Twzelpreis 20 Pfg.> 3. Jahrgang Freitag, 3. September 1920 Nummer 3ß5• Abend-Ausgabe arttmt na» nKhotttt*««. eonufae« mk Monta», an deträgt bei freier Iust-liu-g in. Hau, für«rob-Berlw »orau» jaauiat,»an der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Post» VZW» sSnitliche Poftanftaltcn Bestellungen entgegen. Unter Streifband ��Jt�utsdilead und Oesterreich 15,50 SIL, für da» übrige Au,land!1,b0 Dl. �Sllch Valma-Dnfschlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich». «rpedtttau ua»«erlag-»erlta«a,«reit. Strafte».» Sie achtgesvalten« Monpareivrzeile oder deren«ama doste« d,— TO.-inschlleftllch Iro min g tj usch lag, Kleine Anzeigen! Da» fettgedruchte Wort 2,-� TO� jede, weitere einschliestlich Teuerung,�>schlag, Laufend« An, eigen laut Tarif. ��""���igen und Stellrn.Nesuche Z,Z0 M. netto pro?eilt. Stellen�desuche Ul Worten, eigen- da» fettgedruckte Wort 1,60 M., jede» neiteee Wort l,— M. Smspmw: Sota, 2839, 2618, 1618 1603, 1635, 1618, ISA. Mei ßner-Organ bpr Unafifiäitßfff&i Styiolöemofratie Sfeat/Wtanöa Die Friedensverhandlungen gesichert Riga Verhandlungsort Pari»,?. September. r?'u Warschauer Havastelegramm besagt, T s ch i t s ch e r i n Übe in einem Funkspruch an den polnischen Minister des Z°uhern der Verlegung der Verhandlungen von Minsk nach Zugestimmt und mitgeteilt, dah er eine mit ent- Rechenden V o l l ma ch t« n versehene Ubordnung zum« b, b?.' üb einesFriedens und eines gerechten Waffen« »LmrV* ande» entsenden wolle. Joffe wird Führer der °Isischen Unterhändler in Riga sein. Britische Antwortnote nach Mosfta» HR. London, 3. September. ®i« britische Regierung richtete ein« Antwortnot« a» mskan, in der der Vorschlag zur Errichtung eines« r b« i t e r» i*"** i» Pole», wie ja auch bereit» von Ruhla»d, a b g«« ''hnt wird. Di« britisch« Regierung betont, das, die Sowjetregir. �.«S diese Absicht p>r Irreführung der britische« Regier»«« ge- "'«»ehalteo habe. Die Kriegslage ZU. Warschau, 6. September. .polnischer Frontbertcht vom 6. September(Amtlich)«m l. Sep. t>.?? ln.irsckit�rteu unsere Abteilunge» w Suwalki ein. Aus r* Linie Sokolka-Brest-AwwSk und lSngS deS Bug kewe Ber- Nach der gestrigen Niederlage sucht stch Budjenny A" den Resten seiner Armee in nordöstlicher Richtung zurückzuziehen. der Südfront griff der Feind mehrere Male B u s k an. Die }3rifFe wurden sedoch abgeschlagen. Längs der Gnila Lipa»ud � Dnjestr nur örtliche Sümpfe. ZU. Wie«, 8. September. K??t Krakau wird gemeldet: Die durch die schwere Niederlage (ychjenugs vor Zamocz hervorgerufenen Gerüchte von einer Be- lMchuug Przemqsls find falsch. GS liegt eine Verwechslung fillv. Przcmyslanq vor, wo schwere Kämpfe stattfanden,»ei C h o l m dl« Ruffen nnterlegm und über die Bugltnie zurückgeworfen "otben. Die Polen stehen bei G r o d u o. Der polnisch-litauische Konflikt Eine titanische Note Die hiestge litauische Gesandtschaft übersendet uns die folgend«. di« Regierungen desDeutschenReiches.Nier Entente urit> der neutralen Länder gerichtet« Protestnote der Ntaui» '"on Regierung gegen das Vorrücken der Polen in Litauen: Als die Polen während ihrer Gegenofenstv« nach Norden vorrückten, sandte die litauisch« Regierung am 27. August eine Note nach Warschau, worin sie vorschlug, zur Vermeidung jedes Konflikte» zwischen den polnischen und litauischen Truppen eine provisorische Demarkationslinie festzulegen. Fast zur selben Zeit kam eine militärische Delegation au» Warschau in Kowno an, um über die militärischen Fragen zu verhandeln und in erster Reihe eine Demarkationslinie zu bestimmen. Die litauisch« Regierung glaubte an die gute Absicht der polnischen Regierung um so mehr, als die Polen wiederholt und erst kürzlich auf der Konferenz in Riga am 23. August erklärt hatte», daß Polen allezeit von dem Wunsche beseelt gewesen sei, eine freund» schaftliche Lösung der strittigen Fragen, die zwischen Polen und Litauen bestehen, zu finde«, und daß selbst in dem Fall, wo die direkte« Verhandlungen zu keinem endgültige« ResuUat führen sollten, Polen geneigt wäre, die zwischen Ihm und Litauen bestehende« Streitigkeiten durch andere friedlich« Mittel, wie sie von zivilisterten Rationen angewendet«erde«, ohne ZuHilfe- nahm« der Waffen, zu schlichte«. Die Polen, die auf die Rote vom 27. August nicht geantwortet haben, führen die angefangenen Verhandlungen nicht zu Ende, sondern habe» heimlich Truppen tu der Gegend von Augustowo konzentriert und ganz plötzlich am 30. August mit beträchtlichen Streitkrästen schwache litauisch« Abteilungen, die deu Kanal von Augustowo bewachte», a»ge- griffe». Ueberrascht vo« den überlegenen polnische« Streitkräften wurden dt« Litauer gezwungen, sich auf Kalvarija zurück- zuziehen, nachdem sie Tote und verwundet« verlöre« hatten. Oben angeführte Tatsachen beweffen klar genug, das, die polnische Regierung, während sie freundschaftliche und friedliche Äbstchten Litauen gegenüber heuchelt, versucht, litauisches Territorium mit Waffengewalt zu besetze». Angesichts dieser Tatsachen bleibt Litauen nicht» weiter übrig, als sich durch alle möglichen Mittel zu verteidigen»nd«in« neue polnische In- vasion zu oerhindern. Da» Blutvergießen könnte nur dann aufgehalten werden, wenn die Polen stch zurückzöge», bis eine provisorische Demarkationslinie im Einvernehmen mit der litaui- scheu' Regierung festgelegt worde« ist. Polnisches Vordringe» gegen Lettland * HR. London, 8. September. von offizieller lettNlndffcher Seite wurde heute folgende Depesche aus Kowno veröffentlicht: Die Polen haben die Lette» beim «ngustow»� Kanal angegriffen und ihnen schwere Verluste beigebracht. Su walkt, öflllch von Augustowo, wurde von den Polen besetzt. Eine vollständig ausgerüstete polnische Division marschiert w Richtung Setnai(?) auf. �eue Schießereien in Frankfurt a. M. Der Generalstteik abgelehnt Frauksurtcu M, 3. September. Dag tusolg« der vorkommniffe einberufen« Gewerkschafts« "kiell hat mit 83 gegen 20 Stimmen den Eintritt in den Ge» J�JÜreik abgelehnt. Zu neue» Zwifchenfülle« ist J Donnerstag abend am Eschenheimer Tor gekommen, wo«in -�pp junger Lente in das Volksbildung shei« eindrang, g. bem die deutsche Volkspartei eine Sedanfeier veranstaltet«. S!* forderten die Auflösung der Versammlung oitd besetzte« die �'"Siinge. Als die Besucher den Saal oerließen, mußten einige •e Hände hochheben und wurden untersucht. Als Sicherheit»» ? eintraf, stob die Menge, die sich inzwischen angesammelt auseinander. Es wurden einige Schüsse abgegeben, doch »och nicht fest, ob jemand verletzt ward«, » Mitbestimmend für die Ablehnung des Generalstreik« war eine Mitteilung des Oberbürgermeisters, daß die Regierung für die Gr- losen 35 Mill. M. bewilligt habe, die auf das Reich verteilt �urden. Frankfurt a. M. wird aus eigenen Mitteln 2)4 '"ionen Mark zuschießen. Die Gelder sollen zur Beschaffung 0.0,n Heizmaterial und Bekleidungsstücken, aber sUch als bare Beihilfen für solche Erwerbslose Verwendung "den, die länger als 20 Wochen außer Arbeit sind. Beilegung des Streiks in Württemberg? Tll. Stuttgart. 3. September. Di« Verhandlungen der Arbeitgeber mit de» Arbolt» . dwer« über die Beilegung de» Generalstreikes aehmen einen »in, n Fortgang und es ist, wie verlautet, trotz der Weige- jJf® der Daimler Werke, sich an den Verhandlungen zu de- e„ 9eB, heute eine Einigung zu erwarten. Die Regie» *"8 erklärte, sie werde ihren Einfluß geltend machen, daß die z. nulerWeeke stch den Abmachungen anschließen. Die Firma jj.'!nl« fordert die Frage der von ihr beabsichtigten Betriebstin» do.""kung mit der Eeneralstreikfrage zu verbinden und fie verharrt �f°us. die Hälfte der Belegschaft, etwa 1006 Arbeiter, nicht �'�»einzustellen. Die Firma ist wegen ihres abweichen- t t.�undpunktes ans dem Metallindustrieverband a u s g e- Die Zahl der Arbeitswilligen steigt. Terrorifierungs- >Bche find unterblieben. Wir werden demnächst auf den Streik in Württemberg und seine Lehren näher eingehen. Es wird abzuwarten fein, in welcher Richtung sich der„Einfluß" der Regierung auf Daimler bewegen wird. Der Grubenstreik in England London, 2. September. Renter meldet: Eg braucht nicht angenommen zu werde«, daß der Beschluß der Bergleute, die StreikerNiirung abzugeben, de- deutet, der Streik sei unvermeidlich. Die Kündigungen werden nicht vor dem 28. September fällig sein, und inzwischen kann viel geschehen, es wird zwar erklärt, daß es voa feiten der Bergleute kein Entgegenkommen«nd kein Kompro- m» ß gebe» doch hält man es für sicher, daß die anderen Gewerk- schasten, besonders der Parlamentsausschuß de» Gewetk« fchaftskongresses, der heute abend in Portsmouth zusammen» tritt, verzweifelt« Anstrengungen mache« werden,»m de» Friede» zu erhalte«. Aufschnb HR. London, 8. September. Die Proklamiernng de« vergardeite, streik» ist n» fünf Tage »erjchoben worden. Der rasende Terror Das Kabinett Karolyi unter Anklage TU. Budapest» 8. September. »laß gibt gegeben« ZengenauSsag« des gewesenen KrtegSministerD varta, der bekanntlich die schärfsten Anklagen gegen oaS Kabinett Karolyt erhoben und behauvlcl bat. da6 Uuaarn nur infolge der Verzicht- g' L Form bestimmen, den Grafen Karolgi und die Mitglieder seiner Regierung unter Anklage zu stellen. Ungarische Ausliefernngsanttäge abgelehnt TU. Wie n. S. September. Das Oberlandesgericht Wien hat hinsichtlich mehrerer ungarischer BolKsftommiffäre und ihrer Untergebenen, deren Ausliefernng vo« der ungarischen Regierung begehrt worden ist, beschloffen, dem«uslieferungsantrage steine Folge z« leisten. Der Sieg des Proletariats über alles! Von Paul Schwenk. Man mag zu der Frag- des Anschlusses an die dritte Internationale stehen wie man will, die Tatsache wird von allen anerkannt werden muffen, daß die Moskauer Thesen und die Aufnahmebedingungen zu einer klaren, unzweideu- tigen Stellungnahme geradezu zwingen. Das ist in der Ge» schichte der deutschen Arbeiterbewegung allerdings ein bis- her unerhörter Fall. Stets scheute man bei uns vor einem unausweichlichen»Entweder— oder" zurück. Noch immer» auch auf dem Leipziger Parteitag noch, begnügten wir uns mit dehnbaren und verwaschenen Bcschlüffen, die dem„wie es auffasse" jeden nur denkbaren Spielraum gewährten. it solcher Praxis stnd entscheidende Machtkämpfe nicht zu ewinnen. Das scheint manchen unter uns trotz der bitteren: kehren seit November 191S noch nicht klar geworden zu sein. Afer jedoch zu dieser Erkenntnis gekommen ist, wird die Mos- kauer Beschlüffe begrüßen und sich nicht weiter über da» „Diktat von Moskau" entrüsten. Wenn etwas beschämend ist, so doch nur die Tatsache, daß wir nicht längst von selbst bei uns verwirklichten, was die Notwendigkeiten revolutio- närer Zeitläufe erheischen. Diese Notwendigkeiten stnd da» Entscheidende. Der ganze Fragenkomplex, vor den wir durchs den 2, Kongreß der 3. Internationale gestellt worden sind. gipfelt doch letzten Endes in der Kardinalfrage: erfordert die Situation, in der das Weltproletariat stch befindet, den sofortigen Anschluß aller noch abseits stehenden revolutio- naren Parteien an die dritte Internationale oder nicht?, Muffen wir diese Frage bejahen— und keiner wird fie ver» neinen wollen— dann ist alles andere von ünt-rg�ordr�-? Bedeutung. Der Sieg des Proletariats üben alle». Hier wird eingewendet werden: Warum machte sich dep Moskauer Kongreß bzw. das Exekutivkomitee diese Parole nicht zu eigen? Würde dies nicht einen viel eher anzuerken« nenden Weitblick offenbart haben? Ich sage: Nein! Lenin. Trotzki usw. besitzen Scharfblick genug, um zwei Tatsachen fienau zu wissen. Die eine ist die, daß mit zunehmender revo- utionärer Entwicklung der Schwerpunkt der Internationale. der sich vorübergehend nach Rußland verschoben hat. wieder: nach dem Westen, vermutlich also nach Deutschland fallen wird. Die zweite aber ist die, daß der stärkste Träger der Weltrevolution in Deutschland, die U. S. P.. heute weder: ihrer geistigen Einstellung nach, noch in ihrer Organisations» form Gewähr dafür bietet, ihrer weltgeschichtlichen Mission voll gerecht werden zu können. Unter diesem Gesichtswinkel gesehen, gewinnen die Bedingungen schon ein ganz anderes Aussehen. Ein jeder muß die Empfindung haben, wenn er nur unvoreingenommen die Bedingungen in dieser Hinsicht überprüft, daß in ihnen nichts gefordert wird, was sich uns nicht schon längst im revolutionären Kampfe als-unabweis- bares Gebot aufgedrängt hätte. Lehnen wir unsere Um» nach dieser Richtung heute den„Parteipäpsten" in oskau ab, wird uns morgen der unerbittliche Gang der Entwicklung dazu zwingen. Und es scheint mir in der Tat eines Revolutionärs würdiger, mit weitschauendem Blick! kühn voranschreitend das Kommende vorzubereiten, als sich träge vom Strom des Weltgeschehens treiben zu lassen, un- willig darüber, wenn einem dann unversehens einmal ein« Sturzwelle rauh und fassungslos hcrumwirbelt. Das muß insbesondere auch den Genossen gegenüber be, tont werden, die über die geforderte straffe Zentralisation zetern. Sie müssen zwar zugeben, das; in der Aktion eine andere Organifationsform gar nicht möglich ist, ja, daß kann unter Umständen sogar an Einzelpersonen unbeschränkte Vollmachten erteilt werden müssen, denen sich alle in eiserner Disziplin unterzuordnen haben: aber fie bestreiten, daß wir schon so weit seien. Da frage ich: Ist es denn nicht richtiger. von vornherein die Organisation auf kommende Kämpfe einzustellen, die, das liegt in der Lust, sicher nicht mehr lange Wenn es erst„soweit" ist, auf stch warten lassen werden? dürfte es zu unserer Umstellung zu spät fein. Wir sollten uns keinen Augenblick besinnen, die Erfahrungen unserer rufst» " m und ungarischen Klassenkämpfer zunutze zu machen, die den Beschlüssen von Moskau ihren Niederschlag gefunden haben. Wir dürfen ruhig sagen, die meisten Schwierigkeiten erwuchsen ihnen daraus, daß sie keine Zeit hatten, genügenoe organisatorische Vorbereitungen zu treffen. Und wem dies nicht genügt, der sollte sich dann wenigstens von den Orgeschleuten usw. mit der Rase auf den ungeheuren Wert rechtzeinger Vorbereitungen stoßen lassen. Noch itnensiver ist aber das Zetergeschrei darüber, daß die Autonomie der Partei angetastet werden soll. Es wird so- gar von Selbstmord geredet. Zunächst ganz allgemein: falls es der Befreiungskampf des Weltproleiariats erforderte, die Selbständigkeit der Parteien der einzelnen Länder voll- tändig aufzugeben, müßte sie ganz ohne Frage geopfert werden, denn noch einmal: der Sieg des Proleta- riatsüberalles. i Aber so steht die Frage gar nicht. Nur soweit internatio- nal einheitliches Handeln erforderkich ist, muß endlich und radikal mit dem verhängnisvollen Zustande gebrochen wer- den, daß jede einzelne Partei jedes einzelnen L.v-d.l und lassen kann, was sie will. Das war der unheilbare Mangel, an dem die zweite Internationale krankte und starb. 3hm lst es zuzuschreiben, daß Millionen Proletarier für den Kapitalismus verbluten mutzten und die ganze Welt in Not und Entbehrungen gestürzt wurde. Zum Glück wurde aber auch die Bahn frei für die Weltreoolution. Versäumen wrr nun noch einmal, aus den bitteren Lehren der letzten Jahre die Nutzanwendung zu ziehen, dann wird das Prvle- tamat an semer unheilbaren Blindheit zugrunde gehen. Wir müssen uns hüten, wie überall, so auch hier, uns durch dle matzlosen llebertreibungen der anderen Seite in unseren nüchternen Erwägungen beirren zu lassen. Wie der Ein- zelne, wenn er fich einer Organisation, insbesondere einer Kampsorganisation anschlietzt, sich gewissen Beschränkungen serner Handlungsfreiheit unterwerfen mutz, so müssen auch die erirzelnen Glieder einer Internationale, sobald sie sich zu einer höheren Einheit organisch fest verbinden wollen, einen Teil ihrer Selbständigkeit opfern. Und mehr wird nicht ver- langt. Der Kampf der Weltreaktion gegen die Weltrevolution ist langst in Rußland im Gange. Wie lange noch sollen wir untatig beiseite stehen? Wollen wir warten und mit klein- lichen Gedanken die Zeit vertrödeln, bis den Sozialismus in Rußland der tödliche Streich traf? Ich sage noch einmal: der Sieg des Proletariats über alles! Eine überflüssige Einrichtung Die Befehle des Generals v. Geeckt Vorgestern sind im Reichswehrministerium die Hauptaus- schösse der vorläufigen Heeres- und Marinekammer zu einer Tagung im Reichswehrministerium zusammengetreten. Die Verhandlungen finden hinter geschlossenen Türen statt, der offizielle Bericht, der darüber verschickt wird, gibt das Wich- tiafte aus ihnen nicht wieder. So ist es schon bei der Debatte über die vorläufige Geschäftsordnung zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen den Vertretern der Mann- schafts- und Unteroffiziersausschüsse und den Vertretern des Reichswehrministeriums gekommen, und schlietzlich mutzten die Verhandlungen vertagt werden. Welchen Charakter diese Heeres- und Marinekammer hat. das zeigt deutlich folgende A n w e i s u n g, die der Chef der Heeresleitung, General von Seeckt, vor der jetzigen Tagung verschickt hat: Berlin, 19. August 1920. Aus den mir gemachten Mitteilungen entnehme ich, daß die erste Versammlung der Wehrkammer kernen glücklichen Verlauf ge- nommen hat. Ich bitte bei der nächsten Versammlung folgendes zu berücksichtigen: 1. Es ist mtt Strenge darauf zu halten, daß alle parlamen- tarischen Formen eingeschränkt oder vermieden werden. Dagegen hat die Versammlung durchaus unter Beachtung militärischer Formen zu tagen. Die Versammlung ist Dienst. Eine andere Art militärischer Tätigkeit gibt es nicht. Es wird erforderlich sein, diesen Standpunkt bei Eröffnung der nächsten Versammlung klar zu stellen. Damit entfällt auch die Anrede.meine Herren-, falls sie gebraucht sein sollte. 2. Die Beratnngsgegenftände werden von der Heeresleitung de» stimmt. Kommen aus der Versammlung Wünsche auf Besprechung anderer Eegenstönde, so ist hierfür die Genehmigung der Heeres» leitung erforderlich. Ausdrücke wie Tagesordnung usw. sind zu vermeiden. »n 4« 3. Abstimmungen, wie sie vorgenommen find, find ganz ilver- flüssig. Die Versammlung hat kein Beschlußrecht, sondern nur eine tende Ausgab«. Di« Ansichten der Trupp« können auch ohne . Immun n festgestellt werden. Die Mehrzahl von Stimmen ist Yassir gleichgültig, sondern es kommt darauf an, alle Stimmen zu hören. Werden Mehrheitsbeschlüsse gefaßt und nachher nicht be- folgt, so entsteht Agitationsstoff. Wie es zu einer Abstimmung über die Nationalkokarde kommen konnte, ist mir unverständlich. 4 Die Hauptarbeit muß in die Ausschüsse verlegt werden. Bollsttzungeu sind zu beschränke»! sie führen nur unfruchtbar« Debatte». 3. Der Beratungsstoff ist genau vorzubereiten, damit die Ver- sammlungen sich i« den Grenzen halten, die von der Heeresleitung beabsichtigt sind. 7. Nicht der Minister, sondern der Chef der Heeresleitung beruft die Kammer und bestimmt den Beratungsstoss bezw. trifft Eni- scheidungen. Die Heereskammer hat kein Recht, unmittelbar vom Minister gehört zu werden. Nur im Fall gemeinsamer Beratun- gen der Heeres- und Marinekammer beruft der Minister beide Kammern. 8. Die äußeren Vorbereitungen(Unterbringung usw.) müssen sorgfältig gettoffen werden. Von Vorstehendem bitte ich die Herren Chefs der Aemter und den Vorsitzenden Generalleutnant v. Bergmann abschristlich zu verständigen. gez. v. Seeckt. Aus dieser Anwessung ergibt sich, datz die Heeres- und Marinekammer überhaupt nichts zu sagen haben soll, sondern lediglich die Befehle der Herren Offiziere entgegennehmen darf. Den Unteroffizieren und Mannschaften wird kein Mit- bestimmungsrecht zugestanden, Abstimmungen dürfen nicht vorgenommen werden, Vollversammlungen sind zu vermei- den. Was beraten werden soll, darüber bat lediglich die Heeresleitung zu bestimmen. General von Seeckt ist Selbst- Herrscher im Reiche des neudeutschen Militarismus, dem famosen Reichswehrminister Getzler bleibt die ehrenvolle Aufgabe überlassen, der Außenwelt gegenüber den Strohmann zu spielen. Der Inhalt dieser Anweisung entspricht durchaus dem Geist, mit dem die Reichswehr nach dem Willen der Generale erfüllt fein soll. Mit allen Mitteln werden die Versuche fort- gesetzt, die Truppe zu einem sicheren konterrevolu- tionärem Instrument auszubauen, das nach den Be- fehlen der Herren Generale zu arbeten hat. Die Reichswehr soll den Kern für die Wiedererrichtung des alt- preußischen Militarismus abgeben. Das ist der Sinn dieser Anweisung, das ist das Ziel der Arbeit des Gene- rals von Seeckt und seiner Gesinnungsgenossen. Darum ist die Heeres- und Marinekammer eine höchst überflüssige Ein- richtung, nicht mehr als eine Dekoration. Zugleich ergibt wendet, in all denen, die sich bei den Wahlen zu den Necksis��� dabei über die Revolution: bekannten, Reaktionäre sind. Unter anderem schreib „Ich meiner sich aber auch daraus, datz die ganze Reichswehr e fn e überflüssige Einrichtung ist! Hochverräter bleiben straffrei. Nach einer Meldung der alldentschou Presse ist das Verfahren gegen den deutschnationalen Pfarrer Traub, KuIInsminister in der Kappzeit, vom Reichsgericht eingestellt worden. Traub habe sich, so heißt es, weder an der zivilen, noch an der militärischen Vorbereitung de? Kappuuternehmens beteiligt, er sei erst im letzten Augenblicke dem Rufe Kopps gefolgt, und als Kullus- minister babe er keine Amtshandlung ausgeübt. Traub flüchtete nach dem Scheitern des Kapp-Putsches ins Ausland, und die„Deutsche Zeitung" erwartet nun, daß er wieder nach Deutschland zurück- kehren werde. Diese Eutscheidung dcS Reichsgerichts dürste nicht geeignet sein, das Anfedcn dieser verzopften Körperschaft zu erhöhen. Den» darüber besteht kein Zweifel, daß Traub zu den Führern des Kapp-Putsches gehört und die weitgehendsten Amtshandlungen ausgeübt hat. Aber der Mann ist Pastor und deutschnattonal dazu, darum muß er straffrei bleiben. Wäre er ei» Arbeiter, so würde es ihm nicht so gut ergehen. habe so wenig wie die anderen Sozialdemokrat«« Nähe etwas Erhebendes und Großes an der deuwf Revolution gesehen, sondern sie nur als ein furchtbar, .nationales Unglück und eine brennende Schtf«? empfunden.... Diese Revolution hatte ja nicht einen M erl?ebenden Zug. Pflichtvergessenheit— f o r tßi' g e st e i g e r t e Ansprüche— Schmutz und Sfflf» losigkeit— sittliche Verwilderung— w a ffi y des Verbrechertum— das ging dem ZusammenW» alles nationalen Haltes nebenher. Die Sozialdem o n t i e kapitulierte vor den trüben einer politisch ungeschulten Masse. Wo iinv? diese Masse verwüstend vorbrach, niemals fand die Partei Zivilcourage, ihrer besseren Einsicht folgend, dagegen aW. treten." Das Roskeregiment ist Winnig also noch nicht brutal genug? niesen. Tiefer kann allerdings kein Arbeitervertreter sinken," Winnig es in diesen drei Sätzen dokumentiert. Een Regierung und Beamtenfchast Die Regierung verhandelt nicht Ueber den Konflikt zwischen den Organisationen der Beai«� uwci vcii �vuii|iui 0U"|u�u vCil JUl 14» I l�ll 4�4 � und Arbeiter und der Regierung wegen der Umwandlung � Besoldungsgesetzes haben wir �berichtet. Der Zwist scheint i weiter zu vertiefen. Der Presse wird darüber berichtet: Nachdem vor einigen Tagen ein noch nicht beigelegter vor einigen-j-ngcTi ein nou) nicyl velgeiegi--- � likt zwischen deutscher Beamtenschaft und Reichsministerium° Znnern entstanden ist, kam es am 1. September zu einem n«u, *"-...... preußischen sW* Landesversamimu» Zusammenstoß, diesmal in einer vom Ministerium in den Festsaal der preußischen. eitiberufenen Sitzung. Das Finanzministerium hatte autz« drei deutschen gewerkschaftlichen Spitzenorganisatio«'� die Beamte organisieren, nämlich dem Deutschen Beamten�' dem Allgemeinen deutschen Eewertschaftsbund und dem Deuijny Eewerkschaftsbund, noch eingeladen den Bund höherer amter, den durch lich gebildeten B >, noch eingeladen den Bund höherer£ rch Absplitterung vom Justizbeamtenbund !und der Justizbeamten Preufi« - cm: r: i-J_____ rsi* ortSiinil Ör Das Segebe •st an ßllgeir Man Mus Itie lismu Ballst habe. »um habe und den Bund der Militäränwttrter. Die Ladung >er Mitglied£ Oberpräsident z. D. Wimtig 6. Es ist bedauerllch, daß in der ersten Berfammlung bereits poMifche Momente durch die Frage der Nationalkokarde hinein- getragen sind. werden. Solche Fragen müssen unbedingt ausgeschaltet Aus Königsberg wird uns geschrieben: Soeben erscheint in Ostpreußen ein Aufruf zu einer Tannen- bergfeier zu Ehren derjenigen, die für des„alten Reiches Herrlichkeit" gekämpft haben. Neben den Spitzen der Be- Hörde« gehört auch Winnig dem Ehrenausschuß an: er zeichnet als �Overpräfident». D."— Da» Disziplinarverfahren gegen Winnig hat nämlich nicht zu feiner Entlassung aus dem Staatsdienst geführt: er ist nur zur Disposition gestellt worden, bezieht sein Gehalt weiter und wohnt auch noch im Oberpräsidium. Er braucht also nicht wieder zur Maurerkelle zu greifen, wie viele nadj den Kapptagen vermuteten. Aus der Provinz wurde mitgeteilt, daß die nach den Kapptagen vom Amte enthobenen Landräte auch ihr Gehalt weiter- beziehen. Der Staat muß also in all diesen Fällen doppelte Gehälter zahlen. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, daß wir immer tiefer in den Dalles hineinkommen. Die hiesige Stinnespresse druckt mit sattem Behagen einen Ar- tttel von Winnig aus dem„Fi«i" ab, in dem dieser sich dagegen letzteren hätte sich erübrigt, weil sein Vorsitzender anun-'p w Gutachterausschusses des Deutschen Veamtenbundes ist. Die ziehung der anderen Verbände widerspricht dem Standpunkt Spitzenorganisationen, der dahin geht, durch gewerkschaftliche� sammenfassung der gesamten Beamtenschaft eine einheitliche,»n. geprüfte Stellungnahme herauszubilden. Das spart Zeck% Kräfte für alle Beteiligten, sowohl für die Beamtenschaft ,� '"~'~''~ Verhandlungslck� auch für Regierung und Parlament. Der kennzeichnete als Zweck der der Beamte»wünsche iinladung die EntgeaennaB> ____________________, in Gegenwart der Mitglieder Besoldungsausschusses der preußischen Landesversammlung. Verhandlung fei nicht angängig. Die drei 'Borsitzenden genannten Spitzenorganisationen ließen durch° des gemeinsamen Gutachterausf�chusses Verwahr»� gegen die Zuziehung von Splitterorganisationen einlegen« fid tttTtffl tttfflf mÖTCtt.$' serner erklären, daß sie wahrscheinlich nicht erschienen wären,- sie gewußt hätten, daß die Regierung nicht v er handeln, i auf.»1! oern die Beamtenschaft nur hören wolle. Der größte Teil der Abgeordneten stellte sich entschieden a»,> Seite der Spitzenorganisationen: der Verhandlungsleiter I" sich jedoch nicht bereit, den gleichen Standpunkt einzunehw, DaraufverließendieVertreterderEroßorgci jationen den Versammlungsraum. Ihnen saft sich die Abgeordneten der rechtssozialistischen, der demolrattK und der unabhängigen sozialistischen Partei Die Sitzung mit den Zurückgebliebenen wurde abgebrochen In den nächsten Tagen soll eine Verhandlung über die �11 wen uuuMien-euö-il eine., tufung zwischen dem B e s o l d u n g s a u s s ch u tz Ruiung znniajen vrin JoeiuiuuiiH»uu»|u(un Landesversammlung und den Vertretern der drez ten G r o ß o r g a n i s a t i o n e n stattfinden. Der Finanzmin'ö soll seine Beteiligung in Aussicht gestellt haben, lur eii sabrik Rußlo Diese ISIS die U Scheu, rung Mai Teil der 1) Lage gcdch nassen orie Cü nicht weist wolle land & V" wiede sich v Eetre Aah die v Iahen man wufl dulti. dieser S?n Po iion AZem hebe Keil «alle lei Nu «in. natio Ichaft lLeb! Nen Schadenersatzforderungen in Kattowitz. In der Stndb's. ordnetcnvcrsammlung i» Kaltowitz wurde vom Magistrat«itg«». daß bisher SMillionenauSchadeuersatzfordcru»». eingebracht worden find, zu deren Zahlung die Stadt auf G»" des TumultschadengcsetzcS verpflichtet fei. � Internationale Solidarität. Der norwegische Gewerkschol? verband hat 33 000 Mark nach Chemnitz gesandt, die zur Lindtt« der Rot im Erzgebirge dienen sollen. keine Nicht »u wir l&i!«' Äar «inze "ber deo ««in der k«iti «r ke kon, Die kiiir Ttkl das ihre tem .3 Studenten Sprich„schimmernde Wehr"»nd„blitzende» Schwert", sprich „Heil und Sieg" und„unser Hindendurg", dann sag'» in wohl» vorbereiteter Mundeswetzung:„Die deutsch« Studentenschaft". Fcchnenschwingen, Degenklirren, Deutschland über alle». Tusch. Jüngst hat an dieser Stelle Ignaz Wrobel au» dem BUdersaal deutscher Kriegs» und Revolutionsgeschichte seine Lieblinge, die Offizier«, gezeigt und mit frisch auftupfendem Stock gedeutet. Was den Offizieren recht ist, ist den Studenten billig. Sie gehören zu- sammen. Mochte auch im gesellschaftlichen Aufmarsch erst die Nasenspitze des Elitestudenten mit korpsfahigem Wechsel und Vatersnamen an des letzten Leutnants Rücken reichen, mochte auch der Glanz ganzer Mützenrunden erbleichen vor einer Epaulette. so schwirrte man doch immerhin gemeinsam im Phantastebereich heiratslüsterner Damen von Stand und Besitz umher, wog h er durch Narere und weitere Karriereausstcht. tragfahlgere Gehalt». skala. geringer« Penfionierungsgesahr. großer« Solidarität de» Milieus auf, was man dort an Pracht von Knopf und Rock, Stramm-»und Prallheit der Erscheinung. Kraft der Lenden ver» ausbatte. Inbegriff aller Würde, alles Ranges gleichwohl blieb in S M Offizieren kondensiert, und was ansonsten es an gesell- schaftlicher Geltung gab. ward nach dem Pegel militärischer Char» gen vom Leutnant aufwärts bestimmt. So konnte der Rektor einer deutschen Universität mit aller Entschiedenheit und dem Äwutztstw der Elöße d!- Verlangten bei hochoffizieller Tafel den Vorrang vor den kommandierenden Generalen beanspruchen mit der Begründung, daß-r den Befehl über ein geschlossenes Korps von 2000 Einjährigen führe..>, Die Schmächtigkeit rein akademisch« Würde wurde von n emand eiftiger konstatiert als von den Akademikern � mehr als ihnen für nötig erachtet, daß ihr durch die mMtarische Zutat des Reserveoffizieroerhältnisses bis� zu gesellschaftlicher Lebensfähigkeit aufgeholfen war. War solche Verknüpfung doch auch das natürliche, gehörte doch auch zusammen, �as sich einig fand in Schätzung von Buntheit und drallem Sitz der Tracht, von Wichs und Livree, in Verachtung von Regensch l mnnd Paket- tragen, in mathematisch regulierter ikzaktheit der Glider- bewegung, in einhelliger Verwechselung von'- mit allen Thcatcrmiltelu schauerlichst bis in den Tod verdr«' werden.- Frau D u r t e u x ging dieser.Freundin" in einer so sab est intellektuellen und triebhaften Beherrschung aller Regungen zu L«. daß durch ihre wahlhaft faszinierende Leistung das Interesse. zum Schluß wachgehalten wurde. Sie hatte.Chaos geschluckt'j, gab Revolte von sich", wie eS im schönsten Eudermaunstile heißt. Jh«« v fcfiltTKrrtÄ Vi rt*» aS*•*<»& rnvtrt tv»—•" i stell roll im ver »e sta an d«! vn Di u. Ol .'l is- Ä ta 15 schuldige Partnerin, der es wieder nach Sudennann in einer—-a Mondscheinnacht.wie süßer Wein in'den Gliedern' liegt", F, m ia fi it oelle in ritte fast zu junge Anmut und Lieblich� illentin als räsonnierender Landarzt und libcr� Carola To Hermann Va.................... I____________... M Freigeist und Paul BienSfeldt als Pastor gaben ein F charakteristische Umrisse, während Paul B i l d t und HanL Alb« in ihre» fade» Männerrolleu nicht? zu retten wußten. Ab«« waren vielleicht sudermännlicher als die anderen. L. � I g e L i d Zur Unterstützung des Proletarischen Theater», das it Propaganda-Bühne ber revolutionären Arbeiter Groß-Berlins'Jj gebaut werden soll, bildete sich ein Ausschuß der revolutiova!� Arbeiter Groß-Berlins für Proletarisches Theater. Ihm traten bei: der BildungSausschuß der U.S. P.; der K. A. P.;(ein Vcrlft� der K. P. D. wird erst zur nächsten Sitzung erscheinen); der F" Arbeiter-Union; der Alllg. Arbeiter-Union; der Arbciter-Wandcrl Naturfreunde; der Jnternattonale Bund der Kriegsopfer; der werbslosenrat; die Betriebsrätezeittrale gab eine zustimmend« ri M iin«) cit>> ai'J nid' r# [»i1 ifl»' '!•' btsf ik" ki" in»»? anlZ» J 5IeLchsKonferenz der ASP. DritterVerhandlungstag. �ossin Zietz eröffnet um%10 Uhr die Sitzung. Stöckers Schlußwort neofh5 �QteriaI des Genossen Ballod ist von den Russen selbst iit n»> worden, es war noch viel ausführlicher. Im allgemeinen alloem• Ausführungen Ballods nichts auszusetzen. Die Man«??» Tendenzen find klar gezeichnet. Stöcker meint, datz m«- �Uoland in der Agrarfrage reinen allzugrogen Opportunis- irj.??�en kann. Ein Land, das sechs Jahre Bürger- Ik»,» dmter sich habe, fei einfach an der Ausführung des Soziw- fv"'**5 QGyCnXTnt. So Pi ö*{ trt tli anii� fl d? rt W m»- «#»' ina»? in(u»l ü d-> «<» ibi»* itm .$t i(ÜC ed � i»3j; ckt � t«»ä ft»? sie'"! Ei, h d-> .hr-Z n ioe»> M l«p t. .ufd» . far Cf»"'; ga" itiW i» je». Ei». bi?'u.ud ist sehr wesentlich bestimmt von der Frage der u k r a i n e. iqia, Rußland auf lange Zeit verloren gewesen. Erst im April di» il,-Ng es den Russen, Odessa zu besetzen. Dann aber ist ulrame wieder in die Hände D e n i k i n s gelangt, dem un- Ilin Eetreidevorräte in die' Hände fielen, die der Sowjetregie Mn! l" Rußland für die Armee verloren gegangen sind. Erst seit Teir• lt8 2uhres befindet sich die Ukraine zum überwiegendsten de- ir? u Händen Sowjetrußlands. Dieses wechselnde Schicksal o„ Uftaine erklärt zum großen Teil die heutige wirtschaftliche Rußlands. Genosse Stöcker teilt mit, daß er durch aus- » � qute Unterhaltung mit dem ukrainischen Volkskommissar Ee- o-i Rakowski gerade über die Frage der Ukraine gut m»,,»"»rert fei. Schon in diesem Jahre sei es den Russen die Produktion in der Ukraine zu heben. Die allgemeine ni�t. on in Rußland sei schon während des Krieges gesunken, m-ii, während der Herrschaft der Bolschcwiti. Genosse Stöcker mnn ,arauf hin, daß in Türke st an 8 Millionen Pud Baum- Inns a9ern, die infolge der Verkehrstrise nicht nach Ruß- >o verbracht werden können, da allmonatlich nur zwei jej„ q e von Turkestan nach Rußland zur Verfügung stehen. Es � aber mehrere 100 Millionen Pud Baumwolle nötig, um die f». Sc Textilindustrie nur einigermaßen wieder instand zu setzen. BiÜs»enn st offner Hältnisse haben sich in der letzten Zeit .. seoer etwas gebessert. Die Ernährungsproduktion hat ''1 Millionen Pud tte in diesem außerordentlich schlecht. Die Arbeitermassen. -» wir zu Hunderttausenden bei Demonstrationen in Rußland machten durchweg einen gesunden Eindruck, wenn i'?" natürlich auch von U n t e re r n ä h r u n g sprechen muß. Die iir-, cux,us geoegerr. ine wrnayrungsprr k-'"e» 20 auf 60 und im dritten Jahre auf 90 Saffr ße�9�cn- Allerdings i st d i e Ern t d'o w? Iahen, uuu) uuu Ii t e n;- u u ii y|. dn»?! elle Produktion beträgt 30—40 Prozent der Friedenspro- (gs gjbt natürlich Zweige, die weit üb °on Äoi nur etwa 25 Prozent über und weit unter stehen. Genosse Stöcker zitiert einen Artikel in» r Hans Vor st, der feststellt, daß selbst im kapitaMischen js v'e n, dem alle Unterstützung der Entente zusteht, die Produk- der Vorkriegszeit beträgt, es Rußland-gelingt, die Verkehrsverhältnisse wieder zu f vctW fli'J fei»" s»-' am«' e im"; gbtrf »«p V ri$ äm» .rä0> L-'Ä u re»? $ et' 5 k 1 peim M|______ netbessett sich sofort'auch die allgemeine wirtschaftliche Lage. «-'uch dürften hieran keine Illusionen geknüpft werden. Die Rede lei t, r 1'» in gewissem Sinne eine Tendenzrede gewesen, das ' oesonders durch seine Schlußfolgerungen bewiesen. ei,,, geht Genosse Stöcker auf die eigentliche Debatte Er legt entgegen dem heftigen Widerspruch des Genossen n'J mann gegen die Bezeichnung„Gelbe Gewerkfchaftsintcr- i�-'vnale" dar, daß in Rußland die Bezeichnung„Gelbe Eewerk- ss/'lu>>nternationale" einen andern Sinn habe als in Deutschland Lebhafter Widerspruch). Die Bedingung, daß die Redakt io- s.." durch Kommunisten zu besetzen seien, sei nicht so zu verstehen, ,.8 es P a r t e i k o m m u n i st e n sein sollen. Die Russen hätten niUun Zweifel darüber gelassen, daß sie selbstverständlich daran u entferntesten denken. Sie haben gesagt, wenn Ihr . inj � kommt, seid Ihr Kommunisten. Wenn gesagt würde, daß 'r unsere Autonomie nicht preisgeben dürften, so sei dem- .n.�vuber festzustellen, daß die russischen Genossen doch zu gute .."»»Listen seien, als daß sie wähnten, uns unsere Handlungen im iiii v.en vorzuschreiben. Von Dihmann trennt uns die Auffassung '»ex die revolutionären Notwendigkeiten in der Zeit der Diktatur c? Proletariats. Wir wollen eine große Partei, aber sie muß d'"in, von allen.Hemmungen befreit werden. Wir müssen mit Prcßfreiheit ausräumen und die Massen über die Notwendig- nZ'en in der Diktaturperiode aufklären. Dem Genossen ,"Ditscheid muß gesagt werden, daß man mit einem Be- ," n t n i s zu K a u t s k y nicht zur dritten Internationale ommt. Kautsky habe den Esgenrevolutionären Material geliefert. ��ißenEardei�i�ußlandführenganz�Waggon�Kautsky- Ä'ung ab. Er ladet alle Organisationen, die auf dem Boden der dna des Proletariats stehen, zu seiner S. Sitznng ein, in der Programm und die Satzungen des Proletarischen Theaters be- ."�chen werden sollen. Sie findet statt am Dienstag, den 7. Sep- "der, abends 6 Uhr, in der Arbeitcr-Bildungsschnle, Echicklerstr. K-6. «?."» Reuen Volkstheater hat die Aufführung von Hauvtmannns si?n" e r p e l z" unter Regie von Hans Brahm in trefflicher Dar- rnrr 0 perdientermaßen guten Anklang gefunden. In der Haupt- j°"e det Waschfrau Wolff zeigte Tilde Staudt- ihr bereits .... Rosetheater bewährtes drastisches und echtes Charakterisierungs- vermögen. !$2. der Volksbühne wird die erste Neuaufführnng dieser Spiel- ° U Schillers.Kabale und Liebe' sein. sin?/" Berliner Volks-Chor(Dirigent: Dr. Ernst Zander) veran- om ä><,m Sonntag, den 12. September. 11 y, Uhr mittaas und sn T�vntag, den 13. September, 8 Uhr abends, in der Neuen dp/Ik, Hascnheide, ein Richard»trau ß- Konzert, bei im?§err Josef Mann von der Staatsoper. Herr Max Kap l i ck Fräulein Lotte Müller mitwirken. Das Philharmonisch« ""chester ist auf 110 Musiker verstärkt. Das Programm enthalt ■ Q- Wanderers Sturmlied, Taillefer. Tod und Verklärung. is.?'» Prager Philharmoniker, ein aus 90 Mitgliedern bestehendes Orchester(Dirigent Dr. Saks) geben jetzt im Beethovensaal eine ' a. das deutsche Publikum mit der 'sifli 00,1 Konzerten, um u. a. da------..... Oecho-slowakischen Musik bekannt zu machen. Eine populäre Aufführung wird zugunsten der Berliner Arbe terschaft am Sonn� mittag im Kroßen Schauspielhause stattfinden. Die hervor Äen Leistungen des Orchesters wurden bereits gestern vudlikum mit stärkstem Beifall gewürdigt. vom mit stärkstem Beifall gewürdigt. n?'" d„ Staatsoper geht als erste Neueinstudierung Puccinis o Herne" am Freitag, den 10. September, unter �/ung des Eeneralmulikdirektors Blech in Szene. musikalischer ...F.m Lustspielhause gastiert Direktor Zickel während der Winter- Ä* mit dem Personal seines Zentral-Theaters an den Sonn- »0 Nachmittagen und veranstaltet dort volkstumliche Barstellun- Iten,.»Uten Werken der modernen Literatur. Als erste Vor- j., �ng geht am nächsten Sonntag nachmittag Halbes„Jugend h?"""Türmer', die christlich-konservative Zeitschrift, hat ihren Ausgeber verloren. Freiherr von Erotthus, der dieser ner?f Im Alter von 55 Jahren im Lichterfelder Krciskrankenhau» ei,!?'st, ist ein gebürtiger Balte, wagte wohl hier und da La»- 5 Wort, war aber doch mit modernistisch schillernder j°nze Spitzenreiter der Reaktion in Kunst und Politik und de» 2/ uud Familie. Seine Zeitschrist dürfte in Fritz Lienhard würdigen Nachfolger gefunden haben. Iis!?"«leine Roman"(wöchentlich ein Heft 80 Pfg.. vierteljähr- 6t?J? M-- Verlag h' S. Hermann& Eo. in Berlin SW 10) 8cm m m der Nr. 33 die Erzählung:„Der Mandarin nach beo-k..?"lugiestschen des Eca de Queiroz von Rich. A. Becrmann Nu»"l. Die Erzählung spielt in Portugal und China. Die ES?"»st von A. Hasemann illustriert.— Rr. 34 enthalt die letzt» 0:«Judiths Träume" von Julius v. Krudy Uber- u»d?on Stefan Klein). Ein ungarisches Dorf lebt mit lnrischem � humoristischem Reiz auf. Die Bilder sind von Josef Batd. scher Schriften zur Propaganda gegen die Bolschewikl mit sich. Es fei sehr bezeichnend, daß Kautsky jetzt nach Georgien reife, dem Staate der vollendetsten Demokratie. Georgien habe in einem langen Kriege gegen Sowjetrußland gestanden. Dort seien viele KommunlstenhingemordetundindasEefängnis geworfen worden. Im weiteren Verlauf des Referates kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Ledebour und Stöcker. Ledebour ruft: Ganz wie Noske! Ein solcher Reaktiv- när will Führer sein! Genosse Stöcker verteidigt sich den Zwischenrufen Ledebours gegenüber mit dem Hinweis, daß er diese Eewaltmethoden ja billige, daß es ja eine Bestätigung dafür sei, daß es in diesen Kämpfen Klasse gegen Klasse ohne Gewalt und Terror nicht abgeht.>, Stöcker fährt fort: Wir werden unseren Kampf fortführen allen Angriffen und Verdächtigun- gen zum Trotz. Nach all den a n t i bo lj ch e w i st i sch e n Reden, die hier gehalten worden sind, lege ich Wert darauf in aller Oeffentlichkeit zu betonen, daß nach meiner Auffassung die dritte Internationale berufen ist, das Weltproletariat im Kampf zu leiten und zu seinem Siege zu führen. Darum schließe ich mit dem Rufe: Es lebe die Kommunistische Internationale!(Beifall bei einem Teil der Delegierten.) Die Aufnahmebedingungen der dritten Internationale Von Paul Nicolaus. Nachdem bereits eine Anzahl führender Genossen zu den Auf- nahmebedingungen der dritten Internationale Stellung genom- men haben, fei auch einem in der Werkstatt stehenden Arbeiter das Wort zu dieser brennenden Frage vergönnt. Des leidigen Platzmangels halber sei alles fortgelassen, was die Aufnahme- bedingungen an Selbstverständlichem— für eine revolutionäre Partei Selbstverständlichem— enthalten, nur möge betont werden, daß wir gut tun, manche dieser Selbstverständlichkeiten des öfteren zu unterstreichen, damit sie nicht vergessen werden. Noch eine Feststellung, bevor ich auf die Bedingungen selbst ein- gehe: Verschiedentlich wird versucht, u. a. vom Genossen Koenen im„Volksblatt"-Halle, einen Unterschied zu machen zwischen dem Wortlaut der Bedingungen und ihren Auslegungsmöglichkeiten, wohl in der richtigen Erkenntnis, daß die Bedingungen in ihrer äußerst schroffen Form auf starken Widerspruch stoßen müssen. Diesen Unterschied dürfen wir jedoch nicht machen. Für unsere Stellungnahme muß der vorliegende Wortlaut und nicht irgend welche vielleicht mögliche Auslegung maßgebend sein, wenn anders wir uns nicht sehr unangenehm wirkenden Ueber- raschungen aussetzen wollen. Unsere Propaganda ist(man nehme alles nur in allem) durch- aus kommunistisch, wenn man nicht, um künstlich Gegensätze zu konstruieren, die Ideenwelt des Kommunismus mit der Taktik der K. P. D. oder gar der K. A. P. D. zu verwechseln beliebt. Einer Sicherung des kommunistischen Geistes der gesamten Agi- tation soll es dienen, wenn sämtliche Preßerzeugnisse und sämt- liche Verlagsgeschäfte der Partei dem—„gereinigten"— Parteivorstand unterstellt, d. h. doch wohl der Aufsicht der Genossen ent- zogen werden. Den Parteigenossen in ihrer Gesamtheit wird also das Mitbestimmungsrecht genommen, jede Opposition wird glatt- weg unmöglich, mundtot gemacht, die Redakteure werden, was wir bei der bürgerlichen Presse stets aufs schwerste getadelt haben, zu Tintenkulis erniedrigt, es gibt nur noch eine parteiamtlich ab- gestempelte Meinung und eine— große Herde willenloser Ge- schöpfe, Parteimitglieder geheißen, die ihre Beiträge zahle« und im übrigen das tun dürfen, was ihnen anbefohlen wird. Es ist das hervorstehendste Merkmal bei diesen eigenarttgen Aufnahmebedingungen, daß der großen Masse der Parteiangehöri- gen jedwedes Mitbestimmungsrecht genommen und die ganze Macht innerhalb der Arbeiterbewegung in die Hände einer kleinen Fllhrerklique gelegt werden soll. Was die„Bonzen" in der alten Partei und den Gewerkschaften mit zäher Ausdauer auf allen möglichen Schleichwegen erstrebt und schließlich auch erreicht haben, alle Macht in den Organisationen an sich zu reißen, daß wird durch die Ausnahmebedingungen mit einem Schlage fest- gelegt: Die Rechtlosigkeit der Parteimitglieder, denkbar größte Machtvollkommenheit, unbeschränkter Absolutismus der Partei- zentrale. Wo bleibt da das noch kürzlich so beliebte Feldgeschrei „Alle Macht den Räten", wo bleiben die lebendigen Kräfte inner- halb der Massen? Seien wir uns doch klar darüber, was jetzt als Begründung für die Notwendigkeit solcher Machtbefugnisse für die Zentrale angeführt wird, ist eitel Blendwerk, das bald fallen wird. Uebrig bleibt dann nackt und jeder Verhüllung bar der Machthunger einiger Führer, die nicht mehr niederzureißende Position einer neuen Autokratie innerhalb der Arbeiterbewegung. Das Proletariat trägt wahrlich Ketten genug. Will es neue hin- zuschmieden?„Eiserne Disziplin".„Fülle der Macht«,„Autorität" und„weitgehendste Befugnisse", heute noch Mittel zum Zweck sind morgen schon Selbstzweck! Macht korrumpiert den Mächtigen, verleitet ihnZUtn Mißbrauch seiner Machtbefugnisse, das liegt im Wesen d« Macht wie in der menschlichen Natur begründet. Nicht Autokratie des Führertums kann das Fundament sein, auf dem wir bauen wollen, sondern Selbständigkeit der einzelnen Kampfer. Ob die Aufrichtung einer derartig überragenden Machtstellung einer kleinen Führerzahl in russischen Verhältnissen begründet ist ob sie gut und nützlich ist für Rußlands Be- freiungskampf, will ich nicht entscheiden. Das deutsche Prole- tariat, das nicht überwiegend aus Analphabeten besteht, wird gegen den Versuch, es zu Heloten in der eigenen Partei zu degra- dieren, ganz gewiß revoltieren. Auch die Punkte 9 und 10, die unsere Stellung zu den Gewerk- schastcn festlegen sollen, müssen zum Widerspruch herausfordern. Welcher von beiden soll übrigens der maßgebende sein? Punkt 9 aerlangt die revolutionäre Tätigkeit innerhalb der Gewerk» chaften, auf deutsche Verhältnisse übertragen also innerhalb der Zentralverbände, während der Punkt 10 die Notwendigkeit des Bruches mit diesen Zentralverbänden betont. Unsere Stellung zur Eewerkschaftsfrage ist festgelegt und wie mir scheint, besser und zweckmäßiger wie in diesen beiden Punkten der Aufnahme- bedingungen. Die Torheiten, die von deutscher kommunistischer Seite in der Gewerkschaftsfrage begangen worden sind und even- tuell noch in Zukunft begangen werden, können und wollen wir nicht mitmachen, und täten wir es dennoch, nur ein Bruchteil der Arbeiter leistete uns dabei Gefolgschaft. Noch ein Wort zu dem Parteitag, der über den Anschluß an die dritte Internationale Beschluß zu fassen hat. Verfahren wir dabei nach den Anweisungen der Bedingungen, dann können wir getrost die Unkosten für den Parteitag ersparen. Wenn man alle Genossen, die sich nicht willenlos dem Moskauer Diktat beugen, schon vorher rechtlos macht und aus der Partei„heraussäubert",' dann ist der Parteitag eine Farce. Er soll aber über da» Schick» sal der Partei entscheiden und da muß man wohl annehmen, daß selbst die Genossen, die in Bausch und Bogen die Bedingungen akzeptieren, der Gegenseite wenigstens das Recht zugestehen. ihren Standpunkt klarzulegen. Wir müssen auf schwere Stunden für die Partei gefaßt sein. Die Möglichkeit der Spaltung ist in drohende Nähe gerückt! Dieser Gefahr müssen wir entgegen- wirken, denn die Geschlossenheit der Partei bedeutet die Schlag- fertigkeit des deutschen Proletariats! Die Führung der dritten Internationale kann unmöglich den Fluch auf sich laden, die Schlagfertigkeit des deutschen Proletariat» gelähmt, ja vernichtet zu haben und wird darum mit sich reden lassen müssen über dl« Aufnahmebedingungen. Genosse Crispien appelliert in Anlehnung an Lenin an die Parteigenossen, die Kinderkrankheiten des Radikalismus zu über- winden. Diese Mahnung muß beherzigt werden. Hinweg mit dem Wortradikalismus, der sich in revolutionär klingenden Phra- sen erschöpft, damit wir Kopf und Hände frei bekommen zum revolutionären Handeln! Eine Kundgebung für Sowjetrutzland Aus Bielefeld wird uns geschrieben: In die ehemals rechtssozialistische Hochburg Bielefeld, wie auch in das östliche Westfalen hat die revolutionäre Sozial- demokratie eine starke Bresche geschlagen. Das veranschaulichte so recht die am 1. September von der U. S. P. und der K. P. D. gemeinsam veranstaltete öffentliche Kundgebung für Sowjetrußland. Das im Geiste Severings geleitete rechtssozialistische Blatt, die„V o l k s w a ch t" hatte ihre Getreuen eindringlichst vor dieser Demonstration gewarnt. Mit dem Erfolg allerdings, daß daran trotz strömenden Regens gegen 10 000 Arbeiter und Arbeiterinnen sich beteilig- t e n. Der Demoustrationszug bewegte sich durch die Hauptoer- verkehrsstraßen Bielefelds, auch an der„Volkswacht" vorbei. Rechtssozialisten und Bürgertum schauten verdutzt drein, daß es in dem guten, braven, durch Severins und seinen Anhang so treu gehüteten Bielefeld so viele revolutionäre Sozialisten gibt.— So ändern sich die Zeiten! Die Genossen Schmitt(U. S. P.) und R o g g(K. P. D.) hielten Ansprachen auf dem K e s s e l r i n g und vor dem Rathause, in denen sie in markigen Worten die Bedeutung des gigantischen Kampfes unserer Brüder in Sowjetrußland mit dem Ententekapi- talismus klarlegten. Die Demonstration verlief würdig und war ein Menetekel für die Rechtssozialisten und ihre Führer, bei denen der Sozialismus längst in Verkalkung übergegangen ist. Die Neuordnung des Polizeiwesens Eine Korrespondenz teilt mit: Zu der von der Regierung ge- planten völligen Neuordnung des Polizeiwesens, die sich zufolge der bekannten Ententenote notwendig macht, erfahren wir, daß die Reorganisation für Preußen bis zum 22. September, dem von der Entente festgesetzten Termin durchgeführt werden soll. Der Minister des Innern Severing ist jedenfalls fest entschlossen, den Termin innezuhalten. Die Neuordnung wird vor allem die jetzt noch herrschende Zersplitterung imPolizeiwesen beseitigen. Von den Beamten wird diese Neuordnung durch- weg begrüßt, da dadurch auch die Reibungen, die zwischen den einzelnen Polizeiarten, besonders zwischen der„blauen und der „grünen" Polizei verschwinden werden. Zurzeit sind die Vor- arbeiten für die Neuregelung im Gange. Im Mmu sterium des Innern tagt gegenwärtig eine Kommission von Vertretern der beteiligten Behörden und Dienststellen unter Hinzuziehung von Fachleuten. Den Vorsitz führt Geheimrat Dr. Abegg, der mit der Durchführung der Reuorganisation beauftragt ist. Eine Kommisston von Vertretern der in Betracht kommenden Polizeibeamtenorganisationen, die im Pollzeipra» sidium ihre Veratungen abhält, beschäftigt sich ebenfalls mit dieser Frage und wird ihre Vorschläge und Wünsche dann der zu- ständigen Stelle unterbreiten. i Strafverfolgung österreichischer Kriegsverbrecher Die Wiener„Arbeiterzeitung" teilt mit. daß die„Kommission zur Erhebung über militärische Pflichtverletzungen im Kriege?'�«« Reihe von Offizieren dem Eeneralstaatsanwalt zur StraMtsol- gung überwiesen hat. So den Generaloberst Erzherzog Josef Fried- rich wegen Diebstahls von Kriegsbeutestucken. Waffen und Pferden, kirchlichen Einrichtungsgegenständen und kunstgewerblichen Stücken, der Feldmarschalleutnant Pokorny wegen Miß- brauches der Gewalt, die Obersten Schramm-Perc und von Agosten wegen D i e b st a h l s. Preisgabe von Kriegsmaterial und Verlassen des Dienstpostens, der Oberstleutnant Paskowit» wegen MißbrauchsderAmts-undDienstge w a l t. die Ober- leutnants Torök und Geiffertitz wegen Diebstahls und wegen böswilliger Gefähr oung der Mannschaft. Zahlreiche Offiziere haben in geradezu bestialischer Weise gegen Mannschaften gehandelt, die ihrem Kommando unterstellt waren. Die Wiener„Arbeiterzeitung" berichtet, wie General Lütgendorff und Generaloberst Stoeger-Steiner standgerichtlich Todesurteile ohne Prüfung ihrer Voraussetzungen willkürlich bestätigten und deren Vollstreckung veranlaßten, wenn es sich um verhältnismäßig leichte Verfehlungen der Mannschaften handelte, wie die Weige- rung eines Nazareners, Waffen zu tragen. Außerdem werden zahl- reiche andere Fälle ähnlicher Art aufgezählt. Offiziere dagegen, wenn sie wirklich vor ein Feldgericht kamen, kamen außerordcntt lich milde davon. So wurde die Mordtat des Leutnants Friedrich Helrich, der anläßlich eines wüsten Zechgelages eine Kellnerin er- schoß, als Trunkenheitsexzesse mit Arrest von einem Monat be< straft und ihm zudem noch Strafaufschub gewährt. Dem Komman- bauten der österreichisch-ungarischen Truppen in Frankreich, Feld- marschall-Leutnant Griesinger, wird nachgewiesen, die zur Zeit des Zusammenbruches in Wiesbaden errichtete österreichilch-ungarisch« Etappenstelle mit ihren ungeheuren Vorräten aus Besorgnis um die eigene Sicherheit verlassen zu haben usw. Man darf gespannt sein, wie die österreichischen Gerichte dies, Leute behandeln werden. Die Tatsache, daß man in Oesterreich überhaupt gegen Offiziere vorgeht, die sich kriegsverbrccherisch gegen die ihrem Kommando Unterstellten vergangen haben, hebt sich erfreulich ab von dem, was wir in Deutschland erlebe« mußten. Hier laufen alle diese Kriegsverbrecher noch frei beruw und keine Stelle denkt daran, gegen solche Leute überhaupt vor, zugehen. In Deutschland besteht das System, verbrecherische Offb ziere äußerst milde und gewöhnliche Sterbliche dafür um so barba> rischer abzustrafen, besonders dann, wenn es sich bei letzteren un, rein politische Vergehen handelt, ungeschwächt weiter. Zur Ablösung der Bergregale Zum Entwurf eines Gesetzes über die Ablösung der private« Bergregale, die etlichen fendalen Herrschaften Jahraus jahrtt« mehrere Millionen in den Schob warfen, schreibt ei» de, nationalen Arbeiterveretne, die M.-Gladbacher.Wisto. Arb.-Z.g. in ihrer neuesten Nummer: .Di« Privatrcgale im Bergbau erregten schon lange Bergeriii, in Bergarbcttcrkreisen und weit darüber d'uau�. seilte stehen st« im schärfsten Gegensatz zu unfern Wirtschaf�verhaltnissen und zum Empfinden des deutschen BolkeS. Darum tN es Zett, sie bald abzulösen. Der vorliegende Eescp.niwu««'°die Ablösung nicht von heute auf morgen vornehmen. Es ist«in allmähliche� Abbau vorgesehen. Wir müssen gestehen, daß wir einen schnelleren Abbau für dringend wünschenswert halten. Eo milde diele Kritik auch ist. so zeigt sie doch, daß daS unerhört« Entgegenkomme» der preußischen Regierung an die Regalinhabn selbst tn christlichen Arbeiterkreisen Unwillen erregt. Hoffentlich trägt dieser bei der Verabschiedung des GeletzeS dazu bei. ihm ein« befriedigendere Gestalt zu gebe». Metallarbelterauosperrung in London. Wie Reuter erfährt. sind die Aerhandluugeu, bereu Ziel die Vermeiduiig einer allge- meinen Aussperrung in der Maschinenbauin dnstrie war, nach einer Konfereuz zwischen Vertretern der Gewerkschaften «ud der Arbeitgeber gescheitert. Die Aussperrung wird Ende d« Woche beginne». Beamtenschutz«nd Beamten« Maßregelung „Auch sozialistische Minister sind nicht dagegen gefeit, schweres Unrecht mit ihrem Namen zu decken und wider Willen zu schützen. Vor kurzem brachte der„Vorwärts" einen Artikel:..Minhandeltes Recht?" Darin wurde dargestellt, daß gegen den Präsidenten des Statistischen Landesamts, Dr. S a e n g e r, von dem Obmann des Beamtenausschusses schwere Beschuldigungen krimineller Art er- hoben worden waren. Gegen Dr. Saenger war aber keine Anklage erhoben, da er angeblich in der Voruntersuchung einen Meineid gelelstet haben soll. Der betreffende Obmann hielt seine Be- schuldigungen aufrecht und fügte den Vorwurf des Meiäeides hinzu. Nun wurde gegen den Obmann nicht etwa eine Beleidi- gungsklage angestrengt, sondern der damalige Minister des ••4£?etn'. 5 e*ne, ließ ein Disziplinarverfahren gegen ihn er- offnen, das seine Versetzung in m anderes Amt aussprach. Aus Beamtenkreisen ging dem„Vorwärts" noch eine weitere Zuschrift «n dieser Angelegenheit zu, die u. a. folgende charakteristischen Satze enthielt: «Die Klagesache hat sich auch vor meinen Augen entwickelt. Der gemasiregelte Obmann beschuldigte s. Zt. eine ganze Reihe von Mitgliedern und Beamten aufs Schwerste. Er ist natürlich daraufhin peinlich gewogen und sachlich voll- gewichtig befunden worden. Seine Behauptungen haben danach einen unerschütterlichen Grund er- halten. Alle Klagen und Anklagen versiegten aber bei den zuständigen Dien st stell en und scheinen jetzt in der Oeffentlichkeit durchzubrechen. Für die Beamtenschaft jst der verdächtige„Meineids"-Präsi- dent eine starke Zumutung. Der Beamtenausschuß unternimmt aber trotz Aufforderung nichts zur Ehrenrettung der Beamten. Deshalb habe ich vor etwa Monatsfrist den Herrn Minister Severins gebeten, dem Herrn Präsidenten meine Personalfachcn aus der Hand zu nehmen und dem Beamtenausschuß jede Ein- Mischung in meine persönlichen Angelegenheiten zu verbieten. Nun zwingt mich auch die gleichgültige Aufnahme der Ver- öffcntlichungen zum Schritt in die Oeffentlichkeit. zur Anzeige betreffend meine Selbstreinigung." Der„Vorwärts" schloß den Artikel mit dem Wunsche, daß Auf- klärung erfolgen möge, denn„im neuen Deutschland darf von einem mißhandelten Recht keine Rede sein". Dieser xathetische Erguß wurde aber bald durch eine Berichti- gung gedämpft, die der Minister Severins höchst eigenhändig dem„Vorwärts" sandte. Darin hieß es u. a.. daß sämtliche Be- schwerdepunkte durch eine erliebliche Zahl meist eidlicher Aussagen eingehend geklärt worden seien, daß sie aber im wesent- lichen einer Nachprüfung nicht standhielten. Er, der Minister. habe aber angeordnet, daß der Beamte wieder seinen alten Posten antrete. Mit dieser gütigen Erledigung sind die Beamten des Statisti- schen Landesamtes aber noch nicht zufrieden, und so erhielt der „Vorwärts" eine neue Zuschrift von ihnen, die er jedoch nicht aufnahm, der wir nun aber Raum geben wollen, weil wir näm- lich dafür sorgen wollen, daß das mißhandelte Recht vor aller Oeffentlichkeit bekannt wird. Die vom„Vorwärts" abgelehnte Zuschrift lautet: Zum Artikel„Mißhandeltes Recht?" in Nr. bitte ich ergebenst unter Bezugnahme auf 811 des Preßaesetzes vom 7. S. 74 um Aufnahme folgender Berichtigung w Ihrem ge- schätzten Blatte: „Als Vertreter des Obmanns, als Vertrauensmann der S. P. D. und als vereidigter Entlastungszeuge in dieser An- aelegenheit erachte ich es im Interesse der Angestellten des Amtes für meine Pflicht, der Wahrheit die Ehre zu geben: 1. Es trifft nicht zu, daß eine gesetzliche Untersuchung, die auf Grund der Strafprozeßordnung vorzunehmen war, stattgefunden hat. Unser Obmann hat kriminell strafbare Amtsvergehen des Präsidenten Dr. Saenger und Genossen �flichtmäßig dem Herrn Wjyister Heine und der Staatsanwaltschaf form von Straf- anzeigen zwecks Strafverfolgung gemeldet(v. S. 4. 19 u. 5. 7. 19) und eine Resolution von 409 Angestellten, in welcher die Eni- lassung dieser Beschuldigten wegen ihrer Straftaten gefordert wurde, vorgelegt. Anstatt gegen die Angeklagten gemäß den Strafgesetzen einzuschreiten, hat der Herr Minister Heine unter Verletzung der Mußvorschnsten der §§ 167 und 191 R.St. E.B. und§ 3 des Disziplinargesetzes von 1852 gegen unfern Obmann ein durchaus unzu- lässiges Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Entfernung aus seinem Amte eingeleitet. Dieses Vorgehen war vor der rechtskräftigen Erledigung der von ihm erstatteten S t r a f a n z e i g e n g e se tz l t ch verboten. Da die Strafanzeigen heute noch nicht erledigt sind, ist unserem Obmann bitteres Unrecht geschehen. Von den beschuldigten Beamten hat es kemer gewagt. Be- leidigungsklagen gegen den Obmann anzustrengen, obfchon dieler schriftlich und mündlich die Klage herausforderte, um den Wahr- heitsbeweis führen zu können........ � Die erhobenen Vorwürfe, daß der Obmann leichtfertig und un- wahrhaftig sei und maßlos übertreibe, sind unberechtigt. Die beiden richterlichen Beamten(Amtsrichter Dr. B. und Assessor O.), welche das Disziplinarverfahren und d,e Zeugenvernehmung durchführten, haben ihm dienstlich versichert, daß seine Angaben und Behauptungen tatsächlich als erweislich wahr festgestellt worden find. Das„F r e i- S ch w S r e n" ist „Saenger und Genossen" kläglich mißlungen. Sämtliche ver- nommenen unparteiischen Zeugen haben die Richtigkeft der tatsächlichen Behauptungen unseres Obmanns zweifelsfrei bestätigt und eidlich gestützt. Auf Grund dieser richterlichen Feststellungen hat er unterm S. 7. 19 eine umfangreiche Meineids- Strafanzeige erstattet. In dem Artikel des Herrn Ministers wer- den die in der Hauptsache bereits erwiesenen Meineide aber mit keinem Wort erwähnt. Hier liegtder Schwerpunkt der Angelegenheit! Auch habe ich damals sofort nach meiner Vernehmung und Konfrontierung mit Dr. Saenger diesen im Amt- öffentlich bf Meineids bezichtigt und gegen mich ein gemütliches Vorgeht verlangt. Als er seltsamer Weise schwieg, habe ich mich beim Herrn Minister Heine selbst des Meineids bezichtigt und zweimal dringend eine Untersuchung verlangt. Vergeblich! Schließlich bemerke ich noch, daß der Beamtenbeirat der S. P. D. den Herrn Minister Heine überführt hat, daß der Dezernent in dieser Sache, Herr Eeheimrat Hermes, unwahrhaftig gewesen sei und Urkunden und Beweisantrüge beiseite geschafft habe. Her: Hermes ist deshalb sofort beurlaubt und dann Knall und Fall aus dem Ministerium entlassen worden. 2. Der weitere Beweis für die Ml�airdlung des Rechts zu Ungunsten unseres Obmanns ergibt sich aus§ 14 der Verordnung vom 23. 12. 18 und aus Artikel 118 der Reichsverfassung. Hier- nach ist es bei Strafe verboten, die Mitglieder des Angestellten- Ausschusses wegen ihrer amtlichen Tätigkeit überhaupt zu maß- regeln. Das Disziplinarverfahren war also bei Strasc verboten. Diese Entscheidung hat auch der Schlichtungsausschuß Eroß-Bcrlin unterm 6. 8. 19 getroffen. Herr Minister Heine wurde laut Be- schluß in eine Geldstrafe von 199 Mark genommen. Die angeführten Gründe für die Einstellung des Disziplinar- verfahren? und für die trotzdem erfolgte Bestrafung mit einer Ordnungsstrafe sind gleichfalls unzulässig. Das Oberverwaltungsgericht(Bd. XXVI S. 417 u. 425) sagt hierzu folgendes: A m Falle der Einstellung ist das Verfahren endgül- tig abgeschlossen und es darf dann keinerlei Be- st rafungm eh rerfolgen-EinDien st vergehenliegt in diesem Falle nicht vor oder dem Angeschul- digten konnte ein solches nicht nachgewiesen werden. Glaubt der Minister an eine Schuld, so mußte das Verfahren durchgeführt und ein Ur- teil gefällt werden. Unser Obmann ist aus allen diesen Gründen völlig unschuldig bestraft und aemaßregelt worden! Endlich mußte er verfassungsgemäß vor Verhängung der Ord- nungsstrafe gehört werden, um sich verantworten zu können. Das ist nicht geschehen! Das Strafdekret dürfte hiernach als rechtsunwirksam aufzuheben sein. 3. Die Rückversetzung ist inzwischen erfolgt, mußt« am Ende auch erfolgen, denn eine Doppelbestrafung bzw. Maßregelung ist von sich aus formalen Rechtsaründen unhaltbar. Auch konnten die materiellen Gründe hierfür offensichtlich nicht weiter aufrecht erhalten werden. Ich bin überzeugt, daß die neuerdings durch den Herrn Mi- nister Severins angeordnete Nachprüfung dieser Angelegenheiten die unbedingte Richtigkeit meiner vorstehenden Berichtigung er- geben wird. Soweit die Zuschrift. Der Herr Minister Severins wird dadurch wohl belehrt fein, daß man Moral und Recht anders schützen muß als fich mtr durch seine vortragenden Räte belehren zu lassen. machte. Mindestens 19 999 Männer und Frauen haften»,.Ä Demonstration eingefunden, alle mit dem heißen Wunsch f Herzen„Nie wieder Krieg!" Zur festgesetzten Zeit kamen a» allen Straßen die Arbeiter nach dem Bassinplatz geströmt,° größeren Fabriken meist geschlossen, die Ärbeitersmau der b dustrie-Werke Golm sogar mit Musikkapelle. Nach dem emstu den Gesang,„Die Internationale", durch den Arbeiter-Manm gesangverein wurde von Rednern aller drei politischen Partel auf die Bedeutung des Sedantages für die Arbeiterklasse wiesen. Wie erst durch diesen Tag das alte kleine Preußen»e lahnsinnigen Imperialismus verfallen war und wie die wem Umwicklung der grausige Weltkrieg und der Versailler o?Je.?L «ai. Äu's Redner warnten davor, sich vor die alte chauvmisu!� Karre spannen zu lassen und forderten unter dem Belsau« M'Mge die Verbrüderung des gesamten interna i> naien Proletariats. Auch ein Redner der Jugend 1»�° die Anwesenden auf, doch ihrer zu gedenken, denn die Jugend s es, die bei allen Kriegen am meisten bluten mußte. ordnete sich die Menge zu einem gewaltigen Zug, der mmdem 19 999 Personen zählte,»..-d zog demonstrativ durch die straßen Potsdams, um sich am alten Markt nach kurzer AnsM aufzulösen. Vielleicht haben die Reaktionäre aller Scha Vierung jetzt erkannt, daß selbst in Potsdam ihr Weizen nicht mehr so n??z blüht, denn selbst die Bürger waren der Parole„Fahnen heran so gut wie garnicht nachgekommen und das festlich sein sollen Straßenbild hatte kein Mensch, nicht mal der Himmel, verschon Nur einige Hakenkreuzjllnglinge taten das ihrige, indem sie Plakate an den Anschlagsäulen, welche die Arbeiter zur Deuv« stration aufforderten, in Fetzen gerissen hatten. Die Arbeiter>a> hat gezeigt, daß sie nicht gewillt ist, nationalistischen Treive Gehör zu schenken, sondern einig in der Parole: Nie wieder Krieg! Bezirksoerbaod Berlin-Brandenburg Heute abend 6 Uhr findet die Zenftal-Borstandssitzuug mir Aktio« rat tn der Schicklerstraß« B/6 statt. Die Tagesordnung lautet: Erledigung der Anträge bezüglich der Presse. Die GeschäflSiettu»» • Arbeiter-Bildungsschule U.®. P. D. Die noch nicht verkauften Karten zu den Proletarischen fiuuden zum Sonntag, den 6. September sind sofort in unsere Büro SchickUrstr. B/6 zurückzugeben. » Die Obleute der Distrikte 6, 7, 8, 9, Lichtenberg und die 0$ von Nlederbarnim-Okt können am Montag, den ö. September' Karten zu de» nächsten Proletarische» Feierstulldeu, die am» � tober stattfinden, abhole«. Die Jngendweihe« in Groß-Bcrlin finden am Sonntag, Die Sedanfeier Die Deukschnationalen. die fich trotz aller trüben Erfahrungen nach dem Weltkrieg immer noch mit dem Revanche gedanken her- umtragen und diesen Gedanken auf alle Art zu nähren versuchen, ließen es stch natürlich nicht nehmen, auch die fünfzigjährig« Wrederkehr der Schlacht bei Sedan zu feiern. Im Gegensatz zu früher war diesmal diese Feier ein rein privates Vergnügen, denn die Behörden mußten selbstverstäudlick Abstand davon nehmen, ihre Beamten und Angestellten durch Freigabe des Arbeitstages zum Feiern zu zwingen. Auch den Schulen blieb es infolge eines besonderen Erlasses des preußischen Kultusministers untersagt, sich offiziell an der Feier zu beteiligen. Inwieweit dies Verbot durch reaktionäre Schulmänner übertreten oder umgangen ist, können wir bis jetzt noch nicht feststellen. Von einer Beteiligung an der Feier war aus den angeführten Gründen in der Oeffentlichkeit nichts zu sehen; nur einige schwarz- weiß-rote Fahnen wagten es, stch über dem Häufcrmeer der Groß- stadt zu zeigen, so u. a. auch aus dem Verwaltungsgebäude der Berliner Maschinenbau A.-E. Schwartzkopff, Chaussoestr. 23. � Selbst in P o t s d a m, wo der alte preußische Geist immer noch die tollsten Sprunge sich erlaubt, war die Beteiligung nur schwach, trotzdem man mindestens ein Dutzend leibhaftige Generale als Protektoren aufmarschieren ließ, wodurch allein schon fich die Ver- anstaltung als eme k o n t e r r e v o l u tt o n ä r e erwies. Da das die Arbelterschaft Potsdams auch erkannt hatte, veranstalteten sie schnell eine E e g e n d e m o n st r a t i o n, die im Gegensatz zu dem kleinen Hauflein der„Patrioten" einen überwältigenden Eindruck bt* 12., 19� 26. September im Großen Schauspielhause statt. � karten d 2 M. zu allen drei Feiern sind noch tn unserem Vu« � in der Buchhandlung Freiheit zu haben. Anmeldungen für«w werde» nicht mehr angenommen. Die Freie Turnerschast Lichtenberg-Friedrich-felde oe� staltet am Sonntag, den 6. September, 3 Uhr, einen Straßenltoss, lauf.Quer durch Lichtenberg" über 8 lern. Start und ä. Frankfurter Allee am„Schwarzen Adler." Der Lauf geht ha v. sächlich durch die Gürtel-, Markt-, Linkstraße. Friedrichsselde w' Frankfurter Allee. Borher,'/,3 Uhr, Schülerstaffcllauf, 26 La V i 190 m zum gleichen Ziel. Die spoftfreudige Arbeiterschaft® gebeten, nicht inS Lichtonbcrger Stadion zu gehen, wo die bürgern� Sportler ein Fest veranstalten, sondern zu dem Straßenstanen der Arbettersportler. Nachdem findet tn FrixdrtchS�'�e,, allee, ein Fußballwettspiel Lichtenberg I-Germauia(Weißensee) Marienselde. Auf dem hiesigen Gemeindefportplatz findet a Sonntag, den 6. September, ein Sportfest der Rorbgrnppe° 4. Bezirks vom Arueiterwrnerbund stati. Guter Sport wirv i boten, u. a. auch Fuhballwettspiel Schöneberg-Wilmer-Horf. �, sang 2 Uhr. Eintritt 1 M. Boraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung j* Sonnabend. Ziemlich kühl, meist bewöltt, mit leichte» Regenfa� bei. mäßigen westliche» Winden. Aus den Organisationen � Ä. wiftrikt. Soimtag, vor«.» Uhr,«orstaild-sitzun« bei RettschlvS, strahc 18. 9. Distrikt,«.«bi-ilun,. Heut«, Uhr, Sitzung sämtlicher FundnonS-- Fritz, Carmen Suloasir. S1.- Sämtliche Funulionäre, bie noch im Besitz""'J'VfA be» Sommerfefte» sind, werben gebeten, bis Sonnlag vorm. beim Denosien v Winsftr. 00, v. II, abzurechnen. Bi» dahin nicht abgerechnelc Billets find zu vw'i Vereinskalender A FreireligiSf« Gemeinde. Sonntag, norm, ll Uhr in der Stabthalle, Nlosterpv� Vortrag des Herrn De. 32!. Brie: Ernst Hächel» Ansichten über Religion. Ha � niurn; Au» Sibera<"> Hunden, 352 Seiten stark. 3.— Ward, Potto ex»«' beziehru durch Buchhu"° Freiheit, Brett- Sllaße S-"' ..... ge«! j Anfiedelunge« 0 Wandlitz. Quadros! 30 Mark, 100 Mark«nj-h'ffK •ich 2894. SWUsU MM «rhäll ma» in der „Freiheit' Brette Straße