Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag, den 2S. August 1920 Nummer 356. Margen-Ausgabe 2» ofdietat rurtsm mit naditnittat«, e-imtag» and Montag» nnr Da«-pig,pret, darZg« bot ftria Znstellung In» Han» für Groß-Baltn »i». und Oejierrei» 1«�'-JH., tut Da» uortge ausiano zi.oo uu. WUgaih«alnta�wfschlag, per«tief für Zicntfchland und Ocstarrich Z0,— M. AebabitH», Exp,dtti»n nn» BerlaZ!«erli» vraida Straf, t»»». «» achta«st>a«ene�tonP»ntiiatNt«da daen Raun, dostet Ii,— M. rtnfchNehlich *c«tTini958u(d)Ia8.«leint«Njeigen! Do» fetlgedruckte Wort z,— W., fede» welta» aS�iililw j'»inschllehlich Teuerung», uschlax. Laus-nde Anzeigen lau« Tarif.. � und Sl-lltn-Gesuche 3,20 M. netto pro steile. Stellen-Gesuch, w Wort.Anz eigen: da» fettgedruchte Wort l.so an., sede» weite« Wort l,- an. SMjprch«: Stswjv 203V. 26«s, 4518 4002, 4635, 4649. 4921. $erffn(T-Organ bpr VnafiMtißlßen soialömofratte Oeittfcüfanöa Der russische Widerstand Umgruppierung der polnischen Nord- und Zentrumsfront Königsberg i. Pr., 28. August. Schwache polnische Kavallerieabteilungen haben die Grenze siid- lch von Lqck besetzt und stehen bei Auguftowo in Fühlung wit den Litauern. Der polnische Rordflügel und das Zentrum v>bea mit ihren Hauptkräften die Lmie Grajewo— Ossowiec— «ialyftock nicht überschritten,«ei Bialy stock macht sich er. Erblicher bolschewistischer Gegendruck geltend: da« �»greifen neu eingetroffener bolschewistischer Kräfte wird bemerk« dar. Die Umgruppierung der polnischen Rordfront und des Zen» 'ums dauert an. Der gestern aus der Gegend L o m s h a hörbare �tsechtslärm bestätigt, dah dort noch stärkere bolschewistische Kräfte »«rhanden find. Infolgedessen find weitere Grenzübertritte zu er» harten. Gestern und heute find keine Uebertritte erfolgt. Die Palen schanzen in der Linie Grajewo— Kolno mit der Front gegen �estpreugen, um ihren Nordslügel gegen ein« Flankierung durch �ftpreuhe» und«inen Durchbruch der Internierten zu schützen. westlich von«reft-Litowsk dauern die Kampfhandlungen an. 3b Galizien stößt die polnische Entlastungsoffenfioe für Imberg auf stark«, erfolgreiche, bolschewistische �'Sen an griffe im Quellgebiet der Zlota Lipo. Russtscher Heeresbericht Moskau, 28. August. Die Kämpfe um die Zugänge zu Brest-Litowsk dauern an. j»Nl Abschnitt Lemberg dauern die Kämpfe an, wobei wir Ee- Mgene machten, dreizehn Maschinengewehre und Gewehre er- beuteten. ,.3ni Krimabschnitt dauern im Bezirk Cherson und Orechow 0,6 hartnäckigen Kämpfe an. Am Rande des Krieges (Von unserem Sonderberichterstatter.) Prosken, 25. August. Wenn Oberst Nikolai, der Chef des Ludendorffschen Presse- Ivartiers hier als bolschewistenfreundlicher Beobachter weilte, wurde er ohne Zweifel von einem..Zurückbiegen" der russischen »ront sprechen. Oder so ähnlich. Was mich betrifft, so ziehe ich 0on e'ner wirklichen Niederlage unserer Freunde zu schreiben, sie sind stark genug, um diese Wahrheit ertragen zu können. 3ch bin parallel der Grenze nach Osten gefahren, aber immer waren die Polen scho nweiter, so daß ich in keine Verbin- ung mit der Roten Armee kommen konnte. Der eilige Rückzug hreg Nordflügels wurde notwendig, weil er abgeschnitten zu werden drohte, nachdem das Zentrum durchstoßen war. Bei einem �kil der 4. und auch der 15. Armee, wurde diese Bedrohung akut, Obgleich die Russen auf ihrem Rückzug täglich 60 Kilometer wachten. Da bei dem raschen Vormarsch keine gut funktionierende Etappe geschaffen werden konnte, stockte der Munitionsnachschub. wodurch Kämpfe größeren Stils erschwert, ja unmöglich gemacht wurden. Hinzu kam— gleichfalls eine Folge der fehlenden �/appeusicherung— das Franktireurwesen polnischer Zivilisten, °>e vielfach von den Russen selbst bewaffnet waren, um den �olizeidienst auszuüben, und so das Vertrauen auf ihre prole- irische Solidarität quittierten. . Die Zahl der auf deutsches Gebiet übertretenden Rotgardisten W standig im wachsen, aber es ist eine Unwahrheit, wenn die "Königsberger Allgemeine Zeitung" behauptet, daß es dabei zu Schwierigkeiten gekommen sei, und bewaffnete bolschewistische Banden nunmehr das unbewaffnete Ostpreußen unsicher machten. Die Russen haben sich überall ohne Widerstand entwaffnen lassen — viele sind überhaupt ohne Waffen angekommen— und Sicher- heitswehr und Reichswehr reichen völlig aus, um die Grenze zu schützen. Alle gegenteiligen Meldungen verfolgen einen sehr durch- sichtigen Zweck, nämlich, noch mehr Truppen in das schon in Waffen starrende Land zu bringen und die Genehmigung der Entente zur Bewaffnung der Bourgeoisie gegen das Proletariat zu erhalten. Die zur Zeit in Lyck weilende Ententekommission hat Gelegenheit, sich persönlich von dem Ausreichen der vorhan- denen Kräfte zu überzeugen. Aber ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Kom- misston sich hier hauptsächlich zu dem Zweck aufhält, den Ver- bleib der durch die Entwaffnung der Volschewiki in die Hände der deutschen Truppen gelangten Waffen zu beobachten. Es muß mit aller Energie gefordert werden, daß diese Waffen sofort unter Aufsicht der Arbeiterschaft unbrauchbar gemacht werden, damit sie weder zur Stärkung der Reaktion dienen, noch etwa durch die Entente den Polen zugespielt werden. Die in so erheblicher Zahl bei unserem Militär befindlichen Waffen stellen eine sehr ernste Gefahr dar, ganz im Gegen- satz zu den alten Märchen von der Ansteckungsgefahr des Bol- schewismus. Ich sprach gestern eine Anzahl der übergetretenen Russen. Sie waren nach achtwöchigem ununterbrochenen Vormarsch sehr er- schöpft, doch von einer Demoralisation war nichts zu merken. Nur wenige unter den vierhundert mit denen ich zusammen war, waren eingeschriebene Mitglieder der kommunistischen Partei. Di« meisten bezeichneten sich als unparteiisch. Aber alle bekannten ihre Sympathie zu den bolschewistischen Ideen. Chinesen waren da, die kaum russisch verstanden und sich grinsend, für Bolschewisten erklärten.. Lumpen hatten sie an, alte zerrissene Uniformen, von all den Ländern, gegen die sie am gelben und am weißen Meer, im Kaukasus und jetzt an der Weichsel gekämpft haben. Viele waren barfuß, ihre Zuversicht hatte nicht gelitten. Sie haben den festen Glauben an den endgültigen Sieg des revolutionären Rußland, das sie so sehr lieben, und sie werden diesen Sieg nicht zu einem Angriff auf die Unabhängigkeit des polnischen Volkes mißbrauchen. Tschitscheritts Zuversicht m v c,.,, Kopenhagen. 28. August. Nach einer Revalcr Nachrrcht sandte Tschitscherin an die russische Delegation in Reoal em Telegramm, in dem er verheißt, daß in etwa 14 Tagen dre polnische Offensive ganz zum Stehen gebracht werde. Verlegung der Minsker Verhandlungen in ei» neutrales Land Stockholm, 28. August. Fnfolge der schlechten Verständigungsmöglichkeiten zwischen Minsk und Warschau haben die russischen Behörden beantragt, den S»tz der Verhandlung in ein neutrales Land zu ver- legen. Es schcutt, daß die Russen sich dieserhalb bereits mit der polnischen Regierung ins Einoernehmen gesetzt haben. Kerenski gegen Wrangel Rotterdam, 28. August. Wie aus London gemeldet wird, erklärte Kerenski in einem Interview, er sei ein entschiedener Gegner Wrangels, in dem er genau so wie früher in Denikin und Koltschak einen Diktator sieht. Die Unterstützung, die Wrangel vom Aus- lande her geleistet werden würde, würde alle Klassen der russi- schen Bevölkerung an die Seite der Sowjetregierung bringen. Generalstreik in Württemberg Völlige Arbettsruhe in Stuttgart lis""n""- Stuttgart, 28. August. Gegen abend besetzten Mitglieder des Aktionsausschusses der SttP£VT0tt)lßtf ttt 1» f'.>/«*#1» a OrtS/M*««*«•) r4»»a» mmS ö,.?« Generalstreik hat heute begonnen. In der Zn« dni � wird nicht gearbeitet. Di« Lieferung von Gas und Strom aufgehört. Dagegen find heute vormittag die Zeitungen noch Ichtenen. Die Organisationen der Verkehrsbeamten haben be-' �'»»«r, daß der verkehr mit allen Mitteln aufrechterhalten wer- kommen Unruhen und Zwischenfällen ist es bisher nicht ge- Stuttgart. 28. August. Stül."er vauprilaor oes uanoes ruyig vertausrn. � ohne Licht, hat aber Wasser. In dem Vororte Un- de» LVskhcinl besetzten heute morgen etwa 106 junge Arbeiter -,®tt'mIcr«2B«rte den Bahnhof, wurden aber von der Polizei- wieder vertrieben. Etwas lebhafter gestaltete sich dl« Er- des zwischen Stuttgart und Ludwigsüurg gelegenen C» Kornwesthsim durch Arbeiter der Sreglefchen di»& �luch dies« wurden durch Polizeiwehr vertrieben und ���«n Haupträdclssiihrer gefangen nach Stuttgart abgeführt. in!» Heilbronn wurde der«insache Generalstreik mittaas »l�"ichärsten Generalstreik zugespitzt. In Ravensburg ist �"lls der Generalstreik ausgerufen, ebenso in Friedrichs- Strebenden in Stuttgart zahlreiche Läden und Wirtschaften und verlangten unter Androhung von Gewalt die Schließung für den Sonntag. Die Regier, üig ist Herr der Lage. Die Kranken- anstalten und der Bahnhos in Stuttgart sind mit elektrischem Licht versehen. Die Ernährung der Bevölkerung ist bis jetzt unge- ftört. D«e Abendblätter konnten nicht erscheinen, desgleichen ist die Fertigstellung der Morgenausgabe für Sonntag unmöglich. Für Montag ist das Erscheinen einer einzigen Zeitung im Auf» trage der Regierung unter dem Zusammenwirken sämtlicher bürgerlichen Zeitungsverlage vorgesehen. Ein gemeinsamer deutsch-polnifcher Aufrus Wie W. T. B. aus B e n t h e n meldet, haben gestern die Ber- treter der deutschen und der polnischen politischen Parteien und Gewerkschaften einen Aufruf an das obetschicsisch- Boll erlassen. der im wesentlichen die von uns schon mitgeteilten Punkte enthält. Der Ausruf ist für die Deutschen unterzeichnet von Dr. Urbanek und Pfarrer U l rtz k g, für die Polen von K o-rf am tu. Die Probleme des Anschlusses Von Rudolf Hilferding.. � Mit Befremden werden viele Genossen den Artikel des Een. D ä u m i g aufgenommen haben. Denn er ist nur allzu sehr geeignet, die Aufmerksamkeit von den entscheidenden Problemen abzulenken, und das in einer Frage, bei der es sich um nichts weniger als um Sein oder Nichtsein der Unabhängigen Sozialdemokratie, das heißt, der größten und stärksten sozialrevolutionären Partei der Welt handelt. Denn nicht um einen Fall Kautsky handelt es sich, wie man nach der Lektüre des Artikels annehmen müßte. Denn selbst wenn Kautsky seine bestimmte Absicht, Deutschland zu verlassen und nach Wien zu übersiedeln, nicht ausführen würde, so unterliegt es doch gar keinem Zweifel, daß die Ent- scheidung für den Anschluß an die 3. Internationale unter diesen Bedingungen zugleich bedeutete, daß Kautsky unter mehr Mitglied der Partei bliebe. Es ist aber sehr irreführend, daß Däumig nur Kautsky nennt. Er wußte ja bei der Abfassung des Artikels sehr wohl, daß die Dinge ganz anders stehen. Ist doch in den Verhandlungen v.on Moskau gar kein Zweifel gelassen worden, daß es sich nicht nur um Kautsky handelt, nicht nur um Hilferding und die anderen Redakteure der„Freiheit"� und der„Leipziger Bolkszeituna", sondern ebenso um Ledebour und Henke, um den„Konterrevolutionär" � D i ß m a n n und andere Gewerkschaftsführer. Aber nicht genug damit. Een. Däumig weiß doch genau,! daß es sich nicht bloß um die genannten Personen handelt; alle die mit den von diesen Genossen vertretenen An-! schauungen übereinstimmen, können in der„gereinigten" Par- tei keine Aufnahme finden. Und wieder nicht genug damit! Een. Däumig schciisi die Ungeheuerliche Bestimmung vergessen zu haben, daß alle Parteitagsdelegierte. n. die es wagen, gegen die Annachme der der Unabhängigen Sozialdemokratie auf- erlegten Bedingungen zu stimmen, dem Ausschluß verfallen. Und wieder ist es für die Moskauer selbstverständlich, daß auch jene M i t g l i e d s ch a f t e n, die sich mit der Haltung dieser Delegierten einverstanden erklären, in der„gereinigten" Par- tei keinen Platz mehr finden. Das alles weiß Een. Däumig. Een. Däumig hat sich ver- pflichtet, für die restlose Annahme aller Bedingungen ein- zutreten. Hat sich seine revolutionäre Energie seit dem Ber- lassen Moskaus so rasch verflüchtigt oder wollte er die Partei,! indem er nur von Kautsky sprach, nur schonend vorbereiten! auf das, was ihr noch bevorstand? Die Bestimmung über den Ausschluß' �erj Parteitagsdelegterten ist deshalb so un- geheuerlich, weil sie den von den Parteimit-! gliedern freigewählten Vertrauensmännern die Freiheit! der Entschließung raubt und sie von vornherein dem stärksten Druck, der schärfsten Bedrohung aussetzt, die es| für einen Parteigenossen geben kann. Wer weiß, was ge- rade unseren besten und tüchtigsten Genossen die Partei«ft, j an deren Größe sie beständig mitarbeiten, die ihnen Lebens- j inhalt geworden, deren Erfolg ihr Stolz und Genugtuung� ist, der wird die unmenschliche Grausamkeit einer solchen Be-! stimmung würdigen und bitter die Verteidigung selbst dieser Bedingung durch den Vorsitzenden der Partei empfinden! War es doch bisher unser Stolz und unsere Stärke, daß die Partei i sich durch die Vertreter der Masse der Parteigenossen in freier und unbeeinflußter Selbstbestimmung ihre Gesetze gab, die ihre leitenden Körperschaften dann auszuführen hatten. Jetzt wird über Mitgliedschaft und Delegierte der Terror ver- hängt und dem Parteitag gerade inderLebens- frage der Partei die Freiheit der Entschlie- ßung geraubt!. �'! Und Däumig konstruiert einen Fall Kautsky! Da muß denn doch gesagt werden, daß das eine völlige Jrrcfüh- r u n g bedeutet. Nein, es handelt sich nicht um Kautsky und nicht um Ledebour oder Dißmann. Es handelt sich überhaupt nicht um Personen. Wenn die Sache des Sozialismus es wirklich'erfordert, dann können und müssen auch Personen geopfert werden so schwer, ja, so unvollziehbar für manchen Genossen der Gedanke wäre, er solle an dem Werke, dem er seine ganze Kraft, sein Herz und sein Hirn gegeben hat, nicht mehr mitwirken dürfen, er müßte sich abfinden und er könnte es vielleicht noch, wenn' es die freie und unbeeinflußte Entschließung- seiner Partei. wäre und nicht ein D r ktat von anderen.! Aber all das ist nicht die Hauptsache. In Wirklichkeit han-! delt es sich um schwere, sachliche Probleme, um das Wesens unserer Partei, um ihre Organisation, ihre! Politik und die Selbständigkeit ihrer Ent»! schließung. �... Und deshalb muß man in freier Diskussion und nnbe- kümmert um die T o d e s d r o h n n g der Aus. schließung die Probleme herausarbeitcii. ihre Bedeutung ins hellste Licht setzen und ohne Rücksicht auf die Folgen nach seiner kleberzsugung urteilen. Der Kampf um die O r g a n i s a t i o n s f o r m ist in den Anfängen des deutschen Sozialismus bereits ausgetragen worden. Die uberragende Persönlichkeit Lassalles suchte sich nn Allgemeinen Deutjchen Arbeiterverein ein Instrument der Diktatur zu schaffen. Eine..eiserne Disziplin" sollte die Mitglieder zu einer stets kampfbereften, der Füvning�stet, gehorsamen Kampsschar vereinen. Die mangelnde Schulung der eben erst ins politische Leöcn eintretenden Aromter- Massen, denen sozialistische Lehre, politische und gewerkschast- liche Schulung neu waren, ließen dem überragenden Jührer dmse Lösung der Organisationsfrage natürlich erscheinen. Da erhoben sich gegen ihn und seine Nachfolger, unter dem Einfluß von Marx und Engels, Liedknecht und B e b e l. Und es ist eine der Großtaten Bebels vor allem, diesen Kampf um die Demokratie in der Organisation, um das f�cie Selb st Bestimmungsrecht der P a t x c t m t t g 1 1 c b e r siegreich und ohne Nachgiebigkeit zu Ende gefuhr: zu haben. Und sein langes Leben lang hat der gro5e Führer an diesen Grundsätzen festgehalten. Es war die entscheidende Tat. Denn erst sie ermöglichte die Ueü erwindung dos Sektencharakters, der den Lassalleanern noch anhaftete. Sie bewirkte, daß zum ersten Mal nach dem Verfall der ChartistenbeWSgung eine sozialistische Bewegung als politische und soziale Massen- b e w e g u n g entstand. Der Selbständigkeit der Organi- sationen und vor allem der Parteipresse entsprang jenes rege geistige Leben, das die Massen ergriff. Der Sozialis- mus, die Politik der Arbeiterklasse, blieb nicht das Geheim- nis einer Elite von Führern. Inden: die Massen- selbst zu allen Problemen Stellung nehmen mußten, indem die Eni- stheidung in letzter Linie bei ihnen lag, mußten sie selbst sich sozialistische Schulung, aneignen, wurden sie selbst inter- essiert und erlangten allmählich jene politische Einstcht und Selbständigkeit, die eine Leitung von oben nie geben kann. Jetzt soll das anders werden. An Stelle der freien Selbst- difziplin der sozialistisch geschulten Massen soll jetzt jene eiserne, militärische Disziplin treten, die die Moskauer verlangen und die Genosse Däumig akzeptiert. Die Presse und die Verlage verlieren jede Selbständigkeit. Was gedruckt werden darf, worüber diskutiert werden darf, darüber bestimmt die zentrale Leitung. Und diese Leitung, einmal eingesetzt, ist vraktisch unabsetzbar. Dafür sorgen dte vorgeschrie- ben«n, stets wiederkehrenden„Reinigungen" der Par- tei. Man weiß aus der neueren russischen Praxis, was das bedeutet. Die in die Partei Aufzunehmenden� unterliegen einer strengen Prüfung ihrer„Zuverlässigkeit". Von Zeit zu Zeit revidiert ein von den leitenden Personen bestimmter Genosse die Zuverlässigkeit von neuem. Es liegt in der Natur dieses Systems, daß gerade die oppositionellen, die geistig selbständigen Elemente für unzuverlässig befunden und ausgeschieden werden. Aber, so merkwürdig es klingt, die Masse der Partei- genossen wird gar nicht wissen, wer in Wirklichkeit die Leitung bildet. Die Bedingungen legen der Partei die Ver- pflichtung auf, neben der legalen eine illegale Or- g a n i s a t i o n zu bilden. Die illegalen Leiter bleiben der Masse unbekannt,' wieder aber ist es Bedingung, daß die legale, bekannte Leitung der illegalen, unbekannten unbedingt untergeordnet ist! Damit verlieren dre Parteimitglieder auch den Rest eines Ein- flusses und müssen einer konspirativen Körperschaft gehorchen! Dieser Leitung sind aber ebenso unbedingt alle anderen Körperschaften und Organisationsformen unterworfen: Par- lamentssraktion, Gewerkschaften, Konsumvereine und Räte- organisation empfangen von ihr ihre endgültige Weisungen. Nimmt man noch hmzu die Unterwerfung der Presse und aller Druckschriften unter die zentrale Kontrolle, so ergeben sich die Folgen von selbst: das selbständige geistige Leben innerhalb der Partei, jede Meinungsfreiheit ist vernichtet, Wie Masse der Parteimitglieder verliert sehr rasch jeden be- stimmenden Einfluß aus die entscheidenden Beschlüsse, sie wird zu einem Objekt der Leitung. Weil die Mitglieder nicht mehr selbst entscheiden, verlieren sie auch bald das Interesse an der Partei. In Rußland, wo mit der Zugehörigkeit zu der kommunistischen Partei als der herrschenden eine Reihe Vorteile verbunden- sind, leidet darunter wenigstens nicht die Zahl der Mitglieder' in Deutschland würde sich die Anziehungskraft auf die Massen rapid vermindern. Aus der Massenpartei würde sehr bald eine— Sekte. zum größten>-. tretendes, noch ungeschultss Proletariat, auf der andere,: Seite eine Reihe stärkster Führerpersönlichkeiten und dazu die Nötigung, dieses Proletariat sowohl für die Arbeits- difziplin als für den Nrmeedienst geeignet zu machen. Aber in Westeuropa ist diese„eiserne militärische Diszi- »iftlistisch geschulte Arbeitermassen nicht gefallen' in kür- zestsr Zeit wäre eine solche Organ:sat:on, se: es durch die Rebellion, oder durch die Teilnahmslosigkeit der Mitglieder vernichtet. Die Uebertragung dieser russischen Formen wäre einfach eine Tollheit. Dw Vestimmungei: über die Or- ganisation allein machen die Moskauer Bedingungen un- annehmbar. Eine Kulturschande Vom Betriebsrat der Reichswerft in Kiel wird uns folgender kaum glaublicher Fall kapitalistischen Wahn- witzes mitgeteilt: Auf der R-ichswerst Kiel lagern noch etwa 230 Flug- zeugmotore, die nach dem Friedensvertrage für ihren bisherigen Zweck unbrauchbar zu machen waren. Es wcft nun geplant, sie zu Straßenbahnmotoren umzubauen, um die hohen Werte, da? Stück etwa 160 000 Mk., nicht zu vernich- ten. Die Jlück sJnteralliierte Kontrollkommisiioi: für Lustfahrwesen) hat das kurzer Hand abgelehnt, weil angeblich diese Aenderung keine genügende Garantie dafür biete, daß diese Motore nicht wieder als Flugzeugmotore verwendet würden. Die Jlück bestand infolgedessen darauf, daß e n t- weder die Motore auszuliefern oder zu zer- schlagen seKen. Alle Verhandlungen in dieser Ange- legenheit haben bisher keinen Erfolg gezeitigt. Als Termin für die Beendigung der Zerstörungsarbeit ist der 31. August dieses Jahres festgesetzt. Trotzdem überall ein grenzenloser Warenhunger besteht, ist eine fortgesetzte Steigerung der Arbeitslosigkeit zu ver- zeichnen. Hier wird nun den Arbeitcr,: zugemutet, Werte zu zerstören, die dem Aufbau der Wirtschaft und damit der Verminderung der Arbeitslosigkeit dienen sollen. Der neu- aufgenommene Triebwagenbau der Werft müßte aufgege- bei: und die Arbeiter dieser Abteilung zum Teil entlassen werden, wenn die wahnsinnige Forderung der Entente durch- geführt wird Hiergegen gilt es alles, was noch sin Gewissen hat, mobil zu machen. Der Betriebsrat der Reichswerft hat an die Belegschaft folgenden Aufruf gerichtet: „Kollegen! Von der Entente wird die Zertrümmerung der noch Vorhände- nen 230 Fluazcuginotoren gefordert. Jeder Motor repräsentiert heute einen Wert von vielen Tausenden Mark. Der gesamte Be- triebsrat fordert euch auf, eure Hund zu der geplanten kapita- listischen Wahnsinnstat nicht zu bieten. Wohl sind wir bereit Mordwaffen zu vernichten. In diesem Falle ist aber jede Garantie gegeben, daß die Motore nur zu Kultur- zwecken benutzt werden. Der Betriebsrat erwartet von euch, daß ihr strengste Solidarität übt und alle auf die Zerstörung der Motoren hinzielenden Befehle keine Folge leistet." Der Betriebsrat schließt seine Mitteilungen über diesen Fall: Wir wenden uns nun an das gesamte deutsche Proletariat, die Belegschaft der Reichswerft bei ihrem Vorgehen mit allen Mitteln zu unterstützen. Wie die deutschen Eisenbahner jeden Munitions- transport nach dem Osten verhindert, so muß die gesamte deutsche Arbeiterschaft die kapitalistische Wahnfinnstat der Entente ver- hindern. Die verantwortlichen Organe der Arbeiterschaft aber fordern wir aus. die Internationale Arbeiterschaft zu mobilisieren, das Weltgewissen aufzurütteln, damit den Ententekapitalistcn gezeigt wird, daß auch ihrem Uebermut eine Grenze gesetzt ist. Der Stand der Arbeitslosenfrage In der Kabinettsfitzung am Sonnabend gab der Reichsarbeits- minister Dr. Brauns Bericht über den Stand der Arbeits- losenftage und im Anschluß daran über Verhandlungen, die im Arbeitsministerium mit Vertretungen der Erwerbslosen und der Kommunalv-rwaltungen, vornehmlich von Groß-Berlin, im Laufe der letzten Woche gepflogen worden sind. Ueber die ein- schlägigen Beschlüsse des Kabinetts wird in den nächsten Tagen im volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstags noch näher ver- handelt werden. Die Ablieferung des Brotgetreides Der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft, der Deutsche Landwirtschaftsrat, der Bund der Landwirte, der Deutsche Land- bund und andere landwirtschaftliche Vereinigungen erlassen einen Aufruf, indem sie unter Hinweis auf das Abkommen von Spaa P® �?ubwirte auffordert, alle Kräfte anzuspannen, um die bessere Anlieferung von Brotgetreide zu ermöglichen. Die Aufhebung der Meischbewirtschastung würde an ungenügender Ablieferung van Brotgetreide scheitern. Vor allem brauche der Bergarbeiter fnr lerne Mehrleistung entsprechende Ernährung. Selbst wenn man annimmt, daß der Ausruf in nuter Meinung abgefaßt ist, ist seine Wirkung beeinträchtigt durch die Agitation der Acreini- gungen selbst, die diesen Aufruf erlassen. In den Kreisen der Bauernscoast ist die Abneigung gegen die Zwangswirtschaft, mit allen Mitteln geschürt durch die agrarischen Bereinigungen,.so weit gedieyen, daß� auch der Appell an die vaterländische Ge- sinnung nicht mehr zieht. Jeder der sich in diesen Wochen auf dem Lande umgetan hat, wird dies bestätigen. Man kann ruhig be- Haupten, daß durchschnittlich nicht einmal die Hälfte, höchsten; ein Dritftl der gesamten Ernte abgeliefert wird. Das alles voll- vollster Oessentliivkcit und Gemütlichkeit. Kein Mensch prüft oder kontrolliert. Tie Zwangswirtschaft für das Brotgetreide ist in höchstem Maße durchlöchert. Hier fehlt es � der staatlichen Autorität und Energie, die so freigebig gegen»» Arbeiterschaft angewandt wird.". Das sranzysiich-belgijche Militärabkomme«. Der Brüssel« „Steele" meldet, daß das französtsch-belgische Militarabkommen a» Mittwoch endgültig abgeschlossen werden wird. "" nft mit Rrederlan „..„«..pjtenjt mit Riederländ und England eröffnet. 31. August ab verkehrt dreimal wöchentlich im Anschluß an Flugpoststrecke Malmö— Warnemünde— Hamburg— Bremen«'"! Flugpost Bremen— Amsterdam mit Fluganschluß nach London um zurück.. Rumänien und Südslawien. Nach einer Meldung aus Belgr« wurden die diplomatische» Beziehungen zwischen Rumänien um Südslawien wieder aufgenommen. Wie die NeutralitSt umgangen mied Die Kontrollkommission für Waffen-, Muni tu tions- und Truppentransporte„Berlin-Bran> d e n b u r g" hat in einer Reihe von Ermittlungen festgsstellt, dal »ersucht wird, an verschiedene Adressaten Waffen aller Art um sonstige für den Krieg bestimmte Sachen unter falsch� Deklaration zu verschieben. In welcher Art dies geschieM möge man aus folgendem ersehen:: Absender Dumnick, Magdeburg. An v. Oven. Eorneliusstr. � 1 Kiste Bücher.— Wirklicher Inhalt: 1 sranzöpi-h" Militärgcwehr, 1 belgischer Karabiner, 1 Degen, 1 Seitengewa� Empfänger Meyer. Kurfürstenstr. 43, 1 Kiste Bücher. Inhalt 1 Drilling, 1 Doppelflinte, Z Revolver. 1»gearbeiteter 38 Ka?ll< biner, S Refterpistolen, 1 Degen.— Diese angegebenen Sachen von der Polizei freigegeben.., Absender Spedition Meißner, Berlin, Britzer Straße 2-r Empfänger: Warschauer A.-E. für Handel und Schiffahrt, DanZw Reufahrwasser.— 11 Stück Kleinbahnlokomotiven sind jetzt ooa der Landsspolizei beschlagnahmt. In Erkner wurden Granaten für Oberschlesien verlade» Güterabfertigung Pankow: 1 Waggon Pikrin. Umladehalle Pankow: 13 Kisten Munition(Pulver)., �Niederfchöneweide: 1 Waggon Gasschutzmaske», 1 Wagg»" äsender: Restverwaltung Artilleriedepot Swinemünde, Reichs treuhandgefeMchaft Klabsvertretung Ost-Swin«: 8 Kisten S6»'? gewehte.— Empfänger: Richard Haberling, Berlin-w, Köthener Straße 36. Bezettetung: Zkordifche Handels-A�-v- Berlin W, Herwarthstraße 30. Bestimmungsstation: W- derfchönhausen, Industriebahn. Güterabfertigung Lichtenbeig' Friedrichsfelde.— Davon sind 2 Kisten sichergestellt und 6 KiM sind im Besitz des Empfängers. Berlin, Güterabfertigung Schlesischer Bahnhof, Wagen 171� Cassel von Berlin nach Kreuz: Inhalt Kupfervitriol.— Zu diesem Wagen lag die Ausfuhrbewilligung des Reichskommissars»eu Trotzdem angehalten, weil rohes Vitriol.'„ Berlin, Güterabfertigung Schlesischer Bahnhof, Wagen 179� Saarbrücken vom 18. 8. von Eorbon(Erfurt) nach KonigsbelS i. Pr. Jichalt Gummireifen.— Dieser Wagen geht durch den W' nischen Korridor. Steht auf dem Scyleiischen Bah» ho f. Berlin. Güterabfertigung Schlesischer Bahnhof. Angehalten wurden 8 Kisten, deklariert mit: Maschinenteile 583 Kl� Inhalt: Tornisterzubehör(Oesen, Schnallen, Haken). Absend» yt T. S. Henze. Empfänger ist Mertins in Slensch, von Sten!« nach Posen, Empfänger Kastor in Posen. Steht auf dem Schlesischen Bahnhof. Berlin, Güterbahnhof Schlesischer Bahnhof. Angehalten wm den: 4 Lattenverschläge deklariert mit: Blechwaren. Inhalt Stahlhelme. Absetcher ist: Betriebsabteilung de» Reichszentrale für Einwohnerwehren. Epediteu» ist: L. Marzillier. Empfänger ist Kreisrat von Königsega m Preußisch-Holland.— Stehtaufdem EchlefischenBah" Hof. 2 Güterwagen mit Nachrichtenaerät. Absender Reiche' wassenamt, abgestempelt Linienkommisston Berlin. Nach Fürt» und Ingolstadt adressiert.— Steht auf dem Eüterbahn' Hof Weißen fee.» Die vorstehenden Feststellungen der Kontrollkommission zeigef« mit welchen Mitteln versucht wird, Waffen und AusrUstungsstü� nach Polen durchzuschmuggeln. Denn handelte es sich um recht' mäßige Transporte, brauchte man sie nicht falsch zu dellarierem Es zeigt sich, wie ungemein wichtig die Kontrolltätigkeit de* Arbeiterschaft ist und wie nur. die Selbsthilfe es dem Proletariat ermöglicht, seine Forderungen zu verwirklichen. Kein Wundck, daß sich in der kapitalistischen Presse ein Wutgeheul über di« Nebenregierung, über Anarchie und Verfassungsbruch erheb- Wie manches glänzende Geschäft wird vereitelt. Aus einig� der festgestellten Transporte geht hervor, daß auch inncrhal» Deutschlands Waffen in kleinen Mengen unter falscher Deklara' tion versandt werden. Den Adressen der Empfänger nach 3" urteilen, scheine,: besonders die reaktionären Kreise diesen zu belieben, in den Besitz von Waffen zu gelangen oder sie 3" verschieben. In jedem Fall ist die Kontrolltätigkeit der örtliches Kommissionen eine durchaus notwendig und nützliche. Druckfehlerberichtigvng. In dem gestern früh in der„Freiheit erschienenen Aufrufe für Arbeiter, Angestellte und Beamte-ots' lins und der Provinz Brandenburg, hat sich in der ersten 3«" ein sinnentstellender Fehler einaeschlichen. Es muß nicht heißen- „Entsprechend dem Auftrag", sondern es muß heißen:„En>' sprechend dem Aufrufe der Reichsregierung usw." Kuppelei Von Ignaz Wrobel. „Wer gewohnheitsmäßig oder aus Eigennutz durch seine Ver- mittlung oder durch Gewährung oder Verschaffung von Gelegen- heit der Unzucht Vorschub leistet, wird wegen Kuppele: mit Ge- fängnis nicht unter einem Monat bestraft."§ 180 des geltenden Strafgesetzbuches. Es ist in diesem Hexciihammer von Widersinn, Paragraphenschusterei und Unmenschlichkeit der einzigartige Fall der strafbaren Beihilfe zu einer strafbaren Handlung. In den Köpfen spukt die mittelalterlich fromme Vorstellung, daß di� Unzucht, worunter hier vor allem der außereheliche Beischlaf zu verstehen ist, etwas vor Gott und den Menschen Strafbares sei. Run gibt es ja kein Delikt des außerehelichen Beischlafs mehr, niemand von den Sünderinnen stehl mit bloßen Füßen an der Kirchentür. und die Welt ist. böse und schlecht geworden. Wirt- schaftliche Gesetze haben ihre stärkere Eeltungskraft über die kirch- lichen gewonnen: wer von den Männern nicht in der finanziellen Lage ist, mit fünfundzwanzig Jahren zu heiraten, denkt normaler Weise nicht daran, im Zölibat zu leben, sondern nimmt sich, wenn er nicht auf die Straße gehen will, eine Freundin(ob er mit der ständig zusammenlebt oder nicht, ist rechtlich gleichgültig). Hier hakt nun das Monstrum dieses Paragraphen ein. Nicht jede einzelne Vermittlung der Veremigung von zwei Menschen ist strafbar. Gefordert wird dte Eewohilheitstnähigkeit ader der Eigennutz. Bevor man über den Eingriff des Staates in so wichtige, rein private Verhältnisse urteilt, ist zu sagen, daß es für den kulturellen Stand eines Volkes wohl von Belang ist, wie es über die Lebensführung seiner Frauen denkt.(Ein Mann schützt sich leichter). Tatsache ist, daß in den großen Städten der außereheliche Berkehr die Regel ist, der dem ehelichen absolut parallel läuft. Tatsache ist. daß auf dem Lande zum mindesten der voreheliche Verkehr die Regel ist— vnd daß j« beiden Fällen, sowohl auf dem Lande wie in der Stadt, das Volk ein untrügliches Gefühl für die beiden Arten Liebs hat„ die es gibt: die ehrliche und die iloitrige. Der Querschnitt, der die Ehe von der Nichtehe trennt. läuft anders. Der Gesetzgeber, Blind wie immer, kümmert sich auch diesmal nicht um den Wirklichkeitsbestand, und so entstehen die albernsten Widersprüche. Früher durften in Verfolg dieses Paragraphen dl« Prostituier. ten nicht wohnen: das ist jetzt etwas besser geworden, obgleich es die Rechtsprechung dem Kriminalwachtmeister immer noch möglich macht, eine mißliebige Wirtin„hochgehen zu lassen".— Das un- verheiratete Paar in den Hotels, das sich so anständig und ruhig benehmen mag, wie zwei jahrelang verheiratete Leute, ist gezwungen. sich tonibakene Eheringe zu taufen und sich als„In- genieur Richter und Frau" ins Fremdenbuch zu schreiben, sonst bekommt es schwer Quartier. Es wäre an sich nicht wichtig, ob durch einen solchen Paragraphen flanierende Liebcspärchen und verkappte Prostituierte in ihren: Treibet: gestört werden. Das Ganze ist aber ein unberechtigter und überslüssiger Eingriff der staatlichen Strafgewalt in das Privatleben. Welche sittliche Wirkung hat denn dieser Paragraph? Er ändert an dem oben angegebenen Tatbestande nichts, daß die Ehe nun einmal nicht mehr der einzige Hort menschlicher Liebesvereinigung ist, er vergrößert ein wenig die Risikoprämie der Hotelwirte, und er vergrößert ins ungemcssene die aufgeblasene Philiströsität und herzinnige Verlogenheit weiter Vürgcrkreise nach der Melodie„daß nicht sein kann, was nicht sein darf". Di« Fälle der schweren Kuppelei, in denen jemand mit hinter- listigen Kunstgriffen arbeitet, um Frauen für andere gefügig zu machen, oder Familienangehörige oder das eigene Mündel und zu unterrichtende Kinder an den Mann oder an die Frau bringt. gehört natürlich nicht hierher, ebensowenig wie der Mädchenhandel (dessen Bedeutung für Deutschland wohl etwas überschätzt wird). Nicht die Fleischeslust und die Unsittlichkeit treiben die Mädchen dem Moloch in die Arme, meine Herren Pastoren, sondern neben der seelischen Anlage, das Milieu, die Erziehung und, diese be- stimmend, als ausschlaggebender Faktor: die Wirtschaft. Entsittlichend kann auch der Lunapark wirken, ohne daß ihn ein Staatsanwalt belangt. Und immer kbieder frappant ist die voll-, kommene Verständnislostgkeit der deutschen Gesetzgeber diesen Soxualparagraphen gegenüber, die sich nun einmal nicht mit dem Vorschlaghammer auseinanderschlagen lassen. Die Begründung zum Vorentwurf des neuen deutschen Strafgesetzbuches aus dem Jahre 1309 erzählt vom Kuppeleiparagraphen, daß er die Prosti- tution vnd andere Fälle umfaßt tmd sagt dann'„Es ist mit Recht * betont, daß in dem jetzt bestehenden Zwiespalt der einzig berech tigte Kern aller Angriffe gegen den Kuppeleitatbestand liegt"- Nein. Der einzig berechtigte Kern der Angriffe liegt in der Ueber' I flüsstgkeit des§ 180, der nichts nützt, nichts bessert und nur minder' wertigen, beamteten oder freien Individuen die Möglichkeit an dst\ Hand gibt, zu erpressen, Unannehmlichkeiten zu bereiten und det i ohnehin überlasteten Rechtsprechungsmaschine neue Nahrung äa'| führt. Hat ihn die gerade noch gefehlt? Der Verführer einer Zwanzigjährigen bleibt nach geltendent Recht straflos, auch wenn das Mädchen durch den ersten Fall vow Elternhaus auf den Straßenslrich gejagt wird. Der Arbeitgebest der seinen Angestellten so wenig Lohn zahlt, daß sie in das Schlast Zimmer der Familie neben die erwachsene Tochter einen Schlaf' burschen legen müssen, bleibt ein ehrenwerter Mann. Die Mutter: die sich um die Erziehung ihres Mädchens so wenig kümmert, daß es mit neunzehn Jahren das Tanzen und was dazu gehört, au? dem ff versteht, gerät mit dem Strafgesetz nicht in Konflikt Hier erkennt jeder sofort, daß solchen Dingen mit dem Paragrapheii schwer oder garnicht beizukommen ist. Also was soll die Strafbari keit der einfachen Kuppelet, die ja im Vergleich zu diesen schweif wiegenden Fällen eine Lappalie ist, und die vor allen Dingen di® Menschen, die von der sozialen Not getrieben werden, in schwere Konflikte bringt? So wie der Gesetzgeber empfindet eben heut? inemand mehr, der sich der Kuppelei„schuldig" macht. Das sind doch Romanvorstcllungcn: in einer engen Gasse steht ein naseN' höckriges Weib und winkt mit krummer Hand verstohlen dem fei»«? Biirgermädchen, das da� vorüberraschelt, zu heimlicher Lust..- Krempel. Der Angestellte, der nicht heiraten kann, geht mit seiner Freundin auf seine Bude, und Zehntausende von Wirtinnen der großen Stadt kümmern sich nicht darum, wenn die beiden sich sonst anständig benehmen. Alle Welt ist einverstandeiu Nur das Aug* des Gesetzes, da» sonst so häufig schläft, wacht. Man wird sich bei den Strafrechtsreformen der nächsten Jahr«- entschließen müssen, dies« biblische Weltanschauung aus einem für; alle geltenden Vorschriftsbuche, wie es das Strafgesetzbuch ist, ans-. zuschalten. Die Welt ist kein« Kirch« und kein katholisches Inntz� sernstift. Neben vielem andern Wahnsinn verdient der§ 180 face1 deutschen Strofgesetzbtich»?, aosg» merzt zu«erden. Er ist ilbertzplst D!e GswerKschaftsbewegung, die\ "vetriebsraLe und die!ll. Internationale l. von der Arbeiterklasse in der Periode der friedlichen wow oRS �eß Kapitalismus geschaffenen Gewerkschaften �'Samsationcn der Arbcitshände zum Kampf um die Er- für Preises der Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt und rx.',-JWeesscrung der Bedingungen ihrer Verwendung. Die mi» Marxisten waren bestrebt., sie durch ihren Einfluh ium � Pöltschen Partei des Proletariats der Sozialdemokratie ,u sJ�MiamLn Kampf für den Sozialismus in Verbindung Aus denselben Gründen, denen zufolge die inter- ÄZertL« Sozialdemokratie sich mit geringen Ausnahmen nicht als Ctur- � J:3 revolutionären Kampfes des Proletariats zum Prnr.»• Kapitalismus, sondern als eine Organisation, die.das tilähzu*'f" Interesse der Bourgeoisie von der Revolution zu- .�wies, erwiesen sich die Gewerkschaften während des An».. ,1" den meisten Fällen als Teil des Kriegsapparats der T�l>5.vlsre und halsen ihm, aus der Arbeiterklasse möglichst viel �wem auszupressen zur desto energischeren Kriegssührung für die Sk£ ir-es kapitalistischen Gewinns. Die Gewerkschaften, . e hauptsächlich qualifizierte, von den Untern eh- d». 5 ocsten bezahlte Arbeiter umfaßten, die s�ch ihre gewerkschaftliche Engherzigkeit be- w*' durch den von den Massen losgelösten bureaukrati- Apparat gebunden, durch ihre opportunistischen Führer irre- W t Wurden, haben nicht nur die Sache der sozialen Revolu- der o t£n �gar die Sache des Kampfes für die Verbesserung *„, obensbedinfjungen der von ihnen organisierten Arbeiter Snl?? i e n. Sie sind vom Standpunkt des gewerkschaftlichen ein mit dem Unternehmer ausgegangen und haben ihn durch «m.�o�ramm der friedlichen Abmachung mit den Kapitalisten Ii? lö>en Preis ersetzt. Eine solche Politik haben nicht nur die n.#, en Verbände in England und Amerika, nicht nur die an- Mch»sozialistischen" freien Gewerkschaften in Deutschland und g-M �"dern auch die syndikalistischen Verbände in Frank- li-m wirtschaftlichen Folgen des Krieges, die volle Desorgani- »°W9 der Weltwirtschaft, die wahnsinnige Teuerung, die aus- iÄ'Zuteste Anwendung der Frauen- und Jugendarbeit, die Ver- Mfchttrung der Wohnungsverhältnisse— dies alles treibt die „.�testen Massen des Proletariats auf den Weg des Kampfes »mVI 1)6,1 Kapitalismus. Dieser Kampf ist seiner Ausdehnung dem Charakter nach, den er mit jedem Tage immer mehr an- ljftWt.«in revolutionärer Kampf, der die Grundlagen der kapita- -Wichen Ordnung objektiv zerstört. Di« heute von dieser oder Mr Arbeiterkatcgorie durch wirtschaftlichen Kamps erzielte Er- iit.rPß, des Arbeitslohnes ist morgen schon durch die Teuerung verholt. Die Teuerung muß steigen, weil die kapitalistische „M* der siegreichen Länder, während sie durch ihre Ausbeutungs- M« Mittel- und Osteuropa zerstört, nicht nur imstande ist, die �»Wirtschaft zu organisieren, sondern sie unermüdlich desorgani- Um in ihrem wirtschaftlichen Kampf Erfolg zu haben, er- a�Een sich die breitesten Arbeitermassen, die bisher außerhalb der Z�werkschaften gestanden haben, in mächtigem Strome in ihre £�hen. In allen kapitalistischen Ländern ist ein riesiges »»nwachsen der Gewerkschaften zu verzeichnem die jetzt Mn nicht mehr als eine Organisation allein des vorgeschrittenen ?ni, des Proletariats, sondern seiner Hauptmassen find. Indem £«st die Gewerkschaften hineinströmen, suchen diese Massen sie ™ ihrer Kampfwaffe zu machen. Die sich verschärfenden Klassen- "se nötigen die EeweÄschaften zur Leitung der Streiks, 5?uerung und ihrer eigenen Erschöpfung ihre Forderungen er- J°9en, vernichten die Arbeitermassen die Grundlage für jegliche Kapitalistische Kalkulation— diese elementare Voraussetzung für Eriche geordnete Wirtschast. Die Gewerkschaften, die während Krieges zu Organen für Beeinflussung der Arbeitermassen im Meresse der Bourgeoifie geworden waren,»erden jetzt somit zu �.Hauin der Zerstörung de, Kapitalismus. Diese Aenderung des Charakters der Gewerkschaften wird »aa der alten Gewerkschaftsbnreankratie und durch die alten Or- M'sationsformen der Gewerkschaften auf jede Weise behindert. i*- alte Gewerkfchaftsbuieaurratie sucht vielerorts die Gewerk- Mften als Organisationen der Arbeiteraristokratie aufrechtzuer- .,?»en, st« hält die Borschriste» auftecht, die den schlechtcntlohuten �bestermafsen den Zutritt zu den Sewerkfchastsorginnsattonen Mnpgiich machen. Die alte Gewerkschaftbureaukrati« oersucht auch �Zt noch den Streikkampf der Arbeiter, der mit jedem Tage immer �6hr den Charakter eines revolutionären Ringens der Bourgeoifie .�».dem Proletariat annimmt, durch eine Politik der Uevercin- .aast mit den Kapitalisten, eine Politik der langfristigen Verträge m"setzen, die schon einfach in Anbetracht der ununterbrochenen Wahnsinnigen Preissprünge jeden Sinn verloren haben. Sie den Arbeitern die Politik der Arbeitergemein- -ch a f t e n der Joint Industrie Confeils aufzudrängen und mit lick öcs kapitanstifchen Staates die' j,, v«, iuuuuii|ii(u)eii oiuuie»«ic(yuijiuusj uei. Streiks gefetz- J"1 zu erschweren. In den angespannten Augenblicken des Kampfes sät diese Bourgeoiste Zwietracht in die kämpfenden passen der Arbeiter, hindert sie, den Zusammenschluß des Kampfes .«Ichiedener Arbeiterkategorien zu einem allgemeinen Klassen- (■"ssPie. Bei diesen Versuchen wird sie von ver alten Organi- >a«on der Gewerkschaften nach Beruf unterfllitzt, die die Arveiter mcs Industriezweiges in gesonderte Berufsgrnppen trennt, ob- Mich der Prozeß der kapitalistischen Ausbeutung sie zusammen- säließt. Sie stützt sich auf die Macht der lleberliefernng der Jdeo- der alten Arbeiteraristokratie, obgleich diese beständig ge- 'chwacht wird durch den Prozeß der Aufhebung der Privilegien -Welner Gruppen des Proletariats infolge des allgemeinen Zer- fjfl? des Kapitalismus...der Nivelierung der Lage der Arbeiter- W'-n, der Verallgemeinerung ihrer Not und Unsicherheit". ..«Uf diese Weise teilt die Gewerkschaftsbureaukratie den mäch- tfttü. Strom der Arbeiterbewegung in schwach« Rinnsale, ver- die allgemeinen revolutionären Ziele der Bewegung durch t-Mmistifchs Teilforderungen und bremst im allgemeinen die ::Js9cstaUuna des Kampfes des Proletariats zu einem Revolu »onskampfe ,üi die Vernichtung des Kapitalismus. i,/-. In Anbetracht des Einströmens gewaltiger Arbeitermassen ä* me Gewerkschaften, in Anbetracht des objektiven revolutionären mdarakters des wirtschaftlichen Kampfes, den diese Massen im 'fS?nsatz zur Gewerkschaftsbureaukratie führen, müssen die Kam- mMlstsn»n allen Ländern in die Gewerkschaften eintreten, ,.?? Hnen bewußte Kampforgane zum Sturze des Kapitalismus Am. J,. den Kommunismus zu machen. Sie müssen die Initiative m Bildung der Gewerkschaften ergreifen, wo diese nicht existieren. .-oedcs freiwillige Fernbleiben von der EewerkschaftLbewegung, 5°» künstliche Versuch der Schaffung von besonderen Gewerk- Msten, ohue dazu entweder durch außergewöhnliche it�}«ewaltigungsakte seitens der Eewerkschaftsbureau- »,.»(Auflösung einzelner revolutionärer Ortsgrupp«»»der Ge- �»rschnften durch die opportunistischen Zentralen) oder durch ihr« ».MSigc aristokratische Politik, die großen Massen der wenig in» /gierten Arbeiter den Eintritt in die Organisationen ver- nivt> Lenotigt zu werden, stellt eine riesige Gefahr für die komm»« »INsche Bewegung dar. Er droht die vorgeschrittensten, die klassen» ntnjußtesten Arbeiter von den Masson an die opportunistischen wJ?1 auszuliefern, die der Bourgeoisie in die Hände arbeiten. Die -'Phheit der Arbeitermassen, ihre geistige llnentfchlossenheit, ihre „, 9a»glichkeit für die Argumente der opportunistischen Führer kann ifar im Prozeß des sich verschärfenden Kampfes überwunden werde», �a> Maßgabe dessen, wie die breitesten Schichten des Proletariats urth ihre Erfahrung, durch ihre Siege und Niederlagen begreifen .°"len, daß auf der Grundlage des kapitalistischen Wirtschafts- simems menschliche Lebensbedingungen unmöglich mehr erreicht jaerven können, nach Maßgabe dessen, wie die vorgeschrittenen ommunistischan Arbeiter es lernen werden, im Wirtichaftskampf iLcht nur Veeründer der Ideen des Kommunismus zu fein, sondern w6"stschlossensten Führer des Wirtschaftskanlpfes und der Ge- �r-iaaften zu werden. Rur auf diese Weise wird e» möglich M aus den Gewerkschaften ihre opportunisti- >ll>en Führer zu entfernen, nur auf diese Weise können die Kommunisten an die Spitze der Gewerkschaftsbewegung treten und sie zu einem Organ des revolutionären Kampfes für den Kommunlsmu? zu machen. Rur auf diese Weise werden sie die Zersplitterung der Gewerkschaften beheben, uni» sie durch Zndu- strieuervände ersetzen. Die von den Massen losgelöste Bureau- kratie beseitigen und sie durch einen Apparat»on Betriebsver- tretern ersetzen können, wobei den Zentralen nur die allernot- wendsgsten Funktionen vorbehalten bleiben. S. Indem sie Ziel und Wesen der Gewerkschaftsorganisation höher stellen als ihre Form, dürfen die Kommunisten in der Ee- werkfchaftsbewegung nicht von einer Spaltung der Ecwerkschafts- organlfationen zurückschrecken, wenn der Verzicht auf die Spaltung gleichbedeutend sein würde mit dem Verzicht auf die revolutionäre Arbeit in den Gewerkschaften und mit dem Verzicht auf den Ver- such, aus ihnen ein Werkzeug des revolutionären Kampfes zu machen: mit dem Verzicht auf die Organisation der am meisten ausgebeuteten Teile des Proletariats. Aber selbst wenn sich eine solche Spaltung als notwendig erweisen sollte, darf sie nur dann durchgeführt werden, wenn es den Kommunisten gelingt, durch unausgesetzten Kamvf gegen die opportunistischen Führer und ihre Taktik, durch lebhafteste Teilnahme am wirtschaftlichen Kampf die breiten Arbeitermassen davon zu überzeugen, daß die Spaltung nicht wegen derihn en noch unverständlichen fernen Revolution?- ziele, sondern wegen der konkreten nächsten Interessen tser Ar- beitcrklassen an der Entwicklung ihres Wirtschaftskampfes vor- genomemn wird. Die Kommunisten müssen im Fall der Not- wendigkeit einer Spaltung ununterbrochen, aufmerksam klarstellen, ob die Spaltung nicht zu ihrer Isolierung von der Arbeitermasse führen wird. 6. Wo die Spaltung zwischen der opportunistische» und der revolutionären Eewerkichaftsbewegung schon früher erfolgt ist. wo, wie in Amerika, neben den opportunistischen Gewerkschaften Verbände mit revolutionären Tendenzen, wenn auch nicht kom- munistiiche� bestehen, dort sind die Kommunisten verpflichtet, diese revolutionären Gewerkschasten zu unterstützen, ihnen zu helfen. sich von syndikalistischen Vorurteilen frei zu machen, sich auf den Boden des Kommunismus zu stellen, welcher allein als verläß- licher Kompaß in den Wirrnissen des Wirtschaftskampfes dienen kann. Wo sich im Rahmen der Gewerkschaften oder außerhalb ihrer in den Betrieben Organisationen bilden, wie Shop-Stewards. Betriebsräte, die sich zum Zweck setzen, den Kampf gegen die -konterrevolutionären Tendenzen der Gewerkschaftsbureaukratie, die Unterstützung der spontanen direkten Aktionen des Proletarrats, dort haben sie Kommunisten selbstverständlich mit voller Energie diese Organisationen zu unterstützen. Aber die Unterstützung der revolutionären Gewerkschaften darf nicht den Auetritt der Kom- munisten aus den opportunistischen Gewerkschaften bedeuten, die sich im Zustande der Gärung befinden und auf den Boden des Klassetttampfes übergehen. Im Gegenteil, indem sie die Evolution der Klassengewerkschaften, die sich auf dem Wege zum Revolutions- kämpf befinden, werden die Kommunisten die Rolle eines Ele- ments spielen können, das die gewerkschaftlich organisierten Ar- beiter geistig und organisatorisch zum gemeinsamen Kampf für die Vernichtung des Kapitalismus vereinigt. 7. Der wirtschaftliche Kampf des Proletariats»erwandelt sich in der Epoche des Zerfalls des Kapitalismus in einer politischen viel schneller als dies im Zeitalter der friedlichen Entwicklung des Kapitals geschehen konnte. Jeder große wirtschaftlich« Zu- sammenstoß kann die Arbeiter unmittelbar vor die Frage der Revolution stellen. Es ist daher Pflicht der Kommunisten, in allen Phasen des Wirtschaftskampfes die Arbeiter darauf hinzu- weifen, vaß dieser Kampf nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Arbeiterklasse in offenem Ringen die Klasse des Kauitalisten besiegt und aus dem Wege der Diktatur das Werk des fozialisti- scheu Aufbaus in Angriff nimmt. Hiervon ausgehend, müssen die Kommunisten bestrebt fein, nach Möglichkeit eme volle Einheit zwischen den Gewerkschaften und der kommunistischen Partei her- zustellen, die Eewerkichasten der tatsächliche« Leitung durch die Partei, alq Vortrupp der Arbeiterreoolutio», unterzuordnen. Zu diesem Zweck müssen die Kommunisten überall in den Gewerk- schaften und Betriebswerken kommunistische Fraktionen bilden, mit deren Hilfe sich der vewerkschastobeweznn« bemSchtige« und fie leiten. (Schluß folgt.» Gin neuer Akt der Willkür! Die Schießerei vo« Weißense« Durch die P. P..R. werden Einzelheiten aus den polizeilichen Ermittelungen über die S chleßerel von Weißensee, die beiteroartei Deutschlands(K. Ä. P. D.) des Bezirks Weißensee vo» einem provisorische» Vorstandsmitglied des republikanischen Führerbundes mitgeteilt worden, daß. sich an einer bestimmten Stelle des Weißenseer Laubenaeländes ein Waffendepot früherer Einwohnerwehrmitglieder befinden soll«. Daraufhin habe die K. O. beschlossen, das vermeintliche Waffenlager in der Rächt zum 20. August auszuheben. Die Sicherheits« dem Hinterhalt erschossen worden. Als unmittelbarer Täter kämen in Betracht der Expedient Fritz Falk, der Sattler Josef Wrba und der Arbeiter Ernst General aus Weißenfec. die festgenommen feien. Auf den flüchtigen Führer der bewaffneten Gruppe. KarlZiegler. werde noch gefahndet. Es wird weiter mitgeteilt, daß es dem Berliner Polizeipräst- dium gelungen fei, einwandfreie Beweise für das Bestehen einer militärischen Organisation bei der K- A. P. D. zu erhalten. D:e K. O. führe den Decknamen..Kommunistische Arbeiter-Sportvereinigung". Ihr militärischer Lei- ter sei ein gewisser Kunze aus Spandau, der von der Polizei noch gesucht werde. In Graß-Berlin fetze sich die K. O. aus„Abtei- lungen" zusammen, die im Anschluß an die Bezirke der K. A. P. D. m„Kompagnien" gegliedert seien und in Züge und Gruppen zerfielen. Reben den Kompagnien beständen Sonderformatio- neu: Stoßtrupps, MaschinengewehrabteUunge». Pionier-, Fern- sprecher- und Lebensmittelkolonnen. Die verschiedenen Abteilungen der K. O. halten militärische Uehungsmärsche, sowie Exerzier- und Schießübungen ab, bei denen rein militärifch und nach dem Exerzierreglement des ehemaligen preußischen Heeres ver- fahren werde. Die K. O. verfüge über eine nicht sehr große Zahl von Militärwaffen mit scharfer Munition, wie überhaupt die ganze Organisation eher dumm und kindisch, als schreckenerregend zu wirken geeignet sei. Etliche Waffen seien immerhin der Polizei in die Kinde gefallen. Mehrere leitende Mitglieder und sonstige Angehörige der K. O. seien festgenommen worden. Sie haben sich nach der bekannten Verordnung des Reichspr«! deuten vom S«. Mai 1920. welche den Zusammenschluß»u Verbanden militärischer Art und die Teilnahme an solchen Verbaten mit Zuchthans bedroht, strafbar gemacht und sind dem zuständigen Richter bei dem außerordentlichen Gericht des Rerchswchr-Erup- pen-Kommairdos 1 zur weiteren Entscheidung vorgesuhrt. Zun- schon der offiziellen Leitung des Repuolikanischen Fuhreilunde« und der K. O.. so hören wir schließlich noch, bestehe keme Ver- bindunu, wohl aber hätten krühore Mitglieder des früheren pro- viforischen Vorstandes der Ortsaruvpe Berlin des R. F.-ö. mit der K. O. Beziehungen unterhalten. Trotz dieser eingehenden Darlegungen besteht wch immer bei begründete Verdacht, daß diese ganze militärische Spie- lerei em Gemisch von Spitzeltätigkeit und E l n- fältigkeit ist. Dieser Verdacht wird noch bestärkt durch den Umstand, daß die Sicherheitspolizei recht- zeitig Mitteilung von dem Weißenseer Unfug er- halten hat. Offenbar ist diese Aktion von einem Lockspitzel teuer erkauft worden. Der offiziöse Bericht nennt die ganze Sache„eher dumm und kindisch als schrecken- erregen d". Nichtsdestoweniger wird die ganze reaktio- nare Presse auf sie stürzen, um sie zur Bekämpfung der Ar- belLerbewegung auszuschlachten. Die nötige Handhabe dazu geben ihr noch die Behörden, die gegen die verhafteten Ar- -beiter mit den härtesten Strasbestimmungen vorgehen wollen. Das Unerhörteste an diesem Fall ist die Mitteilung, daß die Verhafteten unter Berufung auf die Verordnung des Nelchsprastdenten„dem zuständigen Richter bei dem außerordentlichen Gericht des Reichs- wehrgruppenkommandos I zur weiteren Entscheidung vorgeführt" worden seien. Mr haben semer Zelt, als diese Verordnung veröffetlicht wurde, festgestellt, daß sie eine krasse Vergewaltigung der bestehenden Rechtszustände bedeute. Wir haben damals vorausgesagt, daß diese Verordnung in ihrer Eegenrevolutionären einziger von dem Ausnahmegesetz be- troffen worden, die O r g e s ch kann ungehindert ihre Rustun- gen fortsetzen, die märkischen Junker können ohne Furcht vor Strafe ihren Selbstschutz aufrechterhalten. Rurgegen Arbeiter soll jetzt die Guillotine dieser Zuchthausverordnung aufgerichtet werden. Wir erheben schärfsten Protest gegen diesen neuen ÄktderWillkür. Wir verlangen, daß die ver- hasteten Arbeiter dem ordentlichenGericht zugeführt werden, und daß dieses Ausnahme-Zuchthaus- gefetzunverzüglichaußerKraftgefetztwird! Der falsche Weg Die Kommunistischs Partei Deutschlands fordert in der „Roten Fahne" die Arbeiter auf. politische Ärbeiterräte zu wählen, um die Blockade Polens sicher zu stellen und die Ak- tionen zur Durchsetzung„der anderen Forderungen" aufzu- nehmen. Die Blockade Polens ist, wie jedermann weiß, von den sozialistischen Parteien und Gewerkschaften, einschließlich der Kommunisten, bereits beschlossene Sache. Auch die nöti- gen Kontrollorgan« zur Sicherstellung der Blockade Polens find eingesetzt und arbeiten. Ihrer Tradition getreu, konnten oie Kommunisten nicht lange Solidarität mit den anderen Arbeiterorganisationen halten, sie fielen ab und begannen ihr übliches Gezeter über Verrat usw. Im Bewußtsein ihrer eigenen Ohnmacht und Unfähigkeit irgend eine ernste po- litische Aktion durchzuführen, was doch zu den unum- strittenen Aufgaben einer politischen Partei gehört, und durch ihr notorisches politische« Querulantentum für jedes solidarische Zusammenarbeiten mit Arbeitsbrüdern und Klassengenossen unfähig gemacht, möchten sich die Kommu- nisten nun durch Schaffung politischer Arbeiterräte aus ihrer unhaltbaren Situation befreien. Dabei kommt es ihnen ?;ar nicht darauf an, daß sie sich mit ihrer Aufforderuna, po- itische Arbeiterräte zu wählen, auch gegen die Beschlüsse des. 2. Kongresses der Kommunistischen Inter- nationale auflehnen. Der Vorsitzende des Exekutiv- komitees, Genosse S i n o w j e w. begründete auf dem Kon- areß Leitsätze über die Frage:„Wann und unter welchen Be- dingungen dürfen Arbeiterräte geschaffen werden? Nach den Ausführungen Sinowjews und nach den Beschlüssen des 2. Kongresses der KommunWschen Internationale sind Ar- beiterrate ohne politische Macht unmöglich. Sie ver- wandeln sich ohne proletarische Revolution unabwendbar in eine Parodie auf Arbeiterräte. Wirkliche Massenräte er- scheinen als historisch gegebene Form der Diktatur des Prole- tariats. Arbeiterrate bedeuten die Diktatur des Proleta- riats, sind Organe des proletarischen Staates. Darum kann und muß oie Idee der Arbeiterrät« in dem jetzigen Stadium der Revolution propagiert werden. Aber die unmittelbare Organisierung von Arbeiterräten ist, ohne im Besitzderpoliti- 'Äen Macht zu sein, unmöglich. Das Eintreten ii gaben des wirklichen Kampfes um die Macht ablenkt. Sinowjew bezeichnete eine solche Betätigung als objektiv konterrevoluttonär. Im ahnlichen Sinne haben wir uns, ganz im Einklang mit unserem Programm, wiederholt geäußert. Vielleicht studieren die Leitungen der Kommunistischen Partei und der „Roten Fahne" nun endlich mal die für sie maßgebenden Leitsätze. Dann brauchen sie nur noch zu befolgen, daß sie für oie Beschlüsse ihrer eigenen Kongresse nicht nur Lippen» bekenntnisse abzugeben haben, daß sie auch danach handeln müssen. Eine Irreführung Aus Dortuinud wind uns geschrieben- Mit der größte« Leichtfertig- keit wird immer wieder versucht, die Schuld an nnangenehmen Vorfällen den verhaßten Nuabhängigen in dt« Schuhe zu fchieoeu. Sind irgendwo Lebensmittelkrnwalle vorgekommen, ist von Putschen die Rede, die sich in nächster Zeit ereignen sollen, immer sollen dl« Uuab- .Die Unabhängigen haben auf dem Eisen- und Hutten- werken Hösch»nd bei der Dortmunder Union von Deutsch-Lnxem- bürg sowie bciKlöune den Beschluß durchgesetzt, morgen in Proteststreik gegen den Steuerabzua zu treten. Die Gewerlschafte» find gegen den Streik, den sie als Verbrechen am Staate erklären. Wenn da»„B- t.' lauter solche.Berichterstatter" hat. wie diesen Mann in Dortmund, so wird man sich tn Zukunft beim Lesen deö Blatte» vorsehe» müssen. Im Interesse der Wahrheit sei hiermit festgestellt, daß die Unabhängige Gozialdemorrattsche Partei Dort- mund» in keiner Weise mtt diesem Streik etwas zu tun hat. Richtig ist. daß alle Arbeiter der.Union" streiken und zwar ans folgende» Gründen: l. wegen de? l0°/,itg-n Steuerabzugs. Z. wegen der Wieder-' einstellung der an den Märzunrilh� beteiugten Aroeiter und g. wegen eines 100 Öligen Zuschlags zur ��ntagsarSeit. Vc; Hösch streikt! nur«in kleiner Broch teil der Arbeiter und bei 5i lönn» streikt übqrhaupt kei» Mensch- DaS.Berliner Zageblatt' sollte bafür sorge«, daß sei»« Berichts «rflatter nicht nach dem System der Magdeburger Spitzelzentrale arbeiten! Erhöhung der Lohnpfündungsgrenze Die Verteuerung aller Lebensbedürfnisse hat eine wesentlich« Er» Weiterung der für den Arbeits- und Dienstlohn bestehenden Pfän.' dnngsbeschiänknng«» dringend notwendig gemacht. Durch eine Vcr- ordnuna, die der Reichstag kurz vor seinem Auseinandergehen ver- abschiedet hat, ist eine Verdoppelung der bisher bestandenen Pfäu- duugSzreilzen eingetreten, so daß. falls der Schuldner seinen Ehe- galten, Borwandtc« oder einem unehelichen Kind« Unierhalt zu ge» währen hat, ein Betrag bis zu 8000 Mt. von der Piändung frei� bleibt, j» anderen Fällen der Betrag vou 4000 Mk. Auch die 0»- samtgreme ist von 4800 Zfik. bezw. 8000 Mk. auf 9000 bezw. v erhöht werde». DieseG Sesetz mtt 1, Oktober in wroft HERMANN UETZ yorfeilljaffe Angebote! LEIPZIGER STRASSE ALEXANDER-PLATZ FRANKFURTER ALLEE Qiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiüiiiuiiiiiiiiiiiiiniiuiiyuuia Damen-Kleidung Damenmäntel in soliden i7>coo iQQoooorioo Au$(ührung.,gede1/350 sloff, mit hohem plissierten Volant.............�f-O Unterrock Trikot, In ver- /I"250 m.sthofl. /T 450 schied. Färb., mit höh. Sloffansatz Ansatz.. Kinder-Kittel aus dunkel gerauhten Baumwoll-Sloffen, 45 cm lang................ 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Wir müssen prüfen, ob nur �nstige und gefühlsmäßige Zuneigung zur Kommunistische« ��mitionale in uns lebt, oder ob wir ihr mit kühlem Ber- ,M,*> nüchternen eigenen Erwägungen in all ihren Einzel- «Hebungen zustimmen. einen Teil der Aufnahmebedingungen kann das von vorn- 9m«n ohne größere Erörterungen festgestellt werden. Co wird '°-n bisher in unserem Bezirk ziemlich einheitlich herrschenden linksgerichteten Anschauungen auch bei genauester ein»« über die Punkte I. i, 5, 6, 8, 9, 12, 14. 18 und 19 kaum miiff.etfun0 SU machen sein, außer, daß wir uns vornehmen Valien, einige dieser Festlegungen noch energischer und rucksichts- zu vertreten, als es bisher schon geschah. Sachlich entscheidend ist für alle die Grenzlinien, die in den *>»»» Bedingungen aufgeführt werden, die letzte unter Ziffer .' feststellt, daß diejenigen, die die Bedingungen und Leitsätze ei! Internationale grundsätzlich ablehnen, auszuschließen lem' � durchaus selbstverständlich, denn einer Partei kann imand nur angehören, der ihre Erundsätzeanerkennt. Es ?�f vielleicht in dieser Verbindung daran erinnert werden, daß «Wts auf dem Leipziger Parteitag festgestellt wurde, daß sich nter den Delegierten kaum einer befunden hat, der die �aZiammattschen Grundsätze, die zu den Verhandlungen mit der Internationale führten, grundsätzlich ablehnte, so daß also «inne des letzten Satzes der Bedingungen auch zum kommenden Parteitag kaum jemand delegiert werden wird, der grundsätzlich «"gner der tragenden Prinzipien der Kommunistischen Znter- jwtwnaie ist, er müßte sich sonst mit unserem Aktionsprogramm unerträglichen Widerspruch setzen. 3st man sich also grundsätzlich einig über den Klassenkampf, Bür- Nrkrieg, Diktatur und Rätesystem, so enthalten die Bedingungen mr die Aufnahme in die Kommunistische Internationale weiter U'chts als die unter den verschiedenen nationalen Sektionen ver- Marten gegenseitigen Sicherheiten für eine entschiedene und ein- Mutige Betätigung im Sinn« der obengenannten gemeinsamen re- °°mtionäien Prinzipien. Es ist schon bekannt, daß unsere Dele- »s«on an dieser Vereinbarung der notwendigen gegenseiitgen �'cherheiten für einheitliches Handeln beratend mitgewirkt hat; J* Ware also falsch, etwa glauben zu wollen, daß die Bedingungen pch besonders auf die Verhältnisse der USPD. beziehen oder gar Gegen sie gerichtet find. Unsere Partei hat um so weniger das juecht, etwa die verfolgte Unschuld zu spielen, weil wir uns ja leider nicht entschließen konnten, schon auf dem Leipziger Partei- «ig-alsnochkeineformultertenBedingungenbe» ssund en. den Anschluß an die dritte Internationale klar zu voll- Ziehen. Hätte die vorhandene Mehrheit das bißchen Kühnheit dazu damals aufgebracht, so hätten wir schon jetzt unser volles Mitbe- st'minungsrecht auf die Fassung der Aufnahmebedingungen aus- dben können. Nach dem vorjährigen Mangel an Entschlossenheit ??ben wir jetzt kein Recht zu weinerlichen Gefühlsaujwallungen Hb« etwaige mangelnd« Berücksichtigung. Außerdem werden in der Einleitung übe» die Bedingungen nicht w>r. sondern die bedeutsamen linksradikalen Parteien Italiens. Schwedens, Norwegens und Jugoslawiens wegen ihrer unklaren valtung und insbesondere wegen ihres rechten Flügels scharf kri- «stert. obwohl sie der Kommunistischen Internationale bereits gehören, teilweise sogar seit deren Gründung. Daß diese Kritik der Befürchtung entsprungen ist, daß die dritte Inter- Nationale wiederum durch wankelmütige Elemente verwässert wer- en könnte, muß jede radikale Partei auch für sich als berechtigt verkennen. Wer überhaupt die Intsrnational« als eine Partei- Organisation betrachtet, die nicht mehr aus einer An- Ml selbständiger nationaler Parteien besteht, sondern sich festge- ragt nur noch aus Sektionen der verschiedenen Länder zusammen- l�t, der wird beim Lese» der Bedingungen die deutschen Scheu- Joppen beiseite lassen müssen und mit internationalem Denken leine Ueberlegungen anstellen._ 1. Bettage zur„Freiheit" Von diesem Gesichtspunkte aus ist es auch durchaus selbstver- stündlich, daß unsere Partei mit dem Anschluß an die Kommuni- stische Internationale ihren Namen ändern müßte, was ja am Ende nur eine Aeußerlichkeit ist: aber den Wert der äußeren Unterscheidung zwischen„sozialdemokratisch" und„kommunistisch" haben ja auch Karl Marx und Friedrich Engels in einer ähnlichen Situation schon betont, als fie ihre gemeinsame große Kundgebung für den revolutionären Sozialismus als das„Kommunist!- s ch e" Manifest Herausgaben. Uebrigens hat sich ja auch unser Go- thaer Parteitag aus denselben Gründen bereits ernsthaft mit dem Gedanken getragen, unserer neuen Partei schon damals den Titel „Kommunistische Arbeiterpartei" zu geben, und es war nur eine Konzession an die Schwerfälligkeit der Mitglieder- massen, die man gewinnen wollte, wenn damals doch noch dem Titel„Unabhängige Sozialdemokratie" der Vorzug gegeben wurde. Mit dem Anschluß an die dritte Internationale müssen wir uns offen„Kommunistische Partei Deutschland) sSektion der dritten Kommunistischen Internationale)" nennen und die andere kommu- nistische Partei, die in Deutschland noch mit dem Zusatz„Sparta- kusbund" besteht, auffordern, unter Fortlassung dieses Zusatzes fichunsanzufchließen. Sind die formellen Voraussetzungen des Anschlusses und der Namensnennung erledigt, so wird der Ausdruck„kommunistisch" in den gesamten Bedingungen den für uns allein möglichen Partei- charakter erhalten. Insbesondere der erste Punkt gewinnt für uns damit eine inhaltreiche Bedeutung, denn es ist klar, daß eine Par- tei, die scharfe und eindeutige Prinzipien aufstellt, dafür sorgen muß, daß diese Prinzipien auch ebenso scharf und eindeutig in der Oeffentlichkeit vertreten werden. Eine radikal-sozialistische oder kommunistische Partei kann es wirklich auf die Dauer-nicht er- tragen, daß in ihren Zeitungen und Versammlungen ständig durch Passivität oder Auslegungskünste gegen den revolutionären Geist ihres Programms gesündigt wird. Denn die Partei wird nicht so sehr nach ihrem Programm, und sei es noch so klar und präzise ge- faßt, beurteilt, als vielmehr nach dem, was in ihrem Namen täg- lich geredet und geschrieben wird. Die Partei muß sich um ihrer selbst willen, um ihr inneres Wesen nicht zu verlieren, eine starke Zentrale schaffen, die die Pflicht hat. die öffentlichen Meinungs- Suherungen der Partei vollkommen in Einklang zu bringen mit den programmatischen Grundsätzen. Eine Zentralleitung, die das nicht empfindet, oder zögernd gegenüber der Verfälschung der Parteimeinung auftritt, müßt« beseitigt werden. Auch ohne daß es die Kommunistische Internationale als Be- dingung aufgestellt hätte, muß unsere Partei, wenn fie nicht schwere innere Erschütterungen durchmachen will, deshalb zu den unter Ziffer 29 verzeichneten Entschlüssen kommen, daß in der Zentralleitung eine unbedingte Mehrheit solcher Vertreter vor- Händen ist, die sich aus sich heraus von vornherew und öffentlich für die jetzigen Prinzipien der Partei ohne Schwankungen«in- gesetzt haben. Wenn in den Bedingungen gerade an dieser Stelle von dem Kongreß Ausnahmen zugelassen werden und hier eben- falls die Ausnahmen für die Zulassung der bedächtigeren EU- mente der mittlere« Linie zur ZnternationaU ausdrücklich«in- geräumt werden, so ergibt sich daraus, daß sich die Vertreter der S. Internationale durchaus dessen bewußt find, daß trotz aller Schärfe des Tons, den sie bei der Formullerung ihrer Bedingungen angewendet haben, ja doch im praktischen Leben es meistens an- ders kommt. Unter Berücksichtigung der Schwerfälligkeit des Parteiwesens in allen Ländern und der Tatsache, daß mit einer gewissen Laxheit von vornherein gerechnet werden muh, war der Kongreß berechtigt, die schärfsten Formulierungen niederzulegen. Wer sich daran stößt, der hat auch andere innere Gründe, die gegen die Grundprinzipien stimmen. Wie wenig übrigens sogar dieser Kongreß der Schroffheiten seine eigenen formulierten Bedingungen zur Durchführung gebracht hat, geht daraus hervor, daß er zwar im Absatz 7 ewige Namen derer aufführt, die al» notorische Opportunisten nicht das Recht haben sollte«, als Angehörige der S. International« zu gelten, daß aber den bereits angeschlossenen und auf dem Kongreß als vollberechtigt anwesenden Parteien Italiens und Norwegens immer noch durch- aus rechtsstehend« opportunistische und reformistische Genossen mit hervorragenden Namen angehören, ohne daß bisher die Red« war von dem bösen Ausschlußverfahren, mit dem man hier in Deutsch- land die Gemüter gefühlsmäßig graulich zu machen beliebt. Cs bleibt also dabei, daß sowohl die Internationale, als auch jede Partei, aus den wneren Gründen der Sicherung ihres Wesens- kerns nur die klarsten und schärfsten Formulierungen wünschen kann. Die übrige« noch nicht erwähnten Bedingungen find durchweg der Ausdruck einer verschärften Zentralisation sowohl der Inter« Sonntag, 29. August 1920 «atioimle als auch ihrer Sektionen in den verschiedenen Ländern. Wir müssen offen zugestehen, daß nicht- nur in unserer deutschen Partei, sondern auch in anderen Ländern sich innerhalb der Partei. bewegung ein gewisser Föderalismus bemerkbar gemacht hat. Di« Bureaukratisiernug der früheren Zentralinstänzen der alten Partei haben zu dem Rückschlag geführt, daß wir in Deutschland in ew- zelnen Bezirken und Orten ein starkes Maß an Selbstherrlich. keiten erlebten, denen zunächst die Zentrale ziemlich schwach gegen« überstand. Die beiden letzten Parteitage habe« der Partei bereits ein viel festeres Gefüg« gegeben und nach den örtlichen Revolten des vorigen Jahres wurde der Schrei nach einer starken zentralen Leitung in Deutschlands ziemlich einhellig«hoben. Nichts wird der Parteizentrale schwäch« angerechnet, als wenn sie in irgend- einer Frage die notwendige Führung und Klärung hat vermissen lassen, wenn sie in irgendeinem Punkte Unentschlossenheit und Schwächlichkeit zeigte. Neben diesem imm« stärker austretenden Wunsche nach einer starken zentralistischen Führung wird auch eine eiserne Disziplin immer mehr als Selbstgebot der Partei erkannt. Auch den Moskauern war es jedoch selbstverständlich. daß dieser Zentralismus innerhalb der Partei nur auf der Grund- läge des demokratischen Prinzips aufgebaut fein könnte, und daß die Parteizentrale die Fülle ihr« Macht und Autorität nur ge- tragen vom Vertrauen der Parteimitgliedschaft ausüben könnte. Einer so gestellten Zentrale muß man es zur Pflicht machen, daß sie an jeder Stelle in der Partei, sei es in der Presse, den Sekretariaten, in den Parlamenten od« sonstwie in den Organi- sationen darauf achtet, daß jeder öffenllich für die Partei auf- tretende Funktionär sich unbedingt und nur im Sinne d« Prin- zipien der Partei klar, eindeutig und ohne Schwankungen be- tätigt. Das ist neben verschiedenen anderen Bedingungen eine der wesentlichsten Voraussetzungen für ein«» erfolgreichen Kampf gegen die mächtigen strafforganifierten G«gn« aller Art. Daß diese Zentralisation auch für die Internationale gelten muß, ist in der Zeit der Weltrevolution unumgänglich nötig. Das zentrale Exekutivkomitee, in das auch wir unsere Vertreter entsenden wollen, muß Einfluß auf alle Sektionen ausübe« können. wie es andererseits von den Vertretem aller Sektionen getragen und gestützt werden muß, um zu der notwendigen Machtfülle zu kommen, die die Stelle bedarf, die zum Genevalstab der Welt- revolution werden soll. Lehrvlan der Räteschule der Groß-Berliner Arbeiterschaft für das Trimester September« Dezember 1020 Gesamtunterricht für Arbeiter und Angestellte all« In- dustriezweige und für alle Hör« der nachstehenden Kurse: Seminar, tbemenpenunj aas den«reifen »litilchen, wiitlchaftli�en, taltureiien and iUnffenlampffchalnag. Erörterungen aller poll «urfa, l: der Hörer.*** �.......nvn„„u »ivililatarischen Probleme und Begriffe in ihrem Verhältnis zum tUajfenkompf. Leitana: Frieda Winckelmann, Holl, Stein, Oehring, Mlml. Beginn: Mittwoch, den IS. September, abends IVj Uhr, Zimmer Zt. Unterrichtsgruppe A. HjH KU». Wert and Wesen der Preffe und PreifemNteiiuna, ._______..._______„___ in praktifchen llebmigen an Berichten and Tas- lätzrn aus bürgerlichen und Handelszeiinngen.~~"'—-■ -----,-----„-----,------— Beginn; Freitag, den 17. Septem der, abends 7 Uhr, Zimmer 3S.—«ntms S: Zbentfch, fchriftliche» and mint' l icher»nsdeall. Lehrer: v.«etzler. Beginn: Mittwoch, den ib. abends fhS Uhr. Zimmer Üb.—«nrfus l: Einföhrnng in das orophilcheo Darftellnngen nn» vol�Wieticheftlichee giormeln. Lehrer: Beginn: Montag, den 13. September, abends S Uhr, Zimmer 33. llnterrichtsgrupp« B. Kapitalistisch« Wirtschastokund». & September, abends 5 Uhr. Zimmer 27.-«urfns B»ie ßtwnifnlUn de« ""*1 lÄenÄn'r& IUI Elten. �vuttvue»IM»-tt-f (iaftsfrifen. Wirkung der lapiialiftischen Wirtfchafi. Beginn: Montag, den is. September, ebe' modernen veiriebei allgemeinen,«altuletionsmefen nn Beiriebsin'" Beginn: S Blnenjlelle. naTtting un___________________________- Freilag, den 17. Septembet, abends 5 Uhr. Zimmer 27.— Jturjiif 4: Die Prari» de* Selkmcfeno. Lehrer: Henry ffleoet. Des Bantmefen. Die Geld» und Weienjirralation. Die Prelis des Seid Verkehrs. Beginn: Moniee. den 13. September edends 7 Uhr, Zimmer tt.—«urfas 5: Die«echte und Pilichtea der Betriebsräte. Lehrer: Fr ig Schänbech.«ornmentiernng des Betriebsräte- gefetzes en Hand der Der Aulgabenkreis der Betriebsräte. Be- ginn: Mittwoch, den Ib. Seplemier, abends'£4 Uhr, Zimmer 33.—«urfas 6: Technifierona der Landwirtlchafi. Lehrer: Eberhard Fink. Für Handarbeiier» und Lendbetrieisriüe und Arbeiter» und Betriebsräte der Melchinen-Dangemittel- Elektrizität und Baulioffindaftrie. Beginn: Donnerstag, den 13. September, abends 5 Uhr, Zimmer 27.—«arfns 7: Verkehrswesen. Lehrer: Te Laake. ür Arbeiter, An gestellte und Beamte der Eisenbahnen, Straßen- und«lein- >: ib»»»--- bahnen. Ilm: nnersiag, den 17. September, abends 7 Uhr, Zimmer 27.— Die schwere Stunde Roma» iry j Bietor Pank» einer Ruhe, als handelte es sich um ganz uninteressante "fle. unterbricht fie das Schweigen: c. haben sie ins Gefängnis befördert, wo sich schon uü! Monate quälen, verstehen Sie?.... fünf Monate Sweben diese Menschen zwischen Leben und Tod. Oder Sen tCn®ie' 68 l'ien noch Kinder, die nicht wissen, was ihnen Crfi �eht? Stärker, intensiver, ja bis zum wahnfinnigen ■qrecken gesteigert, erlebt die junge Lebensgier das dunkle �Ipenst des Schaffots, das ihr bevorsteht. Ich habe ge- ' � Ulahifchciiiliri), merfTlL�r �Msors. oas lyr oeoot.r�e. 0u, v— Um r?! pe häufiger ihren Hals berühren, wahrscheinlich. ßebr« ob es noch keinen Strick darum gibt. Und so der u, Lu"l Monate hindurch, Tag für Tag, und während n A8" Tauchemarnächte im Gefängnis. In ihren buno-n. habe ich Beschreibungen von Gefängnissen, Beschrei- da» 5?r��..�urteilungen gelesen. Sie erscheinen blaß. �icht fort»'P greller und furchtbarer, Sie haben es gewiß dem« rl"kb*- sondern vom Hörensagen erfahren, mit Febr*;* �sonnen. taä ohne es zu wagen, fie zu unterbrechen, aber Ii«!. Augenblick ruft sie voller Gram und Borwurf: wenifti»..,0*�'"!' haben Sie sie betrogen? Sie wären m�ssstens mit der Waffe in der Hand gestorben, der Tod ------ 2— Man is f0 schrecklich gewesen, im Kampfe erwartet Strirf«• uicht, er kommt zufällig, hier aber müssen sie den sto.n�>unf Monate am Halse tragen. Wenn er dort ge- irnft JPar®' so hätte ich, die Mutter, doch wenigstens den � aber als'ei et lüt leinc Ideale gestorben nachdenNich. erbebt die Äugen und steht meine kranke voll Bücher und sagt: «oonn 88 l«. welcher die jungen Leute zu alle dem be- Fern. 5' Sie riefen sie irgendwohin, malten ihnen in der war" nebelhaftes lockendes Leben aus. die Kinderseele ruhn.«» unbekannter Unruhe erfüllt: sie sehnten sich nach Pe 8? Taten, ohne selbst zu wissen, wofür... Haben a nicht immer auf jesuttischc Art das Ziel verschqu«-' n-n? Ich habe ja selbst alle ihre Bücher gelesen, haben Sie denn je ehrlich und offen gesagt, was ver- »lauben? Immer aber verwirrten Sie die©eistet, v« wirrten Sie die Herzen, und nun seh�n Sie. wohin das g führt hat... zum wahnsinnigen Gespenst des Schaff. —elch wahnsinniges Verbrechen! Gin blinder . WWWWU Prophet dann wäre es aber besser gewesen, sich gar nicht als Prophet aufzuspielen.. Ich fühle, wie mein Kopf merkwürdig schwer wird, wie unter mächtigen bleiernen Fausischlägen senkt er sich immer tiefer und tiefer. Sie verursachen mir Schmerzen, und doch wünsche ich merkwürdigerweise, daß diese Schläge nicht auf- hören, sondern immer heftiger auf mich niederfallen... Eine krankhafte, schadenfrohe Zufriedenheit erfüllt mich: es ist mir, als hätte ich durch die erste wahrhaste Rede zu mir die Lebenswahrheit erkannt, mochte sie mich auch noch so viel Schmerzen kosten. Ich bin gar nicht darüber erstaunt, daß diese Frau so schonungslos, so geradlinig und gebieterisch meine frühere Lage verurteilt, fie selbst erscheint mir als das schonungslose Schicksal. Schuldigen Hauptes stehe ich vor ihr, soll sie nur loshauen... Sie erhebt sich, und ich sehe jetzt, daß fie sich kraftlos gebeugt hat. und in Gedanken frage ich mich: Solltest auch du unter der Last des Leidens gebrochen fein, du Frau, mein Schicksal? Hat sie meinen Gedanken erraten, oder ist es einfach die Gewohnheit, sich selbst, sowie andere zu beherrschen.— so- gleich richtet sie sich wieder auf, und sagt, meine Seele mit ihrem scharfen Blick durchbohrend: „Sie haben meinen Sohn unter das Schaffst gestellt, hören Sie, Sie sind es, nur Sie allein. Man sagt, Sie hätten große Verbindungen zu diesen Kommissären, Sie müssen meinen Sohn retten!" und unerwartet stürzt fie in stürmischer Be- wegung auf mich zu. faßt mit beiden Händen meinen Arm über dem Ellenbogen und schüttelt ihn aus voller Kraft: „Wenn Sie einen Sohn hätten, der mit dem Tode kämpft, der zum Tode verurteilt ist, dann würden Sie meine Qual verstehen, meinen fürchterlichen Gram! Das Herz zerreißt einem und kann doch nicht hinaus. Das Herz einer Mutter. verstehen Sie wohl, Sie gefühlloser Mensch?..... Sie schweigen immer noch?... Ach Gott!",.. Sie läßt mich los und stürzt jetzt laut schluchzend in den Sessel. Md. sofort mschwwM das ryhig Sebaeterssche w einen fe ist ihrem Wesen, und ich sehe eine hilflose Mutter vor mir, die in Herzensleiden die Todesaualcn ihres eigenen Kindes beweint. Ich sage ihr aber nicht, daß auch der Nein« Wowa stirbt. wozu:... Laß sein... sonst wird fie noch glauben, daß, ich meine Schuld verneinen will. Welch verhängnisvolle Trostlosigkeit! Ich fühle, daß sich das Leben ringsum in " ten Knoten verwickelt, den aufzulösen nicht möglich ollte man ihn vielleicht durchhauen? » i Den 20. Januar.! Bon dem denkwürdigen Tage an. da ich Rjusfia betrunken. an der Pfotte fitzend fand, har fie sich merkwürdig verändert, ewig ist sie finster, schweigsam, sie schleicht wie ein Schatten durch die Zimmer, fie seufzt und ringt die Hände. Abge-, magert ist sie, sie scheint zusammengefallen, die Nase hat sich zugespitzt, nur die Augen sind wie früher lebhast, glänze» erregt und sind zuweilen von einer trostlosen Wehmut erfüllt.' Oft sehe ,ch, wie sie lange vor dem Spiegel steht und ihre» angeschwollenen Leib betrachtet; ich höre ihre verstohlene« Seufzer, und da laufe ich davon, sie scheint mir in diese» Augenblicken einfach wahnsinnig zu sein... Stundenlang sitzt sie oft in ihrem ungeheizten Zimmer tmiv fingt mit ihrer lessen, tränenerstickten Stimme ein weh» mutiges Lied, ein Lied davon, daß sie ihre alte Spindeb immer dreht, und dreht, und plötzlich... der Faden reißt... Woher mag ihr das nur in den Sinn kommen? Ick trachte, mich ibr zu nSheni. w yr das Gefühl dr Freude an der bevorstehenden Mutttrlchaft zu wecken, un. um ihr früheres Vertrauen zu mir wachzurufen, erinnere ick fie daran, wie wir in früheren Iahren freundschaftlich, inrnj verbunden gelebt haben. Aber jedesmal, wenn ich davon zi reden beginne, sträubt fie sich erschreckt dagegen, verschließ fest ihre Seele und flieht vor mir, ohne zu antworten, ehe iö noch meine Rede beendigt habe. Sie fürchtet sich vor mir und ich kann nicht begreifen, weshalb? Ich möchte doch zärtlich mit ihr sein! Durch die geschlossenen Türen meines Kabinetts hörte ich! heute, wie Njussia sang: � In das dunkle Dmicht des Urwaldes Beriochte mich, Wanderer, ein unheimlicher Sturm, Es stöhnt der Sturm, der Schneewirbel ftiett Mein Herz und mein« erlöschenden Hoffnungen eirt�nv I hn»?•?' Gp-tsetzung folgt�ly \ .Kursus SeStn: Jn«. Stein. Für Letrleb-rite und Arbeite, in ElektiiziiZtsweiien«rafistationen und verwandten Industrien. Beginn: Montag, den 12. Lepiember, abends 7 Uhr, Zimmer 33. Unterrichtsgruppe C. Sozialistische Wirtschastokunde. Kurlus I: Sie wiNenIchaftlicken Grundlagen de, Mar.lsmn». Lehrer: grd. Winckelmann. Beginn. Bnttwoch, den Ib. Sertember. abeluZs b Ubr Limmer sg ~ Kursus 2; SoZalistliche Wirtschaftsorganiiatia». Lehrer: Bich. Mehring. D'as Eoziallfierungsproblem vom Standpunkt des n-iffenschaiilichen Marxismus? Gin. fuhrung in die. neueren Sozial, nerunastbeorien Otto Bauer. SMldranN» Sa,,««?». S M. Limmer»T—£ SWirttU swfnt?-Äf*' �-hrer: Frd. Win-kelmann. Rohstoff, und ASlahmoglich. xUen-.ZrSinn: Dien-t-g, den 11. September, abends 7 Uhr.- Kursus S: Eberhard Finl. Bemerkungen. .Der llnterricht findet, wenn bei den einzelnen Kursen nichts anderes vermerkt ist, immer in der 24. Eemeindefchule, Sinter der Earnisonkirche 2(Nahe Bahnhof Börse), statt. An- Meldungen werden mündlich oder unter Einsendung des Horerbeitrages,. schriftlich im Bureau der Räteschule, Münzstr. 24, 3 ity entgegengenommen. Desgleichen zu Beginn der Kurse in der Schule. Der Hörerbeitrag beträgt für jeden Kursus. der ca. K— 10 Abende umfaht, KM. Die Teilnehmerzahl der einzelnen Kurse ist beschränkt. Bei Mehranmeldungen können sofort Parallelkurse eingerichtet werden. Die Anzahl derselben ist abhängig von der Zahl der sich zur Verfügung stellenden Lehrkräfte. Deshalb ist beschleunigte Anmeldung anzuraten. Die Meldungen können betriebsweise geschehen. Afa-BetriebsrSte mals daraus lasten werden torerkarten zu....______________ lliance-Str. 7>10, 3 It.. während der Geschäftszeit von 10 bis 2 Uhr' Sonn- abend von 10 bis 1 Uhr, außerdem Montag und Freitag, nachmittags von S bis 7 Uhr, abgeholl werden. Zu Beginn einer feden Kurlusreihe ist ferner NK'Ä��s-terw.�� KV" �"-lung im G-iestscha'fish-u-. am Achtung, Betriebs- und AngestelltenrSte der Afa Beauftragte der provisorischen Betriebsrätezentrale in der Münzstr. 24, HI, nehmen sich das Recht heraus, wie uns ver- schiedentlich mitgeteilt wird, unsere Ausweise der Afa-Zcntrale von unseren Betriebs- und Angcstelltenräten einzufordern, um ihnen dafür die Ausweise der Münzstr. zuzustellen. Wir sehen uns daher leider nochmals gezwungen, mit aller Deutlichkeit zu er- klären, daß für die Betriebs- und Angestelltenräte der Afa nach wie vor unsere Ausweise mit dem Afa-Zeichen ihre Gültigkeit be- halten, und daß niemand berechtigt ist, diese Ausweise einzuziehen oder umzuändern. Wir machen unsere Betriebs- und Angestellten- räte darauf aufmerksam, daß ste nur gegen unsere unverfälschten Ausweise Zutritt zu den Veranstaltungen der Afa haben und es daher in ihrem eigensten Interesse liegt, ihre richtigen Ausweis« zu behalten. Arbeitsgemeinschaft freier Anaestelltenverbände, OrtskarteN Eroß-Berlin. Liebeskind. Reinsberg. Betriebsräte der Hauptgruppe Banken und Handel! Die Versammlung der Hauptgruppe findet am Mittwoch, den 1. September, abends 7 y, Uhr in der Aula Steinstraße 31-34 statt. Tagesordnung: Wahl der Organe und Wahl der Deleaierlen zur Generalversammlung. Erscheinen oller Betriebsräte ist Pflichtl Betriebsräte, welche noch nicht im Besitz der Ausweise der Ver- einigten Zentrale der Betriebsräte sind, müssen sich unverzüglich Münzstr. 24 in der Zeit von S bis 4 Uhr, melden. Bertraueusmännerverfammlungen des Deutsche« Holzarbeiterverbandes Durch ein Versehen ist die Veröffentlichung über das Stattsinden der Bezirks-Vertrauensmännerversammlung im Mitteilungsblatt unterblieben........ Es wird deshalb an dieser Stell« darauf hingewiesen, daß die Nertrauensmännerversammlungen sämtlicher Bezirke und Bran- che» um dieselbe Zeit und in denselben Lokalen stattfinden, wie im Juli, die der Bergolder findet bei Prasser. Michaeikirchstr. 29. statt. Deutscher Holzarbeiter-Berband. Die Ortsoerwaltung. Schiedsspruch in der Damenkonsektio« lege K r ä m e r Bericht von den Verhandlungen vor dem Schlich- �Der°SchÄtungsausschuß verkündete folgenden Spruch: 1 Der bisherige Tarifvertrag der Parteien wird mit Wir- kuna vorn 30. August 1920 ab auf 3 Monate wieder in 2 die Parteien haben binnen 4 Wochen in eine Revision die- ' jes Tarifs einzutreten und das Ergebnis dem Schlichtungs- ausschuß bis zum 1. November 1920 mitzuteilen. a-ernor wurde entschieden, daß sämtliche Stücke, die vom 30. August 1920 ab geliefert werden, nach dem Tarif zu bezahlen �Nack Bekanntgabe des Schiedsspruchs erklärten die Fabri- kanten sowie die Zwischenmeister, daß sie bei der Revision des Tarifs auch verschiedene Wünsche vorbringen werden. Die Kommisston nahm zu dem Schiedsspruch Stellung und emvfabl der Versammlung unter den gegebenen Verhältninen die �__ Tie»»(S�toWnrurfi trutvh* Annahme desselben. Der Schiedssvruch wurde dann einstimmig anaenommen Notwendig ist aber, daß die Kollegenschast auf den Tarif achtet und auf die Bezahlung nacq Tarif besteht, widrigen- falls im einzelnen isall Klage erhoben werden muß. Zum Streik in der Zelluloidbranche b-Wfiigt V Ä. die Firma B. Sulmann u£°.. Ritterstr. 75. --b-» rechnet diese Firma rief am toonaueno oi««9ia)eii)tii»w»»9" W. � sug-ndlichen Ausbeutungsobjekte mit polizeilicher Unterstützung ins Geschäftslokal geschleppt wurden. Zwischenfalle sind dank der besonnenen Haltung der Streikposten nicht vorgekommen. Branche und bewies bereits ihre Solidarität durch eine größere, recht beträchtliche Sammlung, sowie Zurverfügungstellung von � Da" augenblicklich in Leipzig Messe ist. werden arbeitersreund- lichv Zeitungen in Leipzig um Abdruck gebeten. Erhöhung de- Tarifs der städtischen össentlichen Lösch- und Ladestellen und der städtisch-n Krane an den Waflerftraßen Chau. lottenburgs. Die jetzigen Tarifsätze des Liegegeldes, Krangeldes und der Entschädigung für die Benutzung der Greifer und der Ratswage sind infolge der weiteren Verteuerunaen aller Be- triebsmiitel und Steigerung der Gehälter und Löhne nicht mehr ausreichend. Die Zufchüsie der letzten Jahre haben durchschnitt- lich 100 000 Mark betragen. Für das laufende Jahr würde sich zedoch unter Beibehaltung des jetzigen Tarifs ein Fehlbetrag von rund 825 000 Mark ergeben. Um den Zuschuß in den bis- herigen Grenzen zu halten, schlägt der Magistrat« Eharlottenburg der Stadtverordnetenversammlung vor. am 1. Oktober d. Js. eine lövprozentige Erhöhung der geltenden Sätze vorzunehmen. Zimmerer! Laut Beschluß der Verirauensmännerkonferenz vom 20. d. Mts., sollen von sämtlichen Arbeitgebern die Zimmerer beschäftigen, deren Adressen angegeben werden: weiter, wieviel Zimmerleute beschäftigt werden, wie hoch die Löhne, wieviel davon im Verband, wieviel nicht, oder anderswo organisiert sind. Wieviel Lehrlinge in den Betrieben und wie hoch die Löhne der- selben sind, auch Organisationszugehörigkeit mit angeben. Wir ersuchen Euch, im Laufe dieser Woche von jeder Arbeitsstelle, ob Fabrik oder Baugeschüft, sofort einen Bericht an unser Bureau in der angegebenen Form einzusenden. Der Lorstand des Zentral-Verbands der Zimmerer Deutschlands, Zahlstelle Berlin und Umgegend. Achtung! Autogen. Heute, Sonntag, vormittags 9 Uhr, Be- triebsversammlung in den Sophiensälen. in Berlin davor, sich bei dieser Gelegenheit als Vorspann für nattonalistische Zwecke gebrauchen zu lassen. Wer gegen die llebergriffe der Polen und für den Bezirksverband Berlin-Brandenburg Die für Montag abend angesetzte Zentralvorstandssitzung findet nicht statt. G Die Sitzung der Prestkommission findet heute, vormittags 10 Uhr, in den Räumen der„Freiheit". Breite- stratze 8/9. statt. An die Oberfchlefier in Berlin Im Berliner Lustgarten wird heute nachmittag eine Protest- Versammlung abgehalten, die stch mit den Borgängen in Ober- lchlesien beschäftigen soll. Von wem diese Versammlung angeregt ist, geht aus den Einladungen nicht hervor. Die vereinigten Ver- bände heimattreuer Oberschlester teilen mit. daß von ihnen die Einladung nicht ergangen ist, daß sie sich aber an der Versamm- lung beteiligen wollen. Die auf den Einladungsplakaten unter- zeichneten Etnberufer sind aber Privatpersonen, die ohne Zweifel von einer politischen Gruppe, die stch nicht nennen will, vorge- schoben sind. Daß dies eine Gruppe ist. die großen Einfluß in Eilitischen Kreisen auszuüben vermag, beweist die Tatsache, daß : es durch Vermittlung des Eisenbahnministeriums durchsetzen nnte, daß das auf Veranlassung des Betriebsrats im Dienst- gebäud« der Eisenbahndirektion entfernt« Plakat wieder aus- gehängt wurde. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß mit allen friedlichen Mitteln versucht werden muß, Oberschlesien bei Deutschland zu halten. Deshalb unterstützen wir auch die Bestrebungen, die jeden deutschen Oberschlester bei der Volksabstimmung, die hoffentlich recht bald stattfinden wird, an die Wahlurne heranzubringen. Es gibt aber auch auf deutscher Seite Kreise, die die in Ober- schlesien bestehenden Gegensätze zwischen Deutschen und Polen im chauvinistischen Sinne auszunutzen versuchen. Das haben erst jungst wieder die Vorgänge in Breslau bewiesen. Selbst die „Germania" geißelt in ihrem Leitartikel im gestrigen Abend- blatt diesen„verbrecherischen Rationalismus", wie sie ihn selbst nennt.„Der Nationalismus", so heißt es in diesem Ar- tikel,„entwickelt sich bei uns immer mehr wegen seiner Neigung zur aktiven Betätigung zu einer schweren nationalen Gefahr". Diese Erkenntnis, die der„Germania" erst jetzt und zwar etwas spät kommt, haben wir schon immer gehabt und sie bei jeder Ee- legenheit zum Ausdruck gebracht. Es ist sehr zu befürchten, daß auch in der beutigen Versammlung im Lustgarten von nativ- nalistischer Seite dazu aufgefordert wird, vor den Gebäuden der {ivlnischen Gesandtschaft usw. zu demonstrieren, wobei es dann eben- alls leicht zu folgenschweren Ausschreitungen kommen kann. Wirwar ncndaherdieoberschlesischenArbetter . sitz Oberschlesiens in deutscher Hand eintreten will, hat dazu Gelegenheit bei der Abstimmung, die so schnell wie möglich her- betgesührt«erden sollte. Hilfeleistung für Arbeitslose ««»zahlimg einer einmaligen Veihilfe an langfristige Erwerbslose Der Hauptausschuß der Erwerbslosenfürsorge hat in seiner Echung am Sonnabend beschlossen, mit der Auszahlung der einmaligen Beihilfe sofort zu beginnen und £5 � 0 ch.den 1. September. Es wird also in allen Groß-Berliner Gemeinden die Auszahlung erfolgen, soweit die Gemeinden laut gesetzlichen Unterlagen dazu in der Lage sind. Der Hauptausschuß ist der Meinung, daß die Verteilung unbe- dingt beginnen muß, obwohl die Reichsregierung noch erwägt, ob der Kreis der Bezugsberechtigten erweitert wird und die Summe. die zur Verteilung gelangen soll, noch erhöht wird. Die Gemein- den können also vorläufig nur das auszahlen, wozu sie gesetz- lich dte Handhabe besitzen. Alle anderen Erwerbslosen werven also erst dann an die Reihe kommen, wenn die Regierung mit ihren Erwägungen zu Ende ist und die notwendigen Mitte! noch besonders dazu bereit stellt. Bekanntlich erfolgt die Verteilung nur an diejenigen Erwerbslosen, dte in der Zeit vom 15. Februar bis 15. August 1920 mindestens 20 Wochen erwerbslos sind, Erwsrbslosenuntcrstützung be- ziehen und mindestens für einen Angehörigen Zuschläge erhalten. Alle anderen bleiben vorläufig noch unberücksichtigt, da die Gc- meinden an diese Erwerbslosen nicht zahlen dürfen. Es erhalten oben angeführte Erwerbslose fü r den Antrag- steller, ob Frau oder Mann, LV0 Mark, für jeden Angehörigen 20 Mark als einmalige vorläufige ü Konto- Zahlung. Unentaeltliche Kartoffelverteilung des Magistrats Berlin an die Arbeitslosen Berlin» Der Berliner Magistrat hat zur Verteilung an die Berliner Arbeitslosen 1500 Zentner Kartoffeln bereit gestellt. Die Ar- beitslosen haben sich in der Zeit vom Montag, den 30. August bis Sonnabend, den 4. September bei Abholung ihrer llnterstiitzung die Berechtigungsich eins - i<.___ o,.. trtvnvrtt vi r denburg statt. Auf der Tagesordnung stand die Frage des Agrarprogramms und der L a n d a g i t a t i o n. � sprachen als Referenten, Genosse Stein über die„Agrarfiag« und die Sozialisierung der Landwirtschaft" und Genosse Boh� über die„Agitation auf dem Lands". Nach den Referaten ftn» eine sehr lebhafte und sachliche Diskusston statt, in der einmiuiZ der Wunsch zum Ausdruck kam, daß von feiten der Vaiteigenolse« eine intensivere Arbeit auf dem stachen Lande entfaltet weriefl solle. Es wurde beantragt, dag die Vorträge der beiden Reff' reuten gedruckt und den Agitationskommissionen zugänzlich gs' macht werden, damit ste als Material für sie Agitation benuN werden könnten. Ferner wurde ein Antrag angenommen, daß off vom Parteitag eingesetzte Programmkommission ihre Arbeit schleunigen und ihr Augenmerk besonders auf die Ausarbeitung des Agrarprogramms richten möge. Zum Schlug wurde ein Antrag angenommen, daß mögilÄs bald die zweite Vollversammlung der Agitationskommiistonen W Berlin-Brandenburg stattfindet, die sich mit der Frage d« dritten Internationale beschästigen soll. Als Referem ist Genosse Crispien und als Korrsfccent TerFsse D ä u m>» vorgesehen. Der Zeitpunkt dieser Versammlung wird besolde» bekannt gegeben werden. Schon jetzt werden die Mitglieder Agitationsrommisstonen darauf aufmerksam gemacht daß st« dieser Versammlung möglichst vollzählig erscheinen sollen. Der DemobUwachunqsausschnß im neuen Groß-Äerli« In einem an den Oberprästdenten als Demobilmachungss kommissar für Groß-Berlin gerichteten Erlaß, bestimmt der Ham delsminister mit Rücksicht auf das Gesetz über die Bildung em� neuen Stadrgemeinde Berlin, daß der Geltungsbereich d» Verordnungen des Demobilmachungsausschusses Eroß-Berlin, mn dem 1. Oktober 1920 mit dem Bezirke der neue» Stadtgemeinde Berlin in Ueberein stimm uns gebracht wird. Die Befugnisse des Oberpräsidenten als � Mobilmachungskommissar werden schon jetzt auf die Gebiete« weitert oder beschränkt, die zur neuen Stadtgemeinde Berlin Em hören. Die dem Demobilmachungsausfchuß Eroß-Berlin ert«m ten Bollmachten sind dementsprechend zu ändern und eine-leu festsetzung des Geltungsbereichs der erlassenen Verordnungen i° die AZcge zu leiten. Für diejenigen Teile des bisherigen Zlofsi verbandsgebiets, die nicht in die neue Stadlgemeinde Deru» einbezogen werden, ist der Regierungspräsident in Potsdam<"» Demobilmachungskommissar zuständig. Die habgierige Kirche Mit welcher. Rücksichtslostgkeit die Berliner Stadtsynode beis? Eintreiben von Kirchensteuern vorgebt, zeigt nachstehender Voa fall. Ein Kriegsteilnehmer, der im September 1918 an den a�, gen seiner Verwundung gestorben ist, erhielt, während er im u? zarett lag. die Aufforderung, für das Jahr 1918 Kirchensteuer» zu zahlen. Nach Mitteilung der Angehörigen an die Synom, daß ein Einkommen, das steuerpflichtig ist, nicht vorhanden ff» blieben sie ohne Nachricht. Im Februar dieses Jahres erst ev folgte eine Aufforderung an die„Eroin", die inzwischen wieder verheiratete Witwe des Verstorbenen, die Kirchensteuern für iure» verstorbenen Mann zu zahlen. Da versäumt wurde, dagegen � spruch zu erheben, droht die Synode die zu Unrecht gesorderiei« Steuern durch den Gerichtsvollzieher zu erheben. Arbeiter-Aildungsfchule U. S. P. D. Sonntag, 5, September- vormittags 11 Uhr. im Großen Schauspielhause, Karlstr.. Proitt tarijche Feierstunden. Konzert der tschechoslowakischen Philharn� niker aus Prag, Das Programm enthält tschechische und.russil« Kompositionen. Eintrittskarten zu 3 Mk. sind zu haben in un! Str. 8/9, Epedi Lichtenberg, Neue—...--------------,—.. Oeffentliche Handelsschule. In Eharlottenburg besteht st'« einigen Jahren an lsschule. In Eharlottenburg besteht ffi> der kaufmannischen Fortbildungsschule un? nter der Leitung des Direktors der Fortbildungsschule«ch« öffentliche Handelsschule für Jünglinge. Diest vermittelt jungen Leuten mit abgeschlossener Dolisschulbildunö' die sich dem kaufmänischen Beruf widmen wollen, hierfür etm zweckmäßige Vorbildung. Sie ist besonders geeignet für sol« Schulentlassene, die nicht gleich im Anschluß an die Schufc i» die Lehre treten, sondern ihre Kenntnisse erst noch erweitem wollen. Der Lehrgang ist ein 1� jähriger. Das Schulgeld J/ss trägt 160 Mt. jährlich, vierteljährlich 40 Mk. Auswärtige Schüler— außerhalb Groß-Berlins— zahlen den doppelten Be» trag. Der vollständige Besuch der Schule befreit von der Pt lläsi fortbildungsschule. Anmeldungen und nähere Auskunft in d» Geschäftsstelle Eharlottenburg, Wallstr. 75. vormittags von 8 bis 1 Uhr und Dienstag und Freitag, nachmittags von» bis'8 Uhr. Sprechstunden des Direktors Mantzko: Wochentage» außer Sonnabends von 9 bis 10 Uhr vormittags. Lichtbildervorträge. Der Arbeiter-Wanderbund„Natul> freunde�, veranstaltet im September Lichtbilder-Borträge. Zvff� derselben ist. den Genossen die Schönheit der Mark Brandenburg! zu zeigen. 1. Vortrag: Erkner-Strausberg. Donnerstag, 2. Sep' tember, Realgymnasium Sebastianstr. 20: 2. Vortrag: Wanderi» Natur und Arbeiterschaft, Dienstag. 14. Sevtember, Schulam» Quitzawstr. 115(Putlitzbrücke). Anfang 8 Uhr. Karten äJJ 50 Pfennig bei Maspfuhl, Brüsseler Str. 14: außerdem zum 1. Vortrag bei Hellmuth, Eörlitzer Str. 58 und Löhrich, 35tt»r kammer Str. 9, 2. Vortrag: Marx, Oldenburger Str. 10, Ullrud' Malplaquetstr. 33. Die nächsten städtischen Bolkssinfoniekonzerte des Blfltljnej* Orchesters unter Leitung von Paul Scheinpflug, finden statt am Donnerstag, 2. September, Freitag, 17. September, in der Brauerei Königstadt. Schöimaujer Allee 10-11, Montag, 0. Sep' tember. Dienstag, 14. September, Brauerei Happoldt, HaffM Heide 32-58, Dienstag, 7. Sevtember und Dienstag, 21. September in den Gcrmania-Pracht-Festsälen, Elzausseestr. 110. Der Vor« verkauf findet statt im Zigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 1»> auf dem Orchesterburec u, Lützowstr. 76(11 bis 1] und an d» Abendkasse. Der Eintrittspreis beträgt 1 Mt. Anfang 1% Uhr- Kasseneröffnung 6� Uhr. 1 Auf diesem»..»v-—-x,----- lose hat. Bezugsberechtigt ist i e d e r A r b- i t e l o i,. ob ledig oder verheiratet, wenn er Arbeits lofenunter stütz u n g bezieht und mindestens 4 Wochen erwerbslos ist. Diejenigen Arbeitslosen, die ihre Unterstützung bei den Gewerk. schasten erhalten, müssen ebenfalls die Bons auf der Geschäfts. stelle anfordern. Die Verteilung der Kartoffeln beginnt am Montag, 0. September un d en d et a in Dienstag, 7. September in der Zeit von 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags in folgenden Verteilungsjtellen: Eldenaer- Str. Z7,(Viehhof), Schwedenstr. 15,(Omnibusdepotj, Wattsir. 22, (Omnibusdepot). Eartenstr. 10.(Omnibüsdepot). Maiienburger Str. 41 bis 48,(Omnibusdepot). Die Einteilung der Tageszeit und welche Geschäftsstellen zu den einzelnen Berte'lungsstellen gs- hören, wird noch besonders bekannt segeben. Vollversammlung der Agltations-Kommissionsn Freitag abend fand in den Prachtfälen Ält-Berlin. die erste Vollversammlung der Agitationskommissionen für Brrsin-Bran- Das nächste städtische Bolkskonzert des Philharmonischen Dfi ""-•■■, Montag tsii Beginn des chesters unter Leitung von Richard Hagel, findet am Montag isi, der Philharmonie, Bernburger Str. 22/23, statt.~ Konzertes 8 Von Herrn Bruno Fleischer, dem früheren Geschäftsführer de* Produktiv- und Verkaufsgenossenschaft Berliner Bandagisten, wir», uns mit Bezug auf die in Nr. 327 der„Freiheit" erschienen« j Notiz mitgeteilt, daß er seit einiger Zeit wegen persönliche«: Differenzen ans ver Genossenschaft ausgeschieden ist und deshamj gezwungen war, sich durch Errichtung eines eigenes Geschäfts ist dem Hause Küpcnicker Straße 08b, ein« Existenz zu griinden, dck er an das Haus gebunden ist. Neukölln. Ank dem fiädiischs« Holzplsttz am Neuköllner Odert Hafen(Eingang Köllnische Allce) verkauft die Stadt zurzeit wieder werden. Für den Verkauf ist der Holzplatz töglich, außer Montags von v—l Uhr geössnet, Ferner kommt guter Preßtorf zur Streckiwr der Brikeitö zum Verkauf. Derselbe kostet ab Lager(ehem. Schuppe' der Wnmba) am Anschlußgleis Goiischalk u. Michaelis 13.50 p. Ztr. Zur Vermeidung späteren unnützen Andranges wird dara> htngewieien, mit dem Einkauf« des Torfes schon jetzt zu beginnt ähne 4 u. 7 ITlk. mit Frledenskautsdiuk 5 Saltr« sehrlHIttiB Tomnil«. Zohnileden mit Betöubanä bei Bssioilung von gebissen gratis. Kronen v. 30 lsik. all, Sper.; Zflhne ohne Säumen. Kein« kni»»»«!,«. Zahn-Praxis Halvanl. Dannw str«««