fi Ewzelprels 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag, den 23. Juli 1920 Nummer 296« Morgen-Ausgabe �«rscheiw morakn» m» nmhmft**»*'--- �»ÄwajÄ««»fdlrfrt nurrgmH.B M, File Post» S-lir»? k�'liche V»ft»nst°lt»n«efftOnngni entgegen. Unter Ltreifb-n» Ä!v» Oefteneich lS.öo M., für b« S beige Muslnnb 21,50 9H. wjitd) Dnstiia-Ailffchlgg, per Brief flir Deutsch l-enb und Oesterreich Z0,— NN »— tti.»,««.»»««»»»»»«erl.,! Orr«» ti,«reite S trage s.ft, »??«»°» MW»,_». �nschNestlich esÄfeSSSr S st« Soda« 2U«, ZMi, WU im, Uli, iüii, ttu. berliner-Otyan ber Unabbänglgen ssgialömiofratie 3>eutfct)fanö& Nette Niederlagen der Polen Baranowitsch und Slonim besetzt Kopenhagen, 24. Zuli. Kach einem Telegramm ans Warschau besagt der polnische vreresbericht: Die Polen haben Baranowitsch geräumt s'« lämpsen nun westlich des Schara-Flasses. Südlich de« �kipjct habe» die Polen de» Feind auf Mowo— Siolki zurück» �warfen. Mehrere feindlich« Angriffe auf die Linie am Styr» »uch wurden abgeschlagen. Bei B o r o o i c gelang es jedoch dem »einde, an da» Ostufer zu kommen. Zn der Segend von «ubn« fiel die bolschewistische Reiterei den Polen in den "iicken. So kam zu heftigen Kämpfen. Trotzdem starke feind- uche Streitkräfte in den Kampf geworfen wurden, wurden fünf �»tereinanderfolgende Angriffe mit schweren Verlusten auf beiden weiten abgeschlagen. Südlich von Dubno hat der Feind den »lntz überschritten. klm 23. Juli teilt« der polnische Seneralstab mit: Polnische Ab- Milungen haben einen Segenangriff längs des Weges von Svpolka "s Erodno unternommen. Feindliche Abteilungen haben fich «lonims bemächtigt. Der Feind, der den llebergang an dem V'ipjet z» passiere« versuchte, wurde mit schweren Verlusten iUrückgeworsen. Zn der Segend von Targowea dauern die Mrtnäckigen Kämpf« an.» Die deutsche Neutralität Völkerrechtliche Unterlage« Berlin. 24. Zuli. Von zuständiger Seit« wird mitgeteilt: Deutschland hat sein« "eutralitSt gegenüber Rutzland und Polen erklärt. Matz- Sbend für das Verhalten der deutschen Regierung werden nur e allgemeine« Srundsätz« de« Völkerrecht» sein, da Deutschland *<& Rutzland dem Bölkerbung nicht angehören, hinsichtlich der ilus- und Durchfuhr von Waffen da» Haager Abkomme« � 1907, das dies« zugunsten beider Teile gestattet, aber jedem Staate freistellt, sie auch zu und'rsagen. Der Friedensvertrag von Versailles zwingt Deutschland nicht zur Abweichung von der Reu- �alität. Zwar hebt er den Friedensvertrag zwischen Deutschland Rutzland auf, stellt aber den Kriegszustand dadurch nicht wie- *« h«(Artikel 118). Aushändigung der von Deutschland abzuliefernden Waffen an Polen kann nicht 'erlangt werden, da die Waffen nach ausdrücklicher Be- timmung zerstört werde« solle»(Artikel 188). Truppentraps- p»rt« der Alliierte« durch deutsche» Gebiet find nur zur Durch- Ehrung de» Friedensoertrage» vorgesehen(Artikel 37S), können Iso nicht zur Unterstützung Polen» im Kriege gegen einen am Friedensverträge unbeteiligten Staat vorgenommen werden. Schutzmaßnahmen in Ostpreußen verlin. 24. Zuli. Dem Präsidenten der Friedenskonferenz in Pari» ist unter«, Ö. Zuli folgende Rote überreicht worden: „ Räch Mitteilungen, welche die Deutsch« Regierung erhalten hat, sind die Truppe» der Sowjet-Regierung nur noch wenig« Tage- wärsch« von der ostpreutzlschen Grenz« entfernt. Zur Wahrung b« Neutralität, zur Sicherung der Grenzen und zur Veruhigung der Bevölkerung. dW noch in Ennnerung «* die früheren Russeneinfiille auf» Lutzerfte erregt ist, ersche»nt " erforderlich, eine freiwillige Schutzwehr der Ein- Sesessenen zu bilden, die im äutzersten Notfall zur Unter- Atzung der Srenzschutztruppen herangezogen werden kann. Die Deutsche Regierung bittet die Alliierten Regierungen, hierzu ihre Zustimmung zu erteilen und darin nicht einen Berstotzi »'gen die bei den Verhandlungen in Spaa getroffenen Abreden zu «blicken. Gleichzeitig bittet die Deutsche Regierung, ihr zu gestatten, die iur Wahrung der Neutralität und für den Schutz der Grenzen er- wrderlichen Truppen durch die Abstimmungsgebiete « ll e n st« i n und Marienwerder an die Grenze dieser Ee° biete zu senden. Die Deutsche Regierung geht davon aus, datz nach Friedensvertrag die Souveränität im Abstimmungsgebiet bei 'br verblieben und sie daher völkerrechtlich verpflichtet ist, die ge- «gneten Vorkehrungen gegen etwaig« Verletzungen der Reu- «alitat und der Reichsgrenzen zu treffen. Die Einzelheiten werden zweckmätzig mit dem Interalliierten »tlitärischen Ueberwachungoausschutz in Berlin zu verein- 'aren sein. . Nach den wiederholten Zusicherungen Sowjettusilands, die putsche Grenze unter allen Umständen zu respektieren, halten »tr die Befürchtungen der Regierung für stark übertrieben. �as große Truppenaufgebot will uns durchaus nicht not- wendig erscheinen. Sollte sich der Krieg tatsächlich bis an die putsche Grenze ausdehnen, dann könnte es sich doch höchstens °arum handeln, versprengte Formationen, die sich über die grenze verirrt habest, zu entwaffnen. Ein gröheres Militär- Saufoebot ist dazu nicht unbedingt erforderlich. Für ver- nisvoll halten wir auch die Verhängung des Be- erungszustandes über ganz Ostpreuhen. Die >t geht damit auf die politisch höchst unzuver- tralitat abgelegt. gehalten werde, darü......«.v mit angespannten Nerven wachen. ----------„— Daß es in den strengsten Formen ein- gehalten werde, darüber muh die sozialistische Arbeiterschaft m*«4- u 4-.» or>-----—---- Von seilen des Reichswehrministeriums wird erklärt, datz der Ausnahmezustand in Ostpreuhen auf Grund nicht der inneren, son- der« der äußeren Lage erklärt worden ist. Die vollziehende Ge- walt liegt in den Händen des Militärdefehlshabers, General, von Dassel. Als Zivilkommissar ist ihm der Oberpräfident bei- gegeben. Spaa und das Iechenkapital Am Sonnabend sind in der Sitzung des Reichswirtschafts« rates die beiden Sachverständigen zu Wort gekommen, die rn Spaa gegen die Unterzeichnung des Kohlenablommens mrt der Entente gestimmt haben: S t i n n es und der Ge- Heime Bergrat Hilger. Sie begründeten noch ein« mal ihren ablehnenden Standpunkt. Stinnes erklarte mit Nachdruck, daß er es nichtfür möglich halte, das Ab- kommen t,I-nk.iN-».»>> oiit--- r.x---------- � a. 0u nuqi zu verjagen,-uus peitzi,|IC sind beide darin einig, dah nicht sowohl sie, sondern die Bergarbeiter ihre ganze Kraft daransetzen müssen, das von den Grubenbesitzern für unmöglich Gehaltene möglich zu machen, und besonders Stinnes betonte die Notwendigkeit der-~ ver . wi'VivwvAr W V» I b 1 1 W vv Wiv*v»C l tut Mehrleistung durch die Knappen. Grundsätzlich will er der bestehenden Arbeitszeit nichts geändert wissen. Natür- lich nicht! Indessen, es müssen mehr Ueberschichten «-*•" VsaC* 0(7-1»-.-.—?--------' Der Sklave der Entente sagt. Polen sei Paris. 24. Zu«. in Wirklichkeit seit zwei MW ZT ntente, besonders� aber Sklave Frank in Rr ___________________»» uiireutii.«oer man yave aus ihm«inen doppelten Wall geaen Berlin und Moskau machen «c�n. deshalb hätten die Alliierten es grundl.ch aus gesaugt. Wen« Fech«ach Warscha« g'Nge.dannsei« «« Polen geschehe« und auf» neue könne man da» bekannte historische Wort aussprechen:■ siyis- polyniae,: aniftn3 |______„-jetzt verbreite. r Entente zwischen Berlin und Moskau, zur und des Friedensvertrages von Versailles zwischen dem Deutschland Fehrenbachs und Vernichtung Polens an die Wand. Aber -*/--........... rfahren werden, und das bedeutet, dah das Prinzip immer mehr durchlöchert wird, solange, bis das Normwidrige zum Normalen geworden ist und damit die Wünsche des Kapitals. Erfüllung finden. Es sieht so aus, als ob sich die beiden Industriekapitäne des inneren Widerspruchs in ihrem Auftreten nicht bewußt geworden wären. Wenn sie überzeugt sind, dah sich die Be- dingungen des Vertrages auch beim besten Willen nicht er- füllen lassen, dann ist es doch von vornherein sinnlos, dioj Arbeiter mit Rücksicht auf das Abkommen zu einer noch gröheren Anspannuna ihrer Kräfte antreiben zu wollen. Aber wir glauben,«» sieht wirklich nur so aus, denn tatsächlich kann ja das Kapital unter keinen Umständen bei einer gröheren Arbeitsleistung etwas verlieren. Wird das not« wendige Quantum nicht. gefördert, so haben die Zechenbesitz« auf jeden Fall den Vorteil, dah sie mehr Kohle erhalten, die sie zu hohen Preisen verkaufen können— zu Preisen, an deren Steigerung sie im gegenwärtigen Moment wahrschein- lich wieder sehr ernstlich denken— und dah in die Mauer des viZ_______---- k.-"■•- �_______•»MuutiiajcH yanoluna gegen Sowjetrepublik mache. Die„Humanite" zählt auf die Wachsamkeit des deutschen Proletariats. Wenn die Verhandlungen zwischen Polen und Rutzland angeknüpft seien, müsse Rutzland die sofortige Abberufung der französischen Mission aus Polen ver- langen, und die Barriere müsse fallen, die jede wirtschaftliche Verbindung zwischen Deutschland und Ruhland verhindere. Lloyd Georges Befürcht»«ge« Amsterdam, 24. Zuli. Nach dem erst heute hier eingetroffenen a u s f ü h r l ich e n Wortlaut der Ünterhausrede Lloyd Georges sagte dieser mit Bezug auf das Vorrücken der B o l s ch e w i st e n gegen die deutsche Grenze noch: Wir müssen uns klar machen, was das bedeutet. Für Deutschland mit seinen Lasten, seinen Verpflichiun- gen und seiner überwältigenden Schuldenburde besteht wie sur seden anderen Schuldner die grotze Versuchung, einen einfachen ________~, pflege am eigenen Leibe erfahren haben, um etwas Wirksames über sie aussagen zu können. Man darf sie nicht mit den Augen eine» berichtenden Landgenchtsdirettors betrachten. Man muß sie von unten her sehen. Sans Span tut das in einem Büchelchen, Berliner Gefängnisse". fVerlaa von Puttkammer u. Mühlbrecht. Berlin ISA).) Die Strafen der deutschen Justiz find keine Strafen. Strafe muß etwas sein, das in irgend einer Beziehung und in irgend einem Vttbältnis zum Delikt steht. Strafe muß irgend einen Zweck baben Diele deutschen Strafen regnen auf dich herab wie die Saaelkörner niemand weiß vorher, wie sie ausfallen werden, und niemand weiß, wen sie treffen. Man mußte einmal zusammen- stellen was man in Deutschland alles K» sechs Monate Gefängnis beaehe'n darf. Es kämen die erstaunlichsten Dinge zusammen. Und diele Strafen nüüeii auch nichts. Sie zerbrechen vielleicht den Menschen/wenn er wertvoll ist: der ZuHalter tragt diele Freiheits- Unterbrechungen als Geschäftsrisiko und Vetrlebsspesen). Die Ctrasverhänguag ist neben dem deutschen Militarismus der dunkellte Punkt dieses Landes. Eine vom Monarchismus und dem Klassenstaat aezüchtete Kaste fällt unbeirrbar auf Grund ihrer alten Weltanschauung �e alten Urteile weiter � m ihr in den Arm. Aber das ist ein w«ites Few. Die Strafvo�eckuna liegt nun aber so im argen, daß ste und i g die kleinste wohll tätige Wirkung der Rechtsprechung iu �r Ge�nteil verkehrt. Ob der Richter bei uns unabhängig ist, steht dahin. Dai; es der Exe- kutivbeamte sicherlich ist, scheint gewiß. Hyan kennt seine Gefängniswelt. 3« Greußen ist doch da« so: Wenn einer etwas ausgeftessen hat rmd man klappt ihn dabei. so ist er von diesem Augenblick an rechtlich so lMt wie vogelfrei. Die Kinder aus der Straße spielen Räuber und Gendarm und das erste, was der Gendarm mit dem Rauber tut, ist, daß er ihn fürchterlich verhaut. Das ist dem Leben nicht schlecht abgelauscht, dem deutschen Leben, wo der Arrestant zu einer Menschengattung zweiten Stils herunterstnkt. Für das Publikum»st der Arretierte eine Art Kinderschreck, der vollkommen außerhalb des bürgerlichen Lebens steht. Für ihn gelten nichk Gesetz und Recht-- während sie doch in Wirklichkeit gerade für ihn gemacht find— und e» verstärkt das alte Bild und die alte Vorstellung, daß der deutsche Ge- htssaal gewissermaßen die gute Stube darstellt und die Straf- lten Küche und Kammer. Da unten aber>sts fürchterlich... an beleuchtet das alles. Er erzählt von den einzelnen Ge- känanissen Eroß-Berlins: von Tegel, wo es für dre Gefangenen noch nicht einmal Wasserklosetts gibt, von Plötzensee. wo die alter- tttmliche Bauart des Hauses Mißhandlungen begünstigt� von RddeK über die Folgen des russisch- polnischen Krieges Die Sowjetrepublik hatte sich vor dem Beginn des polnischen Angriffs der Entente gegenüber zur Bezahlung eines Teiles der russischen Vorkriegsschulden bereit erklärt, daneben wollte ste noch eine ganze Reihe weiterer Konzessionen zugestehen. Der Sieg Räterußlands über Polen bringt nunmehr wahrscheinlich den ententistischen Kriegszettelern nicht nur eine schwere Eni- täuschung, sondern zugleich auch die Zerstörung ihrer Hoff- nungen, ihre der Zarenregierung gegebenen Anleihen jemals zu- rückzubekommen. Das offizielle russische Regierungsorgan, die „Jswestya" bringt einem Artikel Karl Rädels über die Bedingungeneinespolnisch-rustsischenFriedens, in d ein die Annullierung aller früher an die Entente in dieser Hinsicht gegebenen Versprechen unverblümt angekündigt wird. Ra- dek sagt, daß Polen einen Frieden zu solchen Bedingungen erhal- ten werde, daß friedliche wirtschaftliche Arbeit gesichert sei. Ruß- land habe die Verbündeten oft gewarnt, Polen in seiner Angriffs- lust zu ermuntern. Jetzt, wo Rußland in gerechter Abwehr-neue und große Opfer habe bringen müssen, sei es völlig ausge- schlössen, daß Rußland an die Begleichung seiner Vorkrieg! schulden auch nur denk«. Die französischen Sparer mögen sich an ihre Re- gierung wenden, die das polnische Abenteuer ermöglicht habe. Sie mögen jede Hoffnung ausgeben, daß das russische Volk seinen eigenen Mörder zahle. Rußland habe keinerlei Rachsucht gegen Po- len, es erkenne seine Unabhängigkeit an und wünsche in freund schaftlichen Einvernehmen mit ihm die Wunden zu heilen, die dieser vom polnischen Voll selbst nicht gewünschte Krieg verursacht habe. Englische Zuver'cht TU. London. 2-t. Juli. Mit Ausnahme des sozialistischen„Daily Mail" billigt die ge samte Presse die Erllärungen Lloyd Georges und Millerands hin sichtlich der Notwendigkeit. Polen zu verteidigen. Die„Morning post" bedauert, daß Lloyd George nicht früher die Gefahr erkannt habe, die darin liegt, den Bolschewismus zu stärken, indem man sich mit ihm anbiedere. Die„Times" hofft, daß die Geschehnisse den Frieden nicht neuerding» bedrohen und die von Llyod George klar bezeichnete Gefahr vermieden werden könne. Man werde der Wirklichkeit und Dringlichkeit gegenüber die Augen nicht ver- schließen. Die Gefahren erwachsen aus der Haltung der Rate- regieruna. Der«Daily Telegraph" meint, daß die Abreise der französisch-englischen Militärmission nach Warschau und de?«e- fürchtete Name Marschall Foch eine heilsame Wirkung auf die Räteregierung ausüben werde. Durch diese Maßnahme werde den Bolschewisten gezeigt, daß die Westmächte die Lage ernsthaft ins Auge fassen und daß man ihnen nicht u n g e st r a t t Der Ministerpräsident Teleki führt gegen Oesterreich weg» des Boykotts gegen Horthy-Ungarn und wegen der Ausreife v« Volkskommissare eine bedrohliche Sprache, wozu er v°» dem französischen Militär ermutigt sein soll. Die Offiziere«> treiben trotz Ableugnung geheim Vorbereitungen zu einem P°' grom gegen politische Gefangene, Sozialdemokraten und Jud»- Mitglieder der Vereinigung erwachender Magyaren wurden M Pogromstöcken und Handgranaten bewaffnet. In Ezeged oersuv ten Offiziere dreißig Gefangene aus dem Gefängnis abzl» führen. Sie wurden aber vorläufig vom Gefängnisdirektor ab' gewiesen. Offiziere des Ostenburgdetachement wollten bN Dienste in dem Gefängnis, in dem sich die Volkskommissare beM' den, übernehmen. Die Gendarmerie widersetzte sich jedoch diesem Vorhaben, worauf die Offiziere ein gegenüberliegendes Schm' gebäude bezogen. Unter den Gefangenen im ganzen Lande herrscht wegen dieser Vorgänge eine große Panik. Unzarn stellt das Auslieferungsbegehre« Die ungarische Regierung hat nunmehr bei der deutschen daS offizielle Ersuchen gestellt. Bela Khun auszuliefern. Du Reichsregierung prüft gegenwärtig die rechtlichen Unterlag» der ungarischen Forderung. Bela Khun befindet sich übrigem nicht in Bayern, sondern in einem Internierungslager in der Nähe von L i e g n i tz. Er wird dort von einem Reichswehr« bataillon streng bewacht. Nach einer Meldung der Telegraphen' Union aus Wien neigt man dort der Ansicht zu. daß die An« hallung des Transports nicht im direkten Auftrag der deutschen Regierung erfolgt sein könne, weil diese ebenso wie dm Tntente über die Absendung vorher unterrichtet worden sei. Man neigt in Wien der Ansicht zu, daß die neue Affäre Ve» Khun von gewissen deutschen Mtlitärkreisen ausgegai" gen fei. um der Regierung eine Verlegenheit zu bereite». Die Wiener Vertreter der Entente werden, wie aus Entente« kreisen mitgeteilt wird, sich in die Angelegenheit nicht einmengen. Wir halten es für eine selbstverständliche Pflicht der Regie« rung, für ausreichenden Schutz Bela Khuns zu sorge». Dem Militarismus gebunden und in' den Händen derjenigen fei, die in England die Verhandlungen mit Rußland sabotieren wollten. Ungarns Absichten Eigene Drahtmeldufto der„Freiheit". Wien, 23. Juli. Das Afylrecht in Oesterreich für die ungarischen Volkskommissare wurde vor dem Sturz der ungarischen Räteregierung zwischen dem Rätegesandten Böhm, dem englischen Oberst Tunning- ham und dem Grafen B e t h l« n, Beauftragter der gegenreoo- lutionären Regierung in Ezeged, vereinbart. Diese Vereinbarung war eine der Vorbedingungen zur unblutigen Uebergabe der Macht der Räteregierung an die Gewerkschaftsregierung Peidl. Der Außenminister der Szegeder Regierung war damals Graf Teleki, der jetzt als ungarischer Ministerpräsident die Auslie- ferung von Deutschösterreich und nunmehr auch schon von Deutschland fordert. Die ungarische Regierung baut bei der Auslieferungsforderung Khuns und Vargas auf die Will- fährigkeit Bayerns. An Wien wurde ein Auslieferungsbegeh- ren nur wegen gemeiner Verbrechen und nicht wegen politischer Vergehen gestellt. Die ungarische Regierung steht dabei auf dem Standpunkt, daß die Räteherrschaft selbst und alle Amtshandlun- gen ihrer Organ« gemeine Verbrechen waren. Da» ist der Sinn ihrer Forderung, Bela Khun und Varga wegen gemeiner Ber- brechen auszuliefern. Ungarn treibt fieberhaft VorbereitungenzumKriege liegen Sowjetrußland und zur Unterstützung der Polen, wozu es die Erlaubnis und die Zusage zur Unterstützung von der Enterte erhalten hat. Die Jagd aus Bela Khun stellt sich als ei« Glied dieser Kette dar. negl. lichkeit. Wenn ihm die ungarische.......„______ Handlungen unterschiebt, so nur deshalb, weil ste Bela Khun ihre blutigen Hänoe bekommen will, um an ihm einen Mord J» verüben. Wer ihr dabei behilflich ist, macht sich zum Helfer»« Helfer der ungarischen Henker. � Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangen« teilt mkk' Der Transport russischer Kriegsaesangener aus Oesterreich, welche* sich auf der Rückfahrt nach Pasfau befand, ist dem Durchgang lager Reiße zugeleitet. Es ist festgestellt, daß 2 M a n n sich ni«' einwandfrei als russische Kriegsgefangene ausweisen konnte»- Diese beiden sind zur Feststellung ihrer Personalien ausgesondert und anderweitig untergebracht. Der Transport wird üb« Narwa heimbefördert. Die liebe Reichswehr Die Korrespondenz des Herrn H e i l m a n n berichtet: In der Presse wurde jüngst über reaktionäre Ausschreitu»' ?e n der in die Marine ausgenommenen Teile der Brigade ard in K u r h a v e n berichtet. Anderwärts steht es nicht ander» aus. In Kiel herrschen ganz ähnliche Zustände, seitdem die fassungstreuen Marinemannfchaften zum großen Teil durch gehörige der berüchtigten Brigaden Ehrhard und Loewenfelo«*' jetzt worden sind. So fand jüngst in Kiel im Schloßhof eine öffentliche antisemitische Versammlung des Deutschen Schutz- und Trutzbundes statt, auf der sich der ehrenwert« Knüppelkunze aus Berlin produzierte. Die Agitatio» für diese Versammlung wurde in den Straßen Kiels dum Matrosen in Uniform betrieben, die das Hakenkreuz a"' gelegt hatten. Durch die vom Genossen Stock geleitete llnterfuchungskommu' fron ist ferner gegen eine Anzahl Kieler Marineoffiziere weg«« ihres Verhaltens m den Kapptagen Dienstentlassung bzw. Dienst' enthebung beantragt worden. Bisher ist aber noch keine einz'S« Entlassung seitens der obersten Marinebehörde durchgefiihr* worden. Selbst ein Kappist, wie der Oberleutnant z. S. W e v e*' der mit Admiral v. Lewetzow zusammen flüchtete, als der Puls« in Kiel zusammenbrach, tut heute noch immer Dienst. So fwr die Reinigung der Marine durch Herrn Geßler aus! Herr Heilmann vergißt, daß die bösartigen Kinder EeßlekS. von Ro sk e großgezogen worden sind. F-rtdaner der Kämpf« in Belfast. In Belfast kam es FrestaS nacht zu erneuten Kämpfen. Am Tage trat, abgesehen von einzeb neu Schüssen Beruhigung ein. Die Verluste betragen bishef 10 Tote und zwei- bi« dreihundert Verwundete. Der durch «Gschosse und Plünderungen verursachte Schaden ist beträchtlich- Die Unterzeichnung beschlossen. Der türkische Krourat hal die Unterzeichnung des Friedensvertrages beschlossen. Moabit, wo Preußen sein« Untersuchungsgefangenen wie die letzten Canaillen behandelt und vor allem wie Schuldige behandelt, von Moabit, wo man die Strafrechtsmafchine klappern hört. Und alle, alle Staatsanwälte und Richter und Referendare und Assessoren: sie haben nur den einen Wunsch, den Armen schuldig werden zu lassen. Hyan erzahlt vom Frauengefängnis in der Barnimstraße, von der Fürforgestelle im Polizeipräsidium und vom wichtigsten Punkt des ganzen Gebietes: von der Beamtenschaft. Er läßt dieser Beamtenschaft alle Gerechtigkeit widerfahren. Gr bespricht ihre erbarmlichenLohnverhältnisse, er weist ganz ausgezeich- net darauf hin, wie die„Beamtenwllrde"«in Aequivalent für die mangelhafte Entlohnung war und ist. und die demokratische Republik arbeitet ja mit den lächerlichsten Chinefentiteln genau so weiter, wie der alte kaiserliche Laden. Und vor allem lagt Hyan, daß diese alten Militäranwärter, diese sogenannten„Zwölfender", (so genannt nach der Zahl der Jahre, die sie bei den Preußen heruntergerissen hatten)— daß dieses Beamtenmaterial im großen und ganzen für feine Aufgabe ungeeignet ist. Eine militaristische Erziehung, die immer und uberall nur Rangunterschiede sieht und sehen lehrt, ist nicht die Schule für einen dör schwierigsten Berufe, sie es überhaupt gibt. Das was sich da bei diesem mangelhaften Eefängnisapparat. der in den Arbeitshäusern zum Skandal wird. herausgebildet hat. ist garnichts anderes als eine Maschine zum Menfchenschinden. Die jungen Studenten lernen allerhand Theo- rien über das Wesen der Strafe: sie könne Abschreckung sein oder Vergeltung oder Besserung. Sie ist in Wahrheit kein» von den dreien. Die schönen Symbole, die in Stein gehauen, die Fassaden der deutschen Gertchtshäuser zieren, sind Pupvenkram und fauler Kulissenzauber. Die Strafe wird ausgesprochen von olchen. die sie nicht kennen und vollstreckt von solchen, denen der Eingelieferte ein rechtloses Stück Bich ist. Reglements helfen da gar nicht«. Es kommt auf die Betrachtungsweise an. Das Buch von Hans Hyan ist für jeden Kriminalforscher als Material wertvoll. Dicke gelehrte Wälzer tuns nicht: es sind die kleinen Züge, die Wert und Ausfall. Wirkung und Verlauf einer solchen Strafe bestimmen. Nach der Lektüre des Büchelchens kochen einem die Adern: oben wirft der Richter grau und stumpf lebendige Menschen in den Trichter einer ungeheuren Maschine— und gerädert, mit zermalmten Knochen, zerschlagen und seelisch zerprügelt, speit sie dieser fürchterliche Apparat wieder aus und überweist sie dem Verein zur Besseruna entlassener Strafgefangener. Ihr er- fahrt, wenn ihr» noch nicht wußtet, daß die dümmsten und wider- wartigsten Bestimmungen von den Disziplinarstrafen und von der Polizeiaussicht heute noch bestehen, und daß dieses stumpfsinnige ""lgraphenvou lieber Taufende von Menschen unglücklich werden laßt, als daß es die schlimmsten Äuswüch'se'dc'r Straffustiz beseitigt! Dt« bedächtigen Politiker mit dem demokratisch hängeichen Hosen- boden vertrösten uns auf die zwischen zuckt das und krümmt oße Strafrechtsreform. Und in- in den Dnnkelarrestzelken deut- scher Gefängnisse. Was kommt« drauf an? Lumpen und V«*' brechet, Diebe oder am Ende Kommunisten.... Die Zustandsschilderungen Hyans sind lesenswert, weil wir all« wissen wollen, auf welcher schönen Erde wir spazieren. Man kan» hier viel ändern und reformieren und bessern. Im einzelnen. Letz« ten Endes aber wird eine großzügige Strafrechtsreform, und damsf eine Reform der Strafvollstreckung überhaupt erst möglich fei«, mit einer vollkommenen Umwälzung dieser jaulen und morschen Welt- durch eine wahre Revolution.. mmmmmrnmm � l Arbeit! ©et sechste Monat war es nun schon, daß er tagtäglich de» Arbeitsnachweis betrat. Mit einer winzigen Hoffnung ging«r des morgens hin, und mit verzagter Kraft seines Herzens ent« fernte er sich des Mittags wieder. Und so auch heute. dem Weg führte ihm den Norden Berlins entgegen- Hohe graue Mietskasernen, schlechte unansehnliche Häuser tauch« ten auf. Arme, kleine Kinder mit blassen Gesichtern, schmutzigen Lechen, alte, durchfurchte Gesichter von Frauen, zerschlissenes �uch um den Leib geschlagen, Züge, gezeichnet vom harten Leben- Kämpfen... Entsagen... Bor einem alten, fast baufälligem Haue, machte der Arbeitslose ein paar Sekunden nur, dann schritt er über einen düsterech '."si losen Hof, stieg die knarrenden Treppen empor, dann noch e'n? �-ur, er drebte den Schlüssel im Schloß herum und trat ein- Eine mude Stimme irrte»hm entgegen. .Helmut, du?" „Ja, Mutter." gab er tonlos zurück. C» b?t sich ihm zum Gruße. „Haft du Arbeu. Heiler lispelte sie die Worte hervor. « �mmer wieder, täglich hörte er die Frage von den Lippen der Kranken sprechen. Se,ne Antwort war das klanglose„Rein". ilJm. II?*!; nleIl wo er nach Arbeit herum irrte. estomnen, daß et etwas fand. Ein klarer Sommertag brach an. Viele Strahlen sandte die Sonne hernieder, füllte die f2ta4te*?ie Wohnungen hell und freundlich. � Äi�%�enWe,$erä batte Freude daran, als klänge ihn«» 20. General D a n i m. P.* Eines Kommentars bedarf dieser Befehl wohl nicht?! Aus dem Blatte„Az Ember" übermittelt unser Münchener Parteiorgan„Der Kampf" folgende Meldungen der Mörderdetachements: Detektiv-Abteilung des Szegediner Vierten Jäger-Bataillons 3227/1920. Dienftzettel! Budapest, 1. März 1020. Ich verständige die Detektiv-Abteilung des Stuhlweisenburger Jäger-Bataillons, dah die gesuchten 2 Personen am 26. Fe- bruar in die Kehlenfelder Kaserne überfuhrt wur- den, von wo sie am 28. verschwanden. Tataesi m. p.. Hauptmann. Szegediner Jäger-Bataillon: lies Pronay-Detachement— Etuhlweihenburger Jäger-Bataillon: lies Oszenburg-Deta- chement— 2 Personen verschwanden: lies ermordet. Ein zweites Dokument lautet: Detektiv-Abteilung des Szegediner 4. Jäger-Bataillon». Beitrag zum Tagesbefehl Nr. 141. Budapest. 21. Mai 1920. Wie festgestellt wurde, rühmte« sich mehrere Detektiv- Offiziere, in fremder und sogar in Zivilgcsellschaft. ihrer Hand- lungen. was natürlich dem guten Rufe der Detektiv-Abteilung höchst schädlich ist, weil diese Nachrichten sogar an die ausländischen Misstonen gelangen und dadurch unsere Forschungstätigkeit gefähr- det wird. Bei dieser Gelegenheit muh ich dem Herrn Leutnant Salm besonders eine Rüge erteilen, der in Gesellschaft italieni- scher Offiziere dienotwendigeDiskretionnichtzuwah- ren wuhte, welcher Umstand zu unangenehmen Entdeckungen Anlah gab. In Zukunft werden wir in jedem Falle jeden Osfi- zier, jedes Eruierungsorgan, das die notwendige Vorsicht vergiht. ausschließe n. Bataillons-Kommandant- abwesend. T a t a c s i m. p., Hauptmann. Daß die deutschen Weißgardisten aus den kap- pistischen Reichswehrformationen um keinen Deut besser sind als die ungarischen Genossen, zeigen die erschütternden Be- richte, die unser Bruderblatt in Hamborn i. W.. die„Frei- heit", veröffentlicht. Einer davon lautet wie folgt: „Schändung eines Mädchens! Maria L i p p e r t. 20 Jahre alt. befand sich in der Zeit der Kappregierung in Bottrop bei der Mutter zur Hilf« in der Wirtschaft. Ihre beiden Brüder, Albert und Johann, 2S und 22 Jahre alt, gingen zur Roten Armee, umdieKappregierung zu bekämpfen. Albert fiel in Bottrop, Johann flüchtete ins besetzte Gebiet. Als die Revolution durch die weihe Garde niedergeschlagen war, wurden die Brüder von Noskiden gesucht. aber nicht gefunden. Dann holte man die Schwester unter dem Vorgeben, sie hätte Landfriedensbruch begangen. Das Mädchen wurde schon unterwegs auf dem Marsche zum Rathaus nach Bottrop vor allen Leuten mit Reitpeitsche und Eummischlauch furchtbar mißhandelt, blutig geschlagen. Die Leute, die Einspruch dagegen erhoben, wurden mitErschiehenbedroht. Als das Mädchen in der Zelle war, wurde sie aufgefordert, die Bein- kleider auszuziehen: da es sich weigerte, von dem Lumpen gefaht, über einen Schemel gelegt, die Beinkleider wurde» ihm ab- gerissen und es wieder bis zur Bewußtlosigkeit geichlagen mit Peit- (che und Eummischlauch. Es war dieses am 27. April. Am 28. April kam der Anführer dieser Rotte wieder in ihre Zelle und frug das Mädchen, ob es aeschlechtskrank wäre. Das Mädchen verneinte die Frage. Es wurde dann von diesem Frauen- schänder. Sergeant Adler, indem er seinen Revolver vor ihren Augen lud und ihn ihr auf die Brust setzte, gezwungen, den Bei- schlaf 3 Nächte zu dulden. Darauf wurde die Geschändete nach Essen transportiert und. da sich gegen sie nicht das geringste nach- weisen lieh, wieder entlassen. Nachdem diese Lumpen ihre viehischen Triebe gestillt hatten, wurde das Mädchen noch schwer verletzt, indem ihr ein Gummi- schlauch in die Geschlechtsteile hineingetrieben wurde, so dah sie anfänglich gar nicht gehen konnte und bis heute noch arbeitsunfähig ist. Zwei Aerzte verweigerten jede Untersuchung, auch Atteste, bis Dr. Zorn in Bottrop das Mädchen annahm und ihm ein Attest ausstellte. Er sagte, er hätte solche Scheußlichketten überhaupt noch nicht behandelt. Alles dieses ist durch ärztliche« Attest erwiesen, und da das Mädchen der ll. S. P. D. angehört, von dieser dem Gericht über- geben worden. Auch ist ein Schreiben an den Reichswehr- minister abgegangen. Der Hauptschuldige, der Frauenschänder, ist der Sergeant Adler, 2. Marine-Brigade Oberleutnant Ärnaud de la Piere, Sturmbataillon, Brigade Löwenfeld.— Davon, daß diese Bestie in Menschengestalt zur Rechenschast gezogen worden wäre, hat man noch nichts gehört." Diesem erschütternden Bericht unseres Parteiblattes wol- len wir noch hinzufügen, daß die Freikorpsbanden, die im Ruhrgebiet hausten, durchweg in die Reichswehr auf- genommen worden sind. Das Sturmbataillon des Oberlem- nant Arnaud de la Piere ist, ebenso wie die Löwenfeld-Meu- terer. in eine„Schiffsstammformation" umgetauft worden, In Wilhelmshaven durchziehen die Horden bereits. mir fchwarz-weiß-roten Fahnen dick" Stadt und provozieren die Bevölkerung. Die Protestkundgebung Für Sowjetrutzland! Zu Tausenden folgte gestern das Berliner Proletariat dem Rufe der Eroh-Berliner Parteileitungen der ll. S. P. D. und K. P. D., um gegen die Absicht der Reaktion, die ungarischen Revolutionäre ihrem Henker auszuliefern, Protest zu erheben. Wie üblich, hatten sich die Arbeiter in ihren Betrieben zu geschlossenen Zügen formiert, um gemeinsam dem Berliner Lust- garten zuzustreben. Die Berliner Sicherheitswchr hatte den Bann- kreis abgesperrt, so daß es nicht allen Demonstranten möglich war, rechtzeitig den Versammlungsplatz zu erreichen. Von den Terrassen des Doms und des Alten Museums geißelten die Redner, von der U. S. P. D. die Genossen Ledebour, Luise Z i e tz, Adolf Hoffmann und S a b a t h. von der K. P. D. Pieck. Brand ler und König in kurzen mqrkanten Zügen das Verhalten der deutschen Regierung in der Frage der Auslieferung Bela Khuns und der anderen ungarischen Revolu- tionäre. Die Haltung der Regierung lasse die Befürchtung zu, daß die ungarischen Revolutionäre der ungarischen Henker- und Mörderregierung ausgeliefert werden sollen. Es sei deshalb Ehrenpflicht des revolutionären deutschen Proletariats, dies mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern. Darüber hinaus müsse aber auch verhindert werden, daß unter Bruch der von der deutschen Regierung feierlichst zugesagten Reu- tralität Deutschland in den r u s s i s ch- p o l n i s ch e n Krieg hin- eingezogen wird. Die deutsche Regierung hätte aber auch die Verpflichtung, zu verhindern, daß Truppentransport« de? Entente durch Deutschland nach Polen geführt werden. Da dies tn den letzten Tagen bereits geschehen sei, habe die deiUsche Reglerung bewiesen, datz sie weder den Willen noch dze K�aft habe. d»e gegen Sowjetrutzland gerichteten Truppentransporte der Entente zu verhindern. Aufgabe des deutschen Proletariats es, hier einzugreifen und besonders die deutschen Eisenbahner hatten die Aufgabe, die Durchführüng der Truppentransporte nach Polen zu verhindern. Sollten die Protestaktionen des deutschen Proietanats keinen Erfolg haben, dann müsse es sich zum schärfsten Kanmf bereithalten. Die deutsche Arbeiter- und Beamtenschaft dürfe nicht ruhen, durch starke disziplinierte Solidarität unsere rulsischen Brüder in ihren Bestrebungen zu stützen, die siegreiche russt- sche Revolution zu schützen gegen die Machenschaften des mter- nationalen Imperialismus und Kapitalismus— für den Sozialismus. für dje Weltreoolution. Einige Redner der K. A. P. D. und einige, die anscheinend der Spitzelgilde angehören, versuchten noch, in der bekannten pro- vokatorischen Weise einige radikale Phrasen an den Mqnn zu bringen, konnten sich aber kein Gehör verschaffen. Der Besuch der Kundgebung litt an der überstürzten Bekanntgabe. Kappjusttz in Mecklenburg Da« Schwurgericht zu Schwerin verurteilte wegen angeb- licher„vorsätzlicher Tötung" des M>ministrators Tratsche drei Landarbeiter zu je drei Jahren Gefängnis. Der Anklage lag fol- gender Tatbestand zugrunde: Während des Kapp-Pulsches bewaffneten sich die mecklenburgischen Landarbeiter aus den Beständen der reaktionären Wasfenlager. Sie forderten dann die Guts- besttzer, die stch für die Verbrecherreaierung Kapp-LLttwitz erklärt hatten, zur Abgabe der Waffe« auf. Dabei trat ihnen de� Administrator Tratsche mit gezogenem Revolver entgegen. Es kam zu einem gegtnseitigen Feuer gefe cht, dabei wurde Tratsche verwundet und erlag später seinen Verletzungen. Den Angeklagten konnte lediglich die Teilnahme an dem Feuergefecht nachgewiesen werden. Wer den tödlichen Schuß abgab, ist nicht festgestellt. Die Verurteilung ist also selbst juristisch unhaltbar. Sie widerspricht aber auch der Vereinbarung, die schriftlich zwischen den Aktionsausschüssen und der Schweriner Regierung am 20. März 1920 festgelegt wurde. Durch diese ist eine Bestrafung der Kapp-Putschisten vereinbart, die bis heute nicht in einem ein- zigen �alie vorgenommen wurde, und eine völlige Amnestie für alle Handlungen, welche bei der Abwehr des Kapp-Putsches verübt wurden. Diese Amnestie ist aber nicht Gesetz geworden. Der (alte) Landtag(in dem die ll. S. P. nicht vertreten war) beschloß nur eine Amnestie für Verbrechen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Und die Minister, die sich schriftlich zu einer all- gemeinen Amnestie verpflichtet hatten, erklärten sich mit dieser Teilamneftie einverstanden. Die Verurteilten sind Rechtssozialisten. Di« S. P. D.- Fraktion im(neuen) Landtag tat aber nicht» für fie. Die ist S. P.-Landtagsabgeordneten wollten eine Interpella- t, on einbringen. Diese braucht acht Unterschriften, die ll. S. P. hat jedoch nur fünf Sitze. Es gelang unseren Genossen nicht, die drei sehlenden Unterschriften von den Rechrssozialiften zu erhalten! Durch unsere Kritik konnten wir bisher nur erreichen, daß die Strafverfolgung vorläufig ausgesetzt wird. Es stehen noch weitere Prozesse zu erwarten. So sind die Mit- glieder des Ralchiner Aktionsausschusses wegen„Mordversuch" an den Grafen Hahn, der bei NichtHerausgabe der Waffen ver- wundet wurde, ehenfalls in Anklaaezustand versetzt. Der Staats- anwalt behauptet, dah die Strafverfolgung auf Antrag de« rechts- sozialistische» Justizministers Heiuk eingeleitet sei! Ein anspruchsvoller Kappist Der berüchtigte Reaktionär Oberbürgermeister Dr. Rive von Halle, war nach den Märztagen, weil er das Kappoerbrechen unterstützt hatte, in eine Untersuchung gezogen worden, während der er vom Amt« beurlaubt wurde. Weil eine Krähe der anderen die Augen nicht aushackt, fand eine vorgesetzte Behörde in seinem Verhalten nichts Strafbares, da aber beide sozialistischen Fraktionen des Stadtparlaments ihm ein geharnischtes Mißtrauensvotum ausstellten, reichte Rive sein Rück- t r i t t s g e s u ch ein. Das wurde angenommen und man glaubte. damit sei die Sache erledigt. Aber das dicke Ende kam nach! Der bescheidene„Ober", der sich von der alten Stadtverordneten- Versammlung nach der Revolution wohlweislich noch einmal auf 12 Jahre hatte wählen lassen, stellte folgende finanziell« Forde- rungen an die Stadt: »olles«ehalt bis 1. April 1930, und zwar nach den Sätzen. die die zukünftige Besoldungsreform für den Oberbürgermeister f vorsehen wird(nach Rives Angaben mindesten« 62 700 Mark ?r«ch). Vom 1. April 1980 an soll etwa% des Gehalte» als -nsion bis zum Lebensende weitergezahlt werden. Der ledere, ntritt in e,n Amt bei Wirtschaftsgesellschaften. e,ne Stellung bei der Privatindustrie, die Ausübung eines Privat- berufes oder Betreibung eines selbständigen Geschäftes soll auf die Gehalts- und Pensionszahlung ohne Einfluß sein. Die Beibehaltung der lreien Wohnung auf Lebenszeit ist durch Ver- trag sichergestellt, doch fordert Dr. Rive schließlich eine besondere Erhöhung der W'twen- und Waisenversorgung. Diesen unglaublichen Anschlag auf den Stadtsäckel lehnten die Stadtverordneten e» n st» m m i g ab. Wir finden das reichlich un- sozial. Das Beste ist. der Staat wirft für alle Kappisten, ein- schließlich der A rb e l t e r mo rder au» den Kreisen der Osfi- ziere und Studenten, eine jährliche Pension bis ans Lebensenoe aus. Denn diese Leute haben sich zpirklich um das Vaterland verdient gemacht,_ Kreistagswahl im Saargebiet Die Kreistagswahl brachte im Kreise Saarbrücken de« Bürgerlichen Parteien 19 und den Sozialdemokratischen Parteien ebenfalls 19 Sitze'ein. Es erhielten: Demokraten 1, ZentrvM 16, Wirtschaftliche Vereinigung 2, Rechtssozialisten 11, Unabhängige 8 Sitze. Die Wahlbeteiligung aus bürgerlicher Seite war sehr Ichwach.— Im Kreise O t t w e i l e r entfallen auf Zentrum 17, partei 1, Unabhängige 6, Christliche Landpartei 1 und Parteilos 1 Sitz.— Im Kreise St. Wendel verteilen sich die Sitza wie folgt: Zentrum 12, Rechtssozialisten 5, Land- und Bürgerpartei 2. besondere Liste der Einwohner von Alsweiler 2.— In Ho m- bürg erhielten nach vorläufiger Schätzung Zentrum 10, Vereinigte Mittelständler. Liberale und Demokraten je 1, Freie Bauern- partei 3, Rechtssozialisten S und Unabhängige 1 Sitz. Di« Regierungsbildung in Thüringen. Die unabhängige Frak- tion des thüringer Landtages lehnte den Antrag ah, in eine Regierung einzutreten, an welcher die Rechtsparteien betei- ligt sind.__ Aus der Partei Kreiskonfcrenz im Wahlkreis Recklinghautze» Am Sonntag, den 18. Juli, fand in Buer eine Kreiskonferenz des Wahlkreises Recklinghausen-Borken statt. Aus dem Geschäfts- bericht ging hervor, daß dieser reine Bergarbeiterkreis untc, dem Kapp-Putsch am meisten gelitten hat. Alle Orte haben Tyte za beklagen und eine Reih« Parteifunktiomire sind noch heute auf der Flucht. Die Organisation hat durch dielen Zustand gelitten. Das Parteiorgan„Die Ruhrwarte ist eingegangen und an seiner Stelle ist in letzter Zell da» Essener Parteiblatt eingeführt worden. Trotz dieser Vorkommnisse ist die Stimmung im Kreise sehr gut. Lei der Reichstagswahl haben wir sehr gut abge- schnitte». Der Abaeornet« des Kreise», Genosse JosefErnst. sprach über die politische Lage und die Aufgaben der Partei. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die am 18. Juli stattgefundene Generalversammlung der U. S. P. de» Kreises Recklmghaujen-Borken erklärt: Der Brief de» Parteivorstandes in der Frage der Regierungs- bilduna wird der Sachlage nicht vollkommen gerecht. Wenn auch anerkannt werden mutz, daß zurzeit eine Regierungsbildung mit bürgerlichen Parteien unmöglich ist, da dieselbe nur die Fortsetzung der alten arbeiterfeindlichen Koalitionsregierung bedeutet, so wäre die Bildung eines rein sozialistischen Ministe- riums stets zu bejahen, um dadurch zu beweisen, daß wir zur praktischen Durchführung unserer volkswirtschafllichen Ziele be- reit sind. Die schroffe Haltung des Briefes Crispiens gibt den Rechtssozialisten erwünschte Gelegenheit, die Wählermasse« vom Kern der Sache abzulenken. Schon aus rein taktische» Er- wägungen heraus hätte die Antwort des Parteivorstandes an- ders lauten müssen, obschon durch das Eeheimzirkular der Rechtssozialisten vom 9. Juni erwiesen fit, daß dieselben an eine Zusammenarbeit mit der ll. S. P. nicht dachten und nur aus rein agitatorischen Gründe« die Anfrage an Crispien richteten. Di« Generalversammlung erwartet, daß in Zukunft bei solch wichtigen Anlässen die gesamte Reichstagsfraktion zugezogen und die Entscheidung nicht durch den Parteivorstand getrosten wird." ' Auch zu de« Verhandlungen in Epaa nahm die Kon- ferenz Stellung. Als reiner Bergarbeiterbezirk protestierte er gegen das Gebahren von Ctinne« und Genossen und erklärte, daß die revolutionär« Bergarbeiterschaft aar nicht daran denke, ssch vor den nationalen Karren der deutschen Kapitalisten spannen zu lfn der Frag« der Agitation wurde beschlossen, sofott noch zjsvei Parteisekretäre anzustellen. Di« Resolution unserer Recklinghauser Genossen hebt vollkom- men zutreffend die Tatsache hervor, auf die es vor allem an- kommt: daß die Rechtssozialisten nur aus rein agitatorischen Gründen die Anfrage an den Genossen Crispien richteten, sich an der Regierungsbildung zu beteiligen. Diese Tatsache, die durch das Eeheimzirkular der S. P. D. vom 9. Juni dokumentarisch er- wiesen ist, muß zur Abwehr aller demagogischen Angriffe der Rechtssozialisten gegen unsere Partei vor allem in den Border- grund gerückt werden, denn aus ihr ergibt stch. daß unsere Partei in der Frage der Regierungsbildung eine vollkommen richtig« Haltung eingenommen hat. Die Kritik unserer Recklinghauser Genossen richtet stch denn auch keineswegs gegen die grundsätz- liche Haltung des Zentralkomitees, sondern lediglich gegen die Form des Antwortschreiben» des Parteivorstandes, die nach ihrer Ansicht au» taktischen Gründen anders hätte abge- faßt werden müssen. Schiedsgericht gegen Mauer. Wir werde» um Veröffentlichung folgender Zeilen gebeten: Gegen den Gen. William Wauer in Wilmersdorf war ein Ausschlußverfahren aus der Partei be- antragt worden, weil er während des Märzputsches mit Oberst Bauer und Kapp verhandelt hatte, ohne die Parteiinstanzen vorher von seinem Vorhaben zu befragen. Das eingesetzte Schiedsgericht hat entschieden: 1. Dem Genossen Wauer wird der gute Glaube zuerkannt. 2. Eine parteischädigende Wirkung seiner Handlungsweise konnte dem Gen. W. nicht nachgewiesen werden. 8. Das Verhalten des Gen. W. war disziplinwidrig und ist zu rügen. Aus diesem Grunde erteilt das Schiedsgettcht dem Gen. Wauer einen Verweis. W. hatte die Pflicht, von seinem Vorhaben dem Ortsvorstand der Partei vorher Kenntnis zu geben. Emil Lüdk«, Vors. des Schiedsgerichts. Dienstag, den 27. Juli, abends 7 Uhr in folgenden Lokalen große Wtliche BechmliiM Neue Welt, Hasenheide, Germania-Prachtsäle, Chausseestr. 110, Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 310, Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24, Biehhofbörse, Eldenaer Str. 37, Prachtsäle Wandlick, Am Treptower Park 27 Tagesordnung: „Spaa und die Lage im Osten" Referenten: Breitscheid, Kurt Geyer, Herzfeld» Kurt Rosenfeld, Toni Seuder und Mathilde Wurm Nur bis Sonnabend, 31. Juli I B'An G M Smson Ausverkauf Angebote mit großen Preisermäßigungen Ate Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Waschstoffe, Leine«, Wäschestoffe, Strümps«, Trikotagen, Handschuhe, Gardinen, Teppiche, MSbelstoffe Bekleidungsgegenstände und Wäsche für Vamen, Herren und Kinder J *j*\ f 0 G. Adam Kaufhaus»« Westens Bette, Bud S Lachmann Kersten& Tuteur»s Gustav Cords D. Levin Herrmann Gerson Zi.M.Maassen F. V. Grünfeld XZJZ: B. Manheimer Rudolph Herhog Michels& Cie A. Landorf& Co. Arnold Müller Heinrich Lordan Hermann Tietz R. Lsrael Ä. Wertheim Gebr.WolffHKetter Nr. 296 1. Beilage zur„Freiheit" Sonntag, 25. Juli 1920 Kohlen-Debatte im Reichs-Wirtschaftsrat Die vaterländische Pflicht Unsere Bemerkungen zu den Beratungen des hohen Reichswirtschaftsrates am Donnerstag sind der„Post" un- angenehm. Das sollten sie sein! Das Blatt der Industrie- Magnaten, der Schieber und Wucherer, findet es empörend, oafz wir für die Bergarbeiter eine Vermehrung ihrer Rechte fordern, ehe sie in eine Mehrleistung willigen. Das Blatt entleert seine Kübel über unser Haupt, weil wir es— mit bem Reichsarbeitsminister— gewagt haben, Opfer vom Kapital» Verbesierungen der Vetriebstechnik unter Auf- ficht von Arbeiterräten mit wirklichen Machtbefugnisien Zu fordern. Wir verfolgten den Zweck,„die Bergarbeiter von ihren vaterländischen Pflichten abzuhalte n". Statt „an die Arbeit zu gehen", sollen die Arbeiter„politische Arbeit tun". Die„Post" meint also, die Bergarbeiter haben einfach an die Arbeit zu gehen, ihre„vaterländische Pflicht" zu erfüllen, zu schanzen— und die Unternehmer tun ihre vaterländische Pflicht und gehen„an die Arbeit", indem sie die aus der Mehrförderung fliehenden Ueberschüffe einstecken. Das aber gilt es zu verhüten. Der Zorn der„Post" beweist uns nur, dah wir die richtige Stelle getroffen haben. Das mit der„vaterländischen Pflicht" kennt die Arbeiter- schaft aus der Kriegszeit. Sie hat gesehen, wohin dieser Weg führt und ist zu einem grohen Teil zur Besinnung gekommen. Indes sehen wir zu unserem Bedauern, dah der alte Berg- arbeiterverband— von den Christen gar nicht zu reden— noch immer Neigung zeigt, auf die vaterländischen Leimruten zu kriechen. Auch in der gestrigen Debatte im Reiibswirtschaftsrat' ist von dieser Seite kein Wort gefallen, das darauf schliehen liehe, dah die Vertreter der Bergarbeiter die Courage aufbringen, die Bewilligung von Ueberschichten abhängig zu machen von wirksamen Garantien dafür, dah der Kohlenbergbau den Klauen der Profitgier cntriffen wirfr Warum hat man Herrn Jmbusch vorgeschickt? Wenn dem so ist, dann wird es allerdings so kommen müsien, wie die„Post" schreibt: Dann werden die Bergarbeiter Ver- sammlungen abhalten müssen, um ihren Führern den rechten Weg zu zeigen, bevor sie„an die Arbeit gehen". Die„Post" aber ist hellseherisch. Sie sagt voraus: „Man darf sicher sein, daß zur Stunde bereits eine ganze An- Zahl Agitatoren unterewgs sind, um im Ruhrgebiet die Berg- arbeiter„aufzuklären". Man wird davon sehr bald zu hören be- kommen. Wenn es der Regierung ernst ist mit der Erfüllung des Epaa-Abkommens. so darf sie solche gefährlichen Quertreibereien natürlich nicht dulden. Sie muß diesen niederträchtigen Versuchen. die Bergarbeiter wankend zu machen, mit allen Mitteln begegnen und der neuen Hetzpropaganda, die da im Anzug ist, einen Riegel vorschieben. Tut sie das nicht, so kann sie die Hoffnung, monatlich Zwei Millionen Tonnen Kohlen für Frankreich zusammen- Zubekommen, heute schon fahren lassen." Das ist doch die Aufforderung an die Regierung, die Berg- arbeiter m i t E e w a l t in die Gruben zu zwingen. Hoffent- �ich lernen sie und ihre Vertreter im Reichswirt- chaftsrat und anderwärts daraus, wo der Feind leht, damit sie sich abgewöhnen, auf die Redensarten von jenem anderen„Feind" hineinzufallen und ihr Augenmerk nur auf ihn zu richten, der„vor den Toren der Ruhrzechen" steht. D!er Feind ist im Rücken der Berg- a r b e i t'e r. Er will die Situation wahrnehmen, um Mehrleistungen der Arbeiter für die ohnehin gefüllten Taschen der Zechenherren und Kohlenschieber zu erpressen. Der wirtschaftliche Ausschuh des Reichswirtschaftsrates hat dem Plenum eine Resolution unterbreitet, der eine„Ge- Meinwirtschaft im Bergbau" als notwendig an- erkennt und die umgehende Stellungnahme dazu in Aussicht stellt. Ist schon diese Zusage— als Garantie für die Er- füllung der Forderungen der Bergarbeiter und der gesamten Arbeiterschaft betrachtet— in Form und Inhalt höchst w a ck- lig, so ist die Haltung der„Post" ein Zeichen dafür, dah die Widerstände gegen die Erfüllung der Zusage auherordentlich st a r k und sofort lebendig sein werden, sowie die Bergarbeiter einmal mit den in der Revolution ebenfalls notwendig hingestellten Ueberschichten begonnen haben.* Warum bedient sich die Resolution des höchst v i e l d e u t- l i ch e n Ausdrucks„E e m e i n w i r t s ch a f t" unter Hinzufügung von allerlei schwammigen Deutungen des Begriffes, statt offen und gerade die uneingeschränkte Sozia- lisierung zu fordern? Die Vertreter der A f a haben, wie wir erfahren, mit den Abgeordneten I ä ck e l und H u e und einigen anderen— warum nicht mit a l l e n?— Vertretern der freien Gewerkschaften gegen dieses unstet schillernde Blendwerk gestimmt. Mit Recht! Der R e i ch s t a g hat von der Regierung die s o f o r t i g e Einbringung und schnellste Erledigung eines entsprechenden Gesetzentwurfes zu verlangen. Der Sitzungsbericht 4. Sitzung, Sonnabend, 24. Juli 192 0. Am Regierungstifche: Reichswirtschastsminister Dr. Scholz, Reichsfinanzminister Dr. Wirth Ernährungsminister Dr. Hermes, Reichstagspräsident Lobe. Vorsitzender Edler v. Braun eröffnet die Sitzung um 19 Uhr 29 Minuten. Er teilt mit, daß für den ausgeschiedenen Professor Lederer Walter R a. h e n a u neu in den Wirtschaftsrat einge- treten ist. Dem Reichswirtschaftsrat liegen bereits zahlreiche Anträge aller Art vor. Die land- und forstwirtschaftliche Gruppe beantragt, die Frage des Steuerabzugs vom Lohne schleunigst zur Erörte- rung zu bringen. Sie verlangt ferner die Prüfung der Frage des Abzuges betriebswirtschaftlich notwendiger Aufwendungen bei Berechnung des steuerpflichtigen Einkommens. Weiter verlangt sie die Einsetzung eines Ausschusses, der eine Aenderung des Weingesetzes vorberaten soll. Sie tritt ferner für die Einsetzung eines Ernährungsausschusscs ein und bittet, die Frage der Beschaffung von Futtermitteln für die Land- Wirtschaft einer sofortigen Prüfung zu unterziehen, ebenso die Frage der Kohlenversorgung und die ländliche Ärbeiterwohnungs- frage. Sie beantragt ferner noch die alsbaldige Einsetzung eines Ausschusses für Forst- und H o l z w i r t s ch a f t und verlangt Maßnahmen zur Sicherung der Einbringung der Ernte. Ein An- trag Kreil fordert die Reichsregierung auf, zur Entspannung der durch die Kohlenlieferungcn an das Ausland geschaffenen Notlage den Ausbau der Wasserkräfte, namentlich in Sllddeutschland, sofort zu fördern. Ein Antrag des Freiherrn v. Richthofen regt an, die Kartoffelwirtschaft neu zu regeln. Das Haus nimmt zunächst eine Reihe von Ergänzungswahlen zu den Ausschüssen vor. Reu in den wirtschaftspoliti- schen Ausschuß tritt Oberbürgermeister Mermuth-Berlin ein. Die Aussprache über Spaa Darauf wird in die Aussprache über die Verhandlungen in Spaa und zwar vornehmlich über das Kohlenavkommen eingetreten. Abg. Jmbusch(Christi. Bergarbeiterverband): Das Abkommen von Spaa ist, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen, un- befriedigend. Es war die Aufgabe der politischen Reichs- leitung, zu erwägen, welches das kleinere Uebel für Deutschland war. die Annahme oder die Ablehnung des Angebotes. Das Ruhr- gebiet kann soviel nicht liefern, wird gesagt. So darf die Frage überhaupt nicht gestellt werden. Wir müssen fragen: Kann die ganzedeutscheKohlenwirtschaftdas Quantum liefern, und können wir in der ganzen deutschen Kohlenwirtschaft die Pro- duktion so steigern, daß wir trotz der zwei Millionen Tonnen unsere Volkswirtschaft erhalten können? Wir müssen wenigstens den ernsthaften Versuch machen, das zu erreichen. Die Durchführung des Abkommens ist nur möglich, wenn alle an der Kohlenwirtschaft Beteiligten wirklich zu Opfern bereit sind. Diese Opfer werden für unser eigenes Volk gebracht, denn unsere Gegner erhalten die ihnen zustehende Menge in jedem Falle. Die Erfüllung unserer Verpflichtung hängt davon ab, daß wir aus Oberschlesien mindestens 1 y, Millionen Tonnen bekommen. Unsere Gegner müssen sich darüber klar sein, je mehr sie aus unserer Kohlenwirtschaft herauspressen, um fo weniger können wir ihnen auf andern Gebieten liefern.(Lebhafte Zustimmung.) Wir müssen mehr als bisher zur Braunkohle und Torf greifen, damit wir mehr Steinkohle zur Verfügung haben. Die Ärbeitszeitsverlängerung für Bergarbeiter kann nur als allerletztes Mittel in Frage kom- men, wenn alle übrigen Mittel zur Produktionssteigerung versagt haben. Die Belegschaften müssen vergrößert werden, in- dem man einen Anreiz zur Bergarbeit schafft durch gute Belohnung und eine zeitgemäße Erhöhung der Renten.— Abgeordneter Im- busch schildert weiter in seiner Rede die traurigen Ernährungszu- stände im Ruhrrevier, die gebessert werden müsse, wenn die Koh- lenförderung erhöht werden soll. Die Bergleute find in den letzten Wochen geradezu ausgehungert worden. Die Verhältnisse in dieser Beziehung sind skandalös. Da» Brot ist in ganz unzureichenden Mengen geliefert worden, die Qualität d e s B r o t e s, die gestern in der Konferenz im Rcichsernahtungsministerium von einem Vertreter der Reichsge- treldestelle als direkt gesundheitsschädlich bezeichnet wurde, muß „mindestens ungenießbar' genannt weiden. Aerzte im Ruhrgebiet haben heute festgestellt, daß das Brot tatsächlich gesundheitsschädlich ist. und Bergleute haben mir selbst erklärt, daß sich ihnen schon beim ersten Bissen alles im Leibe herumdrehe. Man würde dieses Brot keinem Hund zu fressen geben. Das darf nicht vorkommen. Vom Reichsernährungsministerlum ist gestern zugesagt worden, daß A b. Hilfe in dieser Beziehung geschaffen werden soll. Ich muß ferner darauf hinweisen, daß viele Bergleute sich durch das schlechte Brot ein Magenleiden zugezogen haben. Diesen Erkrankten muß Weißbrot geliefert werden, damit sie ihre früheren Kräfte wiedererlangen. Auch e t t müssen diese Leute bekommen, und zwar nicht nur Margarine zweifelhafter Qualität. Kartoffeln sind schon seit 4— 5 Wochen nicht mehr verteilt worden. Frischfleisch len- nen die Arbeiterfamilien nur noch vom Hörensagen. Pökelfleisch wurde verteilt und ein Gefrierfleisch, dessen Qualität auch nicht mehr einwandfrei war. Bergleute, die Ueberarbeit liefern sollen, müssen Brotaufstrich erhalten, ihnen mutz mehr Fleisch und Wurst geliefert werden. � Die Arbeitsfreudigkeit der Arbeiter muß erhöht werden. Sie dürfen nicht das Gefühl haben, daß ihre Arbeit dazu dient, ein- zelnen Kapitalisten große Gewinne zuzuschanzen. Wir werden in dieser Beziehung um eine weitere Sozialisierung im Bergbau nicht herumkommen, um die Produktion zu erhöhen. Ich hoffe, daß die Vorschläge, die die Sozialisierungskommission in dieser Be- Ziehung ausgearbeitet hat, eine brauchbare Grundlage liefern werden. Aber die Sozialisierung muß erfolgen in einer Art und Weise, die dem heutigen Menschen angepaßt ist.(Lebh. Beifall.) Stinnes gegen das Abkomme« Nach Jmbusch ergreift Abg. Stinnes das Wort. Er führt aus: Meine Stellung zu Spaa ist bekannt. Auf die Mehrförderung in- folge des Kohlenabkommens kann nicht gerechnet werden. Für feine Erfüllung kommt in erster Linie das Ruhrkohlen» r e v i e r in Frage. Im Sommer 1919 wurden hier täglich 218 909 Tonnen gefördert, im Winter 1929 245 999 Tonnen, und im dies- jährigen Sommer ist die Förderung auf 238 999 Tonnen hinauf» gebracht worden. Das Spaa-Abkommen wird uns hinter den Stand von dem Sommer 1919 zurückwerfen, obwohl inzwischen im Inlande ein außerordentlicher Mehrbedarf an Kohlen ein- getreten ist und der Mehrbedarf sich infolge des Wiedererwachens der Seeschiffahrt auch noch in den nächsten Monaten steigern wird. Ohne Uebergangsfrist werden wir durch das Spaa-Abkommen zu einer absoluten Verschlechterung unserer Kohlenversoraung ge- zwungen, die uns weit hinter das Frühjahr 1919 zurückführt. Im Vergleich zu 1913 hatten wir einen Stand der Kohlenversorgung der deutschen Industrie von 51 Prozent erreicht, nach dem Spaa- Abkommen werden wir die deutsche Industrie im Vergleich zu 1913 nur noch mit 29 Prozent versorgen können. Verlieren wir die Hälfte unseres Exportes, dann müssen wir verhungern. Dann findet die deutsche Voltswirtschaft ihr Ende, dann müssen wir Menschen exportieren, und das können wir nicht. Es darf also nichts versäumt werden, um die Produktion zu erhöhen; das ist viel wichtiger, als von Schuld und Schuldigen am Kriege zu reden. Es muß ferner eine Wieorr» holung der Verhandlungen von Spaa verhindert werden. Di« erste Voraussetzung für die Mehrleistung der Bergleute ist ihr« bessere Ernährung nach Qualität und Quantität. Dem Reichsernährungsminister m»ch ich dringlich sagen, daß die Untertagarbeiter mehr Brot und Fett haben müssen. Das war« kein« Bevorzugung einer Bevölkerungsschicht, sondern eine ganz selbstverständliche Rücksichtnahme auf die gegebenen Arbeitsver- Hältnisse. Die Bergarbeiter müssen ferner ernsthaft sehen, daß die Ueberarbeit nicht tn Permanenz«Märt werden soll. Es muß möglich sein, unter Beibehaltung der achtstündigen Schicht durch- zukommen. Das Förderungsziel, das erreicht werden muß, ist di« Versorgung der Industrie mit 199 v. H. neben den Leistungen auf Grund des Kohlenabkommens. Dazu ist vor allen Dingen die Vermehrung der Bergarbeiterschaft nötig. Sie kann erreicht wer- den durch angespannte Siedlung stätigkeit, die aber ohne bureaukratische Erschwernisse durchgeführt werden muß. Es muß möglich sein, jährlich 39 099 Wohnungen für etwa 50 099 Bergleute zu schaffen. Wenn das drei Jahre hindurch geschieht, wird di« Krise in der Hauptsache zurückgeschraubt sein. Ich beantrage, daß für jedes größere Revier ein Ausschuß von drei Ver- t r e t e r n der Bergarbeiterschaft und von drei Vertretern der Un- ternehmerschaft gebildet wird. Diesem Ausschuß sind alle Fälle, Die schwere Stunde -> Roma» von 29) Bietor Pani« Den t. Ottober. Die Stadt sieht jetzt einem Schlachtfelde gleich. Tag und Nacht hört man hier und dort Salven, einzelne Schüsse, Explosionen von Artilleriegeschossen. An der einen Stelle verstummen diese Schüsse, um an einer anderen wieder zu beginnen. Oft dauert dies stundenlang, oft rast es wie ein Sturmwind vorüber, und dann tritt wieder Stille ein. Das Getöse dieser Schüsse und Kanonaden übertönt den Lärm der Stadt, der sich scheinbar legt, sich verbirgt.... Im allgemeinen gleicht die Stadt einem schrecklichen Unge- Heuer, das zur Erde niedergekauert ist und vor der heran- nahenden, unbegreiflichen Gefahr kaum zu atmen wagt. Die Menschen in der Stadt sind schon daran gewöhnt. Wo es keine Schießereien und Kanonaden gibt, gehen sie auf die Straße hinaus, viele schlendern ziellos umher, bald in finsterer Erbitterung an den anderen Menschen vorüber- gehend, bald mit einer unerklärlichen Neugier die Passanten betrachtend und die schweigsamen Häuser anstaunend. Bei dem geringsten Geräusch aber flüchten sie abseits und suchen nach einem Schutz. Mit viel größerer Sorglosigkeit und Tapferkeit schlendern die Kinder auf der Straße umher. Meistenteils sind sie in- folge der langen Hungersnot mager und abgezehrt. Ihre Gesichter sind erregt und öfters sogar heiter. Ueberall stecken sie ihre Nase hinein, alles wollen sie sehen und erfahren. Dies verworrene, unerklärliche, sinnlose Leben ringsum mit der Kanonade, der Schießerei, erscheint ihnen höchst be- merkenswert, interessant, rätselhaft, da es voll Bewegung ist, da es das Blut in Wallung bringt und die jungen Herzen in unbegreifliche Erregung versetzt. Ich wundere mich immer, wieviel Zugend und Kinder fich auf den Straßen herumtreiben, da doch hinter jeder Ecke stanz unerwartet ein Schuß abgefeuert werden kann. Wahr- scheinlich ist. es einfach, nicht möglich, die Kinder zu Hause zu halten, sie können es im Zimmer nicht aushalten. Seit drei Tagen wütet unaufhörlich Tag und Nacht um die Iunkerschule, die jenseits des Flusses, unweit des Zen- trums gelegen ist, ein erbitterter Kampf, an dem fich auch die Artillerie beteiligt.. Von Zeit zu Zeit höre ich das dumpfe Getöse der explo- dierenden Geschosse; die Fensterscheiben erklirren, und ich denke; es ist genau so wie im Kriege. Und ebenso wie dort hört das Herz im Augenblicke der Explosion zu schlagen auf, fällt gleichsam in eine Leere, um dann wieder in verstärktem Tempo zu schlagen. � � � Laut den Gerüchten in der Stadt und laut den Meldungen der Zeitungen sollen sich in der Iunkerschule einige Hundert Junker und das sogenannte„weibliche Bataillon' befinden. Sie wollen die revolutionäre Regierung stürzen und an ihre Stelle die Partei der gemähigten Sozialisten berufen. Es zirkulieren in der Stadt vie allerunwahrscheinlichsten, einander widersprechenden Gerüchte, das Komplott sei mit dem Geide der Entente-Regierungen veranstaltet worden, rm Gebäude der Iunkerschule befänden sich einige Hundert Kinder und Frauen der früheren Reaktionäre, die aus Angst vor der Rache seitens der Revolutionäre geflohen waren. Man spricht davon, daß die Junker und das Frauenbataillon ein- ander geschworen hätten, sich bis aus den letzten Blutstropfen zu verteidigen.. � Es ist schwer zu entscheiden, ob dies alles der Wirklichkeit entspricht oder nicht. Ein Gerücht, das von Mund zu Mund übermittelt wird, wächst allmählich an, die erregte Phantasie fügt Einzelheiten hinzu, die in Wirklichkeit vielleicht gar nicht vorgefallen sind. Auf den Straßen, an den Ecken oersam- mein sich verschiedene Gruppen, die Leute �den. streiten, erzählen sich, als ob sie Augenzeugen gewes� waren, ge- >wisse Einzelheiten, die ihnen vor einigen Minuten über- mittelt worden sind.. Nach einer unruhig verbrachten Nacht gehe ich sruy- morgens auf die Straße hinaus. Der Schnee, der zwei, drei Tage gelegen hat,- ist während der Nacht geschmolzen. Die Straßen, die Trottoire sind naß, mit Schmutz bedeckt, nur hier und da sieht man durchnäßte, schlackerige Schnee- �Kalt ist es; dazwischen bläst ein starker Wind, der die Hüte der Passanten herunterreißt und die Mäntel aufbläht. Ich denke mir: in der Nacht wird es wohl frieren. Wäbrend dieser drei Tage hört man ununterbrochen eine KanonÄ. und ich muß fortwährend an em und dasselbe denken: an. die Junker und den Kämpft Mit geschlossene» Augen sehe ich diese jungen Leben vor mir, die verurteilt sind, zugrunde zu gehn. Wofür?.— frage ich mich zum hundertsten Male, ohne eine Antwort darauf zu finden. Ich konnte es nicht fassen, was als Ansporn dienen konnte, um diese Kinder zu begeistern, sie zu betrügen, sie zu veran- lassen, ihr junges Leben zum Tode zu verurteilen. Sollte man ihnen vielleicht gesagt haben, daß sie das Vaterland verteidigen, diesen abscheulichen Fetisch, den je die mensch- liche Stumvfsinnigkeit, die Gier uno die Grausamkeit ge» schaffen haben? Jedesmal, sowohl im Kriege, als jetzt, wenn ich mitten im Kanonendonner und i n Getöse der Schüsse an den Pa- trioten denke, der vom Vaterlande spricht, so stelle ich mir ein dickes, fettes Ungeheuer vor, ein gcfühl- und gewissen- loses Tier, das andere in Tod, Leiden. Blut und Mord jagt, um ihnen ihr letztes Stück zu entreißen, denn der Bauch dieses Ungeheuers ist bodenlos, seine Eier hat keine Grenzen und sein abgestumpftes Herz schrickt selbst vor der gräßlichsten Grausamkeit nicht zurück. Der Patriot ist der blutdürstigste Moloch unseres gegenwärtigen Lebens, und ein ekelerregen- deres, widerwärtigeres, abscheulicheres Geschöpf hat die Ge- schichte keiner Epoche, keines Landes je hervorgebracht. Gott- lob ist die Tierwelt zu einem solchen Abgrund noch nicht herabgesunken! Dank dieser Hypnose des Baterlandes sendet man seit Jahrhunderten, seit Iährtausenden Millionen und Millionen in den Tod. Die Erde ist von Blut durchtränkt, der Mensch schrickt aber immer noch nicht vor dem selbstgeschaffenen, furchtbarsten Verbrechen zurück; alles dies wird mit geräufch- vollenWorten, wie Vaterland, Opfer, Heldentod verhüllt. In den letzten Tagen geht in mir ein unaufhörlicher Kampf vor sich: soll ich gehen, oder soll ,ch nicht gehen? Mehrere Male bin ich auf die Straße hinausgegangen, jch erreichte die nächste Ecke, aber dann verließ mich wieder der Mut und ich begann vernünftig zu überlegen; was habe ich eigentlich für ein Recht, mich in all dies einzumischen? Mein Ent» fchluß erschlaffte wieder, ich kehrte um und eilte nach Hause zurück, als fürchtete ich, daß die Passanten meine Gedanken und meine Schwäche erraten und mich verspotten könnten. In mein Kabinett eingeschlossen, begann ich mich selbst zu bespucken. (Fortsetzung folgt.) fn denen anscheinend eine Mehrleistung der Zechen erreicht wer- den lönnte, zur Kenntnis zu bringen. Die Ausschüsse sollen die Sache untersuchen, begutachten und das Ergebnis den Behörden zur Kenntnis bringen. Ferner deantrage ich einen stärkeren Ausschuh von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, der zu Infor- mationszwecken ins Ausland geschickt wird, namentlich nach Nordamerika, und dort die Verbesserungen im Bergbau studiert. Ferner beantrage ich ein« Vermehrung der Fördernng »m Braunkohlenbergbau. Es muß alle» geschehen, um die Wasser- straßen im Gebiete des Rheines und der Elbe in denkbar weitestem llmsange für Zwecke des Kohlentransportes auszubauen. Größere Aufmerksamkeit müssen wir der Wärmewirtschaft zuwenden. Die Elektrizitäts- und Gaswirtschaft muß nach wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten überprüft werden. Bon einer Zentral- stelle von Berlin au» kann den Mannigfaltigkeiten des Wirt- Ichaftslebens unmöglich Rechnung getragen werden! den einzelnen Wirtschaftsgebieten muß ein volle, Betätigungsfeld gegeben werden. Die fetzig« Bevormundung von Berlin ist unerlr-glich. Der Staatsbetrieb ist ideenlos und würde ein verhängnisvolles Hindernis für die Wärmeerzeugungsindustrie fein. Die Soziali- sierung ist nur da berechtigt, wo Mehr-Werte durch st« erzeugt werden; nur dort ist sie vorzunehmen. lBeifall.) Gewerksthaftssekretär� Rudolf fTransportarbeiterverband für Vinnenfchifsahrt): ZnEpaa hat man bei der Heranziehung von Gutachtern offenbar vergessen, daß die Kohle nicht nur gesördert. sondern auch befördert werden muß. Deshalb hätte« die Vertreter de» Transport» gehört«erden müssen, insbesondere die Vertreter der Schiffahrt. Ein Gutachten der Verkehrssachverständigen, die in Spaa nlcht berangezogenworden sind, härte sicherlich zu einer noch weiteren Milderung der Bedingungen aeführt. Ein großer Teil, etwa 40 v. H.. der Kohlenbefärderung erfolgt auf dem Wasserwege. Die Eisenbahn dürfte kaum in der Lage fem,«in« Mehrförderung an Kohle in Höhe von 1200 000 Tonnen zu leisten. Die Regie- rung sollt« mit der Entente über die Rückgabe einer großen Menge der von uns abgelieferten Wagen und Lokomotiven ein Abkommen zu erzielen suchen. Bei der Schiffahrt liegen die Verhältnisse noch viel schlimmer. Bei einer monatlichen Mehrbelastung der Beorderung von 800 000 Tonnen Kohle wird es der Schiffahrt riesig chwer, wenn nicht unmöglich werden, drel« Mehrleistung zu er- üllen. Nach dem Versculler Vertrage werden in absehbarer Zeit 2v». H. de» Schiffslageeraumes � auf dem Rhein an die Entente abgeliefert werden müssen. Auch dadur� wird ein« wesentlich« Verringerung Die Regier« von der gefo________... Bei Losllisungsdestrebungen umrde die Binnenschiffahrt die Be förderung von Kohlen an die Entente einstellen. Rur unter der BorauLseßung eine» einheitlich bleibenden Deutschen Reiches ist die Binnenschiffahrt bereit, zur Erfüllung de» Spaaer Abkommen» alle Kräfte einzusetzen. lBeifall.) Bergrat Htloer: Entgegen den Zeitungsberichten von Aus- führungen de» Minister» Dr. Simon» über die Sachoerständigen will ich aber feststellen, daß wir in Spaa sehr ausführlich über vi« Braunkohlenfrage gesprochen haben, und de den Easoerbrauchern zuteil werdende Behandlung auf den Tasinspekiionen. Oft werde sofort das Gas abgesperrt, wenn die .'ahlung nicht umgehend erfolgt und es werde auch sonst auf die wziale Lage nicht die nötige Rücksicht genommen. Durch die letzt- sn eingetretene Kaspreiserhöhung, die auch gleick auf den zurück- Agenden Juni ausgedehnt wurde, sind die Rückstände besonders och aufgelaufen. Ein Leser schreibt uns hierzu: ..Jnchlee schlechten Geschäftsgangs und der unerhört hohen Gas- "eile, sammelte sich bei mir eine größer« Gasschuld an. Es war- en meine sämtlichen drei Gasmesser abgesperrt, ohne vorherige enachrichtigung. Ich zahlte am selben Tage den fälligen Betrag. �'ußte aber zur„Strafe" eine Wiedererössnungogebühr von .. Mark(für jeden Easmcster ö Mark) zahlen. Diese �.Strafge- .-Aaurl tjui]COcn u.viunj ••hren" betrugen früher 3 Mark pro Gasmesser. Da alles teurer ■ürb, glaubte der Magistrat auch diesen Satz erhöhen zu mästen: "hnc �"--- Spai ideirung betroffen weiden, und denen dadurch gleichzeitig doch iozusogen in der Großstadt der Lcbensfaden abgeschnitten wrrd. � Es soll-e doch einigermaßen auf die heutige Lage der kleinen teilte Rücksicht genommen werden. Gegen die Mietzinserhöhnngen Wie bekannt, sind die Mieten um weiter« 10% in die Höhe geschraubt worden. Wie uns aus organisierten Mieterkreisen mit- geteilt wird, kann sich die Mieterschaft damit nicht ohne weiteres einverstanden erklären. Sie verurteilt aufs schärfste das diktatorisch« Verhalten der Regierung, die. ohne die Mister zu hören, wlche einschneidende Bestimmungen schafft. Die Mieterschaft for- dert, daß von einer Erhöhung des Mietzinses keine Rede fein dais. ohne daß genügend Sicherheit gegeben wird, daß die Ver- 1 Mieter ber gesetzlichen Rcparaturpflicht auch zwangsweise nachkam- �?>«n. Soll die jetzige Erhöhung nur ein Anfang zu weiteren Er- �Hungen sein? Die Mieter werden am Sonntag, den 2S. d. M., um 11 Uhr vormittags, im Lustgarten in einer gewaltigen Demon- stration ihrer Entrüstung Ausdruck geben. Mieterschutz In dieser Zeit der Mietssteigerungen und der häufigen Street, g- eilen mit den Hausbesitzern bedarf jeder Mieter eines Ratgebers. fnsbejondere ist die Kenntnis der------------ erordnung und des Verfahrens vor Das . Ausnutzung von der Verlags- ' j-utix mu öcti ww« , fnsbejondere ist die Kenntnis der erordnung uno des Verfahrens u.-... ordentlich wertvoll, weil sie den Mieter i'ckenntnis der Bestimmungen schützt.------ «WU-WK S« lÄffÄU st sehr übersichtlich angelegt und ermöglicht es jedem, sicy selbst iber seine Rechte und Pflichten als Mieter zu unterrichten. Ein Zieser Schrift beigefügter Nachtrag enthält die neuesten Verord- . iunaen mit Beispielen und Erläut-runaen. � Diese für jeden Mieter unentbehrliche Schrift kann durch jede Buchhandlung, auch durch. all- Filial�xveditionen der Frecheit dezogen werden, sowie direkt vom Verlag der„Freiheit> Abt. Buchhandlung, Breite Straße 8/9. Elektrisierung im Betriebe der Stratzeureiuiguug . Nachdem jüngst durch Eemeindebeschluß die Beschaffung von 10 elektro mobilen Kehrmaschinen genehmigt worden war um nach Ablauf des Unternehmervertrages über die Bespannung JieiMm Betriebe der Strahenreinigung stehender 1 hfin automobile forderlich, weil dem Kehren e,ne Besprengung des Straßendamme» zum Ausweichen des Kehrichts und zur Riederbaltung des Staubes vorangehen muß. Obwohl hiernach für die zu beschaffenden 40 Kehrmaschinen auch 4g Sprengwagen erforderlich waren und ein Versuch die Zweckmäßigkeit des Umbaues der für P'erde- befpannung eingerichteten Sprengwagen ergeben hat, sollen aus Sparsamkelisrücksichten und zur weiteren Erprobung zuuäckstt nur 15 Sprengwagen umgebaut und mit elektrischem Vorspann ver- sehen werden. Diese automobilen Sprengwagen würden owohl nachts vor den. Kehrmaschinen die Reinigung, als auch am Tage K- v— m- v—*-:en ohne sie die Besprengung der Steinpflasterstraßen besorgeii sie erfordern aber bei dieser doppelten Ausiiutzung alsdann auch die doppelte Anzahl von Batterien. Die umzubauenden Wagen sind nur für die Verwendung auf den Steinpilasterstraßen in Aus- licht genommen, da für die Besprengung der Asphaltstraßen 60 el-k- trische Stratzenwaschmaschinen im Betriebe sind. Die Kosten für die Umwandlung des Pferdebetriebes der 15 Sprengwagen in den elektromotorischen werden voraussichtlich 1320 000 M. betragen. deren Bewilligung bei der Stadtverordnetenversammlung vom Magistrat beantragt wird. Di« Fraktion des 11. Bezirks Schöueberg-Fricdenau wählte in der Sitzung am 23. 7. 20 den eEnoffen E. Wendt, Eothenstr. 13, als Vorsitzenden. Di« Raubmorde in der Anhalt- und Köpenicker Straße. Die Leichen des Kaufmannes Paul Welsner aus der Prinzenstraße 8g und der 71 Jahre alten Witwe Thielem.ann aus der Köpenicker Straße 102 wurden gestern nackunittag von den Eerichtsärzten Medizinalrat Dr. Stoermer und Prof. Dr. Strauch obduziert. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei nach den Verbrechern werden eifrig fortgesetzt. Zu einer Festnahme konnte jedoch bisher noch nicht geschritten werden. Bei dem Verbrechen an der Witwe Thiel-- mann war zweifellos außer dem Schlosisr Riedel noch der zweite Schlafbursche der alten Frau zugegen. Wie es icheint, hat dieser auch das Bargeld, das der Greisin geraubt worden ist, etwa L00 Mark, an sich genommen, denn Riedel war, wie die Nack- sorschnngen ergeben habcm auch nach de: Tat ohne Barmittel. Ob die beiden Schlafburschen nun zufällig in der Wohnung zu- sammengetroffen sind oder das Verbrechen auf vorherige Lerab- redung hin ausgeführt haben, steht noch nicht fest. st« V die doppelte An, sind nur für die Verwendung a ficht genommen, da für die Bcs; Gewerkschaftliches ,»«OG«»»»«»»««««»«»»«»»«»»«««»«»,»»»«,«>««>?'«»«»«>««»«»»»«•»« Der nene Verbandsvorst««d der graphische» Hilfsarbeiter Ein„Schildbürgerltück" schlimmster Art leistet« sich durch einen Beschliisi der vom 12. bis 18. Juli in Frantfurt a. M. tagende Verbandstag der graphischen Hilssarbeiter. Im alten Ber- bandsoorstand waren Konflikte durch das diktatorische Verhalten des Vorsitzenden Pucher ausgebrochen, denn die von Berlin zu stellenden unbesoldeten Vorständsmitglieder hatten ihm(Pucher) zu sehr aus die Finger gesehen. Da diese: Zustand für den Vor- sitzenden ziemlich unangenehm war, sann er auf ein Mittel, wie er die lästigen Kontrollorgane los werden würde. Er unter- breitete daher der Verbands-Generalverjanimlung folgende, l ge- nialen Antrag: „Die Wahl des 1. und 2. Vorsitzenden und des Kassierers er- folgt auf dem Verbandstag: die der übrigen 6 unbesoldeten Ver« dandsmitglieder durch die Mitglieder von 6, vom Verbandstag zu bestimmenden Zahlstellen." Als die in Frage kommenden Orte wurden Frankfurt a. O.. Hamburg. Hannooer, Magdeburg, Potsdam uiib Stettin durch die Delegierten gewählt. Laut Verbandsftatut dürfen Mitglieder des Hcuptvorstandes nicht noch im Dorstand einer anderen Zahlstelle ein Amt be- kleiden. So erscheint es ausgeschlossen, daß die erforderlichen isngen Kräfte durch Städte wie Magdeburg. Potsdam, Frank- rt a. O. und Stettin aufgebracht werden können, zumal Stettin, ankfurt a. O. und Potsdam nur 200 Mitglieder und darunter bsn. davon% weibliche, und Potsdam und Frankfurt a. O. erst rze Zeit dem Verbände angehören. Und hierin liegt der Trick. Es sollen möglichst Mitglieder gewählt werden, die den an sie gestellten Anforderungen im Derdandsoorstand nicht gerecht wer? den können. Das hat nämlich zwei vorteilhafte Seiten für den Verbandsvorsitzenden und feine Gesinnungsgenossen. Erstens wird es stets gelingen, die 6 unbesoldeten Borstandsmitglieder durch die 6 Angestellten(1. und 2. Vorsitzender. Kassierer. Redakteur und 2 Sekretäre, von denen die letzten 3 nur mit beratender Stimme an den Sitzungen teilnehmen) einzuwickeln und zweitens wird die Verantwortung auf die 6 unbesoldeten Vorstandsmitglieder abgewälzt, da sie bei der Abstimmung in der Majorität sind. Das ist der erste für die Verbandsmitglieder nicht gerade vorteilhafte Zustand. Das Ding hat aber noch einen schlimmeren Nachteil von finanzieller Bedeutung. Während bisher eine Vorstands- bürg. Frankfurt a. O. werden voraussichtlich an Eiüschädigungen gezahlt 2 Tage 185 M.. an Reisegeld 44 bis 103 M.. eut- gangenen Arbeitsverdienst 75 bis 80 M. pro Kops, so daß eine Vorstandssitzung einen Kostenaufwand von ca. 1200 bis 1300 M. erfordert. Rechnet man alle 14 Tage eine Sitzung, so kostet dieser Scherz des Vorsitzenden den Mitgliedern 31 200 M. pio Jahr. Wenn ja mit den Beiträgen der Mitglieder gewirtschaltet wird, dann braucht sich niemand zu wundern, wenn bei wirklich ausbrechenden Lohnkämpfen wenig Geld vorhanden ist und die Mitglieder zu Extra-Beiträgen herangezogen werden müssen. Die Sonntag, 25. Juli 1920 Mitgliedschaften sind verpflichtet, in ihren Versammlungen von ihren Delegierten, die diesen Beschluß herbeigeführt haben, Rechenschaft zu oerlangen.— München sollte auch ein Mitglied zum Verbmiosvorstand stellen, doch lehnten die Vertreter Mün» chens es ab, einen Delegierten in den Hauptvorstand wählen zn lassen, da sie die Verantwortung flu diese Kosten nicht übernehmen können.— Tie Berliner Delegierten schlugen vor, um der Verschleuderung der Verbandsgelder vorzubeugen, entweder den Vorstand nach einem anderen Ort zu verlegen oder die Partei» freunde des Vorsitzenden Pucher hineinzudelegieren. r.acfrltirif eyrniat. ZZt im Mai 1019 cntlasseitt« ÄsUefien,»am Waniag, uf K4t' � b°i Zilamann, «chtangt«a« eheai-Iigea Zlra-iterrät- ttefien Mi Jfcmtcg, ben 2L- Juli, abend» 7 LH?, bei MeLlenburg. Raveneefirahe S. IL»«» Institut muh vertreten fem."° Aus den Organisationen 3*'irt-a«-baKt>»-llin-Br-ad-nt'-r-. Xie ScotqcaiJafumslommifnan tritt am roonteg, fern 30. 3a!:, abeads 6 zu ihrer konftituterenden SirüNg in d» Arbölter-Bilhana�ichale. Sch'c.,eritr. o.v, Zaiaiemen. &' livec WWW eriorderlich.' iMfi. bei Seng«, .„... Helmut. ES» mmissianen unbedinj� e.'ÖffinU. SKatitan, SO. i. M.,-i-nd- 7 llhr. tagt dt««,t«. und k-werl- schLft��omznission bei roßmann, Keberstraße 24a. ». Tii.rttl Sfonlaa, de« 20. Juli, pünktlich 7 Uhr sitauenUfeadotd in der Schulaul», Zri-d-n iralsi»1. v-ri-ag k«»««nassen Dillert über �>a, Ecxuca- Problem■ 9. Diileiti. .Noniniaaate NoinmiNian. Sinai «ll«r Mitglieder zur Wahl de« DunZig» Slrehe if.,_ «»tz-a-ltrahe Eck« ----—___________—!___»WWW. noirntnoig.?:=* - Slot Montag, den 23. 7. 20, abend» Tlthr, Versammlung der EU-rnocirnle la, kumboldtgymnaNam, Eelangs�aal, Eartenstras,- 35. 11. ZisleKt. 1-»Steilaug. Polillsch« N-mmiisuin. Montag, zz, llhr h,x Zha. Mas. Gattenstraste. Sitzung. kt. Ti-lirlt. Miitwcch, de« 2«. Zuli ISA.-bend? 7 Mr. Sitzung sämtliche? Wteilnng-Wblcute von der kommunalen ttominissio« beim Ecuossen Korst. Elisa- bethlirchhcahe 18. '.7.»Ist?!«. Am Montag, 7 llhr. bei«Nesche, Kopenhagener Strasse 7t, Fuich. lionürirn..cnz. Iii. Distritt.!?rau»nabi«d. Montag, den 20. 7., atcnd, 7ZZ llhr bei tili Staf.'ock« Strasse 27, Nor trag der>?»». Meier. 10. Ikistrill. Dienrtag nbeadz 7 Uhr. Zusammenlunst aller Elternbeiriit« in der Schule Müller- E-Ie Tiiststiass«. Pslickil jede» einzelnen zu erscheinen. T i'triU Niedeetarnim.LIt. Politisch». E-w-rkschast-- und rTätekommiwanen. Sitzung Dienstag, abend« r" m- Vartraz de« au« Russland W land". Da» Erscheinen sümtlicher.............. Testion Post und Telezeaphik. Persammlung am Montag, tzlb llhr, Weindergr- weg 2S bei chr.old.«m Mittwoch, 7 llhr, Srbtiier-Mldangsschul«, Tchtckler. straü« b/v. SchZueoerg. Dien-tag. abend» 7?<. llhr, Porftandssstznn« bei Daum, Apostel- Panlnrftr.' 33. Eeschastsleitung und Aktlonorat treffen sich am 7 llhr pünltliä, inr Iclben Lokal.— Piiiiwoch, den 28. Juli, abend» 714 llhr, Distussiansabend de» i. Stjiil» bei Kell, Merfebarger Strasse 7. Thomai Da» Leipziger Bkti-n«. Programm. ?-rIcbe»aa. Anstell« de» FrcaenleseaSend» findet am Montag nachmiiiag ein Na- milienauastug nach Schmargendors statt. Dreffpunkt S llhr: Schillerplatz, Sät (StuBcnr.ciidbstrake. S-eglitz. Montag, den 20. d. M., abend» 8 llhr, Funttianürs.tzung bei Rangi. Fichlcftrag: t. BoUzahlize» Erscheinen Pflicht. NiederlchZ.-ihaasen. Die Märchen aorlchang am Miitmoch. den 28. Zuli, l llhr nachmiitag», sindoi in dem non der Eemeind« angeieusten und der Bildung»» kommisston?UI Nerfügunz aesrelllea Proseschen Park, Kaiser Wilhelmftrasse>0. stall. Lorlrogender Karr Echaalpii.l«r Emil Kühne. Etnlrittsiarten zu M Ps. l» dar SaeciUan der„Freiheit" nn-»ooiu». So,,.» a. oo. .Aürdl. Pororlbale" 0 llhr im Kaffee Belleoue, Lichtenberg Kanprstrasse. zarückgekehiten kenossen 2.„lleber die Lage in Russ- mtlicher Milglieder ist aolvendig. der klashalle er oartei. Pento«. Äammunoter Aibelterrat. Montag, abend» 7 llhr, Sitzung bei Süchk«. Wnnln. Dienstags den 27., 7 llhr, ausserordentlich« Veneralverfaminlang, Schalaula, kranawltrag«. Weisj-nle». Mittmach, 8 llhr, wichtig« Sitzung d«r Bildangskouimissiou im -"e, Per l' ner Allee 253. fern« Lokal»an Masch«, Perliner Allee 252. Tegel. Mantag. 7Z4 llhr, Porstandssttza»» bei Ehristensen, Ti llhr Fraaenleseabcnd bei Lehnhardt, Berliner Strasse. VereiRskalender 'S nruiuu�i Kewer! lOU Mi Moabit. Taaesordnung: 1. Bericht üb« die Perhandlange» über die garderunge» der Arbeitolose«. 2. Diokusston. Patzei : mit der Regierung. Delogierte de» Oeteinrtello theoss-Perltn der Ala. Asu-Deleglertenaersammlung Montag,«> llhr im roten Saal de» Zcntralaerbande» der Angestellten, Bclle- All innre Strasse 7/10, 2 Trp. ibraphtsche Zndustriigruppe 0. Dir Versammlung findet am M-nt-g nicht statt. Rohere Mirteilunzrn erlalgen noch. � z-ntrckocriand der An�itellten. ffachgruppe 1-. Mitgll-d-ra-raminlun- 26. 7.,»Zd llhr nachm.. Sa-lhr-aerel. 8A~J5a>iwp* Ü. Kurf. tior.äic» u".d Besrieooiätenersammlung«6. 7., 7Z4 llhr, Verband» lokall— rch- st» smis'A Milglieoeraerlammlang 27. 7., 2 Uhr, Vei»a»dzlalal., vnchkindee-vcrbend. Ehren.»- und phorographrsch« vitriede. Montag, den 20. Juli, abend» 7 llhr bei Wegener, SepdelM-sse«i. Sitzung der Bstru.vc- räte und veriraucnsacasanen. Tageoordnuna: Siellungnahn!- zur laristund.g�ug S-jiuMtilche yr«l«i-?teri» „Nor. ig. dank", krosse ifranisurter St! Portrag de- Kenosten Präger:„Eteai.M Lchoh-Produktiu-Aeuosteoichoft. Montog, den 20.. periamrnlar.g In Hauerlands srestsäre, Reue Friedrichstr.»5.„»»» Zs»n:>it-n.»-r«in.Dt« RaUrsren,»,-. Abteilung Rorben. Di-nota», 27. 7. 20. ss----- hl dt» Abteilungslairer», 'Alle Srisgiappen find uerpslichtot, vertreier zu entsenden. ivpen stni sbst'Materialabgabe zain?Laldiesi, Mnsk-�nftramc�.ier.orbeiter! Am ig, den 20. 7. 20, findet In der 117,«in« Vranchenrersammlung statt, r-q-r:.,E«.u-rsrag°n"l.»»n�ng�e�eitm..�� celi»«.«.(Adteilung Süden-Rtukülln.) Bo- iirlsverjammlan,. Freitag, den SO. Salt, 7 llhr. Zde-lkostn«. Neukölln. Weichsel. rssc 8. i" Ml verantwortlich fflt die Redaktion: Emil«abnld,»erlin. Verantwortlich für den Jnseratenieil: Ludwig Aomeriner,«arlshorft.— Verlags- g-nossenschaf» Lreiheii"«. m. b. v.. L-rlin.- Druck der ,.tz:sihcit"-Dr-ck--ei s.«. b. H., verlin(C. 2, Breite Strasse S-S. 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Die Vertrauensleute und Betriebsräte werben ersucht, die Betriebs-Fragebogen für die Grnppeneinteilung und Delegiertenwahl zur Generalversammlung nach dem Ort»- statut im Bureau, Linienstr. 83-83, Zimmer 3, pünktlich abzuholen und abzuliefern. Die Ortsverwaltuug. Mittrnoch, den LS. Juli l»SO, abend» S Uhr Branchen-Verfammlung der Rohrleger und Helfer in de»»SophiensSlen«, Sophienftraste 17.1». Tagesordnung: 1. Soziallfieruna und«ommunalisterung de, Baugewerbes. 2. Diskussion. 3. Derbandsangelegenheiten. Um zahlreiche. Erscheinen wird ersncht. Qanbsagungl FIr die herzt. Teilnahme hei der Beerdigung unser«» lieben Sohne» Max Müller sage« wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten. sowie den Kollegen der Firma N. Bosse Sc To., Abteilung Miete, dem Metallarbeiter-Verband, den Genossinnen und Genoffen des 12. Bez., insbesondere dem Schöneberger Frauenchor und dem Genossen Willbera für die trostreichen Worte am Sargr des teuren Entschlafenen, unseren herp lichsten Dank. Fanrilie H. Miiller Schvneberg. Verlängerte Insbrneker Str. IlMs-UZMil «Brost» Bu»n>ahl.! Billig« Preis». >. Mohrenstr. Z? Hr.Frlls.Slr.ll5! !(nahe Ändreasstr.)\ Auswahlsendung sof. Amt Zentrum 7890 Sonntags geschlossen. Danbsagungl Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an- läßlich des Todes meines lieben Mannes und guten Baters Mo WM sprechen wir allen Ge- nossen nnd Bekannten unseren verbindlichsten Dank ans. Helene Wetten geb. Schüneman« tfrtur Wetter Achtung! Achtung! Kolleginnen und Kollegen der Gelb- »nd Weißmetall-Industrie Die Versammlung am Dienstag, den 27. Juli 1929, in der »Neuen Welt-, fällt wegen der Parteiveranstaltung aus. Die Kolleginnen und Kollegen«erden ersucht, die Bersamm- lungen der Partei zu besuchen» Die vrtOvertvaltung. MWr TmiMlilStiler-BerhiiÄ Bezirk Groß«Berlin. Deleglerie zur MD Genttal-Persimiliillg - der PezirksoemMilg Groß-Berlin!- Am Tonnerstag, den 3». Äugust 1020, abend» 7 Uhr, im Saal 4 de» tSemerbschasishausc», Engeluser 14/15: Sidcollilhe Mml-Persomilmg pro 2. Quartal 1920 Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kassen- und Arbeitsnachweisdericht pro 1919. 3. Erledigung eingegan- gener Anträge. 4. Geschäftliches. Mitgliedsbuch und Legiti«attouskarte« sind am Gin- gang des Saales zweck« Abstempelung vorzulegen. Ohne Buch wnb Karte kein Zutritt. Wer mit feinen Beiträgen Über 8 Wochen i« Nückltande ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. Die Bezirksoeruoaltung. MW« BtMWMdM-BikdM Filiale Berlin, Tebastianftr. 37 38 Damenmaßbranche.«-bt«'»«: Versammlung am Dienstag, d.27. Juli 1920, abends SV, Uhr, in den„Armwh allen", Kommandantenstr. 57- SS. Tagesordnung. Der beabsichtigte Lohnobbau in de» Damenmastschneidcrei, Insbesondere die Kürzung der ArdlitS- ISHn« der weiblichen Arbeitskräfte. sZcntrale Verhandlungen ill Frankfurt a. M.) Ars.: Kollege W. Schumacher. Kollegen und Kolleginnen! Erscheint zahlreich in dieser Ver» sammlung, proirsiiert gegen da» Vorgehen der Arbeitgrber, nicht Abbau,'andern Ausbau der Arbritslühne, solange nicht»» Lebcnsmittelwucher abgebaut wird. Die Branchenleitung. _ filr Haut-«nd Gefchlechtsleiden bei Männer u. Frauen, Blutuntorsuchuvgen, nerv. Schwache. händig, schnell, sicher� mögl. ohne Berufsstör. Kuskuntt kostsnloJ. Wiim änitroa�tr I. Et., Ecke Breslauer Str.(dicht a.Schl.Bhstt nUil� Hillil CflJOll. fü, Spreckz. 10-12, 5-7»/,. Sonnt, geschlossen Dr. Skotte für Geschlecht«-» Haut-, Harn-, Frauenleiden, __ sschlag, nerv. Schwäche, gegen Lue« Komb. Salvarsan- Kuren. Blutuntersuchungen, im«ltesten Kur- vir.? k.össr sanier Itur kosLnlbslar Ztr. 69 70 Spezial'IKrzk hartnäckige Harnleiden, Aussch AllgMlie MliMklSkW _ zu Berlin._ Sonntag, den 1. August 1920, vorm. 9'/. Uhr, im Lokal d. Herr» Saoecki,(Aerichtstr, 71(a d. Pauke Mitgliederversammlung Tagesordnung: bericht. Z. Neuwahl der ausscheidenden 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassen- Borstandsmitglieder. «.»ntrag des Borstandes aufAenderungen der hch 7 und 11 der Satzung. 5. Verschiedenes. Mllgliedsduch Ugitiniiet. Der Borstand. Spezial- Behandlung trauenleiden, hartnLcktige Harnleiden» Ausschlag, nerv- chmäche, Vlutuntorsuchung» Salvars.-Kur., Be§ ahl- „Löser". Münzstr. 9 nahe Mexander-Platz, 9 1, 4«, Sonnt. 10.12, Damenzimmer se». Spezial-Arzt «lr alle 4>ieN< lilorlilskr nikhriten. Karn«. Frauenleiden, Blueuntersuchimge», Salvarsan- Kue- Behandlung schnell, sicher, ahne V-rus'.hörung, Mähig- Preise. Hellanstalt I»n.»>e»— h»rtb(aHW nf 200.' Hosenträger Bosen•«» soo.- her»bg«Mtit»Bf 230»*" Bosen 290.- HOSen">» 47».— k.e.dgeeel»:.ilf 320.— Krawatten Keine Filialen mehi • Stutzen» Socken» Kragen* tni Preias gnut badsoteud bsrubgesetit BaenSohn Nur eiRtVeriiSufutslic Nur Chaussse-StraOe 29-30 Nur