Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag, den 22. Angust tS20 Nummer 343- Morgen-Ausgabe Die--___________________________ Otze aSttgesvaNe«» RonpaeeMezette oder deren Ra-rn hostet S,— M. �thkietzlich -..... tnicmna�nfdjto�«eine Anze,sen-. Das fettgedrvcklte Wort 2.— M.. iede» wettF Wort 1,60 einschlie�Nch Teuerungszui6)lag. Laufende Anzeigen lautbares. rNilien-Anzeieen und Stellen-GesvÄe*20 M.«.-tto pro Zelle. Stelle«-»q»Z» Wort-Dnzeigen: das fettnedruckle Wort 1.50 M., fedes rv�tae Wort 1,—- 2ü» Sml?recha: Satt«» 2V30. ZbiS. tSIS tSVZ. 4K!», 4S4», 4SU. im«»»!«scheint morgens and aacbmittags. Sonntags and Montag« aar 10-.«rn?" ��agspreis betrüg» bei jreter Zustellung ws Hans für GrußeBerlin beuift«; �vrans zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Post- t, J-g nemnen sämtliche Postanftalten Destelwngen entgegen. Unter Strrisband � Deutsch?«.7d und Oesterreich!6»60 W.. für das übrige Lusland 21,50 W. «viUgilch Dalma-Auffchlag, per Brief Kr Deutschland und Oesterreich ZV,— 2K. Gxpetziti«» unh Verlag: �Srrttn CS» Breite Stroh« 8s 9. berliner■Oman Die Wirren in Oberschlesien Die deutsche Note an die Entente f| •„ S c r I« n, 21. August.' i««„. der deutschen Friedensdelegation konk�. � b«nte dem Präsidenten der Friedens- du»,»!.» t*«? 1 folgende Note überreicht: Nach vorliegenden Mel- vom � ber Ostteil des Kreises Kattowitz seit der Nacht mittaa-'»lugust in Aus rühr. Am 20. Angust nach- Cicherk-, M y s l o w i tz und Laurahütte Jcttens der Jtti'tfiei!'e' nut ,U"b unter schwerem Kampf behauptet. Die Hr"Wi" �titn gelegenen Ortschaften waren in den Händen oibi»«LlifJ® e nJ e n, die sich aus der ortsangesefsenen BeoöUe- rung volniia?.�'«"'5 ,ln' UU1' w'«tte n?f Nationalitat rekrutieren und durch unifar- tcn».„..�ol Nl,che Soldaten verstärkt sind. Die Insurgen- mit>.' aricizr, 0le am 2U. nammiilagv ueiquiiuiuiiaiii halt..». kattowitz bedrohenden Znsurgentcnscharen begonnen � Bildung bewaffneter Banden aus der ortseingesessene« »*,♦. tt9 läht sich mit den Bestimmungen des Friedens« ebensowenig vereinbaren.'—---------- «»l'�ewafsneter Elemente. wie die Anwesenheit orts» gi«rnn.,"hreltongenunterstug� l'ch in x?°"u nicht glauben, datz derartige finden � Bericht einer so hohen und vr ussührunien sich wirk- verantwortlichen Stelle be- werde» von anderer Seite solche Behauptungen ausgestellt schuldin'nn die» eine frivole Berlenmdnng. Die Bc- Wcio'b» 1 handgreiflich unwahr. rung n,j,!L..den lodten Wochen hatte es stch die deutsche Regie- lvaununn nuf die in Spaa� iibernommenen nur mit A ;"-u.ng aller'�räste«süllbaren VcrpMchtnn� g w lassen, aus eine Nermeheung de» K o u Sie«hatte alle« Vberschlesten durch Ueberschichten dimu ���beiter im all« �und. anzunehmen, das, d.-°b«schl-N>ch n Mehrarbeit gcmctnen Znteress« sich einfichtsooll»u wäre versieh, n mürdeu. Eine Stergeruag d Die deutsche üb« ,n einem msnraierten Lande nvh unternommenen f�Sierung muh nicht nur wegen der v z�ercsie der iaternativnalen Verpslichtungen. s°udurncha,fen werden, die zur unglstorten Forlseg wichtigen diesem sür das Wwschaltsl.bcn von g�Z �„urde c3 tnit Bezirke erforderlich sind. Die deutsche Reg, osfent- Daul üe�rügen» wenn ihr zur Beruhigung sonnte lvuh es der Uchen ZNeinung baldiaft mitgeteilt werde � ihr übet» Der oberschlefische Dnwan Aus Eleiwitz wird uns Seschrieben'. Svitielinstitute Nicht nur im unbesetzten Teutschland gibt ee �.P d und mehr oder weniger geheime Örgamsatroi'.•.icn Hjer schlestcn ist von diesem Gesindel nicht verschont g Siede- in der durch die nationalistische Propaganda erz. Hitze wirken solche Tinge weit Lcfährlicher als an Provokateuren, den«pitzeln und der besonderen. in Oberschlesien sind die Ausschreitungen in■*-a}}...... schreiben. Dazu"" teilen wollen, als wenn die Demonstration sich gegen die Be- atzungsbehörde oder gegen die Bcsatzungstruppen oder gegen den polnischen Teil der Bevölkerung gerichtet habe. Unsere Partei steht über solchen Treibereien. Die Bezirksleitung der U. 6. P. hat folgenden Aufruf erlassen: Arbeiter! Parteigenossen! Eure friedliche Demonstration zur Erhaltung der Neutralität und des Friedens ist von Elementen, die Sonderinteressen verfolgen zu schweren Ausschreitungen mitzbraucht worden. Wir verurteilen aufs schärfst« die erfolgten Angriffe aus das französische Militär und die bestialischen Mord« und Uebersälle ans polnische Führer. Die Revolverpresse vom Schlag« der„Oberschles. Volksstimme", .Kurier", Morgenpost" usw. versuchen diese Schandtaten nach be- währter Methode unserer Partei in die Schuhe zu schieben. Seht Euch diese Presse an: Auf der ersten Seite mahnt sie zur Ruhe und Besonnenheit, die anderen Spalten sind voll von Schauer- märchen. welche die beiden Volkskreise gegeneinander aufhetzen und die national« Erregung zur Siedehitze steigern. Arbeiter haltet euch von diesen Dingen fern! Haltet strengste Disziplin! Die Bezirksleitung der U. S. P. D. Bezirk Oberschlesie«. Der Aufruf kennzeichner klar die Stellungnahme der Par- teiinstanzen in Oberschlesien. Eine Entschllehung der Bali- tischen Kommission, die in Eleiwitz tagte, hat durch das Wahl- bureau eine Entschließung veröffentlicht, die im wesentlichen dasselbe besagt und noch hinzufügt, daß über das Geschick .Oberschlesiens die Abstimmung en. scheid«, der von keiner Seite vorgegriffen werden dürfe. Die Demonstration sei, wie alle Redner der Partei betont hätten, nicht gegen die Be- satzungstruppen oder gegen politische Parteien gerichtet ge- wesen. Die Arbeiter werden aufgefordert, die oft bewahrte ...___ s. k �:jLx___<... � m' Die Unabhängigkeit Polens Bei den jetzt begonnenen Friedensverhandlungen zwischen Rußland und Polen steht die Frage der polnischen Un.- a b h ä n g i g k e i t im Mittelpunkte der Verhandlungen. Sie wird auch von den hohen Beschützern Polens. Frankreich und England, als Hauptforderung aufgestellt, deren unbedingte Erfüllung als Prüfstein für die ehrliche Friedensliebe Ruß- lands angesehen werden müsse. Nach dem zetzt bekannt gewordenen offiziellen Programm der russischen Fricdensdelegation wäre es ein Leichtes, eine »7� �54. IZf. VT. TV.____ V... It.. � Disziplin zu bewahren und sich nicht von Spitzeln und Provo kateuren mißbrauchen zu lassen. Die Parteiinstanzen lehnen jede Verantwortung für die eingetretenen Komplikationen ab. Unsere Stellung ist inso- fern ungemein schwierig, als wir keine Tageszeitung haben, wohingegen sich über Overschlesien eine ungeheure Flut natio- nalistischer Zeitungen deutscher und polnischer Zunae er- gießen. Ausschreituvge« gegen Franzose» w Breslau DA. Breslau, 21. August. Zn Breslau ist es zu bedauerlichen Ausschreitungen gegen Franzosen gekommen. Ein Auto mit sranzomchen Mannschaften durchfuhr die Stadt und erlitt am Ring eine Panne. Hinzukommende Studenten stürzten sich auf das Auto und zer- schnitten einige Reifen, so dah das Auto nicht weiterfahren konnte. Die Franzosen muhten zu ihrer eigenen Sicherheit in Schutz- hast genommen werden. Während des entstandenen Tumults wurden auch die anderen Reifen zerschnitten. Der französische Offizier L u n a r t erhob Beschwerde beim Polizeipräsidenten. Die eingeleitete Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen,-rer Polizeipräsident von Breslau hat an dt« Bevölkerung«inen Auf- ruf gerichtet, unter allen Umständen Ruhe und Besonnenheit zu bewahren, da aus derartigen Exzessen der deutschen Regierung die größten Schwierigkeiten erwachsen mühten. 4�6 Verhalten der unreifen Lümmel ist unverantwortlich. Wir pflegen nicht gern nach dem Kadi zu rufen und. wollen auch in diesem Falle nicht nach der Poli.zei und den Gerichten verlangen. Uocr eine e indringliche Tracht Prügel würde uns zweck- -«vii-fe«»•♦«•« /C— iti. f A r;________________»«rr- f<. ...— v wuuarton sehr zugespitzt wurde. � uzo Orten, wie z. B. in Eleiwitz, sjinocnbnrg. Leuth�n � das Militär sich zurückhielt, sind keinerlei Ausschre� Ö aorgelommen. Die Arbeiterschaft hat in friedlich� � die Neutraliiät und die Erhaltung des Friedens demonfl: Es war den Teilnehmern an den Kundgebnnaen gc age den. daß sie weder nationale noch revoluticnärc-iever- stimmen sollten. Mit Ausnahme von Katlaw'tz'st i'mft nach dieser Anweisung verfahren worden. Es'st> aus falsch, �tn�nationalistische Blätter Staatskommissar Peters und Orgesch Die Ausführungsbestimmungen.für das " Ektweffnungsgefetz -»«..ntarstche Beirat, den der Reichstag dem Entwaif« Der par �jgeneben hat. trat gestern zusammen und beriet nuugsioMNNs..-j,-,, dt, A u» f ii h r„ n g s b e st i m m u n g-« Ins m die Rm Ml„ g 6 g c? c tz. Der Rei chtemmissar Peters zum E n t iv a>.- wv gnd warb in einer Antrittsrede um stellte sich dem � x,. Rasen seld oab ihm sosart IS«- Vc.tr°u-'u.v�°«�..„- legenheit, v..»w»-» r«. w». i ii u i i ii; t a. t u uj t 451U0C). unp ' mähig erscheinen. Es ist schlimm und zeugt non geringer Einsicht der Bevölkerung, dah in solchen Fällen die angegriffenen Fron- zoscn.des Schubes durch Verhaftung bedürfen und nicht dl« Bengel, l die Wchen Unfug anrichten. Eine Kampffront Beuthen. 21. August. Es hat sich nach den vorliegenden Meldungen eine stark besetzte ' reaelrechta �amvlirünt gadildat» dia van OSN0UiiL� üder Mysl�witz— Vogutschütz— �urahütie— Bai"gow-(Sroh- Dombrow- j l a-- Scharley— Radnonkau läuft An d»!« Front findet strenge ' klon trolle statt. Bon hier aus scheinen die Polen in Richtung der Städte Kattowitz und Beuthen vorzustogen. würde. In Wirklichkeit wird aber auch heute noch mit der Unabhängigkeit des polnischen Volkes dasselbe Spiel ge- trieben, wie zur Zeit der Zweikaiserproklamation über die Schaffung eines selbständigen Polens und später bei den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk, wo der deutsche Imperialismus den Anspruch erhob, als„Befreier" Polens und der übrigen rnssischen Randländer aufzutreten. Dem Beispiel Ludendorffs und Hoffmanns find nach dem Zusammenbruch des deutschen Imperialismus die Staatsmänner der Entente gefolgt, die sich zwar formell auf den Boden des Selbstbestimmungsrechtes der Völker stellten, zugleich aber diese Idee zugunsten ihrer machtpolitischen Pläne verfälschten oder in ihr Gegenteil umkehrten. Nament- lich die französischen Staatsmänner, die in den Jahren 1916 bis 1918 die Unabhängigkeit Polens auf das heftigste de« kämpft hatten, nahmen fpäter keinen Anstand, unter der Parole des unabhängigen Polens ein Staatsgebilde im Osten aufzurichten, das weniger dem Gedanken des Selbftbeftint- mungsrechtes des polnischen Volkes und seiner Befreiung von jahrhundertelanger Unterdrückung, als dem Eedanken der Aufrichtung eines neuen MUüärstaates und der Sicherung der strategischen und wirtschaftlichen Interessen Frankreichs in Osteuropa entsprach. Dieses Spiel der imperialistischen Diplomatie mit der Idee der nationalen Unabhängigkeit Polens hat in dem russisch- polnischen Krieg elend Schiffbruch erlitten. Es hat sich er- wiesen, daß die englisch-französischen Imperialisten, obwohl sie geschickter als die deutschen zu operieren verstanden, im Gründe nicht die Befreiung der unterdrückten Völker, sondern die Verwirklichung ihrer eigenen machtpolitischcn Interessen anstrebten und die angeblich befreiten Nationen nur als Werkzeuge für ihre egoistische Politik mißbrauchten. Es hat sich ferner erwiesen, daß die künstlichen Konstruktionen, die die Gesetzgeber von Versailles im Osten errichteten, ebenso. in- folge ihrer inneren Widersptiiche zusammenbrachen, wie die hochflicgenden Pläne der deutschen Raubpolitiker in Brest- Litowsk. Gegenüber diesem trügerischen Spiel der Gewaltpolitik« der überlebten kapitalistischen Gesellschaftsordnung gibt es auch in dieser Frage nur eine zielklare, konsequente Politik: jene Politik, die von den revolutionären Minderheiten der sozialistischen Parteien in Zimmerwald und Kienthal sormu- liert und von der russischen Revolution schon in ihrem ersten Stadium, im März 1917, auf ihr Banner geschrieben wurde. Diese Politik bekannte sick offen und unü inwunden zu der Unabhängigkeit der untcrdrückrcn Nationen und zn dem Recht eines jeden Volkes, selbständig über sein Schicksal, zu ver- Als die Bolschcwisten im' November 1918 zur Miufff gelangten und die Friedensverhandlungen mit den inittel- mächten begannen, stellten sie sich-inzwetdeutig auf dan Boden dieses Programms. Trotz der schwierigen Lag",«n der ---- 1-'J—----•J—-i...<— V vT. i K.%«« des prevtzijche« Ministers des Innern. Er iühre Uber ihn Besch w e r d». Und was lapt der Reichskommissar dazu? Er könne da nicht dreinreden!!! Ruhig hörte der Entwaffnongskommissar an. datz die Herren Deutsts, nationalen und Deutschvolkvparteiler die„Orgesch" als ein« gesegliche zulii'sig« bewasfnete Organisation bezeichneten. Genosse Dr. R o s e n s« l d öatzem infolg« dieses merkwürdigen Verhaltens des Reichslommissar» das allerschärsft« M i st t r a u en gegen ihn. Um so mehr traten alle übrigen Par» teicn für ihn ein. Die Rechtssoziali st en waren zwar auch von den ErNärungen des Reichskommissars nicht sehr angenehm lenbeit fcorbe ,u bekennen indem er Ii»» i"i»"«m- Berührt. Zhr Vertreter Dr. Braun erklärt« aber trotzdem, er teil u'n o- u r v r g e s ch" vorlebe'iJt �5«°«ack» f-i— r i habe keinMihtrauen gegen die Perion des Reichskommissar». ..!..°".Uarte der Reichs-, Aus die wichtige« Berhaudlungen des Beirats kommen wir noch ausführlich zurück. Schon heute aber können mir sagen: Di« ganz« Entwaffnungsaktton entpuppt stch immer klarer als das, wofür unser« Vertreter im Reichstag sie von vornherein angesehen haben: alseineAktionzumSchutzedesbewaffnetenBür- gertuw»,«b zur Bekösp fang der Arbeiterschaft. Litowsk die Rechte der russischen Randianoer aucy gegenuoer den siegreichen deutschen Inipcrialisten. Sie erklärten nicht nur ihre vollste Zustimmung zu dem uneingeschränkten Selbst- bestiminunasrecht aller Rationen des elzemaligen ruisifchen Reiches, einschließlich des polnischen, dessen Unabhängigkeit und staatliche Souveränität Trotzki in seiner Erklärung vom'S. Februar 1918 noch«sondere unterbrich; sie lehnten es auch ab. jene Komöd-c anzuerkennen, die die deutschen Imperialisten mit der klnabhängigieit Polens und der �.....? iinh s?o Ttrsfcrtt httrif* Anklage erheben gegen das �pilu. oas �raae der llnabbang�glell PelenA o�lried. Diesem Standpunkt der Aberkennung der Uitabhängigkeit und Souveränität Polens.st die russische Sowietregiermrg auch späterhin treu geblieben. Sie bat es noch im Sommer -MJ*, L'. l... jV.■ 4 rv>1 f ♦« im SM? � �. yw. r kommissar für Entwaffnung? E s s e i„ i ch t s, i uberall einzugreifen, wo» a n g e h l i ch- � �' wasfnung der Bevölkerung stattfinde. E» Madchen für alles; er fei auch nicht R-ichspzlijeim>>'iIt-- »tzch habe ihm erklärt, er wehre sich entschieden gegen das Borges WWMMWDWWWWIMWWWWW�WWWMM�st Schi ff'al" bestimmendes Land sei. Und'in�allen Phasen der Verhandlungen, die die Sowfetregierung seit der Gründung der polnischen Republik mit den jeweiligen polnischen Regie- rungen führte, betonte sie immer wieder, daß ihre Stellung gegenüber Polen nicht von irgend wslchen vorübergehenden militärischen oder diplama-I tischen Kombinationen abhänge, sondsr� r o ii dem u n e. r s ch K t t e r t i ch e n Prinzip der nationalen Selbstbestimmung, auf Kr und d c s s e n s i e„u n beb i n g t u n d ohne E i u s ch r ä n- k ll n g die lln abhängig lcit und Souveränität der polnischen Republik anerkannt habe und anerkenn e"(Erklärung des Rats der Volkskommissare vom 28. Januar Und selbst als die polnischen?mpe- 'ristlisten den Krieg vom Zarine brachen und in die Ukraine einmarjnperten, erklärte das Allrussische Zentral- e x e k u t i v k o m i t e e in seinem Manifest vom 7. Mai an hie polnischen Arbeiter, Bauern und Soldaten, daß die Rote Armee nicht daran denke,„das polnische Volt zu versklaven oeer ihm geuialtsam den Kommunismus aufzuzwingen". Die Souiietregierung werde vielmehr, nach der Zertrümmerung der polnischen Junkerhcrschaft,„dem polnischen Volke das Recht zugestehen, sein Leben nach eigenem Ermessen einzu- riazten Die Erklärungen der russischen Delegierten in Lon- dort und das Programm der russischen Fricdcnsdclcgation in Minsk sind auch nach den grogen Siegen über die polnische Heeresmacht und nach der Besetzring eines großen Teiles pol- Nischen Territoriums den einmal proklamierten Zielen der russischen Friedenspolitik treu geblieben. Mir unterstreichen diese Tatsache nicht nur, weil sie bei den Minsker Verhandlungen und im weiteren Verlauf der Oftkrifc eine entscheidende' Rolle spielen wird, sondern auch weil sie für die d e u t s ch e Politik von eminente: Bedeutung ist. Die gesamte bürgerliche Presse Deutschlands betreibt feit einiger Zeit eine systematische Hetze gegen Polen, die darauf ausgeht, die chauvinistische Stimmung gegen Polen zu schüren und auf irgendeine Meise die gewaltsame Rück- gäbe vor ehemals deutschen Provinzen zu erzwingen. Diese Handlungen widersprechen nicht nur dem klaren Geist des Eclbstbcstimmungsrechts der Volker, das nicht auf dem Weoe militärischer Abenteuer oder putschiftischer Unternehmungen, sondern auf dem Wege der freien Abstimmung zum Ausdruck kommen muß. sie sind auch töricht und v e r- b r ech e r i s ch, denn ihr Ergebnis ist nur die Aufpeitschung der nationalen Erbitterung auf der Gegenseite und die Her- ausbeschwönmg neuer internationaler VerwiiÄunaen für das Deutsche Reich. Gerode in Anbetrachr der ans diesen Treibereien entstan- denen Gefahren halten wir es für notwendig, mit aller Klar- deit auszusprechen, daß das d e u t s ch e P r o l e t a r i a t mit den nationalistischen Aktionen in den Abstimmungsgebieten n i ch t s g e m e i n hat und nicht daran denkt, die Hetze des deutschen Bürgertums gegen die Unabhängigkeit und Souveränität Polens auch nur im entferntesten mitzumachen. F ü r u n s i st d i c U n a b- h ä n g i g k e i t u n d C ouveränitätdespolnischen Voltes unantastbar. Wir betrachten die Vereinigung der von Polen bewohnten ehemals preußischen Provinzen mit der polnische« Republik als die Wiedergutmachung eines gc- [chichtlichen Unrechts, und wir möchten nur wünschen, daß die polnische Politik gegenüber den nationalen Minderheiten Polens nicht in den Fußtapfen der preußischen Polenpolitik wandele. In allen strittigen Gebieten jedoch, wo die Ab- stimmung noch immer nicht vollzogen ist und ebenso dort, wo, wie im„voknischen Korridor", das Sclbsibeftimmungsrccht der Bevölkerung den machtpolitijchen Bestrebungen des Impc- rialismus zum Opfer gebracht worden ist. müßte dieses elementare Recht schleunigst zur Geltung kommen. Erst dann würden die Brandherde gelöscht werden können, die sich überall im Osten aufgetan haben und die die gesamte euro- päische Politik vor gezährlichc Erschütterungen stellen. Leftmeichisch-nlmäniich« Handelsoertraa. Zwischen Oesterreich und Äumänicu ist ein Handelsabkommen vorläufig auf.«in Jahr abgeschlossen worden. In Erläuterung des Abkom- rneils betonte ein Regierungsoertretcr gegenüber Pressevertretern das Entgegenkommen der rumänischen Regie r u n g und verwies darauf, daß wegen des Abschlusses eines ähu- liehen Uebereinkommens mit Serbien die Verhandlungen noch schweben. Die Herren Versnlasser Von Zgnaz Wrobel. „Adjutant!" .Herr Hauptmann?" „Notieren Sie den Fall!" „Zu Befehl, Herr Hauptmann, ich«erde das Rotige verlassen." Beim den, scheu Militär gab und gibt es eine Menge Leute— meist in Offiziersstellen—. die davon' leben, daß sie Befehle weitergeben. Sie sind Durchgangsstellen für die llebermittlung turn Willenserklärungen nach unten hin. Sie veranlassen das Nötige. Der Regimentskommandeur hat du Etrrn gerunzelt, und es hat sich zwischen ihm und seinem Adjutanten uugesähr so eine Unter- Haltung abgespielt, wie sie da oben ausgeschrieben ist. Der Adjutant ist mit rotem Kops p» dem zuständigen Bataillons- kommandcur gelansen und hat dem den Willen dhs Gewaltigen verkündet. Der Bataillonskommandeur langt sich seinen Adjutanten, Unterhaltung wie«ben, 5trach beim Kompagnie- führcr, Adjutant des Kompagnieführers, siehe oben. Spektakel mit den, Feldwebel, und die Sache endete meist damit, daß irgend ein brummeliger Gefreiter und zwei Wann das in Ordnung brachten, was den„Alten" so erregt hatte. Letzten Endes hatte der Alte befohlen, und die drei Leute hatten gehorcht. Dir Zwifchenstelleu hatten das. Rötige veranlaßt. Dieses Deutschland von IsiAt»ft überschwemmt mit den Angehörigen der heimgelehrten Armee. Die wildesten Propaganda- kämpft stellungslos«.: Ossizierr haben zwar die Zahl der militäri- schen Abwicklungsstelien, wo die uniformierien Nichtstuer die Steuergelder aus den Lohnabzügen der Arbeiter schneller ver- .zehren, als ein Mensch arbeiten kann— die wilde und verzweifelte Rotwehr der zu entlassenden Offiziere aller Kaliber hat diese und jene Sicherheitswehr, diesen und jenen Onsschntz geschaffen und Stellen und abermals Stellen—' aber es ist doch unverkennbar. dost die glorreiche kaiserliche Armee einen großen Teil ihres Menjchemnaterials in das Zivilleben Hai abgeben müssen. Armes Zivil! Nun haben wir die.Herren Veranlaijer im eigenen Lager. Es ist ausgeschlossen, l»aß der deutsche Militärbeamten- typus(denn diese kampsbowährten Okkupations- und Etappen- ofjizicrc hatten ja vielmehr Ähnlichkeit niit� Beamten als mit Soldat i-nf—, es ist ausgeschlopen. sage ich, daß dieses bunte Volk sich von heute auf morgen umstellt, sie geben zusammen mit den ebenfalls verbildeten Formaljuristcn eine besondere deutsche .Klasse ab, eine Klasse, die nicht arbeitet, die von keinerlei Sach- kenntnis getrübt ist. die nicht selbständig und produktiv schafft— sondern die veranlaßt. Wir find nun heute glücklich so weit, daß ungefähr ein Zehntel der männlichen werktätigen Bevölkerung aujschrcibt. was die übrigen neun Zehntel tun. In keinem Lande werden so viele Listen geführt wir hier, in keinem Lande ist der Apparat des Lebens so vecwillelt, in keinem Land«— außer vielleicht der rückcnmarks- jopoindsüchtigen Donaumonarchie.— wird soviel registriert,»er- waltet und veranlaßt. Es ist das, ficht allein das Resultat eines t Was geht im Lackstedter Lager vor? Aus Lockstedt wird uns geschrieben: Allgemach hat man es ja verlernt, von der Regierung ein energi- schcs Handeln gegen Aufstandsgelüste gewisser Kreise zu erwarten, es brenne ihr denn das Dach über dem Kopse. Unglaublich und durch nichts mehr zu übertreffen ist aber die freche Offenheit, mit welcher im Lockstcdter Lager unter den Augen der Regierung ein neues militärisches Unternehmen vorbereitet wird. Die schützende Maske ist die„landwirtschaftliche Siedelung". Als am 30. Mai die 2. Marine-Brigade Ehrhard t aufgelöst wurde, ging das diesem Verbände angehörende 3. Kur- ländisch« Regiment nach langem Verhandeln mit der Re- gierung ins Lockstedter Lager, um durch Ansiedelung der bisherigen Soldaten die weiten. 18 000 Morgen großen Oedlöndereien der deutschen Volkswirtsckas! zurückzugewinnen. Ohne uns über das Siedlungswesen grundsätzlich zu äußern, muß doch mit allem Nach- druck gefordert werden, daß die Gelder des Steuerzahlers keine mißbräuchliche Verwendung finden. Und solches geschieht, wenn die Leiter der sogenannten„Ansiedlung" in aller Oeffentlichkeit erklären können: unsere Ausgab« ist es, den Staat, der unseren Forderungen geneigt ist, zu stützen, oder, wenn er nicht besteht, einen solchen Staat zu bilden!— Kapp-Putsch 2. Auslage! Die Leitung des„Soldaten-Siedlungs-Veroandes Hol- st e i n" liegt in Händen des Hauptmann Riewitz, Graf von Schwerin, Freiherr von Schleinitz nsiv. Ist der Regierung die V: r b a n ds t a g u n g des Soldaten- Ciedlungs-Verbandes am 1. August 1020 so ganz unbekannt ge- blieben? In aller Oeffentlichkeit hätte sie dort erfahren können. daß ihre„Siedler" keine Landwirt« sinii, sondern politisierende Soldaten, welche die Ansiedelung als notwendiges Uebel bis zum nächsten jrisch-sröhlichem Losschlagen betrachten. In einem Vortrage des Hauptmann Riewitz über„Politik und S i e d l un g" führte er aus, indem er die Folgen der bolschewisu- scheu Erfolge auf Deutschland ausmalte: man müsse jetzt olle Zügel anstraffen, vor allem den Draufgängermnt der Mannschaften noch zurückhatten, um keine Krastezerspliktcrung»nb leine Eefähr- dung des Einzelnen eintreten zu lassen. Eine Hauptaufgabe sei es ihm gewesen, von Grund aus«ine Klärung und Scheidung der Geister herbeizuführen. Dies fei gelungen, indem man Sozielbemo- kraten und Demokraten restlos aus dem Verbände hrausgeschmisseh habe! Die so geschaffene reine Bahn solle durch keine fremde Ein- Mischung in das„Siedlnngswcrk" gestört werden, denn niemand icnne die eigene„Psyche", sie sei auch niemandem anzuerlernen. Aus diesem Grunde könnte man auch Hauptmann S ch m u d e (von der Regierung mit der Organisation des gesanrten Siedlung?- wesens betraut) keinen Einfluß auf den Gang der Dinge gewinnen lassen, obschon dieser sich bereits etwas„getreten" fühle.(!) Er — Riewitz— sehe folgende politische Entwicklung in Deutsch- land voraus: Der Bolschewismus kommt und wird uugehinde« und schnell in Ost- und Mitteldeutschland Fuß fasse«. Dieser Tat- fache werde ebenso rasch der Abfall ganz Süddeutsch- l a n d s, der Westlandc und wahrscheinlich auch Schleswig-Hol- steins folgen. Mit diesem Zeitpunkte sei der Tag des aktiven Ein- greifcns gekommen. Erste Aufgabe sei es dann, Schleswig-Holftein zu schützen und die Trupp« zu einem Mittelpunkt de» Segenstoßes zu machen, und dann— nach Erreichung dieses Zieles—«erde die militärisch« Operation über Schleswig-Holstein hinan» in» Reich getragen werden können, um dem Lande eine Regierung zu geben, die sie—(die„Grafen-Siedler")— wünschten, und die ihren Wünschen und Forderungen geneigt wäre.— Oder mit den ergänzenden Worten des Grafen S ch w e r i n wir werde« die- jenigen sei», welche diese kommend« Regierung in den Sattel heben werben!" Das find die Führer eines„friedlichen" Unternehmens, für welches aus Staatsmitteln, also aus Geldern des Steuerzahlers. Millionen und 50! i l l i o n e n ausgeworfen werden! Unsummen von Geld in einer Zeit, wo die Regierung aus dem sinan- ziellen Katzenjammer ewig nicht herauskommt! Unglaublich ist es aber, daß Hauptmann Riewitz auf der im Juli stattgehabten Denkprozesses, der etwa ein solches dauernd von der Obrigkeit überwachtes Leben für notwendig hielte— es ist das einfach die Folge dessen, daß ein großer Teil der kampferprobten Militär- und Paragraphenmänncr keine andere Arbeit zu leisten imstande ist: als eben zu veranlassen. Der Jurist h-tt für alles, was es aus der Zvelt gibt, den Nahmen seiner abstrakten Vorstellungen. Der Militärbeamte(der sich Offizier nennen läßt) glaubt gleichfalls, alles mit der straffen preußischen Organisation erfassen zu können. Beide trennt vom praktischen Leben eine Glaswand. Sie arbeiten nicht. Sie ver- anlassen. Lustig und beschämend zugleich ist die gänzliche Hilflosigkeit dieser Brüder, wenn sie ins Ausland kommen. Das Ausland— besonders der Angelsachse und der Amerikaner— ist gewöhnt. ausschließlich und nur auf den positiven Endersolg zu sehen- und kümmert sich um das Zwsschenstadium der Verwaltung und der Veranlassung einen Teufel. Das begreifen unsere Veranlass«: nun gar nicht. Das Reichsamt für den Wiederaufbau hat aber doch...! Der Präsident des Rückwanderungsamts ist dach darüber benachrichtigt, daß...! Beim Beauftragten für die Verteilung der Kohlen schweben doch aber Erwägungen...! Und derweilen geht die Zeit weiter, und das Ausland lacht sie aus. und unsere Veranlasser stehen da: begossen, verwundert, patriotisch bis aufs Hemde und ohne jedes Verständnis für die„Feinde", die in ihrer maßlosen Ungcbildetheit den preußischen Instanzenzug nicht kennen. Die Herren Veranlasser kosten uns Milliarden. Sie kosten uns das einerseits durch die D'.nge, die sie alle nicht tun. durch ihre Versäumnisse, ihre Zeitverluste, ihre Tintentrödeleien. Sic kosten es uns andererseits durch ihre Gehälter, denn die meisten dieser Geheimräte, Assessoren. Verwaltungsmenschen, ehemaligen. Offiziere werden, wenn auch nicht fürstlich, so doch im Vergleich zu ihrer ganz unfruchtbaren Arbeiter lächerlich überbezahlt. Sie sind im Grunde überflüsfig. Bei der Reichswehr ist das augenblickliche Verhältnis der Zahl der Unteroffiziere zu der Zahl der Mannschaften wie Eins zu Drei. das heißt, auf je drei Leute kommt immer ein Unteroffizier, und auf utlgcsähr fünfundzwanzig Mann, einschließlich der Unter- ofsiziere, ein Offizier. In den Verwaltungsstellen ist das noch viel schlimmer. Die Zahl der Geheimräte,- die einen einzigen Fortbildungsschuldirektor beaufsichtigen, verwalten, regieren, registrieren und das Nötige mit ihm veranlassen, gibt leider keine indiskrete Hand der Oeffentlichkeit preis. Es wäre gut. zu wissen, wie viele es sind, die da dem produktiven Arbeiter lähmend in die Hand fallen. Wenige stndv nicht. Dann geh einmal durch die bürgerlichen Familien: in jeder, aber fast ausnahmslos in jeder, sitzt ein alter und ein junger Herr, die morgens in geblähter Wichtigkeit mit der dicken Ledermappe „aufs Amt" gehen. Ich habe mich früher immer gewundert, wenn ich hörte, dieser oder jener mir bekannte Assessor beschästig« sich plötzlich mit Schulangelegenheiten oder arbeite bei der Steuer oder untersuche die Wiedergutmachungsansprüche von beschädigten Kriegsreeder». Ja, verstehen sie denn das? Ich weiß sehr wohl, daß sich ein anschlägiger Kops überall einarbeiten kann, aber diese preußischen Göhirne und dann die Fixigkeit des Ressortwechsels? Ich Tor! Heute weiß ich, daß in allen diesen Stellen, mag es sich Bauerytagtlns in Rendsburg die gleichen Pläne wit' dcrum in aller Oeffentlichkeit hat darlegen können, ohne daß dü Regierung Kenntnis bekommen zu haben scheint! Oder ist den nicht so?, Wir oerlangen mit allem Nachdruck Klarheit und Auslläru«? Wir fordern die unbedingte sofortige Entfernung der Lcitu»! jenes.Siedlunge"-Berbandes. Die Regierung, die jene gräfliche» Herren dem deutschen Volke in den Sattel heben wollen, ist viN noch in sattsamstcr Erinnerung.— Wir danken bestens! Verbrecherschutz durch die Justiz Di«„Brandenburger Zeitung" gibt in ihre: Freitagnummer dc» Inhalt eines Schreibens bekannt, das dem Blatt vom OberreiM anwalt zugegangen ist. Das Schreiben lautet: Der Oberreichsanwalt. Leipzig, den 11. August 1020. * I. 544 20/4. Aus die Anzeige vom 20. April 1920 teile ich mit, daß ick dick Verfahren gegen 1. Oberleutnant vonVierech, Reiterreg«- ment Nr. 4, 2. Rittmeister Freihern von Mir back. Reiten regiment Nr. 4, 3. Oberleutnant von Arnim. Rciterrezimem Nr. 4. 4. Leutnant V ö l k e r l i n g, Reiterregiment Nr.* 5. Leutnant von P a s j o w. Reiteregimenr Nr. 4, l>. EesrcM B l u n k aus Grund des Gesetzes über die Gewährung Straffreiheit, vom 4. August 1920, eingestellt habe. Die„Brandenburger Zeitung" hatte gegen diese Burschen Straf' anzeige gestellt, weil sie während des Kapp-Putfches an den Akfi-' nen der Kappisten hervorragenden Anteil hatten. Sie gehörte» dem Detachement Potsdam an, das am 15. März in BrandenbulS einrückt«, obwohl in Brandenburg die Ordnung nicht gestört war. Gleich«ach de« Einrücken hanften sie in der Stadt wie die Vc»' dal-u. Unter Führung des Oberleutnants Vierecks wurde u.& die Druckerei von Meyerheim gestürmt und mit Handgranaten anderen Instrumenten völlig zerstört. Bei der ganzen Aktie» kamen sechs Menschen, darunter eine Frau mit zwei Kinder«. »ms Leben. Diese Verbrecher, die sich nicht nur des Hochverrats, sondern au°> des Mordes, der Plünderung und der fahrlässig� Tötung schuldig gemacht haben, sollen also unter das Amnestie' gefetz fallen und völlig straffrei ausgehen. Der Fall steht all«' dings nicht vereinzelt da. Auch in K o t t b u s wurde auf Geheiß des kommandierenden Garnisonältesten Aiajor Buchrucser vi« Druckerei unseres Parteiblattes„Freier ffioflf wille" völlig zerstört. Auch diese Burschen waren nachts in � unbewachte Druckerei eingebrochen, um ihr Zerstörungswev zu verrichten. Das Reichswehrministerium aber hatte für diej� vandalistisch« Vorgehen nur eine Entschuldigung:„Das Vorgehe» der Mannschaften wäre scharf, aber berechtigt."— Mit einel solchen Begründung kann in Zukunft jeder Raubmord entsch»'' digt werden. Die ansteckende Krankheit Roch eine Räterepublik Auch in Göthen ist unter verdächtigen Begleitumständen, dß auf die Beteiligung von Lockspitzeln schließen läßt, im M schluß an einen Putsch die Räterepublik ausgerufen worde«'- Darauf hat der Staatsrat für Anhalt am Sonnabend mitrag dc» Ausnahmezustand über Stadt und Kreis Cöthen erklärt- Als die Putschisten hörten, daß ihre Annahme, auch in Haue. Leipzig und Magdeburg sei die Rätediktatur erklärt worden, sah» sei, erklärt« der Urheber des Pursches, OberlchrerDr. Berg- ein früherer Oberleutnant der R es« r v e, den Pollzugsrat als aufgelöst. Damit hat auch die„lnäterepublik" in Cöthflt ihr Eick« gesunden. Reichswehr von Dessau und Sicherheitspolizei von Halle wäre» natürlich oereits unterwegs. Eisenbahnerbetriebsratswahlen in Oberschlrsten. Der Abschluß der Betriebsratswahlen im Bezirk der Eiscndabndirektion Kalt» witz hat ergeben, daß insgesamt 19 000 Eisenbahner von ihrei» Wahlrecht Vebrouch gemacht haben. Von diesen 19 000 Stimme» sind im ganzen nur rund 3000 polnische Stimmen abgegeben wor- den. Verbot be« Simplizisstmns im Rheinland. Der„Siinplizißo mus" ist von der interalliierten Kommission erneu» für das besetzt« Gebiet verboten worden.___„ um Müllabfuhr, Bordellaufsicht oder den Eemeindekirchenrat handeln,„verwaltet" wird. Verfügungen gehen durch, die ma» bestempeln muß. Unterschristen werden gemacht, Verordnungen erlassen. um die sich meist kein Mensch kümmert— kurz: es wir» veranlaßt. Und weil Generationen deutscher Brillenmenschen nicht fähig sind, anders zu leben als so. und eine andere Arbeit zu leisten. als diese unfruchtbare da. deshalb haben wir ein Heer und ein» Herde von Veranlassern. die mich immer an ein unvergeßliche» Bild aus dem Kriege erinnern: Auf einem Hofe in Kurland stand eine Lokomobile, die sögt« Holz. Und mit diesem Holz wurde sie geheizt. Das find unsere Herren Veranlasser. Bergeistigung der Reichswehr Ihr wollt wissen, weshalb wir eine„Reichswehr" haben? Das' weiß ich selbst nicht. Die Entente wünscht es. Unsere Offiziere j und Regierenden möchten noch etwas Anderes als die„Reichs- wehr" haben. Jedenfalls ist sie da. Und nun laufen 100 000 Mann auf deine Kosten im Land« herum, damit du Ruhe hälft.' 100 000 Mann werden zum Lohn für zwölfjährigen Verzicht aus Arbeit gekleidet, beherbergt, verpflegt und bezahlt. 100 000 Mann sorgen nie für den kommenden Tag, säen nicht und ernten nicht. aber du ernährst sie doch. Arbeitslosigkeit ist für sie eben so viel Ruhm wie sie für dich eine Schande ist. Man muß sich abfinden. Du mutzt nicht denken, daß diese Leute nicht denken. Diese Leute schlafen, essen, trinlen, lieben nicht nur— sie werden auch „ausgebildet"— du weißt ans den schauderhaftesten Zeiten dci-- nes Daseins, daß ein Monat genügte, um dich für den„Helden« tod" im Tjpernbogen reis zu machen. Aber vielleicht warst du doch klüger. Diese Leute werden gewiß 12 Jahre lang(so steht es geschrieben) um eine Kanon« herumlaufen, die 305 Teile der M.-G. herunterschnarren und sich bei Fluchtversuchen betätigen. Zwischendurch markieren sie das eherne Fundament des Reiches. Wenn eine Stadt durch Volksabstimmung' wieder zu Deutschland zurückkehrt, zieht«in preußischer Minister ein und bringt eine Sektion Plakatkleber mit, die tausend und abertausend Verfü- jungen der Reichsregierung ankleben, aber hinter dem Ministar marschiert gleich ein Bataillon Reichswehr, die Versammelten singen das PreUßenlied— man ist zu Hause. Anderswo wird organisiert. Seit 0 Iahren ist Deutschland vom Organisationsfieber besessen. Zuerst organisierte das Reich. Jetzt organisiert jedermann— der eine in Zucker, der andere in Politik. Die Reichswehr organisiert Nachrichtenbureaus, man muß seine Äriegserfahrungen oerwerten. Dieser Leute hat sich «in unwiderstehlicher Hang zur geistigen Tätigkeit bemächtigt, sie verwandeln sich in Detektivs, Spitzel, Aufpasser. Wenn man den Bericht über die Verhältnisse in einer Magdeburger Reichswehr-' brigade liest, staunt man über die Gewandtheit der Offiziere, welche plötzlich intelligenter als ihre Feldwebel geworden zu sein scheinen. Vielleicht wird man eines Tages die Reichswehr in ein Detektivkorps umformieren. Ader vielleicht erlebt man auch noch andere Neufsrmationen. Wer kennt die Geheimnisse der' Brigaden und Divisionen? Kurt Kerste».- Der russisch polnische Krieg Eine Rede Trotzkis DA. Kopeuhage«, 21. Augttst. lftn Nioskauer Funkspriich gibt«ine Rede Trotzkis wieder, »re dieser in Minsk soeben osr den Sowjets gehalten hat und ln der er trotz der gegenwärtigen Mißerfolge unverkennbare Zu» Erficht zur Scheu trägt:„llissere Truppen mutzten vor Wer- >chau«it ihrem Vormarsch einhalten. Dadurch wird aber der �ang der Ereignisse in keiner Weise geändert. Die polnische Front besteht gegenwärtig aus zwei Teilen, nämlich aus einem militärischen und einem diplomatischen, und besitzt zwei Mittelpunkte, in Warschan und in Minsk. Die Ber- baudlungen in Minsk find von außerordentlicher Wichtigkeit, da nr sich unter dein Eiuflutz einer grotzen Arbeiter» "•megnng abspielen. Erohbritannien mache gegen- miirtig eine Krise durch, wie es keine gleiche in der Welt- geschichte gäbe, da sich die Arbeiterschaft in den Gang der Ber- �«dlungen einzumischen wußte. Was die Frage des Ecuemls W r a n g e l anlangt, so habe Rußland einstweilen den Vormarsch Zulassen müssen. Aber bald werde er einen Stoß erhalten, der imr Wciterbewegung unmöglich mache. Ueber das Schicksal und die Zukunft der russischen SSepublS entscheide man nicht in der Krün, sondern an der polnischen Front." Der Strohmann � 59s. Paris, 21. August. Aus Moskau wird drahtlos gemeldet: Die Niederlage der hat die französische Regierung bewogen, ihren Strohmann «udrußland. den General W r a n g c l, gegen die Sowjetrcgie- vrng aufzuhetzen. Deshalb ist die Front des Generals Wrangel inr uns von großer Bedeutung. Wir müssen mit unserem Re- i e r v e h e e r die Truppen Wranaels vernichten, ohne im geringsten 'ch-Uppen an der polnischen Front zu schwächen. R»tu-i,ie»Jswestija" meldet, dringen IS 000 ukrainische ~.u'ständische von Jekaterinoslaw nach Osten vor und �unlaffeu die bolschewistischen Truppen zum Rückzug. Alle bolsche- mrstrfchen zzlätter betonen die große Gejalir, die die Sowjetreaie- uug laufen würde, wenn Wrangel sich mit diesen Anfsrändischen verein, gen könnte. Die Stimmung iu Warschau 5N. Rstterdam, 21. August. ■ �.oirderberichterstatter des..Nieuw» Rotterdamsche Courant" >n Warschau berichtet: Im Augenblick sei die allgemein« An»- Wsuna dt«, daß Warschau nicht mehr in Gefahr schwebe. Zi o w o V�sk ist von den Polen wiedererobert worden, linier den zahl- C Ecfangenen befindet sich auch ein Kommissar der Ää»?> v t r e g i e r u n g. Die wütenden Polen haben ihm die vandc gebunden und ihn mißhandelt. Obgleich keine Berichte aus Minsk vorliegen, ist man in .Parschou davon überzeugt, daß die militärischen Operationen aus Verhandlungen e r n c W i r k u n g ausüben werden. Man fragt glück- trachten werden in der Hoffnung dasi iich das briinc. die„och$Zn ,®c"bcl: könnte, soball, fTc ihre ArMenc .«och nicht voll.g vorhanden ist. au die Front ge.zäge/haben' Völlig vorhanden ist. an die Front ac-n, AUludsk" W i�o�o! gegenwärtige polnische Regierun di->n~:rf; k'.«v> t o s—D as., ynsk, wieder fester da. Durc., �vdiervi»,»�« � gegenwärtigen Regierung ist die Aktion des Vdn°us versuchen woK ....... Karoacht. Zm Gegensatz zu der Die antisemitische Bewegung, die bei Boginn des Krieg« lehr stark war. ist sichtbar vermindert. Russischer Heeresbericht HN. Moskau. 21. August. Eeneralstabsbericht vom 20. August: In der Nähe von Plonsk dauert der Kamps weiter. Südöstlich von Ciechanow haben wir den Feind zurückgeworfen und stehen 15 Krlometer vor Ciechanow. Unsere Truppen haben Luka und Radzymin ge- räumt. Der Kamps um Wlowawa und Brala dauerr fort. In der Gegend von Cholm und Partschew konnten»tt weitere Fortschritte erzielen. In der Gegend von B u t s ch a t s ch nimmt der Kampf für uns einen günstigen Verlauf. Solda« besetzt Königsberg i. Pr� 21. August. Solda« ist heute früh durch Polen besetzt worden. Ihre Patrouillen haben bereits Zllowo erreicht. Der Rückzug der nördlichen Teile des russischen Rordflügela über M l a w a ist in Ordnung erfolgt, jedoch scheinen noch stärkere Kaoallerieabtetlun- gen nördlich von Ciechanow im Rückmarsch zu sein. Nördlich von Ciechanow und westlich von Pultusk nur geringe Fort» schritte des polnischen Ossensivstoßes. Die über Wqschkow vorgehende polnische erste Armee kämpfte südwestlich von Ortrom. Das polnische Zentrum erreichte aus der ganzen Linie de« Bug. Oestlich von Cholm und bei Hrubieczow verstärkten sich die bolschewistischen Angriffe. Hart östlich und nördlich von Lem» berg wird gelämpft. Die Kampflage vor Thor» DA. Bromberg. 21. August. Da? polnische Festungskommando Thsrn gibt folgenden Bericht über die Kampflage vor Thorn aus: L u b i t s ch. das vor- übergehend in der Hand der Bolschemisten war, ist von der Thorner Besatzung wiedergenommen worden. Zufolge der erfolgreichen .Kampfhandlungen der Tborner Besatzung in Richtung nach dem Osten ist der östliche Teil des Thorner Kreises von den Russen nicht mehr bedroht. Die Flüchtlinge können schon zurückkehren. Augenblicklich sind alle Anstrengungen darauf gerichtet, den noch in der Umgegend von S ch ö n s e e befindlichen Gegner vollständig aus Pommerellen zu vertreiben.� Auch K o w a l e w o wurde den x�emvartigen Politik der volnstche» Regierung, die eine unab- »«J1 0ige 11? r a i n c als Puste' vn>.—' Pusterstaat zwischen Sowjetrußland K3™ des demokratischen Polen will, strebt Dmowsky eine gemein- e Grenre rwiickien Bolen und Runland an. Beide Staaten sollen ichne Grenze zwischen Bolen und Ruhland an. Beide Staaten sollen ?onn die lllraiue und Weißrußland untereinander verteilen, ahne Selbstbestimmungsrecht der Völker zu beachten, das die gegen- «artig- Regierung vertritt. Schutz der Neutralität Beschlüsse der Spitzenorganisationen t?���ker der Spitzenkörperschasten der politischen P a r- 1 1,1 M1' h®5 �klgemeinen Deutschen Eewerkschafts- ��ndes und der Gewerkschaften des Transport- Ak,i 5 �aten gestern zu einer Besprechung zusammen, um der der Arbeiterklasse zur Ausrechterhaltung der größere Einheitlichkeit zu geben durch d.e rm p Konferenz wein verantwortlichen Fuhrung. Eiulritt in die waren auch Vertreter der K. P. D. anwescnd. �, � � g«- Tagesordnung kamen die Vertreter des �klg«m«w � unmittel- «erkfchaitsbundes auf die Angriffe zu IJK-ch_'. aller �at; bar nach Veröffentlichung des gcmeiniarnen® uf i Altton teien und des Eewerkfchaftsbundes zur Ducchstchru g von der K. P. D. gegen die übrigen beteiligten O-�s�ton n MW Persönlichreiten gerichtet wurden. Der Bund«e daß es.ym Unmöglich sei. mit einer Gruppe �usammenzuarbenem�dte mährend einer gemeinsam gcsiihrten Bewegung geg' g-ne beteiligten Gruppen den Vorwurf des V e r r at s h die Störung der Altion und eine Schwächung ihrer' n(,en Folge fein. Vertreter der S. P. D. schlagen sich den Nussulfrung d»-,.— M .....------------ uA die Vertreter der des Vertreters des Bundes an.... � igwic das Eisenbahnarbeiterrate des Rerch« � agerfchärw« � Berliner Wirtschaftsgebietes verurteilt, am machten e' N Vorgehen der K. P. D. Di« Gewerkschaftsvertrer � � D. ab- weiteres Zusammengehen"'. u derB«*- hängig von der Abgabe erne iE Zantic für«in« treter der K. P. D.. die»eeignet wäre, dw Di- Verhinderung ähnlicher Vorfälle in �-.-rtreter der K V- D- Abgab« tiner präzisen Erklärung durch die V mrterblieb aber.. �;n der Ver- Die Vertreter unserer Partei mußten s o, �teilig- urieilung des Verhaltens der Kommunisten den n» ten anschließen, denn es gehl in der Tat nicht an,;on atict munistische Partei den Vorteil der gemeinsamen Ictat-,aia politischen mW gewerkschaftlichen Organtsarionen � �ei- für sich'n Anspruch nimmt und zugleich aus!:ü,�onc,n mit politischen Propaganda die anderen beteiligten �rgam, n in in c n 5 Schmähungen verfolgt. Ein weiteres trete r aibeitenmitderK.P.D.wolltenunsereV � indes nicht ablehnen. Sie brachten'-um Ausdrua. ... � r n. Sie brachten zum Ausdruck, es ser anzunehmen, daß dre Birssprache nicht ohne Eindruck auf das zukünftige Verhalten der Kommunistischen Partei geblieben sem werde und daß ähnliche häßliche Vorgänge in der Zukunft wohl �W��WM�WlÜrdeii. aixb Di« Reichskontrollkommissis» hat ihre Arbeit noch gestern ausgenommen, Richtlinsen für die Arbeiten der örtlichen Kommissionen entworfen und sie ist dann sofort«it der Reich»- regiernug in Beebindung getreten. A« Montag soll die Reichskontrollkonimission mit den Vertretern der beteiligte« Reichs- und peenßischen Ministerien berate«, um Klarheit übe« den Cha- rakter der aus dem StettinerBahnhof und in L» b e ck an- gehaltenen Wassentransport« herbeizuführen. Wir erwarten, daß die Reichsbehörden der»«« de« gewerkschaftlichen und politische n Aebeiter- Organisationen«ingesetzten Kommission da« gebührende Beeständui»«ntgegenbringe». unterbleiben würden, auch ohne T''®.. ,n 50091 der anwesenden Kommunisten abgeo ei büßende Erklärung _____ c v,. IDCrCC. Unsere Parteigenossen blieben mit dieser Aufsassung in der Minderheit. In der Abstimmung erhielt die Aufsasiung der Gewerl- schaften die Mehrheit, worauf die Vertreter der Kommunisten die Sitzung verließen. Die Waffenschieber Auch die Einwohnerwehr macht mit Aus dem Schlesischen Bahnhof sind die Eisenbahnarbeiier wieder großen Waffenschiebungen auf die Spur gekommen. Es wurden vier Gestelle angehalten, die angeblich Blechwaren enthalten sollten. Der tatsächliche Inhalt waren Stahlhelme. Ab- seiwcr der Gestelle: Die Reichszentrale der Einwohnerwehr. Empfänger: Kreisrat K ö n i g's b e ck, Landraisamt Preußisch» Holland. Weiter wurden angehalten acht Kisten und vier Gestelle, die als Feuerlöschgerät deklariert waren, aber Funkergerät enthielten. Die Gegenstände waren für S t e n s ch« n bestimmt. Absender: Berliner Frachtkontor, Empfänger: Internationale Ver- kehrsanstalt. Zwei wertere Kisten, als Handwerkzeug deklariert. enthielten Antennen. An diesen Schiebungen kann die Arbeiterschaft wieder erkennen. wie notwendig es ist. den Verkehr genau zu überwachen. Daß es sich bei den Sendungen zum mindesten um Schiebungen für die Konterrevolution handelt, geht zur Genüge ans der falschen D e k l a r a t i o'n hervor. Die nachfolgenden Beratungen ergaben als Resultat folgende Beschlüsse: Es wird besib lassen, eine Kontrollkommission für da» Reich«inzusetzen, bestehend aus folgenden Personen: Vertreter der U. S. P. T.: Roscnseld. der S. P. D.: Frau? Krüger. de» Allgem. Deutschen Sewerkschaftsbnnde»: Knoll, Der Tamschick-Transport Vis zur Stunde ist über die Weiterführung des für die Sipo Königsberg bestimmten Transportes noch keine Vo-ein- ba r un g zwischen dem Ministerium des Innern und den /Eisen- bahnbetttebsraten getroffen worden. Das Ministerium hdr den E»enbahnern Konzessionen dahingehend gemacht, daß außer den Aus�wiMsllllken nur l e i ch t e M u n i t i 0 n befördert wird nird doft o,e L-eschutze, Minen und Handgranaten hier zurückbleiben Balschewisten von der Thorncr Besatzung wieder entrissen. Drei Deutsche sind bei dieser Gelegenheit erschossen worden, da sie den russischen Truppen Signale gegeben und Telephonleitungen durchschnitten hatten. Bei Lemberg Paris, 21. August. „Chicago Tribüne" schreibt über die Lage auf dem polnischen Kriegsschauplatz: Es bestehe noch eine Drohung für die Polen. In Ostgalizien gehe das Kaoallerietorps Budfennyany ohne Hin- dermsie vor, denn die Polen hätten alle ihre Truppen aus dem Bezirk von Lemberg weggenommen. Dieses Korps chabe nur französische Flieger vor sich, infolgedessen bestehe eine Um- sassungsgefahr für den rechten Flügel durch d'« bolschewistisch« Kavallerie. Der Mitarbeiter des„Paris Midi" fragt: Wo ist dl« Rote Armee? Man tönne doch nicht glauben, daß einige Freiwillige, die von französischen Truppen gcsührt würden, genügt haben, um diese Armee niederzukümpsen. Bevor man von der endgültigen Aiedeelag« der Roten Ar, nee spreche, müsse man wissen, wo st« sich befind«. Man habe ollen Anlaß, zu glauben, daß die Polen bis jetzt nur vorgeschobenen Elementen begegnet seien. namentlich Kavallerie, die in aller Eil« aus Warschau»orgedrun- gen sei. Da» Gro« der roten Armee müsse zurückgeblieben sein, vielleicht im Bezirke von Brest-Litowsk. der Reichseifenbahner-Betriebsräte: Kliebar, des Eisenbahneroerbandes: Brunner, de» Transportarbeiieroerbandes: Fromm. Für die einzelnen Orte sollen in derselben Zusammen- setzmig ebenfalls solche Kommissionen eingesetzt werden. Dies« ReichsloutrollkommiMon soll l. die akuten Fülle wie am Stettiner Bahnhos Ber» l i n, in Stettin und Lübeck behandeln, 2. gültige L e g i t i m a t i 0 n e n siir die einzelne« Kommissionen «wirken, allgemein« Richtlinie» für künstig« Fälle festlegen. Die Plenarsitzung nimmt am Dienstag erneut Stellung. In dieser Sitznng wird auch die Berliner Kommission sich kon- stituicren. Die eingesetzte Reichskontrollkominisfion nimmt ihr« Arbeiten sofort aus. !a?di.�!� fK��kedoch die Eisenbahner den Einwand. sicki bei den. � festgestellte Menge von Jnfanteriemunition, die ursprünglich"deblich größer ist. als es halb weiter. �'"schein harte. Die Verhandlungen gehen des- den Regierungsstellen und den getrete» als � 0 QUtoren-Gehilse.nverband, Reichs- landa�beiterbund) eine Kundgebung verbreiten, in der er ganz entschieden gegen die neuerdings zur Gewohnheit gewordene Miß- Handlung nicht nur von mißliebigen Arbeitern, sondern auch von Werkslettern bei Arbeitsstreitigkeiten protestiert. Es liegt nicht im Interesse der Arbeiterbewegung, heißt es da, ' daß sie in den Verruf einer von verbrecherischen Trieben geleiteten Summe roher, erpresserischer Fäuste gerät. Die deutsche Arbeiter- bewegung ist zu ihrem Unglück auf falsche politische und falsche volkswirtschaftliche Bahnen geführt worden. Sie darf nun nicht auch noch auf moralisch verabscheuungswerte Wege geraten. Die anständig denkende Arbeiterschaft wird sodann aufgefordert, im Interesse„der Ehre und des guten Namens der deutschen Arbeiterbewegung" und im Interesse einer ungestörten Produktion und der Gesundung unserer Wirtschafts- und Preisverhältnisse bei Arbeitssneitigkeiten den ordnungsgemäßen Schlichtung s w ea und erforderlichen Falls den Weg des Appells chn die öffentliche Meinung zu beschreiten, aber gegen die zu Gewalttaten --— tfcki'' aufrei, enden verbrecherischen Elemente entschieden vorzugeben und xa helfen. Verbrecher an der Gesundheit»nd dem Leben mißliebiger Arbeiter und Werksleiter ihrer verdienten Bestrafung zuzuführen. Diese Gesellschaft also, deren bloße Existenz eine unmoralische Erscheinung ist, wagt es, die deutsche Arbeiterschaft Moral zu lehren. Sre. die Ehre und guten Namen der Arbeiterbewegung durch ihren Verrat am Klasseninteressc dauernd befleckt, besitzt die Dreistigkeit, sich als Hüter von Ehre und gutem Namen der Ar- beiterbewegung aufzuspielen. Dieser Wisch ist eine neue B c- lchmutzn ng der Arbeiterschaft. Die Arbeiterbewegung wird der Leffentlichlcit in allgemeinen bcweislofen Behopptuimru denunziert als„Summe roher, erpresserischer Fäuste". Die geloe Horde soll den Mund nicht zu weit aufreißen. Wir haben noai nicht vergessen, daß es bei allen größeren und hartnäckigen Känipfen stets die Gelben waren, die mit dem g e l a d c- neu Revolver in der Hand den �ordnungsmäßigen Sch!>-i- tungsweg" gegangen und zum„Verbrecher an der Gesundheit und am Leben mißliebiger Arbeiter" geworden sind. Agrarische Steuergrundsätze Die P. P. N. melden aus Ludwigshafen: Die fünste Voll- sttzung des landwirtschaftlichen Kreisausschujies d« r P f a l z, der auch der Landwinschaftsmimster Butzelhoier beiwohnte, faßte einstimmig eine Entschließung, wonach der Kreis-. ausschun schärfsten Widerspruch erhebt, gegen die ungerechte Art und Weise, die die Rentämter bei der Berechnung d c s Ertragswerteo einzelner Liegenschaften für das Reich s- notovfer vorsehen. Antragsweise wurde ferner beschlösse»: 1. An die Landwirt« zu appellieren, daß sie den z e h n p r o? e»- tigen Steuerabzug vom Lobnabzug riickstchtslos durchführen. 2. Das bayerische Landwirtschortsministerium zu ersuchen, daß das betr. Gesetz dahin abgeändert wird, daß die SteuerbetrLge in kurzem direkt von den Arbeitgebern erhoben werden. Im Falle Reichsnvtopfer also beklagt sich das Agrari' um gegen die„ungerechte Berechnung", das beißt gegen eine ihnen. trotz aller Unzulänglichkeit dieser Steuerform, unbequeme Bestcue rung des Besitzes. Im Falle des Steuerabzuges vom Lohn dagegen sind sie energisch dafür, daß diese Maßregel cm- sichtslos durchgeführt werde. Verschon' mein Hans, zünd" andere an! Sie finden es empörend. wenn ihr« eigene Steuerdrückebergerei durch„ungerecht« Berechnung" gestört wird. Die Arbeiter aber mögen zahlen. Bereitwilliast steifen sie als„Arbeitgeber" zur Verfügung, die Steuer- deträge der Arbeiter direkt an die Behörde zu zahlen. Die Gerüchte über die Besetzung Frankfurts dinas lind m zur Stunde nicht vor. All«' s'XSÄf Ä r ÄÄWät.Sä Die Horthybanden stehlen weiter Erregung in Wien Meheere Blätter melden abend bei der Leithabrücke off biet gelentt«# intt fchw»«»*tJlcn»eladenes Lastauto m o- dil von der Eendarmert« angehalten«urde. Das Automobil wurde nach Wiener.Reoftadt gebracht und der P-lizei übergeben. «i»en I»« sich Flieger-»nd«rtilleriemate- eial befinden. Die-negung der Bevölkerung ist durch diesen n aniMmmenbaitfi mit dem Borsall in Prelleuklrchen noch ge« ««?«!? Der»- i t e r z« i t u n g" zufolge fand abend- eine o.?k.«.rs'.mwlung in Wiener-Neustadt statt, in der diu ««»anfi der Arbeiterschaft gefordert wurde. Die 5-Än L bärsten Dienst. Giolitti und Lloyd George Rom, 21. August. Die Zusammenkunft zwischen Giolitti und LloydKeorge in Luzern wird erst morgen stattfinden. Di« Besprechungen werden am Montag fortgesetzt werden. Am Dienstag abend wird Giolitti wieder in Rom sein, um einem Ministerrat noch am glei- chen Abend das Ergebnis dieser Luzerner Besprechungen vorzu- legen. 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August 1920 Ein Abkommen mit den Bergarbeitern Die Ueberschichte« bewilligt 9t?..t k'c Verhandlungen wegen eines Abkommens über die „Li&itl0. Auktion im Berg g b a u, iiber� die gestern noch . nelde; eblattes" heute folgendes! .bewahrt wurde� meldet eine Privatnachricht des . getroffen worden: 1. Die Werkbefitzer haben sich wifti�t �.b'c vl»u Reich bis Ends Zuli dieses Jahres be- Zt7n»?t Zulage von 4M Mark pro Schicht für den m»..- 31 u 9 u ft zu übernehmen. 3. Das Ueverfchichtenabkam- »am Diax, zgzg wird auf allen Zechen in vollem Um- '�"Durchgeführt. 3. Als Ueberfchichten der Beleg- an � lm Sinne des Abkommens gilt nur eine solche, tin»!' ch mindestens 75 Prozent der Produk- l-Us-undbetriebsinäßigen Arbeiter betei- V A. Iür die Zuweisung von verbilligten -. ensmltteln und B e k l e r d u n g s g e g e n st ä n d e n s Abkommens Sorge tragen. iit>».~i7."V o e r s.agesarbciter, die na-5 m? laufende Zahl der Arbeitstage hinaus an Werttagen Dorif.ggave der Bestimmung des Paragraphen drei des z),,Ä?»!"ages verfahren werden, werden für die Dauer der .-„Führung des Abkommens auf der einzelnen Zeche bis zu iAu» I l�ich,en'M Monat anstatt mit 25 mit 5g Prozent Zu- »iisIL jedoch werden nicht mehr Ueberfchichten mit dem lck>n» Zuschlag von 50 Prozent bezahlt, als von der Beleg. kA...uuf Grund des Abkommens ganze Ueberfchichten ver- a» I- 6*®ür die Schichten, die an Sonn- und g; 1 f s J 1 M e n Feiertagen von den Tagesarbeitern über Küi-. i e 3ahl der monatlichen Arbeitsfchichten hinaus ver- merden, erfolgt für die Dauer der Durchführung des Ab- h: f7jns.aili der einzelnen Zeche eine Zuweisung von ver- in>i«." Lebensmitteln und Beklcidungsgegenständen erbnt� gleichen Umfange, wie diese sonst nur die Arbeitnehmer vus Grund des Abkommens Ueberfchichten ver- > iiJ}' 7- Die Ziffern 5 und 6 gelten stnngemätz für die t e ch- Hei.?" u g e ft e 1 1 1 e n der Tagesbetnebe. 8. Es besteht WMmiR mal« �re Verl det kleberar AI h- Io11- kussi/„ Verhandlungen in Spaa zu Ende waren, und die Dis- die.5. das Kohlenabkommen begann, tadelten wir bebe JrT.2*v(de Haltung der Bergarbeiterorganisationen, die un- ÜcbertÄ�16 Bereitwilligkeit zur Aufrechterhaltung des derten ���"mefens bekundeten, anstatt— wie wir es for- leistu-mT" �cn Eintritt in Verhandlungen über Mehr- ergreii-?" Bergarbeiter abhängig zu machen von sofort zu bahnu" ödenden Magnahmen der Regierung zur An- „im Anschluh an die tägliche Schicht" stattfinden soll. In deut- scher Sprache ausgedrückt, ist das die Ankündigung einer offenen Arbeitszeitverlängerung. Sehr tröstlich find diese Ausfichten für die Bergarbeiter nicht. Verzuckert soll die Pille werden durch eine Erklärung des Staats- fekretärs Hirsch, über die dem„Vorwärts" berichtet wird. Danach hat Dr. Hirsch bei den Verhandlungen gesagt, dag es bei den am 5. August im Reichstag abgegebenen Erklärungen bliebe, wonach die Kohlenwirtschaft nach„gemeinwirtschaftlichen Gesichtspunkten" betrieben werden solle, wobei den Bergarbeitern die Rolle von„mitverantwortlichen Trägern" zufällt. Das sieht aus wie eine„Sozialisisrung" im Sinne des Betriebsrätegefiches. Auch dort wird die Arbeiterschaft durch ihre Betriebsvertreter zu mitverantwortlichen Trägern— der Betriebsdisziplin nämlich— gemacht. Und was sind„gemeinwirtschaftliche Ee- sichtspunkte"? Unser Mißtrauen wird nicht gemäßigt durib die weitere Mitteilung des Staatssekretärs, daß die Sozialisie- rungskommission in den nächsten Tagen bestimmte Vor- schlage machen werde. Sie wird eben Vorschläge machen, gegen die sich die Zechenherren wehren werden, und dann wird die Regierung sich dem Gebot der Kohlengewaltigen beugen und die Vorschläge der Sozialisierungskommisston werden unausgeführt bleiben, denn nun sind die Bergarbeiterorgani- sationen ja bereits durch ein Abkommen ge- bunden und zur Raison gebracht. Immerhin wollen wir auch diese Sozialisierung noch geduldig abwarten, bevor wir unser abschließendes Urteil über diesen glän- zend gelungenen Bauernfang der Regierung und diesen groß- artigen H i n e i n f a! l der Bergarbeiter bilden wollen. 9?�""» �ozialisterung gunstig... � �---- Mit«.,? lie durch ihre schwächliche Haltung jedes Presstons- BeW raui Unternehmertum und Staatsgewalt aus der Hand ge- Ueh...'"*". machen Unternehmer und Regierung umgekehrt ihr als i!?°,?ichi in um fo stärkerem Maße geltend,«ie bedienen sich für hi» J- Pressionsmittel der Androhung des Hungers schi�,... Bergarbeiter, um die Mehrleistung in GestaU von Ueber- zwingen. Sie machen die Bereitstellung von �.?igen h ä ua'i„ Lebensmitteln und Bekleidungsgegenstanden"ab ?ic au- Durchführung der Ueberfchichten, > Ächte» j'nnkt 4 des Abkommens zu erkennen ist. Als Ueber- ftno» v« �•••"— �--•—-- ! Mlü)ipn* uet)«iuu/mmens zu eriennen ur. Ais ueocr< mitipr t05et Mtch die das Recht auf den Bezug billiger Lebens- * Ii 17h____- v__........ Betriebsräte, Augen auf! Die in den letzten Tagen durch die Aushebung des Spitzelnestes in Magdeburg viel genannte Spitzelorganimtion„Deutsche Wirt- schaftshilfe Berlin. Oranienburger Straße" streckt ihre Fühler auch in die Betriebe hinein. Wir haben in den letzten Tagen feststellen können, daß in die Betriebe Fragebogen versandt werden, um die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten zu ermitteln und um die Namen der Vetriebsratsvorsitzenden und der Eewerkschafts- funktionäre festzustellen. Wir können nach den Erfahrungen mit dieser Organisation wohl annehmen, daß dort namentliche Listen angefertigt und an Hand dieser Jnstrukttonen gegeben werden, im Falle eines Rechtspuichee zunächst die Betriebsratsvorsitzenden und Gewerkschaftsfunktionäre unschädlich bezw. ihnen die Abhaltung von Betriebsversammlungen und dergl. unmöglich zu machen. Betriebsräte, achtet scharf darauf, ob solche Fragebogen eingehen und sucht zu ermitteln, welche Antworten darauf seitens der Unter- nehmer gegeben werden. Der Selbsterhaltungstrieb gebietet größte Wachsamkeit I Betriebsrätekurse der Afa Die neuen Betriebsrätekurse der Asa beginnen Anfang Septem- der 1020. Sie werden in dem nur für diesen Zweck gemieteten Saal im Eesellschaftshaus am Hackeschen Markt(Jugend- K-cuy i/ui vvii weit-tcit uet-oeitys ,,„? /Punkt Z enthaltene Antrieb zur gegenseitigen Aus- �roorrnk- Arbeiter Z w i st i g k e i t e n in den Belegschaften lich'uuß, die für die E-w-rkschaftsbewegung außerordent- desweae»„- lmd und auf die eine gewerkschaftliche Organisation urtiop aL-Ä'. inen Fall hätte eingehen dürfen. Und ob der- we-de« Ä£ii£v förderlich für die Hebung der Produktion sein Aufce'f* v,"'i� wl-bi ebenfalls in-kweifl-ieben. lomX� v" i1� verdächtig ist fernerhin der Punkt 8 des Ab- . nach dem eine anmweUige Regelung der Ueoerarbeit fäle), Rosenthaler Straße 36, abgehalten. Wiederum haben nam- hafte PoUswirtschaftler freundlicherweise sich uns zur Verfügung gestellt. Es werden sprechen: EeorgBernhard über„Aktienwesen und kapitalistische Entwicklung" Montag, den 6., 13., 20., 27. September und 4. Oktober, abends 8 Uhr. Julius Kaliski über„Organisation der Wirtschaft", Dienstag, den 7., 14., 21., 28. September und 5. Oktober, abends 7 Uhr. A. Th. Müller-Reuhaus über„Industrielle Betriebslehre" Mittwoch, den 8., 15., 22., 29. September und 6. Oktober, abends 7 Uhr. Fritz Naphtali über„Bilanz" Donnerstag, den 9., 16., 23., 30. September und 7. Oktober, abends 7 Uhr. Dr. RudolfHilferding über„Weltwirtschaft" Freitag, den damit ................ I r und 1. Oktober, abends 7 Uhr. Die Hörgebühr für jeden sich über fünf Abende erstreckenden Kursus beträgt wieder 5 M., so daß für den Gesamtbetrag von 30 M. jedes Mitglied einer Betriebsvertretung an allen 30 Abenden teilnehmen kann. Die Hörerkartcn für die Betriebsrätekurse können täglich im Afa-Ortskartell, Beue-Alliance-Straße 7/10 III, während der Geschäftszeit von 10 bis 2 Uhr, Sonnabend von 10 bis 1 Uhr, außer- dem Montag und Freitag, nachmittags von 5 bis 7 Uhr, abgeholt werden. Zu Beginn einer jeden Kursusreihe ist ferner Gelegenheit' egeben, eine Stunde vor der Vorlesung im Eesellschaftshaus, am "ckeschen Markt. Horcrkarten zu lösen. .<-a t?'nc,Jiattei Andrang zu erwarten ist und nur eine be- schrankte Anzahl Hörer zu jedem Kursus zugelassen werden kon- nen, empfiehlt es sich jedoch, beizeiten Hörerkarten zu lösen. Arbeitsgemeinschaft freier Anaestelltenoerbände. Ortskartell ... Groß-Berlin. Liebeskino. Reinsberg. Der Demobilmachunqsbommisscir als Schrittmacher der Unternehmer Während die meisten Schiedssprüche des Schlichtungsausfchusses Groß-Berlin, sojern sie zugunsten der Angestellten auslaufen, vom Demobilmachungskommlgar nicht für verbindlich erklärt werden, scheint derselbe in solchen Fällen, wo ein Schiedsspruch zugunsten der Arbeitgeber ausläuft, eine solche Engherzigkeit nicht anzuwen- den. In dem Streitfall e,ner Verkäuferin gegen die Firmn I. Gold mann entschied der>-chlichtungsausjchuß. daß die Kündi- gung dieser Angestellten zu Recht erfolgt ist. Gegen den Schieds- fpruch wurde Einspruch beim Demobilmachungskommissar erhoben. Trotz des Einspruchs wurde der Schiedsspruch, der zugunsten des Arbeitgebers lautete, für verbindlich erklart. In der Begründung wird ausgeführt: „Eine Verkürzung der Arbeitszeit für die beiden kaufmänni- schen Angestellten der Antraggegperln war nicht möglich, da die Antragstellerin nicht sämtliche vorkommenden Arbeiten erledigen konnte." Mit dieser Begründung dürfte der 5? 12 der Verordnung vom 12. Februar 1020 in seiner praktischen Wirksamkeit zum Schaden der Angestellten und Arbeiter aufgehoben werden. Nur in sehr selte- nen Fällen wird ein Angestellter sämtliche in einem Betriebe vor- kommenden Arbeiten erledigen können. Mit dieser Entscheidung wird die Unparteilichkeit des Demodil- machungskommissars in einem neuen Fall wieder ins„reckte" Licht geseßt. Dürfen wir die Frage aufwerfen, wie lange der Herr Demobilmochungskommissar seine sonderbare Eesetzesauftassung auf diesem Posten betätigen kann? Kongreß der Betriebsräte. Das Wahlreglement mit den Tabellen für die Delegiertenwahlen ist erschienen. Wir werden es in einer der nächsten Nummern zum Abdruck bringen. Obleute und Ardeiterräte der dem Verband Berliner Metall- industrieller angeschlossenen Betriebe. Durch Verhandlungen mir dem Verband Berliner Metallindustrieller sind d,e Streitfragen bezüglich de: Arbeitsordnung erledigt. Der Wortlaut der Arbeits- ordnung wird in der Beilage der nächsten Nummer der Metall- arbeiterzeitung veröffentlicht werden. geg Ha Die schwere Stunde Die ReichsKouferenz der Opposition des Zentral- Verbandes der Angestellten Zum Aufruf der Opposition des Zentralverbandes sendet uns der Zentralverband der Angestellten«ine Erklärung, in der die entscheidenden Sätze lauten:„Durch verschiedene Zeitungen ging unter der Ueberschrift„Reichskonfercnz des Zentraloerbandes der Angestellten" eine Nachricht, die infolge ihres Titels durchaus irre- führend ist. Es handelt sich bei der dort propagierten Konferenz nicht um eine Reichskonferenz des Zentralver- bände s. sondern um eine Konferenz, die fünf Pri- vatpersonen einberufen, von denen drei nicht einmal Mitglieder des Zentralverbandes der Ange st eilten sind" Zur Abwehr In der„Roten Fahne" erschien am 18. d. M ein Artikel unter der Ueberschrift:„Wo bleibt die Solidarität?", worin der Ver- fasscr dem Betriebsrat der A. E. E. Hennigsdorf oen Vorwurf macht, den seinerzeit gemaßregelten Kollegen gegenüber, die jetzt noch arbeitslos seien, nicht mit der nötigen Solidarität geholfen zu haben. Der Betriebsrat sendet nun uns s-wohl wie der „Roten Fahne" ein gleichlautendes Rechlsertigungsschreiben. dem wir nachstehendes entnehmen: Der Betriebsrat weist darauf hin, daß sich die Machtverhältnisse zwischen Arbeitnehmern und Arbeit- gebern zuungunsten der ersteren verschoben haben, daß es ihm aber trotzdem gelungen ist, von 400 Gemaßregelten bis aus 10—12 alle wieder im Betrieb unterzubringen. Für die Eemaßregellen sei auch unter den Kollegen im Betriebe stets gesammelt worden. Erst am 30. Juli d. I. hat der Betriebsrat noch an den Vertreter der Gematzregelten em Schreiben gerichtet, worin er d'esen auf- [ordert, die Adresse der letzteren airzugeben, damit diesen direkt lnterstützungen zugewiesen werden könnten. Auf dieses Schreiben ist aber keine Antwort erfolgt. In einer Funktionärversammlung wurde am 6. August dann der Beschluß gefaßt, weitere Sammlungen im Betriebe einzustellen. Die nachfolgende Betriebsver- Roman 4,1»o" Bietor Panin Zu mir und senkt plötzlich die Stimme Austertone, als fürchte er. belauscht zu werden: können richtig und lebendig beschreiben� zu Sie. ich werd- darin gesessen haben. Und. wissen werden die oä,?.■oOncn im Geheimen sagen, im Gefängnis Gefängnis e cin wenig wahnsinnig und, um das ein wenig r£®u verstehen und zu beschreiben, muß man Und wissen Sie mich?... Ha— ha— ha. öl . dächte'un�W��''' ich dachte.. danken habe°achte... Mit meinem mächtigen Ge- gekehrt... zj"!.°Qs ganze Leben, die ganze Welt um- noch Fesseln und i" Welt wird es weder Gefängnis weit, weit in der �„"�""beiten geben... Aber das ist treten, wenn die Sonn-'cm-" dieses Leben wird dann ein- gegangen fein wird M'llionen Male auf- und nieder- inbrünstig bete, dann ich zuweilen auf den Knien neue Aera der menschlickW uach Jahrhunderten, diese noch eine einzige ftesief»I*."mheit, wo es weder Gefängnis, es Ihnen im tfefStt&«"d•.. Jetzt über, ick sage die wollen, daß Gefängn-Ne l® uoch viele böse Menschen, bestehen, verstehen Sie"""d Eirter immer weiter sehen Sie. müssen— sie sigb b<£&-"«>'-pA-t' oder werden Sie nein sageo'?'» C Seinbe der Dtcnjckheit, der Freiheit, der geboren werden„ �5" ja den Gedanken Sie. müssen eben In Gefängnis-" �ß. töten!-.�dics-, sehen werden, gebangt, erschossen werden v'V v-■> -UN,! d» M-n!Ä-!, z-»tw �—%'*' Jt ich Hab« Unrecht? Kann der Priett-» 1"®�;tn,cn? � feines Gottes innehalten? Kann der KSmnl-e nn�trömen von Blut zurückschrecken, wenn es für dw? k-'�-r Id-ee notwendig ist? Wenn Ihre Junke� bie�-n lennh- gehen, was hat das zu bedeuten? Sind wir denn JÜ�Jhr S-Hnte-, jahrhundertelang in den Gefängnissen des Zaren zu- gründe gegangen?. Und dieses geschieht'Aes im �men ner großen Idee, rm- lamen eines neuen Morgenrots, das aufgehen muß... Und glauben Sie nicht, daß dann das Glück auf Erden sich einbürgern wird?" Er schweigt. Ich sehe, wie vor Anstrengung ihm der Schaum auf die abgemagerten Lippen getreten ist und seine Augen glänzen, von Wahnsinn erfüllt. Eine undurchdringliche Finsternis und Wehmut umhüllen meine Seele. „Sie sind Schriftsteller, Sie müssen es verstehen, deshalb spreche ich mit Ihnen so offen. Es scheint mir zuweilen, als fei ich nach Spanien versetzt und als wohne ich dem Rate der Inquisition bei. Der Seelenzustand der Inquisitoren ist mir so verständlich: es geschah nicht aus Grausamkeit, daß sie Hunderte von Ketzern ins Feuer vnd auf die Folter schickten, sondern es war ein erhabener Glaube und eine Feftialeit der Seele, die vom Triumphe des Glaubens träumte. Mag auch Berauschung an der eigenen Macht dabei sein, mag es stimmen, daß die einmal verübte Grausamkeit den Menschen hinreißt, sie immer wieder zu wiederholen,— das ist auch eiM Art von Rausch. Aber man muß doch die berauschte Seele verstehen, oder glauben Sie gar. diese Menschen seien schon so geboren? Anfangs, als man mich so ins Gefängnis warf, da kroch ich kraftlos und elend am Boden herum, ich küßte die Türe, ich flehte den Himmel um ein Wunder an, das mir meine Freiheit wiedergeben könnte... Und wenn damals ein Wunder geschehen wäre, so würde ich mft liebeerfülltem Herzen ins Leben zurückgekehrt und den Menschen bis zum Grabe dankbar für ihre Gnade gewesen sein... Aber, verstehen Sie,... es geschah kein Wunder. Der Riegel meiner Tür blieb fest verschlossen, und als ich meine Tränen ausgeweint hatte, begann ich das Leben und die Menschen, die Foltern. Fesseln. Gefängnisse geschaffen hatten, zu ver. fluchen... Und ich schwur bittere, schonungslose Rache! Ich kenne aber keine Leiden, die schwerer sein könnten, als diejenigen, welche ich ertragen habe. Sollen sie jetzt dasielbe ertragen, da sie gegen die Freiheit kämpften, so solle, i auch sie in Gefängnissen sitzen, Fesseln tragen, so sollen auch>ie auf das Schafott steigen, auf daß mit ihrem Todesseufzer alle Greueltaten der Menschheit«in Ende haben....•' Besonders eilig verließ ich die Kanzlei des Gefängnisses. War es die Luft, die mich ersticken machte, oder die wahn- sinmaen Reden, die mein« wunde Seele von neuem mar- rer'en waren es schließlich die von Wahnsinn erfüllten, ewig bewegenden Augen, die einen besonders mvstischen schrecken in der Seele" erweckten- ich weiß es nicht. foSl Ä Straß« hinaustrat, erfrischt« die rrchhge Tust meme«regt umhörfchwtrrsnden Eedankev, ich ging langsamer, die Füße kaum nachschleppend und backte über die eben erlebte Szene nach. „Welch fürchterliche, grausame Ironie des Schicksals", dachte ich,„zweiundzwanzig Jahre lang erstickte er in s'-iven vier Wänden, eingeschlossen, raste wie ein Tier in seinem Käfig hin und her, träumte von Freiheit, ersehnte sie aus ganzer Sßele und... konnte nichts anderes ausdenken, als ein Programm, als einen festen Rohmen für das fflg- fließende Leben! Der Wahnsinnige, in diesen Rahmen w'ck er den uferlosen Strom des menschlichen Lebens hinein- pferchen, ihn dem anpassen! Dieser Rahmen gleicht a:er eine Zeue hinter dem Gcfängnisgitter!" Er, ein lebender, fühlender, vielleicht guter Mensch, ist ge- plagt, mit Gefängnisfolter gequält worden, er ist bis zum Wahnsinn aetllbrt worden, und nun kann er in ss'trm für tragischen Wahnsinn des Märtyrers, des Fanatikers, feine Feinde kein besseres Schicksal ersinnen, als das»'»ige, welches lein Leben verunstaltet, jeglichen Glauben m seiner Seele getötet, die Liebe in seinem Herzen ausgedorrt bat... Und es werden andere kommen, um ihn zu Tode zu quaien... und so ewig... Auge um Auge... Haß gegen Haß... Der gefrorene Schnee knistert unter meinen Füßen, in der Ferne bellt kurz ein Hund. Die von weither erklingenden Laute eines wehmütigen Liedes schläfern in meiner Vrust nmine verlockenden Hoffnungen ei» und von trostloser Trauer erfüllt, flüstere ich andächtig: „Mein Gott, kann denn wirklich keine große Seele zur Welt kommen, die von grcnzenlojer. allvcrzelhender Liebe erfüllt wäre?— Eine Seele, wi'lche die Türen der Eefang- nisse öffnen, die schmachvollen, menschlichej» Ketten zerschlage» wird, welche die schwarzen Schafotts und die purpurfarbenen Henkertuniken verbrennen tmrd» dtese wahnsinnigen Einbleme des menschlichen Blutes, das jahrhundertelang das ge- marterte Erdenantlitz überströmt hat. Sollt« wirklich nicht jene? kommen» der als erster die Hand der Versöhnung dem Feinde entgegenstrecken und ihm sagen würde: „Bruder, meine Brust ist voll Liebe, komm naher, laß das Echo deines Herzens vernehmen und von nun an soll der freie Mensch- Gott auf dem Antlitz der befreitei, Erde wandeln, ohne Kampf, sein strahlendes Glück verwirklichend: möge fein von Liebe getragener Geist mft mächtigen Flügel« schlagen sich immer hober und höher erheben, bis er'die Himmelsregionen erreicht"... tFortsetzung folgt.) lammlung hat dann aber beschlossen, im Sinne der von der Dele- giertcnvcriammlunft des Metallarbeitervcrbandes aufgestellten fünf Punkte zu handeln, um damit auch für die Arbeitslosen etwas zu tun. Nach diesen Ausführungen ist der in der..Roten Fahne" erhobene Porwurf der Ilmolidarität unbegründet und mutet um so seit- kamer an. als die Hennigsdorfer Arbeiterschaft seit l'A Iahren ;ür die Opfer der revolutionären Kämpfe geradezu nachahmens- wertes gel«, stet hat. Es liegt nicht im Interesse der Arbeiter- bewegung. wenn durch yinau«tragung unwahrer Behauptungen ein Zwiespalt in die Reihen der Arbeiterschaft getragen wird. HungerlZhne in der Adzahlungsbranche Vom Zcntraluerband der Angestellten erfahren wir: Au» Grund der im Dezember getroffenen Eehaltsvereinbarungen werden m der Abzuhlungsbranche heut noch Grundgehälter von M. bis 650 M. monatlich gezahlt. Es handelt sich zum Teil um verheiratete Leute, die in dieser Zeit tatsächlich nicht mehr mtsien, wie sie mit diesen Sähen auskommen sollen. Durch Schieds- Much, wurde ihnen sowohl die Gleichstellung mit den Möbel- handels-ANgeftellten und eine 60- und 70prozentiae Erhöhung zu- gsiiUIigü aber der Herr Demobilmachungskommissar erklärte sich mcht imstande, unter Berücksichtigung„der wirtschaftlichen Notlage �r Arbeitgeber" eine zwangsweise höhere Festsetzung der Gehälter zubilligen zu können. Die Angestellten dieser Branche haben nunmehr den Zentral- verband der Angestellten beauftragt, durch Verhandlungen mit den einzelnen Unternehmern Gehaltserhöhungen durchzusetzen. Die Folge dieses Borgehens war ein vom S. August 1920 datiertes Schreiben des Norbandes der Berliner Möbel- und Wareulredit- Häuser, in dem dem Zentralverband der Angestellten Verdrehung der„wcchren Tatsachen" und versuchter Betrug vorgeworfen wird, weil er sich erdreistet hat. den gefüllten Schiedsspruch bei den ein- zelnen Arbeitgebern durchzusetzen, nachdem der Dernobilmachungs- rommissar die Verbindlichkeiten abgelehnt hatte. Eine Reihe van Firmen hat dagegen ihre Bereitwilligkeit zur Veruandlung erklärt. Zu den Firmen, die nicht bereit sind, die gerechten Forderungen ihrer Angestellten zu erfüllen, ge- hören folgende: M. Anders, Kredithaus. Reinickendorfer Str. 16: A. Domiii. Rofenthaler Str. 46=47; S. Dorn, Weinmeisterstr g; «ins Bifprechung der Parteien zur Beseitigung der Differenzen herb nzuführen. Für den Fall der Ablehnung seitens einer Partei würde eiil vcrtragslofer Zustand entstehen, da das geltende Provi- forium am 81. August abläuft. Die arbeitslosen Buchdrucker hielten gestern eine Versammlung ab. die sich mit dem steigenden Elend der Arbeitslosen beschäftigte. Es wurden folgende Forderungen aufgestellt: 1. Das Verbot samt- licher llebersiunden, zumindest fedoch die Beibehaltung der Abgabe der SO Prozent. 2. Die restlose Auszahlung der für die Arbeits- losen gesammelten Gelder auf Wochenraun verteilt vom. 1. September ab und für August eine Mietsbeihilfe. 3. Verlangen die Arbeitslosen die Einberufung einer groben allgemeinen Buch- druckerverfammlung, welche sich mit der Produktionseinschränkung zu beschäftigen hat. Die Arbeitslosen brachten weiter zum Aus- druck, daß sie hoffen, Vorstand und Kollegenschaft werden sich etwas mehr als bisher für die Lage der Arbeitslosen einsetzen. Spandau A.-W.-Nord. Am Montag, den 28., abends 7 Uhr, findet im Lokal Mecklenburg, Ravencstratze 6, eine Versammlung aller in der Artilleriewerkstatt-Nord ehemals beschäftigten Kolleginnen und Kollegen statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Auszahlung der Uebergangsgcbühren. S. Beschlutzfasiung über die Verwertung der noch vorhandenen Gelder. Kraus,, ickstr. 1; N.«tolzmann u. Co., Bell-Alliance-Etr. 190: Möbel-Cohn. Erotze Frankfurter Str. 58; Mar Friedeberg Nacht., V'ilowstr. 24; A. I. Grcbler. Weinbergsweg 4; M. Landwehr. Müllerstr. 7' S. Lichtenthal, Frankfurter Allee 386: Nikolaus Pindo, Hackescher Markt V, Z. Rubin, Reue Schönhauser Str. 19s Brunnenbaner und Helfer! Nach langen Verhandlungen wurde am 2ö. Juni 1920 folgender Schiedsspruch gefällt: Alle Kollegen erhalren ad 1. Juli eine Teuerungszulage von 30 Pfg. pro Stunde. Die Unternehmer lehn- ten dieses ab. Es blieb nun weiter nichts übrig, als den Demo- bilmachunaskommissar anzurufen, um die Verbindlichkeitserklärung herbeizuführen. Der Herr setzte abermals einen Termin fest, an dem nochmals über den Schiedsspruch verhandelt wurde. Die Un- temhmer versuchten, denselben umzustost-n und die Zulage aus 25 Pfg. herabzusetzen. Wir konnten hierzu unser« Zustimmung nicht geben, denn wenn der Lohn erst einmal herabgesetzt ist, hält es schwer, ihn wieder hoch zu bringen. Es kam dann folgender Vergleich zustande: Alle Kollegen im Vrunnenbaugewerbe erhalten ab 1. August eine Teuerungszulage von 59 Pfg. pro Stunde, so dah diese ab 1. August 1 Mark berrügt. Mr bitten deshalb alle Kolle- gen. wo dieses noch nicht gezahlt wird, uns sofort zu benachrichtigen. Deutscher Bauarbeiter-Verband. I. A.: Die Sektionsleitung. Die Tarisverhandliingen im Bankgewerb«. Der Reichstarif für die Vailkbeaniten ist nunmehr nach langen Nerhandwiigen vor dem Schiedsgericht zustand« gekommen. Beide Parteien haben sich bis zum 31. d. M. darüber zu erklären, ob sie den Tarif annehmen oder nicht. Wie wir erfahren, stehen einer endgiltigen Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern jedoch insofern noch »iisige Schwierigkeiten entgegen, als versehentlich— durch einen Irrtum der unparteiischen-Schiedsrichter— in dem Schiedsspruch einige Bestimmungen enthalten bezw. fortgelassen wurden, wodurch sich für die Arbeitnehmer gewisse Verschlechterungen gegenüber früheren Schiedssprüchen ergeben. Die Vankbeamtenorgo.iiisatio- nen sind natürlich nicht geneigt, diese Verschlechterungen, denen sie nicht zugestimmt haben und niemals zugestimmt hätten, hinzu- nehmen. Wahrscheinlich werden die beiden Bankbeamtenorganisa- licuen, der Allgemeine Verband und der Deutsche Bankbeamten- oerein, ihren Mitgliedern empfehlen, dem Reichstarifvertrag unter dem Vorbehalt zuzustimmen, dag die in ihm irrtümlich auigenom- menen Benachteiligungen ausgemerzt werden. Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung werden die Bankbeamten in, Reichs durch Abstimmungen fällen. Die Vankleitungen scheinen sich an den Wortlaut des Schiedsspruches zu halten. Die Stellung- nähme des Reichsveibandes der Banklcitnngen zu dem zustande- gekommenen Reichstarifvertrag ist noch nicht bekannt geworden. Sollten die Arbeitgeber dem Schiedsspruch zustimmen, die Arbeii- nehmet aber ihn nur unter dem angedeuteten Vorbehalt anneh- men so würde dem Reichsarbeitsministerium die Aufgabe zufallen, Bezirksverband Verlin-Brandenburg Agitationskommissionen sämtlicher Distrilte, Freitag, den 27. August, abends 7 Uhr, in den Prachtsälen Altberlin, Blumen- strotze 10: Bollverfammlung sämtlicher Kommissionsmitglieder. Nach Möglichkeit Legitima- lionskarten besorgen. Der Obmann. Die Aufhebung der Fleischkarte Schwere Eefährdung der Fleischverforgung Berlins. Während noch Uber die anlützlich der Aufhebung der Zwangs- Wirtschaft für Fleisch zu treffenden Matznahmen beraten wird, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, zumal der Reichs- tag selbst einer Aufhebung der Zwangswirtschaft nur unter der Voraussetzung zugestimmt qat, datz eine Reserve von 2000 Tonnen Brotgetreide bis zur Aufhebung der Bewirtschaftung vorhanden ist, scheinen die beteiligten Körperschaften zur Selbsthilfe greifen zu wollen, und die Beliefe- rung der Städte eigenmächrig zu unterbinden. Gestern ist auf dem städtischen Viehhof nur ein ganz geringer Bruchteil des sonstigen Auftriebes, nämlich 191 Rinder, einge- trcffxn, so datz die Fleischversorgung der Berliner Bevölkerung völlig in Frage gestellt ist. � Das Grotz-Berliner Ladsnfleischergewerbe hat an den Magistrat eine Eingabe gerichtet, in der es hsitzt: „Wie angenommen wird, und.wie auch aus verschiedenen be- hördlichen Auslassungen geschlossen werden kann, dürste die Auf- Hebung der Vieh- und Fleischbewirtschaftung in absehbarer Zeit erfolgen. Wenn jetzt verschiedentlich darauf hingewiesen wird, datz ,n Provinzen, m denen die bestehenden Verordnungen aus eigener Machtvollkommenheit autzei Kraft gesetzt wurden, eine Besserung der Ernährung eingetreten sei, so übersieht man wohl dabei, datz es sich hierbei fast nur um Aeoerschutzgeoiete handelt, wo auch gleichzeitig Ausfuhrverbote erlassen wurden. Wir, Per- treter des Grotz-Berliner Ladenfleifchergewerbes, erblicken in der vollständig freien Wirtschaft für Vieh uns Fleisch eine schwere Gefahr für die Versorgung der Grotz-Berliner Bevölkerung und autzervem eine nicht zu unterschätzende Gefährdung vieler kleiner Existenzen unseres Gewerbes. Wenn auch einerseits der Schleichhandel da- durch beseitigt würde, so ist andererseits mit Sicherheit anzu- nehniön. datz in der freien Wirtschaft ohne besondere behördliche Maßnahmen sicher sehr hohe Preise für Fleisch im Kleinhandel bezahlt werden mühten. Wir erinnern nach an die Zustände auf dem Berliner Vieh- und Schlachthos und in der Berliner Engros- Markthalle, die im Frühjahr 1916 ein Eingreifen der Behörden notwendig machten. Länt man das vollständig freie Spiel der Kräfte zu. so steht das Grotz-Berliner Ladenfleischergewerve mit schwerer Sorge in die Zukunft, und mutz jede Verantwortung für die Entwicklung der Dinge ablehnen." Gemäss Verordnung des Neichsministers Mr Ernährung und Landwirtschaft vom 7. August 1920 ist die Reichssleischstelle mit Wirkung vom 28. August 1020 aufgehoben worden, und es sollen an ihre Stelle Kundenlisten oder Gemeindefleischkarten treten. In Grotz-Berlin bleibt die jetzt ausgegebene Reichsfleischkarte auf Grund dcsonderer Genehmigung bis zum 29. August 1920 in Krajt. Für die folgende Zeit werden die Kundenlistcn beibehalten. Zur Sicherung der Belieferung des Publikums soll eine weitere Kon- trolle aber auch vom 30. August 1920 ab ausgeübt werden.!lm diese zu ermöglichen, ohne das Publikum mit einer neuen Karte zu belästigen, wird daher bis auf weiteres die Ausgabe von Fleisch auf Grund der bereits in Händen der Verbraucher befindlichen Lebensmittelkarte erfolgen. Diejenigen Abschnitte der Lebens- Mittelkarte. auf welche Fleisch verabfolg! werden darf, rechtzeitig vorher vom Magistrat ausgerufen werden. * Die Arbeiier-Ernährungskommission bei den Gemeinden Ewf Berlins hat sich gestern im Berliner Rathaus mit der Frage � schäftigt. welche Folgen die Aufhebung der Zwangsbewirtschai-ui? des Fleisches für die Bevölkerung der Erotzstadte haben wurde.- ungünstigen Erfahrungen, die bisher mit den freien Schweineinen vertragen gemacht würden, und die Tatsache, dah bei neuen � geboten eine enorme Hcraufsetzung des jetzt schon 720� M. Zentner Lebendgewicht betragenden Preises gefordert wiw,.M deutlich, wohin wir kommen, wenn die Zwangsbeumi'--' übereilt aufhört. Eine Steigerung des Verbraucherpreises von- bis 3 Niark pro Pfund würde sicher eintreten. Der Ernähium ausschutz ist deshalb nur dann für Abschluß von neuen Vertrag- wenn die Reichsregierung dafür eintritt, dag die Erfüllung o Verträge durch Vertragsstrafen sichergestellt wird, und wenn& jetzige für die ärmere Bevölkerung schon autzerordentlich hohe W' nicht überschritten wird. Neue Verträge unter anderen Vora� sctzungen abzuschlietzcn mutz die Stadtverwaltung ablehnen, wen die Verantwortung gegenüber der Bevölkerung für höhere Ptt" nicht übernehmen kann und will. Es soll noch einmal verM werden, mit dem Reichsernährungsministerium zu verhandeln Verhandlungen mit den Erwerbslosen Im Rdchsarbeitsministerium trat am Sonnabend unter W* Vorsitz des Ministerialdirektors Siefart. eine Konferenz jr lammen, an der Vertreter der zuständigen Reichsbehörden. � Grotz-Berliner Gemeinden und der Arbeitslosenräte teilnahw? Nach Kenntnisnahme der Forderungen der Erwerbslosen beri� utc Neaierungsrat Albrccht vom Reichsarbeitsministerium uv» die bisherigen Matznahmen der Regierung zur Linderung � Arheitslosigkeit. Er wies darauf hin, datz beispielsweise m»o Nähe von Bremen setzt bei Arbeiten an den dortigen Moorim turcn etwa 6000 Arbeitslose Beschäftigung finden sollen. W e>, rer« 2700 Erwerbslose sollen in Berlin mit Mose nungsreparaturen beschäftigt werden. Hierfür« ein Fonds von 9 Millionen bereitgestellt worden. Aui eine Anfrage, was die Regierung gegen die„S abotag der Unternehmer" zu tun gedenke, erklärte der Referenz datz hierfür das Reichsarbeitsministerium nicht zuständig sei. Behandlung dieser Angelegenheit sei Sache des Reichswirtschall-' rates, der bei dieser Konferenz allerdings nicht vertreten sei. 33"' Seite der Arbeitslosen wurde dann an Hand zahlreicher BeisM'. auf die ständig zunehmende Schlietzung von Betrieben und El" schränlung der Arbeitszeit hingewiesen. So habe z. B. die F i r w» Borsig in Tegel genügend staatliche Auftrag' zur Lieferung von Lokomotiven, deren Fertig stellung einer grotzen Anzahl von Arbeiislos"' zu Verdienst verhelfen könne. Trotzdem würde» diese Aufträge nicht ausgeführt, weil sie de' Arbeitgebern einen nicht genügenden GewiN' brächten. Auch auf die Vorkommnisse bei der D a i m 1°' Motoren A.-G., die sich jetzt ebenfalls zu einer Betriebsei" schränkung gezwungen sehe, wurde von den Rednern der Erwerb� losen hingewiesen. Zur Beschaffung von Arbeit für die Grotz-Berliner Erwerbslos"» wurde die Einsetzung einer Kommission beschlossen. Der KomMm sion sollen Vertreter der Gemeindeverwaltungen und der Eiweiß losen angehören. An den Verhandlungen sollen Vertreter de- Reichsfinanzministeriums, des Reichswirtschaftsministeriums, de« Reichsarbsitsministeriums und des Reichsamts für Arbeits»« mittlung, sowie der preutzischen Ministerien für Handel und w" werbe und für Volkswohlfahrt teilnehmen. Die Kommission w>l" am Montag, den 23. d. M. im Reichsarbeitsministerium zusaw mentreten. Die Berliner Dom-Gemeinde Don einem Parteigenossen wird uns geschrieben: „In der Pommer der„Freiheit", vom 19. August d. Z. lMorge"' ausgäbe), ist in einem Artikel, Überschrieben..Gottesdienst 11"� McnichenÖienst" auf die Art hingewiesen, wie die wenigen Besuch" des Doms die Polizeibehörden in Bewegung setzten, weil sie rn durch die Demonstration im Lustgarten beschwert fühlten. Mi" möchteil nun einmal der Frage der Existenzberechtigung dies"" Dom-Gsmeinde, die ganz aus Staatsmitteln erhalten wird, übel' Haupt nähertreten. Die Zahl der Mitglieder der Dom-Gemeiud"' die in der Nähe des Doms wohnen, ist fast auf Null gesuuk""' seitdem der Hos mit seinem ganzen Lakaientrotz durch die Revolu' tion aus dem Schlosse gefegt ist. Die übrigen Mitglieder d"" Dom-Gemeinde wohnen in ganz Berlin und Umgegend zerstreu" und hätte,» die Pflicht, sich den Kirchen ihres Wohnbezirkes anzu- schlietzen, wenn sie ihr kirchliches Bedürfnis decken wollen. � Dom lassen sie sich, seitdem dort kein Hoftheater— denn ander" kann man das fromme Schaugepränge, das dort einst kinoartis aufgeführt wurde, nicht nennen— mehr stattfindet, nicht mch" stchen. Di« wenigen in der Umgegend des Doms noch wohnend"" Mitglieder der Gemeinde könnten ohne jede Schwierigkeit sich de" Petr.-, Marien-, Nicolai-, Sophien-, Dreifaltiakeits-, Dorolhee»« städtischen, Friedrich-Werderschen-, Evangelischen Friedrichstadü l deutscher Dom) Kirche usw. anschliehen, die alle in nächster Nach' barichaft liegen. ss Riesensummen, die heute der Dom mit seinen vielen Domherren, Pastoren und Beamtenstab jährlich verschlingen, könnten gespart Mcksichtslose preisherabsehung farbiger und brauner Schuhwaren Trotz aller Anzeichen, daß Schübe in Kürze wieder teurer werden, haben wir uns enischsosscn, unserer D rien Kundschaft ooN'Saisonschluß Gesegenheit zu einem besonders vorteishaften Einkauf zu geben Elegante Oamenschuhs ii� 0�-- Elegante Herrenstiesel �40— zum Schnüren und mu«parn,«. braun, grau, deizc, mahagvni, Jv" braun, mit msderner Mgelkapp» und«legavtea Sivffeialähea, Öw jS»%� ♦ refeba, in Größen, soweit voriättg in Größen, soweit vorrätig. 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