Ewz�preis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Dienstag, den 31. August 1920 Nummer 358. Morgen-Ausgabe y1 aschtwt mngott tmb»»chm«ag-> Sonntag» nnb Montag, imt JJ™«- Sfr Bezngzprki, beträgt bei freier Znflcllung in» Haus für Droß-Berlin bi.�" i i>t>tOu» zahlbar,»on der Spebitlon selbst abgeholt»,!i<>M. Fär Pvst» ?5~*»ahme» sämtliche Postanstalten Destelliinzen entgegen. Unter Etreifbanb •2»e« flb Sentschlsnd nnd Oei'ierreich lg.bv M., für das Übrige Ausland ZI, so W. W«8ltnschliestlich Tcuerungszuschlag. Laufende Anzci �" Anzeigen laut Tarif. £ m!i- und Stellen-Gesuche 3,20 M. netto uro Zeile. Stellen-Desuch. Wort-Anzeigen: da, fettgedrnchte Wort l.so M., jedes weitere Wort l,— M» Fmsplkch«: Sntns 2030, 2616, 1616 1602, 1636» 1610. loa. berliner■Organ t>pr VnaWättgfgen S&iotömiofratfe Oeatftttfan&B Deutsche Arbeiter in Rußland Von Wilhelm Dittmau« Wer nicht hören will, muh fühlen. Wie oft ist nicht in Teutschland seit Jahr und Tag gewarnt worden, unter den letzigen Verhältmssen nach Rußland auszuwandern. Alle solche Warnungen, mochten sie nun ausgehen von irgend- welchen Instanzen oder Organen unserer Partei oder von dem Vertreter der Sowjetregierung in Berlin, wurden nicht beachtet, oder gar als Zeichen von Ruhlandfeindschaft oder llnfähjgkeit, das eigene Land zu vertreten, ausgegeben. Jetzt 'st der erste Transport deutscher Arbeiter, die allen War- düngen zum Trotz nach Rußland ausgewandert sind, dort Angetroffen und ist nun auf das bitterste enttäuscht über die Verhältnisse, die er in Rußland vorgefunden hat. Der Zufall fügte es, daß unsere Delegation nach Moskau bvf der Reise von Stettin nach Reval denselben Dampfer benutzte wie der Auswanderertransport. Er war ver- anlaßt von der Interessengemeinschaft deutscher Aus- wanderervereine in Leipzig und setzte sich zusammen aus Ar- vettern aus Leipzig, Berlin und Hamburg. Es handelte stch insgesamt um etwa 70 Familien, die als Ansiedler in die Uororusstfchen Gouvernements Wotogda und Wjatka wollten, und um rund 120 Industriearbeiter für die Maschinenbau- anstatt in Kolomna bei Moskau. Der Transport war sehr überstürzt zusammengestellt worden. Manche der Aus- Wanderer erzählten, daß sie ihren Hausrat in ein zwei Tagen hatten losschlagen müssen, um nur noch mittommen Zu können. Die Päffe der Auswanderer waren nur bis Neval in Ordnung, eine Durchreifeerlaubnis durch Estland war nicht vorhanden. Als wir nach dreitägiger Seereise in Reval landeten, bemühten wir Abgeordneten uns deshalb, von der estländischen Regierung für die Auswanderer die Durchreiseerlaubnis zu erwirken. Zwei Tage lang ver- handelten wir mit dem Außenminister, dem Innenminister, riefen den Ministerpräsidenten und den Präsidenten der Nationalversammlung an und erreichten dann schließlich, daß der Transpott über Hunaerburg— Rarwa, dem estnischen Hafenort kurz vor der russischen Grenze, Estland passieren konnte. Wir selber fuhren von Reval aus durch Estland weiter. Später eriubren wir in Moskau, daß die für Woloada (Eigene Drahtmeldung der.Freiheit".) lich m die Umgegend von Moskau kommen würden. Bon den Jindufttiearbeitern hörten wir, daß sie in Kolomna angekommen feien, daß sich aber sofort Differenzen mit ihnen orgeben hätten. Ein Teil von ihnen weigere sich, zu ar- beiten und wolle zurück nach Deutschland. Es sei ihnen in Deutschland alles ganz anders geschildert worden, ihnen sei gesagt worden, daß sie in eine kleine Fabrik für sich kämen, die sie selber verwalten sollten, daß Wohnungen für alle vorhanden seien, daß die Ernährung gut und reichlich sei, und jetzt sei nichts von alledem wahr. Bon den russischen Arbeitern seien sie sehr unfreundlich empfangen worden. Man habe gefragt, ob sie gekommen seien, den russischen Ar- beitern das letzte Brot wegzuessen, ob sie die Plätze der russischen Arbeiter einnehmen wollten, damit diese in die Schützengräben geschickt werden könnten usw. Wegen ihrer Weigerung in der Fabrik, die nach ihrer Meinung völlig verwahrlost sei und in der die Arbeiter selber nichts zu bestimmen hätten, zu arbeiten, feien sie von der Fabrikver- waltung und von einem Vertreter der Sowjetregierung als «Konterrevolutionäre" beschimpft worden. .Wir hatten ohnehin die Absicht, die Maschinenfabrik in Kolomna zu besichtigen und wurden durch diese Mitteilungen natürlich in unserm Vorsatz bestärkt. An» Sonnabend, den 7- August, fuhren wir per Auto nach dem 110 Kilometer südöstlich Moskau am Zusammenfluß der Moskwa mit der L>ka, die in die Wolga mündet, gelegenen, ca. 20 000 Einwohner zählenden Kolomna. Bei unserem Rundgang durch die Fabrik, die früher 17 000, jetzi ca. 5000 Arbeiter be- ichästigte, fanden wir bestätigt, daß der Zustand des Be- ttiebes sehr viel zu wünschen übrig lasse. Arbeitsstucke und Werkzeuge lagen vielfach defekt umher, Maschinen, die still- standen, waren offensichtlich verwahrlost. Die deutschen Ar- better, die in der Fabrik arbeiteten, sagten uns, daß alles furchtbar langsam gehe und schlecht funktioniere. Trotzdem sie unter den schlechten Ernährungs- und Be- triebsverhältnissen nicht richtig arbeiten könnten. schaffe einer von ihnen ebensoviel als � fünf Russen. Die russischen Arbeiter seien teils zwangsweise aus den Dörfern zur Arbeit geholt, teils kämen sie freiwillig, um das Anrecht auf einen„Pajock" zu bekommen, die Lebensmittelration, die im Betriebe verabfolgt wird. Bon Interesse an der Arbeit fei keine Spur bei ihnen, sie suchten die Arbeit im Gegenteil zu sabotieren, ebenso offensichtlich �in Teil der Fabrikangestellten. Nach einer halben Stunde stellten sich die russischen Arbeiter hin und drehten sich eine halbe oder auch eine ganze Stunde lang Zigaretten, rauchten und plauderten und fingen dann allmählich wieder zu, arbeiten an. So gehe das den ganzen Tag. Es falle ihnen> Stuttgart. 30. August. Eine Betriebsräte-Bollversammlung faßte heute abend folgen- den Beschluß: Die Betriebsräteversammlung«Natt, daß d« Streik nicht um den Steuerabzug geht, woraus folgt, daß die Ar- dett«schast unt« dem Zwang der Verhältnisse den Steuerabzug anerkennt. Sie ford«t die Regierung auf, nunmehr eine klare Ettlärung zu geben, ob sie gewillt ist, in Eemeinfchast mit der Vereinigung wütttembergischer Arbeitgeber und dem Aktions- ausschuß noch heute üb« die ihr gestern übermittelten Forde- rungen bezüglich der Zurückziehung der Troppen, über Einstellung aller Arbeitnehmer, keinerlei Maßregelungen ans Anlaß des Generalstreiks weder jetzt «och in Zukunft, die Zahlung der Lohnausfäll«. in Verhandlungen üb« Vorschläge zur Aenderung des Steuergesetzes einzutrtten. Di« versammelten Betriebsräte erklären, bis zur Erfüllung dieser Grundbedingungen für den Generalstreik und sehte Ausbreitung nach wie vor zu wirken. Die Meldung der Berliner»Roten Fahne" vom Sonntag, daß das eigentliche Objekt des Kampses die politischen Ar- beiterräte seien, ist irresühreud. Der Kommunist Rück hat heut« in einer öffentliche« Versammlung ein« diesbezügliche Ettlärung abgegeben und die Meldung der»Roten Fahne" des- avouiert. Die Beteiligung des gesamten Eis«nbahn«personals steht für morgen zu erwarte«. Die Lokomotivführer Stuttgatts und ein Teil der Wettftättenarbeiter haben sich bereits heute dem Streik angeschlossen. GegenwLrtig schweben»«Handlungen mtt der Rr» gierung. Di« Antwort derRegierung vom 30. August lautet: Aus der heutigen Erklärung der BettiebsrStev«sammlung. daß der Kamps nicht um den Steuerabzug geht und daraus folgert, daß die Ar- bett«schaft unter dem Zwang der Verhältnisse den Steuerabzug anettennt. steht die Regi«ung. daß die Betriebsräteversammlung de« bish« von ihr und den Steuer»«weigunden Arbeitern angenommenen Staudpunkt ausgibt. Die Regierung bemerkt. daß die Anettenuung des Steuttabzuges in einer die bisher steu«oerweigerndeu Arbeitnehmrr verpflichtenden Weife gegen künftige Verhandlungen«folgen muß. Die Antwort der Re- gieruug vom 29. d. M. legt dar, wegen der Uedereinstimmung d« Massen d« streikenden Arbeiter wird nochmals auf den Weg der Verhandlung mit den Arb«itgeb«n verwiesen. Die Regierung ist ans Anrus berett, stch att diesen Verhandlungen zu beteiltgen. H i e b e r, Staatspräfident. Damit treibt die Regierung ihr Doppelspiel weiter. Sie weiß, daß d« Kamps in erster Linie um die Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter geht. Nachdem sie sich zum Anwalt der Groß- industriellen gemacht hat, versucht st« jetzt, die Arbeiter der Will- kür ihrer Austraggeber auvzuliesern. In Stuttgart ruht alle Arbeit. Die Zeitungen er- scheinen nicht, der Mtionsausschuß der Betriebsräte gibt ein Mit- teilungsblatt heraus. Die Regierung oersucht die Herausgabe eines sogenannten Einheitsblattes, das den Regierungsintercssen diene» soll. Das Verkehrswesen und die Straßenbahnen liegen still. Gast- Häuser und Schanlwirtschasten sowie sämtliche Kinos und große Warenhäuser sind geschlossen, die öffentlichen Gebäude durch Re- gi«ungsttuppen besetzt. Die technische Rothilse»hält seit heute vormittag die Stromversorgung ausrecht. In den größeren Zndu- ftttebezirken des Landes Heilbronn. Göppingen, Kreuz» lingen, Eöttingen, Biebigheim.Vacklang, kurz, im ganzen Lande ist die Arbeiterschaft im A u s st a n d. Wie die Regierung die Steuern der Besitzenden eintreibt, geht daraus hervor, daß die Firma Daimler der Stadtgemcinde Etuttgatt fett y, Jahren iy Millionen Mark Gemeindesteuern schuldet. So sieht die Steuerexelutive gegen die Besitzenden aus. Heute nachmittag kam es zwischen Streikenden und der ausge- boten«« Polizei»nd Reichswehrtruppen zu einem Zusammrnftoß, d« jedoch unblutig verlief. AnsüHrer der Meng« war ein Spitzel i« Matrosenuniform. Die amtliche Regier««gserKlärlmg Stuttgart, 30. August. Aus die vom Attionsaueschuß der Streitenden der Regierung mitgeteitten Boraussetzungen zu Verhandlungen hat die Regterung heute vormittag folgende Antwort erteitt: Die Forderung d« bedingungslosen Anerkennung des Steuer- abzuges vom Lohn wird von der Regierung aufrecht- erhalten. Nach der Sicherstcllung des Steuer- abzuges und des ungestörten Betriebes der geschlossenen Werke wir» die Regierung die Polizeiwehr zurückziehen. Die Aen- derung de» Einkommensteuergesetzes ist Sache»es Reiches und des Reichstages. Die württembergische Regierung ist bereit, der Reichsregierunq Aenderongsvorschliige Z u über» mittel«. Das Steuergesetz muß restlos durchgeführt werden. Unt« Einberufung d« beteiligten Parteien wird die Regierung bei der Wiedercinftrllong der entlassenen oder streikenden Arbctter mitwirken. An der Slblehnung der Forderung des Lohnsatzes für die Streiktage muß die Regierung festhalten. Die dürgerltchen Zeitungen sind gestern und heute nicht«schiene«. Die Ruhe wurde bish« nicht gestört. äußerst schwer, unter diesen Umständen zu bleiben, aber sie wollten versuchen, auszuhalten. Ein Teil ihrer Kollegen habe es abgelehnt, zu arbeiten und wolle zurück. Sehr er- bittert waren sie über die Beauftragten der Interessen- Gemeinschaft deutscher Auswanderervereine, die sie unter falschen Angaben zur Auswanderung bestimmt hätten. kd Ueber die Betriebsverhältnisse hörten wir von der Fabrik- leitung, die aus einem Tischler, einem Maler und einem Angestellten bestand, daß der Betriebsrat ein Organ des Metallarbeiterverbandcs sei, aus fünf Mitgliedern bestehe und mit der Verwaltung nichts zu tun habe. Er habe für Arbeiterschutz und Arbeitsdisziplin zu sorgen, die nötigen Arbeiter aus den Dörfern heranzuholen und Aufklärung und Agitation im Betriebe zu treiben. Gearbeitet werde von S'A bis Uhr und von 3 bis 5� Uhr. Die deutschen Arbeiter bekämen größere Rationen als die russischen, und zwar: ix Pfund Brot, H Pfund Fleisch und% Pfund Hirsegrütze täglich pro Mann, außerdem für alle 120 Mann 16 Pud Grünzeug(Rüben. Wurzeln usw.), Kaffee morgens und abends, Salz, Zucker, Tabak, Seifcnpulver. Sie könnten selber kochen und backen. Die Einzelheiten sollten noch näher geregelt werden. Der Grundlohn für Ungelernte betrage 10 Rubel pro Stunde und steige für qualifizierte Arbeiter bis zu 15,75 Rubel; dazu werde vom 1. Juni ab ein Zu- schlag von 50 Prozent gezahlt. Bon einem Abgesandten der Nichtarbeitenden wurden wir zu einer Versammlung dieser Gruppe eingeladen, die in eiuem größeren Wohnraum, in dem Holzbänke gestellt waren, stattfand. Als Wortführer der Unzufriedenen schil- derte zunächst Genosse Fähnrich-Oberschöneweide die Lage. Er gab an, daß 80 Mann zurückwollten, 69 seien anwesend, 11 arbeiteten in der Fabrik. Von den Anwesen- den seien 10 Mitglieder der U. S. P. D., 13 der K. P. D. und 6 der K. A. P. D.. von 10 Parteilosen seien 8 Mitglieder gewerkschaftlicher Organisationen. Sie seien belogen und betrogen worden von den Auswanderungsagenten. Die russische Regierung verweigere jetzt die Rückreise. Die Le- bensmittelverhältnisse seien so. daß sie nicht leben könnten. Einige seien schon im Krankenhaus, hätten Blutspucken und Blut in den Abgängen.„Hier müssen wir verhungern. Das Brot ist schlecht und ungenießbar, es ist voller Häcksel. JDie Unterkunft ist ebenfalls schlecht. Erst haben wir hier 4 Tage im Bahnwagen liegen müssen ohne Decken, dann hier in den Häusern, in denen wir jetzt zusammengepfercht sind, 8 Tage ohne Stroh. Wir arbeiten, indem wir für die Gemeinde Notstandsarbeiten verrichten. Wir wollen aber zurück. Man hat uns als„Eindringlinge" und„Konterrevolutionäre" bezeichnet." Als ich gestern versuchte, auf dem Markt einige Nähnadeln zu 1 Rubel das Stück, die hier sonst 20—50 Rubel kosten, zu verkaufen, um Geld für Lebensmittel zu de- kommen, wurde ich verhaftet und erst nach geraumer Zeit wieder freigelassen. Jetzt soll ein Protokoll aufgenommen sein, nach dem ich durch Spekulation 120 000 Rubel ver- dient hätte. Hier ist kein Kommunismus, was hier ist, taugt zu nichts." In ähnlicher Weife sprach dann Genosse Grimm- Plauen. Er habe Haus und Hof mit Gärtnerei m Deutsch- land ausgegeben. Ihm sei gesagt worden, m Rußland brauche man kein Geld, er sei deshalb mit 8 Pfennigen nach Rußland gekonimen, und nun zeige sich, daß man nirgends mehr Geld brauche als in Rußland denn es fehlen selbst die nötigsten Lebensnnttel. Brot und Suppe sind nicht zu essen. dazu die heiße Temperatur, das sei Nicht zu ertragen. Durch alle Strapazen seien sie so entkräftet, daß sie außerstande seien, produktiv zu arbeiten. Er habe 35 Jahre für den- Sozialismus gearbeitet und sei ausgewandert, Rußland auf- bauen zu helfen und der Weltrevoluhon zu dienen. Aber der Hunger mache ihm das unmöglich. Der nächste Redner. Genosse Hartmann-Hamburg, wandte sich scharf y.egen die Vertreter der Auswanderer- vereine und die Rätezeitung, durch die bei ihnen ganz falsche Vorstellungen über die Verhältnisse in Rußland gc weckt worden seien.„Wir sollten in die Moskauer Gegend kommen, in eine Fabrik im Walde, die wir allein über« nehmen sollten. Für unsere Familien würde gesorgt wer- den, bis sie auch hier seien. Die russischen Arbeiter trügen Lederanzüge, die Bourgeois gingen in.Lumpen. Jetzt ist � alles ganz anders. Ich war mit dabei/als wir in Moskau! mit der Regierung-verhandelten. 1 Sie wußte nichts vo? einem Vertrag mit uns. Man hat uns versprochen, uns bis zur deutschen Grenze zu ernähren. Wir warten aber schon 14 Tage vergebens auf deii Rücktransport. Die russische Regierung ist unfähig. Wir können es nicht verant- warten, unsere Familien nachkommen zu lassen. Wir wollen zurück nach Deutschland." -In einer zweiten Rede sagte Fähnrich noch, weitere Transporte nach Ruhland muhten verhindert werden, ihre Familien mühten in die größte Rot geraten, wenn sie unter- wegs fein sollten. Die Pässe seien ihnen abgenommen war- den, stewußten nicht, wo sie seien. Der Verdienst reiche nicht aus. Was feien 11—12 000 Rubel monatlich, wo ein Pfund Vutter allem 3500 Rubel koste und alle übrigen Lebens- mittel, auch Kartoffeln, ähnlich teuer feien. Sie feien von allem abgeschnitten, nicht einmal Briefe könnten sie nach Deutschland senden. Von Gumhrich, dem Vertreter der Aus- wandererinteressengemeinschaft, sei behauptet worden, Ra- dek habe den Auftrag zu dem Transport gegeben. G den Mitgliedern unserer Delegation nahm ich dann zunächst das Wort und erklärte, daß wir bereits, als wir sie au? dem Dampfer getroffen, die Befürchtung gehabt hätten, sse schweren Enttäuschungen entgegengehen würden. hatten sie auf unsere Partei und auf den russischen Vertreter in Berlm gehört, so wären ihnen die Enttäuschungen er- stmrt geblieben. Aber es sei ja in der„Rätezeitung" sogar e>ne Resolution veröffentlicht worden, in der Kopps Ab- Berufung aus Berlin gefordert worden sei, weil er sich gegen die Auswanderung nach Ruhland ausgesprochen hatte. Ra- dck habe mir in Moskau gesagt, dah er gleichfalls stets vor der Auswanderung gewarnt habe und er habe auch seht noch schwere Bedenken. Ehe deutsche Arbeiter am Aufbau der russischen Industrie mitarbeiten könnten, mühten verschiedene Vorbedingungen geschaffen werden. Wie die russischen Arbeiter zu leben, sei für den deutschen Arbeiter ohne jeden Ueber- gang, auch normalerweise, unmöglich, besonders aber jetzt. Die dreijährige Blockade Deutschlands gegen Ruhland. dann die Ententsblockade, der Krieg und die Konterrevolution hatten Ruhland in einen Zustand der Rot verletzt, der von deutschen Arbeitern gar nicht ertragen werden könne, trotz- dem sie im Kriege und nachher auch gebungert hätten. Die Landwirtschaft sei rückständig, läge darnieder, das Transportwesen ebenso. Dazu der fortgesetzte Kampf gegen die Konterrevolutlon und die Entente. Da muhte man auch in Deutschland wissen, wre schwer das russische Volk um seine nackte Existenz ringen müsse. Aber wenn wir das in Deutsch- land gesagt, habe man es uns nicht glauben wollen, auch nicht, dah grosse Teile der russischen Bauernschaft beim Wiederaufbau versagt haben, dah sie geistig nicht fähig find. als selbsttätiger Faktor aufzutreten. So sei es dazu gekommen. dah in Ruhland eine vollständige Diktatur bestehe. Wer beim Wiederaufbau Ruhlands unter der Sowjetherrschaft mithelfen wolle, müsse sich in manches Ungewohnte schicken und sich mit Vielem abfinden, das ihm wider den Strich gehe.» Von heute auf morgen sei eine Aenderung der jetzigen schweren Lebensbedingungen in Ruhland nicht möglich. Für deutsche Arbeiter seien die Existenzmöglichkeiten kaum eher gegeben, als nicht zwischen Ruhland und Deutschland die wirtschaftlichen Beziehungen wieder auf- genommen und Vorkehrungen getroffen feien, dah den deut- schon Arbeitern der Uebergang durch Nachlieferung von deut- scheu Nahrungsmitteln und Bedarfsartikeln wenigstens für einige Monate erleichtert werde. Wir seien gern bereit, in Moskau für Erleichterungen bezüglich der Erniibrung usw. einzutreten und für diejenigen, die zurückwollen, die Heim- reise zu befürworten. Wer von ihnen die ersten schlimmen Eindrücke niederkämpfen könne und über eine starke Körper- konstitution verfüge, möge versuchen, zu bleiben. Wenn ich vor 4 Wochen in einer Versammlung in Deutschland ihnen dasselbe gesagt haben würde, dann hätten sie mich wohl kaum ausreden lassen. Jetzt hätten sie es am eigenen Leibe erfahren, wie recht wir mit unseren Warnungen vor einer Auswanderung nach Ruhland unter den jetzigen Umständen hätten. Wir würden aber selbstverständlich für ste tun, was wir könnten und auch in Deutschland ernst über die Sache reden. Stach mir sprach Genosse D ä u m i a, der erklärte, dah er meinen Ausführungen zustimme. Die Jnteressengemein- fchaft habe Illusionen geweckt, die nicht erfüllt werden könnten. Man dürfe nicht vergessen, dah die Russen noch vor Kurzem Leibeigene,„zweibeinige Tiere", gewesen und dah die Zarenwirtschaft, der Weltkrieg und der Bürgerkrieg trost- lose Zustände geschaffen hätten. Er verstehe die Klagen über die schlechte Ernährung usw. sehr wohl. Ein Deutscher könne das Brot, das etwa aussehe, wie unser Torf, kaum essen, aber man müsse versuchen, sich in das Unvermeidliche zu schicken. Es dürfe nicht vergessen werden, dah es gelte, P,o- merarbeU zu leisten für die Revolution und dag wir an einem weltgeschichtlichen Wendepunkt ständen. Viele An- wesenden hätten sicher 4 Jahre Schützengrabenclend für den Kapitalismus ertragen, da mühten sie auch Leiden für die Revolution ertragen... Genosse C r i s p i e n verwies ebenfalls auf die Schwierig- keiten, unter denen Sowjetruhland kämpft und die furchtbaren Leiden, die die Uebergangszeit zum Sozialismus dem Proletariat überall auferlegt. Wer körperlich und geistig stark und fähig dazu sei. müsse versuchen, auszuharren. Die russischen Arbeiter bekämen ja selbst das noch nicht, was ihnen, den deutschen Arbeitern, jetzt gegeben werde, sie litten noch grösseren Mangel.(Zuruf:„Die bringen Lebensmittel- au« den Dörfern mit".) Crispien versprach ebenfalls, in Moskau für die deutschen Arbeiter einzutreten. Der russische Genosse Makaroff. einer der Letter der Fabrik, hielt dann in russischer Sprache eme Rede, die bruchstückweise sofort übersetzt wurde. Sie zeigte, dah dem Redner die Eeistesöerfassung der deutschen Arbeiter völlig ftemd war und rief grosse Aufregung und Erbltterung hervor. Er suchte die Unzufriedenheit der deutschen Arbeiter als un- begründet hinzustellen, bezeichnete die letzigcn Verhaltnisse in Ruhland als besser gegenüber denen unter dem Zarismus und sagte weiter:„Roch lebt der russilHe Arbeiter unter furchtbaren Verhältnissen. Wenn Sie Vesser leben und eine Ausnahmestellung haben wollen, gibt os grosse Unzufrieden- heit u,tter den Russen. Denken Sic nicht nur an ihre eigenen Interessen.(Entrüstungsrufe.) Schauen Sie sich um. es gibt auch Gutes bei uns. Wir führen auf zwei Fronten Krieg. gegen Polen und gegen Wrangel im Süden, einen Kampf auf Leben und Tod. Unsere Besten schicken wir an die�Front. Unsere besten Industriearbeiter find dort. ist schon geschlagen. Wenn wir gesiegt haben, wird sich auch hier alles ändern. In dieser schweren Zeit stellt kein Reoolutio- när Forderungen. Rur Konterrevolutionäre und Bürger- liche(Starke Erregung) und die die Revolution nicht ver- stehen wollen, oder können, wollen jetzt Vorrechte. Sie sollten uns helfen und Sie sitzen hier und arbeiten nicht. (Zuruf:„Nicht in der Fabrik, aber arbeiten wollen wir") Die besten Genossen sind an der Front, hier arbeiten jetzt meist Landarbeiter. Sie arbeiten 12 Stunden und mancher --bricht ohnmächtig an der Bank zusammen.(Zurufe:„Sie müssen!"„Sie werden mit dem Gewehr dazu gezwungen." „Sie werden sonst eingesperrt.") Das ist nicht wahr.(Zu- rufe:„Doch!") Gewalt wird nur gegen diejenigen angewen- det, die nicht arbeiten wollen. Ohne Arbeit kein Brot. Ich wundere mich, dah Sie nicht arbeiten wollen, dah Sie der Revolution nicht helfen wollen.(Zurufe:„Wir sind doch Konterrevolutionäre!" Was wollen Sie? Wollen Sie noch jeder einen Führer?(Der Uebersetzer sagte abschwächend „Führer" statt„Kindermädchen", wie der Redner gesagt hatte.) Schütteln Sie endlich die bürgerlichen Vorurteile ab, arbeiten Sie mit uns Russen."(„Heim wollen wir.") � Run versuchte Genosse S t o e ck e r noch beschwich- ttgend einzugreifen. Er suchte die Stimmung der deutschen Arbeiter zu erklären aus den ersten Enttäuschungen, der fürchterlichen Hitze(in Moskau hatten wir an einem Tage 45 Grad Reaumür in der Sonne!) und ihrer geistigen Jso- lierung. Diese Psychose sei ein anormaler Zustand und werde wieder vergehen.(„Dann sind wir verhungert!") Wenn sie sehen würden, was in Ruhland geleistet wird, würden sie sagen:„Donnerwetter, wir müssen durchhalten." Es sprachen dann noch von den deutschen Arbeitern Oft- bahr-Hamburg:(„Wir haben nur den o i n e n Wunsch: nach Hause!") B a ii m g a r t c n- B e r l i n:(Kriegs- beschädigter, tuberkulös, kann Strapazen nicht ertragen, will heim.)"Fleischcr-Verlin:(„Wir find nicht umzu- stimmen, wir wollen heim.") Von unserer Dclegatwn noch E r i s p i e n und ich: wir sagten ihnen nochmals zu, für sie zu tun, was in unseren Kräften stehe und verabschiedeten uns dann mtt einem„Auf Wiedersehen in Deutschland". * In der nächsten Sitzung des Exekutivkomitees der 3. Inter- nationale, der letzten, an der wir teilnahmen, brachte ich die Sache zur Sprache. S i n o w j e w, der Vorsitzende des Exekutivkomitees, ebenso SR a d et und B u ch a r i n, stimmten in der Beurteilung der Angelegenheit völlig mit uns überein und versprachen, dafür zu sorgen, dah den Arbeiten- den Erleichterungen verschafft und den übrigen die Heimreise ermöglicht werde. Auf dem Heimwege vom Kreml zum Hotel sprachen uns dann mehrere der deutschen Ardeiter nachts um 12 llhr auf der Straße an. Es waren ihrer sieben von Kolomna als blinde Passagiere auf der Eisenbahn nach Miliz verboten worden. Am nächsten Morgen ging ich mit Genossen Etoecker und einem der Arbeiter, Genossen Scholz-Berlin, zum rusfischen ArbeiLsminister Schmidt, um Remedur zu fordern. Der Minister selber war aus- wärts, sein Vertreter, ein Arbeiter Serebrjakoff, sprach nur russisch. Für ihn führt« ein deutschsprechender jüngerer Ee- nosse, Danilcwitsch. das Wort, der bereits vorher bei den deutschen Arbeitern in Kolomna gewesen und ste dort „Konterrevolutionäre" und„Weihgardisten" tituliert hatte. Er zeigte auch in der Aussprache mit uns so wenig Ver- ständnis für die ganze Situation, dah er den Nassischen Ausspruch tat:„Wir können chinesische Kulis und deutsche Arbeiter nicht verschieden behandeln." Ich hielt es unter diesen Umständen für angezeigt, nochmals das Exekutiv- komitee auszusuchen, konnte aber Sinowjew im Kreml erst abends antreffen. Dort versicherten er sowohl wie Rabe! und Bucharin mir im Beisein des Genossen Scholz nochmals, alles tun zu wollen, den deutschen Arbeitern schleunigst zu Wie die Dinge sich weiter entwickelt haben, entzieht sich unserer Kenntnis. In Petersburg hörte ich, dah einer der sieben Arbeiter, die nach Moskau gekommen waren, als blinder Passagier in Petersburg gelandet sei und geäußert habe, wenn man in Kolomna nicht bald für Abtransport sorgen werde, würden die Leute alle versuchen, auf diesem Wege zurückzukommen. Hoffentlich sorgen die russischen Ee- nossen, gemäss ihren Versprechungen dafür, dah der geordnete Rücktransport erfolgt, ehe der russische Herbst mit seinen un- unterbrochenen Regengüssen oder gar der Winter mtt seinen Schneemassen und seiner barbarischen Kälte einsetzt. Ostpreutzischer Nationalbolfchewismus (Bon unserem Eonderberichterstatter.) Es klingt unglaublich und man stellt e» immer wieder köpf- schüttelnd fest:.die ostpreussischen Weihgardisten schwärmen für die Bolschewiti. Die tteuesten Aichänger des Heimatdienst« und der antibolschewistischen Liga, die Baltitumer, die Kappisten— sind heute für die ruMchen Proletarier, deren deutsche Brüder sie hundertmal niedeigeschmettert haben. Sie sind es nicht etwa ver- einzelt, sie sind es alle: die Reichswehr, die Sicherheitswehr, die armen, unaufgeklärten ostpreuhischen Landjungens, die verhetzt durch ihre Ofsiziere, von Dummheit zu Dummheit, von Per- brechen zu Verbrechen taumeln. Die Bourgeoisie in den Städten ist in einer perversen Kriecherei immer für die gerade Erfolgreichen. Sie war für die Bolsche- wisten, solange die Russen vorrückten, und sie ist mit bewuw- derungswiirbiger Ordnung wieder in die antibolschewistische Front eingeschwenkt, da die Polen Erfolge haben. Die ostpreuhischen Blättchen, die ich hier allein zu Gesicht bekomme und von denen ich mit Sicherheit annehmen kann, dah ste immer noch ab- schreiben, malen nach kurzer Unterbrechung mtt den kaum einge- trockneten Farben die berühmten Gefahren des Bolschewismus, und die rote Armee ist nach zwei Wochen Bewunderung wieder das zerlumpte Gespenst mtt der propagandistischen Ansteckung-- gefcchr. Man schreit stärker als je noch Soldaten. Einwohnerwehr. Selbstschutz— wer kennt die Nantcn. Aber man schimpft nicht nur auf die Volschewiki, man schimpft womöglich noch lauter auf die Polen. Denn trotz der erneuten ängstlichen Wut gegen Sowjet-Ztuhland ist die Bourgeoisie nicht polenfreundlich, sondern die polnischen Erfolge sind lediglich die Ursache der Abwendung von den Russen. Es herrscht sogar eine förmlich tollhäuslerische Erbitterung gegen Polen, die mtt alle» Mitteln entfesselter nationalistischer Instinkte gespeist wird. Diese Erbitterung ist der Grund, warum die Meihgardisten und andere geistig Minderwertige bolschewikifreundlich geworden sind. Diese Leute, die vom Kriege leben, wittern Gelegenheit zur Betätigung, die eine angenehme Abwechselung in dem ständi- gen Vergnügen, auf Arbeiter zu schichen, bieten könnte. Sicher haben die Polen im Abstimmungsgebiet sich eine Anzahl unoer- fchämtcr Uebergriffe zuschulden kommen lassen, und in dem nach dem Abzug der Russen wieder besetzten, ehemals deutschen Land, sollen, ich kann es nicht prüfen, alle Greuel des losgelassenen Militarismus Hausen: sicher ist der Bersailler Friede ein brennendes Unrecht und durch die Schaffung des Korridors besonders für Oftpreuhen fühlbar. Aber der Antrieb unserer frischgebackenen Nationalbosschewiften ist im Grunde doch nichts als«ine jämmer- liche Freude am Blutgsschäft. Die Naivität, mit der diese Männer Politik treiben, ist dabei wahrhaft erschütternd. Ich habe mit einer ganzen Anzahl Offi- Jim und Soldgten gesprochen, eyrd immer' fand ich feyr unklare Verirrtheit, die die Metzeleien unter dem Proleiariai in äktz fürchterliche Beleuchtung rückt. Ilste ganze politische Ausfassung ist eine Rangfrage, bei der gehorcht wird, ohne zu fragen. Irgend ein höherer Offizier, der sich vcranlaht fühlt, eine gelesene Dumm« heit in die Tat umzusetzen, kommandiert— und es entsteht ti» Kapp-Putsch oder ein anderes Attentat auf das deutsche Krolee tariet. Genau so ist es mit dem Nationalbolschewismus. Keine der Personen, mit denen ich mich unterhielt, war in der Lage, mir eine Ansicht über die Folgen einer neuen kriegerischen Aktion S« sogen. Die Offiziere versuchten ein bihchen Intelligenz vorzu« täuschen, indem sie den jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht hielten. Im übrigen schimpft man auf Polen und glaubt auf den gleichen Hast auch in den Kreisen der Arbeiterschaft spekulieren zu können. Beispielsweise erklärte mir ein Reichswehrsoldat im selben Atem» zuge, man müsse Wilhelm zurückholen und mit den Vol- schewiki zusammengehen: der Mann sieht nicht so vereinzelt da. wie man vernünftigerweise annehmen sollte, und da die gestrigen Phrasen von„Ruhe und Ordnung" noch nicht vergessen sind, kann man die tollsten Auffassungen über die Zukunft Deurschlands hören. Die Arbeiterschaft ist sich über die Ungeheuerlichkeit eines Zu» sammeiigehcns mit ihren geschworenen Feinden völlig im klaren. So oft ich Gelegenheit hatte, mit Genossen zu sprechen, lehnen si« einmütig diese neueste Form des Wahnsilms ab, und es ist vor- läufig so gut wie ausgeschlossen, doss es zu einem Bündnis zwischen Wolf und Lamm kommt. Aber es gibt doch auch unter den Proletariern ein paar Wirrköpfe, die der Haft gegen Polen zu Benrrungcn treibt. So fand ich unter einem Trupp übergetretener Rotgardisten einen deutschen Arbeiter, der hinüber- gegangen war, um gegen Polen zu kämpfen— nur darum, wie er mir«klärte, alles übrige fei im Augenblick Nebensache— und dessen kriegerische Lauibahn noch, bevor sie begonnen hatte, nun zu Ende war. Das find, wie gesagt. Ausnahmezufälle, aber es ist notwendig, de« Kopf nicht in den Sand des Opportunismus zu stecken und rechtzeitig die Arbeiterschaft vor Dummheiten SU warnen, die ihr Verderben sein würden. Wie die Neutralität beachtet wird Die Kontrollkommission für Waffen-, Munitions- und Truppentransporte Verlin-Brandenburg teilt uns mit: Wie uns mehrere Postämter mttteilen, wird jetzt verschiedcnt- lich versucht, Waffen und Munition in grösseren Mengen zu transportieren. So wurden von der Wafsenfabrik Suhl in Thüringen über Berlin nach verschiedenen Orten, unter anderem auch nach Ostpreussen, Gewehre und Munition verschickt. Trotz Einspruch des Betriebsrotes ließ der aufsichthabende Beamte diese Sachen an die Empfänger passieren. Wie man aber sonst mich oerfährt, möge man aus einem Bericht von Erkner er- sehen, der uns zeigt, in welcher Weise von den einzelnen Beamten die Ding« betrochtet werden. . Es sind in Erkner Granathülsen verladen worden, drei Waggons roh, sind abgerollt, ein Waggon halbfertig, Nr. 83 740. Breslau, steht noch dort. Auf Beraulayung des dortigen Znspek- tors Seidel und auf Befehl der Reichsverwcrtungsstelle sind der dortstehende und die unterwegs durch Telegramm festgehaltenen Waggons wieder freigegeben worden. Absender ist die . irma Schmidt, Ma!chinensabrik Erkner, Königstrahe 32, Empfänger Firma„Forum" in Bogutschütz bei Kattowitz. Bogutschütz soll schon polnischesGebiet sein. Die Granathülsen sind zwar roh. können aber leicht durchs Verarbeitung kriegsoerwendungsfähig gemacht werden. Bezeichnend ist. dah das Reichsverwertungsamt die Dellarierung.Schrott und Einschmelzungsaut" anerkennt und ausserdem den Ab- tiansport dringend befürwortet im Interesse der nationalen mehr nur ein Scheinmanöver, um die Kriegskonterbande zu verschleiern. In Parallele hiermit ist eine Nachricht zu stelle«, die folgender- Massen lautet: Im Brandenburger Ilmschlagehafen lagern 1000 Tonnen als Eranaiichroit bezeichnete Granathülsen. Eigentümerin ist die Firma Hirsch& Co.. Berlia. Schöueberger Ufer 33, Fernsprecher Kurfürst 1039. Das Material ist angeblich aus Spanoauer Werkstätten auf dem Wasserwege herbefördert und soll auf dem Bahnwege nach der Tschecho- Slowakei. Eisen- werk Rothan, Neudeck. Station Annaial-Rothan. zum Ein- schmelzen verschickt werden. Die hiesige Arbeiter ichast ist gewillt. den Weitertransport zu verhindern, weil sie der Meinung ist. daß der angegebene Zweck unwahr ist und die Granathülsen wieder zu Kriegsmaterial verwendbar gemacht werden können. Ausfuhr- bewilliguna R. K. 12127 ist nach Frachtbriefvermerk erteilt. wahrscheinlich vom Reichskommissar für Schrottwirtschaft in Düsseldorf. Man ersieht daraus, in welcher Weise und mit welchen Mit- teln versucht wird, alles zu umgehen, um die Neutralität zu durchbrechen. Ilmsomehr hat- die Arbeiterschaft alle Veranlassung. diese Art der Verschicbungen von Waffen und sonstigem Material zu verhindern. Orgesch staatlich sanktioniert Aus Königsberg wird uns geschrieben: Wie der Oberpräsident Dr. Siehr bekannt gibt, ist nunmehr zwischen ihm und den Rechtsparteien in der Frage des Selbst- schütze?„eine völlige Einigung erzielt." Deutschnationale. Bolkspartei und Zentrum haben darauf wieder je zwei Vertreter in den Provinzialwehrausschuh gesandt, nachdem sie dieselben einmal bereits zurL-kgezogen hatten. Mit dieser Einigung ist also die illegale konterrevolutionäre Truppe der Agra« rier gesetzmähig geworden und wird nunmehr mit Staatsmitteln ausgebaut. Der Provrnzialausschutz besieht au« zehn Personen. Je zw« stellen noch Demokraten und SPD. Bemerkenswert ist, daß auch die SPD. weiter mitmacht, obwohl ihre Generalversammlung als Voraussetzung für eine Beteiligung paritätische Zusammensetzung aller Ausschüsse und Ausschluss der Orgeick vom behördlichen Selbstschutz verlangt hatte. Die Rechtsparteien hoffen, dass der Provinzialwehrmisschuss eine„gute Waffe gegen Ostpreußens innere und äußere Feinde" sein wird. Statt Entwaffnung, wozu die Reichsregierung sich in Spaa hat verpflichten müsten, also st ärkste Bewaffnun g d es Zu nker- undBörgertums. Schwatz Eine Lokakkorrespondenz weih z« melden, dah am Sonntag eine Sitzung der„Preßkommisfion der Partei" stattgefunden habe, in der beschlossen wurde, daß über die Moskauer Internationale bis auf wettere- nicht öffentlich diskutiert werden solle. Dan« wird mitgeteilt, dah in kürzester Frist eine nichtöffentliche Konferenz stattfinden werde, in der über die Moskauer Besprechungen Be- richt erstattet würde. Es lohnte sich nicht, auf diese Meldung, die von verschiedenen' Blättern wiedergegeben wird, einzugehen, wenn nicht der.Bor- wärts" sich gleichfalls mit ihtfer Wiedergabe blamierte und seinen Lesern erzählle. dah es sehr wahrscheinlich sei, daß die Diskussion unterdrückt werde. Und da», obwohl jede Nummer der„Frei- heit" den Beweis des Gegenteils liefert. In Wirklichkeit hat die Korrespondenz aus den Veröffentlichungen der„Freiheit" die beiden Tatsachen entnommen, dass eine Prehkommissionssitzung und eine Reichskonferenz stattfindet. Natürlich hat die Ber- "' er PrehkoMmtsjjto»— eine..Presskvmmission der Par- ,--- t jst} htr Teuerung � t K«czynsti. Direktor des Etatistischen Amte» Berlin-Schöneberg. Tiiln Aan die gegenwärtige Tenernng messen will, so kann vor d-m s- einschlagen: Entweder man stellt fest, was man »or euiiauagcir: ümweoci man)icux lep, was mau aitDi.r�i, 30 gekauft hat, wieviel das damals gekostet hat und feit,»„ t? �eute kosten würde, oder man stellt fest, was man Mt, wieviel das heute kostet und wieviel das vor dem Xtiprtfl~i v. vus» ijeuie löfiei. utlü aucuicx VU.S Wt. wh blicken$2?� hätte. Beide Wege führen zu interessanten Aus- weg w™'."ner führt zum Ziele. Denn wenn man berechnet, Tai-.».., �nricgsverbrauch heute kosten würde, so erscheint die lviit» � groß, da viele Dinge, die man früher in Mengen Pw'« 1 ,l£ besonders billig waren, heute besonders teuer •n' man aber, was der heutige Verbrauch vor dem tin® Mostet hätte, so erscheint die Teuerung zu klein, da viele tos V v man boMe in Mengen kauft, w e i l sie verhältnismästig dem Kriege oerhiumismäKig teuer waren. Trog- dm L�pk-ehlt es sich, beide Wege zu aäen, denn sie führen zu Lv®fC!t3£rt, innerhalb deren die Wcuzrheit liegt. Aus diesem . �ntCllQrfnrt ftrvitiiiz firvl�A"-tii ftftevff und was hätte das »al» � l>n April-Mai 1913 verz «iese Nahrungsmengen ausge(.>. «pr.l-M.i 1929 gekostet? 2. Wieviel kostete das Existenz- M-i™*? der Ernährung von sechs solchen Familien im Dpril- ; was �hätten dieselben Nahrungsmengen im April- Unterlagen für die Berechnung des Verbrauchs im April- bei»». � lieferten die Haushaltungsvücher, die von SS Schone- be. JS�irnlfett für das städtische statistische Amt geführt wur- , die Zwecke der vorliegenden Unlersuchunz wurden sechs EsW�bepaare mit insgesamt elf Kindern ausaewählt. �hr Achrt� mdrauch für Ernährung betrug im April-Mai 1913 1A t»?"'. ist unmöglich, an dieser Stelle die umfangreiche Ta- »ei�.£ die Ausgaben im einzelnen nachweist, abzudrucken. Sie whlwJ' k'Ndcrc, wie mannigfaltig die Ernährung der w",°ttbimittelteil Bevölkerung Grog-Berlins vor steben Fahren »ei»!. sin« solche Ernährung mnen starken Einfluß auf Vis °l'? und gemütliche Verfassung der Bevölkerung ausüben ben;,!'"ß* auf der Hand. Dies mögen vor allem dieienigen be- eja.Ä?!'e die immer noch nicht begreifen können, wieso em- � die„Mentalität" der grogstädtischen Arbeiterschast legt 'st wie vor dem Kriege.. � ist es selbstverständlich ausgeschlossen, dag auch nur füns »ent d«r Groh-Berliner Bevölkerung sich so mannigfaltig er- .-M--"jeu Aiengen voin Markt Äorkriegsermlh- kM?„d«r in diese Untersuchung einbezogenen sechs Famrlten heute f-i u wurde, so muß man notgedrungen gewisse Zusammen- z.l.'ßen vornehmen. Denn es würde schließlich vocy auf eme ...-— rei Hinauslaufen, wenn man berechnen wollte, wie Vri'i. Aufwand einer Familie wäre, die sich heute darauf ka- würde, bei einem Ecsamtverbrauch von 199,8 Kilo- w.,?!? fleisch nun ausgerechnet soundsoviel Kilogramm Kam- flxz« m)' Schinken usw. zu essen. Man wird vielmehr so vor- »?en müssen, dag man sagt: die 23 in die Untersuchung einbe- 5iCi�»u einem Preis von 1938 f»n. ,, agramm im Schleichhandel Prisonen Anspruch Ni. Wenn sie stch die übrigen s.V,-Kilogramm im Schleichhandel kauften, so hatten st« dafür. -�£.ste zu: Hälfte Rindfleisch für 32 M. das Kilogramm und ELOalfte Schweinefleisch für 40 M. das Kilogramm nahmen, Schweinefleisch m aufzuwenden. Fbr Fleischverbrauch unter fnN'.g der im April-Niar 1913 verbrauchten Mengen koste!« also � Mark-i- 4i27 M.— ölöö M. In ähnlicher Weise bin ich ftiin, anderen Nahrungsmittel verfahren, habe also z. B. alle ni-,'!' Lüchte zusammengefaßt, ebenso alle Mehle, alle Nähr- so.-l Usch. Dann ergibt sich eine Steigerung der Gesamtausgabe im �"Arung von 1293 M. im April Mai 1913 auf 29 975 M. i das also. ......... ui____„.....______.. aber bnir°bnl ich ernähren wällte wie vor steben' Jahren,' müßte , 11 im April-Mai 1820 den ICfachen Detrag ausgeben. die umgekehrte Berechnung auszumachen, d. h. um fest- jst�Ueii, was der heutige Verbrauch vor dem Kriege gekostet '.habe ich zunächst ermittelt, welche Rationen an 6 Familien Zz->.x£ cntfprccheilden Altersgliederung für April-Mai 1929 in . �Un-Schjjneüerg verteilt wurden, was diese Rationen tatsächlich ,Jr�ss. und was fic im April-Mai 1913 gekostet hätten. Da 7 daß die gleichen Mengen, die jetzt-1951 M. kosteten, vor »Mttn 49g Ai. erfordert hätten. Die Ration, die je# auf den den Tag 3,53 M. kostete, hätte sich vor dem Kriege auf em? � PfS- gestellt. Diese Ration reichte aber natürlich nicht .e£Jt au», um den Miiwestbedarf eines erwachsenen Menschen r»«tn. Der Nährwert der den 23 Personen für die zwei Mo- An* Mstehenden Rationen betrug nämlich 2 337 999 Kalorien. »k»? den Berechnungen von Zuntz brauchen nun 23 Personen der jr-M Altersgliedenmg in zwei Monaten 3 29-1 000 Kalorien. fc«. c?'st interessant, sestzustellen. daß die von diesen 23 Per- lfuen»m April-Mai 1913 verbrauchteü�Mengen einen Nährwert '---.- t über den il-Mai 1929 ..__________ inium zu decken, im Nährwert von 3 294 999 hinzukaufen. Diese konnten sie I(£.KWß" für 2878 M. gegemuier 291 M. vor sieben Fahren be- 2m ganzen mußten also die sechs Familien tin Aprtl- A'at 1929 mindestens 7829 M. für ihre Ernährung ausgeben. Die � fon Mengen hätten im April-Mai 191» nur 997 M. gekostet. den Kopf und den Tag bedeutet das eine Steigerung von 13 pnennig auf 5,58 M. Eine Familie also, die sich vor sieben Jahren 2?ü ernährt hätte, wie es im April-Mai 1920 am billigsten war. Ve damals ein Dreizehntel soviel ausgegeben haben wie fetzt. Ein Vergleich der Ergebnisse der beiden Berechnungsmethoden mithin, daß die Ernährung in Eroß-Berlin im Apnl-Mar Zugr kostete und« iszy rund Ibmal so teuer war wie vor sieben Fahren. Folgenschwere Rechtsbeugung 25 Jahre Festung für junge Revolutionäre tonw5*™ da- JQ�« von den �rfchwörerbande richteten. In"diesem ZÜfämmenhange möchten fall.'5 Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung auf einen Bor- Zuchten, der schon etwas länger zurückliegt: »»'öZ Januar 1919 wurden vier junge Revolutionäre, die Genossen (Set* Ä. Jörn, Fr. Teteneund Fr. W-iland von dem -r �ruarenengericht ,n Wilhelmshaven zu insgesamt»o brui' 1 e« Festungshaft verurteilt, weil sie Flugblatter have»� drehen, rn denen sie die Arbeiter und Soldaten Wilhelms- Kf__._ ßer*£ dci den Verhandlungen Nicht erbracht" werden, fo daß die iqtvoreneit noch längerer Beratung das Gericht aufforderten, p»£'' andere Fragen vorzulegen, da sie mit der Frage auf Hoch- Hij"' nichts anzufangen wüßten. Das Gericht formulierte darauf- deli-n fragen, die der Vorfitzende in mehrstündige« Rechts- «mxngen den Geschworenen nahe zu bringen suchte. est�r Staatsanwall hob hervor, daß aus juristischen Gründen de J Bestrafung erfolgen müsse, daß die Geschworenen aber be- l>c-n> �ögen, daß die Angeklagten ja doch in allerkürzester Zeit �rasigt würden. Die Geschworenen, durchweg oldenburgijche «rg wußten naturgemäß mit diesen 399 juristischen Fragen �/recyt nichts anzufangen und bejahten dann doch die Schul1)- v'(tttfL011' Hochverrat. Das Gericht verurteilte darauf die An- �rrrrgten gu insgesamt 23 Fahren Festungechaft.- Neue russische Offensive Die Umgruppierung vollzogen SR o s k a a, 30. Angvst.(Durch Funkspruch.) Eine Kundgebung der Regierung besagt: Di« russische Armee hat in neuen Stellungen die Umgruppierung vollzogen und die Offensive wieder aufgenommen. Sie hat be- reit» einige Ortschaften in der Nähe von Bialystok und Brest« Litowsk erreicht. In Galizien haben die russisch-ukrainischen Armee« ebenfalls neue Erfolge gegen die Pole» erzielt. Die polnischen Erzählungen über ungeheure Verluste der rufst- scheu Armee« gehören in das Reich der Fabel. Es gab schwierige Augenblick« während des Rückzuges der russischen Wtcilongen, dir in schwieriger Lage ihren Zveg fanden und sich in neue« Stella n- gen umgruppierten. Den polnischen Märchen, wonach die ganze russische Armee zersprengt worden sei, darf man keine« Glaube« schenken. Es leistet den Pole« selbst eine» schlechten Dienst, wenn sie sich jetzt am Vorabend einer neuen Offensivbewegung russischer» feit» als Sieger hinstellen. Bon der russisch-polnischen Front Königsberg i. Pr„ 89. August. �Lagebericht, von der ostprenßischen Südarenz« ist nicht» Neues zu melden. Uebertritte sind mcht mehr erfolgt. Die Um- gruppieruna der polnischen Kräfte hält an. Die Frontline« Grajewo—Ossowioc— Bialystok— Brest-Litowsk ist nur mit Vortruppe« in der Richtung Erodno— Wolkowtzsk und nach Kobrin zu üSerichrittcn worden. S« besteht nur geringe Fühlung mit de« Feinde Südöstlich von Eholm finden örtlich« Kampfhandlungen statt. Rördlichdergaliz i i ch«»Grenze schreitet die Offensive der Armeen Ludjennas in Richtung aufSamoftjevor. Budjennq hat den Hutzva-Fluß(7) über- �Zm°Äbschnitt Lemberg finden wechselnde Kämpfe statt. Die rusfisch-polnischen Verhandlungen Moskau, 39. August.(Durch Funkspruch.) An de« polnischen Minister des Auswärtigen ist ein Funkspruch gerichtet worden, in dem heißt: „Ihr Vorschlag, den Vcrhandlungsort von Minsk nach Riga zu verlegen, ist heute mit etwas Verspätung hier eingetroffen. Im Hinblick darauf, daß wir am 27. August an Sie den Borschlag ge- richtet haben, die Verhandlungen nach Estland zu verlegen, und daß wir sofort bei der estländischen Regierung die hierzu erforder- lichen Schritte getan haben, ist zu befürchten, daß et« von Ihrer Seite gemachter abweichender Vorschlag zu neuen Verzögerungen führt. Die Konflikte, welche die polnische Abordnung in Minsk heraufbeschworen hat, wo die von dem Kriegszustände unzertrennlichen Schwierigkeiten ihr den Vorwand zu allerlei Berzögerungea boten, und dem Umstand selbst, daß Sie in Zhrer Depesche noch einmal diese Konflikte heraufbeschwören, läßt uns die Fortsetzung dieser verzögernden Machenschaften befürchten, zumal Sie jetzt aus schon erledigte Vorfälle nochmals zurückgreifen. Gleichzeitig mit Ihrem Telegramm, das uns nach Riga einlädt. erhielten wir ein anderes vom Vorsitzenden des Ministerrates. Herrn Witos. der uns bittet, die technischen Schwierigkeiten der Verständigung zwischen Warschau und Minsk zu beheben, da letztere Stadt von ihm als Ort zu den weiteren Verhandlungen ins Auge gefaßt fei. Dies« Verschiedenheit der Anfichten, die deutlich das Fehle« einer einheitlichen Entschließung der polnischen Regierung beweist, ist ein Grund mehr, bei der Einladung zu bleiben, welche wir vor zwei Tagen ergehen ließen." Abtranspott der übergetretenen Aussen aus Osiprentzen (Eigener Drahtbericht der„Freiheit") Königsberg, 39. August. Die Reichsregierung schafft die internierten Russen auf dem e e w e g e nach dem Innern des Reiche». Den Reaktionären dauert dieser Abtransport im lange. Der Buird„verfassungs- 4-»---»> /v r", 4' Ss.>••<<»«* 4-rtf A V/V*Xti\ treuer" Ostpreußen(Kappanhänger) hat darum telegraphisch vom Reichswehrministerium Abtransport mit der Bahn verlangt, „auch auf die Gefahr, daß der Personenverkehr zeitweise gänzlich gesperrt wird." Begründet wird die Forderung mit der Lüge, daß ..Tausende und Abertausende dieser unwillkommenen Gäste in der Provinz HerumschwSrmen und sich in die deutsche Bevölkerung hin- einschieben, überallhin Trotzkys und Lemns Irrlehren verbreitend." Im Gegensatz hierzu waren diesen.verfassungstreuen" natür- lich seinerzeit die Soldaten der gegenrevolutionären baltischen Landeswehr angenehme Gaste, als sie Ostpreußen in Sc- meinfchaft mit den baltischen Baronen überfluteten. In Wilhelmshaven war die Entrüstung über dieses Urteil sehr groß. Die Rechtssozialisten reichten unmittelbar darauf an den Reichspräsidenten eine Petition ein, die über 5999 Unter- schriften trug, in der die Begnadigung der Verurteilte« gefordert wurde. Diese Petition blieb unbeantwortet. Das gleiche Schicksal hatten mehrere Gesuche der Gefangenen um Be- urlaubung. So reichte der inhaftierte Genosse Lehrer Karl Jörn kürzlich ein Urlaubsgesuch ein, da sein Gesundheitszustand infolge der Einwirkung der nunmehr länger äl» 1% Fahre währenden Inhaftierung sich derart»ctic&Ummeti hatte(er leidet an Lungen- tuberkulöse und Hcrzmuskellähmung). daß direkte Lebensgesahr besteht. Trotzdem der Gefängnisarzt dieses Gesuch zweimal drin- geud befürwortete, da noch Auffassung des Arztes bei einem weiteren Verbleiben Jörns in der Festungshaft eine dauemfr Schädigung feiner Gesundheit und ein Zustand der llnheilbarkcit feines Leidens eintreten müsse, wurde das Gesuch mit der Be- gründung abgelehnt, daß»ein« nahe(ll) Lebensgesahr nicht zu besorgen stehe". Wir haben es hier mit einer krassen Vergewaltigung de« Rechts zu tun, dir vier jungen Revolutionären, die da» Beste der Republik wollten, nicht nur viel« Fahre ihrer Freiheit rauben, sondern sie auch körperlich und seelisch zugrunde richten muß. Wir appellieren an das gesunde Rechtsemnfinden der öffentlichen Meinung und erwarten, daß die zuständige Fuftizbohörde gezwungen wird, die Wiederaufnahme des Verfahrens einzuleiten, um vier jungen Menschen das Leben zu erhalten und das gebeugte Recht wieder aufzurichten. Also dochl Mr haben an dieser Steve schon verschiedene Make Gelegen- heit gehabt, über die Treibereien reaktionärer Offiziere im Lock- stedter Lager zu berichten. Gleich der reaktionären Presse stellte stch auch das preußische Landwirtschaft-, ninisterium schützend vor die Herren„Siedler", ohne indes die behauptete Tatsache zu widerlegen. Nun bringt das„Berliner Tageblatt" zum Beweise des Vorhandenseins der Waffen im Lockstedter Lager erneur fol- gende Tatsachen zum Abdruck: Beim Abtransport de»».«urländischen Regiments, Batarllon Klewltz, aus dem Munsterlager nach Holflein wurden nur die von der Mannrbrigade empfangenen Waffen abgegeben. Die aus Kurland mitgebrachten und die Beutewafsen wurden auf die Fahrzeug« geladen— der Abtransport sollte vormittags um 8 Ahr 89 Minuten statt- finden— und schon m der Nacht, in der Zeit zwischen 2 und 4 Uhr, aus dem Lager nach dem Bahnhof gefahren. Es geschah d,eg auf verschiedenen Wegen, die Fahrzeuge immer einzeln und unter Bedeckung von zwei unbewaffneten Leuten, die aber Haiwgranaten bei stch führten. Es haben mitgenommen: Mafchmengewehrkompagnie Stieglitz: etwa 12 Maschinen- ctttsytüz&f Maschnengeweh�ompagnie Matth«,: 8 Maschinen- ftCtft&utC, Pionierkompagnie Aust: etwa 89 Karabiner, 2 Maschinen- gewehre und Flammenwerfer. . Diese Waffen wurden in den Quartieren dieser Kompagnien, später Arbeitsgemeinschaften, unter den Fußböden der Mann» ichastsdaracken oder in den Ofsiziersguartieren versteckt. Eine Durchsuchung beim Abtransport aus dem Munsterlager, die vom General Behrendt angeordnet war, wurde durch passiven Widerstand der Baltikumer und die Nachlässigkeit des Offiziers und der 18 Mann, die hierzu bestimmt waren(vormittags 11 Uhr auf dem Bahnhof Munsterlager), verhindert. Nun kann stch die Rechtspresse zu diesen Feststellungen äußern und das Landwirtschaftsministerium seine Untersuchungen ein- leiten. Natürlich ist auch Herr Hauptmann K i e w i tz dabei, der also nicht nur mit dem Munde nationalistische aufreizende Redensarten führt und die Regierung mit Liebenswürdigkeiten traktiert, sondern auch als vorsorglicher Mann für Waffen gesorgt hat. Vielleicht hören wir beim nächsten reaktionären Putsch etwa» vom Lockstedter Lager. Aus der Partei Gautag der USP. Pfalz „Am 22. August, also noch bevor irgend etwas Genaues über die Bedingungen unseres Eintrittes in die 3. Fnternatwnal« bekannt war, beschloß eine Konferenz der ll. S. P. der bayerische» Rheinpsay: Der heute, am 22. August 1929. in Neustadt a. d. K. vor- sammelte Gautag der ll. S. P., Gau PfaH. nahm Kenntnis von dem Kongreß der 3. Internationale in Moskau. Er stellt sich voll und ganz auf den Boden der dort gefaßten Beschlüsse und Leitsätze. Er vertritt die Anficht, daß der Anschluß an die T a frtf-i W �if worden sein. Fedeitfalls aber ist die Leichtfertigkeit zu bedauern, mit der so über Dings entschieden wird, die für Leben oder Untergang der Partei von entscheidender Bedeutung sind. Kreisgeneralversammlung Torgau— Liebemverdv Am Sonntag, den 29. August, tagte die Kreisgeneralversamm- lung der llSPD. für Torgau-Liebenwerda. Der Kreis hat eine glänzend« Entwickelung genommen. Ueber 5900 zahlende Mitglieder sind jetzt in dieser ländlichen Gegend unserer Partei ange- schlössen. 222 Eemcindeoertreter, Stadtverordnete, Stadträte usw. arbeiten für sie. Bei den Reichstagvwahlen wurden für die USPD. nicht weniger als 22 228 Stimmen abgegeben, für die Sozial- Patrioten nur noch gegen 8999 Stimmen. Die Errichtung eines Parteisekretariats ist bereits feit den Wahlen durchgeführt, und Genosse Na u man(Mühlberg), der langjährige Vorfitzende des Kreises, wurde zum Parteisekretär gewählt. Die Versammlung nahm zu den schwebenden Parteifragen Stellung und beschloß mit allen gegen zwei Stimmen folgende Resolution:'\r' ,D>ie Krcisgeneralversammlung der llSPD. für die Kreise Torgau und Liebenweroa erklärt, daß sie den Anschluß der llSPD. an die Kommunistische Internationale für dringend not- wendig hält. Die Aufnahmebedingungen des Moskauer Kon- grosse» erscheinen der Generalversammlung durchaus erfüllbar zu fein. Die Generalversammlung steht auf dem Standpunkt, daß diese klare Entscheidung, der sich der Bezirk,- und der Reiche- partettag hoffentlich anschließen werden, dem deutschen Prole- tariat den Weg gas Erreichung feines revolutionären Zieles er- leichtern wird. Parteitag der Provinz Hannover Am 21. und 22. August tagte in Hannover der Parteitag der Provinz Hannover. Der Verlauf legte Zeugnis dafür ab, daß allenthglben rührig gearbeitet wird und unsere Arbeit auch Früchte zeigt, die sich sehen lassen können. Räch dem Bericht de» Provinzialvorstandes haben 477 offeiu- lich« Versammlungen und 42 Versammlungen, die sich mit wissen- schaftlichen Fragen beschäftigten, stattgefunden. An verschiedenen Orten sind Referentenfchulen eingerichtet worden. Die Wahlen haben große Anforderungen an die Kasse gestellt. die trotzdem sich verhältnismäßig günstig gestaltet hat. In der Diskussion wurde gewünscht, daß vor allem der Referentenfrage größeres Augenmerk zugewendet werde.__ Am Sonntag, den 22. August, war Genossin Zietz von der Zentral« erschienen. Ihre Begrüßungsrede, die an die internano- nale Solidarität de, deutschen Proletariat» apellftrte, fand tue begeisterte Zustimmung de» Parteitages. Einen breiten Raum der Verhandlungen nahm die Debatte über die Parteipresse in Anspruch. Hier ist e» vor allem notwendig. daß die technischen Mängel beseitigt werden. Ohne Debatte wurde einstimmig gegen die Ernennung Noekes zum Oberpräsidenten protestiert. Ein Antrag, der die Parteigenossen oervflichtet, mög- lichst einen Geschäftsanteil von 20 Mk. für unser Parteiblatt zu erwerben, fand Annahme. Weiter wurde beschlossen, eine Rote Woche zu veranstalten. Genosse Karsten- Peine referierte über Organisationsfragen. Seine Ausführungen verdichteten stch in de« Antra»«, der den Dionatsbeitrag für männliche Mitglieder auß 1,59 Mk. festsetzt, für weiblich« bleibt er auf der alten Ah« von 1 Mk. Die Einnahmen stich Vis zu 19 Prozent an die Distrikte abzuführen. Genosse Pl et tner- Hannover leg*« V emci" Bortrage unsere grundsätzliche Stellung zu der poli»isch«n und wirtschaftlichen Situation dar. Redner trat für S-lbstandisckeit der Betriebsräte ein, die notwendig fei zur Durwfuhrung der Dir- tatur de» Proletariats. Angenommen wurde ein Antrag, der dmm Reichsparteitag den Zusammensckiluß aller reoolu�onaren Ar- beiterparteien befürwortet. Räch Annahme»«��i�nen An- trägen, die für die Kleinarbeit von großem kind, wurden die Verhandlungen geschlossen. KeweArbettertontrolle«n derSchweiz Bern, 39. August. Uebereinstimmung mit feiner m der Bundesrat Durchtransport von Waffen mü) Munition n l cht sa. Die dadurch notwendige a�ni Bundesrat angeordnet V!d«N's«n dazu bestimmte Personal der Zoll- und BahnveNvaltung zu er- folgen. Irgendwelche weiteren besonderen Maßnahme« könne er Bundesrat nicht zugestehen. — Sine Selbstoe S. Internationale sofort zu vollziehen sei.' nationalistische« Schulleiter und Lehvmfone« an den©ilafc ieji Inzwischen vM man in der Pfalz w»hl etwa» ernücht«!- KuWpministrriuM 1(1*0, Volksbühne 7Vj U�r: „Zigennerliebe" Neues SMttesWs 3c«n Kren 7 Uhr DleCsSkösbaronoss Operette in drei Akten nach einem Motiv Petöfis von Fritz Gründaum. Karlstratze 7l/, Uhr: Lystftrata <14. Abteilung, V. Abend) '/.8 Mm- Theater".8 Der neu- Schlaacr Knorp's sel. Witwe Mallialla-Theater Wetubcrguweg Ig-20 Tl, Uhr- Die Internatlonale. Staatstheater Opernhaus Außer Abonnement 7Uhe! Tiefland Schauspielhaus Außer Abonnement «>!, Uhr: Maria Stuart Deatsches Theater Letzte Aufführung? 8 Uhr: Floh im Panzerhaus Mittwoch 6'I, Uhr: Faust I. Donnerstag 7 Uhr: Der lebende Leichna» KaiWerspiete S UHr: Weibsteufel. Mittwoch?>>, Uhr: Frilhlings Erwachen Donnerstag 7>/, Uhr: Bllchf« der Pandora Kleines Schauspielhaiis Aafanenstt. l fsüihe Bhf. Zoo). Lehtc Aufführungen »Uhr: Blich''" Mittw. Floh lichfe der Pandora loh in, Panzerhan« LeWg-Theater Sommerspielzeit Allabendlich 7>/z Uhr: Die Tänzerin sLeopoldine Konstantin, A. Haafe, Herrmann Thimig). Dem. KältU-Theater Zum letzten Male: S Uhr; Clubleute mit Ma; Adalbert Mittwoch 7 U.: Zum 1. Male. Die SlMngsreise Musikalischer Schwank Inszenierung: Bietor Palfi «it Max Adalbert und Trude Hesterberg TriaM- Theater (Bahnhof Friedrichstraße) Allabendlich 8 Uhr: Hansi Arnstadt in Antreu Komödie von Roberto Bracco. nkchmÄ.-DerStöreafried Refidem- Theater (Stadtbahn �annowitzbrücbe) Untergrundbahn Klosterstraße. Der große Erfolg vÄ Sie AsMosss flu.: Der gute As Boranzeige! Donnerstag, den 2.. Sept. 1920 abends 7 Uhr Zum 1. Male: Die Freundin von Hermann Sudermann Regie: Alfred Rotter Tilla Dnrieux, Carola Toelle, tans Albers, Paul Bildt. Paul iensfeldt, Hermann Ballcntin, Hann Förster, Johanna Zimmermann. Direktion Carl Meinhard- Nud. Bernauer Theater i. d. Miggrßtzer Straße uK- Geständnis Perliver Theater u'ä?- Der letzte Mlzer. Kammer-Tanzsp»ele Bülowstr.«, am Noüendorfpla» TSgl.«M>r: Qrientalifche» Ballett Kiki Krami Bey. Neues Volkstheater ASp-nich-r Str. 8S. Allabdl. 7-/, Uhr: Hoffnung auf Segen. Rose- Theater 7-/, Uhr: Der O'raf von Sugemburg Theater a. Kottbuaar Tor M Tel. Moritzplatz 14814. K Abends />/, Uhr und n Sonntag nachm. SUHr:-»# W Elite-Sänger 1.9. neues Programm! Berlmer Wer Kastanien-Allee 7—9 12 Bariets- Sensationen!Z Tmj-Dttl- Großer Vali Anfang t/?) Uhr Un-wIderrBflfteh Zlthima l. n.2, Ssptfer. Lotterie 2574 Gew. n. 1 Prüm. i.V. M. 7BOOO HäcbstGw. i, gl. PalLW. M. 50000 X Hnoptgewinn i. W. t. M. 30000 1 Ptümie l W. t. M. 20000 Singijiigs-FQnarse-line L'. 3.6D Liste u. Porto 90 PI extru. 10 ILose sortiert aus Torsoh. Taus, M.. Lud. Müller&, Co., RoriinU/ Verderscher Dernn t», Marlrt 10 Apollo- Theater Friedrichstr. 2X8 711 Allabendlich m\ |2 Sonntags»>/, u. I| llnöbertresfliches Bariets-Program! MeWer-MMa für Laub sn Kolonisten zum Selbstaufstellen. Filtersaugcr, Gartcnspritzpumpen» Schläuche» billigst. Bezugs- rj. guelle, Krautstr. 31c. 2 Min. ! rom Schlesisch. Bahnh. entfernt« owsli-ds»»- Ch-nr.-Stiefel 125M Damen- imic Chetr.- Halbsciiuhe 1 25" Damen-Lackbesalz-Stiätel�if 1 95" Harren Strapazler-Stiefel....139" Auch andere ArUhel sind im Preise cnr.aBigl, Fr>ie dpictvltprisi? AN» OER.»KAR U/T K.A// E " L(s�:l!ln' WelQr.tetai I, Kupfer, Rot- Zink, Diel, JjuS, rAesalng, Alumlnlum�ickal, Quecksilber, SÄSS» Stanjolpapier, Kapaelbtci, Zaltmgeioiasei Zahn bis IM M.! NInlini»d7SIIs, Lelcl» u. Süder» eeedee, HSchste Sar.csprcifc. Edelmetall- Einkaufsburcsu, Waberstr. 31. Roßhaare »on 8 bis 40 M. per Kilo. Rinderhäute, Felle. Schafwolle, Kupfer, Messing, Blei usw. kauft Produktenlager Den«. Münz straße 8(Sonuab. geschlossen)- »gl rtrifsiieiie, Ii! 3060 h 1 Sil SM Esiie PiasHe . S bis 200 Mark, jedoch nicht unter 0 M. pro Zahn PlM-BreiiiiWe, > Mite ulm. i zu bekannthöchsten Preisen Mi'U.6ilMiii| jurnte Sepjiuite nnb Iurvele» kauft weit über den h ö ch st e n Tagespreis J. Hera Fehrbelliner Str. 52 VotdrrhciitSIIi rs.pnrlorre tust zu hi fen. Kirslein. WeastrabeM. 9 u. 7,65 irm kaust zu höchsten Preisen. Altmetalle Quecksilber» Zahngebiss, kauft zu Schmclzpreisen Weidenweg 72. Neue Welt Arnold Scholz Haseaheide 108— 114 Täglich Konzert und Vorstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags u. Sonntags Großer Ball« wa Die Kaffeeküche ist tägl. geö ffn. Anfang wochentags 5 Uhr, _ Sonntags 4 Uhr. BeliiMe unsere «WülW „greliieir Breite ötrahe 8=9 Sie erhalten dort jede Art LWethell.��""' LllMtiUllhe. Versand nach auswärts G«genSchmidt.Bln.,Bedstr.12 Ein Prachtwerk ist Die stWZSWe «eW«W in Wort und Bild mit 2X2 teils ganzseitigen Illustration, auf feinst. Ännstdrnchpapier Preis 1Ä Mar» Buchhandlung „Freiheit" Breite Straße 8-S IQQQGßmk fttbmiMtshpcilwi Nach&fn unmleM&s IfäfiAXA PßeiSÄUSStMt&iBEN beendaf Isf und ÖOOO Mark zur Verteilung gelangt sind, vzramtalten wir für das DBUJETZiaeN ZeiT ENTSPüeCHBHO BescHMOsyiH Bessbote BOOAXIL ein neues UROoeäfcspft WtOßauMtESwcSten. Wir wünschen für Rekhmezwecke kleine humcrisiiiche Erzählungen, die sich auf die neue Qualität unseres Waschpulvers BonAltl heztehan. wekhes Wasch Wasser, froh der guten Ctualitöl sehr billig. WW Das neue BOßAXIL gleicht dem guten Seifenpulvarous aifer Zeit. Es ffsSf ist.in ollen Seifen, Drogen-undKolonialworengeschäftenzu-j- Ourxh die Auszahlung eines Reises erwer* hen wir das Eigentum an der prämiierten Erzähl �r>g, die Namen der Preisträger werden veröffenf licht. Jim 1 0ktober 13ZQ müssen alte Eihsendun- gen eingetroffen(ein. Zur Teilnahme an diesem Preisaussehreiben sind berechtigt%'&* u nicht nur die Millionen Verbraucher des'//, Tfi„J/tM"'"*'" i BOßAXH- sondern auch die Weniger) i/,Miiä/iiii" die es bisher noch nicht kennen.!, Durch die Beteiligung an diese ff» �Preisqusscnreiben entsteht keinem tei Kauf Verpflichtung, KS-MW I-'%«;. Ä»-W-ZL. . tf LElBhüNC. � Acftesse; ihr'JiriMfe fyx&etSsxlb. m, t>. h. BERLIN S.W. Oö. e/MMERSTR. d-S. beendet heute sein er. folgreiohe» Gastspiel im Vls-Falasl-««- Fortsetzung: Bonnerslsff. den- 16. Sopfentbcr im Spezial- Behandlung Frauenleiden» hartnäckige Harnleiden. Busschlag, nerv. SchuiLche. Blutttutersuchung» Salvars.sKur., Bestrahl. „I.Sgei'", Münzstr. 9 nahe SUejan�ti.PIoh, 9-1, 4-8, Sonnt. 10.12. Damrn, immer sep. Cpezial-Arzt ** für»11© Genchlecktskra-nkheiten. mm-» Frauenleiden, Blutuntersuchungen, Salvarsan-Kur. ehandlung schnell, sicher, ohne Berufsstvruug. Mäßige Preise. «ilanstatt Dr.»»od. Isomm©!'. 10— 1,4— 7�/,. S. 10—12. >unnenstr.185(Rosenth. piatz). CltAViaS■ Dr. Skvtte für Geschlechts-, «P�VSABtal" i�K Jb» Haut-, Han>. Frauenleiden. hartnackige Harnleiden, Ausschlag, nerv. Schwäche, gegen Lues Komb. Salvarsan- Kuren, Blutulttcrsuchungen, im llttcsten Kur- Dlr.i Löser senior Nur Rosenthaler Str. 69-70 .Kammerjäger Berg's Aadikabnittel „ecleQ�aal" Seine Vme mir SeeWr MMMM-MbÄ Bcrioaltuugsstelle Berlin.. ?DÄS«SNLSiZE. Den Nollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Gllttln koSsert vteteiek I Grimmstraße 18, am 27. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 1. Septemott. nachmittags 2'/, Uhr. von der Leichenhalle des N. Luises | Kirchhofes in der Herrn annstrafce aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nach�ufS Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, dttFlwvK Oastsv Seu�n | Berlin, Chausseestraße 83, am 20. d. Mts. verstorben ist. Ehre ihre« Andenke«! Die OrtsverevaltUttS Möbel | gegen bar u. Teilzahlung bei kleinster An- und Abzahlung trSNÄMTNlI', � MUll-rstr. 7 IWeddin rilj ----- Kupfer— Messing S.- Quecksilber, Zink. Blei kauft 48 Stromstr. 48 I 18. Distrikt, Bez. 82«« j Am Freitag, d. 27. d. � | verstarb unser Genosse i Otto Mesenbero ! Ehre seinem Andenken ! Beerdigung Mittwo«. z den 1. Sept., nachm. 1� Z Uhr.Ttädt.Friedhof.Buö,- \ Abf. 10'« Bhf. Gesunder. ] Um rege Beteiligungen \ sucht Der Vorftenv. Armeepistolen kauft zu � sten Preisen Kirstein. Linien� DeiiWr WMbM-WO. BerMlWgssteLe Berlin N. 5t. LiniM. � SeWiiszeil von von?, g Uhr bis nach«, i Uhr. Telephon: Amt SlorSca ISS. 12Zg. 1387, Donnerstag, den 2. September 1920, nachm. 4". Ahr Branchenversammlung der Metall- u. Revolverdreher sowo Dreherinnen im GemerkschasLshaus. Gng�lufer 15(Saal 1). Tages ordnung:, � 1. Bericht von der Tarifverhaudluug. 2. DisbusiU' 3. Branchenangclegenheiten und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Achtung, Bezirk 11 u. 12. MLL >nz am Mittwoch. A sondern bei Bosen»9 Die Ortsverwaltanv' Die BertrauensmännerkonfereUi 1. September, findet nicht im Ebershof, Ebersstr. SS» statt. Buchbinder-Verband. Dienstag» den 31. August» nachm. � in Dökcr» Festsälen. Weberstr. 17(Großer Zaal) MmMlll. WWemekWM der Buchbinder. Die Wichtigkeit der Beschlüsse, welche in dieser BersamMlK� gefaßt werden sollen, bedingen das Erscheinen aller Kolles und Kolleginnen. Die Branchenleit«»� *. Tüchtiger■_ la Kraft, mit Anlegeapparat vertraut sofort gesucht Meldungen 8—10 Uhr vormittags beim Betriebsleiter der.Freiheit- Druckerei. paitalganosUnnanl Die Spedition Lübecker Strafte 11 stellt für gröftere orhsiiziorl« Siilsokrälls» sofort ein. Ktsnclleruna»AULiererl vi« beste u. billigste Besugsqueli* in Schnflrsenkel,Macco, Elsengarn u. Nähgarn ist und bleibt MMm Jlnena" Barm»». Craiüeiöw Stiaii l 1 SselseznWtt (©che) 1 Büfett 140 br. 1 Anrichte m. Sp. 1 2-Zuz-Ausziehtisch 4 Stühle bepolstert nur Mb. IHemZlZiMer («ich-) 1 Bibliothek 100 br. 1 Schreibtisch 1 Schreibsessel 3 Stühle 1 runder Tisch komplett 7 teilig l Mk. m Tisch 1 icüo W 458 M. und andere bedetttend herabgesetzte Schlaf-, Wohn-, SpeTse- und Herrenzimmer sowie Klubgarnituren. Besichtigung lohnend. Auf Wunsch Zahluugserleichteruug. iSakvi', lMsts». n ■ Redtlone Vertilgung: und BrutTernlchtnns:_ Erfolg verbluifend. Kinderleicht anruwenden. Viele OarkeohrolbQn.( Berkauf: Sämtliche Warenhäuser A. AZertheim, Berlin! � Bitte ausdrücklich nur Vlicodaal zu verlangen..—------- I Achtung Schachspielerl Lest die neue Nummer der F a£ E E N W E LT Jn Xüne erfdjeint: L. TROTZKI TERRORISMUS UND KOMMUNISMUS ANTI-KAUTSKY. 7! us btm Jnljafte; Das. Xrä f'caer/jätlnts'.— � Viktatur bes Ürofctariats.— Vcmokratie.— Zerrorismus.— Die Xommunc oon Doris.— unb— Xautsky.— Die DrSeiterkiaffe unb bie SoB>ie'.. Politik.— Die Dr 06 lerne der Organifation ber 7Irf,u — Xarl Xaulsky,[eine Sdjule unb fein Buc§, cb. i$o Seiten. Treis ca. TUk. 6.— Dtfttllungtn nefimen entgegen: tBucbfandlung", (fPD., dXeulülln, Ißartfeftr. 69, SürbcUerbudifw' iung Derlin, Cdnnenftr. 1, und der Vertag Carl Ufo)1' ci(gdif. dfamburg, SEdmiralUßtsstr. i9. Achtung! Ausschneiden� Kauf« lausend zu hllchsten Preisen ..... Altmetaiie—— � Kupfer, Messing, Zinn 43.—» Quecksilber70.-, Notguß» Blei sowie SN störe, Golds u�Silberbruch, Platt« Sebudert, Berlin, Ramlcrstraste 35. am Bahnhof Gesundbrunnen am Bahnhof Gesundbrun� nBrn Speziaibehandlung für Haut- und Gefchlechtsleide» � it. Ärn'/Mt. 5tliitiintErf»idtiinfipn. SAmnAl?. Desnoli-Zigaretten nur aus reinen orientalischen Tabaken hergestellt Zigarettenfabrik besnol«, Berlin N37, Schwedter Str. 19.{Humboldt 4363 u. ISSS) Nr. 358 Beilage zur„Freiheit" Dienstag. 31. August 1920 Ein dringender Mahnruf Bon Paul Schindler. Die wirtschaftlichen und politischen Berhältniss« begegnen heute viel größerem Interesse in Ardeiterkretsen als vor dem Kriege. Tanz besonders stark pulsiert das geistige Leben bei dem fort- geschrittensten Teil des Proletariats, der organisierten Arbeiter- Ichast. Das Ringen um Beseitigung der kapitalistischen Herrschaft >|t aus dem Kreis der theoretischen Erörterungen herausgewachsen und mehr und mehr versucht das Proletariat unmittel- baren Einfluß auf die Eestaltuug der Dinge zu gewinnen. Kein Wunder, daß es in den Zusammenkünften und Bersamm- wngen, in den Betrieben und überall da, wo unter Arbeitern Stellung genommen wird zur politischen Situation, lebhafter zu- geht als früher. Daß dabei nicht immer die parlamentarischen Formen Beachtung finden, ist ohne weiteres erklärlich. Ich ge- höre nicht zu denen, die bei jeder Gelegenheit über den guten Ton moralisieren, ich werte diese Erscheinungen als die ganz natürlichen Folgen der Verhältnisse, die auf uns einwirken. Un- bedingt notwendig aber ist, auch Andersdenkende ruhig anzuhören. Dagegen wird viel gesündigt. Eine llnduld- iamkeit macht sich allenthalben bemerkbar, die der Sache nicht dienlich ist. Es gibt sehr viele in unseren Reihen, die immer auf die Masse als entscheidenden Faktor hinweisen, auf die Führer Ichimpfen, aber gleichzeitig sich nicht scheuen, die Meinung anderer zu unterbinden, wenn sie nicht mit ihr übereinstimmen, und den gewöhnlichen Genossen es oft unmöglich machen, ihren Stand- Punkt zu vertreten. Spricht aber ein bekannter Führer, dann sind dieselben Genossen die duldsamsten Zuhörer. Der Autoritätsglaube ist bei uns selbst leider noch sehr stark vertreten. Ich erinnere mich da der letzten Rede, die ich von August Bebel hörte: Anläßlich seines 70. Geburtstage» hatten sich die Eroß-Berliner Parteifunktionäre zu einer Feier in der Neuen Welt versammelt. Bebel dankte in seiner Red« für alle Liebe und Verehrung, die man ihm erzeigte, wehrte aber mit aller Entschiedenheit ab, daß er etwa alle Erfolge als sein Verdienst in Anspruch nehmen solle und wandte sich mit aller Schärfe gegen den Autoritätsglauben. Er mahnte zum eigenen Denken. Jeder einzelne solle unabläßlich bemüht sein, ein Apostel des Eozialis- mus zu werden. Den Glauben durch Wissen zu ersetzen, mutz auch heute nach wie vor unsere vornehmste Aufgabe sein. Alle Parteimitglieder sollten daran arbeiten, um so selbst die Möglichkeit zu erlangen, tätigen Anteil an den Diskussionen und Entscheidungen der Partei nehmen zu können. Die Beschlüsse der kommunistischen International« werden in den nächsten Wochen Gegenstand der Diskussion in unseren Reihen sein. Kein Zweifel darüber, daß diese Frage mit aller Gründlichkeit behandelt werden mutz, denn sie berührt das Leben der Partei und mehr. Da halte ich es für notwendig, gleich am Anfang die Mahnung auszusprechen, die Diskussion sachlich, aber nicht persönlich zu führen. Solang« das Bestreben obwaltet, der Sache zu nützen, soll jedem weiteste Möglichkeit gegeben werden, frei und ungehindert seine Meinung zu vertreten. auch wenn sie zufällig dem einen oder andern nicht gefällt. Die Auseinandersetzungen in der Partei dürfen aber nicht herabsinken zum Gezänk und Personenstreit. Parteigenossen! Es darf nicht so weit kommen, daß es zur Unmöglichkeit wird, chrlich und offen feine Anficht zu vertrete«, ohne nicht mit den gehässigsten und persönlichsten Mitteln an- gegriffen und verdächtigt zu werden. Was bedeuten hier Per- Ionen, wo es sich um die wichtigsten Dinge handelt? Wohin soll es führen, wenn Parteimitglieder sich hinstellen und andere»er- dächtigen, daß sie nur für ihre eigen« werte Person arbeiten? Es ist unerhört, wenn in der Sonntags-Versammlmtg der K. P. D. im Zirkus Busch, in der Bericht erstattet wurde über die Verhandlungen der Kommunistischen International« in Moskau, ein ll. E. P. D.-Mann namens Stahlberg sich hin- stellt und sagt:„Crispten weint in der Freiheit nicht Tränen um die Partei, sondern um seine eigene Person." Damit erweist man der Sache den allerschlechteste« Dienst. Wenn ich der Ueberzeugung bin, daß meine Partei nicht den rechten Weg wandelt, dann trete ich in ihren eigenen Reihe» auf und kämpfe für mein« Auffassung, stelle mich aber nicht in öffent- licher Versammlung hin. noch ehe meine Partei gesprochen hat, verunglimpfe die eigenen Genossen und ernte damit billige« Bei- fall. Das darf nicht einreißen, sonst wird jede gedeihliche Die- kussion verhindert und vergiftet. Die Dinge sind zu ernst, um so behandelt zu werden. Wer da glaubt, öffentlich austreten zu können und zu müssen, soll auch das nötige Verantwortungsgefühl besitzen. Und«och einmal sei es gesagt, man soll auch etwas von den Dingen verstehen, über die man sich anmaßt zu sprechen. Nicht das Gefühl, der Verstand soll entscheiden! Die Gewerkschaftsbewegung, die Betriebsräte und die M. Internationale (Schluß.) n. 1. Der Wirtschaftekampf des Proletariats für die Erhöhung des Arbeitslohns uno die allgemeine Besserung der Lebensbedingun- gen der Arbeitermasss gerät täglich tiefer in eine Sackgasse. Die wirtschaftliche Zerrüttung, die in immer ausgedehnterem Nlaße ein Land nach dem anderen ergreift, zeigt sogar den zurückgebliebenen Arbeitern, daß es nicht genügt, für die Erhöhung des Arbeits- lohns und für die Verkürzung des Arbeitstages zu kämpfen, daß die Klasse der Kapitalisten mit jedem Tage weniger imstande ist, die Volkswirtschaft wiederherzustellen und den Arbeitern auch nur die Lebensbedingungen zu sichern, die sie ihnen vor dem Kriege gab. Aus dieser wachsenden Erkenntnis der Arbeitermassen ent- springt ihr Bestreben, Organijationen zu schassen, die den Kampf zur Rettung der Wirtschaft durch eine Arbeiterkontrolle der Be» triebsräte über die Produktion aufnehmen können. Das Streben nach der Schassung von Betriebsräten, das die Arbeiter ver- schiedener Länder mit jedem Tage mehr erfaßt, nimmt seinen Ausgangspunkt von den mannigfaltigsten Ursachen(Kampf gegen die konterrevolutionäre Bureaukratie, Entmutigung nach gcwerk- schaftlichen Niederlagen, Bestrebung zur Schaffung einer alle Ar- beiter umfassenden Organisation), aber es mündet schlietzlich in den Kampf um vie Kontrolle der Industrie, die besondere historische Aufgabe der Betriebsräte. Es ist daher ein Fehler, Betriebsräte nur aus solchen Arbeitern organisieren zu wollen, die schon auf vdm Boden der Diktatur des Proletariats stehen. Im Gegenteil, Aufgabe der kommunistischen Partei ist ee, auf Grund der wirt- schaftlichen Zerrüttung alle Nwbeiter zu organisieren und sie zum Kampf für die Diktatur des Proletariats zu bringen, vermittesst Erweiterung und Vertiefung des ihnen allen verständlichen Kampfes für die Arbeiterkontrolle über die Produktion. 2. Diese Aufgabe wird die kommunistische Partei lösen können, wenn sie im Kampf der Betriebskomitees in den Massen die Er- kenntms vertieft, daß die planmäßige Wiederherstellung der Wirt- schaft auf der Grundlage der kapitalistischen Eeselsschast, die«ine neue Unterjochung durch den Staat zugunsten der kapitalistischen Klasse bedeuten würde, jetzt unmöglich ist. Eine de« Interessen der Arbeitermasse« entsprechende Organisierung der Wirtschaft ist nur dann mögllch, wenn der Staat sich in den Händen der Ar- beiterklasse befinden wird, wenn die feste Hand der Arbeiter- diltatur an die Beseitigung des Kapitalismus und an den neuen sozialsstischen Aufbau gehen wird. g. Der Kampf der Betriebskomltees gegen den Ka- Fitalismus hat als nächstes allgemeines Ziel die Arbeiter- ontrolle über die Produktion. Die Arbeiter eines jeden Unternehmers, eines jeden Industriezweiges leiden unab- hängig von ihrem Beruf unter der Sabotage der Produktion durch die Kapitalisten, die es häufig für vorteilhafter erachten, auf die Fortsetzung der Produktion zu verzichten, um die Arbeiter durch Hunger zu zwingen, auf die drückendsten Arbeitsbedingungen ein- zugehen, oder um nicht neue Kapitaleinlagen in die Produktion Sx Zeit der allgemeinen Teuerung z« machen. Der Schutz gegen ese Sabotage ver Produktion durch die Kapitalisten verknüpfte die Arbeiter unabhängig von ihren politischen Uederzeugungen, und daher sind die von allen Arbeitern des betreffenden Unter- nehmens gewählten Betriebsräte die allerbreitesten Massen- organifatwnen des Proletariats. Aber die Desorganisterung der kapitalistischen Wirtschast ist«in Ergebnis nicht nur des bewußten Willens der Kapitalisten, sondern in weit höherem Grade ein Ergebnis des unaufhaltsamen Zerfall« des Kapitalismus. Daher werden die Betriebsräte in ihrem Kampf gegen die Folgen dieses Zerfalls über die Grenzen der Kontrolle auf den einzelnen Betrieb hinausgehen müssen, die Betriebsräte der einzelnen Betriebe wer- den bald vor der Frage einer Arbeiterkontrolle über ganze Industriezweige«nd über deren Gesamtheit stehen. Da aber auf den Versuch der Arbeiter, die Versorgung ver Fabri- ke« mit Rohstoffen, die Finanzoperationen der Fabrikunternehmer z« kontrollieren, die Bourgeoifie»nd die kapitalistischen Regie- rungen mit den energischste» Matzregel« gegen dt« Arbeiterklasse antworten werden, so führt der Kampf für die Arbeiterkontrolle über die Produktion zuin Kampf für die Besitzergreifung der Macht durch die Arbeiterklasse. �!•. Die Agitation für die BetriebsrLt« mutz fo geführt werden, daß ,m Bewutztfetn der breitesten Volksmassen, auch wenn st- nicht ,'1� ,. Fabrikproletariat gehören, die Ueberzeugung Wurzel faßt, daß die Schuld an der Zerrüttung bei der Bourgeoisie liegt, .....'||' täm Parole der Aibeiter- _____________ PL die Organisierung der �_ sseitigung der Spekulation, ose Desorgani- -rung und der Teuerung kämpft. Aufgabe der kommunssHichen Parte»«»«st der Kampf für die Kontrolle über die Produttion auf Grund der brennendsten Taaesfrage«, auf Grund des Hetzstoff- maiwels, auf Grund des Berfalls des Transportwesens, durch Verknüpfung der vereinzelten Teile des Proletariats unterein. ander und durch Hinüber, ,i«hrn breiter Kreis« der Kleinbourgeoisie auf ihre Seit«,, der Kl«,nbourgevist«. die mit jedem Tage mehr proletarifiert wird und tatsächlich unerhört unter dem Wirtschaft» lichen Zerfall leidet. 5. Die vetrittsrüte können die«ewerksibasten nicht ersetzen. Rur im Prozeß des Kampfes können sie sich über die Rahmen ein- zelner Betriebe und Werkschalten nach Produktionszweigen ver»" einigen,«inen allaemeinen Apparat zur Leitung des ganzen Kampfe» schaffen. D« Gewerkschaften sind schon jetzt zentralisierte Kampforaanr, obgleich sie nicht fo große Arbeittrmasseu umfassen wie die Betriebskomitees dies tun tonnen, die eine allen Arbeitern des Unternehmens zugängliche lose Organisation sind. Die Ber- teilung der Aufgaben unter die Betriebskomiteeo und die Eewsrk» fchaften ist«in Ergebnis de» gefchtchtliche« Entwicklung der soziale« Revolution. Die Gewerkschaften organisieren die Ärbcitermassen: für den Kampf auf Grund der Forderungen von Lohnerhöhung und Verkürzung des Arbeitstages in gesamtstaatlichem Maßstab.� Die Betrieöskomitees organisieren sich für die Arbeiterkontrollen über die Produktion, für den Kampf gegen die wirtschaftliche Zer-' rüttung, umfassen alle Arbeiter der Unternehmen, aber ihr Kampf kann nur allmäblich«inen gesamtstaatlichen Charakter annehmen.'! Rur in dem N!aße, wir die Gewerkschaften die konterrevolutionären Tendenzen ihrer Bureaukratie überwinden, wie sie bewußt zu Or- ganen der Revolution werden, haben die Kommunisten da, Be- streben, die Betriebsräte zu Bettiebsgrappen der Gewerkschaften zu machen, zu unterstützen. � si. Die Aufgab« des Kommunisten besteht darin, sowohl dke� Gewerkschafien al« auch die Betriebsräte mit dem gleichen Geist' entschlossenen Kampfes, mit Erkenntnis und Verständnis für die s besten Methoden dieses Kampfes, d. h. mit dem Geist des Kom»- munivmus zu erfüllen. Indem sie diese Aufgabe ausführen,'! müsse» die Kommunisten die Betriebsräte«nd die Gewerkschaften 1 tatsächlich der Leitung de» kommunistischen Partei unterordne«! und auf dies« Weis« ein Massenorgan der Proletarier schaffen�! die Basis für eine mächtige zentralisierte Partei de» Proletariats,' die alle Organisationen des proletarischen Kampses umfaßt, sie! alle denselben Weg führt zum Sieg der Arbeiterklasse durch Dil- tatur des Proletariats»um Kommunismus. 7. Indem die Kommunisten aus den Gewerkschaften und de«' Betriebsräten mächtig« Waffen der Resolutton bilden, bereiten fie diese Massenorganisationen zu der großen Aufgabe, die ihnen nach der Aufrichtung der proletarischen Diktatur zufallen wird, zu der Aufgabe des Hauptelementes der Neuorganisation des Wirt- schaftslevens auf sozialistischer Basis vor. Die Gewerkschaften als Iadustrieverbände ausgebaut, auf die Betriebsräte als ihre Fa-, briksorganifationen gestützt, werden dann die Arbettermassen mit ihren Produktionsaufgaben bekannt machen, die erfahrensten Ar-., beiter zu Leitern der Betriebe ausbilden, sie werden die tech- nifchen Spezialisten unter Kontrolle nehmen und zusammen mit. den Vertretern des Arbeiterstaates die Pläne der sozialistischen � Wirtschaftspolitik entwerfen und durchführeg... lll. Di« Gewerkschaften strebten schon zur Fried enszeft nach i n t er- nationaler Vereinigung, denn die Kapitalisten gripen bei Streik« zur Heranziehung von Arbeitern aus anderen San- der« als Streikbrecher. Aber die Internationale der Eewerk.' fchaften war vor dem Kriege nur von untergeordneter Bedeutun� Sie strebt« die ftnanztelle Unterstützung einer Gewerkschaft durch) die andere, die Organisierung einer sozialen Etatist, t an. nicht aber die Organisierung des gemeinsamen Kampfes, denn die prnv Opportunisten geleiteten Gewerkschaften suchten iedes revolutionäre Gefecht von internationalem Umfang zu vermeiden. Die oppor- tunistischen Führer der Gewerkschaften, die wäbrend des Krieges, jeder in feinem Land«, Lakaien der Bourgeoisie waren, streben-, nun die Wiederherstellung der Gewerkschaftemternationale an und versuchen aus ihr ein« Waffe für den Kapitalismus gegen das Proletariat zu mache«. Die schwere Stunde A o m a» wen 48) Biet»» Pank« Das ist nicht ei« Lied, sondern halb Seufzen, halb Schluch- zen einer gequälten, wahrhaft in der Taiga verirrten Seele. Indem ich zuhöre, denke ich: � Mein Gott, gibt es in dieser Welt ein zweites Volk, das fähig wäre, solch quälend wehmütige Lieder zu schaffen, die eine solche llferlostgkeit, eine solche Verzweiflung über das graue Erdenleben atmen und die von einer solch brennenden Sehnsucht nach traumhaftem Glück erfüllt sind. Ich zweifle daran, da kein Volk ein so schweres Schicksal.... wie das russische zu trage« hatte, und in den Liedern besingt es ja sein Schicksal. Immer von neuem wiederholt Njussia ihr krankhafte» Lied. In meiner Brust schwingen und erzittern neue, mir unbe- kannte Saiten, die mir Tränen entlocken. Ich Grei» bin nahe daran, aufzuschreien. Es übersteigt meine Kräfte, länger zuzuhören, ich stehe auf und gehe in das Nebenzimmer zu Njussia. Von hinten trete ich auf sie zu. umarme fie, lege die eine Hand um ihren Hals und streiche mit der anderen über ihr glatt gekämmtes Haar. Das Seufzerlied bricht ab. „Ach. mein Mädchen, weshalb reißt du mit diesem Liede die Wunden wieder auf?"... Sie schließt die Augen und drückt müde den Kopf an meine Brich. Nach langem Schweigen sagte sie leise: «Es tut wohl, wenn man darin wühlt.... soll es nur schmerzen... man fühlt, wie es nagt und nagt.. Sie immerfort liebkosend, denke ich: das ist etwas rein Russisches, die Wunde niemals zunarben zu lassen, sondern fie immer wieder aufzureißen. Ich will diesen Augenblick der plötzlich eingetretenen An- Näherung benutzen, um zu versuchen, den Schmerz ihrer Wunden mitzufühlen, sie zu stärken, sie zu stützen... ..Ich begreife nicht, Njussia, daß du so finster, so menschen- scheu bist... immer in den Zimmern umherschlenderst?... Noch fester preßt sie sich an meine Brust, und in diesem Augenblick fühle ich die frühere, kleine Njussia, die auf meine Knie gekrochen kam. ihr Köpfchen an meine Brust versteckte. Jetzt weint sie nicht, scheinbar hat sie schon alle Tränen aus- geweint, sondern sie erhebt den Kopf von meiner Brust, lehnt sich zurück und flüstert leise, mit Furcht in dep Augep und w der Stimme: fürchte mich „Väterchen, ich fürchte Ich bin verblüfft. „Bor wem fürchtest du dich, meine Kleine?" „Dich fürchte ich, Väterchen... deine Augen.». fie find wie die Augen Thristus... Und das Leben fürchte ich auch ... weshalb tritt es so drohend heran? Es erorückt mich Väterchen, es wird mich zerdrücken!-» fügt sie mit ge- brochener Stimme hinzu. Ich finde keine Worte, und gibt es überhaupt w der Welt Worte, die sie in diesem Augenblicke trösten könnten?»».Ich zweifle daran... Wenn die Jugend ins drohende Antlitz des Todes sieht, wenn ihre Seele vor bisher noch nicht erlebtem, wahn- finnigem Schrecken erstarrt, dann kann man sie nicht trösten... Fast mit Gewalt drücke ich fie von neuem an meine Brust, damit sie wenigstens den Schlag meines Herzens füblt, damit fie fühlt, daß nicht sie allein sich quält, verblutet, daß sie nicht ganz einsam ist... Stille ringsum... wir beide fühlen den Schlag de« ver» wundeten Lebens um uns..« Plötzlich fragt fie mich: „Väterchen, ist das Leben immer so schonungslos düster und unglücklich gewesen?.... Ich will nicht lügen: ..Immer, mein Mädchen, immer war es ein grauer, sinn- loser Wirrwarr... Immer drehte sich der Mensch ziellos in diesem Ghaos... immer gab es Tränen, Blut... und Seufzen und Schluchzen sind die ewige Musik de» Lebens. Und weißt du, die Menschen haben es selbst geschaffen, da ihre Herzen von Bosheit erfüllt find, sie können nicht anders als quälen und sich quälen... Wieder schweigen wir. Sie reißt den Kopf von meiner Brust, finster zieht fie die Brauen und die Etirne zusammen. blickt forschend in mein Geficht und faßt mich mit der rechten Hand bei der Schulter, als fürchtete sie, daß ich vor der Änt- wort fliehen würde. Ich denke: jetzt bricht ein Sturm au», nur zu gut kenne ich ja meine Njussia. „Aber du?... du?..." sagt sie mtt bebender, kaum den Zorn bezwingender Stimme,„du schriebst ja anderes w deinen Büchern?... Väterchen, du schriebst, da« Leben sei herrlich! Voller Begeisterung hast du die Liebe besungen .... ich las, ich verschlang dies, ich träumte... ich betete dich an!... jetzt habe ich aber im Leben gesehen, daß alles nur Schmutz ist, und nun sprichst du auch anders..." Ich schrumpfe zusammen, ich schweige, und eine frostige Kälte dringt mir in die Brust. ich wage es nicht, meine. Nngea z» Njussia zu erheben.%%' �&!' Plötzlich reißt sie sich zornig von ihrem Platze los und ftagt mit hysterischer Stimme, mit der rechten Hand meine Schulter schüttelnd: „Also hast vu bettoaen, Väterchen?... Und alle dein« Bücher waren bloß Lüge?,»« Wovon soll ich denn aber dann leben?" Scheinbar hat fie dieses Aufbrausen ermüdet, ermüdet senkt sie den Kopf, erschlafft nimmt fie ihre Hand von meiner Schulter und geht müden Schrittes, ihren angeschwollenen Leib weit vorausstellend, wie eine Ente hin«nd her wackelnd, aus dem Zimmer hinaus. i Ich weiß nicht, wie lange Zett ich regungslos erstarrt da» saß�es�muß aber lang« gewesen sein, da es draußen schon Mein gewöhnliches, alltägliches Bewußtsein ist in dieser Zeit verstummt, abgestumpft. Ich dachte nicht, mein Kopf war leer, die äußeren Empfindungen existierten für mich nicht. Gleichzettig aber reisten irgendwo im Innern, in den verborgensten, geheimsten Winkeln meiner Seele, ohne Teil» «ahme meines Willens und meines Bewußtseins, neue Ge- fühle und neue Entschlüsse heran.»« Das verlebte Leben wurde von neuem Lichte beleuchtet, es wurde gleichsam be- graben,«nd ich, ein Lebender, aber Gefühlloser, wohnte dieser Beerdigung ohne Schmerz und ohne Bedauern bei, ich sah, wie man jenes frühere Leben, voll Trug und Lüge, ins Grab versenkte... War es ein« Tür,< die zugeschlojsen wurde, oder siel etwa» zu Boden, ich fuhr vor einem Laim zusammen. Ich erhob mich, zündete da« elektrische Licht an und ging in mein Kabinett. Einem inneren Gebot« gehorchend, trat ich an die Etagere mit meinen Büchern, trug sie in zwei Malen zum Kamin, schob de« Sessel heran, nahm ein Zündholz, und riß aus einem Buche mehrere Blatter heraus,- aber meine Finger zitterten, und lange wollte es mir nicht gelingen, ein Feuer E legen. Als die Blatter schließlich anbrannten und eine bläulich-goldene Flamme emporloderte, begann ich ix schneller und heftiger die Bücher zu zerreißen und sie in« Feuer zu werfen. Es wurde warm, meine erstarrten Finger erwärmten sich... und die ganze Zeit, da ich die Bücher zerriß und fie in den Kamin schleuderte, waren Brust «nd Herz leer... keine Spur von Mitleid oder Bedauern regten sich * Mtu fftttet der Führung von Legten, Zouhaut, Komper» schaffen sie am Völlerbund ein Arbeitsbureau, dieser Organisation des internationalen kapitalistischen Räuberwesens. Sie suchen in allen Ländern die Streltb-wegung durch Gesetze zu erdrosseln, die die Arbeiter verpflichten, sich den Schiedsgerichten der Vertreter des kavitalistischen Staates zu unterwerfen. Sie suchen überall durch Abkommen mit den Kapitalisten Konzessionen für die qualifizierten Arbeiter durchzusetzen, um auf diese Weise die wachsende Einheit der Arberterklasse zu zertrümmern. Di« Amsterdamer Gewerkschaftsinternational« ist somit«in Stellvertreter der bankerotten Brüsseler zweiten Internationale. Die kommunistrschen Arbeiter, die den Gewerkschaften aller Länder angehören, müssen im Gegenteil danach streben, eine inter- ff�'?uale Kampffront der Gewerkschaften zu schaffen. Es bandelt stch jetzt nicht um finanzielle Unterstützung im Streikfall, sondern darum, dag im Augenblick einer Gefahr, die die Arbeiterklasse eines Landes bedroht, die Gewerkschaften der anderen Länder als Organisationen der breitesten Massen zu ihrem Schutz streben, es unmöglich machen, daß die Bourgeoisie ihres Landes der Bourgeoisie eines anderen Landes Hilfe leistet, die sich im Kampf mit der Arbeiterklasie befindet. Der Wirtschaitskampf des Proletariats rn allen Ländern wird mit jedem Tage immer mehr zum Revo- lutionskampf. Daher müssen die Gewerkschaften bewußt alle Kraft zur Unterstützung eines jeden Revolutionskampfes auf- wenden, sowohl im eigenen Lande, als auch in anderen Ländern. Zu diesem Zweck müsien sie nicht nur in jedem anderen Lande die größtmöglichste Zentralisierung ihres Kampfes anstreben, sondern sie müssen das im internationalem Maßstabe tun, indem sie in die kommunistische Internationale eintreten, sich mit ihr zu einer Armee vereinigen, deren verschiedene Teile bei gegeirseitiger Unterstützung gemeinsam den Kampf führen. Stimmen der Parteipreffe „Leipziger Bollszektung* In einem zweiten Artikel„Führer, Diktatur oder Selbstbesirmmungsrecht schreibt unser Leipziger Partei- blatt: Was die Bedingungen auf internationalem Gebiet wollen, die schärfste Zentralisation die Diktatur einiger weniger Führer, das soll auch im nationalen Rahmen durchgeführt werden. Die der Kommunistischen Internationale anachörigen Parteien sollen auf der Grundlage des Prinzips des„demokratischen Zentralismus" aufgebaut werden. Das Parteizentrum soll dekretieren. Mit der Fülle der Macht und den weitgehendsten Befugnissen ausgestattet. soll es den Parteigliedern seine Weisungen zugehen lassen, die mit eiserner Disziplin befolgt werden müssen. Diese Diktatur der ~ ht erschuft hat bekanntlich in der deutschen Kommunistischen rtei schon zu diversen Spaltungen geführt. Die Zentrale der V. D. schaut aus eine arg zusammengeschmolzene Anhänger» schaft. Die Spuren schrecken. Die deutsche Arbeiterbewegung hat, nachdem sie die Eierschalen der stramm zentralistisch organisierten Lassalleschen Organisation abgestreift hatte, in ihren Satzungen im großen und ganzen den richtigen Mittelweg zwischen Führer- diktatur und aktionsunfähiamachender Selbständigkeit der Mit- gliedschaften zu finden gewußt. Nach diesem Prinzip ist auch die Orgamsation der Unabhängigen Sozialdemokratie aufgebaut, und wir glauben kaum, daß unsre Parteigenossen Geschmack an dem Moskauer Rezept finden werden. Sie werden sich das Mit- bestimmungsrecht nicht nehmen lassen, das höchstens in dringenden Fällen, wo die Verzögerung der Aktion sie entwerten und wir- kungslos machen wurde, von den Leitungen suspendiert werden darf. Wie so manches, was in Rußland möglich ist, in Deutsch- land nicht möglich ist, wie das die Betrachtung der russische» Re- volution dem aufmerksamen Beobachter deutlich zeigt, ist auch die Führerdiktatur, von ganz besoudern, engbegrenzten Ausnahme- Perioden abgesehen, in Deutschland nicht möglich. Dazu ist der deutsche Arbeiter in lange« Jahren Kampfes viel zu sehr an die Demokratie innerhalb der Bewegung gewohnt worden. Russische Proletarier, denen die Tradittonen der Leibeigenschast noch im Führer fast bedingungslos unterzuordnen— die deutschen Prole- tarier werden ihr Eelbstbestimmungsrecht so leicht mcht ausreden. Besondere Bedeutung gewinnt diese Forderung nach der Führer- diktatur noch durch den Punkt 20. wonach nicht weniger als zwei Drittel der Mitglieder des Zentralkomitees und aller wichtigen Zentralinstitutionen aus Genossen bestehen müssen, die. um es kurz auszudrücken, durchaus auf dem Standpunkt Moskaus stehen. Dieses also zusammengesetzte Zentralkomitee hätte dann dikta- torisch« Gewalt und könnte alle Opposition innerhalb der Partei unterdrücken, jeden, der ihm nicht paßt, au» Bertrauensämtern oder auch gleich au» der Partei hinauswerfe«— es wird ja zu immer wiederkehrenden„Säuberungen" der Parteimitgliedschaft durch Punkt 12 noch ausdrücklich verpflichtet. Dieses Zentral- komitee hätte aber auch uubeschränkte Berfügungsgewalt über sämtliche Parteiblätter. Gerade die bösen Erfahrungen, die während der Kriegszeit die Opposition mit den Verfüaungs- rechten des Parteivorstandcs über einen großen Teil der Partei- blätter gemacht hat. die auf solche Weise vom Parteivorstand den Mitgliedschaften geraubt und rechtssozialistischen Minderheiten in die Hände gespielt wurden, werden die deutschen Genossen vor der Wiederholung eines solchen Zustande» warnen. Die Selbständig- keit der eimzelnen örtlichen Mitgliedschaften und Bezirke in der Gestaltung ihrer Presse ist eines der wesent lchen Grundrechte unser» Partei, dessen Bedeuwng weit über die � �gelung von Eigentumsrechten hinausreicht. Diese Selbständigkeit der Einzelglieder bürgt dafür, daß die verschiedenen Richtungen, die m einer großen Partei stets sein werden und se,n müssen, zu ibrem Rechte kommen, daß das geistige Leven der ��iei in stetigem Flusse bleibt und daß so aus der Auseinandersetzung der verschiedenen Richtungen stets die einigende, sammelnde Plattform gestaltet wi� Es heißt das geistige Leben der Partei geradezu ertoten. wenn die Führerschaft nicht nur die Aktion dekretieren, sondern auch die Grenzen der Partei-Diskussion vorschreiben darf. „Hamburger Bolkszeitung." tf itler der lleberschrift„Hinein in die kommunistische n ler„a t ionale" schreibt unser Hamburger Parteiblatt' deshalb � 1 au?a�ab» ünd W' und sächlich zu prüfen. Nicht die Empfind- {mrf darüber entscheiden, ob sie anzunehmen oder abzu- rZt« Nnd Die«�onung des Ehrenpunktes, wie sie bürgerlichen und wie sie vor allem deutschen bürgerlichen Or- �nN?tianen ,u eiaen ist darf nicht wieder wie auf dem Leipziger �«tetta�b«� der Prüfili� der ��,Ä?.�Ä�d��Eb?enkwn� soielen. Wer diese Frage von dem Gesichtspunkt des Ehrenstand- Punktes aus ansteht, zeigt damit von Mtn$e£:ln' befangen ist. in bürgerlicher Äeolome. und daß er rn einer rsvo- lutionären Massenpartei nichts zu su<�n dar..... Das kapitalistische System ist Z»« Untergang verurteilt infolge der Zerrüttung seiner Grundlagen durch den Kneg �r yt noch mehr zum Untergang verurteilt dadurch. das �Ia�"E)e",�t- sein der Arbeiter so machtig angewachsen'st, daß em Dulden und Hinnehmen der dezimierenden Verelendung der Arbeitersch� die notwendige Vorbedingung für die Fortexlstenz des kapitallstl- schen Systems sein müßte, beute nicht mehr möglich>st. Das kapi- talistifche System aber bricht nicht von selbst Wammen, wie durch eine Naturkatastrophe gefallt, sondern die Bollstrecker des Urteilsspruchs gegen das kap»talifti,che System sein. Der Klassenkampf ist es letzten Endes, der den Untergang des kapitalistischen Systems herbeiführen wird. Auf diesen großen unvermeidlichen Endkampf zwischen Arbeiter- schaft und Bürgertum muß eine revolutionäre Partei sich und ihre Anbänger einstellen. Sie muß völlige Klarheit in ihren Rechen schassen über das Ziel, völlige Klarheit über die Kammmethoden und die Notwendigkeit des Kampfes. Sie muß die Erkenntnis der Notwendigkeit der Revolution bei chren Anhängern in Willen umsetzen. Sie imch chrs Organisation auf den Kampf einstellen und sie so gestatten, daß sie ebenso zu einer Waffe gegen da» Bürgertum wird, wie das Heer in der Hand des Burgertums Waste gegen die Arbeiterschaft ist. Diese Vorbedingungen erfolgreichen revolutionären Handelns sind in der deutschen Unabhängigen Sozialdemokratie noch ni*t gegeben. In ihren Rechen und vor allen Dingen in den Rechen chrer Führer ist weder Einheit der Ideologie noch Einheit des Wollens und de» Handelns vorhanden. Revolutionäre Elemente stehen neben reformistischen und opportunistischen Elementen. Ja der ganzen Geschichte der U. S. P. D. hat sich herausgestellt, daß lede Aktion der Partei für die soziale Revolution durch dielen Dualismus von vornherein zur Unfruchtbarkeit verdammt war. In der gegenwärtigen Situation ist dieser Dualismus innerhalb der Unabhängigen Sozialdemokratie geradezu ein Hemmnis der revolutionären Entwicklung. Die Ereignisse der letzten Zeit und die Stellungnahme der Partei zu diesen Ereignissen gibt mannig- faltige Beispiele dafür. . Die„Hamburger Volkszeitung" führt weiter aus, daß sich auch m der Presse diese innere Zerrissenheit wiedcrspiegele. Die ein- flußrcichsten und größten Organe der Partei, die„Freiheit", wie die„Leipziger Volkszeitung" würden systematisch dazu benutzt, um Verwirrung in die Köpfe der Arbeiterschaft zu tragen. Die Reinigung der Redaktionen sei eine innere Parteinotwendigkeit. Die Ergänzung zu einer solchen Maßregel müsse darin bestehen, daß die Partei von allen opportunistischen Elementen gesäubert wird, die in derselben Richtung wirken, wie ein?eil der Partei- presse. Besonders Hilferding müsse abgestoßen werden, der der Weckung des revolutionären Sinnes der Arbeiterschaft entgegen- gewirkt habe. Das Blatt fährt fort: Nachdem aber diese Reinigung der Partei und der Partei- presse von den opportunistischen Elementen vollzogen sein wird, ist es notwendig, daß in der-lat die Partei zu einem festen Keil gemacht wird, der gegen die Stellung des Bürgertums vorge- trieben werden kann. An die Stelle de: Direttionslosigkeit. die bisher in der Partei geherrscht hat, an die Stelle des Fehlens jeder zentralen Leitung muß eine straffe Zemralisatron«it einer wirklich politisch leitenden Spitze treten. Wenn in den Beding- ungen von Moskau eine solche Forderung aufgestellt wird, so begegnet sich auch in diesem Punkte wieder die Forderung mit dem, was sich immer mehr in der Unabhängigen SöziaQemo- kratie als Notwendigkeit herausstellt. Wir sind uns keinen Augenblick im Zweifel darüber, daß die ssroße Masse der Arbeiter der U. S. P. D. diese Bedingungen be- sahen wird, wie wir sie bejahen, aber auch nicht darüber, daß die Durchführung dieser Bedingungen nicht ohne schwere Kämpfe innerhalb der Partei vor sich gehen wird. Um das, was hie» als Bedingung gestellt wird, ist innerhalb der Partei zwischen dem rechten und dem linken Flügel während der ganzen Zeit, die die Partei überhaupt besteht, heftig gerungen worden. Diese Kämpfe werden nun fortgesetzt werden, nur daß die Ziele des Partei- kampfes jetzt klarer heraustreten werden als zuvor. Die opportunistischen Elemente in der Partei, und mit ihnen der opportunistisch geleitete Teil der Parteipresse wird aufschreien über diese Bedingungen. Wir find darauf gefaßt, eine wütende Explosion des Parteichauvinismus zu erleben. Keine Untev- werfung unter das Diktat von Moskau, das wird die Parole fein, unter der der Kampf von den Opportunisten aufgenommen werden wird. Aber wir halten den Opportunisten von vornherein ent- gegen, daß es fich nicht um ein Diktat von Moskau handelt, fon- dern um die Bollziehung der Notwendigkeiten, die die deutschen revolutionären Arbeiter längst erkannt haben. Das Dtttat von Moskau ist nichts anderes als das Diktat der deutschen Arbeiter gegen die opportunistischen Führer, und wenn der Opportunismus rebellieren wird gegen diese Bedingungen, so wird das nichts anderes sein als der Ausdruck der Rebellion der opportunistischen Führer gegen den revolutionären Willen der Arbeiter. Notwendiger den je zuvor ist heute die Durchführung der Ret- nigung der Partei von allen opportunistischen Elementen, die Durchführung einer strafzentralistischen Organisation, die Unter- bindung aller opportunistischen Elgenmachtigkcitdn. Die Slebel- lia« der Eewerlichastssührer der U. S. P. D. gegen dt« Partei, die wir eben erst erlebt haben, macht es ganz klar, daß keinen Augenblick mit der Arbeit an der Reinigung gezögert werden darf. Der linke Flügel der U. S. P. D. muß den Kampf gegen den Opportunismus durchkämpf««. Er hat bisher lang« genug gezaudert und ist langmütig genug gewesen gegenüber den op- portunistischen Tendenzen. Es ist Pflicht gegenüber der Welt- revolution. mit der größten Entschlossenheit und Entschiedenheit heute die Reinigung der Partei und die Eingliederung der Partei in der Weltorganisation der kommunistischen Internationale zu erkämpfen. Das bedeutet nicht Spaltung der Arbeiterklasse, fon- dern Einigung, nicht Zerreißung der revolutionären Front, son- dern Schaffung einer Einheitsfront der revolutionären Arbeiter. Aus dieser Remigung, die eine Notwendigkeit der Weltrevolution darstellt, muß in Deutschland die große deutsche kommunistische Massenpartei herauswachsen, die all die Truppen der revolutio- nären Arbeiter sammelt, die heute noch zersplittert sind. Reinigung der Unabhängigen Sozialdemokratie von den oppor- wnistischen Elementen. Anerkennung der Bedingungen von Moskau, Eintritt in die Dritte Internationale, Zusammenschluß der revolutionären Arbeiter zu der großen deutschen kommunistischen Massenpartei, das ist die Parole für die revolutionäre Arbeiter- schaft. „Elbinger Bolksstimme". ... Nach der Konferenz wird den Parteiorganisationen Gelegen- hekt zur Aus>prache gegeben werden. Wir stellen unsere Kritik der Bedingungen bis zur Beendigung-der Berliner Konferenz zurück. Hervorgehoben fei heute nur. daß dies« Moskauer Bedingungen die schwerste Enttäuschung hervorrufen müssen. Bor allem aber die völlige bedingungslose Unterstellung unter das Exekutivkomitee. die Schaffung der geheimen Organi>ation-n. die Auslieferung der Druckerelen an den Parteivorstaiid, d«e Zersplitterung der Eewerk- schaften und die ständigen Ketzergerichte sind für uns Deutsche unannehmbar. Die georderte Propaganda unter dem Militär. dem kristallisierten Bodensatz der alten Kaiserarmee, halten wir für zwecklos, den Verzicht auf unseren alten Namen für ent- würdigend. Aber diese letzten Bedingungen sind gegenüber den erstgenannten weniger von Bedeutung. Notwendig ist daß die kommende Aussprache in aller Sachlichkeit und Gründlichkeit er- folgt. Jeder Parteigenosse, der sich für oder gegen den Anschluß an die dritte Internationale entscheidet, muß völlig darüber im Klaren sein, wofür er seine Stimme abgibt. Erkenntnis und nicht Stimmungsmache ist die Forderung der nächsten Monate. Wird allerseits nach diesem Grundsatz verfahren, dann wird die USPD. aus den Diskussionen über die Internationale neue Kraft saugen und reifer und stärker.aus ihnen hervorgehen. „Unabhängige Bolkszeitung"(Dresden). Wir enthalten uns... noch des Eingehens auf die einzelnen Bedingungen. Im allgemeinen halten wit es aber für notwendig, folgendes auszusprechen: Die Partei befindet sich in einem noch keineswegs abgeschlossenen Eärnngsprozeß. der immer beut- licher die entscheidenden Punkte in den Erfordernissen des prole- tarischen Klassenkampfes herausarbeitet: die historische Entwick- lung hat die U. S. P. mit Naturnotwendigkeit auf der einen Linie vorangetrieben. Es ist immer mehr des Opportunismus und Reformismus, aus der alten Einheitspartei begreiflicherweise mit übernommen, abgestreift worden. Diesen Prozeß gilt«« P fördern, nicht aber zu hemmen, zumal die Neueinstellung auf die ganz anders gearteten heutigen Zeit- und Kampfesverhältnisse gerade von den besten Köpfen der Arbeiterbewegung, den geschulte- sten und kenntnisreichsten Verfechtern des Sozialismus gefordert wird. Diesem harten Muß der Neuorientierung haben stch diese Sozialisten, wenn auch nicht ohne Kampf mit sich und den anderen. gefügt, eben weil die Verhältnisse, nicht die menschliche Speku- lation den Gang geschichtlicher Dinge bestimmen. Wir erinnern an Hilferdings gewechselte Stellung in der Frage Genf. Durch ultimatorisches stock-Berhalten, durch ein Diktat deo Biegens oder Brechens wird dieser natürliche Prozeß aher nicht gefördeA. Man würde eine Reaktion gerade dort erzeugen, wo die Entwuk- lung selbst unermüdlich im Sinne der Revolutionierung der Geister gearbeitet hat und noch arbeitet, und man würde gerode jenen Teil der Parteibewegung, den mit fortzureißen unsere revolu- tionäre Pflicht ist, künstlich in das gegenteilige FahrWasser.drän- gen. Mr würden jene Entwicklung an ihrem entscheidende» Punkt ab- und auseinanderreißen. Das muß unbedingt nach unserer Ucberzeugung gesagt werden auch wenn man noch gewisse Möglichkeiten einer Vereinigung mit der dritten Internationale sieht, da ja der eigentliche Bericht unserer Delegation noch nicht vorliegt. Aber auch das muß klip? und klar gesagt werden, daß der Endzweck unserer Bewegung ni» mals die Partei, sondern immer nur die sozial« Revolution sein kann, die wir allerdings unter Führung der Partei durchzuführe« gewillt sind. „Bolkswacht", Rostock. Wir oeröffentlichen im nachstehenden die vom Kongreß an» genommenen Aufnahmebedingungen kommentarlos, um eine um beeinflußte Stellungnahme" der Parteigenossen herbeizuführen. Betonen möchten wir aber, daß wir uns trotz der unerhörte» Drohung des Punktes 21 der Bedingungen nicht von einer Kritik abhalten lassen werden, gerade, weil wir den Anschluß wünschen- Denn bei sorgsamer Prüfung finden wir, daß der 2. Kongreß diese Bedingungen gestellt hat, um den Zusammenschluß des revolutio» nären Proletariats zu erschweren. Verbandstag des Allgemeinen Ver- bandes der deutschen Bankbeamten 1. Verhandlungstag. Am Sonnabend, den 28. August, begann im großen Plenarsaal der Börse der 4. ordentliche Verbandstag desAllgemeinenVer- bandes der deutschen Bankbeamten. Der Vertreter der österreichischen Bankbeamtenbewegung, A l l i n a- Wien, der Vertreter der Tschechoslowakei M a n d e l i k- Prag und der an- wesende Vertreter der Schweiz Vieri-Zürich iiderbrachten die Grüße und Glückwünsche ihrer Organisationen. Sie betonten be- sonders die Schaffung einer internationalen Organ i» sation der Bankbeamten auf frcigewerkschaftlichcr Grundlage. Der stellvertretende Verbandsvorsitzende S ih o l z begrüßte die erschienenen Delegierten sowie die Gäste. Nach Festsetzung der Geschäftsordnung sowie der Erledigung der üblichen geschäftlichen Angelegenheiten gab der Geschäftsführer des Verbandes Benno Marx den Geschäftsbericht. AtarZ ging in seinem Geschäftsbericht eingehend auf den p r i n z i p i e l- len Tharakter, den der Verband in seiner bisherigen Tätig- keit eingenommen habe, ein und betonte, baß nur das starre Fest» halten an dem Standpunkt des prinzipiellen Klassenkampfes den Verband vorwärtsbringen könne. Die Unternehmer seien eifrig bemüht, die gesetzlichen Befugnisse der Betriebsräte zu annullie- ren, wie aus einem Schreiben der Darmstädter Bank hervorgehe. Marx entwarf dem Verbandstag ein Bild der gegenwärtigen wirtschästspolitischen Lage Deutschlands und deren Auswirkungen auf die Angestelltenbewegung. Das Bestreben der Eeschäftsleitung sowie des Zentralvorstandes fei in der Berichtsperiode daraus gerichtet gewesen, für die Angc- stellten das M i t b e st i m ni u n g s r e ch t zu erkämpfen. Weiter hat die Berbaudsleitung ihre ganze Kraft an die Schaffung eines einheitlichen Reichs-Tarifvertrages verwandt. Dazu wäre die Schaffung einer einheitlichen Organisation derdeutschen Bankbeamten notwendig gewesen. Ein im Februar ISIS in Berlin zusammengetretenes Bankbeamtenparla- ment hatte diesen Gedanken begeistert aufgenommen. Die Verschmelzungsverhandlungen, die mit dem Deutschen Bankbcamtenoerein gepflogen wurden, mußten sich aber zcr- schlagen, weil sich zwei grundsätzlich verschiedene Weltanschau- ungen nicht unter einen Hut bringen lassen. Die Anhänger des D. B. V. segeln noch gar zu sehr in dem Fahrwasser der biirger- lichen Ideologie und können deshalb die Wege und Ziele des Allgemeinen Bankbeamtenverbandes, der als freigewerkschaftlich auf dem Boden des prinzipiellen Klassenkampfes steht, nicht verstehen. In ausführlicher Weife schildert Marx die Schwierigkeiten bei den Verhandlungen um den Reichstarif, die in einzelnen großen Städten Deutichlands zu heftigen Kämpfen und Streiks der Bank- beamten geführt haben. Erst am 24. Juli d. I. ist durch Schieds- spruch vor dem Reichsarbeitsministerium der R e i ch s t a r i f zustande gekommen, über dessen Annahme oder Ablehnung die Par- teien sich bis zum 31. d. M. erklären müssen. Der Verbandstag würde darüber noch ein« Entscheidung zu fällen haben. Marx kommt dann in ausführlicher Weise auf den Fall Emonts zu sprechen Dem Verbandstage liegen verschiedene Anträge vor, die Emonts volles Vertrauen aussprechen und seine Wiedereinstellung als Geschäftsführer des Verbandes fordern. Am Schluß feines 2� stündigen Berichts betont Marx, daß auch die Bankbeamten endlich erkennen müssen, daß sie bei den kommenden Kämpfen zwischen Kapital und Arbeit sich nicht abseits stellen dürfen. Des- halb müsse sich auch der Verbandstag entscheiden, ob die Organi- sation bürgerlich versippt werden soll, oder ob auch die Bank- beamten in den Reihen des Proletariats den prinzipiellen, Klassen- kämpf gegen das Unternehinertum aufnehmen will. Nur der prinzipielle Klassenkampf könne den Sozialis- mus, die Beseitigung des Kapitalismus und dem Proletariat die Befreiung von seinen Ketten bringen.(Langanhaltender stürmischer Beifall.) Nach dem von Niarx erstatteten Geschäftsbericht erhielt Stolpe vom Zcntralvorstand das Wort zu einem Korreferat. In längeren Ausführungen kritisierte S t o l p e die Haltung des Zentralvorstandes, ganz besonders der Geschäftsführer Marx und Emonts. Während der Streikbewegung hätte dieser e i n zu starkes Tempo eingeschlagen, so daß viele Bambeamte nicht gefolgt sind. Auch seien viele Bantbeamte durch die politische Haltung Emonts abgestoßen worden. Nach Schilderung vieler Einzelfalle kommt Stolpe zu dem Schluß, daß es nicht im Inter» esse der Organisation liegen würde, wenn Marx und Emonts wieder als Geschäftsführer eingesetzt würden. Der Verband müsse als freie Gewerkschaft alle Bankangestellten in sich aufnehmen können. Die nachfolgenden Diskussionsredner beschäftigten fich besonders lebhaft mit der Frage der Streiktaktik und der Haltung des tentralvorftandes. Um 11 Uhr abends wurde die Sitzung auf onntag früh 9 Uhr vertagt. 2. Verhandlungstag. Am Sonntag wurde die Debatte über den Geschäftsbericht unterbrochen und der dritte Punkt der Tagesordnung: Kassenwesen und Abrechnung, behandelt. Nach den Bestimmungen des Statuts wurde dieser Punkt unter Ausschluß der Oeffentliazkeit oerhandelt. Gegen Mittag wurde die Oeffentlichkeit wieder hergestellt und die Debatte über den Eeschäftpbericht fortgesetzt. In dieser De- batte kam es erneut zu Zusammenstoßen zwischen der Opposition, der die Haltung des Vorstandes nicht gemäßigt genug erscheint, und den Anhängern der Geschäftsführer Marx und Emonts. Im Verlauf der Debatte nimmt auch Emonts zu einer längeren Rechtfertigung das Wort. Er unterstrich besonders, daß er An- ?«inner der politischen Neutralität der Eewerk» chaften sei, dessen ungeachtet könne er sich als Eewerkfchafts- fuhrer nicht zum politischen Eunuchen machen lassen. In aus- rnhrlichxr Weise und unter lebhafter Zustimmung der Mehrheit des Verbandstages widerlegt Emonts die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen. Unter starkem Beifall des Verbandstages be- tonte er. daß er freiwillig nicht zurücktreten werde. Die Personen- trage Ichalte hierbei völlig aus, er betrachte es nach wie vor als seine Aufgabe, die Organisation auf freigewerkschaftlicher Grund- läge vorwärtszutreiben. Nach einem Schlußwort des Geschäftsführers Marx gab ein Delegierter im Namen der Opposition die Erklärung ab, daß sie, trotzdem sie auf dem Boden des prinzipiellen Klassenkampfes stehen, es nicht verantworten können, oaß der Verband einer demagogischen Leitung ausgeliefert würde. Aus diesem Grunde verlassen sie den Verbandstag, ganz besonders auch, da dieser Vev- bandstaa praktische Arbelt nicht leisten könne. Die Abstimmung ergab 31 Stimmen für die Geschäftsführung des Vorstandes, ein Delegierter stimmte dagegen, die andern Dele» gierten enthielten fich der Stimme., Unter lebhafter Unruhe des Berbandstags vertagte der Vo« fitzende � Scholz die EMitg.auf � Montag früh S UHr. Gruppeuversammlungsu der Betriebsräte den'l��p�uversammlungen nachstehender Zndnstriegruppen sin- an folgenden Tagen statt: Chemische Industrie. �Dienstag, den 31. August, abends 6 Uhr: dm K Chemisch« Priparate, Eae-nst-lten, Wass-rmerl«, Herstellung .'Uld Ap-hekeriniren. i. Farbenfabrikation. Oele und Fette, Tinten, a. Licht- und Ceifensebrikatinn. Vurfumeriesabrilate, 4, Kuntmi, che«,!, �?5°-ercha, Stimmer. 6. Künstlich« Blumen und Federn. S. Elektro- '• Sn der �„ l a<5 i p, ft r. ZZ-. Lebensmittel- und Genußmittelindustrie. « Dienstag, den 31. August, abends 6 Uhr: donlon�»?»? �.Bäckerei, Konditorei. Z. Auckerverarbeitung, Kakao, Schokolade, t. stl-il�tstee.». Zladrungnmittel. Marnielade, Nudeln, Stärk- Löst. Gemüse. "itchrä!,�- ��ng, Schlachthöfe. Schlächt-r-ien, Wurstsnörikatron, Konserven, «. und Fischk-Nserv-N. z. Milch-, Butter- und Käs-fabrik-ti-n. "itiiunn o'�?2hl«nfadrikate. Sprit-, Likör-, Esstgf-brikation. 7. Tebakver- p l a � LinienfNab�/���'"�'' �nffeehausbetrieb. Zu der A u l a K» p p e n- Lederindustrie. » Dienstag, den 31. August, abends K Uhr: ialkier»»��»• Lodmühlen, Loheertraktfabrikation, ksterbereie», Lederfäröcreien, Gedern,?.!?'»- �"«««'en, Treibrtemenfebrikction, Tapezierer. Lederspielwaren, ---SEfS'?.. Fell«.»■ Lchudlnduitiie. Zu der Schulaul- S�ips st r. Ra. � " Landwirtschaft. Dienstag, den 31. August, abends 6 Uhr: »ich(f'IWe t. Landwirtschaft, Zucht landwirtschaftlicher Nusttiere.?. Kunst- aller L�aelzgartnerei, Baumschulen, Kirchhofs- und Parkwesen. Z. Tierzucht r«i.t' l°«st«r Untergruppe l). 4. Forstwirtschaft und Z-zdwes-n. 5. Fische- > allen Sewässeru. In der Schulaula Steinst!. Z1-Z4, Eesangnsaal. Banken und Handel. Mittwoch, den 1. September, abends 6 Uhr: -—.V. Wtl.»�UjUlUUlU W* v l II Jt*-• üuif fcesori>nun0 in allen Versammlungen: Wahl der Delegierten Wahlversammlung und Wahl des Hauptausschusscs. ZW-■ S�ite, welche noch nicht im Besitze der Legitimationen der d.. W?.gten Zentrale sind, niiissen sich unverzüglich dieselbe, Zlno�t; 24' 3 DiP-. ausstellen lassen. Hierzu ist die gs der Adressen der Betriebsräte, deren aftliche und der örganisationszugehörigkeit,'sowie die BeMftigtenzahl z���nebe erforderlich. Die Bureauräume der Zentrale sind ge- von 9 bis 4 Uhr. ofSl jL Versammlung der Bau- und Steinindustrie am Freitag kekoi. schulaula Weiilmeistcrstr. 15, ist ein Schirm abhanden Äii» r?�- Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben in der unzstr. 24, abzugeben. sji?�!�bsrät«! Mittwoch, den 1. September 1920, abends 6 Uhr, linx rJ? der Aula, Koppenplatz 12. die Konferenz der Vorstände k-? Dbleute der Betriebe der Metallindustrie statt. I. A.: Albert 'stwarz, Vorsitzender des V.R. der Änorr-Bremse. Festsetzung der Sprechstunde des Betriebsrates f.:?? haben sich Verzögerungen in der Erledigung von Streitig- opI,? aus§ 76 BRG. wiederholt dadurch ergeben, daß die an- stir � Stellen sSchlichtungsausschuh, Gewerbeinspertor) sich x.7 Unzuständig erklärt haben. Das Neichsarbeitsministerium ist worden, zur Klärung dieser Frage gemäß§ 101 VRE. »(„.'.Mtungsbestimmungen zu erlassen. Das Reichsarbeitv- �äußeri- � dies abgelehnt, sich jedoch im übrigen wie folgt Ctr?-!°uderer Ausführunosbestimmungen zu der Frage, wer bei best--��iten über die Festsetzung der Sprechstunden zuständig ist, „i 0tf es meines Erachtens nicht. Mdem das Gesetz die Frage. �,*!"e Sprechstunde innerhalb oder außerhalb der Arbeitszeit driÄ dcn soll, der„Vereinbarung" überläßt, bringt es zum Aus- .daß hier im Streitfälle nur die vermittelnde Tätigkeit des »AUchtungsausschusics einzugreifen hat, und daß nicht die in «8ö3. 94, 403 genannten Stellen endgültig entscheiden können. di* sind dagegen zuständig für die Entscheidung der Frage, ob l- Voraussetzungen des§76 für die Einrichtung überhaupt vor- zv«°u, und auch für den Fall, daß die Sprechstunde innerhalb der b»i« �szeit vereinbart ist, sind für Streitigkeiten über die Einzel- -ssen der Sprechstunde(Ort, Häufigkeit, Zeit, wer erteilt die Ttefs�unde? usw.) die in§§ 93. Ziffer 3. 94, 103 genannten Tpv-jch zur Entscheidung berufen(vgl. z. B. den Kommentar von N.M.§ 76. Anmerkung 2c, und 6, wo die Entscheidung der beiden neu von Streitigkeiten sorgfältig unterschieden ist). ��anach find also, wenn eine Vereinbarung von Sprechstunden Jip essd der Arbeitszeit durch Verhandlungen im Betriebe nicht Mande kommt, die Schlichtungsausschüffe berufen, vermittelnd ..Zugreifen. Es handelt sich in diesem Falle um eine Streitigkeit i.."'®§ 66, Ziffer 3 bzw.§ 78, Ziffer 5 VRE. Die auf Grund z��Paragraphen gefällten Schiedssprüche sind bekanntlich nicht ,, �ur Streitigkeiten über die Einrichtung der Sprechstunde, also Verfugungstellung eine» Raumes. Beleuchtung und Heizung. t?,e eoenll. zur Verfügungstellung einer Hilfskraft und einer sii�.lbmaschme. Lieferung von Papier, Tinte, Zedern usw., d. h. J,* sämtliches Zubehör, das zur Abhaltung der Sprechstunden selbst ."sswendig ist, ist der Gewerbeinspektor zuständig, der ebenfalls «ii. anzurufen ist, wenn sich Streitigkeiten über die Durchführung mer Vereinbarung oder eines von beiden Teilen angenommenen Schiedsspruches wegen Abhaltung der Sprechstunden ergeben. i», k s�gl im Interesse der Betriehsvertretungen. diese Unter- Zi-de zu beachten, um sich unnötige Arbeit durch Anrusung fal- Stellen zu ersparen. Ebenso ist es dringend notwendig, bei »"hangigmachung von Streitigkeiten stets die richtigen Para- �aphen ss.-s Betriebsrätegesetzes heranzuziehen, um der Gefahr «jehlsprüche von vornherein vorzubeugen. ände und Funktionäre der Gewerkschaften! Mittwoch, den l. September, abends 6'4 Uhr. t M»li"«Aro«fi»i>.o-i.,o Nors-mmluna statt mit dem Streik der Rohrleger An die Arbeiterjchast Grog-Berlins! )no» Rohrleger und Helfer Eroß-Berlins treten heute in den t?. ssou dem Ardeitgeberverband aufgezwungenen Abwehrkamps. " bishcrigc Tarifvertrag lief am 31. Mai ab. Die Versuche » �chlichlungskommission um einen neuen Vertrag schettertcn aer ablehnenden Haltung der Arbeitgeber. Diese erklärten lim« Verhandlungen, dag sie keinerlei Lohnerhöhungen de- 'Ulgen wollen. Der von den Vertretern der Schlichtitngskomnns- .s? beschritrene Weg. um durch die tariflichen Schlichtungs- . zu einem Ausgleich zu kommen, scheiterte wiederum an ev Erhalten der Arbeitgeber. Diese lehnten den Schiedsspruch 920 ggigungsamtes des Eewerbegerichts Berlin vom 18. Iuin .Tnfol, einen solchen von 5.90 M. brachte. Dieser Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses war um 20 Vf. niedriger als der des Demobilmachungskommissar zur Rechtsverbindlichkeitserkkarung zu veranlassen, erzielte kein Ergebnis. Die Vertreter der Arbeit- geber erklärten bei den Verhandlungen, daß sie sich keinem Schieds- spruch einer Schlichtungsinstanz fügen. Sie verfolgen die Tendenz. die Löhne abzubauen. Aus vertraulichen Verhandlungen der Arbeitgeber geht uns die Mitteilung zu, daß man die Absicht habe, im Herbst den Lohn der Rohrleger auf 5 M. herabzusetzen. Um diesen Plan durchführen zu können, hat man ich mit den scharfmacherischen Elementen der Bauklempner verbündet und eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Der berechtigte Abwehrkampf der Rohrleger und Helfer Groß- Berlins hat für die gesamte Arbeiterschaft Eroß-Berlins grund- legende Bedeutung. Es ergeht daher die Aufforderung an alle Bauarbeiter, Portiers und alle Hausfrauen Eroß-Berlins, in den nächsten Tagen darauf zu achten, daß keinerlei Streikarbcit aus- geführt wird. Zuzug ist unbedingt fernzuhalten. Die Streikleitung der Rohrleger und Helfer Eroß-Berlins bs- findet sich im Eewerkfchaftshaus, Engel-Ufer 15, und ist telepho- mich unter Moritzplatz 4497 zu erreichen. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Ortsverwaltung. In der gestern im Eewerkschastshaus abgehaltenen Verfainm- lung wurde der Streikbeschluß nach einem Referat des Gen. Ziese mit fünf Sechstel Majorität gefaßt. Vertreter der Ange- stellten gaben eine Solidaritätserklärung ab. Massenentlassung bei der Berliner Parkverwaltung Die Betriebsleitung bzw. der Magistrat Berlin beabsichtigt, die Zahl der Beschäftigten in der Parkoerwalruug um mehr als 50 Prozent zu vermindern. Der Arbeiterrat hat seine Stellung- nähme hierzu gegenüber der Betriebsleitung in folgender Rcfo- lution zum Ausdruck gebracht: „In der Arbeitsrratssitzung vom 19. August wurde festgestellt. daß etwa 650 Beschäftigte bei der Entlassung in Frage kommen würden. Der Arbeitcrrat erhebt gegen diese Maßnohme eni- S hieben Einspruch. Der Grund liegt lediglich nach dem Ausspruch er Betriebsleitung im Geldmangel. Der Etat für dieses Jahr sieht bereits eine große Einschränkung vor, infolgedessen die Un- tcrhaltungsarbeiten nicht, wie gewünscht, erledigt werden konnten. Es steht zweifelsohne fest, daß es ausgeschlossen ist, mit den vor- haiidenen Kräften die unbedingt notwendigsten Arbeiten auszu- führen. Es wird hierbei abgesehen, daß viele durch die.Kriegs- jähre unterbliebenen Ausbesserungen an Wegen, Pflanzungen, Bänken, Gittern usw. nicht vorgenommen werden können. Andererseits ist es unbegreiflich, daß in einem kommunalen Betriebe, wo Arbeit vorhanden ist, diese Maßnahmen getroffen werden, um dadurch die allgemeine Arbeitslosigleit noch zu steigern. Der Arbeiterrat bittet auf diesem Wege die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, insbesondere die sozialistischen, dafür eiitzutreten, daß obiges nicht Wirklick?kcit wird." « Wir finden es ebenfalls unverständlich, daß bei der jetzigen großen Ärbeitslofigkeit die Berliner Parkverwaltung noch zu ihrer Bermehrung beitragen will. In dieser Beziehung kann ihr selbst der Tharlottenburger Dkagistrat als Musterbeispiel vorgestellt werden. Dieser will zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit rn der Hochbau-, Tiefbau- und Parkverwaltung eine Reihe von Not- staudsarbeiten als produktive Erwerbslosenfürsorge ausführen. Die Eesamtkostcn stellen sich auf 19,6 Millionen. 8,3 Millionen sollen als öffentliche Zuschüsse aus Mitteln der produktiven Er- werbslosenfürsorge beantragt werden, während die Stadt den Rest von 11,3 Millionen übernimmt den Anleihe decken will. und aus einer später aufzunehmen- Die im Jahre 1918 zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bewilligten 10 Millionen sind zum grögten Teil verbraucht. Unter den Notstandsarbeiten befinden sich: Fertig- Stellung des Neubaues der Sophien-Eharlotten-Schule, Umbau des Städtischen Elektrizitätswerkes. Fortsetzung des Umbaus des städti- fchcn Untersuchungsamts, Fortführung der Arbeiten an der Caprioibrücke. Herstellung eines Fußballspielplatzes auf dem Sportplatz Westend, und Herstellung eines Sportplatzes auf den Pjerdewiesen im Schloßpark mit Sportbad und Ruderteichen, sowie Errichtung einer Badeanstalt, von Spiel- und Sportplätzen, Kindererholungsstätten unter gleichzeitiger Aufhöhung eines Siedlungsgeländes in der Iungjernbeide. Wir meinen, daß auch in Berlin sich noch genügend Arbeiten ausführen lassen, so daß mindestens Entlassungen vermieden wer- den können. Die SPD.-Buchdrucker unter den» Schirm der „Berliner VolKszeitnng" Die„Berliner Volkszeitung"„läßt sich mal wieder aus Buch- druckerkreisen" schreiben, daß die Nürnberger Beschlüsse in Ge- fahr seien, weil„gewisse Kreise" am Werke sind. Ein Spaß für Götter. Die„Berliner Voltszeitung" als Hüterin der Beichltche der Verbands-Eeneralvcrsammlung.— Aber noch Mit interessantes Stuckchen leisten sich unsere Freunde der rechten Seite. Die„alte bewährte Eewerkschaftstaktlk" ist selbst� ihnen n.lcht mehr zugkräftig genug. Und da offenkundig an zur„Ge- ----------..�..».age" und als „vertrauenswürdige Führer beim Beschreiten neuer AZ e g e. Man sieht allmählich ein, daß man mit der alten bewährten Eewerkschaftstaktik niemanden mehr einfängt, daher sucht man mit einer neuen Phraseologie die Massen der Buchdrucker zu tauschen. Und daß die„B e r l. B o l k s,« i t u n g" dabei behilflich ,st, alten Wein in neue Schläuche zu füllen, sollte den Kollegen zu denken geben. Stimmt daher für die Kandi- daten der Opposition: Koll. Tschich, Rose. Wille, Freudenreich. Der Aktionsausschuß: I. A. St. W. Schmidt. Idyllische Zustande i« de» Selbstverwaltungs- Körpern Man schreibt uns vom Zentralverband der Angestellten: Die neu gegründeten Außenhandelsstellen, die zum Teil schon seit mehreren Monaten bestehen, sahen sich erst verpflichtet. De- tnebsvertretungen wählen zu lassen,«nachdem die Organisation Beschwerde beim Reichskominissar erhoben hat. Wenn man nun stlaubtz daß die Betnebsratswahlen unbeeinflußt von den Ge- fchäftslcitungen in diesen sogenannten Sclbstverwaltungskörpern vorgenommen werden könnten, so irrt man sich. Einzelne Bevoll- mächtigte des Reichskommissariats versuchen mit allen Mitteln der Drohung und Einschüchterung, die Wahlen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Es ist aber nicht nur bei diesen Drohungen geblieben, sondern man hat auch schnell zu Maßregelungen gegriffen. Den Auseinandersetzungen vor dem Schlichtungsausschuß dagegen geht man gern aus dem Wege, indem man gleich hohe Abstandssummen den betreffenden Eemaßregelten anbietet. Auch die Anbahnung zum Abschluß eines Tarifvertrages ist von einzelnen besonders reaktionären Herren in den Außenhandelsstellen zum Anlaß ge- nommen worden, unter Androhung von Entlassung und Schließung der Stelle, den Abschluß eines Tarifvertrages zu unterbinden. Nirgends wird der„Herr-im-Hause-Standpunkt" in der jetzigen Zeit mehr vertreten, wie in einzelnen dieser Selbstverwaltungs- körper. Dabei steht bereits fest, daß gerade diese verantwortlichen Personen den wenigsten Grund hätten, so aufzutreten, da uns in- zwischen auch allerlei niedliche Dinge über ihr Eeschäftsgebahren bekannt geworden sind. Wir hoffen, daß bei den bevorstehenden Tarisoerhandlungen die Mehrheit der Herren Reichsbeoollmächtigten mit uns der Ansicht sein werden, daß gerade in den Selbstverwaltungskörpern unserer Industrie die Rechte der Arbeitnehmer nicht mit Füßen getreten werden und daß sie ihren Einfluß dahingehend aufbieten werden, derartige llebergriffe einzelner in die gehörigen Schranken zurück- zuweisen. Sollten wir ütts hierin getäuscht seden. so werden w,r mit Hilst der Arbeitnehmerveitret« in den Ausschosscir und Beiräten der Außenhandelsstellen bzw. mit den hinter diesen stehenden Av» beitneymern für Abschaffung dieser Mißstände Sorge tragen. Es erweckt bei uns nahezu den Eindruck, als ob man in diesen Kreisen etn Interesse daran hätte, die von der Industrie geforderte Ailflomng der Außenhandelsstellen durch künstlich herbeigeführte Schwiengrciten im Betriebe zu beichleuuigen, oder um hierdurch zu vsrliuten, daß durch tatkrältige Betriebsvertretungen eine Kon- trolle über tue Tätigkeit der Außenhandelsstellen ausgeübt wird. Ein famoser Schlichtungsausschuß! Vom Zentralverband der Film- und Kino-Angehörigen wird un» geschrieben: ?~ v— Zwei Firmen gemischten Betriebes der Filmindiistne auf Anerkennung des Tarifs und Zahlung der danach fälligen Lohne imd Nachzahlungen. Der Vorsitzende der Kammer, ausgerechnet der Generalsekretär des Arbeitgeberver- bandes, Dr. Fried mann, brachte es fertig, den Kläger zu fragen, ob der Scyl'chtungsausschuh Eroh-Berlin" für diese Sache zuständig sei.(?) Nachdem ihm d,cs Adwiirgungsmanöver nicht gelungen war, mußten die Parteien den Saal verlassen, damit sich die uneinige Kammer darüber schlüssig werden konnte, ob sie zu- ständig sei oder nicht. Wieder eingelassen, wurde den erstaunten Parteien ein gefällter Spruch vorgelesen, obgleich weder das be- treffende Thema genügend besprochen, noch aber nur andeutuiigs- weife der Versuch gemacht worden war, eine Schlichtung herbei- zuführen, was doch eigentlich Aufgabe des Schlichtungsausschusses sein sollte. Offenbar hatte der Vorsitzende, der ständig auf seine Taschenuhr sah, es seh: eilig fortzukommen. Diese, jeder Beschreibung spottende Geschäftsführung des Vor- sitzenden, ist eine Verhöhnung des ganzen Schlichtungsverfalzrens und kann es dem Herrn Demobilmachungskommissar nur empfohlen werden, diesen Herrn Vorsitzenden sich etwas näher anzusehen und von seinem Amt zu entfernen. Das eine derartig parteiisch geführte Schlichtungssitzung nicht vertrauenerweckend wirken kann, wird sich.jeder gesunde Menschen- verstand sagen können. Die Beschwerde über diesen Vorsitzenden der Kammer 70, ist dem Herrn Demobilmachungskommissar unter- breitet worden und wäre im Interesse des ganzen Sazlichtungs- wesens schnelle Hilfe von Seiten der zuständigen Instanz von außerordentlicher Wichtigkeit. Willkürakte der Unternehmer Die Automaten-Schraubendreher der Firma Dr. Paul Meyer, L y n a e r- S t r a ß e, die in Schicht arbeiten, faßten am Mittwoch, den 25. August, in einer Versammlung den Be- schluß, am Donnerstag, den 26. August, eine gemeinsame Werk- stattsitzung abzuhalten. Damit nun auch die Arbeiter eine Stunde früher gehen konnten, sollre dies der Direktion mitgeteilt werden. Dieser Beschluß wurde am Donnerstag vormittag 10 Uhr dem Meister Adelmeier mitgeteilt. Run wurde von der. Firma durch Anschlag bekanntgegeben:„Wer um 1 Uhr den Betrieb vcr- läßt, ist entlasse n". Dieser Anschlag war nicht— vom Betriebsrat unterzeichnet worden. Die Arbeiter gingen um 1 Uhr zur Bersamm- lung. nachdem man den Arbeitern zum größten Teile Passier- scheine verweigert halte. Als nun um 3 Uhr die andere Schicht die Arbeit aufnehmen wollte, prangte am Torweg ein Plakat des Inhalts, daß alle entlassen sind. Verhandlungen mit einem Verbandsoertreter lehnte der Betriebsleiter ab. bei Ver- Handlungen mit dem Betriebsrat weigerte sich die Firma, alle Arbeiter wieder einzustellen. Auch ein Betrieösratsmitglied wurde entlassen. Für die Arbeitgeber bestehen nur Gesetze gegen die Arbeiter. Der brutalen Willkür der Unternehmer ist die geschlossene Kampfesreihe der Arbeitnehmer entgegenzustellen. Nur nach der Erkämpfung des vollen Mitöestimmungs- und Kontrollrechtes aller Arbeitenden können die Verhältnisse geändert werden. Rüttelt die Saumseligen und Aengstlichen auf im Interesse der proletarischen Klasse.' nst�sl Redakteurwechsel in der Metallarbeiter-Ieitung Infolge Differenzen mit dem Hauptvorstand resp. Beirat des Deutschen Metallarbeiter-Vcrbandes ist der auf dem letzten ordent- lichen Verbandstag gewählte Redakteur. Genosse Richard M ü l l e r, aus der Redaktion der„Metallarbeiter- Zeitung aus- geschieden. Vom Vorstand und Ausschuß des Verbandes wurde darauf Paul Usermann aus Düsseldorf m die Redaktron des Verbandsorganes berufen. Die beiden Redakteure der„Metall- arbeiter-Zeitung", Paul Ufermann und Paul Haafc, geben in Nr. 34 der„Metallarbeiter-Zeitung eine prograinma- tische Erklärung darüber ab, welchen Charakter sie dem Blatte zu geben beabsichtigen. �. In dieser Erklärung bezeichnen ste die auf dem letzten Verband«- tage angenommenen, in der sozialistischen Weltanschauung wur- zelnden programmatischen Kundgebungen als die Grundlage und den Leitstern ihres Handelns. Davon ausgehend, wollen sie be- müht sein, die Probleme des modernen Zeitalters klar und scharf im Sinne des wissenschaftlichen Sozialismus zu behandeln. Der Vcrbandstaa brachte in einer Resolution zum Aus- druck, daß die gewerkschaftlichen Organisationen sich zu gewaltigen Zndustrieverbänden zusammenschließen müßten, unt dadurch zum Fundament eines sich organisch entwickelnden Rätesystems zur wirtschaftlichen Betätigung zu werden. Die Schrrftleitung. der „Metallarbeiter-Zeitung" erklart dazu, daß sie in diesem Smne arbeiten wolle. Sie betont aber ausdrücklich, daß das Rate- sqstem das Herrschaftsinstrument der Arbeiter- klasse der Zukunft sein wird. Ausgebaut und gegliedert nach wirtschaftlichen und politischen Grundsätzen solle es zu einem Organismus gestaltet werden, der geeignet ist, die Herrschaft der besitzenden Klasse in der Politik sowohl als auch im Wlrtscyafts- leben abzulösen und die sozialistische Gesellschaft aufzubauen. Dies könne nur geschehen unter Mithilfe und tatkräftiger Forderung der revolutionären Gewerkschaften. Um über die papiernen Bestimmungen des Betrieb s rate- gesetzes hinwegzukommen, müsse die Erfassuna der jetzigen Be» triebsräte durch die Gewerkschaften erfolgen. Die Schriftleitung lehnt es ab, das Rätesystem als ein �ganisationsgebilte zu schaffen, das über den Gewerkschaftsorgamsatlonen steht. Die Er- klärung besagt weiter, daß die Schrttileiruna bemuht siin wird, die Gewerkschaften auf den Boden des Klasfenk a mp f es zu rückzuführen: die Idee der Arbeitsgemeinschaft imt dem Unternehmertum wird prinzipiell abgelehnt. Am Schluß sagt die Erklärung: „D ic u n g e st u m- K r a f t e i n e r R i« s e n o r a a n i s a t i on. wie sie der Deutsche Metallarbdtcr-VerbarrtmU� Mitgliedern heute darstellt, soll in die ��esseruna ihre,! beredten Ausdruck finden. Im Kampf um d e Perbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen»itd� der die deü Icken Arbeiter hinausführen>oil aus vem.heut gen Wirrfäl der Äwchtfchaft and Unterdrückung zur reinen Hohe e.ne- freien Menschentums." Bekreiuna von der Angestelltenverficherung! sie'm�t"w der Lage' fmd.'die notwendigen Dokum-nte jetzt' sofort vorzulegen Ein derartiges Verfahren entspricht nickt dem Gesetz und wird Veranlassung genommen werden Beschwerde zu führen. Wir empfehlen allen, die sich durch Abschluß einer Versicherung. z. B. bei der Volkssursorge, von der eigeiwn Beltragsleiftung zur A. V befreien wollten und noch nicht m Besitz des Versicherungsscheines sind, spätestens heute einen schriftlicyen Antrag bei dem Nentenauss-iuß Berlin abzugeben. Dieser Antrag muß ange- nommen werden und ist damit die Frist gewahrt, da die Antrags auf Befreiung bis zum 1. September gestellt sein müssen. Deutsch« Telephonwerke, Abteilung Schreiby'.asch'inenbau. Diens» tag. 1}4 Uhr. Betriebsversammlung..im � EewertsÄailehaus.� Aeußerst wichtige Tagesordnung. ~ vr'-............... 1 Achtung! Arbeitslose! Von gewissen Elementen wird versucht, die Arbeitslosen in be- sondere ossentuche Versammlungen zu locken. Alle diese Ver- sammlungen smd nicht im Einverständnis mit dem Arbeiterrat einberufen und wir warnen daher alle Arbeitslosen, diese Ver- sammlungen zu besuchen. Der Arbeiterrat der Arbeitslosen, Klosterstraße. Grabrede« Zu dieser m unserer Zeitung wiederholt beregten Bemänge- lung der Unduldsamkeit gegenüber freidenkenden Genossen, geht uns von einem Neuköllner Leser nacksrehende Mitteilung zu, nach welcher die Intoleranz sich nicht allein auf kirchliche, sondern auch auf reine Gemeindefriedhöfe zu erstrecken scheint. In Neukölln, so schreibt man uns, befinden sich zwei Eemeindefriekchöfe, Rudower Straße und Mariendorfer Weg,' beide unterliegen der„Ordnung der Stadtgemeinde Neukölln" vom 1. April ISIS. Im Absatz 4 dieser Verordnung heißt es:„Reden auf den Eemeindekirchhöfen an der Eruft bei nichtlirchlichen Leichenbegängnissen dürfen nur Schalten werden, wenn die Erlaubnis der zuständigen Polizei- b e h ö r d e dazu eingeholt und der Erlaubnisschein der letzteren spätestens eine halb« Stunde vor Beginn des Leichenbegängnisses dem Friedhofsverwatter übergeben ist. Grabreden ohne polizei- liche Erlaubnis zu halten, ist unter allen Umständen oerboten. Der Friedhofsverwalter ist verpflichtet, derartige Reden sofort zu verhindern. Ebenso dürfen Grabreden und Eesangsaufführungen bei Leichenbegängnissen nicht gehalten resp. veranstaltet werden, auf. Unter anderen geschäftlichen Mitteilungen usw. verlangte eine Magistratsvorlage 3000 Mark für die Abstimmung in Ost- und West preußen. Unser Vertreter hob bei allem Interesse, welches auch wir für den guten Abschluß der stimmung haben, hervor, daß''~~ So fleht eine Friedhofsordnung in einem durchweg sozialistisch denkenden Arbeitervorort Berlins aus. Eine Aufhebung resp. Ab- änderung dieser„Ordnung" ist bisher noch nicht erfolgt, doch wollen wir wenigstens der Wahrheit gemäß anerkennen, daß sich seit der Revolutionszeit kein Mensch mehr an diese Vorschriften kehrt und der Neuköllner Magistrat auch vernünftig genug ist, gegebenen- falls beide Augen zuzudrücken. Das Unangenehme ist nur, daß eine solche Ordnung noch existiert, für Gemeinvefriedhöfe über- Haupt existieren konnte. Die Sabotierung einer solchen Ordiumg genügt nicht, es muß verhindert werden, daß immer das Damokles- schwcrt über konfessionslosen Rednern hängt, llnsern Genossen empfehlen wir übrigens, die Friedhofsverordnungen anderer Ge- meinden einmal genauer anzusehen. Wer weiß, ob solche Fuß- angeln nicht auch anderswo anzutreffen sind. Kommunale Kommission. Sitzung der Betriebsobleute am Mittwoch, den 1. September, abends 6 Uhr, in der Bildungs- schule, Cchicklerstraße 5/6. Zu dieser Sitzung werden die Ver- waltunasbezirke Charlottenburg, Spandau, Wilmersdorf, Zehlen- wattunasdezirke wyarwrreuourg, vpanoau, Witmersdorf, Rofenbera, Ziegelstr. 3,»or» 3 Trp.,__ 13. Sistrin. Mittwach. 8 Uhr. bei fSflbnet,(Sandtzstr. 18, Vorstandilm� ■"---------'•inlsrt»?! m iijn Broletm. 14. und 15. Distrilt iMoabiVHanfaöiertel). Karten ZU den ProicieÄ Feierstunden im Tratzen Echaufdielbous am Sanntag. den 5. Eeotcmden"".a 11 Uhr� Konzert der Tfchcch of(owakifch en JZHilharmäniker alle und rüfsische �ompasttioneni, sind in der �reihelt-.Speditian. Lll zu habcni Preis 3 M... 14. und 15. Distrilt.Lildungskommifsian.� Di» Sitzungen finden nicht ersten Nächst«. kamm!»3 Uhr. Itz. i»>N-ttt. Donnerstag. 7 und deren Ersatzleute in der Aula Uhr, Volluersammlnna sämtltcher Aula der»0. kathalsschen Schule, Obleute. Freitag, 7 Uhr, in de: Schulaula, Cotenbnrger Str..j Versammlung aller gewählten«nd nichtgewählten(Ersatzleute) Elrern-a öffentliche Versammlung, Nene Well, 1 Aussorech«, esereuti St. Ausländer»nd Dr. Wwenstetn� Erscheinen' aller Tenofsen und Eenosünnen erforderlich. Neuiölln. vildungslommislion. Pzrlamentstammisston. Sitzung Mittwoch � 7 Uhr. be! Nichter, Prinz-Hnndierystr. 3. Kenlölln. Mittwoch, Vn Uhr. Elternversammlung der 38. Semeindesch" der Aula des Nealgymnaftums, Boddinstrast«... Charlottcuduez, 7. Cruppe, Mittwoch, 7V4 Uhr bei Thnnack, WtelavM Extra-gahlabend,,.»,4, Wileicrsdcr!. Dienstag, 7>4 Uhr, in der �sreiheit"'Spcdition Lindenburg� Sitznng der Bildungs- und?»geiidkommislion.— Mittwoch, 7 Uhr, im Ei! Zd fc« Wüsli Sitiunq der Sladtverortnetensraktion. T regio». Mittwoch, 6 Uhr, Sitzung der Politischen Kommission,(bemkp�p und Natelommisstzn bei Mctzel, Neue Krugallee 58, Tageootvnungi Ein Arbeiterwerk. In der Marienstraße 60 zu Cöpenick, un- weit Wendenfchloß, erhebt stck) eine Kolonie von kleinen Sommer- Häuschen. And mitten darin, wie die Glucke unter den Äiich- lein, ein größeres Gebäude mit Saal, Nestauration, sowie Sommerwohnungen. Ankleide- und Schankräumen in den oberen Stockwerken, Das ist die Seglerkolonie„Fraternitas". Ein Arbeiterfegler-Verein hat hier Ueberrafchendes geschaffen. Gestern wurde das Klubhaus feinem Zweck übergeben und mußte der Kritik einer recht sachverständigen Gesellschaft standhalten. Hielt ihr auch Stand. Erschienen waren zahlreiche Bote der„Freien Ruder-Vereinigung". Man sah die Flaggen des„Vorwärts", der „Freiheit", der„Collegia" und der„Freien Ruder-Vereinigung 1913". Von den im„Berliner Wekifegelverband" zusammen- geschlossenen Arbciter-Segelvereinen waren vertreten der„Segel- klub 1898", sowie Mitglieder der„Freien Vereinigung der Tourensegler". Der offizielle Teil des Festes wurde harmonisch verschönt durch die Darbietungen eines Doppelquartetts der „Friedrichsberger Liedertafel". Auf dem Wasser fand trotz der rauhen Witterung ein Paradetakeln der Segler statt, dem Wgsfer- spiele des Arbeiter-Schwimmklubs„Welle" in dem geräumigen Bootshafen folgten. Aus allen Reden klang der Stolz Über das gelungene Werk und der Wunsch, einander als Arbeiterfportler und als Klassengenossen näherzukommen. Quittung. Von den Kolleginnen und Kollegen der Knorr- Bremse sind für die Angehörigen der politisch Inhaftierten und Hinterbliebenen vom 1. März bis 31. August d. I. folgende Summen an den Arbeiter-llnterstützungsfonds abgeliefert worden: 4806,60 M.. 4137,75 M.. 3344,50 M„ 3063.— M.. 2403,— M.. 3101,— M.. 2661,50 M., 4196,25 M.. 2159,— M.. 2149,— M.. in Summa: 32 021,50 M. Berlin, den 27. August 1920. Alfred Haack. Adolf Baer. Verhaftung eines Raubmörders. Der Raubmord an der Witwe Thielemann tn der Köpenicker Straße, über den wir wiederholt berichteten, ist jetzt vollständig aufgeklärt. Als Täter und Mit- wisser hatte die Kriminalpolizei bereits einen 21 Jahre alten Landwirt Paul Poser und einen 23 Jahre alten Friseur Franz Heinrich festgenommen. Als Mittäter und Anstifter gesucht wurde noch ein 21 Jahre alter aus Strehlen gebürtiger Schlosser Otto Riedel, der zuletzt bei der Ermordeten als Schlafbursche gewohnt hat. Dieser wurde gestern bei einer Razzia in dem„Weltfpeise- Haus" am Andreasplatz festgenommen. Er wurde der Kriminalpolizei zugeführt und ist im ganzen geständig. Intcrnationule". Britz-Vv!?«»'. Mittwoch, H8 Ott. bei Schröter, Ehauffee- Ecke Franz y& Strotz«, Fnnrtionüriitzuna. Sämtliche Mitglieder sämtlicher Kommission», ziris-»nd Unt«rsllhr?r, toben zn erscheinen,. ,rtl, Dilti>lt-Ri«derbornim>Norb. Sitzung der Diftriktileitung, Donneretog, 5 � Poniow, Florostr. 5-8 be» Tauber.. Niede'lchonbeuse». Mittwoch, 7(4 Uhr, im Restouront Binder, Pnnkowl Strosie, Lfienliiche Bertommluog. Tagc-ordnuno: ErzishunoooilXkten der S'Srjl schult und der Einflutz de« Sports, Neierent: Brunö Liesv fohrtsamt und oolitilche Parteien Nnd hierzu eingeladen, Meibensee. Mittwoch, 7 Uhr, im Nereinshou«, Charlottenburger Strotze, liche Voiirversestnlung. ltzenoffe Könitz eu- Wien, Letter de«>--> J Jsjtolijtijchen Kinderheims, spricht über„Sozialistische Kinderetziehung" Verewskalender Z»»trol»«rband de» Angestellten. Focharupp« Sb(Spedilionsanoeftellte)- oliederoersonilnlung, 7(4 Uhr, Musikersäle, Erotzer Sool, Koiser-WilhelMm' Eintritt nur gegeri Vorzeiguno des Mitoliedsbuches, a..rJt Deutscher Tr»nlp»rl»rb-it:r>v,rband, Für sämtliche Bertrouensleut« der->'A> des Erophischen wewerbe», am Donnerstag, abends(47 Uhr, bei Fedsar», chtorfir, 15, wichtige Sitzung. Verband sozialistischer schule,(Zipsstratze Z3a, Reserat über: Richard Müller. M m U Dienstag, 8 Uhr, in der �8, und 38� „Eewerkschasts- nnd Rätesragen" f* F % ■..............„_____________________________ MM- dt.'"[(4 Neuen Welt, Hasencheide, die vom Austchntz der Cewerkschaltslommission eindSi Versammlung der Vorstände und Funltionöre der Ecw-rkschnsten. Taacsor«� t „Brtriebsorganisationen und frel« Cewerischasteu". Reserenten: Fritz Sa)«"5' Zisla, MUgliedsduch in Verbindung mit Funltionärauswets legitimiert, u blrbsitsuemeinlchafl freier Angest-Uienserbande. Vorstände«nd Funktion»� Arbeiter-sSewerklchasten und der Zlfa, Mittwoch, S>4 Uhr, tn der Neuen � Hasenheide, Versammlung, mit dem Thema:„Betriebsoraanisationen und t. Eewerkschaften". Referentent Fritz Schmidt und Zisla. tzunktionärausweti- Mtgliedsbuch eines Lfa-Verbandes�legitimiert. � Rebeitugenlcinlckiast sreter Angestellt«, ioeriäod». Angestellte der(Zesundhi!�!.« Mittwoch, 7 Uhr, tm Nordischcn Hos, Znoalidenstr. 1!S, TostoersaMtlu' strie, 8(4 Uhr Vorbesprechung der Funktionäre der Asn im selben Lokal. st Znterirationaler«uud der«riegaopser kSI-d-»). Mittwoch, 7(4 Ä-o,, a»» Op 4 r- 4 K(PI rtsir��tArtrTn* ree■ 1» f ei r> V!? o> T.» r 4 Saa iCl Plt» rn .Wiodergeburt der Erotik". ,, ,,,»p Sozialistisch« Pruleiariersngend Thurlottenbnrg. Dienetag, 8 Uhr, Mltgttt� Vortrag von Frau Maria K r i s che: »ersammlung im Volkshans, Kofinenltratzo. Sozialistische Proletariu-Fugend(Westen). Dienstag, Mitgliederversami kschul« Kuisürstcnstr. 141. Mletk Realgymnasium Sebaittgtistr. 28, Lichtbtlder-Bortrag: Erkner— Nüdervdors�a't.,� borg, Karten zu 50 Ps. bei Hellmuth, Eörlitzer Strotz» 58»nd Löhrisch,( kimer Str. 6. Lebensmittelkalender Mi! Wilmersdorf. 7 Pfund Kart-ffoln, 875(Stamm Zucker, 375(Stamm SusWsJJ/ -rckei für Einmachezweck«(41), 125 Eramm Haserflackon(40): für Kinder:«iL.» kilchsützsp-isen, 1 Packchen Sützstosss für werdende ÄLtier: 4 Pfund A Aus den Organisationen L Distrikt. Mittwoch, 7 Uhr, Eeneralversaininlung Im(Sewerkschaktshaus, Engel» ufer 15. Vortrag des«Seriosien Stein über auswärtig« Politik. Di« Mitglieder- karten gelten als Ausweis. Die Adteilungzführer wollen sich die Handzettel heule abend von Helmuth abholen, 5. Distrikt. Arbeit-k-mmlMon(A. W.z. Freitag, 8 Uhr. bei Schweikhardt, Alte SÄoMK." 24] Volloersammlun», 5. Mittw-ch, 8 Uhr. Sitzung der p-Mifche» Kommission bei Schweik- Uhr. bei Tstetrich, MarsiliuBr. 23. Voloersammlung E»rg?n�rchstra���teIlun��r»�m���rU?soblcute�stmsiicher'Ko»Äüionen müssen«lcheraen. mittel, 50— 200 Eramm Tr»ckengan«ei, 1 Dose Malzeitratt, 3 Dosen �onbe Fr stillende Mütter: 2 Pfund Nährmittel, 50— 200 Tromm Trockenganzei, Malzextrakt. I* Verantwortlich für die Redaktion: Leo Liebschütz, Berkin-Friedenan. —-----s.----------------" Komeriner, Karle7" ffl antwortltch!ut den Inseratenteil: Ludwig Verlagsgenoslenschoft.Freiheit" e, E, m. b. S.. Berlin.— Druck der Druckerei S. m, b. H., Berlin C. 2, Lreit« Slratze S-S. Ull-> im M? PrfisM Hühneraugen a"Hornhaut Schwielen u.Warzen ' beseitigt schnell, sicher».schmerzlos Kukirol 100000 fach bewähr! ___ Preis 11,230 In Apofteken imd Droferien erhäiliifh Lassen iiesich Ms anderes(nifreden.es Ol vicliis Besseres Jundärfnde irosÄßre jNdis and{ranko durch Kurt Krisp, Mo�debur� 7 Wirkausen , uub zahle» sehr hohe Pr�se für Kiupfer, Blei, Zink, Staniol, Zinnfolie» LMDer. Aluminium» Eelluloid. ■ffltM* Platin, Gold, Silber, P'&mm Preirzlauerstr.Zck MOBUS AZaldstrasto 3 Q.ERMEL Gubenerste. 59 MOIENBR Schönoberg, "SISSe" Skalitzerstr.»Sa > Eche Lanfitzer Platz BOKUW ' iNammlerstr. 10 I Kupfer 13— Messing 6.— Quecksilber SS.- sowie sikntlich« Metall« kauft Lychenerstr. S an der Hochbahn Danzlgerstr. T.». Skeuerburg, Problem. (Sarbaty, Wanolt, Iasmatzt, Halpuus, Masfarg»si». Z'Wrreil alle Preislagen! Fabrikpreis«! Wiuklor, Schmivftr.*0 Eckte Schäserstr. Moritzpl. 237 AltMSw»« linn QveMer, NngeWe PlM-.Gvld-.M« weit über Tagespreis nur 3 Einkaufsstcllen Brunnenstr. 11 Beusselstr. 29 Fennstr. 48 lll5!,12.5flfiö!!.H,tl.- StillisiJO.-JStfeJ- Blei 3.—. Fink 2.80 Metall-Ank>akUff!�'ibg.. Wallstr. 53. Tel. Wilh. 1871. Alte Zähne 9.- bis 140.— SRK. Kopfzahn 5«> 6 Mk. kauft Urban, llWfe" Ltr. 20, am Kottbuser Tor. SAMMi-tßüM« 7�".°.'»! Z75 modoforben mit OBriel.,{rüder 790 � prlm« Dabehnilntd ...{rüder 1450 Jetzt U Palefsfs§35 Covercoats to den neuesten Fuseonfl fiCtzC krüher 1000, Jetzt M. ö«e«7 Illleuazsne gesehmuckvoU gestreift, herabgesetzt IRWS9,U 170, 200, 230, 200, 320 und M. lacken-AnzOic früher 1200 Jetzt iL 950 mtgL Farbenatellaiigen früher ,400 trüber 900 HAH Jetzt M. Jetzt lt. IMUiy j.tNllh »»««ehf englischen Stötten-tiXBUb früher 193«. letzt u Calflwayn.Wcsi« »°ltz dtza« P-I die,. h' K t �un »-tz Ii« &' »d-li •Inn, «lld fe tlltz kicht Jttii hq illtz hsttz Zun hak hin NN» alle Bedarf« arti,, preiswert. Preisl. Ivl i ft�,, Foto-Industrie Berlin 48, Sriedrlchstr. FREIE WELT NEU! WIM llltllll;! NEUIS IUI ffiiimMiiiniiil VeilimMM-5W< Arbeiter-Wassersport im Stadion Schachpartie mit lebenden Figuren Kapitalistische Kolonie oder � Sozialistischer WirtschastsbM'' Die Zukunft Europa» von Han».Hugo Frenud-SIllrnber,. Preis Mk. 2.80» Organifattouen erhalten Rabatt Reu erschienene Schrift, die gerade für die ougenbllikllch«� weltpolirtsch«, Probleme von Süßester Wichtigkeit ist Verlags genossenschast»Der Kampf», e.«.m.b.H. Mönchen, Schellingstr. 3»— Postschechkouto 17275. m U ei tti A lo C Ul ! ?l ßntfelBf.«sä MWiemgev» tejj täglich lü bw«, Sonntag 10 Cstststler, Berlin, Schlegels». 10, part., am Stettiner