Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Freitag, den 13. August 1920 Nummer 328- Morgen-Ausgabe worden»«nd nach�ttay«, Sonntag« und Montag» nur Eie achtgefp alten«»v«p«eillezeile od« deren«am» kostet 5,— einschliehNch tn«« Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung in» Haus für Groß-Berlin Teuerungsznschlag. Kleine Anzeigen; Da» fettgedruckte Wort 2,— TO«,?ede« wtiLiiM � voraus zahlbar, von der Spedilion selbst abgeholt 8,50 M. Für Post- ann einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Ameisen lam�aru. sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband: FomtBett�fatzcigpi und Stellen-Gesuche 3,20 W. netto pro Zeile. vqogen für Deutschland und Oesterreich 16,50 W.. für da» übrige Ausland 21.50 Al. 01 Wort-Anzeigen: da, fettgedruckte Wort 1,80 M., jede» weitere Wott I»— Al. �«z»»«W.«d«-«_ X dar.«-w«»- Mm m>. au,«U«U ua. berliner-Orgon bPt VnafiMiwIßai SctfMömoFntüe SMttfcOIanöa Englisch- französische Spannung Neue Verwickelungen Dadurch, daß sich Frankreich amtlich hinter den gegen- revolutionären General W r a n g e l gestellt hat, ist die europäische Eesamtlage aufs neue kompliziert und verschärft worden. Bei der englischen Regierung hat der franzofische Beschluß, wie Lloyd George sich ausdrückt. U e b e r- raschungundBesorgnis hervorgerufen. Man emp- findet das Verhalten Millerands als einen Verstoß wider die Abmachungen von Hythe und als einen hinterhältigen Bruch mit der Politik des gemeinsamen Auftretens in den Ost- fragen. Wie ernst die amtlichen Stellen in London die Dinge beurteilen, geht daraus hervor, daß sowohl der König wie der Ministerpräsident Lloyd George ihre Reiseplane aufgegeben haben und daß das Parlament, das am Freitag in die Ferien gehen sollte, vorläufig weiter tagt. Die Abneigung Frankreichs gegen die Vermittlutws. und Verständigungsversuche Lloyd Georges war ja längst offen- kundig. Aber die brüske Art, mit der es sich von seinem Per- Kündeten trennt und eigene Wege geht, muß doch in Er- staunen setzen. Es spielt auf alle Fälle ein sehr gefährliches Spiel, dessen Folgen sich unter Umständen nicht nur im Osten, sondern auch anderswo bemerkbar machen werden. Ver- gesten wir nicht, daß Frankreich auch in seiner Politik gegen- über Deutschland bisher in hohem Maße von der eng- lischen Unterstützung abhängig war. Es rst von seinem Standpunkt aus gesehen ein Wahnwitz, diese Rückendeckung zu gefährden, ein Wahnwitz, der sich nur aus der namenlosen Angst der französischen Bourgeoisie vor dem Sozialismus und aus ihrem brennenden Wunsch, doch noch wieder in den Ge- nutz der Zinsen für die dem zaristischen Rußland vor- gestreckten Milliarden zu gelangen, erklären läßt. Trotzdem werde» wir uns hüten müsten, nun voreilige Hoffnungen auf einen endgültigen Bruch zwischen den Alliier- ten zu setzen, und vor allem dürfen wir den Gedanken nicht aufkommen lassen, als biete sich Deutschland jetzt eine Gelegenheit, irgendwie mit Frankreich abzu- rechnen. Es wäre verständlich, wenn sich auch hier und da in der Arbeiterschaft das Gefühl regte, man könne und müste nun einem Lande, besten herrschende Klaste so offensichtlich die Partei der Gegenrevolution ergreift, an der Seite der Bolschewiki mit militärischen Mitteln einen vernichtenden Schlag zufügen. Aber wir dürfen nicht auheracht lasten, daß jede derartige Regung von den deutschen Nationalisten aufgegriffen wird, um ste in i h r e m Jntereste, im Zntereste der Entfachung einer Revanchestimmung gegen Frank- reich, zu benutzen. Die Cowjetregieruna wird, gestützt auf die Evmpathien der internationalen Arbeiterklaste und auf den todesmutigen Abwehrkampf der russische« Arbeiter und Bauern, mit dem General Wrangel fertig werden ganz ohne Rücksicht auf die mehr oder weniger moralische Unterstützung, die er von der französischen Republik erhält und Millerand und seinen nationalen Block können wir um so eher den französischen Arbeitern überlasten, als die Trübung der Be- Ziehungen zu England ihre Stellung stärke« muß. London, 12. August. Die Rote der ftanMschen Regierung an General Wrangel. worin dessen Regierung anerkannt wird, war von Milletand vor- <>ereitet und vom Kabinett gebilligt. Der Berichterstatter des .-ceuterschchr Bureaus hat im französischen Au&enministerium er- tcthm, das) die Vermutung der englischen Presse, das Personal oes Auhenministeriums habe die Politik der ftanzösischen Regie- rung durchkreuzt, unbegründet ist. � London. 12. August. Wie Reuter aus Paris meldet, hat der englische Geschäftsträger heute eine Note der englischen Regierung an das Ministerium des Aeugern Ubergeben. Gegenwärtig sind Besprechungen zwischen delden Legierungen im Gange über die entstandenen Meinungs- ftmmem�eit Mcht verhbch����� � freundschaftlichen Zu- Die Schreckensherrschaft in Polen Noch immer die Aera Daczynski In den letzten zwei Wochen haben die Represtalien gegen die Arbeiterklaste Polens alle Grenzen überschritten. Es find sogar eine Anzahl Mitglieder der Arbeitergenosten- schaften und eine Reihe von Stadtverordneten des Jüdischen Arbeiterbundes verhaftet morden. Die Hauptenergie jedoch richtet sich nach wie vor gegen die Kommunisten. Die Ee- fännnistc sind in ganz Polen buchstäblich mit wirklichen oder crnaeblichen Kommunisten uberfällt. Vor kurzem wurden einiae hundert kommunisttsche Gefangene plötzlich in Ketten aeleot und unter entsetzlichen Bedingungen aus Warschau und Lodz in die Konzentrationslager bei Wronke(bei Posen) und in Dombie übergeführt. Die Lebensbedingungen in diesen Laaern sind furchtbar. Die Behandlung de? Ee- sanaenen ist schlimmer als w den Zuchthäusern: Be- ichiuwfunaen Sch äge. Hunger stnd hier eme stehende Ein- Konzentrationslager in Dombie herrschen epidemische Krankheiten. Schlimmer als alles ist jedoch, dast die kleinbürgerlichen Philister in Posen und Ealizien durch eine gewissenlose Prestehetze und durch unsinnige Legenden, die über die Kommunisten verbreitet werden, so fanatifiert und oerhetzt stnd, daß man ernstlich um das Leben der Gefangenen besorgt sein muß. Alle diese furchtbaren Zustände werden nach wie vor von einer Regierung geduldet, in der der Vertreter einer Partei, die stch als s o z i a l i st i s ch e Partei bezeichnet, eine führende Rolle spielt. Wie man sich auch zu dem russisch-polnischen Krieg stellen mag. muß man sein Erstaunen ausdrücken, weniger über den moralischen Fall, als über die p o l i t i s ch e Naivität jener Leute, die auf die Unterstützung der öffent- ichen Meinung der europäischen Arbeiterklasse rechnen und ich zu gleicher Zeit durch derartige himmelschreiende Tat- ächen entehren. Amerika gegen die Anerkennung der Räteregierung TU. Pari», 12. August. Der„Matiu" berichtet au» London: Die Rote der Washingtoner Regierung kam gestern in London an. Diese Rote ist an de« italienischen Botschafter gerichtet und ist die Antwort auf eine An- frage der italienischen Regierung an die amerikanische Regierung in der Polenfrage. Die Rote erklärt, daß die Regierung von Washington an einen sreien und autonomen Polenstaat glaubt und daß da« Volk der Bereinigte« Staaten die Aufrechterhaltung der polnischen Unabhängigkeit und der territorialen Integrität Polens wünscht. Di« amerikanische Reglernng wünscht nicht an irgend einem Projekt teilzunehmen, da» die Waftenstillstandsver- Handlungen in«ine europäische Konserenz umzuwandeln versucht. Aller WahrscheinNchkeit nach hätte ein solcher versuch das Gr- gebnis, die Anerkennung des bolschewistischen Regimes und die fast unvermeidliche Regelung des russischen Problems auf der Basis eines zerstückelten Rußlands nach sich zu ziehen. Die ruffifch-polnifchen Verhandlungen Kopenhagen, 12. August. Ritzaus Bureau erfährt aus hiesiger russischer Quelle: Der Ler- treter des russischen Kommandos wartete am S. d. Mts. vergebens an der russischen Grenze auf die polnische Delegation. Es kam weder eine Delegation noch irgend eine Meldung aus Warschau. Der russische Vertreter wartet andauernd auf das Eintreffen der polnischen Delegation. Bei der polnischen Regierung ist durch drahtloses Telegramm angefragt worden, wann die polnischen Delegierten erwartet werden können. London, 12. August.(Reuter.) Lloyd George hat in der Angelegenheit der Verzögerung des Minsker Kongrestes einen Brief an Kamenew geschrieben. Er spricht darin die Hoffnung aus, daß sofortige Weisungen wegen der Durchreise der polnischen Delegierten nach Minsk und über die Entgegennahme polnischer Mitteilungen durch die russischen drahtlosen Stationen erteilt werden. Die ständige Weigerung Moskaus, Mitteilungen aus Warschau entgegen zu nehmen, sei einer friedlichen und schnellen Lösung der Krise nicht förderlich. Die Heeresberichte (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".) Kopenhagen. 12. August. Der russische Heeresbericht vom 11. August meldet: In Richtung Plock Kämpfe um den Besitz der Stadt M l a w a. Am g. August besetzten wir die Städte C i e ch a n o w und M a k o w. Wir machten dabei große Kriegsbeute. Südlich davon erreichten wir den Fluß Orschitz. Zwischen dem Narew und dem Bug drängen unsere Truppen den Gegner nach Westen zurück. Weiter südlich rücken wir zum Nuretzflusse vor. Am 10. August besetzten wir die Stadt Radzymin. Nach hartnäckigen Kämpfen wurde am 9. August Wladawa besetzt. Im Abschnitt Wladimir— Wolynski besetzten unsere Truppen die Stadt Wladimir— Wolynski und setzten ihren Vormarsch fort. Im Abschnitt Brody erbeutete unsere Kavallerie ein Geschütz. Im Abschnitt Terespol— Butschatsch dräng- ten unsere Truppen den Feind zurück, machten Gefangene und er- beuteten ein Geschütz und Maschinengewehre. Paris, 12. August. Der polnische Heeresbericht vom 11. August meldet: Im nörd- lichen Abschnitt unserer Front sind hartnäckige Angriffe des Fein- des, der um jeden Preis uns von P u l t u 1 k zu verdrängen sucht, abgewiesen worden. Auch im Abschnitte der Gruppe des Generals Zeligowski finden schwere Kämpfe statt, doch wird der starke fcind- liche Druck zurückgewiesen. Im Zentrum der Front verlief der gestrige Tag ohne bedeutendere Kampftätigkeit. Im Südabschnitt verstärkte Tätigkeit der Kavalleriearmee Budenays. die nach der letzten Niederlage stch wiader ergänzt hat. Unsere vorderen Ad- teilungen konnten bis Radsienkow und Chlosewo vor- dringen. Unsere Gegenaktion ist im Gange. Feindliche Angriffe im Abschnitt Gorodyschtsche und Thodafchkow wurden blutig abgewiesen. Die ukrainischen Abteilungen, die vorUber- gehend an der Strypa zurückgegangen waren, bemächtigten sich wieder-des«rfgegebenen Gebiet»»,«5"V- Gründungsfieber Ein tolles Durcheinander herrscht scheinbar in der kapita- listischen Wirtschaft Deutschlands. Wir hören von Be« triebsstillegungen, von Produktionseinschränkungen, von Kapitalsvermehrüng, von Kapitalsverwässerung, von Zu- sammenfastung der Betriebe, von Verbindungen großer Un- ternehmungen, von der Beteiligung ausländischen Kapitals an der deutschen Industrie, von Niederlastungen ausländischer Unternehmungen in Deutschland. In der kapitalistischen Welt scheint alles durcheinander zu gehen. Und so ist es er» klärlich, daß vielfach die Auffassung sich bilden kann, als ob die kapitalistische Wirtschaft Deutschlands vor dem Zu- sammenbruch stehe. Wer jedoch genauer hinsieht, der wird bald feststellen können, daß der deutsche Kapitalismus noch längst nicht gewillt ist, vor der ihn bedrängenden sozialen Revolution freiwillig die Waffen zu strecken und sich im Gegenteil anschickt, seine Interessengebiete aufs äußerste aus- zudehnen und zu verteidigen. Was uns bei den erwähnten Erscheinungen des wirtschaftlichen Lebens planlos und wider- spruchsvoll erscheint, das entspricht zwar der Anarchie, die in der kapitalistischen Produktion herrscht; zugleich aber werden sie von den Gesetzen gelenkt, die die Entwicklung des Kapita* lismus bestimmen. Der Ausgang des Krieges hat der d e u t s ch e n S ch w e r- industrie emes erheblichen Teiles ihrer einheimischen Rohstoffquellen beraubt; zudem wurde die Einsuhr ausländischer Rohstoffe durch den Mangel an Transport- räum und durch die Entwertung der deutschen Geldzeichen erschwert. Die Inflation, die Aufblähung der deutschen Geld- zeichen, machte eine sprunghafte Erhöhung des Kapitals not- wendig; zugleich verhinderte sie den rationellen Ausbau der Betriebe und die Erweiterung der Produktivnsmöglichteiten. Durch die Abtretung der lothringischen und saarländischen Besitzungen dekamen eine Anzahl rheinisch-westfäMcher Groß- firmen, wie Stinnes, Thyssen, Stumm, Klöckner, Wolf, riesige flüssige Kapitalien in die Hand, die sie zum Ankauf und zur Angliederung anderer Unternehmungen benutzten. Wir sehen, wie Stinnes seinen Einfluß auf alle möglichen Arten der Industrie und des Handels auedehnen konnte. Die Fa- milie Stumm kontrolliert in bunter Folge Bergwerke. Hoch- öfen, Walzwerke, Metallgießereien, Bauunternehmungen. Automobilfabriken und Schiffswerften. Gelsenkirchen und riesenhaftem Ausmaß. Krupp geht zum. licher Maschinen über und gliedert sich bereits bestehende Un- ternehmungen dieser Art an. Händlerfirmen kaufen Berg- werke, Hütten und Eisenerzgruben. Eroßbrauereien ver- schmelzen sich miteinander oder fusionieren sich mit Unter- nehmnngen der Spritindustrie. Diese Verschmelzungen und Konzentrierun- gen greifen aber über Deutschlands Grenzen hinaus. Amerikanisches Kapital beteiligt sich an den Elektro- konzernen; um die Aktiengesellschaft Sichel in Mainz bildet stch ein deutsch-belgisch-schweizerischer Industrie- und Handels- trust; die deutschen Metallgesellschaften schließen Verein- barungen mit überseeischen Firmen ab; die Hamburg— Amerika-Linle und der Norddeutsche Lloyd verbrüdern sich mit dem amerikanischen Reederkapital; französische Jnter- essenten suchen Betätigung in der deutschen Bergwerks- industrie. Mehrere Ereignisse auf diesem Gebiet aus der jüngste» Zeit erfordern unsere besondere Aufmerksamkeit. So hat die Phönix-Aktiengesellschaft, eines der größten Montanunternehmungen in Nhernland-Westfalen. einen größeren Aktienposten der Reiher st iegwerft in Ham- bürg erworben, wodurch sie einen außerordentlich großen Einfluß auf dieses Werk gewinnt. Schon vor dem Kriege hatte sich Krupp die Kontrolle über die Germaniawerft in Ki-s ,,nN Di-Iitscki-Luremburo über die Nordseewerke in die Deutsche Werst A.-G. gegrllnver.«w» 5?warb Thyssen den Bremer Vulkan und die Flensburaer w ftfrrna Stumm dw Freerichswerft egv ;on m durch'den�Verlust der deutschen Handelsflotte sind ihr soviel Aufträge für Neubauten zugefloffen. daß deren Bewältigung eine aanze Reihe von Jahren erfordert. Es fehlt ihr ebenso wie den anderen Werften an Schlffsbaustahl, den die deutsche ver�ultrie M.Zeit� nicht fügend ckfem kann;'?e in Emden. Die Bervinoung«"..t"'-- s--...... Reiherstiegwerft hat aber noch größere Bedeutung als die eben genannten Vereinigungen. Die Relherstlegwerft ist arönte deutsche Werftunternchmen, triege die Ozeanriesen gebaut, dem e Schwerindustrie Zur �eu u*""#*1'"»ieictn rann;|te wäre gezwungen, sich M b�rachtlichen Preisen aus Amerika kommen z» lassen. Die Phomx-A.-E. ist nunmehr in der Lage, die Relberstiegwerft mit diesem Material zu versorgen: damit sichert sie sich zugleich einen gewaltigen Auf- tragsbestand. der infolge des Bedarfs an Handelsschiffen von Konjunkturschwankungen kaum betroffen werden dürfte und auf viele Jahre einen erheblichen und sicheren Gewin» i»! Aussicht stellt. Eine bemerkenswerte Verbindung ist in diesen Tagen zwischen der'»ndiytrie Ost- und Westdeutschlands zustande«� gekommen.'Die Ch arlottenhü t t e i» Niederschelden Kreis Siegen, hat die Aktienmehrheit der oberschleftschen Bismarckhütte erworben. Beide Unternehmungen ge- hören zu den größten ihrer Art in ihren Bezirken. Die Bis- marckhütte hatte sich schon früher die westfälischen Stahlwerke m Bochum angegliedert, die im Siegerland zwei Hochöfen und eine Elsenerzgrube besitzt. Nach dem Siegerlande greifen auch noch andere Erotzindustrielle hinüber. So hat sich in Wetzlar ein neues Eemeinschaftswerk gebildet, die Buderus-Röchling-A.-E. mit 30 Millionen Mark Kapital, das aus den Buderusschen Eisenwerken in Wetzlar und dem Stahlwerk Röchling in Dorsten(Westfalen) besteht. «w>5« ct"i0er Zeit ist in Hamburg die deutsche„Amstea A.-E. als Zweigunternehmen einer Berliner Zentralgesell- schaft gleichen Namens gegründet worden. Diese Gesellschaft soll, wie der Handelspresse aus Aufsichtsratskreisen mitgeteilt worden ist, die amerikanische Stahleinfuhr nach Deutschland fordern und in mindestens gleichem Matze die deutsche Aus- fuhr, besonders von technischen Erzeugniffen, nach Amerika und anderen Erdteilen unterstützen. Die„Amstea" ist die europäische Vertretung dreier amerikanischer Kon- zerne, nämlich der American Steel Export-Company, der Automotive Products Corporation und der Eaft European Trading Company. Diese drei Konzerne sollen 65 der be- deutendsten amerikanischen Stahlwerke, Automobilfabriken. Landwirtschafts- und andere Maschinenfabriken hinter sich haben. Nach Europa sollen Halb- und Fertigfabrikate ein- geführt und Rohstoffe für den Veredelungsverkehr geliefert werden, für die Ausfuhr aus Deutschland sollen die Erzeug- nisse in Betracht kommen, die hier besser oder billiger zu be- schaffen sind. Die Beziehungen der„Amstea" zu den ameri- kanischen Gesellschaften sollen sie befähigen, unter Ausnutzung der seit langem bestehenden Geschäfts-, Transport- und Finanzorganisationen der amerikanischen Trusts den Export geeigneter deutscher Jndustrieerzeugnisse nach Nord- und Süd- amerika sowie nach Japan und China zu fördern. Die ameri- kanischen Gruppen befassen sich heute schon mit der Verwer- tung wichtiger deutscher Schutzrechte in den Vereinigten Staaten. Die„Amstea" hat Zweigniederlassungen in Danzig, Dresden. Essen. München. Düsseldorf und Dortmund. Das Nordseegebiet mit Ausnahme der Elbe ist der von den größten Bremer Reedereien und Banken gegründeten Handelsgesell- schaft„Merkator"in Bremen übertragen worden. Die Ham- burger„Amstea" soll außer dem Hamburger und Elbegebiet noch Hannover. Schleswig-Holltein undDänisch-Zütland. ferner beide Mecklenburg und voraussichtlich über See die Canari- schen Inseln und Madeira bearbeiten. Es sollen bereits sehr bedeutende Abschlüsse für die Ein- und für die Ausfuhr zu- stände gekommen sein. Wenn alle diese Ankündigungen ver- wirklicht werden, so haben wir es mit einem Industrie- und Handelstrust zu tun. dessen Ausdehnung alle bisherigen Un- ternehmungen auf diesem Gebiet übertrifft. So sehen wir, wie hinter dem scheinbaren Durcheinander in der kapitalistischen Welt das eine Streben immer stärker hervortritt, die Produktion zusammenzufassen, den Produk- tionsprozetz unter Ucberwindung der durch den Krieg ge- schaffenen Schwierigkeiten immer mehr zu erweitern, die Kon- zentration des Kapitals immer schneller durchzuführen. Die kapitalistischen Mächte glauben, daß das alles nur zu ihrem eigenen Besten geschieht i wir aber wissen, datz der Kapitalis- mus sich mit seiner gegenwärtigen fieberhaften Tätigkeit das eigene Grab schaufelt. Ze mehr die Konzentration des Kapitals fortschreitet, je eifriger das Kapital dabei ist, die Produktionsmethoden zu vervoMommnen und zu vereinfachen, je intensiver der kapitalistische Produktionsprozeß "Mrd, umfoschnellerschreitetdiesozialeRevo- lutionfort.umso eher kommt der Zeitpunkt, an dem das Proletariat mit der Eroberung der politischen Macht zugleich die Umgestaltung der anarchistischen kapitalistischen Prvduk- tionsweise in eine planmäßige sozialistische Be- dar fs Wirtschaft vornehmen kann. Von der Energie und Tatkraft der arbeitenden Massen, von ihrer organisato- rischen Geschlossenheit und geistigen Reife wird es abhängen, daß dieser Zeitpunkt so schnell wie möglich eintritt. Nicht fatalistisches Vertrauen auf die„selbsttätige" geschichtliche Evolution, sondern Erkenntnis dieser Entwicklung und bewußte Willensanspannung zur Beschleunigung dieser Entwicklung— das sind die Parolen, die das revo- lutionäre Proletariat gegenüber dem tollen Durcheinander der kapitalistischen Welt einzuhalten hat. Protest der franzöfischen Sozialisten Die„H u m a n i t e" findet keine Worte für die Tat der fran- zöfischen Regierung. Sie schreibt: In Paris gibt es Menschen, die einen Frieden zwischen Polen und Rußland verhindern wollen, um Polen zum Widerstand aufzureizen und es zu Grabe zu ge- leiten, weil sie das sozialistische Proletariat hassen. Sie haben dazu einen Krieg nötig. Die Anerkennung des Abenteurers. Wrangel bedeutet, daß Frankreich, das in den vergangenen zwei Jahren auf allen russischen Schlachtfeldern geschlagen wurde und soeben auf der Konferenz von Hythe soviel Unheil erfuhr, nach einer Revanche sucht.„Petit Parisien" meldet, daß die englische Regierung sich darüber beNage, die sranzösische Regierung habe ihr die Anerkennung Wrangels nicht angekündigt. Es könne sich hier jedoch nur um ein« unwichtige Verzögerung handeln, denn die französische Botschaft in London sei telegraphisch von dem Auf- trag verständigt worden, dir Nachricht dem Sovereign Office mit- zuteilen. Ein Funkspruch an die deutsche Negierung SN. Haag, 12. August. Moskau entsendet folgenden Funkspruch: Sehr dringend Berlin. Dr. Simons, Auswärtiges Amt. Es ist uns sehr dringend, zu erfahren, ob die polnischen Truppen, die sich ini Abstimmunge- gebiet zusammenziehen, interniert und entwaffnet werden. Wir bitten dringend die deutsche Regierung um sofortige Rückäuße- rung. Moskau, Volkskommissar des Auswärtigen Die Forderungen der schwedischen Linkssozialisten Stockholm. 11. August. Laut„Politiken" nahm gestern eine große Versammlung schwe- discher Iungsozialisten in Stockholm eine Resolution an, in welcher die schwedische Regierung aufgefordert wird, für den Fall eines Konfliktes zwischen der Entente und Sowjetrußland eine bestimmte und unbedingte Neutralitätserklärung abzugeben, außerdem wird sofortige Anknüpfung von Handels- beziehungen und diplomatischer Verbindung mit Sowjetrußland verlangt. Die Haltung Italiens DA. Basel. 11. August. Wie die„Basler Nachrichten" aus zuverlässigster Quelle er- fahrön, hat Italien in Paris und London in deutlichster Weise erklärt, daß es sich an keinen Maßnahmen gegen Ruß- land beteiligen werde. Noch darüber hinaus hat die ita- lienische Regierung die Kabinette von London und Paris wissen lassen, daß sie keine Truppentransporte durch Italien gestatten werde, Die Harmlosen Reichswehrbrigade 4 und Staatskommissar Weißmann Das Reichswehrministerium versucht in verzweifelter Ab- wehr die unangenehme Magdeburger Spitzelgeschichte von sich abzuschütteln. Es ist gar zu peinlich, daß gleichzeitig mit der Aufdeckung dieses ungeheuren Schwindelinstituts die Beteiligung der Reichswehrbrigade 4 ein- wandfrei durch die Ermittelungen des Oberpräsidiums nach- gewiesen ist. Da man nicht leugnen kann, sucht man nach Mitschuldigen. Das Reichswehrministerium scheut sich des- halb nicht, sich damit zu entschuldigen, daß ja auch der Ober- Präsident die Spitzelberichte des Herrn Ziesenitz benutzt habe. Aber darum handelt es sich gar nicht, sondern darum, daß nachgewiesen ist, datz die Reichswehrbrigade 4einebefon- dere Spitzelabteilung mit Kundschaftern und einer ausgebildeten Organisation unterhält. Zu diesen Fest- stellungen schweigt das Reichswehrministerium bezeichnender- weise, obwohl der Reichswehrminister mehrmals. öffentliche Erklärungen abgegeben hat, daß die Nachrichtenstellen im Reichswehrministerium und bei dem Reichswehrkommando, die sich lediglich mit Spitzelarbeit beschäftigten, endlich-er- schwinden sollen, obwohl im Etat des Reichswehrministeriums keinerlei Mittel mehr für diese Institutionen ausgeworfen sind, so haben es die Herren Offiziere doch glänzend ver- standen, diese Schwindelfabriken weiter in Betrieb zu halten. Der Truppenbefehlshaber hatte die Pflicht, gewisse Nach- richten einzuziehen, um sich über die politischen Vorgänge zu orientieren, so begründet man neuerdings das Weilerwirken der Nachrichtenstellen. Wir find begierig, was der Reichs- wehrminister im Reichstag zur Rechtfertigung dieser geradezu unerhörten Prellerei des Parlaments sagen wird. Der Truppenbefehlshaber beauftragt einen Offizier seines Stabes mit dieser Nachrichtenbeschaffung, und dieser arbeitet dann lustig mit Kundschaftern und Spitzeln drauflos, wie es das Magdeburger Beispiel zeigt. Wir wissen sehr wohl, daß die Kenntnisse des Herrn Geßler im Reichswehrministerium nicht weiter reichen als die vier Wände seines Arbeitsraumes, aber wenn er nicht nach aller- höchstem Vorbilde bereits fertig ausgeschnittene Zeitungen in die Hand bekommt, so müßte er doch ab und zu einmal stutzig werden über die Frechheit, mit der seine geheimen und nicht geheimen Nachrichtenstellen die Oeffentlichkeit zu be- lügen suchen. Eine nicht minder seltsame Rolle in dieser Spitzelaffäre spielt der Herr Staatskommissar Weitzmann. Es ist wirklich ein tragisches Schicksal, daß er bei allen Dingen. die über sein Ressort in die Oeffentlichkeit dringen, in höchst zweideutigem Lichte erscheint. Die„Posfische Zeitung" mel- dete gestern nach Informationen, die offenbar aus dem Ober- Präsidium in Magdeburg stammten, daß Herr Weitzmann es abgelehnt habe, die Berliner Zentrale der Spitzelorgani- sation, die unter der Leitung des Herrn Becker steht, aus- zuheben, ja, daß er auch abgelehnt habe, einem Kriminal- kommissar aus Magdeburg die Untersuchung dieser An- gelegenheit in Berlin in die Hand zu geben. Die Erklärung des Herrn Staatskommissars, daß der Oberpräsident das Material zu früh in die Oeffentlichkeit gebracht habe, so daß nach der Veröffentlichung eine Untersuchung in Berlin zweck- los gewesen sei, ist eine höck>ft seltsame Ausrede. Bisher war es gerade in jenen Dienstzweigen, die dem Staats- kommissar unterstehen, Gesetz, eine Angelegenheit, die reaktiv- näre Umtriebe vermuten ließ, immer erst dann energisch zu untersuchen, wenn das gesamte Material veröffentlicht war. Da ohne Zweifel der Staatskommissar von der Aushebung der Magdeburger Spitzelzentrale eher Kenntnis gehabt hat als die Oeffentlichkeit, da ihm, wie wir wissen, die Verbin- dung der Magdeburger Organisation mit der Berliner be- kannt war, so hatte er Zeit genug, um auch die Berliner Zen- trale auszuheben. Herr Weißmann wird deshalb der Oeffent- lichkeit noch eine glaubwürdigere Erklärung für sein seltsames Verhalten geben müssen, wenn er nicht will, daß man an- nimmt, er habe ein Interesse an der Nichtausdeckung der Ber- liner Spitzelorganisation gehabt. Eine neue Schwind elmeldnng Kaum ist die eine Pestbeule in Magdeburg aufgestochen, so be- ginnt sich bereits wieder an einer anderen Stelle eine Spitzelkloake zu öffnen. Gestern wußte der„Bayrische Kurier" in München zu melden, daß die Unabhängige Sozialistische Partei und die Kom- munistische Partei in München mit der Bildung eines„Gewerk- schaftsringes" beschäftigt seien. Die Hauptaufgabe dieser neuen Organisation ist die Einteilung der organisierten Arbeiter nach Waffengattungen. Diese Organisation bilde den Grundstock einer Arbeiter-Armee, die für Mitte August bereitgestellt werden solle, um der aus Rußland erwarteten Armee ehemaliger Kriegs- gefangener in der Stärke von 20«W Mann in Deutschland die Wege zu ebnen. Der Borbereitung eines neuen Umsturzes solle auch die Errichtung von politischen Bezirkskommissionen dienen, die die Bewohner ihres Bezirkes nach ihrer politischen Gesinnung und Betätigung zu überwachen hätten und denen die Verwaltung von Lebensmittellagern obläge. Es wäre unnütze Zeitverschwendung, wenn man dieser Schwindel- Meldung auch nur ein Wort widmen wollte! Es ist aber un- erhört, datz die bürgerliche Presse, an der Spitze dieses Mal der „Bayrische Kurier", der als Lügenblatt schon entlarvt worden ist. immer aufs neue sich der Verbreitung derartiger Nachrichten schul- dig macht! Die„Orgesch"«nd die Spitzelzentrale Die„Orgesch" läßt erklären, daß sie in keinerlei Verbindung mit der Magdeburger Spitzelzentrale gestanden habe; nur eine „untere Stelle" sei mit Nachrichten über die radikale Bewegung „von rechts und links" bedient worden. Zu dieser Ableugnung wird von amtlicher Seite in Magdeburg erklärt: Vor etwa drei Wochen hat in Magdeburg eineSitzungder „Orgesch" stattgefunden, an der als Vertreter der Altmann- Nachrichtenstelle Rechtsanwalt Schaper aus Magdeburg teilgenommen hat. Die„Orgesch" hatte die Sitzung zu dem Zweck einberufen, um in Magdeburg Fühlung mit Kreisen zu gewinnen, die es ihr ermöglichen sollten, auch im Bezirk Magdeburg eine Nachrichtenstelle für ihre Zwecke einzurichten. Rechtsanwalt Schaper, dem es als geistiger Leiter der Spitzel- zentrale Altmann daran lag. den von ihm zu schaffenden Nachrichtenapparat nicht aus der Hand zu geben, wußte die „Orgesch" dahin zu bestimmen, sich der Nachrichtenstelle Altmann für ihre Zwecke zu bedienen. Von diesem Zeitpunkt ab hat nicht nur die„Orgesch" Spitzelnachrichten von Altmann und Genossen erhalten, sondern auch ihre eigenen Vereinsnachrich- t e n laufend an die Spitzelzentrale zu Händen des� Lehrers Ziesenitz gesandt.- Die Vereinsnachrichten der„Orgesch" sind stets von dem Leiter der Berliner Filiale, einem gewissen Becker, Karlsbad 10, an die Magdeburger Spitzelzentrale geschickt worden. Auch der bereits in der„Vojsischen Zeitung" er- wähnte Brief des Lehrers Ziesenitz, der nicht abgegangen ist, aber aufgefunden Wurde, ist allerdings nicht von Ziesenitz entworfen, sondern nur unterschrieben, beweist aber aufs deutlichste den in» neren Zusammenhang zwischen„Orgesch" und der Magdeburger Spitzelzentrale. Den P. P. N. wird geschrieben: Zu der Mitteilung einiger Ber» liner Blätter, daß auch Oberpräsident Hörsing in Mag- deburg die Nachrichten des Lehrers Ziesenitz ebenso wie die Reichs- wehrbrigade 4 entgegengenommen und benutzt habe, ist zu er- klären, daß Oberpräsident Hörsing eine Anzahl von Nachrichten des Ziesenitz unaufgefordert erhalten hat. Er hat sie entgegen- genommen, da er von vornherein davon überzeugt war, daß es sich um erlogene Mitterlungen handelte, und da es nur J möglich ist, derartige Nachrichtenkanäle zu verstopfen, wenn man ihnen auch bis in alle ihre Verästelungen nachgeht. Das Vor- gehen Hörsings in den letzten Tagen zeigt denn auch, wie er von vornherein die Ziesenitzschen Meldungen bewertet hat. Die Lage im Saargebiet Mainz, 12. August.(Havasmeldung.) Ueber die Lage im Saargebiet wird direkt aus Saarbrücken ge- meldet: Bis gestern hat sich in d-er Streiklage im großen und ganzen nichts geändert. Die Führer der Arbeitergewerk- schaften suchen Verhandlungen zwischen der Regierungs» kommission und der Hauptstreikleitung herbeizuführen. Der Kom« mandierende General veröffentlicht einen Anschlag, nach dem in Anbetracht der tadellosen Haltung der Bevölkerung des Saar- gebiets der Paßzwang aufgehoben und der Straßen- verkehr bis nachts 12 Uhr freigegeben wird. Die Zeitungen könne» unter Vorzensur erscheinen. Ludwigshafen, 12. August. Die„Pfälzische Post" berichtet über den Beamten streik im Saargebiet, daß zwischen der Hauptstreikleitung und der Regie- rungskommission in Saarbrücken mündliche Verhandlun- gen stattgefunden haben. Der Präsident der Saarregierung Raoult gestand den Beamten das politische Koalitionsrecht zu, je- doch dürfen keine alldeutschen Verbindungen in Frage kommen. Generalsekretär Maurice gestattete den Unterbeamten, Mitgliedec der bisherigen Organisationen zu bleiben unter der Bedingung. daß keine politischen Ziele verfolgt werden. Ueber weitere Zu- sagen wird noch verhandelt. Die Hauptstreikleitung erließ eine Kundgebung, in der versichert wird, daß die Bewegung keine politische Tendenz verfolge, sondern ein rein sachlicher Kampf um die politische und persönliche Freiheit und die Recht'. der Beamten sei. Bis jetzt ist eine Aussicht auf baldige Beilegung der Differenzen nicht vorhanden. Das Exekutwkomitee der Kommu- nistischen Internationale (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".) Kopenhagen, 12. August. Die erste Sitzung des neugewählten Exekutivkomitees der dritten Internationale fand am 7. August statt. Zu Mitgliedern wurden gewählt: Für Deutschland Levy, Frankreich Rosmer. England Queich. Amerika John Rid.Italien Eerrati. Oesterreich Stein» hard, Skandinavien Friis, Bulgarien Schablin, Jugoslawien Mil- kitsch, Ungarn Rudnjansky, näherer Osten Sultan Zade, fernerer Osten Pak. Finnland Panner. Holland Weynkop. Die russische kommunistische Partei hat laut Kongreßbeschluß 5 Mann delegiert, und zwar Sinowjew, Bucharin, Radek, Tomak(?) und Ko» becki. Die Kandidaten sind Lenin, Trotzky, Bersin, Stalin, j Pawlowitsch und Tschitscherin. Außerdem gehören dem Exekutiv-; komitee noch mehrere stimmberechtigte Vertreter der verschiede-- nen Parteigruppen an. Die Vorsitzenden sind Sinowjew, Bucha-: rin, E. Meyer, Rudnjanski und Kobecki. An Stelle des an die Front verreisenden Radek wurde zum Sekretär des Exekutiv- komitees Kobecki gewählt. Das kriegsbereite Ungarn DA. Wien, 11. August. Nach den Budapester Blättern herrscht in der ungarischen Haupt- standt allgemein eine Kriegsstimmung, ähnlich der im Jahre 1314. Die Straßen durchziehen fortwährend Truppen. Anhänger des „Erwachenden Ungarns" und Studenten, patriotische Lieder sin- gend und Hochrufe auf den Krieg ausbringend. Der Einfall im Karpathorußland steht unmittelbar bevor, alle Vorbereitungen find bereits getroffen. Die militärischen Hauptkräfte find in Nydregyhaza und Szolnok konzentriert. Panzerzüge sind aus Oedenburg an die Grenze gebracht worden. Einzelne an der öfter- reichischen Grenze stehende Erenzschutzwachen haben Befehl erhal- ten, sich für den Abmarsch nach Karpathorußland bereit zu halten. In offiziellen Kreisen gibt man ganz offen zu, daß der Einmarsch in Karpathorußland der Auftakt eines Krieges sei, dessen Zweck die Rückeroberung der verlorenen Gebiete sei. Ein Landarbeitertaris in Sachsen. Die Verhandlungen, oie zwi- schen den Organisationen der landwirtschaftlichen Unternehmer und Arbeiter über den Abschluß eines Tarifvertrages für den Regie- gierungsbezirk Dresden stattgefunden haben, führten zu einer end- gültigen Einigung der Parteien. Der Tarifvertrag gilt rückwirkend vom 1. d. M. ab und läuft bis zum Gahresschluß. Verhaftung italienischer Soldaten in Allenftein. Wie die „Dena" erfährt, sind die drei italienischen Soldaten, die einen, Wachtmeister der Sicherheitspolizei angriffen und tödlich verletzten. in Haft genommen worden: sie werden nach der Mitteilung der italienischen Delegation in Allenftein mit der vollen Strenge des Gesetzes bestraft werden. Explosionsungliick in Dortmund. Im Neuen Martinwerk des Stahlwerks Hoesch in Dortmund explodierte eine noch gefüllte Granate, die sich unter den dem Stahlwerk zum Einschmelzen über- gebenen angeblich geleerten Granaten aus alten Hceresbestandeir befand. Die Zahl der Verunglückten beläuft sich aus 11 Personen. Bei drei von ihnen besteht Lebensgefahr. Zahlreiche Ruhrerkranlungen bei Karlsruhe. In der Gemeinde Malsch bei Karlsruhe sind innerhalb weniger Tage 12 0 0 Per- sonen an der Ruhr erkrankt. Die Zahl der Toten»st erheblich. Einbrecher in einem Schloß. Nach einer amtlichen Meldung haben Einbrecher dem historischen Schloß Hohenzieritz be» Ne u st r c l i tz, in dem d»e Königin Luise gestorben ist. einen Be- such abgestattet. Das Schloß ist seit dem Tode der Königin nickst mehr bewohnt und in demselben Zustande belassen worden. Die Einbrecher haben 12 Tassen und ein Schreibzeug geraubt. Ein- und Ausfuhren Großbritannien im Juli. Nach Angabe des Handelsamtcs hat die Einfuhr in England im Juli 122 Mil- lionen Pfund Sterling betragen, während die Ausfuhr sich auf 137 Millionen bezifferte. Es sind dies 10 und 72 Millionen Pfund mehr als im Juli des vorigen Jahres. Auch beim Papst wird gestreikt. Laut„Corriere della Sera" sind die Angestellten des Vatikans zwecks Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage in den S t r e i k getreten. Die Angestellte» der vatikanischen Gärten haben beschlopen, bis zur Bewilligung ihrer Forderungen nur einen Teil der Arbeiten zu verrichten. Die Räumung Balonas. Der„Secolo" erfährt, daß die Räu« mung Valonas durch die italienischen Truppen rasch vor sich gehe. Im Hafen von Brindisi find verschiedene Dampfer mit Truppen an- gekommen. Die Truppen beginnen mit dem Aufräumen der De- pots. Das Kriegsmaterial, das sich in Palona befindet, soll ver« kaust werden. Die wenigen italienischen Soldaten sollen am 17. August die Stadt oerlassen. Der Gildensozialismus Von Otto Bauer II.(Schluß) ..Der Eildensozialismus begründet leine praktischen Vor- Ichläge und seine' theoretischen Zukunftsbilder mit Ee- dankengängen, die aus der spezifisch angelsächsischen Spielart der Demokratie hervorgegangen sind. Die Demo- kratie hat sich in England ganz anders entwickelt als auf dem �cftlande. Hier hat der Absolutismus schon die feudalen„Frei- heiten" der Individuen, der Städte, der Provinzen zerstört und das ganze Land seinem bureaukratischen Herrschaftsapparat unter- warfen. Die bürgerliche Revolution hat diesen Prozeß nicht rück- gängig gemacht, sondern abgeschlossen. Nach der bürgerlichen Re- volution blieb das Land von der bureaukratischen Maschinerie, die von. einer Zentralgewalt aus geleitet wird, beherrscht, und ge- ändert hat sich nur das, daß diese Zentralgewalt selbst nicht mehr von einem Selbstherrscher, sondern von einem aus allgemeinen Volkswahlen hervorgegangenen Parlament eingesetzt und kon- trolliert wird. Anders in England. Dort ist der Absolutismus nie zur Entwicklung gekommen. Er hat den bureaukratischen Herr- schaftsapparat nie zu schaffen vermocht. Die feudalen„Freiheiten' der Individuen, der Städte, der Grafschaften sind nie zerstört wor- den. Die bürgerliche Revolution bestand hier vielmehr darin, daß die„Freiheiten", die die Barone, die Gentry, das städtische Patri- ziat den Plantagenets, den Tudors, den Stuarts abgerungen hatten, zum Erbe zuerst der Bourgeoisie, schließlich der Volks- Gesamtheit wurden. An die Stelle der„korrupten Psarreiveriamm- lungen, geldschachernden Stadträte, wutschnaubenden Armenver- walter in den Städten und der tatsächlich erblichen Friedensrichter auf dem Lande"(Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich. Berlin lh31. Seite 48) setzten die Reformgesetze von 1882, 1888 und 1834 die demokratischen Selbstverwaltungskörper in der Grafschaft, im Distrikt, im Kirchspiel. Dank ihrem grundverschiedenen Ursprung trägt die englische Demokratie ganz andere Charakterzüge als die kontinentale. In Frankreich wählt die Bolksgcsamtheit das Parla- ment. aus ihm wird die Regierung gebildet und diese Regierung verwaltet und beherrscht das ganze Land durch ihre Bureaukratie: der einzelne Bürger und die einzelne Bevölkerungsgruppe können den Verwaltungsapparat nur mittelbar, nur durch die Teilnahme an der Parlamentswahl beeinfluffen. In England dagegen ver- waltet das Volk seine Angelegenheiten im Kirchspiel, im Distrikt. in der Grafschaft selbst: es übt in den lokalen Selbstverwaltungs- körpern sein„selsgovernment". seine Selbstregierung aus. Der Staat ist nur der oberste Selbstverwaltungskörper, der d,e dem ganzen Lande gemeinsamen Angelegenheiten verwalten soll, aber die Selbstregierung der einzelnen Grafschaften, Distrikte, Kirch- spiele nicht beengen darf. Das„felfgovernment" der lokalen Ver- bände innerhalb des Staates ist die Grundlage der englischen Demokratie. Der Eildenfozialismus überträgt nun die Grundsätze der eng- lischen Demokratie vom politischen auf das wirtschaftliche Gebiet. Bedeutet die politische Demokratie, daß sich das Volk nicht mehr von einem König oder einer Oligarchie regieren läßt, sondern sich selbst regiert, so solle es sich nunmehr auch im Wirtschaftsleben nicht mehr von einer Kapitalistenklasie regieren lassen, sondern sich selbst regieren: Sozialismus ist nichts anderes als..industr,ak democracy", wirtschaftliche Demokratie. Und die Demokratie wird nun in englischem Sinne verstanden: wie die politische Demokratie aus dem„selfgooernment". der Selbstregierung der Städte und Grafschaften beruht, so müsie die wirtschaftliche Demokratie auf das „selfgooernment" der einzelnen Industriezweige und Betriebe ge- gründet werden. Wie die englische Demokratie die Regierung der lokalen Verwaltungssprengel durch von der Zentralregierung ent- sendete Beamte ablehnt, müsie sie den Staatssozialismus ablehnen, der die wirtschaftlichen Verwaltungsbereiche der Leitung von der Zentralregierung bestellter Beamten überträgt. Wie die politische Macht des Staates begrenzt ist durch das Recht der lokalen Ver- waltungssprengel auf die Selbstregierung. müsse auch die wirt- ichastliche Macht des Staates durch das Recht der einzelnen In- dustriezweige auf Selbstregierung beschränkt werden. So definiert der Eildenfozialismus das Ziel als„industrial selfgooernment", wirtschaftliche Selbstregierung. Indem sich der Eildenfozialismus die Prinzipien der englischen Demokratie aneignet, um sie auf das wirtschaftliche Gebiet anzu- wenden, nimmt er auch den ganzen altenglischen Individualismus m sich auf, der diesen Prinzipien zugrunde liegt. Er tritt als der Perfechter der Freiheit des einzelnen Arbeiters und der einzelnen Arbeitergruppe gegen die Staatsgewalt auf. Er lehnt den Etaatsfozialismus ab, weil die Verwaltung der Industrie durch den Staat nichts anderes bedeuten würde als die Unterwerfung der einzelnen Arbeitergruppen unter eine allmächtige Bureau- catie. Er erklärt, daß die Freiheit der Arbeiter mit der Leituirg der Industrie durch vom Staat bestellte Beamte, und seien es selbst Beamte eines von der Arbeiterklasse beherrschten Staates, ebenso wenig vereinbar sei wie mit der Beherrschung der Industrie durch kapitalistische Unternehmer. Er geht schließlich so weit, im Inter- eise der Freiheit der einzelnen Arbeiter und der einzelnen Arbeiter- gruppen die Teilung der Kontrolle der Industrie zwischen Arbei- tern und Unternehmern der alleinigen Beherrschung der Industrie durch den Staat vorzuziehen.(Cole, a. a. O., Seite 33.) Und gerade aus diesem Gedanken folgt seine Stellung zur sozialen Revolution. Der Staatssozialismus, der die Leitung der Betriebe einer Fabriksbureaukratie, die von der vorgeschrittenen, den Staat beherrschenden Minorität der Arbeiter bestellt wird, überträgt, der von den Arbeitern„widerspruchslose Unterordnung"(Lenin) unter die vom Staat bestellten Leiter des Produktionsprozesses fordert und sie zur Durchsetzung dieser Unterordnung mit /.weitgehenden Disziplinarrechten"(Trotzky) ausstattet, ein solcher Staatssozialis- mus ist gewiß immer möglich, welche Entwicklungsstufe immer die Arbeiterschaft erreicht hat: ein Sozialismus dagegen, der auf die „felf governing Workshop", aus den sich selbst regierenden Betrieb aufgebaut werden soll, ist erst dann möglich, wenn die Arbeiterklasse durch allmähliche Ausdehnung ihrer Kontrolle über die Industrie vre intellektuellen und moralischen Fähigkeiten, die die industrielle Selbstregierung voraussetzt, schon erworben hat. Die Arbeiterschaft muß vorerst ihre gewerkschaftlichen und politischen Kampfmittel benutzen, um ihre Kontrolle über die Industrie immer weiter aus- zudehnen, ehe sie in der Praxis dieser Kontrolle selbst fähig wird, wC.sst" die Äapitalssten aus der Industrie hinauszuschleudern, sondern auch dre Verwaltung der Industrie selbst zu übernehmen. ist im Schöße der russischen Sozialdemokratie um die Organisationsform der sozialdemokra- tischen Parter entstanden. Die Menschewiki wollten die Partei als eine Foderatron demokratischer, von den Arbeitern selbst gebildeter Organlsatronen konstituier»,,. Die Bolschewik! furch- i i! ungeschulten, nur auf ihre nächsten wirtschaftlichen Interessen bedachten Arbeiter in die Organi- sation könne den revolutionären Charakter der Partei schwächen. Rur lle,ne_ Komitees von„professionellen Revolutionären", von einem Zentralkomitee einheitlich geführt, sollten nach Lenins Organisationsplanen von 1902 und 1303 die Partei bilden und sich die von ihnen zu organisierenden und zu führenden Arbeiter unter- ordnen. Der Gedanke der„Diktatur der revolutionären Organi- sation über dre Massenbewegung" hat die Bolschewik! von den Menschewiki geschieden.(Jegorow, Saroschdenje polititschcskich partij. In„Obsastschestwennoie dwischenic w Rossij", ed. Martow, Petersburg 1303, 1. Band, Serie 408.) Diese Diktatur einer straff zentralisierten revolutionären Organisation über die Massen- bewegung verwirklichen dre Bolschewiki heute nicht mehr im engen Maßstab einer kleinen Parteiorganisation, sondern in dem ganzen gewaltigen Rußland. Die Diktatur einer straff zentralisierten, von den professionellen Revolutionaren beherrschten Staatsgewalt über alle Arbeitskräfte und Arb.sstatten— das ist der Bolsche wismus Es ist der Sozialismus der Ideologen der Arbeiter- bewegung, denen die Massenbewegung des Proletariats nur das Instrument zur Verwirklichung eines sozialen Ideals ist und die wie sie se?bst �m revolurwnären Kämpf kein O° er gescheut haben. ihr �deal verwirklichen wollen um zeden Preis, auch wenn die Masse zuerlt d�ch eine Wüste des Hungers der Kalte, der Staats- knechtschaft des Krieges hindurchgehen muß. um das gelobte Land zu erreichem Der Gedanke der industriellen Demokratie dagegen ist erwachsen aus der kämpfenden Arbeitermasse selbst. Wenn die Arbeiterschaft in der Praxis des gewerkschaftlichen Kampfes ihren Einfluß auf die Industrie stetig verstärkt, erwächst in ihr der Gedanke, ihre Kontrolle über die Industrie stetig so weit auszudehnen, bis sie selbst die Industrie ganz übernehmen kann. Und wie die Arbeiter- schaft ihre gewerkschaftliche Aktion verstärkt durch die politische Aktion der Partei, zu der sich die einzelnen Gewerkschaften, unter voller Wahrung ihrer Autonomie in industriellen Dingen, vereinigen, so denkt sie auch den sozialen Staat der Zukunft als eine Föderation der autonomen„nationalen Gilden". Das ist nicht der Sozialismus von Ideologen, denen das Proletariat nur das Instrument der Idee ist, sondern der Sozialismus der Arbeiterbewegung selbst, die sich in der und aus der täglichen Praxis des Kampfes in der Werkstätte ihre eigene Idee formt. Der russische Bolschewismus und der englische Eildensozialismus sind, odwohl sich ihre Gedankengänge in der Polemik gegen den parlamentarischen Staatssozialismus einander oft nähern, die schroffsten Gegensätze innerhalb der sozialistischen Gedankenwelt. Das russische Proletariat ist erwachsen im revolutionären Kampfe gegen den Zarismus. Es hat an die Stelle der allmächtigen Staatsgewalt des Zarismus eine ebenso allmächtige Staatsgewalt des Proletariats gesetzt. Sein Sozialismus stellt an die Stelle der schrankenlosen Herrschaft des Kapitalisten im Betrieb die ebenso schrankenlose Herrschaft des Beauftragten der Staatsge- walt, die selbst nichts anderes mehr ist als das Herrfchaftsinstru- ment der revolutionären Vorhut der Arbeiterklasse. Das eng- lische Proletariat dagegen hat sich entwickelt auf dem Boden einer Demokratie, die argwöhnisch die Freiheit des Individuums, die Selhstregierung der Gemeinden gegen jeden Eingriff der Staatsgewalt, und sei es eine noch so demokratisch gebildete Staatsge- walt, hütet: sein Sozialismus ist daher vor allem darauf de- dacht, die Freiheit der Arbeiter, die Selbstregierung der einzelnen Industriezweige gegen jeden Ucbergriff der Staatsgewalt, und sei diese Staatsgewalt selbst von der Arbeiterklasse beherrscht, zu schützen. Und in diesem Gegensatz drückt sich nicht etwa nur die nationale Verschiedenheit der russischen und der englischen Ar- beiterklasse aus, die der Niederschlag ihrer verschiedenen Geschichte, ihrer verschiedenen Traditionen, der Verschiedenheit der ihnen überkommenen Ideologen ist. In diesem Gegensatz erkennen wir vielmehr die Verschiedenheit der Denkweise des Proletariats über- Haupt auf verschiedenen Stufen seiner Entwicklung. Die ursprünglichste und stärkste Triebkraft des Sozialismus ist die Auflehnung gegen die wirtschaftliche Ungleichheit. Der Ar- beiter vergleicht seine Not mit dem Reichtum des Kapitalisten. Er will die Macht an sich reißen, um ,chas Geraubte zu rauben", um die wirtschaftliche Gleichheit aller erzwingen zu können. Es hat des Despotismus der absoluten Monarchien vom IS. bis zum 18. Jahrhundert bedurft, um die tausendfältigen Verschiedenheiten der„Rechte" und„Freiheiten" der feudalen Epoche auszugleichen, die allgemeine Rechtsgleichheit zunächst in der gleichen Rechtlosig- keit aller gegenüber der Willkür der absoluten Fürstengewalt her- zustellen und dadurch erst die Basis zu schaffen, auf der die bllrger- liche Revolution die Gleichheit aller vor dem Gesetze verwirk- lichen konnte. Co bedarf es auch einer despotischen Diktatur des Proletariats, um in kurzer Frist, mit rücksichtslos geführten Schlä- gen gegen alle Widerstände der Begünstigten die Vermögen und Einkommen aller einander anzugleichen. Der urwüchsige Gleich- heitskommunismus führt zur Diktatur des Proletariats. Wo aber das Proletariat schon durch eine längere Periode poli- tischer Demokratie und proletarischer Organisationen hindurch- gegangen ist, dort sproßt der Sozialismus aus einer anderen Wur- zel. Die Hebung der Volksbildung, die rege Teilnahme an poli- lischen und gewerkschaftlichen Kämpfen, die Selbsterziehung in der Schutzgesetzen und den gewerkschaftlichen Kämpfen verdankt, lassen den Arbeitssklaven der Vergangenheit allmählich zur freien, selbst- bewußten Persönlichkeit wachsen. Und in dem Maße, als der Ar- beiter zur Persönlichkeit wird, wird sein Freiheitsdrang zur stärk- sten Triebkraft seines Denkens und Handelns.„Es ist nicht nur und nicht so sehr die Ungleichheit des Reichtums, sind nicht die Arbeiterorganijatiotr, die reichere Muße, die die Arbeiterschaft den Gegensätze in der Verteilung, die die Arbeiter zum Kollektivismus führen, als der Protest gegen die Willkür des individuellen Unter- nehmertums, als das Ideal der freien Werkstätte(Levine, The labour movement in France. London 1912. Seite 187)." Wie sich der freie Mann im Staate nicht mehr einem König unter- werfen will, den nur der Zufall des Erbrechts zu seinem Herrn ge- macht hat, auch wenn die Macht dieses Königs durch eine Berfas- sung eng begrenzt ist, so will er auch im Betrieb nicht mehr einem Herrn von des Erbrechts Gnaden unterworfen sein, auch wenn die Gewerkschaft die Macht dieses Herrn schon wesentlich eingefchränkt hat. Der Freiheitsdrang führt jetzt den zur Persönlichkeit gereif- ten Arbeiter zum Sozialismus. Aber solcher Freiheitsdrang fin- det seine Befriedigung nicht in einem despotischen Sozialismus, der eine allmächtige Zentralgewalt, und sei es auch eine von der Arbelterklasse eingesetzte Zentralgewalt, zur Herrin jedes Betrie- bes, jedes Arbeiters macht, sondern nur in einer Eesellschaftsord- nung, die jedem Individuum eine breite Sphäre freier Betäti- gung, jeder Arbeitsgemeinschaft breite Selbstverwaltung sichert. Aus dem Freiheitsdrang eines hochentwickelten Proletariats er- wächst das Ideal der industriellen Demokratie, des industrial self- gooernment. Die Entwicklung des Kapitalismus selbst fördert diese Wand- lung des proletarischen Ideals. Im Zeitalter des Manchester- uberalismus stellte das Proletariat der kapitalistischen Anarchie den Sozialismus als das Prinzip planmäßiger staatlicher Ord- nung des Wirtschaftslebens entgegen. Im Zeitalter des Staats- kapitalismus tritt der Sozialismus der Allmacht der Staatsge- walt, der bureaukratischen Beherrschung des Wirtschaftslebens entgegen als das Prinzip des industrial selfgooernment.„Wie emer denkt, daran kann man sehen, was ihm fehlt", sagt Goethe. Auch in Rußland hat das Proletariat die nationalisierte In- dustrie anfänglich in Formen zu organisieren versucht, die den Or- glnnsationsplänen des englischen Eildensozialismus nicht unähn- nch waren. Dort aber, wo ein noch rückständiges, kaum erst orga- msiertes, in keinerlei Kontrolle über die Industrie geübtes Pro- letariat mit einemmal die ganze Industrie verwalten sollte, ist das nrcht gelungen. Die Anarchie in den Betrieben hat die Sow- jetmacht auf die Bahn des Staatssozialismus in seiner schärsstaus- geprägten, brutalsten Form gezwungen. In Mittel- und West- europa findet die soziale Revolution ein kulturell höher stehendes, besser organisiertes Proletariat vor: hier sind die Bedingungen für die unmittelbare Mitwirkung der Arbeiter an ber«no-— der Industrie ungleich günstiger. Trotzdem würde die Diktatur des Proletariats auch hier nicht zum industrial serjgove--,„.e.a tuhren. Denn die Diktatur des Proletariats würde hier in der Intelligenz, im Kleinbürgertum, in der Bauernschaft auf viel stärkere Widerstände stoßen und sie hätte unvergleichlich schwie- rigere wirtschaftliche Krisen zu überwinden, unvergleichlich größere wirtschaftliche Probleme zu lösen als in Rußland. Sie müßte sich hier noch viel mehr als dort auf die Gewalt stützen. Sie müßte sich hier noch schneller als dort einen gewaltigen Herrfchaftsapva- rat schaffen, um die Sabotage der widerstrebenden Klassen' zu brechen und die notwendige berufliche Umschichtung der Volks- massen zu erzwingen. Die ungeheure Aufgabe, die h,er eine Pro- letarierdiktatur zu bewältigen hätte, könnte— das wird unsere Analyse des ökonomischen Sozialisierungsprozesses im nächsten Paragraphen noch anschaulicher machen— nicht anders gelöst werden als mittels der terroristischen Gewaltherrschaft einer zen- tralen Staatsgewalt über alle Arbeitskräfte und alle Arbeits- stätten. Diktatorische Gewaltherrschaft und selfgooernment sind unvereinbare Gegensätze. Die Diktatur des Proletariats wird un- vcrmeidlich zur Diktatur über breite Massen des Proletariats, die die Herrschaft ihrer Klasse mit dem Verzicht auf die Freiheit der Individuen und der Gruppen innerhalb der Klasse erkaufen müssen. Keine Klasse freiheitshungriger Persönlichkeiten, kein hochentwickeltes Proletariat wird durch längere Zeit die Diktatur in Staat und Werkstätte ertragen: die Diktatur kann im moder- nen Industriestaat bestenfalls nur kurze Uebergangsphase sein. Zum Aufbau des industrial selfgovernment führt nicht die Dikta- tur, sondern nur planmäßige Ausdehnung der Demokratie aus dem politischen Bereich auf den der Volkswirtschaft, Die„Siedlung" des Freikorps Hier ist Arbeit für de» Entwaffnungskommissar Die Breslauer„Volksmacht" berichtet: �..Das Freikorps Kühme ist Ende Mai aufgelöst worden. Em Teil der Mannschäften ist in die Reichswehr übernommen worden, der gronte Teil, etwa 300 Mann, ging mit Hauptmann Kuhme zur Siedlung Zägerheide bei Celle in Hannover.(Mit Eeneh- Nligungdes Landwirtschaftsministeriums.) Sin Material wurde folgendes mitgenommen: Die umsangreiche Bataillonskammer, zirka 80 Pferde mit Geschirr, 40 Wagen. S bis 0 Lastautos mit Lebensmitteln, davon allein über 100 Zentner Büchsenfleisch, 0 Lastautos, 2 Personenautos, nach meiner Schätzung zirka 400 Gewehre, 5 bis 6 Maschinengewehre, 2 leichte und ein schwerer Minenwerfer, außerdem eine'ungeheure Menge Muni« tion, so daß der Transport von Eilenburg nach Ehlershausen rund 80 Wagen ausschlieglich Personenwagen stark war. Von der Siedlung kommen andauernd Leute zurück, die dort herausgeworfen werden. Auf Befragen erklären diese, daß sie genau so wie die früheren Bataillonsangehörigen von den 90 000 Mark Kantinengeldern, richtiger Geldern aus dunklen Fonds. keinen Pfennig erhalten haben. Weiter, daß Munition und Waffen in der zweiten oder dritten Nacht in der Umgegend ver« graben sind, einige Laustautos sich in Magdeburg befinden und dort als Fuhrgemeinfchaft Geld verdienen. Ein Personenauto ist in einem Strohschober untergebracht und vor den Äugen der Mitwelt verschwunden. Es wird von seiten der Offiziere beab- sichtigt, sämtliche Leute bis auf 70 herauszudrängen, um so eine Persorgn ngsanstalt für die 7 oder 8 Herren einzurichten. Die Leute werden auch jetzt noch angehalten, ihre früheren Borgesetzten in militärischer Form zu grüßen. Jeden Sonntag wird' Appell abgehalten. Von einer Genossenschaft kann keine Rede sein, da man diese erst für nächstes Jahr, Oktober, vorgesehen hat. Die Mannschaften der Batterie, die am meisten Zuneigung für die Siedlung hatten, sind samt und sonders weggegangen, auch fast alle verheirateten Leute, die größtenteils Kapitulanten waren, haben gesehen, daß dort keine Zukunft für sie vorhanden ist. Höchstwahrscheinlich hat die Ententekoinmifsion irgendwelche Nachricht bekommen, denn vor etwa 3 Wochen erschien ein eng- lischer Major in Begleitung des Hauptmanns Stulpnagel vom VI. A.-K. als Dolmetscher und forschte eingehend nach dem Per» bleib der Waffen des Freikorps. Der Offizier der Äbwicklungs- stelle, Oberleutnant von Berlin, ließ sich vor diesem Herrn nicht blicken, ein Feldwebel mußte die Auskunft geben, die jedoch nichts- sagend war, da die Fragen von dem Hauptmann so gestellt wur- den, daß so leicht nichts von oben genanntem Waffenlager an die Oeffentlichkeit gelangen konnte." Von der Sozialisierungskommifion lieber den Stand der Arbeiten der Sozialisierungskommissio» wird mitgeteilt: Die Kommission hat unmittelbar nach ihrer unterm 18. April 1920 erfolgten Neueinberufung mit ihren Ar- betten begonnen. Sie hat sich durch Hinzutritt von fünfzehn Mit- gliedern auf dreiundzwanzig Mitglieder ergänzt. Mit den fach- lichen Arbeiten hat die Kommission sofort begonnen und hat in Unterausschüssen und Plenum in den verflossenen drei Monaten 32mal getagt. Die zunächst in Angriff genommene Erörterung der Kohlenfrage ist abgeschlossen. Der schriftliche Bericht dar- über wird im Laufe des August der Regierung mitgeteilt und dann sofort der Oeffentlichkeit übergeben werden(Verlag Hans Robert Engelmann-Berlin). Die Beratungen über die Z e m e n t- Wirtschaft gehen ihrem Abschluß entgegen, die über die K a l i- Wirtschaft stehen vor ihrem Beginn. Die Arbeiten über die Sozialisierung durch llebernahme ein- zelner Wirtschaftszweige seitens der Gemeinden(Kommu- nalifieruna) waren Mitte Juli abgeschlossen. Die inzwischen ge- faßten Beschlüsse des Städtetages haben eine Wiederaufnahme der Beratungen über einzelne Punkte nötig gemacht. Dex.gb- schließende Bericht, der mit als Unterlage für das in Au�jcht liebende Gesetz dienen soll, wird nunmehr im September erscheinen. Die weiteren Arbeiten der Sozialisierungskommission sollen ins- besondere auch der E i s e n w i r t s ch a f t, dem Wohnungs» wesen, sowie der besseren gemeinwirtschaftlichen Ausgestaltung der bereits durch Verstaatlichung dem Privatkapital entzogenen Betriebszweige(Rcichseifenbahn, Reichspost) gewidmet fein. Die Sozialisierungskommission arbeitet schon über ändert« halb Jahre, ohne dah eine Regierung— weder die frühere mit den Rechtssozialisten, noch die jetzige mit der Deutschen Volkspartei— sich veranlaßt fühlt, das Ergebnis jener Be« ratungcn in die Praxis umzusetzen. Worte haben wir nun- mehr schon genug gehört, nun wollen wir auch endlich Taten inderSozialisierung sehen! Ein verdächtiger Profeffor Herr Professor Dr. D a m m e r hat in einem Artikel in der„Vos- fischen Zeitung" dargelegt, daß wir eine Roggenmißernte haben werden. Ausgehend von pflanzenbiologischen Betrachtungen kommt er zu dem Schluß, daß die verspätete Aussaat im Vorjahre, die durch die Landarbeiterstreiks verursacht worden sei, die Schuld an diesem Unglück trage. Die gesamte Rechtspresse druckt selbstverständlich Herrn Dammer nach und knüpft an die Aussage dieses„unverdächtigen Zeugen" ihre gehässigen Bemer- kungen gegen die Landarbeiter. Zunächst: Ein Professor, der sich um die Streiks der Arbeiter und ihre Folgen kümmert, ist nie unverdächtig. Sodann sind die Hiobsposten über die Mißernte reichlich übertrieben und der Zweck dieser Uebertreibungen ist allzu durchsichtig. Vielleicht ist das dem Professor nicht klar geworden. Wenn aber wirklich alles wahr ist, was Herr Dammer schreibt, und wenn die Streiks der Landarbeiter wirklich Schuld an dem Unheil sind, wer ist denn schuld an den Landarbeiterstreiks? Doch nur die Eroßgrund» besitzer die auch nach dem November 1318 noch glaubten sie könnten weiterhin aus der Not des Volkes Millionen schöpfen und dabei die Landarbeiter nach wie vor nach Gefallen ausdeuten. Sie mußten eines anderen belehrt werden, und da ihre Schädel hart sind, mußte das stärkste Mittel, der Streik, Anwendung finden. Von 100 Streikbewegungen haben 33 bestimmt ihre Ursache in der Unzulänglichkeit und dem Herrentum der Unternehmer. ' Das mag sich der Herr Professor einprägen für den Fall, daß er wieder einmal zu diesem Thema das Wort ergreifen sollte. HSl, wird nicht ausgeliefert e eine Räte« vk echtsbeistanl» öölz'. Rechtsanwalt"Kögowirsch'N E">e. nunmeur mitteil� ist ihm aus Prag die Mitteilung geworden, daß die tichechoflowakische Regierung die Auslieferu ift 3 abgel�nt habe. Ihr Stand- vunkt fei Hölz dabo sich keine gemeinen Verbrechen, fondern nur politifcheVergehcn zuschulden kommen lassen, die eine Aus- lieferung nicht rechtfertigen würden. Das Entwaffnungsgesetz ist am 11. August in Kraft getrete». Die Diensträume des �lladen sich im Reichs- Ministerium des Innern, Berlin, Komgsplatz 8. Der Entwurf der Ausführungsbcstimmungen wird in den nächsten Tagen mit den beteiligten Reichsressorts und sodann mit Vertretern der Länder erörterr werden. Er bedarf alsdann der Zustimmung des vom Reichstag gewählten Beirats. Folgenschwer« Explosion in Norwegen. Nach einem Tele« gramm aus Thrlstlania ermgnete sich in D rammen in einem Eisenwarengeschaft eine furchtbare Explosion. Die Mauern stürz« ten zusammen und das Gebäude geriet in Brand. Auch das be« nachbarte Grand Hotel wurde schwer beschädigt. Man vermutet. daß 8 Personen getötet stnd. 15 Verwundete wurden ins Kranken- haus gebracht. Blsher wurden swei Leichen gefunden. Schuhhaus Berlowitz Nanislr 24 Kinderstiefel �/ Zv 64 Mk. Erste Etage %*79*u. Volksbühne 7"/» Uhr: Sunt 1. Mal» „Zigeunerliebe" kroßes Schavspielhaus Korlslrahr 7'/, Uhr: Jalius Cäfor. (37. 9tbit»ung, V. Adrnd> Staatl. SdHanfpielHan». (Operette«»(Saflfpiel) Ä=©ic TtrshzMe Musik von Leo Blech. Direktion: Max Reinhardt Devtsches Theater fX? Weidsteufel KMmerspiele & uhr: Die Hotürfitle. Kleines Echausptelhoils Tt/.UHv: 9J0«hfr»er Pandora Theater des Westens .,,8 Uhr: Der ehemalige Leutnant. Direktion Carl Meinhard- Rud. Bernauer Theater i. d. Mäher Straße Geständnis Berliner Theater Der letzte Walzer. 'v Uhr: LeMg-TWw Sommerspielzcit Allabendlich 8 Uhr: »» mmmn in Das klas der Iuilßftau Sanunerpreise: 1.80 b. 2S M. Dentjih. KliM-Theater �"uh!?' Clubleute mit Max Adalbert Neues Sperettenhaus r>l n I Direktion Jean Aren .jj.i.«lllabendlich 7>/, Uhr: Prinzessin Friedl Triavon- Theater (Bahnhof Friednälstrahe) Allabendlich 8 Uhr: efcanfl ArnstSdt in Antreu Komödie von Roberto Braeco. �u.7S.Her Störenfried Meaz- Theater (Siadibahn Iannoa>tt,driickr> Unirrgrnnddahn lllosterstrahr. Der grohe Erfolg Tie Allschhosfs Neaes BMstheater Kö�enirkcr Str. 63. 7-/, uhr: Familie. Rose- Theater 7>/.UHr:«in Wal, erträum. Dartrnbnhne TZalich 7-/, Uhr: Slige Ense. Ehelnaligco Voigt- Theater Badstrahe 08. SommrrbLhnei Stäfllirt) nachm.>,,5 Uhr: Bunter Teil TwßoheüüeiStin» %8 Mo-Theater»us Der neue Schlaaer Kam'S sel. Wwe. Apollo- Theater Triedrichstr. St» 71! Allabendlich 711 I\2 Sonntags 31/9 n. 1|: Unübertreffliches Barietee-Programin! Walhalla-Theater 7'/, Uhr: Die Jateraatisuale. «...M«" (Alient»):: Hasrnheideis Täglich 8 Uhc; Eourths- Mahlert Vom andern Ufer Schauspiel von Tonrih». Mahler nach dem klleich. namigen Ztoman in der Berliner Hauefrau. Ad»>/, Uhr Aoiqtrt Ml» SmtaMitol Vorverkauf ab 10 Uhr an drr«assr. «ammsr-Tanzfpiel« BMowstr. 8, am NoNrndorfpIa« Tägl. 8 Uhr: Orientalische» Dallett Kilii.«iami iSeq. Beriiuer Prater Kaftanirn-Allee 7—» 12 Barielee-Ceilsatioiiell 12 JÄ Großer Ball Ansang'l£ Uhr 'IJt Uhr Sannti_ nachm. 4 U.: Sonntag ZA M Ms TBauterutlottitnu�ror '�el. hloritrplatk liZit. Tiisslwii 71t Utr: emsSSnger Neue Welt Arnold Scholz Hasenheld- 108-114 Täglich Konzert und Vorstellung Dienetags, Mittwoch», Donnerstags u. Sonntag» mmmm Groher Dall. Kmm Die äiaffeekllche ist tägl. geisin. Ansang wochentags S Uhr, Sonntag, 4 Uhr. Nur bis Montag Voiks-Theatar Reukölln. Hernlannstratze . 0a» rsgszgvsprScst Der Geistertanz Ferner. Die Karte des Todes Lichtspiel-Paiast Prinzen- Allee Das Mädchen £? Ackerstraße Lichtspiel- Palast Seestraße Mamara Der große Abenteurer-Senfationsstlm Auf alle» Bühnen Cabaret. iesidrn,« Lichtspiele, Dluntenstrahe l Das einsame Wrack _ Kino unter Wasser �-Lirkusvusvk-� J Qeblude Täglich 7'/, Ulir! I Iqp. Spoiulitätoit- Voritallenjj T Perüas t '•-i---- Yt Ballsch mieder» I Friedrich�vilhelmstSdt. ARIETE- GILTEN < Badstraste 1«| Th-usseestrast. 30 ? große MeMeleMglMM� | Jeden Mittwoch FEUERWERK Zede-i Z>«merchig( Mm T. Rnmliold Theater iniiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Badstraße 19 iniiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Frettag, den 13., Montag, den 16. Angnat Schiffe n. Menschen Ein•ensationelles Ahenteusr!■ 6 Akten von Karl Figdor Die grfaeto Filmiensation der diesjährigen Spielzeit Daza da» kötttlohe Lustspiel; Schuhpalast Pinkus iiiiiniiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiii�iiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiriiiiiiniiiiiiniiniiiiiiiiiiii Variatö. Tall- Neu IDr Berlin Behnke und! Voigt in ihrer Szene: „Eil IM Ii Um kllsnisnilgnt" Breltenstaln-Brand, die Orlclnaltype Kaffeneroffnung 51/,, Sonntags 31/, Uhr �Frühes Komme« sichert g u t« P l S tz Für all« Gold Silderfachrn bis 1,80 Mk. pro Gramm. Ploiin, Brillantm und OTünj« Sammlungen. Qnr-kstlbrr pro Äiio«.Mark. Ratzlasi Ä Zimmer, CinUnftr. 83. Tel. Norden 5812 nscanung •Ijtftfttj//"*///**""/*'"'*/'"'"///'■('////" //,'"*////""// f' BlaucChcv.« Anzüge sehr haltbar, in Qrößa Jetzt M. Blaue Kammd.-Anz. aus außergewöhnlich festem Stoff, in Größe 10-44...... Jetst M. 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Olga Wohlbräch J H suptdarstsller: Msisiny Hartmsnn/ Thltnig/ Vallenöa t Kegle: Alfred Halia Leo Peukeri im B, B.-Schwanlt 'Dar Liebesscttülari 1. Jos Deabs-Fllm vom Hsuptdaretcllor K irr 1 G 9 ti �f�Das Skelett des Herrn Markutlus Segle: Victor Jantsa Ossi Oswalda im L u st sp lel Kakadu und Kiebitz Die weisse Rose Stnsrl-'Wehbs-Abenteuer mite rn st Reicher Plaaros Hochzeit Terrs-Ko nnment slfl Im mit Hella M o J a Vara Schwan, JlUa Grilnlng, Molssl, Tlelschar, v. Winterstein, GrEts Regle: Max Maelc Verfasser; Hans Brennart Dar Kcrameraiinscir Schauspiel in 5 Akten mit Hannl Weisse Dor Sprung Ins Dunkle Schauspiel in 6 Akten mit S t a 1 1 a Hart Regie: E. Reicher Woohantags ah 7 Uhr Sonntagsi Beginn A Uhr IM» MetMMttt-BMllS Verrvaltuttgsstelle Berlin. Todss-Znzslgs. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Theodor Suehodolskl Seestraße 27. am 11. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 14. d. Mts.» nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des St. Paulokirch- Hofes, Seeft.-aße, aus statt. Rege Beteiligung wird ermattet. Nackrotl Den Kollegen zur Nachricht, daß unsere Kollege, der Schlosser Karl Wandt | Brlle-Alliancr�irastc 95, cm 7. d. Mts. gestorben ist. Ohre ihrem«»denken! Die vrtasermeltung. 4.Mstnt!t. iz.Meiiims. 18». Pezitb.� Berichtigung. Die Einäscherung unseres| Genossen kdimri! Tratttpeultu findtt nicht am 13.d.Mts., i sondern am Sonnabend,• d. 14. d. Mts., vormitags 11 Uhr, im Krematorium\ Baumschulenweg statt. Die Distriktsleitung. Allen Verwandten und, I Vekannten«zur Nachricht, daß mein lieber Wann, j � unser guter Bater Wilhelm Müller 1 am Mittwoch gestorben l ! ist. Wohnhaft Neinicken- l dorf-West, Schillerstr. 22., Die Beerdigung findet i am Sonnabend, den 1�.8., nachm. 3'/, Uhr, vom Gemcindesriedhof, Rei- f ! nickendorf, aus statt. hlödsl! liefert ,u heratßeWm Pnijm auf Teihshlmisi iPt kleiner Ästsßhtällsi. lirKtl- WokcDggulErlcUBiifn Wobnzlromor, Schlafzimmer, Spalsezlmmor Hsrrenzlmmsr großer Auswahl Einzelne Möbel Farbige Attichen j Am 10. 8. 20. ist unsere j Genossin Mila(isM Mattannenftraße 8, ver- | starben. Ehre ihrem Andenken. Die Beerdigung findet 1 am Freitag, um 3 Uhr, | vom Et. Michaelkirchhof, Hermannstraße, statt. Rege Beteiligung er- l wartet Die Distriktsleitung. Allen Freunden und > Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Vater» Sckwieger- und Großvater, derBuchbwder t-uilwlz Woller , am Dienstag, den 10. | August, nach langem, i qualvollen Leiden sanft entschlafen ist. >!!]i mmm miirteui. | Die Einäscherung findet � am Montag, den 16. I August, mittags 12 Uhr, 1 im Krematorium, Gericht- | ftraße, statt Von d er Reise zurlick vr. klagsisclimidt Finseninst., Oranienburgerstt. 51 Amt Norden 8085. Eeeilienhaus, Berliner Stt. 187. Amt Wich. 55. Maschinengarn «Ba» M» �r» a■h.ntuA. j Lvthringrr Strohe Siiihseide, Hemdentuch, Veilr, aNe sZutaren kauft NcdlS»,«ottbuser Ufr« 25». 4—7. CiiMuiPMnS« SaWr Be«MWrdM-Bekh«Ä ' sdrllSS y SMiTy fi i< Ii Ftttale Berlin, Sebaftiaustr. 37/38 Irstor Unlon-NZi» Regle: Ernst I.ul>Itsah sd 0. Sezs�amdsr im IlkS'PSZSSt) BrlefinnrRsn, Manzen kauft Grossmann, iohannisstr. 4 Horden 10621. Achtung! Am AI v m lWMefenmgs-BrMche! «tag, de« Id. A« g u st 1920, ab Optiker 6ebr. Seiler Bttw Si.ZS.Slh»llsOsrsM.Z Xet Ä. 12252 Kostenlose Augenuntersnchung,— Fachmännische Bedienung.— Garantie auf die Gute der Gläser und deren guten Sitz.— Gut erhalteue Gläser und Gestelle werden in Zahlung genommen. Achtung! eben». 7 11h»' "bei Schutz,«dnigsgreben S Öffentliche Versammlung aller in der UniforinliefernngseBranche beschäftigte» Kollegen und Kolleginnen Tagesordnung: 1. Was geht in der UniforiuULferungs- Branche vor und welche Löhne müssen für die Bekleidung der Sicherheit»- Polizei gezahlt werden. 2. Diskussion. Diejenigen Ardeiter Und Arbeiterinnen, welche für Zwischen- meister und nachstehende Firmen arbeite«, find besonders ein- eladen. Berger, Schwedter Straße 5, Gründerg, Kaiserstraße, ohann Feldmanu, Schwedter Straße 12, Eduard Sachs, Boek, 'ommanoantenstreße, Daer Sohu, Mohr t Speyer, Minkler» Wallstraße 12, A. Stier, Kramer& Warschauer. Recht zahlreiches Erscheinen erwartet Kommisfiot«. SBAVissE a?r' skr Deschlechis-, a��wSÄRCBS Idck Haut-, Harn-, Frauenleiden, hartnackige Harnleiden, Ausschlag, nerv. Schwäche, gegen Lues Komb. Salvarsan- Kuren. Blutuckersuchungen. im Attesten Kur» Vir.: Lolv,' senior�VIJ'saSÄJ; Nur Rosenthaier Str. 69-70 Parteisekretär Für das Niederschlefische Industriegebiet der U.S.P.D. wird zum 1. Oktober ein Sekretär gesucht. Reflektiert wird auf eine tüchtige Kraft. Derselbe muß rednerisch begabt, organisatorisch und agitatorisch befähigt und mit der Verwaltungsarbrit vertraut fein. Infrage» kommende werde» gebeten, ihre Bewerbung mit Gehalts- ansprächen bis spätestens 20. August an Genossen Paul!Menzel.-Ultwcfisv i. Sehl., ParÄftz.? einzusenden. Verlangt wird mindestens 5- jährige Partei- zugehöri�keit und wenn möglich ledig wegen der schlecht« Wohnungsverhältnisse. Aiitoreifeii'Reparatur'Werkstatt Spezialität: Prolrklirrrn von Drlkrn, Gummi. und [ Ltdcr» Gleitschutz« laaeaaaaWaaaascWßai Dampf-Vulkan ist er-An st alt Mmm Piske Jnh. Richard Pintaska Berlin SW29 Fürbringer Str. 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Eine Erhöhung der Löhne würde stc zu einer weitergehenden Entlassung von Schlfss- Mannschaften zwingen. Achtung, Tiefbauarbeiter! Die Nachzahlung von 60 Pf. pro Stunde ab 2S. Mai erfolgt spätestens am r-t. August, Die Unternehmer stnd von ihrer Or- ganisation durch Rund>chreiben davon in Kenntnis gesetzt. Gleich- zeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Nachforderungen nur bis zum 31. August gestellt werden können.,< Ahe Kollegen, die inzwischen ihre Arbeitsstelle gewechselt haben, wollen ihre Ansprüche rechtzeitig geltend machen. Deutscher Bauarbeitcr-Derband, Zweigverein Berlin. Die Sektionsleitung. hohem Maße Streckungsmittcl für die Vrotherstellung verwenden! zu lassen. In Berlin werden etwa 50 Prozent derartiger Ersatz� stoffe verbacken, in Charlottenburg ungefähr 25 Prozent. Die Ausstchten für eine Verbesserung des Brotes sind nicht be- sonders günstig; irgendwelche Hoffnungen lassen stch zur Zeit jeden- falls nicht erwecken. Die Getreideernte darf zwar als günstig bezeichnet werden, doch hängt alles ja von der Ablieferung jeitens der Landwirte ab. Bei dem immer mehr sich steigernden Abneigung gegen die Zwangswirtschaft und vor Allein der in der Tat außerordentlich großen Not an Futtermitteln, muß damit gerech- ner werden, daß seitens der Landwirte Getreide in größerem Unu fange zur Berfütteruna verwendet werden wird. Es wird daher. um eine ausreichende Versorgung der Städte mit Mehl herbeizuführen. erforderlich sein, daß die Regierungsbehörden auf ein- restlose Ablieferung seitens der Landwirte energisch hinwirken. Die Aufbauschieber Unsere gestrige Notiz unter derselben Spitzmarke, die den Zweck verfolgte, etwas Licht in das Dunkel der Millionenschiebungen M'„Zwickverband Ober- Groß-Berlin Bevorstehende Verkürzung der Polizeistunde Das Kohlenabkommen von Spaa und die damit in Berbindung —:---- � r------ on— 6 atmrmf natur- Li L L? D,aB zuern oorr neipun u.,lw,»v........... if, ober Kraft umgesetzte Kohle am leichtesten zu entbehren sQ,.?-" erster Linie kommt dasür die Beleuchtung öffentlicher -«nrl-511 m Betracht. Nachdem erst vor einigen Monaten die mj.J3' ni,e heraufgefetzt worden ist, muß ste notgedrungen jetzt wieder herkürzt werden. Gestern vormittag fand im Reichswirt- ityaftsmmifterium eine Sitzung statt, die sich mit der E i» f ch r ä n- ning de s Lichtverbrauches in Berlin beschäftigte. «n der Sitzung, die bis 2 Uhr mittags dauerte, nahmen Vertreter aller zustündigen Behörden teil. Di« Aussprache nahm einen lebhaften Verlauf. Beschlüsse wurden jedoch nicht gefaßt. Mun tom vielmehr überein. die Beschlußfassung auf eine zweite Sitzung zu' verschieden"die' in kürzester Zeit stattfinden dürfte da«on allen Anwesenden eine rasche Erledigung dieser flfrage betont wurde jedenfalls bewies die Diskussion schon in der gestrigen Sitzung, daß aller Wahrscheinlichkeit nach der Forderung des Reichskohlenkommifsars an, eine starke Drosselung des Lichtver- Krautes in Berlin und auf ein« damit zufammenhangende Ber- kürzung der Polizeistunde— man spricht von /-II Uhr nachts— . stattgegeben werden dürste. Das schlechte Brot Die Klagen über die schlechte, ja geradezu gesundheits- schädliche Beschaffenheit des Brotes mehren sich von-tag zu Tag. Di« Magenertrankungen haben gegenwärtig wieder zugenommen, j wobei sich die Beobachtung ergeben hat. daß besonders die aus der Sommerfrische zurückgekehrten Groß-Berliner von diesen Er- krankungen befallen werden. Wohl mit Recht führen Sommer- frischler, die fern von Berlin sich wochenlang an ganz erheblich besserem Brot oder gar„Landbrot", d. h. aus reinem Mehl her- gestelltem Brote erfreuen durften, die Atagenversrimmungen und -ähnlichen Krankheitserscheinungen auf die schlechte Beschaffenheit des Brotes zurück, das wir Eroß-Berliner nun schon so lange erhalten. Auch die Bäckermeister haben schon immer lebhasr Klage darüber geführt, daß es ihnen einfach nicht möglich ist, ein nur einigermaßen gutes Brot herzustellen, da sie zum Teil nicht ein- mal ganz einwandfreies Mehl erhalten und da sie zu viel Streck- mittel aller Art zu verbacken gezwungen stnd. Die Gerechtigkeit ober erheischt, festzustellen, daß die Eroß-Berliner Gemeinden leider sich in einer Zwangslage befinden und nicht in der Lage sind, die Bäckermeister reichlicher mit Mehl oder auch nur besse- rem Mehl zu beliefern. Die Gerüchte/ die im Publikum verbreitet werden, die Gemeinden verfügten wohl über größere Bestände an Roggenmehl, hielten sie aber zurück und beliefertn die Bäcker- meister mit Maismehl, Bohnenmehl, Haferflocken bsw., um die großen Mengen derartiger Nahrungsmittel, die von der Bevölke- rung nicht abgenommen würden, los zu werden, entbehren nach unseren Ermittelungen jeder Grundlage. Mehlbestände, die. für eine Verbesierung des Brotes irgendwie in Betracht kommen könn- ten, sind nicht vorhanden. Die Gemeinden sind gezwungen, in | V|».y---------, reit« vorbestraft wegen Schwindeleien, enrmun- digt wegen Verschwendungssucht, bei der Gründung ihrer Unternehmungen es verstanden haben, sich der Mitarbeit von Männern zu versichern, deren makelloser Name die Attrappe bilden sollten, hinter der sie desto ungestörter sich die Taschen füllen konnten. Mißbraucht wurden u. a. die Namen von Ärtur Z i ck l e r. der im Sinne sozialistischer Vergarbeiterstedlung in Oberschlesien tätig war. Sein Eedalt betrug pro Monat 1000 M. Mangel an persönlichem Mut in seiner Gegnerschaft gegen Militarismus und Imperialismus kann Zickler, licht vorgeworfen werden. Opfer der Schwindler, deren Entlarvung und Festnahme hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lasten, wurden außer- dem eine ganze Anzahl z. T. bekannter Persönlichkeiten. Diese Leute arbeiteten in der Aufbauzentrale in gutem Glauben und im Jnterest« von Siedlungsunternehmen. Schon dieser Männer wegen, deren Namen mit einem sehr zweifelhaften Unternehmen in Verbindung gebracht wurden, ist ein energisches Zufassen von feiten der Staatsanwaltschaft notwendig. Sollte dies der Staats- anwaltschaft gar zu schwer fallen, dann wird es unsere Pflicht sein, erneut zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Di« unhaltbaren Zustände in unseren Wohnungsbehörden wer- den grell beleuchtet durch die Erlebnisse eines Herrn, der seit Januar d. I. einen schweren und gerechten Kampf um eine Woh- nung im Haus« Ttle-Wardenberg Str. 20, zu führen hat. Durch Einweisungsschein der Wohnungsinspektion 2 und durch Verfügung des Amtsgerichts, wurde dieser Herr in die Wohnung einge- wiesen. Einige Leute jedoch, die gute Verbindungen in der Woh- nungsdirektion haben, erwirkten eine einstweilige Aushebung der zwangsweisen Einweisung, und suchten durch Ankauf des Hauses und andere Schiebungen, die Wohnung an sich zu bringen, ob- wohl sie in die Liste der Wohnungssuchenden nicht eingetragen waren. Der Mann, der nun aus Grund der Verfügungen zweier Behörden, das Zimmer aufgab, daß er mit seiner Frau bewohnte, liegt nun auf der Straße und muß für Hotelwohnungcn unge- heure Gelder ausgeben, weil es bestimmte Grundsätze, nach denen die verschiedenen Behörden ihre Entscheidungen fällen, äugen- scheinlich nicht gibt. Es ist dringend notwendig, unter diesem Bureaukratenwust gründlich aufzuräumen. Einzelne dieser In- stanzen scheinen nur mehr da zu'sein, die Erlangung einer Woh- nung nicht zu erleichtern, sondern zu verhindern. Sie wirken schä- digend für die Allgemeinheit, da die ungeheuren Kosten all die- ser Aemter und Institutionen nun noch vermehrt werden, durch eine schwere Schädigung einzelner Wohnungssuchender, die Zweifel- los aus öffentlichen Geldern gutgemacht werden muß. Für werdende Mütter. In der Zeit des recht fühlbaren Mangels an Heizungs- und Beleuchtungsmaterial ist es notwendig, oah werdende Mütter auf folgendes aufmerksam gemacht werden: 1. Vor der Geburt eines Kindes wird in der„Kohlen-Verteilungs- stelle", Roßstr. 27—28, eine Bescheinigung zum Bezug von drei Zentner Kohlen erteilt. 2. Nach erfolgter Geburt erhält man auf Grund der vom Standesamt ausgestellten Geburtsurkunde bei der„Kohlen-Verteilungsstelle" des betreffenden Bezirks, in dem man wohnt, eine Bezugskarte von weiteren fünf Zentner Kohlen. 3. Bei der Brotkommistion erhält man nach der Ge- burt Spirituskarten auf desonderen Antrag. 4. Beim Magistrat, Abt. für Beleuchtung, Spandauer Str. 17, erhält man vor der Geburt Petroleumkarten. Die Verteilung' erscheint uns, nach Zuschriften zu urteilen, etwas willkürlich.— Außerdem wäre daraus hinzuweisen, daß auf den Fürsorgestellen, wohin sich die Frauen erst mit dem neugeborenen Kinde zu begeben pflegen. angeschlagen ist, daß werdenden Müttern in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft eine Zusatzbrotkarte zusteht. Da dies vorher meist unbekannt ist. auch bei dem Zusenden der Karten von der Zentralstelle für Krankenernährung, Abt für werdende Mütter, nicht berücksichtigt wird, stnd die Frauen'beim Erscheinen auf den Fürsorgestellen mit recht darüber sehr xmpört. Erwertslofenfjtrforae und Jnvalidenrentner. Durch die Presse gegen Nachrichten, daß Jnvalidenrentner, weil mehr als 607» Proz. arbeitsunfähig als nicht arbeitsfähig angesehen werden können. Es gibt Jnvalidenrentner, die Arbeit bis in die letzte Zeit ge- leistet haben. Auch diese bleiben, wenn sie arbeitslos werden, von der Erwerbslosenfürsorge ausgeschlossen. Einen Unteftlützungs- antrag zu stellen ,>t vollkommen zwecklos. Um die Härte, die in dieser Vorichrlft liegst zu mildern, soll die Ehefrau, salls sie er- werbslos ist und Bedurftigleit vorliegt, einen Antrag auf Unter- ftutzung stellen. Auf dieie Weise ist es möglich, die wirklich trostlose Lage dieser Bedauernswerten etwas zu mildern. Die Berliner Kinder in Ostpreußen außer Gefahr. Nach den beim Jugendpflegeamt der Stadt Verlin vorliegenden Nachrich- ten, sind die in den ostpreußischen Ercnzbczirken auf dem Lande zur Erholung gebrachten Kinder außerhalb jeder Gefahr. Grenz- Verletzungen stnd nicht vorgekommen. Bei der deutschen Grenz- beoölterung selbst ist keine Unruhe vorhanden. «öllnische Heide. Wie bereits kurz mitgeteilt, wird am Man- tag. den 16. d. M.. an der Bahnstrecke Neukölln— Baumschulen- weg, eine neue Vorortstation kollmsche Heide als Bahnhos vierter Klasse eröffnet. Da die Züge, die zunächst an dieser Station halten, keine Packwagen führen, so wird nur der Personenverkehr eröffnet, während die Beförderung von Gepäck und Expreßgur vorder Hand von diesem Bahnhof noch nicht stattfindet. Auf -.„Tf« Wiemnen Kiloc finUen„nm ——________ eyren. o11 2.--------- hierbei um solche Züge, die ausschließlich dem Berufsverkehr die neu. also in der Zeit zwischen 6 und 3 Uhr vormittags und 2 und 4 Uhr nachmittags gefahren werden. Besonders bequeme Fahr- Verbindungen erschließen sich von dem neuen Bahnhof nach Grünau einerseits und den Borortstationen des» Südringes andererseits. Die schon vor einigen Jahren fertiggestellte Borortstation, die des Krieges wegen nicht eröffnet worden ist, wird nunmehr dem Verkehr ubergeben. Torf statt Kohlen. Der Wilmersdorfer Magistrat hat in Vor« "-''•-----'— mit einem iüblbaren erheblichen Betrag zum Ankauf von-loh—---- ankaufe sind jetzt bewerkstelligt worden. Gleichzeitig wurde be- schlössen, zur Lagerung des Torfes auf sechs Wilmersdorser städti. scheu Grundstücken größere Lagerschuppen zu errichten.— Die An- sicht, od Torf in den Berliner Oefen gebrannt werden kann, gehen auseinander. Ein Austausch der Erfahrungen darüber läge daher im öffentlichen Interesse. Die Elektrisierung der Berliner Stadt-, Ring- und Vorort- bahnen, zu der die Vorarbeiten nunmehr beendet sind und mit deren Durchführung aus den beiden Nordbahnstrecken Berlin- Hermsdorf und Berlin-Bernau demnächst begonnen werden soll, hat vielfach die Akeinuna aufkommen lassen, daß durch die Ein- führung der elektrischen Zugförderung eine bessere Bedienung der Strecken, beschleunigter Zugverkehr usw. Platz greifen würde. Diese Vorteile werden durch die Elektrisierung nicht erzielt. Vielmehr werden die Züge mir der bisherigen Geschwindigkeit und in den gleichen Abständen einander folgen. Sie werden voraussichtlich nicht gan� so lang sein wie die mit Dampflokomotiven geförderten Züge. Die Vorteile der Einführung des elektrischen Zugbetriebes werden vielmehr auf allgemein-wirtschaftlichem Gebiete liegen. Jede einzelne Lokomotive stellt eine Zentrale im Kleinen dar, die durch die vielen Wärmeverluste sehr unwirtschaftlich arbeitet. Der Ersatz dieser vielen kleinen Zentralen, bei denen die Arbeits- leistung in keinem Verhältnis zu den aufgewendeten Kohlen steht, durch eine einzige große Zentrale bietet an sich schon erhebliche Vorteile. Diese Vorteile werden noch dadurch vergrößert, daß die große Zentrale imstande ist, vielerlei Nebenpredukte der Stein-, ....."-W in oewinnen. die bei den Dampflolo- ver- noch große Zentrale imstande ist, meunei___...____ Braunlöhle und des Torfes zu gewinnen, die bei den Damofloko Motiven als Rauchgase durch den Schornstein abziehen und ver loren gehen. Daneben bietet auch der elektriscke Betrieb nock eine Ersparnis an Arbeitskräften, da auf der Lokomotive Führer und Heizer sein müssen, während der elektrische Zug nur einen Mann Bedienung im Führerstand erfordert. Allein die Ersparnis an der heute für Deuffchland so kostbaren Kohle haben die Eisen- bahnverwaltung veranlaßt, die Elektrisierung der Bahnen so schnell wie möglich durchzuführen. Die Frage der Beschleunigung des Zugbetriebes, die schnellere Zugfolge kommen erst in zweiter Linie in Frage. Die Umwandlung des Dampfbetriebes in den elek- irischen hat aber noch einige andere ni�t zu unterschätzende Vorzüge. Reben der einzuführenden elektrischen Zugbeleuchtung wer- den diese Züge wohl die ersten Vorortzüge sein, die wieder geheizt werden, da auch die Heizung auf elektrischem Wege erfolgen soll. Endlich wird auch die Vereinfachung der Klassen hierbei durch- geführt; es soll in den neuen elektrischen Zügen nur noch eine Klasse, die dritte Wagenklasse geführt werden. Nicht unerwähnt soll noch ein besonderer Nachteil bleiben, der sich durch die elek- krisch« Zugförderung auf der Strecke Bcrlin-Oranienburg einstellen wird. Der elektrische Zugbetrieb soll nur bis Hermsdorf durch- geführt werden. Die Strecke Hermsdorf-Oranienbura wird weiter mit Dampflokomotiven betrieben werden. Während jetzt die Rei« senden der Strecke Hermsdorf-Oranienburg mit dem gleiten Zuge nach Verlin durchfahren, müssen ste bei erfolgter Elektrisierung in Die schwere Stunde Roman von 34] Bietor Panin Fast in einem Atemzuge spricht Nikitin diese lange Tirade. Ich hörte aufmerksam zu, aber sein Kollege wollte ihn meh- rere Male unterbrechen. Aber Nikitin gab nicht nach und rief in energischem Tone; schweigen!— Als er geendigt hatte, sagte er wie nach einer Anstrengung nach Atem ringend; „Nun hast du begriffen, mein Lieber?" ,..i.5a; was ist denn da zu verstehen," mischte sich sein Kollege bose ein,„diese ganze Predigt hättest du uns auch ersparen können! Durch die Erklärung der(Sründc wird dem Uebel nicht abgeholfen! Tatsache ist. daß Gewalt, Blut und Mord existieren, und sie müßten nicht vorgekommen sein. Ich würde . mit dir vor der Erhabenheit des russischen Volkes in Ent- zücken geraten, wenn ihm trotz seiner Einschüchterung, trotz seiner Finsternis jegliches böse Gefühl von Rachsucht fernliegen würde!"...... „Geh! du Rothaariger, ich sehe, du erwartest Wunder auf dieser Welt? Woher und weshalb sollte denn das russische Volk so sein? Es�md ja Menschen aus Fleisch und Blut. Du willst, daß sie plötzlich zu einer Art von Heiligen werden!" Ich merkte, daß dies der wunde Punkt zwischen den beiden 5volleaen war, daß sie gewiß schon früher viel über diese Frage gestritten hatten; l!" zu vermeiden, daß der Streit von neuem entbrannte, erfes". Rititins Hand, drückte sie fest, wie um seine Ausmer! aus mich zu lenken und sagte möglichst weich;. T'tta ist?a alles gut und schon, man kann sich mit dir voll- kommen einverstanden erklären, und doch gibt es genug Grund um in der Seele zu leiden. Aber du bist ganz abge- schweift, dm hast meine Bitte vergessen, was soll ,ch mit meinen liast recht, ich habe das ganz vergessen!" Sein la' ,rÜ3?l cjffc- tnit seinen Fmgern strich er seine Gesicht verfinuertc!■ fortwährend in die Stirn« KS? FMM KÄ W."f«a d «Und. was denkst du darüber, Rothaariger?" fragte er seinen Kollegen, vor ihm stehen bleibend. Dieser senkte seine verblichenen Augen, zuckte unschlüssig mitten Achseln. „Ja, es ist eine schlimme Sache, sehr schlimm! Ich weiß einfach nicht, was ich dir sagen soll, Kolja! Auf diese Art ist es schlecht und auf eine andere Art ist es auch nicht besser... Vielleicht könntest du persönlich zu Saschkin gehen, das ist der Kommissar, der die Gefängnisse und die Arretierten unter sich hat, aber... ich warne dich, bereite dich ordentlich vor, damit du nicht ausschlägst... es ist ein rauher Mann. Er denkt nur daran, zu stechen, außer Fassung zu bringen, zu schneiden! Mit einem Wort— ein Robesplerrelrussischer Aus- gäbe! Aber du mußt dich zusammennehmen,' mein Lieber. wenn du ihn ärgerst, so wird es ja deinen Junkern nur um so schlimmer ergchen... Ich will nicht behaupten, daß es zu einem befriedigenden Resultate führen wird, aber ich würde dir doch raten, es zu versuchen. Der Versuch kostet ja nichts und vielleicht wird er dir einen praktischen Rat er- teilen können." Ale ich zum Abschied Nikitins Kollegen die Hand entgegen- streckte, erhob sich dieser von seinem Platze und sprach, ohne meine Hand loszulassen, mit einer so festen EtiiMne, wie sie bei einem schläfrigen Menschen, wie er. schwer zu erwarten war. Mir kam es sogar vor. als leuchteten in seinen ver- ertönten piogiiin,..—_ dessen Türe offen stand, die Worte; „Oljka, du Aas. Oljka, du jungfräuliches Aas, gehorche mir, hörst du wohl?" und eine betrunkene Stimme krächzte. so daß man weiter nur mit Mühe die Worte verstehen konnten .. sonst... bringe ich dich um..." „Geh weg... quäl mich nicht.. ertönte müde und besonders hilflos eine weibliche Stimme zur Antwort, sich mit grobem, schallenden Gelächter wahrscheinlich der anderen An- wc senden vermischend. Ich zuckte zusammen. Plötzlich schien es mir, daß ich diese Frauenstimme schon einmal gehört haben müsse. Bemerkend, daß ich aufmerksam aufhorchte, erklärte Nikitin mir gleich- gültig: „Laß das, es wird wohl Oljka. die jungfräuliche sein, eine Schlumpe.... man sagt, sie gibt sich jedem hm. faselt aber die ganze Zeit von einer Jungsräulichteit. Das ist auch eine rein russische Erscheinung, eine Art Fanatismus.... Die � Glück finden wer- rein russische Erscheinung, eine Arr--------- Predigt, daß die Menschen kein Glück finden werden, bis sich nicht die Jungfräulichkeit auf Erden eingebürgert hat.... Ich denke, da� sie ein wenig krank ist, es fehlt ihr etwas.., Es wird wohl eine Närrische sein, oder ein unglückliche Liebe buchenen Augen einen u_____ „Sie waren ja das Gewissen aller, deshalb werde ick Jfinen sagen,— und sie bewegt sich doch... Nikitin hat nicht recht die Revolution hätte als eine reine, einheitliche auf Erden wandeln sollen, einer Chimäre, einem Traum gleich, der in ein weißes Gewand gehüllt ist; Schmutz, Gewalttat, Mord hätten diesen schneeweißen Traum nicht' beflecken dürfen... „Eeh. mein Lieber," unterbrach ihn Nikitin,„dann müßte ja auch die Erde von Engeln bewohnt sein, und Engel brauchen keine Revolution! Die Revolutionen existieren, weil die Erde mit Teufeln bevölkert ist. verstehst du. und die Revolution aus ihnen Engel machen will!... Wo man aber mit Teufeln spielt da eine Rolle.. In diesem Augenblicke traten wir an die Türe des Zimmers. von wo der Lärm erschallte. In emcm ziemlich geräumigen Zimmer saßen vier Männer an verschiedenen Tischen, während der Betrunkene, ein boher. kräftig gebauter Kerl, danach trachtete, etile wand sich ihm. oqni- n~~.u- � -" der Türe hielt der Kampf einen öcr Betrunkene, ein tzoqt-, �„ trachtete, eine magere, schlanke Frau zu umarmen Diel» w°nd sich ihm, ohne ilachzugeben. stieß ihn vor die Bei unserem Erscheinen in der Türe hielt der Koi�»k•' Augenblick iilile und merkwürdigerweise erfaßt inöf, V Auftegun�wie damals auf ff Ä vic.;' wie voi u gen 0 ua hi ic damals auf dem Bttü unerklärlich- Ausregu' � fühlte, daß ich am ganze« einigen Tagen auf der��ff�.0�, um �zu lehnte ich mich mit dem Rücken an den halbgeöff- ?n?ilüael Ich fühlte, daß mich eme äußere Macht vo« an-» umfaßte, und mich im Stumwind wirbelnd, um- allen Seiten vmi�v aus ihnen Engel machen will!...»uso man aocr m.», auen__________ "r?Äm W S ÄÄil w s-nd d°- Mb i• IKMiM Mkftin WW mirj. Sobald Vir in den Korridor traten.! Ö bet � mt- Hermsdorf umsteigen und haben hierbei sicherlich einen Zeitverlust. Sie steigen dann, in Hermsdorf eingetroffen, in den überfüllten Zug und müssen den letzten Teil der Reise größtenteils stehend zu- rücklegen. Siiuglmgssürsm-gesielle in Alt-Elicnicke. Eine Säuglingsfür- sorgestelle wurde vor kurzer Zeit im Lehrerzimmer der neuen Schule zu Alt-Glienicke eröffnet. Der Einladung waren die Ee- meindevertreter. die Kommisstonsmitglieoer der Wrsorgestelle, der leitende Arzt Dr. W. Zymalkowski und die Gemeindeschwester ge- folgt. Der stellvertretende Gemeindevorsteher hieß die Anwesen- den willkommen und führte aus, daß die neue Einrichtung für unsere zukünftige Generation von großem Wert sei und von den Einwohnern recht rege in Anspruch genommen werden möge. Die Stelle ist jeden Dienstag und Freitag von 1—2 Uhr nachmittags geöffnet. Außer der ärztlichen Hilfe, welche für Säuglinge hier kostenlos gewährt wird, sollen auch noch die Nährmittel, soweit als möglich, an die ärmere Bevölkerung verausgabt werden. Nachdem Dr. W. Zymalkowski feine in Aussicht genommene Arbeit näher erläuterte, fand die Besichtigung statt. Einige Kommissionsmit- glieder haben durch ihre rege Tätigkeit diese sehr wichtige Stelle unseres Ortes so gefördert, daß dieselbe nunmehr der Allgemein- heit zur Verfügung steht. Auch an werdende Mütter sei hier ganz besonders der Appell gerichtet, vor ihrer Niederkunft diese Stelle aufzusuchen, der leitende Arzt wird allen Ratsuchenden sein Bestes zur Verfügung stellen. Außerdem ist noch eine Schwester in der Fllrsorgestelle tätig, welche iederzeit allen Hilfesuchenden Beistand leisten wird. Das nächste städtisch« Volkskonzert des Philharmonischen Or- estero, unter Leitung von Richard Hagel, findet heute in der hilharmonie, Bernburger Straße 22/23, statt. Beginn des Kon- zertes 8 Uhr. 3m Humboldt-Theater, Badstraße 19, wird gegenwärtig ein Film vorgeführt unter dem Titel„Schiffe und Menschen". Dem Film schließt sich ein Varieteteil an, der neu eingeführt ist. Wäh- rend der Vorstellung wird auch Propaganda für den Wiederaufbau des Leipziger Eewerkschaftshauses gemacht. Aus den Organisationen Bezirksverband Berlin-Vrandenbnrg. Die Sitzung des Zentral- Vorstands mit Aktionsrat findet heute abend 8 Uhr in den Pracht- sälen„Alt-Berlin", Blumenstraße 10, statt. Tagesordnung: Der neue Magistrat. Die Eeschäftsleitung. 4. Diz-Ilt. Sonnabend, 6 Uhr, Sitznns des Her Uuolchuffe» bei Helmuth, Eörliher Str. öS.— lZ. Sbteiluna. Montag. Tih Uhr bei Peioker, Tuvigfti. 11. Eenosien T l a j n s ober.Dia kommunalen Ausgaben i Versammlung. Vortrag de»______________________ Vrob-Berlins". Die int-relsleiten Eenosfinne» und Genossen sind dazu besonder» eingeladen. 11. Disttltt, 4. Abteilung. Montag, 7 Uhr, Keller» Feftsil«, Lergftr.«. Ab- teilungsversammlung. Tagesordnung�„Unsere Organisation und ihr« Organe". — Neuwahl de» Lorstandes. 11. Distrikt. Sonnabend, llhr, Vortrag de, Senosfen P r a g« r über„So- ztalifierunastheorien in England", im Gesanasaal der Schule, Gartenstr. KS. 18. Distrikt. Frauen», Arbeit»- und Kinderschuh- Kommission. Sitzung, Freitag, 7 Uhr, bei Bahr, Badstr. 44. Distrikt Niederbaruim-Vord. _______________________ Für den Verwaltungsbezirk IS findet am S»nn- abend, pünktlich«zh Uhr, in Pankow, Schulaula, kiunowstrabe, eine Konserenz statt. Zur Teilnahme verpflichtet find: Die gewählten Bezilksverordneten(Be- .-.....~... v._.......--->----------"''--- kominu- Auf .... dunaskommtlflon eine Kinder- Wanderung. Die Genossen werden ersucht, ihr« Kinder daran teilnehmen zu lassen. Iresfpunkt morgens 7% Uhr an der Evangelischen Kirch«/ Vereinskalender wir mache»«rnent darauf anfmerifa»,»atz für die Einrihtung—n Vekannt- vereinslalender eine Gebühr von l.i4 91. pro Zeil« erhoben Reichsbetrieb« und verwaltungibehör- >u«, Engeluser 14-lö, Vollversammlung. Kranienkassenangestellte iSr-h>B«rlln sOppontions. Freitag, nachmittag», 4 Uhr '' 1,*1" machunaen im wird, die vorher z» - x, entrichten Ist. Dentscher Tra»»po»tarbeit«r-V< den. Freitag, 7 Uhr, im Sewe Irankenkassenangestellte »»»»»ortarbeiter-verb-nd. lnicht 7 Uhr), Versammlung, Klubhaus, Öhmstraste. � «trbeiter. Samariter, Kolonne Berlin«. B.. Abteilung Westen. Freitag, 7ih Uhr, llebungsstunde im Lokal Schönebrrg, Larbergstr. 11. Verband lozlaliftifcher Lehrer. Sonnabend, abend, 7 Uhr, Rathaus, Zw«« Rr. 10S, Vollsitzung. Soz. Proletarier, fugend, Wedding 1. Heute, abends 7 Uhr, öffentlicher Tis» kusstansabend bei Kroll, Utrechter Eike Hennigsdorser Stratze. Thema: �sta» wir wollen". � Internationaler Bund aller Krlegsovser. Heute, abends 7 Uhr. findet W Hans, Treptower Lustgarten, für die Ortsgruppe Treptow-Baumschulenweg, eiae ordentlich« Mitgliederversammlung statt. Turnverein„Die Ratursreunde", Ortsgruppe Oberschöneweid«. Heute, oben« S Uhr, Zusamenkunft bei Schulz, Klara» Eile Luilenstratze. kbebr. Pirrburg. Am Sonnabend, den 14. d. M., Versammlung um 2 Uhr im Kärlich, Adalbertstr. 84. Der Betriebsrat: Esser. Verantwortlich für die Redaktion: Emil Rabold, Berlin. VerantworUich für den Inseratenteil: Ludwig Komeriner, Karlshorst.— Verlag« genossenschaft.Freiheit"«. E. m. b. S., Berlin.— Druck der.„Fr-ihcii"-Dr»ckeret AotM. 1»Ä Ne stag. 5H Ble. Z.- zahlt Wiemer Paacalalrasaa? an der Helmholtzstraße und Goßkowsky-Brücke Kupfer 11,76 Rotguß 10 r* Messing 5,75 PMaHilUl 35,-' alle and. Metalle z.ssßch.Tallvl«. I. Abnfch, Metall mt* Blankenseldestr/S zw. Zllexanderpl. u. 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Spange n.iseiienkiama 9.50 1 elegantes Kollier n. Tango-King.... 9.60 1 Paar Manschettenknöpfe,• 9.60 Nippes 1 Glasvase Mm.................. 8.50 2 Glasvasen k»7................ 9.60 2 Vasen Gran Kepanbagm........... 9.60 Mark Porzclian, Steingut, Glas, 6 Speiseteller steingat............ 9.50 1 Salz- oder Mehlme'kle......... 9.50 1 Wasserkanne du»« Steingut....... 9.50 2 grosse Kompottschüsseln ateiognt 9.50 1 Satz Salatnäpfe Steingut... b stoet 9.50 3 Vorratstonnen Steingut, bunt...... 9.50 6 Gewürztönnchen Steingut, bunt.... 9.60 1 grosse Schüssel Steingut, veln.... 9.50 1 Aufsatz PotzeUan, bunt........... 9.50 1 Speiseleller PeneUau mit GeMrud.. 9.50 4 Paar Tassen bunt PomeUen....... 9.50 2 grosse Glaskompottschalen...- 9.60 / TAGE Wirtschalt 1 Aluminhim-Schöpflöffel....... 9.60 1 Waschbrett u. av waacbaklaameru... 9.50 1 Servierbrett.................. 9.50 1 bezog. Aermelplittbrett....... 9.50 2 Pat-Kleiderbügel Mit HeMuotreefcMr 9.60 6 Obst- oder Kartoffelhorden-. 9.60 1 Eierschrank................. 9.50 6 Gläserteller mit Nickelrand... 9.50 2 Teegläser mit Untersatz...... 9.60 1 Springform Mit Weltkleehraad..... 9.50 1 Roßhaarhandfeger...» 9.50 1 Kokosbcsen.................. 9.50 Mengenatlsg Abe vorbcbAltcnl Gardinen nnd Tapisserie Gardinen«m stuck, maw» gesackt,... Mtr. 9.50 Gardinenreste S'/i Mtr. lang......... 9.60 Gardinen Mull gemurtert, 90 an breit..... 9,50 Küchentischdecken 7 sttick ftir...... 9.50 Leitungsschoner u. Stuhlsitz i» LineL 9 50 Scheibengardinen p«'...........- 9,50 Leitungsschoner gewichoet.......... 9.50 Decke d0/80 gros«, Lein« gezeichnet..., 9. 50 2 Tablettdecken Leinen gezeichnet..... 9.50 3 Quadrate Leinen geoeiatmet........ 9.50 6 Mtr. Küchenkante weira-bnit gewirkt. 9.50 Hn Erfrischungsraum 1 Tasse Schokolade mit oeMek..... 95 Pt 1 Tasse Bohnenkaffee»it Gebiet.. 95 pl Schokoladen-Eis mit Waffel........ 95 pl div. Puddings& Portio........... 95 Pf. 1 Glas Frankfurter Apfelwein... 95 Pt