistischer Rullen ausgewiesen worden, die im Berdacht kommunistischer Umtriebe stehen. Die Aus Petrograd wird der„ Roten Fahne" gemeldet: Am 18 wurde hier der zweite Kongreß der britten Internationale feier lich eröffnet. Um 12 Uhr mittags versammelten sich in dem feier lich geschmüdten Gaal des Palais Urizki die Führer der revolu öffnungsrede vor, der gefallenen Führer und der Genossen, die in tionären Arbeiter. Genosse Sino wjew schlägt in seiner E tariats geworfen worden sind, zu gedenken. Die Bourgeoisie hat den Gefängnissen schmachten, in die sie durch die Feinde des Prole fich als ohnmächtig erwiesen, die Erbschaft des Krieges zu liqui dieren und die Wirtschaft Curopas wieder herzustellen. Bourgeoiste hält sich in ihrer Verzweiflung an die halbtote zweite Internationale, die vor dem endgültigen Untergang steht. Der Untergang des Alien wird der internationalen Vereinigung der Arbeiter die Möglichkeit geben, eine neue Welt auf der Grundlage des Kommunismus zu bauen. Es ist eine Reihe Fragen zu lösen, die verbunden sind mit der Hinzuziehung von Parteien, die no teinen rein tommunistischen Charakter und ihre Tattit noch nicht ganz bestimmt haben. Einzelne Gruppen der Arbeiterklassen in manchen Ländern befinden sich auf dem Scheide we ge. So die deutsche Unabhängige und die französische sozialistische Partei, so einige andere. Sie verlassen eine nach der anderen die Zweite Internationale und versuchen, der Dritten beizutreten. Der Kongres wird keine geistige Lüge zulassen. Wie werden den deutschen und französischen Arbeitern sagen, daß sie eine Reinigung in ihren Reihen vornehmen sollen, damit sie der internationalen Bereinis gung der Arbeiter beitreten tönnen. Stürmischer Beifall übertönt die letzten Worte Sinowjews. Dann wird eins stimmig das Präsidium des Kongresses gewählt, dem ange hören: Levi( Deutschland), Dosmer(?)( Frankreich), Ser rati( Italien), Lenin und Sinomjew( Rußland). Der franzöfifchen Rammer find zwei Gefehentwürfe zugegangen: Der erste verlangt einen Kredit von 3% Millionen Francs zur Feier des 50jährigen Jubiläums der französischen Republit. Der zweite die Ueberführung des Herzens Leon Gambettas nach dem Pantheon. Um Callang. Der landwirtschaftliche Verein des Bezirks von Mamers hatte fürzlich Joseph Caillaug zu seinem Vorsitzenden ge wählt. Der Rat der Bräfettur des Departements de la Sarthe hat diese Wahl für ungültig erflärt. Böller als einer Föderation freier Stammesgenossenschaften er blide. Ihr wisset, daß mir die Förderung dieses großen und heiligen Zwecks zur Aufgabe meines Lebens gemacht habe. Dies gibt mir ein Recht so zu euch zu reden, wie ich tue, denn in euern Angelegenheiten bin ich bei meinen eigenen, eure Sache ist die unfrige, euer Heil unser Seil, eure Ehre unsere Ehre, eure Schmach unfere Schmach und euer Berderben unser Berderben. Im Namen von 60 Millionen Slaven richte ich das Wort an ench, im Namen non 60 Millionen eurer Brüder, welche einer langen harten Knechtschaft milde find. In Wiostau wird die Knechtschaft der unter russischem Szepter jegt vereinigten und aller flavischen Böller und mit ihr alle europäische Knechtschaft zerbrochen und auf ewig unter ihrem eigenen Schutt und unter ihren eigenen Trümmern begraben werden; in Mostau wird aus einem Meer von Blut und Feuer. hoch und herrlich das Gestirn der Revolution emporßteigen und zum Leitstern werben für das Seil der ganzen befreiten Menschheit. Der Revolution sollt ihr euch hingeben, ganz und unbedingt. Bon Euch selbst! In der Kunst findet ihr euch selber. Geht ohne die erlernten Schulbegriffe und ohne Neugier heran. Fühlt, daß jedes Ding auf der Welt seine Daseinsberechtigung hat und habt davor Respett, auch wenn sein Sinn euch nicht gleich offenbar wird. Fragt euch selbst, was in euch mittlingt. Dann werdet ihr genug am eigenem Glüd intensiven Lebensgefühls gewinnen. Viele Organisationen wünschten den Kongres zu begrühen Wegen der Kürze der Zeit wird das Wort nur dem Vorsitzenden des Allruffischen Zentral- Eretutivtomitees der Sowjets, Kali nin, erteilt, der mit einer Ovation empfangen wird. Im Namen der Arbeiter und Bauern begrüßt er den Kongreß und erinnert an die ungeheuren Opfer, die folossale Energie, die in den letzten Jahren im Kampfe für das Wohl der Arbeiter gegen die ganze Weltbourgeoisie aufgebracht wurden. Darum wenden fie fich re gen Westen und erwarten die Unterkühung des Weltproletariats. Kalinin drückt den Wunsch aus, daß der Kongreß ein Anfang zu dem unmittelbaren Kampf der Völker des Westens und des Oftens um die Befreiung des Weltprole Die Künstler der Novembergruppe find nicht auf eine bestimmte Richtung" eingeschworen. Und doch deuten ihre Werke auf den Stil der Zeit. Hier ruhen die Keime einer neuen tünstlerischen und somit auch allgemeinen Weltanschauung. Und so bedeutet diese Kunst: Unterordnung in den Dienst der großen Allgemeinheit, Aufgehen in dem Allgemeingefühl unserer Zeit, Dienst des Lebens. Die Form ist der Menge noch ungewohnt, in der die Künstler so die gemeinsame Sache führen, im Bewußtsein, Werkzeug der Schöpfung zu sein, unbekümmert um Beifall, Nichtbeachtung, Nichtverstehen, im heiligen Glauben an ihre Berufung. Sie wis fen, daß fie fiegreich sein werden troh der Kämpfe. tariats werde. Darauf hält der Genosse Lenin ein glänzendes Referat über die internationale Lage und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale. Auf Antrag wird vom Kongres ein Aufruf an das Proletariat des roten Petersburgs, die Rote Armee und die Arbeiter der ganzen Welt angenommen. I rere Re Mi fiche Die 00 hätt wen Die Es mal unt De daß gun in Rer DOZ Stel Kri lich der Fra Tar De Hug Bel Lo pre in fein bes thre F Sp De bie aum für ein 30ft Ste En Bl Ta ein ger mit hät red tra hin ger inte Alle Delegierten zum Rongres begeben sich nach Schluß bet Sigung in einem grandiosen Zug auf das Marsfeld, wo Kranz auf das Massengrab gelegt wird. Der Kongreß wird seine Arbeiten am 21. Juli in Mostas fortlegen. Wie aber hat bisher die Deffentlichkeit sich dazu gestellt? Ein großer Teil der Kritit hat versagt und dieses Versagen der Kunst untergeschoben. Als ob die Kunst wie das Leben nicht war, ist und sein wird, während die Kunstrichter( fragt Lef fing) naturgemäß hinterhertommen. Und das Publikum? Weil man diese Kunst nicht versteht, betämpft, verlacht man jie. Weil durch Schule und falsche Erziehung die meisten Menschen vorgefaßte verbildete Ansichten haben, weil ber ursprüngliche Bu fammenhang von Mensch, Kunst und Leben nicht mehr besteht. Diese Künstler stellen ihre Werte aus in der ehrlichen Absicht ben Beschauer zu beglücken und reicher zu machen. Wer die Säle betritt, tut dies aus eigenem freien Antrieb, und trotzdem hört man von einzelnen Beschauern; Diefen Schund lehe ich garnicht erft an." Der Bürgerkrieg in China T.U. London, 21. Juft Aus Tientsin wird gemeldet, daß englische, amerikanische, fran zösische und japanische Offiziere sich nach Jangthun begeben haben, um eine Untersuchung nach den Ursachen für die Störung im Eisenbahnverkehr anzustellen. Sie überzeugten sich davon, daß der japanische Ortskommandant den Truppen von Tschili befohlen hatte, sich zwei Meilen von der Eisenbahnlinie zurückzuziehen und er auch ferner die Befehlshaber beider Parteien davor gewarnt hatte, den Verkehr nach Beling zu unterbrechen. Später wurde gemeldet, daß die Truppen von Tschili die Stadt Jangtsun von neuem besegi hatten. Die Telegraphenverbindung zwi fchen Schanghai und Pefing ist wiederhergestellt. Blutige Konflikte in Italien. Corriere della Sera" meldet aus Siena, daß es in San Giovanni d'Aso zu einem Konflitt zwischen Arbeitern, Bauern und der Polizei gekommen ist. Biez Demonftranten fanden dabei den Tod. Mehrere Personen wur den verlegt, darunter sechs Carabinieri. Dasselbe Blatt meldet weiter aus Fabiano in der Provinz Ancona, daß dort die Bauern in den Streit getreten find. Diese Schweinereten zu verstehen, gebe ich mir erst gar feine Mühe. Es ist eine Frechheit uns so etwas vorzusetzen." Es ist unglaublich, wieviel Platz diesen Dingen eingeräumt worben. Mit Nichten! Thr sollt euch diese Dinge ansehen. hr sollt euch Mühe geben. Wie lönnt ihr denn über diese Dinge sprechen, euch ein Urtell erlauben über diese Werte, wenn ihr sie nicht anſeht, euch feine Mühe gebt, euch hineinzudenken, hineinzufühlen, diese Dinge zu verstehen? Ist es eine Frechheit, euch aus ehrlichem Wollen ent standene Arbeiten zu zeigen? Wenn es eine Lebensberechtigung gibt, so ist es die, selbstlos einer guten und reinen Jdee zu dienen tro Nichtachtung und Nichtverstandenwerden. Ihr sagt, es ist eine Frechheit, euch zuzu muten, daß ihr diese Werte der neuen Kunft anſeht. Versucht es doch, unbefangen, ohne eitle Schulweisheit, aber mit gutem Willen zu lernen und zu verstehen. Freut euch doch des Lebens buntwechselnder Form. Freut euch doch, daß Neues fich euren Blicken darbietet, daß euch dem ges wohnten Alltag entführt. Ihr folgt damit nur dem Zug eures eigenen Jehnenden Herzens. Bersucht es einmal: Thr werdet reich und beglückt davongehen! Peter Leu. Der " Simpliciffimus" einst und jetzt Der Simplicissimus" ist längst auf das Niveau einer illustrier ten Beilage zum„ Berliner Lotalanzeiger" herabgefunten. Fast in jeder Nummer finden wir die stärtste Aufputschung der natio nalen Juftintte gegen Frankreich und eine vom schärffien Klaffens haß erfüllte Setze gegen die Arbeiter. Man müßte sich einmal den Spaß machen, die zahlreichen Bilder bes Simplicijjimus, in denen er gegen den Militarismus gefämpft und für die Ar beiter eingetreten ist, feinen neusten Erzeugnissen gegenüberstellen. In der neuen Nummer der Freien Welt" geschieht dies in Bezug auf seine Negerhehe. Wir brauchen wohl nicht erst zu sagen, daß wir die zirka 50 Gewalttaten der Regertruppen im bejezten Gebiet genau jo scharf verurteilen, wie die tausenden Gewalttaten der Weißen in Frantreich. Aber so wenig, wie wir die Greuel des Militarismus mit Rassenhaß bekämpfen, fo sehr verurteilen wir es, daß der berechtigte Prozeß gegen die Bügellosigkeiten der Kolonialiruppen in Form eines Rassentrieges geführt wird und dies geschicht, wenn immer nur ganz sinnenlos von einer chwarzen" Schmach gesprochen wird, als ob Ber brechen und Hautfarbe etwas gemein hat. Die weiße" Rasse hat nach ihren Taten seit 1914 wirklich feinen Grund zur Uebers hebung. Die Freie Welt" bringt außer den Simpliciffimus" Bildern zahlreiche Proben von Negertunft, Negerdichtungen und Boltsweisheit der Reger, die beweisen( was der Gebildete längst wissen sollte), daß die Reger eine hohe, reiche und bedeutsame Kultur besigen, die besonders fünstlerisch durchaus nicht hinter der europäischen Kunst zurücsteht. Der mutige Kampf der Freien Welt" gegen diese neueste Rationalbehe und Speculation auf die Barniertheit des affbeuthen bels ist lebhaft zu begrüßen. N 27 reid geg ge hei not ben ben Sp be Fri ihn füh bie ein bet Ab nid Be 23 Fild fel de mi Fi 42 Ru Και 8 B be te Bu m m m m N ERBEED CHRBES MAZZAMBARAR De b b D Die Rammerdebatte über Spaa Mißtrauen gegen Stinnes Baris, 20. Jufi. In der Kammer erklärte Andre Tardieu, er sei mit meh reren seiner Freunde der Ansicht, daß man in Spaa mit der Revision des Friedensvertrages begonnen habe, während der Ministerpräsident angekündigt hätte, er wolle dessen Ausführung sicherstellen. Nach seinem Urteil sind die beiden Protokolle über die Entwaffnung und über die Kohlenfrage für Deutschland porteilhaft im Vergleich zum Urtext des Vertrages. Man hätte von Deutschland die lückenlose Ausführung verlangen müssen, wenn man gewollt hätte, wie die Regierung, der er angehört habe. Die Kohlenlieferungen seien auf 43 Prozent herabgelegt worden. Es habe eine Kontrolltommission in Berlin gegeben; sie sei niemals durch gemeinsame Handlungen der verbündeten Regierungen unterstützt worden. Tardieu bedauert, daß man den Deutschen in der Frage der Kriegsschuld nachgegeben habe und daß man sogar Verhandlungen über den Betrag der Entschädi gungssumme führen will. Der Bertrag sehe vor, daß die Deutschen in die Beratungen der Alliierten nicht einzugreifen hätten. Eine Revision des Vertrages sei erwünscht, wenn sie ifür Frankreich vorteilhaft sei. Tardieu verliest sodann Statistiken, um festzustellen, daß die industrielle Produktion Deutschlands durch den Arieg fast garnicht gelitten habe. Die Behauptung, die wirtschaftliche Produktion Deutschlands set die Grundlage der Prosperität der Welt, sei ein Sophismus, wenn man auch die Prosperität Frankreichs verlangt.( Maurice Barres ruft dazwischen: Zuerst!) Tardieu fährt fort: In der Kammer müsse festgestellt werden, daß Deutschland zahlen lönne. Tardieu beklagt schließlich, daß man Sugo Stinnes, der die Plünderungen von Nordfrankreich und Belgien organisiert habe, in Spaa habe zu Wort Tommen lassen. Loucheur habe sich geweigert, mit Baron von der Landen zu prechen. Der Ministerpräsident habe getan, was er pflichtgemäß in Spaa geglaubt habe, tun zu müssen, und er, Tardieu, habe feine Pflicht getan, indem er seine Stimme gegen die Revision bes Friedensvertrages erhoben habe. Die Kammer müsse nun thre Pflicht erfüllen. Der Sozialist Blum erflärte ebenso wie Tardieu, daß man in Spaa den Friedensvertrag revidiert habe. Man hätte von Deutschland 20 Millionen Tonnen verlangen sollen als Ersaz für bie Kohlen, die die zerstörten Gruben nicht liefern fönnten, aber zum Preise der französischen Rohle. Jetzt aber müsse Frankreich für die Tonne anstatt 90 Francs 180 Francs bezahlen. Das sei ein schlechtes Mittel, Deutschland zu helfen, wenn man den frans zöfifchen Konsumenten der billigen Rohle und den französischen Steuerzahler der deutschen Zahlungen beraube. Die Zustimmung Englands habe man zu teuer erfauft. Ministerpräsident Millerand antwortete Tardien und Blum, er habe niemals die Urheber des Bertrages getadelt, weder Tardien noch den großen Franzosen, der, nachdem er das Land gerettet habe, auch den Defaitismus aufs Haupt geschlagen und mit jugendlichem Eifer die Last schwerer Verhandlungen getragen hätte.( Starter Beifall. Abg. Baron ruft: Das ist eine Grabzebe!) Millerand fuhr fort, er werfe den Verfassern des Ver trages nicht vor, ihren Rachfolgern ein diplomatisches Instrument hinterlassen zu haben, in dem alles festgelegt, aber in dem nichts geregelt sei, einen Vertrag, den man nicht revidieren dürfe, aber interpretieren müsse, um aus ihm eine Realität zu machen. Frant reich verlange nun die Mittel zum Arbeiten, deshalb habe man geglaubt man müsse vor allen Dingen die Kohlenlieferun gen sicherstellen. Wenn es einen Menschen gäbe, der den heißen Wunsch hätte, daß die Besehung des Ruhrgebiets niemals notwendig werden, so sei er es. Er arbeite aber auch daran, aus dem Vertrag ein wirkliches Instrument zu machen und aus dem Frieden eine Sache, die ihrer Bestimmung entspräche. Die von ihm in Spaa erzielten Ergebnisse seien hinter seinen 5offnungen zurüdgeblieben, aber er möchte wissen, wie man zu einem befferen Ergebnis hätte tommen sollen. Wenn die Verfasser des Friedensvertrages bessere Methode wüßten, dann sei er bereit, ihnen seine Stelle abzutreten. In dem Kampf, den man tatsächlich führen müsse, verlange er das Vertrauen des Parlaments. Loucheur erklärte, er sei sehr beunruhigt von der Wendung, die die Verhandlungen in Spaa genommen hätten. Er sehe darin einen Borgang, der zu einer Finanzkrise führen könne. Er begrünbet dies des näheren und erklärt schließlich, daß alle Klauseln der Abmachungen von Spaa für Frankreich ungünstig seien. Es sei nicht möglich, die Entschädigungssumme, die Deutschland für die Benfionen und Wiedergutmachungen zahlen müsse, herabzusetzen. Wenn Frankreich nicht die Milliarden erhalte, müsse der franzö Fische Steuerzahler sie bezahlen. Der Minister für öffentliche Arbeiten 2e Trocquer bezwetfelt die Richtigkeit der Zahlen, die Locheur vorgebracht. Es kommt beshalb zu einer Auseinandersegung zwisechn beiden. Schließlich wird, wie bereits gemeldet nach einer furzen Erklärung des Finanzminister Marsal bem Ministerium das Vertrauen mit 420 gegen 152 Stimmen ausgesprochen. Die einfache Tagesord nung wurde vorher, nachdem sie die Regierung zurüdgewiesen hatte, mit 457 Stimmen gegen 152 Stimmen abgelehnt. Um 8 Uhr war die Sigung zu Ende.. Die Tagesordnung, mit der die Kammer der Regierung das Vertrauen aussprach, lautet: Die Kammer genehmigt die Er Ilärung der Regierung, vertraut auf die energische Verteidigung ber materiellen und moralischen Interessen Frankreichs in Berbindung mit seinen Verbündeten, weist jeden Bulas zurüd und geht zur Tagesordnung über. Solidarisch mit Stinnes Die Deutsche Tageszeitung" beeilt sich, ihre Uebereinstimmung mit Stinnes zu befunden. Sie meint in ihrer heutigen Morgenausgabe, wir hätten eine„ ordinäre Gesinnung" be wiesen, weil wir auf die Verhandlungen des Herrn Stinnes mit fapitalistischen Vertretern der Entente aufmerksam gemacht und daraus die Folgerung gezogen hatten, daß der Gedante der Besetzung des Ruhrreviers dem Zechentapital gar nicht so unerwünscht wäre. Mit dem Agrarierblatt über Anstand zu diskutieren, halten wir für aussichtslos; wer den Bezirken des Schweinestalls und des Kasernenhofs so nahe wohnt, wie die Deutsche Tageszeitung", der wird seine moralischen Auffassungen immer den Bedürfnissen dieser Nachbarschaft anpassen. Stellen wir noch einmal furz feft, um was es sich in dem Falle Stinnes handelt. Herr Stinnes ist einer der Haupts verantwortlichen für die Ausplünderung der nordfranzösi schen und belgischen Industrie, für die Bernichtung der franzöfifchen Bergwerte, für die Deportation der belgischen Arbeiter; er war einer der Hauptantreiber zum Kriege bis zum Weiß bluten, er ist der typische Vertreter jener schwerindustriellen Imperialisten, denen der Weltkrieg eine günstige Gelegenheit ur hemmungslosen Erweiterung ihrer Profitinteressen chien. Und dieser Mann verhandelt jetzt mit den Vertretern des französischen Kapitals, er wagt es, als deutscher Sachs verständiger aufzutreten und durch eine herausfordernde Rebe die nteresen des deutschen Voltes aufs neue aufhäbigen! Roch mehr: In einem Essener Blatt veröffentlight Herr Shinnas ein Schreiben, das er an den Steiger Bernhard gerichtet hat, 1 worin es heißt, es hätten eine Anzahl Vertreter in Spaa, die aus einer fremdländischen Psyche heraus den deutschen Widerstand gegen unwürdige Zumutungen ge zeitung" in Schan! Aber die Agrarier wissen, weshalb sie brochen. Diesen Mann nimmt also die Deutsche Tagesdaß mit der Verwirklichung der Pläne des Zechenkapitals, fich mit Herrn Stinnes solidarisch erklären. Sie glauben, die jest eine Verlängerung der Arbeitszeit der Bergieute bern wollen, zugleich ihre Pläne gefördert werden. herbeiführen und die Sozialisierung des Bergbaues verhin. Dr. Karl Melchior, der als Sachverständiger an der Konfe renz in Spaa teilnahm, hat vor der Hamburger Handelskammer über die Ergebnisse von Spaa einen Bericht gegeben, worin insbesondere die Kohlenfrage erörtert wurde. Darin wird der Standpunkt jener Sachverständigengruppe zum Ausdrud gebracht, die sich in Spaa der Politit von Stinnes widersetzt haben. Melchior erinnert an die militärische Uebereinkunft zwischen den Alliierten, wonach für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen französische, belgische, englische, italienische und vielleicht auch ameritanische Truppen in das Ruhrgebiet eingerüdt wären. Gegenüber dem Standpunkt der schwerindustriellen Vertreter, daß es unmöglich sei, 2 Millionen Tonnen Kohlen monatlich zu liefern, mußte man fich fragen, ob durch eine Ablehnung dieser Forderung die Lage sachlich gebessert würde. In diesem Fall würden die Alliierten das Ruhrgebiet belegt und die zwei Millionen Tonnen monatlich unter allen Umständen für sich herausgewirtschaftet haben. Es handelte sich also einstweilen darum, ob man die zwei Millionen Tonnen mit oder ohne Belegung hergeben wollte. Ferner würden die Besagungsmächte einen entscheidenden Einfluß auf die gesamte Kohlenverteilung erhalten und sie zu politischen Zwecken ausgenugt haben. Frankreich hätte dann eine überwiegende Stellungnahme in der deutschen Frage eingenommen und die Regelung der deutschen Frage innerhalb der alliierten Kreise aller Voraussicht nach in seiner Sand gehabt. Eine stärtere Kohlenlieferung an den Rheinbund, Westfalen und Süddeutschland wäre die Folge gewesen und damit im Zusammenhang die politische Jolierung Deutschlands und der wachsende wirtschaftliche Verfall. Die Gefahr sei durch Spaa zwar nicht abgewendet, aber doch verschoben worden, und in diesem Beitgewinn liege ein erheblicher Vorteil. Es liege die Möglichkeit vor, besonders unter Nachweis auf den besten Willen zur Lieferung der übernommenen Verpflichtungen die Invasion zu vermeiden. Dadurch, daß die Regierung den schweren Bedingungen gegenüber nachgab, hat sie um so weiser gehandelt, als sie dadurch den Abbruch der Verhandlungen und die Serbeiführung der Besehung des Ruhrgebietes, die bereits eine Art Präventivkatastrophe hervorgerufen hätte, vermied. Der Thüringische Landtag Weimar, 20. Juft. Der erste Landtag des neugeschaffenen Einheitsstaates hat mit seiner heutigen ersten Tagung im Fürstenhaus eine neue Phase im thüringischen Staatsleben be gonnen. Nach Eintritt in die Tagesordnung begrüßte Staatsmini ster Paulsen in einer Ansprache die neuen Abgeordneten. Rach Dantesworten an den Volksrat, der von dem Willen zur schnellen Herstellung von Thüringens Einheit stets erfüllt war und diese so schnell hergestellt hat, übernahm den Vorsitz der Abg. A hIander( D. Bp.) als das älteste Mitglied. Hierauf vertagte sich der Landtag auf eine Stunde, um den einzelnen Parteigruppen zur Beratung über die Präsidentenwahl Zeit zu geben. Nach Wiedereröfnung der Sigung gaben die Mehrheitsjojialisten bekannt, daß sie zu dem Entschluß gekommen seien, mit den Unabhängigen eine Fraktion zu bilden, um nach parlamentarischem Gebrauch der stärksten Fraktion, der U. S. P., den ersten Präsidenten zu sichern. Diese Vereinigung sei eine zwingende Gegenmaßnahme, da die Deutschnationalen, die Volksparteiler und der Thüringer Landbund sich gleichfalls zu einer Fraktion zusammengeschlossen haben, obwohl sie im Wahlkampf als drei verschiedene Parteien auftraten. Die Demokraten bezeichneten diesen Zusammenschluß als politische Phase und verurteilten dieses Verfahren auf das entschiedenste. Nach einer ziemlich erregten Debatte, in der die Ver= einigung der Rechtsparteien als Ueberrumpelung bezeichnet wurde und in der die Unabhängigen die drei Barteien eine reattios näre Masse nannten, die sich zu einer Schieberzentrale 6. m. b. H. nereinigt habe, um so durch Bauernschläue und Strupellosigkeit eine Blachtposition zu erschleichen, auf die sie tein Anrecht habe, legten Vertreter der Rechtsparteien bar, daß der Zusammenschluß erfolgt sei, nicht um den Unabhängigen, als stärtste Bartei, den Präsidentenposten zu nehmen, sondern um eine Politit des Sandelns zu sichern, und um ihren Standpunkt besser zur Geltung bringen zu können. Darauf wurde der Abgeordnete Drechsler ( Gera)( Unabh.) zum ersten Präsidenten einstimmig gewählt, zum ersten Stellvertreter der Abgeordnete Bauer ( Sondershausen). Bor der Wahl des zweiten Bizepräsidenten er flärten die Demotraten, die nur mit 24 Gigen vertreten sind, daß fie, nachdem ich die Rechts- und Linksparteien zu je einer Gruppe vereinigt hätten, als die dritte Fraktion im Hause das Anrecht auf den zweiten Vizepräsidentenposten haben. Aus der Wahl ging der Demotrat Benert( Altenburg) hervor. Hierauf vertagte fich der Landtag auf morgen 10 Uhr vormittags, we die Wahl der Regierung stattfinden soll. Kraffins neuer Auftrag Amsterdam, 21. Jufi. Die Times" sagt, es bestehe Grund zu der Annahme, daß die Kopenhagener Meldung über die Unterstellung raisins unter Kamenem, nicht den Tatsachen entspreche. Krassin soll Unters händler für Finanzangelegenheiten sein, während Kamenew_in biplomatischer Eigenschaft nach London tomme. Ur Sprünglich war geplant, Radet zu senden. Aber auf Trogfis Antrag wirb Radet sich mit den polnischen Angelegenheiten zu befassen haben. Wahrscheinlich werden Radet und Derztinsty als Friedensdelegierte nach Warschau gehen. Während der Abwesenheit Kraffins, ist die russische Sandelsdelegation in London eifrig tätig gewesen. In London wird eine Bant errichtet wer ben, bie bereits offiziell als russische Sandelsbelegationsgefella Schaft eingetragen worden ist. Direktor der Bant wird vermutlich Rraffin sein. Wie veriautet, ist russisches Gold im Werte von zwei Millionen Pfund Sterling unterwegs nach England. Weiterer Rückzug der Volen Kopenhagen, 21. Jufi. Nach einem Telegramm aus Warschau besagt der polnische Seeresbericht: Nördlich von Grodno beneen die Kämpfe auf der Linie Strap- Bovice an. In der Gegend von Nowo- Grodek haben die Bolen den Befehl erhalten, nach Westen ihren Nidzug anzutreten, der unter bem Drud des Feindes erfolgt. Bolsche mistische Angriffe in Bolesien und am Styrluß find abgeschlagen worden. In der Gegend von Dubnow dauern die Kämpfe an. Der Feind hat dort ernste Berluste erlitten. Die Neuwahlen in Desterreich Wien, 20. Juft. Die Nationalversammlung nahm in zweiter und britter Lesung den Gesezentwurf über die Wahlordnung für die Nationalversammlung an, sowie den Gefeßentwurf, durch den die Neuwahlen zur Nationalversammlung für den 17. Oftober festgesett werden. Die Rationaloosammlung age of die weite Sung der Bermögensabgbe Chantragicming brate einen gegentwurf hete, in des Gebiedener los cin abbes Burgence Bonbes Die Kämpfe in Irland Borbon, 20. Juli.( Meuter.) Eine Bande von 40 bis 50 Mann getff in der vergangenen Nacht In dem sich entwickelnden Gefecht wurden zwei Bolizien eine Patrouille von vier Bolizisten an, die aus Galway tamen. Munition überwältigt und mit verbundenen Augen nach Tuam erschossen, die beiden anderen wurden nach Erschöpfung ihrer zurückgeschickt. Dort brachen unter den Soldaten und Polizisten Unruhen aus. Es wird behauptet, daß Polizisten die Stadt ge plündert und in Häuser und Kaufläden gefeuert hätten. Das Rathaus wurde niedergebrannt. Berlute an Mens jchenleben find nicht zu verzeichnen. Eine Soldaten- Gewerkschaft Die Soldaten der Wehrmacht Deferreis haben sich eine ges werkschaftliche Interessenvertretung geschaffen, den, Militär verband der Republi? Defterreis", der der österreichtschen Gewerkschaftstommiffion angealtebert ist. Die neue Ge werkschaft, die die erste ihrer Art sein dürfte, gibt ein eigenes Organ heraus, das„ Der freie Soldat" helt und halbmonatlich erscheint. Wie uns der Militärverband mitteilt, steht die Mitarbeit an diesem Blatte auch deutschen Genoffen offen. Die verrüate Politik der Roste and Ronjorten at es verhindert, daß auch in Deutschland die Wehrmacht sich so friedlich betätigt wie in Desterreich. Die Gründung der freien Soldatengewertschaft beweist, daß die österreichische Wehrmacht wirklich eine republika nische Schuhwehr darstellt, was aus der Optimistische von der Deutschen Reichswehr zu behaupten nicht wagen wird! Zucker Der Weltbedarf an Zuder ist in den letzten Jahrzehnten endig gewachsen. Insbesondere ist auf den Kopf der Bevölkerung errechnet der Konsum in England und Amerita sehr groß und stets bedeutend höher gewesen als in Denifland. Bor bem Kriege haben wir nicht nur den eigenen Beans an 3nder reichlich zu deden vermocht, sondern auzea au betra engen exportieren fönnen. So bem Begin bes Anges ist die deutsche Zuckererzeugung ans verftebenen jaen jebe zurüc gegangen. Der notwendige Renfum with mus mit the bes friedigt, Einfuhren aus der Theo- Siewetei haben sich als erforderlich erwiesen. In diesem Jahre sechnet man mit einem verhältnismäßig günstigen Ergebnis, weil die Anbauche größer, das Wetter dem Wachstum vorteilheft gewefen t.ie hoch die gesamte Weltproduktion zur 3e it, fanm nar abgefäßt werden, doch sind die Berichte über die wichtigen weftindihen und tubanischen Bezugsgebiete, bie für die Besorgung eine bebeutende Rolle spielen, nicht durchweg günstig. Der angenblickliche Preisstand des Weltmarktes ist jedenfalls sehr hoch und weit über den deutschen Notierungen für rationierte Ware. Läht man die Zucker wirtschaft frei, wie sie die Industrie so stürmisch fordert, dann dürfte eine bedeutende Preiserhöhung erfolgen, die dieses wichtige, Volfsnahrungsmittel dem Proletariat 11tändig ent= zicht. Nach einem Bericht des Berliner Tageblattes" mite Spanien diesmal eine Million Beninae für die Ausfuhr verfügbar haben. Die Berliner Holzarbeiter zur Betriebsrätefrage Die am 13. Juli pertagte Betriebsräteversammlung der Holzindustrie, über die wir in Rr. 280 der Freiheit" berichtet haben, wurde am Dienstag, den 20. d. M. fortgefeßt. Bor Eintritt in die Tagesordnung verlas Ia bertim ftrage der engeren Verwaltung folgende Erklärung: 97190 Die Berwaltung hat zu dem beabfgten fofortigen Rücktritt bes Kollegen Siegle als Bevollmächtigter Steffung genommen und tam nach längerer Aussprache einmütig zu dem Ergebnis, daß teine Veranlassung vorliege, auf Grund des in der Betriebsräteverfammlung der Solstnduftrie in den Sophienfälen ausgesprochenen Mißtrauens und das in der Bersammlung, bei Kliem geftenten Verlangens eingeiner Berwaltungsmitglieder und Betriebsräte, zurüdzutreten, und der Entscheidung der Generalversammlung voraagseifen. Die Verwaltung fordert beshalb den Kollegen Siegle auf, soIange auf einen Posten zu verbleiben, bis ber Wille der Mitglieder in ben demnäst abzuhaltenden Mitgliederversammlungen festgestellt. ist und die Generalversammlung barilber entschieden hat, ob Siegfe in der Betriebsrätefrage gegen die Intereffen des Proletariats gehandelt hat. Die Verwaltung fann bas Auftreten einzelner Berwaltungsmitglieder in der Betriebsräteversammlung in den Sophiensälen nicht billigen, und sieht darin eine Richtachtung von Organisationsbeschlüssen." Einem Berwaltungsmitglied pricht die Verwaltung megen seines Verhaltens in der Bersammlung bei Kliem ihre Schärfte Mißbilligung an. In der Fortfehung der Distuffton ber den Vortrag des Genossen Barth beschäftigen eie Rebner hauptsächlich mit den bestehenden Differenzen zwischen der Berfimer Gewertschaftstommission und der Betriebsrätegentrale Münzstraße. Im Schlußwort weist Genosse Barth daraufhin, daß es faft alle Diskussionsredner unterlassen hätten, kes mit den Wirtschaftsfragen, die er in seinem Bertrag aufgecolt hat, zu beschäftigen. Die Bedenken, daß die Gowerhaften burch die Zusammenfassung der Betriebsräte immer mehr ins Sabewaker der rbeitsgemeinSchaften tommen fönnten, entfräftet Barth mit dem Hinweis darauf, daß Richard Müller am 12. November 1918 eine Verordnung getätigt hat, die den Gewerkschaften in allen wirtschaftlichen Fragen volle Bewegungsfreiheit läßt. Daraufhin sind am 15. November die Arbeitsgemeinschaften abgeschlossen worden. Genosse Barth machte dann den Boschlag, daß die bereits ge wählten Gruppenleitungen bestehen bleiben sollen, bis ber ein zuberufendee Betriebsrate- Rongeag oubolista er die Zentrale bezirksmeiße und örtliche Degenisation, enthieben hat. Das Lettere foll ein Eventualvorlag jeta, falls der erste Baffus in der bereits in der legten Versammlung angenommenen Resolution, der zur Abstimmung zurückgestellt wurde, jest abgelehnt werden sollte. Die Abstimmung des Bajus 1 der Resolution Barth, der verlangt, daß die einheitliche Zusammenfassung der Betriebsräte durch die Gewerkschaften zu erfolgen habe, wobei alle in der Rätefrage tätigen Genossen aur atteften ritarbeit beranzuziehen feien, wird mit 144 gegen 139 Stimmen angenommen. Dieses Stimmenergebnis wurde von einigen Versammlungsteilnehmern angezweifelt, ba in einer Tischrethe falsch ausgezählt worden sein foll. Unter Berliandhtigung dieses Einpruges verständigte sich bie Berjammlungsleitung bahin, daß 189 Stimmen gegen, 138 für den Bassus gestimmt haben, jedoch zeige das Abstimmungsergebnis, daß eine Mehrheit für die felbständige Betriebsräte organisation in der Solzindustrie nicht vorhanden if, Genoffe Storie ette jo bat bie 189 Etimmen für die Refolafon ber Bezettingische ( hehe Nr. 281 der Freiheit au geligt gah Dami wurde me Bersammlung geschlossen. Sölz verurteilt. Vor dem Kreisgericht in 67Thin( Böhmen) fand Dienstag die Berhandlung gegen fichischen Kommunisten Max 501z statt. Die Antiage legt ihm zur Last, daß er am 27. April in Marienbad eine Handgranate hervorgezogen hatte, um seine Verhaftung zu vereiteln. Er ist deshalb des Ver brechens der öffentlichen Gewalttätigkeit und der Uebertretung des Sprengstoffgeleges angeflagt. Er verteidigte sich damit, daß er nicht beabsichtigt hätte, die Gendarmen zu bedrohen. Diese be harrten jedoch bei ihrer Aussage und Hölz wurde wegen des Berbrechens der östlichen Gewalttätigkeit zu vier Monaten Ichweren oes mit einem hallan Soger mennt und zu einer Getoe een zwanzig esageragin Weerpun Waffenpatines billging mouage[ preden, 701 Gewerkschaftliches Lohnausfallvergütung für die Arbeitnehmerbeisiger an Sigungstagen Der Minister für Handel und Gewerbe. Berlin, den 18. Juni 1920. Berlin, den 8. Juni 1920. Der Reichsminister der Finanzen. Nach Mitteilung des Herrn Reichsarbeitsministers ist die Frage, betreffend Besoldung der Beisiger der Schlichtungsausschüsse, in dem Gesetzentwurf einer Schlichtungsordnung, der seiner Fertigstellung entgegengeht, neu geregelt worden. Bis zum Infrafttreten der Schlichtungsordnung muß es bei den bisherigen Bestimmungen über die Bergütung der Beisitzer in den Schlichtungsausschüssen sein Bewenden behalten. Jedoch will ich mich zur Vermeidung von Särten damit einverstanden erklären, daß den Beisigern beim Nachweis des Ausfalles eines das zuständige Tagegeld übersteigenden Arbeitsverdienstes der Mehrbetrag aus Reichsmitteln erstattet wird. Soweit die Beschäftigung des Beisihers nicht gegen festen Tagelohn erfolgt, wird der Nachweis des zugrunde zu legenden durchschnittlichen Tagesverdienstes aus der letzten Lohnabrechnung zu entnehmen sein. Im Auftrage: gez.:( Unterschrift.) In schluß an obige Berordnung ist nach Rücksprache mit dem Herrn Oberpräsidenten als Demobilmachungskommissar für GroßBerlin von den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeifizern des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin in der 6. Sigung der 22 er Rommission pom 30. Juni 1920 beschlossen worden, die Feststellung der tatsächlich versäumten Arbeitsstunden und des Lohn- oder Gehaltsausfalles der Arbeitnehmerbeisiger dem Schlichtungsausschuß Groß- Berlin zu überlassen. Bekanntmachung. Die Herren Arzetgeber im Bereiche des Schlichtungsausschusses Groß- Betlin werben gebeten, den in ihren Betrieben beschäftigten Arbeitern und Angestellten, die als Beisiger für den Schlichtungsausschuß Groß- Berlin verpflichtet sind, auf der Rüdseite der Beifigerladung 1. die übliche Arbeitszett, 2. ben durchschnittlichen Stundenverdienst zu bescheinigen. Di Sersen Ailnehmerbeifiter werden aufgefordert sich recht zeitig ach aliner Rabung wegen obigen Angaben mit dem Arbeitgeber Berbindung zu jezen. Die Dee henkon der einzelnen Spruchtammern werden gebeten, be des Bertentausfalles deu loiden erleidenden Arbeitnehmerbeistern zu beheinigen. Berlin, den 15. Juli 1920. Schlichtungsausschuß Groß- Berlin. Die Gehärung: Dr. Seveterl. Lohnbewegung der Maler Allen Malern, Anstreichern und Bauarbeitern Groß- Berlins zur Kenntnis, daß die Maler und Anftreicher in einer größeren Zahl von Betrieben am Montag in den Streit getreten find. Die Kollegen hatten bie Forderungen der Organisation ihren Arbeitgebern nochmals unterbreitet. Da die Arbeitgeber jede Lohnerhöhung ablehnten, faben sich unsere Kollegen gezwungen, bei einem Teil namhafter Firmen in den Streit zu treten. Wir erfunden alle stellegen, etwaige Streitarbeit zu verweigern, desgleichen ersuchen wir alle Banarbeiter um ideelle Unterstügung. Ortsnerwaltung des Berbandes der Maler, Latterer, Anreiher, Biliale Berlin. gus dem Versicherungsgenserbe." Zu der unter dieser eserfhrift in Rr. 209 ber Freiheit" veröffentlichten Notiz des Zentralverbombes ber Wingestellten" shift ans der Alle gemeine Berband der Bersiherangsangeftelten" folgende Be richtigung: Es i imwahr, beber Algemetue Verband der Berherungsangefteen am xfang dieses Jahres bie 3erfplitterungs bestrebungen unter den Berkesangsangestellten betrieb, wahr ist vielmehr, daß infolge des brus des Januetstreits der Wersicherungsangerenten buzh den Zentralverband der Angestellten Hunderte von erfihemngsbeamten, darunter die Seftionen ver schiebener Ortsgruppen, slig gefchlafen beni 3. b. M. ben Rüden gefehrt hen and bec eft am 10. pull in Letptig gegründete freigemere... bas Sammeligden dieser organisa Es ist tionslos gewerbenon Bernherungsangestellten wirbe. ferner unwir, bej bor. B. 3. jemals sie pofitive Behauptung aufgestellt be, omnem sex ihm zu stellenben Antrage auf Anschluß an die fa refp. Arbeitsgemeinschaft industrieller Arbeitgeber- und Arbeitnehmerversäube würbe umbebingt stattgegeben. 23enn ber 3... weiterhin bem A.. B. das Berdienst be= strejtet, bie Regelang ber feberambenentschädigung herbeigeführt zu haben, so fann dieser billigen Kampfesweise bes 3. d. A. gegenüber festgestellt werden, baß ausweislich des vom Arbeitgeberverband gehrten Berhandlingsprotokolls die Versammlung erst auf Antrag des A. B. B. in eine Besprechung der nicht auf der Spezialitat: ohwo Tumexplafka Tagesordnung vorgesehenen Regelung der Ueberstundenvergütung eingetreten ist. Auch die Behauptung des 3. d. M. über die Busammensetzung des vom Reichsarbeitsministerium zu ernennenden Schiedsgerichts zweds Regelung der Oristlasseneinteilung ist dahin zu berichtigen, daß laut Protokoll als Unparteiische für das Schiedsgericht je ein Vertreter des Arbeitsministeriumis, des Finanzministeziums und des Reichsaufsichtsamtes, ferner je drei Beisitzer von Arbeitgeber- sowie Arbeitnehmerseite gestellt werden follen, von denen feiner dem Bersicherungsgewerbe nahestehen soll. Das Recht, je einen Arbeitnehmerbeisiger zu stellen, nimmt jebe der vier beteiligten Organisationen für sich in Anspruch, weshalb für die endgültige Stellung der Arbeitnehmerbeifizer, demokratischen Grundsägen entsprechend, die Anzahl der von den Organi fationen vertretenen Bersicherungsangestellten ausschlaggebend sein muß." Generalversammlung der Bekleidungsarbeiter. Nach einem Referat des Genossen Lehmann in der gestrigen Generalversammlung wurde beschlossen, dem Genossen Wilhelm Schumachet, den für die Studienfommission nach Rußland notwendigen Urlaub zu gewähren. Während dieser Zeit hat Genosse Willi Lehmann als erster Bevollmächtigter die Geschäfte im Verband weiter zu führen. Genosse Frizz Eder wurde ersucht, für die gleiche Dauer die Arbeiten des zweiten Bevollmächtigten zu übernehmen. Genosse Schumacher berichtet sodann über den Stand der Betriebsrätefrage im Sinne einer weitgehenden Selbständigkeit der Betriebsräteorganisation. Die Gewertschaften haben mit ihren Arbeiten so viel zu tun, daß ste nicht im Stande sind, die Betriebsräte für den besonderen Kampf zu schulen. Es ist dringend notwendig, die Zusammenrufung des Betriebsrätetongresses tajch zu ermöglichen. Wir müssen aus den Kompetenzstreitigkeiten herauskommen und aus den vielen Berhandlungen endlich zum Handeln gelangen. Nach ausführlicher Diskussion erklärte sich die Bersammlung mit der Haltung ihrer Bertreter in der Gewerkschaftstommiffion vollkommen einverstanden und beauftragte sie, in gleichem Sinne auch weiter zu wirken. Berichtigung. 3u bem Bericht über die Versammlung der Betriebsräte der Staats- und fommunalen Behörden schiate uns der Vorsitzende Polenste eine längere Berichtigung, in der es u. a. heißt:„ Bei der ersten Abstimmung über den Bertagungsantrag blieb die Entscheidung unklar. Ordnungsgemäß wurde daraufhin Auszählung vorgenommen. Mit der Auszählung waren vier Kollegen beauftragt. Das Resultat der Zählung wurde der VerJammlungsleitung mitgeteilt. Bon einer Schiebung kann absolut teine Rede fein. Der„ Demokratie" ist dadurch keinerlei Ge wait angetan. Eine neue Versammlung als Fortsetzung der vertagten, ist vielmehr geeignet, der Demokratie Rechnung zu tragen, als eine fart gelistete Rumpfverfammlung." Meffinginert Meinigenbos. Donnerstag früh Arbeitsaufnahme für sämtliche Kollegen und Kolleginnen. Der Arbefterrat. Autogen. Alle ausgesperrten Roflegen, welche Mitglieder des Deutschen Metall arbeiter- Verbandes find, wollen Bite am Donnerstag, ben 22, früh 9½ Uhr, ihre Verbandsbücher im Botal Don Settelmann, Linienstr. 195, abgeben. Doefte, Betrichsrat. Rebelwerte Oberschöneweibe. Auslegung der Arbeiter und Arbeiterinnen. Morgen früh Zeitungsnotiz beachten. Der Arbeiterrat. Groß- Berlin Juckerknappheit Die Zuderportion ist ohnehin sehr knapp. Während vor einigen Jahren um diese Zeit Einmacheguder gegeben wurde, sind wir fett soweit, daß die Portion eher noch verringert werden soll. Dabei hört man nahezu täglich von großen Bucerschiebungen, wonach ganze Wagenfabungen 3uder verschoben werden. Die Zuderprobuzenten machen glänzende Geschäfte. Und da will man ihnen noch weiter entgegenkommen und vom November ab den Zuckerpreis weiter erhöhen. Zugesichert ist den Produzenten die Ers höhung. Das ist das Charatteristische unserer Ernährungspolitit. Ausschließlich werden die Produzenten berüdsichtigt, die Konsumenien mögen bezahlen. So wird heute Ernährungspolitit gemacht. Der Arbeiter Wassersport- Verband hielt am Sonntag sein 2. Verbandsfest im Stadion, Grunewald, ab. In den einzelnen Konkurrenzen zeigten die Schwimmer gute Leistungen. Im Reigenschwimmen bewiesen die auswärtigen Schwimmer, daß sie im vollstümlichen Schwimmen vorzügliches leisten fönnen. Großen Beifall fand das Gruppenspringen. Die Rettungsvorführungen wurden mit Interesse verfolgt, während die Wasserballspiele bei sehr flottem Spiele, die Gleichheit der Berliner Bereine mit den auswärtigen Genossen erwiesen. Nachstehend die Resultate: Männerstaffette, 4x50 meter. 1. Freie Schw."- Renföfn( 2.23). 2. 6. B. Vorwärts"( 2.24). 3. S.-V. Elbe"-Magdeburg( 2.33). Damen brusthwimmen über 100 Meter. 1. Frl. Kannenberg S.-C.„ Nord" ( 1.53), distanziert. 1. Frl. Weihrich S.-C. Neptun"-Weißenfee( 1.56). 2. Frl. Braite Freie Schw."- Reutölin( 1.59). 3. Frl. Döring S.-C. Borwärts"( 2.1). Mannerspringen, 3 Kütfprünge. 1. E. Sting Elbe" Magdeburg ( 12). 2. 3. Lehmann H.-S. Leipzig"( 10). 3. R. Wiesener Freie Swimmer Botsbum( 10,02). Männers to tmmen über 100 Meter. 1. 5. Breisfer Freie Schw." Neutöln( 1.14). 2.&. Schmidt G.. Borwärts"( 1.21). 3. R. Müller S.-B. Vorwärts"( 1.22). Männerbrutitaffette, 4X100 teter. 1. S.-B. Borwärts"( 6.21). 2. Freie E."- Neuton( 6.31). 3. 6. B. Notb"( 6.48). 3. G.-B. Rire" Olivenstedt( 6.48). Damena tiden wo im men über 100 meter. 1. M. Gehrisch S.-B. Bor wärts"( 1.53). 2. Grids Freie Saw." Charlottenburg( 2.7). Haupto fwimmen über 300 Meter. 1. 5. Preiser Freie Schw."- Neukölln Zahn- Praxis Endter Nflg. Minenslebenstraße 21, Hochbahnhof Bülowstraße Mafe fte Prefe zähne 5. und 7,50 M. Schöne natürliche Farben und Formen mit echtem Rautschuk und schriftlicher Garantie. Untergruppe 3( Auto Fahrrad- n. Flugzeug Metalware. brie). Donnerstag, den 22. Juli, abbs. 7r, Soemantajale, Chauffeeftr. 110, Bersammlung aller Bands unb Repfaebcitor. Tagesordnung: Betriebs einschränkung und Gließung. Gabstage der Unternehmer. Denther Holmebetter- Berband Berwaltungsstelle Berlin Bureau Berfin 0 16, Rungestraße 30 Fernsprecher: At Morigplak 106 23, und 3578. Einsetzer. Am Donnerstag, den 22. Juli, abends 7 Uhr, im Lokal ven Greive, Rungestraße 30 Branchenversammlung. Tagesordnung 1. Bericht der Kommiffion. Betriebsräte Frage.& Branchenangelegenheiten. 2. Die Die Branchenleitung. Weiße Zähne durch Zahowohl befte Zahnpasta Überbaben Genossen werbt für die„ Freiheit“ Goldkronen:: Brlichen Stiftzähne. Gaumentofer Zahnerfat. Munduntersuchung gratis. Keine Luruspreise. Sprechstunden wochentags 9-12, 2-6 Uhr. Dentiche Schokolade Mh. 4.85 bie 100- Gramme Tafel Mh. 2.60 Die 50- Gramm Tafel in Laguspadrung Mh. 5.50 die 100- Gramm- Tafel mu. 2.85 die 50 Gramm Tafel G. Wechselmann Annahme in allen Speditionen des Berlages 1 ( 4.44). 2. 2. Kannenberg Freie Schw."- Faffenhagen( 4.57). 3. G. Mägig 6. Borwärts"( 4.58). 4. E. Boigt S.-B. Leipzig"( 4.59). Turmspringe Dom 10- Meter- Brett. 1. Nachtigall S.-B. Borwärts"( 9). 2. Ging S.-V.„ Elbe- Magdeburg( 8). 3. Lehmann S.-B. Leipzig"( 7). Rettungs Ichwimmen, 50 Meter frei, 50 Meter mit Objett. 1. G. Ales " Freie Schw."- Reutölln( 1.56). 2. M. Kesler Freie Schw."- Charlottenburg( 1.58) 3. F. Kühn Neptun 94"-Lichtenberg( 2.10).. Städtelagen staffetter 4X100 Mete t. 1. Berlin( 5.48). 2. Leipzig( 6.16). Damenspringen 3 Kürsprünge. 1. 6. Bener A.-S.-V. Leipzig"( 11). 2. C. Grids re Schwimmer"-Charlottenburg( 8). Stredentauden. 1. 3. Drefer Freie Schwimmer"-Spandau( 50 Meter). 2. A. Brusog 6.-B. Freihei ( 50 Meter). 3. M. Mertens A.-S.-V. Leipzig"( 49 meter). 4. A. Jotisch S Vorwärts"( 46 Meter). Damenbrustaffette, 4X50 Retel 1. Freie Schw."- Neuföln( 3.45). 1.„ Neptun"-Weißenfee( 3.45). 2. A.-S. Not ( 3.52). Wasserballspiele, 27 min. 1. Spiel„ Elbe"-Magdeburg Vorwärts"-Norben. 2. Spiel A.-S.-B. Leipzig" Vorwärts"-Rummelsburg 3. Spiel A.-G.-B.„ Halle" Vorwärts"-Neuton. 4. Spiel.- S.- B. Sannover Linden" S.-B. Freiheit". Jugendweihe! Cöpenid. Sonntag, den 26. September d. findet für alle diejenigen Kinder, welche zum Herbst die Schule berlassen und deren Eltern auf eine tirchliche Einsegnungszere monie verzichten, eine würdige Jugendweihe, voraussichtlich in de Aula der hiesigen Körnerschule, statt, und zwar ohne Rüdicht auf die politische Parteizugehörigkeit. Die hiesige Ortsgruppe bet Freireligiösen Gemeinde" wird es sich angelegen sein lassen, für eine wirklich erbauende Feier Sorge zu tragen. Wir richten hier mit an alle freidenfenden Eltern in Copenid, Friedrichshagen, Grünau usw. das Ersuchen, ihre in Frage fommenden Kinder um gehend, spätestens bis zum 31. Juli d. J., beim Genossen A. Lo renz, Copenid, Bahnhofstr. 8( Freiheit- Ausgabestelle) anzumelden. 3weds Vorbereitung der Kinder beginnt sofort nach den Schub ferien ein entsprechender Unterricht für die Teilnehmer. Kosten entstehen nicht. Genossinnen und Genossen sorgt für zahlreiche An meldungen. Einschlägige Auskünfte erteilen gern die Genossen Walter Lange, Kaiser Wilhelm- Straße 14 und R. Schulz, Flem mingstraße 18/19. Sturz aus dem vierten Stod. Gestern abend 10 Uhr fiel der 15jährige Barbierlehrling Pomp beim Reparieren der Jalousie aus der im vierten Stod des Borderhauses belegenen Wohnung in der Straßmannstraße 32. Sawerverletzt wurde er nach dem Krankenhaus Am Friedrichshain gebracht. Eine Schwindlerin in Krankenschwester- Kleidung, die fich den wohltlingenden Namen einer Freifrau von Osten- Satten, ver witwete Fürstin Lieben beigelegt hatte, wurde von der hiesigen Kriminalpolizei gestern unschädlich gemacht. Die 22 Jahre alte Krantenschwester suchte die Bekanntschaft bessergestellter Männer, benen sie, um ihr Mitleid zu erweden, und um sich interessant zu machen, stets ihre lange Leidensgeschichte" erzählte. So wollte fie längere Zeit im Lager von Altengrabow interniert gewesen sein. Ihre großen Liegenschaften in Rußland habe man ihr furzer hand weggenommen, auch von ihrem sonstigen Vermögen habe sie nichts mehr retten fönnen. Sie geht in ihrer Anhänglichkeit o weit, daß sie die Männer mit in ihre Wohnung begleitet. Dort nimmt die ruffische Fürstin" dann jede Gelegenheit wahr, u Stehlen, was ihr in die Hände fällt. Eine ganze Reihe von An zeigen brachten die Kriminalpolizei auf die Spur der Gaunerin Beamte des Dezernats B, 2, 1 ermittelten sie in der Person einer 22 Jahre alten Frau Dorothee Breth, geborene Rühe und nahmen fie fest. Weitere Geschädigte wollen sich in dem angegebenen De zernat melden. " Sommertheater Groß- Berlin", Sajenheide 15.„ Prinz und Bettlerin, Schwesterstid von Krane und Fessel" erlebt täglich den größten Beifall. Das gute Zusammenspiel der Kräfte machen das Stüd sehenswert. Das Stüd beginnt um 8 Uhr, vorher ab 26 Uhr Konzert, Spezialitäten. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgegend am Don nerstag. Ziemlich warm, zeitweise heiter, jedoch überwiegend be wölft, bei mäßigen südwestlichen his westlichen Winden. Keipe erheblichen Niederschläge. Aus den Organisationen 1., 2., 3. Distätt. Nächste Stzung der Bildungskommissionen Sonnabend, Uhr, Bei Nausch, Kreuzbergstr. 2. Diftritt. Elternbeiräte und. E. B.- rallion. Freitag Reichenberger St Nr. 67-70. 6. Difritt. Abteilungsobjevte ber Agitationstommiffion. Freitag, abends 7 h Stzung bei Ließ, Kleine Andreasfr. 10. 7. Diftritt. Donnerstag, 7 Uhr, Comenius- Säle, Memeler Straße: Mitglieder Versammlung. D.: Partei, Gewerkschaften und Betriebsräte". Ref: Genoff Lieste, Korreferent von der Gew.- Komm. 16. Diftritt. Freitag, 7 Uhr, Sigung der Bildungskommission, Frauenarbeits tommission, Kinderschuhkommission und sämtlicher Ordner. Jeder Bezirk muß ver treten fein. 9. Dit ift. 1. Abteilung. Donnerstag, 7% Uhr, bei Thielmann, Landsberger Allee 44. Sigung fämtlicher Mitglieder der Kommissionen und der Bezirksführe Bereinskalender Etuseter. Donnerstag, 7 Uhr, im Lokal von Greive, Rungestr. 30, Brancher verjamminng. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Fachgruppenausschuh- Sthung private Verkehrsunternehmungen in der Geschäftsstelle des Bundes am Donnerstag 72 Uhr. Fachgruppenausschuß- Sigung Gesundheitsindustrie in der Geschäfts stelle bes Bundes am Freitag, 7 Uhr. Deutscher Transportarbeiter Berband. Bezirk Groß- Berlin Seft. 1. Betriebs räte, Delegierte zur örtlichen Generalversammlung und Mitglieder der Branchen leitungen. Donnerstag, den 22. Juli, abends 7 Uhr, Zentral- Festsäle, Alte Jakob Straße 32, fombinierte Sektionsversammlung. Deutscher Transportarbeiter Verband( Bezirk Groß- Berlin). Freitag, 5 Uhr, i Königstadt- Kafino, Meranderstrege Ede Holzmarktstraße 72 äußerst wichtige Boll versammlung aller in den Kriegsorganisationen beschäftigten gewerblichen An gestellten. Berantwortlich für die Rebattion: Emil Rabold, Berlin. Berantwort für den Inseratenteil: Ludwig Komeriner, Karlshorst. Verlags genossenschaft Freiheit" G. m. b. 5., Berlin. Drud der Freiheit" Druderet 6. m. b. 5., Berlin C. 2, Breite Straße 8-9. Kleine Anzeigen Geschäftsstelle: Berlin C2, Breiteftr. 68 Das Ueberschriftswort 2.-M., jedes weitere Wort im Tegt 1.50 Mh. netto. Stellungsgefuche: Neberschriftswort 1.50 Mk., jedes weitere Wort im Tegt 1.-M. Unterricht Mustergültiges Deutsch fprechen, schreiben lehrt Erwachs fene abends erfahrener Sprach lehrer. Anzufragen Lagerkarte 407", Briefpoftamt Berlin. Berkäufe Segelboot, 5%, m, verkauft Fuchs, Waldftraße 5. 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