eis est aft 营 拜 m. wit th eis ng n zu It's Der uf ent Die ht dt Die St ad af ens int, Der gs ich Bes ent m od per Det and afs ent ag el ent, in nd ng h et ge : 懷 er ag cer 2.) ex JE NASA E SE est 37 A te $ Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang · Die Freiheit erfcheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags u einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für Groß- Berlin 10,-M. im voraus jahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 M. Für Pofte bezug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Defterreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 m. zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Desterreich 30,- M. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße 8-9. Freitag, den 23. Juli 1920 Nummer 293 . Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Monpareillezette oder deren Raum koftet 5,- M. einschließlich Seuerungszuschlag. Ranzeigen; Das fettgedruckte Wort 2,-M., jedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen lant Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes wettere Wort 1,- m. Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516 4603, 4635, 4649, 4921. Freiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Gegen den Krieg der Polen! Die standesherrlichen Keine Kriegstransporte für Polen Danzig, 23. Juli. Wie bie„ Danziger Zeitung" meldet, ist gestern morgen im Safen von Reufahrwasser ein polnischer Dampfer mit Kriegsmaterial für Bolen eingelaufen, ben die Hafen arbeiter mittags entladen sollten. Da die Arbeiter sich weigerten, diese Arbeit auszuführen, bemühte sich der polnis sche Bertreter um die Bermittlung des Chriftlichen und des Deuts schen Transportarbeiterverbandes und begab sich mit den Führern der Organisationen nach Reufahrwasser; eine Einigung tam jedoch nicht zustande, da die Arbeiter drohten, die gesamte Hafenarbeit zum Stillpand zu bringen, wenn einige Arbeitswillige die Arbeit aufnehmen würden. Die Dr ganisationsvertreter haben daraufhin ihre Vermittlungstätigkeit eingestellt. Ein Aufruf der Sowjet- Regierung Die russische Sowjetregierung hat einen Aufruf an die Arbeiter, Bauern und alle ehrlichen loyalen Bürger Sowjet rußlands erlassen, in bem fte bie Grundzüge ihrer Bolen politik und die Gründe der Ablehnung des Vermittlungsvor Schlages der Entente darlegt. Der Aufruf lautet: Die englische Regierung wandte fich am 11. Jult an uns mit dem Borschlag, den Krieg mit Bolen zu beendigen und Friedensver handlungen einzuleiten. Wir sollten bis zum Abschluß des Waffenstillstandes auf eine Grenze zurückgehen, die vorher durch die Friedenskonferenz bestimmt war. Wir haben ablehnend geantwortet. Ueber diese Handlung legen wir Rechenschaft vor dem rutschen und ukrainischen Bolte ab und drücken die feste Ueberzeugung aus, daß unser Wort auch bis zum polnischen Bolte bringen wird. Wenn England wirklich feinen Krieg wünschen würde, so müßte es auf die Unterstügung Polens durch Kriegsmaterial und Geld verzichten. Die Verhandlungen mit uns führt England, um seine Arbeitermassen einzuschläfern. Lord Curzon beruft sich auf den Völkerbund, in dessen Namen er mit seinem Vorschlag auftritt. Aber zu den Mitgliedern dieses Bundes gehört auch Polen, das gegen uns einen räuberischen Feldzug eröffnet hat. Alle Mitglieder des Bölterbundes, besonders Frankreich, England und Amerika sind mit Leib und Seele verbunden in der Ent fachung des Krieges gegen die Ukraine und Rußland durch Polen. Am 9. März haben wir uns an sie mit der Aufforderung gewandt, die zum Schlag erhobene Verbrecherhand zurückzuhalten. Sie haben nicht geantwortet. Jetzt ist dem weißgardistischen pol nischen Heere durch die Rote Armee ein schwerer Schlag zugefügt worden. England schlägt uns die Vermittlung zum Waffenstill stand mit Polen vor. Lord Curzon beschränkt sich nicht auf die polnische Frage, er schlägt vor, den Krieg mit Baron Wrangel zu beendigen und erklärt, daß dieser ruhig da sitzen bleiben wird, wo er ist. Curzon erklärt, daß die Borbedingung zu Sandelsbeziehun gen die Nichteinmischung Rußlands und Großbritannien ( gestört).... Er hält sich für berufen nicht nur zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten Rußlands, sondern auch dazu, Teile des Gebietes der föderativen Sowjetrepublik einzelnen Abenteurern, die dem großbritannischen Imperialismus dienen, zu schenken. Unsere Ablehnung der feindlichen Vermittlung bedeutet teine Alenderung unserer Politit in bezug auf Polen. Sowjetrußland achtet sorgfältig auf die Rechte anderer fleiner Völkerschaften. Das Beispiel Esthlands, Georgiens und Litauens be weist das. Mit diesen Ländern haben wir ohne Vermittlung des Völkerbundes Frieden geschlossen. Wir führen Friedensverhand lungen mit Finnland, Lettland, Armenien. Auch diese Verhandlungen werden in furzer Zeit zu friedlichen Beziehungen führen. Sowjet- Mostau hat mehrere Male Polen den Frieden vorgeschlagen. Wenn es sich jeht unmittelbar an uns wenden wird, werden die friedlichen Beziehungen zwischen Rußland und Polen schneller und dauerhafter auf diesem geraden Wege hergestellt werden als durch die Entente. Die wirklichen Grenzen Bolens, Die Sowjetrußland zusammen mit den Vertretern des polnischen Volkes festsetzen wird, werden östlich der Grenzen verlaufen, die von den Imperialisten Londons und Paris, die gleich feindlich und verhaßt den arbeitenden Massen Polens und Rußlands gegenüberstehen ,. fortgesetzt worden sind. Wenn Polen einen ehrlichen Frieden, ehrliche Grenzen haben wollte: es würde schon lange einen ehrlichen Frieden mit uns er reicht haben. Wenn wir die Vermittlung des Völkerbundes im Kriege mit dem weißen Polen und dem Baron Wrangel ablehnen, so nischen Arbeitern und Bauern, ich von ihren polnischen und ausländischen Unterdrüdern zu befreien. Vorwärts bis zur vollen Zertrümmerung der weißgardistischen Wrangelbanden! Nieder mit den Junkerlichen Bergewaltigern Bolens! Es lebe die Rote Armee der Arbeiter und Bauern! Vor der Räumung Bialostoks T.U. Paris, 23. Juli. Wie aus Warschau gemeldet wird, find 20 frische bollewistische Divisionen herangeführt worden und sind an der Offensive im Norden zwischen Suwalfi und Augustowo be teiligt. In Kürze soll eine Entscheidungsschlacht statt finden. Wie weiter gemeldet wird, bezetten die Polen bie Räumung Bialostots v02. Räumung Warschaus durch die Zivilbevölkerung 5.R. Paris, 23. Jult. Hier liegen Nachrichten über die Räumung Warschaus durch die Zivilbevölkerung vor. Genaue Angaben über die Lage an der polnischen Front fehlen jedoch, da seit zwei Tagen tein polnischer amtlicher Bericht mehr eingetroffen ift. Polnischer Frontbericht L.-U. Warschau, 23. Juft. Bolnischer Heeresbericht vom 22. Juli: Südlich Grodno be= finden sich unsere Abteilungen an der Landstraße Sotolto- Grodno im Kampfe und verdrängen den Gegner aus den Orten Koropozyce, Kamionta, Kolczanta und näherten sich den Forts von Grodno. An ber Stara Plänteleten und Erfundungsgefechte. Bet Mostale versuchte der Feind überzusehen wurde aber unter schweren VerNördlich Slonim find heftige. Iuften zurückgeworfen. Kämpfe im Gange. Der Feind versuchte hier den Fluß zu forcieren, wurden jedoch gezwungen, an das westliche Ufer zurückzuBei tehren. Bet Bollie Plänteleien und Vorfeldgefechte. Golcze wollte der Feind den Bobret passieren, wurde jedoch abge wiesen. Bei Rzeczyce und Mulczyce stehen unsere Abteilungen im schweren Kampf mit den Bolschewisten. Deftlich von Bozycze verdrängten wir den Feind aus Jeziorto und Kletaczet und erbeuteten eine Menge Kriegsmaterial. Auf der Linie Radziwilow- Dubno dauern die schweren Kämpfe ben ganzen Tag über an. Seftige Angriffe des Feindes bei Krzniet(?), nördlich Weloczysta wurden zurüdgeschlagen, ebenso die schweren Angriffe, die der Gegner ohne Rüdsicht auf die ungeheuren Verluste nördlich des Zbrucz machte. Diese kämpfe Sauern zurzeit noch mit unverminderter Heftigkeit an. ( Siehe auf Seite 3.) Italien und Sowjetrußland. Rom, 22. Juft. ,, Avanti" erfährt, daß die italienische Regierung dem Vers treter der Sowjetregierung Wobowosty einige Vorrechte zugestanden habe, die gewöhnlich den diplomatischen Agenten bewilligt werden. Das Programm der baltischen Konferenz T.U. Kopenhagen, 23. Juli. Die bevorstehende baltische Konferenz in Riga wird sich unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen: Handelsverträge, gemeinsame Bantpolitit, Valutafragen, Industrieförderung, gemeinsames Gewicht- und Maßsystem, Eisenbahn-, Post- und Telegraphenverkehr. Auch militärische, politische, rechtliche, sanitäre, soziale and fulturelle Fragen sollen erörtert werden. Deutsch- lettischer Friedensvertrag Riga, 23 Juft. Wie die Telegraphenunion erfährt, ist am 20. Juli die lettische Friedensdelegation aus Berlin zurückgekehrt. Der am 15. Juli unterzeichnete Friedensvertrag mit Deutschland bedarf noch der Ratifikation durch den deutschen Reichstag und die lettische Nationalversammlung. Die FriedensverhandIungen mit Rußland werden in Riga fortgesetzt. Bergregale Preußen heute wie ehemals immer das alte Während der kurzen Tagung vor der großen Sommers pause der immer noch„ verfassunggebenden" Preußischen Landesversammlung ist unter anderem auch der Gesetzentwurf zur Ueberführung der standesherrlichen Bergregale an den Staat in erster Lesung debattelos an den Handelsausschuß verwiesen worden. Die Deffentlichkeit hat alle Ursache, sich diesen Gesezentwurf recht genau anzusehen. Um teinen falschen Verdacht auffommen zu lassen, set gleich vorweg bemerkt, daß dieser Gesezentwurf nicht etwa der Initiative der preußischen Regierung entsprungen ist. Er ist vielmehr aus der zwingenden Vorschrift des vierten Absages des Artikels 155 der Reichsverfassung entstanden. Dort heißt es in der wortereichen, aber inhaltarmen Phra seologie, die der Reichsverfassung eigen ist: Alle Bodenschätze und alle wirtschaftlich nugbaren Ratur träfte stehen unter Aufsicht des Staates. Private Regale find im Wege der Gesetzgebung auf den Staat zu überführen." Unter Bergregal versteht man das Recht, in einem be ftimmten Bezirk entweder selbst Bergbau zu treiben oder andere zum Bergwerkbetriebe zuzulassen. Im letzteren Falle leitet der Regalinhaber für sich das Recht ab, von den vers liehenen Bergwerfen Abgaben zu erheben. Das Bergregal hat seinen Ursprung in dem enormen Geldbedürfnis der alten Kaiser und Könige. Sie eigneten sich auf diese Weise die glänzenden Ausbeuten der ergiebigten Bergwerfe an und sicherten sich einen mühelosen und beträchtlichen Anteil, den Bergzehnten, an den weniger er giebigen. In dem Maße, wie die sich ändernden wirtschafts lichen Grundlagen der alten Kaisermacht den Nährboden entzogen und die Macht der fleinen Territorialherren stärkten, ging auch das Bergregal in deren Hände über. Alle Versuche, die namentlich seit dem Erstarken der hohenzollern. schen Hausmacht einsetzten, es ihnen wieder zu entwinden, hatten nur einen sehr bescheidenen Erfolg. Die Regalrechte verblieben auch dann noch den Duodezfürsten, als diese zum großen Teil infolge der napoleonischen Aufräumungsarbeit entthront wurden. Sie fonnten sie auch weiterhin ausüben, als mit dem Allgemeinen Berggesetz vom 24. Juni 1865 unter dem Einfluß der Manchesterdoktrin das staatliche Bergregal fattisch beseitigt wurde. Und bei der Miquelschen Steuerreform von 1892/93 wurden die vom Staat bis dahin erhobenen Bergwerksabgaben nicht aufgehoben, sondern nur ,, außer Hebung gesetzt", um den feudalen Regalherren zu er möglichen, ihrerseits die Abgaben auch weiterhin einzuheimsen. Dies sind typische Beispiele dafür, wie groß in Preußen- Deutschland der Einfluß von faum zwei Duzend hochadliger Familien bis in die neueste Beit hinein ge wesen ist. Die finanzielle Bedeutung der Bergregale gewann in ungeahnter Weise mit der Aufnahme und dem riesenhaften Aufschwunge der Steinkolengewinnung. Das geht recht deutlich aus den Zahlen hervor, die über die vom Herzog von Arenberg erhobenen Bergwerksabgaben veröffentlicht worden sind. Jm Jahre 1866 begann die Hebung. Die eine damals abgabepflichtige Beche hatte 379,47 zu entrichten. 1887 waren bereits 11 3echen in Betrieb, die zusammen 101 037 M. Tribut an den Standesherrn abführen mußten. 1906 überschritten die Abgaben der nun vorhandenen 18 Zechen bereits die erste Million um 73 202 M. Sieben Jahre später brachte das Regal dem Inhaber 2 035 568 M. und im Jahre 1918 er reichte die Einnahme fast drei Millionen Mart. Inzwischen dürfte auch diese Summe entsprechend der ges waltig emporgeschnellten Kohlenpreise weit überholt sein. Alles in allem sind der herzoglich Arenbergschen Hof- und Rentfammer solcherart bis zum heutigen Tage etwa 40 Millionen Mart zugeflossen. Diese Tatsache gewinnt jedoch noch einen beinahe schildbürgerlichen Anstrich dadurch, daß zu den, Tributpflichtigen auch der preußische Bergfist us gehört! Von 1904 I heißt das nicht, daß wir die Berhandlungen mit England und Kraffin auf der Fahrt nach London bis heute hat er mehr als 3 Millionen Mart zur anderen Ländern, die dem Völkerbunde angehören oder nicht angehören, nicht fortsetzen wollen. Unsere Friedenspolitit bleibt unverändert. Wir sind jederzeit bereit, in Handelsbeziehungen mit den industriellen Kaufleuten und Kapitalisten einzutreten. Wir sprechen ihnen aber das Recht ab in der Rolle der Retter der kleinen Bölter und der Friedensstifter im Bürgertrieg aufzutreten. Wir tennen sie, wir trauen ihnen nicht, wir warnen die arbeitenden Massen Frankreichs, Englands und Bolens und aller anderen Länder vor dem Vertrauen zu den bürgerlichen Regierungen, die unverbesserlich in ihrer Gier sind, unvertilgbar in ihrer Niedertracht, unermüdlich in ihrem Verbrechen. Sie machen wütende Anstrengungen, um Rumänien und andere unserer Nachbarstaaten in den blutigen Abgrund des Krieges zu stoßen. Seid auf der Sut, rote Soldaten. Arbeiter, Arbeiterinnen, Bauern, Bäuerinnen! Mit verdoppelter Kraft erfaßt unser revolutionäres Schwert. Den Kampf für die Befestigung und Blüte Sowjetrußlands wollen wir zu Ende führen. Helfen wir den polKopenhagen, 23. Juli. „ Berlingske Tidende" meldet aus Reval: Die russische HandelsDelegation unter Führung Kvassins und Kamenews tam am Dienstag hier an. Das englische Kriegsschiff, das sie nach England überführen sollte, hat Befehl erhalten, die Russen nicht an Bord zunehmen. Krassin hat deshalb gestern versucht, einen private'n Dampfer zur Fahrt nach England zu erlangen. Berhandlungen im Botschafterrat 5.R. Paris, 23. Juli. Der Botschafterrat ist heute morgen unter Vorsitz von Jules Cambon zusammengetreten, um die Teschener Frage weiter zu untersuchen. General Lerond wurde über die Lage in Oberschlesien gehört. wit der Weltgeschichte wird noch pikanter durch die Tatsache, daß der Herzog von Arenberg in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts bereitgewesen ist, fein Regal gegen eine Jahresrente von 1000 Talern oder entsprechender Kapitalsabfindung an den Staat abzutreten. Die. ahnungslosen Bureaukratenseelen lehnten damals das Angebot ab und die Arenberge lachten sich später eins ins Fäustchen. In dem eben erörterten Falle stehen uns genauere Zahlen zur Verfügung. Bezüglich der übrigen bestehenden privaten Bergregale ist das leider nicht der Fall. Der Gesezentwurf zählt in seiner Anlage fünfundzwanzig Privat: bergregale auf. Einige find mit der Zeit wertlos geworden oder haben nie eine besondere Bedeutung besessen. Den Umfang der übrigen sich etwas näher anzusehen, ist aber auch von großem Interesse, denn das Recht auf Abgaben ist nur eine Seite der Sache; viel wichtiger noch ist das Recht, die Bodenschätze selbst zu heben. 3 # Da ist zunächst das schon genannte Bergregal des Her zogs von Arenberg, umfassend den gesamten Landfreis Redlinghausen mit 603 Quadratkilometer Flächeninhalt. Etwa 380 Millionen Tonnen Kohle sind bisher abgebaut worden. Bis zu 1200 Meter Teufe dürften noch 7240 Millionen Tonnen Steintohle anstehen. Das Bergregal des Fürsten Salm Salm er tredt sich gar über 1347 Quadratkilometer, das des Herzogs von Broŋ über 272 Quadrattilometer, das des Fürsten von Bentheim Ted. lenburg über 279 Quadratkilometer. Die Rechte der Erben des Fürsten Guido Hendel von Donnersmard umfassen die freie Standesherrschaft Beuthen, Neuded und Tarnowig. Dem Grafen von Thiele Windler steht das Bergregal über die Herrschaft Mylowig und das Rittergut Kattowig( ca. 225 Quadratkilometer) zu. Die Regalitätsrechte des Herzogs von Ratibot im ehemaligen Herzogtum Ratibor find bestritten. Dagegen hat der Fürst von Pleß über seine 800 Quadrattilometer.große Standesherrschaft Regalitätsrechte, die weiter gehen, als alle anderen. An diesen wenigen Beispielen ist zu erkennen, was für gewaltige Gebietsteile in bergbaulicher Hinsicht durch eine handvoll bevorrechteter Leute offupiert sind. Dem proletarischen Rechtsempfinden widerstreitet es ganz und gar, daß die volkswirtschaftlich hochwichtigen Bodenschäße der freien Verfügungsgewalt einiger, nur auf ihre Profitinteressen be dachter Privilegierter unterliegen. Und darum war im November 1918 eine der ersten und wichtigsten Forderungen die der Ueberführung sämtlicher Bodenschäze in das Gemeineigentum. Versprechungen sind viele gemacht worden, aber eingehalten ist davon nichts. Nur die Ueberführung der privaten Bergregale auf den Staat ist als zwingende Borschrift in die Reichsverfassung aufgenommen worden. Aber wie wird sie in dem Gesetzentwurf, unterzeichnet von Braun( Soz.), Fischbed( Dem.), Lüdemann( Soz.) durchgeführt! Obgleich in dem oben zitierten Paus der Reichsverfaffung mit feiner Silbe gesagt ist, daß die Ueberführung gegen Entschädigung vorgenommen werden müßte, hat sich die Regierung durch besondere Berträge zu folgenden Ungeheuerlichkeiten verpflichtet. Herzog von Arenberg erhält fünf Jahre lang 1% Millionen, weitere fünf Jahre 1 Million und abermals fünf Jahre Millionen Mart jährlich. Fürst Salm- Salm bleibt ungeschmälert im Genusse der Bergwertsabgaben, die vor dem 11. August 1919 zum 3wede der Ablösung in Hypotheken, Grundschulden oder Schuldverschreibungen umgewandelt worden find. Bon ben nicht abgelösten Abgaben erhält auch er je fünf Jahre lang%,% und der bisherigen Eingänge. Die fünfzehnjährige Frist beginnt bei zwei weiteren Schachtanlagen erft, wenn fie in Betrieb genommen werden. Außerdem hat der Fürst das Recht, bis zum 1. Januar 1945 in dem bisherigen Regalgebiete noch 44 Maximalfelder zur Gewinnung von Steinkohlen frei von Regalabgaben im Wege der Mutung zu erwerben. Auch die Firma Krupp, die im Gebiet des Herzogs von Croy Bergbau treibt, darf bis 1. Januar 1935 no 28 Maximalfelder hinzumuten. Und so geht es munter weiter. handelt. Wenn Arbeiterforderungen in Frage fämen, wäre es natürlich etwas ganz anderes. Das Proletariat verlangt mit allem Nachdruck, daß die privaten Bergregale ohne Entschädigung an den Staat überführt und zugleich die noch unerschlossenen Felder dem Zugriff des Privatfapitals entzogen werden. Von der Reichsgesetzgebung aber verlangen wir schleunigste Uebers führung aller Bodenschäze in das Gemeineigentum! Wenn oben aus der geschichtlichen Entwicklung des Bergregals hervorging, wie sehr unter dem alten Regime die Interessen einiger hochadeliger Familien bei der Gesetzgebung vor dem Allgemeininteresse den Borrang genossen, fo bürfen wir jett sagen, auch unter dem neuen Regime ist es teinen Deut besser. Die Regierung sucht in der Begründung über die Frage der Entschädigung mit einigen gewundenen Konstruktionen hinwegzukommen. Legten Endes flüchtet fie sich hinter einen Beschluß der Landesversammlung vom 14. Rovember 1919, wonach die Ueberführung der Berg regale an den Staat gegen angemessene Entschädigung" erfolgen soll. Dieser Beschluß, der damals mit Hilfe der Rechtssozialisten zustande fam, steht aber im Widerspruch mit der Verfassung. Das schadet in diesem Falle jedoch gar nichts, weil es sich um die schwerreichen Kohlenmagnaten Die Duäker Bon B. Riedel Was soll werden? Die Bergarbeiter- Zeitung zur Kohlenfrage Theodor Wagner, der Redakteur der„ Bergarbeiter Beuung", veröffentlicht im Gewerkschaftlichen Nachrichtendienst" einen Artikel Spaa und das Kohlenproblem" Er stüzt sich dabei auf einen Artikel der„ Bergarbeiter Beitung", der anscheinend ebenfalls von ihm Stammt. Danach erklärt die Bergacbeiter- Zeitung" zunächst ihre Bereitwilligkeit, am Wiederaufbau der ganzen Welt, mitzuarbeiten, fomeit die Kräfte der Bergarbeiter reichen. Der Artitel gibt einige Zahlen über die Steinkohlenförderung in Deutsch land an, denen wir folgendes en nehmen: Die deutsche Steinfohlenförderung betrug im legten Friedens jahr 1913 191 511 154 Tounen An Steinkohlen, Kofs und Briketts wurden ausgeführt 44 911 850 Tonnen, eingeführt 11 824 145 Tomen. Der die Einfuhr übersteigende Ausfuhrüber schuß betrug mitbin 83 587 205 Tonnen. Ja Deutschland wurden demnach 1913 157 928 949 Tonnen Steinfohle verbraucht, Da gegen betrug die Steinkoblenförderung 1919 nur 116 673 000 Tonnen, blieb mithin hinter dem Verbrauch von 1913 um 41 250 949 Tonnen zurück. Von Januar bis Mai 1920 betrug die Steinkohlenförderung 50 938 756 Tonnen gegen 44 458 394 Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Wir dürfen danach mit einer Jabres örderung an Steintohlen für 1920 von höchfiens 125 000 000 Tonnen rechnen. Die Jahresförderung von 1920 wird also hinter dem Jahresverbrauch von 1913 um fast 33 000 000 Tonnen zurückbleiten." Leistungen über die Kräfte der Bergarbeiter gehen, daß es agner schließt darans, daß die von der Entente geforderten ganz unmöglich fei, an die Entente 30 oder auch nur 24 Millionen Tonnen jährlich zu liefern, ohne daß wir uns selbst vernichten". Die Bergarbeiter hätten freiwillig Ueberschichten verfahren, um im Jutereffe der notleidenden Bevölkerung die Förderung zu heben. Gezwungen fönnten sie dazu nicht werden. Ohne oder gegen die Bergarbeiter fet das Kohlenabkommen mit der Entente sucht und gefunden werden. also nicht einzuhalten. Eine Verständigung müsse daher ge Das heißt, Wagner erklärt, daß die Bergarbeiter- Organisation an etner er ständigung über die Frage, wie die Lei ungen zu vollbringen sein werden, bereit fet. Damit ist er fertig. Er wendet sich im übrigen nur gegen die Siegertranfheit" der Westmächte und versäumt, das Wichtigste hinzuzufügen. Nämlich die Beantwortung der Frage, unter welchen Bedingungen die Bergarbeiterschaft zu Berhandlungen zwecks Verständigung in oben gekennzeichnetem Sinne bereit ist. Uuseres Erachtens müssen von der Regierung und von den Zechen ganz bestimmte Garantien gegeben werden, be= vor auch nur an Verhandlungen gedacht werden tann. Oder will der Bergarbeiter- Berband unter Berufung auf bie nationale Not" die Bergarbeiter mit verbundenen Augen der verschärften Ausbeutung durch das deutsche Rapital ausliefern, ohne für die Mehrleistungen, an die man anscheinend denkt, weit. gehende Aequivalente in Gestalt von weitgehen Ben Rechten zu entscheidendem Einfluß der Bergs arbetterschaft auf die Produktion zu fordern? Als um die Mitte des 16. Jahrhunderts auch in England die Reformation durchgriff, tonnte sie sich im Infelreich nur schwer von den tatholisierenden Formen trennen, welche einen wesent lichen Stüßpunkt der früheren Befenntnisse ausmachten. Es war also selbstverständlich, daß eine große Anzahl religiös empfinden der Menschen gegen die unvollkommene, den Erwartungen nicht entsprechende Staatstirche demonstrierte und Bereinfachung des Rituals und der Bekenntnisse wünschte. Die Königin Elisabeth versuchte, wie das bei orthodoxen Herrschern ja allgemein üblich ist, mit äußerster Strenge gegen die Diffidenten" vorzugehen. In der Uniformitätsatte von 1559 verbot sie einfach alle Widerlehren gegen die anglitanische Kirche und ließ alle widerstrebenden Lehrer und Anhänger einterfern und mit hohen Geldstrafen belegen. Wie gewöhnlich, schlägt eine solche Strenge gegen Anders dentende in das Gegenteil um. Eine ungeheure Erregung bemächtigte sich der Masse, man hatte ihre Vorfämpfer in Glaubensfrei heit zu Märtyrern gemacht, und eine gewaltige Sette der Independenten b. i. der Unabhängigen" war die Folge. Man wollte Gewissensfreiheit Unabhängigtelt von der Staatstirche, reinliche Scheidung von Glaubens- und Staatsgewalt, Vereinfachung aller firchlichen Formen, Ablehnung der studierten Theologie und was der sozialen Forderungen noch mehr waren. Die einmal entfachte Boltsbewegung war nicht wieder einzudämmen. Bedeutende Männer machten sich den Volksgedanken zu eigen, und als sich der Parlamentsführer Oliver Cromwell an die Spike der Independenten stellte, schien es, als wenn dieser Diffentismus Die Staatsfirche überflügeln müßte. Das wurde durch Uneinigfeit und falschen Raditalismus der Anhänger selbst vereitelt. Die einen faßten die Sache rein politisch auf, predigten Steuerverweigerung und Abschaffung aller Obrigkeit, die andern formulier ten Befenntnisse, die sich mit apoftolischen Anschauungen dedten, und die dritten zogen sich grollend zurüd, weil sie überhaupt keine religiöse Befriedigung mehr in dem Jndezendismus entdeden fonnten. Das war die Geburtsstunde der Quäler. George Fox( 1624-1691) hieß der fühne Reuerer, welcher die Rassen zu einer neuen religiösen Bewegung hinrih. Und fühn war sein Unternehmen in der Tat. Hatte er doch nicht allein die Regierung, sondern auch die gesamte anglitanische Geistlichkeit, wie den ganzen Anhang der Indezendenten gegen sich, troßdem er fich scharf an den Indezendismus anlehnte. Aber eine unentwegte Ruhe, ein nicht zu überbietender Eifer, eine fanatische Begeisterung ließ For alle Schwierigkeit überwinden. Hatten ihn Bauern, burch die Geistlichkeit aufgeftachelt halb tot geschlagen, so erhob er sich nach der ersten Ohnmacht, verzieh allen Widersachern und predigte weiter. Und was lehrte er? Wir brauchen feine Kirche, tein Bekenntnis, feine Theologen und studierten Pfaffen. Die Kraft Gottes stedt in jedem Men[ chen und unmittelbar ohne Bermittler wirit fie in uns und bringt uns durch innere Sammlung zur Erleuchtung. Die Kraft Gottes offenbart sich in uns durch unser Gewissen, und wie der Geist dazu treibt, der mag reden. Wir Menschen sind alle Brüder, Die Fragen der Kammerkommission Millerand soll Auskunft geben 5.R. Paris, 23. Juft. Erfolg dieses Krieges hatten. Es wird weiter gefragt, ob be züglich dieses Punties Uebereinstimmung zwischen dem General stabe, der Militärtommission in Polen und dem Auswärtigen Amt in Paris erzielt worden sei. Jst man der Hilfe der Bundes genossen sicher?", wird wörtlich gefragt, und wenn ja, welche, Hilfe werden die anderen leisten?" Die Kammerkommission für auswärtige Angelegenheiten hat Millerand einen ragebogen betreffs der Entwaffnung und der Steinfohlenlieferungen zugestellt. Die Kommission verlangt Mittellung über den Grund des neuen Aufschubs der deutschen Ents waffnung. Wetter wird Auskunft über die deutschen Borschüsse, die mit bezug auf die Steinfohlenlieferungen versprochen wurden, verlangt, ferner eine Mitteilung über die Verpflichtungen, die Frankreich Polen gegenüber übernommen hat, welche Unterhandlungen dem polnischen Kriegseintritt vorangegangen sind, sowie welche Meinung die Militärsachverständigen über den möglichen Finanzminister Marschall erklärte im Senat, in der Frage der Schadensvergütung habe man teinerlei Ziffer festgelegt. Man habe weder von deutscher noch von alliierter Seite auf einen bestimmten Betrag hingewiesen und zwischen den Deutschen und den Alliierten wurde teinerlei Abkommen unterzeichnet oder vor bereitet. Das Versailler Abkommen gebe auch keine Veran lassung, über diesen Bunft zu debattieren. Das französische Volt, Parlament und Regierung seien einig, daß der Angreifer seine Verwüstungen bezahlen müsse und eine Unterhaltung hierüber sei unzulässig. alle gleich und alle berufen. Die Bibel ist unsere Richtschnur zum ittlichen Handeln, wie Christus uns vorbildlich sein soll in seinem Tun und Wandel. Die Quäter sehen also in Chriftus nicht ohne weiteres den ,, Erlöser" und Gottsohn, sondern einen„ Gleichen", Gottbevorzugten, dem nachzuahmen und Gutes zu tun, Sache des inneren Gebotes ift. Ablehnung des Amnestieantrages Paris, 23. Juft. Die Sozialisten hatten gestern im Verlaufe der Amnestiedebatte in der Kammer den Antrag gestellt, daß auch die wegen poli tischer Bergehen Verurteilten in die Reihe der Bes gnadigten einbegriffen sein sollten. Caillaug' Advokat Giaffort erklärte jedoch, Caillaug wolle teine Begnadigung, und änderte den sozialistischen Antrag dahin um, daß die Ver urteilungen des Staatsgerichtshofes von der Begnadigung aus geschlossen sein sollten. Der Gesamtantrag wurde aber mit 42 gegen 204 Stimmen abgelehnt. For hat seine Anhänger zu einer Gesellschaft der Freunde" zuJammengeschmiedet. Society of friends. Das ist der offizielle Name auch noch heute. Das Wort Quäter ist aus einem Volts: schlagwort entstanden. In ihrer idealen Begeisterung redeten sich die neuen Propheten in eine Etstase hinein, die sie am ganzen Körper zittern" machte. In der Tat heißt quate" nichts weiter wie zittern. Seht, er zittert beim sprechen, riefen die Zuhörer, es ist ein Quater. Man hat späterhin den Ausdrud biblisch erklären wollen nach Phil. 2, 12, wo es heißt: Du sollst vor dem Herrn in Aengsten zittern". Das ist aber nur ein Versuch, die Namengebung in gläubiger Weise auszulegen, der der historischen Herfunft nicht gerecht wird. Das Ergebnis der Reichstagswahl Abschließende Ermittlung Das endgültige Ergebnis der Reichstagswahlen ist erft jett vollständig ermittelt worden. Es ist niedergelegt in einer Zu sammenstellung, die der Reichswahlleiter Delbrüd eben unter dem Titel„ Die Wahlen zum Reichstag am 6. Juni 1920" vers öffentlicht. Danach betrug die Zahl der im ganzen abgegebe nen gültigen Stimmen 26 017 590. Danach betrug für die einzelnen Parteien die Zahl der Ganz bedeutend wurde die Quäterbewegung erweiter durch das Auftreten von William Penn welcher 1660 nach Amerita auswanderte, um bort für diese Joeen praktische Propaganda zu treiben. Das Territorium Pennsylvania hat in der Tat seinen Namen nach dem eifrigen Glaubensapostel, denn hier war die erste Stätte seiner Wirksamkeit, von hier aus ging das amerikanische Quäfertum zu einer noch höheren Blüte wie im Stammland England über. Benn sozialisierte, wenn man so sagen darf, die Quäterideen weiter. Er predigte das Naturrecht der Menschen. Die Gleichheit der Brüder erlegt auch als erste und größte Verpflichtung die Silfe an alle Bedürftigen und Leidenden auf. Der Ausgleich fann nur fommen, wenn jeder von seinem Ueberfluß an den Mitmenschen abgibt. In Amerita galt sein erstes Streben der Abschaffung der Stlaverei und dem Verbot der Freijagden" auf Indianer und ihrer Territorien. Abschaffung aller Steuern, Berweigerung jeden Kriegsdienstes, das waren die radikalsten Forderungen der Quäter. Gewiß, nicht alles was For und Benn wollten, fieß sich im Staatenleben durchführen. Wenn sich die Quäter nicht außerhalb der Gesetze stellen wollten, so mußten sie in manchen Raditalitäten ein Loch zurüdsteden. Die Steuerverweigerung hat nicht allzulange angehalten, heute macht tein Mitglied der Freunde" dem Staate deshalb Schwierigkeiten, und im amerikanischen Freiheitstriege hatte mancher Quäter zu den Waffen gegriffen, ohne aus der Gesellschaft ausgestoßen zu werden. Heute zählen die Quäter in Amerika zu den besten und angesehenften Staatsbürgern, und ihre Bereitwilligkeit zur Hilfe. leistung von Mühseligen und Beladenen", die durchaus nicht vor Andersdenkenden Salt macht, läßt sie im Staatenleben als sehr ichägenswertes Glied des Gemeinwesens gelten. Wie steht die Quäterbewegung in Deutschland? Es hat taum eine gegeben! Unabhängige Sozialdemokraten Zentrum Demokraten Deutschnationale Deutsche Boltspartei Kommunisten Bayerischer Bbd. Hannov. Landesp. Christl. Boltspartei D D ben eine Kri nen Er 1915 dire irgen tun bei Dief fchen ende 601 ten Gen Bera tan fluß der Krie anzu geta unm Gla wen faft tonn D punt Ro Un Meh habe ichen Der Stimmen liche 4.895 317 66 8 reich 5 614 456 77 9 230 6 3 540 830 47 6 iche 2 202 334 20 8 bie 3 736 778 46 7 Fre 3 606 316 47 1 Bre 441 995 1 1 tat 218 884 3 unt 319 100 3 int • 65 219 3. ma fich ziali dazu anzu nicht tonn lage 6 in den Mandate auf Wahl- in Wahlkreis- Neichfreifen verbänden Itste 18 78888ELE Bayerische Boltsp... 1171 722 Daneben find als Vertreter der Wahltreise, in denen am 6. Juni vegen der Abstimmung über die Reichszugehörigkeit noch nicht gewählt worden ist, aus der Nationalversammlung Mitglieder des Reichstags vorläufig verblieben: 19 Gos zialdemokraten, 8 Mitglieder des Zentrums, 9 Demokraten, 4 Deutschnationale 2 Mitglieder der Deutschen Boltspartei, so daß dem Reichstag angehören: 3war hat es an Versuchen, sich in Deutschland zu etablieren, nicht gefehlt. Diese Versuche sind aber lange her und haben niemals zu irgendeinem Resultat geführt. 1659 gründete ein gewiljer Ames in Griesheim in der Pfalz eine Gemeinde. Unabhängige Sozialdemokraten Zentrum Demofraten eutschnationale eutsche Boltspartet ommunisten ayerischer Bauernbund Deutsch- Hannoveraner Bayerische Volkspartel 81 113. 67 45 60 62 bop ten tei fin 2 4 jame 5 riali 21 wen Ron 466 nun unte Bon den 466 Mitglieder des Reichstages find 329 in den Wah b treifen gewählt, 44 haben ihr Mandat durch Verrechnung von Reststimmen in den Wahlfreisverbänden und 51 durch Reststimmen der Reichstifte erhalten. Außerdem gehören 42 Mitglieder der Nationalversammlung aus Wahlfreisen, in denen am 6. Juni nicht gewählt worden ist, dem Reichstag an. Die Entscheidung in China. Reuter meldet aus Pefing: Die Anjupartei erklärte ihre Niederlage. General Tuen- TschiJui hat sich zu einer völligen Kapitulation bereit gefunden. Die Tichitipartei ist jedoch auf diese Webergabebedingungen noch nicht eingegangen. 100 Jahre hat sie bestanden, dann wanderten alle Gläubigen, überdrüssig der Drangsalierungen durch die firchlichen Kreise, nach Amerita aus. Um 1660 waren tleine Gemeinden der Quäter in Hamburg und Danzig und 1788 wurde eine solche in Pyrmont begründet. Diese hielt sich am längsten, nämlich bis 1855. Seitdem war es still in Deutschland, bis eben jezt wieder durch ein großes Liebeswert der amerikanischen Quäfer der Name in Deutschland populär zu werden anfängt. Hat die„ Gesellschaft der Freunde" Aussicht, jetzt in Deutschland festen Fuß zu fassen? Die Möglichkeit ist durchaus nicht von her Hand zu weisen. Wenn Mormonismus, Heilsarmee, Gesund beter, Methodismus und selbst Buddhismus in den deutschen Landen große und wirkungsvolle Gemeinden finden, dann ist das Quäfertum weit eher am Blaze, denn es ist vernünftiger, einfacher und anheimelnder wie alle diese Bekenntnisse. Welche Ein fachheit der Erbauung! Ohne Brunt, ohne lithurgische Gebete, ohne tonfessionellen 3wang, finden sich die Anhänger der Freunde" zur gemeinsamen Andacht zusammen. Kein Gesinge und Lärm, wie in den gassenhauermäßigen Aufmachungen der Heilsarmee. Keine Bevormundung der Wissensquellen, Hebung der allgemeinen B dung, und eine geradezu großartige Auffassung der Nächsten- und Menschenliebe. Ein unentwegter Pazifismus, der sie allem Kriegsdienst und Kriegstreibereien abhold macht, teine religiösen Beteuerungen und Eide; wo noch der Handschlag gilt und an genommen wird ja, tann eine solche Auffassung der Religio sität nicht geduldet sein? In ihrer einfachen volkstümlichen Weise des Gottesdienstes ähneln die Quäter sehr den apostolischen Gemeinden, die befanntlich in den tleinen Kreisen der Gesell schaft eine gewisse nularität genießen. Doch diese Aehnlichkeit ist nur äußerlich, innerlich stehen die Quäter unendlich höher, ablehnend gegen den Wust von Bibelsprüchen, Christusbeteuerun gen und Wortglauben jener redseligen Gesellschaft. wie mäß men F Ich der beu beit D bür Fra nich DES und Blu Sol ชิ้น 1 die Sa tra tapi wol Don nich Sche ihr T Go find hin wal jag wir ein We Bä hab Fre Fra Let pol Tam Fei que Allerdings, da die Bibel immerhin als Offenbarungsbuch gift, wird die Quäfergesellschaft in aufgeklärten Arbeitertreisen taum Anerkennung und Antlang finden. Wohlzutun und mitzuteilen, ist ja auch nicht das Privilegium einer besonderen Glaubens gemeinschaft. Das predigen alle Religionen, und ist im Grunde die Empfindung jedes edeldenkenden Menschen. Ueberdies läuft gerade die Quätergesellschaft, infolge ihrer einfachen und vers ständlichen Lehren, Gefahr, zu zeriplittern und settiererisch zu verzetteln, wie das in Amerila leider schon zu oft beobachtet worden ist. Da sonderten die Harmonisten ab, die sogar die Ehe verwarfen und wie eine andere Quäfersette, die Berfettio nisten, die freie Ehe und Weibergemeinschaft forderten. Da gab's die 3oaristen, welche Jacob Böhme als ihren Propheten erkannten, und heute wohl schon ausgestorben find. Dagegen wirten heute no in Aeußerlichkeiten die Shaters, die Güter gemeinschaft predigen und in Berzückungen nach Art alter Heiliger ein besonderes Gnadenheil chen. Oder die früher in Deutschland ( Salle) tätigen Inspirierten! Man sieht, alles Gute hat seine bebentlichen Seiten, und mit tun gut, alles Schöne, was uns von dieser Seite fommt, anzus erkennen und dankbar zu verwerten, im übrigen, nach berühmten Worten, jeden nach seiner Fasjon selig werden zu lassen. BUHERE ma G Pa am 5'u ine Dir Stor hei CT 3, t க் Die Kriegsschuld der Rechtssozialisten Führer auch legt noch in den mit der Kriegspolitik zu5.N. Brüssel, 22. Juli Der sozialistische Minister Bandervelde wird in der bevorstehen ben Konferenz der zweiten Internationale in Genf einen Bericht über die Verantwortlichteit für den Krieg abstatten. Dieser Bericht wurde gestern im allgemei nen Rat der belgischen Arbeiterpartei genhemigt. Er lautet: Die Sozialisten der Zentralmächte haben in der ersten Konferenz 1915 anerkannt, daß die imperialistische Politik aller Mächte inbireft mitverantwortlich für den Weltkrieg gewesen ist. Wenn aber irgendeine Tatsache historisch feststeht, so ist es die, daß die Regie tungen der 3entralmächte direkt für die Heraufbeschörung der Ratastrophe verantwortlich sind. Diese Verantwortlichkeit wurde außerdem früher von dem sozialistischen amtlichen deutschen Organ, dem„ Borwärts" vor Kriegs ende eingestanden. Die Dentschrift, welche die deutschen Sozialisten( darunter find die deutschen Rechtssoziali en gemeint. Red. d. Fr.) zur Rechtfertigung ihrer Haltung in Genf einreichen werden, läuft übrigens hinsichtlich ihrer eigenen Verantwortlichkeit auf ein Paidoyer für mildernde Umtände besonders dadurch hinaus, daß sie auf ihren geringen Einfluß auf die auswärtige Politit hinweist und auf die Furcht, welche der russische 3arismus dem deutschen Volte einflößte. Seit Kriegsanfang haben wir nicht gezögert, diese mildernden Umstände anzuerkennen. Wir tönnen zugestehen und haben das auch immer getan, daß die deutschen Sozialdemokraten sich im Anfang über die unmittelbare Verantwortlichfelt iztren tonnten und in gutem Glauben darüber hätten sein tönnen, daß der Krieg für sie teilweise wenigstens, ein Verteidigungstrieg war. Dies erklärt, daß sie mit fast allen Stimmen die ersten Kriegstredite annehmen tonnten, ohne daß dies aber ihre Haltung rechtfertigte. Durch die späteren Ereignisse ist es aber vom moralischen Standpuntt aus unmöglich gewesen, bei dieser Ansicht zu beharren. Rosa Luxemburg, Liebknecht, Bernstein und die Unabhängigen haben sich von ihrer Partei getrennt. Die Mehrheitssozialisten hingegen änderten ihre Saltung nicht. Sie haben mit feinem einzigen Wort gegen die Berlegung der belgis schen Neutralität protestiert und durch ihre Schwäche sind sie au der Schredenspolitit und der Eroberungspolitit, welche die laifer liche Regierung bis zum Ende des Krieges in Belgien und Frank reich geführt hat, mitschuldig geworden. Sie haben taum ein Wortbes Tabels über die Verschleppung ber belgi. Ichen und französischen Arbeiter geäußert, während bie Unabhängigen Sozialisten hingegen gegen diese neue Freveltat protesterten. Sie haben ben Frieben von Brest Litows! genehmigt. Sie haben bis zum Ende die faiserliche Politit moralisch und tatsächlich anterstigt und dadurch eine Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen unmöglich gemacht. Dies ist der Grund, weshalb die belgische Arbeiterpartel fich geweigert hat, nach Stodholm zu gehen. Solange die So zialisten der Mittelmächte nicht bereit waren, Ihre Regierungen dazu zu bringen, die Bedingungen eines demokratischen Friedens anzunehmen, und die Mehrheitssozialisten diese Bedingungen selbst nicht annahmen und sich von der taiserlichen Bolitit fosfagten, fonnten sie sich an der Novemberrevolution erst nach der Niebez lage der deutschen Heere beteiligen. Gogar jegt noch müssen wir festellen, daß die Doppelseitige Saltung vieler deutscher Sozialb ten und ihr 3ögern öffentlich die Berantwortlich leit für den Krieg anzuertennen, nicht geeignet lind, uns Bertrauen einzuflößen, was für eine gemeinlame Attion der anderen Länder gegen Militarismus und Impe rialismus eine Borbedingung ist. Es ist deshalb notwendig, daß wenn die deutschen Sozialisten dies nicht genügend flar sehen, die Ronferenz selbst die Berantwortlichkeit feststellt und die Anertennung der begangenen Fehler verlangt, und auf der anderen nichts unterlassen wird, was die deutsche Sozialistische Einheit wiederherstellen tann, in der die einzige tatsächliche und zwed mäßige Sicherheit gegen eine neue Offensive der reattionären Elemente zu suchen ist. Die Denkschrift Vanderveldes, die von der belgischen Arbeiterpartei genehmigt worden ist, bedeutet die bent bar chärfste Berurteilung nicht nur der Kriegspolitik der deutschen Rechtssozialisten, sondern auch jener zweibeutigen Haltung, die ein großer Teil der rechtssozialistischen Das Herz Frankreichs*) Deutschlands und Frankreichs Herz schlägt nicht, wo ihre bürgerlich- nationalen Fahnen wehen und Soldaten Griffe flopfen. Frankreichs Herz ist nicht Fochs Herz, und Deutschlands Herz ist nicht Ludendorffs Herz. Wir dürfen uns nie vorschicken lassen und einander töten, damit andere in Ruhe und Sicherheit unser Blut in Geld und Ware umsehen. Wir müssen unermüdlich unsere Solidarität betonen, unermüdlich auf die Stimmen hören, die u uns herübertlingen. Wir dürfen uns nicht beirren lassen, wenn bie bürgerlich- nationalistischen Veitstänze täglich aufs neue in Saßgefängen losspettafeln, um die Arbeiter beider Länder mißtrauisch zu machen und den Zwiespalt des Proletariats für tapitalistische 3wede auszunuzen. Man sagt euch, Frankreich wolle teinen wahren Frieden mit uns, aber wie fann einmal bon einem wahren Frieden die Rede sein, solange man bei uns nicht an ihn denkt. Wenn ihr euch weiterhin auf die chauvinistichen Setzer in Paris verlaßt, jeib ihr ebenso verlassen, wie, wenn ihr euch auf Stinnes und Ludendorff verlagt. Da sind Berse gesammelt worden. Eine Schwalbe macht teinen Sommer. Verse erzeugen teine wirtschaftliche Umänderung. Verse find Bekenntnisse. Verse sind teinte Fundamente. Man muß aber hinhören, aufnehmen, antworten, bejahen, wir müssen unsere wahren Freunde erkennen, damit wir den wahren Feind verlagen. Jebe 3eile, die brüderlichen Geist atmet, ist wertvoll, wird eine Waffe. Wir dürfen sie nur nicht überschätzen.( Obschon ein Vers länger leben fann als ein Bolt, ein Erdteil, eine Welt.) Diese französischen Bruderperfe find in einem fleinen Bändchen vereinigt. Die Reugnisse französischer Freiheitslyrit haben Jwan Goll und Claire Goll- Studer übertragen. Für dies Freundschaftswert ist ihnen zu danten. In diesen Bersen sprechen Frankreichs beste Leute( Rolland, Guilbeaur, Duhamel, Arcos, Lebardier u. a.) und in diesen Versen atmet nicht nur tosmopolitischer, sondern auch proletarischer Geist. Von unserm gemeinTamen Elend wird gesprochen, von unserm Bunde und unserm Feinde. Mitten drin blühen stille, zarte, von innen heraus aufqueffende Lieder, am Ende flammt ein Hymnus auf Liebknecht. Kurt Kersten. Das Peh- Kainer- Ballett im Komödienhaus erlöfte in zart ges wählten Stimmungen und Lichtern für Augenblide von der Schwere des Gedankens und der Wirklichkeit. Ellen Betz und Bascha Leontjew, die Flügel des Balletts, trugen den Gelamtförper in erquidendem Taft. Begleitende Musit( unter Sugo Moesgen) und Bewegungen schmiegten sich elastisch ineinander. Das Berliner Philharmonische Orchester ist mit seinem Dirigenten Arthur Nitisch nach England zu verschiedenen Konzertveranstaltungen eingeladen worden. Das Herz Frankreichs. Eine Anthologie französischer Freis heitslyrit. Herausgegeben und übersezt von Jwan Goll und Claire Goll- Studer. G. Müller- München. sammenhängenden Fragen einnimmt. Wichtig ist vor allem die Feststellung, daß die Rechtssozialisten durch ihre Unters stügung der taiserlich- deutschen Kriegspolitif die Verantwors tung für den Krieg, mit allen feinen furchtbaren Begleits erscheinungen und Folgen, mit übernommen und durch ihren Verrat an der proletarischen Solidarität die Internationale zerschlagen haben. Andererseits wird von Vandervelde an erkannt, daß die Haltung der Unabhängigen und des Spartatusbundes im Kriege den internationalen Pflichten des Proletariats entspricht. Wir vermögen die Gründe nicht zu billigen, mit denen Bandervelde die Richtbeteiligung der belgischen Arbeiter partei an der Stocholmer Friedenskonferenz im Sommer 1917 zu rechtfertigen sucht. Gerade die Haltung Vanderveldes, des damaligen Vorsitzenden des Internationalen Sozialistischen Bureaus, hat den, Mikerfolg der von den russischen Genossen angeregten Stocholmer Friedensfonferenz mitver schuldet und damit wesentlich dazu beigetragen, daß die einheitliche Kraft des internationalen Proletariats im Kampfe gegen den Krieg nicht ausgelöst wurde. Insofern handelt es sich bei den Anklagen Banderveldes gegen die deutschen Rechtssozialisten um die Anklage eines Mannes, der seine eigene verderbliche Kriegspolitif, seine eigene Preisgabe der internationalen sozialistischen Grundsäge durch den Verrat der deutschen Rechtssozialisten zu rechtfertigen sucht. Wir billigen diese Rechtfertigung ebensowenig, wie alle Reinwaschungs- und Rechtfertigungsversuche der deutschen Rechtssozialisten. Das schwächt indessen die fachliche Berechtigung der Kritik Vanderveldes an den deutschen Rechtssozialiften feineswegs ab, fie zeigt vielmehr, daß selbst jene Barteien, die zusamemn mit den deutschen Rechtssozialisten in der zweiten Internationale verblieben find, ihnen heute noch das größte Mißtrauen entgegenbringen. Wir vermögen nicht einzusehen, daß eine solche internationale Organisation, der die Grundlage jeden ersprießlichen Wirkens: das gegen seitige Vertrauen, fehlt, für eine internationale Aktion des Proletariats irgendwie in Betracht tommen fönnte. Die Affäre Bela Khun Bon unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt: Die unangenehme Affäre Bela Khun, in der die Regte rung eine zum mindesten übermäßige Korrektheit an den Tag ges legt hat, wird hoffentlich noch eine Lösung finden, die irgend welche ernsthafte politischen Berwidlungen für sämtliche Beteiligten verhütet. Zur Vorgeschichte der Angelegenheit ist zu bemerken, daß die österreichische Regierung an die deutsche Regierung des Et Suchen gerichtet hatte, Bela Khun mit dem Gefangenen. transport zusammen durch Deutschland zu transportieren. Die deutsche Regierung hatte bielen Borschlag abgelehnt, da fie nach den Bestimmungen des Bölferrechts nicht dazn in der Lage sei. Die österreichische Regierung befand sich aber in einer sehr unangenehmen Zwangslage, fie fonnte ihre österreichischen Gefangenen aus Rußland nur wiedererhalten, wenn sie die Bebingungen der Sowjetregierung erfüllte und gleichzeitig die ungarischen Zivilinternierten nach Rußland transportierte. Da als einziger Weg, der durch Deutschland offen war, so blieb ihr nichts anderes übrig, als den Versuch zu machen, Bela Khun doch durch Deutschland hindurch zu transportieren. Der Transport hatte auch ohne jede Beanstandung die Tschechoslowatet passiert, plöglich machte aber das tschechoslowakische Blatt„ Narodna Listi" auf die Der Gewerkschaftstongres fordert die Anerkennung Jrlands als glei berechtigten, gleich allen übrigen Gliedern Groß britanniens mit politischen Rechten ausgestatteten Teil des Reiches. Die englischen Gewerkschaften sind bereit, den irischem Standal eventuell durch einen Streit zu beseitigen. Die irische Frage im Unterhaus London, 22. Juft ( Unterhaus.) Bei der Erörterung der Lage in Jrland kündigte der Chefsekretär für Jrland Greenwood einen Gesezent. wurf an, durch den im Hinblick auf den Zusammenbruch der ordentlichen Gerichtshöfe in Irland, ein außerordentlicher Gerichtss hof zur Aburteilung aller Berbrechen errichtet werden soll. Green wood bat um einmütige Unterstützung des Hauses, indem er sagte: Die Lage in Jeland ist schlimm und wird vielleicht noch schlimmer: werden. Das Haus und das Land müssen sich auf einen bitteren: Abschnitt in der irischen Geschichte gefaßt machen. Es wird ein entschlossener, organisierter Verfuch gemacht werden, durch die Mittel des Mordes und der Einschüchterung eine trische Republit zu errichten. Der Versuch wird nicht ohne Kampf aufgegeben werden. Er fann aber zu Fall gebracht werden, durch ver einigten Widerstand gegen solche wilden Methoden. Die russische Note an England London, 23. Jult. Daily Herald" veröffentlicht feht ausführlich den Inhalt lischen Kabinett geheimgehalten wurde. der russischen Note an England, welche bis jetzt von dem enge Die russische Regierung sagt, fte freue sich, daß die englische: Regierung jetzt Wert darauf lege und das Bestehen frieblicher: Beziehungen zwischen Rußland und den Randstaaten schätze.. Eine englische Intervention zu diesem 3wed sei aber ganz unnötig, ba Rußland mit dreien der Randstaaten be reits Frieden geschlossen habe und mit Lettland und Finnland Unterhandlungen für einen Frieden führt. Was Bolen betreffe, so müsse die ruffische Regierung die englische daran erinnern, daß Sie den Wunsch nach friedlichen Beziehungen nicht geäußert habe, als Bolen seine nicht herausgeforderten Angriffe unternahm. Auch habe die englische Regierung während früherer Berhand lungen mit den Randstaaten ihre guten Dienste nicht angeboten, im Gegenteil, Estland sei vom Obersten Rat nachdrücklich gewarnt worden, einen Frieden mit der Räteregierung zu schließen.. Trozdem halte die Räteregierung auch jest an ihren früher befannt gegebenen Grundsägen für friedliche und freundschaftliche Beziehun gen zu ihren Nachbarn fe ft. Sie tönne aber leinen Hehl daraus machen, daß die englischen Waffenstilstandsvorschläge von einem Teil der polnischen Politiker und vom polnischen Landtage sehr ungünstig aufgenommen worden sind und deshalb müsse fie die Lage und die gemachten Borschläge mit Vorsicht überlegen. Dazu tomme, daß die englische Regierung das Gesuch der Räteregierung um Intervention zur Berhinderung des polnischen Angriffes in der Utraine unbeantwortet gelassen habe und fie lönne daher nicht die Rolle eines neutralen Zuschauers spielen. Auch habe die englische Regierung sich in ihren eigenen Mitteilungen an die Räteregierung als eine friegführende Macht bezeichnet, und die Räteregierung müsse der Gefahr Rechnung tragen, daß die Versöhnung zwischen Rußland und Polen nur den Interessen der dritten Partei untergeordnet werde, insbesondere da die Feldzüge Denikins und Koltschats im englischen Unterhause als Mittel zur Verteidigung Indiens befürwortet worden find. Anwesenheit Bela Ahuns in dem Transport aufmerksam. Auch Trotzdem aber wisse die Räteregierung, daß die arbeitenden das Verhalten der österreichischen Transportmannschaften hat dazu beigetragen, bie Aufmerksamkeit auf die Anwesenheit Bela Khuns in dem Transport zu lenfen, so daß das Wehrtreistommiando in Stettin eine dienstliche Meldung an die deutsche Regierung richtete, bie nun gezwungen war, ben Transport anzuhalten, um sich nicht irgendeiner Völkerrechtsverlegung schuldig zu machen., Die deutsche Regierung will in einer Rote die öster reichische Regierung von der Sachlage in Kennt nis legen. Der öfterreichische Außenminister Renner hat sich bereits ganz deutlich dahin ausgesprochen, daß er in eine Burüd nahme des Transports nicht einwilligen tönne. Trotzdem wird der Transport auf seinem Rüdwege nach Desterreich nicht angehalten werden, er befindet sich auf dem Wege nach Passau. Es ist selbstverständlich, daß irgendein Weg gefunden werden muß, um nicht nur im Interesse der österreichischen Regierung den Abtrans port Bela Khuns zu ermöglichen, sondern auch um ernsthafte Konflitte mit der Sowjetzegierung zu ver meiden. Die Ueberführung Bela Khuns an die russische Grenze in irgendeiner Form liegt also im allseitigen Interesse. In der Erwartung, daß die Angelegenheit sich so wirb regeln lassen, ist auch die Berliner Vertretung der Sowjetregierung davon überzeugt, daß das Berhalten der deutschen Regierung forrett war. Die Angelegenheit wird wahrscheinlich in folgender Weise belgelegt werden können: Die österreichische Regierung wird sich entschließen müssen, die Aus sonderung Bela Khuns aus dem egterritorialen Transport durch Massen in Rußland und Bolen den Frieben wünschen und deshalb erfläre te fich bereit, sich auf Friedensverhandlungen einzulassen. Bolen müffe fich, aber direkt an die Räteregierung wenden. Unter Die Anspielung der englischen Note auf den Völlerbund beantwortet die Räteregierung damit, daß sie darauf hinweist, daß Rußland nie ein Dokument vom Böllerbunde erhalten habe, daß die Gründung oder das Bestehen dieses Bundes andeutet, und die Räteregierung habe nie Gelegenheit gehabt, sich zu entschließen, ob sie den Staatenverein anerkennen wolle oder nicht. diesen Umständen tönne sie nicht zulassen, daß irgendeine Bor macht sich die Rolle des Herrn der Welt anmaße. Die Note be tont ferner, daß die Fejtjehung der ost polnischen Grenze im Friedensvertrage von Versailles der Einfluß der russischen tapitalistisch gegenrevolutionären Elemente beraten worden und deshalb Bolen gegenüber unredlich gewesen sei. Die Räteregierung lei bereid, Bolen eine günstigere Grenze zu bewilligen, als die alliierten Vor= fchläge fte vorsehen. Weiter bemerkt die Note, daß General Wrangel sicher von einer der Ententemächte unterstützt worden sei und seine Munition mit englischen Schiffen oder aus englischen Säfen, die von den Engländern, kontrolliert werden, erhalten habe. General Wrangel folle sämtliche Truppen und Waffen der Räteregierung ausliefern. Die russische Regierung verbürge die persönliche Sicherheit des Generals, ebenso die seiner Armee und der Fluchtlinge. die deutsche Regierung zu geftatten. Die deutsche Regierung wird Die Araberaufstände in Mesepotamien dann den Fall Bela Khun völlig gefeßmäßig und korrekt behandeln. Bela Khun wird als politischer Berbrecher von der ungarischen Regierung gesucht. Als politischer Verbrecher genießt er in Deutschland Asylrecht und fann als solcher nicht ausgeliefert werden. Sofern ihm gemeine Ver brechen vorgeworfen werden, stehen diese im Zusammenhang mit politischen und find durch die politischen Verbrechen gedeckt. Es ist also auf diese Weise die Erfüllung einer Auslieferungs= forderung nicht möglich. Andererseits wird Bela Khun von der deutschen Regierung als„ Iästiger Ausländer" an gesehen, und es besteht die Möglichkeit, lästige Ausländer ohne Angabe von Gründen auszuweisen. Die Wahl der Grenze, wohin die Auszuweisenden transportiert werden wollen, steht ihnen frei, so daß auf diese Weise der Fall in völlig forrefter Weise sich erledigen läßt. Wir hoffen, daß die deutsche Regierung fich entschließt, diesen Weg zu beschreiten und daß wir vor weiteren diplo matischen Zwischenfällen bewahrt bleiben. Neue Unruhen in Belfast London, 23. Juli.( Reut...) Jn Belfast begannen gestern abend die Unruhen von neuem. Ein Mann wurde erschossen. Ein anderer lebensgefährlich verwundet. Die englischen Gewerkschaften für Jrland London, 22. Juli. Lloyd George empfing heute nachmittag eine Abordnung, die ihm die vom Gewerkschaftstongres bezüglich Jrlands gefaßte Rejo Intion unterbreitete. Lloyd George gab jeiner Bereitwilligkeit Ausdrud, Jrland als Glied des englischen Reiches jede Regierungsform zu geben, die für die Gesamt heit des Voltes annehmbar fel. Er verlange aber bie zu ficherung, daß pie Somerule im Süden und Westen ange. nommen werde. Der Parlamentsausschuß des Gewerkschaftss fongresses trat wiederum zusammen, um über eine Abstimmung der Gewerkschaften in der Frage der Durchsehung ihrer Fordes rungen vermittelt eines Streites zu beraten. H.N. London, 23. Juli. Churchill erflärte im Unterhause, daß die britischen Streitfräfte, die in Mesopotamien füdwärts vorrüden, am Montag mit arabischen Streitfräften zusammengerieten. Die Araber zählten 2000 Mann. Der Kampf fand einige Meilen nordwestlich von Rumaita statt. Die Lage im Gebiet von Samava habe sich gebessert. Der Aufstand im District Don Shamiyaha hat sich nicht ausgedehnt und wird wahrscheinlich unterdrüdt sein. Die britischen Kolonnen, welche die Garnison von Rumaifa entfehen sollten, haben ihr Ziel erreicht. Der Feind, der sich zurückzieht, wird von den Briten verfolgt. Lloyd George sagte zu dieser Erklärung im Unterhause: Die Politit der Regierung gehe darauf hinaus, einen arabischen Staat in Mesopotamien zu bilden. Diese Politik sei den Arabern bekannt, so daß daher keinerlei Grund zu Aufständen vorliege. Diefer arabische Staat" wird natürlich feine selbständige Politit treiben dürfen, sondern nur ein Mittel zur Durch führung der imperialistischen Pläne Englands in Vorderafien sein. Das Ultimatum an Emir Faifful H.N. Paris, 23. Juli. Das Ultimatum des Generals Gouraud, das von Emir Faisful angenommen wurde, enthält die Anerkennung der französischen Mandatur, die freie Verwendung der Eisenbahnen von Aleppo nach Rejat, die Besetzung von Aleppo und die Einstellung der Truppenaushebung, ferner Herabsehung des Heeres bis zum Bestande vom 1. Februar 1920, die freie Zirkulation der franto- syrischen Goldwährung und die Bestrafung derjenigen, die Attentate auf Franzosen verübten. Ein neues Zeltungsunternehmen des Stinnes- Konzerns.. Ein großes neues rechtsstehendes Zeitungsunternehmen soll, wie der Stuttgarter Beobachter" hört, in Stuttgart gegründet werden. Es sollen in den lehten Wochen bereits Verhandlungen mit Groß industriellen und bekannten auswärtigen Verlegern stattgefunden haben. Jn einzelnen Blättern wird- gefagt, daß Stinnes das neue Unternehmen finanziere. Ein Wespennest ,, Wohltätigkeits"-Schwindel- Konzern Wie die„ Bossische Zeitung" berichtet, ist auf Veranlassung des Staatskommissars für die Wohlfahrtspflege, Ministerialdirektor Kraft, ein Schwindel- Konzern aufgelöst worden. Es handelt sich um den Zweckverband Oberschlesiens", dem noch mehrere Schiebergründungen und zwar die Aufbauzentrale", die ,, Aufbau- Partei" sowie die Zeitschrift Der Bolfsgenosse" ange gliedert sind. In einem von den Gründern herausgegebenen Aufruf, den auch mehrere gutgläubige bekannte Persönlichkeiten unterzeichneten, wurde der Deffentlichkeit mitgeteilt, daß es der Zwed dieser Unternehmungen sei, für die Abstimmung in Ober= schlesien eine Werbetätigkeit zu entfalten. Der Aufruf forderte dann die Zuwendungen von Geldsummen zu diesem Zweck. " Wie aus den beschlagnahmten Papieren zu ersehen war, ist bisher die Summe von 1 200 000 Mt. gesammelt worden, jedoch ist von diesem Gelde nicht ein Pfennig für die Abstimmung, in Oberschlesien verwendet worden. Das Geld ist vielmehr in die Taschen sogenannter Atquisiteure" geflossen. Einzelne dieser geschäftstüchtigen Herren bezogen bis zu 40 Prozent Provision 5 Den außer den Spesen. Der Rest wurde den Geschäftsführern des Zweckverbandes zugestellt, die darüber frei verfügten. Die ganze Organisation, der Bureaubetrieb und die Mieten verschlangen ein übriges, denn man sparte nicht mit Gehältern. In den vier Betrieben wimmelt es nur so von Doktoren und Schriftstellern, die, teilweise in gutem Glauben, für das Unternehmen gewonnen wurden. Als Hauptschieber und Nutznießer des Unternehmens sind die „ Geschäftsführer" zu betrachten: ein Oberleutnant Krag, ein wegen Unterschlagung mit 3uchthaus vorbestrafter Heinrich May, der Studienassessor Walter, gen. van den Bleed, ein Schriftsteller H. J. von Gramati, ein Oberleutnant Sauer, ein Kaufmann Franz de Groussilliers, von denen der letzte wegen seiner gewerbsmäßigen Schiebereien der Staatsanwaltschaft sehr bekannt ist. Als Atquifiteure" arbeiteten u. a. die Herren Jobs Proste und Briegleb. Ob und inwieweit Josef Meurer von der 3entrale für Heimatdienst und die übrigen Redakteure, Chefs und Direktoren an dem Schwindel beteiligt sind, muß erst die gerichtliche Untersuchung ergeben. Sämtliche Beteiligten sind der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß unter dem flingenden Namen„ Grenz- und Auslands- Syndikat" ein neues Schwindelunternehmen ins Leben gerufen werden sollte. Obgleich das Beweismaterial gegen die Hauptbeschuldigten erdrückend ist, und die Meisten von ihnen der Staatsanwaltschaft als Schieber seit langem bekannt sind, ist bisher keine Verhaftung vorgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft erklärt, sie habe keinen Raum für Unterfuchi shäftlinge, so daß sie nur Personen verhaften fönnte, die teine eigene Wohnung, besitzen. Die„ Bossische Zeitung" bemerkt dazu, daß es klar sei, daß die auf freiem Fuß Belassenen jede Gelegenheit benutzen werden, um den Tatbestand zu verdunkeln. Das werden sie! Und an„ hohen Verbindungen", die ihnen dabei behilflich sind wird es nicht fehlen. Fürchtet die Staatsanwaltschaft in ein Wespennest gegriffen zu haben, daß sie verglichen mit den Verfahren gegen Bertrauens leute der revolu= tionären Arbeiterschaft so glimpflich mit dieser feinen Gesellschaft umgeht? Fürchtet sie, es tönnten, wie gewöhn lich, noch allerlei Dinge und Personen an dieser Seite hängen denen wehe zu tun, peinlich sein könnte? Groß- Berlin Zur Aufhebung der Fleischkarte Durch die Presse geht die Nachricht, daß die Fleischkarte zum 1. September aufgehoben werden soll. Kundenlisten dagegen sollen bestehen bleiben. Wenn heute so viel darüber geschrieben wird, daß im Interesse der Konsumenten ein Abbau der zwangsweisen Bewirtschaftung erforderlich sei, so liegt diese Aenderung durchaus nicht im Interesse der Verbraucher. Viel nühlicher wäre es schon gewesen, die Kundenliste in Fortfall zu bringen und die Fleischtarte bestehen zu lassen, damit den Konsumenten die Freiheit des Eintaufes wieder gegeben würde. Beim Brot und Mehl besteht ebenfalls feine Kundenliste. Die Zuteilung erfolgt auf Grund der in der vorhergehenden Woche abgelieferten Brotkartenabschnitte. Jeder tann baher sein Brot taufen, wo es ihm am gelegensten ist und wo er am besten bedient wird. Hier scheinen bei der Aenderung die Interessenten, die Fleischermeister mitgewirkt zu haben, denen heute bei einer oft unverschämt hohen Verdienstspanne die Existenz erhalten wird, obwohl die wöchentliche Belieferung auf Grund der Kundenliste in tausenden Fällen nur 50 bis 100 Pfund pro Woche beträgt. Wo bleibt da der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Gegen die nicht notwendige Bindung der Konsumenten, die bei Ablösung eine viel größere Wirtschaftlichkeit in der Fleischverforgung hervorbringen würde, da eine fortgesetzte Erhöhung der Rohverdienstspanne, um die zehntausende kleine Eristenzen der Fleihermeister zu erhalten, nicht notwendig wäre, treten die Kosten für die Herstellung der Fleischkarte in den Hintergrund. Die Friedensfundgebung im Lustgarten. An der vom Friedensbund der Kriegsteilnehmer einberufenen Massenkundgebung für Weltfrieden und Völkerversöhnung, die zur Wiederkehr der Buchhandlung„ Freiheit"/ Berlin C2/ Breite Straße 8-9 NUR SO LANGE VORRAT REICHT zu geben wir folgende Bücher Breifen ab: Entwickelungsgeschichte der Liebe. Bon Reizen ftein Liebe und Ehe in Ostafien. Von Reitzenstein MeinHandwerkszeug( Naturwissensch.Schülerbibl.) Versuche mit lebenden Pflanzen( Naturwissensch. Schülerbibliothek). • Blumenpflege im Zimmer. Bon Otto Kraus Weiße Nächte. Von Dostojewski.. Roman Aus dem Liebesleben der Tiere. Von Schrader Bäter und Söhne. Von Turgeniew. Eleg. gebd. Don Quixote. Bon Cervantes. 2 Bände, Sfanin. Bon Artzibafchew. Pappband gebd.. Die legten Tage von Pompejt. Bor Bulwer. Elegant gebunden. k. 3.60 3.60 3.60 Kupfer sowie Blei Ariegserklärung am Sonntag, den 1. Auguft, vorm. 10% Uhr, im Lustgarten stattfinden soll, werden sich folgende bekannte Organisationen beteiligen: Deutsche Friedensgesellschaft, Republikanischer Führerbund, Bund Neues Vaterland, Internationaler Bund der Kriegsopfer, Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Eine Reihe weiterer Organisationen hat die Entsendung von Vertretern zugesagt. Es werden Redner aller auf dem Boden der Republik und des Pazifismus stehenden Richtungen zu Worte kommen. Die Charlottenburger allgemeine Speisung schließt am 31. Juft d. J. die Ausgabestellen Berliner Str. 139-140, Ranfestr. 27, Kaiser- Friedrich- Str. 100, Königin- Elisabeth- Str. 6 und Friedberger Str. 1. Von da ab bestehen nur noch die Ausgabestellen Kantstr. 140( Vormittagsineisung werftäglich 11-3 und Nachmittagsspeisung werftäglich von 5-8 Uhr) und Charlottenburger Ufer 59-62( Vormittagsspeisung werftäglich von 11 bis 3 und Sonntagsspeisung von 10-1 Uhr. Neukölln. Sonntag, 3 Uhr, feiert die städtische Gartenarbeitsschule ihr Erntefest auf dem Sportplatz an der Grenzallee. Alle Kinder und Eltern werden erwartet. Ausbau der Neuköllner Industriebahn. Zu den von der Stadt Neukölln eingerichteten Rotstandsarbeiten gehört u. a. die Erweiterung des Bahnnetzes im Industriegelände östlich des Schifffahrtstanals. Die Arbeiten schreiten auch hier rüstig fort. Für Die Schüttung der zahlreichen Dämme und Bahnförper, die zur Zeit in der Ausführung begriffen ist, tommt zum Teil das beim Aushub des Untergrundbahntunnels gewonnene Bodenmaterial zur Verwendung. Eine Reihe von Bahnüber- und Unterführungen dürfte noch vor Beginn des nächsten Jahres beendet sein, so 3. B. neben der fast fertigen Kaiser Friedrich- Brücke u. a. die drei Brüden im Zuge der Grenzallee, die Köllnische Allee- Brücke, die Unterhafenbrüde und die Brüde über die Straße 303. Die am Kanal und am Handelshafen belegenen Ladestraßen und Ladepläge find schon jetzt zum größten Teil fertiggestellt. Bon den projettierten Krananlagen ist eine vollständig ausgeführt, drei weitere, darunter eine große fahrbare Verladebrücke, sind in der Montage begriffen. Wofür Zucker da ist. Am Humboldthafen wurde Donnerstag voriger Woche eine Kahnladung Zuder ausgeladen, die an die Firmen Kirchner u. Co., Likörfabrit, Biermann, Gerold und Eisenmann, Spritfabrit, sowie an noch andere Firmen, ebenfalls Likörfabriken, verteilt wurde. Dringlichkeitsbescheinigungen für den Versand von Eisenbahnsendungen sind nach einer der Handelskammer zu Berlin zugegangenen Mitteilung der hiesigen Eisenbahn- Direktion bei Anträgen auf Wagengestellung fünftig nicht mehr erforderlich, da sich die Verkehrslage im allgemeinen so gebessert hat, daß die Eisenbahnverwaltung glaubt, den Anforderungen des Verkehrs entsprechen zu können. Heimtransport des in Frankreich verbliebenen Gefangenen gepäds. Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit: Der Heimtransport des in Frankreich zurückgebliebenen Gefangenengepäds fonnte infolge der Schwierigkeiten von französischer Seite bisher nur zu geringem Teile erfolgen. Die neuerdings eingeleiteten Verhandlungen über eine beschleunigte Rüdbeförderung versprechen den erwarteten günstigen Erfolg. Die in Deutschland eintreffenden Gepäcksendungen werden zunächst der Hamburg- Amerita- Linie zugeleitet und die einzelnen Stüde den Empfangsberechtigten von dort aus übersandt. Unter den bereits eingetroffenen Gepäckstücken befindet sich eine große Zahl, deren Aufschriften verloren gegangen oder unleserlich geworden find. Es empfiehlt sich daher, daß alle ehemaligen Kriegs- und Zivilgefangenen, die ihr in Frankreich gelassenes Eigentum vermissen, unter Angabe ihrer gegenwärtigen Adresse eine genaue Beschreibung der Stücke der Hamburg- Amerika- Linie nach Hamburg zugehen lassen. Die Monatsversammlung der Ortsgruppe Rordoft heimatstreuer Oberschlesier Groß- Berlins findet am Freitag, den 23. b. M., abends 18 Uhr, im großen Saal der Brauerei Bözow, Prenzlauer Allee 242-247, statt. Die Freie Turnerschaft Reukölln- Beth veranstaltet am Sonnabend in den Gesamträumen der Neuen Welt", Hasenheide, ein großzügig arangiertes Sport- und Sommerfest. Um die im Interesse der gesamten Arbeiterschaft liegenden Bestrebungen der„ Arbeiter Turnvereine" fennen zu lernen, empfiehlt es sich, dies Fest zu besuchen. Ganz besonders set an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß der obengenannte Verein mit der Freien Turnerschaft Groß- Berlin nichts gemein hat, und letztere trotz des flingenden Namens gegen die Interessen der Arbeiterschaft gegründet wurde von Leuten, die sich in fleinbürgerlicher Jdeologie bewegen. Freie Arbeiter meiden daher deren Veranstaltungen. Die freie Turn- und Sport- Vereinigung 94 Nowawes" begeht am Sonntag, den 25. d. M., im Part Babelsberg ihr diesjähriges Sportfest. Zur Vorführung gelangen leichtathletische Wetttämpfe, Faustball, Fußball-, Raffballspiele und Einzelvorfüh rungen der Schülerinnen und Schüler. Beginn der Vorfämpfe morgens 7 Uhr, Festzug mittags 21 Uhr vom Restaurant zur ,, Turnhalle" zum Sportplay in Part Babelsberg. Da sich der Verein der organisierten Arbeiterschaft bei allen Beranstaltungen be= reitwilligst zur Verfügung gestellt hat, so wäre es zu wünschen, daß der Besuch des Festes ein ausnahmsweis starter wird. Mitglieder der einzelnen Abteilungen versammeln sich Buntt 12 Uhr in ihren Tagungslokalen und marschieren von dort geschlossen zum Restaurant zur„ Turnhalle". Turnfest in Ludenwalde. Der 4. Bezirk der Arbeiterturner der Mart Brandenburg veranstaltet am Sonntag, 24. Juli, ein Turnund Volksfest in Luckenwalde. Die südwestlichen Vorortvereine fahren mit Sonderwagen 4.10( nicht 4.36) ab Lichterfelde- Ost. Treffpunkt der Vereine 4 Uhr am Bahnhof. Jugendliche unter 20 Jahre halbe Fahrpreise. Eine Gesellschaftsfahrt in den Oberspreewald veranstaltet der Arbeiterwanderbund Naturfreunde" am Sonntag, den 1. August. Abfahrt der Teilnehmer Sonnabend nachmittag 2,35 Uhr bezw. 8 Uhr abends ab Görlizer Bahnhof. Besuch des Kirchganges der Wenden in Burg, Kahnfahrt durch die Burger Kaupen über Rotguß 人 保 Messing Lager- Weiß- Metall und Zinn kaufen jeden Bosten zu hohen reellen Preisen HERMANN TASCHE& Co. Hauptgefch.: Langenbechstr. 4, Ecke Elbinger Str. Kgst. 3584 2. Geschäft: Demminer Straße 36, Ecke Brunnenstraße Prozesse, e Rat, Belstand, mäß. Preise, Tellzahlung. Aliment-. Strafsachen, Gnadengesuche, Landgerichtsrat Dr. v. KirchbachAlexanderstr. 45. Gesellsch.( geg. Tietz) 8-7, Glänz. Erfolgs. 3.60 Beobacht. Mitw. namh. Juristen. Sonntag 10-12 Vertrauenssachen. B <-. 75 SP 1.80 3.60 9.60 18." 14.40 " 13.20 14.40 Die Pickwickier. Von Ch. Dickens. 2 Bde. gebd. Versand per Nachnahme. Bei Boreinsendung des Betrages wolle man für Porto und- Berpackung etwas mehr einsenden. Die hier angezeigten Bücher können durch die Filialexpedis :: tionen der Freiheit" bezogen werden, sowie von der:: Buchhandlung„ Freiheit"/ Berlin C2/ Breite Straße 8-9 Genossen werbt für die Freiheit Freie Welt Heft 27: ,, Ein Volk ohne Führer" ,, Justitia schwooft": ,, Kunst der und Dichtung Schwarzen" Die Diktatur der Bourgeoisie in Frankreich Preis 60 Pfg. Annahme in allen Speditionen des Berlages Forsthaus Eiche, Kannomühle, Wotschofsta, Lehde nach Lübbenan Rüdfahrt Sonntag abend 9 ühr. Preis der Teilnehmertarte für Bahnfahrt, Kahnfahrt, Logis und Kaffee 35 bezw. 42 M. Teil nehmertarten sind zu haben bei Horsch, Engelufer 15, Maßphul, Brüsseler Straße 14, 3intel, Neukölln, Bergstraße 112 und in der Bundesgeschäftsstelle F. Kruse, Mariannenstraße 11. Am Donners tag, den 29. Juli, findet bei Feyfara, Melchiorstraße 15, für die Teilnehmer ein unentgeltlicher Lichtbildervortrag über den Spre wald statt. Das nächste Voltskonzert des Blüthner- Orchesters findet am Sonnabend, den 24. Juli, abends 7% Uhr, im Blüthner- Saal Lüßowstr. 76, statt. Karten sind zu haben im Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 15( Gewerkschaftshaus), Orchesterbureau Lützowstraße 76( 11-1 Uhr),„ Vorwärts", Lindenstr. 2, Freiheit", Breite Straße 8-9, und an der Abendkasse. Im Sommer- Theater Groß- Berlin, Sasenheide, wird morgen nachm. 4% Uhr, in einer Kindervorstellung„ Max und Moris gegeben. Abends Jubiläumsvorstellung von" Prinz und Bett Ierin". Einen schweren Verluft hat am Donnerstag nachmittag 4 he auf Bahnhof Jannowitbrüde ein Kriegsbeschädigter erlitten. G hatte seine Arbeit abgeliefert und wollte mit neuer Arbeit( 17 3 geschnittenen Herrenhosen) nach Hause fahren, als er auf dem Bahnhof einen Anfall erlitt und demzufolge den tommenden Zug ohne sein Patet besticg. Nach kurzer Zeit wurde der Verlust ent deckt, doch war das Patet, das in ein graues Tuch gehüllt wat verschwunden. Es wird gebeten, Angaben über Verbleib des Pa fetes an Meilchen, Charlottenburg, Goorstr. 36 a, zu machen. Todessturz vom Rathausturm. Gestern nachmittag stürzte der beim Berliner Magistrat beschäftigte 27 Jahre alte Subnumerar Arnold Kleemann aus der Kleiststraße 1 aus einem Fenster des Berliner Rathauses im dritten Stock auf die Jüdenstraße hinab und blieb dort mit zerfchmetterten Gliedern tot Itegen. Ob ein Unglücks fall oder ein Selbstmord vorliegt, bedarf noch der Aufklärung. Schwere Brandwunden am ganzen Körper erlitt am Donnerstag eine Frau K. in der Gubener Str. 45 in ihrer Wohnung durch Uebers tochen eines Spiritustochers, wobei die leichten Kleider der Frau in Brand gerieten. Die Mannschaften der Feuerwehr brachten die Schwerverletzte sofort nach dem Krankenhaus am Friedrichshain. Am Gröben- Ufer 9 wurde eine Frau bewußtlos aufgefunden. e Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Die Leiche wurde be schlagnahmt. Die Untersuchung ergab, daß vorsätzliche Gas vergiftung vorlag. Der Mörder der Witwe Thielemann aus der Köpenider Straße 102 fonnte troß der umfassenden Fahndungen, die ble Kriminalkommiffare Werneburg und Dr. Schuppe eingeleitet haben, bisher noch nicht ergriffen werden. Der Gesuchte, der 21 Jahre alte Schloffer Otto Riedel ist 1,59 m groß und schlank, hat blondes Haar, einen kleinen, blonden Schnurrbart und hellbraune Augen und trug einen modern gearbeiteten feldgrauen Anzug, Rock mit Gurt Ein besonderes Rennzeichen ist eine große unförmige Narbe auf dem linken Handrücken. Ein Raubmord an einem Berliner Dienstmädchen wurde gestern in der Mark entdeckt. In einem Weizenfeld in der Nähe von Wachow bei Groß- Behnik wurde das Dienstmädchen Jda Schulz erschossen aufgefunden, das bei einer Herrschaft in der Friedrich straße 45 bedienstet war. Das Mädchen wollte seinen Vater bes suchen und ist unterwegs beraubt und ermordet worden.. Raubmord im Hotel Münchener Hof. Das gestern Abend im Hotel Münchener Hof in der Königgrägerstraße 84 entbedte Verbrechen an dem 32 Jahre alten Kaufmann Paul Wolfner aus der Prinzenstraße 89 beschäftigte die Polizet die ganze Nacht hin durch. Die Feststellungen am Tatort waren mit großen Schwierig fetten verknüpft, ba das Hotelpersonal, das am Vormittage Dien hatte, als das angebliche Ehepaar Bartels, das das Verbrechen be gangen hat, bort abstieg, bienftfrei und nicht im Hotel war. Gr in später Abendstunde wurde der Oberfellner ermittelt, der bas Baar empfangen hatte. Die Leiche wurde noch gestern Abend spät von dem Gerichtsarat Prof. Dr. Strauch untersucht. Dabei stellt fich heraus, daß der Mann Schläge auf den Kopf erhalten hat Der Tod dürfte durch Aethervergiftung eingetreten sein. Bu fee Betäubung ist eine ganze, ziemlich große Flasche mit Aether ver wendet worden. Als das Paar nach dem Verbrechen das Hotel vrließ und den Schlüffel tim Hausflur auf den Tisch der Aufnahme le te, ist es von niemanden gesehen worden. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Sonn abend. Nacht fühl, am Tage mäßig warm. zeitweise heiter, jedoch überwiegend bewölkt mit leichten Regenfällen und ziemlich west lichen Winden. Aus den Organisationen 8. Diftritt. Sonnabend, 7 Uhr, bei Rettschlag, Schreinerstr. 18, Vorstandsfizung mit Attionsrat. 8. Diftritt. 9. Abteilung. Sonnabend, 6 Uhr, bei Rott, Straßmannstraße, Funktionär- Sigung mit Kommiffionsmitgliedern der Abteilung. 10. Diftritt. Arbeitslose Genossen erhalten freie Eintrittstarten von ihren Bezirksführern, zum Sonnabend, den 24. Juli, im Prater- Theater. 11. Diftritt. Sonnabend, 18 Uhr, Gesangsaal der Schule Gartenstr. 25: Beginn des Kursus über„ Sozialisierung. Referent: Gen. Prager. Distritt Niederbarnim Nord. Politische Kommission. Sonnabend, 6 Uhr, Sthung zu Pantow, Floraftr. 24 bei Hoschte. Diftritt Niederbarnim- Norb. Sonnabend, 6 Uhr, in Pantow, Floraftr. 15, Ei gang Görschstraße, Restaurant Schmidt, Konferenz der Bezirksverordneten des Berwaltungsbezirts 19, Pontow. Arbeitsleje Buchdruder. Sonnabend, mittags 12 Uhr, Bersammlung in de Sophienfälen, Sophienstraße. Vereinskalender Bund der technischen Angestellten und Beamten. Sonnabend, abends 7 h Lehrervereinshaus, Alexanderplat, öffentliche Bersammlung der Katastertechniter und Ratasteraffiftenten. Sonntag, den 25. Juli, vormittags 9 Uhr, Bundeshaus Werftstr. 7, Tagung der Fachgruppe Katasterwesen. Berantwortlich für die Rebattion: Emil Rabolb, Berlin. Berantwortli für den Inseratenteil: udwig Komeriner, Karlshorst. Berlags genossenschaft Freiheit" 6. m. b. S., Berlin. Drud der Freiheit"-Druderet 6. m. b. 5., Berlin C. 2, Breite Straße 8-9. Kleine Anzeigen Geschäftsstelle: Berlin 2, Breitestr. 80 Das Ueberschriftswort 2. k., jedes weitere Wort im Text 1.50 Mk. netto. 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