Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Montag, den 2«. Juli 1S20 Nummer 297 .ftrriljdi' erscheint morgens onb nochmittag», Sonntag«»nb Wontag« nnr � Bezugspreis beträgt bei freier Dußellung in» Hans für chrofi-Beili» t'r"»rnns zahlbar, von bei Ep-bition selbst abgeholt 8,50 ÜE. Für Post. Nng nehmen sämtliche Postanstaltrn Bestellungen entgegen. Unter Slrcifdonb »ezogen für Deutschlanb unb Oesterreich 15,50 M., für bas übrige Auslanb 21,50-m. Wglich B-luta-Auffchlag, per Brief für Deutschlanb und Oesterreich 20,— W. «rbaktion,««.ebttio» unb B erlag:«ntta CS,«reite Straße S.S. Abend-Ausgabe Die mhtgffptthfitt Bonn areille, eile aber beren«an« kostet 5.-«. einschließlich Teuerung-, Uschlag, �„e Anzeigen; Da, settg.brnchte Wort'- M., lebe, weiter« Wort einschließlich Teuerungszuschlag. Lausenbe Anzeigen laut Tarif. 9°!?! �''lig-n unb Stellen-Gesuch« Z,20 M. nett» pro Feil«. Stclleu-Gefuch« m Wort-Anzeige»! ba, feNgebruchte Wort 1,50 M., jede» wetten W-r, M. Sachncha: z«ilri» mo, 2M&,«6U«MS, Ott.«SU, UZL Meißner■Orgm her VnafiftSnglgen So)iaiöemofmt{p Stent rcötanöa J l Russische Antwortnote an Polen Im Einklang mit allen ihren bisherigen Kundgebungen hat die Moskauer Sowjetregierung das Waffenstillstands- gesuch der polnischen Regierung bejahend beantwortet. Folgende Meldung liegt darüber vor: TU. L o nd o«, 28. Zuli. ®s Radiotelegramm aus Moskau besagt, dah di« Sowjetregie- «wg den Wafsenstillstandsvorschlag der polnischen.Regierung an- genommen hat. Das Radiotelegrann«, das di« russische Regierung «nn 23. Zuli an die polnisch« Regierung gerichtet hat, lautet: An den Minister des Aeuheien, Herr« S ap i« h a, Warschau. Die Eowjetregiernng Ruhlands gibt der russische» Oberste« Heer«. leitnng den Befehl, mit dem Militärkommando Pottns sofort Verhandlungen einzuleiten, die zum Waffenstillstand fähren sollen, der den«ndgiiltigen Frieden zwischen de« beiden Läudern vorbereitet. Die russisch« Regierung wird die polnische Regierung Sber Ort«nd Zeit des Beginnes der Berhandlungen iwischen den Militärkommandos der beiden Stäbe unterrichte«. De, Bolkskommisiar des Aenheren. gez.: Tschitscherin. Die polnische Regierung wird Vertreter, die mit Voll mach» teu ausgestattet sind, au den von der russischen Regierung zu de» Zeichnenden Ort senden. Die ruMsche Regierung wird gleichfalls die Zeit festsetzen, zu«elcher sich die polnische« Vertreter an diesen begeben sollen. Andere Meldungen besagen, daß die Roten Armeen fich auf Befehl des Bolschewistischen Oberkommandos zurück- zuziehen anfangen. Nach einer Warschauer Meldung soll bereits Grodno von den Russen geräumt und von den Polen wieder besetzt worden sein. Eine Bestätigung der letzten Meldung, die etwas unwahrscheinlich klingt, muß noch abgewartet werdet». Ein«e«es rtrsfisches Angebot ■i... London, 26. Zuv. Nach einer Meldnng der.Daily Mail" hat di« Sowjetrcgiernng der englischen Regierung mitteilen lasten, dah ste geneigt sei. z» Beratungen über den Frieden mit Polen nach London zu kommen. Doch verlangt ste vorher, datz fich General W r a n g r l ergebe, dessen persönliche Sicherheit gewährleistet wird. Zn der Note erklärt die Sowjetregiernag ihr Erstaunen da- lüber, datz die englische Regirrang die Besprechungen übrr die Wiederausnahm« der Handelbeziehnngen unterbrach«« hätte. Der polnische Frontbericht T. ll. Warschan. 26. Juli. . Polnischer Heeresbericht vom 26. Zuli: Der Feind ariff gestern d«n ganzen Tag über südlich von Grodno an. Seinen Hauptangriff richtete er auf Sokolki und auf die Chaussee Wolpa-Rotz. Ferner griff der Feind Kuknica westlich vom Setwafluß an. Unsere Ab- teilungen kämpfen an der Chaussee Slonim-Rosany. Im Gebiete Karpuska-Brezo brachten Pofensche Abteilungen feindliche Angriffe »um Stehen, und warfen den Feind zurück. Im Poletzie-Abfchmtt nichts neues. Im Gebiet von Glogiczyo verdrängten unsere An- griffe den Feind. Es wurden Gefangene aemacht. Am Styr kenw Veränderung. Heftige Kämpfe bei B.risteczko. In zehntägigem Angriff konnte der Feind hier durchbrechen. Im Gebiet von R a d- » i w i l l o w mutzten unsere Truppen d i e F r o n t stellenweise �r der feindlichen Uebermacht z u r u ck n e h m e n. Im Abschnitt Krzcmienca-Woloczyska bogen wir unsere Hont em. Heftige kämpfe östlich Boczajow und Zwaraz. Der Ort Hustatyn wurde °om General Ianuszajtis wiedergenommen. Grodno von den Polen wieder besetzt H. N. London. 26. Juli. Infolge der Instruktionen der Sowjetregierung den bolsche- wisl-schen Oberbefehlshaber, datz die Armee sich zurüch'chen wtle. haben die Polen Grodno wieder besetzt. Rücktritt des Chefs des polnischen Generalstabes HR. Paris, 26. Juli. Die Blätter melden, datz der Chef des polnischen Generalstabes .»urückgetreten ist und datz General Bezwadowsky, Ghef oer Aiilitärmission in Paris, der in fortwährendem Kontakt mit»? a, und General Wigand gewesen ist, an seine Stelle treten wiro. ■M Warschau erscheint eine neue Zeitung unter dem„-Eft" ..Evoboda". d. h. Freiheit. Das Blatt befürwortet eine Ann ade- rung Rutzlands und Polens und schlägt vor. in den sttit- iige-'. Gebieten, welche bis zum Jahre 1772 einen TeU der polni- ichen Republik bildeten, d. h. Litauen, Ukraine und Weitz-Ruthe- uien, eine Volksabstimmung zuzulassen, zur Entscheidung, ob sie »U Ruhland oder Polen gehören wollen. Ein englisches Weißbuch . HR. London. 26. Juli. -Die britische Regierung hat gestern abend ein Weitzbuch oer- »stentlicht welches den ganzen B r t e f w e ch s e l mit der Sowiet- Regierung enthält, einschließlich der Antwort der Sowjetregierung, worin sie die Friedensverhandlungen mtt Polen bewilligt. Wahr- scheinlich werden di-se Unterhandlungen auf dem Wege zwischen Moskau und Warschau auf der Grenze zwischen Bara- nowitschi und Dreft-Litowsk stattfinden. Die SonÄerpollttk des Militärs Rotterdam, 2Z. Juli. Der London« drahtlose Dienst meldet: Wie verlautet, wird das an die Miierten gerichtete Ersuchen der deutschen Re- g i e r n n g um Zustimmung zur Verstärkung der deutschen Truppen in Ostpreutzen gegenwärtig von den Alliierten geprüft. Man ist der Ansicht, datz dieses Ersuchen in gewissem Grade mit der Erklärung des deutschen Ministers des Aeutzern, datz Deutschland die Durchführung alliiert« Truppen durch deutsches Gebiet nicht .gestatten könne, in Widerspruch steht. Man kann in der Tat die Berechtigung des Einmandes nicht abstretten, daß das deutsche Ersuchen um Verstärkung der deutschen Truppen in Ostpreußen in Widerspruch mit der mehrfach von der deutschen Regierung proklamierten Neutra- lität steht. Auch hier scheint derselbe Widerspruch sich geltend m machen, der die deutsche Politik so verhängnisvoll beeinflußt: Der Widerspruch zwischen der offiziellen Regie- rung der Republik und der Sonderpolitik der militärischen Nebenregierung. Eisenbahner schützen die Neutralität Berlin, 26. Juli. D««wettert« vorstand de» Ei se nd a h n eev erb a» d e s. der mehr als ein« halbe Million Eisenbahnbeamte«nd-Arbeiter »«tritt, hat«nt« Teilnahme von Vertretern der Eisenbahner des ganzen Reiches in sein« heutigen Sitzung folgende Entschlie- tznng mit 72 gegen«ine Stimme angenommen: Die deutsche Re- gierung hat für Deutschland die RentralitSt gegenüber Polen und Ruhland erklärt. D« aweit«te Borstand des Deutschen Eisen- bahnerverbandes hält dies« Politik für die für Deutschland einzig richtige und«rtlätt es für eine unbedingte Notwendig- » e i t. jede««letzung d« RentealittSt durch dentsches Gebiet mtt alle« ihm zu Gebot« stehenden Mitteln z» verhindern. Neue Munitionstransporte Nach einer Meldung aus M a r b u r g traf dort ein Munitionstransport ein, der von Gießen kam nnd für Polen bestimmt war. Der Zug enthielt auch Gewehre und Maschinengewehre und war von ausländischen Offizieren begleitet. In Gictzen weigerten fich die Eisenbahnarbeiter,, den Zug«etterzubefördern, und in Marburg sammelte sich eine gröhere Menschenmenge an, die gegen die Weiterbeförderung des Zuges protestierte. Der Zug verbleibt vorläufig in der Nähe von Marburg, bis weitere Anordnungen der Reichsregierung eintreffen. Deutschland und der Völkerbund Der Irrtnm der bisherigen Politik Paris, 26. Juli. Lord Robert Cecil hatte eine Unterredung mit einem Ver- treter des„Petit Journal", in der er sich über den Völler- bund aussprach. Er erklärte, datz znan jetzt inbezug auf Rutz- land den von Europa seit achtzehn Monaten begangenen Irr- t u m einsehen müsse, den Frieden einzig und allein auf m i l i- tärische Elemente gründen zu wollen, ohne sich um wirt- schaftliche Beziehungen zu kümmern. Kein Mensch von gutem Willen hätte Frankreich Elsatz-Lothringen streitig machen können und man habe fich auch gegen einfreiesPolen nicht gewendet. Die Besetzung des Rheinlandes fei ein zweifelhaftes G l ll ck für Frankreich. Man könne ein fremdes Land nicht auf die Dauer besetzen, ohne sich selbst zu schwächen. Amerika werde niemals in eine engltsch-französtsch-amerttanische Allianz einwil- kigen und auch England wolle keine Allianz, nein, nur ein festes Einverständnis mit Frankreich. Im Völkerbund mutzten Deutschland und Amerika offiziell ver- treten sein. Man könne Europa ohne Deutschland ni�t wieder aus- bauen. Amerika würde stch jedenfalls erst später dem Völkerbund anschliehen, wenn dieser ein festes Gebäude geworden sei. Vor- läufig müsse man ohne Amerika fertig werden. Das Programm des Völkerbundrats London, 24. Juli. Reuter erfährt, datz der Völkerhundrat am 3 0. Juli in San Sebastian zusammentreten soll. Die Hauptverhandlungsfragen sind.' 1. Ergreifung von wirtschaftlichen Matz nahmen gegen Staaten, welche unter Verletzung von Bestimmungen. die sie als Mitglieder des Völkerbundes eingegangen sind, in den Krieg eintreten, 2. Errichtung einer ständigen sanitären O r- ganisation. 3. Unterbreitung der von der Internationalen luristischen Kommission im Haag und dem Jnternatio- nalen Gerichlsho, ausgearbeiteten Gesetzentwürfe 4. Prüfung der bezüglichen Vollmachten des Rates nnd der Versammlung in Hin- blick aus den Zu>amm?ntritt der Völkerbundversamm- lung am 15. November, 5. die Verantwortlichkeit des Völkerbundes, die sich aus den Ueberweisungsbestimmungen des Friedens verttages und des Völkerbundpaktes ergibt. Leimruten Den Mächern der Wirtschafts- und Sozialpolitik ver veut» fchen Republik ist anscheinend nur ein Mittel bekannt, um die dringend ersehnte Steigerung der Gesamtleistung der Volkswirtschaft herbeizuführen: die schärfere An- spannung und Ausbeutung der Arbeits- kraft. Allerlei künstliche Systeme werden in einer täglich mehr anschwellenden Literatur als neueste Erfindungen mild- herziger Sozialethiker angepriesen. Prüft man sie genauer, so findet man stets, daß die Kerngedanken aller diese, Kon- struktionen schon ein erhebliches Alter aufweisen. Niemand wagt es, dem anmaßend nud brutal auftretenden Kapital Opfer an Macht und Selbstherrlichkeit aufzuerlegen und da- mit die Produktivität der Arbeit zu steigern und die Arbeits- freudigkeit der Massen anzuregen. Alle Wege, die empfohlen werden, fordern vom Arbeiter das Opfer größter Selbst, bescheidung und bieten dafür einige Lockungs- Pillen, die im Wesen reaktionär, gegen den auf- strebenden Willen des Proletariats gerichtet, für den Kampf der Arbeiterklasse mithin gefährlich— und nur mit einigen Scheinkonzessionen überzuckert und mit sozialistisch klingenden, moralischen Reden verbrämt sind. Wo im Eedankenarsenal ideologischer oder demagogischer Sozialreform der Staub am dicksten lagert, ist auch die Idee der Gewinnbeteiligung der Arbeiter und Ange- tellten seit altersher verwahrt. Neugeschminkt und frisch risiert stellt man de» Ladenhüter wieder zur Schau. Man ollte nicht meinen, daß daraus eine Gefahr für die Arbeiter- chaft entstehen könnte. Aber es zeigt sich, daß— nicht nur beim„großen Publikum", sondern auch unter den Beauftrag- ten der Arbeiterorganisationen— zahlreiche naive Ee- m ü t e r auf die ebenso dumme wie dreiste Reklame hinein- fallen, die das alte Laster als eine soeben frisch entknospete, jungfräuliche Blüte revolutionärer sozialer Einsicht ausgibt. Unter den Interessenten befindet sich, wie immer, wenn e> gilt, Befehle des Kapitals auszuführen, anscheinend auch das Reichsarbeitsmini st eriu m. Bevor die Schlich- tungsordnung erschien, veröffentlichte das Reichs- arbeitsblatt einen langen Schwanz von Lesefrüchten aus den ausländischen Gesetzesbüchern des gleichen Stoffes. Nun erschien vor einigen Wochen eine Sonderbeilage des gleichen offiziellen Blattes, die allerlei Projekte und Vorschläge für die Verwirklichung der Gewinnbeteiligung ent- hält. Wenn dieses Sympton nicht täuscht, dann müssen wir auf eine gesetzgeberische Leistung über dieses Thema gefaßt sein, wofür übrigens auch andere Zeichen sprechen. Gewinnbeteiligung ist in verschiedener Form möglich. Die Form der vom Arbeiter zu erwerbenden„kleinen Aktie" wird vielfach erwähnt und sie scheint auch dem Arbeitsministerium unter Schlicke vorgeschwebt zu haben. Sie würde die Ge- winnbeteiligung auf jene Arbeiter beschränken, die kleine Ersparnisse besitzen und bereit wären, sie dem Unternehmer durch Ankauf kleiner Aktien zur Verfügung zu stellen. Damit würde dieses System auch den Anreiz zu höherer Leistung, der durch die Ausficht auf einige Pfennige Dividende hervorgerufen werden soll, nur bei diesen wenig zahlreichen Arbeitern wirksam werden lassen. Es wäre mit- hin als Mittel zur Steigerang der Produktivität durch schärfere Anspannung der Arbeitskraft völlig untauglich, denn es ließe dieMafsenderArbeiters chaft un- berührt. Außerdem aber wäre die kleine Aktie ein Mittel, Teile der Arbeiter an das Unternehmen zu fesseln und sie in ihrer Freizügigkeit zu behindern. Das hätte der Gewerkschaftsbewegung, deren Kraft auf der völlig freien Verfügung des Arbeiters über seine Arbeits- kraft beruht, zu allen übrigen Hemmungen, die man ihr i«i Lande der vollendeten Demokratie in den Weg wälzt, geradS noch gefehlt. Nicht zuletzt dieser Wirkung wegen übt die Idee auf viel« llnternehmerkreise einen sympathischen Reiz aus. Deswegen werden die Gewerkschaften diese Methode der Uebertölpelvng der Arbeiterschaft bekämpfen müssen. Besonders findige Köpfe erweitern den Plan, indem sie vorschlagen, die Dividende möge nicht« u s g e z a h l t, son- dern„akkumuliert", zum„Kapital" des Aktien beschenden Arbeiters geschlagen werden. Erstens: damit dein Arbeiter die B e l a n g l o f i g k e i t der Dividendenpfennige nicht zum Bewußtsein kommen möge, und zweitens: damit die Per- knüpfung des Arbeiters mit dem Unternehmen noch i n n i- g e r gestaltet werde. Wo der Spartops verankert ist, soll das Vaterland des Arbeiters sein, dem er mnig in Treue ver- Kunden bleibt..- Nun kann man sich allerdings ein System von Gewinn- beteiligung vorstellen, das, ohne die Dividendenzuteilung an Aktienbesitz zu knüpfen, jedem Arbeiter eines Betriebes eo ipso eine Beteiligung am Gewinn zubilligt. Wie ver- lockend das klingt!, Aber Gewinnbeteiligung als Mittel zur Anpeitschung der Arbeitskraft setzt unterschiedliche Behandlung der Arbeiter voraus. Die Auswerfung einer für alle gleichen Gewinnrate würde die„Hände" nicht in lebhaftere Bewegung bringen. Somit müßte eine nicht an Aktienbesitz geknüvfte Gewinnbeteiligung eine Mindestleistung voraussetzen und mit einem Akkordlohnsystem ver- Kunden sein. Das Akkordsystem wäre notwendig, einmal um die Mindestleistung einwandfrei zu e r in i t t e l n, und ferner» um die Höhe der Dividende der höheren Lohnsumme des „fleißigeren" Arbeiters anzupassen, d. h. um durch Be- rechnungderDrvidendenachdemZahresver- dienstdenArbeiterzurgrößtmöglichenStei- gerung seines Arbeitsverdienstes durch größtmögliche Schufterei anpeitschen zu können. In den höflichen Umschreibungen der neuerdings rudelweise auftretenden Sozialethiker heißt das: Der Ar- beiter oder Angestellte wird Teilhaber am Unternehmen uns am Gewinn nach der Höhe der Iahreslohnsumme. die als Kapitaleinlage gilt. Für den Arbeiter und Angestellten, der die heimtückischen Entlohnungsmethoden der Unternehmer und ihrer Söldlinge aus eigenem Erleben kennt, enthüllt stch dieses System sofort als ein etwas verändertes Prämiensystem. Ebenso klar ist es, daß jeder Unternehmer die„Gewinne" der Arbeiter und Angestellten im Lohnkonto buchen und daß es ihnen Ehrensache sein wird, die als Gewinn gezahlte Summe bei passender Gelegenheit durch mehr oder minder offene Lohn- kürzungen oder Verweigerungen von Zu- lagen unter Hinweis auf die„Gewinnchancen" des Per- sonals wieder einzubringen. Wir erkennen ferner sofort, daß die Gewinnbeteiligung, die als Anreiz zur Steigerung der Arbeitsleistung wirken soll, die Verschärfung der K o n k u r r e n zu n te r den Arbeitern zur Folge haben muß. Diese Wirkung hat sie mit allen Akkord- und Prämiensystemen gemein, mögen sie nun nackt auftreten oder als„Gewinnbeteiligung" oder sonstwie verkleidet sein. Und diese Folge ist keine zufällige Nebenwirknug, sondern bewußte Absicht und er- wünschtes Ziel, ja einziger und letzter Zweck des ganzen großen Kopfzerbrechens. Darum müssen die Pläne auf den Widerstand der Gewerk- schaften stoßen, wenn diese ihre Aufgabe recht verstanden haben, denn schließlich spitzt sich alle praktische Eegenwarts- arbeit der Gewerkschaftsbewegung zu auf die möglichst weit- gehende Ausschaltung der Konkurrenz unter den Arbeitern, die durch das lleberangebot an Arbeitskraft und durch das Streben nach ihrem Absatz ent- steht. Umgekehrt ist es das Bestreben der Unternehmer, diese Konkurrenz möglichst wachzuhalten und auszunutzen durch ein Unterangebot an Lohn an die Arbeitsuchenden. Wir haben ein Beispiel für dieses widerstrebende Inter- esse im Kampf um die Arbeitsvermittlung erlebt. Der Ar- beitsnachweis war jahrzehntelang Mittel im Streit der Widersprüche und Objekt des Kampfes zwischen Unter- nehmern und Arbeitern. Jede Partei suchte sich dieses Platzes, auf dem die Konkurrenz der angebotenen Arbeitskräfte zur Entscheidung kam, zu bemächtigen. Die eine Partei, die Unternehmer, um die Konkurrenz zum Zwecke des Lohn- drucke? auszunutzen� die andere, die Arbeiterorganisa- tionen, um Angebot und Absatz der Arbeitskraft zu regeln auf Grund der von ihnen geforderten Lohnsätze. Dieses Spiel des Gegensatzes wurde mit wechselndem Er-«' folge fortgesetzt, bis es dem Widerstand der Gewerkschaften gegen die Herabwürdigung der Znstitute der Arbeits- Vermittlung zu Mitteln des Lohndruckes gelang, den Arbeits- Nachweis aus der Sphäre des Kampfes herauszuheben, zu neutralisieren und al« öffentliches ge- meinnütziges Institut zur Anerkennung zu bringen. Damit ist diese Möglichkeit der Ausnutzung der Konkurrenz der Arbeiter untereinander im Interesse des Profits beseitigt, ganz abgesehen davon, daß die wachsende Solidarität der Ar« 'eiter die Spekulation der Unternehmer ohnehin höchst un- 'cher gestaltet hat. Es ist sehr wohl möglich, auch die Frage der CEntloh- ' UN gs Methoden gleich dem Problem der Arbeitsver- üttlung zu neutralisieren und zu regeln nach gemeinnützigen Gesichtspunkten. Die Gesellschaft hat ein ebenso großes Znteresse an einer gerechten, wertvolle Arbeitskräfte chonenden Entlohnungsform, wie an einer Vorurteils- freien Arbeitsvermittlung. Gerade wer vom Ausgleich der Gegensätze träumt, der sollte nicht unter falschem Vorwand nach Mitteln suchen, die Gegensätze von neuem zu beleben und weitere zu schaffen, sondern bemüht sein, immer mehr Objekte des Streites der Klassen durch Aktionen der Gesetzgebung aus dem Felde des Kampfes herauszuheben. Allerdings wird damit stets eine Stärkung der Stellung der Ar- b e i t e r k l a f s e verbunden sein, denn eine Gesetzgebung in anderer Richtung wird den gesetzten Zweck nicht erreichen, sondern den Widerstand der Arbeiterklasse und damit neue soziale Kämpfe hervorrufen'. Eine Neutraliflerung solcher Art in Bezug auf die Ent- lohnungsmethodew ist nur möglich durch die gesetzliche Ver- pflichtung zum Zeitlohn. Er allein schließt die Aus- Nutzung der Konkurrenz unter den Arbeitern mit Hilfe heim- tückischer Entlohnungsformeln durch die Unternehmer aus und mildert somit die ewige Unruhe auf dem Arbeitsmarkt. Der Zeitlohn ist auch deswegen die normale und nächst- liegende Form der Entlohnung, weil sich der gesellschaftliche Wert der Arbeit allein nach der darauf verwandten Zeit bemessen läßt. In diesem Sinne ist auch der Akkordlohn nur eine verschleierte, schikanöse Form von Zeitlohn, denn auch seine Berechnung geschieht auf Grund der auf das Stück verwandten Arbeitszeit. Die Gewerkschaften haben darüber zu wachen,'daß nicht durch ein Einschmuggeln von neuen Methoden ver- schärfter Ausbeutung die Konkurrenz der Arbeits- kräfte untereinander von neuem wachgerufen und das Solidaritätsbewußtsein der Arbeiter geschwächt wird. Darum find sie auch von jeher unbedenklich für den Zeitlohn eingetreten. Für eine Aenderung dieser Stel- lung sind keinerlei Voraussetzungen ge- geben. Gerade in der Phase entsch»?denden Ringens der Klassen tut zielsichere Solida- ritä.t doppelt not. Darum ist jedes Abweichen vom Wege heute besonders schädlich und verdammenswert. GW ehrliches Geständnis Lynchjustiz für Bela Khuu Die„Pvst* entrüstet stch über die Kundgebung der Berliner Arbeiterschaft für Bela Khun. Sie bezeichnet daS Verlange», den Verfolgten den Armen der ungarischen christlichen Mörderregierung zu entziehen, al« per ver« und fordert die verdiente Lynchjustiz. Da sich Bela Khuu noch in Deuischland best idet, bedarf es doppelter Wachsamkeit. Denn daS Verlangen der.Post" wird sicherlich von weiten Kreisen geteilt. Nachdem von einem Blatt, daS in engster Verbindung mit der im Lande residierenden deutfchuationalen Mörderltga steht, die Drohung ausgesprochen worden ist, dürften sich auch bald die Männer der T a t einfinden. Die Regierung weih also, woran sie ist. Auch sie wird die Verantwortung zurückstellen, wenn an Bela Khun das von, der.Post' gewünschte Verbrechen verübt wird. Die österreichische Darstellung Aus Wien wird über den Vorgang noch gemeldet: Die Ab- fertigung des Kriegsgefangenenzuge», dem sich Bela Khun und drei andere Voltslommissare angeschlossen hatten, er- folgte auf Grund des Kopenchagener Vertrages. Der- artige Züge haben internationalen Charakter, was die deutsche Reichsregierung auch bereits ausgesprochen hat. Das Ausfuhrland wird um die Erlaubnis im allgemeinen angegangen, ohne daß auf die Besetzung des Zuges näher eingegangen wird. Em Einfluß darauf, wer einem solchen Zuge angeschlossen wer- den kann, steht in erster Linie dem B e st i m m u n gs l a n d zu, u»d Ruhland, für das der Transport bestimmt war, war mit der verfügten Zusammensetzung einverstanden. Dah die deutsche Reichsregierung die Pflicht oder ein rechtliches Interesse daran habe, die Insassen des Zuges zu kontrollieren, war nicht an- Annehmen. Auf die erste Anfrage, die von Berlin in dieser Angelegenheit kam. und welche die Person Leviens betraf, konnte von der österreichischen Regierung die bindende Erklärung abgegeben werden, dah stch keine deutschen Staatsbürger in dem Zuge befinden. Nachdem der Zug den österreichischen Boden ver- lassen hatte, hörte die Angelegenheit auf, ein« österreichische zu sein. Die Schwierigkeiten in Deutschland entstanden dadurch, dah der Transport schon auf der Strecke Wien— Gmünd, dann in der Tschecho-Slowakei und endli�> in Deutschland eine solche B«t' sp ä t u n g erlitt, dah er das Schiff in Stettin versäumte uÄ zwei Tage in dieser Stadt festlag. Inzwischen wurde aus Zstw kretiouen noch nicht festgestellten Ursprungs die Presse alarmiert Es ist imerhin bemerkenswert, dah der Transport in Stettst schon auf das Schiff übergeführt war und das Schiff selbst eck nach der Ausfahrt in den Hafen von Swinemünde zurückgehou wurde. Vermutlich war also das Schiff schon ciuf hoher See um auch deshalb hatte die österreichische Regierung durchaus keiiWl Anlah. den Transport zurückzunehmen. Uebrigens hatte sowohl der Kabinettsrat als auch der Hauptausjchuh schon im voran« beschlossen, den Zug nunmehr aus östererichischcu Boden zurückp» nehmen. Die deutsche Reichsregierung ist von der Rückoeför« derung abgestanden, sendet die Kriegsgefangenen weitet und nimmt einstweilen die Kommissare in Schutzhaft, bis die zm ständig« Behörde über ibr weiteres Schicksal entschieden habe» wird. Nach dem Rechte des Deutschen Reiches scheint die Aus« l i e f e r u n g weoen eines politischen oder eines gemifchtpolitisdp Deliktes nicht n l ä f f i g. soviel" bekannt ist, beabsichtigt di« Reichsregierung, den Volkskommissar nicht, wie es in Oesterreich im Wege des Vertrages geschah, das Asylrecht einzuräumen, sondern sie als ungewünschte Ausländer abzuschaffen uns nach ihrer eigenen Wahl an crne Grenze zu stellen. » Die Reichszentrale für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit! Die beiden aus dem Transport kriegsgefangener Russen ausgefom derten Persönlichkeiten heihen nach ihren Angaben Kun, Bela, geb. 20. 2. 86 in Szilagyesch, Gabor, Moses, geb. 5. 5. 88 in Ilzhorod. Ihre Identität und Nationalität wird nachgeprüft. Fi» ihre Unterbringung und Ueberwachung ist Sorge getragen. Nach Mitteilungen der bisherigen ungarischen Vertretung befindet sich ein Kurier mit dem Auslieferungsbegehren der ungarischen R«' gierung bezüglich Bela Kunz aus der Fahrt nach Berlin. Das Be- gehren wird auf Grund des beizubringenden Materials genau ge- prüft werden. Der Bock als Gärtner Die Regierung hat über Ostpreußen den Belage� rungszustand verhängt, angeblich zur Wahrung del deutschen Neutralität und zum Schutz der Grenzen. W« haben bereits dargelegt, dag dafür der Belagerungszustatw absolut nicht erforderlich ist. Er dient nur den geheimen Ad- sichten der lonspierenden Militärs, deren Treiben gerade in Ostpreußen höchst gefäh-liche Formen angenommen hat. Gint geradezu hahnebügene Leistung ist die Ernennung des G«- nerals von Dassel zum obersten Inhaber der vollziehenden Gewalt. Nach einer offiziösen Darstellung soll es diesem ob- liegen. „jede Formation, die bewaffnet die deutsche Grenze überschreitet, zu entwaffnen und zu internieren. Auf der anderen Seite wiw er jeden Versuch, im Innern der Provinz eine bewaffnet« Unterstützung einer der kriegführenden Parteien zu orgaw- steren, wie etwa durch Bildung weihgardistischer Formationen ob«« roter Garben, rücksichtslos im Keime ersticken." Dieser Dassel ist für die ihm gestellte Aufgabe der g«- eignetste Mann! Er hat sich in Ostpreußen bisher al» Kapp ist betätigt und rein militärisch gerade die weißen Garden organisiert, deren Bildung er jetzt verhindern will- Lebensmittelkundgebungen in Mainz Mainz, 25. Juli. Havas meldet: Lei Kundgebungen gegen die teuere Lebens- Haltung wurden zahlreiche Kaufläden geplündert. Die P o l i z e' muht« von der Waffe Gebrauch machen. Rena Polizisten und sechs Manifestanten wurden vrrletzt. Dreißig Verhaftungen wurden vorgenommen. Di« französischen Truppen stellten die Ordnung wieder her und zerstreuten die Meng«. Die Gemeinde- behördcn haben Ansammlungen unter Androhung strenger B«- strasung verboten. Di« Unruhen in Irland. Nachdem Freitag abend noch ei« Mann und zwei Frauen gestorben sind, beträgt die Zahl de« Toten in Belfast 17. Die Unruhen in China. Es wird gemeldet, dah im Norden oo« China am 19. Juli ein Waffenstillstand abgeichlasje» worden ist. Bom gerechten Zorn Eine trivial« Geschichte. Von Jakob de Vurig«. Im Baums�atten einer Allee hatten wir st« angesprochen. stachts um 11 Uhr.,_. Wir waren zu dreien: fle auch..., Ra. Kinder, ihr geht doch noch nicht nach Hauses "Natürlich!-- was denken Sie denn von uns?" "«ammt mit in» Cafe, laht euch nicht lanae zureden." Das möchten Sie wohl... n.inl ,o spät aus leinen Fall." Gegen>*3 drückten wir un» zu Zweien und Zweien au» dem Der Morgen blinzelt« au» verlöschenden Etrahenlaternen. Die estchter waren fahl. �, Mit denen läht sich allerdand anstellen", sagt« der ein«, al- wir drei allein nach Hause Ichritten...... .Die stuo zu auew zu yave». gao der ander« gähnend znrück B rbel. die Achtzehnjährige. Blondhaarige, hatte große, tief«. "Äe�iaate�später. fie wllhte es selbst nicht, warum st« mir gleich am ersten Abend, an dem wir allein waren, alles über ihr Leben enthüllte. Bleich stand ste vor mir lange Zeit, ohne ein Wort über die Lippen zu bringen. „Ja," nickte sie dann unendlich traurig, und ihre großen dunklen Augen hatten denselben feuchten Glanz— wie neulich, al» sie flüsterte:„Nun Magst du mich wohl nicht mehr?" Ich wech nur»och. dap mich in dteiem Augenblick ei» eisiger S dmer» r>» chsiack». „Hure" schrie ich wie ein Rasender auf, dah sich einige Leute auf dtr andern Seite der Strahe umblickten.-- Dann stürzte ich fort. * tot? WatUm niif>U � � � �lltagk- � Ach glaubt mir. begreif, doch...dttch: De, kleinste Schimmer Zorn! sternhoch unseren gerechtesten .5ck> habe gestern Abend Berdel wiedergesehen— in eleganten ihern � i J~ �cht im Baumschatten einer Allee, .» mfrf, einer toljlen grauen Mauer. Diesmal ra ,.Äi'Ä;n:. m!*->»- meaen•sunaltctci in» ouujyi***»"o« rT" �<***«•».»,»»»» w TfunfcnÄelt und auch wenn er nüchtern war. ins Gesicht sthlug undswanbrülli«, sie l-lle sich reich. Kaoalie» suchen, damit in solchem Elend leben brauche. %lL, maaftTu mich»icht mehr", statte, le ste nach langem ich noch immer r°t!°S und stumm ihre Hände um- "'�» arosien dunNen Augen hatten«inen feuchten Glan,. K'wtt uns verabschiedeten und Me Lalernen vet. löschten, zog ich ste fest an mich-./Willst du versuchen, gut zu dletben. wenn ich dich nicht verlasse.. �_ Ja", brach es wie«in Quell der Freuve aus ihr hervor, st« küßte mich leidenschastlich und huschte lns Haus. » Nach einige« Tagen traf ich mit de« beiß«. Kolleg«.,»fällig �'Itne' wandte niedlichst, von de« �wien dU mir da neulich aufgegabelt hatten, sing der eine im �ufe der Unlerbaliung an. lind al« er merkte, daß ich da« Gespräch adzulenkea suchte, fuhr er '"�G?s?ern°war�fl«°�auf meiner vud«. Erü ivar �e etwa« spröde. n'Ä1.« äsäu.»i« steh übet den Augen......, Mr gingen>0«in Restaurant und sprachen von erwa« anderem. Am nächsten Abend wartet« Berdel an der»erabredet«« Eck« aus mich— m>t einem Flieb� wetg im Gürtel. Sie streckt« mir ihre Arm« entgegen.... „Du bist mit dem andern zusammen gewesen? schrie ich ste«t und stieß ihr« Hände zurück, Multatuli: Au»„Tausend und«in Berus". In allen Berufsmenschen steckt etwa» Langwelliges. Unaenien- bares, etwas, dah im Gegensatz steht zu der vielseitigen, reichen freigebigen Natur, die sich nicht mit Verteilung von Arbeit und Studium abmüht. Ihr Wissen und Wirken ist allgemein. Chemie. Mathematik. Statik, Sternkunde. Geschichte. Verwesung. Wachs- tum. Kristallisation— alles birgt sie in ihrem unendlichen Vorrat, alles wendet sie an. alles beherrscht ste. alles bringt sie zustande durch gleichzeitige und harmonische Nutzung ihrer Krasie, — einer Harmonie, die soweit geht, daß wir nicht begreisen lönnen, wie alles vermöge eines Ge>«tzes. einer Kraft, und mit nur einer Art von Materie vollbracht wird. Das Abweichen von dieser Allseitigleit d« Natur ,st Unge- horsam gegen die Anweisung, die sie uns gibt. Mag es auch eine verzeihliche Ursache unserer Unvolllommenheit sein, so Ist es doch ein Fehler, die Abweichung zum System zuerhebcn Ich weih wohl, dah hierzu die Organisation unserer Gesellschaft den Anlah gibt, aber die eine Verkehrtheit entlchuldigt mcht die andere. Gerade durch das allzu mechanische Einteilen von Be- rufen, ist die Gel.schüft zu dem geworden, was ste ist. Line verstumpfende Ver.eilung von Arbelt mag in bestimmten Fallen notwendig sein, um nicht zugrunde zu gehen» will, erreicht nichts", heißt es allgemein. Das ist unrichtig. Das Wollen selbst ist etwas und das Berachtenswürdigste nicht. DaS Mitleiden mit dem gefallenen Adler schließt keine Ehrfurcht aus» aber eine stolpernde Schildkröte ist lächerlich. „Unser Leben ist zu kurz, um allem Interesse zuwende« Z» können", wirft man ein. „Unser Leben ist zu kurz dafür, um alles verwahrlosen Z« lassen, ist meine Antwort. Gerade der dauernd« Versuch, de« Zu.ammenhang zwischen allem und allem zu finden, ist nötig. damit wir auch von den Unterteilen etwas begreifen. Seelisch« und oerstandesmähige Entwicklung— gleichbedeutend mit Arbeit, Genuß und Tugend— ist die Folge und Belohnung von a«- dauernder kritischer Vergleichung der Tatsachen, die die Natur uns vorlegt. Wer den Blick vom Schauspiel abwendet, den Ver- gleichspunkten keinen Aufmerksamkeitswert belmiht, und so di» harmonisch« Entwicklung seiner Veranlagung vernachlässigt» schrumpst zusammen zum Tier, zur Maschine, zum Gegenstand. Der stein liegt. Das ist alles, was er kann....»ein Berufl Wir wollen mehr fein al» so ein Stein. Da» Rad dreht sich. Es kann nicht anders.... lein Berus- Wir wollen mehr sein al» da» Werkzeug, das stch so dumm ei«- tönig bewegt. Die Pflanze grünt, blüht, verdorrt und stirbt ohne Genuß, Lelo und Bedarf.... ihr Beruf! Wir wollen mehr sein als so ein« Pflanze. Die Kuh sriht Gras, zerkaut es, friht wieder Gras und zer- kaut es wieder, bis st« geschlachtet wird. Da» ist ihr Berus!,.»« Gmpor, empor: Die Berufung des Menschen ist Mensch zu sein.____ (Freie Uebersetzung von F. F. W.) Die Bergarbeiter und Spaa voch»«, 25. Juli. SB. T. B. berichtet: tn einer von 256 Schachtanlagen des Ruhr- beschickten Ruhrbergarbeiter-Konferenz be- nchtcte der Abgeordnete und Kohlensachverständige Hu e über die �?nserenz in Spaa. Er betonte, dag er mit Stinnes nur in den wlrt,chastlichen Fragen einer Meinung sei. Die Regierung sei gezwungen gewesen, das Kohlenabkommen zu unterzeichnen, um das Reich nicht zerstückeln zu lassen, außerdem hätten auHen- politische Gründe dabei mitgesprochen. Die Durchführung des �ohlenabkommens sei nahezu unmöglich. Die Bergleute wurden sich auch von der Entente nicht um die Siebenstundenjchicht brin- gen lasten. Eine Besetzung des Ruhrgebiets würde mr ganz Europa die schwerwiegendsten Folgen haben. Hue sowohl wie alle übrigen Redner forderten die schleunige Soziasiste- wng des Bergbaues. In einer einstimmig angenommenen Entschließung dllligte die Versammlung das Verhalten der Vergarbeiteroertreter m Spaa. Die Entschließung protestiert gegen eine Besetzung des Ruhrgebiets und gegen eine Versklavung der Bergleute und er- «art, daß die Bergleute sich dagegen zur Wehr setzen würden. Die Bergarbeiter seien freiwillig bereit, die Kohlen- Forderung so zu steigern, daß die von der Entente gefor- «erten Kohlenmengen und außerdem der Kohlenbedarf Deutsch- sands und die laut Verträgen an Holland, die Schweiz usw. zu "«feinden Kohlenmengen geliefert werden könnten. Voraussetzung sei eine bessere Ernährung der Bergleute. Solange diese nicht erfolgt, sei eine Mehrförderung beim besten Willen nicht möglich. Schließlich wurden betriebstechnisch« Ver- b e s s e r u n g e n der Bergwerke, des Transportwesens und des Wohnungswesens und die ungesäumte Sozialisterung verlangt. Ein Antrag der Radikalen auf Einstellung der Ueber- schichten und Lohnerhöhung wurde mit großer Mehrheit ab- Helehnt. Vom Reichswirtschaftsministerium wohnte ein Ver- neter den Verhandlungen bei. Er appellierte an die Bergarbeiter. das Vaterland vor der Zerstückelung zu bewahren. Dann wurde noch ein Antrag angenommen, denjenigen Landesteilen die Kohlenzufuhr zusperren, in denen fich Sonderbündeleien durchsetzen sollten. Die Bewegung in Mitteldeutschland Die Entscheidung über deu jüngst gefällte» Schiedsspruch und die Fortführung der Lohnbewegung im mitteldeutschen Bergrevier war durch einen Beschluß der Unterhändler der Arbeiterschaft in die Hand einer Konferenz derBetrtebtvertretungen des VrauukohlenbergbauS Mitteldeutschland» gelegt worde».«leichzeitig sollte eine Urabstimmung über den Streik stattstudeu. Die Konferenz, die am Sonnabend in Halle tagte, hat fich für weitere Verhandlungen entschieden und folgende» Beschluß gefaßt: l. E» tritt sofort ein Schiedsgericht unter dem Bor fitz eine» Bertreter« des RcichSarbeit»ministeriumS zusammen. Diesem Schiedsgericht werde» die Forderungen der Bergarbeiter unter» breitet. 2. Nach Fällung de» Schiedssprüche» findet eiue weitere Konferenz statt, um über da» Ergebnis zu beraten und-den Belegschaften einen Borschla, zu unterbreiten. 3. Ueber diesen Beschluß wird dann unter de» organisterten Belegschaften geheim abgestimmt werden. vorausstchtlich wird das Schiedsgericht am ZS. Juli in Halle zusammentreten. Bon der Arbeit des Schiedsgericht» wird eS abhänge». ob e» zum Streik kommt oder nicht. Ueber die Abstimmungen in den Betrieben selbst, die ebenfall« vou den Arbeitern beim ersten Schiedsgericht beschlossen worde» war, siegt noch kein endgültiges Resultat vor. StveiKbeschlub im Leuna-Werk Ferner meldet die Pressestelle de» Oberpristdium» au» waltungen die Verfügung des Reichspostministeriums voll und ganz anerkannt werden. In der Resolution wird auf das euer- gischste protestiert gegen die reaktionären und sabotie- renden Maßnahmen der Geheimräte der Oberpostdirektion Berlin. Die Resolution fordert weiter von der Reichsregierung entschiedene Maßnahmen, um die verzweifelte Lage der Arbeiter- schaft bei der Reichspost- und Telegraphenverwaltung zu beheben. Es wird erwartet, daß die sozialistischen Parteien sich für die Durchsetzung folaender Forderungen einsetzen: t. Schnellste Ausnahme der Produktion in den stillgelegten Be- triebe». 2. Einführung einer ausreichenden obligatorischen Ar- beitslosenversicherung. 3. Schaffung der produktiven Erwerbslose«- sürsorge durch Bereitstellung össeutlicher Arbeiten. Nach vielstündiger Diskussion, in der sich die meisten Redner gegen die Arbeits st reckung aussprachen, wurde die von der Sektionsleitung vorgeschlagene Resolution an- genommen, und die Sektionsleitung beauftragt, die Berhand- lungen mit den Postverwaltungen fortzusetzen. Frankreichs Krieg in Syrien Beirut, 25. Juli.(Havas-Meldung.) Der Beschluß der Betriebsräte, eine Abstimmung über eine« Aeneral streik durch die Belegschaft auf de« Leuua-Werk bei Magdeburg herbeizuführen, ist durchgeführt. S» haben 585t für und 1(78 gegen den Streik gestimmt; 17« Stimmen waren ungiltig und 486 haben fich der Stimm? enthalten. Nach dieser Abstimmung soll der Streik am Montag beginne», doch ist der Betriebsrat, dessen Mitglieder sämtlich der ll. E. P- D. angehören, gegen den Streik. Die Belegschaft fordert: 1. keinen Steuerabzug, 2. 2ö> p r o z e n t i ge n L o h n a ufsch la g, ». volle» Mitbestimmungsrecht im Betrieb«. Forderungen, dt« N»tstandSarb«iten nicht auszuführen, wurden von keiner Seit« erhoben. Danach dürfte mit einem Streik auf dem Leuna-Werk zu rechne sein, denn bei so großer Mehrheit für de» Streik wird fich der Widerspruch de» Belriebsrat» gegen ih», vo» de« di« Meldung berichtet, wohl nicht durchfetzen könne». Massenentlassungen bei der Post Die im Deutschen Transportarbeiterverdartd organisierten P o st- aushe lfer und-ausHelferinnen, hielten am Sonntag eine Versammlung ab, die von der Sektionsleitung.einberufen war. Der Sektionsleiter Martin Z e n ß gab«inen ausführliwen Bericht über die Verhandlungen, die die Organisation und die Verhandlungskommifsion mit deck Vertreter« de» Reichspost- winisterium, der Oberpostdirektion, dem Reichs- arbeitsministerium und dem Landesarbeits- beschaffungsamt über die von der Postverwaltung. vorge- nommenen Masfenentlafsungen der Postaushilfslraft« ge- führt haben.'_„ Bei Viesen Verhandlungen erklärte« dl« Vertreter der Postver- waltuua gegenüber dem Vorwurf, daß sie trotz der Entlassungs- maßnahmen Reuein st ellungen vornehmen, daß in manchen Abteilungen diso nicht zu verhindern fei.' Z. B. müssen in den Postfuhrämtern Postillione eingestellt werden, und erfahrungs- gemäß feien diu ländlichen Arbeiter die besten. Der Be- richterstatter betonte, daß die Postverwaltung hierbei die Tendenz verfolge, möglichst viel.zuverlässige" ländliche Arb ei- t e r eiuzusUellsn, damit evtl. bei einem neuen Kapp-Putsch nichtwiederdergesamteBetrtedstillgelegtwird. Nachdem di« Vertreter der Arbeiter bei den Verhandlungen einwandfrei»« Material vorgelegt hatten, erklärten die Vertreter der Postverwaltung, an Hand dieses Materials bei den einzelnen Oberpoftdivektionen Nachprüfungen vornehmen zu lassen. Während der Verhandlungspause wurden auf Veranlassung des Ab- geordneten Bender rm Reichshaushaltsausschuß des Reichstages Sparsamkeit»!: entlassen werden. Am 7. Juli erließ der Reichspostminister jedoch eine Verord- nung, daß von weiteren Kündigungen der Postaushilfs- kraft« Abstand genommen werden soll, all« nach dem 1. Juli aus gesprochenen Kündigungen sollten rückgängig gemacht werden. Pie einzelnen Aemter wurden angewiesen, eine Streckung der Arbeit vorzunehmen, d. h. mit verkürzter Arbeitszeit zu arbeiten._ Die Oberpostdirektion Berlin hat dies« Verfügung brsher in keiner Weis« beachtet. Sie stellt ncub wie vor Postboten. Postil- Uone usw. neu ein, andererseits werden von den einzelnen Ab- teUungen nach wie vor Entlassungen der Postaushilfskräfte vor- °�Dtt'Berichterstatter empfahl-ine Resolution der Sekttons- leitung. in der sich die Versammelten im Prinzip mit der Ar- H-itsskeckung einverstanden erllären, zedoch mußt« w allen Lee. Die Haltung der scherifischen Kräfte hat General Gouraud ver- anlaßt, sich den Weg nach Damaskus z u'.ö ffnen, dessen europäisches Viertel heute Vormittag besetzt worden sein dürste. Am 22. �uli hatte General Gouraud aus Verlangen des Emirs den Marsch der Kolonne, die aus der Straße von Zahle nach Da- maskus vorging, aufgehalten. Fessal erklärte, daß er seine Ant- wort auf das Ultimatum rechtzeitig abgesandt habe. Wenn es nicht in der vorgeschriebenen Zeit eingetroffen sei, sei dies eine Foltze von unvorhergesehenen Umständen. Der General nahm diese Erklärung an und stellte den Vormarsch der Truppen unter gewissen Bedingungen ein, darunter die, daß die französischen Truppen nicht angegriffen würden. Trotzdem wurden die kleinen französischen Kolonnen östlich von Telkalah zwischen Homs und Tripolis von regulären scherifischen Truppen angegriffen. Infolge dieses Angriffs, und um dem Angriff, der sich auf der Straße von Beirut nach Damaskus vorzubereiten schien, zuvorzukommen, schlug die französische Südkolonne unter dem Befehl des Generals Goybei die scherifischen Kräfte, deren Hauptquartier sich in Khan Maiselon befindet, in der gebirgigen Gegend zwischen Beka und Damaskus nach langem Ka mp f e in die Flucht. Der sche- rifische Widerstaich scheint gebrochen zu sein. Die Behörden von Damaskus sandten bald darauf in das französische Lager Ver- treter, die erklärten, daß kein Wider st and geleistet werden würde, und daß die Stadt die Kolonne verpflegen werde, bis der Eisenbahnverkehr aufgenommen sei. Oesterreich und die E�ente Wien, 25. Juli.(Korr.-Bureau.s Der Präsident der Nationalversammlung Seitz hat heute die Gesandten Italiens, Großbritanniens und Frank- reiche, die ihre Beglaubigungsschreiben überreichten, in Gegen- wart des Staatssekretärs des Aeußern Dr. Renner empfangen. In einer Ansprache betonten die Gesandten, daß es das Bestreben ihrer Regierungen sein werde, den Wiederaufbau Oester- reich» zu fördern, wobei sie der Zuversicht Ausdruck gaben, daß die Beziehungen zwischen Oesterreich und den von ihnen vertre- tenen Regierungen und Bevölkerungen in gemeinsamer Arbeit sich immer inniger gestalten würden. Der französische Gesandte erklärte u. a.: Die Männer, denen die schwierige Aufgab« anver» traut ist, die junge Republik auf den ersten Schritten zu geleiten, werden zu oerhinvern wissen, daß st« sich auf den Weg begibt, die ihre Existenz für die Zukunft gefährden könnten. Sie werden die Republik vor gefährlichen Einflüsterungen be- wahren. Präsident Seitz erklärte in setner Antwort, daß. es das Bestreben der österreichischen Regierung und des Volkes fein werde, denFriedensvertraadurch zuführen, gedachte sodann mit Dankbarkeit der Hilfeleistung der Alliierten und drückte schließlich die Hoffnung aus, daß die alliierten Mächte der jungen Republik bei der Durchführung des Friedensvertrages vollste Unterstützung angedeihen lassen würden. Die Abstimmung in West- und - Ostpreußen Veratungen der Botschafter-Konferenz Räch einer Meldung aus Paris besaßt« sich am Sonnabend die Botschafterkonfereyz mit dem Bericht der Plebiszitkommifston von A llenstein uns Marienwerder. Ein Beschluß wurde nicht gesaßt. Nach dem„Petit Parisien" handelte es sich darum, die Grenze zwischen Bolen und Deutschland festzu- setzen, di« nicht mehr dieselbe bleiben könn« wie 1914. Eine An- zahl Neinerer Kommunen, deren Bevölkerung zum größten Teil -«oder fast ganz polnisch sei, soll nach dem vorliegenden Antrag Polen zugesprochen werden. Außerdem wolle man die Berbinduna Polens mit dem Meere sicherstellen und infolgedessen sei beabsichtigt, auf dem rechten Weichselufer einen genügend breite« territorialen Streisen Polen zuzusprechen, um seine Transporte und den freien Verkehr seiner Schiffahrt zu gewährleisten. Wie einige Blätter melden, sollen sowohl England wie Italien diesen Lösungen nicht zustimmen, und„Echo de Paris" sagt, daß England und Italien die vorzeitige Räumung beider Bezirke wünschten. Sie erklarten, daß, da stch eine deutsche Mehrheit ergeben habe, Deutschland da» Recht befitze, ohne Verzug dort wieder zur Herrschaft zu gelange». Zum Schutze der Neutralität Verbot der Aus» und Durchfuhr vo« Waffe» BerN«. 26. Juli'.(Amtlich.) Die Reichsregierung hat unter dem 25. Juli eine Verordnung erlassen, wonach im Hinblick auf die Neutralität Deutschland» im Kriege zwischen Polen und Sowjetrußland die Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Munition, Pulver und Sprengstosfeu so- wie von anderen Artikeln de» Kriegsbedarfs oerboten wird, soweit diese Gegenständ« für die Gebiete eines der beiden kriegführenden Länder bestimmt sind. Die Reichsregierung hat mit dem Erlaß dieses Verbots von einer ihr nach anerkanntem Völkerrecht zustehenden und durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages unberührt gebliebenen Befugnis Gebrauch gemacht. Dadurch ist jeder Möglichkeit vorgebeugt, daß eine kriegführende Partei von der anderen durch Zufuhren von Waffen usw. durch deutsches Er» biet begünstigt wird.________.*. Die Dortenkomödie Aus Wiesbaden wird gemeldet: Der sogenannte Prästdent der „Rheinischen Republik", der frühere Staatsanwalt Dr. Dorten, wurde am Sonntag aus seiner Villa entführt, drei Beamte kamen im Automobil voraefahren und zwangen Dr. Dorten, der beim Mittagessen saß, mit Ihnen das Auto zu besteigen, das in der Richtung nach dem unbesetzten Gebiet ficht. Die Verhaftung Dr. Dortens erfolgte auf Anordnung des Reichsgerichts, daß das Po- lizeiprasidium in FraiAfurt a. M. mit der Maßnahme beauftragte. Auf Veranlassung der deutschen Regierung ist Dorten spater wieder aus freiem Fuß gesetzt worden. Demonstratton der Mieter Im Lustgarten hat Sonntag vormittag der Mieterverband eine groge Demonstration gegen die neuerliche Mietssteigerung veran- staltet. In imposanten Zügen kamen die Ortsaruppen des Ver- bandes anmarschiert, die den Platz vor dem Dom, Schloß und Museum ball» dicht füllten. Acht Redner sprachen gleichzeitig von verschiedenen Stellen. Sie wandten sich entschieden gegen den Wohnungsverband Groß-Berlin, in dem die Hausbesttzerinteresse« jiferwjegen. und gegen die beabstchMeu MUfs- und SutUlMltfA und verlangten dafür, daß die Luxuswohnungen sofort beschlagnahmt werden sollen. Sie sprachen gegen die un- sinnigen Bauzuschüsse, durch die den Unternehmern Millionen Staatsgelder geschenkt werden, und forderten Soztalisierung des Vau- und Wohnungswesens. Gegen die Mietssteigerung soll mit aller Macht der Kampf aufgenonimen werden. Zum Schluß wurde eine Resolution angenommen, in der die im Mieterverband Groß-Berlin organisierten Mieter schärfsten Einspruch siegen die neue Bekanntmachung des Wohnungsverbandes Eroß-Berl,ns und der Regierung erheben. Die Resolution verur- teilt aufs schärfste das diktatorische Verhalten der neuen Regierung, die solche Bestimmungen, ohne die Mieterschaft anzu- hören, macht. Sie fordert, daß von irgend welcher Erhöhung des Mieiszmses niemals die Rede ein darf, ohne daß der Mieter- schaft Sicherhe"—---—--—--— 7---- Reparaturpfli 93 1 Steigerung nur ein A n f a n g z u w e.i t e r e n Erhöhungen sein soll: sie würde deshalb nicht davor zurückschrecken, zu dem Kampsmittel des ihr aufgedrängten Mieter st reiks zu greifen. An die Stockarbeiter Deutschlands! Die Anerkennung des vom Allg. Niederl. Bundes der Möbel- macher vorgelegten Kollektiv-Kontraktes ist von den Unterneh- mern fast restlos erfolgt. Außer der 45-Stunden-Arbeitswoche, deren Einführung in greifbare Nähe gerückt ist, sind sämtliche Vorteile des Koll.-Kontraktes, wie 4b Stunden-Arbeitswoche, Ferientage, Unterstützung'bei Krankheit(70 Prozent vom Lohn). sowie der tariflich festgelegte Lohn und verschiedenes mehr, unter Mitwirluna der Organisation erreicht worden. Hervorzuheben ist, daß dieses der erste Erfolg der Niederl. Organisation an die- fem Platze, vom röm.-kath. Klerus beherrscht, und daher umso höher zu werten ist, der ledenfalls auf die dortige in sehr gedrückten Verhältnissen lebende Arbeiterschaft seine Wirkung nicht verfehlen wird. Dieser Erfolg war nur möglich� daß die Kollegen aus Deutschland und speziell aus Berlin, mit Älusnahme eines Kollegen, der sofort wieder abgeschoben werden konnte, die Sperre streng befolgt haben. Die Vermittlung von Arbeitskräften nach Holland hat nur durch den Arbeitsnachweis der Zentral-Kommission der Stock-, Schirm-> und Peitschenarbeiter Deutschlands zu erfolgen. Jedes Arbeits- angebot an die Arbeitgeber ist zu unterlassen. Wilhelm Glaser. Oldenzaal(Holland), Langecampstraat 18. � Die arbeitslosen Buchdrucker hielten am letzten Sonnabend eine gut besuchte Versammlung in den Sophiensälen ab. Referent Genosse König behandelte die Arbeitslosenmisere im allgemeinen großzügig. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Da seitens der Gewerkfchaften nichts unternommen worden ist, besonders auch vom Buchdruckeroerband, im revolutionären Sinne die Arbeitslosenfrasie zu lösen, fordern die Versammelten den Ar- beitslosenrat auf, sofort mit den Betriebsräten aller Groß- und Mitteldruckereien in Berhandlunsi zu treten, um Maßnahmen zu treffen, die Slrbeitslosen unterzubringen. Die Betriebsräte aller Groß- und Mitteldruckereien werden durch Inserate in den Ar- beiterblättern ausgesordert, an einer an einem bestimmten Tage stattzufindenden Versammlung teilzunehmen. Sollten dieselben- nicht erscheinen, werden wir an die Kesamttollegenschaft heran- treten, um die Arbeitslosenfrage zu lösen. Die durch Versamm- lung und Inserate entstehenden Kosten sind von der Ortsverwal- tung des Verbandes zu bestreiten." Lebhafte Diskussion seitens der Besucher zeigte, daß die Arbeitslosen mit Abspeifuna. einer Extraunterstützung nur ihre Not verschleppe. Aktive UnterUtzung. und Unterbringung der Arbeitslosen in den Betrieben kann nur die 8 rage lösen. Kollege Stürmer vom Gauvorstand konnte gegen die usführungen des Referenten nichts einwenden. v«»«HrIabrtl Spunda». nichl Wald-marpr., sonder« MoabU, Waldensrr Sir. 10. wird die A»»runst an dl« Snttasienen. teiress« Raih�hlung, täglich von <— 7 Uhr«teilt. Groß-Berlin ......... "t......... Die Waffenschieber Ein eigenartiger Transport erregte in der Nacht zum Sonntag die Äüfmerksamleit der Sicherheitspolizei. Fünf Männer» die je eine schwere Kiste trmjen und sich sehr ausfällig benahmen,- wurden in der Änhaltstraße bemerkt. Aus Be- fragen der Polizeibeamten, welchen Inhalt die Kisten hätten, wurde die Auskunft verweigert, die Träger räumten nur ein, daß der Transport auf Veranlassung eines Hauptmanns Sch., den im Hokel. Bristol wohne, zum Anhalter Bahnhof gehe. Die Untersuchung der Kisten ergab, daß in jeder sechs vollständige Z n-> fanteriegewehre enthalten waren. Eine Nachforschung nach dem Auftraggeber im Hotel Bristol war erfolglos. Der Haupt-» mann, dessen Name durch den Polizeibericht verschwiegen n d,»st scheinbar von Spannern vorher gewarnt worden und re�.zeitlg- verduftet. Spaa und die Laae im Osten". Mit dieser Tagesordnung inden morgen abend 7 Uhr große öffentliche 9? e r* ammlunaen statt. Außer den bereits angezeigten Ver- »mmlungen findet eine weiterr in Charlottenburg, Rofinen- 'traße, im Volkshaus statt. Der Raubmord an der Witwe Thielemann teilweise auf- geklärt. Die Ermittlungen der Krtmtoalpol.zei zur Aufklärung KS RoubmordcS an der 7l Jahre alten Witwe Thielemaun in der Eöpcnickerstr 102 haben gestern abend zu einer Verhaftung gefuhrt. verhaftet wurde der zweite Schlafbursche Fr a n z Heinrich. Er will der Mordtat fernstehe« und sagt, daß ein Fremder in der, Wohnung gewesen sei. Furcht vor dem Mörder d�de"�au»! labt, der Kriminalpolizei vou dem«erbrechen kein« Mittetlnug zu machen. Wie weit die Angaben de» verhafteten zutreffen, wird jetzt nachgeprüft. Ein bedauerlicher UnglSckssall mit tödlichem Ausgang ereignete- sich am 18. Juli, mittags, auf dem Bahnhof Stralau-Rummelsbura. Der Zug nach Nieder-Schöneweide stand zur Abfahrt bereit, als zwei Reisende im Zuge gewahr wurden, daß sie am Ziele ihrer Fahrt sich befanden, und deswegen hastig ausstiegen. So wurde. ein in diesem Augenblick einsteigender Arbeiter Da hm» um- gestoßen und vom langsam anfahrenden Zusie totgequetscht. Ge infft nicht zu. daß der Verunglückte, wie die Vahnbeamten be- Haupte«, die fcahrt auf dem Trittbrett machen wollt«, denn a waren noch genügend Sitzplätze in den �V�nen Abteilen. Evtl. Zeugen bitte sich->u melden Lichtenberg. Finow- straß« 34. Quergeb. 4 Trepp- bei Mendt. Im Zirkus Busch gibt es«>» neues Programm. Die Dar- bietungen haben entschieden einen. hohen künstlerischen Wert, und. bringen so ziemlich das Neueste am dem Gebiete der Artistik. Sit� sind spannend,' originell im Auftakt, hinreißend im Verlauf, ver-, blüffend zum Schluß Jede Nummer hat sozusagen eine fein zuge- spitzte Pointe. verloren wurde am Freitag gegen 8 Uhr abend» aus Bahnhof Wedding eine Brieftasche mit dem ganzen Wochenverdienst des Verlierers und Ausweispapiere. Um Abgabe wird gebeten an Gassow. Guineaer Straße 38. tvoransfichtliche« Wetter fSr Berlin und Umgebung am Dienstag: Ziemlich warm, zunächst zunehmende Bewölkung, bei lebhasten südwestlichen Winden; etwa» Regen und Sewitterneigung» nachts wieder ziemlich kühl. Lebensmittelkalender >«rli>! rrtptaw»ctteilt in dir Woche com 26, 7. bis 1. 8., außer den üblichen Stationen, folnenbc Lebensmittel' Kartossel»: Aus die Abschnitle Zla und 310 der Karlossellarte 2 Psd. Kunsthonig: Aus Abschnitt 12 der Berlin-Treptower Lebensmitteltarte 250 Gr. Buchweizengrüste: Aus Abschnitt 1 der Berlin- Treptower Lebensmittelkarte All! Gr. Haserslocken und Zwieback: Auf die Ab- schnitte A 1 und«2. B 1 und« 2. sowie(5 1 und G 2 der Milchkarte für Monat August, für Kinder vom 1. bis 6. Lebensjahr«, SM Er. Haferflocken und Z Pakate Zwieback. ehorlotteub»»«. Fleisch 250 Gramm. Rottoffeln: die Ausgabe wird noch bekanntgcmacht, Hul>en>rüchte»der Haferflocken SM Gramm, aus!., Zucker% Pfd., Speisefett: Butter 20 Gramm, Margarine 70 Gramm- Brot und Mehlversorgung Stichwert„Messtng.— Allgemeine Erost-Berliner Lebensmittelkarte mit Ausdruck Charlottenburg. Gerstenfabrikate 125 Gramm, Haferslocken 125 Gramm.— Charlottenburger rote Nahrungsmittelkarte. Reis SM Gramm. Maisslocken 250 Gr., rote Grütze Z Packchen auf Abschnitt 319, amerikanisches Zercalmehl 125 Gramm, Kunsthonig 125 Gramm aus Abschnitt 321 vom 30. Zuli bis 7. August. � Aus- hilsskart« für Groh-Berlin. Haserslocken 250 Gramm. Maisflocken 250 Gramm, Kriegebeschadigte, die 30 Proz. und mehr erwerbsunfähig sind, erhalten für Monat Zul, I« 1 Pfund Teigwaren, Graupen und 2 Pfund inländische Haser- Nährmittel, a) die schwangeren Frauen vom 4. Monat ab 2 Psund Teigwaren, 1 Pfund Zwieback und 2 Pfund Haferslocken: vom 4. bis einschl. 6.' Monat CiMfnePtM nrmt Hs 1 1 irr•» MT? i i>*.*-*■-.._*— r � die durch .,__________________________ im ersten Lebensfahre 750 Gramm inländische Hasernährmittel. die Kinder im zweiten Lebcnsiahre 500 Gramm inländische Hasernährmittel aus besondere Berechtigungs- karten, die die Brotkommifsionen ausgeben. Wir verteilen an die Kinder vom 12. bis 15. Lebensjahre, das sind die Kinder, die in der Zeit vom 1. Zuli 1!KK> bis 20. Juni 1908 geboren sind, einmalig im Monat Zuli je 1 Buchse kondensierte Bollmilch, Auslandsware, zum Preise von 3,50 M., auf Grund besonderer Berechtigungskarten. Wttmersdors. Fleisch und Kartoffeln: Gemäß besonderer Bekanntmachung. l Mucker auf 93. 125 Er. Gerstengrütze aus 35. 125 Gr. lose Haferslocken auf 36. A. Für werdende Mütter: 4 Pfd. Nährmittel. Pfd. Kaluu 4 M., 50-200 Gr.! Trockenganzci 3,10 M. pro 50 Gr.. 1 Dose Malz- '™ M. 3 Dosen Kondensmilch je 5 W. fnur im 4. bis einschließlich !L B. Für stillende Mütter: 2 Psd. Nährmittel,-4 Psd. 50—200 Er. Trockenganzei 3,10 pro SO Gr., 1 Dose Malzextrakt Friedrichsfeld«. Am Dienstag: 500 Gr. Erbsen oder 500 Gr. Ackerbohnen oder 500 Gr. Rangoonbohnen, gegen Vorzeigung der Haushaltskarle. 125 Cr. Hafer flocken auf Abschnitt 32 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte. Am Donnerstag: 500 Gr. Marmelade, gegen Borzeigung der Haushaltskarle. Tarup zum Preise von 3,50 M. pro Psd. Tilstter Käse, Pfd. 8,50 M.. solange der Borrat reicht, gegen Vorzeigung der Hausbaltskarte. Alt-Glienicke. In der Woche vom 26. Juli bis l. August 1920 werden veraus- gabt: Auf Abschnitt 147 der Lebensmittelkarte 500 Gramm braune Bohnen. 3,50 Mark, 250 Gramm prima Rindertalg 8 M.: auf Abschnitt 148 der Lebensmittel- karte 500 Gramm Frachtmehl, 1,75 M., 250 Gramm Reis, 3,50 M.: auf Abschnitt 149 der Lebenmiiielkarte 500 Gramm Marmelade, 3,70 M., 100 Gramm 3'- 00 Proz"'---- j.------ auf Abs Gramm........... BL.......... W______ dergerftenmehl, 1,10 30k.: für Kriegsbeschädigte 500' Gramm' Haferflocken 3 301., 500 Gramm Rudeln 2 W. Stralau. Am Montag, den 2. August d. I.> nachmittags, gelangen in den hiesigen Geschäften zum Verkauf: Auf die Abschnitte 37 und 38 der Lebensmittel- karte zusammen 250 Gramm Haferflocken zum Preise von 1,50 M. Die Karten- abschnitte sind bis Donnerstag, den 29. Juli, während der üblichen Geschöftsstunden in denjenigen Geschäsien abzugeben, von denen die Entnahme der Ware beabsichtigt wird. Der Eeschästsinhaber hat über die Zahl der abgegebenen Abschnitte Quittung zu erteilen. Der Verkauf der Ware erfolgt nur gegen Rückgabe der Quittungen. Nach dem 29. Zuli können Kartenabschnitte nicht mehr angenommen werden. Aus den Organisationen 3. Distrikt. 3. Abteilung. Mittwoch, abends 7 Uhr, Versammlung in der Schul- aula, Wilmsstr. 10. Vortrag des Gen. Pessier. 4. Distrikt. 9� Abt. Mittwoch, in der Schulaula, Wranaelstr. 128: Vortrag. ........."' in der ST 8. Distrikt. Dienstag, den 27. 7., abends 7 Uhr. Schulaula, Peters- burger Str. 4. Versammlung aller Elternbeiräte. Mitgliedsbuch legitimiert. 9. Diftritt. 4. Abteilung. Mittwoch, den 28., Vh Uhr, LtzZeum. Eesangssaal, Ereisswalder Str. 25, öffentliche Versammlung. Thema: sozialisierung und kiederaufbau.,. 9. Distrikt. Frauenarbeitskommission. Dienstag, abends 7 Uhr, bei Schlachter, Danziger Str. 46. 10. Diftritt. Alle arbeitslosen Genossen des Distrikts werden ersucht. Dienstag früh 5 Uhr. sich in der Spedition Goetze. Treskowstr. 22, zur Verfügung zu stellen. jj-r Distriktsleiter. _12. Distrikt. Dienstag, 7 Uhr, Kinderschutzkommissionsfitzung bei Brüggow. Seneselder Str. 9. «. Diftrk«.«ezirksführer, Montag, abends 7 Uhr, kurze Aussprache bei Drontheimer Str. 4.,...... 18. Distrikt. Zusammenkunst der Bezirkssührer, abends 7 Uhr, bei FnV» Drontheimer Str. 4. Reukölln. Moniag, 26. Juli, abends 7 Uhr, Bezirksversammlung des 16. Dlstru» bei Piechnii. Lkerstr. 5. Thema: Räte und C-werkschaften. Friedrichshagen. Montag, abends 71/3 Uhr, Funktroar- und ,rraklronssttz- '"lI�Distrii?."lz"/ Kommunalwahlkreis, Wedding.j Heule abend 7 Uhr Zusamm« kunst aller Stadt- und Bezirksverordneten und deren Stellvertreter, w Schulaula Trist- und Müllerftr. Ecke.. Friedenau. Mittwoch, abends 7-.u Uhr, außerordentliche Mitgl.ederversam» lung im Bürgersaal des Rathauses. Betriebsräte und Eewelk>chasten. Lichtenberg. Dienstag, pünktlich Vh Uhr. Vollsitzung der Schiedskommisiu» 1 und 2, bei Sieveri. Kantstr. 3..>,.„«» Monist W-ißensee. Frauenarbeits- und Kinderschutzkommission. Sitzung heute, Nton s» abends Vh Uhr. bei Masche, Berliner Allee. Vereinskalender Zuternotionaler«und der Kriegsopser. Theaterabend Dienstags den � Vk Uhr, im WalhaNa-Theater. Wembergsweg„Ere Znternatlonale. a 3.50 M. am Theater noch zu haben.__________- Verantwortlich für die Ziedaltion: Emil R a b 0 l d. Berl'N. Veranwortl� für den Instrat.nteil: L u d w i g K° m e r, n e-- �.�....L�g/ret Hühneraugen .Hornhaut. Schwielen u.warzeti ° teseUtöt schnell. sicher u�chmerzlos Kukirol 100000 fach bwahrl ps: preis M 2 50 In Apolhekcn und Drohnen erhältlict» fatsen iiesich niclib andere auMen.es niclib tesem.Anf klärende hwrlifir? örate und franko durch Kurl Krisp.Maödebur� Theater und Vergnügungen Volksbühne 7'/j Uhr: Bruder Martin ©roß« KihlwWWz Karlstraße V/, Uhr- Lnflstratn. <40. Abteilung, IV. Abend) Diretztion- MarRewhardt Uhr- Weib und Hampetmann 8 Uhr- Sie Aßldlglte. Kleines Schsuspielhau; Vi, Uhr: Biilhse der Pan&ora NW de- MsstN Der L Uhr: «abemvater Diretztion Carl Meinhard- Rud. Bernauer Theater i. d. KömggrSßer Straße Geständnis Kmädieahaas 8 Uhr: Petz-Rainer Ballett' Berliaer Theater '/£ Uhr: Der letzte Walzer. MW-Theater (Bahnhof Frledrichstraße) Allabendlich 8 Uhr: vas höhere um Tut* Der StörenM Mdenz- Theater (Stadtbahn Iannowitzbrüche) Allabendlich« Uhr: Ak WWffS MM LeMz-TWer Som�nerspielzeit Allabendlich 8 Uhr: Leopoldiae Kvastantia '» Das Aas der Jungfrau Deutsch. Könstl.-Theater Allabendlich 7>/, Uhr- Die bessere Hälfte mit Mag«dalder« Neaes operetteahaas Direktor Jea» Kren Allabendlich 7'/, Uhr: Kttkgtj BtmvM's ««NraliWi. phtmfastifch.Me« Vorher: Prinzessin Friedl. Neues Wlkstheater Köpeniltzer Str. 68. Allabrndl. 71/, Uhr- Neue Welt Arnold Scholz Hnsenheide 1V8— 114 Täglich Konzert und Borstevung Dienstags. Mittwochs. Donnerstags u. Sonntags Groher Ball, mm Die Kaffeeküche ist tägl. geoffn. Anfang wochentags 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Rose-Theater 7-/, Uhr: Ein Wal, erträum. Gartenbllhne täglich: 7 Uhr: Die Flucht um d. Erde. Täglich 7>.', Uhr: Die Juteruattouale. ;; Hasenheide 18 Täglich 8 Uhr: Das Schwefterstllch»ou Krone und Fessel Prinz. und Bettlerin Sensattvns- Drama Ad 5>/, Konzert, Spezialttäten Ehemalige» Voigt- Theater Dadstraße V8. Sommerbühne: Täglich nachm. Vz6 Uhr: Bunter Teil ftT. Die lanie'voin Circos Kammer-Tanzspiele Blllowstr. 6, am Nollendorfplatz Telefon: Llltzow 2305. Tägl, 7-/. Uhr: Orient. Ballet« und Schiinheits-Ianze Theater am Kottbnfer Tor , eitts-TSngvr td Täglich VI, Uhr 1)- Gastspiel der Original 11« rrltt-dked-r- �»iingGr. Vorverkauf ll—T/a u. 4—6 Uhr Apollo- Theater Ariebrichstr. 21» lj Allabendlich Ms \2. Sonntags 3>j,».>/ Mderlreffliches Bariele-Prograim! Kaftanien-Allee 7— S 12 Variete-öensationeu 12 TaWele Wßtt Anfang'/»S Uhr CIRCUS BUSCH- C-cbUnde Täglich VI, Uhr: Or. Sporlallläten- Voratelluog Gr. Pantomime _ tmr&t nerhl Kupfer 8,20 M. Messing 4,20 M. Blei, Zink 2,20 Rolguss 7,20 M. Zinn bis 25, SAlMMSM? _______ M. .Margopho«" wirbt verblüff. Befrtt. Ohrger. nervSf. 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Juli 1920, abends 6 Uhr Mitglieder-Versammlung in der„Berliner Bock-Brauerei"(Patzenhoser), Fidiciustr. 2-3. Tagesordnung: I. Bericht vom Berbandstag. 2. Zahlstellen-Angelegenheiten. 3. Berfehiedenes. Anfang pgnbttich. Um recht zahlreiches Erfchemen der Mitglieder ersucht auttgttedsbnch legitimier«- Der Ortsvorstand. SeWserMlmm�� w«MlUW !«««eie Gemeinverständliche Darstellung und Erläuterung aller den Obmcmn betreffenden Besttmmungen des Betriebs- :: rätegesetzes und der Wahlordnung..:: Bon Rudolf Weck, Arbeitersekretär i. Königsberg Pr.— Preis etwa t. 25 M. Für Klsiicktrriebe mit weniger als zwanzig Beschäftigten ist kein Betriebsrat, sondern ein Obmann zu wählen, für welchen besondere Be- stimmnngen gelten. Diese Souderbestimmimgen sind in der im Druck befindlichen Schrift hu- � sammengezogen worden. Das Büchlew wird daher ein unentbehrlicher Raigeber für die in Kleinbetrieben Beschäftigten, insbesondere für Obleute sein. Es ist ferner anßerordent- lich geeignet, die gewerkschaftliche Bewegung im Kleinbetrieb zu fördern und die dort be- schäftigte Arbeiterschaft w ihrem Bestreben nach Anerkennung ihrer Forderungen und An- Wendung d. Betricbsrätegesetzes zu unterstützen. 3« beziehen durch jede Buchhandlung sowie direkt vom Berlag Berlagsgenossenschast Freiheit, e.G.m.b.H. Berlin C2. Abllg. Buchhandlimg, Breite Str. 8/8 Verband der Gastwirtsgehilfen Den Kollegen und Freunden zur Kenntnis, daß unser Kollege August Bettkorowicx durch ein tragisches Geschick aus dem Leben geschieden ist� Seit langen Iahren gehörte der Verstorbene unserem Ver- bände als Borstandsmitglied an. Seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied hat er in vorbildlicher Weife ausgeübt. Wir verlieren in ihm einen Freund und Mitarbeiter von nie ermüdender Arbeitskrast. Seine edle Gesinnung sichert ihm bei uns ein dauerndes Andenken. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 28. d. M., nachm. 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße, statt. Die Ontsverrvaltung. Ssss MtiM:: Briesmirkeii kauft Großmann, Johannisstr. 4- Norden 106 21. Metalle Kupfer, Rotguß, Blei, SNessiug, Zink, Iiuu und Lagermetall, Oueikstlber überbietbare Tagespreise Xurklermann, etfoftcr Strafte 9, vorn II Tr. —— Norden 4661. 2. Besch äst: SNorhusftr. 24 Die Neuköllner Metall- Einkaufs-Zentrale Kottbnser Damm 66, am Herrnannplatz kaust samtliche Kltmetalle zu den höchsten Tagespreisen erzielt man durch, Patent-Schlasnröbe» Verwandelbare Chaiselongues, Bettstellen, Bettsofas, Bett� stühle. Tischbetten etc. sichtig, ohne Kaufzwang erbeb dlipps&Pasdie, Pat-Sohlafmöb«' Fabr., Verlin, Oranienstr. 112» Kupfer 9,25 Zink 2,78-3,76 Rur für Händler Jnvnlidenftr. 142. Genossen werbt für die Freiheit Straßenhändler!! Blatten, it. Leiterwagen, Räder, viepaeatneen. Leiterwagensabrttz C. Knabe* To., «erichtstr.17,- Elbinger Str,4Z. Dlletz«ige üslvkmsedksrsiikll und Waschfrauen, Bus- miirteriuueu. Zu erfragen im -Urbeitsnachweis der Stadt Berlin, Allcherftr. 9. 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