t« lt} er- a » if <» 9« !» Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Mittwoch, den 25. August 1920 Nummer 348• Morgen-Ausgabe •ima öf7*? morgen» und«tchMkttag», Sonntag» und Montag, nur M r/T�SUgsptris betragt bei freier Zustellung in» Haus für Groß-Ber-in »*u. int BrtroiiA n> fi T f»»v»»nM s«- C v.„ v: �. r-r-.c* � �,1. � r. o r.n em r cn~.e*. b«»-» bq-gni HdaNÄ m ,'r™'r"D»n« Dtgtrrcirt) 16, SO W., für d-s fiSttgr Ausland 21,50 M. ST."8'?.«abtta-Aufschlu,, per«tief für veutfchl-ud und vefterrrich SO,- fH. «lpttltlM, und Verl»«,»erliu«t,«reite 2 träte 8.0. •_______________ �S-„� s?®,n und Stellen-Dtsuch- 3,20 M. netto pro Seil«, etclleiw®-fache gl vbottmite-lfltp; bB, ,�,,b�atte Wort 1,80 31t., jedes weitete Won W. »MWch«: SWtNt» 2§3t, 2M5,«öl»«SOS, 4635, 46t».«KL %erUner■Otpon bpr VnahbänQlfien Sovinlöemofratie Süntiftöfanösi Russische Friedensbereitschast Neue Friedensbedingungen London» 2«. August. mirh". Korrespondent de«»Daily Ehronicle- in Warschau wit russischen Delegierten in Minsk er,,�Ulkstcht auf die Erfolge der Pole« gemiisiigter« Sri. densvedingnngen stellen. Gegen die Neutralität Danzigs � Luzern. 23. August.(Reuter.) Communigue. Lloyd George und haben der französischen Regierung eine gee di„!�>ume Aktion der Alliierten vorgeschlagen, -irnse? Virt nuc 9Rt>ri-rftftt> nrttt im uttl. oie unbeschränkte Benutzung or». "älg und seiner Verbindungslinien zu sichern. Polnische Siegesmeldungen Königsberg, 2«. August(Lagerdericht). i zurück gehende« Reste» der .. in der Richtung aus Kolu» Vernichtung starker Teile der bolsche« lS. Armee gestern Lomsha erreicht und befindet sich Sb.7�marsch vor Bralystok in nördlicher Richtung. In der AolsSj™ Breft-Listowsk und Cholm oergedliche vegenangrifs« Marl!? i n G« l i z i e« haben die polnische« Truppen den Bor« 6er» i! r" chStAMN««« und den Bng nördlich und östlich von L«»« T�,,.�Achritteu. Der Ueberttitt bolschewistischer Truppe» über "rutsch« Grenz« hiilt an. ». Kopenhagen, 2«. August. Heeresbericht Telegramm aus Warschau meldet der polnische Unser erstes Heer hat endgültig die feindlichen vernichtet, die den Rückzug der Boljchewiften deckten. seht Kämpfen haben wir Prasnycz und M l a w a be- f.snx,S die letzten Riickzuaslinien für die panikartig flüchtenden der» Truppen abgeschnitten. Dadurch wurde das Gros korw!, Sowjetarmee und das ganze dritte russische Kavallerie- Mat«r!??»s?hlosie«. Die ungeheure Beute an Gefangen«« und ilSblt von Stunde zu Stunde wächst, kann noch nicht ge- werden. Die Ni�erläge d» ���fanteri�wisto« am >o entscheidend, dah z. B. allem tvtser« i- Geschütze, 130 Ma- 21-«ugust über bckv Gesängen-««�.»'�.iZuttt�Gl-ichzeitig schmengewehre und eine Menge Twin � beutichen Grenze ßehen unsere Truppen von Pommern la g Bolschewiften von vor. Sie haben Soldau besetzt und dadurch vte Norden her abgesperrt.„.«En«,«,«» des Ober- . Zentralfront: Unter der perflnlichen Mhrung � � defehlzhabers Pilfudski setzten nnjere M a z o w i n ck ist Wen Norden fort. Die Lrme 3» m b r o w �ialhstok. überschritten, ebenso der Rarew-sslutz subttch Reiterbrigade Nordwestlich von Wysokolitewst sttetz unsere Vieri � �|;U5., ?uf«ine Gruppe schwerer feindlicher Geschütz, mzarschau zu bom- lag«, von Gefangenen dazu bestimmt waren.. �nd IM bordieren. Sie erbeutete sämtliche 22 schweren pusqe- Wagen und machte fünfhundert Gefangene... � Dtvr- s-ngenen Befehl des V-fehlshabers der 21. bosich�w�'� Brand & AääS Ätf sU»» e-"'»-•» Südsront: Die allgemtine UnstcherheU hat �.groben Niederlage, sie macht llq auch ans der.n b(,1. Süfeftont geltend, feindliche Abteilungen, die �Utting un�'� Lemberg operierten, befinden � nähern »an unteren Truppen scharf verfolgt. znristk- uns der Buglinie. Der Feind hat sich ebenfalls von vir? s '°-c Mn 1 Die-.Iswestia" zum polnische« Vormarsch DA. Moskau. 24. August- Di-.I-westia" schreibt:»Der Normarsch auf von uns voUau�a aufgegeben. Die Linie Lokoi�Nadh"nr» geräumt, die norÄiche Linie wird gehalten. Gl«»«<"'"M»««. Minsker VerhandZung«: nur sehr laugsam weiter. Dt» oll � weist, dah wtr wism Kräfte und un ere Aufmerksamteit w genügend gesammelt haben und datz wir unsere �am� neuerdings anstrengen mtzssen. um den polnischen Adel zu fw S Dessen Vormarsth mutz zum Stillstand gebracht werden, sonst die Errungenichaften unserer Kämpfe zugrunde. Wir mutzen' gleich daran arbeiten, denn uusere politische Lage zum ympermn» mus der Entente hangt davon ab. Wir werden deshalb unser Kräfte nicht schauen und neue Erfolge erringen. tiger ist die sudrussisch« Front, da durch den No.mae' Wrangels unsere wirtschaftliche Lage, wenn auch nur zeüwu g. verschlechtert werden könnte.- Der Schutz der Ostgrenze Anttlich wird mitgeteilt: Ave Matznahmen zum Schule Grenze sind aetroften. Di« ostpreutzijche Reichswehr, me hettspolizei, aufgebotener Selbstschutz und freiwillige Helfet ander Bevölkerung sind eingesetzt, um die Massen der Uebergettete- nen zu entwaffnen, zu internieren und zu bewachen, als Internie- rungslaaer dient bis zum Abtransport das Lager Arys. Besondere Zwischenfälle haben sich bi» jetzt nicht ereignet. Die Zahl der übergetretenen Bolschewiften hat sich weiter erhöht, so datz bis jetzt im ganzen etwa 2 4 000 die Grenze überschritten haben, Französische Genugwung Paris, 24. August. Die englische Botschaft hat dem Minister d�s Aeuhern den amt- lichen Text der Mitteilung über die Zusammenkunft Lloyd George» und Eiolittis in Luzern bekannt gegeben. Dar- aufhin übergab der Minister des Aeuhern der englischen Botschaft folgende Note: Die französische Regierung dankt der englischen und der italienischen Regierung für die gemachte Mitteilung. Sie freut sich feststellen zu können, datz in den gepflogenen Unterhand- lungen nichts enthalten ist, was nicht übereinstimme mit den Prinzipien, die sie stets befolgt habe. Bern. 24. August. Wie die Schweizerische Depeschenagentur erfährt, wurde das gestern in Luzern ausgegebene Gommunique auch noch Moskau gefunkt. An die deutsche Arbeiterschaft Am 7. August habe« die Arbeiterorganisationen die deutsche Arbeiterschaft aufgerufen, zur Sicher»«» strengster Reu» tralität und zur Bekämpfung der Konterrevo- lutto» all« Wafseu» und Munitioustransporte zu koutrvllieren. Dies« Kontroll« mutz«ach wie oor aufs Streugfte durchgeführt»erde«, umsomehr, als jetzt sogar aus Deutschland über Holland Waffen und Munition»ach Pole« zu transportieren versucht wird. Die Organisationen habe« die unterzeichnete Kommission zur Erledigung der sich hieraus er» gedeadeu Fragen eingesetzt. Die uon uns«tt der Regierung Wer die Konttoll« der Trans» potte geführten Verhandlungen habe« ergebe«, datz»olle Sin» wütigkeit in dem Willen besteht, all« neutralitätswidri- gennndfürungesetzlicheZweckelvrgesch.Einmoh- »erwehren usm.)»«stimmten Transporte zu»er» hindern. Auf Gruüd der vom Entwasfuungskommifsar zn erlassenden Be» stimmunge«, werden die Slrdeiterorganijattonen schleunigst Kontrollinstauzen schaffe«,->di« die Gewähr für den Tran»» port nur zulässige» Sendungen»ieten sollen. Bi«»n dieser Regelung stud alle»erdSchttge« Transpott« anzuhalten. Ein« Ausnahm« Hilden nur all» ans Grnnd de» Friedens» »ertrage»«rsolgenden Tranepotte der Ldtente. die Nachweis» lich für die Besotzuugsttuppen bestimmt und als solche kenntlich gemacht sind. Könuen Zweifel an der Znläspgkeit de« Transpotts durch die «m Ott« zuständige« Behörden nicht behoben«erden, so hat die Lttliche Kontrollkommission den Beschwerdesall der unterzeichnete« Reichskommission zu Händen de» Genossen Gratzman«. Allgemeiner deutscher Sewerkschaftsbuud, Berlin, Engel- User IS, zu molden. die für schleunigste Erledigung de» Falles Sorge zu tragen hat. Für de« Allgemeinen deutschen Eewettschaftsduub: vratzman«. Für die S. P. D.: Krüger. Für die U. S. P. D.: R o s« n s e ld. Für den Deutjchr« Sisenbahnarbeiterverdand: Brun«er. Für den Deutscheu Transpottardeiterverbaud: Bend«,. Für den Hauptdetttebsrat der Eisendahn: Klibor. Die Ueberwachung der Transporte Am gestttge» Dienstag fand nochmals eine«onferen, von Mitgliedern dtt«SewerlschaftSbundeS der U. E. P.$>., 6. P. D.. deS Deutschen EisenbahnerverbandeS, des TranZpvttardeiterverban- des»ich der Eiienbahiierbetriebsräte im Reichstag statt, in der Ge- nosse Rosenfeld über die jetzigen Berhandlürgen mtt der Re- gierung referierte. Im Anschluß daran gab der Polizetpräsident Lübbering auS Königsberg die Erklärung ab, datz er über de» Waffenttauspott»ach«lönigvverg unttchtig insonmiett worden sei. Er selb st benötige weder der Geschütze noch der Haudgrauaten, v t e l m e b r bedürfe er nur der Be» wehrmunttio» und der AuSrüstuugSgegenstände. Lübberiug gab weiter die interrflante Erklärung ab. daß er sofo« mit alle» ihm zur Verfügung steheudeu Mitteln gegwe» tzie Qrgesch in KöuigSberg vorgehe« und die Eutwaffimng schock jetzt mit alten Mittel« durchsetzen«erde. Dt««ouferenz beschloß, sofort einen Auf» ruf au all« Eisenbahner zu erlassen, in der zur»aoung von örtlichen Ueberwachuiigsaiisichüssen anfgefordett wttd. Den Aufruf dringen wir an anderer Stelle zum RVbruck. Auch der Reichs aaSschuß(Zenttalinsta»,) soll sei« Tätigkeit ans» »ehmen. um zwischen der Regierung und de« OrvianLichüffen die Berhlmdlnngen führe» zu könne«. Verblendung Die europäische Krise ist in ein neues Stadium eingetreten. Die Beschlüsse, die Lloyd George und E i o l t t t i in Luzern angenommen haben, bedeuten eine glatte Kapttu» lation Englands und Italiens vor der Politik Mille- r a n d s und F o ch s, die gegenüber den mäßigenden Bestrebungen der englischen Diplomatie an der militärischen Unter- stützwng Polens gegen Rußland festgehalten und alle Frie- densbestrebungen sabotiert haben. Run verleiht ihnen der mllitärische Erfolg der polnischen Armee gegen die zurück- weichende rote Armee das Aureol des Siegers, und schon beeilen sich Lloyd George und Giolittt, ihnen ihre Reverenz zu erweisen und die militärische Aktion General Wey- gands, des französischen Führers der polnischen Armee. durch eine ultimative Note an Moskau zu unterstützen. Wir wiesen schon gestern darauf hin, daß die Begründung dieses Schrittes Lloyd Georges und Giolitti» an den Haaren herbeigezogen sei, denn in den russischen Friedensbedingun- gen, wie sie vom Leiter der Friedensdelegation, Dani- s ch e w s k i, als Grundlage für die Verhandlungen for- muliett worden sind, ist nichts enthalten, was den jetzt gegen die Sowjstregierung erhobenen Vorwurf der Wortbrüchig-- keit und Hinterhältigkeit begründen könnte. Und es wider- spricht den Tatsachen, wenn nun behauptet wird, die rufst- schen Forderungen bedeutet ein Attentat auf die nationale Unabhängigkeit Polens. Diese Entdeckung ist erst gemacht worden, n a ch d e m die polnischen Truppen die Sowjet- armeen von Warschau abgedrängt und vorläufig in die De- fensive versetzt haben. Bisher mußte selbst die englische und französische Presse anerkennen, daß die Erklärungen Käme- news, die im wesentlichsten Teil mit dem Programm der Friedensdelegarion in Minsk übereinstimmen, für die Polen recht günstig seien, und auch Lloyd George sah sich noch vor kurzem veranlaßt, im Gegensatz zu Millerand, den Polen die Annahme des russischen Friedensvorschlages zu empfehlen. Run ist mit einem Schlage alles anders geworde«, und an die Stelle realpolitischer Erwägungen, die auf den Abschluß des Friedens hindrängten, find jetzt moralische Salbadereien getreten, deren Aufgabe es ist, die plötzliche Schwenkung der englischen Politik zu verhüllen und eine geineinsame diplo- matische und militärische Rückenstärkung Polens vorzuberei- ten. Diese Haltung Lloyd Georges ist umso verwerflicher, als ste in krassem Widerspruch steht mit seinen Beteuerungen, er strebe lediglich die Herstellung eines gerechten Friedens im Osten an. Wie die Dinge sich jetzt ggstaltet haben, liegt das Friedenshindsrnis nicht bei Rußland, sondern bei Polen. Während die Russen nach wie vor an ihren wiederholt proklamierten Grundsätzen der Unabhängigkeit und Souveränität Polens festhalten und bereit find, über die Modalitäten der militärischen Sicherung ihrer Grenzen zu verhandeln, proklamieren die Polen bereits ihre alten Er- oberungsziele und geben sich, von ihren Erfolgen berauscht. ihrem alten Größenwahn hin. Die Aktion Lloyd Georges und Giolittis bedeutet oeshalb keine Förderung des Friedens, ste ist vielmehr geeignet, die uferlosen mili- tärischen Pläne der Polen und ihrer französischen Berater zu unterstützen, und dies um so mehr, als gleichzettig von Lloyd George und Giolitti eine gemeinsame Aktion der Ver- bündeten vorgeschlagen wird,»m Polen die u n b e- schränkte Benutzung des Danziger Hafens und seiner Berbtndungslimen zu sichern. Unter den Ursachen, die die plötzliche Schwenkung der eng- lischen Politik hervorgerufen haben, verdient neben dem Be- streben, die in den letzten Wochen eingetretene engltsch-fran- zö fische Spannung aus der Welt zu schaffen, auch die Entwick- lung der Operationen in Südrußland besondere Erwähnung. Nach den neuesten Meldungen hat hier General W r a ug el nach Westen zu den Dnjestr und nach Osten zu den Dan überschritten und die Eisenbahnverbindung Rußlands mit dem westlichen Kaukasus unterbunden. Gelingt« ihm, die Wolga zu erreichen, und die große dirette Verbindung von Moskau nach dem Kaukasus und Persten in die Hand zu be-, kommen, so schneidet er Sowjetrußland von den Naphtaquel- len in Baku ab und unterbindet den direkten Vorkehr zwi- Sjen Sowjetrußland und den oorderastatischen Landern, j iese Tatsache würde nicht nur eine außerordentliche wirt- schaftliche und politische Schädigung Sowjetrußland bedeu-i ten. sie würde auch gleichzeitig England von einem Teil seiner orientalischen Sorgen befreien.— ein Umstand, der zweifellos die jetzige Haltung Lkod Georges mit i beeinflußt hat, dessen vermittelnde Haltung in den letzten Wochen zu einem nicht geringen Teil durch die aktive Orient- Politik der Sowjetregierung hervorgerufen war.>i So zeigt die plötzlich« Aenderung in der Haltung der«uro- päischen Regierungen da« typisch« Bild jener Chamäleon»- Politik, die ihre Farbe je nach der strategischen Lage ändert und ihre„Grundsätze dem erstbesten siegreichen General opfert. Wie maßvoll und vernünftig war man auf einmal in London geworden, als die polnischen Armeen geschlagen und die roten Armeen m stürmischem Vordringen waren, i Und wie„prinzipienfest ist man plötzlich geworden, nachdem' General Weygand und General Wrangel als neue Sterne I am Himmel der Ententepolitik aufgeleuchtet sind. Diese Politik der Vergötterung des Militarismus ist nicht Mr typisch für die kapitalistischen Regierungen überhaupt Tic ist auch unsäglich kurzsichtig und verblendet. Sie rechnet einmal nicht mit den Erfahrungen der bisherigen militärischen Operationen gegen Sowjetrußland. die Allesamt zusammenbrachen, weil die breiten Massen des russischen Volkes sich sowohl gegen die fremden„Befreier" wie gegen die mit fremden Golde gespeisten konterrevolutionären Gene- rale erhoben. Sie rechnet andererseits nicht mit der n e u e n aktiven K r a f t, die in die europäische Politik eingetreten ist und die pch anschickt, der verbrecherischen Kriegspolitik der bürgerlichen Regierungen die selbständige revolutio- nare Friedenspolitik des internationalen Proletarrats entgegenzusetzen. Uns mags recht sein, venn die bürgerlichen Staatenlenker an ihrer Verblendung esthalten. Denn letzten Endes fördern sie durch ihre Kata- trophenpolitik den Zusammenbruch der kapitalistischen Ee- ellsch� L..-- ener llschaftsordnung und beschleungen so den Zusammensauutz wer Kräfte, die sich, durchdrungen von einheitlichem Willen, gegen ihre Unterdrücker erheben und mit der kapitalistischen Knechtschaft auch den Fluch der ständig drohenden Kriegs- gefahr aus der Welt schaffen. Der Boykott gegen Polen Der„Vorwärts", der den meisten Gewerkschaften der Jnter- nationale politisch eigentlich näher steht, als wir, hält es für zweckmäßig, dem Ausruf der Eewerkichafts-Jnternationale. den wir gestern veröffentlichten, einige abschwächende Bemerkungen hinzufügen. Das Blatt meint, Wesen und Zweck des Aufrufs entspreche zwar ganz der Politik der Rechtssozialisten(was einiges Lächeln verursachen wird, aber für diesmal hingehen mag), aber die Redigierung des Aufrufes sei einseitig vom Standpunkt der Arbeiterklasien der Westmächte'erfolgt. Es werde gefordert, daß nicht ein Zua verkehren, nicht ein Soldat befördert wer- den dürfe. Deutschland sei aber durch den Friedensvertrag verpflichtet, gewisie Transporte auf seinen Schienenwegen zu be- fördern, die für die Ententekontingente bestimmt sind. Nach diesen Darlegungen schreibt das Blatt: „Wie in allen internationalen Aktionen der Gegenwart, so ist also auch hier das deutsche Proletariat durch den Ausgang des Krieges und durch den Versailler Frieden leider zu einer ver- hältnismäßig v a s s i v e n Rolle verurteilt, im Vergleich zu den Äktionsmöglichkeiten, die sich dem französischen, dem englischen und dem italienischen Proletariat bieten." Dagegen müssen wir uns wenden. Das deutsche Proletariat wird trotz der Ententctransporte eine aktive Rolle in dem Ringen gegen den Krieg und gegen die Erdrosselung Sowjetrußlands spielen. Die Ablösungstransporte der Entente, die wir nicht ver- hindern können, sollen uns nur ein Anlaß sein, unsere Ausgabe um so ernster zu nehmen, well sie allerdings dadurch erschwert wird. Aber diese widrigen Umstände dürfen kein Grund sein, die Akti- v i t ä t der deutschen Arbeiterschaft durch solche Bemerkungen ein- zuschläfern. Im übrigen ist den unumgänglichen Not- wendigkeiten, die sich aus dem Friedensvertrag ergeben, hinreichend Rechnung getragen durch die auch von unserer Partei anerkannten RichtlrnienderSpitzenorganisationen. Sie bleiben für die p r a k t i s ch e D u r ch f L h r u n g des Boykotts gegen Polen selbstverständlich maßgebend. Appell an das französische Proletariat In der am Montag stattgesundenen Vertrauensmänner- Versammlung der U. S. P. von Eroß-Frankfurt wurde nach eingehender Aussprache über die politische Lage folgende Resolution angenommen: „Die Vertrauensleute der Unabhängigen Sozialdemokratie in Frankfurt a. M. verfolgen mit innerer Besorgnis die Anstrenaun- gen des französischen Imperialismus und Mitttarismus, der oben- teuerlichen polnischen Anarisfspolitik helfend zur Seite t*: M stehen, deren Haß. sich offen gegen die junge proletarische o w l e t r e p u b l i k wendet. Der europaische Kapitalismus will ertragen. In dem gegenwärtigen Stadium der Verdens- -schichte der europäischen Völker ist dem fran- ijischen Proletariat eine hohe Mission zuge- M eigene Konkursmasse in neue Ströme von Proletarierblut tauchen. Die überwundene Gefahr des wilhelminischen Milita- rismus und sein Geist scheinen sich, einer ansteckenden Krankheit gleich, auf die, welche die Menschheit davon befreien wollten, zu ubertragen. 2. g» fallen. Mit besonderem Interesse' verfolgt das Proletariat in Frankfurt a. M. die bedeutungsvollen Abroehrmaß- nahmen des französischen Proletarrats gegen die von Paris ausstrahlenden großen Gefahren. Mögen die Aktionen der So- »ialrsten Frankreichs gegen einen neuen Krieg von vollem Erfolge gekrönt sein. Das revolutionäre sozialistische Proletariat in Frankfurt a. M. sendet brüderliche Grüße und den tief empfundenen Ausdruck völliger Sym- p a t h i e." Der Fremdkörper im Volke Die Zustände bei der Marine Die„Kieler Zeitung" gibt Auszüge aus einer Denk- schrift des Reichswehrministers zur gegen- wältigen Lage in der Marine wieder, die sich gegen die von den Marinevehörden geplante Verlegung der Manne aus Kiel wendet und der wir folgende bezeichnende Stellen ent- nehmen:._,_ „Es herrschen gegenwärtig wieder gespannte Verhältnisse inner« halb der Marine. Daß das Offizierkorps es leider an dem nötigen Ernst und Willen hat fehlen lassen, ein offenes und ehrliches Ver- trauensverhältnis zwischen Offizier und Mann und zwischen Truppe und Bevölkerung zu erstreben, muß unbeschönigt festgestellt werden. Die Politik der Marinebchörden, namentlich der Ostsee- stationen, in der Angelegenheit der Verlegung von Marineforma- tionen aus Kiel hat größtes Mißtrauen der Bevölkerung, be- sonders der Arbeiterschaft, diesen Behörden gegenüber hervor- gerufen. Es muß doch auch Befremden erregen, wenn von den Marinekommandos bewußt unwahre Mitteilungen in einer für die Stadt Kiel eminent wichtige« Angelegenheit gemacht werden. Doch nicht nur das. was die Stadt Kiel anbelangt, gibt die ge- plante Fortverlegung der Marineformationen zu schweren Be- denken Anlaß. Auch die Gesinnung der Truppen selber dürfte in meistens verheiratet— wollen na-y oen»angen«negsjahren.... Uch-inmal V bMnlnger-s�-�m f�e�nd m der freien der geplantem Sieraus.iiebuna der wtar,ur w« gno. svenn man Zeit bei ihrer Familie sein. Zu Bedenken aeben aber vor al Anlaß di« politischen Motive, die dl- e»g«nttichen Ursachen zu geplanten Herausziehung der Maeine au» Kiel find. Wenn in den Kreisen der militärischen Führung der Ansicht ist. daß, wie taoiirmnrfit nnm übrigen Volke peinlich einen Abstand früher, die Wehrmacht vom übrigen Voile peinlich einen Abstand halten muß, dann hat man dort noch immer nicht die Gegenwart verstanden. Wenn die militärischen Fubrn ein« Berührung der Truppen mit der Arbeiterschaft fürchten, dann ist das ein Beweis dafür, daß di« Wehrmacht«mmer noch das ist, was sie nicht lein soll:«in Fremdkörper im Volke, und daß sie Nicht„t. aber sein ollte, nämlich: eine vom Vertrauen der weitesten Volksschichten getragene volkstümliche Institution zur Verteidigung der Landes- grenzen.' Nach dem Kapp-Putsch hatten die Mannschaften in Gemein- schaft mit den Deckoffizieren die Verwaltung der Marine üoernommen, und es hatte stch gezeigt, daß auch ohne Offiziere, alles Notwendige geschah. Dl« reaktionären Elemente ruhten jedoch nicht, bis die früheren Verhältnisse wieder hergestellt waren. Jetzt zeigt es sich, wohin es der Reichswehrminister mit seiner Nachgleb-gkeit gebracht hat: das Offizierkorps ist wieder obenauf. Der Kappgeist herrscht wieder bei dej: Marme, aus politische� Motiven, um die Mannschaften vor der Berührung mit der Arbeiterschaft zu bewahren, sollen die maritimen Einrichtungen von Kiel ver- legt werden. Darin hat der Reichswehrminister recht: die„Wehrmacht" ist„ein Fremdkörper im Volke". Herr Eeßler sollte also die Konsequenz aus dieser Erkenntnis ziehen und mit der �r- beiterschaft die Beseitigung dieses Fremdkörpers durchsetzen. Aber es hieße Feigen vom Dornbusch ernten wollen, von einem Minister der Bourgeoisie zu erwarten, daß er niehr als einige besonders häßliche Auswüchse der„Wehrmacht" be- fettigen werde! Das Reichskabinett und die Orgesch Das Reichskabinett hat sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Behandlung der Organisation Escherich besaßt, lieber seine Stellungnahme wird mitgeteilt: Die Reichsregierung war einmütig der Ansicht, daß dieser Oraa- nisation keine Aus nahmebehandlung zu gewähren sei, und daß der Reichskommissar für die Entwaffnung die Angehörigen dieser Orgainsatwn bei Durchführung der Entwaffnung schon mit Rücksicht auf den Friedensvertrag und die Abmachungen von Spaa nicht ander» zu behandeln habe als andere Staatsbürger. Zu dem Berbot der Organisation Efcherich durch die preußische Regierung Stellung zu nehmen, lag bei dem 'öderalistischen Charakter des Reiches für die Reichsregierung ein Anlaß vor, da die Handhabung des Vereins- und Ber- ammlungsrechts in den Händen der Länder liegt, und es den Beteiligten freisteht, über die Rechtmäßigkeit des Verbots eine ge- richtliche oder verwaltungsgerichtliche Entscheidung herbeizuführen. Diese Stellungnahme der Reichsregierung ist nur selbstoerständ- lich und es ist nur dringend zu verlangen, daß der Reichskom- missar für die Entwaffnung auch, mit der nötigen Energie gegen die Orgesch vorgeht. Daß die Reichsregierung es den Einzelstaaten überläßt, sich mit dem Bestehen und der Tätigkeit der Orgesch zu beschäftigen, ist ein Zeichen von Schwäche und Unent- schlossenheit. Das Treiben der Orgesch steht im Widerspruch zu den Bestimmun- gen des Spaa-Abkommens, dessen Erfüllung angeblich durch das Entwaffnungsgesetz sichergestellt werden soll. Es ist deshalb keine Sache der Einzelstaaten, sondern die des Reiches, gegen die Orgesch vorzugehen. Immerhin schiebt die Entscheidung des Reichskabinetts doch denjenigen einen Riegel vor, die ein Eingreifen der Reichs- behörden gegen die einzelstaatlichen Berbote der Orgesch langten. ver- Der Reichspräsident hat einen Aufruf erlassen, indem er auf die Fnkrafttretung des Gesetzes über die Eni was f- nung hinweist. Alle Volksgenossen we ,_ werden aufgefordert, die Waffen herauszugeben, um das Land nicht aufs neue infolge Nicht- erfüllung des Frieoensvertrages in schwere Gefahren zu stürzen. In dem Aufruf wird weiter betönt, daß Deutschland durch die Tat den festen Willen zur Ersüllung der übernommenen Pflichten be- weisen müsse. Die Sozialisierung der Kohlen- gewinnung Beschlüsse des A. D. G. B. Der Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes beschäftigte stch in seiner K. Sitzung am 17. und 18. August u. a. mit der K o h l e n k r i s e.. Der Ausschuß kam nach eintägiger Aussprache über diese Angelegenheit zu folgendem Beschluß: „Der Bundesausschuß bringt zum Ausdruck, daß die Hebung der durch eine dauernde Ileberarbeit der Kohlenförderung nicht d Bergarbeiter erzielt werden kann. Wenn trotzdem vorübergehend zu solchen Anshilfsmitteln gegriffen wird, so kann dies nur für zulässig erklärt werden, wenn sofort versucht wird, durch andere Vorkehrungen die Kohlenförderung auf die unbedingt not- wendige Höhe zu bringen. Der Bundesausschuß fordert deshalb von der Regierung, daß a) die Sozialifierung der Kohlengewinnung und-Verteilung in Angriff genommen und spätestens im Okto ber 1920 dem Reichstag ein entsprechender Gesetzentwurf vorge- legt wird, b) die vor Inkrafttreten des Betriebsrätegcsetzes bestandenen Rechte der Betriebsräte nicht geschmälert, sondern er- weitert werden. Diese Erweiterung der Rechte muß sich be- sonders auf die Kontrolle der Produktion, des Absatzes, des Selbstverbrauchs und der Preisbildung im allgemeinen wie für vie Nebenbetriebe und Huttenzechen erstrecken. c) die Versorgung der Bergarbeiter mit Lebensiikitteln dauernd und ausreichend sichergestellt wird, d) die technischen Vorbedingungen zur Einführung der S e ch s st u n d e n s ch i ch t für die unterirdischen Steinkohlen- bergarbeiter auf internationaler Grundlage baldigst erfüllt werden. Bis dahin ist den Bergarbeitern die jetzt tariflich ver- einbarte Schichtzeit zu sichern. Etwa darüber hinausgehende notwendige Arbeit ist als Ueberschicht oder Ueberstunde zu be- werten und zu bezahlen." ** Der Beschluß ist löblich. Aber was gedenkt der Allgemeine Deutsche Eewerkschaftsbund zu tun, wenn die Regierung nicht bis spätestens Oktober eine» Gesetzentwurf über die Sozialtste- rung�vorlegt? Im übrigen wird hier nur etwas gefordert, was die Regierung bereits versprochen hat. Die Frage"ist jetzt' w ie wird die Sozidlisierung aussehen, die da in Marsch gesetzt werden soll? Und was wird der Bund tun, wenn die Sozial, sierung keine ist? Die Kohlenproduktion im 1. Halb- jähr 1920 Im Reichsanzeiger veröffentlicht das Statistische Reichoamt«ine Nachweisung über die Kohlenproduktion des Reiches in den Mo- naten Januar bis Juni 1920. Es lieferten in dieser Zeit an Steinkohlen die Gruben im ganzen Reiche mit Ausnahme des Saarreviers und der Pfalz 91889 897 Tonnen, an Braunkohlen 52 204 380 Tonnen. Koks wurden in demselben Gebiet und in derselben Zeit 11633 824, Steinkohlenbriketts 2 230 002, Braun- kohlenbriketts 11 261 296 Tonnen fabriziert. Gegen das vorige Jahr wurde die Produktion erheblich erhöht. 1919 hatte sie einschl. des Saarreviers und der Pfalz betragen: Steinkohlen 53,57, Braunkohlen 43,54. Koks 9,94, Steinkohlenbriketts 1,8 und Braunkohlenbriketts 9,02 Millionen Tonnen. Von der Stoinkohlenförderung lieferte im ersten Halbiahr 1926 der Bezirk Dortmund allein 39,5 und Oberschlesien 15,36 Millionen Tonnen. Hauptbraunkohlengebiete sind: Bezirk Halle mit 25,68 und Bezirk Bonn mit 14,17 Millionen Tonnen Förderung. Die Koksproduktion betrug im Bezirk Dortmund 9,13 und in Oberschlesien 149 Millionen Tonnen, die Eteinkohlenbrikett-Her- stellung im Bezirk Dortmund 1.61 Millionen Tonnen und die Braunkohlenbttkett-Fabrikation im Bezirk Halle 5,81 und im Bon- ner Bezirk 3,67 Millionen Tonnen. Di« russische' Gegenrevolution. Vor dem Moskauer R e» o l u- tionstribunal begann die Verhandlung in der Angelegen- hcit des taktischen Zentrums der aegenrevolutionären Organisation, deren Ziel der Sturz der Rätemacht, die Ein- führnng einer Diktatur der Generale in Rußland und die Wieder- Herstellung des Kapitalismus und der vorrevolotionären Zustande war. Auf der Anklagebank befanden sich Mitglieder des Ver- Noch keine Ruhe in Oberfchlesiev TU. Berlin. 24. Augu? Die.Telegrapheu-Union" verbreitet von amtlicher Stelle folgerdo SttuationZbericht über die augenblickliche Lage in Oberschlesieu:' Die Zustände in Oberschlesien haben sich keineswegs gebcffa Die Kreis« T a r n o>v i tz, Beuthen, Hindcnbnrg, Kai' t o iv i tz und Pleß sowie der größte Teil des Kreises Rybni! befinden stch in den Händen der Aufständischen. Lediglich eirzeltz größere Städte sind als deutsche Enklaven anzusehen. Die alliierte Kommission in Oppeln äußerte sich zwar der deuis.� Regierung gegenüber dahin, daß sie gegenüber der polnischen wegllng eine ablehnende Haltnng einnehme. Tatsächlich aiö ist bis zur Stunde noch keine entscheidende Aktion eingeleitet. Durchführung der Enlwaffunug der polnischen Banden ist durä das Verhalten der französische« Truppen problematisch gewollt insofern diese sich vielfach mit den polnischen Insurgenten brüderten. Rar die t t a l t c n t s ch e n Truppen halten Ordnung zur Zufriedenheit aufrecht. Irgendwelche energ'!# Maßnahmen gegen die polnischen Bandenführer, welche der Waffe in der Hand getroffen wurden, sind W!' her seitens der Interalliierten Kommission nicht durchgesitöft worden, sodaß sich die Erregung innerhalb der oberschlesischen 9f völkerung stündlich steigert. Gegenüber diesen Zuständen kar.n d« deutsche Reichsregierung nicht umhin, die Verantwortung der J»� alliierten Kommission zu überlassen, welche durch ihr inaktives L-'s halten zu de» größten Bedenke» Veranlassung gibt. Drohung mit dem Generalstreik Beutherr, 24. August. Die deutschnationale Volkspartei, die katholische Volksportei (Zentrum), die demokratische Partei, die sozialdemokratische Pa� tri, der Allgemeine Deutsche Eewerkschaftsbund(Freie Geuicss' schaften), die Arbeitsgemeinschaft freier AngestelltenverbändM (Afa). der Deutsche Eewerkschaftsbund(christliche Gewerkschaften). der Eesamtverband Deutscher Angestellten- Gewerkschaften, di« Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaften und der Eewerkschaftsbund Angestellten, erlassen folgenden Ausruf an die oberschlesische S* völkerung: „Unsere oberschlesische Heimat ist in tiesster Not. Deutsche und Polen stehen gegeneinander. Bruderblut ist geflossen. Die Sülji"' der Verbrechen gehört vor die Gerichte. Wir wollen den Friede». Die interalliierte Kommission hat uns zugesichert, Ruhe, Sichel' I hcit und Ordnung wiederherzustellen. Wir haben am 21. Augu»? gefordert und der General Gratier hat uns zugesichert: 1. Die restloil Entwaffnung der Bevölkerung ohne Rücksicht aus die Nationalitill.. 2. Die Aufhebung des Belagerungszustandes, soweit es die Hältnisse gestatten. 3. Die Hinzuziehung deutscher und xolnischll. unbewaffneter Arbeiter zur Wiederherstellung des Frieden».. 4. Die Verhütung von Gewalttaten aller Art.. Die BewaffnunS polnischer Banden schreitet dennoch fort. Sie haben die an stch gerissen und mißbrauchen sie, dem muh ein Ende gemaV werden. Die gesetzmäßige Gewalt muß sofort wiederhergestew- werden. Sie wird heute der interalliierten Kommission nntel� breitet. Wird sie nicht erfüllt, dann sind wir entschlossen, de» Frieden zu erzwingen durch den Generalstreik. Haltet Euch bcre» und wartet aus den Ruf der Führer, es geht um unsere Heimat. Protest der Bergarbeiter Nach einer Wolff-Meidung aus Kattowitz protestiert der Verband der Bergarbeiter Deutschlands mit allem Nachdruck gegen die Vck' aewalttguog der oberfchlestsche« Bevölkerung durch zum Teil land« fremde polnische bewaffnete Ba"de»l und ersucht die Jnteralliierlt Kommission, die deutsche Regierung und die oberschlesische» Hörden, ungesällmt für ausreichenden Schlitz zu sorgen. Angesicht' der polnischen Aulstandsbewegung sei das vereinbarte Uebcrschicbtc»' abkommen zur Zeit nicht durchzuführen. Eine Konferenz der Ber» trauensleute der Bergarbeiter bcanstragle die Bezirksleitung, nach Wiederherstellung der Ruhe ernent zur Uebcrschichtfrage Stellunii zu nehmen, nnd forderte die»»gesäumte Dlirchsührung der Ent't waffnung der polnischen Ausrührer, andernfalls zur Selbsthilfe g»' griffe» werden müsse. Der Segen der freien Wirtschaft bandes der Großarundbesitzer, Kausleute und Industrielle, Pro- sessoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die früher zu den Blüten der russischen Intelligenz gehörten. Unter ihnen befinden sich bekannte Namen: Tschagin, Trubezkoi. Meli- schunow, Potschkow, Rozanow, Kotljarewskij, Protopopow, Cer- giewska, Alexandra Lwona, Tolftoj, llrussow, Chruschtichew. Eajte- rew, Moroso« und andere. Am ersten Tag« der Verhandlung wyrdeg die Anklageakten vorgelesen, Aus Baden wird uns geschrieben: Die bürgerliche Presse verkündet freudestrahlend, daß in Badeßl di« Zwangswirtschaft ausgehoben sei. Der satte Spießbürger liest neidvoll, daß in Baden alle Lebensmittel zu haben seien. Da» stimmt. Aber die Folgen der freien Wirtschast sind andere, als si» sich seine Befürworter gedacht haben. An die Stelle der Zwang?'' Wirtschaft in Baden ist nicyt der freie Handel, sondern dic Wucherfreiheit getreten! Besonders bei der Fleisch' Versorgung macht sich die Aufhebung der Rationierung> katastrophal bemerkbar.» Die Schlächterläden sind mit Fleischwaren überfüllt. Die Preist find aber unerschwinglich gestiegen. Die arbeitende Bevölkerung. die auf Grund der Fleijchkarte bisher regelmäßig die kleine Wochen- ratio» Fleisch erhalten konnte, mu» sich letzt des Fleischgenusses eni' halten, während die besitzenden Schichten ganz ungeniert in de» Läden ihren großen Bedarf decken können. Es spielt sich jetzt das- selbe ab, wie bei der Freigabe der Eier, es kommt zwar Ware zum Vorschein, aber zu Preisen, die der minderbemittelten Be- völkerung den Erwerb unmöglich machen. Eine weitere üble Folge, die von den Gegnern der freien Wirt- schaft im Fleischergewerde vorhergesagt wurde, ist eingetreten: Eine wilde Schlachtwut macht sich bemerkbar. Die Aufkäufer ziehe« auf das Land hinaus und bieten die höchsten Preise. Um die fest- gesetzten Höchstpreise kümmern sich weder Erzeuger noch Auftäufer. Teilweise sind die Konsumenten zur Selbsthilfe geschritten, indci« sie das Vieh, das von den Aufkäusern verladen werden sollte, a« den Verladerampen anhielt, schlachtete und das Fleisch zu nor- malen Preisen zur Verteilung brachte. Bei einer solchen Gelegen- f heit wurde festgestellt, daß die Händler im Stalle für das P f u n d Leben dgewicht 6,40 M. und höher bezahlen, während der aint- i liche Preis nur 4,20 M. beträgt. Wenn der Händler ab Stall für ein Pfund Lebendgewicht einen derartigen Preis anlegt, so kann man sich ein Bild von dem Preise des Pfundes Fleisch im Laden machen, nachdem das Vieh und das Fleisch obendrein noch s durch eine Anzahl von Händen gegangen ist, die alle verdienen, wollen. Die Händler können diese hohen Preise getrost bieten, denn si» verschieben das Vieh und das Fleisch in die Bezirke mit zahlungs-■ kräftiger Bevölkerung, d. h. in die norddeutschen Großstädte oder Sar in das Ausland. Der Viehschmuggel nach der Schweiz, ins ilsaß und in das besetzte Gebiet blüht. Durch die forzieriei'. Ab- j schlachtungen, die grassierende Maul- und Klauenseuche und die i Vieh- und Fleischaussuhr ist der Viehbestand Badens auf das. schwerste bedroht. Die Wirkungen machen sich heute schon be-! merkbar, indem die Milchversorgung nachläßt. In Karlsruhe s bleibt jetzt, nachdem die Fleischrationierung erst kurze Zeit auf- gehoben ist, die Milchlicferung um täglich 300— 400 Liter gegen das frühere Quantum zurück. Wenn schon jetzt im Sommer, wo das Vieh noch auf der Weide steht, die Milchproduktion durch die'! Massenschlachtungen beeinträchtigt wird, müssen die Milchverhält- nisse im Winter unerträglich werden. Erhebung des Fleisches zum unerschwinglichen Luxusartikel für die breiten Massen der Bevölkerung Fleischschmuggel und-export. 1 Rückgang des Viehbestandes und der Milchproduktion: das sind also die Folgen der viclgerühmten freien Lebensmittelwirtschaft. Das Proletariat ist der Hauptleidcnde dabei. Wie immer, wird, seine Gesundheit dem Prositbcdürfnis der agrarischen Produzenten geopfert. > t ?'�ppppp Der Bericht über die' dritte Internationale ykiÄ Sitzung des Zentralkomitees, die gestern nach der ein r!r unfei:et Delegation aus Moskau stattfand, wurde fr*fr' Jon irüheu ausgesprochenen Wunsche der Reichstags- suntion gemäß beschlossen, dag unsere Delegierten in einer «. J?' e.ren3, die für Mittwoch, den 1. September, nach tnir �uberufen wird, einen ausführlichen Bericht erstatten louem An dieser Konferenz werden die Neichstagsfraktion, u>. Kontrollkommission, Vertreter der Bezirke uno der Redaktionen teilnehmen, um so einen möglichst v0"« �tei5 von Vertrauensmännern Gelegenheit zu geben, me Berichte entgegenzunehmen und durch etwaige Fragen lur notwendige Ergänzung zu sorgen. Das Protokoll dieser vchung wird dann sofort durch die Presse der ganzen Partei Zugänglich gemacht werden. Die Konferenz hat natürlich �in informatorischen Charakter und kann keine Beschlüsse v"6« Ss wird Cache der Parteiorganisationen sein, zu Bericht der Delegation Stellung zu nehmen. Die Eni- Icheidung wird dann der Parteitag fällen. �etzt wird sofort das wichtigste Material, das den Genossen kur die selbständige Urteilsbildung nötig ist, veröffentlicht werden. Und zwari l. Die Bedingungen über die Aufnahme in die 8. Jnter- nationale. 2. Das Statut der Kommunistischen Internationale. o. Die Rolle der konimunistischen Partei in der proletari- Ichen Revolution. 4. Gewerkschaftsbewegung, Betriebsräte und 3. Jnter- nationale. 5. Der Parlamentarismus und die kommunistischen Parteien. 6. Nationalitätenfrage und Kolonialfrage. � Die kommunistische Partei und die Agrarfrage. Wir veröffentlichen im Nachstehenden die vom Kongreß Q"genommenen Aufnahmebedingungen. Bedingungen zur Aufnahme in die Kommunistische Internationale "ite Kongreß der Kommunistischen Internationale hat keine «enauen Bedingungen für die Aufnahme in die 3. Internationale aufgestellt. Bis zum Augenblick der Einberufung des 1. Kongresses fk'inerten in den meisten Ländern bloß kommunistische Rich- ' u" g e n und Gruppen. "tzter anderen Verhältnissen tritt der 2. Kongreß der Kom- �Wstlschen Internationale zusammen. Zur Zeit gibt es in den aegten Ländern nicht nur kommunistische Strömungen und Rich- Mu>. sondern kommunistische Parteien und Organisationen. t»!. Kommunistische Internationale wenden sich nun oft Par- . W und Gruppen, die noch vor kurzem zur 2. Internationale »eyarten, die jetzt in die 3. Internationale eintreten wollen, die i n der Tat kommunistisch geworden sind. üftw i Internationale ist endgültig zerschlagen. Die Zwischen- IS?» und die Gruppen des„Zentrums", die die völlige Aus- ij? usigkeit der 2. Internationale einsehen, versuchen sich an die l?wer kräftiger werdende Kommunistische Internationale anzu- Sie hoffen jedoch dabei eine solche„Autonomie" zu t°wahren. die ihnen die Möglichkeit gewährt, ihre früher« oppor- „i?Wche oder..Zentrumspolitik" durchzuführen. Die Kommu- Wiche Internationale wird gewissermaßen Mode. dic� Verlangen einiger führender Gruppen des„Zentrums", in bell-"' Internationale einzutreten, ist eine indirekte Bestätigung dcr-'t daß die Kommunistische Internationale die Sympathien „. überwiegenden Mehrheit der klassenbewußten Arbeiter der nii*. Welt erobert hat und daß sie ein« mit jedem Tage immer chr wachsende Macht witd. wn, kommunistischen Internationale drobt die Gefahr, durch n enJ �mutige und durch Halbheit sich auszeich- oln• Elemente verwässert zu werden, welche die Ide- httdett ber" Internationale noch nicht endgültig abgestreift xj�uficrdem verbleibt in einigen großen Parteien kItalie». >>wweden. Norwegen, Jugoslawien u. a.). deren Mehrheit auf .-„Standpunkt des Kommunismus steht, bis zum heutigen Tage bedeutender reformistischer und sozial-pazifistischer Flügel, der her»4- en Augenblick wartet, wieder das Haupt zu erheben, mit „„l?"iven Sabotage der proletarischen Revolution zu beginnen »-i, ch der Bourgeoisie und der 2. Internationale zu helfen. r-ns,-Einziger Kommunist darf die Lehren der ungarischen Räte- nm-» vergessen. Die Verschmotqung der ungarischen Komnw- unnn.-.?'t den sogenannten„linken" Sozialdemokraten ist dem r 11 Proletariat teuer zu stehen gekommen. �/.lolgedessen erachtet es der 2. Kongreß der Kommunistischen - nationale für notwendig, die Bedingungen der Auf- w e von neuen Parteien ganz genau festzulegen und die- annÄ? Parteien, die in die Kommunistische Internationale auf- ��wmen sind, auf die auf ihnen liegenden Pflichten hinzu- toSfs; 2. Kongreß der Kommunistischen Internationale beschließt: valc gnd�en bet Zugehörigkeit zur Kommunistischen Internatio- knn«„?�,?fiaint« Propaganda und Agitation muß einen wirklich Bel�, Charakter tragen und dem Programm und dem An.*»:.fr 3. Internationale entivreiben. « müssen von haben Kn" d?r Dl von»i«» Dtnuiui ces vroiciarrais mug niaji ciuiuu; onbnrl c landläufigen eingepaukten Formel gesprochen werden edem mug so propagiert werden, daß ihre Rotwendigkert tnndli�.wcn Arbeiter, Arbeiterin, Soldaten und Bauern ver- unserer.aus den Tatsachen des täglichen Lebens, die von werden systematisch beobachtet und Tag für Tag ausgenutzt Die n- müssen und unperiodische Presse und alle Partcioerlage "."'3 dem.......— c"!-* Internationale entsprechen. Älle Preßorgane der mussrn von zuvrrläjstgen Kommunisten geleitet werden, ung für die Sache des Proletariats bewiesen � Diktatur des Proletariats muß nicht einfach wie . u—__-?_______«i... ry____< �„C— � .sie eine Politik führen, die fichiw�* dem Parteioorstand unterstellt werden, ohne R Auattnzn»'» die Partei in ihrer Gesamtheit mdem betre le.u«� lagN�'/ lezal oder illegal ist. Es ist un'ula.Iia. dai. d.e»er der"uomic mißbrauchen, und eil wendia ni�.? 3- Internationale Eingang verschasten. ist es nor die Reior�ur die Bourgeoisie. sond-rn auch'hrc Hcl,or-beller. wzKSdm� Schattierungen systematisch und �2. Jede. Organztn»,n« die sich der Kommunistischen °us°?llen m!b»°SU°d°n will/ muh regelrecht und pl-nm-W feben nb?.�und sie 5!,'� � u n o e n r ru ms,- u.- die daran �-wahrte Kommunisten er- f a gedrängt wurden, erklärten nunmehr, daß sie die verloren ge- gangene Zeit bezahlen wollten. Ausdehnung der Aiuderpest in Belgien. Die Rinderpest hat sich weiter über ganz Belgien ausgedehnt, sodaß bereits tu 70 Gemeinden da« Lorhandensci» der Krankheit festgestellt worden' ist. Auch in Luxemburg w�rde a» einer Stelle die Krankheit entdeckt. Die Sage wird alg sehr ernst bezeichnet. Der TrauZuorh von lebendem Steh»ntdc bis zum 26. September fiir ganz Bek>ie»z f. A�Aferfheim leipziger Str. X u. 3. Stade Möbelhaus Rosentkalcr Str. Möbel-/Ibteiliing Q. m. b. N. Möbelhaus Oranien-Sir. « 6 n ig-S trafie Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Wohn-, Herren-, Speise- und Schlafzimmer, Leder möbel und Polstergarnituren, einzelne Sofas, Sessel, Tische und Stühle zu bedeutend herabge- mt. mm m �/ setzten Preisen. Die Preisermäßi- J§«Ä �7 gung beträgt zum größten Teil«M» chM GM /I ji Decken Faserstoff Cretonnemustor, ca. 80 cm breit..... per Mtr. Schlafdecken meUertmit Borde............. Tischdecken reich bestickt, Fantaoie-Gewebe...... 105.00 Steppdecken satin ein. farbig 390.00, Satin bunt gemustert. 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B ISS ja Utk per Gramm SO-i.SilbsrbnB sWie«eMPft kauft weit über d-u höchste» Tagesprrr» Harz Fehrballiner Str. 52 vorderhans links, vnrterr, Für Metalle , Eisen Papiere tahle« wir immer noch die höchsten Tagevpreise F.«. W.ScydliA Händleni nach persänlichrr Ber» «indarnng. Zinn rein 33.— Soachs.,«ierschlau.iau, Polo«, Dilberbrurh. sämtlich« Aftuietalle höihfie Prtise. Nlrtalischmclze Prin,essinntnstr.l7sWoridpI.> «riuerptstolau kaust»u hiiche ften Preisen Kirstein. Liuienstr.SO Parteigenossinnen ÄÄÄ Botenfrauen sofort et», f�Händäer undViaüsi�rer!' Die beste u. billigste aezugsqualle in SchnOrsenkeUMacco, Eisengarn u. Nähgarn ist und bleibt VMtüS„KlOT" ferlll SM, MiliMv!W I, «II für verkauf und Lag»» sucht WelvW S. tu. d. S.. lboldtprernsebrih, Plohernsrt. l« -UchUg. hohen Lohn per sofort e>.«!»>»».»» hristt.rnftratz» 30. IltKll.U: geaen I trtfuchL Händler, iMilllouenartikel. � Rlesenverdieustr, Gen. Poeschet,! Wch'n-inlftrl'ieZI, U UnjO-ttb Nr. 348 Internationaler Metallarbeiter- Kongreß » Kopenhase«, ZV. Aagllft. nil�,.?s Hauptstadt trat heute der 8. Kongreß des Iirter- � �etaüarbeitervundes zusammen. Es ijt die erste kÄK'A M, B. nach dem Weltkriege. Der letzte Kongreß „X 4 �»»»" H4 V*/ WMV«wv«. �wi»w*.vn <; p« v tt?�in statt: sieben Jahr« gingen seit dieser Tagung hinter uns liegen die furchtbaren Jahre des Welt- die s.ie'e haben den Bund zwar nicht zerrissen, doch stellten altin �' Völkermordcns auch bei den Metallarbeitern jedes x.-.'uiernationale Zusammenwirken in den Hintergrund. Die vrnnüfc frischen Bande wurden gelockert, und es wird eine der s/".h�lien Aufgaben des jetzt in Kopenhagen tagenden .sein, die einzelnen Glieder der Metallarbeiter-Jnter- lbster zusammenzuschweißen, dem Bund die Wege zu chaen zu einer aktioen Politik im proletarischen Klassenlampj. .�«national« Arbeiterklaste ist in das Stadium eines ent- 'i)l« �.•.""«-ullHonate UKüciteitiasse ist m vas totamum eines enr- /y wenden Ringens um die Macht eingetreten. Im Kampf gegen �*°bUal. für die Verwirklichung des Sozialismus mug der M»i«tn~Ot,0naIe Metallarbeiterbund zu etnim kraftvollen reoo- ttttonaicn mii.t..____ i.___ N anschuldigt._______________..._____ den"» �Huldigungen geben: hier handelt es sich um"Pflichten, Di. ,, tr-Icin Elied der Internationale entziehen kann und darf. Cckm», Delegierten werden noch erwartet, ebenso die unl) Luxemburger. Das rechtzeitige Eintreffen dieser Kn», l\?r'cn wurde durch widrige Umstände dehindert. Vertreten Aeloi»»�.' Deutschland, Oesterreich. Tschecho-Slowakei. Ungarn. viit i�ankreich. Holland. Dänemark, Schweden und Norwegen Hammen etwa 4» Delegierten. Bund�. �kfnung des Kongresses trat da» Zentralkomitee des idie Landesvertrauensleute) zu einer Borberatung zu- >vr-». D i n m a n n- Deutschland beantragte in dieser Be- Som?2iU'*r Stellung zum gegenwärtigen Kampf den t,,!.! �-Rußlands zu nehmen, das gegenüber Polen und de« 9i. 5�. l)1,c�e,t stehenden kapitalistischen Mächten die Interessen dem»' �iats verteidige. Ein« dreigliedrige Kommission soll De»«15»� cine Entschließung vorbereiten. er" jöorst�enbc des Dänischen Schmiede- und Maschinenarbeit«- Beilage zur„Freiheit" in Schutz, als hätten ste an internationaler Solidarität zu«ün- lchen übrig gelassen. Er weist darauf hin, daß seit der Kriegszeit die englischen Kameraden ihnen viele Beweise kameradschastlicben Geistes gegeben haben und daß eine starke Wandlung im Sinn« eines neuen Geistes sich dort vollziehe. D i ß m a n n- Deutschland unterzieht die Tätigkeit des Bundes in den vergangenen neben Jahren heftiger Kritik. Und wenn man heute nach all diesen Geschehnisseu'sich zum ersten Male wieder international zusammenfinde, sei es Pflicht, dieses Versagen des Bundes festzustellen und nach den Ursachen zu forschen. Ursache, die nicht ledialich in einer Person, sondern in den gesamten Ber- Hältnissen zu suchen sind. Auch im begrenzten Rahmen des Statuts sei es möglich gewesen, mehr zu tun als geschehen. Es müsse aber festgestellt werden, daß sogar eine weitere Lockerung der Beziehungen diesmal eingetreten, daß eine bereit» angeschlossen gewesene nordamerikanische Organisation wieder verschwunden sei, auch die Engländ« und Italiener, die sonst immer vertreten waren, fehlen. Angesichts der gegenwärtigen Weltlage, die das Schwergewicht auf England und Amerika gelegt bat, müssen wir Wert darauf legen, die Metallarbeiter dieser Länder bei un» zu haben. Aber nicht nur im Weltkrieg selbst, sondern ganz besonders auch in der Zeit seit Ausbruch der Revolution habe der Bund versagt. Selbst die„Internationale Metallarbeiter-Rundschau". als ein- ziges, wenn auch ziemlich primitives internationales Organ des Bundes, sei in dieser Zert eingegangen. Nichts sei geschehen zur gegenseitigen Information über die gewaltigen Umwälzungen, die sich inzwischen in den verschiedenen Ländern vollzogen. In diesem Stadium sozialer Umwälzungen aber könnten es nicht nur mehr reingcwerkschaftliche Aufgaben sein, sondern die Metall- arbeiter-Jnternationale müsse in den Kreis ihrer Tätigkeit den Kampf um Beseitigung de» Kapitalismus, die Aufrichtung einer Ordnung anstreben. Darum müsse in Zukunft der s Mittwoch, 25. August 1920 näre Regierung in Gemeinschaft mit der internationalen Konterrevolution zum Kampf gegen die russischen Arbeit« und Bauern und zum Kampf gegen die deutsche Revolution, um ein� Horthy- Inter- aufgebaut -_________ »iner°n�-� a n s e n- Kopenhagen, eröffnete den Kongreß mit wztlchen Begrüßungsrede.______ Mungstag begann mit dm�J�cScht der Man�at- Aus 11 Ländern sind 49 Delegirete anwesend. Iabr�u?- vertreten 16 Organisationen, deren Mitgliederzahl am tunh a etwa 2 Vi Millionen, gegcnwärtw aber bereits tionen beträgt. Unter Berücksichtigung d« Organisa- rnalich." �""üen Länder, die als Bundcsinitgliedu auf dem dies- Äeti'ml /�?"Sr«ß nicht vertreten sind, zählt der Internationale � llarbelt«bund heute 4 Millionen Kew«ffchaft»mitglieder. hak L a a= Belgien(Tagespräsident des Kongresses) bedautrt, � russischen Delegierten am Erscheinen««hindert seien. mann-Deutschland erklärt, daß e« mit einem Ausdruck �»Bedauerns sein Bewenden nicht haben könne. Der Kongreß lc««. Stellung nehmen, nachdem die Landesvertrauen«- gi" inwieweit noch weitere Schritte möglich, um die «Jf-sseerlaubnis doch noch zu erwirken. Snß""wmoei. land w ergänzt der Sekretär de» Bundes. Schlicke-Deutsch- Bort'rm» A°druckt vorliegenden Geschäftsbericht durch mündlichen fanitA.- dem letzten Kongreß vollzog eine der nordameri- J-Ä« Metallardeiterorganisationen ihren Anschluß an den iation-n ftS"'6 Verbindung ging wieder verloren. Neue Organi- Pole« dem Bunde beigetreten aus der Tschechoslowakei, schlug» i? Luxemburg. Mr haben zu prüfen, inwieweit die Be- .noch letzten Kongresses(191S) den beutigen Verhältnissen mit �ssftechen. Der Krieg behinderte einen enguen verkehr sollen»»'"öilnen Gliedern des Bunde«, nur mit der Hilfe der Perbi,,�»� neutralen Ländern»»« eine teilweise indirekte Metall»??»� Redner bespricht weft« die„Internationale dag oer a Rundschau-, die veitragsfrag« uild hebt hervor, htitderun» ��?5�ritt dieses Kongresses wiederholt wegen Be- Mußte. Delegierten einzelner Länder verschoben werden den� m'L.5ia�tnitla9sritzunR wurde in die Diskussion über eGfietre+7„ de» internationalen Sekretär» des Bunde« "ichts au»» r i®et Delaler Eckelers hat an dem Bericht �uienen nimmt nur die Engländer gegen den Vorwurf neuen nationale Metallarbeiterverband in änderet Weise werden. Schließlich verlangt Dißmann noch die Lerlesung des Briefes der Engländer an den Kongreß und erbittet Aufklärung darüber. was geschehen, um die so notwendige engere Verbindung mit den Russen herbeizuführen. Schlicke erwidert, daß die internationalen Beziehungen des- wegen außerordentlich«fchmcrt worden seien, daß es ihm nicht möglich gewesen sei. nur in den Besitz von Adressen der noch nicht angeschlossenen Organisationen zu gelangen. Schlapnikoff habe bei seinem Ausenthalt in Deutschland keine Veranlassung ge- nommen, mit rhm als internationalen Sekretär Fühlung zu nehmen: nur durch ein Telegramm von Berlin habe er seiner Empörung über die Verlegung des Kongresses Ausdruck gegeben, die durch den Antrag der Engländer veranlaßt worden war. Wenn Dißmann meine, daß die Internationale versagt habe, so liege dies an der Schwerbeweglichkeit ihrer Glied«, dies könne durch keinen Kongreßbeschluß geändert werden. Wolle man die Basis des Bundes und des internationalen Sekretariat» ver- schieben, so greife man in den Streit der Meinungen ein und das müsse vermieden werden. Er verliest dann den Brief der Eng- länder, die ihre Abwesenheit mit wichtigen Kongreßverhandlungen über die Stellung der englischen Arbeit« zur Lage in Polen und Rußland, eine Verschiebung des Kongresses auf 1921 beantragen und ferner um die Verlegung des internationalen Sekretariats von Deutschland nach einem anderen Lande ersuchen. deutschland auszurichten. Die am 21. 8. 2 Bollonsammlung d« gesamten Arbeiter und Angestellten d« ' Filmindustrie Groß-Berlins zu treffen hat zur Wahl von politt- schen Arb«lt«raten, die da» Macht- und Kampforgan de« Prole- tariats im Kampf für die Revolution sind." Achtung. Betriebsräte Berichtigung. Die«ruppenveffammlung der Bekleidungs- und Textilindustrie findet nrcht am Donnerstag, 26. August. sondern>nn Freitag. Z7. August, abend»» Uhr, in d« Schvlanla. Steinstraße 31-Z4 statt. Die Gruppenversammlung für Banken und Handel findet nicht am Freitag, Z7„ sontwtn am Donnerstag, 26. Auaost, abends 6 II«, in der«ckmlaula, Wcinmeister Straße 15 statt. Die Versammlung der Ehemischen Industrie findet nicht in der Schulaula Eteinsiraße 31-64, sondern am Dienstag. 31.«uaoft,» Uhr obead«, in der Schuluula.«ipsstraße ZS a. statt. Wasserwerk«. Kanalisatron gehören nicht zur che- mischen Industrie, sondern zum Berkehr, Untergruppe 7. Sämtliche Untergruppenleitungen werden ersucht, Turkontrollen zu stellen. Zutritt haben nur diejenigen Betriebsräte, welch« im Besitze der Ausweise der Vereinigten Zentrale der Betriebsräte find._ Der gesund« verstand der Arbeiter und Angestellten d« Osram- Glühlampe n-Fabrit„S" Charlottenburg. Helmholtzstr. 4— 8, hat abermals bei der am 21. August«folgten neuen Betriebsrats- wähl über den„gelben Unverstand" und„deutschnationales Ge- schrei" den Sieg davongrtagen. Haben antisemitische Obergelbe in schikanöser Weise und durch allerhand Winkelzüge es vermocht, die erste Betriebsratswahl umzustoßen, so ist d« klassenbewußte Belegschaft diesen Hintermännern die Antwort nicht schuldig ge- blieben. Es entfielen bei zusammengehend« Mahl der Ardeiter und Angestellten auf die freigewerkschastliche List« 2532, auf die gelbe Liste 344 Stimmen. Da- bedeutet gegenüber der ersten Wahl für die freigewerkschastliche Liste einen Zugang, für die „Gelben" einen Verlust von 124 Stimmen. Die Betnebssoli- daritSt hat sich hier in schönster Weise bewährt. Das nächste Mal muß der„gelbe Unrat" vollständig ausgefegt werden. Für die selbständige Betriebsräteorganifation Am Sonnabend, den 21. August, fand im Alten Askani«, An- haltstraße 11, eine Vollversammlung der Betriebsräte, Obleute und Funktionäre der Ortsgruppe Groß-Berlin d«„Deutschen F i! in g e w c r f Jchaf t" statt. Zu dieser Bersammlung waren Referen- ten beider Richlungen der Betriebsräteorganisatlqn geladen. Von d« Betriebsrätezentrale Mümstr. war d« Genosse Stolt, von der Richtung des Allgemeinen Deutschen Eewerkschckftsbunves war trotz Zusage niemand«schienen. Genosse Stolt brachte in feinem Rezerat die Bedeutung sowie die Pflichten der Betriebsräte treff- lich zum Ausdruck und gab klar zu erkennen, daß nur die Zentrale die Zusammenfassung all« Betriebsräte ohne Unterschied derPartei- richtung zum Wohl der allgemeinen Arbeitnehmerschaft führen könnte. In der Diskussion, die nach dem Referat des Genossen Stolt einsetzte, wurde einzig und allein immer darauf Bezug ge- nommen, die Betriebs- und Arbeit«rät« zu zentralisieren und gelangte zum Schluß folgende Resolution des Kollegen Dr. Ezem- pin zur Abstimmung, welche einstimmig angenommen wurde.: .Die heutige V«sammlung der Betriebsräte, Obleute und Funktionäre der �Deutschen Filmgewerkschaft". Ortsgruppe Groß-Ber- lin, ist der Auffassung, daß die Richtlinien der provisorischen Be° triebsrätezentrale die einzig maßgebenden für sie find und beauf- tragt ihre Vertreter in der Berlin« Gewerkschaftskommisfion diese Auffassung nachdrücklichst zu vertreten." Nach Erledigung dieses Punktes gelangte ein Antrag des Kollegen Bieder und Genossen zur Annahme folgenden Inhalt«: „Unter dem Deckmantel der Neutralität rüstet die deutsche reaktiv- Gewerkschaftliches UttUf tiäi Die gesprengte Frurktionarversammluug In Nr. 339 der„Freiheit" veröffentlichten wir einen Bericht über«ine Funktionäroersammlung de« Zentralverbandes der Angestellten. Bon ein« größeren Anzahl in der Versammlung an- wescnd gewesenen und nickt anwesend gewesener Geschäftsführer und Sekretäre des Verbandes gebt uns daraufhin ein Schreiben zu, das. von einer„durchaus tendenziösen Darstellung des Vor- lall»" spricht. Es wird aber in dem Schreiben gar nicht einmal der Versuch gemacht, eine and«« Darstellung zu geben. Als Ent- schuldiaung für di» Versammlungsleitung wird angeführt, daß „«ine kleine Gruppe durch immer wiederkehrende Geschäftsord- nungsdebatten bestrebt war, ein« persönliche(?) Angelegenheit zu behandeln, die bereits die zuständigen Verbands- instanzc n durchlaufen hat. und daß durch dieses Verhalten praktisch vi« Tätigkeit d« Organisation gestört und der Eestbckfts- leitung wie den Sekretären die Wahrn-hnmng der wirtschaftlichen Interessen der Gesamtmitgliedschast erheblich erschwert wird". Wir finden in dresem Rechtsertigungsschreiben bedauerlicherweise den sogenannten Ponzengeist, den wir bei einigen der Unterzeichner ,iv—------- vertretenden Funktionäre. Bcrtrauensleute und Delegierte, haben da nichts mehr zu sagen. O nein, die Zeiten, wo sich die Mit- glieder von den„Instanzen" am Gängelband führen ließen, sind wohl vorbei. Ein ganz klein bißchen wollen sie doch noch mit- bestimmen. Das mögen sich die„Instanzen" im Z. d. A. auch ge» sagt sein lassen. Wir wissen uns ftei davon, in dem Streit, der die Ursache zn den unliebsamen Vorkommnissen ist, einseitig Partei zu ergreifen. Das berechtigt uns aber gerade, die Fehler, die von der einen od« anderen Seite gemacht werden, zu geißeln. Da es sehr bedauerlich ist, daß derartig unliebsame Kämpfe innerhalb einer Organisation ausgefochten werden, halten wir es fil: angebracht, besonders chan noch einmal zu betonen, daß diese Gegensätze durch eine olch« ungeschickte Geschäftsführung wie ste von den eweiligen Versammlungsleitern, u. a. auch von dem Genossen Die schwere Stunde 4») Roma» MB Bietor Pa»i« m die«m Augenblicke möchte ich mn Achtbaren Schmerz zufügen, so. dah�ch, mich in Qualen wrichend. alles �rgesse. aber doch so daß das Leben in mir noch totitei S™mt' daß ich nicht zu schnell sterbe, denn die Lctde'l. als «ne rauhe Strafe, müssen von langer Dauer und qllÄvoll au««' n �nd dann lehne ich mich an die Wand und sch 0 SfÄ Kraft gege? die Mauer. Unstnn. denke ich. das dic �cht einmal so weh? Wird es aber um e.n «r- des kleinen Wowa erleichtern? ausgangslose SackK'?üb�mewe Övser winden fi-b m Qualen, erhoben i°n unWürlich7m Fluche die Hände gegen «iM»Vwl?r.rde einfach aus dem Leben yehen... was g br es denn Le,chter«g? Feige Niederträchttgteit..« Es ist späte Nacht. Die Kammer de- Hausknechtes wird seiner kleinen Petroleumlampe erleuchtet. Das g�bliche ftackernde Llcht unrft auf Wowas Gestch. ernen totenb�ssen Schern. Er phantafiert. R4" v««*«.»»»««>> k-n» midi zu ffleflert gezwungen l6* daneben und sehe mich zu- halten. Dazm-f�V./ rnit aller Gewalt unter der Deae zu weit die Aeuol'?, �ommt er einen Augenblick zu sich, öffnet lcheint mich zu erkennt,>! �rschend in mein Gesicht. ..Lieb Vät.»* und lacht freudig... »Mamai m II'ann ��d denn Mama wiederkommen?" um-in- passend� Antwort ��finden.'" � � 5>Qtcrchen�"n®att'c die Wege mit Schnee verweht, 5ldJ � �°ntsinne mich jetzt, daß ich ihm erzählt habe, j daß die Mutter weit weggereist sei und nicht heimkehren könne, weil die Wege von Schnee verweht sind. „Ja. mein Liebling, sie find noch mit Schnee bedeckt, es ist ja noch Winter draußen." „Winter..." seufzt Wowa lang und tief und fährt in ein weniglaunsschem. gekränktem Tone fort,„und weshalb ist es noch Wmter, Narerchen? Ich will so Sonne'. Glaubst du. daß dann auch Mama kommen wiro?" „Ja. mein Liebling, dann wird Mama kommen!" In den Kinderaugen sehe ich ein Mißtrauen gegen meine Worte, und beuge mich unter der Last der Schande und des Betruges für meine Lüge noch tiefer und senke meine Augen. „Wenn Mama zurückkommen wird, wird mich Mütterchen dann auf ihre Knie nehmen? Ja, Väterchen?" Die Tränen würgen mich, ich fürchte loszuheulen, einfach wie ein Hund vor unerträglichem Schmerz in der Brust zu heulen... Er aber fährt fort: „Mama schickte mich immer in das Kinderzimmer, Väter- chen, ich will aber nicht in das Kinderzimmer"... wieder seufzt er tief,„und jetzt kann ich ja gar nicht, ich bin ja krank..." Gott, warum zerspringt einem nicht das Herz? Gott, haben denn die menschlichen Leiden keme Grenzen? Sollte das Leben wirklich so unbarmherzig sein, daß es den Men- fchen unbegrenzt immer tiefer und tiefer in feinen Qualen niederbeugen muß? Und wenn ich nur leiden müßt«, ich. der ich gelebt und gesündigt habe: aber er. wofür leidet er?... „Väterchen, ich liebe dich sehr!" liedkost er mich mit seinen im Fieber glänzenden Augen; im nächsten Augenblick aber beginnt er wieder wehmütig zu phantasieren. Draußen wütet ein eisiger Wintersturm, und es dünkt mich. als seien wir unter der Erde begraben, als fei unser Leben eine endlose Kette unerträglicher Leiden,— als sei die ganze Menschheit lebendig unter der Erde begraben. Die Herzen der Märlyrer schlagen, mit den Händen kratzen sie an den Wänden ihrer Särge, da da« Leben«ine dunkle Grabstätte ist Es ist nicht möglich, sich herauszureißen, und die Men- fchen werden in dieser engen und dumpfen Welt, in Leid ertrinkend und vor Qual vergehend» kraftlos, sinnlos, ziellos zugrunde gehen.». Der Tod steht vor mir... mein Junge stirbt...er phantasiert fortwährend von seinem Märchenreiche, von per Sonne... Draußen aber wütet der Sturmwind. Mein Verstand wird trübe und die letzten Funken meiner erkalten- den Hoffnungen verlöschen... Heute ist der Arzt, mein Freund, gekommen. Lange Zett besah und befühlte er Wowa pon allen Seiten. Er roch die dumpfe, von Rauch durchdrungene Lust in der Stube und sagte in halb bejahendem, halb fragendem Tone: „Ist e» denn ratsam, den Jungen hier zu halten?" ..Wir haben keinen anderen geheizten Raum. Doktor." Er zuckte die Achseln und sagt, zur Tür gehend, indem er meine Hand fest drückte: „Du Alter, mußt den Kopf nicht hängen lassen! Meine lateinische Küche kann hier leider nicht helfen!" Und was ist mir auch der Arzt? Bloß ein Reinwaschen de» Gewissens, ein Selbstbetrug. Als ob ich nicht selbst wüßte, woran mein Kind stirbt? Weiß ich denn nicht, daß er Wärme, daß er Nahrung braucht? Aber wo soll ich dies bloß herschaffen? t A* v Er liegt jetzt die ganze Zeit bewußtlo». er phantasiert end- los und stöhnt zuweilen so erbärmlich, so herzerrelyeno.. J Dieses Stöhnen kann ich nicht anhören. Wie wahnsinnig stürze ich aus dem Hause und irre in den mi. Schnee be- deckten Straßen der Riesenstadt umyer. Zuweilen sind die Straf"--------------""" alle tief � 8 llnd"z�"ilen�nkt°e- mich, als müßten sie plötzlich alle stehen bleiben, ihre abgemagerten Halse ausstrecken, weit die Münder aufsperren und heulen, heülen.... das schreckliche, hungrige Goi eul eine- verendenden Tieres anstimmen... Es kommt mir der Gedanke: sollte ich nicht betteln gehen?! Was ist denn dabei? Stolz. Erniedrigung. Aber das sind ja alles bloß dumme, menschliche Degrifte. was schere ich mich darum, wenn mein Wowa stirbt? Wowa ein fühlender, ein leidender Mensch, geht vor meinen Augen zugrunde... „ Ich bestärk« mich in diesem Gedanken. Wenn mir ein welcher begegnen sollte, so wird er doch Mitleid empfinden. wird er sich doch meiner grauen Haare erbarmen? Cr mu5 e» doch verstehen, daß Wowa vor Hunger stirbt,... er wird sieben, wie kann er denn nicht geben?... Fortsetzung folgt.) Fritz Schmidt angewandt worden ist, mir noch verschärst«er- den. Die Herren wollen sich in Zukunst bemühen, etwas weniger arrogant zu sein. An alle oppositionelle« Buchdrucker Nach dem Beschluß der Nürnberger Verbands-Generalversamm- lung. soll der Gau Berlin vier Beisitzer zum Berbandsvorstand wählen. Kollegen, seid Euch der Wichtigkeit bewußt. Es gilt, dem Berbandsvorstand Männer zur Seite zu stellen, die da» Ver- bandsschiff vorwärts zu steuern gewillt sind. Es gilt. Kollegen zu wählen, welche nicht an lleberlieferungen einer Zeit Neben, die in den ökonomischen Verhältnissen früherer Epochen bis zu einem aewissen Grade ihre Berechtigung hatte. Es gilt, die Sewerk. schasten vorwärts zu treiben auf dem Boden des Klassenkampfes, auf dem Wege des revolutionären Sozialismus. Die Kandidaten der Opposition sind: Kollege Freudrnreich. Tschich. Rose. Wille. _„J1 Sonuerstag und Freitag dieser Woche, nachmittags 4 bis il®aum' Etallschreiber Straße 48, Material zur Bei- fitzerwahl abzuholen. Kein Betrieb darf fehlen. Der Aktionsausschuß. A.: Karl W. Schmidt. Achtung, Böttcher Groß-Berlins! Lomt Schiedsspruch vom 24. August 1920 erhalten Böttcher ab W. August ISA! in Gruppe 1 k>,70 M. pro Stunde, in Gruppe 2 K.Zll M., in Gruppe 3 3,30 M., Hilfs- und Maschinenarbeiter in Gruppe 1 80 P,. Zulage pro Stunde, in Gruppe 2 Kg Pf}n Gruppe 3 40 Pf. Wo bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen bestehen, bleiben die- selben sinngemäß weiter bestehen. Den Kollegen in tarif- freien Betrieben zur besonderen Beachtung! Zentral-Berband der Böttcher. Achtung, Gummi- und Asbestarbeiter! Der Streik bei der Firma Neinhold, Asbestwerke i« Nei- nickendorf, dauert unverändert fort. Die Firma gibt sich die größte Mühe, Arbeitswillige zu erlangen. Da sich aus den Kreisen der Streikenden keine Abtrünnigen finden, versucht es' durch Zeitungsannoncen und Arbeitsnachweis Streilbrccher zu werben. Wir erwarten von allen Arbeitern weiterhin strengste Solida- rität und ersuchen die Arbeitsnachweise, Notiz zu nehmen, daß die Firma nach wie vor wegen Nichtanerkennung des Tarisg und Maßregelungsgelüsten gegen den Betriebsrat gesperrt ist. Verband der Fabrikarbeiter. Ortsverwaltung Berlin. Deutscher Werkmerster-Vervand, Fachgruppe S.(Lederindustrie). Durch Beschluß der Lederwarensabrikantenvercinigung vom 20. 8., ist unsere Forderung auf 200X1,14 p. Monat ab 1. 5. 20. aner- kannt worden. Der Vorstand. Auto-Repr.-Aetriebe Groß-Berlin«. Die Vetriebsoertreter treffen sich am Freitag, den 27. August, abends 6 Uhr, bei Schwarz, Äeibclstr. 39. Jeder Betrieb mutz vertreten sein. Jugendlich« Vertrauensleute der Autoschlosser-Branch«. Heute 7 Uhr, gemeinsame Konferenz aller jugendlichen Betriebsoer- trauensleute in der Schulaula, Weinmerster Straße 16/17. Kreistag Niederbarnim Unter dem Vorsitz des Landrats Schlemminger trat am 21. August der Kreistag de, Kreises Riederbarnim zusammen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung, Festsetzung der Zahl der Kreistagsabgcordneten und Verteilung derselben auf die einzel- uen Wahlverbände, sowie Bildung von Wahlbezirken der Land- gemeinden, lag ein Antrag Dr. Neumann auf Aenderung der Wahlbezirke vor, der die Wahlbezirke nach den natürlichen Ber- kehrswegen sDahnlinien) geregelt wünscht. Nach erfolgter Ein- Mmlindung der Orte, die zu Groß-Berlin kommen, bleibt für den Restlreis eine durch die Volkszählung 1Z10 festgelegt« Zahl von 112 821 Einwohnern übrig. Die Vorlage, welche vom Kreis- ausschuß ausgearbeitet ist, enthält 41 Abgeordnete. Davon ent- fallen auf die Städte Oranienburg S, Bernau 3, Liebenwalde 1 und Alt-Landsberg 1 Abgeordneter, welche in den Stadtverord- netenverfammlungen gewählt werden. Außer Erkner, Herzfelde, Hohen-Neuendorf, Kalkberge, Rüdersdorf, Tasdorf, die außer dem letzten Ort, der 2 Abgeordnete zu wählen hat, je 1 Abgeordneten zu wählen haben, wählen die übrigen Landgemeinden in 8 Wahl- bezirken 24 Abgeordnete. Die Wahl findet am 19. September statt. Die Wählbezirkseinteilung des Kreisausschufses wurde an- genommen, dagegen der Antrag Dr. Neumann abgelehnt. Belm zweiten Punkt der Tagesordnung, Abänderung der Be- foldungsordnung für die Beamten und Angestellten des Kreise» Niederbarnim, vom 24. Januar 1920, nahm Genosse Schoos, Oranienburg, zu einer Anfrage Stellung, indem er Auskunft ein- forderte, ob die Besoldung nach dem neuen Reichsbesoldungsgesetz vorgenommen ist., denn die Gehälter der jetzigen Vorlage waren viel höher als die im Reichsbesoldunasgefetz. Er befürchtete auch, daß. wenn die 30 Prozent als Zuschlag noch hinzukämen, die Gehälter der höheren Beamten bis ins Unermeßliche steigen, da- laeaen die der kleinen Beamten nicht annähernd gleich kommen. kürzerer Aussprache und Erklärung des Landrats, wurde die Vorlage nach dem Beschluß des Kreisausschusies angenommen. Als A m t s v o r st e h e r für den Amtsbezirk Buch, wurde der E-meindevorsteher K r o n i g e r, Zepernick, und als dessen Stell- Vertreter der Genosse Paul Kant aus.icperuick gewählt, für den Amtsbezirk Gräfenbrück der Eemeirchevorsteher H c n n r g, Marienwerder, als Stellvertreter für den Amtsbezirk Birken- werder Herr M a r F e r f e n h e i m, für den Amtsbezirk Erkner-Forst ebenfalls als Stellvertreter der Genosse Otto Z w i e t a s ch, Werlsee. Den Schluß der Sitzung bildeten Anfragen, darunter die des Genossen Mankowsky, betr. des Bürgermeisters Dr. A l b e r t in seiner Tätigkeit als B-rbandsoorsttzender de- Lebensmittelverbandes von Liebenwalde und Umgebung. Genosse Mankowsky kritisierte stark die Unregelmäßigkeiien seitens dieses Herrn und bat den Landrat, schnellstens i�orge um Mhilfe zu treffen, was von diesem auch zugesagt wurde. Aus Anfrage des Genossen Schoos, ob der durch Disziplinarverfahren abgesetzte Bürger- meister von Oranienburg ferne Tätigkeit als Borfitzender in Kam- miManen beibehalten soll, erklärt« der Landrat, daß« auf eine Beschwerde hin sich von seiner vorgesetzten Behörde gern eines Besseren belehren lassen wolle, er hatte aber in dem Augenblick nicht anders entscheiden können, da er in anderen Fällen, wie z. B. Friedrichshagen, genau so entschieden habe. Genosse Schoos erwiderte, daß doch die Sache des Bürgermeisters Heinn aus Oranienburg nicht mit der Angelegenheit Friedrichshagen gleich- gestellt werden könne, da der Bürgermeister als Amtsperson zum offenen Mord aufgefordert habe. Bon der nötigen Energie des rechtslozialistifchen Landrats gegenüber dem Kapp-Putfchisten Heinn ist nichts zu merken. Neues Programm für Notstandsarbeite» in Lichtenberg Nach Abschluß der seiner Zeit von den städtischen Körperschaften beschlossenen Notstandsarbeiten unterbreitet die Lichtenverger Tcefbouvsrwaltung der Stadtverordneten-Berfammlung ein neues Arbeitsprogramm, das im Sinne der produktiven Er- werslosenfürsorge ausgeführt werden soll. Folgende Arbeiten werden geplant: 1. llmpflasterung des Fohrdammes Boxhagener Straß« zwischen der sogenannten„großen Tonne" und Wismarplatz. 2. llmpflasterung des Fahrdammes Ritt�rgutstraße. 3. Anlegung des Löper-Platzes. 4. Bürgersteigbefestigung in der Möllcndorfstraße vor den Grundstücken Nr. 3— S. 5. llmpflasterung der Frankfurter Allee zwischen Gudrunstraße und Ostbahn- brücke. 6. Kanalbauten an der Schinutzwasser-Druckrohrleitung Tasdorf, an der Tasdorfer Wildberieselung, an den Schmutz- und Regenwasserkanälen Weißenseer Weg. 7. Anlegung eines Spiel- Platzes an der Hauffstraße. Die Gesamtkosten für diese Notstands- arbeiten werden auf 1 WO 000 M. veranschlagt. Sie sollen, so- weit nicht Deckung durch Beiträge aus der produktiven Erwerbs- losenfllrsorge oder von der Straßenbahn erfolgt, aus einer aufzu- nehmenden� Anleihe bestritten werden.— Ferner soll das der Stadt gehörige Gutshaus des früheren Rittergutes Mahls- darf für die Unterbringung einer städtischen Wohlfahrtseinrich- tung hergestellt werden. Die auf 100 000 M. veranschlagten Kosten sollen aus Anleihemitteln zur Verfügung gestellt werden. Der Plan, im Eutshaufe ein Säuglingsheim zu errichten, ist durch den später erfolgten Erwerb des Hauses Ravenstein bei Frie- d r i ch s h a a e n als Säuglings- und Kinderheim überholt war- den. Der Wohlfahrtsausschuß hat sich noch nicht darüber schlüsstg werden können, ob das Haus als Altersheim oder als Wöchne- rinnen- und Entbindungsheim Verwendung finden soll. Der Tag der Laubeukolonisten Die Wahrheiten, die gestern auf vielen Hunderten Tafeln und Fahnen durch die Straßen Berlins getragen wurden, find so ein- dringlich, daß sie zugleich eine Anklage stnd gegen die Eeistlosig- keit, die unser« VolkswirtfKafts- und Bevölkerungspolitik leitet. „Laubenkolonien find die veste Medizin gegen Tuberkulose!"— „Wer im Garten arbeitet, fitzt nicht in der Kneipe."—„Die Ber- liner Laubenkolonien erzeugen jährlich für 12 Millionen Mark Nahrungsmittel."—„Hunderttausende Berliner Kinder haben keinen Spielplatz!"—„Ausbau der Lauben beseitigt die Wohnungsnot!"— Das waren einige Aufschriften der unzähligen Tafeln. Und wer das Elend der Großstadtwohnungen kennt, weiß, daß in diesen Sprüchen nicht zu viel gesagt ist und daß die Laubenkolonien die einzige Möglichkeit sind, mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln dieses Elend zu lindern. Die gestrige Demonstration, die durch die bunten Fahnen, durch die vielen mitmarschierenden Kinder und die Musikkapellen«inen lebhaften und freudigen Eindruck machte, hatte vor den Rat- Häusern aller größeren Vororte ihre Sammelplätze, vor denen Ansprachen gehalten wurden. Die Redner forderten: Die Schaf- fung eines Laubengürtels um die Großstadt und ihre Vororte und dessen dauernde Erhaltung. Jeder Familie soll der An- spruch auf eine« Laubenplatz gesichert sein.„Zu jeder Wohnung ein Garten!" Alles im Bereich liegende, geeignet« Ge- länd« ist zu beschlagnahmen und in Gemeinde- e.i g« n t u m zu überführen. Die Kleinhausstedlungen solle» grundsätzlich erst außerhalb dieser Laubengartenzone errichtet «erden. Fahrpreisermäßigung für Gartensiedler. Alle Redner betonten, daß die Gesundheit der Bevölkerung das kostbarste Gut ist. Die Gelder, die notwendig sind, die Volks- gesund!, eit zu erhalten, können nicht„erspart' werden, weil sie sonst für Kranken- und Irrenhäuser und für Gesängnisse ausgegeben werden müssen.„Menschen, die in engen luft- und licht- armen Steinkäfigen Hausen müssen, oerkümmern, fallen der Tuberkulose und andern Seuchen anHeim, werden zum Kneipen- leben verurteilt und dem Alkoholismus in die Arme getrieben. In den Großstädten find die LaubengärÜcn der beste und durch- greifendste Schutz dagegen. Sehr imposant war der Aufzug auf dem Reuen Markt in Berlin, wo vom Lutherdenkmal die Ansprache gehalten wurde. Von jedem Sammelplatz begab sich eine größere Deputation zum Berliner Rathaus, um die Forderungen zu überreichen. Z» einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich eine Demon- stralion der Sozialistischen Proletanerjugend, Gruppe Frankfurter Vorstadt. Der Zug bewegte sich vom Schleidenplatz durch die Frankfurter Allee nach dem Friedrichshain. Am Denkmal des „alten Fritz" hielt Genosse Eichhorn eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung der Jugendbewegung, auf ihre Ziele und Auf- gaben in der gegenwärtigen Situation hinwies. Nachdem noch «in Vertreter der Jugendbewegung zu Wort« gekommen war, der ebenfalls sehr eindringliche Worte an die Jugendlichen sowie auch an die erseyienenen Erwachsenen richtete, ging die Jugend mit einem Hoch auf den internationalen Sozialismus auseinander. Die„humane" Eisenbahndirektion. Vor neun Jahren ver- unglllckte der Eisenbahnarbeiter E u r t h, jetzt in Neukölln, Weisestraße 36, wohnhaft, beim Rangieren und verlor beide Beine. Bis jetzt erhielt er eine monatliche Rente von 122, SO Mark, einschließlich Teuerungszulage. Sein Antrag, mit leichter Schreibarbeit bei der Eisenbahnvehürde angestellt zu werden. wurde abgelehnt. Der Mann ,st fast ganz hilflos: er kann sich nur gestützt auf einen Stock und eine Person fortbewegen. Die Frau des Invaliden ist lungenkrank und soll in eine Heilanstalt. Da sie ihren Mann nicht ganz hilflos lassen will, beantragte sie �ei de............... bei der Eisenbahndirektion die Anschaffung eines Selbstfahrers, den sie von der mageren Rente nicht selbst bezahlen können. Mehrere Briefe der Frau sind bisher unbeantwortet geblieben. Wir sind der Meinung, daß die Eisenbahnbehörde doch so viel immer noch übrig haben dürste, daß sie einem Unglücklichen, der in ihrem Dienst seine Glieder gelassen hat, die gewünschte Lnkt« stützung gewähren kann. verringerter Milc�uschuß. Die Stadt Berlin hat bisher hwJJ bedürftigen Schwangeren und Kindern bis zu 2 Jahren ttm Zuschuß von 0,80 M. für den Liter Milch gewährt. Das nur als vorübergehende Maßnahme gedacht. Die hierfür willigten Mittel, die im ganzen Millionen Mark bettage» haben, find nun nabezu aufgebraucht, so daß für den Monat vv tember nur«in Zuschuß von 0,60 M. bei besonders dringen«- Notlage gewährt werden kann.— Diese Maßnahme ist im Int«- esse der Schwangeren und Kinder sehr zu bedauern. Da» nächste städtisch« v-lkskonzert des Philharmonischen vs' chestero findet am heutigen Mittwoch in der Philharmonie, B«*' burger Straße 22/23, statt. Beginn des Konzerts 8 Uhr. B"" trittspreis 1 M. Kasseneröffnung 7 Uhr. Die Zuaendwtih« für Tempelhof, Mariendorf. Lichtenrade««* Marienfeld« findet am Sonntag, den 26. September 1920, von mittags 10 Uhr. in der Aula des Lyzeums in Temvelhof. maniastraße 4/5, statt. Programm: Musik(Orgel und ViouN� Weiheansprache, Weihe, Ueberreichung der Geschenkbücher, gang, Dorfssraße o2, Witthauer, Manteuffelstrage 45, Erofews. Friedr. Franzstraße 14, in Mariendorf bei Schwarz, Rathaus« ftroße 97, in Lichtenrade bei Rektor Kuchenbecker, Roonstr. un> ,n M<'" � �—-•- ...„larienfelde bei Mansk«, Vuckower Straße 46, ab DonnersiaJ erhältlich.— Anmeldungen zur Jugendweihe wer«» noch bis spätestens Mittwoch, 1. September, nachmittags 4 W in der Unterrichtsstunde, Schule in Temvelhof, Friedrich-W»' Helm-, Ecke Werder Str. vom Lehrer Witthauer, cntgegengenow- men. Der Unterricht findet jeden Mittwoch von 4 bis 5 Uhr stau- Die Kinder dürfen einer Kirchengemeinschäft nicht mehr a» gehören. Schö neberg- Friedenau. Anmeldungen zur Jugendweihe müist* bis fvätestsns Freitag, den 27. August für Schöneoera in der„Freü heit-Spedition. Eothenstraße 40, für Friedenau beim Genoist* Schneidratus, Maßmannstrahe 7. gemacht werden. Die Jugkv« weihe findet am 19. September, vormittags 10 Uhr. im GroF- Schauspielhaus, Berlin, statt. Vorbereitungsunterricht, Sonntag» vormittags von 10—11� Uhr, im Jugendheim Steglitz. D>' Bildungskommission. Friedrichshagen. Unser« Fraktion der Elternbeiräte hatte zuv> Mittwoch, den 18. d. Mts., eine Elternversammlung einbeiusw,■ die sich mit wichtigen Fragen der Kindererziehung zu beschäftigt»| hatte. Im Anschluß an ciii Referat der Genossin Krifche, d» die Eltern, die nichts mehr mit der christlichen Religion gewei» haben, aufforderte, ihre Kinder aus dem Neligionsunterrichi W. auszunehmen, wurde beschlossen, für diese Kinder einen Unteuwj für„sittliche Lebenskunde" einzuführen. Anmeldungen für Knabe» und Mädchen werden am heutigen Mittwoch, nachmittags 4 Uhn in der Aula der Mädchenschule, W-lhelmstraße. entgeaenaenomme»- Der Bäckermeister Wilhelm Iäckel, Stettiner Straße 25,•]! wegen unzuverlässiger Betriebsführung auf die Dauer von dw Monaten vom Mehlbezuge ausgeschlossen worden. Aus den Organisationen v«rli»>St»dt. viifaminlunz alt» DistriltsaSleute d»»alitifchea Nannmlsteet»' Sonnetsta«. 6Vi Uhr. tti Ssfien, An der Stralau» Urii»« 5.' I. Tl-t-ilt. Die St.jumj der Elternbeiräte findet nicht Mittwoch, sonder» Freitng»deiid. V/), bei Wi-viers, Sütoirftr. 58, statt. ,, 2. sijtrin. Lilduosstommilsion. Wichtige Sitzung, Donnerstag, 14» Uhr, Lutter, Magdeburger Str. AI. ». Distrikt. Dannustag. 7 Uhr, Larstandslitznng, kökhftr. 5, b«! Start.. 4. Dtstrllt. Donnerstag. 7 Uhr, dringende Besprechung der Abteilungosühr«, bei Thielert, Liegnitzer Str. 10. ■ 73.....«. Die Sit 4. Dtjtrik«. itzung am Doonerstaa, findet bereit»>4» Uhr statt. 7 Ufjr, Schulaula, Eckertstrah«� WichtV 8. Dtstritt. S. Abteilung_________..._ Abteilungaoerfaminlung. Tagesordnung� Partei, Zlät« und vewerkschaften.. I. Distrikt. S o m m e r f« st. am Sonnabend, den 28. S., im Schweizeraarrt»-* Am gricdrichshain!!W2. Eintritt 2 JB., Kinder frei. Anfang 4 Uhr. BilUiv stnd t» haben b. Genossen~ ig. Freitag. Taxcsordnuni st'i nsilU�M., Kind« ireü Anfang 4 Uhr.' Kille» j i WM Bern». Zubitzftr. St. Seo'g Hanlel. Zlüt», x Kasse. If. Dtstritt. E-I0«.richasts- und tziätetommisston, Freitag, 7 Uhr, Best»», mmluno. bei Kluoe. Usedoinstr. IS..' ». Distri.r Doltoerlammtung de, oolitischen und«,i«-tion»lom»ilsto», ig, 7 Uhr. bei Wolslcben. Kooenhagener Etr. 48. N'strÄ�-" _.....,- � �________ ite Sifentu an s. Nächste Sitzung. Montag W). August, 7 Uhr, bei '— Bildungskommtsfion. Donnerstag. 7 Uhr einze. Mülle»-, u.rechler Str. ,."---------------••-'�ung. bei S.* Reu IIS». 19. Bezirk. Mittwoch, 7 Uhr, Bezlrksoersammlung bei St)*'' nemsti. Jägerftr. S. Aeuloll». Donnerstag, den!S., abends 7 Uhr, Elternversammlung der lt. 9*' «eindeschule.!» der Aula der Oberrealfchule, Ems» Strohe. Lichtenberg. Sitzung der Kinderschutztommtsstonl Donnerstag, V.i Uhr, b» Schulz. Kronprinzenstr.-17. Oberschöncwetdr. Donnerstag, 8 Uhr, Fraueaabend, i» Lokal Landsturm«a»u< Wilhelminenbofstr. 44». Eipeoick. Mittwoch. d«n�25.. �abends i'.b.Ubr.�im Stadtt�eat». auKerordrntticht Mitgliederoersammlung. Daa Erscheinen aller Mitglieder ist der Wichtigleit d«» . Sominerfest, rar MithtÜ» ...„..- di■■ t,------ Bildungakommisston. trefl» stch zu einer Besorechun», am Donnerstag, abend« 8 Uhr, im Jugendheim. ««inilkendors-Sst. Mittwoch. 7 ist Uhr, in der Aula dar Z. Gem-ind-schul», Panlower Allee, Frauenleseabend. »er,»». Sr-u-nl----b-nd. Mittwoch, 8 Uhr. i»»ew-rkschnstsha«, v-rtr« der Genossin Minna Reicherl. Vereinskalender Deutsch» ,»ans»oU-rb«!ter.»erb-n». Rollkutlch-t. Speditionsarbeiter et» Freitag.«U Uhr, be, Boeker. W-derstr. 17, B-rfammluna. verband»er Fehrilatbelter. Donnerstag, 7 Uhr, Berlar varband der Fabrilarbrlter. Donnerstag, 7 Uhr Bcriammlun» aller in de« Sau-rkohls-biiken»nd Gurlrneinl.ger-irn /eschSstigten Kollegen und Kolleginne» im Sewerkschastshau-, Engelufer 1». Saal». Deutsch«. Ho>,-ttb»it-r.?«rba,d. Muhkinstrum-ni-narbeit». Donnersia«, B«? l-mmlung der Vertrauen-Ieuto � sämtlicher Betriebe. Für den Osten uN» �. M-rkmann Gr-»- Franisuit» Str. 18.«Lr den E«doste» ""d R-dkälln im Reich-nberg» Hos. Reichanberger Str. 147. �«nchbind-ruerban». Mxu.xaplelbtanche' lehrönwKt�l."'Freitag, 7 Uhr, bei »estener, Seidelftrah« ltzs, Berirauensirute- und Betricisräter.eriammlung o-n-n-r,«eio-.ninn«->eilrauen«isute- unb Betrtebsräleneriammlung. Zentroloerben!»»« ziaimere». Donnerstag, z Uhr, Geworlschasishaus, sanl t- i v.-!°mmlung sämtlicher Bertrauensmänner. lagesardnung: Erfassnns d«- A Erfastnng Sottaliltilch«»roletarieriugend ktzrob-Berlin. Sonnabend, wichtig« Zentral- uorstandssttzung, in der Koniasberaer Sil. 7. Daselbst Abrechnung der Sammrl« listen und der Karlen com Waldlest und Ausgab« des Material«»u«" entratz' listen und der Karlen com Waldlest und Ausgabe de, Materials zum Zugendtag- *8 �iuu f/l e t«•* C Zeitunzen Rr, U haben, können sie der Zentral« bis zd» Lst». Donnerstag, im Zügen»- Freita«, den 27. 8. 20, abend- ein« Versammlung alter iStf ..««antwortlich für die Redaktion: J« 0 L i e b s chi! tz. Berlin. BerantwortlU» .ü! b-n Inseralenteil: Ludwig Komeriner, Karlshorst.— Derlago- genolfenschaft.Freiheit"«. 6. m. b. ft., Berlin.— Druck der ,Fr«lhett">> Korrespondenzen. Dokumente der Internationalen Kommunistischen Bewegung. Don der Tätigkeit de»>>> Norden tÄSI.. Kupfer 13.50 Messing......«.50 Blei......... 8.50 3inn,. 80." 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