Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Freitag, den 27. August 1920 Nummer 352. Morgen-Ansgabe ***»gtriWf«fchewt merz«!, imi noiJimittöe«, eomrtoe« aob ÜBrnttaj! ms «"nol. Se Sejugsptei» bftiägl bei freiet Aufteilung in, Haus«1 Groft-B-elin 10,— ut. we Boraus zahlbat, BON det Spedition selbst-bgehost 8,50 98. Für Post« »qae nehmen sämtliche Poftanstasten Bestellungen entgegen. Unlet Stteisban» vqogen sät Deutschle ab nnb Ocfterteich 16,50 98., fflt da» übrige«uslanb 21,60 98, Wlighch Bastua-Auffchlag, per Brief für Dentschland und Oefteireich 50,— 98, «rtrttU», CneiHft«« trab Verl-»- Bertis CS.«reite Straste S.a. ®ie achtgespaltene Sfonoare-Seseile abs deren Raum tastet 5,— M. einschklehllch Reuerungszuschlag. Kleine An--ige»: Das seUgebruchte Wart 2,- M., jebes tuetter» »or« 1,50 98., einschließlich Tenerungazuschlag. Saujenbc Anzeigen l-ll- T-rrs. K�OenjAnjeiBtn nnb Stell en-Gesuche 3,20 98. netto pr» Reite. Si»llen.«esnch» w Wort�l«, eigen: das fettgebraektc Wart 1,50 98., jebe» weitere Wart 1,— 98. 5«nilpre(6o: Snrtrma 203Ö, 2645, 4516 460». lOJä, 4646, 4KV. berliner■Organ bar VnabMtmlgea StyMöenmPmtie OmtlWfanöa Der Druck auf Danzig Die bedrohte Neutralität (Eigener Drahtbericht der.Freiheit") Danzig, 26. August. In der heutigen Sitzung des Staatsrates, welcher die äugen- blickliche Regierung des zukünftigen Staates Danzig darstellt, er- schien der Verwalter des Völkerbundes für Danzig, Oberkommijfar Tower, um in schroffer Form gegen die Bevölkerung Danzigs Stellung zu nehmen. Die Ereignisse der letzten Wochen in Danzig, so führte der Ober- Kommissar aus, verstoßen gegen die Bestimmungen des Friedens- Vertrages. Die Stadt Danzig sei noch kein Freistaat und habe deshalb kein Recht, über Neutralität zu sprechen, wie das von der verfassunggebenden Versammlung in dem Beschluß der Neutra- litätserklärung geschehen sei Ob Danzig Freistaat werden würde, sei noch sehr fraglich. Der FriedensvertraM gebe den Polen besondere Rechte betreffs des freien Gebrauchs des Hafens usw. Die Weigerung der Hafenarbeiter sowie die Verhinderung der Beförderung von Munition, Passagieren und polnischen Rückwan- derern nach Polen, widerspreche ebenfalls den Bestimmungen des Friedensvertrages. Die Massendemonstration am 2S. Juli zeige auch, daß Danzig nicht imstande sei, Ruhe und Ordnung zu halten. Wenn die Bevölkerung nicht einlenke, müßten mehransländischeSchiffeundTruppennachDan- äig kommen. Die Stadt Danzig müßte dann nicht nur die hohen Kosten für die Besatzung, sondern auch die Requisitionen für Gebäude usw. tragen. Er hoffe, daß die Hafenarbeiter ihren Feh- eter einsehen und die Arbeit wieder aufnehmen werden. Im Namen des Staatsrates antwortete der Vorsitzende desfel- ben, Oberbürgermeister Sahm, welcher in der Neutralitätser- klärung der verfassunggebenden Versammlung keine Ueberschrei- tung der Kompetenz erblicke. Sie bringe lediglich d e n W i l l e n der überwiegenden Mehrheit der Danziger Be- völkerung zum Ausdruck, vom Kriege verschont zu bleiben. In dem Verhalten der Hafenarbeiter erblicke der Staabrat ebenfalls keine Verletzung der Neutralität. Nirgends in der Welt könne man einen Arbeiter zwingen, eine Arbeit zu verrichten, deren Ausführung er ablehne. Gewaltakte seien in Ausführung eines Beschlusses von Arbeiterorganisationen nicht begangen wor- den. Betreffs der Frage der Transportverhinderung. soweit es l'ch um Kriegsmaterial, waffenfähige Männer. Lokomotiven usw. handele, liege eine Erklärung über die von der Bevölkerung Dan- Zi� gewünschte Neutralität nicht vor. Aus allen diesen Gründen könne der Staatsrat der Ansicht des Oberkommisfars Tower, daß die Massnahmen der Danziger Bevölkerung den Bestimmungen des Friedensvertrages widersprechen, nicht zustimmen. Der Krieg im Osten Vor einem polnischen Waffenstillstandsvorschlage? HN. Paris, 26. August. Der..Matin" meldet aus Warschau: Die russische Delegation in Minsk erwartet noch immer neue Informationen und hat in der letzten Zusammenkunft die alten Be- dingungen angeboten, welche aufgestellt wurden, als die Bol- schewiki sich noch der Einnahme Warschaus sicher fühlten. Die polnische Regierung werde nun, wie jibeiter berichtet wird, die Initiative ergreifen und bei den Verhandlungen einen Waffen- stillstandsvorschlag machen, der mehr mit der wirklichen Lage über- einstimme. Von anderer Seite wird demgegenüber die Nachricht ver- breitet, daß die Verhandlungen in Minsk bereits abgebrochen seien. Die polnische Delegation habe die russischen Friedens- Bedingungen als unannehmbar abgelehnt und jede weitere Verhandlung aufgegeben. Die Delegation sei nach Warschau zurückgereist. Die russischen Delegierten»och nicht abgereist Londou, 28. August. Reuter erfährt: Kamenew und Krassin haben bisher nicht um ZuRellung der Päsie ersucht, doch wird ein derartiger Entschluß der russischen Vertreter nichtfür unwahrscheinlich gehalten. Di« Zeitungen heben aus der N 0 t e Ts ch t t s ch e ri n S a u Kamenew einige Pimkte hervor, wie die Worte TschUschcrins. N die Forderung Polens, die russischen Truppen sollten sämiliche «telluugen räumen, dru Abbruch der Fiiedensverhandlungeu be- deuten würde. Polen lehne außerdem d-.e vom Obersten Rate fest- gesetzte Grenze rundweo ab und wolle auch das von der Sowjet- regierung verlangt« Selbstbestimmungsrecht für Litauen, die Ukraine und Ganzie« nicht anerkennen. .Königsberg, 28. August. Lagebericht. Der polnische Vormarsch ist anscheinend tu der Linie Prostken— Ossoviez—Bialyslok zum Stillstand gekommen. Abgedrängte bolschewistische Abteilungen lagen bis 8 Uhr vor- mittags nordweftlich Rolno noch im Kampf mit den Po'en. An d r Zk irnmZsront iü die Luge unverändert, n iuit»v L-mberg ofa> Er'olge der Polen, die weit» s dlich zur s fetzung bei Tnjeftritnte führte.1. Bolschewistische Retter t srrerchis im Rücke» de» Polen westltch Ssmberg den Ort Skryj, wo sie de» Sssevbahtr» »erkehr stürtt. )ie militärische Lage Moskau, 25. August. Russischer Heeresbericht: In den Abschnitten Brest- Litowsk und Wlodawa find örtliche Kämpfe mit wechselndem Erfolge im Gange. Abschnitt Lemberg: südöstlich der Stadt wird unsere MNon erfolgreich fortgesetzt. Der Feind leistet Widerstand und geht zum Gegenangriff über. Im Abschnitt Halitfch haben uusere Truppen de» Fluß Gnilaja Lipa erreicht und kämpfen um den Uebergang. In der Krim und im Abschnitt Thersou auf dem rechte» Ufer des Dnjepr werde» die für»nS erfolgreichen Säutpfe fortgesetzt. Kopenhagen, 26. August In einem Telegramm au? Warschau hetßt cS: I» de» letzten Tagen haben stch in dem suutpfreiche« Rarew-Xal bei Ostrolenka und Lomfcha schwere kämpfe entwickelt, wo die Bolschewisten stch um jeden Preis einen Weg nach Btalqstok bahnen sollten. Es gab zieutltch schwere Verluste auf beide« Seite«. Augenscheinlich versucht der Feind sich in der Gegend von Offowiez zu halte» und gleichzeitig den Pole» de« Weg»ach Litauen zu versperre«. Betriebsräte, Arbeiterund Angestellte! Die von de» Gewerkschaftsoorstiinde« eingesetzte vetriedsräte« zentrale hat«inen Kongreß der freigewerchchastlich organisierten Betrievsratsmttglieder einberufe«. Der Kongreß soll am S. und 6. Oktober i« Berlin stattfinden. Die Wahl erfolgt nicht i« de» Volloerfammlnnge» oder in de» verfammlunge« der Znd»ftriegroppen. Diese scheinbar über- nommene Sruppeneinteilung der Betriebsräte ist von de« Ge- «erkschastsinftanze« schon bei der ersten praktische» An«end»ng wieder falle» gelassen worden. Man wird vielmehr in de« einzelnen Gewerkschaften, ahn« eine engere Fühlung unter den vetriebsrSten eintreten»n lassen, die Wahl durchfuhren. GegenSber diesen Machenschaften der Instanzen-nfen wir die Arbeiter und Angestellten, die Rttglicker der freien«ewerk- schasten ,n erhöhter Wachsamkeit aus. Sie müsse» von ihre» Be- triebsräte» Auskunft fordern über die Wahlvordereitnngen. müsse« ftth unbedingten Einfluß auf die Aufstellung der Kandi- baten fichern, sie müssen die Kandidaten ans klar» Forderunge« und Parolen verpslichten und mit Rachdruck aus den Ausgang der Wahl tinwirken. Di« Mitglieder der Unabhängigen Sozialdemokratie dürfen nicht versäumen, bei dieser Wahlbewegnng in den Gewerkschaften für unsere Parteianschanungen eifrig werdend und aufklärend tätig zu sein. Sie müssen in jeder Situation»nser« llaren Grnnd- sätze de» proletarischen Befteinngskampfes den verwaschenen Ideen der Rechtssozialisten und Arbettagemeinhchaftler entgegen« setze». Sowohl für die Wahldewegung, als auch für die Berhand- langen des Kongresses haben unsere Genossen ganz konkrete ve- dingnngen aufzurichten,»« die ei« energischer Knmpf zn führe« ist. Di« als Anhänger der ll. S. P. D. zum Kongreß der Betriebs» rate gewählten Delegierten stehen gemäß dem Aktionsprogramm der Partei ans dem Boden de» revolutionären ftlassenkampses. Sie müsse« stch verpflichten einzutreten: l. für die revolutionären Betriebsräte als ein Organ des pro- letarifchen Klassenkampfes mit dem Ziel der Umwandlung der kapitalistischen in die sozialistisch« Produktionsweise; 2. gegen jede«rdeitsgemeinschaft der Gewerkschaften mit Un- ternehmerverbSnde«; it. für die uneingefchränfte Kontrolle der Produktion durch die Betriebsräte: 4. für die Selbständigleft der Betriebsräte-Organifationen unter Verständigung mit den Gewerkschaften über ein ein- heitliches Zusammenwirken; S. für die Umgestaltung der Gewerkschaft«« zu revolutionären Znduftrieoerbänden. Diese sowohl in der RStetzewegung, als auch in der gewerk- fchastlichen Opposition bisher vertretenen Parolen werden in de« kommenden Woche« wieder von nachhaltig anfrüttelnder Wirkung sein, wen« unser« Genossen eifrige Diskussionen über die Wahl zum Betriebsrätekongreß herbeiführen und in diesen Auseinander- fetzunge» dann getragen vom Geiste des revolntionären Sozialismus. geschlossen auftreten und handeln. Auf an» Werk! Erobert euch den entscheidenden Einfluß auch in den Kreise« der gewerkschaftlichen Betriebsräte. Wählt nur Delegierte, die sich auf de» Sode» unserer Forderungen stelle». Zentralkomitee und Beirat der UnabhSngrzen ..... Koztgldevokkati». Die USPD. und die Kom- munistische Internationale Von Artur Erispien (. Durch meine Reise nach Moskau bin ich in der lieber- zeugung nur bestärkt worden, daß Deutschland und Sowjetruhland unbedingt zu freundschaft-- lichen Beziehungen und zu innigen wirt- schaftlichen Verbindungen kommen müssse n. Das erfordert das Lebensinteresse Deutschlands sowohl als Eowjetrußlands. Ich behalte mir vor, auf diese Frage noch ganz besonders einzugehen. Auch darüber besteht für mich nach wie vor kein Zweifels, daß es eine dervornehmsten und dringend- sten Pflichten der deutschen Arbeiterklasse ist. Sowjetrußland in seinem bewunde? rungswürdigen und heldenmütigen Kampf fegen die internationale Konterrevolu- ion mit allen zu Gebote stehenden Mitteln Beistandzuleisten. Auf diesem Gebiet könnte unendlich mehr geschehen, wenn sich die deutsche Arbeiterklasse nicht durch eine verhängnisvolle Zersplitterung um einen nur zu großen Teil ihrer Macht brächte. Hier müssen wir zunächst mit aller unserer Kraft und Energie einsetzen, um das deutsche klassenbewußte Proletariat zu einer festen geschlosse- nen Front gegen den deutschen Kapitalismus und für inter- nationale Massenaktionen zur Fortführung der prolctari- schen Weltrevolution zusammenzuballen. Auch auf diese Frage werde ich im Laufe der Parteidiskusston, die jetzt im Gange ist, noch eingehen. Heute liegt es mir daran, zunächst einmal meine Meinung über die Stellung unserer Partei zur Kommunistischen Internationale zu sagen. Wie ist die Lage nach dem 2. Kongreß der Kommunistischen Internationale und nach unseren Verhandlungen mit den Kommunisten in Moskau? Die Lage ist nicht so. daß jetzt unsere Partei nur den Anschluß an oie Kommunistische Internationale zu beschließen braucht, um sofort Aufnahme zu finden. Ganz im Gegenteil. Der 2. Kongreß der Kom- munistischen Internationale hat nicht den geringsten Zweifel- darüber gelassen, daß jetzt ein Antrag unserer Par- tei auf Anschluß glatt abgelehnt werden- würde. Das Exekutivkomitee der Kommunistischen Inter» nationale bekam lediglich den Auftrag vom Kongreß, weitere Verhandlungen mit uns zu führen, um zu prüfen, ob unsere Partei schon reif und würdig genug für den Anschluß sei. Und das Exekutivkomitee erklärte in der letzten und entscheidenden Sitzung mit uns durchaus eindeutig, daß unsere Partei nicht den Anfordeungen genüge, die für ihre Aufnahme in die Kommunistische Internationale als Vorbedingungen in Betracht kämen. Wir müßten erst die von der Kommunistischen Internationale auch an unsere Partei gerichteten Forderungen erfüllen. Dann könnten wir einen Antrag um Aufnahme unserer Par- tei in die Kommunistische Internationale einreichen, worauf erneut geprüft würde, ob wir nunmehr reif und würdig genug seien der Kommunistischen Inter-- nationale anzugehören. Die Forderungen der Kommunisten sind jedoch derart, daß sie nur zu erfüllen sind, wen» unsere Partei selbst mordverübt. Es ist nickt nur interessant, es ist auch lehrreich, fcstzw- stellen, wie diese Forderungen zustande kamen und wie st«. obendrein plötzlich in zwölfter Stunde zu unser aller Heber» raschung bis aufs Aeußerste verschärst wurden. Zunächst hatte es den Anschein, als würden die VerHand- lungen mit uns einen für unfern Anschluß an die Kommu- nistische Internationale günstigen Verlauf nehmen. Die erste Sitzung, die wir mit dem Exekutivkomitee hatten, endete damit, daß wir erneut zur Teilnahme am Kongreß geladen wurden und daß man uns sogar das Recht der beratenden Stimme zusprach. Wir haben dann auch den Kongreßver? Handlungen beigewohnt und hatten>o eine vorzügliche Ge-, legenheit, einen tiefen Einblick in das Wesen der Kommu- nistischen Internationale zu gewinnen. Wir hielten es für geboten, uns nur an der Debatte über die Bedingungen zur Aufnahme in die Kommumstnche Znternattonale zu be-. teiligten, um nicht neuen Konfli.tss.off zu schaffen, durch den, unsere Verhandlungen nur romplizterter geworden wären. Wir beteiligten uns auch an den Beratungen der Kommission über die Bedingungen zur �iusnahme. q�abei fanden wir Entgegenkommen und Beachtung mancher unserer Wünsche. Bei der Aussprache über einen Antrag des Genossen Lenin.- der verlangte, daß Parteien, wie die U. S. P. D. v o r i h r c n Eintritt in dw Kommunistische Internationale dafür sorgen müssen, daß m i n de st e n s z w o i D r i t t e l der Mit? glieder ihres Zentralkomitees und aller wichtigsten Zentral- institutionen aus Genossen bestehen, die sich noch vor den; 2. Kongreß der Kommunistischen Internationale unzweideu-' tig für den Eintritt in die Kommunistische Internationale� öffentlich ausgesprochen haben, wiesen wir einmütig und entschieden als unmöglich für unsere Partei ZnrüS. Das blieb nicht ohne Eindruck auf die. Moalieder der Kommission. Wenn auch in der Kommissian Lemns Antrag mit 5 gegen 9 Stimmen, bei 2 Enthaltungem� AU-SSMM NllM SffLW ?omitees, Genosse Sinowsew, später doch in der Vollsitzung des Kongresses, die sich mit den Bedingungen für die Auf- nähme beschäftigte, mit, datz die russische Delegation fdas war die entscheidende Delegation) den Antrag Lenins .zurückgezogen habe und daß sie nur einen dement- sprechenden Wunsch äußern wolle. Bei der Frage, ob eine Namenstiste derfenigen Genossen aufgestellt werden solle, die vor dem Anschluß aus der Partei geschmissen wer- den müßten, sagtekenosseDäumigzunächst.daß wir in De u t s ch la n d nichts erreichen könnten, w e n nwirmit einer Liste darüber zurückkehren würden, wen wir ausdcr Partei aus- schließen müßten. Das wäre auch kein Dienst für die revolutionäre Geschlossenheit. Und als zum erstenmal der Name des Genossen H i l f e r d i n g für die schwarze Liste genannt wurde, sagte Ctöcker, er würde sich in dlcsemFallsofortzumWortmelden.um,.für H i lf e rd ing eine Lanze einzulege n". Genosse Dittmann und ich teilten vollkommen die Anficht der Ee- Nossen Däumig und Stöcker. ' Leider änderten die Genossen Däumig und Stöcker noch währe nd des Kongresses voll- kommen ihre Meinung und in der letzten Sitzung des Exekutivkomitees, an der wir beteiligt waren, rückten sie offen von Dittmann und mir ab. Und das ge- schah, obgleich inzwischen alles, was wir in der Kommission erreicht hatten, wieder beseitigt worden war. Neben Kauts- tys Namen war Hilferdings Namen auf die schwarze Liste gesetzt worden. Der Antrag Lenins galt nicht mehr als Wunsch der russischen Delegation, er war nunmehr in die Bedingungen für die Aufnahme einge- fügt worden. Darüber hinaus war beschlossen worden, daß nicht nur Kauteky und Hilferdina, son- dern alleParteigenossen aus der Partei geschmissen werden müssen, die die von der Kom- munistischen Internationale aufgestellten Bedingungen und Leitsätze grundsätzlich ablehnen. Dasgiltnamentlich für die Delegierten zum Parteitag. Ich rate allen Genossen dringend, die Bedingungen und die Leitsätze, die von der„Freiheit" laufend veröffentlicht werden, gründ- lich zu studieren. Ich werde mich auch dazu äußern und nach- weisen, daß manches von einem revolutionären Sozialisten teils als unmarxistisch, teils als opportunistisch abgelehnt werden muß. Es wurden im Laufe der Verhandlungen nicht wenig Genossen unserer Partei genannt, für die kein Raum in der Kommunistischen Internationale sei. Wer z. B. den Terror grundsätzlich ablehnt, wer die Preßfreiheit respektieren will, begeht grundsätzliche Verstöße gegen die Leitsätze der Kommunistischen In- ternationale und muß rausgeschmissen wer- den. Die Genossen Ledebour, Ditzmann, Henke, B r e i t f ch e i d, Cohn, die Redaktionen der„F r e i h e i t" und der„Leipziger V o l k s z t g." wurden scharf an- gegriffen, aus unserer Reichstagssraktion müssen V0 Ee- nossen rausgefchmissen werden, kurz, es wurde erklärt, daß unsere Partei mit allen diesen Genossen radikal brechen muß und daß die Kommunistische Internationale nur die- jenigen in ihrer Mitte dulden werde, die sich ihr theoretisch und praktisch restlos unterordnen. Meinungsver- fchiedenheiten feien in revolutionären Zeiten nicht nur nicht notwendig, sie wären geradezu ein Verbrechen. Vergeblich bemühte sich Genosse Dittmann und ich den ktusmunistischen Genossen klar zu machen, daß sie U n m ö g- l i ch e s fordern. Daß jeder Parteitag zur Farce werden müßte, wenn den Delegierten nur die Möglichkeit blieb, ja zu sagen oder aus der Partei zu fliegen. llnscre Bemühungen mußten umso fruchtloser sein, als die Genossen Däumig und Stöcker sich eben- fallsgegen uns wandten. Däumig erklärte aus- drücklich, daß er die Bedingungen der Kommumstischen Internationale akzeptiere und zu ihrer Durchführung bereit sei. Er wäre nach reiflichem Durchdenken zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Reinigung unserer Part ei er- f o l g e n m ü s s e. Cr sei in seiner Auffassung bestärkt wor- den, daß der Anschluß unserer Partei an die Kommunistische Internationale zu erfolgen habe. S t ö ck e r schloß sich Däu- mig rückhaltlos an. Er begrüßte die Beschlüsse und fügte hinzu, daß in der Partei kein Platz für solche Elemente sei, die theoretisch und taktisch eine andere Meinung hätten. Solche Elemente müsse die Partei als Ballast über Bord werfen. . So siegte denn zum Schluß die Auffassung des deutschen Kommunisten Meyer, der gerügt hatte, daß auch die „Linke" der U. S. P. D. die E i n h e i t d e r P a r t e i hoher gestellt habe, als die kommunistische Taktik und der kategorisch die Spaltung unserer Partei forderte. � Wer hat nun auf dem Leipziger Parteitag die Situation erfaßt gehabt? Etwa jene Genossen, die uns damals sagten, daß die Moskauer Kommunisten ihre feindseligen Beschlüsse gegen unsere Partei nur aus Unkenntnis über die U. S. P. D. gefaßt hätten, daß die Situation durch den Märzparteitag ganz anders geworden wäre, daß wir nur zu erklären brauch- tcn. wir wollen uns anschließen, um den Anschluß glatt zu vollziehen und daß sogar schon ein Sitz in der kommunistischen Exekutive für uns frei sei?. Oder jene Genossen, die Ver- Händlungen wünschten, um unsere Partei davor zu be- wahren, daß sie mit ihrem Antrag auf Anschluß als nicht reif und würdig genug für die Kommunistisaie Internatio- nalc kläglich Fiasko machte? Genosse Ledebour hat als einer der Berufensten auf dem Leipziger Parteitag den glänzenden Beweis dafür ge- führt, daß unsere Partei schon vor dem März-Parteitag re- volutionären Charakter hatte. Heute haben wir zum Ueber- sluß den März-Parteitag hinter uns. die Zeit von März bis November 1919. den Leipziger Parteitag, die Zeit nach dem Leipziger Parteitag, die furchtbaren Opfer, die unsere Partei gebracht hat. die vielen unserer Genossen, die im revolutionären Kampf von Konterrevolutionaren ermordet wurden, alles das beweist übergenug den revolutionären Charakter unserer Partei. Trotzdem ist sie für die Kommu- nisten auch heute noch nur so viel wert, daß sie zer- trümmert werden muß. Die Kommunisten haben es offen ausgesprochen, daß sie nicht die U. S. P. D. als Partei in ihrer Internationale haben wollen, daß sie nur unsere Mitglieder in die Kommunistische Partei treiben wollen. Das ist es, was wir unseren Genossen als Antwort aus Moskau mitgebracht haben. Alles andere ist Spiegelfechterei und soll nur dazu dienen, die nackte Wahrheit zu verschleiern. Der Entwurf d«r Ddnzig- Politischen Konventio». Der vom Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten der Dan- .stg.'r verfassunggebenden Versammlung ausgearbeitete Entwurf des laut Art. 104 des Friedensvertrages zwischen Danzig und Polen zu schließenden Abkommens, der laut Beschluß des Äusschiisseo „uildchsi geheim gehalten werden sollte, wurde durch das Danziger Organ der Unabhängigen, das„Freie Volk", zur vorzeitigen Ver- ötsentlichung gebracht._____________________„........... Oberschlesien Beuthen, 26. August.(MTB.) Gestern wurde ein Aufruf der polnischen Berufsver- e i n i g u n g und der polnischen Zentralberufsgenossenschaft an die Bergarbeiter verbreitet, der in Anbetracht der Erfüllung der polnischen Gewerkschaften diese zur sofortigen Arbeitsaufnahme und zur Befolgung der Anordnungen der Interalliierten Kom- Mission auffordert. Diese versprach 1. die Beseitigung der Sicher- heitspolizei bis zum 31. August und ihre Ersetzung durch eine Bürgerwehr, 2. Bestrafung der an den Unruhen Beteiligten, 3. die Ausweisung der seit dem 1. August Zugewanderten, 4. Vergütung des an Leben und Eigentum angerichteten Schadens. Die Arbeit- geber seien bereit, die Streikschichten nicht auf die Ferien anzu- rechnen, die Deputatkohle nicht zu kürzen und die Ausfälle durch Ueberschichten ersetzen zu lassen. Wegen Bezahlung der Streiktage werde weiter verhandelt. Aus deutschen Eewerkschaftskreisen verlautet, daß dort mit steigender Zuversicht der Entwicklung der Dinge entgegen- gesehen werde. Man glaube, in kurzem wieder mit einem geregel- ten Wirtschaftsleben rechnen zu können. Bemerkenswert fei. daß zwischen den deutschen und polnischen Gewerkschaften eine Einigung angehahnt«erde. Die Entwaffnungsaktio» Der Preußische Pressedienst teilt mit: Nachdem den Führern der Gewerkschaften und der politischen Parteien in den Verhandlungen von den Funktionären der Interalliierten Kommission die be- Arbeiter und Angestellte des Transportgewerbes und der Eisenbahn! Kein Mann- keine Kanone gegen Sowjetrvtzland! Uebt schärfste Kontrolle! Haltet fest an der internationalen Solidarität! stimmte Zusicherung gemacht worden ist. daß jetzt die Entwassnung rücksichtslos durchgeführt und Ruhe und Ordnung wiederhergestellt werden sollen, ist beschlossen worden, sei es auch um den Preis der Umformung der Sicherheitspolizei in eine paritätische Bürgerwehr von der Durchführung des Generalstreiks abzusehen, weil das Ver- trauen besteht, daß die nunmehr gegebenen Zusicherungen auch aus- geführt werden. Nichtsdestoweniger darf man sich nicht darüber hinwegtäuschen, daß, wenn auch diesmal sich herausstellen sollte, daß es bei den Versprechungen bleibt und die Interalliierte Kom- Mission nicht gewillt oder nicht in der Lage ist, Ordnung zu schaf- fen, dann der Ausbruch des Generalstreiks als sicher zu erwarten ist.- Um den Steuerabzug TU. Stuttgart.«. August. Die wegen Verweigerung des Steuerabzuges ausgesperrte« Ar- beiter haben in einer heute vormittag abgehaltenen von mehreren Tausend Teilnehmern bejuchten Versammlung beschlossen, mit der Regierung in keine Verhandlungen einzutreten, bis die Polizei- wehrtruppeu aus den geschlossenen Betrieben zurückgezogen find. Die Arbeiter der Eisenbahnen, etwa 7—80« Mann, sind in den Sympathiestreik eingetreten. Die Rohe ist bisher nir- gends gestört worden. Die Arbeiter geben den Behörden ein Vorbild der Entschlossen- heit und Ruhe. Es ist einfach unwürdig und gemein, bei jedem Konflikt mit der Arbeiterschaft die bewaffnete Macht in Anspruch.zu nehmen. Mit der nackten Gewalt wird man die Ar- betterschaft erst recht nicht zu der Ueberzeugung von der Notwendig- keit des Steuerabzuges bringen. Die Arbeiterschaft verlangt die gleiche Energie den besitzenden Klassen gegen- über. Statt dessen wird die Aufstellung der Steuerbezüge für das Reichsnotopfer und die anderen Besitzsteuern ständig hinausge- zogen, so daß an deren Einziehung in absehbarer Zeit über- Haupt nicht zu denken ist. Selbst ein bürgerliches Blatt, wie die„Frankfurter Zeitung" mußte kürzlich gegen die Untätigkeit und Unfähigkeit des Reichs- finanzministeriums vom Leder ziehen. Das Blatt hob ebenfalls hervor, daß man es den Arbeitern nicht verargen könne, wenn sie mit äußerstem Mißmut den Steuerabzug über sich ergehen lassen. während den Besitzenden Zeit und Gelegenheit geboten wird, ihre Vermögensverhältnisse zu verschleiern. Auf diese Weise ist schon ein beträchtlicher Teil steuerlicher Leistun- gen verloren gegangen. Hier einzusetzen, die staatliche Energie beim Großkapital ins Feld führen, das ist um vieles wich- tiger, als mit Maschinengewehren den Arbeitern ihre Steuerpflicht einzubläuen. DieWirtschastslagewOstpreutzen (Von unserem Sonder-Berichterstatter.) Königsberg i. Pr.. 26. August. Obgleich Ostpreußen eine fast rein agrarische Provinz ist, sind die Lebensverhältnisse hier nicht günstig. Die Agrarier legen kei- nen Wert darauf, zu den festgeiegten Preisen zu liefern, und es gibt jetzt noch unausgeoroschenes Getreide aus dem vorigen Jahre. Die schlechte Kohlenversorgung ist daran ge- wiß uicht allein schuld, da unsere Genossen wiederholt in der Lage waren, Agrarier namhaft zu machen, die Brotgetreide verfütterten. Was mit diesen Verbrechern am Volkswohl geschehen ist, entzieht sich der Feststellung: der Oberpräsident hat in derartigen Füllen immer nur mitgeteilt, daß er die Sache der Staatsanwaltschaft übergeben habe. Einen Kohlenmangel gibt es selbstverständlich in Ost- Preußen wie überall, aber da die Industrie im allgemeinen ge- nügend versorgt ist, darf man füglich annehmen, daß der Land- Wirtschaft erst recht die nötigen Druschkohlen zur Verfügung ge- stellt worden. Sie dürfte sogar reichlicher versorgt sein, als die Stadt Königsberg, da hierher die Kohlen auf dem Wasserwege verfrachtet werden, während sie nach der Provinz auf dem Land- wege kommen. Der Beweis dafür ist dadurch erbracht, daß im Gegensatz zu Königsberg die Provinzstädte genügende Vorräte für die Gas- und Wasserversorgung besktzen. Der junge Landarbeiter-Verband ist noch nicht in der Lage, eine wirksame Kontrolle auszuüben, da bei seinem kurzen Bestehen die bis zur Revolution fast ganz unpolitische Landaroei- terichast noch nicht genügend gewerkschaftlich und politisch geschult ist. Aber der Verband ist ständig im Wachsen und zäblt bereits 9 6000 Mitglieder trotz der starken Konkurrenz, die ihm be- sonders in letzter Zeit die klassenkampffeiiidlichen Organisationen machen. Leider steht der Landarbeiter-Verband stark unter dem Einfluß der Rechtssozialisten, die natürlich auch hier für die Arbeitsgemeinschaft schwärmen. Die schwierige wirtschaftliche Lage in Königsberg fichrte zu einem großen Streik, der sich beinahe auf samtliche Betriebe ausdehnte. Es war den Unternehmern gelungen, eine große An- zahl von Tarifvertrügen, darunter die mit den führenden Eewerk- jchaften, auf etncn Termin.zu.briligep, der am 31. März ablief. Nach langen Verhandlungen wurde ein Schiedsspruch angenommen, demzufolge 40—70 Prozent Lohnerhöhungen zu zahlen waren, ob- gleich die Lebenshaltung gegenüber den Herbst und Winter 101» um etwa 130 Prozent gestiegen war. Vierteljährlich sollte eine Ueberprüfung des Tariss stattfinden, um entsprechende Zulagen festzusetzen. Am 1. Juli nach Ablauf des 1. Vierteljahres for- derten die Gewerkschaften auf Grund vorsschtigster Berechnung der Teuerung eine Zulage in Höhe von 1 M. Demnach hätten die Stundenlöhne der Königsberger Arbeiterschaft zwischen 2,00 und 6,10 M. geschwankt. Die Unternehmer leugneten das Vorhanden- sein einer Teuerung und lehnten ab. Der Schlichtungsausschuß 1 für das Stadtinnere erklärte 15 Prozent— 30 bis 60 Pf. Stunden- Zulage für berechtigt, während der Schlichtungsausschuß 2, dem die an der Peripherie der Stadt befindlichen Betriebe unterliegen, 40— 70 Pf. für angemessen hielt. Die Arbeiter nahmen den Schieds- spruch 2 an und traten, da die Unternehmer ablehnten, in den Streik. Es nahmen zuerst 22 000 Arbeiter daran teil,' nach zwei Wochen wurden die Forderungen der Eemeindearbeiter angenommen und 3000 Mann schieden aus,' ihnen folgten nach vier Wochen die Elek- trizitätsarbeiter, nachdem die Stadt sie als Eemeindearbeiter an- erkannt hatte. 17 000 Mann haben weiter gestreikt, bis jetzt nach sieben Wochen die Unternehmer sich einem neuen Schiedsspruch unterworfen haben. Der Streik ist am Sonnabend, den 21. August, für beendigt erklärt worden. Die Unternehmer verlangen aller- dings noch, daß ein besonderer Ausschuß für die Wiedereinstellung der Entlassenen eingesetzt wird, während der Schiedsspruch diese Aufgabe den staatlichen Schlichtungsausschüssen überträgt. Aber es ist anzunehmen, daß diese Differenz die Wiederaufnahme der Arbeit nicht hinausschieben wird, da der Regierungspräsident in seiner Eigenschaft als Demobilmachungskommissar den Spruch für rechtskräftig erklären dürfte. Interessant ist, daß bei diesem Streik Herr Winnig eine ge- wisse Rolle gespielt hat. Der Regierungspräsident hatte ihn zu- nächst als Vermittler vorgeschlagen, aber die Unternehmer lehnten ab! nunmehr haben sie selbst den ehemaligen Oberpräsidenten, Sozialisten und Kapplsten zum Vorsitzenden des Wiedereinstel- lungsausjchusses vorgeschlagen! Die Lagederrussischen Nordarmee (Eigener Drahtbericht der Freiheit.) Marggrabowa, 26. August. Im litauischen Grenzgebiet herrscht Kriegszustand, da die Grenze von zurückflutenden russischen Kolonnen und vorrückenden Polen bedroht ist. Bei Leinin sind russische Sanitätskolonnen«ntwaffnct und von den Litauern interniert worden, ebenso polnssche Znfan- teriepatrouillen. Nach Auskunft beim Stab der russischen Division' in Leinin ist Augustowo von den Polen besetzt. Der Aufstand der polnischen Bauern gegen die rote Armee ist offenbar sorgfältig organisiert. Die Polen sind dicht vor Erodno. Die Kampftruppen der vierten russischen Armee sind völlig abgeschnitten. Die Polen treiben vor sich her nur Fuhr- parkkolonnen. die fast unbewafffnet sind, wenig Znfanteriereserven und einige Geschütze. Diese Tatsache allein erklärt den schnellen nirgends Widerstand findenden polnischen Vormarsch. Der bolschewistische Kommissar hat in Erodno auf dem Paradeplatz der Bevölkerung eine wahrheitsgetreue Darstellung der Niederlage der vierten Armee gegeben. Das Reiterkorps Eeyas sei in Deutschland interniert. Bei Erodno werden Kämpfe mit den Reserven aufgenommen, sonst siegreicher Vormarsch der roten Trup- pen auf allen Fronten. Die Bevölkerung solle das durch Kampf bedrohte Erodno räumen. Vor Grodno sind Stollen ausgehoben worden. DieStadt ist in Verteidigungszustand gesetzt. Die Straßen von der litauischen Grenze nach Erodno sind nicht mehr passierbar, da dort bereits Kampfgebiet ist. Die Litauer räumen das Grenz- gebiet vor den einrückenden Polen. Beim polnischen Rückzug auf Erodno hat sich eine Katastrophe ähnlich dem Beresina- Übergang ereignet. Die von deutschen Pionieren erbaute Eisenbahnbrücke war unterininicrt und flug durch russische Ar- tilleriebeschießung in die Luft, während die Kolonnen darauf zu- rückfluteken. Die Opfer zählen nach Hunderten. Angeblich sind darunter auch französische Offiziere. Von den deutschen Sparta- listen sind vier neue Brücken über die Memel bei Grodno gebaut.? Die jüdische Bevölkerung beginnt auch, aus dem litauischen Grenz- gebiet zu flüchten. Die Polen haben ungeheuerliche Greueltaten bei ihrem Rückzug an der jüdischen Bevölke- rung verübt, Der russische Rückzug (Eigene Drahtmeldnng der.Freiheit".) Proftken, 26. August. Nach dem Rückzug der russischen Arme« rückten bewaffnete polni- sche Zivilisten vor, die vereinzelte Bolschewiki überfielen und aus- raubten. Am 25. August um 2 Uhr morgens besetzte eine Brigade der ersten polnischen legionären Diviston das Grenzgebiet bis Dogussi und stellte Wachen beim Schlagbaum aus, die aber nachts wieder zurückgezogen wurden. Bei Dlugossen kam eine Erenzver- letzung durch zehn polnische Kavalleristen vor. die sich zurückzogen, als die Sipo ste beschoß. Die gefangenen Russen sind zerlumpt und vielfach barfuß, aber in guter Haltung und bewahren noch in der Gefangenschaft jene kameradschaftliche Disziplin, die der Quell ihrer Stärke ist. Im Augenblick weiß Niemand, wo die rote Armee steht. Man spricht von einem neuen Vormarsch. Ueber das Schicksal der auf ostpreußisches Gebiet übergetretenen russischen Truppen verbreitet Wolffs Bureau folgende offenbar offiziöse Meldung: Die Gesamtzahl betrug bis gestern abend, soweit sich über- sehen läßt, rund 50 006 Mann. Es wurde der Uebertritt von wei- teren Abteilungen erwartet. Die Entwaffnung hat sich bis jetzt reibungslos vollzogen. Nur bei Klein-Leschienen ist ein kleiner Zwischenfall vorgekommen. Dort haben anscheinend Polen ver- sucht, übertretende Russen, die bereits deutsches Gebiet erreicht hatten, zu entwaffnen. Der Vorfall wird noch aufgeklärt. Die Unterbringung wird nach Möglichkeit beschleunigt, und zwar stehen hierfür zunächst zur Verfügung die Lager von Arys, Pr.- Holland und Eydtkuhnen. Einzelne im Lande herumziehende Truppe werden allmählich in diese Lager übergeführt. Die Waffen werden teilweise zerstört, da eine sichere Bewachung der großen Menge nicht möglich ist. Der Gesundheitszustand ist bisher leid- lich: allerding» sollen einige Fleckfieberfälle festgestellt sein. Die erforderlichen sanitären Maßnahmen find eingeleitet. Es herrscht viel Elend unter den Russen, besonders deshalb, weil ste nur Sow- jetgeld besitzen, das niemand annehmen will. Es ist veranlaßt worden, daß die Möglichkeit zum Einwechseln dieses Geldes ge- schaffen wird. Die bei der Trupp« befindlichen zahlreichen Pferde werden in Pflege gegeben. Vorkehrungen gegen Einscklevpung von Seuchen find eingeleitet. Da Reichswehr und Polizei zur Be- wachung der großen Zahl von Russen nicht ausreichen, sind in de« beteiligten Kreisen Ostpreußens vom Oberpräfidenten zur Unter» stützung die Ortswehren aufgeboten worden. Die A b b e f ö r d e r u n a der Internierten aus Ostpreußen über See von Pillau nach Swinemünde und weiter nach Lagern tw Innern Deutschlands ist eingeleitet, begegnet aber erheblichen Schwierigkeiten. Der erste Transport wird voraussichtlich heute abend von Pillau abgehen. Vom 30. August ab sollen täglich 1500 Mann befördert werden: eine Steigerung der Zahl ist in Aussicht genommen. Ä � I An der Grenze find Mitglieder der interalliierten Kontroll-! kommilsion Königsberg eingetroffen. Leider ist es infolaedenen in Iohannisburg zu einer Demonstration gegen alliierte Offiziere gekommen. Der Kommandeur de« dort liegenden Reichswehr- ataillons hat sofort in ritterlicher Weise diese Offiziere gegen �D�er�p�ß���Äinister�« JiMM entsendet zur Unterstützung des Oberpräsidenten medrne-K�imSm�nM-LMieW«.. Die Frage nach dem Weg Von Eugen Prager u. "gehend von diesen Tatsachen, untersucht Otto Bauer o ,, die Frage, ob die Methoden des Bolschewismus Taktik der sozialistischen Par- heit über das Volksganze sei dort ebenso.�'� ���tszeit wendigkeit, wie sie es in Frankre.ch m der �� � war. Die wcst- und mitteleuropaischen.�der o�g� � denen der Feudalismus schon'n früheren..- Klagen worden ist. seien in der Lage der fran«o, Revolution von 184 8. Hier könne Prol-tarmr Herrschaft nur dann aufrichten, wenn e� a � «enug sei. wenn es also �chon selbst d,e Masse der bilde fs- chen eine stark Nation ....._____„,„.10 3 f0uö7;r;tr.die russische Eesellschaftsverfassung in Zukunft werd- � m' wieweit sie kapitalistische Züge tragen wird. in?�nr davon abhängen, ob und inwieweit indesien so'j.,is,.�drigen Welt der Kapitalismus überwunden, die �„...'"sche Eüterproduktion und Eüterverwaltung auf- lojinfto-S?1**' Soweit die künftige Wirtschaft Rußlands ".Mich sein werde, werde sie nicht im Rahmen eines d c h,„ 9� Sozialismus verharren, sondern sich zu einem Mischen Sozialismus weiterent- vermn* n' der jeden Zweig des Wirtschaftslebens der Selbst- obtol.• n8 ki�er an ihm beteiligten, von feinem Gedeihen Amw �. Persönlichkeiten übergibt. Im industriellen werd- ungleich höherem Kulturniveau der Massen, Celbn Herrschaft des Proletariats in der demokratischen Eg�?>?ltung aller Zweige der Güterproduktion und °roerteilung ihre Verwirklichung finden. und Mitteleuropa, sagt Bauer weiter, hat sich tuw-�'/alistenklasse aus dem Schöße des heimischen Bürger- eimV�wickelt. Der russische Kapitalismus dagegen ist kein mm!«» Eewächs. Er ist vom west- und mitteleuropäischen Spital nach Rußland verpflanzt worden. Der Mehr- 5r.4' ben die russischen Arbeiter produzieren, wurde nicht in Briin, g �d Moskau, sondern in Paris und London, in stebt>! Berlin verzehrt. In West- und Mitteleuropa übe» v Proletariat eine kleine Mittelbourgeoisie gegen- fiibl/ �. f"!L ,n't dem Großkapital viel stärker solidarisch "' in Rußland. Hier hätte die soziale Revolution, in Formen vollzogen, ganz andere Wirkungen als Mchen • Bauer sagt darüber: Ckpro�-N�iche, gewaltsame. lv�Mriation des Kapitals, die einfache Annullierung aller Mehr- Sa«,!* der Aktien und der Etaatsschuldverschrelbungen, der fttl«. deken und der Pfandbriefe trifft in Rußland in der Haupt- lan?»I!w das große Kapital, und zwar vornehmlich das aus- smsrJIche Großkapital. In West- und Mitteleuropa würde sie breite und« des Kleinbürgertums, der Intelligenz, der Angestellten- Notnk �tenschaft, der Bauernschaft, die ihre Ersparnisse, ihren enbnl!»?*0, hier schon in den von dem modernen Finanzkapital iSfanWhin Formen, in Aktien, Staatsschuldverschreibungen, schjwtiriefen, anlegen, expropriieren und damit unvergleichlich in«M sozialcEr chiitterungen hervorrufen als inRußland. Wenn das Kapital ezprovruert wird, so werden unmUtelöar ZrMg« der russischen Jnhüstriegesellschaften. die in Paris, in stl London sitzen, und es werden dadurch mittelbar die Sed-A'Ä�p' belgischen, englischen Luxusindustrien, die für den Littel o'*'" Kapitalisten arbeiten, getrosten! wenn in Wcst- und e>Netn die Kapitalisten enteignet werden, so verlieren mit Cxjft?J®'hlage die heimischen Luxusindustrien die Grundlage ihrer tteiö?,?* werden mit einem Schlage hunderttausende Kleinge- Verderbende, Arbeiter. Angestellte, Intellektuelle aller Art ihres deren« beraubt, und die lleberführung dieser Massen zu an- es trin'fd otn sehr langwieriger und schmerzhafter Prozeß, eist«"' h«er also eine unvergleichlich schwerere wirtschaftliche Krise nJ?6« Kapitalismus in West- und Mitteleuropa hat nicht städtische Bürge r t um viel stärker an seine M L'ttschaft ..uernschaft. Die B a u e r n p o lt t i k hat hier eine a n t i- Rußland, er hat zugleich auf �'�schaftlirl Stutze gefunden in einer zahlreichen. ' mjutch starken, vom kapitalistischen Geiste erfüllten ...r...., Ii? J.fJ e Entwicklung durchgemacht. Der Hab». HS. Entwicklung noch beschleunigt. Zugleich aber I j Krieg und Revolution die landwirtschaft- sind?» Arbeiter geweckt. Große Massen von ihnen satio» erstenmal den Weg zur gewerkschaftlichen Oraani- wird dv fuhren erfolgreiche Lohnkämpfe durch. Dadurch tarin<."< Gegensatz zwischen der Bauernschaft und dem Prole- liiW uietaus verschärft. Das Erwachen der landwirtfckaft- g.. Arbeiter ist vorläufig das wichtigste Er- v«. � her mitteleuropäischen Revolution 00 n 1918. und Westeuropa kann die proletarische Revo- fem» or c landwirtschaftlichen Großbesitz nur sozialisieren; nirfc* Aufteilung auf Kleinbauern und Landarbeit« kann sie NjÄ..ö'llassen, wenn sie nicht die Landwirtschaft auf ein blnfc W®* technisches Niveau zurückwerfen und damit nicht «5? für den Augenblick die Lebensmittelversorgung der d° �® gefährden, sondern auf die Dauer die Lebenshaltung . ist Bolksmassen herabdrücken will. Eine der wichtigsten und .Äderigsten Aufgaben der proletarischen Revolution m «.est- nnd Mitteleuropa wird sein, dafür zu sorgen, dag oic «�"lution der Erundeigentumsverhültn,sie durch die G-? �®uzalt planmäßig und gemäß dem geselltchaftlichcn efamtinteresse durchgeführt wird. Bauer fuhrt weiter aus. >st''�eberhaupt könnte es der komplizierte Mechanismus des dtt«-"e* Industriestaates nicht ertragen, daß die Umwälzung r«!«.?'2entumsverhältnisse in gleicher Weift der elementaren. Aktiven. Plonlofen Massenaktion überlassen wird, wie dies in en i» eftten halben Jahre nach der Oktoberrevolution hft Bevlite«... Rußland besteht die überwiegende Mehrheit � in feinend5®rr,t0�tdut pueril; ihre Lebensmittelversorgung '® nur.i«' �°lle gefahrdet. Die Bevölkerung der Städte aber. bild-? ,«°"�ltnismäß g kleinen Teil der Gesamtbeoölke- f�üüen A��lann zur Not immer durch Requisitionen in den Aest- ststÄ," � Notwendigsten versorgt werden. ?®völkrruna i mo Ä'?,.ungleich größerer Teil der -N zusammen" und dichtbevölkerten Jndustriegebie- °ren° bedarf eines ungleich komplizier- rÄ. feine Stadt- nn». Austauschmechanismus, fchutzen..—.und Industriegebiete vor dem Hunger zu ittick- Mafchinerie des Staates und der Volkswirtschaft anarchi- Nackd zerstörenden, elementaren Gewalten preisgegeben; erst l>urch sie die ganze bureaukratifche Staatsmaschine und in�unzc kapitalistische Organisation der Volkswirtschaft aufgelöst "lt»," alten Herrschaftsapparat vollständig Reubau vom Grunde aus same, so lang wie- r'jtoSAi-i- jfrf........ rige. die KontinuitSk der staatlichen und wirk- schaftlichen Verwaltung so völlig zerreißende Operation erträgt der roll u st e Körper eines Agrarlandes: der empfindlichere Organismus eines Industriestaates würde an ihr zugrunde gehen. In West- und Mitteleuropa wird die proletarische Revo- lution darauf bedacht sein müssen, daß der gesellschaftliche Stoffwechsel nicht unterbrochen wird. Sie wird daher keine kapitalistische Organisation zerstören dürfen, ehe nicht die sozialistische Organisation bereit steht, die sie ablösen und ihre Funktionen weiterversehen soll." Bauer weist weiter darauf hin, daß die proletarische Revolution in West- und Mitteleuropa auch die i n t e r- nationalen Wirtschaftsbeziehungen nicht wird unterbrechen dürfen. Selbst innerhalb einer sozialisti- schen Organisation der Weltwirtschaft würden uns die ameri- kanischen Arbeiter ihre Arbeitsprodukte nicht ohne Gegen- leistung überlassen, denn das würde ja bedeuten, daß die amerikanischen Arbeiter von uns ausgebeutet würden. Wenn wir also keinen Tausch mit den Produkten unserer gegen- wältigen Arbeit ausführen könnten, so müßten wir Produkte unserer vergangenen Arbeit oder Anweisungen auf einen Teil unserer künftigen Arbeitserträgnisse als Zahlung hin- geben. Solange die über die Lsbensmitel und Rohstoffe ver- fügenden Länder kapitalistisch sind, muß die proletarische Revolution in Mittel- und Westeuropa erst recht diesen Tausch in den dem Kapitalismus eigentümlichen Formen vollziehen. Sie muß jede Unterbrechung des gesellschaftlichen Stoffwechsels zu vermeiden suchen, sie wird zunächst nur die- jenigen Zweige der Produktion und des Handels national!- sieren können, in denen der Uebergang von der kapitalistischen zur sozialistischen Organisation ohne Unterbrechung der Pro- duktion und des Vertriebes erfolgen kann. Bauer sagt zu- sammenfassend darüber: „So muß die Wirtschaftspolitik der proletarischen Revolution in West- und Mitteleuropa eine ganz andere sein als in Rußland. Wo das Proletariat einer wirtschaftlich und politisch unvergleich- lich stärkeren, unvergleichlich stärker an Bestand der kapitalistischen Mehrwerttttcl interessierten Kleinbourgeoisie, Intelligenz und Bauernschaft gegenübersteht; wo breite Schichten des werltätigen Volkes, deren Arbeit für die Gesellschaft unentbehrlich ist, an kapitalistischen Ausbeutungsformen unmittelbar und mittelbar interessiert sind; wo infolge der Verfeinerung und Differenzierung des volkswirtschaftlichen Mechanismus jede Unterbrechung des gesellschaftlichen Stoffwechsels zur Hungerkatastrophe führen kann, die unmittelbar die Konterrevolution herbefführen mußte; wo ohne Auslandskredit und Kapitalimport Volksernährung und Roh- stoffbeschaffung nicht gesichert werden können, dort kann die Wirt- schaftspolitik der russischen Sowjetrepublik nicht nachgeahmt werden. In West- und Mitteleuropa kann man die gesellschaftliche Organisation nicht wie in Rußland zuerst ein halbes Jahr lang der zerstörenden Gewalt instinktiver Massenbewegungcii über- lassen, um dann nachher durch eine von einer kleinen Minderheit beherrschte Staatsgewalt den Volksmassen eine vom Grund neue Ordnung despotisch aufzuzwingen. Wir würden hier in der Phase der Zerstörung verhungern. Wir würden hier in der Phase der despotischen Neuordnung an dem Widerstand breiter Volksmassen, die im Rahmen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung unentbehruche Funktionen ausüben, scheitern. Die Ueberführuna der Volks- Wirtschaft aus den kapitalistischen in die sozialistischen Formen kann hier nicht zuerst alles, was besteht, zerstören, um nachher die Trümmer zu neuem Bau zusammenzufügen, sie darf hier die Kon- tinuität der staatlichen und volkswirtschaftlichen Verwaltung nicht unterbrechen, sie muß sich hier in allmählicher, planmäßiger, systematischer Umgestaltung der kapitalistischen Organtsations- formen vollziehen. Gegen diese Erkenntnis, so die Ungeduld breiter Bauer weiter, wehre sich rbeiterfchichten. Sie Proletariat eine Minderheit sehen, daß das klassenbewußte in der Wählerschaft, seine Vertretung eine Minderheit in den demokratischen Parlamenten ist. Sie verzweifeln daher daran, mit den Mitteln der Demokratie die Macht zu er- ober«. Sie glauben, das Proletariat könne sich durch Ver- gewaltigung der besitzenden Klassen, durch die Aufrichtung einer Minderheitsdiktatur der Staatsgewalt bemächtigen. Aber diese Ansicht verkenne völlig, daß die Umwälzung der Gesellschaftsverfassung mehr voraussetze als bloße Gewalt. Stoßen die geistigen Arbeiter und die l a n d w i r t- schaftlichen Arbeiter zum industriellen Proletariat. dann sei das klassenbewußte Proletariat in jedem Industrie- staat die Mehrheit des Volkes; dann könne es mit den Mitteln der Demokratie die Macht erobern und ausüben. Sei dag noch nicht der Fall, dann seien die objektiven gesell- schaftlichen Voraussetzungen des sozialistischen Aufbaues noch nicht erfüllt. Zum Schlüsse seiner Schrift befaßt sich Bauer mit der Frage, welche Formen die Diktatur des Pro- letariats dort annehmen müssen, wo es bereits die ge- setzgebenden Körperschaften der Demokratie erobert habe. Sie werde hier nicht mehr als ein vorübergehendes Mittel zur Eroberung. Sicherung oder Befestigung der Demokratie sein können. Die Diktatur könne hier nur den Boden sichern und befestigen, auf dem die ökonomische Aufgabe des Sozialismus in jahrzehntelanger demokratischer Arbeit zu bewältigen sein werde. Soweit sich Bauer mit dem Wesen der Demokratie und der Diktatur des Proletariats beschäftigt, kann man seinen Ausführungen nicht in allen Punkten zustimmen. Er über- schätzt die Bedeutung der Demokratie in den kapitalistischen Ländern, er übersieht auch, daß die Bourgeoisie in ihnen selbst dann nicht auf ibr Vorrecht freiwillig verzichten wird, wenn das Proletariat di« Mehrheit in den Parlamenten er- obert hat. Das Aktionsprogramm der Unabhängigen So- zialdemokratie fordert aus dieser Erkenntnis den Ausbau desRätesystems und ihre Schulung fürdieDik- tatur des Proletariats, die erst dem Widerstand der Bourgeoisie gegen die Umwandlung der kapitalistischen Wirtschaftsanarchie in die planmäßige sozialistische Wirtschaft wirksam begegnen kann.„Die Diktatur des Proletariats", sogt unser Aktionsprogramm darüber,„ist ein revolutio- näres Mittel zur Beseitigung aller Klassen und Aufhebung jeder Klassenherrschaft, zur Erringung der sozialisti- scheu Demokratie. Mit der Sicherung der sozialistischen Gesellschaft hört die Diktatur des Proletariats auf und die sozialistische Demokratie kommt zur völligen Ent- faltung". Abgesehen von unserer abweichenden Stellung zu diesen Fragen kann man aber doch feststellen, daß die neue Schrift von Otto Bauer eine der wertvollsten Erschei, nungen der marxistischen Literatur aus der letzten Zeit ist. Das macht, weil sie nicht von Glaubensbe- kenntnissen ausgeht, und danach sich die Anschauungen formt, sondern von dem sicheren Boden der materialistischen Ee- schichtsausfassung aus die wirtschaftlichen und politischen Per- Hältnisse untersucht und von hier aus zu den Ergebnissen zu gelangen sucht. C'' Ausstand wegen des Steuerabzugs. Dienstag morgen trat die ganze Belegschaft der Zeche Diergard wegen des Steuer- abzugs in den Ausstand. Im Laufe de- Nachmittags sollten Verhandlungen zwischen der Verwaltung und dem Be- triebsrat der Zeche stattfinden. Der Sowjetoertreter für Dänemark. Tschitscherin beabsichtigt. A x e l r o d als Sowjetvertreter nach Kopeichagen iü enffenden., KommunistischeParte» und proletarische Revolution Das Weltproletariat steht vor entscheidenden Kämpfen. Die Epoche, m der wir jetzt leben, ist die Epoche der direkten Bürger- kriege. Die entscheidende Stunde naht. Fast in allen Ländern, wo es eine bedeutende Arbeiterbewegung gibt, steht die Arbeiterklasse vor einer Reihe erbitterter Kämpfe mrt der Waffe in der Hand. Mehr als jemals braucht die Arbeiterklasse straffe Oraaniiation. Unermüdlich muß sich letzt die Arbeiterklage für diese Kämpft vor- bereiten, ohne eine e,nziae Stunde der kostbaren Zeit zu versäumen. Hätte die Arbeiterklasse wahrend der Pariser Kommune(1871) eine straffe, wenn auch kleine kommunistische Partei gehabt, so würde der erste heroische Ausstand der französischen Proletarier viel stärker ausgefallen sein und viele Irrtümer und Schwächen hätten vermieden werden tonnen. Die Kampfs, die dem Proletariat jetzt in einer anderen historischen Situation bevorstehen, werden viel schicksalsschwerer sein, als im �ahre 1871. Der zweite Weltkongreß der Kommunistischen Internationale macht daher die revolutionäre Arbeiterschaft der ganzen Welt auf folgendes aufmerksam: 1. Die kommunistische Partei ist ein Teil der Arbeiterklasse, und zwar der vorgeschrUtenste, klassenbewußteste und daher revolutio- närste. Die kommunistische Partei wird auf dem Wege der natürlichen Auslese der besten, klassenbewußten, selbstaufopfern- den, weitsichtigsten Arbeiter geschaffen. Die kommunisttfche Partei hat keine von den Interessen der gesamten Arbeiterklasse ab- weichenden Interessen. Die kommunistische Partei unterscheidet sich von der gesamten Arbeitermasft dadurch, daß sie eine Heber- sicht über den ganzen historischen Weg der Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit hat und bestrebt ist. auf allen Biegungen dieses Weges nicht die Interessen einzelner Gruppen oder einzelner Be- rufe zu verteidigen, sondern die Interessen der Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit. Die kommunistische Partei ist der organisatorisch- Solitische Hebel, mit dessen Hilfe der fortgeschrittenste Teil der Arbeiterklasse die gesamte Masse des Proletariats und des Halb- Proletariats auf den richtigen Weg lenkt. 2. Bis zu der Zeit, wo die Staatsmacht vom Proletariat er« obert worden ist und das Proletariat feine Herrschaft ein für alle- mal gefestigt und vor bürgerlicher Restauration garantiert hat, — bis dahin wird die kommunistische Partei in ihren organisierten Reihen nur die Minderheit der Arbeiter haben. Bis zur Ergreifung der Macht und in der Uebergangszeit vermag die kommunistische Partei unter günstigen Umständen einen ungeteilten g e i st i g e n und politischen Einfluß auf alle proletarischen und halb- proletarischen Schichten der Bevölkerung auszuüben, vermag aber nicht, sie in ihren Reihen organisatorisch zu vereinigen. Erst nachdem die proletarische Diktatur so mächtige Einflußmittel, wie die Presse, die Schule, das Parlament, die Kirche, den Vermal- tungsapparat usw. der Bourgeoisie aus den Händen gewunden haben wird, erst nachdem die endgültige Niederlage der bürgcr- lichen Ordnung für olle klar wird.— erst dann werden alle oder fast all« Arberter beginnen, in die Reihen der kommunistischen Partei einzutreten. 3. Die Begriffe Partei und Klasse müssen strengstens auseinander gehalten werden. Die Mitglieder der„christlichen" und liberalen Gewerkschaften Deutschlands, Englands und anderer Länder find zweifellos Teile der Arbeiterklasse. Die noch hinter Scheidemann, Eompers und Konsorten stehenden mehr oder minder bedeutenden Arbeiterkreise sind zweifellos Teile der Arbeiter- klafft. Unter gewissen historischen Verhältnissen ist es sehr wohl möglich, daß die Arbeiterklasse von sehr zahlreichen reaktionären Schichten durchschossen ist. Die Aufgabe des Kommunismus besteht nicht in der Anpassung an diese zurückgebliebenen Teile der Arbeiterklasse, sondern darin, die gesamte Arbeiterklasse bis zum Niveau seines kommunistischen Vortrupps zu heben. Die Ver» wechslung dieser zwei Begriffe— Partei und Klasse— kann zu den größten Fehlern und zur Konfusion führen. So ist es z. B. klar, daß trotz der Stimmungen und den Vorurteilen eines gewissen Teiles der Arbeiterklasse während des imperialistischen Krieges die Arbeiterpartei um leden Preis diesen Stimmungen und Vorurteilen entgegenzutreten hatte, indem sie die historischen Interessen des Proletariats vertrat, die forderten, daß die prole- tarische Partei Krieg dem Kriege erklären sollte. So beriefen sich z. B. bei Beginn des imperialistischen Krieges im Jahre 1311 die Parteien der Sozialverräter aller Länder, in- dem sie die Bourgeoisie ihres„eigenen" Landes unterstützten, stets konsequent auf den entsprechend lautenden Willen der Ar- beiterklasse. Sie vergaßen dabei, daß selbst, wenn es so wäre. es die Aufgabe der proletarischen Partei bei solcher Lage der Dinge sein mühte, den Stimmungen der Mehrheit der Arbeiter entgegenzutreten und trotz alledem die historilchen Interessen des Proletariats zu vertreten. So verwarfen zu Beginn des 20. Jahr- Hunderts die russischen Menschewiki jener Zeit(die sog. Oekono- misten) den offenen politischen Kampf gegen den Zarismus mit der Begründung, die Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit sei zum Verständnis des politischen Kampfes noch nicht reif Leworden. So berufen sich immer die rechten Unabhängigen Deutschlands in allen ihren Halbheiten darauf/ daß die„Massen das wün- schen".— ohne zu verstehen, daß die Partei dazu da ist, um den Massen voranzugehen uns ihnen den Weg zu zeigen. 4. Di« Kommunistische Internationale hält beharrlich an der Ueberzeuauna fest, daß der Zusammenbruch der alten„sozialdemo- kratischen Parteien der 2. Internationale unter keinen Um- ständen als Zusammenbruch des proletarischen Parteiwesens über-! Haupt dargestellt werden darf. Die Epoche de» direkten Kampfes um die Diktatur des Proletariats bringt ein« neu« Partei des Proletariats zur Welt:— die kommunistische Partei. £5. Di« Kommunistisch« Internationale verwirft aus das ent-i schiedenste, die Ansicht, als könne das Proletariat seine Revolu- tion vollziehen, ohne eine selbständige politische Partei zu haben. Ein jeder Klassenkampf ist ein politischer Kampf. Das Ziel dieses Kampfes, der sich unvermeidlich in einen Bürgerkrieg verwandelt. ist die Eroberung der politischen Macht. Indessen kann die poli- tische Macht nicht ander» ergriffen, organisiert und geleitet wer-! den, wie durch irgeneine politische Partei. Nur in dem Fall, wenn das Proletariat als Führer eine organisierte und erprobte Partei mit streng ausgeprägten Zielen und mit handgreiflich ausge- arbeitetem Programm der nächsten Maßnahmen sowohl aus dem Gebiet der innern, wie auch der auswärtigen Politik Haft wird die Eroberung der politischen Macht nicht als zufällige Episode erscheinen, sondern sie wird als Ausgangspunkt dienen zu ernem dauernden kommunistischen Aufbau der Gesellschaft durch das . Derselbe Klassenkampf erfordert gleichfalls die zeirfrale Zu- fammenfassung und die gemeinsame Leitung der verschiedenartigen Sormen der proletarischen Bewegung(Gewerkschasten, Konsum- «reine. Betriebsräte. Bildungsarbeit. Wahlen und dergl.). Ein derartiges zufammensassende« und lertendeo Zentrum ver- mag nur eine poltti che Parte, zu sein. Der Verzicht, eine solche Zu schaffen und zu stärken, sich» unterzuordnen, be- deutet«inen Verzicht auf die Einhe,tlichke,t in der Führung der einzelnen Kampstrupps des Proletariats. d,e auf den verschiedenen Kampfplätzen vorgehen. Der Klassenkampf de» Proletariats er- fordert eine konzentrierte Agitation, welche die verschiedenen Etappen des Kampfes von einem emheitlichen Standpunkt be- I leuchtet und di« Aufmerksamkeit des Proletariats in jedem be- treffenden Augenblick auf bestimmte, der gesamten Klasse ge- meinsame Aufgaben lenkt. Das kann ohne einen zentralisierten politischen Apparat, d. h. außerhalb einer politischen Partei nicht durchgeführt werdem Die von den rev-lutionaren Syndikaliften und den AnHangern der Industriearbeiter der Welt(I. W. M.) betriebene Propa- ganda gegen dft Rotwendigkelt einer felbständiaen Arbeiterpartei trug und trägt daher sachlrch nur zur Unterstützung der Bour- geoiste nnd der gegenreoolutionären..Sozialdemokraten" bei Kn 'hrer Propaganda gegen eine kommunistische Partei, die sie' aus- schließlich durch Gewerkschaften oder irgendwelche formlose allae- meine" Ärbeiterun onen ersetzen wollen, berühren sich die S?iÄi- kalisten und Industrialisten mit unverhüllten OppörtunWn, (LoMtzupg folgt.). J äsas Lachmann& Scholz MML Wir geben vom 28. August bis 4. September Doppelte Rabatt-Marken Sämtliche Zutaten für Ullstein-Schnittmuster zu haben. Waniga Artikel auagaschlessen Volksbühne 7'/, llflt: Iiegeunerliebe Grosies �Mpiclhaus Karlltraße ?>/, Uhr: L»ifistr»t« (12.«bicilima, V. gfctwb) Neues Speretteuhltus Direktion Jea» Are» __ gefchlofien MllUes Theater 8 Uhr: Floh i« Panzrrha»» KMmerspiele »Uhr: Wridotcusrl. Kleines Schauspielhaus afanenstr. 1(Nclhe Bhf. Jvi ras U Uhr: Bii.hse der Bhf. Aoo). Pamdora Neues Bglkstheater Aövenicker Str. Allabdl. 7»,, Uhr: Hoffnung auf Sege«. -/.« Wuo- Theater-/.s Der neue Schlager Ruorp's fel. Wttw Zonot. 2.30:(BtbtUfc« 3»< e Sonot. 2.30:«rbriidor Zor«. , ThoateroKottbuo To* Tri Montipl'itz 14814 «| � TBKlluli 7% vdr- R' Rose-Theater 7»/, Uhr: »er«ruf»»» Luxembnrg wortrnbühn« «»«» n, Uhr! eati«»■«>«• ►EUtcSängcr ßiatheen- Koniert Vorrk. 11—18. Mlhalla-Theater 71/, Uhr: Die Juternatiliuale. Reue Welt ArN-l« Scholz aasenkride lvS— Täglich Konzert und Borstellung Dienstags, Mittwoch», Donnerstags a. Sonntags «roher Boll.— Di-«asse-kLch- ist tägl. g-Sffn. Anfang wochentags- Uhr, Sonntags 4 Uhr. �--Lii'kusüuseii-'� Sebzatie I rSglicl!?>/, Utie! Qr. SpeiiallUtsn- Vorttellungl _ I Perlas T_ I (Soa"»s ») j 8 S> ,1— rl in «) s» Apollo- Theater Frirdrichftr.-18 {«lladendlich 711 1: Sonntag» Z>/, n. 1 2 Mbeetreffliches Larieti- Program! berliner Wer Zi-stanien-Allee 7—9 12 MM- Sensationen 1Z ia3Ä. 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Dnpont Der Sprung Ins Dunkle debauplel in 6 Akten Sta'la Hart /Arnold Marllng Regle; E, Reicher Dr. Klans B. B, Lustspiel in 3 Akten mit Conrad Orehar ProfSMor Rshbeln radettl B.B. Lustspiel mit Laa Reukart Kakadu und Klablls Lnatsplel onn SchOnfelder nnd Uhl Ossi Oswalda in der HstpiroUs Wochentags ai» 7 Uhr Sonntagsi Beginn 4 Uhr Sumurun LlravffüHrung oml.Öepf. im UFA-PALAST bis __________ 3000 Mk. Aahn•» 7,®» bin 200 Mark» �itnopfzähne 3, 4 ÖBorh «olbbrnch. � usw. kauft Jrs tu IV_ uhauffeeftrahe 110, oom 1 Treppe. Portal 1 _••' m Invalidesstraß« und BSrwaldstr. 63 nahe Blächerpr. Schubert, DER MORD Karl liebknecht und Rosa luxemburg Mit PorirSt, der Erolorbete» and Bilbrrn der Angeklagte, Ii» Sritrn Prris g.— tRark 3u bejiehtn pg. d« lJf.il/ flta.ett...!»« Wflfiii'.''3 D o i t i}j V S I Nrsiis oti-ässe S-S f J. F. Rauch Alte Weinstube» Frlef rloiutr.11, Bronnenstr. 174, »ed. Beld-Bnoe, Br. Frankfurter Sirute 112, neben Jandorf, Invo- lldenstraaie 164.:: Enpros; N 4, Bargatruas 34. 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Die politische Lage in Polen und die Gefahr o* Weltkriege» Aeseeal« in deutscher und palnischrr Sprache ,,k Frei-«uosprache Eintritt". Polnische Sektion der kommunistische« I Partei Deutschlands Erscheint in Massen< S«tu nächst erscheint 98«. S -„Die Kommunistische Internationale" : Sega» des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale. Am» de» 5»K«Zt: L. Drotzki, Die Oktoberrevolutio« u»d das wternatiouale Proletariat i" Oktoberrevowtion u»d die politischen Internationale» I SR. SHfafanow, und die Welttevointion j Ä. Le«' KorrespondeTizen. Dokumente der Internationalen Kommunistischen V Joffe. Die erste proletarische Sievolutto» .... �----- Die eier ol«« St und die Welttevointion j SR. Lenin» Oekonomik und Politik in der Epoche der Diktatur de, Proletariats(usw.) i Korrespondenzen. Dokumente der Internationalen Kommunistischen Bewegung. Bon de? TLttgkett de» Exekutiv-» Komitee». Helden und Wönyrer der proletarischen Sievolution. Berichte und Chronik. Illustrationen: Karl Marl /utrki�lr.�fmtde OUfM � �.._____ (unbekannte» 4) IIb). 180 Seiten.— Preis Mk. S. '»»l"»»"-»tgrgen:«llchholldl. der KPD.. Neukölln. Warleftr.«9.«rbeiterbuchhandl.«erlin, Annenstr. l, . Puchhandl. Serhof 4«-., Perlt*, Auguftstr. 60, Luchhandlung Carl H o g m Aachs., Hamburg,«dmiialltätsftr. 19. Met p � 13.00 «otflwö. 11.50 Messing. 6.00 Blei. 3.25 Alteisen p Vg 0.40-0.60 99 Uphronc«wmrmftr. 71, «)i~0CUlcU9,(E. Markusftr. Kupfer 13— Messing 6.- Quecksilberko. sowie sämtliche Metalle kauft Lychenerstr. 5 an der Hachdahu Danzigerstr. Lötzinn M Iinn Z K Altblei kaust ZiWschRclze CMer. Schulz endarsnr«tr-rspe IN. Tel.Tjftöihrtt'iSZA Siei-pl. 1792 «mSwfrqf»«*»ml?«K- Parudellum-, Armee. Pistolen, Mauser. Pistolen,? mm, sowie Iagdmoffeu kaust zu höchsten Pteisen W. DI Er KB Kommaudontenstr. 36. K. Ain« Lötzinn 8, 35.- 8, 10, 12, IS. 20 ■ i nicht bis___ zahlt, sow. Alumiu. u. sämtl. Altmetall» u.Gotbni.eitbm beuch kauft höchstzahl. XUfttn StcAl an der Frankfurter Allee. 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Da« R( iiimtislisir- Gisdi Enthält Steuertabelle Abzug vom Arbeitslohst Erläuterungen:: Muster ::: und Berechnungen::: Preiv 4 Mark U»Ht>t»l»t»HII9II»»»R9I>9»«»HH»»WM Buchhandlung ppFmheiL" DrLtte Strotze 8-9 Nr. 352 Beilage zur„Freiheit" Freitag, 27. August 1920 Rüstet Zum internationalen Iugendtag! �lIL®onnlaß. den 5. September findet der Internationale dieiem Die sozialistische fugend aller Länder wird in Wfm,,•0C einmütig den gemeinsamen Willen bekunden, cm s'io.iT einer neuen Welt mitzuhelfen. Das Bekenntnis der natnm,r'nin völkerbefreienden Sozialismus gilt es über die iit ti!«?■ Grenzpfähle hinaus zu erneuern. Für uns Jungen tnefir r-eine ttrage des Seins oder Nichtseins. Wir wollen nicht |i»,,.J?ilger unt der kapitalistischen Zwangsknechtschast leben � j?vlionale Solidarität bekunden wir am S. September der ein?«» � fugend der ganzen Welt. Nur ein Gedanke und dj. V62'6 soll uns an diesem Tage beherrschen. Wir fühlen uns aemfiHi einer großen, mächtigen Gemeinschaft. Und nur im sg,!°.Zamen Ringen und Kämpfen wird das Neue, Große, die Wd?i Gesellschaftsordnung erstehen. Wir Burschen und bin»., wollen am internationalen Jugendtag nicht zurückstehen inte?« Ederen Organisationen. Wir wollen beweisen, daß wir mirrtr?naI fühlen und denken, und wenn es not tut, auch ge- Am den neuen Magistrat tio», �» m p s r a g oegeyen wir wurvtger.«>ro(jc �emonpra- - SDcrjtmmluncicji und Dcmonstrationszüge sollen stattfinden. K. �wollen auch den erwachsenen Arbeitern Verständnis für das Ion?' i 1)15 Jungproletariats abringen. Wenn wir an diesem daK.?uch spielen sollten, so wird es nur geschehen, um zu zeigen, « wir auch bei entschlossenem Kampfwillen noch jung bleiben. li-w Ässcrem internationalen Kampftag wollten wir alle klein- hg, � Rücksichten und sich aus den entwicklungsgeschichtlichen Ver- denn.-, unseres Landes ergebenden organlsatorischen Verschie- »»1?"�.Zurückstellen. Das große gemeinsame Ziel schien es uns becrr«.• Zentrale der Sozialistischen Proletarierjugend trat UftiiA'n Verhandlungen mit der Zentrale der Freien Sozia- iiBfi« r(kommunistischen) Jugend, um in Deutschland den Jnter- Bem � Jugendtag gemeinsam zu begehen. Wir forderten als � oingung nur, daß bei allen Demonftrationsoersammlungen i&i» von beiden Organisationen sprechen sollten. Die gesamten Del-Ht Borbereitungen sollten von einer paritätisch zusammen- Kommission durchgeführt werden. Wir glaubten unsere .�sation stark genug zu diesem Vorschlag und stellten alle 'dorischen Rücksichten in den Hintergrund. Die gememsame galt uns mehr. irrten, wenn wir das gleiche von der Freien Sozialistischen annahmen. Dort steht die Organisation höher als die W/ w Di« gemeinsame Durchsühruna de« Internationalen VunttLttRes scheitert in Deutschland an dem hartnäckigen Stand- -�ed!. � Zentrale der Freien Sozialiftischen Jugend, keinen «hu, i. Sozialistischen Proletarierjugend zuzulasse». Darauf Un!» k»as würde eine Verleugnung und Nichtanerkennung Organisation bedeuten. Wir lehnen die Verantwortung yfö ab, daß in Deutschland der Internationale Iugendtag zer- und in seiner denumstratioen Wirkung beeinträchtigt ttl» i Das Exekutivkomitee der Jugendinternationale— dem ohne unsere Schuld, noch nicht angehören— begrüßte unseren luß. Der Freien Sozialistischen Jugend stehen Rücksichten re Organisation höher. Wenn nun unser« Gegner das für Sozialistische Jugend. &ofll alle unsere Genossinnen und Genosse« auf. unver- j.Wch die Vorarbeiten zur Durchführung des Jugendtages zu Wenn sich nicht in jedem Orte eine Demonstrations- m.tt�vktung treffen läßt, empfiehlt sich ihre Abhaltung kreis- iüf> sind sofort Kommissionen zu bilden, die die Durch- x'stung vorbereiten. Die Zentrale hat zur Unterstützung der Agitation die vorliegende Sondernummer der Proletarierjugend rWtelll. Ferner gibt sie ein großes Plakat und Propaganda- I?Marten heraus. Dieses Material muß schon vor dem Iugendtag �trieben werden. Aber auch zum Iugendtag selbst ist der Ver- JJkb recht lebhaft zu ur, ionisieren. Die letzte Woche vor dem zZUgendtag ist eine Agitationswoche und muß zu ganz intensiver 2">eit benutzt werden. Flugblätter und Nummern der Proletarier- sagend find bei der Zentrale noch zu haben. Die internationale Mwernummer ist in erhöhter Auslage hergestellt worden und ®®toeibem* bie Kampffondsmarken gilt es lebhaft zu Jugendgenossinnen und-genossen, geht unverzüglich an >elt. Laßt euch die Mühe nicht verdrießen. Wenn uns ___ v____ xl___<. �Ar'be M Jugendinternätionale abgelehnt hat. so' wollon wir doch � die Tat unsere internationale Eestnimng beweisen. Ä überrevolutionäres Kraftmeiertum geziemt sich für uns. wi? ks an Draufgängertum gewiß nicht fehlen lassen, aber � müssen auch die Grenzen unserer jugendlichen Kraft kennen. Die Stellungnahme der Stadtverordnete« Eine außerordentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Stadtgemeinde Berlin nahm gestern die Berichte der beiden eingesetzten Ausschüsse entgegen.'Der Ausschuß für die Wahlprüfung hat, wie wir bereits mitgeteilt haben, die von den Wahlvorständen für ungültig erklärten MZI Stimmen für gültig erklärt. Cr hat die Essamtzahl der abgegebenen Stimmen auf I ßlgüLL und den Wahlquotienten auf 7333 festgestellt. Die Folge dieses Beschlusses ist, daß aus dem Kreiswailvorschlage 9 der Sozialdemokratischen Partei ein Mandat zu streichen und ein Mandat dem Stadlwahlvorschlag derselben Partei zuzusetzen ist. Bei dem Etadtwahlvorschlage der Unabhängigen Partei kommt ein Mandat in Fortfall, dafür bei dem Stavtwahloorschlage der Deutschen Volkspartei ein solches in Zugang. Ferner hat der Aus- schuß die auf den Stadtwahllisten gewählten Stadtverordneten nach ihrem Wohnsitz den betreffenden Bezirksoersanimlungen mit einigen Ausnahmen zugewiesen. Die Versammlung stimmte den Anträgen zu. Eine umfangreiche Debatte entwickelte sich über den Bericht des Ausschusses der Vorbereitung der Wahl der Magistratsmitglieder. Dieser Ausschuß schlug vor, den Magistrat aus 30 Mitgliedern zusammenzusetzen, die sämtlich be- soldet sein sollen. Die Fachdezernate sollen bestehen neben einem ersten und zweiten Bürgermeister und einem Kämmerer, aus einem Syndikus, vier fachtechnischen Vauräten, einem Medizinalrat, einem Schnlrat. Gegen diese Vorschläge des Ausschusses liefen die bürgerlichen Parteien Sturm. Ihre Redner, die Stadtoerord- neten Merten lDemokrat), Schneider(Deutsche Volks- partei), N e u m a n n(Deutschnational), L a n g e r i ch(Zentrums- parteij und Röther(Wirtschaftliche Vereinigung) betonten zu- nächst, daß es gesetzlich unzulässig sei, den Magistrat nur aus be- soldeten Mitglredern zusammenzusetzen. Das Gesetz spreche von der Verteilung der unbesoldeten Sitze durch die Stadtverordneten- Versammlung. Auch die Entstehungsgeschichte des Gesetzes weise auf die Wahl von unbesoldeten Mitgliedern hin. Aber abgesehen davon, sei das ehrenamtliche Element eine Notwendigkeit in der städtischen Verwaltung. Heute könnten auch Arbeiter dies« Etel- lungen ausüben. Durch die ehrenamtliche Tätigkeit der Bürger- schaft seien die Gemeinden erst zur Blüte gelangt. Demgegenüber betonte der Stadtverordnete Freund(Unabhängiger Sozial- demokrat), daß diese Einwände nicht zuträfen. Die Entstehung des Gesetzes wie das Gesetz selbst, gäben der Stadtverordnetenver- sammlung die Möglichkeit, nur besoldete Mitglieder in den Magi- strat zu wählen, wenn das für notwendig gehalten würde. Bei der Entwickelung der Gemeinden liege diese Notwendigkeit aber ____ aT>::rr��. s*:- aT>�__ r: J. f t-,.. m � r. vor. Müssen die Magi müssen sie dafür auch Be Der Redner der Rechts' fo siratsmitglieder sich voll betätigen, olduna beziehen. özialisten(Stadtv. Mermuth) unter- strich die Ausführungen Freunds mit kräftigen Worten und sagte den bürgerlichen Parteien, daß sie schuld daran seien, wenn in Groß- Berlin eine sozialdemokratische Mehrheit aufden Trümmern aufbauen müsse, die sie geschaffen, und dadurch die Kultur- fragen nicht so berücksichtigen könne, wie das sonst notwendig wäre. Die weiteren Auseinandersetzungen bezogen sich auf Bermeh- rung der Fachdezernate, Eehaltsfestsetzung und Ausschreibung der Stellen. Bei der Abstimmung wurden die AnträgedesAus- schusses, den Magistrat aus 30 besoldeten Mit- gliedern bestehen zu lassen, gegen die Stimmen der Bürgerlichen angenommen. Abgelehnt wurden die Anträge der Deutschnationalen, die Fachdezernate um einen Forst- rat und ein landwirtschaftliches Magistratsmitglicd lu vermehren. Ebenso fielen die Anträge, drei bczw. zwei Schulräte zu bestim- men. Abgelehnt wurde auch ein Antrag auf Ausschreibung. Zur Gehaltsfrage lagen Anträge der Unabhängigen Fraktion vor, das Gehalt des Bürgermeisters von 80 000 M. an- fangen zu.lassen mit einem Teuerungszuschlag von 23 Prozent, serner das Anfangsgehalt der Stadträte außer den Fachstadträten auf 20 000 M. festzuietzcn mit einem Teuerungszuschlag von 25 Prozent. Bei der Abstimmung stimmten die bürgerlichen Mit- glieder für die Antrage unsere Fraktion, worauf diese zur An« nähme gelangten. Diese Abstimmung war aber keine ernsthafte. ste sollte nur den Zweck haben, die bisher getroffene Verständigung mit den Rechtssozialisten zu zerschlagen. Denn die Rechtssozialisten waren für die Antrage nicht zu haben. Nach Annahme dieser Antrage beantragten d,e bürgerlichen Parteien selber die Vor- nähme einer zweiten Lesung, die aber der voraerückten Stunde wegen nicht mehr erfolgen konnte. In einer in Kürze einzube« rufenden zweiten Versammlung muß deshalb die Gehaltsirgge endgültig entschieden werden. Die Stellungnahme der ParteifnuktionSre Am Mittwoch fand in den Prachtsälen Alt-Berlin in der Blu« menstraße, eine Verbandsgeneralvcrsammlung der U. S P D. Eroß-Berlin statt, an der sch jedoch nur die Delegierten betet- ligten, die zum Kommunal-Wahlbezirk Eroß-Berlin gehören. Zum ersten Punkt der Tagesordnung, die Wahlen zum neuen Berliner Magistrat, gab Genosse Dr. Wevl einen Bericht. Er detonte, daß ndch dem Ergebnis der Wahlen zum Stadtparlament, her denen wir von 225 Sitzen 80 erhalten haben, es sich notwendig macht, daß wir die uns zustchcnden Stellen im neuen Berliner Magistrat besetzen. Er schilderte dann in ausführlicher Weise den Verlauf der Verhandlungen, die unsere Fraktionsvertreter mit den Vertretern der S. P. D. geführt haben. Nach den getroffenen Vereinbarungen stehen unserer Partei 12 bis 13 Dezernate im neuen Magistrat zu. Nach ausführlicher Darlegunader Verhält- nisse empfahl Genosse Weyl diese uns zustehenden Magistratssitze zu besetzen, damit unsere Vertreter auch innerhalb des Magistrats für die werktätige Bevölkerung Eroß-Berlins nutzbringende Arbeit leisten können. In der sehr lebhaften Diskussion stellten sich viele Redner auf den Standpunkt, daß unsere Partei gemeinsam mit den Rechts- sozialisten einen rein sozialistischen Magistrat bilden müsse. Wenn die Rechtssozialisten dies ablehnen, dann solle die Oeffentlichkeit darüber unterrichtet werden. Die bürgerlichen Parteien hätten sich nicht gescheut, solange sie die Mehrheit im Stadtparlament hatten, den Magistrat allein zu besetzen. Alle Redner sprachen sich für eine Beteiligung unserer Partei bei der Besetzung der Magistratsposten aus. So wurde ein Antrag S t a h l b e r g, der die Nichtbetei- ligung verlangte, da ein Zusammengehen mit den Bürgerlichen gegen unser Parteiprogramm verstoße, gegen drei Stimmen ab» gelehnt. Gleichfalls wurde ein Antrag gegen wenige Stimmen abgelehnt, daß wir sofort den Posten des Oberbürgermeisters be- setzen. Damit ist unsere Stadtverordnetenfraktion verpflichtet wor- den, für die Kandidatur des Oberbürgermeisters Mermuth einzutreten. Der Vorschlag des Genossen Weyl, daß wir uns an der Bildung des Magistrats nach den mit den Rechts- sozialisten getroffenen Vereinbarungen beteiligen solle«, wurde gegen wenige Stimmen angenommen. Angenommen wurde auch ein Antrag, daß die Stadträte dieselben Bedingungen zu erfüllen haben wie die Stadtverordneten. Die Generalversammlung nahm den Antrag der Stadtver» ordnetenfraktion, daß das Jahresgehalt der Stadträte auf 20 000 M. Plus 25 Prozent Teuerungszulage festzusetzen sei, an. Sollten die bürgerlichen Parteien mit den Rechtssozialisten ein höheres Gehalt beschließen, so find unsere Genossen verpflichtet. das Mehrgehalt an die Parteikasse abzuführen. Das gleiche trifft für die Fachstadträte, sowie die Genossen, die in der Verwaltung tätig sind, zu. Für den zweiten Bürgermeister soll die Fraktion ein Jahresgehalt von 80 000 M. Plus 25 Prozent Teuerungs- zufchlag beantragen.-, Die von der Stadtverordnetenfraktion vorgeschlagenen Stadt«- ratskandidaten wurden einer Abstimmung unterzogen. Bon 470 abgegebenen giltiaeu Stimmen erhielten: Säbel 42S, Schüning 424, Leid 421, Frau Dr. Weyl 41l, EmoutS4l1. RadtkeSS?, Sinke 896, Eichhorn 841, Ranke 298, Brühl 282. Stolt 275, Peters 270, Weise 267, Schwarzlose 266, Frau Berudt 219, Pfeifer 217. Unger 38, Wongrovich 40, LSwcnsteiu 19, Scholz 1. Nur dann sind wir zu erfolgreichen Taten imstande. Der Jnter- nationale Iugendtag sei uns gleichzeitig ein Tag des Erkennens, wieviel wir noch zu leisten und aufzuklären haben. Dann gehen wir unseren Weg stegreich: UnserdieWelttrotzalledem. Zentrale der Sozialistischen Proletarier-Jugend Deutschland». • Anmerkung der Redaktion: Die in dem vorstehenden Aufruf erwähnte NichtVerständigung zwischen Freier Sozialistischer Jugend und Sozialistischer Proletarier-Jugend trisst aus Groß- Berlin nicht zu' hier ist es unter den deiderseitigcn Vorständen zu einer Verständigung gekommen, so daß der Internationale Iugendtag in Groß-Berlin von der Freien Sozialistischen Jugend und der Sozialistischen Proletarier-Jugend gemeinsam begangen wird. Dies wird auf die Beteiligung einen guten Einfluß aus- üben. » Aus dem Inhalt des Sonderheftes„Internationale Proletarier« fugend"(Heft 14 der„Proletarier-Jugend") heben wir hervor: Die kommenve Internationale(Martin Brauer), Vom Kosmo- politismus zur Internationale(Gg. Engelbert Graf), Vom kon» nentalcn** rcvy—< � � � e* [f Schichte der Internationale?(Otto Ienssen). Dieses Heft kann bezogen werden durch die Buchhandlungen, durch die Organisationen der Sozialistischen Proletarier-Jugend Deutschland. Preis 1 Mark. inentaten Denken(Paul Böttcher), Internationale Probleme der >zialistischen Jugendbewegung(Hans Hackmack), Klassenbewußt- in und Arbeiterjugend(Paul Ristau), Was lehrt uns die Ee- dickte der Internationale?(Otto Ienssen). Die schwere Stunde Roman »0» V) Victor Pani« Ha— ha— ha,— lache ich plötzlich laut und hysterisch auf, IT und ich machte mir die Illusion, meine Tochter zu kennen! C �wiß, es dünkte mich, ich.„groher Schriftsteller".„Kenner es Pjxaschenherzens", wie man mich nennt, ich hätte jeden verborgensten Winkel der Seele meines Kindes studiert.— P�Hja—Ha!— und wieder lache ich, und es kommt mir so �ckerlich vor. ich lache über meine Blindheit, über meinen Men, leeren Eigendünkel, ich lache über das Leben und die Renschen, die meine billige Nichtswürdigkeit zu emem Gerne ausrufen konnten.. � »„?5 geht jemand vorbei, und der eingefrorene Schnee Mstert laut unter den schweren Schritten. Als der Voruber- �hende uns bemerkt, bleibt er stehen, lauscht Njusstas trun- «item Geschwätz und sagt halb böse, halb widerwillig: ... haben die sich angesoffen, Teufel!.. und wahr- Aeinlich meinen grauen Bart bemerkend, murmelt er im vorübergehen noch weiter:. »,„7 Greis, und doch läßt er sich noch mit Madels em, dann höre ich, wie feine Scheltworte und seine Schritte t?" Ferne verstummen. . Dieser Lärm erweckt mich aber wie aus einem schweren, ichrecklichen Traume, mein Körper ist ganz erschöpft. Ich ®tqebe mich, fasse Njusfia von hinten unter beide Arme "l. sage dumpfer Stimme: "Njussia, komme mein Mädel!" Es ist so unerwartet, daß sie laut aufschreit, zusammen- »uckt, und trunken beginnt, sich zu wehren. �...Ach, du Luder, wieder schon?... Aber ich will nicht... u'Ä-rträchtia..., ein niederträchtiger Kerl bist du, hörst d,' lieber werde ich auf die Straß« gehen, als mich �Zum Schimpfe Hinzugeben.' ZA. sage: lie'i mc'n Mädel, so komme doch zu mir!" und um Bewußtsein zu bringen, berühre ich ihre Stirn mit £ Hand. Aber dies versetzt sie scheinbar in völlige unW-t," s aller Macht holt sie mit der rechten Hand aus 0 schlagt mich mit der Faust ins Gesicht. Ich fühle einen Sarken Schmerz in der Nasengegend und schließe einen ugenblick, wie erblindet, die Augen. Sie veriuchr sich aus meinen Händen zu befreien, und fich wieder auf den Pfosten niederzusetzen. Ich fühle, wie eine warme Flüssigkeit aus .meiner Nase längs dem Schnurrbart herabfließt und mir in den Mund tropft; ich fühle auch den ekligen Geruch klebrigen Blutes. In der Dunkelheit tastend, suche ich nach der Hausglocke, und als nach einigen Minuten der Gute Mensch erscheint, führen wir beide, fast mit Kraftaufwand. Njussta hinauf in die Zimmer. Olja kleidet sie aus, legt ste ins Bett, und indem ich ihr helfe, merke ich erst jetzt, daß Njufsia schwanger ist. Ueber das Vorgefallene tief betrübt, sagt Olja, die Augen schuldbewußt senkend, als entschuldigte sie fich selbst sowohl, als Njufsia: „Es ist ja schon der siebente Monat, sie hat es mir ja schon längst erzählt, merkst du es denn erst eben? Sie quält sich so, die Aermste, man müßte wahrlich Mitleid mit ihr haben." Den 3. Januar. Es läutet in der Stube des Hausknechtes, und wir wissen selbst nicht, weshalb wir alle, die in dem eingeräucherten, halbdunklen Zimmer versammelt sind, zusammenzucken. Seit dem Augenblick, da Wowa das Bewußtsein verloren hat, sind wir gewöhnt, im Zimmer die größte Stille zu bewahren, un- willkürlich, ohne uns verabredet zu haben, sprechen wir alle im Flüstertone, bewegen uns auf den Zehenspitzen. Wenn jemand aus Versehen'Lärm verursacht, so sehen wir uns alle unwillkürlich nach ihm um. Und weshalb auferlegt die Gegenwart des Todes den Menschen eine so andächtige Stille, — sollte es Furcht sein?— Der Gute Mensch geht hinaus und kehrt lange nicht zurück, so daß ich denke, es habe ihn einer der anderen Einwohner zu irgend einer Arbeit gerufen. Mein Erstaunen ist beson- ders groß, als er plötzlich eilig in die Stube tritt, mich von Wowas Bett, an dem ich ewig sitze, zu sich ruft, mir geheimnisvolle Zeichen macht, und dicht an mein Ohr geneigt flüstert, als sollte es die anwesende Olja nicht hören. Du, guttr Mensch... reden will man mit dir... ah?... hörst du?... dort an der Pforte... Aber du mußt nicht... allzu... so.. Sind denn nicht alle sündig?... ein Weib ist es ja... und eine Mutter.. kann man denn das Herz fortschneiden?... Geh nur, geh.— stößt er mich, der ich gar nichts verstehe, plötzlich auf den Hof,—„höre nur auf dein Gewissen, guter Mensch, alle sind wir Menschen, alle.." ruft er mir noch nach, indem er die Türe hinter mir zuschließt. An der inneren Seite der Pforte sehe ich meine Frau stehen; ungeschickt versteckt sie die Hände in den Muff. Ee- senkten Hauptes blickt sie mich an. Sie ist noch wie früher, dick und locker, aber ich weiß nicht, ob es mir nur so scheint, oder es wirklich der Fall ist,— der sthamlos-zynische Aus- druck ist von ihrem Gesichte verschwunden. Sie sieht einem geprügelten, schuldbewußten fühlenden Hunde ähnlich. Es regt sich ihr gegenüber nicht die geringste Bosheit in meiner Seele, im Gegenteil, ich fühle Mitleid mit ihr.—, Auch ste muß kein freudiges Leben haben, denke ich mir. Ich trete zu ihr und mache eine Anstrengung, damit meine Stimme möglichst natürlich klinge, ich sage, ihr die Hand entgegenstreckend: „Guten Tag, Mascha, weshalb stehst du denn hier? Sie fährt auf. zuckt zusammen. „Ich?... Ich dachte. Sie..." vor innerer Erregung bricht ihre Stimme plötzlich ab, an ihren Wangen beginnen einzelne Tränen herunter zu fließen, und nur m,t blühe stammelt ste weiter,„ich dachte... dachte, du wurdest mich zu Woma nicht zulassen..." Erstaunt öffne ich die Hände: �, „Aber was fällt dir ein, Gott mit dir! und sie in die Stube führend, denke ich mir:„Wie kann dem Menschen auch ein so unsinniger Gedanke kommen, man mußte ja em Tier sein, um einer Mutter zu verbieten, ihren kranken Sohn zu sehen."— Im halbdunklen Zimmer kann sie das Krankenlager nicht sofort sehen, ich fasse sie an der Hand und führe ste an Wowas Bett, der ganz rot. ausgestreckt daliegt, unruhig mit den Händchen herumfuchtelnd, in fortwahrenden, ununterbroche- nen Fieberphantasien. �. Als meine Frau sich an das Halbdunkel gewohnt hat. beugt sie sich über Wowotschka. erfaßt sein Handchen, küßt es uud ruft mit bebender, leiser Stimme: „Wowa!" aber das Kind phantasiert immer weiter, ohmj etwas zu verstehen. In der Stube tritt Stille ein, die von Zeit zu Zeit von Wowas Aufschreien und dem leisen unter- drückten Husten des Guten Menschen unterbrochen wird. Da» Zwischen seufzt jemand kaum hörbar... ist es der Tod �der Olja, die sich in eine entfernte, dunkle Ecke verkroch� (Fortsetzung folgt.) Gewerkschaftliches Der Schlichtungsausschuß will streiken. Der Schlichtuugsausschuß Groß-Berlin, der durch seine Tätigkeit schon so manchen Streik verhütet hat, droht jetzt selbst in den Streik zu trete». Der Grund zu diesem Entschluß liegt in den Zu- ständen, unter denen der SchlichtungZauSschnß gezwungen ist zu arbeiten. Die Sitzungen werden, da andere Räume nicht zur Ber- lugung gestellt werde», in Restaurationsräumen abgehalten, die vielfach nicht den geringsten Anforderungen entsprechen. In den Wintermonaten ist es dort meistens kalt, so daß sich die Beisitzer Gesnudheitsschädigungen zuziehen. Ferner fehlen den Beisitzern oftmals die wichtigsten Hilfsmittel wie juristische Werke und Gesetz. bucher, so daß es kein Wunder ist, wenn manchmal Schiedssprüche zustandekommen, die in der Oeffeutlichkeit nicht verstanden werden. Die 22 er Kommission der Beisitzer hat daher in ihrer letzten Sitzung sich niit dieser Angelegeuheit befaßt und mit dem Hinweis darauf, daß wiederholte Beschwerde« von den Regierungsstellen picht beachtet worden sind, einstimmig erklärt, daß, wenu innerhalb einer Frist von drei Wochen die Raumfrage nicht geregelt sein sollte, die Arbeitgeber- und Arbctt»>eh«erbeisttzer ihre Tätigkeit nach dem 1. Oktober etnstelleu würden. Diese Sreikandrohung dürfte wohl genügen, um den unhaltbaren Zuständen, unter denen die Parteien ja ebenfalls zu leiden haben, ein Ende zu machen. Streik der Stickereiarbeiter Die Stickereiarbeiterschaft Groß-VerlinS hat den ihr von den Arbeitgebern aufgedrungenen Kampf aufgenommen und befindet sich seit gestern im Streik.— Die Forderung lautet: Anerkennung des Schiedsspruches des SchltchtuugsauSschufses vom 23. Juni d. I. und Abschluß eines Tarifvertrages. Achtung, Maler! Mitglieder des Zentralverbandes, die einen Zusammenschluß der Opposition erstreben, werden gebeten, zu einer Besprechung am Sonnabend, den 28. d. Mts., abends ly. Uhr. im Lokal Wegner. Scydelstr. 30, zu erscheinen. Kollegen, es gilt den Kamvf gegen alle reaktionären Machen- schaften innerhalb des Verbandes aufzunehmen und durchzuführen. Nicht Instanzenpolitik, sondern Aktivierung der Massen ist not- wendig, um zum Siege zu gelangen. Die Massen müssen drängen! Z. 2l.; Mich. B l ü t h g e n. Streik in der Hamburger Gummisabrik Calmo» Seit zirla zwei Wochen befinden sich die Eummiarbeiter der �irma C a l ni o n, Hamburg, wegen Nichtanerkennung des Tarif- Vertrages der chemischen Industrie für den Bezirk Hamburg im Streik. Für alle Eummiarbeiter handelt es sich um eine Frage von prinzipieller Bedeutung� denn hinter Herrn Calmon steht der örtliche Arbeitgeberverband Hamburgs resp. der Syndikus des- selben, denen es vor allem darauf ankommt, bestehende Verträge im für das Unternehmertum günstigen Moment illusorisch zu machen. In Berlin selbst bringt die Firma ihre Produkte— Auto- und Fahrradbereifung, Gummischuhe und Absätze usw.— durch die �irma Gebr. Kupfer, Alexanderstrahe 35, unter dem Namen Calmon u. Hansa in Vertrieb. Cs werden alle Verbraucher, besonders Radfahrer und Chauf- feure, aus das arbeiterfeindliche Verhalten der Firma aufmerksam gemacht. Von den Eummiarbeitern Deutschland» erwarten die Strei- kenden vollste Solidarität. Verband der Fabrikarbeiter, Ortsverwaltung Eroh-Berlin. Die im Deutschen Metallarbciter-verband organifiertcn Hilss- arbciter, Transportarbeiter nfw. nahmen in einer, in den Sophien- sälen siattgefundenen Versammlung Stellung zur Gründung einer eigenen Branche. Als Vertreter der Ortsverwal- tpng des Deutschen Metallarbeiter-Vcrbandes führte M i e l i tz aus. daß die Hilfsarbeiter, die bisher eine besondere Vertretung innerhalb der Organisation noch nicht hatten, dadurch bis zu einem gewissen Grade ins Hintertreffen geraten seien. Die Ver- waltung habe dem Antrage der Hilfsarbeiter stattgegeben und ent- svrechend dem Beschluß der Generalversammlung beschlossen, die Gründung einer Branche der Hilfsarbeiter vorzunehmen. In der Diskussion wurde von einer Reihe von Rednern betlagt, daß die gelernten Kollegen den ungelernten gegen- über sehr oft die notwendige Solidarität ver- m i s s e n l a s s e n, und daß der Geist der Stehkragenproletarier auch noch vielfach in den Köpfen der gelernten Kollegen spuke. Aufgabe der neuen Branche� müsse es sein, hier für Besserung zu sorisch zu wählen und in einer späteren Versammlung die Wahl endgültig vorzunehmen. Die Wahl der provisorischen Branchen- leituna ergab folgendes Resultat: Vranchenleiter Ernst Lange, Branchenkommissionsmitglieder: Max Horn, Franz Sange, Paul Briesebcck, Albert Schütt, Fritz Voigt. Albert Eirchott. Walter John, Franz Fehrmann, Willi Eloge. Hermann Peters. Paul Becker, Reinh. Schaffer. Max Schröder, Karl Hegermann. Der Versammlungsleiter wies in seinem Schlußwort darauf hin. daß es nun an den Hilfsarbeitern liege, die neue Branche zu einem achtunggebietenden Faktor in der Berliner Arbeiterbewegung zu gestalten. MukssuH Angesichts der Talsache, daß über den Westen immer wieder die Einfuhr großer Mengen AuSlandsware. meist alte, verwitterte, ordinäre Heeresbe- stände, förmlich erzwungen wird, bitton wir dringend, der ArbeitSnot in Deutsch- land zu gedenken nnd keine Auslands- sabrikate zu kaufen. Jede Mark dafür entzieht der deutschen Arbeiterschaft eine halbe Mark zu Brot und schädigt die deutsche Volkswirtschaft noch weit mehr. Ueberdies sind deutsche Fabrikate jederzeit besser und preiswerter, aus- ländische dagegen meist schalcnhaltig. mithin nach deutschen Rcchtsgrund- sähen verfälscht. Die Attteü Reichardtfabrikate erhältlich i» den Berkauf«« filialen Anhältst». 7, Leipziger Str. 104, Prinzenstrage»», R-senthaler Str. 43, Slheinstratzr i, Spitteluiarkt 14. Chor« lottenburg: Zvilmeradorier Str. 40.11, sowie in allen an Schildern und Plakaten kenntlichen Geschäften. Sonst direkter Versand ab Aeichardtwerk Wandsbek. Steinsetzer und Bcrufsgenossen! Tarifbezirt Erog-Berlin. Wegen der Lohnverhandlungen in unserem Gewerbe, findet unsere Sitzung nicht am Freitag, den 27. 8. 20 statt, sondern es treffen sich alle Betriebsräte, Betriebsobmänner, Vertrauensleute und Vorstands- Mitglieder am Montag, den 30. August, abends 7 Uhr, Invaliden- stratze 1,(„Harmonie"). I. A.: I. Sibura. Pulverfabrik Spandau. Sämtliche Kollegen treffen sich Sonntag, vormittags 10 Uhr, in Havellands Festsälcn, Neue Friedrichstr. 35. Bericht über die Auszahlung. Bezirksverband Berlin-Brandenburg Heute, Freitag, abends 7 Uhr, Vollversammlung der Agitationskommission aller Orte und Distrikte in den Pracht- sälen Alt-Berlin, Blumenstrahe Ii). Vorträge des Genossen K rille:„Die Agitation auf dem Lande", des Genossen Stein:„Agrarierfragen und Programm". Wanzen als TuberKtilvseverbrmcr Der Lichtenberger Magistrat hat zwecks Ausführung von Wohnungsentwanzungen durch die städtische Desinfektionsanstalt die Bereitstellung von Mitteln bei der Stadiverordnetenoersamm- lung beantragt. Aus der diesen Antrag begründenden Magistrats- vorläge seien folgende Ausführungen wiedergegeben: Ist in früheren Zeiten der Kampf gegen die Wanzenplage vom Sauberkettsstandpunkt betrachtet worden und ihre Beseitigung eine private Angelegenheit gewesen, so hat jetzt nach der Vertiefung der Kenntnisse vom Wesen der Infektionskrankheiten eine andere Auffassung Boden gewonnen. Es ist eine wissenschaftlich feststehende Erkenntnis, daß eine Anzahl von ansteckender Krankheiten durch den Big von Insekten, die vorher das Blut erkrankter Personen aufgesogen haben, auf Gesunde übertragen werden können. Des- wegen ist ihre radikale Vernichtung oder, wo das nicht möglich ist, die Einschränkung ihrer unheilvollen Tätigkeit eine Frage der öffentlichen Gesundheitspflege geworden. Aus diesem Grunde sind in jüngster Zeit mehrfach Anträge von der Lichtenberger Lungensürsorgestelle, Herrn Dr. Z e h d e n, ist in einem eingehend begründeten Gut- achten die Ansicht vertreten worden, dag die Wanzen Haupt- sächlich für die Verbreitung der Tuberkulose in Frage kommen. Der Tuberkelbazillus wird nicht allein durch die Aus- wurfstöge der Lunge nach außen befördert und erzeugt bei gesunden Personen, die durch einen unglücklichen Zufall kleinste Teile in Tropfenform oder verdunsteter Gestalt einatmen, dieselbe Er- krankung, er kreist auch, wenn auch in geringeren Mengen, im Blutstrom und erzeugt hier giftige Zersetzungsprodukte. Die Wanze, die eine tuberkulös erkrankte Person sticht, saugt das kranke Blut auf und kann es durch Biß eines gesunden Menschen auf diesen übertragen. Der Ansteckungsnwdus ist ein ähnlicher wie bei der Blutvergiftung. Ein harmlos erscheinender Riß oder Stich einer Nadel, die mit den mikroskopisch winzigen Keimen des spezifischen Ansteckungsstoffes verunreinigt ist, kann der Grund einer tod- bringenden Krankheit werden. Unter diesen Umständen hat es das Lichtenberger Wohl- f a h r t s a m t für seine Aufgabe gehalten, in Erwägungen darüber einzutreten, ob die Entwanzung verseuchter Wohnungen in den Pflichtcnkreis ihres Arbeitsgebietes aufzunehmen ist. Nach länge- ren Beratungen der Deputation, an denen sich die. medizinischen Sachverständigen lebhaft beteiligt haben, ist diese Frage mit ge- wissen Beschränkungen bejaht worden. Am wünschenswertesten wäre es, wenn das Nebel an der Wurzel erfaßt würde und alle Wohnungen der Stadt, in denen Wanzen be- obachtet worden sind, einer gründlichen Desinfektion unter- zogen werden. Diese zielstrebige Maßnahme muß jedoch wegen der hohen Kosten, die mit ihr verbunden sind, unterbleiben. Es wird daher vorgeschlagen, daß aus Antrag von Inhabern verwanzter Wohnungen unter zwei Bedingungen die Desinfektion vorgenommen wird: 1. wenn von verwaltungs- medizinischem, d. h. fachmännischem Standpunkt der Antrag ge- prüft und die Desinfektion angeordnet wird, 2. wenn in der Fa- milie des Wohnungsinhabers eine ärztlich bescheinigte Des- infektionskrankheit vorliegt. Weiter wird beantragt, daß, wenn den Wohnungsinhabern keine Schuld an der Berwanzung ihrer Wohnungen nachge- wiesen werden kann, ß. B. bei älteren Häusern oder bei dem Ob- walten anderer Umstände, die unabhängig von ihrem Willen sind. der Hauseigentümer zur llcbernahme der Kosten herange- zogen werden soll. «— Stadtverordnete des z. Verwaltungsbezirks (Wedding) Fraktionssitzung: Sonnabend, abends 7 Uhr. im Lokal Winkel, esser, Adolsstraßc 17. Die Obleute der kommunalen Kommission der in Frage kommenden Distrikte sind eingeladen. Die Milchpreiserhöhung. Die gestern auch von uns gebrachte Mitteilung, daß eine neue wesentliche Erhöhung des Milchpreises von den Reichsstellen erhoben wird, trifft zu. Der Magistrat Berlin hat bereits in einer Eingabe an den Ernährungsminister entschieden hiergegen Einspruch erhoben und darauf hin- gewiesen, daß die Bevölkerung nicht in der Lage sei, die geplante Milchvcrteueruiig zu ertragen, daß eine weitere Erhöhung des Milchpreises, die einem großen Teil der Mütter den Ankauf un- möglich mache, unabsehbare Gefahren für die ge- sunde Entwickclung der Bevölkern ng in sich berge, und daß auch alle Bestrebungen, einen Preisabbau einzuleiten, durch eine Preissteigerung bei einem der wichtigsten Lebens»� im Keime erstickt würden. � Kindertransport aus Dänemark. In der Donnerstags Nu» der„Freiheit" wird mitgeteilt, dag ein Kindertransport Dänemark am 27. August, abends, am Stettiner Bahnhoi trifft. Die Kinderschutzkommisfion der Arbeiterschaft bat«tt ow Transport nichts zu tun, da seit Dezember 1019 noch kein u. port von der Wohlfahrtsstelle angeordnet ist. Demmniu� Das nächste städtische Volkskonzert des Philharmonischen � chesters findet am kommenden Freitag in der Philharmonie,« burger Str. 22/23 statt. Beginn des Konzertes 8 Uhr. Eintri'" preis 1 Mk. Kasseneröffnung 7 Uhr. � k.......-/S -........................,------------ tag statt. K oU feld gäbe einen kurzen Üeberblick über das verflossene Hauu und berichtete über die Tätigkeit des Verbandes und die ih» den behördlichen Stellen gemachten Schwierigkeiten. Vor° Dingen beleuchtete er die Folgen, die sich aus dem 8 �„ H. M V. ergeben. Er stimmte mit allen Diskusslonsreou darin völlig überein. daß der Zeitpunkt gekommen wäre,'N. sich die Mieterschaft geschlossen gegen die Vergewaltigung. Anskieiituna dtiick) eine Minderheit von Hausspekulanten u, Ausbeutung durch eine Minderheit von Hausspekulanten, Zinsnutznießcrn in gewaltiger zentral durchgeführter Aktion Wehr setzen müsse, um endlich durch Erzwingung der Sozialiß«�' den unhaltbaren Zuständen aus dem Gebiete des Wohnungswt!. ein Ense zu machen. Beim Kassenbericht, den Erdmann» Müller gaben, konnte festgestellt werden, daß entgegen den- würfen in der Tagespress« der Mieterverband mit den Bei»«» auf das sparsamste gewirtschaftet hatte. Dem Vorstande w Entlastung erteilt. Auf den Ausbau der M,eterpresse wurde 2"°. Wert gelegt und wird auch in dieser Hinsicht den Wunsche» Rechnung getragen werden.. «rbeiter-Ingendheim Norden. Brunnenstraße 57. Mittag 1. September. Bunter Abend, zu dem alle Genossen und sinnen sowie alle jugendlichen Proletarier eingeladen st»« � Jugendweihe— Schönederg-Friedenau. Anmeldung nicht ,3* Heit"-Spedition, sondern Gothenstraße 40. vorübergehende Schließung de« Kriegssiirsorgeamt« Zur Aufarbeitung von Rückständen bleiben die Geschäftsräume. städtischen Kriegssürsorgeamts Rathaus. 2 Treppen. Zimmer 241, 248, 249, 249a, 250 bis 255, 215, 219 bis 221 vom Montag, oi 30. August bis Donnerstag, den 2. September einschl. für J*' Publikumsoerkehr geschlossen. Eine Abfertigung erfolgt nur FJ Zweck der Erteilung von Kranken- oder Krankenhausaufnayw scheinen oder zur Erledigung von Begräbnisfällen. Aus den Organisationen i. Giftri«. Die sül Eonn-->««d-rgksktzle Sitzonz ist nicht ein« Glter»� �«.�istriit.� O-fi-nilich« EÄrnÄr�ammlunader»-ineinkelchnl« Kigaer Stt. A beute abend. 7 Uhr. in ber Anla. Thema' W», lasten«>r unsere Ichulcntlm' Kinder lernen?..._ 11.»istritt. 7.»bteilun,. Heute, abend» 7 Uhr. Kl.»uguststr. 14. ' Cbarlottenburg. Eannabend, 7 Uhr, Sitzung de» kammunalen ZlrbeUerr»'* S«eUüseirt»tstoU!,raffi" machen nachmal, aus da, am �en sindende Sommerfest mit seinem reichhaltigen Programm avfmerksa» und die Genossen, vollzählig zu erscheinen. Eintritt 1 3*. Vereinskalender »«»tlch«. Hutarbeiter.«»»«-»». Montag, 5 Uhr. bei Schulz,«lisatitbstl- «etriebsrätekanfercnz aller Lianchen. Zntern-ttanaler Bund, Settta»«rteg-gesangene. Mitgltedern-riaminl-ng. tag. 7 Uhr, Schulaula. Cbiuastr 23a. Alle Kri-a,gef-nge»e sind einarladem_ «erband laeialiit»»" Lehrer. Sonnabend. 25., abend» 7 Uhr. L-llfitz»" Hinter der Garnhantirch« UJU1U., ubs.! Wanderung: Werbellinse«. Zlts.: 5.29 Ctett.. tressahrt Grost-Lerlin zum Sorinsee. Buch platz. Zepernill, vurlnsee. Buch. Ireffp. . ireffp.: 5M yietteldck' lUenplatz. wird Lebensmittelkalender »achtrSl 17. Äugul jenigen Personen,---------.........._.. 8n bewirten, sei e«. da« sie in Krankenanstalten»der verreist iinmachezucker nachtrlalich geliefert werden. Zu diese« Zweck« ist mr aiumif der Erak-Berliner L«ben«mittelrarte bei Ausgab« an salch« Personen, welche dem Kranlenhause entlasten find«der»an der Reis« zurücktebren, zn belaste» mit dem Stempel..Nachnnmeldunz" zu verleben. Da der allaemeine V« de-«uil-nd-znck-r, mit dem 7. September 1820 aeschlosten wird, ist der landczncker»ach dieser Zeit nur noch in den«eschast-n der Kanlumg-m-st-nlchwn Kaiser« Kaffee-Seschätten und oan Emil T-ng-lmnnn zu beziehen. � »an Kaiser« Kaff-e-S-Ichästen und von Emil Tengelmonn zu beziehen. Per!-' welche»ach dem 1. ONober zurückkehre», habe» keinen»nsprnch mehr aus Au«la«d«zluker. __»landszmkrr. Pank««. 250 8t. Haserflvcke»(58 und 40). Geschäftliches Hertstkletduna biete« die Klei» er» er I,«aer e»hn, Ebausteefirah« 2»«. zu U? gewöhnlich billigen Preisen an. E» dürste vielleicht nicht allgemein beka� sein, das, die genannten kleiderwerk« nach amerikanischem Teilsuftem eingerichi»? Betriebswerkstätten unterhalten. 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