Cbijctprcls 20 Pfg.• 3. Jahrgang Freitag, den 13. August 1S20 Nummer 32»- Abend-Ausgabe •I««RtrihHt*«rslhlkt«uttgtn» mtb nachmUtag», Bomtlee» und Montaz»»» «maau D«r Bq-g-prei, deträgt bei freier FusteUim« ins gims für Groß-Bcrlw 10— ffll. h« Mtous z-hlb-r. von der Spedition selbst abgeholt»,b0W. Für Post. Jeiag nehmen sämtliche Postanstalten Bestellimgen entgegen. Unter Streifband d«»«g«« für Deutschland und Oesterreich Ik.so W., für da» übrig« Ausland 21, iO M. p-jüglich Baluta-Auffchlag, per«rief für Deutschland und Oesterreich Z0,— M. «Oda««»«»«rpediiivn und«erlag! iverlt»«*,«rette Stresi-»«». «- achtHefnaltene OIonpae»ille,eil.»der deren U-»-» doste« b,- M.«ttstchNkststch PeuernngvMschlag.«leine«meigen! Da» fettgedruckte Wo« 2,- DU, jed« wort 1,S0 TO, eiuschll estlich Teurrungszuichlag. Laufend« Ameigeu MutAm». Kanrilien-Anzeige» und eteüen. unbedingt zuverlässigen Erkundungen festgestellt werden konnte,| daß Hö lz wegen seiner Taten im Vogtland von der Tschccho- I Slowakei an die sächsische Regierung nicht ausgeliefert werden würde. Jetzt muß dieselbe Meldezentrale sich selbst demen« i tteren und gibt damit nach mehr als acht Wochen der Telegraphen- Union recht, die über die Gründe, die die Tschecho-Slowakei bewog. Hölz nicht auszuliefern, schon seit längerem genau informiert war.• Es wird daher gut fein, in Zukunft ein wachsames Auge auf dl-; Dresdener Falschmeloezentrale zu haben, die fich anscheinend der( deutschen Oeffentlichkert gegenüber nicht verantwortlich fühlt. J Streng nationale sächsische Zeitungen erklären jetzt, daß sie dieje � krankhaften Ausgeborten sensationsgieriger Journalisten in Zukunft weit von fich weisen werden. Die den Weg bereiten (Aus einem Roman von LawrenceFolliot.) Der große Saal war voller Menschen. Co oft Jim Reilly sprach, kamen seine Genoffen, um ihn zu hören: dem Manne eignete etwas Magnetisches, etwas, das das stumpsste Gehirn erfaßte und mr Arbeit zwang. Der Vorsitzende murmelte etliche einleitende Worte, Dick Mason war kein großer Redner, ein bleicher, kränklicher alter Mann mit dem Mut eines Löwen in dem verkümmerten Körper. Er war «in geschickter Tischler gewesen, doch hatte ihn ein Unfall der rechten Hand beraubt und seither mußte er Handlangerdienste ver- richten, ein« Arbeit leisten, der jeder zwölfjährige Knabe fähig ge- weien wäre. Dennoch klagte er nie. verlor nie seine gute Laune. Er par viele Jahr« hindurch der Führer des Holzarbeiter-Verban- de» gewesen, gehörte mit Leib und Seele der Bewegung, der er sich »is junger Mann angeschlossen hatte. Reben ihm stand Bob Erest, ein hochgewachsener, blaffer Bursche mit den schlanken, starken Hän- den eines Künstlers. Bob Erest arbeitet zehn Stunden am Tag in einer Fabrik, unentwegt wiederholten seine geschickten Hände die gleiche tödlich eintönige Bewegung, zehn Stunden am Tag mußt« sich sein kluger Kopf damit begnügen, hölzerne Bolzen herzustellen. Kehrte er jedoch abends heim, so wurde aus der Maschine Bob. der Mensch Bob, der Künstler Bob. Seine kleine Stube war voller Holzfiguren, die eines Meisters Hand geschnitzt hatte. Das ganze elende, trostlose Leben der Armen atmete in dem. Raum: rachitische Kinder streckten krallenhafte, verkrümmte Hände aus, starke Män- ner standen unter der Last einer allzu schweren Bürde fast zu Boden gedrückt. Frauen sah man. die die Fron des Tages aller weiblichen Schönheit beraubt hatte, alte hexenhafte Weiber aus ihnen machend, in Jahren, da die reiche Frau den Höhepunkt ihrer Schönheit erreicht. Sorgenzerfressene alte Mutterchen. Greise, er- schöpften, verprügelten Tieren gleichend, verkündeten allen, die Augen hatten zu sehen, die Ungerechtigkeit der Welt. Di« Gestalten waren häßlich, einige schier abstoßend, dennoch mußte ein kundiges Auge die unendliche Liebe und das Mitleid erkennen, das ste ge- schaffen hatte. Jim Reilly bestieg die Tribüne, von freundlichen Zurufen begrüßt. Er blickte auf das Meer von Gesichtern ntwer. das ruhelos in dem halbduntlen Räume wogte. Die Züge unter ihm schienen zu verschwimmen, im Dämmerlicht zu verschmelzen, ein Teil des Düsters zu werden. Jim sah bloß zahllose Augen, die den seinen begegneten. Verdrossene, traurige Augen, hoffnungsfrohe, junge Augen, Augen, erfüllt von leidenschaftlicher Sehnsucht. Augen voll halb wahnsinniger Wut und wildem Haß. In dem schlecht echellten Raum schienen die Augen durch die Luft zu schweben, ihn zu rufen, ihn anzuflehen. Jim Reilly hob die stark« braune Hand und das verwirrte Ge- murmel der Menge ward jählings zu gejpamitem. envartungs- vollem Schweigen. Schlicht, ohne rhetorische Verzierungen begann Jim Reilly zu reden. Er sprach von dem letzten Streik, der vor vierzehn Tagen klag- lich zusammengebrochen war. Die Gewerkschaft war niedergerungen worden und das triumphierende Kapital hatte die Bedingungen diktiert. „Wir wurden geschlagen. Genossen, nach einem kurzen Kampf von drei Wochen. Wißt ihr, warum wir geschlagen wurden?" „Streikbrecherl" „Kein Geld!" „Unser verfluchtes Pechl" Jim Reillys Stimme wurde hart, feine blauen Augen funkelten auf. „Jemand sagte: Streikbrecher und er hatte auch recht. Gäbe es keine Gelben, unser Stteik und alle anderen Streiks würden siegreich sein. Wessen Schuld jedoch ist es. daß es Gelbe gibt?" .jvie verfluchten Reger!" Reillys Antwort blitzte zurück. „Beschimpft nicht die Neger. Genossen, selbst wenn fie Streik- brecher sind. Ihre Schuld ist die geringere. Wißt ihr. wessen Schuld es ist, daß es noch immer Gelbe gibt, um unsere Streiks zu brechen? Eure eigene. Ja. eure eigene, und wenn die Dinge immer schlechter werden, wenn Niederlage aus Niederlage folgt, wenn die Herren ebenso mächtig, wenn nicht mächtiger als vor Jahren find, so ist dies euer« eigene Schuld. Genosseu, bloß euere eigene Schuld." Seine Worte fielen wie Peitschenhiebe in die emporgehobenen Gesichter. .Mas zum Teufel glaubt ihr denn eigentlich, da» ihr tut? Spielt ihr ein Spiel, spielt ihr Revolution? Ihr kämpft. Leute. kämpft in der furchtbarsten Schlacht, die je ausgefochten wurde, ihr seid im Gedränge der Schlacht, jede Bewegung, jeder Atem- zug zählt, entscheidet über Niederlage oder Sieg— und ihr, Gott helfe euch, spielt weiter, als handelte«s sich um eine Partie Billard. Die Schlacht kann gewonnen werden, fie ist bereits ge- wonnen worden; unsere russischen Genossen haben die Feinde ge- schlagen. Weshalb gelang es ihnen, den Sieg zu erringen? Weil sie mit Herz und Seele darum kämpften, nicht mit halbem Her- zen, wie ihr, weil sie wahre Revolutionäre sind, ob Mann, ob Frau, mit Feuerseelen und Geistern, lebendige Flammen, die mit ihrem Schein die Welt erleuchten. Und was seid ihr? Men- schen, die nicht zu kämpfen verstehen, zu faul, um für die eigenen Interessen zu wirken, zu verweichlicht, um mit den Leiden einer kurzen Spanne Zeit die Möglichkrtt eines menschenwürdigen Da- sein« zu erringen. Guter Gott, habt ihr denn vergessen, wofür ihr kämpft? Muß ich euch daran erinnern? Wenn ihr an diesem drückenden Jullabend heimkehrt, blickt euch um in euerem kleinen dumpfigen Zimmer, atmet den Ge» stank ein, der von der Straße aussteigt, bettachtet euere blassen kränklichen Kinder, seht die Frauen an, die noch vor wenigen, Jahren frische junge Mädchen waren, und seht, was Unterernäh- rung und harte Arbeit aus ihnen gemacht hat. Denkt an die' Mädchen, denen ihr auf der Straße begegnet seid, geschminkt, schamlos, die gezwungen wurden, ihren Leib zu verkaufen, damit- dieser Leib leben könne. Schaut in die Wirtshäuser und seht s Männer und Frauen, die sich mit schlechtem Alkohol zugrunde richten, weil ste bloß so das Elend, das sie Leben nennen, ver» gessen können. Und wenn ihr all dies gesehen habt, wirklich gesehen, nicht nur mit eueren Augen, sondern auch mit euerem Gehirn und eueren Herzen, wenn der Gestank euere Nüstern füllt, dann schließt die Augen und beschwört ein anderes Bild herauf. Ein Bild, genau das Gegenteil von dem, was ihr eben geschaut. Große lustige Zimmer, die Fenster gehen auf prächtige Gärten. Fühlt ihr die köstliche Luft, die hereinsttömt, den Duft der Rose» und des Jasmins? Bettachtet die Leute in den schönen Häusern, Männer und Frauen. Ste rasten— ruhen sich vom Nichtstun aus. Seht, wie jung diese elegant gekleideten Frauen aussehen und dann schaut euere eigenen Frauen an. die zehn, vielleicht zwanzig Jahre jünger find und aussehen wie fünfzig. Kommt mit mir in da» Kinderzimmer, seht die rosige« wohlgenährten Babies in ihren kleinen weißen Betten. Gott weiß, daß ich keinem kleine« Kind das Best«, was diese Welt zu bieten hat. mißgönne. Ader seht jetzt euere eigenen Kleinen an, drei von ihnen aus einem schmutzigen Strohsack. blaß, unterernährt, kränklich. Habt ihr die beiden Bilder gesehen? Seht ihr sie? Um Gotteswille«, öffnet euere törichten blinden Augen. SchautI Schaut!" Er hielt inne. Hunderte von Augen, blicklos auf die Tribüne starrend, schienen erfüllt, von den Bildern, die er heraufbeschwo» ren hatte. Müde Gestchter wurden grimmig, schmutzige harte Hände ballten fich zur Faust. Ein Hauch von wildem Zorn schien durch den Raum zn wehen. „Und nun fragt euch"— rief Reilly. seine stahlharte Stimm« durchschnitt das drückende Schweigen—„Fragt euch, ihr Männer und Frauen, die ihr den ganzen Tag schuftet, auf daß andere müßiggehen können, die ihr die Reichtümer der Welt produziert, die andere genießen, die ihr die Feenpaläste erbaut, in denen andere wohnen, weshalb sollen diese anderen alles haben und wir nichts? Sind ste Götter, daß ihr Leben in Freuden verbracht werden soll? Haben sie große Taten vollbracht, für die fie der». artige Belohnung verdienen?. Sie haben ein Verdienst, Genosse� Gin Brief des Kappgenerals Die„Kreuzzeihmg" veröffentlicht einen ihr zugegangenen Brief des Generals Freiherrn von Lüttwitz, in dem er sich mit feiner Rolle während des Kapp-Putfches beschäftigt. Lüttwitz schreibt, bafj Kapp und er mit seinen Freunden im März zur Tat geschritten seien, weil die Wahl zum Reichstag verfassungswidrig hinausgeschoben worden sei und die Regierung die Gefahr des Bolschewismus verkennend, im Begriff stand, die ihr gegen ihn zur Verfügung stehenden Machtmittel zu schwächen. Nur eine baldige Aenderung des Kurses hätte„uns" retten können. Die Kappisten hätten sich entschloffen zu handeln, solange die Truppe noch nicht geschwächt war. Von„nationaler" Seite sei die Tat der Kappisten nachher abfällig besprochen und daran anschließend be- hauptet worden, dag ohne den Putsch die Wahlen viel besser aus» gefallen wären. Dazu sagt nun Lüttwitz: „Es ist zwar manches vorgebracht worden, das diese Behauptung stützt. Andererseits kann aber kaum geleugnet werden, dag das Unternehmen in weiten Kreisen Beifalls gefunden hat.-ua ning. toute viele megung nrazr geruoe ,vrvr>.l.u, 1°.....— Parteien gewesen sein und günstig auf die Wahlen eingewirkt haben? Sicher ist, daß infolge der Tat am 13. März die Wahl ein halbes, vielleicht dreiviertel bis ein Jahr früher stattgefunden hat, »ls Regierung und Nationalversammlung es beabsichtigten. Sie hatte einen nicht unwesentlich anders zusammengesetzten Rerrys- tag und den Sturz der Regierung zur Folge gehabt. Daß daraus u>cht noch weitere Vorteile gezogen wurden, ist nicht un>ere Schuio. 6 Wahrscheinlich, ja wohl ebenfalls sicher ist ferner, daß das a?p-Unternehmen die radikalen Elemente früher Zum »lagen gebracht hat, als sie eigentlich wolltem Das Geschwür wurde ausgestochen, bevor es reif war. zu einer Zeit, wo die Rad»- lolen noch nicht fertig waren, die Truppe aber noch auf ihrer vohe stand. ,»<-« Die Armee hätte bis zum 10. April auf 200 000, bis zum 10. Zulr auf Ivo 000 Mann herabgesetzt sein wüffen. Die l�sehle dazu waren gegeben. Alle Einwendungen dagegen unter H'uu,e,s auf die Gefahren des Bolschewismus von außen und innen wurden schroff zurückgewiesen. Durch unser Handeln wurde d.e Verm.n. derung der Armee verzögert. Noch heute stehen 200 OW Mann unter den Waffen. Welch ein Segen das angesichts der bolsche- wistischen Erfolge gegen die Randstaaten bedeutet, wird wohl ledermann einleuchten...«. Ob diese 200 000 Mann als Kern gegen«inen schweren bolsche» wistischen Ansturm ausreichen werden, ist freilich eine andere Frage." Lüttwitz erzahlt weiter, daß am 17. März zwischen den Kap, Pisten und den Vertretern der bürgerlichen Parteien Vereinbarun, gen getroffen worden seien, wobei sich Ministe r S ch i s f e r im Nebenzimmer aufgehalten habe. Die Kappisten hatten die Be» dingungen erfüllt, von der anderen Seit« sei dies nicht restlos ge- schehen. Die Vertreter der bürgerlichen Parteien wollten sich für eine Amnestierung aller politischen«erbrechen von rechts und links seit dem 8. 11. 1018 einsetzen. Erst jetzt aber sofa an sie herangetreten werden. Lüttwitz habe sich nach dem 17. März noch etwa 8 Tage um und in Berlin aufgehalten. An maßgeben- der Stelle sei sein Aufenthalt bekannt gewesen. Erst Ende April sei er ins Ausland gegangen, weil er sich einer langen Untersuchungshaft nicht aussetzen wollte. Dem Reichs» gericht habe er bekannt geben laffeu. daß er zur Untersuchung er- scheinen werde, wenn die Gewähr gegeben sei, daß die Gerichts- Verhandlung bald im Anschluß daran stattfinden wird. Dieser Brief des Kappistengeneral ist nicht» weiter als eine Verhöhnung der Regierung und deffen, was man in der deutschen Republik unter Rechtspflege versteht. Wochenlang war der Auf- enthalt von Lüttwitz den Behörden bekannt, ohne daß man es für nötig gefunden hätte, ihn dingfest zu machen. Man Netz ihn frei herumlaufen und gab ihm schließlich Gelegenheit, ins Aus- land zu verduften. Bemerkenswert ist noch, daß die Vertreter der bürgerlichen Parteien den General versichert haben, daß sie sich für eine politische Amnestie bis zurück zum 8. November 1018 ein- setzen wollten. Wahrscheinlich haben sie dabei nur an die Am- nestierung der Kappisten und der anderen Gegenrevolutionäre ge- dacht. Als die Vertreter der Arbeiter die Amnestieforderung auf- stellten, suchten sich dieselben bürgerlichen Parteien hinter Aus- flüchten zu verstecken: denn inzwischen hatten sich die gegenreoo- lutionären Element« bereits in Sicherheit gebracht und wegen der Amnestierung der Arbeiter wollte sich das Bürgertum nicht in Unkosten stürzen. ein einziges— sie find reich. Gibt ihnen dies ein Recht auf alle Güter der Erde?" Abermals hielt er inne, durch die Totenstille, die seinen Worten folgte, erklang ein leidenschaftliches Aufschluchzen. Ein Lächeln de» Triumphes kam auf Reillys Gesicht, er fuhr fort, wie einer, den der Geist treibt: „Wenn ihr euch doch dieser Dinge erinnern wolltet, nicht bloß hier, aus dem Meeting, sondern täglich, stündlich, jedesmal, wenn ihr die anderen im Automobil vorüberfahren seht, jedesmal, wenn ihr euere Kinder betrachtet, dann würdet ihr lernen, an sie Tage zu denken, die nach euch kommen werden: die Angst, euere Kinder müßten leben wie ihr lebt, leiden wie ihr leidet, würde euch zum Wahnsinn treiben. Doch wäre es ein heiliger Wahnsinn, der Wahnsinn, der einzig und allein die Welt zu retten vermag. Unser Losungswort lautet: entzündet die Fackel der Revolution, möge sie alles Ungerechte und Unreine in ihrem seuer verzehren. Ich aber sage euch: entzündet die geheiligte ackel in eueren eigenen Herzen, werdet selbst zu einer lebenden ackel, die hell in der Dunkelheit leuchtet, den Weg weist nach iner befferen Welt, einer Welt der Gerechtigkeit und des Bruder- tums. Geht hinaus in alle Welt und verkündet das neue Evan- zelium. Fragt nicht erst, ob der Mensch, zu dem ihr sprecht, weiß 'der schwarz, ob er«in Amerikaner oder aus den europäischen Zlums entflohen ist. Lehrt ihn die Wahrheit, dann wird es bald .eine Gelben mehr geben, um unsere Streiks zu brechen und die Macht� wird unser sein. Träumt nicht von der Weltrevolution, Genoffen, als von etwas Fernem, Lebt sie!"... fAus dem englischen Manuskript übertragen von Hermynia Zur Mühlen.) Proletarisches Theater. Von einem Zentralbureau für Neue Bühnenkunst soll em prol�arMes Zcheater eröfftlet werdem Dieses Unternehmen hat nichts mU dem Proletarischen Theater der revo. utionaren Arbelter Eroß�Berl.ns � tun. das von Arbeitern und ihren Organisationen verwaltet und geleitet wird Es mußte während der Kappt°ge leine Vorstellungen in der Philharmonie unterbrechen. Es wird im Oktober wiederum beginnen und zu- nächst Stücke aus Sowietrußland und Ungarn spielen. Die Proletkult zentrale in Moskau hat Delegierte nach Westeuropa geschickt, die das Jntereffe. für den Prolctkult auch bei uns wecken sollen. In diesem Sinne soll in Verlin ein Kursus über die Fragen der proletarischen Kultur begonnen wer- den. der den Zweck hat Eenoffen fur die Proletkultarbeit vorzu- bereiten. Eine vorbereitende Besprechung für d.esen Kursus findet statt am Sonnabend, den 11.-lugust, Eipsstr. ZS, Zimmer 5, i'A Uhr. „ Deutsches Theater. Am Dienstag ist die Neuem» studierung der Echicksalsgroieske„Der Floh im Panzer» Hans" von Robert Forster-Larrtnaga. Die Behauptung, daß der Kapp-Putfch„die radikalen Elemente" vorzeitig zum Losschlagen veranlaßt habe, ist natürlich ein blanker Schwindel. Richtig ist nur, daß die Kappisten von ihrein Streich eine weitere Hinauszögerung der Abrüstung und der Berminds- rung des Heeres erwartet hatten und in dieser Erwartung haben sie sich auch nicht getäuscht. Der Brief des Kappgenerals beweist aufs neue, wie notwendig die vollkommene Beseitigung des Mili- tarismus in Deutschland, dieses Horts der Reaktion, ist. Eine Hundstagskomödie Um der Reichswehr den Schein einer demokratischen gierung die»«chftchml««»«» stir 300 MnWSnge. 170 1 Wagen Fett«Rh IM Wagen Uniformen otöU halte.£tt Durch- 1 0_____ können. Von einem Manne vom Schlage umoow»«-im,.™. nicht, daß er sozialistische Arbeiterblätter zu lesen und über ihren Juhall unterrichtet zn sein pflegt. Nene verhastnngen in Ungar». Wie aus Preßbnrg gemeldet wird wurden am Mittwoch abend einige Führer der sozial- demokratischen Partei in Komorn verhaftet. Als Grund der Verhaftung wird angsgeden daß die Polizei erfahren habe, die Parteileitung veranstalte geheime Versammlungen, in welchen Beratungen über die Verwirklichung des Räte« fystems gepflogen werden. Betriebsräte ......................... Gewerkschastsbommission und Afa Vom Geschäftsführer des Ortskartells der Af« geht uns folgender Bericht zu: Am Donnerstag fand im Lokal„Juaendfäle" Rofenthaler Straße 36, eine kombinierte Sitzung der Gr up p e n r af e der A f a und der Z e n t r a l e i n d e n Z e l t e« stait. Nach eingehe«. der Aussprache wurde einstimmig folgende Entschließung ange- ---------___ nommcn: Die Znsammenfassung atterräteineinefrei- ist sofort vorzu- neh men. sechsaliedrig« Kommffsion zu wählen, 3n diesem 3�* gemeinsam mit den bisherigen nehmen hat." � Reihen der Angestelltenräte: Wilhelm Gewählt wurden an« sußmann(Metallindustrie). Julius Jacu- Bernard und Stegmund e-uv» � Arbeiterräte: Reinhald «« W- Ott. K.««. gjUi«t e n. richtet Iii ten- und Arbeiterräte. Wir machen ie„Miinzstraße" die provisorische Zen- W, an der Gewerkschaftstom' etriebsrätezentrale beteiligt sind. Frei- gewerkschaftliche Betriebsräte gehören also dorthin, wenn sie nicht egen die Beschlüsse der Eewerkschaftskommission verstoßen wollen. lmenfassung sreigewerkschaftlicher Betriebsräte ohne Rück- Die Zusammen„.a,_____.JBI____ ficht auf die Parteistellung erfolgt nun von dort aus. Zum min- «chtcn hat das für die Angehörigen der Arbeitergewerk- f ch a f t e n bindende Geltung. Die Aufforderung, den Aufruf zu ignorieren und alle Arbeiter- und Angestelltenräte in eine frei- gewerkschaftliche Zentrale zusammenzufassen, die gleichfalls in der Resolution enthalten ist, kommt also einer Aufforderung zur DNz'Plinlosigkeit gleich. Wir sind erstaunt, daß Angehörige einer gewerkschaftlichen Kör- pcrschaft, des Ortskartells der Afa, die Beschlüsse einer anderen ge- werkschaftlichen Gruppe, der Gewerkschaftskommission, so wenig achten. Indes führt eine offizielle Aufforderung des Ortskartells, die uns gleichfalls zugeht, dcks Recht der Afa zu selbständigem Handeln auf das zulässige Maß zurück. Die Kundgebung lautet: Angcstellten-Betriebsräte und Obleute! In einem Aufruf der provisorischen Zentrale der Betriebsräte des Wirtschaftsbezirks Eroß-Berlin, C., Münzstraße 24, der von Richard Müllerund Vollmerhaus gegengezeichnet ist und in diesen ' sräte die Auf- von Betriebs- ratsmitgliedern befinden, einzuziehen, und sie der provisorischen Zentral« zwecks Ausstellung einheitlicher Ausweise auszuhändigen. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Ausweise der B e- rauf aufmerksa.______ triebsrätezentrale für Angestellte des Afa� Ortskartells Eroß-Berlin davon nicht betroffen werden und nach wie vor ihre Gültigkeit behalten. Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände, Ortssekrctariat Berlin. Liebeskind. Reinsberg. Eine neue Arbeitsordnung Eine neue Arbeitsordnung ist in allen Betrieben mit mindestens 20 Arbeitern bis zum 1. September zu erlassen, wenn doif eine gilt, die vor dem 1. Januar 1919 erlassen ist. Sie ist im Rahmen der geltenden Tarifverträge zu vereinbaren. An die Stelle des Arbeit•---- terrates tritt nötigenfalls der Betriebsrat. Der Entwurf nicht über die Dauer der Arbeitszeit. Der Inhalt der Arbeits- »rdnung ist für beide Teile rechtsverbindlich. Das Reichsarbeits- Ministerium hat mit den großen Berufsvereinigungen der Arbeit- eder und Arbeitnehmer eine Musterarbeitsordnung ausgearbeitet. ie aber in keiner Weise verbindlich ist und den Verhältnissen angepaßt werden soll. Sl Gewerkschaft und Heimstätte Sämtliche Spitzengewerkschaften Groß-Verlins hatten sich in einer Eingabe an den Obcrbürgermeister�Werlins gewandt und gefordert, daß die Einheitsgemeinde Eroß-Berlin das Siedlung»- «esen unmittelbar in die Hand nehmen solle, und daß bei der Landvergebung durch die Etadtgemeinde die Heimstättenbewerber het Gewerkschaften berücksichtigt werden sollen. Auf die Eingabe hat jetzt der Oberbürgermeister Mermuth dem Geschäftsführer des Heimstättenausschusses der Gewerkschaften Groß-Berlins, Johannes Lubahn, folgende Antwort gegeben: nstätt Üul si« tti dringend auszuüben. und Sied- .Die in dem Antrage der Gewerkschaften geforderte Zentrall- erung des Kleingarten- und Siedlungswesens ist auch nach lnsicht des Magisttats durchaus notwendig. Vor Bildung der Einheitsgemeinde Berlin war es der Stadtgemeinde Berlin versagt, irgendeinen entscheidenden Einfluß aus die einheitliche Vestalwng des im Interesse der Volksgcfundheit so notwendigen Heimstätten- und Kleingartenwesens~ Seitens des im Entstehen begriffenen Kleingarten lunasamtes der Stadt Berlin, zu dessen Aufgaben.auch die Vor- bereltung der Organisation des Kleingarten- und Siedlungs- wesens für die Einheitsgemeinde gehört, sind feit längerer Zeit bereits die hierzu erforderlichen Schritte unternommen worden. Es ist einerseits mit den Vorortaemeinden und andererseits mit dem Wohnungsverband Eroß-Berlin zwecks einheitlicher Be- »rbeitung der Kleingarten- und Siedlungsangelegenheiten sowie wegen der Ueberleiwng der Geschäfte des Wohnungsverbandes auf die Einheitsgemeinde Fühlung genommen worden. 1|'—*------- ZJreirelig. Gemeinde finden am Ist., 1». und 26. September im Etadihau» statt. Verantwortlich für die Redaktion: Emil Radlid, Berlin. Verantwortlich für de« Inseratenteil: Ludwig Komeriner, Korlshorst.— Verlag«? genossenfchast jjteihell" e.®.«. b f>., Berlin.— Druck der �Freiheit-Druckerei «.». b. H.. Verlin C. t,«reite Stratze M.« Nieder� barnlmer Kieinüer-Schag «*••••••••••••*•••••••••••»« «NN Sonntag, de« is. Äugtest 1920 in La«bertz' WaldkchlSHchen. H�msdorf, Dahnhofstr. Veranstaltet vom Ziegen- und.�leintrerzuchtverein Gemeind d.-,S»«ats-,KKmm.-,Bereins-.Vrlval-,�i,rt.tt Große Verlosung. Hauptgewinn: 1 SUkletzzioge�Gefllgel�-ninchen u. a.m. Z« schattige» Garten St gm s«�: Großer Tanz. Erwnohiene 1.50, Kinder 0.50 M. Eröffnüng mittag» 1 Uhr. Bequeme Fahrverbindg. ad Siett. Borortbhf. halbstiwdl. > und Extrazüge■ »D:: MfmllW kauft Orotrnann, Jnhnimisstr. 4. Korden mtl. __ Rat, Beistand, mäB. Preise, Tennhiung. rrOZBSSB. tbe-, Alinient-, Straleeolien. Qnadengosucho I■ Lendgerlchtsrat Dr. v. Kiroddaadk «lexanderstr. 45. Q e s e 1 1 e e h.(geg. Tletz] 8-7, Olänz. Erfolge. tzeeMefet, Nltw. namta.Jurletea. Sonntag 10— 12 Vortrauensiaohen. •annahm« ta ttUtn Sp cWtionen de»«erlag»» Kleine Anzeigen S,tTbc?~it«e � Verkäufe Gardinenverkauf Deutsch, Landsberger Straße 13. Genossen! Anzüge, eben- bürtig jeder Maßarbeit, in Blau- Kammgarn, Twill sowie Tuta- way, gestreifte Hosen, Paletots, finden Sie nur bei Burgherr, Britzer Straße 20, vorn U. billiger wie im Laden. 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