Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Montag.»Sn 16. August 1S20 Nummer SZZ- Abend-AusgaSe «-«onpurrtnnen»«»>"»«" Teuerung», Uschlag. Älclne«iijrige«; Tu» JttJgebrudilc ffiot«| u I T-rts. SDott 1,50 M.. enischlietzllch Teuerung-, Uschlag. Lansen»««»>-'»«> TamMen-Au-eigen und Stellen-S-such. 3.A> W. netto»ro Zeile, s��n-me, q, in WoeteAn, eigen- da, fettaedwchte Wort 1.50 W.. lede, weitrre Wort t. ta. ZMltzrcha: Lvckm- 2080. 2Sti. ISIS i%n, 46Jfi, tSU.«U. esm«;?�5-5.".>n>»dar,»on der Spedition selbst abgeholt»,50M. Ifüi Post. de!oaen Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband �Illottch Oesterreich 15.50 M.. fllr da, llbriae«uzland N.« M. �iifschlag, p« Drees fit Deutschland und Qestcrrrich 20,- M. »»omion,«rpedttio» n»A Vertag,!«ggtta SN, Breit« Straste 8,9. �etiSner-Orffon bw Vnab&ämfßen SojialömwFmUe&catfd)fanöa « ■•'%'f-•»WMsW■■' �>■''•■' Massenflucht aus Warschau Vor der Eizmohme Warschaus? London, tk. August. »Daily Exprch- meldet aus Warschau, dag mindestens MO 000 Einwohner die Stadt verlassen haben. Die französtsche *ud die englische Militii-mission besindsn sich noch in der Stadt. Nach einer Meldung, die amtlich noch nicht bestätigt ist, sollen russische Truppen bereits in P r a g a, die auf dem rechten Weichelufer liegende Vorstadt Warschaus, einge- drungen sein. Von anderer Seite wird berichtet, dah auch die Weichsellinie gefährdet sei. Wie weit diese Nach- richt Wtrifft, kann erst beurteilt werden, wenn genauere Mel- düngen über die Stellung der.starken polmichen Weichsel-� festungen vorliegen./, L, �.,;, Beginn der Schlacht Paris, 15. August. Der Sonderberichterstatter des„Matin" meldet aus Warschau »»m Sonnabend abend, die grohe Schlacht um Warschau habe be- gonneu. Di« erste Phase fei wegen des Bersagens eines»ol- wiche» Regiments nicht gut gewesen. Ein« wichtige Post« ti»« bei Radzymi« habe ausgegeben werde« müssen, ab« im Laufe des Tages habe das Gleichgewicht wied« hergestellt werden loa» w*. Die Stellung sei mtt grohea B«lusten für die Rote Armee wwdergenommen worden, und die polnische« Truppen hätten «nen str die Gesamtvtttetdigungsliaie wichtigen Erfolg«zielt. Yi* e�Ia�t n».et.wa vi«r T�geu Polnischer Heeresbericht TU. Warschau, 1«. August. Polnischer He«esbericht vom'15 August: Die Aktion»« unserer Noidarmee verlaufen gunstig für uns. Die Zahl der Gefangenen erhöht sich in der Gegend von Sochocin auf 600. Wir erbeuteten 120 Munitions- und 80 Proviantwagen. Die Haltuiqg«nferer Ka- vallerie, die auf diesem Abschnitt nur aus FreiwiWqen besteht, ist bei diesen Kämpfen besonders hervorzuheben. Im Rayon Warschau griff der Feind am 14. d. Mts. hartnäckig'den Abschnitt Cigrce— Radcymin—Slunien— Lesriakowicna an. Die Kämpfe um Radzymin waren besonders erbittert. Den Ort wechselte mehrere Male seine Besitzer. Am 15. d. Mts. war Madzymin end- gültig von unserer Abteilung besetzt. Auch bei C h o l m und » ru b i e s z o w haben unsere Truppen Erfolge gchabt. Bei Hru- ieszow iind 11 TOrttA,»»-»—"«■-.....■■•* 100 wurden' die _____------ 0vwehte im Bug«rsenLe«. Wtt nähr.... ften, darunter«inen Stabschef gcfstmgen. Im Süden vir Orte Sohol und Brody in aller»Ordnung geräumt, wobei wtt sämtliches Eifenbahnmctterial fortschßrstten..J&xi Polnisch-nlsstsche Verhandlungen/ Pessimismus in Gngl/anb HR. London,«.August. Manchester Guardian«fährt, dasz die Aussichten auf ein Gelingen der Verhandlungen in Minsk u i ich t g li'n st i g seien. Die Polen hätten noch die Ueberzeugnng, da» Ii« noch nicht geschlagen seien und durch ein« Fortsetzung des Kachpfes ihre Stellung ver- bester« können. Die polnische Friedenseibordnnng ljat den Austrag«halten, die Forderung, dast Polch» sich ganz od« trilroeis« rntwaffnen soll«, nicht anzunehme«. WaffenhUse sür Wrangel London, 15. August.(Stent«.) D« englische Aktionsrat hat-in Telegramm des Sekretärs der zweiten Internationale, Huyvmana, erhalten, in dem dieser mitteilt, datz französische Munitionssendungen für Wrangel bereits in Antwerpen eingetressen find, wo sie von der belgischen Regierung wegen der Weigerung d« Arbeit«, Nionition zu besörder«, angehalten wurden. Die Friedeusaktion der englischen Arbeiterpartei Amsterdam, 14. August. Reut« zufolge hat der Aktion s rat der englischen organisier- ten Arbeiterschaft beschlosten, den Vorsitzenden Adamson und das Mitalied Gosling nach Paris zu senden, um mit den Vertretern d« Eonsederation generale du travail und den srawzö- fischen Sozialisten zu beraten. � TirtiTn Mail" schreibt: Die gestrige Arbciterkonferenz in Lon- «OT vermutlich die einigste bedeutungsvollste und wkhtigste don�war veimu»� � � der Arbeiterklasse, die politische B i erlebt hat. R»r zwei Tage waren dazu ver- unsere Esschicht zzetsammlung einzuberumn, und mehr als wendet worden, sie ßc� g e i n WaU feU tm tauienb Dele-lv-r Nietungen der Arbeiterschaft Kriege waren g�tlsflen war es. dast keine Oppositton, vertreten. Am bemerk keine Berstünmung lmn. Es «« As als vollzählig- und begeisterte Einmütigkeit zu b«. HR. London, 16. Anguft. Manl erwartet k«in«lei Ergebnis d« Unterhandlungen in Minsk/ bis frühestens Mittwoch. Im allgemeinen hat man ziemlich pessimistische Ansichten über die Verhandlungen. Man sürcht�k, dah die französische Politik die ablehnende Haltung der tßcutn bestärken wird, so dah sie vielleicht die vorgeschlagenen Bedingungen der Sowjetregierung ablehnen werden. Di« Bol- sche'Hksten selbst sind mit milderen Bedingungen ihrer Führer ttickzt zufrieden und wünschen Warschau zu besetzten. Di« Rrtten Truppen greifen jetzt aus einer Front von 40 KUomet« von. Norden bis Nordosten die Stadt an. Die polnische Delegation » � London, 15. August. Dem Weekly Despatch wird aus Warschau gemeldet: Die pol- - nische Waffenstillstands- und Friedenskommission habe gestern früh Warschau verlassen. An ihr« Spitze stehe der �lnterstaatssekretär Domski. TU. Warschau, 16. August. Der Rat fiir nationale Verteidigung hält am 1 7. d. M t s. ein« Sitzung ad, in d« das Ergebnis der Verhandlung von Minsk zur D«atung steht. Rotterdan», 15. August. D« Warschau« Korrespondent des Manche st erEuardian meldet, die polnischen Delegierten seien überzeugt, dah die Polen nicht geschlagen seien und bei einer Fortdauer des Kampfes ihre Lag«»«bessern könnten. Die Delegierten hätten Austrag er- halten, jede Entwaffnung, gleichviel» ob vollständig oder teilweise, abzulehnen. Rußlands Standpunkt Pari», 16. August. Wie Petit Parifien aus London meldet, hat K a m c n e m einen Brief an Lloyd Georg« g«ichtet, in dem er sagt,«mgestchts der Feindseligkeit d« französischen Regicrnng. die mit der polnischen Regierung ein Bündnis eingegangen sei. durch daS die Haltung der Sowjetregierung erschwert werde, und das darauf hinauZgehe, die internationale Friedenskonferenz zu verhindern, halte es die russische Regierung nicht für nötig, die d« englischen Regierung mitgeteilte» Waffensttllstandsbedingungen abzuändern. Die Haltung Frankreichs Paris, 15. August. Der Temps schreibt offenbar beewflicht, die französische Regie- rung habe die polnische Regierung nicht aufgefor- dert, die Friedensbedingungen der Bolschewisten zurückzuweisen, sie habe sich lediglich darauf deschränkt, den sehr natürlichen Wunsch auszusprechen, dah die Friedensbedingungen, die man annehmen sollte, die politische llnabhängigkeit Polens und feine ethnographische Integrität nicht berührten. Pari». 16. August. Im Leitartikel des Temps heißt es, ebensowenig, wie die englische, habe die französische Regierung geplant, Truppen gegen die Rote Armee zu sen- den. Militärisch würde es gefährlich sein, ein Expeditionstorps zwischen ein feindseliges Deutschand und Ruszland zu schieben, politisch aber widersinnig, denn die französtsche Politik beruhe darauf, dem Bertrage von Versailles Achtung zu verschaffen, das heißt, am Rheine Wacht zu halten. Wenn Frankreich Polen z« beschützen hätte, so müßte dies im Westen irnd nicht in» Osten geschehen. merken. Füralückliche Eintracht dantte Robert Smillie..unserem Kameraden Churchill". Winfton, sagte er, hat die englische De- mokratie geeinigt, was sie bisher aus eigener Kraft nicht fertig- gebracht hat. Jetzt, wo die Einigkeit da ist, möge Gott uns den Verstand geben, daß wtt sie bewahren. Eiuberttsung des Büros des Internationale» Gewsrkschaftsbunves Paris, 15. August. Havas berichtet, daß einer Einladung der C. G. T. folgend das Bureau des Internationalen Gcwerkschaftsbundes auf den IS. August nach Amsterdam einberufen würde zur Prüfung der durch den russisch-polnischen Krieg geschaf- fenen Lage. Präsident des Internationalen Gewettschafts- Sundes ist A p p l e t o n von d« englischen Trademiion» Ntzepräst-. dent ist Jouhaux.;V � Der russische Eisenbahnverkehr HR. London, 1«. August. Manchester Guardian«fährt von seinem Korrespondenten w MoSka«, dah dieser nach einer Reise von 20 Stunden von der Grenze in Moskau cingottoffen ist. Er gibt ein ausführllches Bild von den gedesiertcn Azisiäud«, in Sowjetrustland, besonders auf dem Gebiete des Ek'enbahvverkchrs. Der Verkehr sei jetzt weit best« aÄ vor vier Monaten. Dieses betreffe nicht nur die mwnttelbare Um» gebilNA MvSkanS� sonder» ganz-Rußland, Vor dem Zusammenbruch der Getreidebewirtschastung Immer deutlicher stellt sich heraus, dah noch nicht einmal die hohe Frühdruschprämie imstande ist, d:e tstroggrundbesiker Zur Ablieferung oes Getreides zu veranlassen. Wir herben schon von einer Mitteilung des preustl scheu Land- wirtschafts Ministers Kenntnis gegeben, wonach die Ablieferung, von Brotgetreide aus der neuen Ernte so lästig betrieben werde, das; eine Stockung in der Belieferung der Großstädte mit Mehl für die nächste Zeit zu befürchten ei. Auch das Ret chsfi nanzmini st eriu m verbreitet eine Erklärung, in der festgestellt wird, daß die Lieferungen an Brotgetreide hinter den Erwartungen erheblich zurückbleiben. Es fei dadurch unmöglich geworden, Dispositionen für einen längeren Zeitraum zu treffen. In der Erklärung heißt es: �" und restlose Ablieferung des Getreides vor Beginn "' las Gebot der Stunde. Die der Kartoffeltransporte im Herbst ist das Gc Landwirtschaft hat es somit in d« Hand, an den planmäßigen Abbau der Zwangswirtschaft mitzuwirken. Mit jedem Zentner Brotgetreide und Gerste, der bis zum Oktober abgeliefert wird, trägt d« Landwirt dazu bei, die Ernährung der Bevölkerung zu verdefferii und damit Ruhe und Ordnung im Lande zu sichern. Es darf erwartet werden, daß die Landwirtschaft das ihr. gestellte große Ziel der Sicherung der Volkscrnährung klar er» kennt und alte Kräfte an die Lösung ihrer Aufgabe setzt. Vor einigen Wochen erst wurden von den Behörden die Klage der Verbraucher über das schlechte Brot mit der Ver- tröstung auf die neue Ernte beantwortet, die es ermöglichen werde, die Zusätze bei der Mehlverbackung herabzumindern. Aus den neuen amtlichen Erklärungen geht hervor, daß die Erwartungen der Behörden fich nicht erfüllen; im Gegenteil, wir stehen vor der Gefahr eines völligen Bex» fagens der Brotversorgung. Als Gründe für die schlechte Ablieferung des Getreides werden angegeben das schlechte Wetter, die Streikdrohungen der Arbeiter, die Maul« und Klauenseuche und die in einem Teil der Landwirtschaft herrschende Unzufriedenheit mit den Preisen. Die ersten drei Gründe sind geradezu lächerlich. Wir hatten in diesem Jahr so gutes Wetter für Wachstum und Reife, daß wir eine Rekordernte zu erwarten gehabt hätten, wenn nicht die Nachwirkungen des Krieges das oerhindert hätten� Mit Streikdrohungen der Arbeiter haben die Landwirte fast gar nicht zu rechnen gehabt; trotz ungenügender Bezahlung. Verpflegung und Unterkunft haben die Landarbeiter vollauf ihre Pflicht erfüllt. Die Maul- und Klauenseuche schließlich beschränkt sich nur auf einige Gebiete des Reichs, ihr Einfluß auf die Getreideernte ist außerordentlich gering. llebrig bleibt nur die Unzufriedenheit mit den Preisen. Das ist der Grund dafür, daß wir einem völli- gen Bankerott der Ernährungswirtschaft zutreiben. Den Großgrundbesitzern genügen die Preise von MK) M. für Roggen und 1550 M. für Weizen pro Tonne, wozu dann noch die Frühdruschprämie kommt, nicht, sie verlangen die völlige, Aufhebung der Zwangswirtschaft, damit die Preise für Ee- treide fich den Weltmarktspreisen angleichen sollen. Das würde bei dem schlechten Stande der deutschen Paluta be- deuten, daß der Konsument fiir das Brot ein Mehrfaches von dem zu zahlen hätte, was ihm bisher dafür abgenommen worden ist. Die Agrarier halten mit ihrer Ablieferung zu- rück, weil sie die Zwangswirtschaft sprengen und den freien Handel auch mit Brotgetreide durchietzen wollen. Geht ihr Wille in Erfüllung, so würde das zur Folge haben, daß auch dasBrotzumLuxusartikelwird und die Lebens- Haltung der minderbemittelten Bevölkerung sich noch weiter und in rasendem Tempo verschlechtert. In den Auslassungen der agrarischen Organisationen kommt dieses Bestreben auch deutlich zum Ausdruck. So be- hauptet der Julibericht der Landwirtschafts- ramm er für die Provinz Pomme r n. daß die Fest- fetzung der Höchstpreise für das Getreide der Landwirtschaft eine große Enttäuschung gebracht hätte. Man wolle dem Landwirt nur noch die Verzinsung seines Betriebskapitals lassen, ein Unternehmergewinn solle fortfallen. Es fei da mtt zu rechnen, daß die Brotgetreideernte viel niedriger ausfallen werde, als nach dem Stande des Strohes angenommen wer- .-'-.cjä.—£X">A Sk—.»"t___ w... den Ecf müf Wirtschaft V—,....,_ a Wirtschaft seufz e". ai>o für die Gestaltung der Preishöhe ihrer Produkte nicht das Gej«z von Angebot und Nach- frage maßgebend fei, fondern die Gewalt des Staates. Diese Ausführungen werden noch ergänzt durch eine Entschließung, die der Vorstand der L a n d w l rt s ch a f t s k a m m e r für PoMmern angenommen hat. Es wird dort behauptet, daß der Frühdrusch ein so germges Ernteergebnis erbracht habe. daß ein Ailsfall von 800 M. pro Hektar entstanden sei. Dazu träten die erhöhten a>epeltatabgaben, die hohen Ausgaben für Düngemittel, für Lohne usw., so daß eine weitere Her- aufsetzung der G etr e id e p r e i s e gescxdett werden müsse, wsm» nie Landwirtschaft kekstungssäHg erhalten blei- bei, soll«... Hier haken wir den Kernpunkt des Falles. Die Agrarier vs, langen die Beseitiyung der verhaßten Ansanxswirsschast, fordern die� völlige Fra�ott des Handels mit Getreide,� kl »mit sie die-Bewr Bevök«rung bis zum äußer»! ?en steigern können. Sie verschmähen die Frühdruschprämie, ie halten niit dem Ausdrusch zurück, um die Regierung zu wingen, ihren Willen zu erfüllen. Aber nicht genug damit, ne haben noch vielfach vorjährige Eetreidebe- stände aufgehäuft, um auf diese Weise einen verstärkten Druck auszuüben. Von einigen Gewährsleuten wird uns ver- sichert, daß auf zahlreichen großen Gütern Pommerns und Ostpreußens noch große Vorräte aus der vorigen Ernte lagern. Die kleinen Landwirte hatten die Abliefe- rungsmaßnahmen meistens befolgt, die Großgrundbesitzer da- gegen könnten ungehindert ihre. Sabotage der Ernährungs- Wirtschaft betreiben. Das Ziel der Agrarier ist ganz klar. Sie wollen das Volk aushungern, damit ihre Profite ins Ungemessene steigen. Jetzt rächen sich die Versäumnisse, deren sich die bisherigen Regierungen schuldig gemacht haben. Statt den Großgrund- bcjitz zu sozialisieren und die Erzeugung von Brotgetreide zu einer�Angelegenheit des ganzen Volkes zu machen, hat man den Forderungen der Agrarier immer weiter nachgegeben. Man hat es zugelaffen, daß die großen Güter in Waffen- lager umgewandelt wurden, mit denen ihre Besitzer allen Maßnahmen der Regierung Hohn sprechen. Je anmaßender aber das Verhalten der Unternehmer wird, desto lauter muß die Forderung der Konsumenten nach Sozialisierung des Großgrundbesitzes erhoben werden. Die Regierung hat gegenüber den Agrariern völlig versagt und sie glaubt, sie jetzt nur dadurch zur Raison bringen zu können, daß sie ihnen das Schlagwort von der Erhaltung von Ruhe und Ordnung zuwirft. Jetzt aber muß mit den Eroßgrund- hssitzern Fraktur gesprochen werden: es ist keine Zeit mehr für halbe Maßnahmen und milde Zusprüchel Der überstürzte Abbau der Iwongswirtschast Ans wird geschrieben:« Von den Produzenten und Händlern wurde die sofortige Auf- Hebung der Zwangswirtschaft gefordert, da sie hiervon erhebliche Vorteile für das gesamte Volk und seine Ernährung versprachen. Die bereits früher aufgegebene Zwangswirtschaft über Leder. Hafer usw. sollten dem Volk die Slugen darüber geöffnet haben, welche Folgen dre Aufhebung jeder Zwangswirtschast haben muß, solange wir dem Aiwland für die bewirtschafteten Produkte je nach dem Valutastand außerordentlich hohe Preise zahlen müssen und so- lange die Produktion des eigenen Lande» zur Versorgung de» Volkes unzureichend ist. Trotzdem gcht der Abbau mit großer Schnelligkeit oonftatten, ohne Rückficht auf die sehr erheb- l i ch e n Schäden, die dadurch für bestimmte Volkskrcise hervor- gerufen werden. Als Beispiel lei zunächst angeführt die Auf- Hebung der Zwangswirtschaft über Oelfrüchte. Die Preise Dr Oelfrüchte für den Erzeuger waren für die diesjährige Ernte bereits um mehr als 200 Prozent gegenüber den vorherigen Prei- jen erhöht. Nach Aufhebung der Zwangswirtschast schnellten die Preise in der Produktenbörse plötzlich für Raps, der bis jetzt 2300 Mk. pro Tonne bezahlt wurde, auf 5000 bis 5300 Mk. pro Tonne empor. Da die Ernte für 1020 zum Teil bereits erfaßt wurde und abgeliefert war. befinden sich heute auf den Lägern des Reiches gewaltige Mengen: man spricht von etwa 250 000 Tons. Die Produzenten verlangen jetzt ote Nachzahlung der Differenz zwischen dem festgesetzten Preis und dem Börsenpreis und sie werden diese nach den bisher gemachten Erfahrungen wahrschein- sich auch erhalten, sodah dem Reich« dadurch ein Schade» von fast % Milliarden Mark erwächst, Wir müssen es immer wieder erleben, daß auf der ein«» Seit« Mit den Geldern des Reiches gewüstet und auf der anderen Seite eine übergroße Sparsamkeit getrieben wird. Da» insbesondere dort, wo es sich um den materiell schwächeren Teil handelt Der Aroeitslosenmarkt ist heute überfüllt und wächst täg- lich an, sodoß sich die behördlichen Stellen und der Reichswirt- sihaftsrat den Kopf darüber zerbrechen, wie fie diesem Anschwellen der Arbeitslosenziffern entgegentreten sollen. Trotzdem gehen ein- eelne Behörden in der rücksichtslosesten Weise vor, indem fie die Angestellten der Reichs stellen in großer Zahl auf die Straße setzen ohne die berechtigten Einwendungen der Betrieb»- Vertretungen irgendwie zu berücksichtigen. Die Angestellten werden in rücksichtslosester Weise der Rot prmgegeben, da die Ausfichte«, «ine neue Stellung zu erhalten, bei der augenblicklich schlechten Wirtschaftslage sehr gering find. Den Angestellten der Reichs- stellen wird e» noch besonders schwer gemacht, in anderen Betrie- ben unterzukommen, da viel« Privatunternehmer stch dagegen er- klärt haben, Angestellt« aus diesen Organisationen einzustellen. Ueber die Rot dieser Angestellten setzt man sich anscheinend leichten Herzens hinweg, obwohl nur ein geringer Bruchteil de« dem Reiche auf der anderen Seite erwachsenden Schadens genügen würde diese Angestellten für einige Monate bi» zur Ueberwindung der schlimmsten Zeit über Wasser zu Halten. Es wäre sehr an- gebracht, wenn sich die ReichstagsabgllorÄneten und der Reichs- wirtschaftsrat einmal dieser Angelegenheit annehmen würden. Die weiteren Folgen der Aufhebung her Zwangswirtschaft wer- den sich sehr bald auf dem Nahrung? mi ittelmarkte zeigen, und es wird die Zeit nicht fern sein, wo man die Zwangswirt- lchaft, vielleicht auch nur in anderer Form, wieder herbeisehnt. Wir rönnen heute schon das langsame Ansteigen der Preise feststellen und die größten Leidtragenden dachet werden wieder die Arbeiter, Aqge st eilten und Bearaten sein. Ueberschichten im oberschlefischen Bergbau Wie auS Kattowitz gemeldet wird, fanden bort am letzten Sonnabend zur Durchführung de» Slbkommens über eine SiÄgerung der Kohlen- Produktion unter Mitwtrkucni des Geheimen Regierungsrats Dr. Boden st ein vom ReichsarbeilSministerimn und des Herrn O st e r o t h vom Retchswirtschastsniin lsterium Verhandlungen zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnchmerkommissionen des Bergbaues statt Sie hatten das Ergebnis,, daß nach mehr- stündigen eingehenden Bespreckungen Richtlinie» stir den Abschluß eine» UeberschtchtabkommenS festgelegt»mrden. welche uun- mehr den beiderseitigen Organisationen bezw. den Bezirkstonfercozcu der Bergarbcilerverdände zur Zustimmung vorgeleIt werden. Um den Bergarbeitern dieses Abkommen schmackhaft zu machen, wird den beteiligten Belegschaften ein Lohnzuschlag von 50% sowie eine verbilligte Fettznlagc von 2 Pfund für jpde. Ueberschicht gemährt. Außerdem können noch andere Lcbonsmili Vr'leidntgzS- stücke und Wäsche verbilligt abgegeben werden. Das Abkommen gilt jeweilig für vier Wochen. In der Frage der Hebung der Produktion im Wewgba« scheint also auch jctzt den Reglcrungs- und Unternchmcrklchsen' die Ber- schärsung der Ausbeutung das wichtigste Mittel zu sein, obwohl eben erst von sachverständiger Seite das völlige Fiasko der Ueberschichten im Ruhrbergbau nachgewiesen worden ist. Bon anderen Maßnahmen hört man nichts. Die Bersichewimz. daß die Regierung nur auf den Bericht der Eozialtsiernngstominitfiou warte, um die Sozialifierung.marschieren' zu lassen, kann die Bergleute wenig trösten. Mit Versprechungen ist nichts geschehe«. Es ist dringend notwendig, daß andere Maßnahmen in den Vorder- g r u n d der Bewegung zur Hebung der Produktiv» gestellt werden. GW Hohn auf das Selbst- bestimmungsrecht Die Volksabstimmung in Ost- und Westprenßen im Juli lsift eine zweifellose deutsche Mehrheit tu allen Abstimmungsgebiete« er- geben. Trotzdem hat die votschafterkonferenz der Alliierten de- schlösse«, eine» Streifen des Gebiets, der östlich der Weichsel liegt, abzutrennen und ihn Polen zuzusprechen. Dadurch würde Teutschlaud vollständig von der Weichset abgeschnitten sein. Die deutsche Regierung hat nuumehr eine Protestnote an den Obersten Rat und die Regierungen iu Parts, London und Rom ab- gesandt. GS wird darauf hingewiesen, daß wiederHoll schon gegen diese Lösung der Frage Stellung genommen worden fei. Durch die Abstimmung vom ll. Juli 1920 sei der Wille der Bevölkerung einwandfrei zutage getreten, daß das gesamte wesspreußische Gebiet Deutschland zuzusprechen sei. Ter Friedensvertrag sähe für Pole» lediglich ein StromaufsichiSrecht vor, das in keiner Weise die Begründung zu territorialen Gebietsansprüchcn geben könne. Di« deutsche Regierung erhebe Einspruch gegen die Entscheidung deS Obersten Rate», lehn« eS ab, irgend«ine Verantwortung für die sich daraus ergebenden Folgen zu übernehmen und erkenne die Ent- scheidung nicht an, daß fie mit de» Bestimmungen des Frieden?- vertrag«? nicht vereinbar set Die Rechte der Beamtenschast Aus Beamtenkreisen wird uns geschrieben: Betrachtet man die Widerstände in der Beamtenschast gegen die U. S. P. D., so findet man daß diese Widerstände zumeist darauf beruhen, daß die Beamtenschaft glaubt, die ll. S. P. D. fordere die Beseitigung der Pensionsberechtigung sowie samt- licher wohlerworbene» Rechte der Beamtenschaft, um sie in ein unsicheres Arbeitsverhältnis überzuführen. Trotzdem die Gegner unserer Partei wissen, daß das nicht der Fall ist, wird diese irrige Meinung der Beamtenschaft gegen uns ausgenutzt und in den Ver- sammlungen gegen uns als Tatjache hingestellt. Man pflegt diese unwahre Behauptung weiter, weil die Gegner gena» wissen, daß die Macht der Reaktion bald vollständig gebrochen fem wird, wenn die Mehrheit der Beamten erst zur ll. to. P. D. gehört. Da nnn aber die Beamtenschaft sich selbst heute noch zu wenig politisch betätigt, trotzdem die politischen Parteien Uber Besoldungs- und Personalresorm sowie über die weitere» Rechte der Beamten beschließen, wird gerade mit den Behauptungen, die U. S. P. D. wolle die wohlerworbenen Rechte beseitigen, die größte Agitation gegen uns betrieben. Um diese Behauptung ein für allemal aus der Welt zu schaffen und unseren Funktionären einen festen RÜGalt zu geben, stell« ich hiermit öffentlich fest: dl« U, S. P. D. i st stets für die wohlerworbenen Recht« der Beamtenschaft eingetreten. Das zeigt sich bei. der Besoldungsreform wo Anträge der ll. S. P. D. zwecks Ver« besserung ver Lage der Beamten von der Mehrheit abgelehnt wurden. Bei der Frage der Eingruppierung in. die Besoldungs» gruppen, des Ruhegehalts, bei der Personalresorm wie beim B c amtenrätegesetz wird die L. S.?. wieder mit aäsr Kraft. dafür eintreten, daß die Rechte der Beamten den neuzeitlichen Ver- hälinissen entsprechen Die U. S. P. D. verlangt, daß jedem Menschen von der Geburt bis zu seinem Tode, ob arbeitsfähig oder nicht arbeitsfähig, die ausreichende Existenzmöglichkeit innerhalb der menschlichen Gesellschaft gesichert wird. Darum rufe ich ver Beamtenschaft zu:„Ihr habt kein Recht, euch außerhalb der Reihen des kämpfenden Proletariats zu stellen. Hinein in d i e U. S. P. D. und kämpft mit, Schulter an Schulter mit der Arbeiterschaft, für die Befreiung der Menschheit aus den Fesseln des Kapitals, das wiederum droht, uns inneueKriegezu verwickeln. Auch für uns die Parole:„Vorwärts, durch Kampf zum Sieg!" Für den Frieden Eigene Drahtmeldung der«Freiheit". Bremen, 15. August. Am Sonnabend, den iL August, veranstalteten die drei so« ziali st i scheu Parteien und die freien Eemerkschas« te« eine Massenknndgebnng gegen den russifch-xolinsche» Krieg. An dieser Kundgebung unter freiem Himmel brtelligt:» sich ungefähr 25 000 Personen aller Parteien. Die Redner wiese» auf den Ernst der Situation hin und forderten vor allem die Vcr- kehrsarbeiter(Eisenbahner, Transpoetarbeiter, Hafenarbeiter nfw.) aus, alle Massen- und Munitionstransporte «ach Polen mit allen Mitteln zu verhindern. Dieser Kund« gebung schloß sich ei» gewaltiger Demonstrationszug durch die Stadt an, der sich dann spater in aller Nahe auflöste. Das provskatorifche Auftreten der Sicherheitspolizei rief starke Erregung in der Masse hervor, auch Lockspitzel schienen ihre Hände im Spiel zu haben. Durch die Vesonneicheit der Arbeiter wurden jedoch Störunge» vermieden. Da die Angestellten der Straßenbahn sich an der Kundgebung beteiligte», ruht« der Berkehr der Straßenbahn von 12% bis 5 Uhr. Am Freitag fand bereits ein« große Versammlung sämtlicher Berkehrsaebeiter statt, in der Redner sämtlicher Parteien an die Berkehrsarbeiter die gleich« Aissordernug richtete». Gekaufte Lügner Die Agenten der Pinkertongesellschast und der Deutschen Wirt- schaftshilfe werden systematisch in die organisierte Arbeiterschaft hineingetrieben, um dort Srimmung für Putsche und Gewalt- taten zu machen. Zwei Erklärungen vo» Agenten, die in Magde- bürg km Auftrage des Zuhälters Altmann arbeiteten, zeigen uns, daß die Spitzelgesellschaft vor Erpressungen nicht zurückschreckt, um von den Agenten das gewünschte Material zu erhallen. Die Erklärungen lauten: Ich erkläre, daß ich im Juni 1910 mit Paul Altmann durch Inserat bekannt geworden bin. he-be ihm Berichte geliefert über öffentliche Versammlungen. Spater habe ich»ich auf Ve- treibe« Altmau»»»« die Kommunistisch« Partei ausnehme» lasse»»»d wahrheitsgemäße und belanglose Beruhte, weich« »icht zu seiner Zufriedenheit waren, geliefert Darauchm weigerte ich mich, weitere Bericht« zu liefern, und er drohte. mich bei meiner Firma zu denunzieren, llm mich nicht der Gefahr auszusetzen, entlassen zu werden, lieferte ich ihm noch einig« Berichte und brach dann Ende 1919 jede Be-� zielmng mit ihm ab. Magdeburg, den 12. August 1929. Lindow. Ich erkläre freiwillig, daß ich von Anfang November 1910 bis 24. April 1920 im Auftrag von Paul Altmann über die Äommunistifche Partei, der ich zn diesem Zwecke beigetreten .... �-*""«1____:.tf. i~_ L-"cl-... c»„—. J. IC%. C-T, i."x.,« m I g i e r»» g die« Arbeit leiste. Seit dem 24. April habe ich für Altmaim nicht mehr gearbeitet, auch nicht für irgendwelche andre Stallen. MagdeÄurg, den 12. August 1920. R o b e r t M e y e r. Die Pinkertvnfpitzel sitzen nicht nur in Magdeburg, sondern in allen Betrieben und Organisationen. Di« Arbeiter werden nach» drücklichst gewarnt Beruhigung Saargcbiet. Die„Saarbrücker Zeitung" und diß „Saarbrücker LanÄeszeitung"«Meinen wieder unter Auf» Hebung der«orzensut. Die Verhandlungen werde« heute wieder abgenommen werden. h aUiV.*»eM Offiziere von Igna» Wrobel. und manche Kunsttänzer und manche Spieler und einige, die reich sind haben den bunten Rock einfach ausgezogen und sehen stch das Weltgetriede etwas spöttisch und etwas verdrossen von ihrer Klitsche oder von ihrer Villa au» an und besuchen nun hier und da die ge- lelliae Zusammenkunft des Regimentsabends, wo schwerer Rotwein ««trunken und auf die Regierung geschimpft wird, und vo» den Wänden grüßen die starren Oelgeinalde Seiner Majestät in der Galauniform des Regimentschefs. Wo»st Preußen» erster Stand geblieben? Der deutsche Offiziersstand ist seit dem 9. November ins Zivil aeiallen so wie Steine ins Wasser fallen. Die gehen dann unter. Es muß für die aktiven Offiziere und für die vielen Reserve- pffiziere, denen die vier Jahre zum ersten Mal in chrem Leben eine feste und glanzvolle Stellung mit gutem Auskommen geboten hatte!, ein schwerer Schritt, ein schwerer Fall gewesen sein. Schwer deshalb, weil diese Männer mit ganz wenigen Ausnahmen von einer io stupenden Lebensunerfahrenheit find, von einer solchen Naivität und einer Unberührtheit von den Dingen des Lebens. die sich außerhalb des Kasernenhoss und der Schreibstube abspie- len, daß sie mit großen runden Augen w das Chaos starrte., und Rd) darin nicht zurechtzufinden wußten. Hier war nlles Rz gan� a?der-: der Rang an sich gilt nicht allzume. mit e.ner Schnauzerei ists meist nicht getan, das..Menschenmaterial ist nicht ohne we.- tercs verfügbar, man darf Leute und Wagen nicht stundenlang warten lassen, überall sind Schwierigkeiten und Hemmungen, und keiner steht stramm, keiner steht stramm...• � fob« seit dem 9. November mit vielen Offizieren, aktiven und anderen, die nun in Zivilstellungen waren, zu tun Schabt, und muß jagen. Eine solche merkwürdige Mischung von gutem"N* fachte« Willen, � ins Zivil hineinzufinden, eine solche-/!.""VV? alten Preußentugenden und totaler Unfah.gleit. die eigen« Zeit zu begreifen, ist mir noch nicht vorgekommem Sie wollen— wenn auch nicht alle— aber fie können nicht. Sie mirken w großen und ganzen wie ein Spinnrocken in der burgermci.terllchen guten Stube einer kleinen Stadt: überholt. Ganz nett anzusehen, aber überholt Sie haben eine Art, die Ding« zu sehen und anzufassen, daß einen der kalte Schauder überläuft, und daß man immer wieder vor sich hin sagt: Also da- hat einmal gefuhrt! Also die waren einmal Leiter und Spitzen und haben über Geschicke bestimmen dürfenl Es muß doch ein merkwürdig ctnseiitges Epe- zialhandwerk fein, das militärische, denn was haben tt« für Anschauungen, für Auffassungen, für Lebensaspekte I Und dabe, waren sie doch in Flandern und in PaliWna und i» Finnland und m Polen... und nun sollte man doch meine»,.. Ad« da P nichts. Ein Horizont wie ein Schnapsglas. Sie wirken als Kulturfaktor in unserem Leben wie der trübe «nd unlösliche Bodensatz eines zerfallenen Körpers im Wasser. Sie durchsetzen heute fast jeden Betrieb mit ihrer Gesinnung und weil immer der wurmstichig« Apfel den gesunden ansteckt, und weil viele noch die alte eingeprügelte Achtung vor ihnen haben, stören sie und hemmen und konservieren einen dreimal verfluchten preußischen Geist. Man muß berücksichtigen, daß st« ja alle«meist nichts Rechtes ?«lernt haben, und daß es Dilettanten von Beruf find.„Der preu- ische Leutnant kann alles!" Es war wirklich erstaunlich, was er im Kriege, wenn auch nicht gekonnt, so doch gemacht hat: Vieh- depots hat er eingerichtet und Druckereien und Trocknungsanlagen und Vahnrampen hat er gebaut und Theater beaufsichtigt und Entlausungen geleitet... Und in den meisten Fällen war es«in Fachmann in untergeordneten Stellungen, etwa ein Feldwebel der Reserve oder ein gewöhnlicher Gefreiter, der die Sache machte, und der andere steckte einen Klunkerordcn und die Anerkennung in die weitgeöffnete Tasche. Eben weil man über jede vollbrachte Leistung als Punkt auf dem i und als Krönung des Ganzen einen Offizier setzte, bildet« sich im Gehirn dieser Kaste der Glaube her- aus, das Achsesstück ersetze wirklich alle Fähigkeiten der andern. Und nun soll es sich erweisen. Und nun erweist es sich nicht. Die innere Unsicherheit der ins Zivil geworfenen Offiziere wird von ihnen häufig durch eine gewisse Forschheit ersetzt. Run langt das im täglichen Leben nicht allzuweit, ucnd es ist ganz merk- würdig, wie der preußische Organisationssimmel, der ja schon im Feld» jedes Pöstchen unterstützte und jeden Posteninhaber. wie der. das preußische Beamten- und Juristentum zur Seite, das Minze moderne Leben verseucht hat Diese Offiziere laufen in der Welt- g«schichte umher und beweisen dir klipp und klar, daß in deinem Beruf etwas geschehen müsse, und daß da e,ne Organisation am Platze sei. welche... Denn daß eine Organisation sein muß. und daß sie diese Organisation leiten müssen, das steht von vornherein r:. Wie ja überhaupt dieses mißbrauchteste aller Wörter ihr und O ist. Und mir fällt immer der alte schöne Ausspruch ein: Organisieren ist, wenn einer aufschreibt, wa» andere arbeite». In diesem Sinne organisieren können sie. Die Wirkung des gewöhnlichen Zivillebens auf den entthronten Offiziersstand mag für den dichterischen Schöpfer einer Tragiko- modie ganz lustig zu sehen sei». Das Erollen alter Löwen, denen man Zahne und Krallen ausgezogen hat, die emphatischen Rache- schreie der kasperlehaft aussehenden Stabsoffiziere beim Bur- mmder, dies geschwellte Kastenbewußtsein, dem viele Voraus-, jetzungen heute gottfeidank entzogen sind— all das ergibt ein bunt angetuschtes Bild. Sie verstehen die Welt nicht mehr und kommen auch nicht drüber hinweg, und jetzt zeigt sich erst, wie sehr sie das Eine immer gewesen sind und wie sie es immer bleiben werden: unproduktiv, unnütz, überflüssig. Gefährlich wird die Schicht erst dann, wenn fie noch eine Wirkung auf die deutsche Umwelt ausHiiftrahlen in der Lage ist. Und noch ist.sie es.-Roch. finde» sich Schöffen— wenn auch auf dem Lande die einen Gntsstekitzer deshalb wegen. Beleidigung verurteile«. weil er in einem Zstsserat einen Nachtwächter gesucht und dazu ge- fetzt hat:„Früherer Offizier bevorzugt." Dadurch, entschied der Dreimämrerskat dckc Zustitia, seien die Offiziere beleidigt. Ge- fährlich wird die jfcaste erst dann, so lange sie ihre morschen und übelriechenden Starösesoorurteile heute noch durchsetzen will. Denn jedes Privileg ist in erster Linie eine Erniedrigung der anderen. Gefährlich wird die.Kaste, wenn sie ihre Unfähigkeit, anständige und nutzbringende Ackbeit zu leisten, hinter einer trüben Geschäftig- keit verbirgt, die nickst einmal immer politischen Beigeschmack haben muß. Für die Politik sind die meisten dieser Männer viel z« borniert Der ameissenhafte Fleiß, mit dem sie heute noch fast zwei Jahr« nach dem Kriege Stäb« organisieren und Einteilungen des Landes in Korpsbvzirke, der Fleig, mit dem sie einen mili- tärischen Apparat auf die Bein« stellen, der, ob er nun etatsmäßig anerkannt ist oder nicht,(fleich nutzlos und geldfressend und kultur- widrig ist— all das isr nur aus ihrer einen einzigen Sehnsucht zu erklären: Wieder Geltung haben! Wieder an der Spitze von Trup- pen reiten dürfen! Eimnal n�ch das blitzende Monokel vor der Front leuchten lassen! Menschen anbrüllen! Kafiiiostumpfsinn und Kasinoprösterchen! In grotesk aufgeplusterten Reithosen ein« Jungfrau schneller zu dem machen, wozu Cott fie bestimmt hat! Einmal noch! Ein einziges Mal! Daher Orgesch und Freimilligenkorps und Sicherheitspolizei und Reichswehrformationen und Wichtigtuerei im Reichstag und Beleidigungsklagen gegen uitfiebsame Kritiker und eine Innigkeit unter allen Beteiligten, die einer besseren Sache würdig wäre. Kameraben? Komplicen. Wir haben alle im Felde im Offizierskorps die wenigen faf genannten„famosen Kerle" kennen gelernt Die werden auch heute im Leben nicht versagen, und denen ist alle Sympathie gewiß, weil es tapfer« und wertvolle Menschen find. Der Rest aber ist fürchterlich. Mag es farblose Spießer darunter gegeben haben: soweit sie Offiziere waren, taugten sie nichts. Und ob' gleich jeder Satz, der an dieser Stelle steht, in den Augen der Gegner durch das Stammtischurteil„bolschewistisch" als abgetan gilt, muß und soll vor deutschen Arbeitern und Bürgern hier noch einmal ausgesprochen werden, was für die einen eine Selbst- Verständlichkeit und für die ander«, ein rotes Tuch ist: Da» deutsche Offizierskorps hat im Krieg» leine Pflicht nickt erfüllt Das deutsche Offi' kulturfeindlichen Schäd- m ihres Posten» willen _____ ,, udopolitik mitzumachen- Der Geist de, deutschen Offizierskorps taugt nichts. lehnt di � brauchen sie nicht mehr. Beleidigungsklagen ändern au diesem Urteil nichts. leine Pflicht nicht erfüll! »ierskorp» setzt sich au» kul lingen zusammen, die um dereit sind, jede Desverad--. ~ ist de, deutschen Offizierskorps taugt Ein ständig wachsender Teil der Nation iesen Ungeist und fein« Träger ab. Mit StimmungsumschWUNg In Budapest Die Furcht vor der Niederlage TU. Wie«. IS. August. Der in den anderen Nachfolgestaaten zutage tretende Neutra- l i t ä t s w i l l e scheint nachgerade auch in Ungarn die Inter- ventiouslust zu dämpfen. Die Berichterstattung über den Krieg, die bisher nichts für Polen Ungünstiges melden durfte, ja sogar «och immer von polnischen Siegen erzählen muhte, ist jetzt frei- gegeben worden, und schon bringen die Blätter zum Teil Artikel, der«« Tonart von der bisherigen sehr verschieden ist. So tadelt das bisher stets für die Polen begeistert«„Az Eft" die Unüberlegt- heit, mit der Polen den Angriff aus Nugland unternommen hat, «och bevor es im Innern halbwegs konsolidiert war, in einer Weis«, dah sich daraus die naheliegende Lehre für Ungarn ohne weiteres ergibt. Wie,», t». August. Die„Neue Freie Presse' veröffentlicht eine Unterredung mit dem ungarischen Ministerpräsidenten T e l e k i, der ertlärte, Ungarn bringe Polen traditionelle Sympathie entgegen! von e1"'* tatsächlichen Hilfeleistung an Polen\t i jed ach niemals die Rede gewesen; denn Ungarn oenoNge den Frieden zu seiner eigenen Konsolidierung. Der plötzliche Stimmungsumschwung in Budapest kommt nicht unerwartet. Selbst die borniertesten Sabelrastler m den Reihen der magyarischen Weißgardisten lonnen stch der Einstcht nicht verschliefen, dah die Teilnahme Ungarns an der militärischen Hilfeleistung in Polen ein se l b st mo rd e- risches Unternehmen sei» wurde. Pennoch V�« es falsch, aus den nun anders lautenden Nachrichten aus Budapest Xu iolaern dan die Ungarn ihre Treibereien zugunsten S N- rni W°-Ich°u-- vom 14. d. Mts. meldet, eine Delegat, o n d e s u ngari- fchen Parlamen ts habe dem Vizepräsidenten des Ka� binetts einen Besuch abgestattet, und babe, das Anerbieten erneuert. Polen e i ne A r m e« v o n 5 0 0 y 0 M ann n e b st Waffen und M u n i t, on z u r B e r f u au n g zu stellen, lleberdies machte sie den Vorschlag. Polen mit Eetreid« zu versorgen und das ungarische Rote Kreuz zur Verfügung zu stellen. r Diese Meldung wirft ein recht deMchnendes Licht auf die Wahrheitsliebe des magyarischen Mmiste�ajide�en. d« noch soeben erklärt hat. von einer tatsSchl�e» K.lftleistu«« an Polen„sei niemals die Rede gewesen. Anschc.nend klappt die Regie in Ungarn nickt ganz so gut wie anderwärts. Sonst würde es nicht möglich gewesen sein, daß der Minister- Präsident von seiner eigenen Parlameutsabordnung als u n- verschämter Lügner überführt worden wäre. Vom Moskauer Kongreß Stockholm. IS. August. Aus Moskau wird vom 6. Augnst gemeldet: In der Sitzung vom 2. August wurde nach dem Berichte Karl Rädels über dle Stellung der Kommunistischen Partei zu de««« w e r k s ch a s t e« und Fabrikskomitees verhandelt. Dazu sprach ein Delegierter aus Amerika. Tenner-England, Walter-Deutfchland, Bombacci- Italien und Lofowsky-Rutzland. Di« These» Karl Rädels, welche den Ausbau der Gewerlschaften zu Zentren der kommunistischen Be- wegung besiistworten, werden mit 04 gegen 2 Stimmen als Basis übS™r* UBi> mlt Verbesserungen einer Kommission In der Sitzung am 4. August unter Vorsitz Sinojews hielt Frau � o w a»n deutscher Sprach« einen Nachruf auf de« twu glichen Tod der norwegischen Kommunisti« Augustina Ose«, we.che als Delegierte nach Moskau gekommen war und bei der «Augfcier auf dem Chodynka-Feld während des Besteigens eine» Apparates durch einen Schlag de» Flügel- tätlich verletzt und ge- storben war. Balabonowa gedenkt der 20 Iah« de« selbftauf- opfernden revolutionären Wirken» der verunglückten Genossin, der erhabensten Arbeiterin und der aktivsten Agitatovin in den Reihe« des norwegischen Proletariats. Cie war unter dtfn gröhtrn Cchroie- rigkeitsn als gewissenhafter Soldat der Revolution, der nur feine Pslichten gegen sie kennt, nach Moskau getonumen. Der Kongreß '■HIIIIHIIIU« 4kraii.il—— a—!—■ p»3— aa Im Großen Schauspielhaus« fällt die letzte Vorstellung d«» Abo»- nements 1919/20 au». Di« Billet» dafür werden wochentags van 10 bis 2 Uhr bis zum S. September an den Adonnemeatsschaltern im Großen Schauspielhaus zum vollen Preis« zurückgenommen oder auf Wunsch und nach Möglichkeit für ein« anvere Borstellung u»l- getauscht.—Nach der im„Reichsanzeiger" veröffentlichten Bilanz schließt das erste Geschäftsjahr des Großen Schauspislhause» mit e>nem Eefamtverlust von 4S474 Mark. Das Aktien. Kapital be- trägt 1,0 Millionen Mark. übermittelt der norwegischen Partei den Ausdruck seiner tiefsten Teilnahme. Hierauf beginnen die Verhandlungen über die Agrarfrage. Das Referat hielt Meyer. Verkehxsstrsik in Hamburg Nachdem die Direktion die Lohnforderungen der Angestellten ab- gelehnt hat, hat Freitag morgen die erste Bollvcisainmlung der Hoch- und Straßenbahnangestellten stattgefunden Es wurde eiy- stimmig beschlossen, in den Streik einzutreten, doch fall über diesen Beschluß noch eine Urabstimmung herbeigeführt werden. Die Urabstimmung ergab den Streikbeschluß. Die ingesteUten der Hamburger Straßenbahn, Hoch- und Untergrundbahn und der A l st e r d a m p f e r sind darauf Sonntag morgen wegen Lohnforderungen in den Ausstand getreten. Die staatliche Stadt- und Vorortbahn halt den Betrieb aufrecht. Uebersahme des ÄohNabzngs auf die Stadt TU. Offenbach. 14. Aug, ist. In de: Stadtssrordnctenoersammlung wurde gestern mit knapper Mehrheit sämtlichen stüdUsche» Arbeiter» und den ihnen im Eintommen gleichftechmden Beamten eine z-hnprozentige Lohn- erhohung gewährt, v.U anderen Worten/ der Steuerabzug auf Kosten der Steuerzahler auf die Stadt übernommen. Durch die An nähme des Antrages wächst der im Voranfehiag enthaUene Fehlbetrag um 3 SXillwtua auf etwa 18 Millionen Mark, wofür zunäässt nur die auf den Staat übernommenen Polizeilasten von eiaa 8 Millionen Mark als Deckung verwandt werden können. Hafenftreik in Italien.„Torriera della Sera" berichtet, daß der Ausstand aller Hafenarbeiter Italiens verkündet wurde. Der Ausstand steht in Zuiammenhang mit den in Neapel zwischen der sozialistischen Organisation der Seelente und den freien G'-werkschaften entstandenen Zwistigkeiten. Dem Nea poler Ausstand haben sich bereits die Hafenarbeiter von Genua, Livorno, Anco na und anderen Orteu angc- schlössen. GsVerkschaftliches »««mV nrniliTTiMiBiiliriSinriiTi 7.P' m»»■■■inii.i■! II»II■ Anteruehmer-? tzotage und D emvbilmachungs- Kommissar Die praktischen Erfahrungen seit Bestehen der Cchlichtungsaus- fchüsse zeigen den Angestellten und llniernehmern recht drastisch, wie verfchiedenartig diese Ausschüsse urteilen und wie in den meisten Fällen die Klag« nicht zu ihrem Recht gelangen. Wie steht es z. B. mit Schiedssprüchen, durch die der Unternehmer aus Wiedereinstcllung uud Entschädigung oerurteilt wurde? Kommen diese aus Grund des Betriebrätegesetzes oder einer der Verordnungen vom 3. September IllPI oder 10. Februar 1920 zustande, so glaubt der betreffende Arbeiter, sein Recht gefunden zu haben. Aber weit gefehlt I Handelt es sich dabei um Klagen, wo «ehrere Arbeitnehmer in Frage kommen, so kann der Unternehmer, der»erurteilt ist, beim Dcmobilmachung-.kommissar dagegen Ein- ipruch erhebe». Diese Zustanz beseitigt dann öfters mit einem Federstrich den betreffenden Schiedsspruch, ohne manchmal die nähere» Umstände zu kennen, die beim Cchlichtungsausschuß zur Fällung dieses Urteils führten. Hier ein treffendes Beispiel: Beim letzten Streik der gastwirtschafiliche« Angestellten i« Berlin wurde bei Beendigung desselben ein Lolal am Kurfürsten- dämm»icht wieder eröfsnet. Von vornherein lag vom Unternehmer die Absicht vor. den Angestellten einen Denkzettel zu geben, die sich am Streik beteiligt hatten. Auch der Schlichwngs- ausfchuß Troß-Berlin erblickte in dieser willkürlichen Schücsumfl des Geschäftes eine Sabostrge des Unternehmers. Der Geschäfts- iuhaber wurde verurteilt zur Wiedereiustellung und Zahlung einer Entschädigung, da hier nachweisbar eine Maßregelung der ..— r-'a8. Zum größten Erstaunen der Angestellten hat ungskommissar diesem Schiedsspruch sie Verbind- Dasiir wurden folgende Gründe angeführt: '' �'----- ivrt- �Tat+r/Trtrtr. Der Streit«m den Grvtz-Berliner Magistrat < berliner Presse hatte es in den letzten Tggen lebhaft dis- kutiert, daß der Wahlausschuß der Eroß-Berliner Sradtverordneten» Versammlung mit 14 gegen 11 Stimmen beschlossen hat, den Ma- f tot lediglich mit besoldeten Mitgliedern zu besetzen. Dieser eschluß wurde von der Presse als ungesetzlich bezeichnet, da er weder mit der Stadteordnung noch mit dem Gesetz Eroß-Berlin in Einklang stehe. Eine Korrespoudenz bemerkte, daß, wenn auch die Stadtveroronetenversammlungcn sich den Veschluss des Wahlaus- schusses zu c igen machen, der Beschluß von bürgerlicher Seite im Verwaltungsstreitversahren angefochten werden würde. Da die Angelegenheit eines grundsätzlichen Interesses nicht entbehrt, ist der Standpunkt des Mimstcriums des Innern, den dieser jetzt der Oesfentlichkeit unterbreiten läßt, von Bedeutung' „Das Gesetz vom 27. April 1920(Gesetzsammlung Seite 123)'. so führt der Minister aus.„setzt, wie aus der Fassung der K8 11, 12 u. des§23, Abs. 6, zweifellos hervorgeht, voraus, daß nicht sämt- liche 30 Mitglieder des Magistrats der Stadt Berlin nur be- soldete sein dürfen. Diese ll.echtslagc bringt denn auch die Aus- führungsaluvesiung zum Ausdruck durch die Bestimmungen zur Ausführung des§ 12. Was dm Anfechtung eines etwaigen, dieser Nechtslage entgegenlaufenden Beschlusses der Stadtverordnetenver- sammlung betrifft, so ist gegenüber der in dem Zeitungsartikel vertretenen Auffassung zu bemerken, daß es eine Klage der bllrger- lichen Stadtverordneten gegen den Beschluß im Verwaltungsstreit- verfahren nicht gibt. Es könnte nur eine Beanstandung des Be- schlusses nach§ 15 des Zustäiidigkeitsgefetzes vom 1. August 188» (Gesetzsammlung Seite 237) i« Frage kommen. Die Arbeitersportler im Stadion Der gestrige Sonntag gestaltet« sich zu einer machtvollen Demon- stratio,! aller Arboitcrsportler. Im Stadion fand das 4. Arbeiter- sportfest, veranstaltet vom Arbeitersportkartell Eroß-Verlins, statt. Vom guten Wetter begünstigt, kamen die nach vielen Tausenden zählenden Zuschauer, die das riesige Stadion bis auf den letzten Platz füllten, auf ihre Kosten. Besonders eindrucksvoll waren die Darbietungen der Arbeiterwandcrer, Toariftenverein„Die Natur- freunde" und Wanderbund..Naturfreunde', sowie de« Arbeiter- radfahrerbundcs„Solidarität". Die Arbeiter-Schachfpieler ge- wannen durch eine lebendc Partie" auf dem Rasen für diesen geistig anregenden Sport sicher neue Anhänger. Schwer- und Leuhtaihleten rangcn um die Palme des Sieges. Die Schwimmer Öle« sich in ihrer alten Technik im Schnellschwimmen, Kür- ngen und Hinderuisschwimmen. Bei einem fingierte« und eint- gen wirklichen, glücklicherweise aber nicht schweren lins allen, zeigte die anwesende Arbeiter-Sanurriter-Kolonne, daß sie schnelle und sichere Hilfe zu bringen imstande ist. Die sportlichen Leistungen waren teilweise sehr anerkennenswert, und wenn die Fortschritte. die der Arbeitersport macht, so weiter gehen, braucht er sich hinter dem mit besseren Mitteln gepflegten bürgerlichen Sport nicht zu verstecken. Die nachstehenden Resultate geben darüber ein anschau- liches Bild: tnit: IM Blrt«. 1. Ricmm«, DSeripr«. 11,6 6tt. ISC.iWcl-r.Saal. 1. l'iwiurt, fiihlcnfitta, 66,8 SeT.— 16flt aietn.fio«,. 1. Seiler. SBlikan, ---- yiehut.„Nichte"'Nioabit und Kvnast. Oberfrree, •."««m;..— ClAmAh»*«* A. �JR—.....'Trost«--Moabit und Künast.'Oberspree. 4,4S2 60.— eicWtotSfotattB. v.:,?, s Dezirl 2,01,6 Mm.— SchwMen- « in Steter.— IQ'IOS Mcr.De.t'-,--""'q.,'„, fcüt Heere»). Suwltz ö'rfeöc..Zicht/'-MnrbU 2,10,4 Min. Nenren W-Vietc-La»,. wrund W>l- ssichte 8f».8 Speele R«.Mm/2.-4.4»w.-.-»««»'M merrherf. ssüba t«. S.r°n�. t-N — m/ 100 Metee-L>ü>,. ,K tLichM 12) 1,20 Meter.- Mi Sitte 14, ,04 Set.— Rtonen: 76-18 eter.»»»,.«NN»,,«,». Raikölln, 2.Z4.4 MW.- z-nenditche lUichi«.«t°. ,2.1 Sek. Plener. 7' utile ti>, 42,1 SO f. 2JS MW.— hechlpiun». La»,» Gichm 12) I.Z0 Meter.- 8>«.Meter°L°»,e». Zeh»(Lichtenber,) 2.,« MW. Der Arbeiter-Wassersport-Verband, Krei» 1, hielt zug lcicher Zeit sein viertes Berbandsfest ab. Die einzelnen Konkurrenzen fanden beim Publikum großen Beifall. Sie ergaben folgendes Resultat: Iuo.'udlazrllilaftette, 4V5I! Meter. 1. Neukölln. 8.6 Mi«.—«iinw'"*--- 4 nmiprimze der lörnpp«» 6, 6, 7,""(■-„(„n.l'iÄI UW«bre»i!.y«M. Stet«.--........ ninnmen. � 1 Norden, 7,56 SBfcR. 7 � (trS-ir Ä i;r, 1 ncMälln, 1. M»nni»0sü bw 7.»n. g~„Welle"-.tthur- Jugendweihe Lichtenberg. Der Vorbereitungsunterricht beginnt am Dienstag, den 17. August, nachmittags 5 Uhr, im Gejangssaal des �ahn-Realaymnaslums. Marttstraße 3. Die llebungsstunbe« de»'Jugendwelye-Kinverchors finden ebendaselbst jede« Sonn- abend, nachmittag» 4 Uhr. statt. Es wird bestimmt erwartet, daß �ll�ereits eingeübten Kinder< auch die Schulentkassenen) wieder ,,ir werden nur n�ch MUVHrpr_----__________. helmstraße 3, z» haben. Di« K»mmu»aUsier«ng verschieden« Wirtschaftszweig« machk in Eroß-Berliner Gemeinden gute Fortschritt«. Schr anerketmens- werte Leistungen hat aus diesem Gebiete Neukölln zu verzeichnen. Bauwesen, Malerei, Tischlerei. Beerdigungswesen usw. und ins- - werden unter städtisch« '�a» m-ue vottsigear« veginni am«epremo«»eine riMuiri- fpielzeit mit der Neueinstudierung von Gerhort Hauptmanns „B i b e r p e l z". Ferner wurden folgende Werke in den Spielplan ausgenommen: Gerhart Hauptmann„Rose Berndt", Shake- speare„P« r i t l« s von T y r u s" in der Bearbeitung von Karl Ettlinger. Ibsen„Nora" und„Wildente", Heinrich Eduard Jacob„Beaumarchais und Sonuenfeld"', Franz Dülberg„König Schrei", Ludwig Thoma„1. Klasse" und„Die Lokalbahn Tolstoi „Der Bauer und der Fremde" übersetzt von Frida Rubiner(Urauf- fuhrung), Strindbttg„Todestanz", 1. und 2. Teil, übersetzt von Professor Eoebel. Georg Kaiser„König Hahnrei", Richard A. Edon „Der steinerne Tod"(IXrauMhrung), Gustav Adolf von Wangen- heim„Der Mann Fjodor"(Uraufführung>, Merzbach„Der ver- lorene Vater(Uraufführung). Erich Oesterheld„Die Hochzeitsreise". „Maiiechen von Rymwegen", Märchenspiel aus dem 10. Iahrhun- dert, Moreto„Twnna Diana". Ernst Toll« teilt uns mit, dah sein Drama„Aufstand" (früher„Masse Mensch")«ach vielen Protesten endlich freigegeben worden ist- Ein Asironomsn-Gefchlecht. Drei Generationen hindurch hat der Name Struve einen guten Klang gehabt in der astronomische« W-li' drei Menschenalter hindurch waren Großvater, Vater und AnW eng verknüpft mit der Himmelskunde und mit den Fort- dritten der astronomischen Forschung. Der dieser Tage im Alter tzisi. nö Kahren verstorbene Eeheimrat Pros. Dr. Hermann Struve, de? leit sechzehn Jahren ordentlich« Professor der Astronomie sL Berliner Universität und Diretto: der Sternwarte in W«. hat durch j-in« wissenschastlichen Arbeiten, die Baoel�verg � Eaturnmonde, Mikrometermessungen von Beobachtung-«gtaneten und Kometenbeobachtuugen und vieles andne Vedeutjames fiir die astronomisch« Erkenutnis geleistet. �.ikV Rriefmarke«. Ein Wettbewerb-zur Erlanguna Reue franzosische B �j�smarken ist jetzt auch in Franireich künstlerisch auegesuhrt. hagelt sich um 3 neu« Markentypen. ausgeschrieben rooroe».»-rgnuar 1921 geschlossen werden. Es Der Wettbewerb soil am- 4�.,,kz und weitere drei vo« Z000 einer Ent>cyaolgung, ao oiri.-----— MW------ AngesteMeu vorlag. Zum größten Erstautten der Angestellten hat der Demobilinachunaslommissar diesem Eckssedsspruch die lichkeit versagt. Dafür wurden folgende Gründe angefü. �)ie Nachprüfung durch mich hat ergeben, daß der Antraggegner nur diejenigen Arbeitnehmer enrlassen hat, die infolge d« Um- stellung des Betriebes überflüssig geworden sind. Zu untersuchen, ob eine Notwendigkeit zur Umwandlung des Betriebes vorlag, bin ich nicht zuständig. Da demnach der Antragsgegner gegen die Bestimmung vom 19. Februar 1320 nicht»«stoßen hat, muß dem Schiedsspruch die Verbindlichkeit versagt werde«." Bei ein« derartigen Streitfrag« ist in Zukunft dem Herrn Demobilmachungskommissar zu empfehlen, auch deu 8 14 des Be- W triebsräicgesctzcs zur Anwendung zu bringen. Durch diesen Pata- alle bereits emgeutt«. hSrifa �««1«'noch graph ist der llnternehm« oer-tz lichtet, bei Reduzierungen oder baran teilnehmen Anmcld»n«n zm Iugendwel)e- � Stillegung«« des Betriebes den Betriebsrat genügend« Zeit vor- vom Genossen Oswa� Prem«. 2"cd ncyvfi Mainz« her daraus aufmerksam zu machen. Da dies« vorliegendem Falle«rt Spenge nomm en. D i � i Baül Wer«? Wil- «icht geschehen ist, so konnte auch d« Demobilmachungskommissar Etratz, 10, Paul Kluckc, Scheffelstraße 1, u P«» tiWSi «icht diese« Schiedsspruch umwerfen.-.. E» besteht ferner«ine Ueberwachungsabteilrmg ffit das Gast- wirtsaewerbe. Die Beamten Häven jedoch lediglich Feststellungen über Ves-Hästiguna Auswärtiger, Nichtbenutzung und Umgehung des paritätischen Arbeitsnachweises zu trefse», ab« keine Befug- nisse vollziehend« Gewalt. Dadurch wird diese Einrichtung zu einer Groteske und das dafür ausgegebene Geld ist zum Fenst« binausaeworfen. Hier möchten wir dem Herrn Demobilmachungs- tommitzar empfehlen, Remcdur zu schaffen in Anbetracht du träft- losen Verhältnisse auf dem Ardeitsmarkt«. Aus alledem müssen die Arbeit«-«nd Angestelltenbetriebsräte erken, len. daß alle schöpen Verordnuagen hinfällig sind, wenn den Beamten keine Gewalt zur Ausführung der Verordnungen über- tragen wird. Gegen dies« willkürliche Schließung der Betriebe gibt es somit nur ein Mittel: Es gilt den Kampf aufzunehmen für die Kontrolle der Betriebe, um die Parasiten der Kapitalistenwirtschaft zu beseitigen. Reaktion im Reichspokministerin« Die Helfer des Postscheckamtes haben am Sonntag eine große Versammlung abgehalten, um sich dagegen aufzulehnen, daß man sie nicht nur mit der Hungerpeitsche bedroht, sondern auch ihren guten Ruf an den Pranger stellt wegen einzelner Fälle, die im gleichen Verhältnis auch in d« oberen Beamtensthaft vorkom'nen. wo sie allerdings«iöglichst vertuscht werden. Aus deu Au»- führungen des Referente,! Pahlke ging hervor, daß im letzte» Iohr 80«— 1000 junge Mädchen mit höherer Tvcktcrfchulbildung beim Postscheckamt eingestellt wurden, um die geolarten Rassen- entlassungeu vorzubereiten. Selbst Vertreter des Arbeitsnachweises der Stadt Berlin und der Erwerbslosensürsorg« mußten dagegen Stellung nehmen, daß das Rcichspostministerium die Verordnungen durchbricht, deren Erhaltung von der Privatindilstrie gefordert wird, und so für Gcsetzesmletzung-n gegen die Arbeiterschaft, ein leuchtendes Beispiel gibt. Es wurde«ine R�olution beschlossen. in der u. a. folgende Forderungen aufgestellt werden: daß d,e vom Reichspostminister in der Tagcspresse erschienenen Zeitungsartikel. über Unfähigkeit der männlichen Postangestellten widerrufen wer- den. ferner fordern sie schärfste Durchführung der Demobilmachungs- besiimmungen. sowie die sofortige Entlassung aller männlichen und weiblichen Personen, die seit dem 1. Januar 1320 nicht über die städtischen Arbeitsnachweise in den Postdicnst gelangt sind, weiter das Mitbestimmungsrecht bei allen Einstellungen, Versetzungen Entlassungen. Die Posta naestellten erwarte« von allen Ge- —...„„h«itfenhinpn Bebörden und Körper- UNd Entlassungen. Di« Ponange,, euren eriou�-,..--------- werkschaften, Parteien und zuständigen Behörden«nd Körper- schaften. daß sie sich diese Forderungen der Postangestcllten zu eigen machen und sich mit aller Kraft für die restlose Durchführung ei«. setzen«erden. Wegen umfangreicher Bauarbeiten an d« Wonumentenbrücke wird die Linie V von jetzt an aus längere Zeit« beiden Rich- tungen abgelenkt und zwar durch die Kolonnen-, Dreibund- und Katzbachstraße. xi.<.i------- verkehr geschlossen. . e. Niürilt. 5. Abteilung. Lezirlssührer und Aemmilftonrobleut«, heute abend, 7iz Uhr, Sitzung bei Kutz, Danzigcr Etr. 34,. S! grill. SäNliliHc Mi sowie------------- cm i_______ u,_______...... Vortrag dro Genossen Ttein. 17. i. Abteilung. Sitzung, der kommunalen Konimissson, Dienstag, 7 Uhr/ bei Kro,!. Wrechter Str. A.. �.... »....»......----------•——*"'* 7 Uhr, augcrordentl tche Mit- Distrilt. . T e ItotlöCTlbin;. T-luv.'chos. Dienstag, 7 Uhr, Renkgamnassum, auheroidentliche Deneiaiver- " �'""ig. Kati Geger. Uhr, Nitgllederversanimwng im Rathaus(Bürger- Zusnmmenle-zung der Organisatwn Friedenau mit sammZn.nch' Dortraz des Pia. Svnrt�. iö'eger. Friedenau. Mittwoch, �7� ,Ufjr, WnebttA.' »ieiniSead-rs-ZLol!. Dienoiag der b. Ecmeindeschule. Tageso. VolisHans-Oetonomen. Vortrag "'L-cnau� Heute abend, 7'L Uhr, Mitgliederversammlung, bei Modisch. K-tsei» ��n»r»«rs.�Die«-tag.�» s?hr, bei Lütke, Kaiser-Wilhelm-Str. W, öss-ntlich« Versammlung. Thema l Die o-litischc Lage. Rcferent: Ee». P-ssser. Vereinskalender d der technischen Angestellten»nd Beamten.«s-�-leziert-nversammli-A heute abend. 7 Uhr, tm Abiertigungsraum des Zentralocrbandes der Angm Bund geuie aoeno,< ugr, im uuic, stellten, Belle-Alllance-Str. 740.«. I»rri>e«ln.Ficht«-. Di« Eenerawersammlung am Mittwoch, den 1». �aa-lg. findet besonderer UmstSnde wegen in de: Aula der 69. Gemeindeschule, Klein» granksurter Str. 6, abends 7 Uhr, statt._ j Verantwortlich slr die Redaltion: E m i l R a b o l d. Verlin. BerantwortUch für den Inseraienteil: Ludwig Komeriner, Karlshorsi.- Derlags- Dar (dars Km» ist rQT'G�ÄT Wt« dlaser ZigareKee». W&r sie VmmAZ fleraucSift wird mm u�er- teStänser unserer Fabrslcaft« Sl© s®ifestl SchMsr-Ttzasster -/.uhr- MtSemittter. 'ub CM-Hester Der neue Schlager Upoklo- Theckter Friedlichste, LI« I?lj Allabendlich All > je Sonntaoo 3>/., u. I ,2 UWertrjWes & GeßMww' � WM____________ � Ar zK V�Mee-SeusLiionm iZ MW' MM Hansf Arnstlldr kn Untre« MW» WGWKMU iiibrfichch ftrrstrahe. lg sÄc Großer M _«nfmm'Vi ltdr___ T3iente-Tr*JKot!b«o,TO»' riet Woritzplnra llSlt. ' d 7Ä übr: •Satiger Htnthcen- Ronrert In Vorrk.n— 1 Va n.4-& Ehemaliges Voigt- Theater Ladstrabe öS- Sommerbühnr: Täglich nachm.>yS Uhr: Btmtet Tell Dr. Skctt« für Geschlecht--, ckk"&£ Haut-, Harn«, Fronenleiden, hartnäckige Harnleiden, Ausschlag, nerv. Schwäche, gegen Lue- Komb. 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