Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag, den 1. August 1920 Nummer 308« Morgen-Ausgabe »V«{S. ____.N~ au., einioiitcBua) reTÄ' eettO DtB Zeile.'Siellen-iSesuch, CanilieneBni eigen und Stellen-»esuchcZ�O M. Veet«e Mari l,— Vl. SaBarteanieigen: ba. jeUgebrnchie M.«-�> M..i»- 4JB. Sntnm 213#,»«.«»» UM. $erfiiuT-Orffon ber Umbbänölgen SOfialömwfeaUe Seut/cöfanö» Heraus mit der Amnestie! Eine zwingende Notwendigkeit Eine der ersten Handlungen der llnabhänaigen Reichs- tagsfraktion war die Einbringung eines Antrages auf po- Mische Amnestie. In der kurzen Anfangstagung des Reichstags war seine Beratung nicht mehr zu erzwingen. Sofort «ach Wiederbeginn des Reichstags hat deshalb die Fraktion mit aller Kraft für seine baldigste Verabschiedung gewirkt. . Zn eingehenden langwierigen Verhandlungen mit den äbrt- gen Parteien über die Art und die Form der Erledigung dieses Antrages hat die Unabhängige Fraktion vor allen Dingen den zähen Widerstand der bürgerlichen Par- teien bekämpfen mössen. die zunächst g e g e n l e d e Amnestie «aren vor alle» Dingen den Widerstand der Demokraten. «ach deren Anschauung eine Amnestie im Widerspruch mit der Etaatsautoeitöt stehe. Je weiter die Parteien nach rechts orientiert find, je größer war ihre Geneigtheit -ar Gewährung einer allgemeinen Amnestie. Von aroßer Wichtigkeit war die Tatsache, die im Ausschuß fest- gestellt wprdc. daß bisher auch nicht ein einziger Prozeß gegen Kappiste» auch nur bis zur mündlichen Verhandlung gelangt ist. daß da eins Bestimmung, die die Kappisten nicht str die Amnestie einbegriff, ohne Bedeutung sei. Die Eni- lcheidung spitzt pH also mehr und mehr auf die Frage zu. ob«ine allgemein« Amnestie zustande kommen würde, die die politischen Vergehen aller Richtungen umfassen »»Lrde, oder gar keine. Dabei mußte natürlich die er- wähnte Tatsache von großer Bedeutung sein, daß von einem V-rkabre« gegen die Kappisten so wenig wie in der Ber- «anaenheit, so auch in der Zukunft die Red« sein würde. Auf der Grundlage der Gewährung einer allgemeine« »mnesti« ka» es deshalb auch bereit- vor«inigen Tagen zu einer Verständigung unter den Parteien. Danach sollten alle seit November 1318 begangenen, mit inneren Unruhen in Zusamenhang stehenden Handlungen amnestiert werden. Zn diesen Stand der Verhandlungen platzte die von der Bayerischen Volkspartei vertretene und aller Wahrsckeinlich- keit nach von der bayerischen Regierung bestimmte Forde- rung auf, daß eine Amnestie in diesem Umfange, da ste in die bayerischen Hoheitsrechte eingreife, ihren heftigen Wider- spruch hervorrufen würde. Run vollzog die Reicksregie- rung«inen vollständigen llmfall. Sie machte fich diese Forderung zu eigen und erklärte, keiner Amnestie zustimmen zu können, die nicht die in Bayern begangenen Pergehen ausnehme. Auch die bürgerlichen Parteien ließen die bereits getroffenen Grundlagen im Stich, besonders die Deutsche Volkspartei, das Zentrum und die Demokraten. Die Deutschnationalen dagegen, denen an der Amnestie für ihre Käppisten gelegen war. traten mit den Rechtssozialisten und den Unabhängigen für allgemeine Amnestie ein. Die tagelangen Verhandlungen aber sind jetzt endgiltig gescheitert, so daß die Frage, ob und wie eine Amnestie zustande kommen wirb, von den Verhandlungen des Reichstags am Montag ab- hängen wird. Sowohl die Unabhängigen als auch die Rechtssozialisten vertreten die Anschauung, daß der Reichs- tag«nter keinen Umständen auseinandergehen darf, ohne daß die Amnestie bewilligt ist. Sie haben des- halb erklärt, daß sie die Verabschiedung des Notetats so lange hindern werden, bis das Amnestiegesetz beschlossen ist. Und sie werden diese Erklärung wahr machen, unter Umständen unter Anwendung aller derjenigen ge- schästsordnungsmäßigen Mittel, die zwei Fraktionen in einer Stärke von fast 203 Mann zur Verfügung stehen. Die Saboteure des Friedens DA L-nbon. ZI. Zuli. «Vif„SaCCy Shtonicle" hat Lloyd George nach seiner Rück- kehr aus Baulogne hinsichtlich der Zustimmung Frankreichs zur Londoner Konferenz noch erklärt, Frankreich habe in eine Konferenz in London nur eingewilligt unter der Bedingung, daß der Fried« mit Polen in einer befriedigenden Weise geschlos- sen morde« sei. Der Wunsch der französischen Regierung gehe da- hin, daß dieser Friede gleichfalls in London geschlossen werde. Di« nachher folgende grohe Friedenskonferenz in London(General Peace Tonference) würde nicht nur Vertreter Grohbritanniens, Frankreich» und Italiens, sondern auch Lettlands. Estlands. Lit- tauens und Rumänien- umfassen. Die am 3. August in Riga statt- findende Konferenz der Randstaaten trifft nach in London vor- liegenden Rachrichten bereits die Vorbereitungen für diese Konfe- renz der Oftstaaten in London. HR. London, 31. Juli. Ein Telegramm aus Warschau meldet, wenn die Forderungen der Bosschewiki teilweise darin bestehen sollten, daß in Polen ein Sowjetregime eingeführt oder eine Einrichtung getroffen würde. durch die die Volschewisten einen freien Zugang nach Deutschland bekämen, wenn ste ferner verlangen wollten, daß Polen teilweise entwaffnet»»erden oder daß die Grenzen so verändert werden soll- ten, daß die Lage noch ungünstiger würde als nach den Vorschlägen Lloyd Georges, so müßt« Polen die Bedingungen ablehnen. Der Inhalt des Warschauer Telegramms zeigt eine erstaun- liche Achnlichkeit mit der Schwindelmeldung des Kiewer,.Kom- munift", die bereits von L i t w i n o f dementiert worden ist. Der Zweck dieser Meldungen ist vollkommen durchsichtig. Es soll durch Verbreitung derartiger Nachrichten M i ß tx r a u en gegen die Friedensbereitschaft Sowjetrußlands gesät undStim- mung für die Einleitung einer großen militärischen Hilfs- aktion für Polen gemacht werden. Die treibende Kraft bei diesen Machenschaften ist augenblicklich die französische Regie- rung, vor der Lloyd George in Boulogne von seinem ur- sprünglichen Standpunkt stark zurückgewichen ist. Die„deutsche Barriere" Heftige Kritik der englischen Presse Haag, Zl. Zuli. Der Artikel Churchills in der..Evening News", der sich mit der Errichtung eiver„d e u t s ch e n B a r r i e r e" gegen Sowjetrußland befaßt, hat in der englischen Presse großes Aufsehen erregt. Es wird hervorgehoben, daß Churchill im vorliegenden Falle lediglich sein« eigene Meinung geäußert habe und daß diese Meinung der von Lloyd George zwar nicht direkt entgegengesetzt ist, aber auch nicht mit dessen Ansichten übereinstimmt. Di« �Times". die der Ansicht ist. daß Churchill Recht hat. wenn er die Notwendigkeit der Verteidigung Polens hervorhebt. kritisiert doch den Minister, der aufs geratewohl Artikel an die Presse send«, ohne sich vorher die Freiheit des Handelns durch ein Abschiedsgesuch verschafft zu haben.—.Mestminster Ga- zette" schreibt: Churchills Sprache ist unerhört. Das Wichtigst« in seiner Erklärung ist. daß sie von einem Mitglied eine» Kabinetts stammt, dessen Premierminister sich nach Kräften bemuht, den Fne- den mit Rußland zustandezubringen. Die Lage im Osten Eine neue Front in der Narewlinie DA. Lyck, 31. Zuli. Die vierte russisch« Armee hat in der Nacht vom 2». zum 30. Zu» Bialistock besetzt. Di« zerstreuten Reste der polnischen Nordarmee gehen panikartig zurück, werden aber an der Narewlinie anfge- halten, wo polnische Reserven zwischen Lomza und Ugwol(?) in aller Eile starke Stellungen auszubauen versuchen. Die Polen haben alle nur»erwendungsmöglichen Formationen an die Front geworfen. Auch Teile der polnischen Freiwillenarmee sind bereits eingetroffen. Zn Warschau sucht man inzwischen die Stimmung der Beqölkerung durch Trostmeldungen von der Entente z u heben. So wird verbreitet, daß sich einige hundert französische Offiziere über Bafel nach Polen begehen hätten. Den Oberbefehl über die Koalitionsheere in Polen soll Marschall F o ch innehaben. Außer Frankreich mobilisiere auch England die erste und zweite Territorialarmee. Rußland achtet die Souveränität Litauens K o w n o. Zl. Zuli. Die ruMfche Regierung hat dem litauischen Vertreter in Riga mitgeteilt, daß sie ihrer Heeresleitung in Wilna untersagt habe, sich in innere Verwaltungssragen Wilnas und der anderen besetzten litauischen Gebiete einzumischen. Htnte haben litanische Truppen Suwalki besetzt. Vernichtung der tschechischen Waffe« TU. Hamburg. 31. Zuli. Eine mehrere hundert Personen starke Menschenmonge zog in der letzten Nacht nach Beendigung giner kommunistischen Versamm- lung in Harburg nach dem Unterelbe-Bahnhof und drang mit Gewalt in die Wagenschuppen ein, wo die abgenommenen Waffen und die Munition der in Harburg durchgekommenen tschechoslowakischen Kriegsgefangenen unterge- bracht sind. Nach Ueberwältitzung der Wache wurden die Wagen erbrochen und ein Teil der Ggwehr« zertrümmert, ein großer Teil gestohlen. Eine Abteilung der Hamburger Sicherheitswehr ist heute in Harburg eingetroffen, um die„Lasten abzuholen. Es wurde eine Vereinbarung mit den Arbeitern getroffen, daß die Schlösser der Gewehre in Harburg bleiben und die Gewehre selbst nach Hamburg transportiert werden soll««. Die große Zeit Im Kreislauf des Zahres find wir wieder zum I. Augujt zurückgekehrt, dem unseligen Tage, an dem 1914 durch die deutsche Kriegserklärung an Rußland der Weltkrieg e i n g e l e i t e t wurde. Wir stehen den Dingen noch zu nahe und wir leiden noch zu unmittelbar unter den fürchterlichsten atstrimn._____|___ P__ jene Zeit, die unsere Patrioten eine große nannten und auch heute noch- � m"---- an den Tr nichtswürdige..................... nen Menschen und die Wohlfahrt der Nationen aufs Spiel gesetzt wurde. Wir denken an die entsetzlichen Opfer, die gebracht wurden, an die. die auf dem sogenannten Felde der Ehre ihr Leben für kapitalistische Interessen gelassen haben und an die zahllosen anderen, die verkrüppelt und ver- stümmelt in die Heimat zurückgekehrt sind. Und nicht nur das Gefühl des Zornes ist es, das uns de« seelt, sondern auch die Scham steigt in uns auf. wenn wir uns daran erinnern, wie groß auch unter den Proletariern die Masse derer war, die sich von dem Taumel der Begeiste- rung mitreißen ließ und verbrannte, was sie zur Zeit des Friedens angebetet hatte. Die Besinnung ist ja langsam zurückgekehrt, aber das ist nur ein schmaler Trost angesichts der furchtbaren Verwirrung der Gemüter, die damals in die Erscheinung trat. Mit doppelter Eindringlichkeit sollen wir es uns heute sagen, daß wir den Tatsachen nicht gerecht wer- den, wenn wir nunr dem Militarismus und dem nationa- listisch gesinnten Bürgertum die Verantwortung zuschieden. Nein, die Arbeiterschaft ist mitschuldig. Sie war sich ihrer Pflichten yicht bewußt und hat de, herrschen- den Klasse ihr Spiel gar zu sehr erleichtert. Führer und Verführte sind in der gleichen Verdammnis. Sie haben weder das Notwendige getan, um den Ausbruch des Kric es •«-... rf-<.--. Orr»._____' aft. Äm heutigen Sonntag werden Kriegsteilnehmer. Kriegs- verletzte und Hinterbliebene zusammen mit einigen pazifisti- schen Vereinen hier in Berlin eine Demonstration ver- anstalten und den einmütigen Schrei ausstoßen, daß nie wieder Krieg sein dürfe. Diese grundsätzlich« Ablehnung des Krieges ist gut und erfreulich, und das Bekenntnis zu ihm ist notwendig genug, da es immer noch zahllose Menschen in Deutschland gibt, auf die das Erleben der Jahre 1914 bis 1918 ohne Eindruck geblieben ist, die von Revanche träumen und den Tag herbeisehnen, an dem sie die Waffen, die uns unsere Gegner aus der Hand geschlagen haben, wieder cr- greifen können. Wir haben erst bei der Erledigung des in uns in Spaa aufgezwungenen Gesetzes über die Abfcho"— der nommen, dene Herrlichkeit anstimmten und wir konnten aus ihren Worten die lleberzeugung schöpfen, daß ste nichts unversucht lassen werden, die Vergangenheit wieder ins Leben zurück- zurufen. Solche Bestrebungen zu vereiteln, istdiewichtigsteAufgabeallerderer.dieden Krieg hassen gelernt haben. Aber dieses Ziel wird nicht erreicht mit Kundgebungen und Resolutionen. und die sittlichen Erwägungen des Pazifismus, so ehrenwert sie an sich sein mögen, können uns ihm auch nicht wesentlich näher bringen. Wir müssen die Wurzel des Uebels erkennen und ste abgraben. Deshalb erörtern wir immer wieder die Schuldfrage und lassen uns dabei nicht von denen beirren, die, weil sie das Urteil der Geschichte zu fürchten haben, am liebsten die Schleier des Vergeffens über die Geschehnisse breiten möchten. Dag Jahr, das hinter uns liegt, hat viel zur Aufklärung bei- getragen. Die Veröffentlichung der diplomatischen Akten aus Berliner und Wiener Archiven und auch die Arbeiten des parlamentarischen Untersuchungsausschusses haben bc- stätigt, was wir unklar ahnten und aus der Kenntnis ver- streuter Daten vermuten konnten: das die deutschen Machthaber die Anstifter des Weltbrandes waren und daß sie in ihrem Sehnen nach der Weltherrschaft die Gelegenheiten zu einer früheren Beendigung des Krieges frivol vereitelten. Gerade das. was sich am 1. August 1314 ereignete, liefert die stärksten Beweise: die Kriegserklärung an Rußland, die vom deutschen Generalstab erzwungen wurde, der Versuch, nach der Kriegserklärung den Zaren zu veranlassen, seine Truppen die Grenzüberschreitung zu untersagen, der die bis an den Wahnwitz grenzende Kopflosigkeit und der gewissen- losen Leitung der deutschen Geschicke illustrierte. Wir werden unser Möglichstes tun, daß die Untersuchung der Schuld bis zur völligen Entlarvung der Verbrecher fort- gesetzt wird, aber wir werden dabei niemals vergessen, daß diejenigen, die damals gehandelt haben, nur Diener de» K a p i t a I i s m u s wgren. der in a l l e n in Frage kommen- den Landern den Zündstoff zusammengetragen hat, dessen Explosion eine Welt vernichten mußte. Die Franzosen, die Engländer, die Italiener und alle die anderen, die uns ge». genüberstanden, haben kein Recht, sich in die Brust zu werfe», Sk waren ebenso Sklaven des Kapitalismus wie die deutsche und die österreichische Regierung, und wenn ihre unmittelbare Schuld am Ausbruch de» Krieges geringer sein mag, als die deutsche, so verkörperten sie doch all« ohne Unterschied dasselbe System. Und dieses System und diese Wirtschaft»« und Staatsordnung gilt es zu vernichten, wenn die Beteuerungen, es dürfte nie wieder zu einem Kricqe kommen, nicht eine leere Deklamation bleiben sollen. Noch stehen Kapitalismus und Militarismus aufrecht, no-*» toben Kriege, die sie entfesselt haben, und die Saat neuer blutiger Konflikte ist allenthalben ausgestreut. Gegen die rusiistbe sozialistische Republik hat der Ententeimperialismus seine Waffen gekehrt. In Asien beschwört die Herrsch- und Beute- 8ier Englands und Frankreichs neue Gefahren berauf. lmerika und Japan stehen einander bis an die Zähne ge- rüstet gegenüber und in Deutschland harrt man der Zukunft, in der sich die Möglichkeit bieten soll, die erlittene Scharte auszuwetzen und sucht den alten Geist einstweilen durch den Kampf wider den„inneren Feind", das vorwärtsdrängende Proletariat wach zu halten. Der Weltkrieg, der am 1. August 1914 begann, ist beendet. aber die Idee des Weltkrieges lebt. Sie kann nur vernichtet werden durch die Weltrevolution. Auf die grotze Zeit der Bourgeoisie mutz die große Zeit der Arbeiterschaft folgen. Erst ihr Sieg wird die Freiheit so auch den Frieden der Völker verbürgen. Truppentransporte Herr Gröner macht Ausflüchte Ans wird geschrieben: Bon den Eisenbahnern ist zur Der- Hinderung der Truppentransporte nach Polen«ine Kommif- fron von 4Mann eingesetzt worden. Die Notwendigkeit dazu ergab sich, weil der am V. Juli gewählte Hauptbetriebs rat für das gesamte Eisenbahnwesen immer noch nicht in Funktion ge- treten ist, was zum großen Teil durch den Hauptvorstand de» deutschen Eisenbahnerverbandes verhindtrt worden ist. Am 29. Juli hat die gewählte Kommission im Reichstag mit den dem Reichstag angehörenden Mitgliedern des Hauptoor- stnnbes der Eisenbahner Brunner(E. P. D.). Kotznr lS. P. D.) und B r e u n i g tll. E. P.) verhandelt. Der Kommissen kam es darauf an. einen Weg zu finde», um ein« genaue Kontrolle der Transporte herbeizuführen ohne durch planloses Anhalten der Eisenbahnzüge den Transport von Lebensmitteln und Sutern an- nötig zu erschweren. Die Vertreter des Hauptvorstandes konnten aber der Kommission keine Borfchläge mache« und schickten sie zum Hauptbureau des Eisenbahnerverbandes. Die Kommission hat dann am 39. Juli in Semeinschaft mit einem Sekretär des Eisenbahnerverbandes mit dem Reichs»«- kehrsminister Gröner v-rhandelt. Dieser berief sich darauf, daß das Verkehrsministerium keine Verantwortung für die Truppen- transporte übernehmen könne, weil dafür das Answärtig« Amt und das Reichswehrministerium zuständig fei. Gleichzeitig teilte er aber mit, daß das Auswärtige Amt eben- falls nicht in der Lage sei, die Truppentransporte zu hindern, weil diese Transporte auf Verpflichtungen beruhen, die auf Grund des Bersailler Friedens-Vertrages dem Reiche auf- erlegt worden find. Eo seien vereinbart worden Transportzüge für die t f ch e ch i f ch- f l o w a k i s ch e n Truppen, die in Ei- bitten unter der Führung von Koltschak gegen Eowsetrutzland«e- kämpft haben, und die über Amerika nach Cuxhaven und von hier durch Deutschland»ach der Tschecho-Slowakei transportiert werden sollten. Die zweit« Art der vertraglich»erpflichteten Transportzüg« feien die sogenannten Ententezüge, die zur SblSsung der Besatzungstruppen in dem besetzten Gebiet dienen und mit denen auch Munition und Hecresgetäte transportiert werden müssen. Die dritte Art find die sogenannten Polonia» Züge, von denen auf Betreiben von Amerika und England 155 Züge von Koblenz nach Polen zum Transport von Leben«- mittel» dienen. Bon diesen seien bereits die Hälfte der Züge gefahren worden. Sröner gab selbst zu, datz in geschlossenen Wage« dies« LebensmittelzLge Munition gesunden«orden sei, so auch in dem in Marburg angehaltenen Transportzüg«, de« dann nach Koblenz zuriickbesördert worden sei. Auf Grund dieser vertraglich verpflichteten Züge glaubt H«r Gröner nicht berechtigt zu sein, irgendwelche Truppen- und Mu- nitionstransporte hindern zu können. Er hält auch das Eisen- bahnpersonal nicht für geeignet,«in« Kontroll« dar- über ausüben zu können. Ebenso wentg will er d« Kommission irgendwelche V o l l m a ch t«» zur Kontrolle und zum Eingreifen einräumen, obgleich es gerade dieser Kommission darauf ankam. zu verhindern, baß der ganz- Berkehr gelähmt wird. Infolge der Truppen- und Munitionstraneporte macht sich«tn« steigend« Beunruhigung unter de» Eisenbahner bemerkbar, die sich letzten Endes in einen allgemeinen Streik der Eisenbahner entladen wird. Den einzigen Auftrag, den Herr Groner der Kommission mit auf den Weg gab. war der. daß die Kommtsston znr Beruhigung der Eisenbahner beitragen, im übrigen ab« nur den Herrn Reichsverlehrsminister walten lassen solle. Die deutschen Eisenbahner««den die Verhöhnung spüren, die i« dielen Worten des Reichsverkehrsminifters liegt und fie werden. im Newubtiein ihrer Pflicht sofort die geeigneten Matz. im Bewußtsein ihrer Pf nahmen treffen und unbeachtet all« vereinbaeungen d« gegen S-wjetrußland verschworenen Imperialisten es nicht znl.ssen, daß Truppen. Munition und Heeresgerdte denen ,ug.f«w werde«, die durch ihre kontereevolutionäre« Angriff« Sowjetrutzland hin» Sern tickt aflnt der aufbauenden Arbeit zuzuwenben. Pf'ilcht der deutschen Arbeit« ist es. auf der Hut z« stin, batz te nicht als Werkzeuge in dies� K-mpf«�«'' tutzt werden, sonder« daß sie imSegenteil all« Kraft« !le Pläne zunichte zu mache«, die auch«n Deutlchla� znr Vernich, ing Sowjetrußland gesponnen»«den.»« rhandeln, sondern zu Handel«. Ausfuhrverbot für Heeresgerät ■Die Regierung hat zur Wahrung der Neutralität ewe Berord- .ng erlassen, die die Ausfuhr von Waff««. Mumtion und ceresgerät nach Polen oder Cowjetrußland o e r b t e t M. Das ,-rbot' bezieht sich auf Waffen. Flügzeuge. Kraftwagen. Vetrieks- off«. Munition und Munitionsteil«, Puloer und Sprengstoffe, ftige Gase. Panzerzüge, Nachrichtengerat. Funl«stattonen. Pon- ans, Scheinwerfer. Stacheldraht, Uniformen und Mklewungsstück«. usrüstungsgegenftänd« wie Koppel. Torniste� Patronentasch«». Schanzzeug, Gasschutzgerät«. Ferngläser Entfernungsmesser ■ uch die Ausfuhr von Feldbäckereien, Feldküchen, fahrbaren Mtli- ärwerkstätten, sowie Pferde und Pferd« a.v s�r ust�n gen uird verboten. Nach Ärtilel 170 Absatz 2 des Friedensvertrages aar der deutschen Regierung die Aussuhr von Waffen, Murnttan tnd Kriegsgerät nach fremden Ländern schon oerboten. Dte Re- lierung hat im Hinblick auf den Krieg zwischen Eowfetrußland und Holen das Verbot noch erweitert, wobei st« sich auf das H a a g e r keutralitätsablommen stützt. Lebensmlttelbemonftraiionen in Lach««. Taufende von Ar- �eitern veranstalteten vor dem Rathaus in Aachen eine Demon- stration gegen den Kartoffelmana« l. D« Lberbürger- meister sicherte sofortige Zuteilung von Weizenmehl an die Be- völlerung zu. Abenteuerpolitik in Ostpreußen Die deutsche Regierung hatte vor einigen Tagen an die AM- ierten eine Rote gerichtet, in der sie den Wunsch aussprach, zur angeblichen Wahrung der Neutralität an der Lstgrenze die Abstimmungsgebiet« A l l e n st e i n und Marienwerder militärisch zu besetzen. Auf diese Rote ist bisher noch keine Antwort eingegangen: die deutsche Regierung ist daher in Paris erneut vorstellig geworden und hat darum gebeten, die Antwort zu beschleunigen. Dies« Stellungnahme gegenüber betonen wir noch einmal, daß in Ostorevßen absolut keine Gefahr vorliegt, selbst die monarchistische Presse, die es an Volschewistenhetze doch gewiß nicht fehlen läßt, muß anerkennen, daß die Neutralität von den roten Truppen absolut respektiert wird. Ausdrücklich wird von dieser Seite hervorgehoben, daß eine Schwadron bolschewistischer Reiterei bei Preßken sofort kehrt machte, als sie die detit sehe Grenze gewahr wurde. Wenn also in Ostpreußen bisher zu Befürchtungen absolut kein Anlaß vorliegt, so kann der Gefahrzustand aber tatsächlich er- reicht weiden durch die Ansammlungen einer größeren deutschen Truppenmacht. Die Gesinnung der Reichswehr ist ja hinreichend bekannt. Dadurch, daß bereits der Belagerungszustand verhängt und der kappistische General von Dassel oberster Befehlshaber geworden ist, kann mit Todstcherhcit damit gerechnet werden, daß sich in Ostpreußen eine große weiße Reservearmee bildet. die unter dem Vorwand, die Grenze zu schützen, ihr« Kräfte kon- zentriert, die konterrevolutionären Formationen, die sich der Auf lösung entziehen wollen, um sich oersammelt und dann mit allen Machtmitteln ausgestattet«in« Abenteuerpolitik aus eigene Faust betreibt. Ostpreußen ist bereits derart mit Trupp m überschwemmt, daß ein neuer Zuzug absolut unerforderlich ist. Alle anb«en Maßnahmen dienen also lediglich den Wünschen der konterrevolutionären Generalität. Keine Grenzverletzung durch?ow,'ettruppen Allenftein, 31. �uli. Bon zuständiger Seite wird mitgeteilt: Eine Schwadron bol- schewi st»scher Kavallerie ist jenseits der Grenze bei Prostken eingetroffen. Anch an verschiedenen anderen Stellen der Grenz« haben sich bolschewistisch« Patrouillen aezeiat. t gegenüber Borsymmen und Dlugossen im Kreise Lock. Sie haben r Grenzbeoölkerung erklärt, daß sie die Grenze nicht überschreite« wiieb««. Die polnischen Posten an der Grenz« sind bis in die Höh« von Friedrichshof im Kreise Ortelsburg zurückgezogen worden. Wie die„Lycker Zeitung" mitteilt, haben die italienischen Besatzung Struppen am Freitag morgen Lyck mit einem Eonderzug über Arys-Sensburg verlassen, bis auf ein geringes Kommando, das wahrscheinlich noch bis zur Uebergabe der Kasernen hier bleibt. Di« Truppen werden zunächst nach SUenstein gebracht. Der Kontrolloffizier Oberstleutnant Pio bleibt einst- ttrtA ist Ornf Tits» Qiptiiittrt" fiirtt fitttsii hrtSi Med» weilen noch in Lyck. Die dicker Zeitung" fugt hinzu, daß von «in« E«eg»ng in Lyck nichts zu spüren sei, die Stadt sei völlig »P». Kritische Lage in Danzig DA. Danzig, 31. JuN. Im Danziger Hasen find wied« Ententeschisfe mit Kriegsmaterial für Polen eingelaufen. Da die Danziger Arbeiter noch immer die Auslabung verweigern, sind ietzt pol» Nische Arbeiter im Hafen tätig, um die Ausladung der Mu- 'tir nition vorzunehmen. Weil die Danziger Hafenardeiter sich geweigert haben, polnische Munition in Danzig auszuladen, haben die polnischen Eisenbahn arbeite« die gesamte Güterzufuhr aus Polen nach Danzig gesperrt. Die Lebensmittelver- sorgung Danzigs ist gefährdet. Die polnischen Behörden find machtlos. Generalstreik in Zittau (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit") Zittau, 31. Zu»». Bei dem bewaffneten vorgehen der Eicherheits- «« h r in Zittau wurde ein Mann durch einen Genickschuß und ei« junges Mädchen durch einen Augenschutz schwer verletzt. Di« Arbeiterschaft von Zittau und Umgegend»«ließ am Sonnabend vormittag die Betrieb«. In zwei großen Bersammlungen, an denen insgesamt«000—7000 Personen teilnahmen, wurde der G e- n« r a l st r« i k beschlossen, der sich zum Ziel gesetzt hat. die Sicher- heitswehr zu entfernen unter Zurücklassung der Waffen, die unter Kontrolle der Arbeiterschaft zu nehmen sind. Das staatlicke Elektrizitätswerk in Hirfchfelde li« g t st i l l. nur die Notarbeiten werden ausgeführt. Das staatliche Braunkohlenwerk in Hirsch- felde sowie Braunkohlenwerke in Olberndorf und Hartau bei Zittau liegen ebenfalls still. Auch dort werden die Notarbeiten weiter ausgeführt,«mtttche«efchäst. in Zittau wuiden geschl.f- *«• P�izei und Eicherheitswehr hält sich von der Straß« zurück. d.« Ruh« und Ordnung wird durch Ordner aufrechterhalten die von der Arbeiterschaft eingesetzt find. Bon Dresden ist' ein bet Sonnabend Rachmltttas mit der StrelNeituny verhandelte. Aus der bayerischen Bendee Die Reichsregierung hat. dem kategorischen Befehl« der Entente gehorchend, die Auflösung der Einwohner- Wehren dekretiert Bayern pfeift auf dies« reichsgesetzliche Maßnahme und duldet weiterhin die Sammlung und Bewaffnung des konterrevolutio- nären Bürgertums in seinem Staatsgebiet. Aber mehr noch: Bayern finanziert auch noch dies« ungesetzlichen EinrichtungenzurRiederknüppelungdesProle- tariats. Wie uns« Münchener Parteiorgan.„Der Kampf",«r- fährt, werden im Voranschlag des Staatshaushalts nicht weniger als 15 074 000 Mark für die angeblich„privaten" Einwohner- «ehren angefordert! Dies« Maßnahmen, die den konterrevolutionären Charakter der bayerischen Regierung grell illustriert, bedeutet eine offen« Kampfansage an das Reich, dessen äußere Politik durch das Borgehen der bayerischen Reaktionäre auf da« schwer st e ge- schädigt wird. Wiederum zeigt es sich, daß die Politik der deutschnationalen und klerikalen Dunkelmänner absichtlich darauf angelegt ist, dem Reiche sortgesetzt Schwierigkeiten zu bereiten, denn es oersteht sich von selbst, daß die Entente das Vorgehen der bayerischen Regierung als Derletzung der in Spaa eingegangenen Verpflichtungen der Reichsregierung«trachten wird. Was ge- denkt die Reichsregierung diesem gemeingefährlichen Treiben gegenüber zu tun? Wird es nun diesen Skandal ruhig hinnehmen und sich bloß dann rühren, wenn irgendein Freistaat sich unter- fängt, sozialistische Politik zu treiben?»■ Pinkerton flunkert weiter Die von Stinnes ausgehalten«„Deutsche Wirtschaftshilfe" flunkert weiter. Der Magdeburger Rcinfall hat auf diese Gesell- schaft absolut nicht ernüchternd gewirkt, um so mehr, als sie in der monarchistischen Presse einen Bundesgenossen gesunden hat, der! jeden Schwindel, auch den dümmsten, in großer Aufmachung den Lesern vorsetzt. Eo berichtet jetzt die„Deutsche Tageszeitung" aus dem Ruhrgebiet, daß dort die„Sowjetorganisatoren" die letzte Hand zur Durchführung der Räteherrschaft angelegt haben. Der ' Bericht, den sie dafür als Beleg anzuführen glaubt, ist zum Tefl dem wundersamen„Geheimdokument" aus Memel entnommen: es heißt da u. a.. daß„die reaktionäre Sippschaft restlos beseitigt werden muß." Jawohl, restlos, auf daß von dem ehemals so blühenden deutschen Vaterland nur noch 5 Millionen Menschen übrig bleiben: die Reichstagswähl« der U. 6. P. D.! Das ist dte reine Wahrheit, an der nicht„gerüttelt" werden kann. Auch an der Nachricht, daß Hindenburg i. O.-S. als Sitz der neuen Räteregicrung auserschen sein sollte, kann nicht gerüttelt werden. Die absolute Zuverlässigkeit der Pinkertongauner geht ja schon daraus hervor, daß es in Hindenburg«inen Oberlehrer Lang ebensowenig gibt wie einen Arbeiter S ch ö n g u t: jene beiden blut» rünstigen Verbrecher, die in Hindenburg dazu ansersehen waren, „alles auszurotten, was sich dem Proletariat entgegenstellt." Die Kapp Presse hat eine feine Methode erfunden, den Pinkerton» schwinde! in Wahrheit umzuwandeln. Ei« setzt einfach feder Nach- richt das Motiv vor:„An der Echtheit dieses Dochments darf nicht gerüttelt werden". Und schon muß es geglaubt werden. Wen» diese Mache nicht so dumm wäre, könnte sich die Ka-'v-Presse das Patent darauf erteile« lassen. Ein Vorstost der Eisenbahn- beamten Der Haushaltsausschnß des Reichstags beriet gestern die Beschlüsse des Unterausschusses über die Einstufung des Berkehrsperfonals in die De�oldungsorl nu ng. Die drei Eiseabahnervcrbi nde hatten dazu ein Ultimatum mit folgendem Wortlaut eingereicht: „Die Vertreter der kroß-Organisationen des Deut'chen Essen- bahnpersonals haben von der SJuslegnng des Beschlusses de» Houshallsunterausschusses vom heutigen Tage,«»nach die Höherstofnng der Eifenbahndeamte« erst bei der Revision im Herbst 1929 erfolgen soll. Kenntnis er- halten. Sie vermöge» unter diese« Umständen nicht mehr ihre MitgNeder oom Rücktritt in drn vandesdienst zurückzuhalten und habe» die Absicht, im Lause der nächsten Woche zunächst «ine» Demenstrativnsstrett de» gesamte» deutsche» Eisenbahn» personal»«inznleite«, falls die Groß Organisationen bis Sonn» abend, den«. Juli 1929, nachmittags S Uhr vom-Haushalta. ausfchuß des Reichstags und von der Reichsregierung kerne bo> friedigend« und»indend« EeNärun« üb« die alsbaldige Er- "W««g ihr« Wünsche erhalten. Deutsch« Eisenbahnervertand Reichs geamrkschast Deutsch« Eisenbahubeamteu und Anwärt«. Gewerkschaft Deutscher Sisrndahnrr und Staatsbediensteten." Darüber entwickelt« sich eine lebhafte Aus! p r a ch e. Reichsfinan, minister Wirth«tlärte. daß er angestchts des Ultimatums feine Bemühungen um eine Berstandrgung einstellen musse. Es geh« gegen die Autorität der Regierung, gegen die Demokrat,« und gegen das Parlament, daß die Eisenbahn« in erner. aar t igen Weise«inen Druck auszuüben suchen. Diesem lonue man nicht �DU«bgg. Kotzur(So,.). Echuldt(Dem.) und Dr. H ö f l« (Z.) stellten frst.daß die ihnen nahestehenden Organr- sationen von dem Ultimatum nicht v.»stand igt worden seien. Auch die Lorständ« der Organyationen wissen Rl$« Ausschuß faßte danach den Beschluß bis ,»r Klärung der Angelegenheit und zur förmlichen Zurück, Uhung des Ultimatums die Verhandlungen auszusetzen. Die nächste Sitzung wurde au, Montag angesetzt. � E, handelt sich hier um«inen Borstoß b«>ond«s d« Beam- tenschaft der Eisenbahn, worauf es wohl zurückzuführen ist, daß die im Reichstag anwesenden Vertreter der Eisenbahnarbeiter- Gewerkschaften erklären konnten, fie wüßten von der Angelegen- �Die�MMimmung. die da» Vorgehen der Eisenbahner hervor- geruf-n hat. ist begreiflich. Die Quelle der Erregung.ft d,e v«r- zögerung der Gehaltsaufbesserungen. d,e durch die Uebernahme der Eisenbahn« im Reichsdienst verursacht worden ifl D" Eise� bahner wollen darunter nicht leiden. Nach einer Znppr.fl de» Zentralverband«, der Angestellt.» an SB. T. B. ist die Erregung vergrößert worden durch von den Finamministe- xitn erlassene«vssührungsbestimmung.«, die sich m wesentlichen Teilen mit dem Inhalt de« Tar,svert-««es n i cht decken. Dazu find die Ausführungsbestimmungen»rquickt mrt sehr ungünstigen Vorschriften über die Rückzahlung ein«? rm April zur Linderung der Notlage gewährten Vorschusses. Die erwähnt« Zuschrift de» Zentralverband s der Angestellten teilt außerdem mit. daß die Erregung der Eisenbahner besonders starken Busdruck fand auf einer Konferenz, die in der»ergangene» Woche in Essen stattfand. Die Zufchift behauptet, tn«: „Trotzdem die Konferenz Miter Umgehung der Dewerlschasten einberufen und nur von einer Minderheit beschickt» r. wurde für den 2. August ein Demonstrationsstreik beichlossen. Ein gt- wählt« Aktionsausschuß versucht den Anschein zu«wecken, als wenn die««bände diesem Streik zustimmien. Demgegenibe: lehnen sämtliche am Vertragsabschluß detei'igten verbände ein« Teilnahm« am Streik aus tattischen sowie moralischen Grün- den ab." Auch dadurch wird an d« Berechtigung der Forderungen Eisenbahnbeuu''»'«.Rnv.-t. Die Vorschüsse für Deutschland Pari», 31. Juli. Di« Kammer hat das Gesetz über die vor s chüsse, die auf Grund de« Kohlenabkommens von Spaa Deutschland zu bewilligen sind, in seiner Gesamtabstimmungen mit 356 gegen 169 Stimmen angenommen. Bei der Abstimmung über den ersten Artikel des Gesetzes hatten 159 Abgeordnete sich der Stimme enthalten. Lonbo». 31. Juli. Der Gesetzentwurf über Bewilligung eines Kredite» von fünf Millionen Pfund Sterling.an D e u t i ch l a nd. der als Vorschuß auf Grund de» Kohlenabkonimens von Spaa zu leisten ist, wird am Montag vom Unterhaus beraten werden. Meitzer Terror München. 31. Juli. In dem vor dem volksgericht München stattsindend.« Hochver- ratsprozeß gegen Liening und Genossen beantragt« de» Staatsanwalt gegen Liening. der in ehrloser Gestnnnng gehandelt habe, wegen Hochverrats 1 Jahr Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust gegen Decker 9 Monate Festungshaft. Bezüglich de, Angeklagten Freiberger uberließ«s der Staatsanwalt dem Ermessen des Ge- richts, ob«in subjektives Verschulden diese Ängellaaten vorliege l-iening wurde wegen Verbrechens d« Borbet«ikui „----..... �.„.�.....ung zum Hochverrat zu einem Jahr Festungshaft»«»»»teilt. Di« Angeklagten Freiberger und Decker wurden freigefpeachen. Der, Staatsanwalt wagt es, ein solches Strafmaß zu beantrage» und dU Verurteilung erfolgt, obwohl nachgewiesen wurde, daß di« dem Angeklagten zur Last aelegten Handlungen lediglich den Zweck ha en sollten, di« Abwehr eine» Rechts putsche» vorzubereiten. Leute, die in gutem Glaube« handeln, um zum Schutze der bestehenden Lersassung beizutragen, werde» ig Deutschland mit hohen Strafen belegt. Weiße« Lerr«,«nd nichts anderes! -e Die»OWWlle im WM Der Sitzungsbericht VrZsident Loebe eröffnet die Sitzung um 1t Uhr 20 Minuten. .Eingegangen tft ein Schreiben des Reichsverkehrsministers »ioner, wonach den Wünschen des Reichstages entsprechend ein »usschuB zur Prüfung der technischen und finanziellen Verhältnisse °er Reichseisenbahnen eingesetzt worden ist. Ihm sollen neben «erkehissachoerständigen 12 Reichstagsabzeordnete und 12 Mit- Weder des Reichswirtschaftsrates angehören. Die Entwaffnung der Bevölkerung Auf der Tagesordnung steht zunächst der Gesetzentwurf über die i-ntwaffnung der Zivilbevölkerung. Danach sind alle Militär- Waffen bi» zu einem von dem Reichskommissar für die Entwaff- 5.'}n8 festzusetzenden Zeitpunkt an die von ihm zu bestimmenden vtellen abzuliefern. Dasselbe gilt für die Munition. Reichsminister des Innern Koch: Zu dieser Vorlage find wir durch dar Abkommen von Spaa verpflichtet. Wir können diese Aufgabe aher nur lösen, wenn sie nicht gegen das Volk, sondern jjr t dem Volke durchgeführt wird. Wie viele Waffen noch im besitze der Bevölkerung find, kann auch nicht schätzungsweise an- ßtg'ben werden. General v. S e e ck t bat in.Spaa eine Aufstellung abergeben, wonach in unbefugten Händen fich noch etwa ich Millio- aen Gewehr«. 8498 M-schtnengrwehre und 4800 Minenwerfer aesinde». Reben den gesetzlichen Matznahmen wird daher auch dsne weitgehende Aufklärung des Lölkes notwendig sein. jp'.: Entwaifnungsaktion selbst kann nur durch das Reich und nicht durch die Länder durchgeführt werden. Die Durchführung mutz in den Händen einer «ioile» Behörde fagen. Ts soll daher ein Reichskommissar für diesen Zweck eingesetzt werden, der völlig unparteiisch vorgehen soll. Die Hauptzahl der Waffen befindet sich in den Händen dersenigen. die einen Angriff von der Gegenseite erwarten. Die Aktion soll so unpolitisch wie wöglich durchgeführt werden.(Lachen der U. Saz.) Abg. Lübbrrng(Soz.); Wir haben gegen den Kcsetzentwurf die «röfcten Bedenken. Er mutz in einer gründlichen Kom- wissionsberatung noch wesentliche Verbesserungen ersah- 'en, wenn wir ihm zustimmen sollen. Das Gesetz mutz dazu führen, «atz fich Waffen nur noch in den Händen der Reichswehr und der Sicherheitspolizei befinden. Der Minister ist im Irrtum, wenn er glaubt, daß die Preise, die Putsch» bstchten hegen, dicht mehr viele Waffen in Händen haben. Wir haben die aller- Motzten Bedenken gegen die Einwohnerwehre n und die in »ildung begriffenen Selbstschutzverbände. Dre letzteren verbände werden schon dadurch genügend gekenn.ze«mnet. oah ste »as Wer» des reaktionitren bayerische« Forftrats und Hauptmann» «. D. Escherich find. Diese heimlich gegründeten Verbände ver- motzen gegen die KZ 128 und 129 des Strafgesetzbuches. Ich ver- �nge von der Regierung Antwort auf die ffrage, ob auch diese �elbstschutzverbände unter die Wohltat des Z 2 des vorliegenden «'s-tzentwurfes fallen. Die Seliftschutzverbande haben beschlossen. nch einer Entwaffnung mit Gewalt zu widersetz«« ««d sie finden dabei die Unterstützung der Wehrkreiskommando». «er bayerische Ministerpräsident v. Kohr will es fa sogar auf «inen Bruch mit dem Reich ankommen lassen, um unter allen Umständen die Entwaffnung zu verhindern. In Ostvreuhen gehen die S-lbstschnt-verbande mit Zustimmung der Reichsweh, dnter Leitung von Offizieren, die»us der Sicherheitswehr entlassen »erden mutzten, weil sie inbezug auf die republikanische Verfassung «>cht zuverlässig waren. fHort! Hört!) Angesichts der großen 'fenlager, die noch überall auf den Gütern vorhanden sind, en die Sitafbestimmungen bedeutend verschärft werden. Es auch nicht vor der Dermögenskonfiskation zurückgeschreckt wer- «8. Rur. wenn die Vorlage gründlich umgestaltet wird, können »ir ihr zustimmen. fVeifall bei den Soz.) Abg. GrustHage«(UGP) . Ueber die Frage, wo die Waffen find besteht anscheinend auch «Ute noch in d« Regierung mcht die richtige Vorstellung. Wir bedauern, dah immer noch die Regierungsstellen das Spitzel- »«terial«ber rote Armeen us«. glaubig hinnehmen. W,r können ihnen jederzeit nachweisen, das, die Arbeiterklasse.>n keiner Weife »it großen Waffenmengen versorgt ist. dah aber IM Kegentetl die �vnterrevolutisn mehr als genufl Waffen hat. Auch Ruhr- »«biet haben wir die Waffe« erst, von der Einw-hnerwehr und jjBrgerweHr uns holen müssen, wir selbst hattten keine gehabt. *B«nn später einige Waffen in den Händen der Arbeiter waren. l® steht das in keinem Zusammenhang mit irgend einer politischen ?°rlei.(Zurufe.) Die deutsche Wirtschaftshilfe ist eine vrgani. °ti-n. die seit Zaft und Dag systematisch Unwahrheiten in Deutsch- l»nd»erbreitet, mit der Absicht, die wirklichen Waffenschieber ,» ««decken, in dem sie handelt, wie der Spitzbube, der schrert. haltet b«" Dieb.(Sehr richtig!) Auf«rund dieser Echwindelorgani- «tion werden di««ollsten Rachrichten in die Oeffentlichkeit gesetzt. vm sie gegen dl« Arbeiter anfzuhetzen. und dagegen s�eitet natur- ''ch der Herr Reich-minisier des Innern nicht ein. Beiahlt wird v>«se Schwindelorganisation, soweit wir unterrichtet sind, »on Herr»«tinne»»«» anderen vrohindustriellen, wir anch»erstehen können, da sie so tüchtig im Dienst der Avnterrevolution arbeiten.(Sehr richtig!) Redner verliest einige «sonder« tolle Schwindelnackrichten. Es geht«'cht. dah man hier "ne Vorlage einreicht, die sich gegen Teile der Bevölkerung richtet. vnd auf der anderen Seite unternimmt man nichts, um die reak- t!anären Formationen, die Einwohnerwehren und die Zeitfrei- »'lligen usw. endlich aufzulösen. Nicht nur die Einwobnerwehren Zabei, Waffen verschoben, sondern die Reichswehr selbst savotrer« 'S Entwaffnung. Die ganzen landwirtschaftlichen Kreise sind mit Waffen langern übersät und diese Waffensckiebungen werden heut« ?°ch fortgesetzt. Roch dazu mit Mannschaften und Mumtwn. Aehr richtig!) Di« angeblich aufgelösten Frekkorp« sind qarnicht 'vsgelöst.(Hört! Hört!) Sie find in Lager»der auf de» Lande 'vtergebracht«nd können federzeit da» Heer der Reaktion von 288- '."s 480 000 Mann und«ehr erhöhen. Redner führt auch hierzu jaig« Beispiele an. z. B. das Detachement Roßbach. Dieses "letz wird ganz Deutschland zu einer Spitzelorganlsat,on machen, «leitet von einem Direktor mit einer grohen Anzahl ll«lterd,ret- '«en, das Telephongeheimnis, das Postgeheimnis all da« Hort auf. ?ir sind durchaus für die G e f a m t e n t w a f f n u n g der Be- ''lkerung, aber nur im Berein mit der Arbeiterschast. mit dem 'samten Proletariat. Der Reichswehrminister Getzler hat nie l»az getan, um die Entwaffnung der Konterrevolution vorzu- Ihme«, er ist nur ein zivile» Dekorationsstück seiner Militärs. ««n Geist scheint von Seeckt umnebelt sein.(Heiterkeit.) Wenn es unter Roske schon schlimm war, �'st es heute noch viel schlimmer. Auf Grund all dieser Tatsa�en M wir der Meinung, dah dieses Gefetz nicht anaenommen werden wir stimmen jedoch für die Ueberweifung an einen Ausschuh �s'dem hoffentlich ein anderes Produkt hervorgeht.(Beifall bei ** IL So,.) .«et bayerisch« Gesandte». Preger weist die Angriffe gegen den Stzerischen Hauptmann Escherich den Organisator der bayerischen �lnwohnenoehren zurück und betont, daß die Einwohnerwehr nur Ls' �Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung" notwendig sei. Unruhe bei de« A. Soz.) Die bayerische Regieruna wird sich 1' Abg Dr. Rösick«(D-?lat.): Eine rote Anne« exerziert fast �»aglich unter den Auge« der Bevölkerung hier auf dem T e m- "Ihvfer Feld.(Lache« link».) Die Offiziere, die Kapp folg- «ur ihr Recht gesucht, Ha««(De«.) 7 Die Waffen gehören nur k« die Hände «nadnnnt-» Organisationen. Die Unabhängigen find selbst an der Bildung der Einwohnerwehren schuld. Die Novemberrevolution brach über uns herein, wie ein Gewittersturm, und die Herren von rechts haben es uns gedankt, daß wir dann wieder für Ordnung sorgten. Der Kapp-Putsch aber störte eine ruhige Aufwärtsentwicklung ohne Grund.(Sehr richtig! links.) Aba, Fran Zetkin lK. P. D.): Dieser Entwurf will nur die deutschen Arbeiter wehrlos machen, nackdem sie schon waffenlos sind. Er bedeutet eine zivile Militärdiktatur gegen die Arbeiter. Gegen die Entscheidung des künftigen Diktators gibt es keine Instanz, denn die Reichsregierung ist ja mit ibm eins. Es hieße den Teufel mit Belzebub austreiben, wenn man der Bourgeoisie die Entwaffnung überläßt. Es kommt vor allen Dingen darauf an, wie das Gesetz durchgeführt und wer es durchführt. Und die Spuren schrecken das deutsche Proletariat, denn sie weisen seit dem 6. Dezember 1918 ins Lager der Gegenrevolution, Die feierlichen Abkommen von Viele- ' feld und Münster wurden schändlich gebrochen, während die Kavp- Verbrecher bis heute noch im großen ganzen straffrei ausgegangen sind.(Sehr richtig!) Wer von den Arbeitern noch aus der Kriegszeit einen Karabiner oder ein Gewehr hotte der wurde mit den allerschwer st«n Strafen belegt, während man nie davon etwas hörte, daß die Herren Gutsbesitzer, bei denen Riesen- «msfenlager gefunden wurden, auch nur im geringsten zur Ver- antwortung gezogen wurden. Wenn hier gesagt wird, es dürfte sich in der Bevölkerung keinerlei Waffen befinden, so sage ich, die Staatsgewalt biete keine Bürgschaft dafür, daß sie ihre Waffen nicht gegen die Arbeiterschaft richtet, solange d'ese kapitalistische Regierung, dieser Klassenstaat bestebt, trotz seines demokratischen Aushängeschildes.(Sehr richtig!) Wir sind dafür, daß das Gesetz erst einer genauen Kommissionsberatung unterzogen wird, wenn wir uns auch vom Resultat nichts versvrecken. Aber ev mutz dort festgestellt werden, daß die Waffe« nicht beim Prole» tariat sind, sondern bei der Geaenrevolvtion. Dieses Gesetz ist ein Pakt der internationalen Gegenrevolution und nicht der inter- nationalen Verteidigung.(Lebhafter Beifall links.) Der Präsident ruft nachträglich auf Grund des stenographischen Protokolls die Abgg. Keppler und Wolf(Soz.) zur Ordnung. Abg. Unterleitner(USP) Die Ausführungen des Gesandten». Preger fordern den schärfsten Widerspruch heraus. Wenn er sagt, die bayerische Regierung fft gewillt die Entwaffnung durchzuführen, so habe ich und meine Partei dazu berechtigten Zweifel,(Sehr tHtig!) Wir glauben dem Ministerpräsidenten v. Kohr, der nicht nur einmal lnwahrheiten gesagt hat, nicht, dah er diese» versprechen hält. Wenn ein solcher Beamter einmal seinen Treueid bricht, wenn er an Besprechungen teilnimmt, die zum Sturz seiner vorgesetzten Minister führen sollen,(Andauernde Unrube. Zurufe: Unerhört!) das ist unbestritten, daß er als damaliger Untergebener des Mini- 6ers Endres an dessen Sturz mitgearbeitet hat und nur durch ein« evolte des Militärs selbst Minister geworden ist, dann hat man zu einem solchen Mann nicht mehr das Vertrauen, daß er seine Worte hält. Leichtfertig hat Herr». Kohr Gerüchte über Links- bewaffnungen in die Welt gesetzt, gegen sein bessere» Wisse». Er stützt sich auf die Reaktion, auf die Einwohnerwehren und auf all jene Kreise, di« der Herr Minister des Innern nicht entwaffnen wird. Er wird auch die Waffen nicht finden, die schon heute in großen Massen nach Tirol oerschobe« werden.(Hört! Hört!) Oder in fast jeder Scheune versteckt find. Wenn die Regierung wissen will, wo die Waffen sind, dann braucht sie nur die Unab- hängige Sozialdemokratie fragen, die kennt die Waffenlager der Reaktion Es liegt nicht nur im Interesse der Arbeiterschaft, son- dern des ganzen Reiches, dah gerade in Bayern die Entwaffnung streng und gerecht durchgeführt wird.(Beifall bei den U. Soz. Lärm bei den Bürgerlichen.) Bayerische» Mitglied des Reichsrats Kam» widerspricht unter dauernder Unruh« der Unabhängigen den Ausführungen de« Abg. Unterleitner(U. Soz.) Reichsminister des Innern Dr. Koch: Bei Richterfüllung des Abkommens von Spaa erfolgt der Einmarsch der Entente. Da Parlament sich zusammenfinden, um auf allen Seiten ln hkrallszuholen. Ohne Ausnahmebestimmungen geht m- r%t-f™ Aalch fft ein Bundesstaat und ich habe keine Möglichkeit gegen die preußischen Behörden vorzugehen. Die Selbstschutzorgamsatron wird unter Kontrolle der Reichsregie- (Berfall)' � werden uns da nicht auf das Militär»erlassen. Simon(IL Soz.): Di« Regierung Kahr ist nur durch bu« J 1 f J 9' "* sinnlichen allerdings durch lit**** militärischem Druck zurückgetreten. In der Einwohnerwehr be- nnden sich kein e A r b e i t e r mehr, ffitdem ste eingesehen haben, wrlch« polltischen Ziele sie verfolgt.(Zurufe rechts: Auch das ist nicht wahr!) Die Einwohnerwehr ruft künstlich Unruhen hervor, müssen Prrhaftungen vornimmt, die zu Demonstrationen führen Abg.«ruber(Soz.): Herr v. Kahr ist ja nur eine Marionette in fanden anderer. General Möhl hat seiner Zeit die voll- ziehende Gewalt für sich gefordert, sonst wollte er nicht mehr die ?�'aatwortung für die' Sicherheit der Minister tragen.(Hört, 1 Hoffmann wehrte sich, aber leine Kollegen entschieden gegen ihn und gaben die Staatsgewalt aus den Händen. Das �5' ein unerhörter Gewaltakt gegen die bayerische Berfassung. (Sehr richtig links.) Ich warne den Minister des Innern. Ich :riaUr t bayerischen Regieruna nicht. Nicht, weil sie böswillig Är& r!at /•? keinen Willen. Denn v. Kohr ist nur ein Platzhalter für Dr. Heim oder einen andern. Dr. Heim ist ein hulauer Fuchs, der immer sein Alibi nachweisen wird.(Heiterkeit.) ÄÄÄ>"« . Eckardt(U. Soz.): Bei der Entwaffnung Braunschweigs man kein solches Gesetz, sondern rückte mit gewaltiger -Lruppenmacht ein. So würde die Reqierung wieder verfabren, si« glaubte, daß die Arbeiterschaft noch Waffen hat. Jetzt iate«.>?ie Regierung zur Entwaffnung ihrer eigenen «»iL?' Braunschweig von der Reichswehr noch Gewehre ffi' 76 Pfennig erhalten Hadem .Aslage wird der Äusschuhberatung überwiesen Es folgt der Rest des Not-Etats. beginnend mit dem Haushalt des Reichspostministeriums. 3{e* lll. Soz.): Der Erlag des Postministeriums Uder die Beamtenauslchllsse hat bei den Beamten den größten Bei der Wahl ist das Dreiklassenwahlrecht «mgesuhrt worden. D,e Ausschüsse müssen nach unserer Meinung in gemeinsamen Wahlgang geschaffen werden. Das Ministerium rfrr w Grundsatz: teile und herrsche. �Dadurch soll das ekelhafte Strebertum aeförderk weraeu. Bei d«' Einordnung in die Befoldiinpsordnung sind viele Beamte un- recht behandelt worden. Die Besoldungsordnungen sind viel gün- stnger als die des Reiches. Daher fühlen fich die Reicks beamten benachteiligt. Es war von uns ein Antrag eingebracht worden. der die Benachteiligung der einzelnen Beamten ausgleicht, die durch d,e E,nre,hung in die verschiedenen Beamtenkategorien entstanden waren und bis zur endgültigen Regelun� Vorschüsse verlangte. Auch dieser Antrag besagte nur etwas ganz Selbst- verständliche» und trotzdem wurde er im Hauptausschuh gegen die beiden sozialistischen Parteien abgelehnt(Hört, hört?) Wir sind der Meinung, dah der Staat verpflichtet ist, seine» Ar- heiter« und Beamten" H" -indesten» das E' isienzminimn« zu gewähren.(Sehr richtig!) Man kann dabei nicht die Arbetier im Privatbetrieb ausspielen gegen die Arbeiter im Beamten- und Staatsbetrieb.(Sehr wahr!) Wenn Sie fragen, woher das Geld genommen werden soll, so könne» wir Ihnen ichon Mittel nennen. Mv Sit ab« doch»»cht anwende«; die 9% Milliarde, stff Früh. m »ruschprämien für Großagrarier wären hier gleich zu nennen. Oder sozialisieren Sie doch die Bergwerke, dann haben Sie neue Einnahmeguellen.(Sehr richtig!) Die Stellungnahme der Re- gierung in der Frage der Beamtenbesolduna ist reichlich unklar und hat große Unruhe in der Beamtenschaft aufgelöst. Wir müssen alles tun, um die gerechten Wünsche der Beamten zu er- stillen, denn nur so werden wir eine arbeitsfähige und arbeits- frohe Beamtenschast erhalten.(Lebhafter Veisall bei den U. Soz.) Der Präsident macht darauf ausmertsam. daß dem Wunsch de» Reichstages, am Dienstag in F e r i e n�gehen zu können, nur dann entsprochen werden könnte, wenn das Redebedürfnis eingeschränkt würde.(Beifall.) Reichspostminister Giesberts: Ich Hobe die Hoffnung, daß di« Wünsche der Beamten eine Regelung finden, die alle Beteiligte« befriedigen. Ich habe bereits längst verfügt gehabt, daß bei der Pofiverwaltung zunäckst der halbe Vorschuß auszubezahlen ist. Die persönlichen Ausgaben sind bei der Pastverwaltung be- deutend höher als die sächlichen Ausgaben. Die bisherigen Be- amtenausschüsse sind nur ein Provisorium, die eine gute Grund« läge für die endgiltigen abgeben((Veifall.) Reichssinanzminister Dr. Wirth: Ich habe immer betont, dah wir das Reichsbefoldungsgefetz umbauen und alle llngerechiig- leiten beseitigen müssen, denn es acht nicht, daß die Rechte der Länder besser dastehen als die Reichsbeamten. Es ist das Unglück. da> niemand draußen die Augen offnen will gegenüber der fürchterlichen finanziellen Rottage, in der sich Deutschland be« findet. Ich mache mir Sorgen, oh die derzeitigen Gehälter der Beamten auf längere Zeit hinaus u b e rh a Up t n och bezahlt werden können.(Hört, hört!) Angesichts der leidenschaftlichen Beunruhigung in der Beamtenschaft sage ich, daß man schnell geben muß. um doppelt zu aeben, ümfomebr bin ich und der Haus« haltunasausschuß aufs peinlichste berührt von einem Schriftstück. das mir gestern namens der drei großen Eisenbahnerorganisatio» nen überreicht wurde. Darin heißt es, daß die Vertreter der großen Eiscnbahncrorganisaiioncn schärssten Protest dagegen er- heben, daß die Nachprüfung der Beseldungsresorm erst„n Herbst stattfinden soll. Sie drohen mit Demonstrationsstreik Erklärungen über die Erfüllung ihrer Wünsche haben.(Zurufe: Unerhört!— Lebhafte Bewegung.) Und das im gleichen Augen- blick, wo die Verhandlungen vor dem Abschluß stehen.(Stürmische Pfuirufe.) So stöht uns eine Gruppe unverantwortlicher Führer den Dolch in den Rücken. Der deutsche Eisenbahnerverband hat durch den Mund des Abgeordneten Kotzuhr erklärt, er wiss: nichts von diesem Ultimatum und es ginge ganz gegen seine Ab- sicht. Die Mehrheit de- Ausschusses(Zuruf: Nur die Mehrheit?) war der Meinung, daß man den Verbänden Gelegenheit geben müsse, sich dazu zu äußern. Ich als Minister habe mich schärfften» dagegen gewandt, da ich es nicht mit meiner Ehre ver- einbarekl kann, unter dem Druck eines solchen Ultimatum» Verhandlungen zu führen.(Lebhafter Beifall.— Huhurufe der IL Soz.) Abg. Frau Zietz(U. Soz.) bringt weitere Beschwerden über de« Postverrehr vor, z. B., daß man vom Lande Postanwärter holt, um in Berlin mißliebig« abzuschieben. Besonders bedauerlich ist die Erscheinung, daß die süddeutschen Beamten von dem Recht de» Rücktritts in den Landesdienst Gebrauch gemacht haben. Wenn ich Mißstände hier zur Sprache bringe, so erfülle ich nur meine Pflicht als Volksvertreterin.(Beifall bei den U. Soz.) Abg. Geck(U. Soz.): Di« Bedeutung dieses logenannten Ulti- matums hat der Herr Reichsfinanzminister stark übertrieben. Wenn jemand wirklich eine solche Aktion vor hätte, dann würde er sie sicherlich nicht in einem Briefe zuerst zur Kenntnis bringen. Redner protestiert dann an Hand von Beispielen gegen Telephon-- Überwachung und Briefzensur.(Beifall bei den U. Soz.) Der Haushalt des Reichspostministeriums wird genehmigt. Montag. 2. August. 1 Uhr: Amnepieaefetz. dritte Beratung des Entwaffnungsgesetze», Not-Etat, klein« Vorlagen. Schluß 6 Uhr II SP. und Sozialister, ing Im Reichstage hat am Schluß der Beratung über das Spaa- Abkommen Klara Zetkin be, der Abstimmung über den An- trag der Unabhängigen, der die sofortige Sozialisterung des Berg- baues verlangt. Stimmenthaltung g-ubt Die Empfin- düng, dah oiefes eigenartige Verhalten eme Rechtfertigung notwendig macht, veranlaßt die„R o t e F ahne,, n einem Ar- tikel di« Haltung der Unabhängigen Parte, zur Sozial, sierun« zu erörtern. Sie schreibt: „Gewiß: der Beginn der Sozialifierung ist. wie wir hier wie- derholt dargelegt haben, die grundlegende Voraussetzung dasut, daß die deutsche Wirtschaft gegen die Sabotage der Unternehmer geschützt wird, die das Kohlenabkommen zum Vorwand für Be« triedsstillegungen zu benutzen sich anschicken. Aber, die SoziaU- sierung kann nicht durchgeführt werden durch Parla« mentsbeschlüfse. Wäre das der Fall, so wäre ste langst verwirklicht. Denn ein Sozialifierungsgefetz ist bereits von der Nationalversammlung angenommen worden, aber irgendein Schritt zur Durchführung dieses Gesetzes, das im übrigen völlig unzulänglich ist, ist bisher nicht getan worden. Was hier di«„Rote Fahne" bemerkt, ist durchaus zutreffend. llber es ist nicht nur die Ausbauung der K. P. D.. sondern vor allem die«usbauuna der Unabhängigen Partei, die noch vor Erscheinen des Artikels in der„Roten Fahne" vom Genossen Hertz im Reichstage durchaus klar dargelegt worden ist. Di«„Rote Fahne gibt auch weiter zu. dag ,n dem Machtkampf des Proletariats um die Eozialisierung.„die Parteien des Proletariats anch das Parlament benutzen können." Aber man dürfe dadurch nicht die Illusionen auf das Parlament stärken, sondern die Massen zum Kampf um die Sozialisterung aufrufen. Auch das hat die Unabhängige Sozialdemokratie geraoe in den letzten Tagen mehrfach getan. Und der Antrag der Unabbängigen. weit davon entfernt, irgendwelche Illusionen zu stärken, sollte ae- rade die Aufgabe erfüllen, die Massen zum Kampf um die Sozialifierung aufzurütteln und gleichzeitig denbürgerlichen Partelen die Maske herunterreißen, �uch diese Aufgabe zu erfüllen ist notwendig, denn sie stärkt den Kamvf der Massen. Es ist daher sehr bedauerlich, daß durck das Verhalten Klara Zetkin, dies« Absicht durchkreuzt worden ist. Für die Derbilligung des Schuhwerks Die Schuhpreise find trotz der Preisherabsetzungen in letzter Zeit immer noch so gewaltig, daß die breiten Massen der Beoolkerun» sie einfach nicht bezahlen können. Unsere Vertreter ,m Volkswirt» fchaftlichen Ausschuß des Reichstages haben«inen Gesetz- entwurf eingebracht, nach dem ein Teil der Kriegs- gefellschaften in der Lcder- und Schuhwarenmdustii« für die Sen- kung der Schuhpreise in Anspruch genommen werden soll. Der Entwurf bestimmt in seinen ersten zme« entscheidenden Paragra- phen folgend«»: � � Der Sicherheitsfonds der Deutzen LcderaktienaefellschafL der Liquidationsfonds des Ueberwachungsausschusscs der Schuh- der Liaui'dationsfonds des Hauptverteilungsausfchusse» be» Schuhhandels,_ �_- der Liquidationsfonds der Sattlerledergesellschaft m. b. H. find mit Wirkung vom 1. Juli 1920 ab zu Gunsten des Rrickes »um Zwecke der Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung mit billigem, neuem ledernen Straß-nsckuhwerk bescklagnahnu, werden Eigentum de» Reich, und sind an die Reichskasse abza- führen. 8 2. Di« gesetzlichen Bertreter der in K 1 genannten Organisation«» sind für die Abführung der Betröge persönlich haftbar. Znsgesamt handelt es sich um eine Summe von etwa 35 Willi» nen Mark, die der Reichskasse durch diese» Gesetz zugeführt werde» solle». Q't�ektheiina��en�hnttch Damenkleidung M ante! blau od. mode,-« Q KOO Imprägniert, mit Gürtel,. Iw*# Seiden-Mantel farbig, imprägniert, offen u. ßescnlossen zu tragen.."Twv Kostümrock aus gutem fest. Waschstoff, weiß Kostümrock aus Voile, reich mit Säumchen garniert, weiß...... Sport-Bluse aus Krepon u. leinenartig. Stoff DI« iie a aus gutem Opal, DlUaC mit Stickerei und breiten Zwiochonsätzen.- Morgenrock aus Waschstoff....... Morgenrock aus Waschstoff, versch. 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ÄbieUnns. V. Direktisn: Ma? Reinhardt DeMes Theater W Weibsteufel MiMOiele »US.- Die SsAktle. Kleines Schimspielhanz 7»/, Uhr: BUehse der Pandorck Theater des Westeas � Ufyr: Wtt ehemiBUtit' Direktion €«1 Meinhard- Rud. Bernauer Theater t. d. KöaiggMer Strahe X. Geständnis KoWdieOavs t Uhr: Petz-Kainer Vsllett Verliaer Theater Dr» leg«- Wnlzrr. Trima- Theater tBlhnhof griebttdilttait) TSglich 8 Ufte: ®cr große Erfolg Dl» mm Meli DerStilreasried «GM- Theater (Stadtbahn Iannowitzbrücke) Täglich 8 Uhr: »et grobe Erfolg Die AM«!!- Äsywa«.* Lessinz-THM ÄowmetfpleljriJ «ll«l>ki>ftlich 8 Ufte: SnpoIDitic MstlmA *» Vlv«las der IUgstas A-Theater m fN- Clubleute mit Max Adalbert Sleaes WlSstheater Köpenlcke? Str. 88. *vX: AeZZMiage Kammer-Tnnzspiele •gülamln. e, am Slollrnftorlplaft Itlefon: l'üftom»05. r»Sl. 7';. Uftr: ■mft Neues Sperettenhaos Di?eftt«r Utreu ancbrabUch 7'/, Uftr; Prinzessin Friedl Rose- Theater 7V,Uftr: Ein Walch rrtran«. «artrabüftn« Tiiqlich!>/, Uftr: Slihr Snf«. Ehemalige« Voigt- Theater Badstraß« 58. Sotnnterbühn«: Täglich nachtn.-/,5 Uhr: Bunter Teil *b:T: Bis DaiH8 IM Clrcos 7V. Apo »ei T\ � I jZ eanntbga ZV, u. Aakbertreffltches Variejee-PrsskaM! ollo s Theater »drichstr. St»/ «llabrnbllch Jl] Cafino- Theater A»». mit dem neuen Bolkvstük Knorp'« frl. Witwe Mtliatia-Theater Uftr: 3V, r'. 3 Hi lOiüEfl kill Ißtt V, Uftr: Intrrnatisnal» Soinmerlli.„fifSMerlii" Hetsenheida IL Nmmberstm Bolksstärk in 3 glkten von Emil �allnp, dem Verfasser der»Interna tio n ale� Borher, ab Uhr: Spezialitäten SM roter am Äotlbujrr int Irlepft#*: OBuriftpl. U8U » TSgUch 7V, Uftr & EBSte-Sänger il M Bollstänftig neue« ftfcnSi Programm Ji W»'«wn 7 Uftr. Cfl Omer. - ll-iy, u. 1-g Uftr s" NEUE WELT ' Aroolb Schal,' Hasrnftribr 108/tU zaslich fiüiuetlunöBflrielce- BocsfrRong (12 ecstUIofstge Nummern) VoSß-IldlS BtBfä Pn>MAa Jeden Mittwoch: Erntefest Jeden Donnerstag: Elite- Tag u. Heuer«, erk Dienstags, Mittwoch«. Donnerstags und Sonntags i«fli«feBfeftlM!:®rofi««aa JInfano Mittwoch u. Soonia, , Uftr, a.b. aitbcrri: Kütten 5 Ufty «cht»»««UnSottaea« Klub»! Prosprbt ftber rrft« klafftgr Mofikalir» für üBanfcs. lütriwOnatttü erftattm 61« koftrulo»»»» Otto Wrrbe (StrgiK«• Stria«) JteakiBir, Hoftrrchtstraß««. ! Walhalla• Theater j ; an«osenthalee Platz Z e• : Sonntag, 1. August, nachmittag« 8 /, Uhr» vie Zniernailonale! 5• •«beud» 7V, Utze l i Zill MW m lote I ; Soziales Echanspiel in 6 Akte» ; von Gustav Sielow. t = Ziestdeaz- Lichtspiele. Blmevstraße 10 3= Tanz auf dem DulKa« Kammer- Tanzspiele BQIowstrafte C Am Hellenderfplelz Telephon; Lützow 2305 ragiicb Orientalisches Ballett 7»/« Uhr: und Schönheitstänse WM««: Iii ÜIIMMZwtt Zi: oie onozzen Vei.757NV7. yMllElES Strlteet Pia!» Aastanien-Dllee 7— 9 iZMriettt-SessMne«12 «3Ä«Mr M, Anfang V»' Uftr T8g||«h frische Seefische u. Räucherwaren QoastemBnciar Plschhalla Steglitz Albreffltftr. INI« Efk» fdllppelntr. Dienstag, den 3. und Donnerstag, den 5. 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Eine� provisorische Zentrale ist eingesetzt, die zu Borsitzende mit gleichen Rechten die Ee- nassen Richard Müller und Karl Vollmer Haus bestellte. Sie wird sofort die notwendigen Mastnahmen zur - Erfassung der Betriebsräte treffen und die Wahlen der Organe der Betriebsräte Eroß-Berlins vornehmen lassen. Alle hierzu erforderlichen Mitteilungen werden in den nach- sten Tagen durch die Tagespresse bekannt gegeben. Berlin, den 1. August 1920. Die provisorische Zentral« gez. Hildesheim, Orthmann, Bollmerhaus( Gewerkschafts- ichaftskommissionj, Müller. Neumann, Wegmann(Zentrale der Betriebsräte Münzst�asse), �Brandler(Betriebsräte An den Verband langen der provisorischen Zentral« nahm als Vertreter der Betriebsräte der S. P. D. der Een. Neinlnecht teil. Da die Betriebsräte der S. P. D. erst nächsten Dienstag über den Anschluß an die provisorisch« Z«ntrale entscheiden, hat Reinknccht von einer Unterzeichnung des Aufrufes Abstand genommen. Gehaltsbewegung der Angestellten der Jüdischen Gemeinde Eine am 30. Juli stattgefundene Betriebsversammlung der ge- samten Arbeitnehmerschaft der Jüdischen Gemeinde befastte sich mit der am 29. Juli vorangegangenen Verhandlung der gemischten Deputation die au» Vertretern der Repräsentantenversainmlung des Kemeindevorstandes und der Beamtenschaft bestand. In dieser Verhandlung, zu der nicht etwa die von der gesamten Ar- beitnehmerschaft eingesetzten fönfer Kommisston. sondern die Ver- treter der einzelne» Ausschüsse eingeladen waren, sagte man den Veschlutz. den geforderten Vorschub von 10» M. für leben Angestellten zu bewilligen, die Anwendung der Besoldung des Ma- äistrats auf die gesamte Angestelltenschaft in neuen Verhandlungen nach den Ferien jedoch erst von neuem zu untersuchen. D,e Herren Slaubten durch die Bewilligung des Borschusses den einmal zum lnsdruck gebrachten kraftbcwugtcn Willen der gesamten Arbeit- nehmerschaft beßnst'gen zu können und d.e Verhandlungen über die De ofcungsr-sorm in weite Fern« hinausschieben zu dürfen. Di« Arbeitnebmerichaft hat demgegenüber heute atiss neue ihr klangen Aw Wndet. endlich mit festen Gehältern rechnen tu können und nicht immer auf unbestimmte Vorschußzahlungen anaew iesen zu sein. Sie hat deswegen dr« Anletzung eines Ver- Handlungstermins über die Gehaltsfrage vor dem Schlichtungs- auslSust Grost-Berlin am Donnerstag, den 5. August, gutgehe,»ien und der fünfer Kommisston für ihre bisherige Tätigkeit ihr Ver- trauen ausgesprochen. Teuerungszulage« für Wohnhausportlers und der Demobilmachungskommisfar Zu den unter den miserabelsten wirtschaftlichen Verhältnissen stehenden Arbeitnehmer« gehören zweifellos die Portiers, Fahr- stuhlführer Helz«. Wächter und Hausreinigerinnen, in Wohn- und Gelcbä'ftshäufern. Erst durch Tarifverhandlungen im vorigen Iabre wurden mit dem Bund der Berliner Grundbesttzervereine, und dem Verband der Geschäfts- und Jndustriehausbesitzer, Ver- träae abaeichlossen, die Lohnsätze von 20 bis 300 M. im Monat vor eben wo llr zum Teil Mann und Frau tätig sein müssen. Durch rapide Steigerung der Preis« für Lebensmittel und sonstiger Gebrauchsgegenstände mußten Teuerunsszulagen g« ordert werden. die auch von dem Verband der Geschäfts- und Industriehausbesttzer ab 15 Februar 1920 in der Höhe von 20 Prozent und ab 17. Mai 1920 noch 30 Prozent und für jedes Kind S M. pro Woche be- williatwurden Der Bund Berliner Grundbesttzervereine— not- leid-nde Hausagrarier— konnten dies nicht, so daß der Schlich- tun gs au? schütz angerufen werden mutzte, der auch am 23. April diele armen Grunbbesttz-r zur Zahlung einer 20prozentigen Teu- rungszulage und der Kinderbeihilfe von S M. pro Kind und Woche «rurteilte Durch den Protest dieser S-rren wurde d.e Hoffnung der Portiers usw. zerstört. Nach sage und schreibe vier Monaten fällte der Demabilmachungskommissar e«nen Schiedsspruch, der die Wohnhausportiers hinter den Geschäftshausportiers bedeutend zu- rückstehcn läßt. Nach einem solchen Verfahren, wie das der Demobilmachungs- kommissar beliebt, und der Begründung nach, die dort gegeben wurde, kann allen Letdensgenossen nur geraten werden, wenn fie in der Viktoriastraße 21 Schiedssprüche zur Lerbindlichkeit an- melden, vorher ihr Testament zu machen, damit die lachenden Erben wenigstens in den Genuß der Neichtiimer kommen Spandauer Hceresvetriebe. Laut Verfügung des Reichsabwick- lungzamtes vom 21. Juli 1920 steht allen ehemaligen Arbeitern und Arbeiterinnen, welche wegen Lchließung, Einschränkung oder Umgestaltung entlassen sind, sofern sie nicht unmittelbar in einem anderen Staats- oder Heeresbetriebe eingetreten sind ein Wochenlohn als Uebergangsgebührcn zu. Auskunft' wird erteilt ab Mittwoch, den 4. August bis Dienstag, den 10. August 1920 für: Feusrwerkslaboratoriuni: Rodmann Berlichingenstraße 1. Laden, von 4—7 Uhr. Gewebrfabrit' Seydlitz, Waldenserstr. 19, Lokal Thielmann, 4—7 Ubr. Gcschoß- fabrik: Falkenberg. Triftsir. 45. Lokal, von 0— S Uhr. Eeschütz- gießerei: Eeisler, Schulstr. 17, Lokal Bonke. 0— 8 Uhr. Munitionsfabrik: Faber Lynarftr. 10. Ecke Sparrstraße, von 0—8 Uhr. Pulverfabrik: Neilüeck, Mainzer Str. 16, Lokal Heidt, von 6— s. Aw. Nord: Schmidt, Birkenstraße Ecke Stromsir., Lokal Schneider, 0—8 Uhr. Nw. Süd: Nur Freitag, den 6. d. M. bei Mecklenburg, Ravencstr. 6, von 0—8 Uhr. SifloUniötilct. iiiitinsisitr.sljmcr silr Bilanz und Buchhaltung. Dia Unter- richhllundcn warte» 5. Zt. auageletzt. Dia Aujnahinr dar 2tund-n wird belannt gemacht. Stinnes Wie meinten Sie. verehrtsster Herr Stinnee? Wie war das Wort, das Ihre Weisheit fand, von einer„Psyche", die„fremdkändsschen" Sinnes, in Spaa zerbrach den deutschen Widerstands Bezog sich das, was also Sie orakelt, auf jene Leute aus'Jerusalem? Na ja, Sie sind nicht, was so schwer bemakelt, vom Stamme Sem! Ach nein. Sie sind von einer andern Rasse — trotz Ramsesbart und Augen, schwarz poliert— Sic Herr der Kohlen und der vollen Kasse, der immerfort nach neuen Schätzen giert! Und wenn Sie auch des„Knoblauchs Wohlgerüche" so heftig reizen, dag Sie fast plemm plemm, Sic find, Herr Stinnes, Sie und Ihre„Psyche", vom Stamme Nemm! Lei lauft« Heinrich im„Illl". Seltsame Grundsätze bei der Erwerbslosenfürsorge Der Hauptausschutz der Berliner Erwerbslosenfiirsorge hält immer noch an der Ausfassung fest, daß die Bezüge aus Mitteln der Militärversorgung sowie Rentenbezüge der Altersversor- guna und Unfallversicherung auf die Erwerdslosenunterstützung in Anrechnung gebracht werden müssen. Diese Auffassung steht zwar nicht im Widerspruch zu den einschlägigen Verord- nungen und Gesetzen wird aber durch sie auch nicht zur bin- denden Berpslichtung. Dafür schlägt die Ansicht und Praxis des Hauptausschusses aber dem primitivsten sozialen E m p f i n d e n ins Gesicht, das man wohl bei einer Behörde der sozialen Fürsorge Berlins erwarten sollte. Wäre nicht zu beben- ken. daß alle Rentenempfänger entweder gesundheitlich ae- schädigte Personen, Opfer des Krieges oder Fabrik, oder hochbetagte Arbeiter sind und somit schon verdient haben, daß man ihnen die geringen Rentenbeträge als Zuschuß für „besondere Pflege" zu dem dürftigen Existenzminimum des Unter- stützungsfatzes der Erwerbslofenfürforge überläßt? Sind sie nicht lämtlich in höherem Maße bedürftig als ein Gesunder? Der Gesichtspunkt der Bedürftigkeit spielt doch sonst eine gewaltige Rolle bei der Bemessung der Unterstützuilg. Oder sind solche Er- wägungen den Herren fremd, die in Berlin soziale Fürsorge be- treiben? Wir möchten außerdem bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß den Erwerbslosen bei den jüngsten Verhandlungen ihrer Ver- treter mit den Ministern und Geheimräten von diesen das Ver- sprechen abgegeben worden ist, die Anrechnung der Rentenbeziige werde aufhören? Wie steht es damit? Am den neuen Berliner Magistrat Die bürgerlichen Parteien und ihre Presse sinh nicht erbaut von dem Beschluß des Ausschusses für die Bildung des Magistrats. Sie wollten durchaus festgehalten sehen an dem in der Praxis als unhaltbar erkannten Standpunkt, nach dem auch im Magistrat das ehrenamtlich« Element ein notwendiges Gegengewicht gegen die besoldeten Magistratspersonen bilde. Dieses Argument mag _',.- r � II»«,)!-,«».. M.iVfcy—--- ist auf die rechtliche Seite der Sache verwiesen und behaupkit worden, die Städteordnung verlange die Wahl von unbesoldete: MagisitatsmUgliedcrn. Das ist richtig. Aber die Städter.-'" vi-.tuuaj ouraivroipen rooroeu; man ociuv n." daran, daß ein Stavi verordneter Stadtrat sein und zuglhch fS Mandat dehaltcn kann. sie mir neuen-ure«»acnoezernate oaden es lyr.en angetan. Am liebsten mochten sie auf den alten Beaintenorgantzs- mus zurück, in dem sich leder«werden und bestimmte Bediu- gungen erfüllen muß. Bei der Wahl der.unbesoldeten, Mitglieder zum Magistrat ist cv keiner Partei eingefallen, besondere Bedin« gungen aufzustellen. Da handelte es sich um eine reine Per trauensfache. Warum soll das heute anoere sein. Man wird für einige Gebiete Fachleute im Magistrat nehmen können und wenn man es für nötig hält, für diese Stellen eine Ausschreibung machen können, wenn keine Verzögerung in der Bildung des Magistra t eintritt. Aber sich mit tüchtigen Fach-euten zu versehen, bedingt noch nicht ohne weiteres, sie zu Mitgliedern des Magistrats:< machen. Unsere Genossen werden sich auch durch das Eeschwh; der bürgerlichen Presse nicht irre machen lassen, die von einem politischen Magistrat schreibt. Als ob die bisherigen Magistra e unpolitisch gewesen wären! Man schreibt heute von der„Elfsair" eines politischen Magistrats, weil die Sozialisten auch im M gistrat ihren Einfluß geltend machen wollen. Das ist ihre Pili, von der sie sich durch keinerlei Gerede abbringen lassen dürfei:. Bemerken wollen wir, daß die Mitteilung einiger Blätter, der Ausschuß habe die Ausschreibung der Magistratsstellen beschlossen, unrichtig ist. Ein solcher Beschlutz ist nicht gefaßt worden. Die Kartoffelbelieferung Nach und nach seht eine bessere Kartoffelbelieferung wieder ein. Auf Abschnitt 31 werden fünf Pfund bis 4. August ab- gegeben, auf Abschnitt 32 a bis- ebenfalls 5 Pfund. Di- Kar- toffeln rollen jetzt immer stärker heran: im Straßenhandel kann man Kartoffeln erstehen, soviel man will: allerdings wird 1 M. und darüber pro Pfund verlangt. In einigen Wochen werden wir in Frühkartosfeln schwimmen, was heute schon in einigen Städten der Fall ist. Ein Termin, von welchem ab ganz all- gemein der freie Handel eintritt, ist noch nicht festgesetzt, man rechnet vom 15. September ab. Es wird sich fragen, welch- Preis- bewegung dann einsetzen wird. Die Großhändler denken, die Herbstkartoffel mit 35 Pfg. auf den Markt bringen zu können, ein Preis, der immerhin noch gewaltig hoch ist. Sträfliche Benutzung von amtlichen Briefumschlägen. Wir haben in letzter Zeit viel erlebt in bezug auf Anmaßung Haus- besttzern gegenüber ihren Mietern. Nicht selten grenzen ihr- Maßnahmen an Erprcssungsversuche. Auch Hausverwalter stellen sich in solchen Fällen zur Verfügung. In dem uns heute vorliegenden Falle hat der Hausverwalter des Hauses Exerzier straße 8. welcher Vureauvorsteher bei einem Rechtsanwalt ist. einen Briefumschlag vom Landgericht III benutzt, der mit amtlichem Stempel versehen, den Eindruck macht, als handle es sich um ein amtliches Schreiben. Der Inhalt des Briefes betraf da gegen eine Verwahrung des Verwalters gegenüber der Dstiflütu des Mieterratesx Der:F?rwaltcr wird sich wegen diescks:Lch- schungsmanövers noch vor der Staatsanwaltschaft zu verant- Worten haben. Erwerbung sozialistischer Literatur durch die Stadt. Der ver- storbene Stadtverordnete Emil Vasner hat eine sehr wertvolle Sammlung sozialistischer Literatur geschaffen, die rund 3500 Bände umsaßt und namentlich reich aiA sozialistischen Zeit- schriften ist. Ferner umfaßt sie die gesamte gewerkschaftliche Litc- ratur der letzten 40 Jahre, die Schriften der sozialistischen Führer in 1. Ausgaben. Protokolle der sozialdemokratischen Parteitage. eine große Zahl Flugblätter usw. Der Magistrat hat beschlossen. diese wertvolle Sammlung für 50 000 M. zu erwerbe» und sie der Friedländerschen Sammlung der Stadlbibliothek anzugliedern. Arbeiter« Bildunassihnle U. S. P. D.(Verbauds-Bildungs- kommission Berlin-Brandenburg.) Am Dienstag, den 3. August, Zakme4 11. 7 IRk. mit Frfedenskautsrfuife 5 Sahre sdiriftllcho Garantie. Zahnziehen mit Befdubung bei Bestellung Mfc Gebissen gratis. Kronen v. SO lllk. an. Spez.; Zähne ohne Gaumen. Keine tiuxuspreise. Zahn-Praxis HaSvani, osn-ig«.? i. Die schwere Stunde Roman van M] Victor Pani« Das kindliche, frische Gesicht meiner Besucherw erscheint mir ganz besonders kränklich, als flietze unter der Haut nicht Blut, sondern eine gelbe Flüssigkeit, als hatte sie lange zu Bett gelegen und als wäre sie eben erst vom Krankenlager aufgestanden, als hätte sie in ihrel Leben keine Sonne ge- sehen, einer bleichen, welken Blume gleich, die Unter einer Glasglocke aufgewachsen ist. Wieder blicke ich auf ihren Mund und denke mir: es ist, als wollte sie weinen. Langsam tritt sie auf mich zu, ohne zu eilen, so frei und ohne Verlegenheit, als kenne sie mich, dieses Zimmer, diese Einrichtung schon seit hundert Jahren.•••••• 6t mir beide Hände auf die Schultern, betrachtet mich mit dem Blick einer weinenden Gazelle und sagt:„ „Mein Lieber, wie ich dich liebe!........ Merkwürdig ist ihre Stimme, so leise, singend, und jedes Wort scheint sie mit einer grossen Anstrengung hervorzu- bringen, als hätte sie keine Kraft, als mühte sie ihre Lungen stark pressen, um ein Wort zu artikulieren; deshalb erscheint die Stimme mir kränklich und erweckt in mir eine sonderbare Erregung, ein unerklärliches Mitleid, ich möchte fie immer wieder, immer von neuem hören..... Und alles, was sie tut. ist so naiv und einfach, ich möchte sagen, kindlich unmittelbar, es liegt so viel Bezauberndes in jeder Bewegung, daß ich mi chunwillkürlich ihrem Einfluss �„Wie schön sind dock deine Bücher!" redet sie mich' plötzlich mit„Du" an,„sie find einfach gottvoll, sie haben mich ganz berauscht!" Beim Sprechen bewegt fie nervös den Kopf, im Takt ihrer Worte. Diese Bewegung erscheint als Ergänzung der Anstrengung, die sie macht, um die Worte hervorzupressen und dadurch wird ihre kränkliche Stimme noch mehr betont. „Lieber, wie kommen dir nur alle diese Gedanken? Reihst du ein Wort an das andere? Ja? In diesem Kopfe ja? Komm, laß mich ihn küssen!"______________ JsßC... Sie rückt noch näher an mich heran, ersaht mit beiden Hän- den meinen Kopf und kllsst mir lange die Stirne, die Haare, sich an Meine Wange pressend. Das war etwas Neues, bisher noch nicht Erlebtes, noch nicht Geschehenes. Es erwacht in mir eine schmutzige, mann- liche Neugierde, eine tierische Erregung ersaht mich, und längst vergessene, wollüstige Empfindungen erwachen in meiner Brust, eineni verschollenen Echo gleich. Ich möchte auskosten, ich möchte mich verjüngen! Und ohne Widerstand, ohne das geringste Wort des Protestes bemächtige ich mich ihrer....... Rücklings liegt sie auf dem Diwan mit aufgelöstem Haar, ohne die geringste Bewegung zu machen, um ihr. Kleid zurecht zu legen, und weint. Sie denkt auch nicht daran, die Tränen abzuwischen, die in grossen Tropfen längs der Wangen zu den Ohren herabfließen. Jetzt preßt sie die Lippen fest auf- einander und merkwürdigerweise schluchzt sie nicht, atmet auch nicht abgerissen und schluckend wie alle Weinenden. Jetzt sind die Schatten der Trauer um ihren geschlossenen Mund noch tiefer geglitten, und in ihren verweinten Augen,' in ihrem ganzen gelblich kränklichen Gesicht, liegt soviel Qual, dah ich, wenn ich Künstler wäre, die Weltqual so darstellen würde. Ich frage sie: „Worüber weinst du?" Und unter Tränen antwortet sie mir: „Ueber mein Glück!" ~ merkwürdiges Mädchen, denke ich. im Sessel neben dem Diwan sitzend, und ihre kleine bleiche Hand in der meinen haktend. Mit ihrer kranken, die Seele erregenden Stimme, spricht sie halb zu mir. halb zu sich selbst- „Mein Lieber, ich träumte, durchs ganze Leben als Jung. frau zu gehen, weiht du, als eine reme Bestalin, in einem weissen Ehiton, verstehst du mich wohl? So rein ist das, und wo die Jungfrau hintritt, da wachsen und blühen Rosen und die ganze Welt ist dann von duftenden Rcicn erfüllt. Berauschend stark duften sie, so daß der Bestalin der Kopf wollüst-g schwindelt,- sie flüstern, sie locken und erwecken in ihrer Seele so reizend versührcrischc TräuDereiep!..... Sie schreitet aber immer vorwärts, sie schreitet stolz und rein durch die Welt, durch das Leben, sie ist ja eine Bestalin! Und so träumte ich. dir nachzufolgen wle-ein ewiger Schatten, wie eine Wiederspiegelung deines Gedankens, dein treuer Hund zu sein, den Staub deiner Füße zu küssen..." Ihre Augen sind halb geschlossen, ihre Stimme ist kaum hörbar, aber die Tränen fliehen, wie vordem,- ich weiss nicht, ob sie in wachem Zustand redet oder im Halbschlummer der Ekstase. — Welch merkwürdiges Mädchen!— wieder schwirrt mir dieser Gedanke durch den Kopf. „Und nun hast du mich genommen,«ag es so sein, nun kann ich dir auf deinem Opferaltar nicht mehr meine jung- fräuliche Reinheit darbringen, mag es so sein, aber du hast es ja so gewollt, du bist mein Gott und sei ewig gesegnet für den Augenblick meines Falles. Bin ich denn nicht glücklich? Du bist mein Gott, konnte ich denn mehr wünschen, als in deinen Armen, zu deinen Füssen zu liegen. Ich fühle, wie ihre Hand allmählich kalt wird. Die Toten- blässe ihres Gesichtes nimmt noch zu. Es scheint mir. als werden ihre Lippen kaum merklich blau, und ich sehe, wie ihr halbnackter Körper von Zeit zu Zeit z'.!>ammenzuckt, in schnell wieder sich legenden Konvulsionen. Ihre Tränen fliehen immer weiter, und fortwährend spricht ge m Zusammenhang- losen Sätzen. ,rx Ich fürchte mich, es ergreift mich plötzlich ein panischer Schrecken. Ich denke mir: am Ende stosst ihr etwas zu. Daß ihr aber später etwas zustossen kann, daran denke ich nicht. Ich versuche so zärtlich*'« möglich mit ihr zu reden und drücke fest ihre Hand. Ich fall« „Mädchen, du solltest ausstehen, dich ankleiden, sonst könnte jcmand ins Zimmer treten, es wäre peinlich!" Mit beiden Händen fasse ich sie bei den Schultern, und fetze sie sorgsam auf den Diwan und reiche ihr das auf dem Boden liegende Kleid. Ich sehe, dah sie noch nicht zur Besinnung gekommen ist und wie in Berrübung fragt: „Ja. meinst du, ich solle mich ankleiden?" und ganz unver« mittelt fragt sie plötzlich: „Lieber, sage, weshalb fliehen die Tränen im Glück?" .(Fortsetzung folgt.) noffimsiiags 5 Uhr. findet in der Atfieiter-Bildungsschule, Schickler- fti'rtgc, 5/(5, eine Äussprache über unser Winterprogramm statt. Die Obleute der Distrikts-Vildungskommission und der nächsten größeren Bororts sind hierzu eingeladen. Kründung einer Eiedlungsgenossenschast der Lichtenberg« Kriege- beschndigten. Die auf dem von der Stadt Lichtenberg erworbenen Rittergut Mahlsdorf angesiedelten Kriegsbeschädigten, Kriegs- Hinterbliebenen und Kriegsteilnehmer der beiden Kriegsbeschädig- tenorganisationen Internationaler Bund und Reichsbund hatten zwecks Eründuny einer Genossenschaft zum Montag,' den 21. Zuli 1920 im Cäcilienlyzeum. Lichtenberg, eine Versammlung ein- berufen. Nachdem der Genosse Graf einen auskiihrlichen Bericht über die Arbeiten der lOer-Koinmission lowie Aufklärungen über die Notwendigkeit des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses der Siedler gegeben hatte, wurde eine Siedlungsgenossenschast unter dem Namen Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft„Lichtenberg« Gartenheim" e. E. m. b. H. von 154 Genossen gegründet. Der Zweck des Unternehmens ist der Erwerb von Siedlungsland für die Mitglieder. Solange die Genossenschaft über eigenes Sied- lungsland nicht verfügt, ist ihr Bestreben darauf gerichtet. Kriegs- beschädigten, Kriegsteilnehmern, Kriegshinterbliebenen und Min- derbemittelten bei der Bewirtschaftung des erworbenen Grund- stücks und Errichtung von Baulichkeiten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ferner durch gemeinsamen Einkauf von Waren und Roh- Material für den eigenen Bedarf, Regulierung der Cchuldoerhält- nisse für die Genossen, sowie Beschaffung von Geldmitteln zur Errichtung von Baulichkeiten.— Znteressenten erhalten kostenlose Auskunft an jedem Montag, abends von 7—9 Uhr, im Geschäfts- lokal„Restaurant Bohne", Berlin-Lichtenderg, Marktstraß«, Ecke Krummhübler Straße.— Briefliche Anfragen sind zu richten an den Vorfitzenden der Genossenschaft: Genosse Arthur Tölz, Berlin- Lichtenberg, Rupprechtstraße 7. Reuwahlen zu de« Kreistagen. Wie dgs Oberpräsidium der Provinz Brandenburg mitteilt, stehen Neuwahlen zu den K r e i s- tagen der Kreise Niederbarnim und Teltow wegen der Schaf- fung der Einheitsgemeinde Berlin in Kürze bevor. Die Wahlen sollen so angesetzt werden, daß diese neuen Kreistage zum 1. Ok- tober d. I. zusammentreten können. Mit den Agitatwnsn für diese Wahlen haben die Parteien schon an einzelnen Orten begonnen, Z. Berliner Verwaltungsbezirk sWedding). Dienstag 7 Uhr, in der Schulaula Müller- Ecke Triftstraßc: Sitzung aller Stadt- und Bezirksverordneten, sowie aller Distriktevorstände des 3. Wahl- kreises. Fortsetzung der Tagesordnung vom 26. Juli. Eine Verbesserung und Verdilligung des vieres soll erfolgen. Am 2. August gelangt ausschließlich das bisher in geringerem Um- fange hergestellte Bier zum Ausstoß. Gegen Reisende mit Traglasten dringt die Eisenbahnverwaltung in Erinnerung, baß dem Reisenden nur der über und unter seinem Sitzplatz befindliche Raum zur Unterbringung von Handpepäck zur Verfügung steht und daß die Sitzplätze nicht zur Unterbringung des Reisegepäck benutzt werden dürfen. Die Reisenden mit größeren Traglasten sKörbe, Kiepen, Säcke und anderen Gegenständen, wie stc ein- Fußgänger tragen kann), dürfen nur in die für solche ilcßcndc bestimmte durch besondere Aufschrift gekennzc'-l'u�e Abteile benutzen. Der Randüberfall auf die Witwe Will in der Alezcanderstraße ist aufgeklärt, die Täter sind verhaftet.— Ein tolle Schießerei hat sich in der letzten Nacht in Neukölln zugetragen. Dort waren Ein- brecher in die Brotkommifsion Kaiser-Friedrich-Straße 95 einge- drungen. Ein Wachtmeister der Sicherheitspolizei wechselte mit den Einbrechern Revolverschüsse, wobei der Beamte schwer verletzt wurde. Jugendweihe Tegel. Wie im verganaenen Frühjahr, findet «uch im Herbst für alle diejenigen, die nicht kirchlich eingesegnet werden wollen, eine Zugeildweihe statt. Ein vorbereitender Unter- richt beginnt Mitte August. Alle freidciUenden Eltern werden hierum aufaesordert, die Anmeldungen be- E. Potthoff. Bahnhof- Itraße„Fr-iheit"-Erpedition und bei R. WitzlÄel, Freie Scholle 54 hnigshend zu bewirken. Alles Nähere über den Unterricht und die g-ier selbst, wird den Beteiligten rechtzeitig bekannt gegeben. Arbetterwanderoerei«„Berlin". Die nächste Oberspreewald- fahrt findet am 15. August statt. Keine Fußwanderung! Kahn- fahrt über Lehde—Leipe— Eiche— Kannomühle—Wotschofska— Lübbenau. Teilnehmerkarten zu 30 Ak. bei Wählijch, Skalitzcr Straße 22, Ohngemach, Kommandantenstroße 58, zu haben. Äb- fahrt Sonntag früh. Aus den Organisationen i.»istri». M-nt-z T'i Uhr, v-rftandssihun» Sei groll. BülowAr. S».— Dirnstoß, Eihvog der Pslitilchei!. und AqUationsi-mmiffioii, 7 Ubr, in der Bau- a«wcipa,ulc Kurfürstcustr. W.— Milinwch, 7 Uhr. Mitqli-de-verfaiumlung in der Aul«. Pallasftr. 15. Vorlra» der Eeuogin Luise Zieh. «. Vistritt.~—--- t Di-nstaa. 7 Ubr. ZZ-rstaudsfthun». bei Z-ost. ZBatisir. 1. Zu tHuna find die Diftrsltz-LSiruic der siimtilchen. Kommissionen«inaeladen. II.»isstikt. Diensiaz, 7 Uhr. Sitzung der Kinderschutzkoinmlssion. Sei Korsf, ..—------- Dienstag. H7 Uhr, Seneralverfammlung im Geuz-rgchaftshaus, rosi» L.ial. Anträge zur Seneraloerfammlung. beireffenh Sieorganisatien usm. nd b., Montag abend beim Eenassen Kleinschmidi. Neichenbergc: Btr. Nh, ab- szeden. Dia ÄbteUungsiuhrer und die Kommissionsobl-ut- haben die Lille der N«?sreut«n u!». bis zur Eeneralversammlung beim Lerstand abzugeben. Trslheincn aller Mitglieder, besonders der gunttionäre and Elternbeiräte ist in Zlnbotracht »er sichtigen Tagesordnung unbedingt erforderlich. <. Dlstritt. Montag, 7 Uhr, politisch« Kommission, Dollsitzung, Schul-»!-, Zl-ichen- berger Sir. t. Tistritt. Die erweitert« Vorftandssitzung findet a» Montag, den 2. August. abends 7 Uhr, bei Hinsel, Wtzowstr. S, statt. Die ftommissioiisobleuts sind be- londers eingeladen. S. Distrili. 1.. 2.. 5. lllbreilung, grauenleseabend fällt für August au». Di« Genossinnen machen dafür«inen Luiflua nach Hirschgarten. Trefipunkti Montag, lbfch Uhr.?!ingbahnhof, Landsberger Zlllee. 11. Diitril». D!-> dieser Sitzung sind tl.»ifitikl. Di Elifabetbilrchsir. IS. IL. Diftrllt. Zusammenkunft der Kinderfchutzkommisüon, am Montag, findet nicht stait. IL. Distrikt. Montag, abends 7 Uhr. Derfammlung der ffrauen-Arbeiterkom« Mission bei Strautz, tpappelallee Ai. Die Mitglieder des engeren Borsiandcs werden ersucht, zu erscheinen. IL. Dislritt. Sämtliche tstenosfinnen. die an unserem Ausflug« nach Stranch- wies«, mit ihren Kinder« teiluehme» wollen, treffe, l sich fhl» Uhr, f.enaoasplaiz. Stochlateruen und bunte, Zeng können mitgebracht werden. Teilnehmer wolle, sich, soweit mäglich, Montag. 7 Uhr, im Ziestäurant Drüggow, Soneicldcr Str. lv, melden. Die ISen. der Ktnderschutztommisfio» ttefse» sich Montag, 7 Uhr. ebenfalls bei Brüggow. 12. Distrikt. Die Sitzung der Frauenarbeitskommiifion findet nicht am Montag, sondern am Dienstag. 7 Uhr. bei Leiser, Tarmen-Snloa-Slr.. statt. IL. Distrikt. Sitzung der Äildungskoinmisston, 7 Ahr, bei Hübner, Eaudystr. IS. 1*. Distrilt. Am Dienstag, abends 7 Uhr, in der Schulaula. Gleimstratze, Distrilts-Lerfammlunz. Tagesordnung: Lortraa über die Betriebsräte tn der sozialen Reoolniion. Referent: ven. Richard Müller. 1«. Distrikt. Der nächste Vortragsebend des Genossen Rauch findet Montag, 7 Uhr, in der Anla der Semeindeschulc, Tegeler Str. ist, statt. 17. Distrikt. Montag,«fh Uhr, bei Abraham, Rordufer 1».-usterordentliche Diftriktulonferenz. Zleutäll». Die Eintrittekalte» zum vezirksfest sind»m Sonntag in der Kiudl- krauerei beim Genossen Eichstädt abzurechnen, nicht abzerechnete Karten gelten ol» verkauft. Tagesordnung: E»aa und die Lage im Osten. Referent: Genosse Eichhorn, M. d. R.— Die Lezirisfübr«: holen Material am Montag im Purieibureau ab. — Montag, den 2. August, abends 7 Uhr, Versammlung des 1Z. Bezirks bei Funk, Walterstrast- Elke Erenz-Allee. Neukölln. Dieustag, H7 Uhr, Generalversammlung im groge« Saale bei Kliem, Hafenheib«. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. Kasfenbericht. Bericht der Revisoren und Kommiffionen. 2. Diskussion. S. Anträge, i. Wahl von Tele- gierten zur Räte-»nd Prestkommisston. Mitgliedskart- legitimiert. Renliillu. Wiedereräfsnung der Bibliothek. Lnzengruber Str. 20, am 1 August, abends 7 Uhr. Lichtenberg. Dienstag, V.i Ahr. pünktlich. Borstandesttzung bei Wilhelm Schulz, Echarnweber Siratze.> Steglitz. Montag, den 2. d. M., abends» Uhr, bei Raftgk, Fichtcstr.«, Funktiv- näifitzung. Wichtige Tagesordnung. Tegel. Montag. 7 Uhr, Sitzung sämtlicher Kommissionsmitglioder hei Leon Hardt. Pnntoi». Dienstag,< Uhr, fforlsetzung der autzerordentlichen Generalversamm- lung im„p.ürfüisten" Berliner Str. 102, nicht wie bekanntgemacht. In vei Erunowstratz«. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. vanlow. Kommunaler Albeiterrat. Montag abend, 7 Uhr, Sitzung bei Hoeschke, Florastr. 2t. Eoptnir». Montag, g Uhr. bei Schnlz, Bahnhofstr. U, Sitzung der g-famle» Funktionär« und der Wald-estkommisfion. Vereinskalender Bet'iebsrstt« RenvXln. Dienstag, g. August,»achmitlag, 5 Uhr, vollverfnmm» lang im Karloaarten. Zentealvcrband der Nugestollie». Beranstaliungen am 2. August. Fachgruppe 17 "...." Vers., 8 Uhr, Becbandslokal Belle-ÄIliance-str. 7-1N. sFa. Paul Hanke), Betriebs-B-.�,., Beranstaltungen am S. A-oust: Fachgruppe Depots). Mitgl.-Berf., 7 Uhr,«ophienfäle, 11c kEhirurgifche Mechanik, Dental- Sophienftr. 17-18. Fachgruppe lä- (A. E. G.-Konzern), Mitgl.-Dcif., 7 Uhr. Mustker-Säk«, Kaiser-S Fachgruppe 17 lAngeftellte im Butlerhandel), Mitgl.-Vers., 8 Al»-Berlin, Biomenstr. 1». -Mkhelm-Str. SL Uhr, Prachlfäl« Afa-Leisitzer de, Schlichtnngsonsschnsie» Srotz-Berli». Montag, den 2. August, abends 7 Uhr, findet iin Börfensaa! de, Musikeroereinshaufes, Kaiser-Wilhelnm Stratze 51,«in« Derfammlung aller Asa-Beisitzer statt. De-tfcher Tr-nsp-rt-rdeitrr-B-rdond, Bezirk Srotz-Berlin. Kolleginnen und Kolleqen aus den Suchdriutereien. Bnchbtndereken«nd Zeitungsverlagsanstaltent Am Montag, den 2. August IM. nachmittags s Uhr, findet in der Aula der 7. Gemeindeschule, Stallschreiberftr. 5ta, Ausg. t, eine wichtige Eruppenversamm» lung statt. Deutscher Tron-port-rbeiter-verb,»», Tertilbronch«. Gruppe 8, Wäsche, Schürze», konfelt. Weitzwaren. Bertraucnsmänncr-Bersammlung.— Montag. 5 Uhr. i» Lokal von Stolz, Solzmarktstr. t. �Zenirolorrdaud der«ricitsinvallde», Ortrgrupp« Eirotz-Berli». Oeffenlllch» »-rjommlung-n: Montag, den 2. August, abends 6 Uhr.«erlin O.. Tilsit« vtratzc schulaula' Lichtenberg: Realgymnasium, Parkaue: Dienstag, de» 8. Augug.-bends« Uhr, Steglitz, R-alschuf-, Florastr. 13.- Freie Ausspracht verbauo de, Fobrrkarbeiter. Mittwoch, ä>z, Uhr, im Saal S de» Gewerk'chait» Hauses, Äitzuna der Funktionär« der K a b e l i n d u st r t«. Graphifcheo Kartell. Montag, den 2. August,«achnrittags 4 Uhr. Im Saal 1 des Sen-rrkschastshause, Bertammlung aller in den Reichs- und«taatsbetriebe» belchaztigke» Buchdru-Ier, Buchbinder. Buch- und Steinbriukerei-Hilfsarbeiter. l:iirj,raphcn und Steindru-ker Tagesordnung: Stellmrgnahme zum Tarifabschlust. Töpfer. Montag, 7 Uhr, Beisammlunz der Opposilion, Rozenthale: Verein»» hau-, Rolentbcler Sir. Ist. Repnblikaaifcher Ftihrerbnad, vrtsgrnppe ReulSlln. Die Mitgliederpersammlun, fällt fäi Monat August auo. Bond der Kriegsbeschädigt«». Renkäll». Dienstag, 7 Uhr, Versammlung bei Bentdin, Boddinftratzc, Erl- Reuterftratz«. Kriegsopfer. Britz. Dienstag, 7 Uhr, öffentlich« Versammlung tet Becker, Ehausjee!!:. S7. Prol.-Zugend, Gruppe Söd-West. Dienstag, 7 Uhr, Spielabend auf de» Tempclhofc: Feld(Waldseite).— Mittwoch, llebungsabend der musikalischen Abteilung. bei Lange. Gneijenaustr. Z».— Donneistag, 7 Uhr, Mitgliedeiversamm- lang>m Ghmnastum, Miitenwalder Str. 31. Arbei-c?, Eltern. Bund, Bezirk Lichresbrrg. Montag, 7 Uhr, Miigliederoerjamm- lung. Schule. Marktstratze. Soz. Proletarier-Zugend, Ortsgruppe Weste». Dienstag. 7 Uhr. bei Wlemer». Bülowftr. öS, Mitglieder versa, nm lung. Arbriter-Elternbond, Gruppe Weihenfe«. Heut«, Sonntag nachm., Spiele für King und alt, fowie Kasperltheater aus dem Eemeindelxortplatz.— Morgen, Montag abend 7!-) Uhr, im„Grünen Baum" Mitgli-derverjenmlung.— Dienet-» nachm. s;! Uhr, Begräbnis unserer Senosfin Schochow auf dem Senielndrsricohq Röltestratze. Lebensmittelkalender Berlin. Zn dieser Woche gilt für Entnahme von Brot und Mehl hg» Stich- wort„Abend". Der Abschnitt KS der Sützstoffkarte H kann im August«ingelöst werde». Alst diesen Abschnitt können vier Pä-Ichen Sützsloif, H-Packung, zum Preiste von je 1 M. verausgabt und entnommen werden. Di« Abschnitt« 1—57 dürfen nicht mehr ei» gelöst werden. Vom Sonntag, de» 1. August d. Z. ab wird bis auf weiiere» auf die T 1 und E 2-Kindergarten je% Liter Vollmilch verausgabt. Ferner werben in der Woche vom Montag, den 2. August bis Sonnabend, den 7. August b. Z. die Mageriniich» karten der Serien 1. 2 und 5 mit je ih Liter Meierei-Butterm.ilch beliefert. D« Preis beträgt»2 Pfg. für Liter. Die übrige Belieferung bleibt dieselbe wie bisher. Reo toll«. In der nächsten Woche Reuverteilung von 125 Gr. G«ftengrütze od« Sago auf Abschnitt IS der ReuloUner Warenbezugskarte. An Kartoffel» werden 5 Pfd. an Fett 2lt Er. Butter und 7» Gr. Schmalz verausgabt. In den ftädti- fchen Berkaufsstelle» neuer Tilsiter Käs«. Dafeldst Sonllpcverteilung von Kolonial- waren an Erwerbslose und Rentenempfänger. Lichtenberg. Votanmeldnng bi» zum 1. fingust: auf Abschnitt 53 der gemein- lamen Lebensmittelkarte I2ö Er. Haferflocken. Auf Abschnitt 32a, b, c, d und e 5-Pfd. Kartoffeln zum Pieij« von je 50 Pfg. Der Umtausch der Reichsslelsch- kamen gezeu Bezugschein« für Nährmittel findet n u r am 2., 3. und i- Auzuii. Rathousstratze, Baracke 3, Zimmer 23, vormittags von S bis 1 Ahr, statt. Es »«langen zur Ausgab« fu: Erwachfene für jeden Wochenfleifchlarte,-abschnitt 500 Eio.mm Nährmittel, für Kinde- 250 Gr. Nährmittel. Nur ganz« Fl-ischkarten. als» für vier Wochen, werden umgetauscht. Späterer Umtausch findet nicht statt. Wilmersdorf. 125 Gr. lose Haferflocken aus 30. 125 Gr. Maisfabrikate auf 37. ». Für werdend« Mütter: 1 Pfd. Rälirmittel, 50 bi» 200 Er. Trockenganzei zum Preise oo» 3,10 M. pro 50 Gr. 1 Dos« Malzeztrakt 3 M.. 3 Dosen Kondensmilch 5 M.(nur im 1. bis-infchlietzlich 0. Monats. B. Für stillende Mutter: 2 Psd. Nährmittel, 50 bis 200 Er. IroSenganzei zum Press« von 3,10 M. pro 50 S-.. 1 Dos« Malzertrakr 3 M. Strotan. Freitag. S. August,»achmitt-gs. gelangen>, den hiesigen Gelch-ften auf Abschnitt 33 der Lebensmittelkarte 250 Gr.-metii. Wei�nmehl zum Berkauf. Di- Karieikabschnitt« sind bis Dienstag, den 3. August, während der üblichen «eschäfi-stunde» in d-nsenigcn Geschäften abzugeben, von denen die Sntnahme der Ware bradsichtigt wird. Alt. Glienicke. In der Woche vom 2. bis 8. August 1320 werden verausgabt: auf Abschnitt 152 der Lebensmittelkarte 250 Gr. Rindertalg und 500 Er. Bohnen, auf Abschnilt 153 300 Er. Kartoffelstärkemehl und 500 Gr. Haferflocken, aus Ad» schnitt 131 500 Gr. Marmelade und 100 Gr. Sgl Up. soweit der Borrat reicht, auf Abichnitt 155 500 Gr. Hülleniruchtmehl. Aus Nährmittelkarten(32. Woche) 250 Er. "" ider 250 Er. Sago. Für Kriegsbeschädigte 250 vago und Kinderxerstenmehl» 500 Gr. Eerialmehl Verantwortlich für dl« Redaktion: Emil Rabolh, Berlin. Verantwortlich ij für den Inferotenteil: Ludwig Komeriner, Karlshorst.— Verlag»- genosfenschnst Freiheit" E. m. b. H., Berlin.— Druck der„Frciheill'-Druckeret v.«. b. H., Berlin C. 2, Breite Strotze S>Z. i=- 'I Troh unserer erstaunlich billigen Verkaufspreise stellen wir unsere gesamten Sommervorräte zu noch weiter ermaßigten preisen zum vollständigen Ausverkauf. Es bietet sich dadurch allen denjenigen, die zurzeit noch wirklich billig einkaufen wollen, eine überaus günstige Kaufgesegenheit, zumal nach den neuesten Handelsberichten zu erwarten ist, daß Schuhwaren durch die ansteigenden Lederpreise in Kürze wieder teurer werden m m Same»« Leinen Schuhe »ÄÄÄÄÄg allikbeste Äerarbeiiung, wie Tcder-Schuhe Wirklicher Gelegenheitskauf! Samen- Spangen-Schuhe schwarz Soxlalf und Shrvreau mii krästizen Tedcrsohlm, moderne Formen und hohe Absähe Damen« Halb« Schuhe schwarz, blau u. grau, zumeist echt Chevreau, zum Schnüren»der mn Spange, mit fetnge- fochteniVesähen,«l«ganV« Mark durchweg 85r Damen« Spangen-Schuhe echt Shevreau und Soxtalf, in Lraun u, Schwarz, leicht durchgenäht, zum Teil auch Goodyear Welt, moderne Formen mit hohen eleganten Absätzen Wirklicher Gelegenheitskauf! 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