Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonnabend, den 28. Wngnst 1920 Nummer 334» Morgen-Ausgabe •Rtribril* mimiif. mih nnAmfttao«. Sonntaas und Wontaa« IN» Ei«»chta«sun»»u» nh**>..... ro----- a__ M. 5«»BtHWl*«tfdjtha morgen» mid nachmittag», Sonntags und Wontag» nur •«mar. D«r««jngsprti» beträgt bei freiet Zustellung in» Hau» für Drost-Berliu 10,— gst. im voraus zahlbar, von bcr Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Flir Posta J'ing nehmen sämtliche Postauftalteu Bestellungen entgegen. Unter Streifband »Vgen für Deutschlc od und Oesterreich I«.50 W., für da» übrige Ausland 21,«) m. PMÜglich Baluta�luffchlag, per Brief für Deurfchland und Oesterreich 20,— Al. �b>»k«ON,«rp.ditiau And»erlog,«rrlli» CS,»rette Strotze S.S. $erRiuT ßrgm her VnafiMitöfoen swM&emoftaae&etötöfont» Sperrt Polen ab! Arbeiter, Angestellte und Beamte von Berlin und der Provinz Brandenburg! Entsprechend dem Anstrag der Reichskommission, zur Sicherung >"engster Neutralität zur Bekämpfung der Konterrevolution alle Bussen-, Munition»- und Truppentransporte zu kontrollieren, haben die unterzeichneten Körperschaften beschlossen, in Berlin und der Provinz Brandenburg an allen wichtigen Eisenbahn- tnotenpunkten und Transportwegen Kontrollinstanzen einzusetzen. Dies« müssen auf da» Strengst« die Kontrolle aller Wassrn-, Munition»- und Truppentransporte durchfuhren. Eine Aus- nähme bilden nur die aus Erund des Friedensvertrages erfolgen- u«n Transporte der Entente, die nachweislich für die Bcsatzungs- truppen bestimmt und als solche kenntlich gemacht sind, jedoch mutz uuch über dies« der untengenannten Zentralstelle sofort Mit- �kUung gemacht werden. Diese Kontrollstellen sind nicht berechtigt, lelbständige Entscheidungen von weittragender Bedeutung zu tref- Ik», sondern sind verpflichtet, in Zweifelssällcn sich sofort mit unserer Zentralstelle, Eenvsse Hermann Miiller, Verlin O. 27, Schicklerstr. S/S. Telephon: Alex. 3007 u. Königst. 3750, in Verbindung ,u setzen. Wir ersuchen die Kontrollinstanzen. ihre Zusammensetzung in derselben Weise vorzunehmen, wie sie u«n den unterzeichneten Körperschaften erfolgt ist und die Adresse d»» Obmanns unverzüglich an den Genossen Hermann Müller einzusenden. Arbeiter, Angestellte und Beamte! An Euch liegt es nun, da- ftir zu sorgen, datz entsprechend dem Ausrufe der Zuternationale und der Reichskommission der Konterrevolution keine Waffen und Munition geliefert werden und Deutschland nicht zum Tummel- Platz chauvinistischer Elemente von West- und Ost-Europa wird. Für die U. S. P. D., Bezirksverband Berlin-Brandenburg, Brühl. För die S. P. D.. Bezirksverband Grotz-Berlin: Häusler. Für die Gewerkschaftskommission Berlin vnd Umgegend: E a b a t h. Für die Provisorisch««etriebsrätezentrale: Wegmann. Für die Betriebsräte der S. P. D.: Reinknecht. Für den Eisenbahner-Berband, Ortsgruppe Berlin: U h l i ch. Für den Transportarbeiter-Berband, Bezirfksverwaltung Erog- Berlin: Klose. Für de» Bezirks-Betriebsrat der Eisenbahner: Marci. Für den Zentraloerband deutscher Post- und Telegraphenbcdienste- ten, Bezirksverband Grotz-Berlin: Heyn. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses Aufrufes gebeten. tz Helft Sowjetrutzland! ...Die Kommunistische Arbeiterpartei Polens veröffentlicht einen Aufruf An das Proletariat aller Lander! ,n dem ks unter anderem heiht: Die Liquidierung des polnischen Imperialismus hat noch ein- wal eine Verzögerung erfahren. Den vereinten Anstrengungen der polnischen Armee und der Wrangelschen weihen Garden»st es gelungen, den Siegesvormarsch der Roten Armee zurückzuwerfen und Sowjetruhland wieder in Todesgefahr zu bringen..... ;?>.« Regierung des imperialistischen Polens, diese beinahe niedergeworfene wilde Bestie, richtet sich jetzt zum neuen «prung auf. Die Vertreter der polnischen Regierung in Minsk >a basieren die Friedensverhandlungen, und die Pque Pilsudskis stellt die Losung der Pusferstaaten Zwilchen Rolen und Ruhland— diesen heuchlerischen Kanipftuf des polm- ichcn Imperialismus wieder auf. In diesem Moment halten wir polnische Kommunisten für Mig, unsere Stimme zu erHeden, um dem europäischen Proletariat zu erklären. dah polnische Arbeiter mit dem Invasionskrieg des polnischen Militarismus gegen Sowjetrnhland nichts g e>n e i n h a b e n> dah sie diesen Krieg, der nicht dem Schutz der Unabhängig- kelt gilt, sondern dem der Weltherrschaft des Kapi- lals, aufs schärfste verdammen, bah sie in den roten Truppen nicht die unsere Freiheit be- drohenden Eroberer, sondern unsere Bundesgenossen im revolutionären Befreiungskampfe sehen. Sowjetruhland, dah zuerst die Anerkennung der polnischen Unabhängigkeit proklamierte, das den polnischen Staat wiederholt bwi Frieden anbot, das in Momenten der gröhten kriege- wichen Erfolge die Integrität der polnischen Grenze verkündete, 'st nicht ein Feind der polnischen Unabhängigkeit, sondern vielmehr deren sicher st e Garantie. Die angebliche Verteidigung der Unabhängigkeit ist nichts als lügnerischer Vorwand für einen Legenrevolutionärcn Eroberungskrieg. �«it anderthalb Iahren regiert die polnische Regierung mittels oines permanenten Ausnahmezustandes. Die Beteiligung der mgenannten Sozialisten an der Regierung änderte an dixsem Zustande nichts, ermunterte vielmehr die Bourgeoisie zu einer wich grausameren Ausübung der militärischen Diktatur. Die Unnmunisiische Presse und Organisation sind verboten, die E c w e r I s ch a s t e n werden wegen der Leitung der Lohnbewe- gungen unterdrückt, die Arbeitergenossenschaften werden drangsaliert. In Gefängnissen schmachten Taujende von Arbeitern, die von ihren Henkern mihhandelt und ausgehungert weiden. Zu diesem physischen gesellt sich der moralische Terror in der Gestalt der antisemitischen und antibolschewistijchen Hetze, die in blutige Pogrome ausartet, und einer unerhörten Auf- pcitschung der chauvinistischen Instinkte. Und dennoch kämpft das polnische Proletariat gegen den Krieg. In seiner großen Masse folgt es nicht der legalen, von der Regierung begünstigten polnischen Sozialisti- schen Partei, sondern der illegalen, unterirdischen kommunistischen Partei. Es ist eine Lüge, dah der polnische Arbeiter hinter seiner„nationalen" Regierung stehe, und die Bolschewisten hasse. Wäre dem so, so wäre es nicht notwendig, den Ausnahme- zustand zu verhängen und im Seim das Ausnahmegesetz und andere Repressivmahregeln zu beschliehen, so flösse nicht das Blut des polnischen Arbeiters in den Srrahen von Warschau, Lodz, Posen, gäbe es keine Standgerichte und Zuchthausurteile. Arbeiter Europas und Amerikas! In diesem Befreiungskampfe des polnischen Proletariats könnte für dasselbe keine schlimmere Niederlage geben, als die Nieder- werfung Sowjetruhlands. Der Sie� des Bündnisses Pilsudski- Wrangel bedeutet eine unerhörte Stärkung des polnischen Jmpe- rialismus, eine blutige Niederschlagung der Arbeiterbewegung in Polen, eine restlose Fesselung des polnischen Proletariats. Wir polnischen Arbeiter, deren Unabhängigkeit der polnische Militarismus zu schützen vorgibt, rufen Euch zu: Wollt Ihr uns zur Befreiung verhelfen, so tut das eine: Helft Sowjetruhland! Die Feinde der Solidarität Bezugnehmend auf den Artikel„Gegen die Preisgabe der Staatsautorität" in der Nr. 400 des„Lokal-Anzeigers" vom 26. August, ersucht uns der Vorsitzende des Hauptbetriebs- rats der Eisenbahner um Aufnahme nachstehenden Ar- tikels: Seit einigen Tagen geht ein Sturm durch die bürgerliche Presse aller Schattierungen, welcher seinen Ursprung in der festen Hal- tung der Arbeiterschaft hat, gegenüber allen Versuchen der Kreise, welche jede Situation ausnützen, um ihre reaktionären Pläne zu verwirklichen. Der Allgemeine Eifenbahner-Verband fühlt sich bei dieser Gelegenheit veranlaht. durch seinen Generalsekretär Riedel sowohl durch persönliche Versicherung bei einer Vcr- Handlung im Reichsverkehrsministerium wie auch durch einen Artikel im„Lokal-Anzeiger" unter seinem berühmten frommen Augenaufschlag zu versichern, dah seine Schäfchen artig sind, und dah der bose Vorsitzende des Hauptbctriebsrates ohne Erlaubnis der übrigen Mitglieder des Hauplrates den Aufruf unterzeichnet hat. Demgegenüber stallte ich fest, dah in der Vollsitzung des Hauptbetriebsratcs, am 7. August 1620. a n d e r a u ch d i e Mitglieder des A l l g e m e i ne n E i s e n b a h n e r-V e r- b a n d es teilnahmen, befchlosien wurde, keine Waffen- und Munitionstran Sporte, welche zu Kriegs- zwecken geeignet find, durchzulassen. Außerdem wurde dem Vorsttzenden Blanko-Vollmacht für etwa vorkommende Fälle erteilt. Weiterhin ist noch interessant, zu bemerken, dah die Zusammensetzung des Hauptbetriebsratcs eine solche ist, dah gerade der A. E. V. die wenigste Ursache hat, große Töne anzuschlagen: denn von den 20 Mitgliedern des Hauptbetriebsratcs gehören ganze 2 dem A. E. V. an. Da außerdem sowohl Vor- standsmitglicder als auch ein großer Teil der A. E. V.-Mirglieder in den sozialdemokratischen Parteien organisiert sind, so wäre ich begierig, zu wissen, was diese Mitglieder gegen die unfaire Handlungsweise ihres Generalsekretärs, der ja auch schon infolge seiner häusigen Entgleistingen niit einem besonders lieblichen Spitznamen behaftet ist, zu unternehmen gedenken. Paul Klibor. Somit ist die Haltung des Allgemeinen Eisenbahner-Verbandes, die wir schon gebührend behandelt haben, nicht nur verräterisch, sondern die Begründung dieser Haltung ist auch noch, verlogen. Eine Vertretung Wrangels in Berlin? Nach einer Meldung, die vom 8-Uhr-Abindl)latt— allerdings mit Vorbehalt— wiedergegeben wird, teilt eine„unterrichtete Stelle" mit, daß der Herr General Wrangel nuter der Flagge einer großen „Einkaufs-undHandelszentrale" e i n e p.o l i t i s ch e V e r t r e t n u g in Berlin etabliert hat. Diese Filiale der russischen Konterrevolution soll mit den hiesigen Vertretern der russischen R a n d st a a t e u Verhandlungen angeknüpft haben, um sie in eine Konföderation mit der südrussische« Regierung etnzubeziehen. Aus- geschlossen werden sollen nur Finnland und Polen, deren volle slaatlicho Unabhängigkeit und Sonveränität Wrangel freund- lichst anzuerkennen beliebt, Wenn es stimmt, so ist das ei» niedliches Plänchen. Die Be- herbctgung einer Sowjetruhlaud feindlichen Organisation in Berlin, die ihre hiesigen Beziehungen benutzt, um den Kampf gegen Sowjetrußland zu dienen, steht im Widerspruch mit der Neutralität Deutschlands. Das. Proletariat jeden- falls ist nicht geneigt, sich die Slablterung einer derartigen Filiale der Konterrevolution gefallen zu lassen. Es hat genug an seinen Erfahrungen mit früheren Unternehmungen gleichen Stils. Es er- wartet deswegen von der Regierung eine schnelle Untersuchung deS Verfalls und eine sofortige Beseitigung der Leute Aftangcls aus der Reichshauptstadt. Die USPD. und die Kom- mnnistische Internationale Von Artur Crispien II. Vor unserer Nesse nach Moskau hatten wir in einer ge� meinfamen Sitzung des Zentralkomitees, des Beirats und der Kontrollkommission unserer Partei nochmals eilre Aussprache über die Frage der Internationale und über die Aufgaben unserer Delegation nach Moskau. Es herrscht� E i n st i m in i g k e i t darüber, daß wir, entsprechend dem Beschluß des Leipziger Parteitags, auf Grund des Aktions, Programms unserer Partei in Moskau zu verhandeln hatten unter Wahrung der Autono mie unserer Partei für ihre inneren Angelegenheiten und taktischer Mahnahmen. Die Autonomie für unsere Partei hielten wir alle für ganz selbstverständliche Nach den Beschlüssen des 2. Kongresses der Kommunistischen Internationale bleibt jedoch nicht die Spur einer Autonomie für unsere Partei. Ich habe denn auch in der letzten Sitzung mit dem Exekutivkomitee festgestellt, dahdieBeschlüss'e in Widerspruch z u dem Auftrag stehen, den unsere Delegation von den leitenden Körperschaften der Partei einstimmig erhalten hat. Daran halte ich auch heute noch fest, weil es mir nicht gegeben ist, je nach Bedarf, alle acht Tage eine andere Meinung über ein und dieselbe Frage zu haben. Wir haben es bisher für eine der wichtigsten Vm* bedingunaen für die siegreich� Durchführung, der proletarischen Revolution geqalten, die Atajjen zur Selb-- st ä n d i g k e i t zu erziehen. Jeder einzelne klaffen» bewußte Arbeiter soll selbständig denken und urteilen, soll bewußt sozialistisch wirken und jederzeit aktiv sein. Aus solchen einzelnen geistig hoch entwickelten, selbstbewußten und sich»verantwortlich fühlenden Menschen muß die Masse be« stehen, die alles einsetzen will, um die sozialistische Gesell« schaft aufzubauen. Die Führer dürfen nur beratende und ausführende.Organe der Massen sein, die wissen was sie wollen. Was zu geschehen hat und wie es geschehen muß,: darüber entscheidet die geschulte Masse. Die Kommunisten wollen neuerdings das strikte Gegend teil. Bisher haben die deutschen Kommunisten, allerdings aus niedrigen demagogischen Gründen, eine beispiellose Hetze gegen die Führer, die„Bonzen" anderer Parteien be- trieben. Sie haben damit zerrüttend und demoralisierend auf die Arbeiter und vergiftend auf den Klassenkampf ge-' wirkt. Wenn man sagt, daß Marx seiner Zeit die inter- nationale Parole ausgegeben habe: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! und daß aus dieser Parole durch die Schuld der 2. Internationale der Ruf wurde: Proletarier aller Lander tötet Euch!(was durchaus stimmt), so muß dem aber hinzugefügt werden, daß die Kommunistische Internationale den marxistischen Schrei der proletarischen Solidarität nv jenen brudermördcrischen Befehl verwandelt hat: Prole-� tarier astcr Länder spaltet Euch! Und die Reaktion macht: vortreffliche Geschäfte dabei. Nach den neuesten Beschlüssen der Kommunistischen Inter- nationale sollen nun aufeinmaldiesonstso viel gelästerten„Bonzen" unumschränkte Ee- w a l t ausüben. Die Masse wird als Kanonenfutter oder, wie man will, als Kulturdünger bewertet. Straffe mili- tärische Disziplin, blinder Gehorsam. Keine Meinung darf gelten als die der obersten„Bonzen", das ist das neue kommunistische Evangelium. So kommen wir zu dem Gipfel der Vollkommenheit der russischen Kommunisten, nämlich zu der russischen Art der Reinigung der Partei. Das geschieht in Rußland in der Weise, datz etwa alle drei bis vier Monate fünf- Parteigenossen damit beauftragt werden, die Mitglieder- listen der Partei durchzusehen und ohne jedes weitere Ver-: fahren diejenigen zu streichen, die— ja, ime soll ich sagen — diejenigen zu streichen, die— man eben streichen zu müssen: glaubt. Ich höre sckon, wie mir zugerufen wird, in Ruß- land sei dies Verfassen notwendig! Ja, zum Teufel, mag das stimmen oder nicht stimmen. Mögen die russischen Kommunisten meinetwegen alle acht Tage grundsätzlich 100 Prozent ihrer Mitglieder raus- schmeißen, obgleich es doch einfacher wäre, nicht erst Leute in die Partei aufzunehmen, um ste dann wieder fang- und klanglos zu entfernen. Aber dagegen wende ich mich, daß man uns ähnliche Reinigungskuren zumutet. Daraus, und aus nichts anderes laufen die hier in Betracht kommenden Veoingungen für die Ausnahme m die Kommunistische Jnternattonale hinaus. Sie sind eine Kriegserklä-! rung nicht an den Kapitalismus, sondern air das klassenbewußte Proletariat, das srch! nicht als willenlose Masse brauchen lasse» will. Alle Pretzorgane und alle P a rt e i v e r l a g e müssen völlig dem Parteivorst and unterstellt wer- den. Aus allen Redaktionen. Fraktionen. P a r»» tei instante n und Parteiorganen muß jeder Ge- nosse entfernt werden, mit dessen Parteizugehörigkeit sich die russischen Kommunisten nicht abfinden können. So fordern es, Die, i,iiai;mci)cüiRäunaen. iiia» iui es, wenn Tausende im harten Klassenkampf grau gewordene, narbenbedeckte und er- fahrene Kämpfer, die sich selbst unter Einsetzung ihres Lebens in allen Situationen als unbedingt zuverlässige und ver- trauenswürdige, als tapfere und selbstlose Genossen bewährt haben, plötzlich infamiert und aus der Eemcinlchaft ihrer Kampfgenossen gewiesen werden. Der Zorn faßt jeden ehr- lichen Mann, wenn er hören muß. daß solche Genossen von anderen, die ihre Schüler sind oder sein sollten und die erst noch Gelegenheit bekommen sollen, zu beweisen, daß sie Älassenkämpfer aus echtem Schrot und Korn sind, nicht mehr Wert haben als Ballast, den man über B o r d w e r f e n m u ß. Und warum? Sind jene Genossen über Nacht Judasse geworden? O nein, sie sind nur nicht der Meinung, daß es darauf ankommt das Maul aufzu- reißen, das Zungen-R zu beherrschen und an die Unfehl- barkeit Moskaus zu glauben, wenn man würdig sein will der Kommunistischen Gemeinschaft anzugehören. Ob ein bc- währter Genosse gerade wegen seiner Erfahrungen für be- Itimmte Posten in der Bewegung geeignet und bei dem grogen Verbrauch und Mangel an Kräften bitter notwendig ist, das hat nichts zu sagen. Es braucht nur irgend ein Streber von heute aufzutauchen und radikale Phrasen von sich zu geben, um berufen und auserwählt zu sein. Und das nennt die kommunistische Welt: straffe zentrale Organisation! Ich bin durchaus für eine straffe zentrale Organisation auf nationalem wie auf internationalem Ge� biet- darunter verstehe ich aber ganz etwas anderes als die despotische Herrschaft einer obersten„Bonzenschicht" über eine Masse geistiger Eunuchen. A?ie die Zentralisation der Kommunisten praktisch wirkt, dafür ein charakteristisches Beispiel. In der offziellen Schrift die Kommunistische Internationale bis zu ihrem zweiten Kongreß fanden wir auf den Seiten bis 317'einen Brief: An alle Orts- und Landesorganisationen der Unabhängigen Sozialistischen Partei Deutschlands, an alle Arbeiter, die Mitglieder der ll. S. P. D. sind. Dieser Brief wurde ge- schrieben, nach dem die Moskauer Exekutive bereits ein Schreiben unseres Zentralkomitees in ihren Händen hatte, in dem wir unsere Reise nach Moskau ankündigten und als wir bereits auf dem Wege nach Moskau waren! Trotzdem bchaup- tet die Moskauer Exekutive in ihrem Brief, daß die„rechten Führer des Zentralkomitees" unserer Partei den Beschluß des Leipziger Parteitages sabotierten und nicht in Moskau zu sehen seien. Was heißen soll, daß die„rechten Führer" nicht mit Moskau verhandeln wollen. Die kommunistische Exe- kutive forderte die Parteimitglieder der U. S. P. D. auf, s o- fort auf eigene Faust Delegierte nach Mos- kau zu schicken! Ich habe diese Art des Bestrebens, Parteien in anderen Ländern zu zerrütten, in der Sitzung der Exekutive als hinterhältig verurteilt und betont, daß Verhandlungen ehrliches Wollen und loyales Verhalten auf beiden Seiten voraussetzen. Genosse Radek gab trotzdem den mit Unwahrheiten gespickten Brief der Exekutive nicht preis, er verteidigte ihn und ich erhielt auch nicht den Eindruck, als dächte die Exekutive daran, in Zukunft eine solche verwerfliche Taktik gegen die ll. S. P. D. aufzugeben. Im Gegenteil, die Exekutive hält sich sogar für berechtigt, wenn sie es für nötig hält, eine eigene Zentrale von Moskau aus in Deutschland einzusetzen. Kann ein ernster Mensch glauben, daß wir mit solchen Methoden zu einer revolutionären Internationale der Tat zu kommen vermögen? Kann uns wirklich jemand, der nicht den Glauben an den Sozialismus, an seine Partei und an sich 'soslsst verloren hat, zumuten, jener berühmten kommunifti- .«che« Taktik alles zu opfern, die die Konimunistische Partei Deutschlands demoralisiert, desorganisiert, in Trümmer und Sekten zerschlagen und zur politischen Ohnmacht und Einfluß- losigkeit verdammt hat? Parteigenossen! Laßt es endlich genug sein, d e r K i md e r- krankheiten des Radikalismus! Ich ging nach Moskau mit dem redlichen Willen, durch Verhandlungen einen Zusammenschluß der 3. Internationale mit unserer Partei herbeizuführen und durch das Bestreben die sozialrcvolutionären Parteien anderer Länder ebenfalls für den Zusammenschluß zu gewinnen, damit eine aktions- fähige Internationale geschaffen wird. Ich mußte aber er- leben, daß die Kommunisten nicht für den internationalen Zusammenschluß der sozialrevolutionären Parteien aller Länder wirkte, sondern daß sie nur eine kommu- n i st i s ch e Partei für alle Länder gelten lassen wollen, unter der unumschränkten Gewalt der Mos- kauerExekutive. Verschärfter Generalstreik in Stuttgart (Eigener Drahtbcricht der„Freihei t".) Stuttgart, 2k. August. Zu der Bolloersammlung der Betriebsräte wurde heute nach eingehender Beratung folgende Resolution an- genommen: Die am 27.«. tagende Bollversammlung der Betriebsräte Stutt- garts einschließlich der vereinigten Eewertschasten und der diesen angeschlossenen Organisationen sowie der politischen Parteien beschließen zur Abwehr gegen die von der Regierung im Bereiu mit den Unternehmern getroffenen gesetz- und verfassungswidrigen Maßnahmen:»Schließung und militärische Bewachung der Bc- triebe, der Werte Daimler. Hosch und Ataschinensabrit Eßlingen" den oerschärften Generalstreik mit dem Ziel: t. sofortige Zurückziehung der Wachen, 2. sofortige Wiedereröffnung der Betriebe für sämtliche Arbeit- nehmer,.. Bezahlung der ausgefallenen Zeit, L Verhandlungen mit der Regierung weg« des Steuerab- . tz Zu dieser scharfen Maßnahme ist die Arbeiterschaft g e z w u n- g e n worden durch die herausfordernde Haltung der württe in belgischen Regierung. Es spricht für weit- gehende Disziplin und Mäßigung bei der Arbeiterschaft, wenn sie zu Verhandlungen mit der Regierung wegen des Steuer- abzuges bereit ist. Die„Berliner Volkszeitung" schnaubt flammende Entrüstung, weil wir die Arbeiterschaft gegen die brutalen Maßregeln der Regierung in Schutz genommen haben. Sie wirft uns Einseitig- keit vor.„Terrorakte" könne man nicht in Schutz nehmen, das sei inkorrekt, und wenn man an die Folgen denke, dann sei es sogar verantwortungslos. Wir müssen daran festhalten, dag ein Reglerungssystem, das nie den Mut gehabt hat, gegen vermögende Steuer- drückebcrger vorzugehen, das Recht oerwirkt hat, die Arbeiterschaft in so brutaler Weise im Bunde mit denselben vor- mögenden Steuerdrückebergern zur Besteuerung heranzuziehen. ffiine solche Handlungsweise ist in Wahrheit verantwor- fUngslos. verantwortungslos gegenüber der wichtigsten Gesellschaftsschicht. deren bereitwillige ArbeitsfrSudig- keit man sonst mit süßen Worten herauszufordern pflegt. Die Ver- antwortungslosigkeit aber erreicht ihren Gipfel, wenn derartige Maßnahmen in einer Zeit geschehen, wo das Unternehmertum darauf brennt, Betriebe schließen zu können, und wo andere Regierungsstellen ihre liebe Rot haben, das anmaßende Profit- geiertum mit Geld und guten Worten zur Aufrechterhaltung der Betriebe zu bewegen. Die Regierung sollte im Gegenteil der Ar- beiterschast dankbar dafür sein, daß sie es versucht, durch ent- sprechende Lohnerhöhungen die Besteuerung zum Teil auf die Pro- fite und auf die Profithamster abzuwälzen und damit durch Einsetzung ihrer Macht wenigstens einen Teil dessen zu erreichen. was den vor jedem Stirnrunzeln der Besitzenden sich duckenden Regierungen bisher nicht möglich war. Wir wünschen daher den Stuttgarter Arbeitern aufrichtig einen vollen Erfolg und wir erwar- ten von der württembergischen Regierung äußerste Mäßigung und verständnisvollstes Eingehen auf die von der Arbeiterschaft ange- botenen Verhandlungen. Die Pöbelexzesse Die Ausschreitungen in Breslau (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".) Die gestrige Kundgebung auf dem Schloßplatz, die z« der Erstürmung des französtfchen-polnischen Konsulats und zu den Pöbclausschreitungen aus den Straßen führt«, war von der Deutschnationalen Bolkspartei, von der Deut- schen Bolkspartei, den Demokraten und dem Zen- t r u m einberufen worden. Die Verantwortung für die Aus- schrcitungen fällt also aus diese Parteien zurück, die durch Auf- peitschung der nationalistischen Instinkte die be- bäuerlichen Vorfälle heraufbeschworen haben. Bon der E. P. D. ist nun nach Fühlungnahme mit der U. S. P. für heute 5� Uhr eine große Kundgebung der Arbeiterschaft angesetzt worden, an der auch unsere Genossen teilnehmen werden. Bon geg- nerischer Seite wird bereits fieberhaft daran gearbeitet, dies« Kundgebung zu stören, und zwar werden namentlich Arbeitslose und Flüchtlinge aus Oberschlesien von den nationalistischen Hetzern gegen uns auf die Beine gebracht. Wie raffiniert von den Rationalisten gearbeitet wird, ergibt sich daraus, daß sie ihrer Aktion ein nationalbolfche- wiftifches Mäntelchen umhängen, um einzelne Kreise der Arbeiterschaft für sich zu gewinnen. So wird von notorischen Spitzeln und Provokateuren die Parole der Bewaffnung der Ar- beiterschast ausgegeben und zugleich erklärt, die Arbeiter müßten, chenn sie Masten erhielten, nach Oberfchlefien ziehen, um von dort die Polen zu vertreiben. Die K. P. D. hat stch bisher gegenüber diesen Parolen ablehnend verhallen. Es ist aber festgestellt, daß viele kommunistische Elemente, betört von den scheinbar revolutio- nären Redensarten der nationalistischen Provokateure, ihnen in« Garn gegangen find, und mit den ausgegebenen Paralen fqmpathi- fieren. Bon unserer Seite wird nichts unversucht gelassen, um die Arbeiterschaft von törichten Streichen zurückzuhalten und das ver- brecherische Treiben der nationalistischen Lockspitzel lahmzulegen. Der Offizier als Lockspitzel Heute früh erschien im Parteibureau der U. S. P. in Brevlau ein Offizier, um sich zu erkundigen, ob d i« U. S. P. m i t S o w« jetrußland in Verbindung stehe. Da« wurde von un- seren Genossen verneint, worauf der Offizier bemerkte, daß in Ost- preußen 20 000 Rotgardisten übergetreten feien, die doch zu einer Roten Armee in Deutschland benutzt werden sollten. Darauf fragte der Ossizier, wo sich das Bureau der Kommunisten befinde, was ihm mitgeteilt wurde. Er oerließ daravf unser Parteibureao,»n- jere Genossen folgten ihm aber nach und stellten fest, daß er nach dem Ring ging und dort in der Eraveuranstalt von Kaiser einen Stempel mit dem Aufdruck:»Rote Armer Deutsch- l a n d s" bestellte. Gleichzeitig kaufte er sich ein Hakenkreuz. Er entschwand darauf unseren Parteigenossen aus dem Gesichts- kreis. Die Regierung entschuldigt fich B e u t h e n, 27. August.(Amtlich.) Der Stellvertreter des Reichsministers des Auswärtigen, Ge- fandter v. Rofenberg, hat sich heute zum franzö fische« Botschafter und zum polnischen Geschäftsträger begeben»nd ihnen das Bedauern der deutsche» Regirrung über die gestrigen Borfolle in Breslau ausgesprochen. Bor der Verständigung B e u t h e n, 27. August. W. T. B. berichtet: Bon dem Hauptausschuß der oereinigten deutschen Parteien und Gewerkschaften und de« Plebiszitkommissariats für Deutschland ist heute nacht K- r f a n t? folgende BerstSndigungsnote überreicht worden: Als Ergebnis der zwischen Ihnen und Herrn Rechtsanwalt Wollnq einerseits und den Herren Pfarrer lllitzka und Sanitätsrat Dr. Bloch andererseits am 22. August gepflogenen Besprechung find folgende vier Punkte als Vorschlag von polni- scher Seite festgestellt worden: l. Entfernung der Sicherheit?- polizei und Ersatz derselben bis zur möglichst baldigen Aufstellung einer Abstimmungspolizei durch eine bewaffnete Einwohnerwehr (Hilsspolizei), die sich zur Hälfte aus Polen und zur Hälfte au» Deutschen zusammensetzt. 2. Ausweisung derjenigen, die nach dem 1. August nach Oberschlesien zugezogen find. Ueber Ausnahmen, die durch berusliche, geschäftliche oder sonstige billige Interessen der Betreffenden gerechtfertigt sind, entscheidet eine paritätische aus Deutschen und Polen zusammengesetzte Kommission unter dem Bor- fitz eines Vertreters der Interalliierten Kommission. Z. Die Wcige- rung, die Waffen niederzulegen oder abzugeben, soll mtt den schärfsten Srasen, mindestens mit einjähriger Zuchthausstrafe und mit Verlust des Abstimmungsrechtes geahndet werden.«. Bon den politischen Parteien und Eewerkschasten auf polnischer und deutscher Seite soll ein gemeinsamer Aufruf an die Bevölkerung zur Rück- kehr und zum Frieden erlassen werden. Diese vier Punkte finden unsere Zustimmung. Zu Punkt 2 wollen wir nicht entscheiden, inwiewett er zu§ Z Absatz 0 des Artikels 88 des Friedensvertrages in Gegenfatz steht. Es liegt im Sinne Ihrer Borschläge, wenn wir i m Z n t e r e s s e des Friedens in Oberfchlesien und der Sicher- stcllung dauernder ungestörter Fortführung des Wirtschaftslebens noch folgende Punkte hinznfügen: 5. Jeglicher Terror gegen Andersdenkende hat zu unterbleiben, insbesondere ist jede Einwirkung durch Gewalttätigkeit oder Drohungen in Arbeitsbetrieben oder Privatleben, jeder Zwang wegen Zugehörigkeit zu einer politischen oder wirtschaftlichen Organisation unterjagt. Zur Ueberwachung der Durchführung dieser Bercindarungen ist für das Abstimmungsgebiet eine paritätische Kom- Mission aus Deutschen und Polen unter Vorsitz eine» Vertreters der interalliierten Regierwngs- und Plebiszitkom- Mission einzusetzen. Als ersten All des ernstlichen Willens brider Teil« zur Durchführung der getroffenen Vereinbarungen hallen wir die sofortige Beröfsentlichnng des unter Punkt 4 vorgesehenen Aufruf» an die Bevölkerung für notwendig. Wir find zu der sofortigen Veröffentlichung dieses Aufrufs bereit und er- warten von Ihnen das gleiche. Sie haben unsere« Vertretern verstchert, daß ein Aufruf Ihrerseits den Friede« in Oberfchlefien binnen 43 Stunde» wiederherstellen würde. Sollten Sie daher zögern, so mühten mir dnxzu,» entnehmen, daß Sie de« gegev- «artigen ungesetzlichen Zustand billigen und daß Sie zur Ltt wirklichung Ihrer Zusagen nicht gewillt oder nicht in der find. Begim» der Verhandlungen B e u t h e n, 27. August. Di« Verhandlungen über die vom Hauptausschuß der deutschet Parteien und Gewerkschaften Korfanty überreichte Rote Habel heute mittag begonnen. » Erfreulicherwesse scheint es jetzt in Oberfchlefiek endlich zu einer Verständigung zwischen Deutschen um Polen zu kommen. Die polnischen Organisationen habe« ihre Forderungen gestellt und die deutschen bürgerliche« Parteien haben ihnen zugestimmt, zugleich freilich»aq einen neuen Punkt hinzugefügt, an dem hoffentlich die Eiw' gung nicht scheitern wird. Die Polen fordern ihre Anhängei in einem Ausruf zur Aufnahme der Arbeit und zu> Abgabe der Waffen auf. Es muß abgewartet vcb den, ob sie damit mehr Erfolg haben werden als bisheu Gestern wurden Verhandlungen zwischen den beiden Pav teien geführt. Die Ausschreitungen des nationalistifch-antisemitische« Pöbels in Breslau haben bereits die eine Folge gehabt daß die deutsche Regierung bei den Franzosen und bei de« Polen um Entschuldigung bitten mußte. Die read tionäre Presse sucht jetzt die Schuld an den Breslauer Es' eignissen von sich abzuwälzen. Insbesondere spricht b» „Deutsche Tageszeitung" mit scheinheiliger Miene ihr dauern über die vorgekommenen Ausschreitungen aus. 2° Wirklichkeit ist das nationalistische Preßgesindel, dli „Deutsche Tageszeitung" an der Spitze, zu den int eile'' tuellen Urhebern dieser Pöbelexzesse zu rechnen. Bei diesen Elementen kann das deutsche Volk sich dafür bedanken, wenn sich noch andere Weiterungen aus den nationalistischen Ausschreitungen in Breslau ergeben. Die reaktionäre Prem kann sonst nicht genug von der„nationalen Würde" Deutscht lands reden; immer wieder aber sorgt sie durch die Aust peitschung der nationalistischen Leidenschaften, durch di« Verhetzung einer urteilslosen Masse zu nationalistischen un° antisemitischen Exzessen, daß das deutsche Ansehen stets auft neue geschädigt wird. Für Sonntag nachmittag 3 Uhr haben die bürgerliches Parteien in Gemeinschaft mit den Rechtssozialisten eine Protest Versammlung der Oberschlesier nach dein Lustgarten in Berlin einberufen. Zuerst war behaupte» worden, daß auchdie Unabhängige Sozialdemo� k r a t i e einen Redner stellen wolle. Das ist nicht de« Fall. Wir warnen die Arbeiter auf das dringendste davor, fish bei dieser Gelegenheit von nationalistischen Elementen mifp brauchen zu lassen. Der Berliner Polizeipräsident hat er- klärt, daß er einen Demonstrationszug zum Bran» denburger Tor nicht dulden könne, da das eine Verletzung des befriedeten Reichstagsbannkreises bedeuten würde. ES sei zugleich Vorsorge getroffen worden, daß die a u s* iänbischen Missionen vor Zwischenfällen, wie sie sich am 26. August in Breslau abgespielt haben, w i r k s a m g e« schützt werden. Die Arbeiterschaft darf es nicht bei diesen polizeilichen Mahnahmen bewenden lassen; es muß alles gc> tan werden, damit nicht Berlin zu einem neuen Schauplatz nationalistisch-antisemitischcr Exzesse wird! Der russifch-polnifche Krieg Der russische Rückzug (Eigener Drahtdericht der„Freiheit".) Insterburg, 28. August. Ohne Zwifchenfäll« habe ich bei Czynochen die Grenze übet* schritten. Der Weg nach Anguftowo scheint nicht mehr frei. Rote Truppen versuchten durch Litauen nach Erodno zu marschieren. wurden aber von der litauischen Grenzwache zurückgewiesen. Ernsthafte Grenzverletzung scheint die russische Armee nicht zu beabsichtige«, vielmehr die litauische Reutralität zu achten. Dagegen erwartet man von den Polen hier keine Rücksicht. Die polnischen Fricdensbedingungen. die russisches Gebiet mit Wilna fordern, erwecke» große Befürchtung- Da» litauische Militär macht in sauberer Uniform, guter Aus- rüstung und ruhigem freundlichem Wesen einen überaus guten Eindruck. Di« intellektuellen Kresse diese« Lölkes erstehen aus der breiten Basis der mittleren Schichten, nicht wie bei Poleil aus dem Großgrundbesitz. Ueber die Kriegslage schwirren an der deutschen Grenze wie hier in Suwalki die unglaublichsten Gerüchte. All« Grenzmeldungen find mit großer Borficht auszunehmen. Sicher ist nur, daß der russische Rückmarsch über Augustowo fortschreitet. Der Stab der 4. Armee, wie die revolutionären Komitees haben Augustowo geräumt. Im Rücken der ruf fischen Trup- Pen erheben fich die polnischen Bauern, die den llebertritt russischer Truppen aus deutsches Gebiet verhind«»?» «ollen. Die jüdische Bevölkerung flieht heimatlos vor den Polen im Lande umher. Ucbcrall berichtet man von entsetzlichen Greueltaten, die die Polen beim Rückzug an den Inden begangen haben sollen. Di« Zahlder Hingeschlachteten soll nach taufende« zählen. Einwandfreies Material konnte ich jedoch bisher nicht erhalten. In Suwalki find Gerücht« vom Ende der polnischen Offensive verbreitet. Die roten Trup- pen sollen Lomsha bereits wieder besetzt haben. Der polnische Heeresbericht Posen, 27. August. Operationsbericht des polnischen Eeiteralstabes vom 26. August. Nordfront. In den Abschnitten der 1. und 5. Armee ist die Lage unverändert. Während der Säuberung des Gebietes westlich der Linie M l a w a— Z iechanow wurden wieder 200» Bolschewisten gefangen. Zentrumsfront. Im Abschnitt der Stadt L e m a n be- sinocn sich noch einige Tausend Bolschewisten aller Waffengattun- gen, welche unter unserem Drucke, sich hartnäckig verteidigend, zur deutschen Grenze zurückweichen. Es wurde festgestellt, daß in einem- Abschnitt unsere Abteilungen von zwei Batterien und Maschinen- gewehren der Bolschewisten beschossen wurden, die stch auf beut- ichem Loden befanden.(?!) Auf der Chaussee Kolno-- M y s o y n c e stieß unser S7. Infanterieregiment mit starken feind-. lichen Abteilungen zusammen und erbeutete nach erbittertem Kampfe sechs Geschütze, zehn Maschinengewehr«, Fahnen und die Kanzlei der 10. bolschewistischen Kavalleriedtvision. Abteilungen der Z. Legionär-Diviston überraschten durch einen Ausfall aus K o b r i n den Feind, welcher verschiedene Einheiten konzentrierte, zersprengten ihn, machten 1100 Gefangene, darunter den ganzen Stab der ö?. Sowjetdiviston»nd erbeuteten vier Geschütze und zwölf Maschinengewehre. Gestern haben unsere Truppe« Grajewo besetzt. Südfront. Oestlich Lemberg, im Abschnitt Zadowsrzd sind hartnäckige Kämpfe im Sange. v'-j KommunistischePartei und proletarische Revolution Di.(Tchluh.) �IMchen Menschewiki haben nach der Niederlage der Re- E5 einige Jahre lang die Idee des sogenannten Ar- Betw?n'§tcfics gepredigt, der die revolutionäre Partei der Ar- in i?..- lse ersetzen sollte! die„Gelben Labouristen" jeglicher Art »ott fn r t �'n �ruerika predigen den Arbeitern die Schaffung lain-E.-5�� Arbeiterverbänden oder verschwommenen, nur par- „i�?�rijchea Vereinigungen, an Stelle der politischen Partei, Tat gleichzeitig eine durchaus bürgerliche Politik in die wog?-' revolutionären Syndikalisten und Zndustrialistcn niifc* �Sen die Diktatur der Bourgeoisie kämpfen, wissen aber Sie merken nicht, daß die Arbeiterklasse ohne selb- �'ge politische Partei ein Rumpf ohne Kopf ist. deiit» revolutionäre Syndikalismus und Industrialismus be- dutnn" einen Schritt vorwärts nur im Vergleich mit der alten, 'lm m' �egenrevolutionärcn Ideologie der 2. Internationale. mit x rgleich aber mit dem revolutionären Marxismus, d. h. lirL™ Kommunismus, bedeuten Syndikalismus und Industria- kM*«einen Schritt rückwärts. Die Erklärungen der„linken" z-..,' P- D. auf ihrem Gründungsparteitag im April, daß sie eine betit V gründe, aber„keine Partei im überlieferten Sinne", be- b-cT� ei"c geistige Kapitulation vor denjenigen Anschauungen -«yndikalismus und Industrialismus. die reaktionär sind. S~»il. durch den Generalstreik, durch die Taktik der gekreuzten b»* t nn die Arbeiterklasse nicht den Sieg über die Bourgeoisie «vontragen. Das Proletariat muß zum bewaffneten Ausstand dos*®er das verstanden hat, wird auch begreifen müssen, df??ozu eine organisierte politische Partei not tot und formlose rociterunionen nicht genügen. Evolutionären Syndikalisten sprechen oft von der großen entschlossenen revolutionären Minderheit. Nun. eine -?"ch entschlossene Minderheit der Arbeiterklasse, eine Minder- B« v'6 kommunistisch ist, die handeln will, die ein Programm die den Kampf der Massen organisieren will, ist eben die kommunistische Partei. 5?; Die wichtigste Ausgabe einer wirklich kommunistischen Partei ttliÄ darin, immer in engster Fühlung mit den breitesten «lylchten der Vroletarier»u bleiben. Um da mit den breitesten das zu erreichen, können Und r' tt""""■ o" bu dre Kommunisten auch in solchen Vereinigungen wirken, ,'n.cht parteimäßig sind, die aber große Proletarierschichten b.„l �n.. Z. B.I Kriegsbeschädiaten-Organuationen in verschie- d Ländern. Eomitee der„Sands of Russia" in England, Li�kar.lsche Mietervereine usw. Besonders wichtig ist das russi- ?.Deispiel der sogen,„parteilosen" Arbeiter- und Bauern- j.�vmrenzen. Solche Konferenzen werden fast in jeder Stadt, in m Arbeiterviertel und auch auf dem Lande organisiert. Bei jjm Wahlen zu diesen Konferenzen beteiligen sich die breitesten Nun ouch der zurückgebliebenen Arbeiter. Auf die Tagesord- werden die akutesten Fragen gestellt: Ernährungsfrage. ».Mungsfrage, militärische Fragen, Schulfrage, politische Auf- s...des Tages usw. Die Kommunisten beeinflussen diese !l, losen" Konferenzen auf das eifrigste,— und mit größtem .vlg lllr die Partei. J.1* Kommunisten halten für ihre wichtigste Aufgabe die snsse- a.ische organisatorisch-erzieherische Arbeit innerhalb dieser Arbeiterorganisationen, aber um eben dies« Arbeit er- liflt � öu gestalten, um die Gegner des revolutionären Proleta- for daran zu hindern, daß sie sich dieser weiten Arbeiterorgani- bemächtigen, müssen die fortgeschrittenen kommunistischen roeiter stets ihre eigene selbständige, geschlossene kommunistische bei• l bilden, die stets organisiert vorgeht und die imstande ist, e' jeder Wendung der Ereignisse und bei allen Formen der Be- Wtne8 bie allgemeinen Interessen des Kommunismus wahrzu- Komunisten meiden keineswegs nicht parteigcmäße V«pgar I»»—/»»»j h»»»||» yCI?He»ot0onisatioiien der Arbeiter, sie scheuen sich unter Umständen bann nicht, wenn sie einen ausgeprägt reaktionären Cha- tragen,(gelbe Verbände, christliche Verbände usw.) in Mn teilzunehmen und sie auszunutzen. Die kommunistische halb dieser Organisation beständig ihre Arbeit dann nicht, wenn sie einen i?! tragen,(gelbe Verbände, %??? teilzunehmen •üoitei führt innerha,„ überzeugt die Arbeiter unermüdlich, daß die Idee der Partei- !?ügkeit als Prinzip von der Bourgeoisie und ihren Handlangern Mbewußt unter den Arbeitern gefördert wird, um die Proleta- vom organisierten Kampf für den Sozialismus abzulenken. � Die alte„klassische" Einteilung der Arbeiterbewegung in drei slormen— Partei, Gewerkschaften und Genossen- i'Mten— ist offenbar überholt. Die proletarische Revolution � Rußland hat die Grundform der proletarischen Diktatur— die «owyets— geschaffen. Die Neueintreilung. der wir uberall Mgegengehen. ist: 1. Partei. 2. Sowjet. Z. Produktronsvcrband Gewerkschaften). Slber auch die Arbeiterriit«. wie auch die revo- utionierten Prod i. rwnsvirbände müssen beständig und systema- ssjch von der Partei des Proletariats, d. h. von der»ommnnist,- Weu Partei geleitet werden. Der organisierte Vortrupp der Ar- veiterklasse— die kommuniktilckie Vartei— die in aleichem Maße ..-.rklasse— die kommunistische Partei— die in aleichem Maße � Kämpfe der gesamten Arbeiterklasse aus wirtschaftlichem wie svlitischem Gebiet, wie auch auf dem Gebiet des Bildungswesens iiten muß, sie muß den lebendigen Geist bilden, sowohl in den -droduktionsverbäuden und Ardeiterräten, wie auch in allen ande- .Formen der proletarischen Organisation. Die Entstehung der Sowjets als historische Grundform der T'ktatur des Proletariats schmälert keineswegs die lührende £vlle der kommunistischen Partei in der proletarischen Revolution. Zlenn von den„linken" Kommunisten Deutichlands(siehe ihren g �uf an das deutsche Proletariat vom 14. April 1320, gezeichnet »kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands') erklart wird. ,chaß sfW) die-—- Ptolefrt/it? e,L� immer mehr dem Rätegedanken anpaßt und virwa?//» �5�akter annimmt"(K. A. Z. 24). so ist das ein Port?!!/ Ausdruck der Idee, als müsse sich die kommunistische niitirm« Raten auflösen, als könnten die Räte die Kommu- Ichc Partei ersetzen. Dies« Idee ist grundfalsch und reaktionär. g°�e b°r E-schichte der russischen Revolution sahen wir einen . �vitt. als die Sowjets gegen die proletarische Partei ktüßt?n � die Politik der Agenten der Bourgeoisie unter- Gleim»'.Dasselbe war auch in Deutschland zu beobachten. Das Dom-* w?uch andern Ländern möglich. werde/.Sowjets ihren geschichtlichen Aufgaben gerecht zu krätie..„ vermögen, ist im Gegenteil das Bestehen einer derart aickt.kommunistischen Partei insofern notwendig, daß sie sich wäre den Sowjets„anpaßte", sondern daß sie in der Lage ,cle.!?lbst zu veranlasse� der„Anpassung" an die Bour- der Lage Kenia ou uciuiuuiitm-».»», I»-»»sie Bour- fie„ die weißgardistische Sozialdemokratie zu entsagen, daß t,««M'ttels der kommunistischen Fraktionen der Sowsets im- märe, die Sowjets ins Schlepptau der kommunistischen Ä«, zu nehmen. Eom�t r kommunistischen Partei den Vorschlag macht, sich den kunn t„anzupassen", wer in einer solchen Anpassung die Stär- foiw,* 5„proletarischen Charakters" der Partei steht, der erweist dee E der Partei wie den Sowjets einen höchst fraglichen Dienst, klene-!«»«.s.»./,---- cnJJiA„»A XJ» Xer d'.'__........... IooLb4e--Sowjetidee" legen jetzt auch stiele„Unabhängige" zu /» �lüZlalisten ein Lippenbekenntnis ab. Diesen Elementen dan»!?°dreil, die Sowjetidee zu verdrehen, werden wir nur Mei-xJ v"6"'. wenn wir eine starke kommunistische Partei haben flelie„x' d>e imstande ist in der Politik der Sowjets ausschlug- i, sein, die Sowjets hinter sich zu führen. Nu, ti- Arbeiterklasse benötigt die kommunistische Partei nicht runn x Eroberung der Macht, nicht nur während der Erobc- di» Macht, sondern auch nach dem llebergang der Macht in Iab,- der Arbeiterklasse. Dre Geschichte der seit bald drei mich»•an der Macht stehenden kommunisttzchen Partei Ruß- ErnxU gt'. daß die Bedeutung der kommunistischen Partei nach sonde�"?g der Mawi durch die Arbeiterklasse sich nicht verringert. 10 Vm Gegenteil außerordentlich zugenommen hat. blech, Zacfc der Eroberung der Macht durch da?.Proletariat beifcJeine Partei dennoch nach wie vor nur ein Teil der Ar- rklasse. Das ist aber gerade derjenige Teil der Arbeiter- kläffe, der den Sieg organisierte: seit zwei Iahrenzehnten, wie in Rußland, seit einer Reihe von Jahren, so auch in Deutschland, führt die kommunistische Partei ihren Kampf nicht nur gegen die Bourgeoisie, sondern auch ggen diejenigen„Sozialisten", welche die Träger der bürgerlichen Beeinflussung des Proletariats sind: sie nahm in ihre Reihen die standhaftesten, weitsichtigsten und fort- aeschrittensten Kämpfer der Arbeiterklasse auf. Nur auf Vor- handensein einer derartigen, geschlossenen Organisation der Elite der Arbeiterklasse ist es möglich, alle diefcnigen Schwierigkeiten zu überwinden, die sich der Arbeiterdiktatur am Tage nach dem Siege in Weg stellen. In der Organisierung einer neuen proletarischen roten Armee. in der tatsächlichen Vernichtung des bürgerlichen Staatsapparates und in dessen Ersetzung durch Keime eines neuen proletarischen Staatsapparates, im Kampf gegen zünftige Tendenzen einzelner Arbeitergruppen, im Kampf gegen den Lokal- und Bezirks-., Patrio- tismus", in der Anbahnung von Wegen auf dem Gebiet der Schaf- fung einer neuen Arbeitsdisziplin.— auf allen diesen Gebieten ge- hört das entscheidende Wort der kommunistischen Partei: ihre Mitglieder müssen durch das eigene Beispiel die Mehrheit der Arbeiterklasse anfeuern und führen. 11. Die Notwendigkeit einer politischen Partei des Proletariat, fällt erst mit der völligen Vernichtung der Klassen weg. Auf dem Wege zu diesem endgültigen Siege des Kommunismus ist es mög- lich, daß die historische Bedeutung der drei Grundformen der proletarischen Organisation der Gegenwart(Partei, Sowjets. Produktionsverlssinde), sich verändern wird und daß sich allmählich der einheitliche Typus der Arbeiterorganisation herauskristalli- stert. Die kommunistische Partei wird sich aber erst dann vollstün- dig in der Arbeiterklasse auslösen, wenn der Kommunismus auf- hören wird, ein Kampfobjekt zu sein und die gesamte Arbeiterklasse kommunistisch geworden ist. 12. Der zweite Kongreß der Kommunistischen Internationale wird nicht nur die geschichtlichen Aufgaben der kommunistischen Partei überhaupt bestätigen, sondern dem internationalen Prole- tariat, wenn auch in allgemeinen Umrissen, sagen müssen, was für eine kommunistische Partei wir benötigen. 13. Die Kommunistische Internationale ist der Ansicht, daß besonders in der Zeit der Diktatur des Proletariats die kommunl, stifche Partei aus der Grundlage eines eisernen proletarischen Zentralismus ausgebaut werden muß. Um mit Erfolg die Ar- beiterklasse in dem ausgebrochenen langwierigen und harten Bür- gerkriege zu führen, muß die kommunistische Partei in ihren eige- nen Reihen eine eiserne, militärische Ordnung schaffen. Di« Er- fahrungcn der kommunistischen Partei, die im Verlauf von Jahren im russischen Bürgerkriege'die Führung der Arbeiterklasse hatte, haben gezeigt, daß ohne die strengste Disziplin, ohne einen vollen- deten Zentralismus und ohne volles, kameradschastliches Vertrauen dem leitenden Parterzentrum der ... �. muß auf der Grundlage des demo- kratischen Zentralismus aufgebaut werden. Das Hauptprinzip des demokratischen Zentralismus bildet die Wählbarkeit der oberen Parteizelle durch die untersten, die unbedingte und unerläßliche verbinolichkeit aller Borschristen der übergeordneten Znstanz für die untergeordnete und das Vorhandensein eines starten Partei- Zentrums, dessen Autorität allgemein anerkannt ist für alle führen- den Parteigenossen in der Zeit von einem Parteitag bis zum andern. IS. Eine Reihe kommunistischer Parteien Europas und Amerikas ist infolge des von der Bourgeoisie gegen die Kommunisten ver- hängten Belagerungszustandes gezwungen, eine illegale Existenz zu fuhren. Man muß dessen eingedenk sein, daß man bei einer derartigen Lage der Dinge mitunter gezwungen ist, von der strikten Durchführung des Prinzips der Wählbarkeit abzusehen und den leitenden Parteieinrichtungen das Recht der Kooptierung(Bervoll- ständigung) zu überlassen, wie das seinerzeit in Rußland der Fall gewesen ist. Unter dem Belagerungszustände vermag die kam- munistische Partei sich nicht bei jeder ernsten Frage des demokra- tischen Referendums zu bedienen(Antrag eines Teils der ame- rikanischen Kommunisten), sie ist vielmehr gezwungen, ihtem leitenden Zentrum das Recht einzuräumen, im nötigen Augenblick wichtige Beschlüsse für alle Parteimitglieder zu fassen. 16. Die Propagierung einer weiten„Autonomie" für die einzel» nen lokalen Parteioraaniiationen schwächt gegenwärtig nur die Reihen der komonistischen Partei, untergräbt ihre Aktionsfähigkeit und begünstigt die kleinbürgerlichen, anarchistischen, auflösenden Tendenzen. 17. In den Ländern, wo«och die Bourgeoiste oder die gegen- revolutionäre Sozialdemokratie an der Macht ist, müssen die kam- munistische« Parteien es lernen, die legale Tätigkeit planmäßig mit der illegalen zu kombinieren. Dabei muß sich die legale Arbeit stets unter der tatsächlichen Kontrolle der illegalen Partei be- finden. Die kommnmstischen Parlamentssraktionen, sowohl in den zentralen(Reichs-) wie in den lokalen(Landes- bezw. Gemeinde- Staatsinstitutionen) müssen voll und ganz der Kontroll« der Ge« jamtpartei unterstellt werden,— ganz abgesehen davon, ob die Gesamtpartei im gegebenen Augenblick legal oder illegal ist. Diejenigen Abgeordneten, die sich ,n irgend einer Form der Partei unterzuordnen weigern, müssen aus den Reihen der Kommunisten ausgestoßen werden. Die legale Presse lZeitungen, Verlag) muß unbedingt der Gesamtpartei und ihrem Zentralkomitee unterstellt werden. 18. Die Grundlage der gesamten Organisationstätigkeit der kommunistischen Parter muß überall die Schaffung einer kommu- nistischen Zelle sein, mag auch die Anzahl von Proletariern und Halbproletariern mitunter«och so gering sein. In jedem Sowjet. in jeder Gewerkschast, in jedem Konsumverein, in jedem Betrieb. >« jedem Einwohnerausschuß tMieterrat), überall, wo sich auch nur drei Mann finden, die für Kommunismus eintreten, muß sofort ein« kommunistische Zelle gegründet werden. Nur die Geschlossen- heit der Kommunisten ist es, die dem Vortrupp der Arbeiter- klaffe die Möglichkeit gibt, die gesamte Arbeiterklasse hinter sich zu führen. Alle kommunistischen Parteizellen, die in den partei- losen Orgamjationen tätig sind, sind der Eesamtparteiorganisation unbedingt untergeordnet, ganz abgesehen davon, ob die Partei in dem betreffenden Moment legal oder illegal arbeitet. Die kom- munistische« Zellen aller Art müssen einander untergeordnet sein auf der Grundlage der strengsten Rangordnung nach einem mög- lichst genauen System. l!). Die kommunistische Partei entsteht fast überall als städtische Partei, als Partei von Industriearbeitern, die hauptsächlich in den Städten wohnen. Zwecks eines möglichst leichten und schnellen Sieges der Arbeiterklasse ist es notwendig, dqß die kommunistische Partei nicht nur die Partei der Städte, sondern auch die der Dörfer werden soll. Dre kommunistische Partei muß ihr« Propa- ganda und ihre organisatorische Tätigkeit unter den Landarbeitern und den Klein- und Mittelbauern entfalten. Die Kommunistische Partei muß mit besonderer Sorgfalt auf die Organisierung von kommunistischen Zellen auf dem flachen Lande hinarbeiten. Die internationale Organisation des Proletariats kann nur in dem Fall stark sein, wenn in allen Ländern, wo Kommunisten leben und kämpfen, sich die oben formulierten Anschauungen über di« und den Klein- und Mittelbauern entfalten. Die kommunistische Internationale ladet zu ihrem Kongreß eine jede Gewerk- schaft ein, die die Prinzipien der Dritten Internationale an- erkennt und bereit ist mit der gelben Internationale zu brechen. Die Kommunistische internationale wird ein« internationale Sek- tion der roten Gewerkschaften organisieren, die auf dem Boden des Kommunismus stehen. Die Kommunistische Internationale wird sich nicht weigern mit jeder nicht parteimäßigen Arbeiterorgani- sation zusammenzuarbeiten, wenn diese einen ernsten revolutio- nären Kamps geaen die Bourgeoiste führen will. Dabei wird aber die Kommunistische Internationale die Proletarier der ganzen Welt auf folgendes hinweisen: 1. Die Kommunistische Partei ist die Haupt- und Grundwaffe zur Befreiung der Arbeiterklasse In einem jeden Lande müssen wir jetzt nicht Gruppen oder Strömungen haben, sondern eine kommunistische Partei. 2. In einem jeden Laude soll nur eine einzig» einheitliche konv munistssche Partei bestehen. 3. Die Kommunistische Partei soll auf dem Prinzip der streng- sten Zentralisierung aufgebaut sein und in der Epoche de? Biw gerkrieg«? soll sie in ihren Reihen militärische Disziplin walten . 4. Üeberall, wo es auch nur ein Dutzend von Proletariern oder Halbproletariern gibt, mutz die Kommunistische Partei eine orga« rnsierte Zelle haben. 5. In einer jeden nicht parteimäßigen Institution muß eine kommunistische Parteizelle bestehen, die der Eeiamtpartei streng- stens unterstellt ist. 6. Das Programm und die revolutionäre Taktik des Kommunis- mus fest und beharrlich beschützend, muß die Kommunistische Partei stets auf das engste mit den breiten Arbeiterorganisationen verbunden sein und das Sektierertum in demselben Matze meiden wie die Prtnztpienlsstgkeit. Stimmen der Parteipresse „Bolksblatt" in Hall« Di« Vertretung der U. S. P, D. ist vom Kongreß der Kommu- nlsttschen International« m Moskau zurückgekehrt und hat die Bedingungen mitgebracht und bekanntgegeben, die die 3. Inter- nationale für den Anschluß aufgestellt hat. Wir unterbreiten sie hiermit den Genoffen und empfehlen ein sorgfältiges Studium. Der erste Eindruck wird wohl be» jedem sein: ungeheuerlich! Das ist ja eine bis ins Kleinste gehende Diktatur! Zn der Tat: es ist s«,— wenn man sich ans Formal« Nammert. Aber nachdem wir das festgestellt, müssen wir auch in Ruhe überlegen, um was es sich bei vieser großen Frage eigentlich han- delt. Hier stoßen zwei Prinzip« zusammen, di« in der welt- geschichtlichen Entwicklung abwechselnd die entscheidende Rolle spielen: Diktatur und Demokratie. Im tiefsten Grunde find dir beiden ja nie ganz rein verwirklicht, aber«ins oder das ander« bestimmte System herrscht jedesmal in einer Geschichtsepoche, in einem Staat, in einer Partei vor. Nun sind wir in der deutschend Sozialdemokratie auf das System der Demokratie eingeschworen— I wie schon unser Name sagt. Und ee war vielfach zur Parteitradi- tion geworden, daß wir auch mit und durch die Demokratie den Sozialismus verwirklichen wollten und— könnten. Die Entwlck- lung der letzten paar Jahre hat aber das Fragezeichen hinter „Demokratie" ständig verstärkt. Freilich hat man auch immer an „Dittatur des Proletariats" gedacht, aber so ganz dahinten, so mehr theoretisch, so ganz in oer Ferne liegend.„Demokratie" lag viel näher: sie wurde zur Waffe, mit der wir die Diktatur der kapitalistischen Gesellschaft berannten. Nun zeigt sich, daß die Waffe untauglich ist. Der Kapitalismus arbeitet mit jeder Art von Demokratie, auch der„vollendetsten". Er erfreut sich gerade in den Ländern des besten Wohlseins und der brutalsten Diktatur, die die herrlichsten, mustergültigsten demokratischen Einrichtungen haben. Beispiele liegen nah«. Wir müssen klar unterscheiden lernen. Demokratie wollen wir, all unser leidenschaftliches Kämpfen hat kein andere» Ziel, als allen Menschen gleichberechtigte Anteilnahme an allen Gütern des Lebens und der Kultur zu sichern. Der Zweck unseres Kampfes ist reinste, edelste Demokratie. Sie kann sich aber nur auf gleicher Besitzberechtigung aufbauen, auf den So- zialismus, richtiger dem Kommunismus. Aber der Kommu-' tlismus kann nie verwirklicht werden ohne Diktatur be» Prole»! tariats. Das Proletariat ist die« i n z i g e Klasse, die beim Kom-. munismus gewinnt, alle andern Schichten, die an der Herrschaft der Kapitalistenklasse beteiligt sind, haben zu verlieren. Deshalb kann nur die Arbeiterklasse den Kommunismus— diktieren. Wie wird sie......'"" ist allein die" nicht in die_________________ Praxis ansehen. Die russische Arbeiterklasse hat den Kampf aufgenommen und durchgeführt. In Rußland ist die Diktatur des Proletariats verwirllicht. Mit welchem Instrument? Mit einer auf„vollendeter Demokratie" aufgebauten Parteiorganisation? Nein. Die russische Kommunistische Partei ist so organisiert und arbeitet so, wie wir in den Aufnahmebedingungen lesen. Nun mag der einzelne Genosse bis ins Mar! erschauern oder eine Gänsehaut kriegeg ob der Zumutung, uns eine ähnliche Diktatur innerhalb der Partei zulegen zu müssen, ehe wir in Moskau Ausnahme finden— das ganz« bleibt doch eine sehr nüchtern zu überlegende Sache- En trü st ung über die Aufnahmebedingungen lehnen wir jedenfalls ab. Wir müssen sehr ruhig die Borfragen beantworten, ob wir die Diktatur des Proletariats wirklich wollen und dann entscheiden, w i e wir es k L n n e n1 Da wird es sich auch nicht um kleinliche„Vorschriften" handeln, auch nicht um An- nähme eines uns in Einzelheiten fremdartigen Systems, nein, das ist alles Beiwerk. Es kommt auf den G e i st an, den K a m p f e s- g e i st, mit dem wir unsere Organisation erfüllen und mit dem wir unsere Praxi» betreiben. Wenn dieser Geist und dieses Wollen dem stahlharten Willen des russischen Proletariats ahn- ird. so werden wir auch die Organisation s f o r m lich wird, finden, die diesen Geist tragen kann. Daß sie bi» in alle Einzel- Heiteil dem„Schema" der Aufnahmebedingungen entsprechen müsse. wird niemand sordern. Gegen solche Albernheiten werden sich sicherlich die russischen Genossen verwahren. Die ganze Frage darf überhaupt nicht vom bureaukratisch-kleinen Gesichtspunkt der„Organisationseinrichtuna" oder des„Organi- fationsumbaues" betrachtet werden. Die Partei ist nur das In- ftrument, das sich der K a m p f z w e ck baute und das in ständiger Fortentwicklung begriffen bleiben muß. Wenn wir stagnieren. werden wir uns mit Tüfteleien über die„Demokratie in der Partei" die Zeit vertreiben. Wenn wir aber marschieren, dann werden wir die strafsste Disziplin in den Reih:« halten. Jetzt werben wir nur, aber wir handeln noch nicht. Wenn die! Arbeiterklasse zur Berwirklichung der Diktatur, zur Machtübernahme dura) die Rälcorganisatton schrtitet. so ist die Organi-, sationssorm sofort eine andere.(, Ans der Partei Bezirkstag Magdeburg-Anhalt Am Sonnabend und Sonntag tagt« in Magdeburg der Bezirks- tag der U. S. P. für Magdeburg-Anhalt. Es waren über 120 Delegiert« anwesend. Die Mitgliederzahl ist im letzten Jahre von 16 424 auf 26 476, also um 10 0S2 gestiegen. Da der Bezirk zum troßen Teil rein ländliche Bezirke umfaßt und eine erhebliche lnzahl rechtssozialistischer Blätter besteht, bedeutet diese Zu- nähme«inen schönen Erfolg. Die Parteizeituna,„Magdeburger Volkozeitung". die am 1. April 1619 mit 2600 Lesern gegründet wurde und sich'''''~'*"■"--- beachtenswerten 20 600 fielet. Die..................... dem Bezirkssekretariat bestehen vier Kreissekretarlate, von denen zwei halbamtlich verwaltet werden. Das Kassenwesen zeigt in folge der hohen Waylkosten ein weniger, erfreuliches Bild. Die Zahl der unabhängigen sozialistischen �S�mmen � betrug bei den Wahlen zur Nationalversammlung reichlich-b 000, be» der Reichs- tagswahl über 128 000. Damals stsidese der Bezirk keinen Ab- geordneten, diesmal mit Hilf« von Reils.unmen 3 ins Parlament. " �. Hl Mi r MVM JC..___ e, V- Der normale Beitrag betrug bisher 26 Pf. pro Wodie""rn'nfii'r'xV.' |'«fÄ s; K'S-Z'ZNs»-Z Partei"aktullle�'Nagen Ä d-'° Befirksw/c/d�n d »äüMMWLG« wenn sie sich neben den Gewerkschaften �usammenß VollversammlijSgeNi UM m jeMiligen SitUftjwit AilPesTWer� 8 Uhr: Floh im Panzerhaus KWmerspiele e uhr- avrib.trnfcl. Kleines Schansplelhaus Fafanrnftr. 1(Nahe Bhf. Äoo). fi Uhr: BUchse der Paudora LGilg-Thesttt SommerspielzeU Allabendlich 7>/, Uhr» Die Tänzerin !, Uhr: Me Meraatimale. Rose-Theater 7'/, U�- Der«ras aon Luxemburg ®attenbübne Täglich?-/, Uhr: Slls,» Suse. Apollo- Theater Frlebrlchftr. 2t« 7lj Allabendlich>711 je Lonnta»» VI u. I|: Mbertresfllihes Larich-PrograM! Berltner Wer ÄastonieiuAllee 7—9 12 Barich- Senfaiioaen 12 SÄ Großer Ball Anfang VjS Uhr Städt. WeMMle Tlerfin, TCurfürstenstraße nw 'Beginn öesWinterfjafdjaijres 6. Oßtoßer Anmildungen werden täglich von 8— 2 Uhr, außerdem Sonnabends bis 6 Uhr abends im Bureau angenommen Auskunft ebendort n»f Bar oder Kredit zu den bUligsten Preisen und leichtesten Bedingungen.— Liefers auch auswärts. Möbel-Grost Große Frankfurter Straße»4t l Invalldeuftr. S, Eingang Ackerftr. Neue Welt Arnold Scholz Hasen Heide 108-114 Täglich Konzert und Vorstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags u. Sonntags Groher Ball.»»»»» DieKasseekücheisttäal. geöffn. Anfam; wochentags 5 Uhr, onntags 4 Uhr. S KklelWiMltoMi kauft Grossmann, Johannisstr. 4 Wj-.don 10621. Kinder- Puder „Pfeifferol" rein hygienischer Puder von hervorragender Wirkung IGr jung und alt, sollte in keinem Haushalt fehlen. Ken verlange au:drßckllch„PfolfT«- rol" In Bleohitrcuooscn.— Erhältlich in Apotliekcn, Drogerien u. einschl. 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DeilWr MMMM-MB Bermaltungsstelle Berlin« Nachruf I Den Kollegen zur Nachricht, daß folgende WitgUtd«� gestorben sind: Die Arbeiterin Hsrfci Wagner Havelberger Straße 31, am 17. d. Mts. Der Abstecker Hsrrmsnn Uvksmsnn am 2l. d. Wik. Ehre ihrem Hnhenden I Die CrtoneimaU*«#' DMtt MMM-MH BemölliiWstelle Berlin N. 5i. Lmenftr. T Eeschksiszeit uon serm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Tcleshoii:«ml NorSen 185. 12Z9. 1987. 9714. Achtung I Selegiette m GMmlverWmlm. Am Montag, den SV. Duqust 1S20, abends 0 in den Germania-Bälen, Chausfeestraße 110 WenMW taraloecliinlM »serer BemMüMile Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der' Sitzung i erweiterten Beirate. 2. Diskussion. I Autritt nur unter Vorzeigung der Delegierten-Legitimat�I karte oder der gestempelten Legirimationskarte für dieWitgll�� der erweiterten Ortsoerwaltung und des Mitgliedsbuches. trauensleute, welche nicht Delegierte sind, haben keinen Aul Die Hrtsvermaltung� /ivlit.! krsutleute! einl>uliiitsll.1'r»u''i>l OR. Trauringe "lEnorm bllllgl stl.-«l!ll3CM Färb. Chcv.- Anzüge 370 In vialaa Farbenatallnngen, in Gräte 11-44...... JcUl X*»«3*�4? Farbige Anzügc,rt,I,"550~o«o Sa Ausgeicichneteo QualltAten, in Größe 11-44....... fetal M. Nur eineVetli3ii!sstcllc BaeitSohnEi Mur(KsuLSS« Ztksk!« 29 30-l r Keine Fiiblen mehr WirKaufe» . rnd zahlen sehr hohe Preise für Kupfer, Blei, Zink, Messing Ktaniol, Zinnfolie, MWer. > Aluminium, Eclluloid. Platin, Sold, Kilber, t»rTk«5 Prenzlaneestr.A Waldstoaste 3 O.ERMEL ©«benerftr. 59 DE-GlSfJER Schöneberg» Dahnstro�e�lS Skallhrrstr. O.Ta 2cke Lausitzer Platz er Aktion erfordert. Aber die Metallarbeiter müssen als Avantgarde des Proletariats trotz aller Schwierigkeiten, und der Möglichen Schwäche in einzelnen Ländern alles daran setzen, um Unr Aufforderung nachzukommen. Seien wir uns der großen Auf- �v?n bewußt, die den Gewerkschaften zufallen, getreu den Wor- „Die Befreiung des Proletariats kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein." �Richard Müller- Deutschland ist mit dem Ergebnis der ratungen nicht zufrieden. Zu wenig sei zu spüren gewesen on den Wellenschlägen der Revolution. Die Abwesenheit der lastet auf dem Kongreß. Die kapitalistischen Regierungen Werden es als Schwäche der Arbeiterbewegung auslegen. Der Kongreß müsse den Willen zu mehr Aktivität belunden. Darum _ ssrn die Metallarbeiter aller Länder zur direkten Aktion schreiten. Der Boykott gegen Ungarn habe gezeigt, daß sich die Erkenntnis zur Aktion überall bemerkbar mache. Allerdings sei es nicht möglich, die Form der Aktionen durch Resolutionen fest- zulegen, aber das nächste Ziel des Kampfes müsse gezeichnet wer- ben. Darum legx er eine eigene Resolution vor, die die Muni- tionserzeugung verbiete und den Metallarbeitern zur Pflicht mache, die Aktionen der gewerkschaftlichen und sozialistischen Par- teien zu unterstützen. Eine Betonnung des Charakters des Krie- ges findet er nicht notwendig. Sondern es müsse ausgesprochen werden, daß wir in der Epoche der sozialen Revolution leben, in der die alten gewerkschaftlichen Methoden als überlebt zu be- zeichnen seien. Andererseits erkenne er die Schwierigkeiten zur Uebereinlunft zu einer gemeinsamen Resolution angesichts der verschiedenen Entwicklung und Verhältnisse in den verschiedenen Ländern an, darum akzeptiere er die Resolution der Kommission, obwohl ihm darin einiges nicht gefalle und ziehe seine eigene Resolution zurück. Merxheim- Frankreich erklärt, daß er nicht ums Wort ge- beten hätte, wäre nicht Müller mit einer eigenen Resolution ge- kommen. Die Deutschen seien es auf den früheren Kongressen stets gewesen, die die Vorschläge der Franzosen abgelehnt hätten. im Kriegsfalle den Eenerasstrei! zu erklären. Wenn heute Müller verlange, daß man die russischen Methoden zu übernehmen habe, dann mußten alle Delegier- ten nachhause gehen und den Bürgerkrieg er- klären. Er lehne dies ab. Es könne wohl die richtige Methode für Rußland sein, das keine starke Bourgeoisie habe: Frankreich aber habe 7 Millionen Bauern, die sich sofort gegen die Arbeiterklasse wenden würden. Wenn die Deutschen die Methoden adoptieren wollten, so könnten sie es ja tun. Die Mili- tarisierung der Arbeit, die Einrichtung von Kriegsgerichten für die Arbeiter, die Verwandlung des Landes in eine große Ka- lerne seien Methoden, die in Frankreich nicht anwendbar seien. Auch habe man den Beschluß der 8. Internationale zur Gründung einer neuen Eewerkschaftsinternationale vor sich, womit sich die Gewerkschaften aller Länder zu beschäftigen haben. Wir hätten nicht Zeit, lange zu diskutieren, sondern müßten die Aktion der Eewerkschaftsinternationale unterstützen, und darum die Macht herstellen, die hierzu imstande ist. Haas- Deutschland erklärt sich mit den Methoden der Russen nicht einverstanden. Die Resolution der Kommission sei zu lang und enthalte zu viel starke Worte, aber angesichts der Schwierig- keiten stimme sowohl er als sein Freund Kummer dennoch dieser Resolution zu. S t e i n- Oesterreich erklärt die Schwierigkeiten, denen die Kommission bei Ausarbeitung der Resolution begegnete und wobei natürlich das ästhetische Bedürfms nicht vollkommen auf seine Rechnung kommen könne. Aber von keiner Seite sei die Re- solution selbst kritisiert worden, sondern man habe sich nur in allgemeinen theoretischen Auseinandersetzungen bewegt. Die rus- fischen Methoden könnten wir nicht verurteilen, sondern müßten sie erst studieren und dann dazu Stellung nehmen. Notwendig sei, daß die Franzosen mehr Vertrauen in die in Deutschland vor sich gegangene Aenderung der Mentalität haben. An Müllers Re- solution sei die beste Eigenschaft, daß er sie zurückgezogen habe. darum wolle e'r einem Toten nichts Böses nachsagen. Wenn aber Haas die starken Worte in der Resolution kritisiere so entsprechen diese starken Worte den wirklichen Verhältnissen. D t ß m a n n(Deutschland) hebt in einem kurzen Schlußwort hervor, daß es bei der heutigen Beschlußfassung nicht darauf an- komme, über Einzelfragen Sowjetrußlands ein Urteil abzugeben, sondern unsere proletarische Solidaritä gegenüber den russischen Brüdern zu bekunden. Das sei auch die beste Antwort auf die gewaltsame Fernhaltung der russischen Delegierten von diesem Die Resolution der Kommission wird dann e i n st i m m i g an- genommen. Den Wortlaut dieser Resolution bringeil wir in der nächsten Nummer. Rechtssoziattste» gegen Betriebsräte Die Gemeinde M a h l s d o r f hat einen sozialdemokratischen Ge- mcindevorsteher, der jetzt zur Zeit seines Urlaubs durch einen sozialdemokratischen Schöffen vertreten wird. Beide Herren, die Arbeitervertreter sein wollen und der S. P. D. angehören, miß- achten das Recht der Arbeiter und Angepellten auf einen Be- triebsrat. Der Schöffe S chin id t(S. P. D.) drohte sogar einem Vertrauensmann, der den Betriebsrat durchfechtet, init Entlassung. Genährt wird dieses Treiben, das sich hauptsächlich gegen Mit- glieder des Zentralverbandes der Angestellten richtet, von dem reaktionären Eemeindeobersekretär Buchholz. Die Arbeiter und Angestellten haben einen Betriebsrat ver- langt. Der Gemeindeverwaltung liegt aber daran, beide Erup- pen auseinander zu reißen, um ihnen dadurch ihre Stoßkraft zu nehmen. Sie verfügte mit Zustimmung des Regierungsprast- deuten, daß Angestellte und Beamte eine gemeinsame Jntere�en- Vertretung erhalten sollen, damit die Angestellten unter die Be- stiinmungen für die Beamten fallen.(D,e Bezahlung soll nicht nach den Grundsätzen für die Beamten erfolgen.) In einer Versammlung haben die entrechteten Arbeitnehmer dagegen Stellung genommen, einen provisorischen Betriebsrat gebildet und nachstehende Resolution einstimmig angenommen: „Die Arbeiter und Angestellten der Gemeinde Mahlsdorf prots- stieren gegen die herausfordernde Haltung des Eemeindevorstan- des, der einem Teil! ein er Arbeitnehmer das Recht auf den Be- triebsrat auf gesetzlicher Grundlage abspricht und verurteilen aufs schärfste die Abstmt der Gemeinde, die Einheitsfront der Ar- beiter und Angestellten zu durchbrechen zugunsten des reaktiv- nären Beamtentums. Die Angestellten weisen es mit Entrüstung von sich, mit den Beamten, die nur gegen die gleichen Rechte der Angestellten kämpfen, zusammenzugehen und wollen mit den Ar- beitern gemeinsam eine Interessenvertretung. Die gewählten Ver- trauensleute werden beauftragt, mit allen ihnen zu Gebote stehen- den Mitteln beim Eememdevorstand dahin zu wirken, daß der- selbe seine ihm gesetzlich obliegenden Pflichten der Arbeitnehmer- schaff gegenüber erfüllt und diese nicht sabotiert." Reichskonferenz der Orenstem& Koppel A. G. Betriebsräte. Vom 21. bis 23. August fand im Berliner Eewerkschaftshaus die erste Reichskonferenz der Betriebsräte des Orenstein u. Koppel- Konzerns statt. Insgesamt waren die Vertretungen von 10 000 Ar- beitnehmern delegiert. Es wurde der Beschluß gefaßt, gemeinsam nach genau verein- karten Richtlinien auf die weitgehendste Mitwirkung der Arbeit- nehmer am Wirtschaftsbctriebe der Firma hinzuarbeiten. Ferner wurde u. a. beschlossen, der Arbeitnehmerschaft zu empfeh- len, das sogenannte Erholungsheim der Firma in Blankenburg nicht mehr aufzusuchen, da bei den bestehenden Verhältnissen die Bezeichnung„Wohltätigkeitseinrichtuna" auf dieses Erholungsheim nicht mehr anwendbar ist. Alle Versuche des Zentral-Betriebs- ratcs, den Stifter dieses Erholungsheimes zwecks Abänderung der Mißstände und zwecks Bewilligung der dazu erforderlichen Geldmittel persönlich zu sprechen, sind gescheitert. Eine Abordnung der Reichskonferenz, welche der Direktion die nächstliegenden Wünsche der Arbeitnehmerschaft übermitteln sollte, wurde von dieser nicht empfangen, weil die Direktion, wie sie an- gab, dazu nicht gesetzlich oerpflichtet wäre. Ein derartig kurz- sichtiges Verhalten der Geschäftsleitung, ohne Rücksicht auf eine Gefährdung des Wirtschaftslebens, wird seine Wirkungen auf die Arbeitnehmerschast des Orenstein u. Koppel-Konzerns gewiß nicht verfehlen. Die Hetze gegen den Transportarbeiterverband Nachstehende Berichtigung geht uns mit der Bitte um Ver- öffentlichung zu: „In der Abendausgabe der„Berliner Volkszeitung" vom 28. d. Mts., werden in einem Artikel„Betriebsrätezentrale Mllnzstraße und Straßenbahner" Behauptungen aufgestellt, die jeder Grundlage entbehren und nur aus Unkenntnis der Sach- läge heraus oder aber aus Böswilligkeit und Verleumdungs- absichten veröffentlicht wurden. Wir stellen dementsprechend folgendes fest: Es ist unrichtig, daß der Deutsche Transportarbeiter-Verband. Bezirk Eroß-Berlin, seine Beiträge aus dem Grunde erhöht hat, um die Betriedsrätezenhale damit finanzieren zu können. Richtig ist vielmehr, daß der Verbandsvorstand nicht nur in Berlin, sondern über das ganze Reich die Er- höhung der Beiträge veranlaßte, und zwar aus den- selben Gründen, die alle anderen Organisationen dazu nötigten. Des ferneren ist unwahr, daß demnächst eine weitere Beitrags- erhöhung geplant ist, und daß der Betriebsrätezentrale Mittel zugewendet wurden. Im übrigen gestatten wir uns zu bemerken, daß der Berichterstatter die Vorgänge in der Berliner Arbeiter- bewegung in den letzten Wochen und Monaten absolut nicht ver- folgt hat, denn sonst müßte er folgendes wissen: Als die Beiträge erhöht wurden, war eine Einigung mit der Betriebsrätezentrale noch nicht erfolgt und konnte deshalb bei dessen Durchführung von der Finanzierung der B. R. Z. keine Rede sein. Andererseits steht fest, daß alle Organisationen, darunter auch der Gemeindearbeiter-Berband, dieselben Pflichten zu über- nehmen hat wie der Deutsche Transportarbeiter-Verband. Des ferneren müßte dem„gut unterrichteten Herrn" bekannt sein, daß die Beiträge des Deutschen Transportarbeiter-Verbandes noch lange nicht an erster Stelle stehen. Ferner ist auch über- Die schwere Stunde Rui m a n von � Victor Pani« �..vergehen Stunden. �.Ptotzlich öffnet Wowa die Augen und blickt lange, auf- in das Gesicht der Mutter, die seine Hand hält, to'n diesem Augenblicke sagt: Liebling, erkennst du denn nicht deine s®0tt,a antwortet nicht auf die Frage, er fährt fort, i/j�lliengt, aufmerksam hin zu sehen. Auf seinem Gesicht et™. 9"BC Anstrengung geschrieben, die er macht, um berr'n Erinnerung zu rufen, Alm zu überlegen. Plötzlich „Linnt er lustig und schallend zu lachen: er sucht jemanden, ob« � er""ch findet, ergreift er meine Hand, und sagt, yne einen Augenblick das Lachen zu unterbrechen: re"�aterchen. wie gut ist es, dag du mich nicht betrogen hast! gl ist ja wahr, daß Mama gekommen ist! Also ist der Mee geschmolzen. Wie schön, Lieb-Väterchen!" unb tCr lährt fort, immer lauter und hysterischer zu lachen, ohne Zusammenhang zu murmeln, daß die Wege von „-�"ee verweht sind, daß er betrogen worden ist, daß Mama gekommen ist. lgs�ih halte sein Händchen, lausche seinen Zusammenhang- bnu Phantasien und dem noch lange nicht verstummenden „frischen Lachen. Und mir, dem Greise, wird erst jetzt die ufi*?�agödie der kleinen Kinderseele klar: also, überlege achte er diese ganze Zeit über, daß ich ihn betrüge, da In? v- ma iaiiuer nicht kam und nicht kam... und er hätte ooni"Cr großen Tragödie in der Seele sterben können, sich iübi wachsten, liebsten Menschen, vom eigenen Vater betrogen ein Ä' �ad das war die erste kindliche Enttäuschung. Der ni*� rn i,er Verzweiflung, den das Leben in dieses noch o-ö* gefestigte Herz gestoßen hat. Und doch hat er bisher xg'�egen, er hat nichts gesagt. Da soll einer klug werden, tÖorißCn �ch zwanzig rechtgläubige Tölpel von Kritikern es B i.e'n �aie, einen Kenner des Menschenherzens nennen, und ja bläh Idioten, Komödianten, die ein blödsinniges mauspiel ja diesem nur aus Lüge und Betrug bestehenden �aen aufführen. Pfui, wie widerwärtig! Als meine Frau sich zum Fortgehen erhebt, tritt sie nahe an mich heran, berührt zaghaft meine Schulter mit der Hano, und murmelt, kaum vernehmlich:' � „Vielleicht würdest du mir erlauben, etwas mitzubringe» ... etwas Nahrung für Wowa?" „Weshalb fragst du mich?" antworte ich. verständnislos die Achseln zuckend,„was hat das mit meiner Erlaubnis zu tun?" Ich sehe, daß sie noch verlegener wird, die Augen senkt und das Gesicht zur Seite wendend, sagt: „Ja, aber ich dachte, du könntest es verbieten. Das ist ja von meinem jetzigen Manne verdient,"... das Letzte mur- melt sie in kaum vernehmbaren Flüsteptone, so dag ich die Worte mehr errate. „Ach, das meinst dik?" sage ich ruhig, und dabei möchte ich in diesem Augenblick bitter lachen,„du fürchtest meine männ- liche Ambition?" Ich ergreife ihre rechte, schlaff herab- hängende Hand und drücke sie fest, als wollte ich meine Worte hineinpressen: „Versteht doch, ihr Menschen, mein Sohn stirbt! Wo soll ich denn da noch Ambition hernehmen? Und wozu denn auch? Vor dem Antlitz der Todesqualen? Die Menschen haben sie ja für ihre schmutzigen Ziele der Unvcrsöhnlichkeit ersonnen, um einander zu quälen, zu martern. Und niemand hat es dadurch leichter, alle leiden bloß. Und hier vor dem Antlitz des Todes..." Ich' vergesse, was ich sagen wollte, ich vergesse sogar meine Frau, eine unendliche Leere umfängt mein ganzes Wesen, ich vergesse alles auf der Welt, ich fühle nur eines: ringsum ist es leer, leer, leer.... Und dieses Eefül'l verurs<--''t mir weder Leiden, noch Freude: das Leben pulst nicht in mir, es glimmt kaum, der flackernden Flamme eines Lämpchens vor dem Heiligenbilde gleich. Dieser Zustand wiederholt sich in letzter Zeit immer häu- figer. Wenn ich aber aus dieser Betäubung erwache, fühle ich in meiner Seele neue Kräfte erstehen, ich fühle, daß dort etwas erstanden ist und wächst und mich immer fester und fester umfängt, es zwingt mich, das vergangene Leben zu ver- gesssn. Ich sehe klar die Grenze, welche mein vergangenes Leben, von diesem neuen, hervorsprossenden, trennt. Es ist merkwürdig, ich Müder, vom Leben Zerschlagener, fühle kei- nerlci innere Furcht vor dem Bewußtsein, daß in mir ein neues Leben ersteht, und jedesmal, wenn ich den Pulsschlag dieses keimenden Lebens fühle, wird meine Brust von einer bisher nicht gekannten Freude erfüllt. Sollte dieses Gefühl, frage ich mich selber, bei einem er- grauten Haupte nicht schon eine Chimäre sein? Ist es nicht ein Selbstbetrug vor dem offenen Sarge, in den ich mil| legen muß? Ich weiß es nicht.... Als sie schwarz gekreidet, in mein Kabinett eintrat und sä ruhig, ohne zu eilen, die Tür hinter sich schloß, fühlte ich, daß. ich sie kenne, wie der Mensch sei» Schicksal kennt. Im nächsten Augenblick blickte ich forschend in ihr altes, aber strenges Ec- sicht mit den ruhigen, gebieterischen Augen, und ich konnte, mich nicht entsinnen, wo ich sie gesehen habe, am ehesten wohk nirgends, niemals im Leben. Es ist ein solch merkwürdiges, unerklärliches Gefühl, wenn es einem zuweilen vorkommt, man kenne einen Menschen, obwohl man ihn im Leben nienrals getroffen hat. Dieses störrische, hervortretende Kinn ist mir so gut be- kannt, und doch habe ich diese Frau im Leben niemals geV sehen. Ich kenne sie, ohne sie gesehen zu haben. Ihre ganze Gestalt atmet eine natürliche Macht, als sei sie geschaffen, um sich alles unterzuordnen, eine jede Bewegung, führt sie mit der eingeborenen Ruhe der Eebieternatur aus., Ohne zu eilen, tritt sie an meinen Tisch heran, mir ruhig Guten Tag! hinwerfend, und eben so gemächlich setzt sie sich iyj, den Sessel. Einige Minuten herrscht Schweigen. „Sie wissen wohl, weshalb ich komme, sagt sie mit eineüi stählernen markanten Stimme, als könnte sie keinen Augen-- blick den Gedanken aufkommen lassen, daß mir der Erund> ihres Besuches unbekannt sei. Auch ihre Stimme scheint mir! bekannt zu sein:,, � „Mein Sohn wird bald abgeurteilt und wahrscheinlich zum Tode verurteilt werden." fährt sie fort,„Sie müssen ihn: retten!" Erst in diesem Augenblicke mahnt mich mein Gedächtnis wie in einer Erleuchtung daran, daß sie die Mutter des Junkers sein muß, der an der Spitze des Aufftandes in der Junker- schule stand, gewiß, es ist derselbe nicht gerade hohe, etwas animalische Hals, dasselbe hervortretende Kinn, dieselben ge-' bieterischen, durchdringenden Augen und die stählerne Stimme. Sie wartet auf eine Antwort von mir. Ich aber schweige. Was könnte ich auch sagen? In diesem Augenblick, geht zwischen uns eine schweigende Unterhaltung vor sich. Beharrlich und gebieterisch verlangt sie eine Antwort voH mir. ich aber schweige, willenlos, gehorsam. 1 (Fortsetzung folgt.) sehen worden, basj die Unterstützungsarten verdoppelt wurden, was natürlich der Artikelschieiber nicht wissen kann, da er nicht Mitglied des Deutschen Transportarbeiter-Verbandes ist, sondern als Beauftragter einer anderen Körperschaft zu wirken hat, um Verwirrung anzurichten. Wäre aber der Artikelschreiber wirklich oraanisterter Arbeiter, so könnten ihm die Riesenkampfe der Ver- kehrsarbeiter im ganzen Reiche nicht unbekannt sein und würden ihm deshalb auch die Erhöhung der Beiträge weniger befremden. Diese Unkenntnis steigert sich aber weiter durch die Ansicht, daß durch die Uebernahme der Straßenbahn in städtische Regie, der Transportarbeiter-Verband nicht mehr für das Verkehrs- gewerbe in Frage kommt. �"'�brigen quittieren wir dankend über die Fingerzeige eines „angeblichen Straßenbahners" und schätzen uns glücklich, daß der- aU'tze Maulwurfsarbeiten der Arbeiterschaft, wenn auch in recht SPA-Tk Pet 50rm' unterbreitet wurden. Wir werden unsere Schlüsse daraus ziehen." Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirk Groß-Berlin. I. A.: Otto Ortmann. Wir haben der„Volkszeitung" und seinem Gewährsmann sofort nach Erscheinen des Artikels unsere Meinung bereits unge- schminkt gesagt. Nach dem Obigen wird man wohl einsehen, daß es mit der Aufhetzung der Arbeiter gegen ihre Organisationen wieder einmal nichts gewesen ist. Achtung» Betriebsräte der dem Verband Berliner MetaN-Zndustrietter angeschlossener Betriebe. Der Verband Berliner Metallindustrieller hat bezüglich der Teuerungszulage für Ehefrau und Kinder folgendes Zugestand- nis gemacht: Mit Beginn der auf Sonntag, den 22. August d. Z., folgenden Lohnwoche kann in Betrieben, in denen infolge der gegenwärti- gen wirtschaftlichen Verhältnisse mit verkürzter Arbeitszeit ge- arbeitet werden muß, die Ehefrau- und Kinderzulage auch bei verkürzter Arbeitszeit in voller Höhe des Wochenbetrages ge- währt werden. Die Zulage kann nicht nur dann voll gewährt werden, wenn beispielsweise an ü Tagen mit je 4 Stunden, sondern auch dann, wenn nur 3 Tage in der Woche mit je S Stunden gearbeitet wird.> Voraussetzung ist ferner nicht eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 24 Stunden, es geuugt vielmehr jede Verkürzung unter 46'/, Stunde bis zu 24 Stünden. Im übrigen soll aber an dem Eharakter der Zulage nichts geändert werden, sodaß also, wenn Arbeltsfälle aus anderen Gründen als Verkürzung der Arbeitszeit infolge der gegenwärtigen Wirtschaft- lichen Lage eintreten, dl« Kürzung der Zulage nach wie vor er- folgt. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Drohender Streik der Brauereiarbeiter Die Brauereiarbeiter in Berlin, die mit ihrem Lohn hinter ihren Kollegen in der Provinz weit«lrückstehen. haben mit einem schweren Lohnkampf zu rechnen. 10 Wochen lang haben die Unter- nehmer die Verhandlungen hinausgeschleppt, um über den Hoch- sommer, mit dem besten Geschäftsgang, hinwegzukommen. Und „Billigkeit entsprechend" an. oerweigert jedoch die Verbindlichkeits- erklärung, weil„die Lohnverhältnisse grundsätzlich durch freie Vereinbarung geregelt werden" sollen. Solange die Unternehmer nicht so überlegen dastanden, hat man die„Vertragsfreiheit" nicht so ängstlich behütet. Die Braueretarbeiter find jedoch entschlossen, fich das ihnen im Schiedsspruch zugebilligte zu erkämpfen. In einer Versammlung der Funktionäre und Betriebsräte wurde gestern nach Berichten der Organisationsoertreter Sodagg und Wöhlk« über die Verhandlungen, folgende Entschließung gefaßt: y.Die Versammlung nimmt den Bericht über die Verhandlungen M.Kenntnis und spricht die bestimmteste Erwartung aus, daß die Entscheidung der Arbeitgeber innerhalb drei Tagen fällt und daß an der vom Schlichtungsausschuß zugebilligten Lohnerhöhung kein Abstrich gemacht wird. Sollten wider Erwarten die Arbeitgeber das Verlangen der Brauereiarbeiter ablehnen, so sind die Or- ganisationsleitungen verpflichtet, unverzüglich eine Versammlung einzuberufen, welche über wettere Maßnahmen zu beschließen hat. Streik i« Celluloid-Großhandel Dl« Angestellten der Branche mußten gestern in de« Streik treten, nur um den niedrigen Schiedsspruch zu erlangen. Die Arbeitgeber haben es scheinbar auf den ütfachrkampf ankommen lassen wollen, denn kaum war der Streik proklamiert, so hat fich eine der bedeutendsten Firmen sofort schriftlich bereit erklärt, den Tarif mit allen Nachzahlungen ab 1. Mai anzuerkennen. Der Scharfmacher der Branche, der„Philantrop" Herr Simon K n o l l e r, konnte freilich dem Ausbruch des Kampfes ruhig zu» sehen, hatte er es doch verstanden, sein ganzes Personal geschloffen zum Austritt aus dem Verbände zu zwingen, um sie„indlviduell", d h. noch unter dem Rovember-Tarifzu bezahlen. Die übrigen Angestellten der Branche find es jedoch mit der Zeit überdrüssig geworden, weiter zu hungern, nur weil der Vor- sitzende des Arbeitgeberverbandes. Herr Simon Knoller. es für äut befindet, die anderen Arbeitgeber davon abzuhalten, den be- cheidenen Wünschen de- Personals nachzukommen Herr Simon Knoller sollte wissen, daß man von frommen Sprüchen nicht satt wird, auch wenn man bei ihm beschäftigt ist. Die Angestellten werden beweisen, daß st«, einmal in den Kampf gezwungen, aushalten werden bis zum Sieg. Vergleich im Beichsverficherungsamt Das Direktorium der Reichqoerfiche�ngsanstalt für Angestellte teilt der Presse mit. daß die Unstimmigkeiten zw schen Direktorium und Beamtenschaft durch Vermittelung des Relchsarbe.t»ministe- riums und unter Beteiligung des Deutschen Beamtenbundes auf gütlichem Wege ausgeglichen worden find. Worin der Vergleich besteht, wird jedoch nicht gesagt. Achtung» Buchbinders Seit dem 15. Mai wird eine Vereinbarung, die als Zusatz für den Rcickstarif gilt, von den Unternehmern der vier großen Städte Berlin Leipzig Etüttgart. München, nicht befolgt. Am 15. Juli hat ein Schiedsspruch im Retch-arbeitsminister.um die Unterneh- cjJilunl, verurteilt. Daraufhin haben sich dw Unternehmer wi.de» a.we aert und jetzt ist am IS. August die Recht- ver- b n dl keits er k l a ru n g erfolgt. Trotzdem verweigern die Nnl»n»bm./die Aus ablung der restlichen Beträge und begründen dt« Verweigerung damit, daß es verstoßen würde, da das Reichzarbeitsmimste.ium kein Recht hätte, in ihre Privatangelegenheiten ewzugreiscn.. ßßit zufii{ix b cn b i c Arbeit. Wir warnen alle Kollegen. 3�ciht*n bindereien anzunehmen und ersuchen, uns in dem Kampf« seitens iu"•■l'%»;n#,nIellBn4l„SuW,nb„, Groß-Berlin Zeutralvorstand und neue Stadtverordneten» fraktion Grotz-Berlins , Leute, Sonnabend, pünktlich nachmittags 5 Uhr, im Bürger- mal des Rathauses, wichtige Sitzung. In Anbetracht der Dring- ltchkeit ist pünktliches und vollzähliges Erscheinen erwünscht. Preßkommission. Sitzung Sonntag vorm. 10 Uhr. Arbeiter-Bildungsschule- lBerbands-Bildungskommisfion Berlin-Brandenburg.) Heute abend. 6 Uhr, findet im Bechstcinsaal. Linksir. 42, eine Konferenz sämtlicher Mitglieder der Bildungskommissionen in Berlin-Brandenburg statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Kestenberg über:„Die künstlerischen kommifsionen." 2. Aussprache. Aufgaben der Bildungs- Besoldete oder unbesoldete Stadträte Zu der Frage, ob§ 11 des Gesetzes über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin dem neuen Berliner Magistrat auch unbesoldete Mitglieder angehören müssen, war kurzlich eine anscheinend osfiziöse Notiz verbreitet worden, wonach das Ministerium dies bejahe. Auf Erkundigung der städtischen Be- Hörden wird jetzt im Ministerium des Innern erklärt, daß dort jene Antwort nicht vertreten werde, und daß das Ministerium die i« der Notiz angedeutete Stellung nicht eingenommen habe. .„Wir halten diese Stellungnahme des Ministeriums des Innern für selbstverständlich, dw bei Schaffung des Gesetzes vom Minister ausdrücklich erklärt worden war, daß er gegen die Wahl von nur besoldeten Stadträten nichts einzuwenden hätte. gusammenkunft der gewesenen politischen , Gefangenen und Inhaftierte« Am Dienstag, den 24. August 1320, fand die erste Zusammen- kunft der gewesenen politischen Gefangenen und Inhaftierten statt. Es kam zum Ausdruck, daß sich die gewesenen politischen Ge- fangenen und Inhaftierten auf dem Boden des streng-reoolutio- nären Klassenkampfes stellen. Ihre wirtschaftliche Notlage wurde besprochen und festgestellt, daß die Oeffentlichkeu es zu erfahren hat, daß auch politische Kämpfer um ihren Idealismus in Not geraten können. Sie verlangen mit allen durch Krieg und Revo- «ution Geschädigten auf gleiche Stufe gestellt zu werden und nehmen für sich ein unbedingtes Recht auf Arbeit in Anspruch. Sofern nicht die Wiedereinstellung tn die alte Arbeit möglich, soll die Haftzeit in der Frage der Arbeitsvermittlung und Ar- beitslosenunterstützung in Anrechnung kommen. Ferner soll da- für eingetreten werden, daß die Rückerstattung der von der Am- nestie bereits bezahlten Gerichts- und Proz-gkosten zu erfolgen hat. Ob und in welcher Form soickt noch Ansprüche an die zur Zeit maßgebenden Behörden gestellt werden sollen, bleibt den nächsten Besprechungen vorbehalten, desgleichen auch die Organi- fationsform und die Verbindung mit dem Reiche. Die gewesenen politischen Gefangenen und Inhaftierten haben in den Gefängnissen, Zuchthäusern usw. körperliche und seelische Leiden durchmachen müssen, deren Befriedigung und Ausgleichung etzt unbedingt erforderlich und nachzuholen, wie sie durch ihre '»oft überhaupt nach jeder Richtung hin schwer geschädigt worden nd. Der Genosse Grtschkat, als 2. Vorsitzender vom„Reichs- verband der Vorbestraften und Angeklagten, Zentrale Berlin", fand sich ebenfalls als Gast ein und referiert« über ein eventuelles Zusammengehen, da fich beide Gruppen in gleicher Richtung be- wegen und, wenn auch spezieller Eigenart, sich wohl zu unter- stützen und zu ergänzen in der Lage wären. Am Sonnabend, den 4. Sevtember, abends 0 IFr, finden sich wieder alle gewesenen politischen Gefangenen und In- haftierten in dem Lokal M ante uff elstr. 7 2 zur weiteren Besprechung zusammen und wird dann der vorläufige Ausschuß Bericht erstatten über die Verhandlungen und Erhebungen mit und über den Reichsverband der Vorbestraften und Angeklagten. Es soll dann der Beschluß gefaßt werden, ob ein Anschluß oder ein Zusammengehen mit diesem möglich und in welcher Form er stattzufinden hätte. Klare Ausweise find zu dieser Zusammen- kunft mitzubringen. Am Dienstag, den 31. August, abends 7 Uhr. hält der „Reichsverband der Vorbestraften und Angeklagten" feine öffent- «che Versammlung und anschließend daran die Mitglieder- Versammlung ab(Krieger-VereinsHaus, Ehaussee- .r°ße 94). Es sind alle gewesenen politischen Gefangenen und inhaftierten darauf ausmerkfam gemacht und gebeten, sich, wenn möglich, an beiden Versammlungen zu beteiligen. Korrespondenzen find an die Adresse des unterzeichneten Ge- nassen, Berlin W. 57, Steinmetzstraße 45, 2. Hof. 4 Treppen, zu senden. � Der vorläufige Ausschuß: im Auftrage gez. E. M. Wtngerning. Der Schlachtplan der Roten Armee Am Donnerstag, morgens 7 Uhr. erschienen bei dem Genossen Georg Kaufmann in Reinickendorf im Auftraae des Polizeipräsidium, zwei Kriminalbeamte. � um den „Schlachtplan der Roten Armee" bei ihm zu suchen Die Haussuchung blieb natürlich ergebnislog, woraus die Krimi- nalbeamten abzogen. Es ist anzunehmen, daß die ganze blödsinnige Maßnahme auf irgendeine Denunziation vorgenommen wurde. Dennoch kann man dem Berliner Polizeipräsidenten, der sich noch kürzlich über den Mangel an Kriminalbeamten beklagte, den guten Rat geben die Kräfte feiner Beamten für vernünftigere Zwecke zu gebrau- chen und unsere Parteigenossen mit derartigen Haussuchungen nicht zu behelligen. Achtung, Arbeitslosenräte! Am Dienstag, den 1. September,' nachmittags 2 Uhr findet eine Vollversammlung der Eroh-Ber- liner Arbeitsloscnräte, Klosterstraste 32, II, statt. Aenderu ngen im Eroß-Berliuer Stadtparlament. Als Ersatz- mann für den ertrunkenen Genossen Eart Hilbig ist der Genosse Earl S ch o l z- Wilmersdorf in die Stadtverordnetsnversamm- lung eingetreten. Der auf der Stadtliste gewählte Mechaniker Paul Szil tat- Steglitz hat fein Mandat niedergelegt, an seine Stelle rückt Lehrer Dr. Richard Lehmann-Treptow (S. P. D.) ein. Die Eintrittskarten für die Städtischen Bolks-Konzerte des Philharmonischen Orchesters für den Monat September 1320, stnd in der Vorverkaussstelle von Harsch, Engelufer 15, ausverkauft. Arbeiter-Elternbnnd Weißense«. Am Sonntag findet auf dem Rennbahngelände ein Kinder-Volksfest, verbunden mit Konzert, Spiele und Feuerwerk statt. Die Berliner Distrikte find dazu eingeladen. Der Festzug geht mit Musik mittags /I Uhr oo» der Prenzlauer Promenade, Ecke Eustav-Adolf-Straße, ab. Zu erreichen durch folgende Straßenbahnlinien: 10, 33, 60, 61, 72, 75- Wir machen die Eroß-Berliner Arbeiterschaft darauf aufmeck- sam, daß ein eventuell erzielter Ueberschuß dem Schlllerwander- fonds zufließt und zum Besten der Kinder Verwendung findet. Darum unterstützt diese Veranstaltung. A. Htg. Die Einweihung seines Klubhauses feiert am Sonntag dei Arbeiter-Segel-Klub„Fraternitas". Das Klubhaus dieses ältesten aller Arbeiter-Wassersportvereine liegt in der Marienstraße in Cöpenick unweit der Kolonie Wanderschloß. Der Feier werden Deputationen anderer Wassersportvcreine, des Berliner Wettsegel- Verbandes, des Freien Ruderbundes, des Arbciter-Schwimmer» bundes usw. beiwohnen. Arbeiter-Sänger werden das Fest ver- schönen. Im Klubhafen sind große Wasserspiele geplant. Gästen, die Interesse am Ärbeitcr-Segelsport haben, ist der Eintritt ge- stattet. Ein Kinder-Turn» und»Sportsrft findet am Sonnabend, de« 4. September, nachmittags 4 Uhr, im Stadion, Grunewald, statt- Der Arbeiter-Turn- und Sportverein„Fichte", sowie die übrigen Eroß-Berliner Arbeiter-Turnvereine treten am gebannten Tage nur ausschließlich mit ihrer jungen Garde auf den Plan. Knaben und Mädchen werden Zeugnis ablegen von der Körpererziehungs- arbeit innerhalb der revolutionären Arbeiter-Turn- und Sport- vereine. Massenfreiübungen leiten die Veranstaltung ein. räteturnen der Knaben und Mädchen wechseln mit Stafietten- laufen und dürfen die friedlichen Wettkämpfe der Jüngsten recht spannend werden. Volkstänze und Reigen der Mädchen werden den Anmut und die Schönheit solcher Körverüdung besonders hervorheben. Humoristische Weit- und Staffettenläufe, Spielen und ein Brustschwimmen für Knaben, lassen auf ein reichhaltiges Programm schließen. Eltern, Väter und Mütter, überzeugt euch von dem Erziehungswerk der Arbeiter-Turnvereine. Eintritt 1 M. Karten im Stadion zu lölsen. Wilmersdorf. Die„Freie Turnerschaft Wilmersdorf-Schmargendorf" feiert am Sonntag, den 23. d. Mts., auf ihren Spielplätze« in der Wllrttembergischen Straße, ihr 14. Stiftungsfest. Der Feg' zug beginnt mittags 1� Uhr, am Paretzer Platz tAugustastr-I- Karten im Vorverkauf auf dem Turnplatz und bei den Turn- warten. Erwachsene 1 M., Kinder 30 Pf. Durch die Unter- Jaltung der Spielplätze für die Jugend der arbeitenden Klaist at sich der Verein die Anerkennung der gesamten Arbeiterschaft erworben, weshalb auch ein Massenbesuch oieses Festes zu erwarten ist. Auf keinen Fall dürfen Genossen oder oeren Kinder die an diesem Tage im Ort stattfindenden Veranstaltungen der bürgerlichen Sportorganisationen besuchen. Gesunden. Beim Sommerfest am 22. 8. des 1., 2. und 3. Distrikts zwei Damenschirme und eine Herrenschlcife gefunden. Abzuholen beim Genossen Häuser, Diesfenbachstr. 74. v. 4 Tr. Aus den Organisationen V«iier°»,«b-nd««rNi»v»and»i>b»rg. Montaa, dt» SO. 8., abends 6 Mtz, Schicklerstt. b°S, Bildung»I-hule, Sitzung der Rate- und EeivcrijchnsteloinmiiM des Beztil�nerbandez. Un dieser«tanz nehnieu die Bezirls- uud DiftiN» -bleut- teil. �. ».»Ist»«». 2. Abteilung. Sonnabend, 7 Uhr,««ilrlisNhrersltzung.»,1 M-«- Bergmannftrafj«. Wichtige Tagesordnung. 1. Sisirttt. kommunale Nommission, Sonnabend, 7 Uhr, dei Maas). Der» mannstr. 05. H. initritt. Dienstag, 7 Uhr, angerardentlich» Dtstrittakonserenz, bei SUiuSS' CeNerstratz« lt. Zeder Dezirt muß uertreten sein.. 17.«rrwrltungobeiie«. lLichtenberg. Frledrichsfelde, Narlshorst, MablsdMi, Nauladorf, Biesdorf ujw.) Dtenstng, den»l,»„ 7 Uhr, bei Werner, Licht»»- bcra, Wilhelmstr. 8, tSIuh- Banrnjos Lichtenbera-Zriedrlchsselde) Stanz d»: Lbieute der kommunalen Kommisflen und der Obleul« der Uniertommisston W Lichtenberg._, 18. Distrikt. Montag, 7 Uhr, Sitzung der politischen Kommission bei 5t«J» Uferstraße 6.— Dienstag, 7 Uhr, Sitzung der v-werkschafte- und NliekammiM«« , loktendurg. 7. idruxpr. Sitzung des BergnIIgungzkomitees und der Bezirk»- fuhrcr Sonnabend, S Uhr, bei Thonaik, Wiel-ndstr. 4. Mittwoch Sxtraiahlad««» dortselbst. Sieutitll». Dt« Betirtsfiihrer werden ersucht, heute, Sonnabend,»o» 4 nachmittag» ab, sich eiliges Material vom Barteihureau abzuholen. Zempelhos. Montag, 7-ch Uhr, bei Krützmochcr, Berliner Str. 61, wichtig» Aktionsrai-sitzuna, wozu die kommunal« Äommiiiion«bensall, ui erscheinen dJJ; aWcrobcs. Montag, 71!, Uhr, Frauenadend, im Zeichensaal der 2. Gemein»? sKule, Ziadilkestr. 11. Borlragi.Die grau als Mittlerin zwischen Hau» n*° och:iI«."— Mitglieder der Fiauenurbettskammtsfion um VZh Uhr zu einer kurz»» Besprechung. u. S. P. D., MMSlienIike-galteuöerg. Di« Genossinnen und Genossen sich zu der am is. d. Bits, ftaltsiudcuden Agitationsparti« nach Teupitz, spätestes 7.80 morgen», g-rnbahnfteig Köniosivusterhonlen, Fernbahnkarten bis Er. Kor-- lösen. T» ist Pflicht jedes s-nosten, fich an der Parti« zu beteilig:».... Sii-derboruim�dst. Die Sitzung der Aaitatlonstammisston usw., findet Montag, sondern Dienstag, den ZI. Lugust, bei stöber(früher Hohn«), Licht» � tera. Lenbgch»,nigilraße 23 VS Min I Lfitzlnn. W*IBm«lall, Kupf»r|Rot- Jsllninl guB, Mosslng, Aluminium, Nlek»l, l\$: Quecksilber, Stanlolpaplar, Kopsalblel, Zahngabl.so, Zahn bis 100 an. I Platlnabfüllo, Oold- u. Sllbar. sashan, höchste Tagespreise. Sdalmatall■ Einkauf»l»«raau, Wabaratr. 31. KapStäR-Kautabak wieder reichlicher in der küheren gute» QuaUtär ,u begehen durch die bekannten Perkaussstelleu S.«Scher, Berlin, Ltchtenbrrper Str. 2«. 8861. MW I» heller dri-nttab-k, größere Posten lieferbar ftiindli« bed-ntend« Rabatte ffl. 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