i Ewzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag, den 8. August 1920 Nummer 320» Morgen-Ausgabe »k ,*reUieti« cfdiehü mart«« u*» Somnaa» und Montag,*ttt «nwtol.®ti Sejuasjrrtis btträgt bei frtier Zusttllml, ins©aus fid®rofe«Sn:!i* 10,-- M. rm voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Postbezug»eh«« sänuliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Oesterreich 16,50 W., für das übrige Dusland 21,50 DL »uzuglich Valuta-Aufschlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich ZV,— DL Rafcaktt»«, Mab SJrrU«:»er«« C 2,«reit« Strotz-»,». «e achtg-spalt-»»»-«par-illq-il« ob« d-t-n»Ml« Ü'"-™' SI?2�Ä Senmutgsiafibioa. Kl-in-»njtittnt; Das f-ögtbrnAt- Wort 2,—?!., irt» mtueit Wert l.5°�/�chli.tzlich T-u-n!ug-,u'»!ag. Lau,-ab- Amrig-n-am Tm.,. Familien-Anz-ig-n und St-ll-u-G-such- Z.A, M. n«o pro Z-U«. a Wort-Ulq-ig«,! das f-ttg-btuciut Wort 1,50-TB., I-b-s raettt« Wort l, JSU 8a»W««: Sodro* 2030, 2045, 4510 4003, 4035, 4040. 4921. berliner■Organ bar ünabMag/gen Stgialbmofmtie Oeat/Wfanöo An das deutsche Proletariat! Arbeiter, Sozialiste»! Bon Tag z» Tag mehre« fich die Gerüchte, daß Enteutetruppe» am Rhein zusammengezogen, daß dort Kriegsmaterial und Lebensmittel angehäuft werden, die dazu bestimmt sind, in den» durch Schuld der polnischen Regierung entfesselten pol- «isch-rnsstschen Krieg die Polen gegen die Roten Armeen zu unterstützen. Erzwingt die Entente de« Durchtransport von Truppen«nd Kriegsmaterial durch Deutschland, so bedeutet dies den Bruch der deutsche» Neutralität und hat zur Folge» daß Deutschland Kriegsschauplatz wird. Die deutsche Arbeiterklasse muh dies mit allen Mitteln verhindern. Deshalb forder« wir die deutschen Arbeiter auf, de» Ber- suchen der Ententemächte» Truppen, Kriegsgeräte und Munition zu transportieren, jegliche Hilfe zu verweigern. Die Eisenbahner und Transportarbeiter habe« die Gefahr erkannt und die größte Wachsamkeit gezeigt. Sie dürfen der Unterstützung der ge- samten Arbeiterschaft sicher sein. Wir erwarten mit aller Bestimmtheit, daß auch die französische« und englischen Arbeiter fich ihrer internationalen Pflicht bewußt sind und sie betätigen. Haltet Euch bereit! Hoch die internationale Solidari- tät des Proletariats! Berlin, de» 7. August 1020. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund). )le Londoner Verhandlnngen Paris, 7. August. Oer Londoner Vertreter des„Matin" hält die Lag« feit gestern für gebessert, besonders bemerkenswert sei, daß Kamenew und Krassin fich in der Unterredung mit Lloyd George bereit gefunden hätten, noch am Abend Lenin das Ergebnis ihrer Verhandlungen zu telegraphieren, das den Entwurf eines Abkommens mit der englischen Regierung enthalte. Die Sowjetvertreter hofften, Sonntag vormittag zu der Zusammenkunft Millerands mit Lloyd George die Antwort von Moskau geben zu können. London, 7. August. „Daily Telegraph" erklärt, Bonar Law werde Lloyd George nach Hythe begleiten. Es bleibe eine schwache Hoffnung, daß Moskau den Standpunkt, den es in der letzten Note eingenommen habe, ändern werde. Die entgegenkommende Haltung der Sowjet- delegierten bei der gestrigen Unterredung laste vermuten, daß es nicht unmöglich sei, die äußersten Maßnahmen zu vermeiden, aber die amtlichen Kreise verhehlten nicht, daß die Aussichten sehr düster seien. Werde die bolschewistische Armee ihren Vormarsch ein- stellen? Das sei die Hauptfrage. London, 7. August. Reuters Bureau teilt über das Ergebnis der gestern abend ab- gehaltenen fllnfeinhalbstündigen Konferenz zwischen den englischen Minister und den Sowjetoertretern solgendes mit: Kamenew und Krastin haben fich verpflichtet, eine Note an die Sowjetregierung zu senden und fie gleichzeitig z» bitten, ihre Antwort so zeitig zu erteilen, daß sie der am Sonntag in Boulogn« oder Folkeston« statt- sindenden Konserenz zwischen de» französischen und englischen Ver- tretern vorliegen kann. In dieser Konferenz würden die Alliierten «ndgültig« Beschlüste über ihre Haltung gegenüber Rußland faste«. Dierussisch-polnischenVerhandlungen lEigene Drahtmeldung der..Freiheit".) Stockholm, 6. August. Der Moskauer Funkdienst meldet: Indem Polen die Ver- Handlungen abbricht, zeigt es. daß es den Frieden in Wirklichkeit nicht wünscht. Polen hat Rußland und die Entente hinter- gangen. Die Polen wünschten Ruhe, um einen neuen Schlag vorzubereiten, wie Daszinski zu Lafont gesagt hat und wünschten den Frieden zu vermeiden. Rußland schlug vor. daß die Vollmacht für Friedensverhandlungen durch Funkspruch gesandt werden sollte und die Dokumente später durch lWrier, jedoch sollten die Friedensverhandlungen sofort nach erhaltenem Funkspruch be- ginnen. Auf den Kurier sollte nicht erst gewartet werden. Trotz- dem reisten die Polen nach Warschau. Die Friedensvorschläge haben fie vertrieben. Aus Warschau wird der Inhalt des Funkspruchs gemeldet. den der Minister des Aeußeren Fürst Sapicha an Tschitfcherin nach Moskau gesandt. In diesem Funkspruch sucht die polnische Regierung die Verantwortung für die Verzögerung der Waffen- stillstandsverhandlungen Rußland aufzubürden. Es heißt dann weiter'„Die polnische Regierung ist der Ansicht, daß angesichts der Weigerung der Sowjetregierung, einen regelrechten Waffenstill- stand zu schließen, vor Eröffnung der Verhandlungen eine Unter- brechuna jeglicher militärischen Angriffsaktionen von beiden Seiten gefordert werden muß. Die polnische Regierung ist bereit, einen Frieden auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung der unbestreitbaren Rechte der Nationalitäten zu schli-g-n und wird versuchen, eine Lösung aller Fragen Nnden um den Fn�en und die guten Beziehungen Mischen Polen und fernen ostlichen Nachbarn zu gewährleisten. Die polnische Regierung wird jedoch nicht über Bedingungen verhandeln, die einen Angriff auf seine Hoheitsrechte darstellen und. sich in die höheren Angelegenheiten Polens einmischen. Die polnische Regierung erwartet von der Sowjetregierung eine Erklärung über die Grundsätze, die als Grundlage für die Friedensbedingungcn dienen." Unzufriedenheit in Warschau London, 7. August. Die polnische Regierung ließ gestern nachmittag um 4 Uhr 4S Minuten folgenden Funkspruch abgehen: Die polnische Regierung hat Kenntnis von neuen Vorschlägen der Alliierten bekommen. Die polnische Regierung glaubt verlangen zu können, daß mindestens ein Waffenstillstand abgeschlosten wird, der wäh- rend seiner Dauer jede Aktion der beiden Gegner ausschließt. Amsterdam, 7. August. Die polnische Regierung ließ gestern nachmittag um 4 Uhr anderem: Lord d'Abernon und Zusterand sind gestern abend von Warschau nach Paris abgereist. Ein Teil der englischen Besatzung begibt sich heute noch nach Posen. In Warschau ist man all- gemein enttäuscht, daß die englische Regierung fortfährt. Roten nach Moskau zu senden. Abreise der Deutschen aus Warschau Berlin, 7. August. Aus Warschau wird gemeldet, daß ein großer Teil der deutschen Kolonie die Stadt verlassen hat. Der deutsche Gesandte Graf Oberndorff ist auf seinem Posten verblieben. Der russische Heeresbericht lEigene Drahtmeldung der„Freiheit") Kopenhagen, 7. August. Der russische Heeresbericht vom 6. meldet: Westlich von Lomsha haben wir Myschinez besetzt. Bei Ostrolenka wird gekämpft. Bei der Station Snjaddowo haben wir eine Lokomotive, 4 Waggons und 2 Tanks erbeutet. Am 4. August besetzten wir nach hartnäckigen Kämpfen Ostrowo. In Richtung Siedlic dauern die heftigen Kämpfe auf dem linken Ufer des Bug an. Im Abschnitt B r e st- L i t o w s k haben wir T e r e s e p o l besetzt. Durch einen erfolgreichen Ueberfall gelang es uns, einen feind- lichen Panzerzug kampfunfähig zu machen und ihn zu er- beuten. Im Abschnitt Brody hat unsere Kavallerie nordöstlich der Stadt den Feind geschlagen und reiche Kriegsbeute gemacht. Sie ist in Richtung L e s n j u w vorgerückt und ihre Vorhuten haben B e r e st e s ch k o erreicht. Im Abschnitt S u t s ch« t s ch er- reichten unsere Truppen den Fluh Strypa und besetzten eine Anzahl Ortschaften auf dem östlichen Ufer dieses Flusses. In der Krim sind unsere Truppen im Abschnitt Alexandrowsk zum An- griff übergegangen und haben die Stadt Alexandrowsk besetzt. Sie überschritten den Fluß Konftaja und s e tz t e n d e n V o r m a r s ch fort. Der polnische Heeresbericht TU. Kopenhagen. 7. August. Nach dem polnischen Heeresbericht nehmen die polnischen Ope- rationen bei Brody einen günstigen Verlauf. An der mittleren Front haben die Bolfchewisten die Linie Koden— Kowel— Luck erfolglos angegriffen. Bei Wischny wurden zwei bolschewistische Regimenter zerstreut und 509 Gefangene und mehrere Geschütze eingebracht. Bolschewistische Angriffe gegen Lomsha Mrd« ab» gewieseu._ Die revolutionäre Situation R. B. Die Note, die Kamenero am Freitag der englische« Regierung überreicht hat, ist geeignet, gewisse Zweifel zu zerstreuen, die noch über die Ursachen des vcheiterns der ersten Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Polen und Rußland bestanden haben. Die polnische Abordnung, die am 30. Juli in Baranowitschi erschien, besaß nur Vollmachten des Eeneralstabs, aber keine der politischen Behörden. Sie war infolgedessen nur befugt, über rein militärische Fragen zu verhandeln, und damit wollten sich die Vertreter der Sowjetregierung nicht begnügen. Der Abschluß eines einfachen Waffenstillstandes schien ihnen nicht die nötigen Sicherheiten zu bieten. Sie verlangten Bürgschaften dafür. daß Polen die Zeit der Waffenruhe nicht benutze, um sich mit Hilfe der Entente für neue Kämpfe zu stärken. Diese Garantie konnte ihnen nur eine mit p o l i- tischen Vollmachten ausgestattete Kommission gewähren, und oeshalb mußte die Konferenz abgebrochen werden. Wie sehr das Mißtrauen der Russen berechtigt war und ist, geht aus einer Unterredung hervor, die der Vizepräsident des polnischen Ministeriums. Daszinsky. dem Franzosen Lafont gewährt hat. Mit einer geradezu naiv zu nennenden Offenheit hat Daszinsky feinem Besucher von den Unter- stützungen gesprochen, die er von den Alliierten erwarte. Sie würden den Polen die Waffen und die Munition übergeben, die Deutschland auf Grund des Friedensvertrages und des Abkommens von Spaa auszuliefern oder zu zerstören habe, und der Waffenstillstand werde benutzt werden, um mit Hilfe dieses Materials die Reorganisierung der polni- schen Streitkräfte durchzuführen. Daszinsky hat wohl, als er sich diesen Hoffnungen hingab, noch nicht gewußt, daß die deutsche Regierung in einer solchen Verwendung der auszuliefernden Waffen eine Verletzung ihrer Neutralität erblicke, und dag sie sich auch durch den Köder, man wc.dc ihr Zugeständnisie in Oberschlesien machen, nicht zu einer Aufgabe ihres Standpunktes bestimmen lassen kann. Aber wie dem auch sei, die Absicht der Polen, einen Waffenstillstand nur als Atempause zu benutzen, ging aus seinen Worten deutlich genug hervor, und es ist nun doppelt die weitere Einberufung von Aiiliz- und Freiwilligentrup- pen abhängig gemacht sehen will. Des weiteren geht aus der Note Kamenews hervor, daß Rußland bereit ist, den Abschluß des endgiltigen Friedens der Konferenz vorzubehalten, die nach Lon- don einberufen werden soll. Freilich besteht es darauf, daß an diesen Verbandlungen außer den unmittelbar Betei- ligten nicht nur England, sondern auch die übrigen Groß- machie der Entente teilnehmen. Zweifellos denkt es dabei in erster Linie an Frankreich. Die französische Republik soll vertragsmäßig gebunden werden, keinerlei Unternehmun- gen gegen die Bolschewiki zu fördern, und wahrscheinlich geht.oie Hoffnung auch dahin, in London eine allgemeine An- erkennung der Sowjetregierung durch die Entente zu er- reichen. Wie es scheint, ist England geneigt, diese Art des Vorgehens gutzuheißen, und es läßt sich vermuten, daß Lloyd George bei der Besprechung, die er heute in Hythe mit Millerand hat, versuchen wird, den französischen Verbündeten für die russischen Vorschläge zu gewinnen. Das wird ihm viel Heber- redungskunst kosten, denn Frankreich, das nicht für ein Indien zu fürchten hat, sondern ausschließlich an die Zinsen seine? russischen Anleihen und an die Verhinderung einer deutsch- russischen Verständigung denkt, ist nach wie vor von dem Wunsche beseelt, die Bolschewiki militärisch zu vernichten. Auf der anderen Seite aber wird es kaum wagen können, in einen offenen Widerspruch mit der britischen Auffassung zu treten, und das um so weniger, nachdem die Aktlonen, die die deutsche Arbeiterschaft gegen Waffen- und Munitions- transporte unternommen hat, in den Protesten der englischen und französischen Arbeiter einen gewissen Nuckhalt gefunden haben. Freilich wird das Proletariat unter keinen Umständen in seiner Aufmerksamkeit er, lahmen dürfen, denn selbst wenn Mlllerand sich schein- bar Lloyd Gearge fügt, ist damit noch keine Gewahr dafür geboten, daß die Versuche, Polen so oder st» Zu Hisse zu eilen, tatsächlich eingestellt werden. Zu den deutschen Arbeitern haben wir in dieser Beziehung unbedingtes Vertrauen, und wir hoffen, daß es auch die franzosischen und englischen Ar, beiter nicht bei papierenen Protesten bewenden lassen, sondern tatkräftia die Bemühungen ihrer wiilitaristen vereiteln. Es. geht um ihre Zukunft so gut wie um die unsere. Allerdings hat die französische Bourgeoisie ja auch noch andere Eilen im Feuer. Sie hat soeben eine Militär- konvention mit Ungarn abgeschlossen, die letzten Endes darauf hinausläuft, auch diesen Staat als Sturmbock gegen Sowjetrutzland zu verwenden, und alle Anzeichen deuten darauf hin. daß mit I u g o s l a v i e n und R u m ä- n i e n Verhandlungen im Gange sind, die ähnlichen Zwecken dienen. Dem Ungarn des Herrn Horthy werden als Gegen- leistung Gebiete versprochen, die die Friedensoeriräz« Deutschösterreich und der Tscheckjoslowakei zugewiesen haben. «nd e? darf angenommen Verden, daß Zugoslaviey mit de«. Zusage der französischen Unterjlützung gegen Italien ein- zefaiigcn werden soll. Gelingt den Machthaber» in Paris das Spiel, so ist nkit der gröhten Wahrscheinlichkeit darauf zu rechnen, das; Ungarn das Schicksal Polens teilen wird, und fast könnte man den Wunsch hegen, dah Horthy die ihm zugewiesene Nolle des Äoldknechtes des westlichen Kapitalismus durchführte. Aber Rußland würde seinen voraussichtlichen Sieg nur mit weiteren großen Blutopfcrn und mit einer weiteren Vertagung seines inneren Aufbaues erlaufen können und deshalb hoffeii wir auf ein Scheitern der nichtswürdigen und verbrecherischen Pläne, die in Paris ausgeheckt werden. Keinen Augenblick indessen darf die Gespanntheit der internationalen Situation aus den Augen gelassen werden. Jeder Tag kann neue Perwickelungen bringen, und wir müssei! uns darüber klar sein, wie stark die Gestaltung unserer inneren Verhältnisse von den«utzenpoli- tischen Ereignissen abhängig ist. Der Krieg im Osten ist eine Phase in dex Entwickelung der europäischen N e v o l u t i o n. Er geht uns nicht nur deshalb an. weil wir mit unseren Sympathien auf der Seite des russischen Sozialismus stehen, oder weil wir uns gegen die Verlehung unserer Neutralität wehren müssen, sondern er berührt uns unmittelbar, weil fein Verlauf und feine Entscheidung für die Gestaltung der deutschen Zukunft von größier Vedeutuna rst. Nur unter diesem Gesichtswinkel, der ganz felbstverfländ- lich ein anderer ist, als der. der die deutsche Reoie- rung zur Erklärung ihrer Neutralität und zu dem Versuch bestimmt hat, Beziehungen mit Rußland anzuknüpfen, haben wir die Dinge zu betrachten. Zzsr Wiederaufnahme derdentsch- russLscheu Beziehungen Ein« Unterredung mit dem Minister Simons Der Berliner Vertreter der„Leipziger Volks zei- tuiig" hatte eine längere Unterredung mit dem Minister des Auswärtigen, Dr. S i m o n s, über die bevorstchcndo Wiederherstellung der deuisch-russischen diplomatischen Be- Ziehungen. Wir entnehmen de: Unterredung folgendes! Frage:„Sind Sie bereit, die diplomatischen Vezie- hungenzurSowietregierung soso« wieder hermstellen. sobald die durch die Ermordung de» Grasen o. M ach verletzren Rechte> der Ertcrriiorialität eine» deutschen Gestüten durch' die russische Regierung wieder hergestellt sind?" Antwort:„Ich bin zur sofortigen Wiederher- st e l l u n g der diplomatischen Vcziehungen mit der russischen Sow- letregittung bereit, sobald man uns Genugtuung für die Er- mordung des bei der Sowsetregterung akkredierten Ecjnndteii, des Grafen von Mirbach, gegeben hat. Wir müssen diese Genug-• tuung fordern, da der Apfpruch aus die Exterritoriatitat eines Gesandten nicht abhängig i>t von der jewetligen Etaatsform, son- dern ein interna stanale« Recht darstellt, auf dessen Wahrung das Volk als solches Wert legen must Deshalb miii'!'» wir diese Forderung erheben, obwohl der Gras Mirbach der Gesandte nicht der gegenwärtigen republikanischen, sondern der alten kaiserlichen Re- gierung war. Ich bin aber gewillt, vollauf der politischen Neu- orientimrng in beiden Ländern Rechnung zu tragen, indem ich es der russischen Negierung überlasse, über die Form der Genug- tuung Vorschläge zu machen und erwart« deshalb ein der Schwere drs Falles angemessenes Angebot." Frage:„Sind Sie bereit, nach Wiederherstellung der diplo- Muischeii Beziehungen auch die A u f n a h m e d e r w t r t s ch a s t- lichen Beziehungen nach Kräften zu fördern und die Pri- vatiniliative in dieser Richtung durch amtliche Unterstützung zu begiiiistigeN?"'... Antwort:„Ich bin auch in dieser Richtung bereit, icder privaten Initiative, sowohl von deutscher wie von russischer Seite amtliche Unlerstützung angedeihen zu lassen und auch ofsulell die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Beziehungen zu fördern. Wir haben bereits unser» guten Willen in dieser Beziehung be- wiesen, indem wir den Vertretern der Sowjetrcgieiung, die zu Löirtschastsvcrhandlungen hierher entsandt werde» sollten, F ii r st e n d e r g und Brattmann-Brodowski, die Ein- reiseerlailbnis nach Deutschland gewährt haben. Die Form, in der die russisch« Etaatswirtschast mit der deutschen Privatwirt- schaft tn dauernden Verkehr gebracht werden kann, bleibt weiterer Erwägung vorbehalten." Frage:„Glauben Ei« an die Möglichkeit eines Zusammen- arbeitens mit Rußland beim wirtschaftlichen Wiederaus- bau Eurapos?" Antwort:„Ich bin der festen Ueberzeugung, daß zu einer wirt- schaftllchcn Gesundung Europas auch die deutsch-russische Zusam- menarbett erforderlich ist. Es braucht dabei Russtand die deutsch« tndustiicllc Mitarbeit ebenso sehr wie wir die russischen Rohstosse und Lebensmittel. Ander« europäische Staaten sind in ähnlicher Lag«, so daß ganz Europa auf die Erfolge dieses Zusammen- arbeite»? für seine wirtschaftliche Wiederherstellung angemlcseu ift" Frage:„W-'che Schwierigkeiten stehen nach Ihrer Ansicht in Deutschland der Verwirklichung dieser Plan« noch-"tgeg-n?" Antwort- Soweit ich es im Augenblick ubersehen kann.bestehen weder im Kabinett noch bei iraendeiner. Partei Bedenken gegen die Wiederherstellung der deutsch-russischen Beztehungen. Im Ke- genteil. sämtliche Parteien haben itt letzter Zeit diesen Gedanken als äußerst snmvatbtsch und für die deutsche Zukunft dnnaend not- wendig begrüßt. Dagegen halte ich es für meine Pflicht, davor zu Pressestellen Von Jgnaz Wrobel. heute st d e n- w« i t e n M ärt n tv wohl eine kommen. Woher kömmt sie Und was tun fie alle? �' Als der Ludendorffsche Laden im Jahre 1914 fühlte, daß es ohne einen rtcleariftlich'-" Saisonausverkauf nicht abgehen würde, schns er sich das Kriegspresseamt. einen Ausschank der ausdrücklich dazu da war, in die Press« diejenigen lügenhaften Rachruhten einzu- sckzmugaeln, die nötig waren, um d-m � das gewisse Quantum Kriegsvesoffenhett einzutrichtern,«»gelang. DasÄnegsvress«. amt machte Schule, und jedesmal, �-nn ein preußisches Ressort Magenbeschwerden bekam, gliedette � eine Pttsseabteilung an. die den Zeitungen mitzuteilen hatte, dag das Befinden des Patienten ausgezeichnet sei. �.,._„ Dies- Pressestellen haben sich nach dem Kriege karntckelhakt vermehrt, uird eine Armee von kritgs- und lebensuntauglichen Schrei- bern, van Brillenmenschen, von Reg-ltratoien,� Cchmocken und Bureaubeamten ergoß sich stellenlos über Deutschland, hatte kerne Arbeit und machte sich welch«.. Das Wesen der Presse wird durch diese korrumpierenden Presse- stellen völlig umgekrempelt. Der Reporter und der Journalist. die von Berufs wegen die Augen aufzumachen hatten, um das Leben ,0 abzuschildern wie es ist. und dazu»h« Bemerkungen zu machen, ielsphonieren heut« die Zuständige Pressestelle an und be- kommen oml ihr— also von interessierter Seite � ftx und fertig einen Salat vorgeseßt, d« den Leser so unterrichtet, wie«s dt« Macht, dt« hinter der Pressestelle steht, haben will. Also falsch unterrichtet._,.. Wenn man unser« allzuvtolen Organisationen jedweden Gebiets. betrachtet, so muß man glauben, daß das gesamte Leben nur noch der Zeitung wegen da ist. Jede» Theater, iedes Amt und jedes Bataillon uniformierter Rtchtstu« hat eine Pressestelle. Ple warnen, daß man an diese deutsch-russische Verständigung politische Hoffnungen knüpft, die entweder geeignet sind, uns i„ den Per- dacht zu bringen, als ob wir auch nur im geringsten die Absicht hätien, uns den Bestimmungen des Verfailler Friedensoertrages mit rufstcher Hilfe zu entziehen, oder auf eine grundlegende Aen- derung der deutschen Staats- und Wirtschaftsverfai'ung hin- zielen." Frage:„Sehen Sie Schwierigkeiten bei der russischen Regie- rung oder bei der Entente voraus-"' Antwort:„Ich bin über die Verhältnisse in Moskau, sowie in Paris, London und Rom nicht genau genug orientiert, um mich nach diesen Richtungen in Vermutungen zu ergehen. Ich darf aber der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch dort das gemeinsame Interesse nicht verkannt wird." Frage:„Halten Sie eine direkte deutsch-russische Grenze, für notwendig, oder glauben Sie an die Möglichkeit eines ersprießlichen deutsch-russischen Zusammenarbeitens bei Fort- existenz und unter Vermittlung der Nandstaaten?" Zlntwort:„Ich verweise darauf, daß meine Aeußerungen im Reichstag über Deutschlands Verhältnis zu Polen und über den deutsch- lettländischen Vertrag ergeben haben, wie ich die Bedeutung der sogenannten Randstaaten für die künftigen Ve- ziehungen Deutschlands zu Rußland einlchäue. Ich wiederhole, als Brücke eines friedlichen Austausches mit Rußland sind str auch, abgesehen von ihrem eigenen Verkehr mit Deutschlano. von hohem Wert, nur ein Barriercng«bilde würde bei uns da» Bedürfnis nach einer Grenze mit Rußland über- mächtig m a che n. Uebrigens wird das letzt« Wort tn dieser Frage erst in unmittelbarer Verhandlung mit Rußland zu sprechen sein. � Zu den Aeußerungen des Ministers Simons haben wir fol- acndes zu bemerken: Es berührt eigentümlich, daß bei der Frage der Wiederaufnahme der diploma ischon und wirt- schaftlichcn Beziehungen zu Sowjetrußland. deren eminente Bedeutung vom Minister ganz richtig gewürdigt wird, noch immer die Frage der„Genugtuung" für die Ermordung Mir- bachs in den Vordergrund gerückt wird. In den zwei Jahren, die feit dem Attentat gegen Mirbach verstrichen sind, f'ätt« die deutsche Regierung, wenn sie gewollt hatte, die Ange- legenheit schon längst erledigen können, zumal der gute Wille, Deutschland„Genugtuung" zu geben, bei der Moskauer Regierung jederzeit vorhanden war. Statt dessen wurde unter einem nichtigen Vorwand am ü. November 1918 die Aus- Weisung der russischen Botschaft aus Berlin vorgenommen, die trotz des fortgesetzt«« Drängens unserer Partei nicht rückgängig gemacht worden ist. Auch die Ausweisung der russischen Boischnft war ein Bruch der Exterritorialität, für den die Sowjetregierung keine„Gr- nugtuung" erlangt bat. Wäre es deshalb nicht zweck- mäßiger und für die Interessen Deutschlands zurtäglicher, wenn man die Genügtuungsfrage überhaupt in den Hinter- grund schieben und endlich die Wiederausnahme der Be- Ziehungen zu Rußland von einem weniger bureaukratischen Standpunkt behandeln würde! Die ungarisch- französische MUiLärKonvention Sin neuer Vorstoß der internationalen Reaktion Laut Mitteilunn de» Wiener Vertreters des„B. T." ist zwischen Ungarn und Frankreich endgültig eine Militärkonvention abgeschlossen woroen, die ihre Spitze gegen Sowjetrußlond richtet. Frankreich ist nach diesem Vertrag vcrvjlichter, die 110 000 Mann, di« Ungarn ausstellen wird, auszuriiften und«tftige der dringlichsten Forderungen Ungarns vor der Botschafterkcnferenz zu ver- treten. Im einzelnen handelt es sich um folgend« Punkte: l. Un- n m soll i- wesiii. nrn wieder zuge>orochen erhalten. 3. Im Gebiet von Vsalloköz. Kaschau-Land und Preßburg-Land sollen Ee- bieisänderungen vorgenommen werden, so daß Ungarn die ganz« nördliche Doitnulinie wieder-nigesprochen wird. 3. An der rumäni- schen Grenze sollen Erenzberichtigunzen vorgenommen werden, so daß Ungarn wieoer in den Besitz der Eisenbahnknotenpunkte an der Linie Arad— Nagtzwarad gelangt. 4. Frankreich verpflichtet sich, für die Rückendeckung Ungarns Sorge Zu tragen, falls tn Deutsch- österreich ein bolschewistischer Umsturz stattfindet. In diesem Fall sollen ungarisrh« Truppen das Recht haben. W i« n z u b e s e tz e n. Die Engländer haben sich diesen Verhandlungen zwischen Horthy und der Budapest«! französischen Militär nission oegeniiber neutral verhalten, obwohl die Budapest«! Milttärmisston Englands von diesen Abmachungen nicht entzückt gewesen ist. Die Italiener haben gegen derartige Vereinbarungen von allen Anfang an sehr energisch protestiert, und der Standpunkt Frankreichs, daß die Zustimmung der Dotschafterkonferenz zu diesen Abmachungen Nicht unbedingt erforderlich sei, da d.«r Friede mit Ungarn noch mcht ratisiftert sei. ist gewiß seht bestreitbar. Irgend- einen sichtbaren Erfolg haben die italienischen Proteste jedoch bis- her nicht gehabt. Militärkonvention mit Ungarn bildet die Grundlage weite- »er Mtcenen, die.Frankreich im mittleren und südöstlichen Europa »orbereftet. In Bukarest, Belgrad und Sofia werben gleichzeitig Berhandltmgen geführt. In Belgrad hat eine wichtige Züsam- menkunft zw.,chen dem Kronprinzen-Regent-n. dem französijchen «w««J!1 �"�mnch'Mten der russischen Gegenrevolutio- ???>'.«.»■>- stattgefunden. Jugoslawien soll in der Hauptsackic Ungarn die fehlenden Kanonen zum Fclvzug gegen Rußland borgen. Bulgarien endlich soll sich mindestens verpflichten, die„Ruhe" auf dem Balkan in den nächsten Wochen nicht unerwünscht zu stören. Dl« französische Diplomatie ist also gegenwärtig ausreichend befchäftint. Es ist außerordentlich interessant, wie der Wiener Devoll- mächtigic der Sowjetregierung Dr. Bronski sich zu dieser neuesten Aktion Frankreichs geäußert hat. Dr. Bronsk, fuhrre aus:„Es ist durchaus möglich, daß Frankreich, nachdem es Judenitsch, Koltfchak. D-Nikin. Petijüta und Polen in den Schmelz- tiegel des Ostens hiNcinZewoft-n hat. chtin auch noch RumSmeir und Ungarn in den gleichen Kessel befördert. Das beweist nur, daß Polen militärisch und damit wohl auch p o l i t i s ch f u r Frankreich erledigt ist. Frankreich gleicht da einem ver- zweifelnden Hasardeur. Um die in Rußland verlorenen Milliarden zu reiten, opfert es immer neue Milliarden, aber es ist n-.cht wahr- schemlich, daß Frankreich mit den Milliarden, die es jetzt auz die ungarische Karte setzt, das Verlorene hereinbringen kann. Da wir Polen erledigen konnten, haben wir einigen Grund, anzunehmen, daß wir auch mit..Erfais-Polen" fertig werden können. Allerdings kann man nicht leugnen, daß die Aufnahme des Krieges durch Ungarn und Rumänien die W i e d e r e i n st e l l u n g R u ß- l an d s indas Wirtschaftsleben der Welt abermals verzögert. Aber die politischen und sozialen Rückwirkungen dieses Krieges werden schließlich nicht wir zu bedauern haben. Co wie die Dinge in Polen durch den Zusammenbruch so weit ge- dichen sind, daß ties Land zur proletarischen Revolution �reiz ge- worden ist, so schafft auch im südöstlichen Europa die Politik.vian.» rcichs eine Lage, die in allem jener gleicht, die in Rußland ooe dem Novembeiumsturz bestand. Obwohl die Länder des iöd» östlichen Europa sonst hist'-risch und politisch für«inen Umschwung noch nicht reif gewesen wüten. Noh bidenisamet werden die Folgen der stanzöstschen Polmk im W e st e n sein. Frankreich will durch seine militärischen Unter- nehmungen letzten Endes eigentlich immer nur das kunstvolle Ee- bände des Bersailler Friedens schützen. In Wahrheit bat es mit dem polnischen Feldzug den ersten tiesreichenden Stög gegen das Gefängnis von Versailles geführt, genau m, uns die erste Folge der Abmachungen zwischen Frankreich und der un- garischei! Militcirpar-ei die Erschütterung der Friedens- schlüssevonSt, EermaiNUndvonNeullly sein mug. Frankreich ist cnlf dem besten Weg, den Pfeiler, den e» als Stutz« des Friedens von Versailles im mittleren Europa zu errichten glaubte, völlig zu zerstören. Ditfe Schwächung Frankrereos kann nicht ohne Wirkung auf Frankreich selbst, a'lf seine Stellung rn der Z'ellvolitik und duf sein Verhältnis zu England bleiben. Es ist vielleicht zu weftaeliend, jetzt schon von einem �Tod des Ver- Ä e t s a i l l e r F r i e d e n s sedensalls h k r a u s g e b r o ch e n. Ge- iingr es Deulsiilland. den Rest seiner wirtschaftlichen Krafte zu- sammenzuhalten, ist es imstande, sein? Neutralität zu be- wahren und zu vcrbtndern drss«S in den Herenkegel bineingezogcn wird, unter dem Frankreich jetzt mit s Kchem E:fcr das Feuer schürt. dann wird es auch noch den endgültigen Zusammenbruch des Stedens von Versailles erleben." WaffendiebMhle sür llnaavn Wien, 7.«u�nst Die. Reichspost" meldet aus Wiener Neustadt, daß die Polizei einen gtvßannelegten Wnssendiebfiahl itt der Wöllerssorfer Mum- tionsfabrik entdeckt habe. Zwei im Akunitioaswerk beschäftigte Arbeiter hätten nrt eilten ungarischen Maior für dir»ngarriche Sialienatarmce Wafsen und Munition verkaust. Wien. 7. August. Die Blätter melden au« Graz: Bei der Iltberführung eines Wafsenlagers in Hartberg wurden von 1500 Gewehken, die nach Wien zu oerladen waren, Zllv Gewehre gestohlen. Angeblich sollen sie unter der Bevölkerung der, Nachöargemeinden verteilt worden seim.-> ;''., i'.■'-..ni» Wer Moskauer Kongreß DA. Stockholm. 6. August. Bei der vorgestrigen Beratnng de» Kongresses der Dritte» Internationale kam es zu einer lebhaften Eroberung Üb« die 1 Berechtigung de» Parlamentarismus. Der ilaliemsche Delegierte Bordiga war der Hanptsprecher gegen das parla- � mentarisch« System und wurde darin unterstützt von einigen ! amrrttainschen nnd englichen DeleKierten, die die Ansicht aussprachen» datz das P?' tariat vom Parlamentarismus nichts mehr zu erwarten habe. Für den Parlamentarismus sprach V u ch a r i n, unterstützt von L« n i n und dem englischen Delegierten Mu r p h y. Der Kongreß saßt» hierauf ein« Entschließung, wonach die Wichtig- tcit des ParlamenIUrismus unbestreitbar sei. allrrdings uifter der Voraussetzung, daß opportunistische Bestrebutizeu unterbunden würden. TransportverweigerungvonMunitwn Amsterdam, 7. August. Das Or-an der sozialbcmokrntijchen Akbeiterparici„H e t v o l k" meldet, daß dir deutsche Besatzung de« gegkuwäKig«n Rotter. damer Hosen lirgrnden, nach Danria bestimmten D-mp-ers „Echo" sich geweigert hat, aufzuladcn, bevor SV0 grsge Kisten, in denen für Polen b r st i m m t e s K r i e g» m a i e. r i a l sein soll, fortgebracht worden seien. Der Kap, tan»«'sprach. nach D-ntschland zu telegraphieren, und wenn es sich bcstatiacn sollt«, daß e« sich nm Waften nnd Munition sur Polen handelt, die Ki''rn wieder ansladen zu lasse».__ Pressestell, wird entweder von einem Journalisten öbn einem ansonsten arbeitslosen Oisizier kommandiert. Sie besiebt aus ie zwei Schreibmaschinen, acht Dtppfrkiuleins. zwei Journalisten. einem Negisteator und sie gründet sich auf die An--" vor der Presse. Die Pressestelle hat zweierlei Ausgaben: einmal macht sie den Zeitungen und damit der zu täuschenden ÖÄentlichteit d,e Notwendigkeit der Dienststelle klar, der sie angegliedert ist. Sie wird also dauernd von der emstnen Arbeit der Dienststelle von ihrem Bienenfleiß Und ihr» großen kulturellen Bedeiltuna im öftentlichen deutschen Leben zu schreiben baben. Die Brells- stelle hat zweitens die Aufgabe, etwaige Febl-nme der Dienststelle— al o ungefähr die Hälfte ihrer Tätigkeit— vor de» Oeffentlichkeit zu beschönigen, zu bemänteln oder abznleugne.:. Beides tut die Pressestelle. Beides druckt die Zeitung. Der Lands- knecht verachtete früher den Schreiber als etwas Minderwertiges. Heute kann er ohne ihn garnicht bestehen. Das Erste, was die Mörderliga des späteren Hochverräters Luttwitz im Hotel Eden tat, war, daß sie eine Pressestelle errichtete, die ja dann auch protnpt funktionierte. Sie war es, die den Mord an Lirdkneon und Rosa Luxemburg der Öffentlichkeit zunächst als einen kleinen Betriebsunfall darstellt«. Die Pressestellen der deutschen Militär- vrganisattonen verfolgt» ja sonst in«tstet Reihe den Zweck, für die Vergrößerung ihrer Dienststellen anläßlich de« Etats Stim- mung zu machen. Sie neben die üblichen lächerlich au-�-—'usterten Tätigkeitsberichte, die zeder vom Kommis her kennt, sie malen in den dicksten Farben die Gefahren an die Wand, die ohne die Exi- stenz ihrer Dienststellen heraufziehen würden fAntibols-bewismug) — sie bestätigen vor allem die Zahl der etatsmäßigen und damit pensionsberechtigten Stellen. Der Machtkreis der winsch'ftlichen Pressestellen ist N' kleiner. Sie haben t» erster Linie die Aufgabe, das Publikum Uber den Stand de» Marktes zugunsten der Produzent«» zu i"'- en Und die Ursach« der wirtschnsftichrn Notlage auf die andern abzuwälzen. Es entstehen dann manchmal die bekannten Kleinkriege der Pro- duzenten, aus denen der unbefangene Betrachter häufig das Bild gewinnt, daß am Ende'der Konsument an der Teuerung schuld sei. Die wirtschaftliche Pressestell« arbeitet entweder für die ganz großen Perlrnde oder— und dann ist ihr Wirken deutlicher er- kennbar sür kleinere Orgamsaiionen. Die Pressestellen sind deshalb so unendlich gesähtlich,«eft ihr: Auslassungen die Quells natürlich nicht erkennen lagen. Die volttg einseitigen Darlegungen der Znieressenten werden ja gerade zu dem Zweck in die Presse lanzi-rt. damit es den Anschein hat, als hätten sie eben„in der Zeitung gestanden": wie taufend ander« Dinge sa„in der Zeitung" sieben. Und weil ja für die meisten Menschen die Zeitung außer den Filmtiteln das Einzige W was sie leicn. so kann man die Wirkung dieser verlogenen und zurecht- gemachten Nachrichten garnicht genug überschätzen. Der Interessent bat ganz recht. Er wehrt sich eben seiner Haut, will Osfizier bleiben oder Kohlen teuer vertauscn und benutzt dazu sedes Mittel•— auch die Presse. Aber die anständige Ptcsse sollte es sich nicht länger gefallen lassen. Hier wächst eine Gefahr herauf, die so groß sst. daß sie das Wesen der unabhängigen Berichterstattung überhaupt zunichte machen kann. Ich halte es für eine Ehrenpflicht der deutschen Iourttalistenwelt, darauf zu dringen, daß Auslassungen von Presse- stellen als solche gekennzeichnet weiden. Es ist garnichts dagegen einzuwenden, wenn eine Z-itung eine Miteilung au» dem Reichs- Wehrministerium bringt, aber dann möge sie dazu setzen, daß diese Mitteilung von Interessenten stammt. Tut sie es nicht, so haben wir ja aus dem Fall der Plnkerton-Gesellschaft gesehen was dabei herauskommt, wenn skrupellose Schmierer im Solde irgend- welcher Stellen die Presse mit Liigennachrichten überschwemmen. Für viel zu Viele ist die Zeitung immer noch der Hort obiclttvcr Nachrichten, Sie ists heute weniger denn je. Mas aber nicht, wie fi-i der Paktsizeitnng. aus der Uebrrzeuoung heraussließt, muß mft der Htkkun?tsb«'kichnupo o'm lt-mv Ii stin. Dann verlieren sich die Pres, stellen ganz von selbst, denn ihr ganzes Interesse und ihr« ganze Kunst geht dabin: zu tauschen. Ei« wollen ja gerade, daß ihre Auslassungen n i ch t gekenn'.eichnet werden, damit man nichi weis, daß sie der öffentlichen Meinung von interessierter Seite eingefliistm sind. Die deutsche Presse, dt« aus Sauberleit hält, sollte sich die Presse» stellen abschminke�. Lockspitzel am Werk Das Anwesen der Nachrichtenstellen In unserer gestrigen Morgenausgabe haben wir eins Mel- dung aus Chemnitz wiedergegeben, wonach ein Automobil mit bewaffneten Personen und Klugblättern aufgehalten worden sein soll, in denen zur Bewaffnung des Proletariats und aur Ausrufung der Rätcrepubli! aufgefordert worden fei. Wir gaben sofort unserer Vermutung Ausdruck, dost es sich um das Werk von Spitzeln oder politischen Narren Handels, �n- Zwischen hat sich ergeben, das; an einer Anzahl Orten Lock- spitzel am Werke sind, die die Arbeiterschaft zu Unbesonnen- heiten aufhetzen und Putschversuche inszenieren wollen. So l,t, wie von den..P. P. N." berichtet wird, in Klingen- t h a l in Sachsen der Offizier der Reichswcbr, Leutnant vonBergdr aus Chemnitz von der Nachrichtenstelle von der Polizei verhastet worden, nachdem er vorher m W i l d t h a l eine Konferenz mit den K o m m u n i st e u Rudert und R o b e n t r o st gehabt hatte. Bei dem ver- hafteten Offizier ist folgendes Schreiben gefunden worden: Stichwort: Straßenvertrauensleute! Lieber Nudat! Zahlen erhalten. Hoffen, daß alles klappt. P o r b e r e»t u n g e n bis ins k l e i n st e g e t r o f s e n. lieber- gang erfolgt 0. 8. 20. Zeit wie verabredet: Ort wie verabredet. 80 Gewehre werden zur Verfügung stehen. Nur Unter ä SM™1- Parole und Atarkncunrchen Kampfgruß Reith. (Gutes Gelingen! Straube.) Weiter enthielt das Schriftstuck folgende Mitteilungen: Verhalten in Klingenthal: Arbeiter halten viel auf Fabrikanten, er tens, da immer Arbeit, zweitens, da Not ntcht so groß. Arbeits- ri; an Tür. Antipathie und Snmpathie für Holz halten jlch Wage. Arbeiter denunzieren alle diejenigen, die Notgardisten mitgeschlagen haben. Ffaotilant Weioltch hat in Nerchswehr alles verraten. Stimmunzsumschwung, Rcvolutiem geneigter. Man hegt Rachepläne. Die Arbeiter und ll. S. P.- Acute oerraten alle Einzelheiten.(Anmerkung: wahrsibeinlich an die sich verborgen haltenden Holz Leute.) Bei den meisten sich herumtreibenden Notgardisten und Btandlomitec-Miglicder wird das Geld alle.. Deshalb müssen diese in Kurze hau- dein. Die Aktion ist gegen Villcnbesitzcr gerichtet: der Vorwand der Racheaktion nach außen gegeben. Es gilt, die ganze Gesell- schaff anläßlich ihrer Hauptsigung zu faffcn. Die sächsische Regierung hat sofort einen Kommissar nach Klingenrhal geschickt, um das notwendige festzustellen und u veranlasten. Es mutz verlangt werden, dah mit aller Ntschieoenhcit durchgegrisfen, daß insbesvn- dece der Nachrichienstelle das Handwerk gelegt wird, der dieser Leutnant angehört und die offenbar auch die Schwindelmeldung aus Chemnitz verbreitet hat. Noch ein anderer Schwindel ist gestern enthüllt worden. Die Staatsregierung von S a ch s e n- A l t e n b u r g teilt uns folgendes Telegramm mjt, datz sie an den Ober- Präsidenten der Provinz Sachsen gerichtet hat: Zu ihrer großen Ueberraschung ersieht die altenbiirglscke Staatsregierunn aus einer Notiz der Nr. S88 des„Vorwärts", daß eine militärische Nachrichtenstelle die Meldung verbreitet liat, in Altenburg sei die Räterepublik ausge- rufen wvtden. Diese Meldung ist erstunken und erlogen. Zie stellt einen ebenso plumpen wie im Hinblick auf die tat- sächlichen Verhaltiltsse in Altenburg einfältigen und dreisten Schwindet dar. In Altenburg herrscht, wie stets seit den Tagen des Noüembcr ISlS. absoluteste Ruhe. Es ist nn- begreifttch, wie eine derartige Nachricht erdichtet werden konnte. �Die stttsnburgijchc Staat.» tegurung kann nur annehmen, daß bei «'»den rechtsspartalisttschen Kreisen, aus denen die Akcldung stammen dürfte, der W u n s-h der Vater des Gedankens ist. Augenschein- lich haben diese Kreise den Wunsch und die Absicht, durch Bestochene Individuen in dein ihnen seit den Kapptagcn so verhaßten Alten- Burg, zur Befriedigung milttaristischet Rachebedürsiiisse provo- katarisch wirke» und Altcnburg zu einem zweiten Zittau machen zu lassen. Sie bedenken offenbar Nicht, daß die werktätige Be- oolkeruna Alienburgs viel zu klug und diszipliniert ist, um irgendwelchen Spitzeln, bei ihrer im Stileder verflösse- n e n z a r i st i s ch e n L> ch r a n a geübten Verbrecher!- schen Hetztätigkeit blinde Gefolgschaft zu leisten und sich zu Ungesetzlichkeiten verleiten zu lassen. Die Meldung jener Nach- rubteristeue ist mäglichekweise auch dem Versuche der Verwirklichung eines provokatorischen Racheplanes vorausgeeilt. Staatsregierung und republikanische Bevölkerung Sachsen-Alien- bürg? sehen daher in der Meldung ein W a r n n n g s s i g n a l. Es ist sehr bedauerlich, daß es angesichts der hochernsten außenpolitischen Lage Deutschlands noch kurzsichtige mili'aristische Elemente zu geben scheint, die nichts Besseres zu tun wisiesi, als friedliche Städte und Vevöllerungstelle zu verleumden, eventuell sogar gegen diese Rachepläne zu verfolgen, wo doch zur Zeit«ine Zu- sammenfassung alltr Voltskräste zu geschlosiener Abivehr jeder Neutralitätsverletzung das dringendste vaterländische Gebot der Stunde ist. Wir bitten den Herrn Oberpräsidenten mit uns bei den zuständtaen Stellen dahin»u wirken, daß s o l ch e n g c m e i n- gefährlichen Unruhe stiftet», insbesondere durch c n d- liche Durchführung der längst versprochenen Un- terbindung des sogenannten militärischen Nach- r i ch t e n d t e n st e s das Handwerk tatkräftig gelegt wird. Nicht ganz angenehm berührte hier der Umstand, daß das Presseamt beim Oberpräsidium in Magdeburg die Schwindelnach- richt von der Errichtung der Näterepublik in Allenbura. wenn auch unier Vorbehalt, an die dortige Presse weitergegeben hat. ohne sich vorher hier bei der Slaatoregierung telephonrich nach dem Sachverhalt zu erkundigen. gez. Böhm. , Hier wird also zunächst festgestellt, datz die Nachrichten- stelle des sächsischen Oberpräsidenten. wenn auch unter Bot- behalt, die SSwindelnachricht weitergegeben hat. Nunmehr hat die Regierung die dringendste Pflicht, zu ermitteln, welche militärische Nachrichtenstelle in d i c s c in Falle die Urheberin des Spitzelmachwerks ist. Darüber hinaus müssen jetzt endlich alle militärischen Nachrichtenstellen, die sich schon längst als L ü g e n h e r d e entpuppt haben, m i t Stumpf und Stiel ausgerottet werden An diesen Vorgängen sieht man. datz die Loaspitzel mit allem Elser am Werke sind Datz verstandige Arbeiter auf ihre Pläne eingehen werden, ist selbstverständlich iilcht zu erwarten; aber es mutz darüber gewacht werden, dah diese Elemente nicht unter dem unreifen Teile des Proletariats Schaden stiften. Dringende): als je besteht jetzt die Notwen- digkeit, diesen Lockspitzeln das Handwerk zu legen! Gute Zeiten für Kappisten Kürzlich wurde mitgeteilt, datz der Oberleutnant v o n A u l o ck wieder aus der Hasi entlaisen worden ist, an- geblich wegen seines schlechten Eesundbeitgzuskaudes. Nun- mehr stellt sich heraus, datz der Mann aus anderen Gründen aus der Haft cntlasien worden ist. Der Bres- lauer Oberstaatsanwalt hat a> 31. Juli dem preutzifchen Justizminister folgendes mitgeteilt: Das Verfahren hegen den Oberleutnant von Aulock schwebt beim hiesigen Untersuchungsrichter. Die Voruntersuchung gegen ibn und 2z ander Militärperchnen, hauptsächlich Angehörlge seines früheren Freikorps, ist auf Grund der Anschutdigu»'- wegen ge- meinschastlicher gesiihrllchee Körperverletzung in mehreren Fällen. und zwar in sieben Fälle» mit Todeoerfolg, eröffnet worden. Gegen Aulock ist später die Voruntersuchung aus die Anschuldiguno aus 340 R St. E. B./147 M. St. E. 53. ausgedehnt worden. Wegen beides Anschuldigungen waren Haftbefehle erlasien und ausgeführt worden. Den Haftbefehl auf Grund der ersten Anschuldianna �at die Strafkammer mangels dringenden Tatverdachts aufgehoben. Die Aushebung des zweiten Haztbefehls ist durch den Untersuchungs. lichter erfolgt. Für den Antrag auf Erlaß dieser Haftbefehle war für die Staatsanwaltschaft ledigli-h die Verdunkelungsgefahr maßgebend. Dieser Grund fiel später weg. Fluchtverdacht liegt unter Berück- sichtigung der»Familirmterhältuisse des Angefchvldigten nicht vor. Ein« Untersuchung des'Angeschuldigten auf seinen Eeiimdheits- zustand hin ist wohl erfolgt, da Aulock sich in seiner Haftbe chwrrde auf ein Lutigenleiden berief. Von der""-'ikimng ärztlichen Endgutachtens hat der Untersuchungsrichter jedoch mit Nucksicht auf die inzwischen verfügte Aufhebung des Haftbefehls �'"Mnd genommen. Die Slufbebung des Haftbefehls ist somit nicht auf Grund des Gcsundheits»" nndeS des �"-chchiildi-kn, sondern lediglich mangels Fluchtverdacht» und Verduntelungsgesahr erfolgt. Man stelle sich vor: Gegen Aulock schwebt ein Verfahren wegen siebenfachen Totschlags. Es wird ein Steckbrief gegen ihn erlasien. er entzieht sich der Verhaftung durch die Flucht, er wird glücklich aufgegriffen, bald darauf aber wieder in Freiheit gesetzt, weil kein Fluchtverdacht vorliegt, Arbeiter werden in unzähligen Fällen monatelang in Haft behalten, ohne datz auch nur das mindeste gegen sie vorliegt, Herr von Anlock dagegen, der der lchn'erfkn Verbrechen beschuldigt wird, darf sich ungestört seiner Freiheit erfreuen. Dian mutz all stho,, Kappist jein, um allen Segnungen der republila- nischen Justiz teilhaftig zu werden! Efcherich in Ostpreutzen Der Polizeipräsident von Königsberg. L ü b b r i n g, der die Verhälinisie in Ostpreußen ja elnigernmßen kennen dürfte, hat im Reichstag an die Neichsrcgierung eine Anfrage gerichtet, ob diese gewillt sei, die in Ostpreußen unter dem Namen„Verein für Selbstschutz e. 33." entstchcnden Organisationen sofort zu verbieten und dadurch die Provinz vor folgenschweren inneren Erschütterungen zu bewahren und gegen die Organisatoren strafrechtlich vorzugchen. Die Sclbstschutzorganisation steht unter der Leitung des Haupt- manus P r e n. Die Leitung und Slgitatoren sind ohne Ausnahme Gegner der Republik und berufen sich bei ihrer Werbearbeit auf die ihnen von der Reichsregicrung erteilte Genehmigung sür Durchführung des Eelbstjchutzes. Die Regierung bat bisher, ob- wohl sie auf die innerpolitischen Gefahren des Selbstschutzes be- rdits hingewiesen hat, ein Verbot nicht erlasien. Wieder eine Patzverweigerung Genosie RennieSmith, eine der hervorragendsten Persönlich' ketten aus der 33 i l d u n g s b e w e g u n g der englischen soztalisti- schen.Arbeiterschast. weilte vor einigen Monaten längere Zeit in Deuffchland, um die Vildungsarbeit der deutschen Arbeiterschaft kennen zu lernen. Er benutzte die Gelegenheit, um auch mit der Volkshochschule Groß- Berlin in Verbindung zu treten. Rennte Smith hatte Gelegenheit, in einem fein durchdachten und von starker Zunetguiig zu den Bestrebungen des deutschen Prole- tariats zeugenden Vortrage in einer Sitzung der Vertrauens- .leute der Volkshochschule die M c t h o d e n und Z i e l e der großen englischen Arbeiterbildungsbcwegung darzulegen. Das Ergebnis des auf diese Art entstandenen fretrndschaftlichen Verhältnisses zwischen der Volkshochschule Croß-Berltn und der englischen soffa- listischen Arbeiterschaft wai eine Einladung der Engländer, worin die Voltshochschule Groh-Bcilin um die Delegation von zwei Austauschstudenten ersucht wurde. Zwei Hörer der Volkshoch- schule Eroh-Berlins sollten Mitte August auf drei Wochen nach England übersiedeln, um dort in einer oer Sommerschulen in trautem Verkehr mit englischen Arbeitern zu leben und zu lernen. Letzter Zweck dieses Unternehmens sollte e» sein, das Verhältnis zwischen dem deutschen und dem englischen Proletariat inniger zu gestalten durch die Anknüpfung von persönlichen Be- ziehunged Hinuber und herüber. Die Emldkmng, deren Wiederholung in Aussicht genommen war und deren. Erwiderung von deutscher Seite erwartet wurde, sollte außerdem deutschen Ar- beitern Gelegenheit geben, das Wesender englischen Ar- beiterbewegung in allen ihren Zweigen, also nicht nur der Vildungsbewegullg, auspersönltcherAnschauUng kenn«« zu lernen. Die Volkshochschule Großbetlln nahm die Einladung an und traf alle Tiorbercitungen zur Auswahl und Delegation der Etu- deuten. Da traf die Nachricht ein, daß die englische Regierung dlePässefürdienachEitglandeingeladenenbei- den Hörer der Volkshochschule Eroßberlin ver- weigert. mit deutschen Proletariern. Umso wertvoller müssen derartige Verbindungen der Arbeiterschaft selbst sein. Umso dring- licher ist es, geistigen Verkehr zwischen den Arbeitern der Welt zu- nächst auf anderem Wege herzustellen, bis Zustände eintreten. die es den Regierungen einfach verbieten, die Unterdrückung inter- nationaler geistiger Bestrebungen im Proletariat mit Polizei- g e w a l t auch nur zu versuchen. Keine wilde Auswanderung nach Autzland! Moskau, 7. August. Der Volkskommisiar für auswärtige Angelegenheiten der Sow» jetrepublik Tschitschtkin gibt folgendes bekannt: Auf Grund«ine: Mitteilung des russischen Vcrtretertz Kopp. bezuglich der in Berliner Tageszeitungen durch unverantwortliche Personen ausgestreuten Nachrichten, daß Tauserde von deutschen Auswanderern in der nächsten Zeit nach Rußland abreisen können, wird hierdurch bekanntgegeben, daß Transporte mit Aus- wandcrern, ebenso wie einzelne Personen, die ohne vorherig« Er» laubnis der russischen Sowsetregierung, und ohne die erforderliche« Paßformaliiäten in der russischen Vertretung erfüllt zu haben. die Abfahrt aus Deutschland unternehmen werden, bedin- gungslos von der russischen Grenze zurückgeschickt werden mäßen. Der am 1. Juli von Stettin abgegangene Transport ist von den russischen Behörden übernommen worden nur unter Berück- sichtigung der äußerst schwierigen Lage der angekommenen Aus» wandercr, die in Unkenntnis der Ctnreis-bedingungen sich zur Fahrt verleiten ließen, die jedoch unter den gegebenen Umständen mit weiteren Schwierigkeiten zu rechnen haben werden. FürsorgesteAen für Entlassene Das Neichswebiministerium hat die Ausführungsbestimmunaen zum HeeresvkrmtndetuNpssin.-m fetiaafftellt. Schon das Kamtel der Fürsorge sür die zur Entlaßung kommenden Hemsangehörigeir gib! ein ttuereßanres Bild von dem, was das oteichsweprmintits- rium sich unter dieser Hceresverminderung vorstellt. Die Für» sorgestellen für EntlaßeN«, die mit ständigem Personal besetzt sind. sind zwar angeblich keine militärischen Formationen, „Unterliegen jedoch in persönlicher Beziehung und sür den Dienst- betrieb der Aufsicht des Wehrkreiskommandos, in deßen Bereich st« sich befinden". Das Personal soll bestehen: aus einem Vor- sitzenden, der ein aueaeschiedener Stabsoffizier oder Haupt» mann sein muß. srinem Vertreter, einem ausgeschiedenen Haupt» mann oder Leulnemt, und mehreren Wirtschaftsbeiräten. Reueinst-Nungen sind nach Möglichkeit aus Offizieren, Kapitu» lanten, Beamten und anderen Unterossizieren zu entnehmen. Die Füfforgestellen für Entlassene, deren Aufgabe wohlgemerkt nur die wirischastliche Zlnterbringung der Emlanenen für ihr wci- teres privates Leben ist, uittcrstehcn sogar in ihren Kassengeschäften der Verwaltung c i n e s T r u p p e n t e i l e s. Selbst Urlaub erhält der Vorsitzende dieser Fürsorgrstelle nur vom Wehrkreiskommando. Die Disziplin tn diesen Fürsorge» stellen ist echt militärisch organisiert. Det Vorsitzende der Fürsorge- stelle kann beispielsweise verfügen, daß auf tturforge Entlaßene sofort ausscheiden, wenn sie eine ihnen angebotene, für sie ge- eignete Arbeitsstelle ausschlagen. Wer darüber entscheidet, ob diese Arbeitsstelle geeignet ist oder nicht, darüber f ihalt die Vorschrift bezeichnenderweise keinerlei Bestimmungen. Man sieht, daß auch hier wieder alles vortrefflich vorbereitet ist sür neue realtlonär« Konspirationen und Treibereien. Die intervatioNale Vergarbeiter- Kommission TU. Gens, 7. August. Zu Miigliedern der internationalen Vcrgarbeiterkommission wurden 2 Belgier, 1 Holländer, 3 Deutsche— Hue, Hußmann und Jmbusch vom christlichen Vergarbeitcrverband— 3 Tschecho- Slowaken, 1 Oesterreich«!:, 1. Ungar, 1 Pole, 4 Engländer, i Ame» rikaner und 1 Franzose gewählt. j| Die Brüsseler FwanzKonserenz , HR. San Sedasttan, 8. Augnff. Der Völkerbund hat Seschlossen. daß die internationale FiMtz» konferenz am 24. September in Beiisiel zusaminentreten soll. Da Deutschland und die anderen ehemaligen feindlichen Staaten zu dieser Sitzung eingeladen werden, hat der Präsident der Kons«- reiiz den Auftrag erhalten, sämtliche zwischen Deutschland und der Entente noch schwebenden Fragen nicht vorher zu behandeln. Keine Erhöhung der Brotration von zuständiger Stelle wild mitgeteilt: In der Oeffcntlichkeit sind in der letzten Zeit«iederlsoli Mitteilungen verbreitet worden, daß-ine Erhöhung der Brotration oder eine Herabsetzung der Ausmahlung bevorstehe. So wun- schenswert solche Erleichterungen wären, muh doch darauf hinge- wiesen werden, datz die Getteidebestände zur Zeit die Durch- führung derartiger Maßnahmen noch uicht gestatten. Sobaro rne Lage sich so gestaltet hat. daß reichlich- Getriideoorräte zur Ver- sügung stehen, wird versucht werden, in den beiden angegebenen Richtungen eip« Beßerung der Ernährung herbeizuführen. Die Klagen über die Beschaffenheit des Brotes haben übrigens er« freulicherweise in letzter Zeit erheblich nachgelassen. Es ist den Bemühungen der Reichsgetreidestelle gelungen, die Kommunal« verbände gleichmäßiger und ausreichend mit gutem Mehl zu be- liefern, sodoß die übermäßig« Streckung de- Brotes, die zettweise infolge örtlicher Knappheit so notwendig geworden war» nicht mehr nötig ist. Kombinationen. Die„Kölnische Zeitung" hatte behauptet, daß der volkspartejliche Abgeordnete von Kardorss Vizekanzler werden soll«. Außerdem wolle man das Miederaufbauministerium in ein StacktsselretariNt umwandeln, sür das der Eeheimrat Dr. Hielmann in Aussicht genommen sei. Nach einer offtZtosen ucit- mluiig handelt es sich hierbei lediglich um Kombinationen. Die Abreise der italienischen Truppen. Aus dem Reichswehr- Ministerium wird mitgeteilt: Am 10. und 11. August f°h�n oie im oft- und w.stvreußischen Abstimm u» g- g- b«e t be- sindlichen italienischen Truppen in drei � ll,"..�<5 abstand von eiwa acht Stunden iiber«Mari-nw-rder. Konch Schneidemühl. Küstrin. Frankfurt a. O., Br«slau nach Lderbcr�. um in ihre Heimat zurückzukehren. D,e Stunde-Ür Nttl- sechs Stunden«inen Aufenthalt von Stunde zur Au� ä sä ÄS-.KM.L5 ä auch alles unterlaßen wird, was zu Ncibu..geii i hre» konnte, Neue billige Angeb ole Rcnforcc fSr feine Lelbw&die..................... Meier Hcmdeniudh •itrkfMse Qualtlüt............... Meist Louisiana fttr BsiMisdte.......................... Meier 14.73 15.S0 IE SS Kdpcr-B archent q» febleldit.................................. Mvter 'S* reine Seide»» m StoJ'SO reine Seide vertdiledene Farben.................. Meier Musselin imitiert, kabicke L>Irnci>mu»Ier...... Mcfei Blusenstoff hfibsche Strelfenmusier.................. Meie, Blusenseide (esireift oder kariert gute Quaittfit.........Meie Kinderfchoilen hüb. che Mutler. etwa 100 cm breit....... Mrlei Sdioiien od. Streifen aparte FartsteiiungeD kü, Bluren odei hle.dei Mete, 15-60 24.so 26-50 2-9.55 39.53 Koslümstoff ca. 190 cm breit, hellkarterf.......... 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Mg-AjM Sem,»erfpielzeit «llnbendlich V Uhr: sesMine Aonstnntin ... Das«l« Nr Jim' G»»,»e»v»etse! 1.80 b. Seutsch. MM-WM ? Ciuk Triansn- Theater lBahnhof ffriedrichstraße� Allabendlich 8 Uhr: Hansi Arnstadt i« Untreu Komödie von Roberto Braeeo. .?S.-Teretörensried Wdenz-WM lTtadtbahn Iannowihbrücke) Untergrundbahn Klosterstraße. Der große Erfolg Ä Die RMhvffs nfÄ: M gtlte Af r Apollo* Theater ffrlebrldiftr. 318 711 i«ll-beadlich 711 • 12 Sonntags 3';, u. I 12 Lnlibertressliches Larielre-PragrMm' Ehemaliges Voigt- Theater Badstrahe öS. S o r.. m e r b ll h» e, Täglich nachm.'Ifi Uhr: Bunter Teil 7'/. .uhrhaWöerZlW immfla.„Gnii-BEfliil" (arltm»):; j)e|twhei5e IS Täglich>/-8 Uhr: Klafstlier Abend MM m Balkaschaaspiel so» Friedrich u. Schiller «b S>/, Uhr: Aa»,ert und Spetialitälen 7-,, Uhr: Ne InternMonale. «Labend I. 8 Uhr: mit M»e Adalbert TUanlar» Kotfbum.Tot Tel Moritzpl.t» 14814. Täclicb V'k übt: CUteSinger Biathecn- KOBterl Vorvk. U— IVi— 8. a tu». u S- NEUE WELT-v Arnold Scholz H-senheide UtS/lU Täglich Konzert u. Spezialitäten-Vorstellung Sos 0rsfte»aiiftr»i13rnntanim 12 nallständig neue Aittakt. u. o. The Langtrp in ihren phänomenalen Licht» Bifionen Perlen-Drstte, Zhenee und Flammen, Kampf m. d. Wellen iatiieseiliests-Ä:«»kerPsll Anfang 4 Uhr. Casino- Theater Vlsösrorviloong froitag, lZ. mit dem»euen Dolksstück Knorp's fel. Witwe ftranlifttvic* Allee 319 Tagt. SU.: Sensat.-Schauspiel klMMtMI Das Ende einer Könlgskronc vorher ab 8 Ubr: Spezialitäten. IMMMNA AsZksiis»rksatsr am Rosenthaler PEatz ♦ Gastspiel Sonnlag, den 8. August bis Sonntag, den SS. August tägiieh?'/, Uhr Die Internationale i Tragikomödie In 4 Akten von Emil Hall Up.|t) Fahrräder bilüner!! imimiramiiniramniiiiiminuimiiininninimiiiHiffliniiliiminiiimra Bf; Kammer-Tänzfpiele •Bfiloroftt. 6, am Nollendoefplah Telefon: Lllkam 2Z<«. Tägl. 7»/, Uhr: Orient. Ballett und TchänhettBsTänze Pttlilltt Witt Kastanlen-Allee 7— 0 12 Barkltt-ScnWviitn 12 s.3,Ä Großer Ball Anfang l/,ö Uhr» /--vilkusSusek S Qebfiude| Tkrlieh VI, Uhr: «ar. Sp.rUlltZten- Vor,<»>,»»« 1 |> Perlas T 1 Hof- und Erntefest- Artikel z.Engrospreifen. Llndnef, Charlottenburg, Schlohstraße 3. '•»«Itf*«#4*-——■--- j Charlottenburg, Schlomtta«e If h. mffe.me Vfe__________. Mes Bollistyeater ötSpenIrkce Sir.«8. Familie. UMiHmBallW Direktion Jean Kren Allabendlich 7>/,Uhr- Prinzessin Friedl " Rose- Theater 7>/jUhr: Ei» Wolzarttanm. lS a r t e» b ü!» To,««! Impr.Mlo'el Co« leoal 450, 340,250 lllsl rwtlch« Flauschni. 450. Z'5. 225 F otfe Kostüme 35'', 220, 145 Sloffrickt 100, 75, SO Trikot-Spoillaekiii 45 Kunststiifene Strick] cken 415 Seal-P.QscMnlel 2600 Inpr. Stidennintel 350, 275, 23 Model-Koslüme 1200, 800, 475 CoMtGoiltninleUOO, 265, 195 Sportjacken!7.50 Sportjacken Modelle 350 Astrachaniniiilel 550, 470 Echte Pelzmanlel 12000, 9800, 6200, 4500 Westmann I. 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Kein Nagetn snetzr» rin Zerbrechen der Kisten auf de» 'ronsport und denn veffuen. Revolution In der NUchs Das neue Mittel »»Pol" g setzlich aeschützl„Pvl" Die chemische Porzellan-Sieinigung erspart Neu-Anschaffnngen in Teller» n. Grschtrr. Sofort anweodbac. Vnblüffeildi Wirkung. Für icbnt Haushalt. PrsspeAe durch Hos-MlrieS. «erttttcr ti m SWtei � 41 Nr. 320 Beilage zur„Freiheit" Sonntag, 8. August 1920 Grotz- Berlin Stadtvevordneten-Fraktio» Grotz-Berlin Die nächste Sitzung der Stadtverordneten-Fraktion ist am Dienstag abend K Uhr im Rathaus, Königjtr., Zimmer tM. Wir ersuchen um vokzähltges Erscheinen. Berzirksverband Berlin-Brandenburg Montag, den S. August, abends K Uhr, Vollveilanln'.lung der m rrr rv*. i �»». fC. C. CY?__< 1 �_•___<. Zur Teilnahme an dieser Versammlung sind alle Kommisstons- Mitglieder der Berliner Distrikte sowie der zu EroK-Berlin hin- Zugekommenen Städte und Ortschaften verpflichtet. Die Verbandsleitung. Agitationskommission. Distrikts-Obleute. Dienstag. den M. August, abends 6 Uhr, in der Bildungsschule, Schicklerstr. 5/ö. «ine ku�.e, aber sehr wichtige Besprechung. Pünktliches Erscheinen rst PsUcht. Die OrtsverwaUung. A�bau der Zwangswirtschaft und Arbeitslosigkeit Die Eile, mit der das Reichsernährungsministerium die Zwangs- Wirtschaft einreißt— von einem planmäßigen Abbau kann keine 'Rede sein— hat auch eine erhebliche Arbeitslosigkeit i- Gefolge. Dis Margarine ist frei, das Jnlandsschmalz soll st>en. Die Gramm Butter zu verteilen, rechtfertigen nicht mehr oen großen Kontrollapparat, der auf Anordnung der Reichsstellen zur Durch- fführung der Zwangswirtschaft hat eingerichtet werden müssen. Die .'Flcischkarte wird in Kürze fortfallen. Die Kundenliste wird wieder eingeführt und es steht zu erwarten, daß im November die öffent- liche Fleischbewirtschaftung überhaupt aufhört. Das Fleifch wird selten und teurer werden, daß ärmere Leute auf Fleisch werden verzichten müssen. Die Butter wird im Winter ebenfalls teurer werden und wir werden uns mit Margarine und Schmalz begnügen müssen. Die Plötzlichkeit, mit der die Reichsstellen den Abbau be- treiben, nötigen die Kommunalverbände, den Personalbestand er- heblich zu reduzieren. Die Fettstelle Großberlin, Abteilung Butter und Käse, mutzt dem größten Teil ihres Personals zum 1. Oktober kündigen. Dasselbe dürfte auf die Fleischversorgung zutreffen. Durch den Fortfall des Markenwesens hört der Kontroll- und Zähl- apparat auf. Auch die Brotkommisfionen werden durch den Fort- fall einer Anzahl Karten entlastet, obwohl in diesen Kommisstonen immer zwei Personen anwesend sein müssen. Für den Magistrat ist es eine schwere Aufgabe. Arbeitskräften zu kündigen in einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit überhaupt schon groß genug ist. Die Reichsstellen zwingen ihn aber dazu. Uns ist bekannt, daß eine nicht unerhebliche Zahl von Angestellten in der Kommunalwirtschaft bei der letzten Wahl gerade den Parteien die Stimme gegeben haben, die diesen Abbau mit Volldampf be- treiben, und diese Angestellten schreien heute am lautesten über die Folgen der jetzt beliebten Ernährungspolitik. Der Magistrat hat sämtliche Dienststellen daraus hingewiesen, daß Arbeiten, die in Angriff genommen werden können, raschestens vergeben werden. Hierbei ist darauf zu achten, daß, soweit die Arbeiten an private Unternehmer vergeben werden, in die Vertragsbedingungen die Bestimmung aufgenommen wird, daß die Unternehmer die Arbeitskräfte nur durch Vermittlung des Städtischen Arbeitsnachweises beziehen dürfen. Insbesondere sind die Direktionen der Krankenhäuser veranlaßt, notwendige neue Ausstattungen mit Bekleidung und Wäsche schon jetzt in Angriff zu nehmen. Auch sämtlichen städtischen Dienststellen ist erneut zur Pflicht gemacht, die Arbeitnehmer nur durch Vermittlung des Städtischen Arbeitsnachweises anzunehmen, da nur auf diese Weise «ine Kontrolle möglich sei, daß auch insbesondere die nur zu bloßen Gelegenheitsarbeiten verwandten Personen aus der Erwerbslosen- Unterstützung ausgeschieden werden können. An die sportliebende Arbeiterschaft Grojj-Berlins Am Sonntag, den 13. August, nachmittags 2 Uhr, veranstalten sämtliche Arbeiter-Sportorganisationen Erotzberlins im Erune- w a l d.„S t a d i o n", ein allgemeines Arbeiter-Sportfest. Die Arbeiter-Turner werden mit über 1000 Kindern und ft— 700 Erwachsenen Massenfreiübungen vorführen. Die Sport- ler tragen leichtathletische Wettkämpfe aus. Die Arbeiter- Athleten zeigen m Heben. Ringen. Tauziehen und Pyramiden- bau ihr Können. Der Sportklub„Voran", Niederschönhausen, führt den berühmten japanischen Kampf„Ziu-Iitsu" in muster- giltiger Weise vor. Die„Rote Kavallerie" wird uns mit Kunstreigenfahren und Radballspiel unterhalten. Die A r b e i t e r- s ch a ch s p i c l e r führen auf einem fast 300 Quadratmeter großem Schachbrett eine Schachpartie mit lebenden Figuren vor. Die Ar- beirerwanderer(beide Organisationen) werden Szenen aus dem Wanderleben nebst alten volkstümlichen Tänzen zeigen. Die Arbeiter-Schwimmer zeigen im Schwimmbassin Master- ball. Reigenschwimmen und Sprünge vom 3- und 10-Meterbrett. Der Arbeiter-Samariterbund leitet bei einem fingierten Wasterunglück die Rettungsaktion. In der ehemaligen Kaiserloge veranstaltet der Verband Volksgesundheit eine hngieni- sche Ausstellung. Zum Schluß ein Wettspiel zweier erstklassiger Fußballmannschaften. Ende 7� oder 8 Uhr. Eintrittskarten sind im Vorverkauf zum Preise von 1,25 M. bei allen Arbeiter- Sportlern in den Betrieben zu haben. An der Kaste 1,50 M. Schulpflichtige Kinder frei. Sitzgelegenheit ist für ca. 40 000 Personen. Die Eisenbahn hat Pendelverkehr von Charlottenburg bis Pichelsbergs zugesagt. Die Untergrundbahn fährt nur bis zum Reichskanzlerplatz, von dort bis zum Stadion noch 13 Mi- nuten. Der Kohlenkommistar hat erweiterten Verkehr abgelehnt. jedenfalls weil an diesem Tage kein Pferde- rennen ist. Arbeitsbrüder und-Schwestern, die Arbeiter-Sportler sind Blut von eurem Blut. Sie sind eure Kinder, Brüder, Schwestern und Arbeitskollegen aus der Werkstatt und den Bureaus. Zeigt durch Mastenbesuch, daß ihr diesem Zweige der Arbeiterbewegung Znter- esse entgegenbringt. Die Arbeiter-Sportorganisationen züchten keine..Kanonen", sondern sind bestrebt, den Sport auf breitester, volkstümlicher Grundlage zu stellen, um dem Proletariat an Körper und Geist gesunde Klastenkänipfer zuzuführen. Die Ar- beiter-Sportorganisationen sind das Rekrutcndepot der Arbeiter- bewegung, in ihnen befindet sich der größte Teil der proletarischen Jugend. Der Kartell-Verband Eroßbcrlin für Sport und Körper- pflege, mit seinen über 30 000 Mitgliedern, wird von Aiännern geleitet, deren Charakter die Gewähr bietet, daß hier die Jugend im echt proletarischen Sinne erzogen wird. Damit unsere irre- geleiteten Arbeitsbrüder in den bürgerlichen Sportvereinen sehen. daß auP beim Sport ihr Platz an der Seite der Arbeiterschaft ist. darum»mmt mit der Familie ins Stadion, hinaus in den Grunewald und seht euch die Leistungen der Arbeiter-Snortler an. Parteigenossen! Beachtet die Rubrik:„Aus den Organisationen!" Zu früh gefreut haben sich die Berliner über das von der Reichs- zuckerfrellc versprochene'A Pfund Zucker. Die dem Magistrat zur Verfügung gestellte Menge Auslandszucker, die sich noch in Bremen befindet, langt nur für das versprochene Pfund Einsiedezucker, so daß ein weiteres A Pfund nicht Mir Verteilung gelangen kann. Die Fahrplanänderung auf der Ringbahn. Entgegen anders lautenden Blättermeldungen macht die Eifenbahndirektion Berlin nochmals darauf aufmerksam, daß die Fahrplanänderung auf der Berliner Ringbahn von morgen, Montag, dem 0. ab an den Werktagen in Kraft tritt. Ueber den Umfang der Verkehrsände- rung haben wir bereits ausführlich berichtet. Es werden in jeder Richtung mindestens 4 Züge in der Stunde und zu jeden Tages- zeiten gefahren. Vom gleichen Tage ab wird auch eine Fahrplan- änderung auf der Strecke Charlottenburg-Erunewald eingeführt. Die Züge, bisher ab Charlottenburg 11.38 vorm., 12.08, 12.38, 1.08 und 1.38 nachm., sowie die Züge bisher an Charlottenburg 10.39, 11.29, 11.39 vorm. und 12.29, 12.39 nachm.. werden nach und von Grunewald durchgeführt. Außerdem verkehren zwei neue Züge über die Stadtbahn, ab Schief. Bahnhof 12.28 nachm., an Lcharlottenburg 12.39 nachm. und ab Charlottenburg 12.38 nachm., an Schles. Bahnhof 1.29 nachm. Das nächste städtische Volkskonzert des Philharmonischen Or- chesters unter Leitung von Richard Hagel findet am Montag, den 9. August 1920, in der Philharmonie, Bernburger Str. 22/23, statt. Beginn des Konzertes 8 Uhr. Der Ueberschutz des Gutes Lanke. Bei den Presteerörterungen anläßlich der in der letzten Stadtverordneten-Verfammlung ver- handelten Nachtragsforderung von etwa 10 Millionen Mark für Ausgaben der städtischen Eutsverwaltung im Etatsjahr 1919 scheint vielfach eine irrige Auffassung der Sachlage Platz ge- griffen zu haben. Die 10� Millionen Mark sind lediglich Mehr- anforderung von Mitteln, die infolge allgemeiner Preissteigerung für die Verwaltung benötigt wurden, dem gegenüber auch eine Mehr einnähme von etwa 3 Millionen Mark steht. Der buch- mäßige Zuschuß beträgt also nach Abzug der Mehreinnahmen bei den gesamten Gütern etwa 3 Millionen Mk. Die Erhöhungen der Löhne und Gehälter, die bei Aufstellung des Haushaltsplanes nicht, vorausgesehen werden konnten, betragen Uber 3 Millionen Mark; diese Erhöhungen stellen also im wesentlichen den Zuschuß von 5 Millionen dar. Eine erhöhte Abwälzung der Mehrkosten war aber nicht möglich, da die Erzeugniste des landwirtschaftlichen Betriebes rationiert und an Höchstpreisen gebunden waren, die städtischen Eutsbetriebe sich aber schon ihrer Natur nach auf das Peinlichste an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten hatten. Ausdrucklich wird betont, daß das Gut Lanke mit der ganzen Vorlage lediglich formell zu tun hatte. Hier stehen den sich in maßigen Grenzen haltenden Mehrausgaben für Gehälter und Löhne entsprechende Mehreinnahmen gegenüber, sodatz sich gegen den Etat sogar ein Ueberschutz ergibt. Das Gemeinde-Jugendamt Britz hat die Absicht, am 16. August einen weiteren Transport von 30 Knaben in die Ferienkolonie nach Ueckeritz an der Ostsee abgehen zu lasten. Die Knaben dürfen nicht unter 11 Jahre alt sein. Meldungen sind bis spätestens Mitt« woch. den 11. August, beim Gemeinde-Jugendamt einzursrchen. Das Fahrgeld betragt 40 Mk. Torfverkauf in Grünau am Montag und Dienstag an der Ab« löge, Jagerstratze, von 9 bis 3 Uhr. Insbesondere mutz an diesen beiden Tagen der bereits bezahlte, aber noch nicht abgeholte Torf geholt werden. Weitere Bestellungen auf Torf nimmt das Lebens« mrttelamt entgegen. Steglitz and Nachbarorte. Zugendweihe. Für die Kinder de« Genosten und Genossinnen, die zum Herbst die Schule oerlasten und an der vom Verbandsoildungsausschutz veranstalteten Jugend» weihe im Großen Schauspielhaus am 12., 19. oder 26. September teilnehmen wollen, findet am Sonntag, den 13. August, vormittags von 10—>�12 Uhr, im Steglitzer Jugendheim, Jever- Ecke Kniep» hofstratze, der erste vorbereitende Unterricht(Lebenskunde, Gemein« ichastskunde)!fur Jugendweihe statt. Unterrichtsleiterin' Genossin Frau Dr. Krische. Der Unterricht erstreckt sich auf vier Sonntage: Sonntag, den 15., 22., 29. August und 3. September, immer in der Zeit von 10—�12 Uhr vormittags, und ist kostenlos, �er Dil» dungsausfchutz von Steglitz wird es begrüßen, wenn auch die Kinder der nächstliegenden Nachbarorte(sofern sie keinen eigenen Unterricht angesetzt haben), sich an diesem Unterricht beteiligen. Lediglich für den Steglitzer Ortsverein sind auch Kinder sckwn vom 12. Lebensjahre an zugelagen. Evtl. Rückfragen an Genosten Schneider. Steglitz, Poschingerstratze 12. Sommersest der Schöncberaer Genossen. Heuta« begeht der Orts» verein Schöneberg in den Gesamträumen des Schwarzen Adlers sein diesjäbriges Sommerfest, beliebend aus Konzert. Gcsanas« Vorträgen, Theater und Kinderbelustigungen, Reigentänze. Die Bildungstommisston hofft durch ein uichhaitiges, aowrchslungs» reiches Programm den Genossinnen und Genosten einige fröhliche genußreiche Stunden zu bieten und hofft auf einen zahlreiche!» Besuch. Leichenfund in Friedenau. In der Sialindcstr. 10 in Friedenau, wurde am Sonnabend vormittag ein«iräulein Tocpol in ihrer Wohnung im Erdgeschoß tot aufgefunden. Ob gewaltsamer Tod von eigener oder fremder Hand vorliegt, bedarf noch der Unter» suchung. Um de« Verwaltungsvorsitz im Schlichtungsausschuß Groß« Berlin. Der Schlichtungsausschuß Eroß-Berlin hatte zum Donners« tag wiederum alle ständigen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbei» sitzer nach dem Nordischen Hof zur endgültigen Entscheidung über die Frage geladen, in welcher Form der Verwaltungsvorsitz beim Groß-Berliner Schlichtungsausschuß besetzt werden soll. Die Ar» beitgeber beantragten, den Verwaltungsvorsitz in die Hände eines Beamten mit dem Titel und Range eines Ver» woltungsdirektors zu legen, während die Arbeit» nehmer die Einsetzung eines aus je 11 Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehenden Kuratoriums wünschten, das aus seiner Mitte je einen Arbeitgeber und einen Arbeitnehmer zu gleichberechtigten Vorsitzenden wählen soll. Ein Kompromiß- antrag Dr. Friedmann-Dr. Donner verlangte, den Verwaltung:»» vorsitz einem Beamten zu übertragen, dem ein paritätisch aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzter Beirat an die Seite gestellt werden sollte. Nach langer, zum Teil recht stürmt- scher Eeschäftsordnungsdebatte kam es, nachdem die Arbeitnehmer- beisitzer, dank ihrer Mehrheit in der Versammlung die Begrün- dung und Diskussion der zum Teil noch gar nicht begründeten An- träge, insbesondere des Vermittelungsantraaes, verhindert hatten. zur Abstimmung, bei der der Antrag der Arbeitnehm«, mit 170 Stimmen Annahme fand, während der Vorschlag der Arbeltgeber nur 108 Stimmen aus sich vereinigte. Der Kompromißantrag, der zunächst zur Abstimmung hätte gebracht werden müssen, wurde zur Abstimmung nicht zugelasten. Gegen die Abstimmung ist daher von verschiedenen Seiten Protest einaelegt worden. Der Streik der Dungkutscher und Mitfahrer ist durch Berhand- lung beigelegt. Die Arbeit ist am 7. d. Mts. bei allen Firme» wieder aufgenommen worden. Stuck- und Gipsbaubranche! In Anbetracht, daß die Kam« Mission in der Ferienfrage in unserem Beruf zu keinem Resultat gekommen ist. und demzufolge der Tarif noch nicht in Druck ae- geben werden konnte, muß die fällige Ver>ammlung verschoben werden. Die Sektionsleitung hat sofort den Schllchtungsausschuß. laut Schiedsspruch vom 21. Mai, angerufen, der nunmehr die Ferienfrage regeln soll. Nach der Regelung wird der Tarif so- (ort in Druck gegeben, um dann zur Verteilung zu gelangen. Des weiteren werden die Kollegen, die ihr Fahrgeld von der Frrma Wulff. Arbeitsstelle Waltersdorf. noch nicht vom Verbandsburca» abgeholt haben, ersucht, dies bis Sonnabend, den 14. August, zu tun. Die Sektionsleitung. Der Gvoß-Berliner Blumengeschäststarif. Der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter hat mit dem Verein der»öiumen* geschäftsinhaber Groß-Berlins E. V. am 5. Mai 1920 einen Tanf Die schwere Stunde »1! Roman von Victor Panin Oft einander unterbrechend, erklärten sie mir, daß sie nach der Revolution die jetzige Regierung nicht anerkennen woll- ten und sie einfach sabotiert haben. Viele aus den gebildeten Kreisen nahmen sogar offen Anteil an der reaktionären Bewegung, andere gehörten früher, zur Zeit der ehemaligen Regierung, reaktionären Parteien als Mitglieder an und jetzt verhält sich die neue Regierung mißtrauisch zu den Männern der Kunst und Wisienfchaft. »Unsere Lage ist einfach eine verzweifelte," sagt ein älterer Zeiiungsmitarbeiter,„wir haben absolut keinen Verdienst, unsere Familien hungern, die Kinder bitten um Brot. Run, ich bin ja nicht schuld daran, daß ich früher eine reaktionäre Zeitung redigiert habe und dafür werde ich und meine Familie zum Tode verurteilt. Wir haben uns erlaubt, bei Ihnen vorzusprechen, da wir Ihr gutes Verhältnis zur heutigen Regierung kennen. Es ist ja Ihnen allein zu verdanken, daß es gelungen ist, den Aufstand der Junker zu unterdrücken. Wir wollen Sie bitten. Fürsprache für uns einzulegen und unsere Lage zu regeln." Die ganze Zeit über höre ich schweigend zu, blicke bald den einen, bald den anderen an, nicke unbestimmt mit dem Kopfe, jetzt aber, wo sie schweigen und eine Antwort er- warten, werde ich verlegen, ich weiß nicht, was ich sagen soll, als wäre ich nicht mehr imstande, zu reden. Ebenso, wie in der Versammlung, wo diese Deputation gewählt wurde," sagte ein junger, offenbar schwindsüchtiger Bildhauer,—»muß ich� meine Meinung äußern, ehe die Herren einen Veschluß sasien. Es scheint mir, daß das Mißtrauen der jetzigen Regierung uns gegenüber vollkommen verdient ist. da wir, Männer der Kunst und Wiffenschaft. bisber seit Jahrzehnten die allerwlderwartigsten Diener der Reichen der Satten, der Machthaber gewesen sind Für wen sang der erstklassige Sänger? Wem brachte der Schauspieler seine Kunst dar? Für wen meißelte der Bildhauer seine Kunstwerke? Ausschließlich für die Satten und Reichen da nur sie allein imstande waren, für diese Kunst zu zahlen, für eine Kunst, die aus Ausschweifung und Degeneration der Reichen und Satten entstanden ist. Hat denn das Leben der Millionen und Millionen von Arbeitermassen, mit schwieligen Händen und schweißtriefendem Gesicht je als Gegenstand unserer Kunst gedient? Wenn es der Fall war. so war es doch so selten. Gab es auch nur einen dünnen Verbindungsfaden zwischen unserer Kunst und diesen Masten? Wir Priester waren ihnen fremd!" „Haben all die Herren Profestoren, Lehrer. Pastoren nicht ausgeklügelte Theorien für das Recht der Pergewaltigung des Menschen geschaffen, predigten sie nicht in ihren Kirchen und Schulen den Krieg? Brachten sie nicht den Patriotis- mus herbei? Ja, ja, ja und tausendmal ja!" „Wäre diese widerwärtige Ausbeutung der Millionen von Arbeitermasten überhaupt möglich, wenn Hunderttausende von Ingenieuren, Advokaten, Erfindern, Beamten, Offi- zieren nicht ihr Gewissen und ihren Verstand dem Fabri- kanten, dem Bankier, dem Kaufmann verkaufen wollten?" „Die Vergewaltigung in der gegenwärtigen Gesellschaft war nur durch die Unterstützung der Intelligenz möglich. Die Gebildeten, die Männer der Kunst und Wissenschaft dienten bewußt oder unbewußt, als Werkzeug zur Vergewal- tigung der Masten, von deren Arbeit sie selber lebten." „Warten Sie, die ganze Tragik der Situation folgt erst nach! Es tritt der Moment ein, wo die unterdrückte Sklavenmaste sich aus dem Staube erhebt, ihre Ketten zer- reißt, und die schwieligen Hände dem aufgehenden Morgen- rot der Freiheit entgegenstreckt. Und was glauben Sie, daß alle diese ehrwürdigen Priester der Kunst und Wissenschaft nun tun? Sie schlagen Alarm. Sie reichen der Reaktion die Hämmer, welche dazu dienen sollen, von neuem die Masten in Ketten zu schlagen. Es ist aber nicht gelungen. Was wollen Sie denn jetzt, meine Herren, frage ich Sie? Die Arbeitermasten bedürfen mehr denn je der Männer der Wissenschaft und Kunst, da die neu entstehende Kultur ohne das schöpferische Genie einzelner Talente nicht denkbar ist. Sie aber, sie sind von Verderbnis durchsetzt, ihre Kunst ist Gift. Sie. die gewohnt waren, ein Leben von Parasiten zu führen, Sie sind dieser Masten feindlich gesinnt. Jetzt fallt Ihr auf die Knie, nur weil der Magen brummt: haben denn diese Leute nicht das Recht, Euch mit verächtlichem Miß- trauen zu behandeln? Haben sie nicht das Recht, Euch offen an den Kopf zu werfen: erst verleugnet Euch selbst, ver- wandelt Euch innerlich, beweist, daß Ihr unsere aufrichtigen Freunde seid, dann wird auch Euch die gebührende Ehre zuteil, dann wird auch Euch ein Platz angewiesen werden, hier habt Ihr unsere schwielige Hand!" Erregt, mit Schweißtropfen im Gesicht, setzte sich der Bild« Hauer auf seinen Platz zurück. Von allen Seiten wurde er angegriffen, es erhob sich Streit, Geschrei, Eezank. Vor» würfe....., In diesem Lärm schwieg ich. nur ein einziger Gedanke schwirrte mir im Kopfe herum: „Also leide ich nicht allein an dieser Krankheit der Selbst, geringschätzung, der Selbsterniedrigung...-®ci Hunderten. bei Tausenden von gebildeten Menschen ist vielleicht das Gewissen schon erwacht, oder erwacht es eben, es kommt, es wächst eine neue Welle Zärtlich lächele ich über meinen Gedanken. Den 22. November. Wir leben wie im Krieg. Jeden Tag beginnen.� einem, bald in dem anderen Teile der S � �uganhaltende Schießereien, es ertönen Explosionen von Bomben, und dann wird wieder alles still. an..�...«*>...., In der ganzen Stadt gehen von Mund zu Mund schreckliche Gerüchte über Attentate und Rcprestal.en, die gegen die Attentäter angewendet werden.. Die Sache ist nämlich die. daß die sozialistische Regierung alle Schulden der früheren �'erung Frankreich uni Eng- land»Mietiüber annulliert hat und diese Nachricht wurde vom Volke mit großer Freude empfangen. Die Gesamt» summe der Schulden belief sich ungefähr auf vierzig Milliar» den. Ganz offen sprachen die Menschen folgendermaßen: Weshalb sollen wir die Schulden zahlen, die der Zar, die Bande von Großfürsten, die ehemaligen Räuber von Mi» nistern machten, um das Geld für ihre Mätressen, für das kaiserlich- Ballet auszugeben, um den russisch-japanischen Krieg vorzubereiten, um die russische Revolution vom Jahr« 1905 in Blut zu ertranken, um die unerhörte Schlächterei des Weltkrieges zu inszenieren? Liegt denn dem russischen Volk die geringste moralische Verpflichtung für alle diese Schul, den ob?" (Fortsetzung folgt.) jüt die gewerblichen Angestellten der Blumengeschäfte Groß- Berlins abgeschlossen und ist derselbe für den Geltungsbereich der Einheitsgemeiirde Groh-Berlin für allgemein verbindlich erklärt worden. Die allgemein« Verbindlichkeit beginnt mit dem IS. Juni 1920. Damit sind die im Tarifvertrag festgesetzten Lohn- sätze gesetzlich anerkannt und haben all« in den oben erwähnten Betrieben beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmer ein klagbares Recht auf denselben, wenn auch die Lohnsätze nicht allzuhoch sind. Ein Binder verdient nach zweijähriger Lehrzeit 8S M. und nach fünfjähriger Berufstätigkeit 110 M. pro Woche. Für Binderinnen gelten Lohnsätze von 70 bis IIS M. wöchentlich. Für Lernende ist im ersten Lehrjahre ein Lohnsatz von 2S M. im Monat, im zweiten Lehrjahre 100 M. im Monat festgesetzt. Bestehende Lehrverträge find unter Berülksichligung der vereinbarten Sätze entsprechend ab- zuändern. Trotzdem die Arbeitgeber ständig über unersättliche Forderungen der Arbeitnehmerschaft klagen, so wird das Publikum aus den angegebenen Lohnsätzen erkennen können, auf wie küm- merlich« Weise sich die Arbeitnehmerschast im Bindereigewerbe durchschlagen, mutz. Unternähwnrfrcchhett. Wie weit die Frechheit der Unternehmer fetzt geht, zeäat das Benehmen des Inhabers des Restaurants �Wilhelmshof*. Charlottenburg. Dieser, welcher auf die Kund- schaft der breitesten Volksschichten angewiesen ist, lehnt es ab. mit Vertretern der Organisation irgendwie zu verhandeln. Er ergießt sich in ganz agrefsiven Angriffen und Beleidigungen, wie Strolche, unverschämte Kerle und verweist den Leuten sein Saus, trotzdem sie für sich das Recht in Anspruch nehmen, ihre Mitglieder, die n dem Betriebe arbeiten, zu vertreten. Die Arbeiterschaft tut gut, solche Lokale sich ganz besonders genau anzusehen und ihre Handlungsweise solchen Unternebmerfrechheiten gegenüber einzu- richten. Verband der Eastwirtsgehilfen. g«a> ttt Su. 1. n. I. Dieilot-g. noirnltiap� 9 Uhr. ÜTa». »»HIunR der nrffliafm AN'ordlShne fät Z-nu-r und F-biluii 1918. Xref?pun(t, »i-nttlich wt»bau. f Aus den Organisationen 1. MtfrlH. ri-ntn. 3-.IoD(h. 29-24, Vit 7 Uhr,«coeiUtie v-rstand»fitzuug, M Schwrlk-rdt, SIHe Meule OTülIen nuch anwesend fein,—(. Udielluug: Zahl- ..... B«.,.... den 10. rlugust, bei Schirm. Charlattenstr.«. 7 1.««» 5.«Sei». StoaliM, 7 Uhr. Sitzung der Zeitungrlammisst-i,. bei Echwelkardt«tte Iakaill» U 2.»iftrai. Nenet-a. 7 Uhr. Sitzung der palitischeu«»»«Isslau,«nisirtzen- strebe 141 tBamsewerkschuIes... � 9. Distrikt. Montag, 7 Uhr,«oitziands- und«ammlslson-obleutesttzung. Maatz, «erg»aunsir. 97.— rienstaa. 7-W, fianeinfame Vorstands, und Fanllitniär. sttzuna. Schulaula. Vergmonnsti. 28>'.v. Pünktliche, Erscheinen Pslicht. 4. DistrUt. Montag. 7 Uhr. DistrüUskonserenz. in der Schnlaula, Reichenberger S." tiSrilt Montag WS Uhr. AmktlonSrkanfereaa Jm«ewerrsch-ftshan», Saal 5 Di« OblttU* sämtlicher Komiiisianen müssen anwesend sein. Die Bor- stand-mitgliedcr treten Punk« S Uür in der Eteddierhalle zusammen. *. Diitrilt. Montag. 7 Uhr. Socfu, Weaernr. 17, Dtsttiltskanserenz. Hb- tellunaojithrer Vertrloslihrer und Lbleute der KommIItwnen. 9 Dlitiilt.' Montag, 7 Uhr, erweiterte Borstandasttzung, bei Hensel, vätza,»- straste». Di« Obleute werden besonder-- iüngeladen tZ. Distrikt. KenossiNiien. dl« an unserem Auaslage nach Straucha-i-se am M-n> iaa de» 9. tz.. mit ihren«Indern teilnehmen wollen,-treffen sich sil« Uhr, pnnkt- HS' Sei mannplatz. Srnkloiernen und bunte» Zeug kSnnen mitgebracht werben. «inberschuttkommlsstansmiigkieder milssen, sowait sie nicht arbeiten, bar-n teil- nehmen. Mütter, die ihr» Kinder nicht begleiten können, dürfen sich getrost auf die S«nosstn„e« der Klnderlchutz-ammisston verlassen. 12. DisirtN. LUdungskommisston. Dienstag, t Uhr. Sitzung Set Hübner,«nnd,. strotz« lt. 19.«ftrtlt. Montag. 7 Uhr. Annktii-närsttziMg. bei Elle'che. Kopenhagener Stratze 74. 14. Distri«. Montag. 7 Uhr. sflinltionSrr-nsere«.— Dienstag. 7 Uhr. Sitzung dar kommunnten Kommikkian. Beide, bet«aifer, tzistzkowskystr. 94. 14.»nd 1Z. Distrikt. Versammlung der Etternbliräte. Dienstag, 7 Uhr. Schul. aula der Sirmenoichule, Si-ineuistratze. Tageoordnungi Berich! des Lehrer- Men, von der üirrcholchutto-iseren»._.. 15.»strikt. Diktril,»r»ns««n,. Montag. 7 Mr. bei«rüzer. Puttlitzstr. 19. U. DNirtl«. Rät«, mrd»ewerkschastskommisston, lZdenstag, 7 Uhr, im Lokal Sitzung 7 Uhr,»ei R-nuo«». Vrasseker Str. 49. «eltlon Polt und Telrqraphi». Mittwoch füllt der Referentankursus an». Donnerstng, 6 Uhr, Schiillerstran«. tzunktionäiverfammlilblg. Reukülln. Mirnrng, 7 IIb,. Fioltiunssltiung der newn Stadtverordneten im «athans. Sitzunaostral st. KonsEituUinng der g»a«>on. n- Dienstag 6V4 Uhr, gl hu,,»er«r-relts-»nd Äinderichutzk-nnmisstan, Sei»»«ewski. Boddin.. Ecke Isarsiratze.— Dienstag. 7 Uhr. szunttionäivaisammliing im Caal der«indl» Stchtwitera. 6.«ie'kel. Man»»,. 714. Sitznna aller ZiMltionIie und«am- M-�ags? Uhr" V«?shn--'. R-sinenstr. 4, l-mbinierte Sitzung aller sfunktionäre._ Sh-rlotieuiurg. Zrltungskommissian. Dienstag, 7 Uhr, wichiige Sitzung, bei Kussel, WaNstratze. Sch-neberg. Dienstag, 7 Uhr, Sitzung sämtlicher»unktionär«, Neues Rathaus. Geschäftsleitring und Aktionsrat tagen«ine halbe Stunde vorher.— Ifricdcuaa. Dienzrag, 7Vi Uhr, Aunktionärversammlung mit den Schönebeiger Genoisen, Reue» Rathaus.— Die Eenosseu der Räte- und Keworkschastslommissio» trefsen sich am Montan, de» 9. d. Mts., abends 7 Uhr, bei Birnack. Kotbcnstr. 99. Steglitz. Am Montag, den!>. August, 8 Uhr, siudot bei Rangk, Fichtestlatze. Fllnktionäisttzuna statt. Diejenigen Isenoisiune» oder Eenossen, die in de: Lage und gewillt sind, für den lammenden Zablabend ein Reierat zu übernehmen, «erden gebeten, an dieser Sitzung teilzunehmen, wolelbft nähere Informationen gegeben werden. Rcini.kendorf-West. Montag, 7 Uhr, Sitzung der Eeschäftsleitung und sämtlicher Funktionäre, im„Volkshaus. Vanlsw. Montag. 7 Uhr, Funktionärkonferenz im.türkischen Zelt" Breite Str. Treptow-Baumschuleuureg. Montag, 7 Uhr, allgemeine Funktionärsinung, bei N-th-r, Treptow. Kiefholzstr. 9S. �Ab�rs�os. � Montag, 710 Uhr, Sitzung der Frauenarbeit� komm isston, im Lokal Frledrichshagen. Riontag, abend, 0 Uhr. in der Sängerhalle, Sitzung des Voritandc, mit Allionsrat. Ab 7 Uhr, allgemeine Funktionärsitiunz in demselben Lokal. Rahn�eef, WUbelmshnge». Hestenwinlel. Am Montag. 9. 8. ZV. abends S Uhr, bei Krämer Färstenwaldor Str., Funktionärsttzuno. Eine Stunde vorher, um 7 Uhr. Borstandsfitzung. Erschrlnen aller Funktionär« notwendig. Rieberbarntm-Rord. Dicnaiag, Sitzung der Frauen- und Klnderschutzkom- Mission in Pankow, bei Tender, Flora- und tSaillardstr. Ecke, abends 91.- Uhr. Tegel. Mliiiiag, 7>4 Uhr. bei llhltstensenr Erweitert« Sitzung der Kieschästs- lelinna. Zahlabcndleiter find hierzu geladen. ll. S. P.-Tektion, tZastiuirtsengeftellt». Mittwoch, vormittags 10 llbr. Arbeiter- bildungslchuie. Schiiklerftr. 9-0, nntzerordentlicher Zahlvormittag.— Freitag, den 19., findet im Waldschlößchen Sadowa. am Bahnhof, ein Waldfest der Abteilung statt, wozu Freunde,(wmner, Säfte eingeladen find. Verewska!ender Zentrale der Betriebsräte. Betriebsräte der Post und Telegraph!«! Montag, 7 Uhr, Echulaul», Sipsftr. 29a, Versammlung aller Betriebsräte und Obmänner. Taaesordniing: Stellungnahme zur Wahl de» Bezirks-Betriedsrates. Denticher Transportorbeilrr-Verbaud. Branche Einzelhandel, Handelsdi.'sarpclter und-arbeiterinnen. Montag 7>4 Uhr, in den Zentral-Fefisälen lgratzr: vaal), Alte Jakobstr. 92, Branchen. Versammlung. Zcnt'aloeiband""~ Montag, 714 Uhr, Montag, 714 Uhr� Markt, Roienthale? Str. 90. Deutscher«erlmrlfter-Verband. Bezirksverein 20, Fachgruppe 7. Monatsver- fammlung, am 9. August. 7 Uhr. im Rotrkeller. Töpfer. Zu der am Dienstag, den lv, August, im Sewerkichaftshaus. Engelus-r. stattfindenden Versammlung, die fich mit der Anfstellrng der Kandidaten zur Berbandsgcneralversammluno besatzt, werden die Kollegen ausgesorbert. alle zu erscheinen, besonders die Kollegen, die jetzt in anderen Betrictcn beschäftigt find. Klaoterardeiter. Bertrallenamänaer-Versawmlung, Montag, S Uhr, im Reichen- berger Hof, Reichenbergrr Str. 147._ ,, Angestillt« der Wagen» und«arosterlefabrile». Montag. 7 Uhr. in den Mustker- Men, Kaiser-Wilhelm-Stratze 91, Versammlung sämtlicher Angestellten obiger Nreizuhe. Asa. Bund der technischen«nzestellten»nd Beamten. MttgNederversnmmlungcni Wildau, Mouta, 714 Uhr, im«esellschastshauz Zeuthen! Norden 2, Montag. 714 Uhr. im«leinen Schullhcitz, Kastaairnallee 29! Nordwest 7 Dienstag. 7 Uhr, im Rest. Zum Schullheist, Znvalidenstr. 9»! Oranienburg. Dienstag, im Rest. Retchshos, Oranienburg. Bernauer Str. 38. tztngestrllt« der eirldjchranklabrikrn und vaufchlofirreie»! Dienstag, 7 Uhr, im Schnltheig, Neue Jakobstr. 2-i-Zä, Versammlung aller kaufmännischen und techni- schen Angestellten und der Werkmeister, Afa, � SÄntÜche S-trirb« der Metalliiidustri« Hohrn-Schvnhauseu» werden ersucht, Dienrtaa, 4 Uhr, ihren Obmann oder Vertiauensmann nach dem Lokal von Otto Hegne. Berliner Sir, 99, zu delegieren, zwe-k, Feststellung der Anzahl der Ve- schäftigte». um die Ausgabe der Bcrbandszeitung„Deutscher Wrtalliirbeiter" genau der Kommunalen Kommissian, zu kontrollieren, Arbetter-Athletenbvnd, __________________________..________ Montag, 7 Uhr Seneralversammluna>m Restaurant Behrcnd, SO,, Manleufselstr, SS Kreis 4, Erotz-Berlin. Halbjahrs- Doortstenoezei»„Die Rotursreunde", Ortsgruppe Berlin, DI« nördlichen Erup- pen üben die Lolkslün.« zum Arbeiter-Sportfest am Dieustl-g, den 10. August und Freitag, den 19. August, aöends ab 7 Uhr. in der Zuugseruhcide, unweit vom Tegeler Weg, Erscheinen aller Mitglieder ist Pslicht, Alle Sitzungen und Veranstaltungen»et Abteilungen und Eruppen werden für dies« Abende ausge- hoben. Der Vorstand, lurnoerein„Fichte". 7. Männerabteilung, Montag, 7 Uhr, autzerordentlich« Versammlung, bei Rohnk«, Sirünauer Str. 17. A>-bcl«cr-2amartt«r.K-lounr», Berli» e. B. Kolonne Osten: Sonntag, den 8 Uhr, Dienst im Stadion, Lichtenberg, Abmarsch 12 Uhr mittags oom Erün- berger Platz.— Rachpräsung de» Winter-Knrsns, am Montag, 7 Uhr, in der Schule Annenstratze 2, an der Prtnzenstrotzo. Mieteeverbaud ttzioh, Berlin, Ortsgruppe Ireptow-Baumschulenweg, Montag, 8 Uhr, Funktionär-Versammluna, bei Boges, Aaumschulenweg, Banmschulenftr. 14.— Dienstag, 148, öffentliche Versammlung, im Lyzeum, Baumschulenweg. Lebensmittelkalender Kartosseln. Ans Abschnitt 91 der allgemeinen Lebei-mittelkarte der Stadt Tterlin, 129 Er. lose Hasersloiken, Di« Anmeldeahschnilte find vom Montag bi» Donnerstag, den 12, August lS20, bei den Kleinhändlern abzugeben. Auf die Magermilchkarten der Serien l, 2 und 9 i« 14 Liter Meierei-Buttermilch, zum Prell« von 0,(12 M. Ab heute bis auf weiteres auf die El- und E 2-Kart«n, je 14 Liter Vollmilch. Die übrige Beliekerung bleibt unoeräudert. Schöneberg. Bis zum 10, August Voranmeldung für 14 Psd, zuckergesiistt» Marmelade auf Abschnitt 49 der roten und grünen Echöneberger Bezugskarte. Ausgegeben werden in der nächsten Woche neb«, den üblichen Rationen, wie 1900 Er, Brot, 20 Er. Butter, 70 Er. Schmalz, 290 Kr. Fleisch, ä Pfd. Kar- tosseln sbei genügender Zusuhr 7 Pfd.), 29» Er. Maisgrlest auf die Abichnitie 97 und 98 der allgemeinen Lebensmittelkarte, 29« Er. Kunsthonig auf Abschnitt 44 der raten und grünen Cchöneberger Bezugskarte, 9 Bricfchen Sutzstoff auf den Doppelabschnitr 4L der Schöuebeiger Bezngsiart«! ferner Fortsetzung der Ver- teilung von je l Beutel rote Erütz« und Saucenpulver auf den Abschnitt 42 der roten Schöncbcroer Bezugslarte.— Der Abschnitt 47 der roten und grünen Cchöneberger Bezugslarte wird für verfallen erklärt. ------------*......----- stel». jver» .._______________________ August. Speisefett: Butter 2V Er.. Schmalz 7V Gr., aus den rechten Abschnitt 99 der Spciiesetriart«, vom g. bis 19. August. Brot» und Rlehlversorznng, Stichwort „Mittag". Chailottenbnrger rot« Rahrungsmitlelkarte. Reis, 900 Er., auf Ablchnirt 929, oom 0, bis 14. August. Haferflocken, 290 Er., auf Abschnitt 924, vom. 0. bis 14. August. Kunsthonig, 129 Er., auf Abschnitt 929, oom S. bi» 14, August, Reis, üov Er,, auf Abschnitt 920. vom 19. bis 61. August, Haferflocken, 500 Er,, auf«bschnüt 327, vom 13. bis 21. August, Kunfthania, 129 Er., auf Abschnitt 328, oom 13. bis 21. August. Kriegsbeschädigte, dt« 9V Prozent und mehr«rwerbsunsahig und. erhallen für Monat August: je 1 Pfd. Teigwaren, Graupen und 2 Pfd. inlind. Hafernährmittel. Die Bewechtizungskarten zum Empfang der Ware orrciisaabt die zuständige Brotkommissiotzi. Wilmersdorf. Zucker: 979 Er. ans 04. Speisefett: Eemätz besonderer Bekannt» machung. hajerslocken(lose):>29 Er. aus 98. Voranmeldnna für den Bezug von Kindergerstenmehl für Kinder im l. und 9. Lebensjahre. Für Kriegsbeschädiate, von 90 Prozent Erwerbsunfähigkeit und darüber: Nährmittel: 4 Pfd. A. Für werdende Müller: Nährmittel: 4 Pfd. Trockenganzei: 90 bi» 200 Er. Malz- citrakt: l Dose, Kondensmilch: 9 Dosen lnur im 4. bi»«inschlictzlich 8, Monat). B, Für stillende Mütter: Nährmittel: 2 Pfd. Trockenganzei: 2» bi» 20» Er. Malzertrnlt: 1 Dos«, Weitzense«. Abschnitt 37— 40 der allgemeinen Lebensmittelkarte, je 129 Er. Hafer» flocken, in lu-Pfd.-Paäungen. Abschnitt 1» der rote» Sonderkarte, 2 Psd. Buch» weiienmehl. 9 Pfd. Kirtoffeln, Lichtenberg. Voranmeldung dt, zum 11, August: 129 Er. Haferflocken ans Abschnitt 40, 250 Et. Kunsthonig aus Abschnitt 41 der gemeinsamen Lebensmittel- karte. Auf die Abschnitt« 99a b. c, d, e, f und g der Kartosselkart« 7 Pfd. Kartossel» zum Preise von 50 Ps. für da- Pfd., in den stSMischcu VeikvufssteUcn. Retuickeudors. 1 Vollheiing aus Abschnitt 248 der grünen Lebensmittcllarte. 9 Pfd. Kartoffeln auf Abschnitt 99 a—« der Reinick-ndaiser Kartas sclkarte. 20 Er. Buiier aus AdschnitI 92 der Cpeisefettkarl«. 10» Er. Schmalz auf Abschnitt 92 der Svetsesettkarte, 1000 Cir. Brot auf die Brotkarte mit dem Stichwort„Mittag". Di« aus Kinderkari« E als kindernahruna auszugebenden Haselslocken, find in Paketen a 290 Er., resp, 500 Er. verpackt.— Aus Abschnitt 249 der grünen Lebensmittelkarte der Eemrinde Beilin-Reintckendorf, entfällt:? Pakete Riilch- Intzspeise, 14 Pfd. Kunsthonig, Die beiretfeuden Abschnitte find bi, Dienstag, den 10. d. Mts., bei den Händlern und in den amtlichen Verkaufsstellen abzu» geben. Auf den Augustabschnitt der Kindelkarte A. B und E gelangen ab >0. 8. 20, in den amtlichen Verkanssstellen und den Kosumgcnossenschaflcn, folgend« Waren zur Ausgab«: Karte A: 2 Pakete Zwiebacks 14 Psd. Eiciefi, 1?!d. Eerstenmehl, Kart« B: 14 Pfd. Derstenmehl i. Pak., 14 Psd. Haserle i 9 Pakete Milchsützspeise. Kart« E: 1 Pfd. Eerstenmehl, lofe, 14 Pfd. Saga, 1 Psd, -'N. Britz. Erotz-Berliuer Lebensmittelkarte, Abschnitt 44, grau: 900 Er. Haferflocke», Abschnitt 4t, grün: 500 Er. Marmelade. Durch die Berkaussstell«, Kart« für KriegsbeichSdigte, Woche 99: 900 Er. Sag»,«arte für w«rd-nd« Mütter und Kinder, Woche 99: 250 Er. Kindergerstenmehl, l2S Er. Zwieback. Mitchkart« B und E 1 und 2: 129 Gramm Zwieback. Erofi-Berliner Lebensmittelkarte, Abschnitt 45, grün: 1 Dose Malzcrtrakt, 1 Psd. sein«, ar. Delikat.-Erbse», 1 Pfd. Linse», 1 Psd, Reis, 1 Psd. Lohnen. 1 Pfd. Chrup, Kartossellarte, Ab- schnitt 99 a-«: 5 Pfd,«artosseln, Abschnitt 99 f und g je 9 Psd, Kartosfrl». Brotkarte„Mittag". Alt-Elicuicke. Zu der Weche vom 0.— 19 August 1020 werden verausgabt: auf Abschnitt 159 der Lebrnsmittelkarte. 250 Er. Kartofselstarkemehl, 290 Er, Rinder- talg,(157) 500 Er. Maisslocken, 900 Er, Haferflocken,(158) 500 Er. Mariaelad«. 250 Er, Reis,(150) 250 Er, Küchenmeht, Auf Näbrmittelkarten(99, Woche) 250 Er, Erietz oder 250 Er, Kindergerstenmehl. Kinder bis 2 Jahre erhallen 1 Paket Zwieback. Für Kriegsbeschädigte 500 Er, Buchweizengrütze, 250 Er. Rudeln, Für alte Leute 500 Er, Sago. 1 Paket Zwieback. 1 Patei Miichsütz- speise. Für werdende Mütter auf Wochenkart« Woche 1: 900 Er. Serstenflocken, 250 Cr. Crtefi. 250 Er. Krankenmehl, 250 Er. Eraupenmehl.., Pankow. Für die Zeit vom 2. bis 8. August 1920 wird auf die Reichssleisch» karte bezirksweise inländische» Frlschsleisch z» den bekannten Kleinoerkanispreisen »der ausländische, Eesrlerslctsch. zum Preis« von 9,59 M. für 600 Er, av»- gegeöen, Autzcrdem wird«in kleiner Posten Wurst, zum Preise von 0 M. sur 900 Er. verausgabt. Zuständig sind von alle» Fleischkarte» 290 Er. al, Wochen- �Erüna». Auf Abschnitt 99(oben) der Speisefettkarte: 20«r. Butter und 70 Er. Schmal,. Alls Abschnitt 99(unten) der Sp-isel«ttkart« 150 Er. Cchmalz. Weiter gelangen am Freitag, den 19. August, in den Eefchästen zur Ausgabe: auf Abschnitt 44 der Eemeindekarte: 290 Er. Haferflocken und 2 Suppenwürfel. Verantwortlich für die Redaktian: Em II R-b-ld, Berlin, verantwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Komeriner,«arlsboickt.««rlag»- genoslenschast Freiheit" E. m. 6. H.. Berlin.- Druck der �rreiheat'-Druckeret E. m. b. H., Berlin C. 2. Breite Stratze Ä). 2likne» u. 7 Mk. mit frleöenskoutzckuk 5 Söhre sdirlfillche Snrantle. Zahnziehen mit Betckubung bei Bestellung von Scblssen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zflhne ohne Säumen, k« timuspreise. Zahn-Praxis Hatvani, om�r str. i. Saison-Ausverkauf Trotz unserer erstaunlich billigen Verkaufspreise stellen wir unsere gesamten Sommervorrate zu noch weiter ermäßigten preisen zum vollständigen Ausverkauf. 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