Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag, den 19. August 1920 Nummer 339. Abend-Ausgabe «schektt morgn,, und n-chmlltsg», Soinltag, und Ms»«,»» ma IN �kiugsprn- brtrLg! bei fi-eie? Aichclllmz ws gcuo für®rcf;«�telht h.L t Bamui zahlbar, von Sei Lpebilioa selbst abgeboll S,Ki M. Fär Bosb- sämtliche Postonstallen"kft-llimgen entgegen. Unter Srrifbcr.b �®mt(chlr Jb und iZesterreich 16,50 TO., für dao Sdrlge An-I-nd 21, so«M. Dinglich SZaluta-Anffchlag, per Vlies für Seullchland und Oestelreich ZO,— M. ÄrtaWi#»,«xpedwon»»d Der lag! lvrrlt» 9 t, Vreite Strafte 8,9. a.ruming«ju(chl«Q.«leine Anzeigen! Anzeigen' iam Tarif. Wert 1,50 Dl., einschließlich Teue�ng», Uschlag, tonest w Fanrilien�w, eigen und Stellen.«eeiuckte Z, SN M. netto p Wort l,— W. Ll WorleAnzeigell: da» settgedruchte Wort 1,50 TO., t«6« rorm Stn�ptc�n: Wm 2030. 2645, 451« 480S, 4645. 464», 4921. berliner J)rgan bw VnohdättQlgen Sc�MöPnwFmüe!Deatßf)!an Bruch der Neutralität Polizeiliche Hilfe für Polen Uui-re in der Morgenausgabe vom Mittwoch veröffentlichte Nachricht vom Abfchub polnischer Staatsangehöriger Militär« Pflichtigen Atters ans Kattowitz nach Polen wird uns nun, «ehr aus Kattowitz direkt bestätigt. Di« zwangsweise Abreise der Berhafteten erfolgte allerdings nicht, wie wir berichteten, auf der Eisenbahn, sondern in Lastautos. Die Verhaftungen erfolgten am Dienstag vormittag bei einer Razzia, die von Mannschaften der deutschen Sicherheitswehr und von deutschen Polizeibeamten unter der ärmeren jüdischen Bevölkerung in Kattowitz vorgenommen wurde. 1000 bis 1500 Personen wurden ins Gefängnis eingeliefert, dort erfolgte die Prüfung der Pässe durch deutsche Beamte unter Aussicht von französischen Offizieren. Deutsche Pässe und Aufenthaltsaus- weis« wurden seltsamerweis« nicht al» gültig anerkannt. Di« verhafteten erklärten fast sämtlich, sie seien Deserteure. die sich der Ausheduug in Polen entzogen hätten. Eingeteilt wie da» Vieh wurden die Mensche» auf Lastautos über Myslowitz zur polnischen Grenze und ins polnische Gebiet hinein ab- geschoben. Etwa 12 Lastautos waren notwendig, um das Werk tu verrichten. Durch diese Nachricht wird unsere Meldung nicht nur bestätigt, sondern es wird auch damit unsere Frage beantwortet, ob die Matzregel mit«der ohne Kenntnis und Duldung der deutschen Behörden vollzogen worden fei. Es steht fcüUVt'ii einwandfrei fest, datz das ganze Bersahrrn von den M»«!,«! i* Behörden vorbereitet und durchgeführt worden fei. terern?., P'd s«, da» Schicksal der Mitzhandeltea in- fcÄ sich' den P-liz-ipräsid.nt.a zu lasieu.' sw m ri"? �"schreiten gegen die Matzregel ,« veran. »ar ,»«7»�. jedoch zog« vor, u«erreich. taibehörde wenn bestätigt den Verdacht, datz die Poli. f ü h r e» d?l 6at nlB Urheberin, so doch als aus. t-t�gwar. b" diesem Bruch de. Neutral.. taaVlwtim 016 06 st» diesen Gewattstreich der Dkens. streik» eine mciI idfolge de» allgemeinen Protest- ein« M-ri.«» rlephonksch, Verbindung mit auswärts und damit —»3 des vorfalle» an die Zentralbehörden»»möglich war. «eietil� bUfe» aber, von der Regierung in Preutzen und im G-Zu�r ait schleunige Aufklärung über dief. t il etn»0*.cn. datz die beteiligte» Beamten schnell- d� a«> � s�ongfter Weis, zur Rechenschaft gezogen wer- ""b bod 00 den zurückgelasiene» Familien der Abgefcho- dkl,»Ii.!. Möglichkeit wieder gntgemacht wird, was an den Abgeschobenen gesündigt wurde. Die Ereignisse in Kattowitz T TU. Kattowitz, 19. August. Un-i�irn vnl0tt«s�d zu den hiesigen nationalistischen : Von den im Hotel„Deutsches sofort» n ¥cri0nen wurde einer an Ort und Stelle Verb-zstnna.»V � � � I ch° 1 1 e n. weil er sich gegen die Menne w�rr« 3wei wurden von der erregten Truvo nn�r Hotel„Deutsches Haus" zog ei» Ttänbfa"® Q 3 e 1 1 a Ludow a", deren Räume voll- Strage oewoifen e?ie Maschinenteile wurden auf die neu polSilAen 3-tupps 3ogen indessen zu verschiede- etnes bekannt.» m, Nl unter anderem auch vor das Haus den Ätrn fe!?nr Jm4ms®öplicli, der der Menge aus tische Reden tehie�r"si.«SnS ept9cfi«nta� Durch provokato- stürmen. diek»,«»». �'e sich anichickte. das Haus zu sen. Die Mcno. 8 l®«urde aus der Wohnung gescho,- imnrer mehr �t �"se stehen. Schüsse wurden Geschäfte unter».Ä Weitere Trupps plünderten volnische gleichfalls tinm ttlTA**. �"P™* Rbelngold�. das fatzungstruvve» � französischen B e- die Offiziere d-r interoM ne.�r"�� Wen. Die Besatzung und das Gebäude sluchtartin nert n ���" haben gegen Abend lallen. Die Fran?of.n e�"""b alles stehen und liege» Masse, die sie begleitete ab. Sie wurden von der wir Frankreich schlagen"-r>- dem Liede Siegreich wollen K asernen zurückgezogen un?°» ss.°nzö sisch- Militär hat sich in die Mitternacht, ist die S?adt, E°ll°nwcirtig. um b-n noch statt, �lraenb»?' EcoLere Ansammlungen sm- §5«onaiebenden voln i Dtionen sind nicht zu erwarten. wurden von Katiowih die Sicherhett-u'oltt� � � sileitet�on. bewaffneten Zivilisten. bÄ«ÄÄTn4,|g im Der polnische Kampfber,cht . Nach einem Telegramm aus Warlchau�m�ldek' veeresberichl� Die von General Sikorsti mtt».„u. keilen eröffnete Gegenoffensive an der Nordkron- � Schwierig- »auerad sehr günstig. Der Feind, der an diesem Abschnitt ,«h» Divisionen eingefetzt hatte, aing auf der ganzen e,!»-". �ehn -telleiuoeife ist sein Rückzug fluchtartig. Unsere Flieg« bom� dierten mit guten Ergebnissen die feindlichen Kolonnen. Das Resultat der erfolgreichen Kämpfe wird bereits in Warschau ge- spürt, wo der Druck des Feindes in der Richtung Z e g r z e und D e m b e bedeutend schwächer ist. Dagegen wüten südöstlich von Warschau noch sehr erbitterte Kämpfe. Aber auch hier wurden alle Angriffe abgeschlagen und an mehreren Stellen sogar Fortschritte gemacht. Im Z en t r n m haben unsere Truppen eine größere Offensive unter persönlicher Leitung des Marschalls Pilsudski eingeleitet. Nach einem 45 Kilometer langen Eilmarsch haben unsere Truppen bereits am Mittag des 10. August Earwolin erreicht und den Feind von der Weichsel vertrieben. Auf dem rechten Flügel sind polnische Abteilungen ans Widerstand des Feindes bei Kock'ae- stoßen und haben Geschütze und Maschinengewehre erobert. Wir rucken kämpfend schnell vorwärts. Auf der S ü d f r 0 n t haben wir eine Gegenoffensive begonnen, um den Feind zurückzutreiben, der den Bug bei S 0 t a l und bei B u s k überschritten hatte. Nördlich von Z l 0 c z 0 w. Zborow nnd längs der 6 t r y p a waren die feindlichen lokalen Angriffe ohne Erfolg. Der polnische Offen ftvpla« TU. Warschau, 19. August. Halbamtlich wird gemeldet: An der Nordfront schreitet unsere unter dem Oberbefehl des Marschalls Pilsudski begonnene Offensive günstig fort. Unsere Abteilungen entwickeln sich längs der Linie Warfchau-Brest-Litowsk und haben Siedler besetzt. Wie schon heut« ossensichtlich, stiebt die Oberste Heeresleitung dahin, den Feind von Osten zu umklam- mer», ihm den Rückzug abzuschneiden und ihn gegen die oft- preußische Grenze zu drücken. Sofern es den Bolsche- misten nicht gelingt, den bisherigen Bormarsch unserer Truppen entscheidend aufzuhalten, bleibt ihnen nur der Uebertritt auf deutsches Gebiet. Die an der Südfront begonnene Offensive hat zur Einnahme von Sokole-Busk geführt. Un- sere Abteilungen drängen trotz erditterteu Widerstandes des Feindes weiter nach Osten vor. Französische Hoffnungen TU. Paria, 19. August. Die Blätter stellen den Umschwung in der Schlacht bei Warschau zu Gunsten Polens fest, warnen aber vor übertriebenen Hoffnungen und meinen, daß dadurch die Besprechungen länger dauern werden als erwartet würde. Es scheint, daß Eng- land die Munitionsdurchfuhr durch das Danziger Gebiet nach Polen verboten habe, während Deutschland Munition für die rote Armee über die Grenze schaffe. Die Blätter messen dem mo- ralischen Faktor die größte Bedeutung an den polnischen Erfolgen bei. Die polnische Offensive, die zangenförmig zufasse, könne, als von französischen Offizieren inspiriert, angesehen wer- den. General Henry sei der erste General der Linie, Bilotti sei der Chef seines Stabes. Er habe die Sturmtruppen unter sich. General Weygand stehe dauernd mit dem polnischen Oberkommando in Verbindung. Der russische Bericht Der russische Heeresbericht vom 17. August meldet: Der Feind, der bei N 0 w 0 j e M i a st a durchgebrochen war, wurde im Gegenangriff wieder zurückgeworfen. Dabei wurde C i e ch a n 0 w von uns wieder besetzt. Wir machten 120 Gefangene und erbeuteten 7 Geschütze. Nordöstlich Nowogeor- g i e ws k und Warschau sind hartnäckige Kämpfe im Gange. Oestlich Wladimir Wolhynsk besetzten wir erneut Erubeschow und eine Reihe Ortschaften östlich davon. Im Abschnitt Tarnopol nahmen die roten Truppen eine Reihe von Ort- schaften und nähern sich kämpfend Zborow. Am D n j e st r und an der Küste des schwarzen Meeres ist die Lage unverändert. Im Abschnitt Orjechow erbeuteten wir in hartnäckigen Kämpfen ein Geschütz und machten Gefangene.. Polen sabotiert die Verhandlungen TU. London. 19. August. Rsnter meldet: Die drahtlose Verbindung zwischen Warschau und Minsk ist unterbrochen, was die Pole» auf atmosphärische Störungen znrückzusiihren ver- suchen. Bon sachverständiger englischer Srite wird die Möglichkeit solcher Störungen jedoch bestritten. Die Teilerfolge der Gegenoffensive haben die polnische Re- gierung anscheinend ermuntert die Verhandlungen in Minsk zu verschleppen, wie sie es bereits schon mit den VerHand- lungen in Baranowitschi getan hat. Die Erfolge an der Front lassen die Brust der polnischen Jmperialtsten wieder höher schwellen. Sollte die Regierung bei ihrer Verfchlep- pungotaktik bleiben, denn würde sie damit nur zeigen, daß sie den Frieden nicht ehrlich will. Sie wird dann aber auch die Verantwortung für die weiteren Geschehnisse voll zu tragen haben. Der Bündnisrwg um Ungarn „ TU. Wien. 19. August. Der Minister des Aeußern der tschechoslowakischen Republik Dr. Bencsch, wird aus seiner Rückreise mit den Wiener politischen Kreisen Fühlung nehmen, um Oestemich in die gegen Ungarn gerichtete Konvention Rumäniens, Züdslawiens und drr Tscheche- Slowakei einzuveziehe«. Ein Jahr Weißer Terror Von einem ungarischen Genossen wird uns geschrie» ben: Es ist gerade ein Jahr vergangen, seit die ungarische Räteregierung ihren Platz zugunsten eines aus Vertretern aller Parteien des Landes zusammengesetzten Kabinetts räumte. Diesem Kabinett, dessen Entstehung und Zukam- mensetzung auf die Bemühungen des britischen Kommissars Sir George Clerk zurückzuführen war, war nur eine sehr kurze Lebensdauer von einigen Tagen beschieden. Der frü- here Kriegsminister der Karolyi-Regierung. Stefan Friedrich, dessen politische Vergangenheit eine unaus. gesetzte Kette von Inkonsequenz, Draufgängerei, Strebertum, Machtlüsternheit darstellt, nahm mit Hilfe bewaffneter Offi- ziere von der damals noch recht problematischen Macht Besitz. Friedrich wurde Ministerpräsident. Mit dem von ihm aufgestellten Grundsatz der Rechtskontinuität Hub in Ungarn eiffe Zeit des fortgesetzten Unrechtes an. Der weiße Terror setzte beinahe gleichzeitig mit der Verkündung des „christlichen" Kurses ein. Niemals ist wohl die christliche Idee niederträchtiger zur Erreichung schrankenloser Macht mißbraucht worden. Noch während des Bestehens der Näteherrschaft ist in Arad unter dem Protektorat der Entente eine Eegenregierung errichtet worden, derenverste Zusammensetzung auch nach der Uebersiedlung nach Szeged ziemlich demokratisch war. Mit der Zeit sind aber die„unzuverlässigen" Mitglieder jene» Voudoirkabinetts durch ärgste Reaktionäre ersetzt worden. Der Niederbruch der ungarischen Räteherrschaft traf die Szegediner Regierung in einer ausgesprochen rachsüchtigen Einigkeit gegen die„destruktiven Elemente", unter denen Sozialisten, Kommunisten, Freimaurer und anderes„Juden» aesindel" zu verstehen war. Ihre Verfolgung setzte unmit» telbar nach der Abdankung Bela Khuns und Genossen in der grausamsten Weise ein. Am Anfang waren diese Streifzüge— die ersten Heldentaten der neuen ungarischen nationalen Armee— auf die Provinz, in erster Linie auf Transdanubien be- schränkt. Die Armee bestand in jener Zeit vorwiegend aus Offizieren des alten k. u. k. Heeres und der ungarischen Hon- vöd. Bereits damals glaubte man, daß eine Steigerung in der schamlosen Art. wie diese Leute raubten und mordeten, und„Bolksurteile" herbeiführten, nun nicht möglich sei. Ohne Verhör, ohne Gerichtsversahren, auf die einfache Denunziation hin, wurden hunderte von Unschuldigen hin- gemordet, erhängt, verstümmelt, in die Donau oder in den schönen— jetzt ganz verödeten— Plattensee geworfen. Der damalige Oberkommandant der Armee, Admiral v. H 0 r t h y, der Reichsverweser Ungarns, nahm an den ruhmreichen Ereignissen dieser Wochen hinlänglich Anteil: Eines Tages bespukte er z. V. die vor ihm liegenden Opfer des„christ- lichen" Kurses mit cch soldatischer— Todesverachtung. Nach Abzug der Rumänen aus B u d a p e st wurde die Haupttätigkeit der„konstruktiven" Elemente nach dort ver- legt. Klerus, Beamte, Offiziere, ehemalige rote Soldaten der Brachialgewalt, der Verein der erwachenden Magyaren, der Offiziersverein(Move) und zahlreiche andere offen« wie geheime Formationen, Vereine, die Partei der Christ» lich-Sozialen, sie alle waren einig, taten sich zusammen, um die letzten Reste der„bolschewistisch-jüdischen Seuche" zu vertilgen. Tausende von Opfern beklagen den weißen Schrecken und klagen die westlichen Kulturnationen an. Viele Hunderte sind nunmehr nur stumme Ankläger der magyarischen Banditenwirtschaft. Es ist hier nicht möglich, alle Fälle von Gesetzwidrigkeiten, Ausschreitungen, Ermordungen und Grausamkeiten anzu- führen. Das ganze System ist grauenvoll, verlogen, entsetz- lich: es bedeutet eine Schande für die ganze Menschheit. Nicht„individuelle Aktionen unverantwortlicher Elemente" ist der weiße Terror, sondern st a a t l i ch 0 r g a n i s i e r t e r H a ß, offiziell unterstützte Verfolgung Äiidersglaukfger und Andersdenkender— wie Gläubiger und Denkender über- Haupt— um sich ihrer rasch zu entledigen. Wo die Gerichte nach einem sogenannten beschleunigte!» Verfahren jede Mög- lichkeit einer wirklichen und wirksamen Verteidigung nehmen, Anklagen konstruieren und Urteile fallen, deren Unerhört- heit nur durch ihre Begründung übertreffen wird, wo die Jnternicrungslager von Tausenden von Mannern, Frauen, Jugendlichen gefüllt, die seit Monaten ohne Verhör, durch Mißhandlungen, Hunger, Schmutz ocm sicheren Verderben entgegengehen, wo E n t f ü h* un«und Ermordung von Üntersuchungsgefangenen durch Osftzfere auf der Tagesordnung stehen, wo Arbeiter und Juden zeden Tag, jede Nacht Pogromen entgeg-uzlttern müssen, wo die Prügelstrafe wieder eingeführt wird, � wo Schuten in Gefängnisse un:- gewandelt werden, da die vorhandenen zur Unterbringung der Gefangenen nicht mehr ausreichen, wo die besten Lehrer der Hochschulen(Alexander, Pickler, Groß, Jäszi. Marcali. Eoldziehcr und viele andere) verjagt find, wo alles zum finstersten Mittelalter hindrängt, kann niemand semcs Lebens, seiner Existenz des nächsten Tages, ja des nächsten Augenblickes sein. Die weißen Banditen halten die ganze Bevölkerung unter Atem. Ungesühnt sind alle Schändlichkeiten des weißen Kur- ses, ungesühnt noch immer C 0 m 0 g y i. B a s c d, Müller und die vielen(Widern namenlosen Opfer der greuliche» Massafrierungen. Me kSnnte man dort auch von SlZhne sprechen, wo alle schuldig sind, denen Macht und Möglichkeit des Strafens gegeben, schuldig, vom kleinsten Kerkermeister bis zum durchlauchtigsten Henkermeister. Jeder Tag bringt neue furchtbare Kunde von den magyarischen Mordbuben, die jetzt scheinbar zu entscheidenden Taten ausbolen. Vor einigen Tagen ist der P o g r o m b e s ch l u ß bekannt geworden, laut dessen im ganzen Lande einheitlich gegen Juden und Arbeiter in der rücksicktslosesten Weise vorgegangen werden soll. Am 28. v. M. ist in Buda- pest bereits eine kleine Kostprobe verabreicht worden. Es ist selbst nach dem entsetzlichen Kriegsgreuel der„grossen Zeit", mit denen die Völker aus„Gottes Gnaden" so reichlich bedacht waren, einem gesunden Gehirn unfaßbar, wie Mensch Siegen Mensch so infam, so grausam wüten kann, nicht zu prcchen, wie Söhne desselben Volkes gegen die andern han- dein. Um ihre Herrschaft zu bekräftigen, wollen sie zur Unter- tützung der Polen eine Armee gegen die Russen fuhren� es ollen wohl die„unzuverlässsgen" Elemente auch durch remde Kugeln vernichtet werden. Den magyarischen Macht- >abern scheint es ein wenig vor ihrer eigenen Macht bange zu sein— zuviel Macht in dem kleinen Lande— deshalb wahrscheinlich auch die Kriegsgelüste für Polen und gegen Oesterreich. Durch den am 30. Juli erfolg en Ucberfall ungarischer Truppen auf Oesterreich soll die magyarische Macht und die weisse Idee gegen Westen vordringen. Es haben leider jene Recht behalten, die den weihen Terror kommen sahen, die bei den degenerierten, faulen, ungebilde» ten, infamen magyarischen Gentry keine Einsicht und Beson- nenheit voraussetzen konnten. Der weisse Terror hat der sogenannten europäischen Demokratie einen schlechten Dienst erwiesen. Das Mass ist voll? Die ungarische Reaktion wütet in dem schändlichsten Paroxismus einer kranken Klasse, um ihre Vorherrschaft über Millionen arbeitender Menschen. Sie will nicht erkennen, doss ihre Zeit um ist. Sie lebt in dem Wahn, es könnte doch so weiter gehen. Das Erwachen der Magyaren wird furchtbar seinl In tiefster Trauer gedenken wir heute der zahlreichen Opfer der Horthy-Husaren, in angsterfüllter Besorgnis um alle, deren Leben und Gesundheit der Willkür der über- mächtigen magyarischen Soldateska und ihrer Regierung preisgegeben ist. Orgesch will leben! Eindeutige Drohungen Die Orgeschleute führen einen verzweifelten Kampf um das Fortbestehen ihrer Organisation. Sie gaben bisher an, daß fie aus dem Boden der Persassung stünden und bereit wären, die Regierung gegen jeden Angriff von rechts oder links zu stützen. Nachdem nunmehr die preußische Regierung erklärt hat. daß sie die Hilfe der Orgcschleute nicht braucht, müßten sich die Herrschaften, wenn sie verfassungstreu wären, dem Gebot fügen. ihreWasfen abgeben und nachHause gehen. Das aber fällt ihnen nicht ein. Sie leistln den Anordnungen der Regierung offenen Widerstand und drohen ganz e i n d e u- t ig mit der Anwendung von Gewalt. Die Orgeschleute sind eingefleischte Reaktionäre, die ganz fienau wissen, was sie wollen. Ihre Berufung auf die Ver- assung ist eine unwürdige Heuchelei. Sie spekulieren dabei auf die Dummheit der Regierung. Sie wollen sie ebenso glänzend hereinlegen wle es die vormalige Einwohner- wehr getan hat. die vor dem 13. März täglich dreimal ver- sicherte, auf dem Boden der Verfassung zu stehen, in gleicher Weise gegen rechts und links zu kämpfen, um dann, als es ernstbaft galt, die Treue zur Republik nicht nur im Munde zu führen, sondern sie durch Handlungen zu bekräftigen. mit fliegenden Fahnen ins Lager der Re- bellen überzugehen. Wenn die Orgeschleute von Verfassung reden, so muß man sie immer an die Worte des Hamburger Obersten v. Ledebur erinnern, der sich ver- pflichtete, alle Eide, die er der Republik zwischen 7 und 8 Uhr 8 e leistet hat. zwischen 8 und 9 Uhr zu brechen. Oberst Lede- ur ist Orgesch. Der eindeutige, d. h. gegen die Verfassung und für die Wiederherstellung der Monarchie gerichtete Charakter der Orgesch wird zu allem Ueberfluß durch die Vorgänge in O st- preußen einwandfrei festgestellt. Dort solUcn aus Anordnung des Oberpräsidenten sämtliche bestehenden Selbstschutz- verbände a u s g e l ö st und eine neue Organisation gebildet werden, die alle Kreise der Bevölkerung umfassen sollte. Die gesamte Presse der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei hat jedoch die Beteiligung an der Bildung dieser Ortswehren abgelehnt mit der Ve- gründung, daß die bestehenden Ortswehten, die sich an die Escherich- Organisationen anlehnen, den besten Schutz für Ostpreußen bildeten. Hier haben wir die„Ver- fassungstreue" nach berühmtem Muster.' Die Reaktionäre wollen nur Ortswebren, die sich aus den Reihen ihrer An- Hänger zusammensetzen. Sie wollen eine gegen revv- lutionüre Putschorganisation und lehnen des- halb die Aufnahme von Arbeitern und Angestellten ab, weil sie befürchten, daß ihnen von diesen Leuten in die Karten geguckt werden könnte.* .Die Regierung weiß nunmehr, was auf dem Spiele steht. Die Gefahr ist dank ihrer bisherigen Nachlässigkeit größer als mancher glauben möchte. In der„Kreuzzeitung" wird das Verbot der Orgesch durch die preußische Regierung zum Anlaß genommen, dieAuflösungdcsvreußtschenLand- t a g s zu fordern. Auch wir verlangen Neuwahlen, frei- lich aus ganz anderen Gründen, wie die„Kreuzzeitung", die mit ihrer Parole die Taktik aufnimmt, die am 13. März Ehrhardt und Genossen einschlugen, als die M a r i n e b r i- gaden aufgelöst werden sollten. Die Marinebrigaden waren die stärkste Hoffnung der Reaktion. Ihre bevor- stehende Auflösung brachte den von langer Hand vorbereiteten Putsch zum Ausbruch. Es besteht die Möalichleit, daß die anbefohlene Auflösung der Orgesch zu ähnlichen Ereignissen führen kann. Denn mit dem Zerfall der Orgcsch würde wie- der ein Traum der Reaktion zerrinnesi, viel mühevolle Ar- beit, millionenfache Ausgaben wären umsonst gewesen. Die Gewerkschaftsinternationale Zunächst keine internationale Aktion HR. Pari», lS. August. I o h a u x hat nachstehende» Maustest sllr die Zusammenkunft de» Exekulivausschosses de» internationalen Eetoerks'hastvverbande» bekommen: Im Falle eines Konsliltev wird eine Verständigung über eine internationale Aktion unter den Arbeitern in» Leben gerufen werden. Den Ar- beitern jeden Landes steht es aber frei, ihren Einfluss auf ihre Regierung auszuüben. Der Berdand ist der Meinung, dich man sich in innere Angelegenheiten anderer viikker nicht einmischen soll. Dies« Aussassung gelte auch für die Aktion Polen» in Rußland, und umgekehrt die Ruhla nds in Polen. s Nach einer anderen Meldung will Iouhoux nach Amsterdam fahren, um mit dem Erekutivausschuss über eine allgemeine Aktion zu beraten. Uns erscheint die Haltung der Amsterdamer, sofern sie nach der lurzen telegraphischen Wiedergabe des Manifests be- urteilt werden darf, etwas seltsam. Wir würden eine recht- zeitige internationale Aktion zur Verhütung eines Konflikte» durchaus nicht für llberfliissig holten und wir sin- den nicht, daß fie einer Einmischung in innere Verhältnisse eines Lanoes gleilytum«. Ist der Hou|lUt erst eiusiuiioen, dann kann es leicht zu spät sein. Die Macht der Arbeiter HR. London, lll. August. Da«„Journal de» Dedat," schreibt: Falls Cir Reginald Tower wirtlich oerboten hat. dag kein einziges Schill mU Munition für Polen im Danziger Hofen einlaufen dars, hat der englische Hohe Kommissar eine Initiative ergrisfen. für die man keine Erklärung finden kann. Während des Kriege, war die Ansicht der Alliierten die, daß man sich in nelltrolen Ländern mit Munition versehen tonnte, ohne die Neutralität hierdurch zu verletzen und jetzt wollen wir Polen hindern. Munition, die es braucht, lammen zu lassen. Eine solche Haltung würde völlig unz» lässig sein. Sommerabend von Erich St Schmidt. Es hatte geregnet, wolkenbruchwild, man dachte an Sintfluten. man glaubte, zu ersausen. Gegen Abend hörte es aus. Gold- reslexe irrten über die Dächer, der Asphalt floh gleich schwarzen, flachen Bächen. Die Wege Im Part lagen aufgeweicht, es war wunderbar, auf«hnen entlang zu tapsen. O. immer glatte Groß. stadtstratzen! Ist man von der Mutter Erde nicht wie durch einen harten Fluch getrennt? Immer stoßen die Sohlen polternd aus eine Schicht gnadenloser Steine. Erschütterungen wälzen sich durch das Gehirn, die wir loum noch spüren. Aber sie lassen die lebendige Mass« zwischen den Schädelwänden allmählich zu Stein erstarren. Sie machen ans zu Automaten, Zweckwesen, die leinen Netz mehr verspüren als jene Nervenbeize einer oerquälten Kul- tur. die aus Schritt und Tritt, des Nachts und am Tage, wollüstig gegen unsere Stirnen sticht. Aber hier im Parl, da der Regensturz die Spuren der Men- schen getilgt hat. schreitet man srolf dahin wie über neue Erde, der Fuß wühlt sich ein in elastische Bodenschichten, und die immer blanken Stiesel werden einmal, Dank dem Himmel, mit grauen Arabesken garniert. Mitten im Herzen de» tragisch versteinten Häusermeers segelt man erlöst durch«ine grüne Idyllische Insel, höhenous und höhenab. ein Einsamer der plötzlich die Maske ver- loren hat und mit übermütig gezackten Kindorichritten über slim- mernde Pfützen balanziert. Man denkt an Iugendtage. da der Fuß rücksichtslos in ausgeweichte Dorsweg« patschte, an Sommer- wachen, die man. der Großstadt entflohen, auf serner Fischerlnsel verbracht«, und Ver Duft erfrischten Laubes weht einem wie eine grüne Gnade um die Schläfe. Der Fall der niederrutschenden Tropsen, die die Blätter vibrierend von ihren Rücken schütteln. wird Musik, die da» Ohr mit ewigem Urton streichelt, und der Atem blühenden Gesträuchs gaukelt bunte Visionen vor die er- löste Seele. Das zarte Wispern der Natur läßt den Armen seine Armut vergessen, und sein Geist wird vogelleicht wie das kreuzweis hüpfende Lied, das mit süßer Inbrunst durch alle Zweige schwirrt.... Im neuen Teil de» Parks aber, den«in Asphaltband kalt- glitzernd zerschneidet, hört die Mustk tief fallender Tropfen plötzlich auf, die hohen Bäum« fehlen, nur Sträuchcr wuchern üppig an allen Wegen, Rosensträucher mit dunlelgrünen Blättern und einem violetten Schimmer darüber, flankiert von jungen, kindlichen Bir- kenstämmen. Der grüne begrenzt» Dom wird zu unendlichem Himmelsgewölbe. In fernem Kreise stehen die Häuser, niedrig und schwarz, ohnmächtig unter plastisch geballten Wolkenmassen. Man steht, mit frommem Gefühl, das Himmelsrund wie eine von gigantischer Kraft durch- pulste Kuppel über sich. Da stehen dunkle Berge mit schneeigen Scheiteln, gelbliche Seen demütig an Ihre Füße gegossen, blaugraue Schieferfelder stoßen bedrohlich gegeneinander, schüchternes Blau blickt wie mit Leilchenaugen aus Felsenrissen. Im Westen jedoch, unter schwarzen, breiten Wollenschrossen hängt ockergelbes Ge- leucht, das mählich sich rötet, breit auseinanderschwillt und den Horizont hinter Häusern und Bäumen, mit goldenen Pinselstrichen überquert. Ich strige steinerne Stufen empor und stehe auf der Asphalt- siraße. die Menschen eilig überwandern, im Westen vor mir glimmt Brand zu wildem Feuerrot empor, meine Füße sind wie verwurzelt. Nun lodert der Rand der schwarzen Wolkenschroffen wie ein Vor- hang im Theater aus, und mit karminroten Bränden erscheint das abendmllde Tagesgestirn, zwischen Wollen und blattgrüne Wipfel gebettet, bereit, die Welt noch einmal zu versöhnen. Aber niemand steht den löstlichen Glanz, den das Sonnenauge auf abgehetzte Stirnen schickt, damit die Gedanken dahinter sich klären, niemand wendet den Blick zur Seite, sie alle sehen dumpf vor sich hin. Es mögen wohl hundert Menschen, wie Kugeln, von unsichtbarer Hand geworfen, die glatte Asphaltbahn durchrollen, leiner hört die Stimme des ewigen Friedens, die aus dem pur- purnen Sonnenmund posaunt. Neue Bücher Die Not im Buchdruckgewerbe hält die Verleger nicht ab. auch im Sommer neue Bücher erscheinen zu lassen. Auch die Zahl der Auslagen steigt trotz der erhöhten Herstellungs- und Verlaufs- preise. Wir greifen einiges heraus. Ins alte Aegypten führt uns ein Roman des holländischen Dichters Louis Couperus.dcr von Else Otten übersetzt, bei Ernst Rowohlt, Berlin, jüngst erschienen ist(geh. lO, geb. 15 M). Er erzählt von der Liebe und schildert Land und Leute in malerisch antilisierendem Stil, ohne lulturhistorijch oder soziologisch in die Tiefe zu steigen. Es fehlt nicht an farbigem Bilderreiz und schwälendem Gefühl, aber man vermißt die Glut und den Rhythmus etwa der Flaubcrtzchen „Ealambo". Man wird eher an das Literaturmuseum der grie- chisch-römischen Romane der Dahn und Ebers erinnert. Näher und heißer berühren uns die Dichtungen aus dem r e v o l u t i o- nären Ungarn.„Der große Kerler" heißt eine Sammlung von Skizzen de» Redakteurs der sozialdemokratischen„Volks- stimme" in Budapest, Bela Reveß, der auch unseren Lesern kein Unbekannter ist. In diesen Erzählungen des leidenden und lämpfenden Proletariats, dos setzt von den weißgardisti- schen Horthybanden aus« Tollste brutalisiert wird, atmet die zarte und stumm«, aber auch die gequälte und empörte Seele, die nach Menschlichleit schmachtet. Der Uebersetzer Stefan I. Klein, zeigt seine einfühlende Sprachkunst nicht nur in diesem Bändchen, das soeben im Verlag von Kurt Wolfs-München erschienen ist,(geh. 6, geb. lv M.). sondern in erhöhtem Maße auch in dem von Rowohlt > herausgegebenen Roman Bela Reveß'»Ringende Dörfer". Das Parffer Blatt scheint nicht zu wissen, daß sich nach Bf* endigung des Weltkrieges die Situation in Europa wesentlich geändert hat. Wenn während des Krieges die Imperialisten aller Länder sich mit Munition aus neutralen Staaten ver« sehen haben, so fordern heute die A r b e i t e r, daß dies nicht mehr geschieht. Gerade weil Polen die Munition der Entente« stoaten dringend braucht zur Verwirklichung seiner impe« rialistischen Ziele, gerade deshalb muß die Arbeiterschaft streng darüber wachen, daß diese Munition nicht geliefert wird. D a n z i g ist ein richtiger Durchgangsplatz für die pol« j nifchen Munitionstransportc. Die Danziger Arbeiterschaft hat sich bisher geweigert, die Transporte durchzulassen. Sit i ist gewillt, den schärf st enWiderst and zu organisieren, wenn die Transporte nicht eingestellt werden. Deshalb hat wohl auch der Oberkommissar Tower das Anlegen von Muni« tionsfchiffen verboten. Er befürchtet die schwersten Konflikt« mit der Arbeiterschaft und will verhindern, daß es zu ge« waltsamen Gegenmaßnahmen kommt, die unbe« dingt ergriffen werden würden, wenn die Entente Danzig« Neutralität mit Füßen treten würde. Zum Schutz der Neutralität bereit Eine am 17. August 1920 tagende Vertraoensmäunersitzung de» Rollkutscher und Spcditionsarbeite» aus de» Betrieben Verlins beschäftigte sich u. a.«ingehend mit de« Aufruf der Internationalen Transportarbeiter-Föderation. Dem Aufruf wurde die größte Sympathie entgegengebracht u>� nachstehende Resolution einstimmig angenommen: Di« Rollkutscher und Speditionsarbeiter Berlins begrüße« � den Aufrus zur Wahrung der internationalen Solidarität. S>« versprechen, alles daranzusetzen, die Schritt«, welche das inte«» national« Kapital unternimmt, um das siegreiche Borgehen de« russischen Proletariats im Blut zu ersticken, zunichte zu machen. Sie werden die größte Aufmerksamkeit anwenden und all« Sendungen, welche als Kriegsmaterial kenntlich sind, unter alle» Umständen von der Beförderung ausschließen. Sie bitten die Kollegen im Reich, sich ihrem vorgrhen sosort anzuschließen und auch ihrerseits alles zu oerhindern, um Tran«« porte von Kriegsmaterial nach dem Osten unmöglich zu mache»- Sämtliche Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Auch die Schweizer Arbeiter wachen Zürich, 18. August. Die Delegierten-Versamml'-ng der Personalunion de»«idge« nösflscheu Personals in Zürich hal ein» Resolution angenommeii. in der es heißt: Das eidgenössische Personal in Zürich erachtet t* als eine dringende Aufgabe, international« Solidar i« � t ä t zu üben und alle Waffen- und Kriegsmateria!' transporte durch die Schweiz ru v» r h i n d e r n. Es forden daher die Organisationen des schweizer-ischen Eifeubahnerverbande« und des Gewenschaltsbuudes auf, so, ort von den overjte» Vunde«' behörden Garantien zu verlangen, daß keine Kriegsmaterialtran»« porte durch die Schweiz durchgelassen werde». Die Personalunio» fordert deshalb die fofortig« Einsetzung von PersonalkommiMoneii, die an der Grenze alle iaiernationalen Transpoet« zu überwache« und z» untersuchen haben. Sollten diese Garantien oerweiaert «erden, so wird der schweizerische Eisenbahneroerband aosgesordert, Abwehrmaßnahmeu einzuleiten. Kriegsmaterialsendu«ge» iu Bremc« angehakte« TU. Bremen. IS. August. Nachdem erst vorgestern auf dem hiesigen Güterbahnhof sechs Waggons mit neuen Flugzeugmontageleuen b» laden angehalten«orden stnd. wurde Im Lauf« de» gestrigen Tages von den Eisenbahnern und Arbeltern eine Anzahl weiterer Bahs»t transporte angehalten, die Kriegsmaterial entHallen. Schließung der Schiffswerft vlohm». voß. Di» Schiffswerst Dlohm u. Poß teilt mit, daß die Werft infolge der Au-ilchr-ltunge«, die am gestrigen Mittwoch von der Arbeiterschaft gegen die leite»« den Persönlichkeiten begangen worden sind, bis auf weiteres geschloffen bleibt. Neugnindungen von Reedereigesellfchasten in Amerika. TroH der ungünstigen Lage auf dem Frachtenmarlt sind in den iief einigten Staaten im Monat Juni 35 neue Reedereigesellschafle» mit einem Gesamtkapital von S6 Millionen Dollar gegründet worden. (geh. 10, geb. 15 M.). Hier ist mit starker poetischer Kraft daS heißblütig« Leben und dumpfe Sehnen ungarischer Arbeitersraue» zusammengeballt, deren Männer in amerikanischen Bergwerke» schuften. Mit kühnerer Erotil ein ungarisches Seitenstück zu« „Weiberdorf" der Clara Biebig in der Eifel. Ein schwüles Mysterium der Brunst, manchmal sprachlich ausartend und dofl stilistisch gebändigt. Dagegen verblassen„Die roten Tage"- ein Roman von A. H. Zeiz(im Verlag Erich Reiß, Derlinf, der eines deutschen Jünglings Schwärmen und Werden darzustelle» sucht. Es ist alles mehr literarisch als revolutionär angehaucht und an dem Problem: Führer und Masse, redet es intellektuell vorbei, weil hier die Szenen feinsinnig erdacht und lyrisch emp' funden, aber nicht aus dem Volke organisch von innen heraus u»b von unten heraus erlebt find. Am russischen Beispiel können es unsere Autoren am besten sehen, aber es läßt sich nicht lernen. Ganz ins Literarische und Spirituelle verliert sich der bislantz doch wohl sozialistisch orientierte Kurt Erich Meurer in sei« nem Roman„Der große T r o st"(Verlag Hossmann u. EamP«< Berlin-Hamburg,(geh. 9, geb. 12,50 M.). Mit nur bisweilc» leis anklingenden sozialen Tönen zelebriert sich der Autor hies selbst den dichterischen Trost eines tiefinnerlich geschauten Wechsel« spiels von Leben, Tod und Liebe, mit mystischen Embleme», geisterhaften Gestalten und Oscar Wildes artistischen Freuden. Es hat wenig mit dem Strom der Gegenwart zu tun. Weil schlimme« aber sind die Konjunktur-Propheten. Aus dem Kaffeesatz de« Reichswehr weissagen sie fröhlich den„Untergang Frank' reich s". Unter diesem Titel erschien in einer ebenso schauer« lichen Umschlagszeichnung soeben, bei Hoffmann u. Campe, geh.>2. geb. 10 M.), ein Roman, der einen durchaus unehrlichen Cha« rakter an der Stirn trägt. Schon der angenommene Versassel» name Francois Romain, will einen französischen Autor vor« täuschen. Widerwärtig wirkt es, wenn nach allerhand kolporto?«« haften, krassen Schilderungen die deutschnationalistische Gesinnung sich zum Schluß in ein sozialistisch-weltbrüderliches Mänlelcheil hüllt. Vorher wird der Untergang Frankreichs an„innerer Fäul« nis" geschildert und fünfzehn Jahre nach Versailles die Wiedel geburt Deutschlands durch einen Racheseldzug, an dem Greise u»» Lahme, Reiche und Arme, Sozialisten. Kommun'iste» und Nationale, Arbeiter und Studenten, alle g«« meinsam und in gleicher Begeisterung teilnehmen, mit verHeim« lichten Waffen an den Rhein eilen,„dem Feind« entgegen", wäh' rend die Glocken läuten und Priester mit hocherhobene» Kruzifixen den Kreuzzllglern voraneilen. Diese ganze boM« bastisch aufgedonnerte Darstellung und Tendenz ist nicht nur U»« sinn, sondern ein gefährlicher Unfug, der durch die ab,olule Ig»»' ranz des Verfassers über sozialistische,.lapitalistische und t»"®* nationale Zusammenhänge leineswegs gemildert wird. Man mus diesen„Aposteln" die Maske vom Gesicht reißen, gleichviel, ob st« literarisch oder politisch das Volk„beglücken" wollen Erl cd Larva. Daimler-Motoren Gesellschaft -- O' ß kc seiner Zeitschrift herauszugeben, in der sich Paul boiü,""t.den Riesenprofiten dieser Gesellschaft beschäftigt. Es dna„ rlQrZ e'ner Schilderung der Vorgänge, die Anfang ISIS rnm-.xraU't'''c Kriegsministerium veranlagten, eine Prufungs- Zwecks Untersuchung des Geschäftsgebarens dex D. M. G. riiiMiegenf Preußisch« Kriegsministerium beauftragte das Vorstands- � Zentral-Einlaufsgesellschaft m. b. H. Otto Meyer, eine �.�lprufaag der Bücher uno Bilanzen der D. M. G. hinsichtlich !.Vl�is- und Eewinnbildung und ihrer auf Preiserhöhung ge- rl. aeten Bestrebungen vorzunehmen, was dieser auch gemeinsam c?Ü" r beeidigten Bücherrevisoren Berthold Radke, Verlin- �cyoneberg, und Cäsar Löhde, Cuxhaven, sowie einer Anzahl vtsislrafte getan hat. v Ergebnis dieser Prüfung, die soviel Arbeit gemacht hat, »Ä-- einschlieglich der iLrualegung sicher Millionen lostet, liegt Wt in einem dicken Buche vor, das den Namen„Bericht der ��lunstskommission des Preußischen Kriegsministcriums in Sachen ���wler-Motoren-Eesellschalt trägt und in der Reichsdruckerei . Als die Prüfungskommission ihre Arbeit begann, stieß sie auf vrei mcrlwürdige Tatsachen: Erstens stellte sie fest, dag »er Staatsanwalt, der gegen den Kommerzienrat Berge«ine Untersuchung eingeleitet hatte, durch seine Sachverständigen nicht "ur mit lückenhaftem, sondern auch mit irreführendem Material versehen worden war, wobei z. B. die ungeheuren Vermögens- vestande der D. M. E. als— verausgabte Unkosten figurierten. ' Bweilens wünschte das D. M. E.-Mitglied Dr. Sekler, die Prü- lungslommission„möge mit Rücksicht auf die außerordentlich knappen Betriebsmittel, die auf ungenügende Verkaufserlöse zu- ruckzuführen seien und kaum noch ausreichten, die Arbeitslöhne zu zahlen, eine Prüfung des Geschäftsjahres 1917 vornehmen". Die Prüfungskommission war sich indessen klar darüber, daß eine Vor- wegnähme des Geschäftsjahres 1917 außer Zusammenhang mit den Porjahren Notwendigerwelse zu Fehlschlüssen hätte führen müssen und sie in ihren Ermittlungen und Folgerungen in unverantwort- Rechnung zu tragen. Drittens hat die licher Weise festgelegt haben würde: sie hat es deshalb ablehnen -..... em Wunsch« Reck''------- »stell.,___„..._________________ ....... hatte, ausgerechnet den erst kürzlich wtt der militärischen Aufsicht beauftragten Hauptmann Groß als .---..... füi Me Betriebsführung in Prüfungskommission festgestellt, daß der Aufsichtsrat der D. M. E. °m 28. Juni 1918 beschlossen b,--------------- mit der militärischen Aufsicht b.„„, stellvertretendes Vorstandsmitglied Aussicht zu nehmenl.... Die Prüfungskommission hatte sich einen bestimmten Arbeitsplan zurechtgelegt,„doch zeigte ein« erste aemeinsame Znaugenschein- nähme der für die Beurteilung der Erfassuna des Lohn- und Ma- tenalverbrauches und der Kalkulation der in Frage kommenden Einrichtungen, die sich aus die Magazinverwaltuna. die Werk- stättenbureous. die Detriebsburcauo uno das Kalkulationsbureau erstreckte, daß infolge U n z u l ä n g l i cht e i t d l e s« r E l n r ich- tungen die Durchführbarkeit dieses Programms in wesentlichen Punkten überhaupt nicht in Frage kam. Eine Fabrikbuch- Haltung deren Vorhandensein bei einem Unternehmen vom Nange der D. M. E. als selbstverständlich vorausgesetzt werden müßte, fehlte überhaup t". Es war also etwas nicht vorhan- den.was zurAushellung der Gewinnergebnisse hätte beitragen können. dagegen jagt die Prusungskommiision,„daß dem höchst wichtigen Arbeitsgebiete der Kalkulation innerhalb der Verwaltung der D. M. G. ein umfangreicher Apparat zur Verfügung gestellt ist, ausgestattet mit zahlreichem Personal und modernen Hilfsmitteln, sowohl an Vgrdrucken und Karteien als auch an Bureaumaschinen. Es wäre also falsch zu sagen, daß die für diesen Zweck ausgewandten Mittel unzureichend sind, oder, wie von anderer Seite vermutet Lsggg Die 7) to rc i$ aus Zuverlässigkeit nicht erbeben kann." " Büchern �5" 11,1 tatsächlich erzielten Gewinn« in angMich und verschwinden lassen, vm immer höhere Vre«, Betrieb von der Heeresverwaltung moloreu, Automobil»�., ��.gelieferten Waren sFlua- und Schiffs- den, daß die Prell-!>;- m erhalten.„Es kann Nicht behauptet wer- der Arbeitcricka!» 1917 durch übertriebene Lohnansprüche bei u« avi». �auskömmlich geworden find, denn 1014 n � Umsatz 1915 wurden 6,9--- 10 Proz. 135 9.. 1916, 8.4--- 8. V 3. ,9-«„ 1917„ 13,9= 10, der Xauti ,c.?�.?aud in den Kommissionsabrechnungskarten Lohimufwande«>>»»"saht, so daß trotz individuell höheren zum Umlod r? d�uzentuale Verhältnis des Lohnaufwandes tick den blieb." Kommerzienrat V-ra- hat angeb- Material!',»-- n gegenüber geäußert, die D. M. E. habe Meuocn'bel�as?��9Ä"ag der Höchstprcisverordnungen in solchen ->a>fen mussen�daß dadurch eine Verteuerung der Her- de als stellilno«»akf�.-'��i"-''V?�L,°v vavurch eine Verteuerung ver ver- dies n?�>« u». re i? �.�Die Prüfungskommission stellt fest, daß la°° aicht der Fall war, die D. M. E. vlelmehr an den von ihr ge- gemacht"ach Millionen zählendeKonjunkturgewinne lon'� Verlustrechnunaen der D.M.E. für die Jahre einen ReinÄnn von"""" Alti-nkapital von 8 000 000 M. 1�,...... 2 293 036.- Mk.. n....... 2 862 442,36. ...... 3 214168.41' .nls...... 4 604 471,20.. Jn.p...... 6 620 603,92„ 2 9...... 8 085 414,33. 1 J 7...... 5 932 037,47„ von 1914—1917 25 242 056,92 Mk. 24 M ilNo Ii17. maus� bit D- M. E. an ihre Aktionäre f ü r kapital nunm-n-„�m/il-��atlsaktien. fo daß das Aktien- Aktionären �hr 32 Millionen Mark betrug, das aber von den 24 Millionen Mark sondern ihnen im Betrage von Nach den t geschenkt wurde. waren die Gewinn« Untersuchungen der Prüfungskommission angegeben hatte' r75!24 � W" aIs die Firma sie ständen, d. h. wenn 6? in! v.? als fernere Mehrgewinne unterUm- genommen werde» die 1 v- �dachten Zwecke nicht in Anspruch der Fliegertruppen ,urN�n?rt n? zugunsten der Inspektion gleichfalls im rund 6 900 000" licher Risiken LÄerunasn�n Rückstellung zur? in�öhe von.7 5!.oV�°''.�ut.r°le�nd fei 10 Proz. Dividende 12„« 14. 16 m 24„ 35 m„ 30„» land in 6 900 000 M7 und die Deckung samt- feindliche Aus- _____________. ouuOOO M.'. das sind zusammen fast 06100 000 Mark Mehr gewinn, als die D. M. G. selbst angegeben hatte. B» Wirklichkeit ist auch diese Summe noch höher,„es war aber ins mangelnder ausreichender verwaltungstechnischer Elnrichtu' nicht möglich, noch tiefer in die Materie einzudringen'. Die� händenen Werkzeugmaschinen sind««« ♦>"--------- „es war aber infolge Einrichtungen gen". Die vor- ergeben lassen wir das letztere außer Betracht, so die von der Firma veröffentlichten. die von der Prüfungskommisston er- 25 242 556.92 Mk. und rechneten Tatsächlicher Gewinn... Dazu unter Umständen jene .. 70 604 775,24 Mk. .. 95 847 332,16 Ml. .. 6 906 000,—. + 7 500 000,—„ 110 247 332,16 Mk. m.ns„„„°kommission zieht aus ihren gesamten Feststellun- „Die Ptufungsko. he prochenen, mindestens 81 bzw. 96 gen den � o h r gewinne jene Wirtschaftspolitik ihren Millionen Mark M e y g �wmmenhang mit den organischen FÄttn der auft'ragert-ilenden Stellen zu einem wesentlichen Te'le dazu beigetragen hat, die Teuerung auf allen Gebieten herauf- zubeschwören, unter der das deutsche Volk seit Iahren ächzt." ■Tui!* Sil» flT? HS arrtft f\ TiA' rt irL Z�, nachdem zuvor folgende Arbeitslöhne gezahlt worden waren 6 565 517,72 Mk. 10 362 489.09. 18154149.06_ 23 068156,23•„ 53 090 312 10 Mk. Für die D. M. G. ergab sich als Gewinn(ohne jene 6 900 000 4- 7 500 000 Mk.) 1914..... 10 424 226,59 Mk. 1915..... 22165 556,50. 1916..... 80 047 236,02„ 1917.... 210 313,05_,, 95 847 332,13 Mk.________ So blieb also die Gesamtsumme der angeblich so hohen Löhne der nach Tauenden zählenden Angestellten und Arbeiter noch weit, weit hinter dem zurück, was die paar Daimlerlapitalistcn als Profit einsackten. Die Prüfungskommission verurteilt es zwar, daß die Verwaltung der D. M. E. durch falsche Angaben bei den Militärbehörden immer höhere Preise herauszuschlagen iuchte. Aber zu der Tatsache, daß die D. M. G. aus der„Notlage des Reiches" so ungeheure Gewinne zog, sagt sie wörtlich:„Darin bildet die D. M. G. aber nicht eine einzelne Erscheinung, lindern nur«in typisches Beispiel für eine große Menge der für Rllstungszwecke herangezogenen Unternehmen, und es wäre nach Ansicht der Prüfungskommission ein Unrecht, wenn diese eine Gesell chaft anders behandelt und beurteilt wer- den würde, wie jene große Zahl der im Kriege besonders begün- stigten Eeschäststreij! und Einzelpersonen." Die Tschechoslowakei und Sowjet- rutzland Triest, 10. August.(Rosta.) „Jl Lavoratore della Sera" von Triest veröffentlicht eine Un- terredung mit dem tschechischen Ministerpräsidenten T u s a r. der sich augenblicklich in Porto Rosa(Jstrienl aushält, in deren Ber- lauf er Aeußerungen von größter Bedeutung über die Außenpoli- tik der tschechischen Republik machte. Ueber die Beziehung zu Sowjetrußland sagte er, daß die Tschechoslowakei eben im Be, griffe sei, mit ihm in direkte Beziehungen zu treten. Die Tschecho- slowakei würde sich nicht in die politische innere Angelegenheit mischen, wenn die Arbeiterschaft dieser Nation infolge der durch die Siege der Bolschewiki geschaffenen Situation eine Sowjet- regierung proklamieren sollte. Es sei nicht nur die Regierung. sondern— wie die Rückberufung der durch die unglückselige Kra- marsch-Politik zu Werkzeugen der Konterrevolution gewordenen tschechischen Legionen aus Sibirien gezeigt hat— auch die große Mehrheit der ganzen Nation entschieden gegen jedes Abenteuer mit. und gegen jede Hilfe für die Konterrevolution. Unser Volk wird niemals gegen das russische Proletariat marschieren, nie- mal», in keinem Fall, und in keiner Weise. Pon Lenin erklärte er, er halte ihn nicht nur für einen Mann von weitem Gesichtskreis und großer Willenskraft, sondern auch für einen Politiker allererster Ordnung, welcher der Wirklichkeit ins Angesicht blicke, sich niemals in Abenteuer einlassen würde und sehr gut wisse, was er könne und was er machen müsse, um die Sowjetregierung zu befestigen. Außerdem habe er die Ueberzeugung, daß es zwischen Polen und Rußland sehr bald zu einem Frieden kommen würde. Hierzu wird aus Stockholm am 12. August den„Rosta", Wien, gedrahtet: An die russische Mission in Prag ist das Er- gebnis der Verhandlungen, welche zwischen den Sow- jet-Rcgierungsvertretern und dem Vertreter der Tschechoflowaki- scheu Republik geführt wurden, abgegangen. Es heißt darin, daß beide Seiten sich verpflichten, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Transportmitteln, sämtliche in ihrer Macht sich befind- lichen Kriegsgefangenen heimznbefördern, soweit diese nicht den Wunsch äußern sollten, sich im Lande ihrer Internierung ans- halten zu wollen. Mit Einwilligung des esthnischen Staates, wird die Stadt Narwo vorübergehend als Durchgangslager für den Kriegsgefangenenaustausch bestimmt. Beide Teile tragen die Kosten des Transportes für die Heimbeförderung ihrer Kriegs- gefangenen bis zu diesem Lager. Zur Beschleunigung der Heim- beförderung erhielten die Unterhandelnden das Recht zur Eni- sendung einer Kommisston von 6 Delegierten in die Hauptstädte der unterhandelnden Staaten, welche das Recht der Exterritoria- lität und des freien unbehinderten Verkehrs mit ihrer Regierung. sowohl durch Kuriere, als auch mittels offener und chiffrierter Funkentelegraphie Haber Eine Kundgebung Tschitfcherins Moskau, 18. August. In einer Kundgebung Tschitfcherins heißt es:„Die Pläne der Entente, aus Sowjetrußland einen Ueberjall zu organisieren, sind zusammengebrochen. Die englischen Aroeiter haben beschlossen, nicht nur den Krieg zu verhindern, sondern vor nichts zurückzuschrecken, um die Aushebung der Blockade und die Auer- kennung der Sowjetrcgierung zu erreichen. Die bayerischen Eisenbahner haben beschlossen, keine Ausrüstung für Polen durchzulassen. Die Tschechoslowakei, Südslawien, Oesterreich und sogar Amerika haben die H i l s e f ü r P o l e n abgelehnt, Italien hat sich in bezug aus die russisch-polnische Frage von Frankreich und England losgelöst. Rumänien be- absichtigt nicht, gegen uns Krieg zu führen. Trotzdem konzentriert die Entente Truppen für Polen auf den nach valizien führenden Bahnstrecken. Deswegen, Genossen, seid nach wie vor auf der Weiter wird der Behauptung entgegengetreten, daß die Rote Armee„selbständig" aroeite. Das rasche Bordringen der Roten Armee erfolge nach genau festgelegte» Plan. Die frühere bürgerliche Stadtverwaltung in Minsk veröffent- licht aus Grund unzähliger Berichte der Geschädigten eine Denk- schrist über die Grausamkeiten und Bergewaltigun- gen seitens der polnischen Truppen. Beim Rückzug der Polen von K o w e l wurde der Bahnhof zer- stört, Maschinen, Werlstätten und Lokomotiven sortgcfuhrt. Bei den zurückgelassenen Lokomotiven wurden die Kessel zerstört. Die Eisenbahndrücke ist gesprengt. Die Polen ließen eine Menge bren- nender Kohlen zurück, die jedoch gelöscht wurden. Die umliegenden Dörfer sind größtenteils zerstört. Tausende von Flüchtlingen ziehen umher. In Baranowitschi haben die Arbeiter mit dem Komitee der russischen koinmunistischen Partei beschlossen, eine Reihe kam» munistischer Arbeitstage zum Wiederausban des durch die Polen zerstörten Gebietes zu veranstalten. Das hartnäckige Pole». Amsterdam. 19. August. Der polnische Mitarbeiter von„Eoening Standard" erfährt aus guler Quelle, daß die polnischen Delegierten sich weiqern der Bestimmung betreffend Entwaffnung des polnischen Heeres zuzustimmen, wenn die Russen nicht ebenfalls zur Eni- waffnung übergehen. Ferner sollen die Polen nicht bereit sein. Erleichterungen für den Verkehr zwischen Rußland und Deutschland durch polnisches Gebiet zuzugestehen. Kvmenews Note SN. London. 19.«ngust. „Daily Chronicle" sagt In einem Kommentar über Kamenew» Note, bezüglich General Wrangels: Kamenew soll denken wa» er will über di? anglojranzösiiche Politik, aber wenn er und seine Regierung ihr Land und ihre Nachbarn aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten erlosen wollen, haben die Alliierten genügend Mittel hierzu, die mehr ausrichten als eine Hetze zwischen London und Paris. Sie wissen, daß London dereit tft. ihn«»»1» »••♦vi»<4V|»»v*v.» 0» miÄrÄ.er angegebenen Grenzen zu erreichen, und wenn '„ /n einem Ergebnis gelangen wollen, dann werden sie ih---»'«»»-«"»-- Die Friedensgarantien A m st r r d a m, 19. August.' 0"S London, daß der Vorsitzende der ruj- RZinsk in seiner Eröffnungsrede erllärtc. «»f* 00.n bcn polnischen Grundbesitzern Bürg« stelIe de» Vnnves.< Fachaiirpv-naasschuMtiung, Äeltralcchnit. Elartstrom, tsieitan,& Uhr, In de» Eesihrlt-chelle des Bundes.— Neriranensmänner-Bersammlunz des Bundes>» den!------------------------"—-------" Freit. 511 strafte 2 statt. Arb-iter.Samariter.Kolonne» Berlin e. v. Bezirk Westen. Prüfung des Haas» trankcnpflLg'.'kursus. Freitag, den 20.. abends 7 Uhr, im Lokal. Borbergstr.il. SozUlisti'iche Proletarier.'ge-d Skord-Ost. Freitag. 7� Uhr. im Lvzeum. Greifs- walder Str. 25. Vortrag des Genossen Ä. Förstncr, über 81 Monate ReoolutUnu Arbeiter.Wandervcrein �Berlin". 1. Zu den blühenden Flämingrommeln. Ädf.. Sonnabend nachm. 0.18 Schlesischer Bhf. bis Velhig. Potsdamer� Hptl'bf C.25 bis Neu-Babelsberq(umsteigen!). 2. Kgs.-Wusierhausen— Krummer See. Abf.: Sonntag 6.35 GSrlitzer Bhf.— Letzte diesjährige Spreewald sahrt am Sonntag, de» 5. September. Lebensmitteltza�nder Id»nl»tt«»t»r». Btlltae» SÄjmalj für SchwerkriegsdrschädlAt«. Für Cchw«» krlea-deschZdiate, d. fj. solche, die 60 Prozent und mehr erwcrb,beichr5ntl sind, ist der Charlottenburger Fürsorgestelle für Krtestsbrlchadtgte ein Posten Schmält zu billiaem Preise zur Bersügung gestellt worden, Vczuastarten werden bis zun» 31 August d, 3., in der Fürsorge'iell- im Etodtschlost und für lungen kraut» «trlensbeschlldlgte im Cäcilienhaus, Berliner St» 137, an den Sprechtagen, zwlsche» 0 und I Uhr, ausgegeben. Zeblendors. Für die Pertellung-periode nom 10,-31 August, gelangen vm» lg, bis 21, August zur Ausgabe: aus die blaugrüne LibensmIItellarte: 1 Psd. hasersloken 1411, 250 Kr. Knrtosselwalzmehl 1421, 125 Er. Nudel»(43); auf dl« blane tzehlendorse? Lebensmiltelkarte: 1 Psd, Fruchtmarmelade(4), 250 Er. Backobst(5); aus die Zuckerlart-: 375 Er. Zucker. DerantwortNch sür die Redatllon: Em II Rabold. Berlin. BerantwortNch für den Inseratenteil: Ludwig Komerlner. Karlshorft,— Berlags- genossenschast„Freiheit"«, E, m, b, fj., Berlin.— Druck der„Fre>h-it"-Druck-r-i <5, in, b, fi.. Berlin<1.2. Breite Etraste 10 KTPKTWWN?"1».......... Annahme in allen Speditionen des Berlage» Geschäftsstelle: Berlin«2, Breit« Straße 8-3 Kleine- Anzeigen Da» Uberfchristswsrt 2.— SN., jede» weitere Wort im Text 1.50 M. netto: Stellengesuche: averschrifto- wort 1.53 SN., jede» weitere Wort im Text 1»— SN. «»»«aschi»», Singer 130, Frei, giinestr, 8.__ CR nr 61 um prima Oualitäten, «bgepahte Schalgardinen, Fei» stei 25 bl» 55.— Mar», extra Breite bis 126— OH. Biesen. «»»wähl In Kllnstleraardinen lwNb. CI»»«, dum) Fenster(drei. , eilig) 35—, 80— dls 166— SU. »nfvärt». 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