I Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Sonnabend, den 31. Juli 1920 Nummer 307' Abend-Ausgabe Sta refchd»»»iotjcti« mrb nachMtttag«, 6on*t«a» ntk«rate«« mm "*««'•»ejugsprri» brtrfgt bci freiet �ustellunz in» s-n» fit»tob�Strlw II,- M. i»-ot-n» ,-I>N>or,»on der Spedition selbst»baeholt»,« M. Für Post» »INg nehmen sämtliche Postanstollen Beftellunzen entoeoen. Unter Stretfbon» »«i°gen für Deutschland und Oestetreich 16,50 DI., für da- flbtioc»u-l-nd 21,50 an. iniugstch Paliua-ilusschlog, per Brief sür Deutschland und Oesterreich ZV,—«. N-daKtio», Expe.iti»««est Barl«,! Berit»€t, Brette Ctneftc S.S. «e«wsefpeaene»«tpareitaeiVe»Wt kerne»NN» reuerun,„uschl-,. �«eine Än«ei»en j«°» Zettgedruchte Wort"»Uu* ,rtW£nKi6«i! da. settgtdrachte Wem m- Tarif. WoN____... Famili.__ � � g, per»ner?ur»tuticDiflnü uno ueftmnaj zv,— gn, Wort-'LnHeige«: da« frttgtöradUf wv««,uv vmm fvve, vcncrc'iova i,— va» « und Barl«,! Berit» CS, Berette Beroste 8,8.£ Tklchkechtkl Zittn« 2010, 2M&, 4111«MS,«tS, iUS, 0S2L eutftf)tanbd Die Entwaffnungsaktion Dem Reichstag ist gestern der Entwurf eines Gesetzes über die Entwaffnung der Bevölkerung zugegangen. Er steht heute als erster Punkt auf der Tagesordnung. Der Entwurf steht die Einsetzung eines Reichskommissars vor, der die Entwaffnung zu leiten hat und vom Reichspräsidenten ernannt werden soll. Es ist vorgesehen, an einem bestimmten Zeitpunkt alle Militärwaffen, auch Munition, abzuliefern. Vorher hat eine befristete Anmeldung zu erfolgen. Wer die Anmeldung rechtzeitig besorgt und die Waffen abliefert, dem wird Straffreiheit wegen Zuwiderhandlung gegen frühere Vorschriften zugesichert. Auch die Kenntnis von Waffen- und Munitionslagern verpflichtet zur Anzeige. Dem Reichskommissar sind Befugnisse diktatorischer Art oer- liehen, die in den Paragraphen 7, 8 und S festgelegt find. Es wird darüber berichtet: De» Reichskommissar hat das Recht, Durchsuchungen und Beschlagnahmen angerhalb der durch die Strafprozrtzord- uung gezoaetten Kvenzru anzuordnen, das Brief», Post-, Te» learaphe». und Fernsprechaeheimnts anfz«, Heven, sowie eine Rontrolle de»�Verkehrs der heben iowie eine Kontrolle»es«erreyrs oer E i f e n b a h«, d er Schiffahrt, de, V-st. der Kraft. «aarn»nd f-nstigrn F-hrw-rke sowie des Safte » r r k r h r» anzuorvaen. Er kann»er Sicherheit». p o l i,» i Anweisungen erteile« und die Hilfe der R e i ch s w e h r »n Anspruch nehmen. Sämtliche übrigen Behörden des Reichs, V wniprnm ffioirilinorrnnrinn««" Hilfe zu leisten...,__..,_ I Bttonen jw. RaturaN«i!tu»a für ani« Be. fttt tonen zur»ntwiwM.i« ,».»»»-"r«-»v.. ,« stimmungen über Quarteeoleistang und Raturalleistung für dir Sicherheitspolizei nnd die anderen von ihm herangezogenen -.rganisationen p, erlassen, Belohnungen für Mitteilungen. welche der Erfassung von Militarwassen förderlich sind, nnd Ent- Schädigungen sür dir abgelieferten Massen ,u bewilligen, sowie dir Abgabe eidesstattlicher Berstcherungcn über drn«efitz-der«er. bleib von Militarwassen allgemein oder im Einzelfalle bei den von »hm ,» bezeichnenden Behörden z» oerlange«. Paragraph 10 enthält die Strafbestimmungen:«efängnis nicht nnter drei Monaten, Geldstrafe bis z» 300 000 Mark, in schweren gBllen Zuchthaus bis zu fünf undzehnZahren. Insbesondere wird dieAofforbrrung ZN« Ungehorsam gegen das Eatwaffnnnqsgesetz oder die Anordnungen des Reichskommissars mit Strafe bedroht. Zur Ausführung des Gesetzes wird de« Reichskommissar zunächst ein Kredit von SO« Millionen Mark zar Verfügung gestellt. Wir geben uns keinen Augenblick darüber dem Zweifel hin, daß das Gesetz in erster Linie gegen das Proleta» r i a t angewendet werden wird. Die Regierung hat die Be- waffnung der Reaktion feit Januar 1S19 systematisch betrie- ben. Sie hat die Einwohnerwehren und Zeitfreiwilligen bis an die Zähne bewaffnet und hat ihnen die Waffen auch ge- lassen, als die formale Auflösung der Wehren, um der For- derung der Entente gerecht zu werden, dem Schein nach er. folgte. Die Regierung billigt es ganz offen, dah die Wehren sich jetzt unter den Decknamen eines„Selbstschutzes" oder eines harmlos erscheinenden„Sportklubs" umorganisteren. Die Regierung hat bisher nichts unternommen, um die ins große gehende Bewaffnung der Agrarier zu durchkreuzen. Mit Wissen des Reichswehrministeriums und der untergeord- neten Stellen werden noch heute Geschütze. Minenwerfer. Maschinengewehre, Flugzeuge und Handfeuerwaffen auf das Land verschoben und dort in sichere Verstecke gebracht. Das alles findet, wie gesagt, die Billigung der amtlichen Stellen. Und daher wird auch das, was die Regierung heute gut. heißt, morgen nicht von ihr verdammt werden. Sie wird die Gegenrevolution nicht zu entwaffnen streben. Aber sie wird ihre Häscher auf das Proletariat hetzen und die Folge wird fein: Der Arbeirer, bei dem ein verrostetes Gewehr ge- funden wird, wandert ins Zuchthaus, wie es bereits schon geschehen ist. Der Z u n k e r aber, dessen Klitsche mit Geschützen bestückt ist. bleibt straffrei, er kann ungehin- dert seine Rüstungen fortsetzen, wie er ja auch bisher darin noch nicht gestört wurde. ' Geradezu unerhört ist aber der Bruch desPostgeheim- niffes und die Verhängung der Brief- und Tele- pH o nzenfur, die der Gesetzentwurf ankündigt. Auch dlese Maßnahme wird sich nur gegen die Arbeiterparteien richten, schon ganz einfach deshalb, weil die mit der Ent- waffnungsaktion beauftragten Personen dem Offiziersstand entnommen werden, also jenem Kreis von Leuten, die die Bewaffnung der Reaktion entwed« selbst betrieben oder mit Zugedrückten Augen gebilligt haben. Das Entwaffnungsgesetz wird m seiner Tendenz antirevolutionär wirken. Auf Um- wegen aber doch mit offenem Ziel soll erreicht werden, was o'sher mit Hilfe des Belagerungszustandes nicht durchfübr- dar war: Die Schwächung und Lahmlegung der I o z i alistifchen Bewegung. Wir haben gegen die Entwaffnung prinzipiell nichts ein- zuwenden. Aber sie muß dort beginnen, wo die Waffen «lrklich lagern: bei der Reaktion. Die Absicht des Gesetzes aber gebt dahin, diese zu schonen, dafür aber die Arbeiterschaft mit aller Schärfe zu treffen. In der heutigen Reichstagssitzung wird von unserer Fraktion Genosse Ernst zu der Vorlage fvrechen. Die Regierung hat es auf eine Ueberrumpelung abgesehen. Erst in den späten Abendstunden des gestrigen Tages bekamen die Abgeordneten die Vorlage zugestellt. Heute soll sie im Eilzugstempo durchgepeitscht werden. So will es die Reaktion. Unsere Abgeordneten werden alles tun, diesen Streich zu verhindern. Die Beratungen im Reichstag Die heutige Sitzung de» Reichstages beginnt mit der Beratung des Entwaffnungsgesetzes. Die Unab- hängige Sozialdemokratie hat vorgeschlagen, den Gesetzentwurf einer Kommission zu überweisen, sie bestand aber trotz der Wichtigkeit der Vorlage wegen auf eine Aussprach« bei der ersten Lesung. Infolgedessen ergriff zunächst der Reichsminister des Innern Koch das Wort. Gr erklärt«, die Entwaffnung solle nicht gegen, sondern mit dem Volle vorgenommen werden. Es be- stehe ein unendliches Mihtrauen zwischen beiden Flügeln des vol- kes. Es komme alle» darauf an, bei Durchführung des Gesetzes das Mißtrauen gegen die mangelnde Objektivität z» beseitigen. Drei Aktionen seien vorgesehen: Erstens, die Aufforderung zur Wassenablieferung mit weitgehend« Amnestie, zweitens Strafen, drittens aber auch bei Nichtablieferung ein rückfichtslose» Vorgehen gegen die Verweigerer. Der Entwaffnungskommissar fei mit weitgehenden Vob..lachten, auch den Ländern gegenüber, ausgestattet, es fei«tue Persönlichkeit in Ansficht ge- nommen, die dem Parteileben fernsteh« und uupar» teil sch vorgehen werd«. Bei den Ausführungen des Ministe» lassen die Unabhängigen durch lebhaste Zwischenrufe nnd Hin- weife auf sein bisheriges Verhallen deutlich«kennen, daß sie gegen seine gleißnerischen Worte größtes Mißtrauen hegen. Dies» Mißtrauen kommt auch zum Ausdruck in d« Red« de» rechtssozialistischen PolizeiprSswentea Lübbring ans Königs- derg. Er fordert Sicherungen, daß da» Entwaffnnngsgesetz nicht einseitig eine Entwaffnung der Arbeiter bringe und ein Ausnahmegesetz gegen den»«fassungstreue« Teil der Bevöllerung werde. Nur die Reichswehr nnd die Sich«- heitswehr dürften nach Durchführung des Gesetzes Waffe« be» halten. Neben der Entwaffnung d« Einwohnerwehren, d« Zeit- freiwilligen und der andere« Organisationen müßten auch den neugegründeten Selbstschutzverbänden die Waffen ent- zogen werden. Gegen diese Selbstschutzverbände sei das all«größte Mißtrauen angebracht. Nach Lübbring erhält der Genosse Ernst(Hagen) das Wort. Er wendet sich mit all« Schärfe gegen den Minist« Koch. Im Ruhrgebiet haben die Arbeiter ursprünglich kein« Waffen gehabt und besitzen auch jetzt keine Waffe mehr. Alle gegen- teillgen Meldungen sind Produkt« von Spitzelorganisationen, wie d«„Deutschen Wirtschaftshilfe", bei deren Erwähnung durch einen Zwischenruf der Reichsminist« Koch bereits mll ein« Berlegenheitsphrase hinweggegangen war. Dies« Lügenmeldungen d« Spitzelorganisationen entsprechen nur d« Taktik d» Ver- brechers. der hint« dem ehrlichen Mann« mit dem Rufe herläuft: Haltet den Dieb! Sodann«endet sich Ernp zur Besprechung des Gesetzes. Die Rote Armee an der Narewlinie TU. Warscha«. ZI. Juli. Polnischer Heeresbericht vom 80. Juli:„Die bolschewistische Kavallerie bewegt stch in westlicher Richtung und hat O s o w i« e passiert. Die Vorhuten wurden von unseren Truppen an» Lomza zurückgeschlagen. Die ä. bolschewistisch« Arm« liegt an b« Narewlinie. Feindliche Angriffe gegen Wisna. an d« Eisenbahnlinie Bialostok— Brest-Litowsk, wurden abgeschlagen. Südlich Bielst spielen stch Kämpfe ab. Unser« Abteilungen gingen hier zum Gegenangriff über. Unsere Polesten-Abteilungen haben bei Brest Stellungen eingenommen(?). Nachdem sie 4 bolschewistische Regimenter zersprengt haben, fühlt man an dieser Stelle der Front keinen feindlichen Druck mehr. Am Stochod und Styr örtliche Kämpfe. Die Aktion Brody-Pad- ziwilow ist noch nicht abgeschlossen. Unsere Gegenangriff« dauern an. Am Sereth wurde der Versuch d» Feindes, de» Uebergang zu erzwingen, vereitelt." Die englische Antwort«ach Mosstav London, 30. Juli, Reater erfährt: Die englische Anhaort aus die S-wjetn-t«. betr. Polen und die Londoner Konserenz, wurde in d« oergangene» Nacht nach Mookan telegraphiert. Paris, 3t. Just. Der Londoner Korrespondent des„Petit Pakisten" erklärt, daß auf die beiden Telegramme vom 20. und LS. Juli an Tfchitscherin noch keine Antwort>u» Moskau eingsgangen sei, andererseits werde gemeldet, daß gestern adend 0 Uhr in Baranowitschi die polnischen und die ruf. fischen Bevollmächtigten zur ersten Zusammenkunft eingetroffen seien. Dem aleichen Korrespondenten zufolge wird Krafun Gore- borg heute abend verlassen und am Montag in London eintreffen, Die Teschener Frage Aus Prag wird uns geschrieben:' Ehrlichkeit ist noch nie die starke Seite der Diplomatie gewesen und so braucht einen der Kuhhandel mit Teschen. der ja nur ein klein« Ausschnitt au- dem großen Geschäft d« Ententeh«ren ist. nicht zu überraschen. Allein als Beitrag zur Charakteristik d« Krämttkünste jener, die nach außen so gut rntt dem Schwerte de» starten Mann zu mimen verstehen, ist gerade das Tesche«« Ge- schüft sehr lehrreich. Seit 18 Monaten dauert d« Kampf u« das Kohlen- und In- dustriegebiet Tefchens. Um es sich weder mit d« Tschechoslywaket, die ja zur Zeit des Abschlusses des Friedensvertrages von St. Germain noch in d« Huld der Entente stand, noch mit Polen, dessen künftige Dienste man ahnte, z« verdnben, mochten die vom Ob«. sten Rat nicht auf eigenes Risiko das schwierige Problem lösen. Also wurde eine Volksabstimmung angeordnet, die nnt« neutral« Leitung ein« Gntentekommission vor stch gehe« sollte. Di« ganze Zeit, seit d« am Plebiszit gearbeitet wird, ist eine un- nnt erbrochene Kette des Leidens für die Bevölkerung. Die poknifch« Regierung hat die schlimmsten Subjekt« gedungen und sie auf die unschuldige Bevöllerung losgelassen, um ste durch Terror einzu- schüchtern und zur Stimmabgabe für Polen zu zwingen. Man hat selbstverständlich mit diesem Vorgehen, dann ab« dnrch die voll- ständige Zerrüttung d« polnischen Vollswirtschaft und durch die dadurch erzielt« grauenhafte Devalviernug des polnischen Kurse» ge- rade das Gegentell dessen erreicht, was man beabsichtigte. E» zeigt« sich imm« mehr, daß die Stimmung>er Bevöllerung, selbst d« polnische«, zugunsten der Tschechoslowakei neigt«. And so ver- legte stch die polnisch« Verwaltung auf die planmäßige Sabo- t a g e des Plebiszits. Es wurden keine Listen der Abstimmungsberechtigten«steM, um so überhaupt jede real« Grundlage sür die Abstimmung zu nehme«, dauebe» wütet«»nt« offiziell« Pa-a» nanz der Gntentemisswn d« fürchterlichst« Terror, dem Hundert« von Arbeitern zum Opf« fielen. And die Entente«rstand die Schmerzen des Schützling�: statt de« Plebiszits sollt« ein« Arbi- trage, eine Entscheidung durch eine« unparteiischen Schiedsrtcht« 5 die Frag« löse«. Doch ev fand sich kein Mann, der genügend Auto- rität besessen hatte, um van beiden Parteien als Richter anerkannt zu werden. Di« Verhältnisse im Teschen« Gebiet find nämllch außerordentlich verwickelte. Man kann ein Land nach irgend» welchen geographischen Grundsätzen aus dem Kompromißweg treu. neu und man könnte diesen Borgang gewiß auch auf Tesche» mk- wenden. Allein neben dem Teschen übertag gibt es noch ein Teschen untertag, gibt e« eine Anmenge von Kohleub«glv«rken» um die ja eigentlich der Streit tobt und ihre Stollen haben sich im alten Oesterreich herzlich wenig um die künftigen Grenzprobleme gekümmert. Außerdem gehen die Seilbahnen d« Gruben, mittelst deren die Kohle an Tag geförd«t wird, alle in eine« Knoten bei Karwina zusammen, so daß d« Besitzer des Knotens effektiv die ganz« Kohlenförderung des Gebietes in seinen Hände« hat. Teschen ist eben in sein« ganzen Struktur ein unteilbares Industriegebiet, das mU seinen reichen Kohlengruben und den daran angrenzenden riefige» Etsenwerkea unbedingt beisam» men bleiben muß. D« Schwere des Problems entsprechend, wagte sich niemand a» sein« Lösung. Run hat man endlich den„Rank" gefunden: dl« Botschafterkonferenz soll den Entscheid treffen und beide Anwärt«. sowohl Polen als auch die Tschechoslowakei, haben loyal« Eiichal- tung des Entscheides versprochen. Wie nun die Botschafterkonfe» renz entseheidet, ist ja vorläufig unbekannt, auf alle Fälle aber kennzeichnet stch die Amiahm« des Vorschlages durch de« tschechischen Außenminist« als ein Sieg d« Polen, oa es d« Oberste Rat kaum wagen wird, eine eindeutige Lösung zu finden, die den Keim für kommende Streitigkeiten ausschaltet. Es ist ganz erbaulich, die eigentlichen Grundursachen der mm- mehr so offenkundigen Polenfteundschaft der Entente gerade in d« Teschen« Frage zu verfolgen. Handelt es sich doch im Grund«»m nichts anderes als um einen Versuch der Engländer, ihre Posttio- nen im Osten, vorab i» Persieu zu stärken! E» dürste viel- leicht noch bekannt sein, wie im Sommer des veigangenen Jahres die Engländer in all« Stille eine» Pcrttag mit dem Schah von Perfien schlössen, in welchem die ganze Selbständigkeit Perfiens zu- gnnsten Großbritanniens völlig aufgehoben wurde. Man begreift den Weltschmerz des britischen Imperiums, als ihm auf eimnal Sowjetrußland einen Strick) dnrch die Rechetung machte und stch in den für England außermdontNch wichtige« Gebieten eine» immer grSß«en Einfluß sichette. Da es sich onßerdem nicht nur um Persten allein, sondern um die polltischen Nachwirkungen aus Zu, die« handelte, begreift man das Dränge« Großbritanniens nach einem Friedensschluß mit Sowjetrußland, um de«»«bequem«» Gegner zur Ruhe zu veranlassen. Die wahnsinnige Ofsenfive der Polen gegen die Sowjetmacht schien eine außerordentlich günstig« Gele gcnhe.t zu bieten. Gelang- sie. so war es ja gut. gelang sie nicht, so schaffe ste einen Vorwand. zu definitiven Friedensverhandlungen. Es kam, was kommen mußte: die Großmannssucht der polnischen Junker reichte noch lange nicht au«, um die rote Amoe zu schlagen. Da tritt England in der Rolle des sorasmnen Beschützers auf und fordert von Rußland einen W-ff»»stikPa«d, gleichzeitig die Räumung eines bishev den Pole« gehörevd»» Gebietes, namlich Ostgaliziens, be- fehlend. Durch d«?«n Tiiwerl-ibung in die ukra misch« Riite- republik so« indirekt Rcßland geschmeichev und dabei seine Auf- merksamkeit vom fernen Osten abgelenkt werde«. Am aber Polen die sonderbare.Li?»" etwas verdaulicher zu machen, wird es mit Ausfichten auf«ine günstige Äsung de». Teschener Frage hintangehalten und beruhigt. Das war ja 1 immer die Hauptkunst der Londoner Politiker:«ms allem and jedem ein Geschäft zu machen, die Weltpolitit nach ehrsamen kaufmännischen Regeln zu leiten. Mein die Zeiten, da die kapitalistt- schcn Etaatenlenker allein nach ihrem Gutdünken über das Schick- sal der Welt entschieden, sind vorüber. Heute muß sich England von Sowjetrußland sagen lassen, daß es eine Vermittlung ablehnt. bisher schon mit drei Randstaaten Frieden geschlossen habe und Polen bessere Grenzregulierungen gewähre als sie der englische Permittlungsvorschlag vorsehe. Ob Lloyd George diese Politik seitens eines Siegerstaates v«r- steht, wisicn wir nicht. Umso besser wird sie das international« Proletariat verstehen, das immer mehr in dem neuen Geist, der aus dem Osten weht, seine kommende Befreiung ahnt. Und so mag auch das tschechische Proletariat sich trösten, wenn ein Teil seiner Brüder im Tcschener Plebiszitgebiet der imperialistischen Kuh- Handelspolitik der Ententemächte geopfert wirdi es ist nur ein Zwischenspiel, das da auf der Weltbühne abrollt und nicht mehr fern ist der Tag, da die Götterdämmerung anbricht für jene, die sich noch heute als die Herren der Welt wähnen! Verlängerung der Kohlensteuer . Die drückende Belastung, unter der das Wirtschaftsleben infolge der standigen Steigerung der Kohlenpreise außerordcnllich leidet, wird durch die Verlängerung der Kohlen st euer auf dreiviertel Jahre, die der Reichstag gestern im Wioerspruch zu den beiden sozialdemokratischen Fraktionen beschlossen hat, fest- ">llegt. Die bürgerliche Mehrheit hielt mit zäher Energie an er indirekten Steuer scsti Sie enthielt sich im Plenum jeder Stellungnahme zu der Vorlage, weil jedes Wort, das sie hätte aussprechen können, eine innere llnwahrhaftigkelt dargestellt hätte. Während die Bürgerlichen alle zusammen in der Oeffentlichkeit dauernd über die Belastung, der das Wirtschaftsleben ausgesetzt ist. jammern und Preisabbau fordern und ein großer Teil von ihnen vorgibt, gerade für den Schutz der kleinen Unter- nehmungeu einzutreten, die durch diese Kohlensteuer besonders stark belastet werden, haben sie durch ihre Abstimmung bewiesen, daß das alles nur Vortäuschungen sind, um zu oermeiden, daß sie die uiigeheuere und täglich gewaltig ansteige.nde Finanz- last des Reiches ausschließlich auf die Schulter» der breiten Massen der Bevölkerung abgewälzt sehen wollen. Neben den großen schweren Schädigungen, die das Wirtschaft»- leben jeder Entwicklung und Hebung der Produktion entgegen- stellt, ist es vor allen Dingen die Tatsache, daß diese Steuer neben der Untersteuer die unsozialste ist. die auch dt« Verlängerung ouf wenige Monate unerträgkich macht. Aber das wollen ja gerade die Bürgerlichen. Die Vesitzsteuern gehen in ganz untergeordnetem Maße ein. Selbst der Fiuanzminister W i r t h erklärte im Aus- schug bei der Beratung der Kohlensteuer, daß er in diesem Jahre ans ganz geringe Eingänge aus den Besitzsteuern rechne. Da» Defizit des Reichssückcls werde deshalb gewaltig groß sein. Um das zu decken, müsse er unbedingt die Kohlensteuer haben. Die Besitz st euer» stehen also, wie wlr immer gesagt haben, auf. dem Papier, während die indirekten Steuern, also die- senlgen Steuern, die die Massen belasten, wie die R e i ch s e i n- kommen st euer, eingehen und sie allein die Grundlage für die Staatsftnanzen im ganzen laufenden Haushaltsjahr darstellen. Um an diesem Zustand festzubalten, lehnten die bürgerlichen Parteien, trotzdem sie sachlich alle Gründe anerkennen mußten, wie ste der Autrag der Unabhängigen und ein in der Sache gleichartiger der Rechtssozialijten forderte, die Begrenzung gen Kohlenpreis ab. Wenn oer Kolüensteuer auf den diese Abstimmung irgendeinen Sinn haben soll in einem Augen- Wirk, in dem durch den Einspruch der Regierung die Kohlenpiets- "'Nhohung vermieden wird, so nur den. daß die bürgerlichen Pae- iaen trotzdem aus neue Preiserhöhung für Kohlen rechnen und In nicht die Möglichkeit entgehen lassen wollen, auch für diesen neuen Preis die Kohlenstener zu erheben, damit anstatt des nn- zeheuren Betrages von 4 V, Milliarden Marl noä' S oder S MU- liarden Mark mehr als ihr Ergebnis � verzeichnen E- tst bei dieser Sachlage selbstverständlich, daß°uch � �bh�glge Antrag, der die Kohlensteuer»n der Am Jahre 1917»uerst de- chlossenen Höhe zu belassen forderte, keine Zustimmung sand. nicht -inmal die der Rechissozialisten._, Daß auch gestern genau wie vor einigen Tagen eine Em- Ichlicßuna, die jetzt die R e ch t s s o z i a l i st e n eingebracht hotte». io Regierung zu ersuchen, dem Reichstage innechalb drej Mo- netten Vorschläge ut>et die So�ialislerung de•£091 berabaues uiid des Kohlenhandels zu unterbreiten, nur die Zustimmung der beiden sozialdemokratischen Frattion-n fand, ver- bient beroo-gehoben zu werden. Bei dieser Tatsach« will e» natur- dien» yrrvo.»� n«-„«ckn-imiu, anaenommen n? Neickswirttchuftsrats über die Eozialisteruna des Kohlen- und des Neichswtrr,..� Eingehen die er Gutachten dem Ä" SÄ!?«»«»-»"--w. schaft zu unterbreiten. Die Neuregelung der Kohlemvirtfchast im Sinne des Bürger- �tzms ist die Erhaltung der kapitalistischen Ausbeutung. Di« burgerlrchen Parteien find sich also immer noch nicht darüber im klaren, daß es der unerschütterliche Wille der Bergarbei- terschaft ist, die Förderung der Kohlen nicht eher zu steigern, ms bis sie sicher« Gewähr dafür haben, daß die Beseitigung der kapitallst, scheu Ausbeutung im Bergbau vor sich gebt. Neue Steuerdrückebergerei Mit aller Entschiedenheit suchen sich die Besitzenden vor dem Steuerzahlen zu drücken. Die Vesitzsteuern, die im vergangenen Jahre beschlossen sind, stehen auf dem Papier. Aber auch die Ein- kommenstener soll nach den Wünschen gewisser kapitalistischer Kreise für die Besitzenden möglichst unschädlich gemacht werden. Im Reichstag haben einige demokratische Abgeordnete eine Anfrage an die Regierung gestellt, die betont, daß die Be- stimmung des Einkommensteuergesetzes, wonach das Jahresein- kommen d. I. 1920 doppelt als Grundlage der Besteuerung dienen soll, wachsend« Beunruhigung Hervorgerufe« hat. Die Tatsache an sich ist richtig. Sie ist auch eine Gefahr für die Fest besoldeten, die ja gerade beim Reichseinkommensteuer, gesetz durch den Abzug bis auf den letzten Pfennig ihres Ein- tommens zur Steuerzahlung herangezogen werden. Für die Richtfestbejoldeten läßt das Einkommensteuergesetz viele Möglichkeiten zurEtenerdrückebergerei offen. Eine Mög- lichkeit, die die Besitzenden sicherlich in großem Umfange benutzen werden. Die Anfrage der Demokraten will diesem Bestreben Vor- schub leisten und ihm das Mäntelchen der Legalität umhängen. So regt die Anfrage an, die Veranlagung nicht nach den. Ergebnis nur des Vorjahres, sondern nach einem dreijährigenDurch- schnitt erfolgen zu lassen. Da das nur für die Nichtfestbesoldeten in Betracht kommen würde, wäre damit ein« wesentlich« M i l- dernng des Einkommensteuergesetzes für diejenigen geschaffen, die ohnedies von ihm mit Samtpfötchen angefaßt war- den find. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten werden deshalb mit großer Aufmerksamkeit auf die Antwort des Finanzministeriums auf diese Anfrage schauen müssen. Auch nur der Versuch, den Wün- scheu der Kapitalisten zn entsprechen, müßte ihre» entschlossenen Widerstand hervorrufen. Unruhen in Zittau (Eigene Drahtmeldnug der Freiheit".) Zittau, 30. Jnli. Heute nachmittag fand in Zittau in Sachsen ein« Kundgebung der Arbeiterschaft statt, die ihre Solidarität gegenüber Sowjet- rußlond aussprach und die Arbeiterschaft aufforderte, den Trans- port von Waffen und Munition zur Kriegsführung gegen Ruß- land mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern. Im Anschluß an diese Veranstaltung wurde Bericht erstattet über«in« in der vorigen Woche in die Wege geleitete Aktion zur Herab- setz nn g der Lebcnsmittelprelf«. Nach der Berichterstattung teilte einer au, der Mitte der Versammlung mit, der Lebensmittel- Händler S ch i w n y habe auf Vorhaltung wegen der teuren Wurst- preis« gesagt, wenn die Arbeiter sie nicht bezahlen könnten, dann sollten st« Sägespäne fressen. Darüber wurde die Meng« na- geheuer erregt: einige Tausend« zogen vor das Geschäft de» Ge- nannten, dieser wurde auf die Straße geholt und durch- geprügelt. Codann wurde ein großer TeU der im Laden vor- handenen Lebensmittel unter Kontroll« einiger Leute an» der Menge zu herabgesetztenPreisen verkaust. Bald darauf rückte die Polizei heran, sie wurde aber schnell von der Menge zurückgedrängt. Ein« halb« Stund« später zog die Sicherheitswehr mit Maschinengewehren und Handwaffen an. ging aber aus eindringlich« Auseinander- fetzung einiger unserer Parteigenossen in die Kaserne zurück. Nach und nach kam die Menge den fortgesetzten Aufforderungen unserer Genossen, sich nach Haus« zu begeben, nach, nur etliche Neugierige standen noch in Gruppen in lebhafter Diskussion beisammen. Es schien, als ob nunmehr alles vorüber fei. Da rückte gegen 9K Uhr die Sicherheitswehr nochmal» an und gab Feuer. Ob Leute verletzt wurden, ließ sich bei Abgang dieser Nachricht noch nicht fest- stellen, doch wird auf das Bestimmtest« behauptet,«in Mann sei schwer verletzt. Die Zugangsstraß«» zu de« Geschäft sind durch Sicherheitswehr scharf abgesperrt. Rückgang der Rohöl pro dnktio» tn Rnmäntar. Die rnmänifch« Regierung hat angeordnet, daß Petroleum von setzt ab nur noch an Lebensmittelbetrieb«, Elektrizitäts- und Wasserwerke ge- liefert werde. Andere Betrieb« bekommen bis auf weiteres in- folge der geringe« Rohölproduktiou tetu Petroleum»ehr zugewiesen. Der polnische Frontbericht Ostpreuße« nicht gefährdet Räch dem neuesten polnischen Heeresbericht, der reichlich MI» klar gehalten ist, haben die Sowjettruppen weitere nennenswert« Erfolge erzielt. Sie sind über O s o w i e c hinaus auf L o m z« vorgestoßen, die Vorhuten haben bereits die Stadt berührt, solle« aber von den Polen wieder verjagt worden sein. Der polnisch« Heeresbericht meldet des weiteren Umgruppierungen, er spricht von neu bezogenen Stellungen, ohne die Orte näher zu benennen. Das läßt auf eine ziemlich starke Verworrenheit ander Front schließe«, denn Umgruppierungen und die Einnahm« von neuen Stellungea find immer die Folge von schweren Niederlagen. Wichtig ist da» Eingeständnis, daß die Rote Armee vor der N a r e w l i n i e steht. Da diese nicht frontal angegriffen, sondern in dem Räume zwischen der ostpreußischen Grenze und dem Festungsgürtel im Rücken gefaßt wird, ist mit ihrem baldigen Fall zu rechnen, wenn nicht die Waffenstillstandsbedingungen, über die feit gestern abend verhandelt wird, von den Polen angenommen werden. Durch den schnellen Vorstoß über Olowiec hinaus auf Era- j e w 0(bei Lyk) und K o l n o(bei Johaunisburg) haben die Russen die sich noch in dem Raum« vor Augustowo und Suwalki befindlichen polnischen Truppen abgeschnitten. 2000 Polen sind bei Prosken über die ostpreußische Grenze getreten, ste wer- den dort entwaffnet. Die Russen haben bisher überall die ostpreußische Grenz« respektiert. Ihre Vorhuten streifen längs der Grenze in südlicher Richtung. Jede andere Aktion wäre für die russische Armee ohne militärischen Wert, ganz abgesehen davon, daß die Sowjetregierung nicht daran denkt, die deuljche Neutrali- tat zu oerletzen. Bor Sensationsnachrichten sei deshalb ausdrück- lich gewarnt. Ostpreußen ist in keiner Weise gefährdet. Das Boulogner Abkommen HR. Paris, 31. Juli. Der„Eclair� veröffentlicht den Wortlaut des Abkommens vo« Boulogn«. In Artikel 1 oereinbaren die beiden Regierungen, die Kommission für Wiedergutmachung einzuladen, die Ausführung der Spaaer Abkommen bezüglich der Kohlenlieferungen und der Vorschüsse zu regeln. In Artikel 2 wird gesagt, daß die Kam- Mission für Wiedergutmachung von den Regierungen beauftragt wird, dies« Vorschüsse zu geben und alle Kreditabkommen, die mit der Kohlenlieserung verknüpft sind,»n regeln. Die Kommission stellt den Betrag der Vorschüsse fest. Artikel 3 sagt, daß Deutschland am 1. September 1920 der Kommission für Wieder- autmachuna deutsche Echatzanweisungcn im Betrag« vo« LS Mit« lionen Goldmark, die am 1. Mai 1921 rückzahlbar sind und mit L Prozent verzinst«erden, überweisen muß. Artikel 4 regelt den Verkauf dieser Schatzanweisungen. Es wird festgestellt, daß die Kommission für Wiedergutmachung einen Auftrag der bettest senden Regierungen erhalten bat, sich auf Bäks dieser Schatz- anweisungen die Gelder zu beschaffen durch Verkauf der deutschen Schatzanwelsungen mit oder ohne Jndossierung der betr. Regie« rungen. Artikel 5 behandelt die Wirkung der Steinkohlen- lieferunge», die Schaffung der Vorschüsse und die Anwendung deutscher Schatzscheine. Die Kommission für Wiedergutmachung kann vorläufig einen Bettag der monatlichen Vorschüsse a» Deutschland auf Grundlage von 40 Goldmark pro Tonne fest- stellen, und zwar auf das Quantum Cteinkohleu, da» Deutschland im Uebergangsmonat geliefert hat. Di« Kohlenvorlage in de» franzöfischen Kannner TU. Basel, 81. Juli. In der gestrigen Verhandlung der Pariser Kammer über di» Koylcnnotjclmsse an Deutschland bat der Berichterstatter der Finanztommifsion Bolanowski die Vorlage zurückzuweisen- Nach mehreren anderen Rednern erhielt M i l I« r a n d da» Wort. Er befürwortete in längerer Rede die Annahme der Vor- lag« und schloß: Wenn Sie die Vorlage zurückweisen, übernehmen Sie nicht nur die Verantwortung für eine Kohlenkrii« in Frank- reich. Belgien und Italien, sondern eine höher« Verantwortung wie je zuvor. Di« Red« Millerands wurde mit stürmischem Best fall auf sämtlichen Bänken, ausgenommen die der äußersten Liu- ken, aufgenommen. Die Borlag« wurde daraus angenomme«. Di« Anrechuuug des Steuerabzug». Auf wiederholte Anfrag«« bezüglich der Auslegung des Artikels 2, des Gesetzes vom 21. Jult über die ergänzend« Regelung des Steuerabzuges vom Arbeits- lohn wird von amtlicher Stelle folgendes mitgeteilt: Die bis zuin 1. August gemachten Abzüge können aus die nach dem neuen Gesetz einzubel, altenden Beträge nur dann und nur insoweit ange- rechnet werden, al»iiehöh«rwarenalsdit Summe, die sich nach dem neuen Tarif ergeben würde. Der englische Anteil an den Kohlcnvorschüsse». Ein deute hev DieÄusgabendersoziaUsttschcuKultur Von A. Lunatscharskt. nen ssjfuud vor. Gel T W................. öann nähme ste aber keinen schaft auf eine soM t ich � Sozialismus bedeutet doch �oietari.chen also auch des Proletariats: dil Kultur könne nur eine allgemein menschlich- sein. sozialistische Kultur r�n steckt mehr ein« Sucht nach fcÄ Ä Z.K--'« r--«-» eiriznbringen. Träact des Sozialismus. Es kann ihn Das Proletari� fft der T g Sozialismus kann nicht n« allmählich«rwirklichen. venn � Die sozialistische mtt einem Male ins Leben gerui«',. jedoch ist die Um- Revolution kann i-jgar.m mnem Tag� g � ben Sozialismus ----------- uns 00t- »-«5kl unter dem Szepter der Zaren stöhnt«, Hab« ich diese Wahrheiten sestgestellt und stritt mit Herrn Pottessow � d.e proletarijche Kultur. Er bemüht« fich ,u beweisen, daß e-fnJf i?tnfn�t0 J*lt in der Periode des politischen Kampfes seine Kultur zu schassen, daß die Kultur für das Pro- letariat nur den Zugang zu den wissenschaftlichen Problemen be- deute, wahrend«in proletarisch künstlerisches Schaffen, die Aus- arbeitung einer proletarischen Ethik, nur ein Lux», für die Ar- beiterklasse sei. Dies« letzteren Waffen brauche das Proletariat nicht, ste seien auch unerreichbar für diese Klasse. Zwar hat die Bourgeoisie schon in der Borbereitnngsperiode ihrer Revolution reif geworden ist, in die neue wei"»,»/>, aiofier llnRnn ,u iSl'; S,t »Ä-Ä S?»fÄ K Welt er chafft, auch nach dem Sieg« wird es. wie'»» ov uns selbst jetzt er/eben, einen angestrengten und h�tnaa, gen Kamps Men müssen. Nach dem Siege beöiilt-- die Waffe der Staats- gemalt in seiner Hand: aber noch lange wird ein ovieNiver Bs. obachter nicht sagen können, ob das letariat der s or ere Gegner ist. und ob es ihm gelingen wird, seinen Sieg Z» veseingen Natürlich wird die sozialistische Kultur nur am eine bestimmt« Art und in kleinem Masistabe gelchaffen, solang« da» die unterdrückte, sich empörende Klasse ist: auf««*«« Art und in viel breiterem Maßstab«, sobald es die Diktatur über die teilweis« schwankende, tei lweise ganz l ich kanterreoo wtlonar«. pur auf die Vergangenheit zurückblickende GcscMa>t ausüb� Mf erue dritte, lichwolle Wesse und tn einem unseren Maßstab«, fcwrn, wenn es die gen»« eben fcwm, wenn es l hast umgestaltet hat. dunkesste Ecke dieser Frage gel man aber diese Frage»ich„..-----...________ vielmehr die Notwendigkeit unterstreichen müsse, die wachsende» Kräfte der Arbeiterklasse auch ans dieses Gebiet zu lenken. Gegenwärtig stellt sich das Problem in einem ganz neuen Lichte dar. Einerseits ist das Proletariat in kultureller Hinsicht noch nicht reif. Es gibt noch kein«, vielleicht nur sehr wenige prole- tarische Ideologen. Keiner von uns kann, wenn er ganz aufrichtig sein wiS7 sagen, was das PrWetaratbis jetztReuesradik-.? Wichtiges in die Gebiete der Philosophie und Naturwissenschaft Hinewgetragen hat: diese Gebiete werden in Zukunft unbedingt mit den hohen Grundlagen der proletarischen Soziologie und Oekonomie in Einklang gebracht werden,>edoch hat der proletart- sche Gedanke sich aus die em Gebiete bisher noch wenig betätigt. Wie wird di« proletarische Kunst sein? Dafür g'bt es vorläufig nur aanz schwache Andeutungen in den manchmal sehr begabten Erstlingswerken, jenen ersten Lerchen der proletarischen Dichtung, die über unseren Köpfen de» Gewitterhimmel voller Wolken und Blitze durch>chw irren.. Das Proletariat muß die Arbeit an der Schöpfung der prole- tariichen Kultur fortsetzen, um mit einem möglichst breiten Strom neuer bestimmter Werte, die den Stempel des proletarischen Ge- danken» tragen, die sich überall vorbereitend« künftige Ordnung de« ttiumpyterenden Sozialismus zu befruchten. Der Sozialismus wird in die feinsten Adern der Gefellschaft um so schneller eindringen, er wird den bürgerlichen Schmutz und den kleinbürgerlichen Staub um so schneller von sich aojchutreln, j« mehr der proletarisch« Genius sotne Kräfte auf dies« Gebiete tuxitzxi njitd. Gleichzeitig kann das Proletariat au bea Kulturstätten nicht vorbeigehen, die ihm die Bergangenhett als Erbschaft hwterlassen hat; e» kann nicht den riesenhaften, wissenschaftlichen und Lehr- apparat. wie ihn Staat und Gesellschaft sogar in Rußland hatten, unausgenützt beiseite liegen lassen.... Die ungeheure Ausgab«, alles allmählich mit dem sozialistische» Geiste zu durchdringen, diese ihren Dimensionen nach außerordent« liche Anhäufung von teils wirklichen, ttils zweifelhaften Werten, ohne die wichtigen dabei zu zerstören, das ist eine Aufgabe de» Proletariats als Diktator, des Proletariats als Lenker de- Staates. Die Akademien, die Universitäten, die Museen, di» Laboratorien, die Schulen, di« Theater, die Konzerte, die Au»' ftellungen usw. müssen restlos ausgenützt werden. Im Winkel am Tore Erstaufführung im Walhalla-Theater. Wir stellen unsere Kritik aerne zurück, um einen Leser der„Frei- heit", der sich nicht zu unseren Parteigenossen zählt, zu Wort« kommen zu lassen. Man schreibt unsi„ n �»geregt durch die Aufforderung zur Mitarbeit an all« Lese» „Freiheit", möchte ich Ihnen aus fteiem Herzen den Eindrua < /r-.. fi... u_ t �-i 4- ii; �.a*. 1"•.-f\»- i f ,*. l V Iii der wiedergeben, den Gustav Elettovs bürgerliches Trauerspiel Winkel am Tore" auf einen außerhalb der Sozialdemokratie Stehenden ausgeübt hat. Zum erstenmal wurde mir die Trag» des zugrunde gerichteten Handwerkerstandes in dem Schicksal des ehrsamen Büchsenmachers Pachzeller durch die zunehmende KoM zentration des Kapitals ergreifend vor Augen geführt. Ich bw nationalökonomisch zu wenig geschult, um hier wirtschaftliche Er- wägungen anknüpfen zu können, aber rein menschlich betrachte� wurde mir durch di« ungekünstelte Art der Darstellung an diesem Abend klar, wie das Kapüal im Gemeinbesitz der Masse im sonderen Falle mehr Nutzen stiften kann als in der Hand eine« unfähigen Einzelnen. Das Stück wirkte auf mich im Gegensatz zu so vielen anderen Machwerken besonders sympathisch, weil d» zugrunde liegende Weltanschauung, ohne tendenziös zugespitzt Z» sein, vertreten wurde. Ich bin müde von Enttäuschungen und do« noch immer ein Suchender. Welche Idee der Menschheit den Frieden auf Erden bringen wird??— Jedensalls bin ich d-t Gedankenwelt des Sozialismus durch die glaubwürdig«, nar keiner Seite hin übertreibende, künsilerische Darstellung seeli! bedeutend näher gerückt._ Willy Tiebrich, Eharlottenbnrg. Lommer-Oper tn der Volksbühne. Am 1, August findet die Ev öffnungsvorstellung der Opern-Sommerspielzeit mit Kienzl s„Kuy- reigen" statt. In den Hauptrollen sind beschäftigt: Kammer- sänaer Tauber von der Staatsoper Dresden. Margarete Saste- mllller, Hermann Kernt. Di« musikalisch« Leitung des gesamte» Blüthner-OrchSfter» liegt tn da» Hänve« von Herrn Euge» Keine halben Maßnahmen! Eiu Hsh« auf das Interesse der Allgemeinheit der letzten Zeit mehren sich die Fälle, daß Aktien- gejeUcchaften in Form von Dividenden oder Gratifikationen rhren Aktionären Summen zuwenden, deren Höhe des all- gemeinen Interesses wert find. Wenn diese hohen Dividenden wenigstens noch ein Zeichen besonderer Prosperität der deut- Ichen Wirtschaft wären! Aber wie es damit aussieht, ist zur wenuge bekannt. Diese hohen Dividenden find in einer Zeit wie der heutigen, wo zwischen Kaufkraft und Preisen ständig die Krise droht, nur möglich, indem ohne Rücksicht auf die lausschwachen Konsumenten die Preisschraube angezogen wird, oder wenn auf dem Rücken der misera contribuens Plebs„Koniunktur"-Eewinne gemacht werden. Man fragt das Reich nicht Mittel und Wege, derartig über- Saffig hohe Gewinns von Gesellschaften für die Allgemein- hcit zu erfassen? Warum greift der Staat nicht zu? Hier liegen die Gewinne offen zutage, er bedarf nur einiger bilanz- kundiger Steuerbeamter und einer entsprechenden Aenderung der Bilanzierungsvorschriften, um zu verhindern, daß ihm keine Beträge in der Erfassung entgehen. Angesichts der all- gemeinen Wirtschaftsnot und der trostlosen Leere der Staats- kcffen ist es unerträglich, daß Dividenden verteilt werden, die nicht anders gekennzeichnet werden können denn als Hohn gegenüber der Last, unter der die Allgemeinheit keucht. Wir greifen zwangslos einige Fälle der letzten Zeit heraus. Die Zuckerfabrik Glauzig, die im Vorjahre ihren M- noimren ein großes Vezugsrecht in den Schoß warf, verteilt bei 1920 nahezu verdoppeltem Aktienkapital und bei vem gleichen Reingewinn wie im Vorjahre ZSProzent(Vorjahr 18 Prozent) Dividende. Hören wir, wie die Fabrik dies erklärt: eine de- friedigende Ernte, eine sehr gute Zuckerausbeute und eine günstig« Verwertung aller Produkte. Und wie fleht es mit den Zahlen aus? Verarbeitet wurden 280 308 Doppelzentner Rüben gegen 173 600 Doppelzentner im Vorjahre bei einem Zuckergehalt von . 13.15 Prozent gegen 18 Prozent. Das geht über den Verstand aller derer, die nicht im Ausstchtsrat der Zuckerfabrik fitzen, wohl hinaus. aber der Endeffekt, die 25 Prozent Dividende, stimmt.— Die Hohlglashüttenwerke Ernst Witter Akt.-Ees. in verwagerung und dem«giogewinn aogcicm-«, w«twcm,-uuifi hört man vielfach die Behauptung, daß das deutsche Glas nicht so recht konkurrenzfähig sei. Die Gejellichaft hat übrigens schon früher gut verdient, so 1S17: 40 Prozent. Für 1918 finden Rch keine Angaben.— Die v o n P o n c- t S l a s h ü t t« n w e r l e A.- G. in Friedrichshain verteilen 80 Prozent(i. V. 20 Prozent).— Roch einig« Fabriken aus der Textilbranche. Es braucht niemandem ins Gedächtnis zurückgerufen zu werden, wie schwer es heute für die meisten Menschen ist. sich-inen Anzug, sich auch nur«n Semd zu kaufen. Trotz der angeblich lo sehr herabaesetzten Preis«. bei denen, wie immer n. solchen Fällen, das vefchref großer, st als die Preisherabsetzung. Aber sehen wer un» einig« Ausschüttungen an- die Norddeutsch« Wollkämmerei und Kamm- g a'r n s p i n n e r e i verteilt neben 1 2(Vorjahr 10) Prozent Dioi- dende nicht weniger als die Hälfte de, Mienkapttals in Form von Eenußschemen an ihre Aktionare.- Die Eera-Sreizer Kammgarnspinnerei gewahrt auf j. eine«lw Aktie(in besonderer Form, die an der Cache nichts ändert) IK Gratis. aktien: also das eineinhalbfache �tienlamtall— Die Tüll- »nd Gardinenweberei Äkt.-Ges. in Plauen beantragt 2 0(Vorsabr 15) Prozent Dividende und mindestens Verdoppelung des 18 Mill. Mark betragenden Kapital». Man kann die Sache drehen und wende«, wie man will. Wer hat letzten Endes die Dividenden aus seiner Tasck« zu »Gahlen? Der Konsument. Der Herr Finanzminister sei aus -Jr.dftse Verhältnisse hingewiesen. Oder: da« Reich verwendet "'Milliarden für Lebensmittelverbilligung— der Herr Wtrt- schaftsminister sei darauf hingewiesen, daß sich hier vielleicht ein ganz hübsches Sümmchen für die notleidende Bevölkerung aus den Talaen der nicht notleidenden Bevölkerung sammeln tt-ße Und schließlich sei der Reichstag einmal auf das dauernd wachsende Defizit im Staatssackel und auf fem« Pflicht verwiesen."...' «N«wr;££«tv« »ÄST ÄÄ ÄÄg richtet werden: sie beschuldigen zugleich die ganze bisherig« Regienmgsiwlitik, an der die Rechtss�mlisten«in gctiittcltes Maß von Verantwortung tragen. Diese Politik hat es ver- hindert, daß die Produktion s- umgestaltet wurde, daß st« den Interessen der Allgemeinheit entsprach diese Politik fcrt dahin geführt, daß die werktätig- Be°olk-�ng einer wglich krankfurte. Zeitung" als Vertreterin kapitalistischer Jnter- eFen will mit ihrer Kritik allerdings nur den schlimmsten Äuswüchsen der kapitalistischen Wirtschaftsweise zuleibe geben- damit wird aber keine dauernde Hilfe gegen das wachsende Mendgeschaffen. viel� muß wmm?au�nnd Die Finanzlage des Reiches Der Reichs finanzminifter hat d««-tK/ag«ine D-nss�ft über die finanzielle Lage de» Reiche» ibm«'cht. Nach einer U-berflcht über die fi-anzielle Snt«tcklung de»»eicheS von 1S18 d-s 1013 �Di°'N?ah«en an- Zölle« u»d Steuer«, die Monopolein. nabmen und Ausfuhrabgaben, die«unahmen auS dew Bankwesen und sonstige kleinere Einnahmen sov«»«sbrwg-n m»gesamt 27�7 Milliarde» Mark, darunter 2.» Mllwrdeu Mark a«S St«em. die noch nicht bewilligt find, und 8 Milliarden Mint auSeinaia igen t teuer n. Die Ausgabe« des ordentlich«' Hau�s fmd nach bzug von 180 Million-» Mark Rücketm�m«. veransch� 27,77 Milliarden Mark. Würde» die kalsachUchw Sinnahmen und Ausgaben sich so gesialle». wie sie im Borauschlag geschätzt stM>. so würde«, wie schon erwähnt, fich die Stimahmen DSgat«, des ordentlichen Etat« die Wage halte«. Infolge der Nuficherhett der wirtschafllichc««erhältuifse und infolge de» GeldwerieS ist«S jedoch fraglich, ob dies«» Ergebnis erzielt werden kann._,....... Der außerordentliche Haushalt steht zunächst 11.0 Milliarden Mark Ausgaben vor. Dazu kommen noch ans d«i««- triebsverwaltungeii Fehlbeträge in Höhe von 12.9 Milliarden Mark, die fich aber aus den vorgenanmen Gründen wohl auf iv Milliarden Mark ader noch darüber erhöhen werden. Die Ge- samtausgabe deS außerordentliche« HauShalt» würde demnach 24.6 bt» 27,0 Milliarden Mark beiragen. Der Gesamtbedarf deS außerordentlichen»nd ordentliche» Haushalts ist in dem vorläufige» Etat a u f 52,8 b i» 66.» M i l l i- arden Mark anzugeben, wovon rund die Hälft« durch die Ein- Nabmen de» ordentliche» Etats Deckung finden soll. Bor Jahresfrist ist die gioj.e Steuerreform in Angriff g-uom««» worden. Trotzdem die Geietzgebnug rasch gefördert worden ist. wird es doch noch einige Zeit dauern, bis die finanzielle AuSwirlnug der bisher geschaffenen Steuergesetze vollkommen in die Erscheinung tritt. Bis dahin aber wachsen und wachsen dreSchu�e« und erhöhen die fttoquffiut deS Reicks Hatte der E-ftuteagtand ata die Sefamttchuld deS Reich« am 80. Juni 1920 attf die Summe von 216 Milliarden Mark. Darunter waren 1 2 8.8 M t l l i a r d e n Mark schwebende Schulden. Allein der Monat Juni weift einen Gesamtbedarf an außerordentlichen Deckvngsmitteln in Höhe von 11'/, Milliarden Mark auf. Dii-se Entwicklung ist geradezu verbängnisvoll. Die Hauptursache der Schuldenverwehrung im Monat Juni liegt in dem Bedarf der Berkehrsvermalinnaen. Die Post erforderte an auberordenllichen Deckungsmittelu eine Milliarde Mark, die Eisenbahn an Zuschüsien zwei Milliarden Mark und infolge der Bcrreichlichnng und Uebemahme der preußischen schwebeuden Schuld ans das Reich weitere secks Milliarden Mark Aus diese» Ziffer» spricht eine gewallige Mahnung an daL deutsche Volk, den Ernst der Lage, tu welcher wir uns befinden, voll zu erkennen und Regierung uud Parlament mit allön Mittel» zu unterslütze», damit durch prakltsih« Ausführung der Eien-rreform eine weitere Verschlechterung dcr Finanzlage de» Reiche« vermieden wird. Es dreht sich um alleS. Wenn wir der Finanzuot nicht Herr werden, weil ein Teil des Volles sich an den papiernen Reichtum klammert, so wäre ein« wirtschaftlich« Katastrophe von »»gehen rerTragweite unvermeidlich; die Folge» einer solchen wären nicht auszudenken." Mahnung„an Der Reichsfinanzminister hätte fich feine Mi. das deutsche Volk" ersparen können, denn nicht das �Völk" ist es. das das Reich zugrunde richtet, sondern es find die besitzenden Klassen, die die Schuld am Kriege tragen, die ungeheueren Kriegskosten verursacht haben und die fich nunmehr von der Bezahlung der Lasten zu drücken suchen. Der Reichsfinanzminister hat selbst wiederholt fest- stellen müssen, daß der Ertrag aus den Besitz- steuern bisher lächerlich gering war, und wenn es bis jetzt überhaupt noch gelnngen ist, das Reich vor dem finanziellen Zusammenbruch zu bewahren, so ist das den un- geheueren Lasten zuzuschreiben, die der minderbemittetten Bevölkerung aufgelegt worden find. Gerade in Anbetracht dieser Umstände wirkt es so em» pörend, daß durch den Steuerabzug vom Lohn bei der werktätigen Bevölkerung eine Zwangsanleihe auf- genommen wird, und daß auf diese Weise das Proletariat. das ohnehin schon durch die kapitalistischen Kreise aufs äußerste ausgebeutet und entrechtet wird, zu Sonder- leistungen für den Staat herangezogen wird. In Zukunft sollte der Reichsfinanzminister also seine Mabnung nicht„an das deutsche Volk" richten, sondern vielmehr alles tun, damit die besitzenden Klassen endlich entsprechend ihrer wirtschaftlichen Stärke zur Deckung des Defizits heran- Egen werden. Das geschieht aber noch nicht im ent- testen. Je schwerer der Steuerdruck auf der werktätigen ölkernng lastet, desto tollere Profitorgien feiern die kam- talistischen Kreise. Glaubt die Regierung, daß das Volk sich diesen wahnwitzige» Zustand noch lange gefallen lassen wird? Abbau der Zwangswirtschaft Der Unterau sfchnh de» Reichswirtjchaftsrat» für Landwirtschaft und Ernährung beschäftigte sich in seinen beiden ersten Sitzungen am 28. und 29. Juli mit der Frage der Bewirtschaftung der Kartoffeln und des Fleisches. Di« Regierung hatte dem Ausschuß den Entwurf einer Ver» ordnung zur Begutachtung vorgelegt, die al» Uebeigaiigsmaß. nähme und zur Boroereitung der freien Vieh-»nd Fleischwirtschast die A nfhetungderFleischkarte vorschlägt, die durch ein« örtlich« Kundenliste ersetzt werden soll. An Stell« der Kun- denliste soll auf Wunsch einzelner Landesregierungen aber auch die Einslchrung einer Gemetndefleischkarte zulässig sein. D« Verordnungsentwurf sucht ferner die Fleischversoraung der Selbstversorger dadurch zu verbessern, daß in Zukunft nicht mchr eine Gewichtsmenge, sondern ganz« Schlachttiere al» Berechnungs- grundlage der Selbstoersorgerration zugelassen werden solle». Daneben find noch einige ander« Bestimmungen zur Er- leichterung der Selbstversorgung mit Fleisch vorgesehen. Tier Ausschuß, der sich nur gutachtlich zu äußern hatte, erklärte sich mit großer Mehrheit gegen die Verordnung. Sein Haupt- bedenken war, daß durch die Annahm« der Regierungsverordnung. «iim Wetterbeliefernng der Gasthöfe vorsteht, eine starke Bevorzugung derjenigen Kreise eintreten muß. die in Gast- i Ä".Mahlzeiten einnehmen. Zwar besteht dieser Zustand tatfachlich heute schon, ihn aber gesetzlich festzulegen, erschien dem Ausschuß bedenklich. Die Aussprach«, die sich nicht nur auf die vorgelegte Verordnung beschränkte, sondern auch«ingehend dt« Gründe für und wider die Fortdauer der Zwangswirtschaft er- ottette, endete mit der Annahm« eines Beschlusses, wonach das Gutachten des Ausschusses ans Aufhebung der Zwangs- Wirtschaft»ach einigen Monaten bei vorläufiger Beibeyal- tung der Fleischkatte lautet. Die Aufhebung soll erst erfolgen, wenn gewisse Uebergangsmaßn ahmen, wie Schaffung von Fleischreserven. Einfuhr von Futtermitteln und Abschluß von Lieserungsoerträge» durchgeführt worden sind. «artostelwtrtschest nwtb« die Aufhebung der Bewirtschaftung der Herbstkariosfeln einstimmig beschlossen. Auch hier wurde jedoch an die Aufhebung der Zwangswirtschaft die Bedingung geknüpft, daß die Es- meinden durch Abschluß von Lieferuiigsverträgen ei« Quantum von 85 Millionen Zentnern für die städtische Bevölkerung sicher- stellen und daß außerdem Vorsorge für weitere Kattoffelreserven, mit denen etwa eintretende Notstände bekämpft werden können, Ott r offen wird. Die Fabrikation von Kartofselslocken und Kar- toffelstärke soll im kommenden Mnter in der oisheriaen Weise weiter geführt werden, w«U auch dadurch Kartofselreieroeii ge- sichert werden. Der vollowittschaftNch« Ausschuß de» Rerchswirtschastsrat» hat den hier behandelten Beschlüssen seines Unterausschusses für Er- nahrung«nd Landwirtschaft m seiner heutige» Sitzung dt« er- forderlich« Genehmigung etteitt. Ei» Antrag der Demokraten Die demokratische Fraktion hat folgenden Antrag im Reichstag eingebrocht: die Reichsregierung zu ersuche«: der Erklärung des Herrn Reichskanzlers vom 2®: Juni 1920;„daß auf den zahlreichen Gebieten, auf denen die öffentliche Bewirtschaftung keine unbedingte Notwendiakeit mehr ist, auf denen der frei« Handel ein« bessere und billigere Ver- iorinmg herbeiführen kann, der Abbau der Zwangswirtschaft mit Beschleunigung weitergesühtt werden wird, dattiber Auskunft Umgebe», welch« Gebiete für diesen beschleunigten Abbau der Zwangswirtschaft jeder Art i n Betracht komm« und was auf diesen E-Hitten bisher geschehen ist; Maßnahmen ztr ergreifen, um je nach Lage der uurtschaftlichen Verhältnisse, der einzelnen Gewerbezweig« und des Geldstandes ein« zettweilige Außertraftsetzuno -? uhrabgaben herbeizuführen. Inzwischen nimmt der Abbau der Zwangswirtschaft durch feldstandiges Vorgehen einzelner Reichsteile k-pneits seinen „beschleunigten" Verlauf. Auf die ganze Angelegenheit wird noch zurückzukommen sein. Demonstration� de««emischeu Arbeit«. Di« Arbeit« der chemischen F ab r i ke n im Wittschastsbezirk Frankfutts demonstrietten Freita-, abend nach Fabriischluß. In Zügen von Tausenden von Arbeitern ging e» zum Börsengekude. wo dt« Tarifkommission mit den Fabrtkleiwngen über die Forde- rungen der Arbeiterschaft verhandelt«. G-fordett wird eine 48stündige Arbeitswoche, die Uebernahme des Steuer- abzuges auf die Vetricb- und ei« Lohnerhöhung von 75 Prozant ab 1. Jul,. Gin GewerlWMsjekrstär gab heran nt, Erf lg Streutet»!' Das dents ch-holländis che Kredit- abkommen Dem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes über den mit der hollandischen Regierung abgeschlossenen Vertrag über Kre« dit und Steinkohlen ziigegangen. Danach erbält Deutsch- land einen Kredit von 200 Millionen Gulden auf zehn Jahre zu sechs Prozent Zinsen. Für 00 Millionen Gulden sollen Lebens- mittel, für 140 Millionen Eulden Rohstofe geliefert werden. Als Gegenleistung liefert Deutschland an die Niederlande vier Jahre lang monatlich mindestens 90000 Tonnen Steiukohlen, Briketts und Koks zum Weltmarktpreis. Zur Sicherheit für den gesamten Kredit werden bei der Niederländi- schen Bank Relchsschatzscheine in Höhe von 200 Millionen Gulden hinterlegt..Die niederländische Regierung hat im April dieses Jahres bereits emen Vorschuß von 25 Millionen Gulden auf de» Lebensmittelkredit gewahrt. Die Ausführung dieses Abkommens stößt aber auf Schwie- rigkeiten. In der lranzofischen Kammer hat Millerand ausgeführt, daß auf Grund des Artikels 248 des Vertrages von Verjailles die Alliierten ein allgemeines Privileg auf deutsches Besitztum hätten. Kein Neutraler dürste also ohne Einverständnis der Alliierten ein Abkommen mit Deutschland treffen, also sei auch das holländische Kreditabkommen nicht rechtskräftig. Diese Auslegung des Artikels 248 ist durcyaus nicht sriMaltig. Ks heißt dort, daß„alle Vermögenswerte und Einnahmequellen Deutsch- lands und der deutschen Bundesstaaten an erster Stelle für die Bezahlung der Wiedergutmachung?- und aller anderen Aermlich- tungen" haftbar seien. Daraus ergibt sich aber noch keineswegs, daß Deutschland kein Abkommen in der Art des deutlch-holländi- Ichen Kredit- und Kohlenabkommens schließen dürfe. Wenn Deutschland die Vereinbarungen von Spaa ausführt, und monat- lich 2 Millionen Tonen Kohlen an die Alliierten liefert, so kann die Entente nicht das geringst« Interesse daran baben, andere Ab- kommen Deutschlands mit neutralen Ländern, die die Besserung der Wirtjchasts- und Ernährungslage bezwecken, zu verhindern. Versorgung mit bMgem Schuhwerk Der Reichstagsabgeordnete Genosse Simon(Franken) hat im volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages einen Gesetzentwurf über— c.~i der wurf wird bestimmt, daß der Sicherung� N.-E.. der Liquidationsfonds des Ueberwachungsausschusses der Schuhindustrie, der Liquidationsfonds des Hauptverteilungsaus- schusses des Schuhhandels und der Liquidationssonds der Cattler- leder-Eesellschaft m. b. H. mit Wirkung vom 1. Juli 1920 zugunsten des Reichs zum Zwecke der Versorgung der Minderbemittelten mit billigem, neuen ledernen Straßenschichwerk beschlagnahmt, Eigen- tum des Reichs werden sollen und an die Reichskasse abzuführe» sind. Die Horthybanden stehlen Waffen Bewaffnet« Horthy-Vanditen haben einen Brigantenzug nach Deutschösterreich hineiu unternommen, um in dem steiermärkischen Grenzott Fürstenfeld das Waffenmagazin zu berauben. Der Raubzug gegen da» Waffenmagazin war militärisch orga- nisiert. Sogar die Eisenbahnstrecken waren besetzt, um den Raubzug zu decken. Wer fich widersetzen wollte, wurde mit dem Erschießen bedroht. Der Wert der geraubten Waffen wird auf 4 Millionen Kronen geschätzt. Die Wiener Blätter erheben schwere Anklagen gegen Ungarn, jedoch auch gegen die Landes- regierung von Steiermark, welche entgegen dem Auftrag: de» Staatsamtes für Heereswesen, fich geweigert hatte, die Was- ft« von Fürstenfeld ins Innere de» Landes zu bringen. Bon dem Vorfall winde auch die Ententemissionen verständigt. Es wurde eine eingehende Untersuchung eingeleitet und von Un- garn Genugtuung verlangt. Ueber Einzelheit«« berichten dt« folgenden Meldungen: Graz. 80. Juli. Zwischen drei«nd vier Uhr früh, wurde das Zeug- und Munitionsdepot in Fürstenfeld durch eine Gruppe von etwa 800 Personen, die aus der Gegend von Rüdersdorf in llnaarn kamen, geplündert. Di« Depotb'siänd«, ungefähr Ungarn kamen, g e p l ü n d e r t. Die Devotbestände, ungefähr 2000 Gewehr«. 21 nicht gebrauchsfähige Mafch.-Gewehre.�wie ungefähr 2000 Mannesausrüswngen, wurden weggeführt. Die P. ander er waren mit drei Lastautos samt Anhangewagen erschienen. Em Teil der Leute, etwa 150, plünderte da» Magazin, während dt« übttgen zur Bewachung d« Stadt Fürstenseld»sendet wurden. Die Ruhe in der Stadt wurde nicht gestört. Es kam auch zu keinen weiteren Tätlichkeiten. Di- Bewachung d« ZeuMusts war von de««ilitättschen Formationen«och nicht Ldernomme» «{«. 80. Juli. Das Staatsamt für Heerwesen erhielt über die Plünderung gen des Waffenmagazins i n Lü r st e n f e l d vom Gren, schutzabschnitt Fehring einen Drahtbericht, wona« wahrend der Plünderung die Telephonzentrale und die Gendarmeriestatw« besetzt, alle Prioatwohnung« d« Gendarm« von Un-mru umsteai und die Telenbonleitunacn durchschnitt« wurden. Wo sich ein Gendarm sehen ließ, wurde er mißhandelt. Auch der-öurg«� meister von Fürstenfeld teleqraph.ett« daß Straßen und Hause, besetzt. Passanten und Wachorgan« interniert und mlß- handelt und die verhafteten Personen U* an die ungari ch« Grenz« mitgeschleppt wurden, wo ihnen baldiae Freilassung versprochen wurde. . England-Amerika-Iapan H«. L o n d o n. 81. Jult. „Dailp Chronkle" bringt Wt bedeutsame Meldung, baß«« Dienstag im Washingtoner Staat-departement»rn, wichtige Konferenz engttsch« und amerikanischer DiplomitteN «der die japanisch-amerikanischen Schwittigkeite« und 2°pa«- B� mühungen, sein« Autorität»der Ehlna au-Wdehne«. statte gesund«. Es beteiligt-« stch an ihr �erilan.sche Staats sekretäre und d« amerikanisch« Botschaft« m Aap"". � lisch« Lette die Botschafter in Washington uud England habe sich d« amerikanischen Auffassung""«��0 s-n�b«S das Lanfing-Zschtt-Abkommen von 1917 3«**"™ t-l! frei« Hand in China gebe,«och eine japanisch« Monree-DottriU auerkeun«. Wasier«nd Oel " Siotterdam, 80. Juli. ont» nua»nitdrt« o«meldet wird» hat eä.e llnabhangige A fbe itervartei eine Antwort des Vollzugsausschusses de, gramm und die Bedingungen'wen schlug°n di« M as- erhalten. Moskau sage, ber konw munismus könne in Mgland nicht ohne.in« bl� � � werden. Arbeiten nlUDten Laster auf einen schwcien Bürgerkrieg vorbereitet sein. In einer Anmerkung zu dieser Antwort sagt Ramsay Macdonald. die dritte International, und die Unabhänpiae Arbeiterpartei in England wen wie Wasser und Oel. St« würde» stch«iemal» miteinander ver, mischen._ Gemäß der Reichsverfasslina ist jetzt zut der Reichstagswahlen das C�ÜlpriJfung« tgliedern des Reichstages und vier Reichs Aus der Partei Zum Fall Thomas Nach Entgegennahme des eingehenden Berichts der von der Reichstagsfrakrion der ll. S. P. eingesetzten Kommission flixr Untersuchung der gegen Wendelin Thomas erhobenen Ve- schuldigrmgen hat die Fraktion nach eingehender Aussprache ein- stimmig folgenden Beschluß gesagt t „Thomas wird aufgojordert. bis zur Entscheidung durch ein f arteischiedsgericht an den Sitzungen des Reichstages und der raMon nicht teilzunehmen." Eine deutsche Parteischule in der Tschechoslowakei. Den bisherigen Bemühungen der deutschen sozialdemokratischen Partei in Oesterreich um eine regelmäßige Ausbildung der Partei- und Eewerkschastsfunktionäre. die leider durch den Welt- krieg unterbrochen wurden, folgend, hat das Sekretariat der deut- schen somaldenwkratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republik die Abhaltung einer Parteischule beschlossen, die vom 15. August bis 4. September d. I. in Teplitz-Schönau stattfinden wird. Es werden vorgetragen: 1. Theorie und Geschichte des So- zialismus. Vortragender Genosse Max Adler ans Wien. 15 Stunden und anschließend gesetlschastswiiTensi�M''»s Seminar, 10 Stunden. 2. Volkswirtschaftslehre, Genosse M. Stein, Reichenberg, 15 Stunden, Seminar 10 Stunden. 3. Politik Ee- nosse Prof. P o l a ch Brünn, 12 Stunden, Seminar 7 Stunden. 4. Gcwerkschaftswesen Genosse Franz Lill, Wien, 12 Stunden. Seminar 4 Stunden. 5. Geschichte der Tschechen, Genosse Dr. Emil Strauß, Teplitz, 4 Stunden. 6. Sozialversicherung Genosse Siegfried Traub, Brünn, 4 Stunden. 7. Arbeiterrecnt. Genosse Dr. Viktor Haas, Mähr.-Ostrau, 4 Stunden. 8. Journalistisches Seminar, Gen. Dr. Luitpold Stern, Wien, 12 Stunden. Das Delegierungsrecht bestben alle Bezirks- und Kreisorganisationen, die Gewerkschaftsverbände, das Frauenreichskomitee, der Verband der Jugendlichen Arbeiter, der Verband der Kleinbauern und Häusler. Die Schülerzahl ist auf 50 begrenzt, das Schulgeld be- trägt 200 Kronen und mutz von der delegierenden Organisation bezahlt werden. Dadurck» haben die deutschen Genossen in der Tschechoslowakei einen erfreulichen Vorstoß für die Wiederaus- nahine der systematischen Bildungsarbeit gewagt, dessen gute Früchte sich in der nächsten Zukunft zeigen dürsten. Arbeitgeber, die stch dem Schiedsspruch nicht «nteriverfen! Durch Schiedsspruch vom 23. Juli d. I. wurde für die Dunghand- lungen Groß-Berlins folgender Spruch gefällt: Die Kutscher erhal- ten einen Wochenlohn von 250 M., die Mitfahrer 248 M„ die Stalleutc 200 M. Auf diesen Schiedsspruch hin erklärten die Firmen Karl Mey, Albert Saß, Andreas Hoffmann, S. Dombrowsty, Sarbock& Witzleb, Max Janfa Nachflg. und Lehmann& Kilian sich diesem Schiedsspruch nicht zu unterwerfen, und unterbreiteten ihren Kut- schern und Arbeitern am 24. d. M. einen Revers, in dem zum Ausdruck gebracht wird, es wäre den Herrn Dünger großhändlern bei den jetzigen wirtschaftlichen Verhältnissen und der llnrentabi- lität der Betriebe unmöglich, diese Löhne zu zahlen und boten ihren Arbeitern Wochenlohn von 170 M. mit Prozenten. Mit diesen Prozenten würde ein Wochenlohu von 200 M. her- auskommen, was bei dieser schweren und unangenehmen Arbeit ein Hohn für die Arbeiterschaft ist. Da schon mehrere Arbeitgeber sich bereit erklärt haben, den Lohn von 250 M. zu zahlen, kann von einer Unrentavilität keine Rede sein, well man seinen Arbei- tern erklärt hat, ste sind berett. den Lohn zu zahlen, wenn die Arbeiter aus dem Deutschen Transportarbeitervervand austreten. Also, man versucht,-den Arbeitern ihr heiligstes Recht, das Koa- litionsrecht, streitig zu machen. Laut diesen Verhältnissen ist die gesamte Arbeiterschaft zu dem Entschluß gekommen, am Mittwoch früh auch bei diesen Firmen die Arbeit niederzulegen, die nicht ausgesperrt haben. Die Firmen Buche, Nitsche und Regrassus haben durch Unter- (chrlst den Lohn bewilligt und ist die Arbeit sofort wieder auf- nenommen worden. Die Kollegen der Firmen, die den Lohn bewilligt haben, stnd mit Legitimationskarten versehen, damit kein Unberufener die Arbelt verrichtet. Wir ersuchen die gesamte Arbeiterschaft Groh-Berlins«m strenge Solidarität, damit auch der berechttgten Forderung der Dungkut- scher Geltung verschafft wird. Der Schlag der Herren Arbeitgeber richtet stch in der Hauptsache nicht gegen die Forderungen der Kutscher und Mitfahrer, sondern g-gen dre ihnen so verhaßte Organisation, dem Deutschen Traus- portarbeitervsrband. Darum: Hoch die Solidarität! Deutscher Traasportarbeiterverband. Sektton 2. «n die Arbeiterschaft Grotz-Berlins Die Unternehmer der Messerschmiede und �hlschlttser verbretten unter den, Publikum die Nachricht daß ste die gefo�erten Löhne zahlen wollen und nur die Gehilfen es sind, die Verständigung "'Wie°sieht�es nun in Mrklichkeit aus? Am 23. April stellten die Gehilfen Lohnforderungen auf die bis dato gezahlten Lohne von 3,75 W. pro Stunde. Sie wollten mit den Erhöhungen die glekche— w der Metallindustrie übliche— Entlohnung erreichen. Kein Unternehmer wollte davon etwas wissen. Der Deutsche Me- tallarbeiter-Berband als Vertretung der Gehilfen klagte beim Schlichtungsansschutz. Das Urteil lautete dahin:„Bis zum 26. Juni Häven die Arbeitgeber mit dem deutschen Metallarbeiter-Veroand zwecks Abschlusses eines Tarifvertrages zu verhandeln." Kurz vor Ablauf der Frist sprach unser Organisationsvertret« tele- xhonksth mit dem Lorfitzenden der Arbeitgeber, um stch mit ihm über die Festsetzung des Termins zu verständigen— leider erfolglos. Diese Gründe waren es, die unsere Kollegen in den Streik trieben. Mit oben angeführten Gründen versuchen die Unternehmer den Konsumenten Sand in die Augen zu streuen. Gleichzeitig versuchen sie die Kollegen von ihrer Organisation ab- zubringen, indem sie erklären, ste würden ihnen die Löhne be- willigen, wenn die Gehilfen den Verband verlassen. Sie wollen durchaus nicht in den Abjchlu eines Tarifoertrages einwilligen, d. h. mit anderen Worten— sich in nichts festlegen. Die Hauptscharfmacher hierin sind die Firmen: Waschow. Landsberger Straße 7 und Bruchlacher, Oranienstratze 43. Letztere Firma hat es sogar für nötig befunden, die Polizei gegen die— ibr Koalitionsrecht ausübenden— Kollegen anzurufen. Der Grund lsierfür dürfte nur dem Firmeninhaber bekannt sein. Obgleich die Löhne der streikenden Kollegen noch nicht erhöht sind, haben die Unternehmer trotzdem die Preise für die einzelnen Arbeiten erhöht. Der Streik geht seit dem 7. Juli. Die sich im Streik befind- lichen Kollegen wenden sich ans diesem Wege an die organisierte Arbeiterschaft— insbesondere auch an die selbständigen lVrifture, Fleischer. Schneider und dergl.— und bitten um Unterstützung in ihrem schweren Kampf dadurch, daß Aufträge nur bewilligten Firmen aufgegeben werden. Bewilligt haben die Firmen: Koborowski. Watzmannstr. 37; Knappe Ritterstr. 124. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Streikleitung. Bezirksverdand Berlin-Brandenburg Montag, den 2. August, abends 7 Nbr Vollversammlung der Räte- und Gewerkschaftskommisfion in den Prachtsälen Alt- Berlin, Blumevstraße 10. An dieser wichtigen Versammlung müssen alle Räte- und Ge- werkschaftstommisfionsmttglieder der Abteilungen und Ortschaften, die im Bezirksverband der U. S. P. Berlin-Brandenburg liegen, anwesend sein. Tagesordnung: l. Bortrag des Genossen Z i s k a vom Metallarbeiterverbaud über Betriebsorganisatio«. 2. Diskussion. 3. Organisattonsangelegenheilen. Die neue Mietssteigerung dir der Wohnungsverband Erotz-Berlw festgesetzt hat — zehn Prozent mehr Miete—, braucht vorläusig noch kein Mieter zu zahlen; denn abgesehen von der Mag- ttchkeit, daß die neue Verordnung noch aufgehoben werden kann, trist die Erhöhung nur solche Mietverträge, die in gültiger, ver- tragsgemäßer Weise und mit Genehmigung des Mieteinigungs- amtes gekündigt worden sind oder noch gekündigt werden und bei denen außerdem das Mieteinigungsamt die neue Erhöhung neuer- dings ausdrücklich zuläßt. Die neue Erhöhung wird im Regelfalle erst zum 1. April 1021 eintreten können: denn die Kündigungen zum 1. Oktober 1020 find schon meist durch das Mieteinigungsamt endgültig erledigt, und zulässige Kündigungen zum 1. August oder L September 1920 sind ganz selten. Die vollen 10 Prozent mehr brauchen aber erst gezahlt zu wer» den, wenn diese Forderung des Vermieters vom Mieteinigungs- amt nachgeprüft worden ist; denn die 10 Prozent ohne weiteres bewilligen, hieße, die Höchstpreise auch ans dem Wohnungsmarkt einführen. Die einfachste Lehre für jeden Mieter ist, nur dann 30 Prozent Zuschlag zur Friedensmiete au zahlen, nachdem das Mieteiniaungsamt endgültig in mündlicher Verhandlung des Einzelfalles diese Mtetzinshohe festgesetzt hat. Selbst schriftliche oder mündliche anderweite Vereinbarungen habe» demgegenüber keine Gültigkeit. „Ri« wieder Krieg!" Die«um morgigen Sonntag, vormittags 10»/, Nhr, vom Friedens- buud der Kriegsteilnehmer nach dem Lustgarten oindernfene Massen. kundgebung für BSlkerversöhmmg und Wellfriede» verspricht zu einem bedeutsamen politischen Ereignis zu werde«. SS beteiligen sich an ihr die ben verschiedensten politischen Richtungen nahestehenden republikanische« Oraanisattove». So die FriedenSgesrllschaft. der Internationale Bund der Kriegsopfer, der Rotchebund der Kriegs- beschädigte», der Bnnd ReneS Vaterland, der Republtkanssche Führer« bund. der verein Arbefterjugend Grosi-Berliu. die Deutsch-demokratisch« Jugendvereiutgnng. die Jungsozialtstische Vereinigung, der Veuisistische Studentenbnnd(Universität und Handelshochschule und die Lazarett- kommisfion Groß-Berliu. Zu der Tagesordnung:.Nie wieder Krieg!" werden unter anderen referieren: Bugenstein, Heppenheim«?, Krök. Willy Meyer, Riefstahk. PhttippSborn, Tiedt. Karl Better, Jgnaz Wrobel und Artur Zickler. Alle Kriegsgegner sind zur Teilnahme V» ♦•y wtitwWv Hundettebe. Mne./vame* steigt in dk Straßenbahn nnd nimmt »b gegenüber Platz. Sorgfältig hüll sie irgendetwas in einem kostbar«!, weichen Schal verborgen, drückt es zärtlich an die Brust, ouckt hl«»nd wieder mit glücklichem Lächeln unter die Hülle » um sich in dem seligen Bewußtsein, daß Well an ihrem Glück teilnehm«..Glückliches Kind." dachte jÄ V".,, ff � k*!«> eine trenforgende... senken, denn eine haarig« Hundeschnanze w �®ch®ls auf. dem gespitzten Munde w n entgegenschnuppernd, die mit leuchtenden Augen ans ihr«.Lrebling" niedersah.— r-ff.'U.Waisen- und Findelhäusern ein Nebe- Zch weiß« nicht. Ich tau sende stnd. Aber auch dt« zärtlichen �ndetralter(nG noch tauseriben z« zählen. Wie wäre» denn, meine Damen, wenn ihr euch eure Tiere schleunioll»am fiolte Wtew��rgUe�nteffeoHS Menschlein an eure Brust drück- bt? Wie war-, wenn der Liter Mich, den euer überflüssiger Schoßhund täglich saust, dem elternlosen Sävgling zugute käme, aus dem einmal ein Werte schassender Mensch werden soll? Schämt ihr euch denn gar nicht? Oder sollte es wahr sein, was boshafte Leute behaupten, daß nämlich viele Frauen zu faul sind, die Mühe auf sich zu nehmen, die mit der Pflege eines Kindes nun einmal verbunden ist, und daß deshalb der natürliche Trieb der Frau, Liebe zu spenden, dem anspruchsloseren Hunde zugewendet wird? Die Turnhalle Prinzenstraße 70 hat nun wieder ihre Pforten ge- öffnet und steht dem Turnverein Fichte an jedem Dienstag und Freitag in der Zeit von 0—8 Uhr für eine SchulcraSteilung, vo» 8— 10 Uhr für eine MLnneraüteilung zur Verfügung. Wir mache« die in der Nähe der Turnhalle wohnenden Eltern daraus auf- merksam und erwarten, daß sie ihre Kinder, zwecks Pfleg« der Leibesübungen, dem Verein Fichte zuführen. Von den sich„Auch- sozialisten" nennenden Arbeitern in den bürgerlichen Sport- und Turnvereinen erwarten wir, daß sie dort hingehen, wo sie a!» Klassengenossen hingehören, in den Arbciterturn- und Sportverein Fichte. Die Charlottenburger städtische Schulzahnklinik wurde Im 2. Vierteljahre 1020 von 2108 Kindern(944 Knaben und 1224 Mädchen) ausgesucht. 2247 Zähne wurden gefüllt, 1751 Zähne ge» zogen und in 215 Fällen der Nerv getötet. Zu einer Erhöhung der Pserdemarkt-Standgelder hat sich nun« mehr auch der Magistrat Eharlottenburg entschließen müssen. Räch- dem bereits in den übrigen Groß Berliner Gemeinden die Stand« gelder infolge der gesteigerten Unkosten schon vor einiger Zeit er- höht wurden, siebt stch auch'der Charlottenburger Magistrat ge- zwungen, vom 1. August 1020 ab das Standgeld für ein Pferd oder Wagen auf 1,50 Mark festzusetzen. Zustellung der Steuerbescheide in Eharlottenburg. In den näckisten Tagen wird in Eharlottenburg mit der Zustellung der vorläufigen Steuerfestsetzungsbescheide und der Anforderungs« schreiben für die Reichseinkommensteuer au diejenigen Steuer« Pflichtigen, für die solche Bescheide vorgesehen sind, begonnen werden. Da die vorläufige Neimseinkommensteuer für das Viertel- jähr April/Juni sofort nach Empfang des Steuerbescheides, die Steuer für Juli/September bereits am 15. August fällig ist bzw. wird, liegt es im Interesse der Steuerpflichtigen, wenn sie die nötigen Vorbereitungen schon jetzt treffen, um alsbald Zahlung leisten zu können. Diejenigen Steuerpflichtigen, denen bereits Ab- züge vom Gehalt oder Lohn gemacht worden find, ieien besonders darauf hingewiesen, daß die bereits einbehaltcncn Beträge, sei es durch Vorlage der Steuerkarten bei der zuständigen Steuerkasse oder durch direkte Einzahlung bei dieser aus die in den Steuer- bescheiden angeforderte Summe zu verrechnen stnd. Um einen fürstttchru Namen führen zu können, stnd eine Anzahl Damen einem Hochstapler ins Garn gegangen, der stch falsch« Papiere und Stempel besorgte und der unter den Namen eines russischen Fürsten sich an heiratslustige, titellüchtige, vermögende Damen heranmachte. Hohe Summen hat der Hochstapler ergattert; in einem Falle hat sich eine Dame mit ihm trauen lassen, ihm 10 000 Mark gezahlt und nach der Schweiz gefahren, um dort als Fürstin zu leben. Jetzt ist es gelungen, den Eauner als einen 45 Jahre alten Maurer Johann Katzek festzustellen. Den um ihr Geld Betrogeneu braucht man keine Träne nachzuweinen, sie wollten es nicht anders haben. Den Spielklnbs geht daS Spielerdezernat des Berliner Polizei« Präsidiums jetzt scharf zu Leibe. Falk jede Nacht werden ew oder mehrere Klubs von dm Beamten überrascht mid ausgehoben. Es handelt sich dabei w erster Lutte um Klubs, deren Unternehmer das Glücks- spiel gewerbsmäßig betreiben. In der vergangeum Nacht gelang e« den Beamte« des SpielerbezeruatS, ein« große Sptelergefellschaft cmSzuhebe«, die im zweite» Stockwerk des Hanfes Badcnsche Str. 10 bei Kirschberg versammelt war. Der Letter dieses Sptelklubs, ein gewisser Borchardt, hatte eS durch umfangreiche Sicherbeilsmaß- nahmen verstanden, viele Wochen hindurch sich vor„Uoberraschungeu" zu schützen. Als eS in der vergangenen Nacht dennoch gelang. plötzlich einzufallen, war wieder großer Betrieb. Di« Spielgerät» wurden beschlagnahmt und gegen den Wohnungsinhaber, die Unter- nehmet und Mitspieler eis Strafverfahren eingeleitet.«s veftn Baden ertrunken? Am 20. d. Mts. find am Velten« Etichkanal folgend« Kleidungsstücke einer Frauensperson gefunden worden: ein gelbleiuenes Mantelkleid, ein gelbleinener Unter- rock, ei« Korsett, ein gelbseidenes Käppcheu mit schwarzem Schleier und ein Paar braune Schuhe, Kröge 38 und ein Paar gelbe Strümpfe, außerdem waren bei diesen Sachen eine Handtasche und ein Taschentuch, gezeichnet I. T. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die fragliche Person beim Baden ertrunken, auch dürfte evtl. Selbstmord in Frage kommen. Zweckdienliche Angaben wolle man der Polizeibehörde Hennigsdorf bei Berlin zukommen lassen. Beim Reberfchreiten der Schleus« WS Wasser gefalle« nnd ertrunken ist am Handelshafen der 4v J.hre alte Arbetter ThomaS Pieper au» der Prinz Haudjery-Str. 00/67. Seine Leiche konnte unweit der Unfallstelle geborgen werde«.— Die Leiche eines unbe- kannte» MauneS wurde an der Schillingbrücke ans dem Wasser ge- landet. Der Tote ist etwa 00 bis 05 Jahr« alt gewesen, 1.05 Meter groß, hat volles, graumeliertes Haar und trug Augengläser, eine blaue Schirmmütze, ewe araue ArbeitSjacke, eine schwarz« West«, eine« grünen Kragen und schwarze Schnallenschuhe. Boransfichtttche« Wetter für Berttn nnd UmqeSnag am Sonn» z. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, jedoch überwiegend de» ilkt, mit etwas Regen und müßigen westlichen Winden. Aus de« Organisationen itam». siont-g, 7 Ntzt, gi-Niox-fitzmm der Stab tMtortm eint. Wn bfesS Sitzung nehme« auch dl«»cuegewühlten BezirkoStadtverordneteii teil. Schöneberg.'Montag, den t. N»»llst, nbenb» 7H Übt gtanenleseabenb bei Berg, Feurlgsti. 1«. Die Genossen, deien grauen noch nicht Mitglied der Partei stnd, werden gebeten, ihre fttaaen daraus aufmerksam ju machen. Lichtenberg. Dienstag, pünktlich 7zh Uhr, Sitzung der Schieds-Noinmission bei *. Siewit, Kavtstr. 3. Pankew. Sitzung der Landagitattons-Kommisston Montag, 7 Uhr, bri Chilla, Berliner Str. US. Berantwortlich für die Redaktion: Emil tzi a b o l d. Berlin. Verantwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Komertner, Knrlshorst..— Verlags- grnossenschast„strethelt" ffi. m. b. H., Berlin.— Druck der.�relheit�-Druckerei G.«.». b.. Berlin E. 2, Steht Siraße Lg. Wir aarantisra für sofortige Wirkung nnsorsr Prägarate! Darum lassen Sie sich nichts anderes aufreden III »•a*«.WaniOHtod Rrölkalmlttol in Flajcken 3.75, SSO und 8.25 Mark.' Rrvherol" Nr. 1 1!»«»» Krätm, Haetjuokon, HeutaueeehlXa« uaw. Pleaclw 7__ Maitz. ÜKeyberol"*rf 2- H.arwa.«w- vnrtlljt ilohor Kopnlm und Brat, bcaeitigt Sednpp». Sedin«». Jadw U» 'soeter und anudoimtor Sottanaotzatr. Paket ff) Plennir. Ue>>T,n-*i.ntV<>t— Antlsoplledii«» Haarwntier— Für Haar und Kopfnarvoa. SniuMMfrel- Kamille- Spei, für dlODd«. und hellblonder Haar. Einhritaprel, Nauetze 8.75 Maitz. Zu haben in allen Kpolheken und Drogerien, wo nicht, direkt durch RCYHBR& BEHREMS, fabrik pharm., chem.-techn. PrBparato, BlßLINS59. Danksagung Wflt die IjetjllÄe Teil- j ncchme bei der Vcftattung j unserer Urban Mutter Seumkle Mfla sprechen wir allen Ber» wandten nnd Bekannten unseren verb'.ndliehsten Dank aus. Im Namen der Hinter» bltedrnen. Otto Maless». 1 1.Distrikt 2. Ml. Torrntno, den 1. August, Ml» 7.Sv Vfir ßtettiner®orortr»al|nt|of: Treffpunkt der TeUnehmer am Ausflug: zregel— Gaat�vinkel— �nu�feuuheide, � Verkär.fe ckllUIUIWäMtMItiiiieiiNmii «rnrnt ledern er«eifrfieflft, motz, 300,—, o erkauft Schul,. Utrechter Str. 7, Qnerged. ßlatbtntnotrkttuf Dentsck, Landsberger Strafe 1Z. Garbinenverkanf, herab- aefehte Preise» Kftchcngardinen 78.—. StWbrngarbinen 65.--, Lcheibengardiien 4�-, Bettdecken 45.— Mk.. ferner Ärcffti- auc wahl eleg. Stores, Kiwftler- gcrdinen» Madra'ögarvinen, Disoandecke«, Tischdecken, Teppiche, Lönferstosfe usw. Fried» Prinzenstr. 84. Besicht!- gung o�neKausz'vang. «re„ttUchs»,«inskafSchse und alle oudenn Petzarte», enorm billigeSommerpreise. Ta» schenuhren, Brillamrn, Lchmnek- lochen, Sildermarrn. Linien. ftr. WZ-l, Eckte Roscnthaler Str., I Treppe. ersttzlnpige Z«ch«ttan,bge, Frirdeusltofft, verkauft sehr billig Eharosch, Suitpvldstr. 8, vorn I, Rtzhe Nollendorsplatz. Ehatselongoea ltzo,— bis M-, Aleiallketten 25»,-. bis weihe Schlafzimmer M ei che,«ugustftr. llZa. Qugd. 4tUri:ro, modrme, mit und ohne Anrichte, iochicn, lästert, roh, seht von 450 Zll. ab. Riesen« aus mahl. 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