Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Dienstag, den 27. Inli 1920 Nummer 298• Morgen-Ausgabe nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Skeiföand begogen für Deutschland und Oesterreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 W, xuzAglich Baluta-Äuffchlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich 20,— M. «»vaktio», ErpeVitiOn n«d Verlag: VrrU» TS, Vreite Straß« 8-8. Familten-Anz eigen und Stellen-Gesuche Z.20 W. netto pro AeUe. Stellen-Desu in Wort-Anzeigen: das fettgedruckte Wort l.vo M., jeve» weiteee Wort 1,— � Senilpncha: Zack» 2038, 2040,«IIS«MI.«US,«MO.«02L berliner-Orffon bPr Unobdänßfgett SyMöemoPratie S>eutß6fanös Die Spaa-Konferenz vor dem Reichstag Ein weißer Rabe Der Minister des Auswärtigen Simons ist von der Weltanschauung des Sozialismus auherordentlich weit cnt- fernt, und wir nehmen an, daß die Revolution ihm ein Greuel ist. Aber das hindert uns nicht, anzuerkennen, dah er ein Mann ist, Verden ehrlichen Willen zur Wahrheit besitzt und den ein ernst«»Streben nach Objektivität und Gerechtigkeit erfüllt. Seine gestrige Rede im Reichstag war ein schöner Beweis dieser Ge- finnung. Hier sprach kein Diplomat der alten Schule, hier «sprach auch kein Wortheld, der die Situation, in die Deutsch- land durch den Krieg geraten ist, durch leere Phrasen in Per- gessenheit zu bringen sucht, sondern hier trat einer auf, der sich bemüht, das zu sagen, was ist und sich nicht dabei aufhält, den ehemaligen Feinden die Schuld für unser Unglück zuzu- schieben. Seine Ausführungen stachen in jeder Beziehung wohltuend ab von dem, was wir von derselben Stelle aus von seinen Vorgängern und von dem jetzigen sowohl wie von den früheren Reichskanzlern zu hören genötigt waren. Sie waren nüchtern, aber sachlich. Sie waren äugerlich kübl, aber sie hatten doch eine tiefe, innere Wärme, und auch der Gegner konnte sich ihrem Eindruck nicht entziehen. Ein Sozialist unseres Schlages würde natürlich anders ge- sprachen haben. Er hätte die Konferenz von Spaa nicht nur als die natürliche Folgeerscheinung des Versailler Friedens- Vertrages behandelt, sondern wäre weiter in die Geschichte zurückgegangen und hätte die Wurzeln des Versailler Ab- kommen? in der wahnwitzigen und verbrecherischen Politik unserer Kriegshetzer gefunden. Ein Sozialist hätte sich auch nicht mit der Anrufung des zukünftigen Urteils der W�It- geschichte über die schweren Bedingungen, die uns unsere Gegner auferlegt haben, begnügt, sondern hätte festgestellt. daß ein kapitalistischer Krieg gar nicht anders beendet werden konnte als durch einen Frieden, in dem die obsiegende Kapi- talistengruppe ihre Interessen so rücksichtslos als möglich wahrnimmt. Es lassen sich auch gewisse Ausstellungen an anderen Einzel- heilen machen. Vielleicht war'Herr Simons an den Stellen. wo er über die Flaggenfrage, über den Fall Do r t e n und ähnliches sprach, zu sehr Jurist. Man glaubte bisweilen in die Vorlesung eines Völkerrechtslehrers versetzt zu sein, und der reine Rechtsstandzzunkt ließ hier und da die poli- tischen Erwägungen gar zu sehr in den Hintergrund treten. Es kann auch gesagt werden, daß die Verhandlungen von Spaa selbst iy der Rede einigermaßen zu kurz gekommen sind. Wir hätten gern beispielsweise noch mancherlei über das Auf- treten der Sachverständigen, und insbesondere die Haltung des Herrn S t i n n es gehört. Auch die Art und Weise, wie die militärischen Fragen behandelt worden sind, hätte ein- gehender erörtert werden müssen. Das wäre zweckmäßiger gewesen, als sich in etwas langatmigen Auslassungen über die Unterkunstsverhältnisse der deutschen Vertretung und über den Grußkomment der Ententeminister zu ergehen. Aber diese Mängel wurden aufgewogen durch die OÜenhcit und Sachlichkeit, mit der Simons eine Reihe von Fragen besprach, die in engem Zusammenhang mit der Konferenz und ihren Ergebnissen stehen: und wenn wir auch nicht ohne wei- teres uns auf den Standpunkt stellen wollen, daß ein Mmi- 'tei gut ist, der Widerspruck bei der Rechten findet, so können vir doch unsere Freude daran haben, wenn einer, der einer rein bürgerlichen Regierung angehört, sich nicht scheut, der ',ationalist:schen und sozialistenfeindlichen Bourgeoisie— und die hat ihre Vertreter nicht nur in den Reihen der Deutsch- nationalen und der Deutschen Volkspartei— Wahrheiten •,« sagen. Wie leicht wäre es ihm gewesen, bei der Vebandlung der Vorgänge vor der französischen Botschaft das verletzte deutsche 'kationalgcfühl in den Vordergrund zu schieben. Wieviel Zustimmung würde es ihm auf der Rechten eingetragen �aben, wenn er im Fall Dorten und bei anderen Gelegen- eiten die letzte Schuld bei den Machenschaften der Entente zesucht hätte! Aber zum Leidwesen unserer Patrioten ver- sichtete er auf alle solche Mätzchen, gab er klipp und klar die deutsche Verantwortlichkeit zu und trug er auch kein Be- denken, jenen behördlichen Instanzen, die nach seiner.mei- nung Fehler begangen hatten, ihre Versäumnisse und Ver- schuldungen öffentlich vorzubalten. Also'nicht nur kern Diplomat der alten Schule, sondern auch k e i n Bureaukrat in dem berühmten preußischen Sinne des Wortes. Der Minister hat erzählt, wie schwer ihm und all|«inen Kollegen der Gang nach Spaa geworden ist. Wir möchten glauben, daß der Gang, den er gestern in den Reichstag ge- tan bat, für ihn bedenklicher und gefährlicher war. Denn sein Auftreten hat nicht nur bei den Deutschnationalen, son- dern auch bei der Deutschen Volkspartei, also einer der Gruppen, die ihn stützen soll, das stärkste Befremden erregt. Wie konnte er auch den Versuch wagen, den Staats- männern der Alliierten gerecht zu werden und den Glauben zu erwecken, daß die bürgerlichen Regierungen Eng- lands und Frankreichs auch nicht viel schlechter und nieder- trächtiger sind als die bürgerliche Regierung der deutschen Republik! Wie konnte er es auf sich nehmen, anzudeuren. daß er am liebsten gesehen hätte, wenn B e l a K h u n un- geschoren nach Rußland gekommen wäre, und daß nur die Voreiligkeit unterer Instanzen und die mit schwarz-gelben Ueberlieferungen behaftete österreichische Diplomatie die Rot- wendigkeit eines Zugreifens des deutschen Auswärtigen Amtes zur Folge gehabt hätte! Keine Geste des Abrückens von Bela Khun, keine billige Verurteilung der ungarischen Räteregierung, nur nüchterne und ruhige juristische Fest- stellung. Und dann die schwerste Sünde wider den heiligen Geist: Der Minister einer bürgerlichen Regierung hatte den Mut, in Sowjetrußland nicht alles schlecht und verabscheu- ungswüpdig zu finden. Die russischen Volkskommissare find für ihn nicht eine Gesellschaft von Verbrechern mit blutbefleckten Händen. Er lobt ausdrücklich die Klugheit und Ge- fchicklichkeit Tfchitscherins, mehr als das, er erklärt, daß im bolschewistischen Rußland manches sehr gut sei, ja manches direkt vorbildlich für Deutschland werden könne. Die Rechte knirscht und die sozialdemokratische Fraktion schweigt ver- legen. Bei den Unabhängigen ertönt erstaunter Beifall. Simons ist wirklich nicht ihr Mann, aber er hat Worte ge- funden, auf die wir bei den Mitgliedern der Kabinette, in denen die R e ch t s f o z i a l i st e n eine ausschlaggebende Stellung eingenommen haben, vergeblich gewartet haben. Wir find bereit, ihm soviel Kredit zu eröffnen, als wir dem bürgerlichen Mitglied eines bürgerlichen Kabinettes ge- währen können. Wir find freilich lebhaft im Zweifel, ob ihm dieser Kredit frommen wird. Denn seit gestern steht Herr Simons auf der schwarzen Liste der Reaktion. Man wird ihn drüben für einen Bolschewik erklären, und von seinen Kollegen wird die Zugehörigkeit dieses Weißbsfiederten zu ihrer schwarzen Schar höchst unbequem empfunden werden. » Der Sitzungsbericht Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um S Uhr 20 Min. mit einer Ansprache, in der er ausführt, daß das stolze Abstimmung-- ,"l.Pfc und Westpreugcn einen in die Zukunft weisenden Lcchtschenl ,ur un,er Land bedeutet.(Lebhafter Beifall.) Danach erfolgt die geschäftsordnungsmähig notwendige noch- malig« Wahl des Präsidiums ohne Veränderung in der Besetzung. auf der Tagesordnung steht dann die Bcsprecyung der Konferenz in Spaa. Reichskanzler Fehrenbach: Ueber die Einzelheiten der VerHand- Uttigen in Spaa wird der Außenminister Dr. Simons berichten, i'» Bedeutung und ist dem Reichsrat �gegangen. Bon g il�..� � die Entwaffnung ist die Losung d" Ostfrage'- Entente - Entwasfnungs- und Desarmierungsfrage hat rur» einen Sinn, wenn man sich vorher über vre Reaelung der Ostfrngen geeinigt hat. Es war die Pfli-ht der delltschen Reg�un�nachdem der Kampf zwischen Polen und Nutzland sich Neutralität zen genähert hatte, die unbedingte ruften. Aber Deutschlands a u s z ul p r e ch e n. Das'st S Reu- bei dem Aiangel an bewaffneter Macht if„Times" vor- tralität ausrecht zu erhalten. �n der uns Polen kann aar geworfenen Obstruktion und �ellungnahme g g �„�rechtlichen Bon der franzSstfchen Gesandtschaft in München ich unmittelbar vor der Abreise nach Svaa in Kenntnis l�eSt. Ich errlarte dem Gesandten auf die Mitteilung, datz ich alle Rechte Deulschlands nur vorbebalten müsse, weil die deutsche Zerfassunl, d.« Bestimmung entHalle, datz die deutschen Einzel- n!�. Ä Gesandschaftsrccht am�ebeu haben. Mir wurde er- -» ic französische Auffassung, die'' aus den Vertrag von Versailles gründe, gehe der deuilchen Ve-t-'---itt das. mir wurde entgegengehalten, datz der Vertrag besage, datz Frankreich in �'ncra oder dem anderen der Deutschen Staaten" ein solches Recht besitze. Ich kannte die wobl' sie war d.e erste, auf die ich bei Durchsicht des Friedensvertrages auf- � datz sie sich nur auf den An- ichlutz von Oesterreich beziehen könne, nicht aber auf die ehemaligen �abc die Frage geprüft und der 5 offen daraclegt. daß ich ihre Rechtsauf- su.jsu.Nfl anerkenne. 9?lchtsdestoW6Nlfler sie wülirenÄ «nn�-n. Sfaa fyrtn Dard nach München geschickt 5"" �°br sein Beglaubigungsschreiben �°stuon des Deutschen Reiches ist keineswegs gun>t«g. Ist die Entente, wie ich vernommen habe, tn der Aus- -gung derselben Meinung wie Frankreich, so werden wir d's -Weitere geschehen lasten und mit guter Miene zusehen müssen, bk- wiz für die Auslegung eine andere Instanz in einem Schiedsgericht - a J-�L Jbar nach dieser Mitteilung setzte l�ch m r ch m, t K a h r i n V c r b i n d u n g. Er antwortete mir: Seien Sie überzeugt, datz Bayern sich an die Verfassung kalten und keinen Gesandten nach Baris schicken wird, ebenso, datz die An- Wesenheit des französischen Gesandten niemals Grund zu B e so r g n t s s e n geben soll. Wer die Worte gehört hat, die Kohr 1 w'eiPer 55- Ncde als Ministerpräsident gesprochen hat, wird allerdings die Furcht vor der bayerischen Gesinnung für unbegrün- det halten. Ich habe schließlich den Franzosen kein Hehl daraus datz Deutschland es vorzieht, sich mit Frankreich über die Ausfuhrung des Friedensvertrages zu verständigen, als über feine Auslegung zu streiten. Das Gleiche habe ich Kahr gesagt. Ich danke dem bayerischen Ministerpräsidenten für die Kund- gebung seines treuen Festhaltens am Reich. Die Reichsregierung wird nnt ihm ganz einverstanden sein, in der Auffassung, datz Deutschland nur regiert werden kann, im Sinne gegenseitiger Ach- tung der einzelnen Länder und Stämme und datz keine Eigenart emes Stammes versucht, auf dem Wege über das Reich die Eigen- art eines anderen Stammes zu verletzen.(Beifall.) Ich komme zum dritten Fall, dem Fall Sorten. Am Sonnabend nachmittag wurde mir telephonisch mitgeteilt, datz Polizetkommissare aus Frankfurt und Wiesbaden den Herrn Dar- ten verhaftet, feine Papiere beschlagnahmt und ihn nach Leipzig wediert hatten. Angeblich auf Grund eines Haftbefehls de« Reichsgerichts Weiter wurde mir geantwortet, das Auswärtige Amt fei mit der Sache noch nicht befatzt worden.(Hört, hört?) Ich halte das in einer Frage, die uns sofort mit drei bis vier Machten in Konflikt bringen kann, für eine Auslassung, die künftig besser nicht stattfinden würde.(Sehr richtig!) Ich habe mich � sofort mit den in"rage kommenden Stellen in Verbindunä gesetzt und soviel ich weiß, ist Herr Dorten jetzt bereits wieder auf deni Wege nach Wiesbaden.(Heiterkeit.— Unruhe rechts.) So sorgen deutsche Männer in Unkenntnis völkerrechtlicher Bestimmungen dafür, datz wir uns«ine Abfuhr nach der andern holen.(Sehr * nchtig! links.) Nach dem Rheinland-Abkvmmen haben die Alliier- !ten das Recht der Okkupationsmacht in unserem besetzten Gebiet und damit ist es unvereinbar, datz von einem außenstehenden Hoheitsgebiet aus in dieses besetzte Gebiet hinein Hoheitshand- lungen vorgenommen werden, ohne Verbindung mit der Trägerin der Souveränität im besetzten Gebiet. Die Verhaftung Dortens war völkerrechtswidrig und mutz deshalb genau so zurück- genommen werden, wie wir Polen veranlaßt haben, die völker- rechtswidrige Verhaftung von Dr. v. Holtum zurückzunehmen. (Unruhe rechts.) So wurden wir in Spaa gestört durch die Auf- regung. die von Berlin zu uns herüberflutet«. Als die deutsche . Kompagnie die französische Flagge arützen mutzte— glauben Sie Mir. es fiel mir nicht leicht, mir diesen Gruh zwischen dem Bran- denb»reger Tor mtd dem Denkmal Friedrichs des Großen vorzu- stellen-.(Lachen bei den U. Soz..— Pfuirufe und Unruhe rcDs), da haben der Reichskanzler und ich an den Gräbern unserer Krieger auf dem Friedhof in Spaa Kränze niedergelegt.(Beifall) und diese Huldigung ist ohne jeden Zwischenfall verlaufen. Einen Ausweg hat der englische Premierminister Lloyd Georg« gefunden. Er hat es natürlich nicht getan aus altruistischem Gefühl für ' Deutschland.(Lachen rechts.) Dieser willensstarke Mann, der einzige Staatsmann, der durch den ganzen furchtbaren Weltkrieg hindurch an leitender Stelle geblieben ist. hat sicher nicht die Früchte seiner Mühen aus einem sentimentalem Gefühl heraus hergeben wollen. Er war genau so der Vollstrecker des Werkes von Versailles wie alle übrigen. Aber ihm ist eine Beweglichkeit des Geistes gegeben, die es ihm erlaubt hat, die deutschen Gegen- Vorschläge in eine Form zu bringen, die einerseits dem französischen System angepatzt war und andererseits uns erlaubte, wenn auch mit schwerer Sorge, auf die Forderung der zwei Millionen Ton- nen monatlich einzugehen. we,l diese Form uns ,ur die Berg- arbeiter die Diöglichleit einer Besserung der Lebenshaltung 1 d ach e An der Sachlage zwischen uns u..d Amerika wird fuh vor Nss�oiNL.'«!��!? N S1&£ i steht. Es ist behau-tet worden, die Rcuiralitäise�lsirilng be- deute eine Anerkennuna der russischen Towjet-Negierung. Diese Regierung ist bereits seit dem Frieden von Brest Litows! anerkannt worden.(Sehr richtig!) Sei! der Zeit sind die Beziehungen zu Rußland weclstelvoll gewesen. Nach der Ermordung des Gejandlen Mirbach in Moskau haben wir die Beziehungen zu der Sowjet-Rcgicrung abgebrochen, weil es ihr nicht gelang, die Mörder ausfindig Zu machen und'u bestrafen. Seit die>er Zeit sind die Beziehungen zu der Sowjct-Ncgicrung nicht wieder auken-- nmcn worden. Weiler find wir durch den Veriailier Vertrag verpflichtel, auf alle mit Rußland abgeschlnsse- nen Vertrage Verzicht zu l-'isten. Tie Tatsache der Aneclennunq vor für der nur leine Rede sein.et handelt k» lediglich um �"-„''hochpolitischer IÄt.4 X« Ä 3HI5.1• H S - früheren Der t r a gen voran st bm � teSliSSSSiS '!>><.« PZiiedensvertrag verstoßen. Denn dort daß Deutschland das Material abgeben soll, es zei stör ! �oird, aber nicht, damit es für einen neuen Waflengang berert ■ WWW_____ Vertrüge der Entente mit Rußland zuerkennen haben. Darin erblKIe ich kein Verbot oer An- knupfun- von Beziehungen zu der Sowiet-Negicrung. Wir wolleu , f Sowjet Renirruna iniiit als Paria behandeln,-oeil uns viel- leicht ihre Rc-zierungsmetli-den uicht passen. Wir sind selbst ge- nügend als Paria behandelt worden, als daß wir uns gegenüber einer andern Regierun-' äbnliib verlzalten koun-en. Man kann der llcberzeummg fein, datz in Rußland eine Veberspannung oce Räteidee stattgefunden hat. Man darf aber n'! w Rennen, datz dort eine enorme aufbauende w i r t s ch a f: l i ch e Ar beit geleistet worden ist. lG ratze Uni.. c rechts, anhaltende Bewegung links.) Es ist dort eine Ar geleistet worden in der ZWvertvindun- des Eh die u- n-'.>?> re Beachtung verdient. Was dort beispielsweise gc.ö ehen ist. hist- sichtlich der L»,ung ees Brodle»», der Verei.-ui-g-er Kraft- quellen zeugt von einer Tatkraft, die ln u st er gültig ist (Anhaltende große Unruhe rechts. Zuruf bei ocn U. stoz. zur Rechten: Das habt Ihr wohl nicht erwartet!) Mir--? gani gleich was Sie erwartet haben oder ni H e-w" l b n I fühle mich vcrpsi'Eiet, hier au? G'und völlig obicUiver 7. mtl-n die Wahrheit zu so-'cn. lLebbafte Zustimmung, uruf vo'- Frau Zietz(U. Soz.): Der Zuruf richtete sich nist- gegen?ie.) Lloyd George hat die Meinung ausg fnrochen. datz g-.zen'irtig eine große Versuchung für Demf-Martd best cht,' sich in sie Arme Nutzlands zu werfen und dadurch den Verbuch zu ma' eg. sich de- Verpflichtungen des Verfailler Vertrages zu en!!e en bi'as i.t nicht unsere Absicht und kann nicht unser Leitstern sein denn wi- wollen Deutschland nicht zum S ch l a ch t f e t d-.z w i f l o e n dem östlichen Bolschewismus und dem westlichen ? Imperialismus machen. Wir haben selbst erlebt, was es eitzt, den Krieg im Lande haben. Roch einige Worte über Polen. Man sagt uns nach, wir würden es begrüß«», wenn unter dem russischen Druck Polen einfach von der Bildflache verschwände. Diese Meinung mutz ich zurückweisen. Wir sind darauf angewieien. mit dem polnischen Volk, das eine so außerordentlich nationale Eigenart und Begeisterungsfähigkeit hat, als Nachbar zu leben. Selbst wenn es Sowjetrutzland gelingen würde, Polen wieder unter seine Souveränität zu bringen, selbst dann wäre es für uns wichtig, mit den Polen t n guten Beziehungen zu leven. Ich glaube alletdings, datz Polen eine sehr trübe Zukunft haben würde, wenn es nach dem Rat gewisser Staatsmänner seine Ruf fabe darin steht, die Barriere zwischen Rußland und Deutlstiland zu ein. Eine bessere Zukunft würde Polen baben, wenn fb sich ent- chlietzen würde, die Brücke zwischen Rußland und Deutschland zu ein.(Beifall.) Deshalb beklage ich es so. daß eine von unter- geordneten polnischen Behörden geübte Politik der Schikane und des Unrechts uns immer wieder zu Repressalien zwingt, die bei normalen Verhältnissen nicht nötig wären. Di« Besorgnis,« der französischen Presse, datz wir Polen mit Krieg überziehen wollten, sind eine Schimäre. Ich weife solche Behauptungen ausdrücklich zurück. Ich din begierig, ob bei den Verhandlungen zwischen der Entente und Sowjetrutzland über Polen die Entente wieder den- selben Fehler machen wird, wie in Versailles, datz sie nämlich ohne Deutschland vorgeht. Wenn die Entente das tut, dann wird der Friede im Osten ein Kartenhaus sein, noch viel wackliger und fallsüchtiger als der Friede von Versailles.(Sehr gut!) Was»ie Festhaltung des Oestmeichijchen Kriegsgefangenentransportes detrifft, so handelt es sich dabei um drei Verträge. Nach einem Bertrag zwischen Oesterreich und Deutschland veruslichtet sich Deutschland den Transport russischer und österreichischer Kriegs- gefangener durch Deutschland durchzulassen. Dann besteht eine Vereinbarung zwischen der Entente und Deutschland, wonach die Entente zur Beförderung solcher Transporte Schisfsv>um zur Verfügung stellt. Drittens besteht ein Vertrag zwischen Oesterreich und Sowjetrutzland. wonach Oesterreich sich verpflichtet, auch politische Gefangene, an denen Nutzland interessiert ist, den Kricgsgefange- nentransporten anzugliedern. Dieser dritte Vertrag widerspricht den beiden ersten und hat selbstverständlich nicht die Zustimmung der Entente. Oesterreich hat trotzdem politische Eeiangene miio einem Kriegsgefangenentranckport mitgesandt. Durch eine Un- g e s ch i ck l i ch k e i t u n s e r e r I n st a n z e n ist das zur Kenntnis deutscher Behörden und der deutschen Regierung gekommen. Erst als wieder einmal deutsche Behörden zugegriffen hatten, ohne sich mit dem Auswärtigen Amte in Verbindung zu fetjen,(Lebhafte Hört-, hört-Rufe links) erfuhr das Auswärtige Amt offiziell davon und mutzte nun natürlich den Transport festhalten. Im andern Falle wäre es wohl auch den politischen Gefangenen bei einer Untersuchung des verdächtigen Transportes aus See durch die Entente schlecht ergangen. Der österreichischen Regierung kann ich den Vorwurf nicht ersparen, datz sie in dieser Sache wieder etwas auf die alten ichwarzgelben diplomatischen Formen zurückgekommen ist.(Heiterkeit.) Sie hat aber inzwischen durch ihren Gesandten in vollkommen korrekter Form für Aufklärung gesorgt. Zwischen Oesterreich und uns ist der Fall geregelt. Wie weit er zwischen Ungarn. Rußland und uns geregelt wird, hängt von dem Schicksal der beiden Personen ab. die aus dem Transport ausgesondert wor- den sind. Sie stnd in sicherem Gewahrsam un-d soweit es an mir liegt, wird ihnen kein Haar gekrümmt werden.(Zurufe bei den U. Soz.) Je mehr Spektakel darüber gemacht wird, umfomehr gefährdet man diese Persönlichkeiten. Ein Kurier der ungarischen Regierung ist auf dem Wege zu uns, um die Auslieferung von Bela Khun zu verlangen. Es ist üblich, datz bis zur Prüfung des Auslieferungsbegehrens die betreffende Per- km festochalteN'wird. Wir werden uns bei der Prüfung weder von einem etwaigen llebelwollen der Sowietregierung noch'Ungarns beeiniluifen lassen Stellt sich heraus, daß dle Strastaten im Zusammenhang mit seiner politischen Aktion bestehe... dann wird Bela Khun eben nach derjenigen Scice aus Deutschland heraus- geführt werden, nach der er gehen will. Ich lommc zurück auf die K o h l e n f r a g e, Um diese Lebens- frage für unser Wirtschaftsleben gründlich prüfen zu können, haben w°r es für richtig gehal en. den Reichswirtschaftsrat noch vor dem Neichstaa einzuberufen. Dort haben l-tzt die berufenen Sach- verNndmen geivro-ben. Es kann bei uns noch v.el gespart wer- den So ist es unnötig, datz in deutschen Städten noch immer b„ tief in die Nacht hinein diese Fülle L'cht �chw-"d-t w'd. (Lebhafte, Sehr richtig!) Wenn w» M Ver r�en«halten, werden wir nach Gens gehen. Wir bok�n von E t g e b n i- zurückzubrmgön als von Spaa� A»ns�.t f ur uns datz die Entente in der W»rtichaft uns nie fv y«», daß wir leistungsunfähig werden.(Leohafter �cifall.. Die Aussprache über die Regierungserklärungen sollen am Dienstag stattfinden.. Räch Erledigung kleinerer Vorlagen vertagt sich das Hau. Dienstag 2 Ul>r: Interpellation über di« N'chttaumung oft- preutzischer Gebiete nach der Avfiimmung. Noietat. uu�spram« über Spaa. Schluß 7 j-j Uhr. Der verband der deutschen Oelmiihlen ist gegen eine über- stürzte Aufhebung der Zwanaewirtschait. er tr.tt, w.e er chreidt. für den allnMltwen planmäßigen Abbau ein. da sonst d.e Fett- verlorauna Deutschlands gefährdet werde. Seil 1315 stehe die ZN�lmühl�indnstri.�u IRktz-ich im Dienste des Reich-- ausfchusses für Oele uno ,zctte. für den ste im Lolm arbeik. Di» in den Mühlen vorhandenen großen Lager an Orlen uno Fetten seien Eigentum des Reichsausschusses für Oele und Fette. Solidarität sozialistischer Lehrer Zur Verurteilung Dr. Siemsens Die sozialistischen Lehrer erheben einmütig Protest gegen vis Schinachjustiz, die durch die Verurtelluug unseres Genossen Memsen in Essen Rache nahm für die Enttäuschung, die der Zusammenbruch der Kapvepisode der Bourgeoisie brachte. Der Verband sozial! st i�cher Lebrer und Lehrerinnen von Deutschland und Deutscböftcrreick sendet uns folgende, an den Kultusminister gerichtete Eingabe: „Ter verband sozialistischer Lehrer und Le'reri-'itrn von Deu'chland und T.utschö- ich wi: i.ssser Empörung von der Bern» n'ung feim; i' rst»::dsmi!"ll«de». des Oberlehrers Siems«» in Essen«o einem ha ben"ehr Gesönz.ns. Kennt»» genommen. 1 ir erb Ren darin ein l'r eil der Klassenjustiz und de? Hasse.v mi' dem die Ria-lirn die Vorkämpfer der Republik und des So-ialiemus verfolgt. Mag es> i ch auch auf for» male Rechtsgriind« zu st" iz e n lache», so schädigt es den Sao'sgrdan'en a- j ch.?? r si e. weil es die E r. e. i: I der V«»t e töi gu>>. g d' E mein- w e' e n s z-■? n§>»«>>.---» ist. rri'«»>-.r Tchrecken>..-.s firn«. die i>>.r n'.«>■••■•gen iwosif de ProletMriats-«ad fcc zli.«uz- erqance> find Indern wie erklär«» dast»kr ii 7 �»lnen Märt«eer -.!>! e r j eigenen S-«...»!. ck'.-... daß d r'Li---t f sich gegen uys alle eichtet, erwarten wir so» dem Rcrtn Ministee». daß et»ich:» aaoer-ucht läßt» tiu» Reoifion ues g- zen jii-c.i seine? Beamten eraan euen Schandurteils berbeirukühren.-- E.-ji. vers idrt der B u n d e n!'' ebener S ck. ulrefor» ».er c.-en eii>gehcnd begrindtitv P otejt gegen„a« tlrteil, in den es u. a he s-i. „Der Verst. d hält es für unwesentlich, ob--?a> welche Pir?« zr.-.phen den Bo- and für solch l.'rtei' de» Hasse, neben-- er steht aus dem Standpunlt, dutz das UrieU m->>' i-h und recht« li,h ein Fehlurteil ist. Mensch-ch dar! nicht der bestraft weisen, sondern-erdic» An» e r k e n n u n g. oer i» Tagen, wo aile Ordnung er schütter! ist. klar und entschieden dazu mithilft, datz Vernunft und Bestin aiheit statt brutaierEewalt und Willkür regieren. Utid rechtlich hebt sich d i e Staatsgewalt selber aus und-ichtet sich zu Gr inde, die iin-e Veeteidizer und Freunde verurteile» und einlerter n�ätzt." ■) Der Bund wendep sich ebenfalls an den Minister für Wissen» fchaft, Kunst und Voltsbildung mit der dringenden Auifort-erung, „Berufung gegen dieses Urteil im Interesse eines ausgezeichneten, ihm unterstellten Beamten einzulegen". Der Minister werde selber wissen aus welchem Milieu es stammt. Der Protest de? Bundes schließt mit den Worten:..... so wahr Erziehungsaufgaben das eigentliche Gebiet des Herrn Ministers sind, so wahr ist er hier in erster Linie beteiligt, wo ein Iugcndbitdncr von her- vorragender Charakterfestigleit eben letzten Ende» wegen dieser Charattersestigkeit und Borbild- lichkeit getroffen werden soll." Die AmnestieantrLge im Reichstag Am Donnerstag voriger Woche waren in Berlin beim peeutzi» lchen Minister des Innern, beim Reichzjustiznnmster und in rer Reichskanzlei die drei Genossen Meyer �Dünrldorfi. Sommer (Hagen) und Steinhauer(Essen) vorstellig. Die drei Ge- nossen waren auf einer Konferenz der Mürzuntersi- unaskom- miffionen des Industriegebietes gewählt worden, um i« Berlin vorzutragen, daß sich aus der unterschiedlichen V e h a n d» lungder Kappanhänger gegenüber der Arbeiterfchatt eine unhaltbare Situation entwickeln kenne. Diejenigen, die sich auf Seiten der Kappleute gestellt haben, laufen unbehelligt umher, während die Arbeiter, die im März für verfassungsm-itzige Zu- stände gekämpft, zu hohen Strafen verurteilt wurden. Etwaige unerwünschte Folgen dieser unterschiedlichen Behandlung könnten nur dadurch zurückgehalten werden, wenn bei der Tagung des Reichstages in nächster Woche die A m n e st i e a n t r ä g e der beiden sozialdemokratischen Parteien Gesetzeskraft bekämen: die verurteilten und in Haft befindlichen Personen dürsten auf keinen Fall bis zur Herbsttagung oertröstet werden. Die Beratungen ergaben von den Regierungsstellen zustimmende Erklärungen, datz etwas geschehen müsse, und besonders der Reichsfustizminister führte aus, datz am besten alle Pro- zetzjachen. die aus den Märzereignissen entstanden, du-ch ein Amneftiegefetz erledigt würden. Er hoffte, datz sich im Neichstag eine Mehrheit finde, die der Gerechtigkeit ent- sprechende Anträge zum Beschlutz erbebe. Wenn bei der kommen- den Tagung ein Amnestieaefetz beschlossen werden solle, dann könne dies nur durch Verständigung unter den Par- t e i e n geschehen Dementsprechend nahmen die entsandten Ver- ireter sofort Perhandlungen auf mit den Vorständen der beiden sozialistischen und der demokratischen Partei. Diese Ver- Handlungen berechtigen zu der Hoffnung, datz die vorliegenden Amnestieanträge in annehmbarer Form eine Mehrheit im Reichs» tag finden. Der Bezirksausschuß zur Äntersiützung der Märzopfer im Indu» striegebiel wird dann auf Grund der Neichstagsverhandlnngen Stellung nehmen, ob die geplante Protestaktion noch not» wendiq ist und durchgeführt werden mutz. Ein Weißbuch über Spaa Dem Neichstag ist vom Auswärtigen Amt ein Weißbuch über die Konferenz in Spaa übergeben worden. Es enthält im wefent» lichen die Noten und Protokolle, die sich auf die Vor� chichte der Konferenz, den Verlauf und das Ergebnis der Beratungen be- ziehen. Interessant ist eine Denkschrift des Retchsminifters des Innern vom 24. Februar 1320, betreffend O r g a n I s a» tton der Sicherheitspolizei, in der mit aller Deutlich- keit wieder die Notwendigleit des Militärs ausschließlich zum Niederwerfen der rcvoluti onären Ilmtriebe von link, betont wird. Bezeichnend ist ferner, datz bei der Wieder- gäbe der Rede� die Herr Stinnes in Spaa gehalten hat, alle di« Stellen forkgelassen sind, die auf die Entente provokatorisch wirken und den Eindruck erwecken mutzten, datz Stinnes gegen eine fran» zösische Besetzung des Ruhrreoier» nichts einzuwenden habe.> Aufhebung eines Schieberlagers Sounabend früh wurde in B r a u n f ch w e i g ein Schuppen auf der Hildesheimer Straße aus bestimmten Gründen einer Durch» tnchung unterzögen. Dabei fand sich ein großes Lager von delgt« fchen und französischen Maschinen. Spiralbohrern und andere, Maich-.neutellen.«uiertigeu Ge.chützrohren, Teilen von Maschinen» gewehren nnd dergleichen im Gesamtwerte von mehreren Millio» nen Mark. Die Gegenstände waren verpackt und sollten offenbar in kckrzem abtransportiert werden. Dem Anschein nach gehören sie eiue� Dügeldorfer(jitma. Da» gesamte Lager wurde vorläufig ckbefcymgnahmt. Die Reichsregieruna wurde von dem Funde sofor» in Kenntnis gesetzt. Auch bei dem Studenten Faust, dem Hauptschuldigen der kürz» lich auigedeckten Frellstedter Wasfenichiebung, wurde infolge Vor» liegetts weiterer dringender Verdachtsmomente eine Hausfuckuna abgehalten, die vier komplett« Maschtnenzewehrr und viertausend iojuii Munition zutage forderte, ls war aufgefallen, datz in d« Wohnung des Faust eine umfangreiche Kiste eingeliefert wurde. Faust selbst, der zu den Zeitfreiwilligen gehört, ist nicht auffindbar. H�zfchett a�rlc Nußlands Friedenspolitik Vertretung der Moskauer Sowjetregicrung hat Ilten- �endes Radiogramni von T s ch i t s ch e r i n' er- ' Moskau, 20. Juli. «u&lands Zlniwort an England enthält das Einverständnis dm frieden und dem Waffenstillstand, unter der Be- ®5n8 direkter Verhandlungen mit Polen, und das Vcr- Zechen. Polen mehr zu geben als von der Entente an Polen men war. M i l l e r a n d s Behauptung, Rußland hätte den �»oen abgelehnt, ist völlig w a h r h e i t s w i d r i g. Eow- nru�land sucht an erster Stelle Friden mit allen * • gez. T s ch i t s ch e r i n. inKet �cn Erkauf der dknterhandlungen zwischen Rußland ��nte und über die S!c?lung Englands zu den FA-poln!schen Verhandlungen unierrich.et folgendes ""l'Telegramm: i Amsterdam, 2C. Juli. i(�t am �onnnbcnt) veröffentlichte Text der zwischen Curzon \ Ichitscherin gewechselten Noten betreffend einen Waffen- »ant! zwischen Rußland und Polen enthält auch die Ant- �tnote Curzons vom 2 0. Juli. refe besagt, die Sowjetregierung habe eine große Zahl von � chragen angeschnitten, über die zwischen der britischen und s �wietr-gi-rung sowohl bezüglich der Tatsachen wie der tiefliegende Meinungsverschiedenheiten bestünden. Die »«artige Depesche werde- sich nicht damit befassen, sondern sich dringende Problem der Beendigung der Feindseligleiten Iiiiu �J'cn un� �owjetrußland beschränken, die so schnell wie s.U'ch erfolgen solle. Die Sowjetregierung habe ihre Bereit- -'K-eit kundgegeben, die Frage eines Waffenstillstandes mit in freundschaftlichster Weise zu erwägen und Polen eine »le zuzugestehen, die nicht ungünstiger sei, als die ursprünglich s?. Obersten Rat vorgeschlagene. Die Sowjetregierung habe »« dieser Erklärung in energischer Weise dem Ee- J'K widersprochen, daß die Verhandlungen über einen Waffen- v«nd noch zwischen anderen Mächten als Sowjetrußland einer- . und Polen andererseits in Angriff genommen würden. Wenn ' sowjetregierung auf ihrem Standpunkt be- [|l* e, so habe die englische Regierung nicht die licht, auf ihrem V o r s ch la ge zu bestehen. Die eng- Regierung habe den Zusammentritt der Konserenz in Lon- . nur vorgeschlagen, weil sie glaubte, daß dadurch Rußland in i'«hung zur Friedenskonferenz gebracht würde und der Weg für � Verständigung zwischen Rußland und der übrigen Welt ge- werde. Was die englische Regierung wünsche, sei, daß die 'Handlungen unverzüglich geführt würden, daß -«renze zwischen Rußland und Polen soweit wie 8lich mit den Wünschen der in Betracht kommenden Bovölke- übereinstimme und daß ein dauernder Friede zwi- u Polen und seinem östlichen Nachbar hergestellt der die Einstellung der Feindseligkeiten und die Nicht- �sschung beider Teile in die Angelegenheiten des Nachbars iflen würde. Um den Standpunkt der Angelegenheit endgültig 'ilircn, seidiepolnischeRegierungvondenAlliier- °« f g e s o rv e r t worden, sofort Waffen st ill st and s- � Friedensverhandlungen herbeizuführen. h,°üten die Sowjetheere indessen trotz des Ersuchens der polni- i- Regierung um einen Wasfenstillstand ihr Vorrücken fort- ihv'0 ,niiBtcn englische Regierung und die Alliierten not- I, �flerweise annehmen, daß die Sowjetregierung den Krieg das polnische Volk wolle und würden Polen Beistand Unterstützung leisten. Außerdem müsse die englische Re- �"g erklären, daß die Verhandlungen über die Wiederauf- 1)81 Handelsbeziehungen zwischen Rußland l-J'dem britischen Reiche zweckmäßigerweise nicht fort- ..l'm werden könnten, wenn Sowjetrußland in Polen eindringe. J habe deshalb an Kamenew und Krasssn telegraphiert, sie a.v ihtc Abreise aus Reval verschieben, bis der Waffenstill- j.. abgeschlossen sei. Antwortnote Curzons an fNchitfcherin unterstreicht den �kennbaren Erfolg, den die Sowjetregierung durch ihre .�Ung in der Friedensfrage jetzt erzielt hat. England jJ, angefchts der ablehnenden Antwort Moskaus und der .aercn Erfolge der Roten Armeen seinen Vorschlag als »Mittler zwischen Rußland und Polen aufzutreten zurück billigt die direkten Verhandlungen, die nun zwischen �letrußland und Polen eingeleitet werden sollen. Aller- ij? sucht sich die englische Regierung auch bei diesem diplo- d./>schen Rückzug die Einwirkungsmöglichkeiten auf die Ge- w'iUng des Friedens zu sichern. Was in der Rote über die ttlMchc der in betracht kommenden Bevölkerung gesagt ist, offene Türen ein, denn die Sowietregierung stets in ihren Kundgebungen das Selbstbestimm- Anrecht der Völker anerkannt. Merkwürdig jedoch v/8t der Schluß der englischen Antwortnote an, der »a seinen Drohungen einen Druck auf die Sowjetregierung Äuüben sucht, unverzüglich die Waffenstillstands- kT Friedensverhandlungen mit Polen zu beginnen. An- Mnend ist die englische Regierung von der Angst beherrscht. Isn die.Roten Armeen Polen überrennen könnten, wenn es d V gelingt, sie durch den Abschluß eines schleunigen Waffen- "Handes zum Stehen zu bringen. Gegen den Neutralitätsbruch! Berlin, 26. Juli. T. V. keilt mit: Die Neichsgewerkschaft deutscher Eisenbahn- kJ""6* und-anwärter, die Gewcrkchaft deutcher Eisenbahner ... der Allgemeine Eisenbahner-Verband richten folgenden Aus- y. au alle deutschen Eisenbahnbeamtcn und-arbeiter: kie �-regi-rung hat die Neutralität der Republik Deutschland m � Kampfe zwischen Sowjet-Rußland und Polen erklärt. Diese 'js'alitätssrklärung legt Deutschland u. a. die Pflicht auf, zu .'hindern, daß militärijme Transporte für die eine oder andere �„�'kgführenden Parteien durch Deutschland geleitet werden. -Mi? jn Hinsicht irgendwelcher Druck auf die deutsche Re- 5(!'Unfl ausgeübt werden, so erklären die Eroßorganisationen der Richen Eisenbahnbeamten und-arbeiter. daß sie unter keinen �ständen eine Verletzung der Neutralitätspflichten zulasien und allen gewerkschastlichen Mitteln derartige Transporte ver- ih-ern werden. Jede dahingehende Aufforderung ist vom Ei�n- Unpersonal zurückzuweisen. Jede Hilfeleistung ist Verrat am �'land. Der angehalteue„Poloma-Zug" Jk T. 55. teilt mit: Amtliche Nachrichten bestätigen, daß ein sl�nscheinlich mit Kriegsmaterial nach Polen be- i�nuer Zug aus Koblenz kommend in Marburg ange- halten worden ist. Es handelt sich offenbar umlernen söge- Unten Bolonia-�ua" d b um einen der ISo Zuge. d,e au? �»Nd des deutjch-polnt'jchcn Wirlschastsabkommens vom 22. Ok- g und Frieden tober 1010 zumteil mit militärischen Gütern, zumteil mit Eutern für die Zivilbevölkerung durch Deutschland durchgeführt werden. Die Eisenbahn-Tirekilonen haben bereits vor dem Vor- lall tclcgraphische Anweisungen erhalten derartige Züge Nicht mehr anzunehmen: doch scheint dieser Zug beim Eimressen dieser Sluweisung dercitz auf deutschem Gebiet gewestn zu sein. Weitere Weisungen werden ergehen, wenn nähere amt- liche Fcstnelluiigcn Uder den Inhalt des Zuges und den Bor all vorliegen. Franzosische Transporte nach Polen? Aus dem besetzten Gebiet wird berichtet: Die Franzosen bereiten seit etwa 10 Tagen eine Expedition durch Deutschland zur Unter st ügung Polens vor und haben für die Be- förderuna zunächst folenden Ausweg gesunden: Die Transporte werden angeblich für die Ablösung der in Oberschlesien stehenden Trupnen auf den Marsck, geseht. Um auch der eiargen Trupp- die wirklichen Ziele zu verschleiern, werden die„Ersaßtrupoen" vers icdenen Formationen entnommen. Bor allem wird Ar- t i l l e r i e und Munition geschickt. Ein Transport von 21 Waggons, der als 3 a n i t ä t s z n g Sczetchnet wurde, ist bereits abgegangen. Die Waggons enthalten in Wirklichkeit jedoch M u- nition und Maschinengewehre. Ein'weiter Trans- port von 18 Waggons geht in den nächsten 13 Stunden ab. Die Bc-»' � m«"•-n best hcn aus Unierofsizicren. Dies soll jedoch er st der Anfang sein. Man soll die Entjendung weiterer Transporte im Auge haben und Frankreich soll beabsichtigen, auf diplomaisichcin Wege vorzug-hen, wenn es die politische Lage er- fordere. De» polnische Heeresbericht Warschau, 21. Juli. Am 20. Juli ging der Feind im Abschnitt E.odno— Mostn zum allgemeinen Angriff über, gleichzeitig drängte das Kavallerie- korps, das den Riemen südlich von Eradno überschritten hatte, ge- waltsam nach Norden vor. um unseren linken Flügel abzuschneiden. Nach Kamvf wurde die N'emen-Linie durch unsere Divisionen auf- gegeben. tSrgenwäriig wird aus der Linie Soly— Lunna— Wolpa gekämpft. Auf dem linken Flügel kämpft unsere Kavallerie und Infanterie mit der feindlichen Kavallerie in der Gegend von RowhDwor. Westlich von Mosiy liegt die litauische weiße russische Division, die den Feind nicht auf das südliche Ufer d-s Njemen gelangen läßt, und wehrt alle seine Angriffe ab. Der Feind griff am Oginsk-Kanal wiederholt Telechanu an, wurde aber blutig ab- gewiesen. Bei Rzetschwca s?) wurde in mehrstündigen Kämpfen das 516. und 521. Sowjet Znsanterie-Rcgiment geschlagen. Es wurden 8 Maschinengewehre erbeutet und Gefangene gemacht. Der Feind zieht sich hinter den Styr zurück und hat hier 4 Geschütze im Fluß versenkt. Der Vormasch der roten Armee TU. Kowno. 26. Juli. Nach dem russischen Frontbcricht wurden die in der Nähe von Erodno liegenden Städte Orany. Meretj, Martsinc- z a-n t c z, Bubitjy und Rabund von den roten Truppen be- setzt. Jn Wilna wurden 15 000 Gefangene gemacht. Die Stadt Lida ist gleichfalls von den Russen besetzt worden. Von der Süd- westfront wird berichtet, daß die roten Truppen im Begriffe sind, den Stvr zu überschreiten. Eine große Anzahl von Stellungen wurde südlich der Eisenbahnlinie genommen. Nachdem der ruf- fische Teil des Distriktes E u ß j a t i n vom Feinde gesäubert wurde, geht man jetzt daran, daß gleich« in österreichischen Gebieten zu tun. Die Ausnahme der russischen Frievensbereitschaft TU. Paris, 26. Juli. Die Annahme des polnischen WafsrnstlllstiMdsangeboies durch die Sowjetregierung wird von der Press« mit Zufriedenheit auf» genommen. Der„Matin" bezeichnet diesen Schritt als eine poliii- sche Klugheit und zugleich als Erleichterung für die Entente. Das ..Echo de Paris" befürchtet, daß sich Marschall Pilsudski unter den Schutz Moskau stellen werde. Die russische Friedensbereitschaft verhindert nicht die Gefahr für die Selbständigkeit Polens und für die Revanche, auf die die Deutschen an der Weichsel warten. Ungarns Angebot abgewiesen T. U. Kopenhagen. 26. Juli. Jn einer Note an die Alliierten stellte Ungarn der Entente sein Heer zur Unterstützung Polens gegen den bolschewistischen Vor- marsch zur Verfügung. Man hat dieses Angebot jedoch bermts abgelehnt, da man glaubt, daß Ungarn hierdurch nur eine Reoi- sion des Friedensvertrages erhofft. Auch will man die Bildung eines starken ungarischen Heeres nstA begünstigen. Churchill zum Rücktritt bereit H. R. L o« d o n«, 26. Juli. Jn Beantwortung elner Entschließung bezüglich des Verhaltens Churchill in der russischen Frag«, die vom Obersten Rat angenommen wucrde, erklärte Churchill, wenn die Arbeiter» parte! ihm im Unterhaus ein Mißtrauensvotum aus- stellen wolle, werde rr den Herrschasten sein Amt gern zur Ver- sungung pellen. Die Reaktion in Polen Ein bekannter polnischer Arbeiterführer schreibt uns: Die polnische revolutionäre Ardeiterbewegung ist jetzt nahezu vernichtet. Allein in Warschau sind über 1000 Mitglieder der Kommunistischen Arbeiterpartei unter nichtigsten Vorwänden in- haftiert worden. Schon der Besitz eines Mitgliedsbuches der Kommunistischen Arbeiterpartei genügt, um dem Besitzer eine Anklage wegen Teilnahme an revolutionären Bestrebungen zuzuziehen. Es sind Leute verhaftet worden, die tatsächlich niemals irgendwie führend in der Arbeiterbewegung hervorgetreten sind, die keinerlei Funktionärposten bekleiden und die all-in wegen ihrer Zugehörig- keit zur Kommunistischen Zlrbeiterpartei zuzweibisachtJah- ren Zuchthaus verurteilt worden sind. Die Verurteilungen erfolgen auf Eriknd des alten russischen Strafgesetzbuches unter Anwendung derselben Paragraphen, die es in Hinsicht auf die russische revolutionäre Bewegung in aller Welt so berüchtigt ge- macht haben. Allein in Tvarschau sind in den letzten Monaten nicht weniger als 20 Prozesse wegen Zugehörigkeit zur Kommunistischen Arbeiterpartei geführt worden. Die Zustände in den Gefängnissen sind entsetzlich. Die Wände triefen von Nässe. Heizung ist selbst an den kältesten Tagen unbekannt. Die Kost besteht aus einer Suppe einmal täglich und einem halben Pfund scheußlichen Brotes pro Tag. Während die Gefängnisse im Innern des Landes im allgemeinen den Zivtlbehörden unterstellt sind, bildet eine Ausnahme der 10. Pavillon der Warschauer Zitadelle, der schon aus der Zarenzeit sich trauriger Berühmtheit erfreute. Dieser Pavillon untersteht einer militärischen Einrichtung, der sogenannten Politischen Defen- sive. die als eine militärische Ochrana(Spitzelorganisation) die Erhaltung des„guten Geistes" in der Armee zu überwachen hat. Diese Politische Defensive bildet stch ganz allmählich zu einer Ein» richtung wie die der Horthy-Maffia aus. Ihr Vorgehen ist rein willkürlich. Schwere Mißhandlungen der von ihr Per- jolgten schoß bei der Verhaftung sind an der Tagesordnung. Di« Gefängnisse an der Front oder unmittelbar hinter der Front, t,. gleichfalls ihrem Regime unterstellt sind, sind wahre Höllen für alle Verhafteten geworden. Ilm Aussagen von politischen Gefangenen zu erpressen, werden sie in der schamlosesten Weise mißhandelr. Nut ein Beispiel: Der Eefängniskommandant Krassutzki in Minsk er» preßte Aussagen von Gefangenen dadurch, daß er sie bis zu drei Tagen mit dem Gesicht an die Wand stellen und bei der geringsten V-w-gnng auf die brutalste Art schlagen ließ. Die Zustände sind so toll, dag die Zivtlbehörden und der Generalstabschef Pilsudski wiederholt dagegen Stellung genommen haben, ohne freilich irgend etwas ausrichten zu können. Seit Beginn der polnischen Offensive haben sich die Verhältnisse immer mehr zugrspitzt. Die Verhaftungen nehmen gewaltig zu. So sind z. B. jetzt die Funktionäre auch der polnischen Ee- wcrkschaften fast restlos von der Politischen Defensive inhaf- tiert. Nach Beginn des polnischen Rückzuges ist den politischen Gefangenen wiederholt von der Gendarmerie oer Politischen Defen- sive erklärt worden, daß sie alle kalt gemacht würden, wenn die Russen weiter vordri.ig-n sollten. Die Gefahr einer Bartholo. mäusnacht für die verhasieten Arbeiter und ihre Führer ist so nahe gerückt, daß selbst die polnische Presse schon mehr oder wem- gcr verschleiert daraus aufmerksam macht, so z. V. die Zeitung „Czas" und andere. Wiederholt ist es vorgekommen, daß, wie Warschauer Zeitungen bcricksten. fanatisiener nationalistischer Mob versuchte, auf der Straße verhaftete revolutionäre Arbeitet ihren Transportsllhrern zu entreißen und sie durch Aufhängen an Straßenlaternen zu lynchen. Die Gefahr einer Ungarisie» rung Polens rückt mit jedem boljchewsstischen Siege näher. Insbesondere scheint sich die Frciwilligcnarmee, die der erzreak- tionäre General Kaller, der bekanntlich von Pilsudski eben wegen seiner rückschrittlichen Anschauungen kaltgestellt worden war, jetzt organisiert, zu einem Instrument konterrevolutionärer Betätigung gegen das revolutionäre polnische Proletariat zu entwickeln. Di- Arbeiterschaft selbst hat gar keinen Anteil an ihr. vielmehr rekrutiert sie sich hauptsächlicki aus den Kreisen der nationalistischen Studentenschaft— ganze Hochschulen, so die in Posen, Warschau und Lemberg, sind geschlossen worden— au» den Kreisen der bürgerlichen Intelligenz, der Beamtenschaft und ins« besondere der Organisation S. S. S., der„Gesellschaft zur Selbst- hilf« der Gesellschaft". Diese Organisation entspricht etwa der deutschen Technischen Nothilfe und hat als letzte„Tat" den großen Streik der Warschauer Kommunalarbeiter niedergerungen. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß die Stimmung einer Armee, die sich so zusammensetzt, wie die Kallers, ausge- sprachen konterrevolutionär und arbeiterfeindlich ist. Ihr Zweck ist denn auch hauptsächlich der, im Innern Polens die Ruhe und Ordnung gegen die Bevölkerung zu wahren, die etwa gegen die Kriegspolitik der polnischen Nationaldcmo!rate?l und Nationalsozialisten vom Schlage Daszynslis rebellieren wollte. Das wird ganz unverhllllt auch in der Presse ausgesprochen. Insbesondere die narionaldemokratische Presse macht keinen Hehl daraus, daß die Freiwilligenarmee als Hauptaufgabe sich der Bekämpfung des inneren Feindes sich zu widmen habe. Bei der systematischen Hetze, die gegen die polnischen Revolutionäre inszeniert worden ist, ist es nicht weiter ver- wunderlich, wenn die Wut der enttäuschten polnischen Rationa- listen sich gegen die politischen Inhaftierten wenden wird. Weoee die polnische Regierung, noch die Politische Defensive werden imstande sein, ein Massakre zu verhindern, fjjr das sie selbst die Stimmung entfacht haben. (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit") Wien, 26. Juli. Warschauer Arbeitcrblätter melden von unerhörten Verfolgun- gen der organisierten jüdischen Arbeiterschaft. Führende Genossen und fast asto Ratmänner der zionistijch-sozialistischen Organisation „Poale Zion".und des jüdischen Arbeitcrbundes wyrden in allen Städten oerhastet, teils schwer mißhandelt und an Ketten ge- schmiedet. Die meisten Arbeiterinstitutionen, sogar die Kinder- Heime, Ardeiterküchen, Schulen, alle gewerkschaftlichen und poli- tischen Vereine und Lokale sind geschlossen. Zahlreiche Genossen wurden nach Posen geschleppt und dort interniert. In der Ar- beiterküche des„Poale Zion" wurden an einem Zlbend alle Anwesenden, etwa zweihundert Genossen, verhastet und tcilweije nach dem berüchtigten 10. Pavillon abgeführt. __ 1 Demonstration gegen den Nechtsmord (Eigene Draht Meldung der„Freiheit".) E ff e n. 26. Juli. In Esse» fand am Sonntag eine riesige Demonstration des Essener Proletariats gegen die unerhörten Urteile statt, die die Kriegsgerichte und ordentliche« Errichte gegen die Arbeiter gefällt haben und n«ch fällen, die sich an der Abwehr des Kapp-Putjches beteiligt hatten. Zahlreiche Redner gci elten das Verhalten der Regierung, die ihr Wort gebrochen hat und die Arbeiter zum Dank für die Trene in die Zuchthäuser und Ee- sängnissr werfen läßt. Es wnrde stürmisch dl« Amnestie ge- fordert. Cia endloser Demonstrationszug bewegt« sich nach Schluß der Kundgebung durch die Stadt. Die Genfer Konferenz erst im Septemoer? H. R. Pari», 26. Juli. Di« Konferenz in Kenl.i die am 16. Sluguft zusammentreten sollte. wird wahrscheinlich er st in den erstev Tagen des Sep» tembers stattsinden. da Millerand am 15. August seine Reise durch das verwüstete Gebiet unternehmen will. Diese Reist steht vermutlich im Znsammenhang mit der Neugestaltung der Finanz« Pläne, die von England und Frankreich in Vonlogne g«, neinschaft» lkch aufgestellt wurden und nach den Beschlüsse» der Konserenz von Epa« abgeändert werden müssen. Der Kampf um Veking London, 26. Juli. Die„Times" meldet aus Peking: Die Stadt Peking befindet sich wieder in großer Aufregung. Die Tore der Stadt sind geschlossen und mit starken Waffen besetzt. Diu Gruppen von Tschang-tso-lin und Wupei-su schließen die Stadt ein und um- ziugcln ihre letzten Widersacher. Bis jetzt haoen noch keine Ver- Handlungen stattgefunden, doch verlautet, daß die Angreifer die Ctaot nicht betreten werden. Die Griechen in Adrianopel London, 26. Juli. ..Times" meldet, daß die griechischen Truppen am 25. Juli in Adrianopel eingerückt sind. Die Stadt hat nicht gelitten. Richtigstellung. Die Notiz über Vela Khon in der gestrigen Abendausgabe enthielt einen sinnstörenben Druckfehler. Der letzt« Satz muß lauten:„Aus sie(die Negierung) wird die Verant» wortung zurückfallen, wenn an Bela Khun das von der„Post" gewünschte Verbrechen verübt wird." e gy leManary-Zigarett Sur Der gute Ruf der Hassary-Zigaretten ist der schlagendste Beweis für die hervor» ragende Güte dieser Zigaretten. Wer sie einmal geraucht hat, wird zum überzeugten Anhänger unserer Fabrikate Urteilen Sie selbst!< Cl Theater und 1 Vergnügungen j Volksbühne 7>/l Uhr: Bnider Martin Großes WiiWlhalls Karlstrahe T'/, Uhr: Lnsistrata. (4:. Abteilung. IV. Abend) Direktion: Max Neinhardt Ve«tsches Theater »Uhr: TV cid«.d Hampel«.»» «uh-- M Mtörillle. Kleims vHlMipieiljaus 7>/,Uhr: Bllchse»er P-ndo»-» Theater des Westeas Der ']£ Uhr: ' Äabonvater Direktion Carl Meinhard- Aud. Bernauer Theater i. d. Kömggräher Straße 'it Geständnis KWjidlenws S Uhr: Petz-Kainer BaNett Berlttler Theater >/�UH?: Der tttfte aDnlscr. TmM-TWer (Bahnhof Friedrichstraße) Tätlich 8 Uhr: Sl-s höhere Men Sonn~| i nachm Störenfried Wm- Theater (Stadtbahn Ianno witzV»ücke) Täglich s Uhr: Mi AMffs Irr bk Sni nachm. 4 U> EliemKlige» Voigt- Theater �Sadsiralic SS. S a:nm kibühna: Täglich nachm.>l£ Uhr: Bunter Teil gjg vaiii RircDS Kammer-Tan, spiele J)i;lon>|tr. 6, am 9?oUfnborfpla| Telcsan: Liitlow 2305. Tägl. 7>«Uhn Sri-Nt. Ballrtt und Schvnheits-T!i»j« Tha.trr am Kvitbusrr Tor . KNtE.ZSNFSr A Täglich 7'/, Uhr JJ CBoftfpitl»tt Oiigioal Qj/v Leipziger IT vi# Fritz-Weöer- " Sänger. Oorrtrlimif 11— l'/, u. 4—6 Uhr (SfXicmo) Hasenheide IS Täglich 8 Uhr: Das Schwesterstück von Krone und Fessel Prinz und Bettlerin Srasotio»,> Drama Ab 5'/, apntit:, Spezialitäten jNeue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108— 114 Taglich Konzert und Borstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags u. Sonntags --»»M(Srotzer Ball, mmmm Die Kaffceküche ist tägl. geöffn. Anfang wochentags 3 Uhr, Sonntags 4 Uhr. MWt «oUItiick« TSeiicb Tl, Uhr: Qr. 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Juli 1530 starb nach längerem�' unsere liebe Mutter Henriette MaleP geb. 11 w i tz im 76. Lebensjahre. � Die Tinäsch-rnag am 29. Juli, nachm. � im Krematorium � schulcnweg, ÄlwT 1'"umfligt,«cilei»� I SiZ inmin 1»« Rranafptndcn o«»c,_ »s erilM lM min«i i.J. LÜ Am 25. d Mt». unser Kollege u»° standomitglied.. Wert öslM Die Beerdigung � x. ! am Mittwoch, den | Mts.. nachm. 5 Udr. , der Halle des Friedhofs, statt. iti' Ehre seinem An&eMJi Um rege Beteilig ersucht Der Boest»� omp illei �ke g U-g «rxis, « l de atio f>dz, t * allst »Ulgc, » KS l<08en «urge, ien ju »tten i ftsoi ich« i ist s > ■otn. eria Ein m- »r.l x p* r« diel iflCi iotia Bch i S-n d st die UBun< teefi, d "'«der JUl :tt x i»? Wll i d< std :oleio BERLOWITZ Münzstr. 24 Erste Etage Herrenstiefel Damenstiefel Münzstr. 24 Erste Etage c Goodyearwelt 148. fttr Spezial-Arzt Haut- und alle Geschlechtslciden, Maro, und Blutuntersuchungen Dr. med. Karl Reinhardt Potsdamer Str. 117 —— Tpe-chftunden:>/.l2— 2, l/,S— 10 abend». Sonntag>.'�1—1 Übe Aufklärcnbe Broschüre mit Beschreibung fämtl. Hnioeisahren im oerschiossenen Huaert geg. Ctnfewbnng non 31t. 2.— ponofeei. Keine Wanze mehr Kammerjlger Berg'» Kedikalmllld „Nieodaal"— Ertolg verbmllend— Restlose Vertlljunr. •• Slcote Ki-It aar ütrutvornlclitnns»• Kinderleicht anzuwenden, allbewJhrl. In Dappelpackun{ea Verltoul: Sämtliche WarentiWaer A. WerlKcim Bitte ausdrücklich nur Nicodnal zu.erlangen,_ BrieMen, Münzen kauft Grossmann, Johannisstr. Kordon 10621« TeWserMiem�� üet MtlsolMi iii Gemeinverständlich? Darstellung und Erläuterung aller den. Obmann betreffenden Bestimmungen des Betriebs- :: rätcgefetzcs und der Wahlordnung.!- Bon Rudolf Weik, Arbeiteriekrctär i. Königsberg Pr.— Preis etwa 2,50 SR. Für Kleinbetriebe mit weniger als zwanzig Beschäsiigien if- kt m■-' MW kein Deiriebsrat, säubern ein Obmann»II wählen, sne welchen besondere Bestimmungen gelten. Diese. Sonder- besiimmungen sind in dieser Schrift znsamnt'ngezogen worben. Do, Büchlein ist daher ein nnenlb-hrlichee Bat. geber für die in«lelnbelrieben Beschästiglen. int-br. sondere für Obleute, tz:. ist ferner onfcctDtbentlich nc, eignet, die gewerkschaftliche Bewegung im Äleinbetrieb zu fbibem und die' dort beschäftigte Arbeiterschaft«N ihrrm Beftteben nach Anerkennung Ihrer Korberungen und Anwendung de, Jetriebseätegesetze, zu unteistüsten. 3u beziehen durch jede Buchhandluno sowie direkt vom Be lag oder VA5 QOI.DCNE VLIESS S" Aeitgeoräbe Bilder ous den Sinrnuagrn der Gegenwart Ist �EKKUkEILU Ä DeMtt MetMarbeiler-PerbM. Devtschtt Marbeiler-PttbMd. Perband der Maler M Lauerer md Berbavd der Sattler. Mittwoch, den 28. Juli 1020. abends 7 Ahr Vollversammlung ???.? � Wagen- und Karosseriefabriken Be- schafttgten, in Boecktr's Festsaleu. W.berfir. 17. Tagesordnung: 1. Bortrag des Aenossen Prager über Valuta und Sozial: fierung. 2. Bericht der Verhaudlungskommission mit den Arbeitaebern. » Diskussion. Es ist Pflicht eine? jeden 0olle>i«n zu orsckeiuen. __ Die Ortsverwaltnnge». Berbaad d. Maler, Lackierer. AiittrMer»tiv. »LiUwoch, den 2S. J»li 1020, odend, o»hr Mitgliederversammlung tu der Viehhof'»«Uese,«Uenaerftr. Tage, Ordnung: I. Betidstetflattung über unsere Lohnbeioegnna 2. Derschiedene, Milgllededuch legitimiert ___' Die Ortoserwottuns. Mslher MleidMgbarhelier-BerhAtd �Iilmle Berlin. Sebaiiiankr. 37 38 amDonnerstag. 6.29. Juli 1920, abendsSUHr, pnöct m den u UntUnl) allen", Kommandantenslr. Nr. 57; 58 eine Versammlung der Betriebsräte der Herrenmatzbranche statt Tagesordnung: 1. Die Nachteile des Bttri-bsrätegesetze» für Kleinbetriebe. Referent Kollege E d e r. 2. Berichterstattung von den zentralen Der- Handlungen in Frankfurt a. M. 8. Verschiedenes. Bestimmtes und pünktliches Erscheinen jedes Einzelnen erwartet Mit Kolleg. Gruß Die Branchenkoinmission. DMk WMlikl>M-BM> BmvaltUWslelle WM 91 51 Limevstr- HtschäsKze« ro» von». S Zlist di?»aii!> l Icf pjsu vu» M �i°f Ä S fammenbnlch und die nächsten Aufgaben der l?rga� Arbeiterschaft. Referent: Genosse Fritz HecKert. 2. V» angrlegenheiten. 3. Verschiedenes. o ft In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist ein Kollege verpflichtet, xu erscheinen. Mittwoch, den 28. Im» 1020, abend»? W** Versammlung aller in Eisen- und Metallgiestcreien bcs<9 tigte» Former und Berufsgenossc-, im Englischen«arte», Alezandersn. 27 b, Weiher d« � Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Formerfondb. sjlrn fiA i>}# Äorimrtt«nr Trihirtn hr«; Rnnh«'? 3. Diu» w, M vun' UN "ttei 'iste tieif stellen'fich die Kollegen zur Tciwng'des Fonds? 3. Erscheinen aller Kollegen unbedingt notwendig. u»« Mittwoch, de» 38. Jeeli 1920, nachmittag» 5 Versammlung« aller in der SchreibmaschineasIndustrie verband Büromafchinenfadrikatio») beiiU ttgten Kollegen und Kolleginnen im 1. älcgnft ab beträgt her Slunbeiilohn 5, CO W. und bie runcezalage 20«v■ j« Aichtbrzahlung obiger Sähe bitten wir UN, umort01' melden. *le Crtsoerwal»"� �AmHfef SSM-!!lli> JeilnrWel mi: Papiermühen. iStoch» (atrruen, tnabauartfhcl liefet; b i II i g ü nur engtoo «nlB(trln, llleue Ftledrichstr. Ob I UeberbicU sed. Annonce« fit Altmetalle �inn, Quecksilber. Iahngebisse, Platin, Gold- und Silberbruch kaust Feunstroft? nur jed.AM'.on'-' Altmetave Qnechfilber U. Schönhauser Alle�l�. Altmetalle i tiiif .z feit 5 H 5s< Viii I: , i' >hi h te la Ouechfitber, 3tthn9*�*# kauft zu Schmelz prt>>�� Weidenweg h 2S8 Beilage zur„Freiheit" Dienstag, 27, Int! 1S20 altunt' 19» � «tin mW k m»•f g-fliiW w» tfftliö«1 verbcteU' few» (Jit ng Yen 23'- nd-«� acitt«? -rP-�, °tr. UÜl. lt. lUr Charakteristik des Krieges mit Polen Von Karl R a d e k Uir cninc&men bn neuesten Stammet der.?iul fischen ftatttben' Jtllä" ftlgtMcn beachlcnl wetten Artikel! C�ata,tet des Krieges, den das weiß-gardistische ii-i b ��i�trußland ausgezwungen hat, wird unter den Genossen �Debattiert. Viele Genossen furchten die Folgen dieses Krieges L ClT}e6„nationalen" Krieges. Da dieser Einwand ititpr s�'drung nicht nur im Mangel an Verständnis dieses oder „®enofI«n für diese Frage hat, sondern auch in der i �piiziertheit des Krieges gegen Polen als ß 51 historischen Erscheinung liegen, so must diese ii südlich behandelt werden. Wasi st einnationaler ».'8- Als historisch nationale Kriege wurden von den t'lien Kriege bezeichnet, die die Bourgeoisie führte, untcrihrerLeitungalleEebietezuvereinen, denen die Bevölkerung ein und derselben l>w>.° n wohnt e. Solche Kriege waren die Kriege Deutsch- 3. die in der Epoche der napolconischrn Kriege begonnen hatten . �"i Jahre 1871. Einen solchen Krieg führte die italienische kgeuisie zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor der Entstehung ,"onigsreichs Italien. Im Gegensatz zu diesen nationalen 8�" stehen die imperialistischen Kriege, die die , rgeojst« führt, um fremde Länder, frenide Märkte und Kalo- k iu erobern. Die nationalen Kriege der jungen Bourgeoisie n das Ziel, die von der gleichen Nation bevölkerten Länder ,> nimenzuhalten, um in ihnen an Stelle der feudalen Gesell- ?°"sordnung die höhere kapitalistische einzuführen: imperial!- M Kriege müssen dem Kapitalismus derjenigen Länder, in 'l:n« sich bereits überlebt hat. neue Kräfte für den Kampf 8 1 di« entstehende höhere kommunistische Gesellschaftsordnung h n-. Nationale Kriege waren ein Element des Fortschrittes, �islistische Kriege dienen der Reaktion. *' n d denn in der Epoche des Imperialismus i'Diole Kriege unmöglich?— Absolut nicht! � ganzen Orient, in der Türkei, in Ehina und Indien sind �iege nicht nur möglich, sondern Höchst wahrscheinlich wer- ue die Folge des geschwächten europäischen Kapitalismus sein, . diese Lander ausbeutet. Aber ist ein nationaler Krieg der uchevtfie in Europa selbst möglich? Ist augenblicklich ein wnaler Krieg in Deutschland oder Ungarn denkbar?— Wenn »ch um einen Krieg der Bourgeoisie Deutschlands oder Ungarns das Ententekapital handelt, das durch den Versailler Frie- '"isse Länder zertreten, das ihnen ein wirtschaftliches Joch auf- �"gen hat. so unterliegt es keinem Zweifel, dag. obgleich das t-reben. einen solchen Krieg zu führen, vorhanden ist. dieser -"8 doch nicht geführt werden kann, denn die Kapitalisten dieser f5« befinden sich gleichzeitig im Gegensatz zur Arbeiterklasse Zur Entente. Da die Arbeiterklasse sie mit der Vernichtung 5r Loge als herrschende Klasse bedroht, die Entente dagegen Zu Mittelpcrsonen ihrer Ausbeutung der Volksmaffen Deutsch- und Ungarns macht, so wird di« nationale Feindschaft gegen- der Entente übertroffen durch die Feindschaft des Kapitals da» revolutionäre Proletariat. Aber bedeutet dies, dag das .�itariat, das diese Bourgeoisie besiegt hat, das Joch des frem- Kapj�ls ruhig ertragen wird? das; es— in zersplittertem j!». und unter dem Joch des Ententekapitalismus— imstande L' U>ird, die Diktatur zu errichten und an diesen sozialen Auf- izU heranzugehen? Wenn in Deutschland und in den Donau- die Revolution eher siegt, als in Frankreich, England und sj ct'to, so wird das Proletariat dieser Länder von der Frage �.�rieges gegen die Entente stehen— eines Krieges, der zeit- 3° aus tottischen Gründen mit diplomatischem Lavieren zu am- sein wird, der aber eine historische Notwendigkeit werden u � Dieser Krieg wird die Befreiung des Gebietes, auf dem das Kr'J* und ungarische Proletariat, das durch den Lauf der Er- Msse jjjj hex Proletariats bereits reif geworden 8»-, Zum Ziel haben. Es wird der Krieg sein um die Ver- jUSiflg des ganzen Gebiets der deutschen oder ungarischen Nation f, öänden des deutschen oder ungarischen Proletarials. Die die den Krieg führen, sind andere geworden, aber das Zonale Ziel ist gleich geblieben— die Einigung des ganzen, von u � und derselben Nation bevölkerten Gebietes in Händen der Klasse: in der kapitalistischen Epoche war es die zz..Dcoisie, die zur Einführung des Kapitalismus das Gebiet der I0't zu einigen bestrebt war, in der Epoche der Arbeitcrrevo- K iti»' tlfl j lution tut dasselbe das Proletariat zur Einführung des Kommunismus. Wer leugnet, daß in diesen Kriegen national- und soziale Ziele vereinigt sind, der leugnet Tatsachen. Wer sagt. datz die Zusammenfassung des nationalen Gebiets nur ein Mittel zu einem höheren Zweck ist. zur Diktatur des Proletariat und zur Einführung des Kommunismus, der vergisit, daß auch für die Bourgeoisie das nationale Territorium kein Selbstzweck war: das Ziel, dem die Zusammenfassung der nationalen Gebiete diente. war die Errichtung der Herrschaft der Bourgeoisie zur Organisation der kapitalistischen Produktion. Darum verzichtete die Bourgeoisie, wenn es notwendig war, auf einen Teil des nationalen Gebietes. Der Verzicht des Proletariats— aus taktischen Erwägungen auf einen Teil seines nationalen Territoriums oder das Ucberfchreiten feiner Grenzen bietet in dieser Beziehung nichts neues. Der soziale Krieg des Proletariats, das von fremdländischem Kapital bedroht ist, ist ein ebenso nationaler Krieg, wie der Kampf der Bourgeoisie gegen fremde Unterjochung ein nationaler Krieg war. Diesem Grundsatz widerspricht nicht die Tatsache, daß das Prole- tariat sein nationales Ziel nicht nur durch den Krieg gegen den äußeren Feind, stmdetn auch im Bürgerkrieg gegen die eigenen Grundbesitzer und Kapitalisten erreicht. Die Epoche der bürgcr- listen Nationalkriege war gleichzeitig die Epoche des Bürger- krieges der jungen Bourgeoisie gegen die eigenen Grundbesitzer, die oft Hand in Hand mit dem fremdländischen Ausbeuter und Unterdrücker marschierten. II. Wie steht es nur in Rußland? Verschiedene Genossen weisen darauf hin, daß der polnische Krieg im Vergleich zu den Kriegen, die Sowjetrußland bisher zu führen gezwungen war. etwas neues darstellt. Auch in den Kämpfen gegen Denikin und Koltschak kämpften wir gegen Bajonette englischer, französischer und japanischer Truppen, denn das auswärtige Kapital unterstützte Denikin und Koltschak. Der Unterschied besteht nur darin, daß wir es jetzt vor allen, mit einer fremdländischen Armee zu tun haben werden, obgleich die Mög- lichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß sie von russischen Weißgardisten gestützt sein wird, daß. wenn es z. B. der freiwilligen Armee der Krim gelingen sollte, sich aus der Krim herauszuschlagen, sie eine Einigung mit der polnischen Armee anstreben kann. Diese Argu- mente müßten die Genossen, die sie ausstellen, vor die Frage stellen: Trug unser Bürgerkrieg gegen Koltschak, Denikin und Iudenitsch nicht auch den Charakter eines nationalen Kampfes gegen fremdländischen Ueberfall? Die ganze kapitalistische Presse Englands und Frankreichs hat begriffen, daß unser Bürgerkrieg gleichzeitil ein Krieg um die Unabhängigkeit Rußlands fei, die Einigung gegen die Versuch« des französischen, englischen und amerikani- schen Kapitals aus Rußland eine Kolonie zu machen. Rußland ist aus dem imperialistischen Krieg als ein besiegtes Land hervor- gegangen: es ist von deutschen Imperialisten besiegt worden. Als aber der englisch-amerikanisch-franzvsische Imperialismus den deutschen Imperialismus besiegt hatte, da begann er, auch Rußland als seine Beute zu betrachten. Die Schicksalsleiter der Menschheit in Versailles verteilten Gebiete, di« zum früheren russischen Reich gehörten, wie es ihnen gerade paßte, ohne die Bevölkerung dieser Gebiete zu fragen, ob sie von Rußland losgerissen fein wollen oder nicht. Sie unterstützten Denikin, Koltschak und Iudenitsch nicht nur, weil sie die Arbeiter- und Bauern-Regicrung stürzen wollten, . sondern, weil sie überzeugt waren, daß die Reaktionäre, wenn sie mit ihrer Hilfe siegten, sich in voWändiger Abhängigkeit von ihnen befinden werden. Um sie in Abhängigkeit zu halten, waren die Engländer bestrebt, die Inseln Dago und Oesel, die den finnischen Meerbusen, d. h. den Zugang zu Petrograd beherrschen, zu erobern. Die Engländer halten alle Wege zum Schwarzen Meer besetzt. Die Engländer. Amerikaner und Franzosen stellten an Denikin direkt die Forderung. Rohstoffe möglichst rasch auszuführen, usw. usw. Gerade dieses Bestreben des auswärtigen Ka- pitals, Rußland zu einer Kolonie zu machen, war der Hauptgrund für das Mißlingen des Ver- jfucheg.unsmitdenHänden.Denikins. Koltschak u n d I u d e n i t s ch z u st Ii r z e n. Die Engländer und Franzosen, die in ihrem eigenen Interesse, gegen den Willen Denikins, Rand- staalen schufen und die fortwährend Eigennutz an den Tag legten, weckten dadurch in den Reihen der Freiwilligcn-Armee Mißtrauen. Dieses Mißtrauen hinderte sie, Denikin und Koltschak so energisch zu unterstutzen, daß die Weihen die Roten besiegen konnten. An- dererseits unterliegt es keinem Zweifel, daß derjenige Teil der alten Offiziere, der in unferm Bürgerkrieg gegen Denikin und Koltschak ehrlich seine Pflicht erfüllt, dies darum tut, weil er begriffen hat. daß Sowjet-Rußland nach dem Sieg über Denikin, Koltschak und Iudenitsch alle von Russen bevölkerte Länder ver- einigen und Rußland vor dem Schicksal, die koloniale Beute der früheren Vcrbllndetei, Rußlands zu werden, bewahren wird. Der Bürgerkrieg des russischen Proletariats war ein Krieg gegen das russische Kapital und gegen den russischen Grundbesitzer um die Voraussetzung des kommunistischen Aufbaues. Die erste Voraus- setzung hierfür ist die territoriale Unabhängigkeit des russischen V o l k e v von t>cr Entente und seine mächtigen militärischen Organisationen unter der Leitung der Sowjet-Re- gierung. Was hat sich seit Beginn der polnischen Offensive geändert? Die Aenderung, die eingetreten ist, trug zunächst einen quanti- tatioen Charakter. Quantitativ haben wir es vorläufig mit einem fremdländischen Gegner zu tun, mit polnischen Truppen, die von polnischen Weißgardisten geführt werden. Die russische Konter- revolution ist so zusammengebrochen, daß sie nicht im Stande ist, in diesem Kampf eine führende Rolle zu spielen, wenn die Polen Verstärkung erhalten werden, so nur von Seiten der rumänischen finnischen und lettischen Weißgardisten. Dieser Mangel an be- deutenden russischen weißgardisti'chen Kräften an der Westfront muß de» Voltsmassen, wie auch den ehrlichen, patriotischen Ele- menten der früheren herrschenden Klasse Rußlands auffallen, und darum empfinden sie hier noch mehr als beim inneren Bürger- � krieg den Charakter dieses Krieges als eines Kampfes um die Unabhängigkeit des Landes. Die Entente deckt ihre Politik. maskiert ihre kolonialen Tendenzen durch ihr Geschrei gegen den Bolschewismus, durch die Maske des Kampfes-für die kapitalistische Gesellschaftsordnung und für die Zivilisation in Ruhland. Die polnische Regierung, die polnische Presse erklären zynisch und ofefn, daß es ihnen gleichgültig sei, wer in Rüg- land herrscht, wenn nur Rußland geschwächt wird und jeder russisch? büra-rliche Patriot begreift, daß die Polen nicht die Absicht habon, die Bolschewisten zu stürzen, daß die Bolschewisten jeden Tag von den Polen einen Frieden haben könnten, wenn ste ihnen nur ein genügend großes russisches Ec- biet abtreten und eine genügend große Kontribution zahlen werden. Das ruft in den russischen bürgerlichen Patrioten das Gefühl eines nationalen Hasses hervor. So geht im Bewußtsein der breiten Masse der quantitative Unterschied in einem quali- tativen über: obgleich alle unsere Bürgerkriege in den letzten zwei Jahren auch nationale Kriege waren, so scheint es diesen Massen, als nur dieser polnische Krieg ein nationaler. In Wirklichkeit scheint es nur so. Unser Bürgerkrieg war immer ein nationaler Krieg, war das Vestreben nach Einigung der rufst- schen Gebiete in deck Händen des Diktators der Arbeiterklasse, war der Kampf um die Unabhängigkeit des Landes und seine Be- freiung von fremdem und eigenem Kapitalismus. Der Krieg gegen Polen kann den Charakter eines schweren Zusammenstoßes mit der russischen Konterrevolution annehmen, wenn e» den pol- nischen Weißgardisten gelingen sollte uns einen fühlbaren Schlag zuzufügen: bei der Gespanntheit der Klassengegensätze in Polen kann der K-i-n«— B"-aetkrieg erweitern und den Charakter eines Kom'sses des russischen und polnischen Prole- trtats fielen das russische, polnische und internationale Kapital annehmen. Da dies unser erster ernster Kampf im Westen ist, da di- revolutionäre M- in Deutschland von Tag zu Tag steigt, so birgt dieser Kamvi die-«"Men Möglichkeiten für das internatio- nale in sich, o»« ist Ausgabe der Kommunisten, den komplizierten Charakter der Ereignisse richtig zu verstehen und ihnen nicht mit geschlossenen Augen gegenüber zu stehen. (Schluß fdfjrtZ Beschlüsse der Textilarbeiter Am 18. und 19. Juli tagte in Barmen der 50 Mitglieder zählende, in der Mehrheit aus unbesoldeten Verbandsmit- gliedern zusammengesetzte Beirat des Deutscheir Textil- arbeitcrverbandcs. Der Beirat faßte Beschlüsse in Sachen der künftigen Organisation der Betriebsräte, die wir bereits ver- öffcntlicht haben. Außerdem nahm der Beirat eine sehr wichtige Entscheidung gegen die von den Unternehmern ge- plante Verlängerung der Arbeitszeit an. Die Resolution lautet:... ..Der Beirat des Deutschen Textilarbeiterverbandes macht seine Mitglieder aufmerksam aus das von den Unternehmerverbanden erlassene Nundick, reiben betreffend Durchsetzung der um 2 Stunden verlängerten Arbeitswoche im Herbst 1929. Die schwere Stunde »i Roma» von Victor Pank« sch� t * »Sv* Itt» A-" '?> ---» 5(.»Schäme dich? Du bist doch ein Mensch, und trotzdem »st du. als ob du kein Recht hättest: du fuchst nach ii,'Richen Feinheiten in dem Augenblick, wo dort vielle,cht »iL- von Menschenleben verbluten! Sollte nicht schon «in." die Möglichkeit, ein einziges dieser Lebenau retten. C""bestreitbare, heilige Begründung deiner Handlungs- ii fein?" Wh~ vernahm diese Stimme in mir, ich sah ein, ich fühlte, J? ssc recht hatte, und gleichzeitig blickte ich in mein Inneres liÄ, Kannte, daß mein Wille, schlampig wie ein Lappen, Iii» T? Kraft besaß, dahin zu gehen, wohin mein Gewissen >9 Verzweiflung rang ich die Hände, spottete Vitter über «iiss.sslbst, nannte mich einen Feigling, einen Nichtsnutz, Jchte mich mit beißendem Hohn und Schimpfworten. WQ't'ch bin ja ein Russe, und das Unglück jedes Russen 'W darin, daß ihm von Natur oder durch Rassenver- W-- L ein großes, feinfühliges Gewissen gegeben ist, sowie iblc®l0e Streben zu den Himmelshohen, das ewige Jagen K,. Schimären Sternen, die als Leuchtsterne der ganzen Wi- iGheit erstrahlen könnten,— und dabei völlige Abwesen- � von Willen. Wnis. wohl sehnsüchtig träumen, aber er kann nicht t' es'st nicht, daß die Geschichte Rußlands mit den «z n:?," beginnt:„Unser Land ist zwar groß und reich, aber vpt keine Ordnung darin, kommt und regiert über uns." isi�Ul zu regieren, muß man über Willen verfügen, hier aber ■%«t Mensch gewöhnt, immer in den Wolken zu schweben. in.>'be ist für ihn zu grau, zu prosaisch, er will nichts auf .uuen. Viele Jahre denke ich schon über diese eine Frage iW- soll man sich in Ehrfurcht vor deinem großen Gewissen IjWn oder deine tödliche Ohnmacht verfluchen, du Ruß- B• k:,T*•-. Man führt mich in das Gebäude der Junker. C � 550,1 beidew Seiten begleiten mich§wei Junker, mit >" Gewehr in der Hand, als'führten sie einen Arrestanten. Ich werfe meine weiße Fahne des Parlamentärs beiseite, mit dem Gedanken: Wozu brauche ich sie? Sie stört mich bloß. Erstaunt bleiben die Junker stehen, einer von ihnen bückt sich und hebt die Fahne aus. „Brauchen Sie die Fahne nicht mehr?" fragt ex. „Wozu denn?" ist meine Antwort. Trotzdem wirft er sie nicht weg. sondern wickelt sie zusammen und steckt sie hinter seinen Ledergurt. Im Zimmer des Kommandierenden der Junker treffe ich fünf Junker, zwei Zivilpersonen und eine Frau an. Bei meinem Erscheinen stockt das lebhafte Gespräch der Anwesen- den sofort, und alle betrachten mich: die einen mit Neugierde, die andern mit einer verächtlichen Bosheit. Nach der Begrüßung stehe ich mitten im Zimmer und weiß nichts womit ich beginnen soll, an wen von den An- wssenden ich mich wenden soll. Ein stämmiger, abseits sitzender Junker tritt zu mir. Seine Bewegungen sind ge- messen, sein Gesicht ruht, seine Augen scheinen einen zu durchbohren, und der stark hervortretende Unterkiefer weist auf einen starken Willen hin. „Ich kommandiere hier." sagte er, jedes Wort deutlich artikulierend,„was wünschen Sie?" Einer der Anwesenden nähert sich uns neugierig, um nicht ein einziges Wort unseres Gesprächs zu verlieren. «Ich komme als Parlamentär." sagte ich. „Aber Sie, sind Sie Bolschewik?� fragte er, besonders das Wort„Sie" betonend, und scheint dabei mit seinen grauen, bohrenden Augen in die Tiefe meiner Seele dringen zu wollen. Ich bin verwirrt, ich werde verlegen: ich weiß nicht, was ich antworten soll. Ueber diese Frage habe ich noch niemals nachgedacht. Bin ich denn eigentlich Bolschewik? Aber ste wenden ja Gewalt an, und ich bin gegen jegliche Gewalt,— also kann ich nicht Bolschewik sein. Und doch würde die friedliche Anwendung ihrer �deen der gesamten Menschheit das Glück auf Erden geben,... und ich träume ja von solchem Glück. „Ich bin bloß Schriftsteller, ich bin Stepnoi. Aufrichtig gestanden habe ich bis jetzt keiner einzigen Partei angehörr und glaube auch, keiner anzugehören. „Ja," sagt der Junker nachdenklich, ein wenig erstaunt. ..ich kenne Sic ja persönlich. Ich war erstaunt, daß gerade Sie als Parlamentär zu uns kommen. Wahrscheinlich kommen Sie mit dem Angebot, daß wir uns ergeben sollen? Stimmt«s nicht?" und ein kurzes, mit Bitterkeit gemischtes Lächeln gleitet über seine Lippen. Ich fühle, daß dieser Junge, noch ohne Schnurrbart, in die Tiefe meiner Gedanken dringt und mich durch seine Ruhe ganz aus der Fassung ��Auf' möglichst gelinde Art versuche ich die Bedingungen auseinanderzusetzen, unter denen die Sawjetregierung den Junkern vorschlagt, sich zu ergeben. Mit doppelter Aus. merksamkeit hören die Anwesenden mir zu.— Wie ich fertig bin, sagt der Junker, halb zu mir. halb zu den übrigen Anwesenden gewendet, als fragte er um deren Meinung:„.„. „Obwohl wir uns im Kriegszustand befinden, so will ich doch parlamentarisch vorgehen. Ich werde den Befehl erteilen, alle Junker zu einer Versammlung einzuberufen, und dann werden Sie nochmals vor ihnen Ihre Bedingungen vor- legen, dies ist um so eher möglich, als die Gegner nicht schießen, und auch wir zeitweilig das Feuer einstellen können." Ich stehe in einer Ecke des Riesensaales der Zunkerschule und sehe, wie einzeln und in Gruppen sowohl Junker als auch Frauen in ganz phantastischen Kostümen eintraten, die teil/ weise aus weiblicher Kleidung, teils aus Soldatenuniform bestehen. Außerdem betreten auch andere friedliche Frauen den Saal: sie sind reich gekleidet und führen Kinder an der Hand,— es sind gewiß Familien, die hier Zuflucht gesucht haben. In der Menge huschen Kinder, halbwüchsige Knaben und Mädchen, hin und her, die sich in dieser Aisiregung sehr wohl zu fühlen scheinen...... Meine Aufmerksamkeit wird besonders von den bewaff- neten Frauen angezogen. In diesem Augenblick ist mein Herz von grenzenloser Bitterkeit und gleichzeitig von Em- pörung gegen diele Wesen erfüllt. Ich denke: bisher konnre man sich einer Frau nähern, ohne zu fürchten, daß man mit Blut besudelt wird. Das Privilegium, das ewige Siegel Kains zu tragen, war nur den Männern zuerteilt: jetzt aber machen es ihnen die Frauen streitig. Ein Mann, der tötet, ist widerwärtig, verachtungswürdig: eine Frau jedoch mit blutigen Händen ist tausendmal widerwärtiger. sFortsetzung folgt.) I Ein etMitft darin eine Kampfansage an die Ardeiter- sckaft und fordert alle Ortsoerwaltungen und Verbandsfunktio- näre auf, in ihren Dispositionen und Vorbereitungen hierauf Rück- ficht zu nehmen. vor der Oeffentlichkeit stellt der Beirat de« Deutschen Textilarbeiterverbandes fest, dag jede Verlängerung der normalen sir. 34.• 15. lijHtt. Heute 7 Uhr, Sitzung ber Eewerkschasts- unb» Braun, Wiltzelmabavener Sir. 23. Da an bieten Tage nach eine NU->AM sammlung statisinbet, wirb um pünktliches Erscheinen gebeten.— Z)" "7 Uhr, Sitzung ber Agitatianskammissianrn br» gesamten Distrikt l» Olbenburger Sir. 1». 15. Dljtrttt. 14. Abteilung. Mittwoch. 71ä Uhr. Zahlabenb in be« tBn Lokalen.> >7. Distrikt. Heute, 7 Uhr, Sitzung ber Agitatlanskammislian ie>« Brüsseler, C-ke Grnter Strahe.— Hent«, 7 Uhr. Sitzung ber Raramum"'?," milstanen bei Heinz«, Müller, Sit Barsuhstrahe. Vortrag ber Genagm w i tz über Wahnuugewesen.„-om, Renkötlu. Mittwoch. 7 Ubr, Versammlung bes>». Bezirk« bei Ghe» nD Iägerstr. 3.— Bibliothek, kommilslan. Beriammlung Mittwoch. 7 UH-- grnberstr. M. Blbliotbek. Sämtliche Reurewählte haben zu erscheinen.. ReutZlln. Bilbungslammissian, Mittwoch, aaenbs 7 Uhr, Kindl-Vrauun, mannsirast«. f* Marieubars. Bilbungsauslchusi unb Agitation, kommisston Mittwoch. 8 Pieper, Bergstrahe gemeinlchaftluhe Sitzung.« g« Eharlaiteudurg. S. Gruppe. Mittwoch. 7 Uhr. Exirazahlabenb im ,. IM Rostnenstr. 4. 8. Gruppe. Mittwoch. 7 Uhr, bei Stein. Pnssaner Eis.?' zablobend. Bortrag be» Genossen Dr. R o s e n t b a l über �vie poltvi� Charlottenburg. Heute Dienstag. 7 Uhr, im Balkshaus. Rostneustra!!'- liche Versammlung. Thema:„Spaa unb bie Lage im Osten".. � Uchn!� >«.- M. d»«»«»i »kjogen Miigttch «»dükt . ßi �teiniiiCnbarfoSBeit. Bm Dienswg, den 27. abends 8 Uhr� Ccharnweberstrahe.114. Sieferent Genosse Rosenberg über I Zlolkshau», und die Revolution' Nei»tl?e«de�f-West. Zugendweihe. Nach den Schulferien beginnt dtt? reitungsunterricht zur Fuaendweihe. ANe sozialistischen Elternbekräte neff» meidungen entgegen. Diese übermitteln die Anmeldungen dem � Elternbeiräte, den Genossen Hoffmann von der 2. Schule und Genossen von der 5.(schule._- rf*! Jßllmersbrrf, SchmeegendsKf, Grvnewsld. Ave Funktionäre werden am Mittwoch. 71? Uhr, zu einer Sitzung im Restaurant Urban, Lern Nr. 48«4fl zu erscheinen... Oberschöncweide. Mittwoch, abend 7 Uhr, Frauenabend bei Imberg- willkommen. Steglitz. Dienstag, abends 8 Uhr. bei Rretschmar. Düppelftr. 12 ll"' 1 Sitzung der Bildungskommisston.. ißrl Weitzensee. Frauenle'eabend. Donnerstag, den 29. Juli, efortds' Real'Gymnafium Wölck'Promenade. Referentin Genossin Sinneaer.» Eeruelle Aufklärung.*.\m Röntgeutal, Zepernick. Buch, SchSno». Schwanebeck. Hobrechtfelde. IVi Uhr. bei Pohle. Röntgental, Eiemenostraße, General-Versammlung. ißi des Landtagsabgeordneten' Genossen Richter über„Spaa und dte r �aftwi-tsaagesteltte. Mittwoch, vormittag, in der Schicklerftr. 5� � i btldungsschule) Porstands- und Funktionärsttzung. Vereinskalender H«tr»l« der Betriebsräte. Genoralversammlung der Betriebsräte schcntsbezlrks Eroh-Vcrlin Mittwoch. 3 Uhr, in den Andreas-Festsälen. ftrahe 21. Tagesordnung: Stellungnahme zur Zusammenfassung der � l räte. Diejenigen De.eHierten, die noch nicht im Besitz ihrer rechtmav'� slras,-. wichtige Zusamuirnlunst.» �» 5!? Zentralverband der»ngestellte«. stsncharuppe 8 nnb». Sitzung bei ii" am 28. Zull, 7 Uhr. Berbanbsbureau, Belle-Alliance-Str. 7>l«.„aS Mitgllebriversammlung am 28. Inli, 8 Uhr, Berbanbsbureau, �Belie- am 28. Juli, 7 Uhr. Berbanbsbuieau, Bei Mitglieberversammlung am 28. Juli, 8 Uhr. Beldanbsonreau,««iie.»i>-jg,. Ar. 7-l0. Fachgruppe l3b. Mitglieberveriammluna am 28. Juli. 7Va 1» lelilchaftshau, am Hackeschen Markt. Rosrnthaler-tr. 3S. Fachgruppe> t für Dirnstag, ben 27. Fall, nachm. 2 Uhr»ngesetzie Mitglieberversainmieee nicht statt.,... MetaNarbeiter-Beebanb. Gruppe bei Batterie- unb Elemente-Fnbustt"�>-> sammlung Mittwoch,« Uhr Schulaula be, Sophien Lozeum. Weinrnüstst fn Serba nb bei«nch.»üb Strtubruteiei.HUfsatieUer und.orbtileriaast-,;� wach. 5 Uhr. Biitaliebtr-Bersammlung In ber„Berliner Bo�-Braucrei> 1 Hoserl. Fibicinstr. 2-3. y-■m Berbanb ber Fabrilarbeiter. Mittwoch szz Uhr, im Saal 5 be« Gr« Hause» Sitzung ber Funktionäre ber«abelinbustrie..«>, 2 Dentschrr Zra»»P»rtarbri»er.Peebanb, Cisrnbrauchc. Arn 27. Zuli,"„is-ij grasten Saal bes Gewerischastshauses, Engclnfer 14-13, Branchenversamie zM Sunb ber technischen Angestellten»nb Bramten. Fachgruppenan!!-""' �-1 Chemische Znbustrie, in ber keschästsstell» be» Bnnbes NM TienstuS- �aihgruppenan�chnst.Sitznng Holzgcwerbe, in ber Geschüstsstelle b«» � am Mittwoch, abend» 7 Uhr. � »»»lonbebentsche a»» britischem Gebiet. Vertagte öffentliche Verl, Millwoch, 7zh Uhr, Aula de, S«pliien»eum,. Wcinmeistcistr. lv>l7. 1 m XontisteifScriin„Die Ratnrsreun»«�. Mittwoch, den 28. Juli, ab«n°1 �»81 Slo »tjim L»»d Ackert: i«i» ttn üb «»ch« lt«»» litt. «•«. «tuf» «ouloj uonrinrn.'rri.n>»».»»»..--------,,________ Sitzung. Lichtbilber- Vortrag. Herr Pros, l'-achin...Meine Reis« zu ben«L � Unkostenbeiknng: Mitglieber 49 Pf.. Gäste(50 Ps., im Grasten Härseal k Eeorgenftraste 34/33. Roch 8 Uhr kein zutritt. So». Prolrttrlersngrnb, Pankow. Agitationsbezirk Rorben. Grast« 1 Zugenboersamlung Donnerstag bei Llnber, Lreiirjtr. 3t.„.»ich To,. Proleiariirjngeub. Gruppe Westen. Donnerstag, Griiudungsveri» I im Lokal von AZiemer», Bülowstr. 38,]-.-8 Uhr..»fl Svortlartest Serlin-Schöneberg. Zu bei am Montag, ben 2. August-,-oiW 7\i Uhr, bei Mühlmann. Feurigstr. ölst stattfinbenben Sitzung haben. i Arbeiter-Svarlvereine Schonebergs unb Friebcnaus je einen Delegierte» lenben. Abreise» berselben sind umgehend bem Spertgenossen Wal Berlsn�chönederg. Gustav-Müller-Str. Ii. mitzuteilen. Dortselbst auch- M i» allen Eportsragen. Lebensmittelkalender lf* äbiole Niiegsteilnehnier stchnstti«I 1 Pfb.«itchOJ�IJ Relol-kenbors. Aus bie Karl« kür.. lür bie Zeit vom 28. Füll bis 1. August aus 110,0,0,11 ril i v>o vom 2. August dl» 8 August aus Abschnitt 82 l Psb. Linsen,»am S. � IS. August aus Abschnitt 83 1 Psb. Hasensloiken vom lS. A-gust bi»- � ans Ad schnitt 64 1 Pfb. Malkaroni, vom 23, August bls2!>. August � ichnit«» 1 Psb. Kunsthonig. Aus Älterslarie wirb ab Mititvoch den� in ben nwtlichen Beriaussstelle» 1 Psb. Buchweizenmehl zum Preise oe» i «etstenlee. Die Beitelluna von Kortosfeln an Erwerdslale sinbet in.�igü\ üblichen Reihenlalge am Diennug und Mittwoch statt. Soweit Be reit» in ber Vorwoche bie Abschnitte ber 30. Wache abgegeben haben.. karten lür die 3l. Woche mitzubringen..�öllt'last JJ.lnUenborf. Aus Abschuiii 245 ber grünen Leben-mitielkart« enffau� x-.o Kunsthonig zum Preise von 3,65 M. Di« betressenben Abschnitte st"8,»,I!t> tag. ben 27. Zuli bei ben Hänblern unb in ben amtlichen Beriauis» zugeben.___ Verantwortlich für bie Rebaktion: Emil R a b» 1 b.Berlin. Vt'a,t�rß für ben Znseratenleil: Lubwig Kamertner. jlarlshorst. zenossenschast Freiheit- G. m. d. H..«erlin.— Drn-k ber �relheir G. m. b. H.. Berlin C. 2, BreUe Straste Gorben«schien! Heinrich Ströbel Die deutsche Revolution Ihr Unglück und ihre«0«»«? Die erste zusammenfassende Darstellung de- R-vorutiousve"� H«o»»g, geben von V»»i»«tu. IW» Sr»fch-, 7Ub. 28.60«ebb. unb 20%»cutruug�jusrchU« ehemalig««orwärts-c�tn. Abg.orbnetrr unb Minlsterpröstben« den Rrvolution�Reginung selbst mitten in d.n Ereignissen ftanb, Ströbel, ber al» b««tst-n preustis-den Renolution�Reginun, selbst»iri«, ind-n Ereignissen ftanb. «hebt sich in schier Schrift über pasche E"g,. Cr gibt Thronitz unb sozial. Analgse b« Revolution. Er lrgt lhäg �UI In blast, enibüllr ihr« Gebrechen unb zeigt den Weg zue«eilung aua �»a.»n««»«wart. UnbestechNche. Wahrheitsdran» unb Mbenschastlichn Der-lhngtzett»finn sprechen au, sebern Kapitel. äti beziehen dnrck alle Buchhandlungeu, der Buchhandlung der ierlags-Genoffeuschast nFreihev> Breiteffr oder dtrekl vom Bei lag„Der Firn«. Berlin W57. Gute u. dillige viicder für Reise u.Sommerfrische /reiheit"- Buchhandlung, Berlin C ü Br«lt« Stria« S-9■■ II'■■: ParabeNum», Vrmttt Pistolen, SNauser» Pistolen, 9 mm, sowie Sagbrnnffni kauft zu höchsten Pfeifen W. D I■ F K I Äommondontenftr. SU. Wirkaufen ! un» zahle» sehr. hohe Preise für Kupfer» Blei. Zink, Messing Ttaniol, Zinnfolie, QveWer. - Aluminium, Telluloid, Platin. Gold, Silber, ptrm Prenzlau.estr.bt MOSUS «>-l»st».st« 3 Q-ERHEL M-beneeste. SO �EQEtlER SchZnetzerg, H Aft Ve"5 Skalitzerftr.»3a > lebt Läufiger Platz BOELKE > Jlaminlerftr. 10 «aldt-ruch. 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