Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Mittwoch, 8, September 1920 Nummer 373- Abend-Ausgabe � wschrtrt«orgn» mtb EBdimülag», Soimtos» und Montag, m» '\hwQ1. D« Bttuavvreis betraut bei freier SiiffcHuno ms Ätnis für ikrob-Nerll» dtjog«! fär Dwtschlc od mrd Otstnrcich 1S,Ä M.,°f2r da» Wt�o»«»»lond Ä'/w M. piuglich Boluta-Llufflhlag, p«r Brief für Deutschland und Oesterreich 30,— W, KedoJrtUn, Egpedttt»» und Bering! Berlin C t, Brett» etrnfec 8«(k -...' X.'-'""ia!«eTi"cq■icucvitntjsjuTujittB. raufenve nnz eigen i«ue »nd Steli-n-Defuche 3,20 M. netto pro geile. StelleittSesuchO Li Wort-Anjeig-N! da, f-ttg-drudu- Wort 1,50 321., jede, w-ii-re Wort l,- 32l. Sachrecha: Satt» Zvzg. iui, 4511 4603, 4635, 4646. 482L berliner-Orfftm bpr Vnofifiändlgen S�üüömoFmtie s>eatft6rmö» Agrarische Beutegier Preiserhöhungen für das Getreide verlangt! Im Volkswirtschaftlichen Ausschuh des Reichstags haben die bürgerlichen Parteien folgenden Antrag eingebracht: Der Ausschuh wolle deschliehen. folgende Entschliehung anzu- nehmen: L dah für Hafer,«erste«nd Roggen der gleich- Preis bezahlt und Z. dah die Frühdrnschpramie in ihrer voNen Höhe von ZOO M. für die Tonne Getreide bis zum I. Januar 1021 weiter d«. willigt wird. Dieser in harmloser Form auftretende Antrag bezweckt «ine wesentliche Heraufsctzung der jetzt gel» tenden Eetreidepreise. Die Preise für Hafer und Gerste waren jetzt 30 bzw. 100 Mk. unter dem Preis für loggen. Die Weiterzahlung der Frühdruschprämie bis zum l. Januar 1921 ist ebenfalls lediglich sine Erhöhung des gel- tenden Getreidepreises. Die Frühdruschprämie war nur in Aussicht genommen für die Lieferung bis zum 13. Oktober. Von unseren Genossen ist aber bereits da- Mals darauf hingewiesen worden, daß die Gewährung der Frühdruschprämie die große Gefahr in fich schließe, daß die Landwirte ihre Weitergewährung bis zu einem späteren Ter- min durchsetzen würden. Das ist nun in vollem Umfange eingetreten. Die Zurückhaltung der Agrarier mit den Liefe- rungen. die eine außerordentliche Gefährdung der Brotversorgung der Bevölkerung mit fich brachte, hat ihre Ursachen in diesem Wunsch nach den höheren Preisen. Es ist ungeheuerlich, daß in dieser Zeit gewaltiger Ver- schärfung der Arbeitslofigkeit, der zunehmenden Lebens- Mittelteuerung und der großen Not aller minderbemittelten Vevölkerungskreife die Agrarier.jetzt mit einem derartigen Antrage fich hervorwagen. Seine Annahme muß unbedingt eine weitere Erhöhung der Brotpreise zur Folge haben. Ihre Schamlosigkeit und die von ihnen betrie- bene Auswucherung der Bevölkerung kennt keine Grenzen. Ohne jede Rücksicht auf die Notlage der Massen, ohne jede Rücksicht darauf, ob Tausende oder Millionen fich des Hun- gers nicht mehr erwehren können, wollen sie ihre egoistischen Zwecke erzielen. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß darf sich unter keinen Umständen dazu hergeben, diesen agrarischen Beutezug mitzumachen. Eine Re- gierung, die diesem Verlangen der Agrarier entsprechen würde, wäre mitschuldig an der gewaltigen Zunahme des Elends der Massen und an all den Konflikten, die daraus notwendigerweise entstehen müssen. Wir warnen also sowohl den Volkswirtschaftlichen Ausschuß wie auch die Regierung davor, den Bogen zu überspannen. Die Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Beamten haben die Pflicht, sofort zu dieser Ange- legenheit Stellung zu nehmen. Sie müssen sich aufs äußerste dem neuen agrarischen Beutezug widersetzen und zeigen, daß die Geduld der werktätigen Bevölkerung einmal ein Ende nehmen kann! Der Krieg im Osten Franzöfische Hilfe für Pole« HN. P a r i v, 8. September. Der polnisch« Finanzminister Grabsky, der sich jetzt in »-eis befindet, ist damit beschäftigt, einen vollständigen Aus» anschhandel zwischen Polen«nd Frankreich z» vereinbaren. lolen will Petroleum«nd Zucker senden und verlangt Waffen nd anderes Kriegsmaterial. Weiter wird das polnische Eisenbahnnetz ausgedehnt werde« müssen. Hierzu soll die ranzöstsche Indoswie herangezogen werden. Es ist weiter geplant, ine polnische Anleihe in Frankreich auszunehmen. * So organisiert man den Krieg, indem für die Lebenshaltung es Volkes notwendige und unentbehrliche Produkte, wie Zucker lNd Petroleum, abgegeben werden für Mordwaffen. Polnischer Frontbericht TU. Warschau, 8. September. Amtlicher Heeresbericht vom 7. Seplember. Unsere Kavallerie- -btetlungen hielten den weiteren Vormarsch der l i t a u i s che» kruppm auf Es wurden wieder 200 Gefangene gemacht. Maschinengewehre. S Feldküchen und 60 Munitionswagen erbeutet. 5ie Kämpfe bei Hrubieszow zwangen die Armee BudjenniS, sich in er Richtung auf Wladimir WolynSk und Usctlag znruckMieheu. in der Gegend operierende Sowjettruppen erlitten schwere Verluste. Zwischen Ramionta und Busk gingen un,ere«btellungm auf taS � st ufer des Vug über und»ersprengten die dort ang�ammelte.r kindlichen Truppen. Feindliche Abteilungen, die Busk, tkrasne und -niathu angriffen, wurden zurückgeschlagen. Zwischen Chodvrow wd Rohaipn sind hartnäckige Kämpfe GPP6, Wien zuerst gezwungen, sich hinter das Flußchen Swirz zurl.azuz.ehcn lchen aber jetzt zum Gegenangriff vor. Langst des Dnjestr ist es lhig. Enver Pascha in, Dienste Nußlands? London» 7. September. Au Radioaramm vom«. b. Mts. besagt: Moskauer Nachrichten «Iben, daß Env er Pascha auf Wunsch L-vinS und �rotzkls »m Oberkommandierendeu der bolschewistis�en Truppen»e M ��-fx.2____— mrtrVtt Ift. DtS doNDLWiM che« quartier in SmoleuSk. fei» Die Unterbringung der Rotgardisten jahrelange stumpfsinnige Hetze der bürgerlichen Presse gegen russische Rote Armee führt jetzt dazu, daß eine Anzahl von idten und Körperschaften sich mit Protesten an das Heeresab- llungsamt wendet, um zu verhindern, dag die internier-; Jeraewaltigung der n russischen Truppen in ihrer Nähe untergebracht wer-■ würde Enteiguungel.—„ l. ueber die Neutralitätsbegrifse zerbrechen sich diese Herren.! mittelbar im Gefolge habe«. die am ganzen Leibe vor«osschewistenfurcht schlottern, ihre Köpfe nicht. Das Heeresabwicklungsamt ist deshalb immer wieder gezwungen. darauf hinzuweisen, daß es selbstverständlich die über die Grenze getretenen russischen Soldaten genau so internieren muh wie die polnischen und deshalb auf i r g e n d w e l ch e Pro- teste keinerlei Rücksicht nehmen kann. Die Unterbringung der Internierten ist nicht' ganz einfach, da großer Mangel an Internierungslagern herrscht. Die Zahl der Kriegsgefangenen beträgt insgesamt noch immer 140 000, dazu kommen noch etwa 7 0 0 0 0, die sich frei im Lande umher- treiben als Rest der während der Revolution aus den Gefangenen- lagern Entwichenen. Das Heeresabwicklungsamt betont immer wieder, daß d,e Rotgardisten bisher nichtdiegeringsteUr- f a G« 5« irgendwelchen Befürchtungen gegeben haben, daß sie sich absolut ruhig verhalten und den Anweisungen Folge leisten. Man kann dem Vertreter des Heercsabwicklungs- amtes nur beistimmen, wenn er feine Ausführungen vor Ver- tretern der Presse mit den Worten schloß, die deutsche Bevölkerung möge bedenken, d a ß d a s russische Volk ihr eines Tages all das vergelten könne, was sie Gutes an diesen Aermsten getan habe. Die Kohlenkrise in England ' London, 7. September. Bis zur Stunde ist kein Persnch gemacht worden, die Bcr» Handlungen zwischen den Bergarbeitern und der Regierung wiederausznnehmen. Während die Regierung bereit ist, die Frage der Lohnerhöhungen einem unparteiischen Schiedsgericht zu unterbreite», weigert sie sich, wie von gut unter- richtet« Seite erklärt wird, die Frage der Reduktion des Hausdrandkohlenpreifes einer anderen Instanz als dem Unterhaus zu unterbreiten, da es sich dabei um ein« rein po- litifche«nd nicht um eine industrielle und wirtschaftliche Frage handle. Eine Verletzung des Friedens- Vertrages? Allenstein, 7. September. 23. T- B. berichtet: Nach einer Meldung aus Soldau sollen die Poien von der dortipe« Bevölkeruug die sofvrtige Option für Deutschland oder Polen verlangen, widrigenfalls die gesamte deutsche Bevölkerung ausgewiesen wcrdeu soll. Die„Allensteiner Zeitung" schreibt zu dieser Meldung: Nach den Bestimmungen des FriedensvettrageS haben die Einwohner der an Polen abgetretenen Gebiete zwei Jahre Zeit, ehe sie stch für Deutsch- iand oder Polen erklären. Unter den jetzt im Soldaugebiet ob- waltenden Umständen würde eine Option augenblicklich eine brutale Vergewaltigung der deutschen Bevölkerung bedeuten. Die Optierung würde Enteignungen und andere Uebergriff« seitens, der Pole»«n- n. Die Besetzung entspringt den Bestimmungen eutsckland unterzeichneten Friedensvertrages. Sie , in den Bewohnern das Gefühl der persönlichen, Im besetzten Gebiet Ans der Pfalz wird uns geschrieben: Die Zustände im besetzten Gebiet find der lebendigste Be« weis für die Tatsache, daß die militärisch« Gewaltpolitik in den Eiegerländern heute mindestens eine ebenso unheil- volle Rolle spielt, wie dies ehemals im kaiserlichen Deutsch, land der Fall war. Man könnte in diesem Sinne besonders von den Franzosen behaupten, daß sie fich als äußerst ae« lehrige Schüler des preußischen Militarismus erweisen, ja, daß sie drauf und dran sind, ihn zu übertreffen. Die Klagen, die aus dem besetzten Gebiet über die Ueoergriffe der Be- satzungsbehörden und des Militärs ins unbesetzte Deutsch- land dringen, sind nur zu berechtigt. Aber da läßt fich nicht viel machen. Die Besetzung entspringt den Bestimmungen des von Deus"""------ j----- zu mildern. politischen und wirtschaftlichen Freiheit nicht zu vernichten. das kann nur die Besatzungsbehörde selbst. Nach den bis jetzt gemachten Erfahrungen kann man beim besten Willen nicht behaupten, daß die Besatzungsbehörden stch von diesem Geiste leiten ließen. Es ist in diesen Zellen vornehmlich von dem französisch besetzten Gebiete der Pfalz und der Mainzer Gegend die Rede, llnd da machen wir eine eigentümliche, uns zwar nicht ganz neue Entdeckung. Dasselbe offizielle Frankreich, das eifrig auf die Ablösung linksrheinischer Gebiete hin- arbeitet und schützend und beisteht, dasselbe Frankreich setzten Gebieten fast mit unumschränkter Machtvollkommen- heit schalten und walten mit der gleichen Schneidigkeit und oftmals Brutalität, die den preußischen Militarismus so her- vorragend auszeichnete. Und in der Tat, wenn man das Wesen des französischen Militarismus, so wie er fich im be- setzten Gebiet äußert, in eine Vergleichsstellung zuin preußi- schen Militarismus bringen will, so kann man sagen, daß der preußische plumper, roher, brutaler gewesen ist, dagegen der französische die weit schmerzhaftere und tiefer wirkende Politik der Nadelstiche befolgt. Man brinat bei jeder pur erdenklichen Gelegenheit die Größe und den Ruhm Frankreichs und seiner glorreichen Armee und damit gleich- zeitig die Verachtung für die Deutschen zum Ausdruck. Die Empfindlichkeit der französischen Militärpersonen, ins- besondere der Offiziere, übersteigt alle Grenzen. Man läuft Gefahr, wegen einer etwas unsanften Berührung eines Offi- ziers, die etwa durch zu spätes Ausweichen, durch Gedränge und dergleichen hervorgerufen ist, wegen Beleidigung der französischen Armee zu einigen Wochen oder Monaten Ee- fängnis verurteilt zu werden. Ein besonders krasser Fall dieser Gattung ereignete sich vor einiger Zeit in Wies« baden. Dort kam ein Straßenbahner, als er eben ab- läutete, mit dem„Käppi" eines französischen Offiziers in Berührung. Darauf stand der Offizier auf und ohrfeigte den Straßenbahner. Dieser verhielt fich vollkommen ruhig und meldete nach seinem Dienst der Besatzungsbehörde den Vorfall. Auch der Offizier hatte Anzeige erstattet und der Straßenbahnschaffner wurde verhaftet. Darauf traten die Wiesbadener Straßenbahner in einen Streik und nach drei Tagen wurde der Schaffner wieder entlassen. Dafür hat man ihn jetzt zu neun Monaten Gefängnis ver- urteilt. Das ist ein Urteil, das keineswegs vereinzelt da- steht. Man kommt zu Strafen und weiß nicht wie. Die Städte, wie Neustadt, Landau, Mainz wimmeln von Ee- Heimpolizisten, die die Vorübergehenden im Gespräch be- lauschen. So ist eine Atmosphäre der Unsicherheit und Recht- losigkeit geschaffen, die natürlich das stärkste Hindernis für eine freundschaftliche Annäherung der beiden Teile ist. Es wird auch den Franzosen nicht viel helfen, daß Pariser Pro- fessoren im besetzten Gebiet herumreisen und Vorträge über den„französischen Idealismus" halten. Vorderhand be- kommen die Pfälzer und Rheinländer sehr handgreiflich den M französischen Realismus keine Freunde. Auch wirtschaftlich wirkt die B Bei den geringsten Verstößen, gar nicht aufgeklärt ist. von sind, werden die Städte und spüren, und der wirbt ihnen ung geradezu ruinös. ei denen es oft wem sie ausgegangen Städtchen mit hohen Geldbußen belegt, ebenso ergeht es dauernd Pri vatpersonen. Nicht wenige gutsituierte Bürger und Bauern find durch übermäßig hohe Eeldstrafen auf den Hund ge- kommen. Da die französischen Osftziere und Unteroffiziere mit Weib und Kindern da sind, benotigen sie eine Unmenge Wohnungen. Für die Franzosen gibt es keine Wohnungs- not. Sie nehmen die kssten und schönsten Gebäude für sich in Anspruch, ganz gleich, ob sie die Räume voll benötigen oder nicht. Die Privatpersonen müssen ihre Wohnungen räumen und sie den Franzosen Überlassen. So kommt es z. V., daß Leute aus ihrem eigenen Haus heraus müssen, weil darauf ein französischer Offizier Anspruch macht und sie dafür wo anders in Miete ziehen müssen. Die Städte, wie Lan- dau und Mainz bauen jetzt große Häuserblocks, da selbst bei der größten Einschränkung der Einwohnerschaft, die Räume für die zahlreichen Familien nicht ausreichen. Es ist be- greiflich, daß die Städte in große finanzielle Schwierigkeiten geraten bei den ungeheuer großen Kosten, die mit dein Bauen jetzt verknüpft sind. Denn die Franzosen bescheiden sich keineswegs etwa mit Nothäusern, sondern verlangen massive, schöne Steingebäude. Ebenfalls Hausen sie ohne alle Rücksicht auf die Kohlenrorräte und die Bedürfnisie der Bevölkerung mit Gas, Waffer und Elektrizität, so daß die Bewohner unter den schwersten Einschränkungen zu leiden haben. Wie weit die Rigorosität geht, zeigt folgendes Bei- spiel! In der Pfalz herrscht die Maul- und Klauenseuche be- sonders bösartig. Viel Vieh ist eingegangen, die Milch des kranken Viehs ist ungenießbar. Dadurch ist die Milchzufuhr beispielsweise nach Landau außerordentlich beschränkt. Sie war zeitweise so knapp, daß man kaum die Säuglinge be- lf�oigen konnte. Auf Vorstellungen bei der französischen Militärbehörde, ob sie ihr Quantum für einige Tage ein- schranken könne, um die notwendige Milchbeliefcrung für die Säuglinge zu ermöglichen, wurde ablehnend geantwortet. Die erwachsenen Franzosen brauche ihre Milch nötiger als die deutschen kleinen Kinder! Das alles sind Dinge, die natürlich aufreizend wirken. Das schlimmste ist, daß sich in der Pfalz und in Rheinhessen ein überaus günstiger Nährboden für den Nationalis- m u s vorbereitet. Besonders auf oecki Lande ist die Stim- mung sehr bedenklich. Man ist zu den größten Dummheiten bereit. So herrschte in den letzten Wochen bei den Bauern die falsche feste Ueberzeugung, daß die Ruffen nach Deutsch- land kämen, um gemeinsam mit den Deutschen die Fran- zosen aus dem Lande zu jagen. Also unverfälschter Nationalbolschewismus, obwohl die Leute kaum das Wort kennen. Der Hinweis, daß die Franzosen in die- fem Falle ja erst recht nach Deutschland kämen und Deutsch- land zum Kriegsschauplatz würde, machte sie sehr verdutzt und ließ sie erst das Törichte ihrer Anschauung einsehen. Aber es ist begreiflich, daß bei der politisch unaufgeklärten Bevölkerung diese Gedankengänge unter solchen Verhält- nissen vorherrschend werden. Zusammenfassend ist zu sagen, daß der französische Mili- tarismus im besetzten Gebiet, abgesehen von rühmlichen Ausnahmen natürlich, in nichts dem entspricht, was man nach den vielen schwungvollen und pompösen Deklamationen in und nach dem Kriegs erwarten könnte. Der Militarismus ist immer und überall verderblich, da er immer und immer nur die brutale Gewalt als Mittel zur Befriedigung seiner Maßlosigkeiten kennt. Und das ist das Nieder- drückende an dieser ganzen Geschichte, daß durch solche Prak- tiken die Haß- und Rachepolitik verewigt wird. Man kann es begreifen, daß viele Franzosen noch keine freundschaft- lichen Gefühle für die Deutschen hegen, dafür ist zu viel ge- schehen. Aber man kann verlangen, daß sie die Achtung und die Freiheit der einheimischen Bevölkerung resvektieren, daß sie sich nur als Sachwalter eines bestehenden Ver- träges und nicht als die unumschränkten Herren des Lan- des gebärden. Das sind Forderungen, die ganz besonders die sozialistische Arbeiterschaft zu stellen hat. Sie hat nichts gemein mit militärischer Unterdrückung und nationalistischen Haß- und Racheinstinkten. Die Arbeiterschaft im besetzten Gebiet hat schon nianchen Strauß mit den Franzosen aus- gefochten. An ihrer Geschloffenheit und Energie zerschellen auch die Eewaltmaßnahmen französischer Generäle. Die übrige Arbeiterschaft, ganz besonders die Norddeutschlands, soll nicht ganz vergeffen, daß links des Rheins Militarismus und Vureaulratismus ihr Unwesen treiben. Es kann der Fall eintreten, wo sie aufgerufen wird zum Schutze und Bei- stand ihrer Brüder im besetzten Gebiet. Derselbe fransö- Militarismus, der heute die Waffen gegen Sowietruß- Wnd schmiedet, ist es, der sich im besetzten Gebiet wohlig reckt und dehnt. Die Ehrenrettung der Heereskammer Das Reichswehrministerium gab gestern Erklärungen vor der Presse ab, die erst in vollem Umfange zeigten, welche» Charakter die Einrichtung der Heereskammer trägt. Ihre Einberufung geschieht durch den Chef der Heeresleitung, also durch Herrn Geeckt. Er kann sich aus- suchen, wann ihm eine solche Tagung bequem ist und wann nicht. Die Tagesordnung, worüber zu reden der Heereskammer zusteht, bestimmt auch Herr Geeckt. Die Heereskammer besteht ans 25 Osfi- zieren und 42 Unteroffizieren und Mannschaften. Die HauptauS- schüsse aber find paritätisch aus Offizieren auf der einen Seite und Unteroffizieren und Mannschaften ans der andern Seite besetzt. Das Retchswehrministerium»st der Ueberzeugnna. daß es durchaus gerecht sei, wenn 100 000 Mannschaften durch Die gleiche Zahl von Delegierten vertreten fiub, wie 10 000 Offiziere. Irgendwelche be- schließende Kraft hat die Kammer selbstverständlich nicht, da fie ja lediglich ein Dekorationsstück darstellt. Am interessantesten aber sind doch die Erklärungen des Reichs- webrministeriums über die Ab h a! t u u g der Tagungen. Die Sitzungen sind nicht öffentlich, sie sind aber vor allem„Dienst", d. h. die Teilnahme ist nicht etwa freiwillig, sondern die Herren Abgeordneten der Heereskammer habe» an den Sitzungen, zu denen sie kommandiert find, teilzunehmen, sonst holt sie der Teufel. Da Ab- stimmnngen in der Heereskammer durch HanDai'ihcben vor- genommen werden nnd es geheime Abstimmungen offenbar wdit gibt, so ist also niemand in der Lage, sich irgendeiner Abstimmung ans Opnofition zn entziehen. Nicht einmal das Zkviltragcn ist den Abgeordneten der Heereskammer erlaubt. Sie müsse», wenn nicht eine besondere Erlaubnis vorliegt, in i h r e m D i e n st a n- u g er- scheinen. Damit ist militärisch den Herren Offizieren Gelegenheit gegeben, unbequeme Opposiitonselemente während der ganzen Sitzung stramm stehen zu lassen. Trotz dieser erheiternden Erklärungen ist das Reichswehrministerinm aber voller Hoffnung auf seine Herres- kammer und der Berlrctcr des Reichswehrministerinms erklarle: die Heereskammer wird schon das werden, was wir haben wollen. Die Kappführer bleiben straffrei In Verbindung mit den Mitteilungen, daß die Verfahren gegen den Unterstaatssekretär Freiherr nvonFalken- hausen, gegen Rechtsanwalt Vredercck, gegen KapitänleutntLenfch, gegen Dr. T r a ub und gegen den Rittergutsbesitzer von Kessel, der während der Kapptage als Oberpräsident von Schlesien tätig war. eingestellt worden sind, berichtet das„Berliner Tageblatt" über folgenden Fall: Herr Kapp hatte während der kurzen Dauer feiner Regierungstätigkcit den früheren Oberpost- direktor von Berlin, Geh. Oberpost rat Sönkfen, zum Reichspostminister ernannt. Herr Sönkfen wollte damals durchaus fein Amt ausüben, feine Absicht scheiterte jedoch an dem Widerstand der Beamten des Reichspoftministeriums. Bald nach Beendigung des Putsche? erschien in der Zeitschrift der höheren Post- und Telegraphcnbeamten, den„Blättern für Post und Telegraphie", eine Mitteilung, nach der Herr Sönksen als vortragender Rat in das Ministe- riumverfetzt und der vortragende Rat Eentzke zu seinem Nachfolger ernannt worden sei. Diese Mitteilung hat in Beamtenkreisen schon damals überrascht. Seitdem ist nichts bekannt geworden, worin die empfindliche Sühne für das Vorgehen des Herrn Sönkfen zu erblicken fei. Wie sich der Minister Eiesberts selbst über den Usurpator Sönksen aus- gesprochen hat, geht aus dem Bericht über den Verbandstag der unteren Postbeamten hervor. Nach der„Deutschen Post" (Nr. 12) erklärte Minister Eiesberts: „Meine sehr geehrten Herren! Ich bin nur gekommen, um Ihnen meinen guten Willen zu zeigen, denn hier bleiben kann ich leider nicht. Ich muß im Auftrage des Reichskabinetts ins In- dustriegebiet fahren, um zu versuchen, die furchtbaren Kämpfe, die in Aussicht stehen zwischen den bewaffneten Arbeitern und der Reichswehr, nach Möglichkeit zu verhindern und die Sache in Ordnung zu bringen. Einem solchen Auftrag kann man stch nicht entziehen in dieser ernsten Zeit. Bei den vrelfältigen Aufgaben, die mir jetzt obliegen, ist es mir nicht möglich gewesen, eher zu kommen, weil ich heute morgen noch die Sache mit dein ein- zigen ungetreuen Beamten der Reßchspostver- waltung, dem Oberpo st direktor von Berlin, er- ledigen mußte. Der Berliner Oberpostdirektor ist von seinem Posten entfernt worden(lebhafter Beifall), denn ich werde es keinen» Beamten zumuten, ihn a l.s Vorgesetzten anzusehen.(Erneuter Beifall.) Das Disziplinarverfahren ist gegen ihn eingeleitet worden. Ich bedauere, daß ein Mann, der '11 Dienstjahr« hinter stch hat und im allgemeinen ein tüchtiger Beamter war, sich durch seinen Ehrgeiz zu solchen Schritten hat verleiten lassen. Für uns kann es nur einen Standpunkt geben: daß wir uns auf den Boden der Verfassung stellen, unbeschadet un- sercr verschiedenen politischen Auffassungen. Was wird denn endlich mit diesem Herrn Sönksen ge- schehen, von dem Herr Eiesberts sagte, er werde es keinem Beamten zumuten, ihn als Vorgesetzten anzusehen? Er ist noch immer vortragender Rat im Ministerium! Unsere Frage ist eigentlich überflüssig. Herr Sönksen wird ebenso anknestiert werden wie die anderen Führer des Kapp-Put- fches. Sie sind keine Arbeiter und deshalb brauchen die Ge- setze der„demokratischen" Republik aus sie nicht angewendet zu werden. Matznahmen gegen die sGinschleppung der Rinderpest. Vom LanbwsttschnftSininisterlum wird mitgeteilt: In Belgien ist die Rwderpest ausgebrochen und auch bereits iu dem bisher beut- scheu Kreise Eupen in 6 Gehöften festgestellt worden. All- erforber- lchen Maßnahmen gegen die Einfchleppnng der Seuche tn das Inland sind getroffen. Aus der preußischen Landes- verfuMmlung Tie nächste Sitzung der preußischen Landesversammlung ist auf den lfr S piember angesetzt Wörde»».— Im Hauptaukschuß wmdc am Dienstag der Haushalt der Bau Verwaltung beraten. Dieser Etat beschäftigt tMs Prcußenparlament zum letzten Mal, da das Bauwesen auf das Reich übergeht.-In der Beratung setzte sich ein R�gierungsvertreter für das Prämieusystem ein, der Rechts- sozialisl Wold! wandte sich dagegen, da es nur unsozial»oirkt und zu Unregelmäßigkeiten führen würde. Aber er blieb auf halben»: Wege stehen, denn er redete der Eiuführuug des Akkordsystenis das Wort, durch das beim Abschluß von Tarifverträgen unter Mit- Wirkung der Gewerkschaften die Miudesileistungcn Hintangehalte» »verde» könnten.— Im Ausschuß für das Volksschullehrer-Dienst« cinkomineugesctz erklärte der Regierungsvertreier, daß ein Gesetz« entwurf über die Aufhebung der organischen Verbin- dung zwischen Kirche nnd Schulamt in Vorbereitung sei.— Im M» t t e l l a n d k a u a l- Ausschuß ging der Streit um die Mittellinie und die Südlinie»veiter. Es»vurde ein Kompromiß- antrag angenommen, wonach auf jeden Fall das mitteldeutsch« Jndustriegebtet an die Hauptlinie angeschlossen werden soll. Der Zusammentritt des Reichstags Die Rcichsregierung hat sich einverstanden erklärt, den Reichs« tag nicht vor Mitte Oktober einzuberufen und dem Reichstage als« dann eiueu Plan über die ihm zugedachten Arbeiten vorzulegen.— Der Ausschuß für auswärtige Angelogcnheite« wird voraussichtlich Ende September wegen der oberschlestschen Frag« wieder zusammentreten. Die Wirtschaftskrise Vorkehrungen gegen die Arbeitslosigkeit in der Tschechoslowakei Die Cftekutivkommisstou des tschechoslowakischen Gewerkschaft?» b u n d e S hat an das Ministerium für Sozial« Fiirsorge die Auf- forderuug gerichtet, iu anbetracht der sich verschärfenden Wirt' .fchastskrise und des dadurch bedingten Stillstandes vieler Betrtei e eine Konferenz zur Besprechung der vorzukehrenden Maßnahmen gegen die drohende teilweise schon eingetretene Arbeitslosigkeit einzuberufen Unter Mitwirkung ci»ier Reihe von Vertretern der Arbeiter und der Unter« nehmer sowie der beteiligten Ministerien fand diese Beratung statt. Namens der gewerkschaftlichen Organisationen verlaugte der Sekretär des GewerkschaftSbuudes Genosse T a y e r l e, es sollten die bisherige» Arbeitslosenunterstützungen,»vle sie bei Betricbseinschränkitngen von den Unternehmern bezahlt wurden, auch weiterhin ausgerichtet»verde«. Ferner sei es unbedingt notlvendig, endlich an denAusbau einer geregelten Arbeitslosenversicherung zu gehen. Sodann verlangt die Arbeiterschaft die Vcrunmöglichung der Entlaffuug von Arbeiten» ohne Zustim»nuna des Fabrikausschusses, ferner ei» völliges Verbot der Ueberzeitarbett, die Verbesserung der Zuweisung von Jndustrtekohl« und«in kräftiges Eingreifen der Regierung in der Frage der W o h u u n g s k r i s«.— Die Vertreter der Unternehmer wiesen dara»»f hin, daß eS sich bot der Beratnng nur um Maßnah»nen handeln könne, die zur augenblicklichen Entlastitng beitragen. Sie verlangen w erster Linie Aufhebung der Ausfuhrbeschränkungen, damit st« ungestört »veiter arbeiten können, serner soll iu nächster Zeit namentlich i» Prag eine umfangreiche Bautätigkeit durchgeführt werden. Immer noch Waffenverschiebungen In der 2. Meßnummer der Handelszeitfchrift„Hanse" wird u»rter Verschiedenes neben vielem anderen Heeresmaterial angeboten: 75 000 Gewehre»nit 200 Schutz Munition, a Stück 240 M.,! 5000 Mannschaftsgarnituren zu 1000 M. pro Garnitur.. Vorstchtigenveife wird der Verkäufer nicht wie üblich im Inserat genannt, sondern er ist nur durch einen besonderen Schlüssel zu erfahren. Aber im Falle der Entwaffnnngskommissar und der Reichsschatzminister diesen nicht lesen können, wollen wir ihn die Firma angeben: E. von Rcusel, Stettin, Eollstraße 72d. Diese unaufhörlichen Verschiebungen von Hecresaut und Waffen nebst Munition stnd nur möglich durch die Beteiligung höherer Beamten und Militärs. Verminderung der Besatzungskosten. TU. Amsterdam, 8, September. Nach Mgcmeen Handelsblab meldet Datly Telegraph, daß Winsto» Churchill sich in P a r ts befinde, wo der englische Kriegsminister eine Unterredung mit seinem Kollegen über das französisch« belgischte Abkommen hatte. Zugleich wurde die Frage der Bernm-.derung der Kosten der»llierte» Befatzungstrmppen im Rheingebiet behandelt, die von Deutschland zu bezahlen find- Zwei Wetten Karlsbad, Anfang September 1920. Ich sttze in dem eleganten Vestibül des Grand-Hotel„Popp". meinen bescheidenen„Schwarzen" schlürfend. In tiefen, beque- men Ledersesseln oder Rohrstühlen machen stchs ringsum Leute oe- haglich. die mit Selbstverständlichkeit all den Luxus, der ste um- gibt, entgegennehmen. Cr ist doch ihretwegen da. was sollten sie sich also den Kopf zerbrechen, fie. die Herrschaften, die teils kraft ihrer Geburt, teil» kraft ihres entwickelten Handelssinne» hier sitzen Die Aristokraten und dte Schieber, ihnen scheint doch die Welt in der sie leben, so einfach und wunderbar beschaffen, daß sie wahrhaftig keine Ursache haben, fich darüber etwelche Gedanken- arbeit zu verursachen. Da gibt es erlesene Weine, da kündet eine Anschrift es seien echte Havannaimporten erhältlich, von draußen her klingen gedämpft die einschmeichelnden Töne des Künstler- orckesters herein und über der neuen, mit dicken Teppichen be- leaien Salle über die lautlosen Schritte die Kellner huschen und in der stch die Gespräche der einzelnen Menschengruppen fast verlieren liegt ein stiller Hauch der Traulichkeit. Nein, man hat wirMch kein« Ursache, kopfhängerisch zu sein und stch mit allzu schwierigen Problemen zu befassen... Draußen auf den vom hellen elektrischen Acht überfluteten Straßen, siut�da- Leben. Die Stadt hat eine eigentümliche Lage: in dem schmalen Tal der Eger gelegen, bietet fie kaum den zu beiden Flußufern sich hinziehenden Straßen mit ihren begleitenden Häuserfronten Raum. Das bedingt eine Konzentranon des Lebens der Stadt auf die beiden Pulsadern längs des Flusses, die stch bis zu den geräumigen Garten des Erand-Hotel hinziehen und dann in wundersame Waldwege, die i ,? �rglehne emporziehen, übergehen. Hotel steht an hellerleuchteten Fenster eines Tafts wechseln mit denen eines zweiten ab. hin und wieder von einem Restaurant unterbrochen. Und von überall her klingt Musik, überall siehst du elegant gekleidete Manner und Frauen(pardon: Damen!), die lachen, scherzen und stch freuen. Gleichsam, als ob es nichts anderes gäbe auf dieser Welt als ihre Lust, ihr Vergnügen. Ja das ist der Haupteindruck, den der Fremde hier empfängt. Die Armut scheint in diesen Straßen des Luxus»hr Daseinsrecht verwirkt zu haben. Ich durchschreite sie tagsüber. �Da steht Lade»» neben Laden, Vazar neben Bazar. Gold und Juwelen, Seide und Samt, erlesene Kunst- und Luzusgegenstände, alles wird dir hier in erstaunlicher Fülle zum Kaufe angeboten. Und nicht nur das: du findest Delikatessengeschäfte, findest Konditoreien im Ueber- maß. darin von Waren aller Art ein ungeheuerer Neberfluß herrscht. Und gehst du unter den hohen, während des Krieges, da man nichts renovierte, etwas alt und unscheinbar gewordenen Säulenhallen der Kolonnaden, da allenthalben 3S bis 45 Erad Reamur warme Mineralwasser in unerschöpflicher Fülle aus dem Boden quellen, da die Natur in einem llebermaß von Kraft den 57 Erad heißen Sprudel in dickem Strahl etwa 10 Meter hoch emporspritzen läßt: du findest behäbig einherspaziereud« Dainen und Herren, unter denen wohl hie»»nd da auch solch« ftin werden. die durch die stark inineralhaltigen Wasser Heilung suchen. Aber du hast allgemein den Eindruck, diese ganze Gesellschaft hier sei zu vornehm, zu exklufiv. als daß ste eine solche von Kranken sein könnte. Zeigt sich jemand im verschlissenen Rock des Arbeiters, so kann er sicher sein, daß ihn die scheelen Blicke all der Prome- nierenden treffen, die hier Erholung sltcheu mm ihren„harten Mühen". Aber unweit von hier, kaum einige Minuten entfernt, ist eine andere Welt. Da steht Schacht an Schacht, Fabrikschlot neben Fabrikfchlot. Dumpf heulen die Sirenen dreimal des Tages, wenn sie die fich ablösenden Schichten der Bergarbeiter z»>r Arbeit rufen. Sie müssen das helle Sonnenlicht über Tag verlassen und einfahren in die dunkle Grube, wo ein Ungewisses Schicksal ihrer harrt. Und während hier oben Luxus und Ueberfluß sich breit machen, erhäst der Bergmann oft genug nicht einmal seine karge Brot- und Mehlration zugewiesen, die doch das einzige ist, was ihm seine Nahrung ermöglicht. In seinem dunklen Stollen arbeitet der Häuer schmutzig ui»d schweißtriefend und fördert unter harter Mühe den schwarzen Diamant empor, um jenen all ihren Luxus zu ermöglichen uud erhält selbst nicht so viel, mn sein kärgliches Leben fristen zu könne»». Es stnd erst ein paar Wochen, daß die Bergarbeiter des an Karlsbad angrenzenden großen Falkenauer Reviers einen dreitägigen Generalstreik unternehmen mußten, nur um ihre regelinüßigen Mehl- und Brotzuweisungen, auf die ste seit Wochen warteten, zu erzwinge»». Und wie ihnen geht es all der übrigen Arbeiterschaft hier und anderswo. Sie sehen den Luxus, sehen den Ueberfluß und fühlen die eigene Not. Und da gibt es Menschen, die wähnen, diese beiden Welten würden fich oerstehen? Wird je der Satte begreifen, daß sein Bruder Hunger hat, wird er je auf einen größeren An- teil verzichten, um allen zu geben, was ihr menschliches Recht ist? Mitnichten werden sie es tun, die Behäbigen und Wohlversorg- ten. Aengstlich werden fie ihren Mammon hüten und schützen, damit ja keine unberufene Hand ste um einen Teil ihres„Rechtes" , bringe. Was aber könnte besser die Arbeiterschaft von dem an ihr verübten Verbrechen überzeugen, als gerade dies« Gegenüberstellung von Luxus und Elend, von Ueberfluß und Hungersnot? Es stnd zwei Welt«», die hier gegeneinanderstehen, stnd zwei feind- liche Welten und wehe, wenn die schwarzen Knappen dereinst an» Tageslicht steigen, machtvoll fordernd, was angestammtes Men« schenrechtl Josef Belina. „Ins Leben hinein" Wir geben unseren Kindern die Jugendweihe als ein Fest, als eine Erhebung, aber auch als eine Mahnung. Der Schritt ins Leben hinein ist ein Schritt ins Rauhe, zu beginnender Verant- wortlichkett, aber auch zu höherer Freiheit und gestärktem Selbst- bewußtjein. Freiheit und Selbstbewußtsein sollen recht benutzt und ausgeschöpft werden, zum Wohle der Klasse, zur Befteiung der Persönlichkeit und der Menschheit. Dies ist die Mahnung. Als Halt im Wirrfal der Eindrücke, als Mittel, der Mahnung zu folgen, bringen wir den Jungen und Mädeln Ethik und Gesinnuilg des Sozialismus nnd die Solidarität der Erwachsenen als Fest« gäbe. Was wir ihnen an der Lebensschetde sagen, soll bleiben. Soll Wurzel fassen in den klopfenden Herzen und fest hasten in» reffenden Bewußtsein. Eine Büchergabe war uns stets das Mittel, dem Eindruck des Festes Dauer zu geben, die angestimmte« Saiten fortklingen zu lassen und Erinnerung zu pflegen. Karg war die Auswahl und mager blieb das Ausgewählte. Bon wenig Gutem das am wenigste» Schlechte zu wählen, das war der un« befriedigende Gesichtspunkt, unter dem wir immer wieder unser« Entscheidung unter den Büchern treffen mußten. Diesmal kommt uns Engelbert Graf zur Hilfe mit dem Büchlein„Ins Leben hinein", das unsere Buchhandlung soeben in schmucker Aus« stattung herausgebracht hat. Es ist eigens als Festgabe bei de» Jugendweihen bestimmt,»st aber in jedem Fall« für die Jugend gut. Das Bündchen enthält Gedichte ui»d Prosastücke: Goethe, Toller, Heine, Max Bacthel, Erillparzer und Schönlank, Marx, Tolstoy, Karl Liebknecht, Barbusse, Kautsky, Multatuli, Rühle» Eorki und Krapotkin sprechen zu den Jugendlichen. Eine Ein« leitung von Graf läßt einer Ouvertüre gleich die Motive er« tönen, die dem Inhalt Harmonie geben, so daß die reinen Teil« des Herzens innig verwoben sind, unaufdringlich und doch stark fühlbar. Lieder mit Noten schließen den Band. Die Teuerung zwang zur Beschränkung im Umfang, sie verhinderte auch die volle Ausführung der Absichten des Herausgebers. Es ließe sich noch Vollkonimeneres schaffe»:, aber auch so ist das äußerlich so bescheidene Bändchen eine wertvolle Gabe, dft Graf unjere« Oberfchlesien Die Parole der Arbeiterklasse Der„Gewerkschaftliche Nachrichtendienst" bringt einen Bericht Eleiwitz, in dem behauptet wird, daß die Aufforde- ?etUn9 zur Waffenabgabe bisher noch keinen Er- gehabt habe. Trotz hoher Strafandrohung feien noch keine » Prozent der im Besitz der Zivilbevölkerung befindlichen Waffen abgegeben worden. Der polnische Generalstreik sei ohne jeden Erfolg beendet worden. Die polnischen Arbeiter rächen sich jetzt dafür dadurch, daß sie ihre deutschen Arbeitskameraden, besonders 'n den Gruben, wo sie die Mehrheit haben, von der Arbeit aus- schließen und von Haus und Hof verjagen. Im Kreise Pleß vermöge weder die französische noch die italienische Besatzung Ord- uung zu schaffen. Der Berichterstatter sagt weiter, daß den f r a n- idsischen Behörden, besonders ihren obersten Spitzen, 'eine Vorwürfe träfen, nur bei der Waffensuche sei sehr inseitig verfahren worden. Deutsche Wohnungen und Behörden würden rücksichtslos behandelt, den Polen gegenüber werde die gleiche Schärfe nicht angewandt. Der Bericht sagt schließlich: »Dumme Mensche«, die«tcht zu«nterscheiden vermögen, baß Franzosen und Polen in Oberfchlesien zurzeit eine stärkere Position daben als wir Deutschen, verbreiten dann in ihrer Verärgerung di° wildesten Nachrichten in der deutschen Presse erzeugen so den Herd von Ereignissen, wie sie sich jetzt wieder zum Schaden des ganzen deutscheu Volkes in Breslau «eignet habe». Toren, die nicht über ihre Brillengläser hin» ?eszusehen vermögen, glaube« immer noch, die ober- Westschx,, Ereignisse und Verhältnisse mit Macht und Bluff ?5'steru zu könuen. Es ist bezeichnend und verdient schon der Er- wahnung, daß auch tu Oberfchlesien die Kommunisten sich, wie n an bereu Bezirken Deutschlands wiederholt festgestellt, in der Ge- n-llschast der Deutschnationalen befinden. Die Kommunisten sind tz>crseibst weitergegaugeu. Sie haben in getreuer Verbrüderung mit dvmischeu Agitationskomttecs zusammengewirkt, um au« Ober- ichlesien einen Sowjetstaat zu bilden. Das Programm dieser deutsch.poluischen revolutionären Komitees bestand iu der LoSlösung von Deutschland und Errichtung ewer oberschlestschcn revolutionäre» �publik. CS waren natürlich Kindsköpfe, die da glaubten, derartige Phautastereieu durchführen zu können. Immerhin hatte» die bis- �vlgen oberfchlestschen Tage auch ihre« kommunistischen Theater- vomier aufzuweisen gehabt." .Der Berichterstatter sagt zum Schluß, daß die deutsche Arbeiter- ichaft in Oberfchlesien sich hüten müsse, deutschnationalen Kreisen vis Werkzeug zu dienen. Ihr Verhalten gegen die oberschlesische polnisch gesinnte Bevölkerung bedürfe einer Aenderung. Die ge- fpomsame Parole der gesamten Arbeiterschaft Oberschlefiens müsse Los von Konfantyl Denn Korfanty fei auf Kosten der vverfchlesischen Arbeiter der eifrigste Anhänger der großpolnischen 'Nlperialistischen Ziele. . Wenn die offiziellen Vertreter der Gewerkschaften, soweit fie ver rechtssozialistischen Partei angehören, schon früher die selbst- verständliche Pflicht erfüllt hätten, sich von den deutschnationalen Dreisen nicht als Mittel für ihre dunklen Zwecke gebrauchen zu �en, so stände es jetzt um die Arbeiterbewegung in Oberfchlesien %e Zweifel weit günstiger. Aber man muß gegen fie den Vor- v'Urf erheben, daß sie fich nicht nur in die vordersten Reihen der nationalistischen Vereinigungen drängen ließen, sondern daß sie stch ?°n der Behauptung bisher nicht reinigen konnten, materielle Littel zur Förderung der deutschnationalistischen Propaganda in Empfang genommen zu haben. Die gemeinsame Parole der ober- WesischenArbeiterschaft kann auch jetzt nicht der einseitigeKampfruf: �vs von Konfantyl sein, sondern ste muß fich auf den Boden ve» Klassenkampfes zurückfinden, und von hier au« den *ampf gegen den gemeinsamen Feind der pol- vischen und deutscheu Arbeiter, den Kapitali«- v�us, aufzunehmen. Arbeiterinnen und Jugendliche im Bergbau Nach der amtlichen Statistik über die Bergarbeiterlöhne in den lK Hauptbergbaubezirken Preußens gibt die„Bergarbeiter- Zeitung"«ine Uebersicht über die Zahl der im Berg- bau beschäftigten Arbeiterinnen und fügend- lichen Arbeiter. Danach wurden insgesamt beschäftigt im zweiten Vierteljahr!g!4: 72VS Arbeiterinnen und im zweiten Vierteljahr ISIS: SS SSI Arbeiterinnen. Bis zum ersten Viertel- jähr 1320 v e r m i n d er t e sich die Zahl aus 2Z 070. Eine weniger bedeutende Zunahme erfuhr die Zahl oer beschäftigten Jugend- lichen. Sie betrug im zweiten Vierteljahr 1014: 31 200, erreichte mit 44 524 im zweiten Vierteljahr 1310 ihren Höhepunkt, um dann allmählich zu sinken auf 38 748 im zweiten Vierteljahr 1313 und auf 30 507 im ersten Vierteljahr 1320. Im Verhältnis zur Eefamtarbeiterzahl betrug die Anzal)l der im Bergbau beschäftigten Frauen im zweiten Vierteljahr 1014: 0,04 Prozent, im zweiten Vierteljahr 1318, wo die Prozentziffer ihren Höhepunkt erreichte, 7,30 Prozent und im ersten Vierteljahr 1020: 2,80 Prozent. Bei den Jugendlichen ist auch der Anteil an der Gesamtbelgschaftsziffer g r ö ß e r; die Zu- nähme aber ebenfalls geringer. Er betrug im zweiten Viertel- jähr 1014: 4,08 Prozent, stieg sehr schnell auf 7,84 Prozent im zweiten Vierteljahr 1310 und verminderte stch dann allmählich auf 4,52 Prozent im ersten Vierteljahr 1020. .Die Ziffern für das erste Vierteljahr 1320 sind nicht ganz voll- ständig, da hier das Saargebiet nicht mit in Rechnung ge- fetzt ist. Werden die für das Saargebiet geltenden Zahlen hinzu- gefügt, so zeigt stch die maßlose Ausbeutung der Frauen und Kinder im Bergbau noch drastischer. Vor allem aber gibt diese Statistik ein entsetzliches Bild von der Steigerung der Frauen- arbeit und von der daraus erwachsenden maßlosen Verwüstung der Volksgesundheit, die der Krieg hervorgebracht hat. Die„Bergarbeiter-Zeitung" bemerkt dazu: „Die Zahl der Arbeiterinnen im Bergbau ist erheblich zurück- gegangen,i immerhin ist sie noch weit höher wie in der Vorkriegs- zeit. Wir verkennen durchaus nicht, daß der Abbau der Frauen- arbeit sich nicht im Handumdrehen vollziehen läßt. Vielen Frauen wird es nicht so schnell möglich sein, anderwärts Veschäf- tigung zu finden. Daran muß jedoch festgehalten werden, daß die Bergarbeit, auch Uebertaae. für Frauen viel zu schwer, schmutzig und gesundheitsschädlich ist. Abgesehen von den ge- sundheitlichen Gefahren auch für unseren Nachwuchs gehen dabei Anmut und Würde des Weibes verloren. Darum muh der > Abbau der Frauenarbeit im Bergbau so schnell wie möglich te. �erfolgen. r■, Bei der Beschäftigung der jugendlichen Arbeiter muß auf •ihre Leistungsfähigkeit und Fortentwicklung mehr Rücksicht ge- nommen werden. Es find nicht immer die leichtesten Arbeiten, womit die jugendlichen Arbeiter beschäftigt weroen. Oft genug werden ste an der Hängebank mit Äuffchleben und Abziehen der Söagen, mit Abschleppen usw. beschäftigt. Das find Arbeiten, die über ihre Kräfte gehen. Ebenso steht es mit den Arbeiten an Kokereien, in Brikettwerken usw. Unsere jungen Kameraden müssen künftig mehr zur Organisation herangezogen werden. Sobald sie sich hier besser betätigen wie bisher, wird auch ihre Beschäftigungsart und Entlohnung mehr Beachtung finden." Mit der Herabsetzung der Zahl der im Bergbau beschäftigten Frauen und Jugendlichen auf den Stand der Vorkriegs- zeit allein ist es nicht getan. Es muß alle« daran gefetzt wer- den, die Frauenarbeit und die Arbeit von Jugendlichen aus dem Bergbau völlig zu verbannen. Mußte man diese Forde- rung schon an das kaiserliche Deutschland der Vorkriegszeit stellen, so sollte anzunehmen sein, daß ste in den Kreisen, die das r e p n- blikanischen Deutschland regieren, erst recht auf Ver- ständnis stoßen wird. Die Arbeit in den Gruben ist für den Frauenkörper unerträglich und verwüstend. Die Erhebung der Steuer» Oppeln, 7. September.(W. T. B.) Kon die Reichsgesetze über dieseanerkannt.j ch Rei�snotopfer nahmen- Das Gesetz vom 31. 12.1313 über das ausschließlich für die öffentlichen Ausgaben des■aoinminunu» Kebiete» bestimmt bleiben. m*, Französischer Wiederaufbau Die„Dena" meldet au» Pa!cis: In dem vom Krieg in Mit- leidenschaft gezogenen Departemens hatten bis zum 1. August von 4092 industriellen Betrieben, die mindestens 20 Personen be- schäftigen. 3100, d. h. 75.8 Proz. ihre Tätigkeit ganz oder teilweise wieder aufgenommen. Im zerstörten Industriegebiet steht das Departement Meurthe-et-Moselle an der Spitze mit 82,2 Proz. wiedr in Gang befindlicher Betriebe, so dann da« Ar» d e n n e n- Departement mit 81,8 Proz. und«das Nord-Departe- ment mit 80 Proz. Im Arrondisscment Lille erreicht der Prozentsatz 80,2 Proz. Diese 3106 Betriebe beschäftigten im Jahr» 1914 757 388 Arbeiter, am 1. August 1320 825 490, d. h. 42,3 Proz. Im Juli 1313 waren es erst 3,7 Proz., am 1. Januar 1320 28,8 Proz. Im V o g e f e n- Departement weisen die Betrieb« 00,9 Proz.-----------*•" 50.7 Proz dissement WWW erzeugt die Textilindustrie 43,2 Proz, die Industrie der Steine und Erden 47,1 Proz., die gewöhnliche Metallindustrie 45,3 Pyoz. der Friedensleistung.; r Bewegung darbringt, absolut gewertet sowie gemessen am Wert anderer Schriften ähnlichen Zweckes. Wir freuen uns, es den Organisationen warm empfehlen zu können. Es kostet für sie ».00 Mk., im Einzelkauf 8,00 M. Bestellungen müssen, wie wir ?an der Buchhandlung der Verlagsgenossenschast„Freiheit" hören, ald aufgegeben werden, da die Auflage beschränkt ist. Die große Kunst Ergangenen Montag war ich bei meinem Buchhändler CaiNe. Der gar oft in seinem Laden nichts Gescheites hat. "Heute habe ich zum Glück", sagte er,„ein neues Werk, Das den Menschen nötig und ebenso weise wie schön ist. ~pt Fleiß und Eifer sollte man es studieren; � allein entscheidet unser Schicksal, nimm hin: es ist did Taktik! TT»Die Taktik!" erwiderte ich;„ach, bis zum heutigen Tage -"lieb mir die Bedeutung dieses gelehrten Wortes fremd." »Dieser Name", antwortete er,„der aus Griechenland kommt, «Bill sagen„Die große Kunst", oder„Der Inbegriff aller Kunst"; ««e erfüllt das Sehnen der edelsten Geister!" Ach kaufte feine Taktik und schätzte mich glücklich. Ach hoffte, die Kunst zu finden, mein Leben zu ve Die Kümmernisse zu mildern, die es verfolgen, seinen Geschmack zu bilden und ohne Leidenschast zu sein, Ml?«*—~ s V.w.......-CA... �|nen Geschmack zu bilden und ohne«eiceniwaii z» ich (r.'n« Wünsch« dem Joche der Vernunft zu unterwerfen, vlle gerecht zu sein, ohne hintergangen zu werden. schließe mich in meine Klause; ich lese, ich bin p. var und Flamme, ein so göttliches Buch auswendig zu lernen.— Srteundel es war die Kunst, seinen Nächsten zu er- fwürgen! Voltair«. � Goethefund. Ein Hamburger Literaturprofessor will dem. Haudschnft GoelheS veröffentlichen, die er merkwürdiger- »or™Iett �abre» in feinem Besitz hatte und sie der Allgemeinlieit � Ä,®8 ift 1762 geschriebenes, vom Interesse an biblischen «o»?? dlkilertes. nicht ervcbltchcs Jugendwerl Goethes, daS man Es i,.,-? während seiner Leipziger Sludieuzeit vernichtet glaubte Vorgänge'wfünf�eile��� � �«ste» Buch M-seS berichteten „Baumeister Solnetz-, JdfeuS AlterStragödie vom Kampf m« die Jugend, wird jetzt im Theater in der USntggrätzer- st r a ß e gegeben. Schon nach de» erste» Wiederholungen stellte fich das Publikum nur spärlich ein. Die dort waren, zeigte», wie bei einem Lustspiel, durch Lachen, daß sie nicht ibfen m it d«, sondern noch nicht ibfen reif waren; wie ja auch der Strindberg- zulanf bei den meisten nicht so sehr dem inneren Bedürfnis oder einer größeren Zeitnähe dieses Dichter», sondern vielmehr der Tagesmode einer Saison und schauspielerischen Sensationen entspringt. Ibsens rätseltiefeS Werk, von der Ucberwindung des Alten, vom neue» Bauen der Luftschlösser aus festem Grunde, kann sich gerade unserer jungen Architektengeueratiou vieldenlig erschließen. Manche Schwäche» und Riss« in der Konstruktion dieses Drama? sind freilich bei vorgeschrittener Technik und veränderter seelischer Einstellung heute leichter erkennbar geworden. Die tw ganzen gut- gefügte Ausführung hat in Albert Strtnrücks cigenwüchstgen, allerdings mehr berseikerhafteu als verträumten Baumeister Solueß die über Erwarte» stärkste, in Fräulein Erika Gläsner als Hilde Mangel bei allem Bemühen um Schlichtheit die schwächste, farbloseste und ibsenfernste Wiedergabe gefunden. Da» konnte bei dieser ganz ander« gearteten Schauspielerin nicht überraschen. Ein Mißgriff des Spielleiters Max Jungk und ein von vornherein au»- stchtSlosc» Srperiment.& B* Clne«usstellnng spanischer Originalphotographien. die Oberlehrer Kurt Hieischrr seit iSl4 in Spanten aufgenommen hat, ist gestern im Lichchof des KuustgewerbemuseumS eröffnet worden. Die sehr anschanttchc. täglich von S bis» Uhr geöffnete Ausstellung bezweckt, den, deutschen Volke spanische Baukunst, Lauoschaften und Volksleben näher zu brwgen. Der Tanz in Japan. Japan ist ein Land, in dem der Tanz ein ausgesprochen weibliches Vergnügen darstellt. Kern Japaner würde sich in seiner Würde soweit vergessen, um sich rm Tanz zu drehen. Die Poesie der Bewegnngstunst wird ihm nur von den, unter dem Namen Geisha bekannten Berusstünzerinnen geboten. Die europäische Bevorzugung des Tanzes von Personen derderle, Geschlechts erscheint dem Japaner unverständlich. Daß serne urau oder Tochter einem Herrn ihrer Bekanntschaft die Vertraulichte, t gestatten würde, sie zu umfassen und im Walzer herumzudrehen, ist etwas, was ihm unmöglich erscheint. Die japanischen Tanze beruhen nicht, wie die des Westens, auf mathematischen Formeln. Sie stellen sich vielmehr als natürliche und anmutige Ausdeutung eines Gedichts oder einer Liebesgeschichte dar und befinden sich in vollständiger Uebereinstimmung mit der ursprünglichen Idee des Tanzes. MUlerand gegen die Genfer Konferenz TU. Frankfurt a. W., 8. September. Laut„Frankfurter Zeitung" meldet der Korrespondent des„Datly Telegraph" au» Paris: Sin Meinungsaustausch findet, wie gemeldet wird, zwischen den Regierungen Frankreich? und Englands statt, betreffend die Finanzkonferenz in Genf, welche die eng- lisch« Regierung auf den 24. September vorgeschlagen bat. ES ist jetzt klar, daß Millerand nicht beabsichtigt, daS vor- geschlagene Dalum anzunehmen,«nd sogar einstweilen nicht bereit ist, ein anderes Datum in Vorschlag zu bringen. Die Ereignisse der Gpaaer Konferenz und der französtsch-britischeSlreitüberRußland uud Polen haben solche Spuren tu der öffentliche» Meinung Frankreich? btuterlassen, daß der französische Premierminister die gegenwärtige Zeit für die Regelung des WiedcrgutmachungsproblemS nicht für günstig erachtet. Ueberdles wird Herr Millerand nicht von neuem einwillige», mit deutscheu Vertretern zusammenzu- kommen, wenn nicht vorher, wie in San Nemo, mit Gvotzbri« tannten und Italien eine endgültige Uebereinkunst herbeige« führt wird.„Daily Telegraph" fügt hinzu: I» Pari? schließe mau aus der Leichtigkeit, mit der Deutschland nun auf etumal die Ver- pflichtung deS Abkommens von Spaa erfülle, daß die Mtierteu Deutschland viel zu weit entgegengekomme« seien. Die Reise der russischen GewerK- schaftsdelegation T. ll. Theistiania, S. September. � Die russische GewerkschaftSdeleaatton, die sich zur» zeit in Norwegen aufhält und deren AusenrhaltSerlaubniS am heutigen Mittwoch abläuft, hat«och immer nicht die Einreiseerlaubnis nach England erhalten. Dagegen ist der Delegation gestattet! worden, nach Deutschland zu kommen uud auch die schwedische Regierung ist nicht abgeneigt, ihr die Einreise»ach E ch w e d e u zu gestatten, wenn gleichzeitig 14 schwedischen Kaufleuten die Ein- rcise-rlaubui» nach Sowjetrußland gegeben wird»nd Norwegen die Rückreise der Delegation über Norwegen gestattet. TL ist anzunehmen, daß die norwegische Regierung stch dazu bereit finden wird. Hochwasser in Oesterreich. TU. Wie«, 8. September. Die österreichischen Alpenländer find von einer verheerende« Hochwasserkatastrophe heimgesucht worden. Die sert Wochen beinahe anhaltenden Regengüsse habe» riesige Waffermengen in die Elußtäler gebracht. Weite Läuoerstrecken in Oberösterreich uud alz bürg find überschwemmt. Zahlreiche Eisenbahnbrücken, Straßen und Hauser wurden vernichtet. Der größte Teil der tz« r b st« ernte ist verloren. Der Schaden ist ungeheuer groß. I« der Stadt Salzburg hat daS Hochwasser große Zerstörungen angerichtet. Der Eisenbahnverkehr wurde an vielen Stelle» iu Oberösterreich «nd Salzburg unterbrochen, sodaß zahlreiche Sommerfrischler nicht nach Wien zurückkehren können. Die LaudcSregieruug von Salzburg hat stch an die ReparattonSkommtsstou in Wie» um der Bitte um rasche und anSgiebige Hilf« gewandt. Hochwaffer im bayerische« Alpenland. TU. München, de» S. September. Aus Berchtesgaden wird gemeldet: Dt« Salach, die Aach und die S a I za ch führen starke? Hochwasser. Der ' rll.' Nonnensteig w Bad Reich euh all, der neue Etetzenhetmer und der Cchwarzbacher Steg wurden weggertffen. In Galling brach die große Salzachbrücke, in KönigSse« die Grundmühlenbrücke und w Salzburg die Edmundsstuhlbrücke. Die Flute» über- schwemmten die Ortschaften Karlstein, Schellenberg«nd Untersalzberg. Iu Berchtesgaden und Salzburg sind die untere» Stadtteile, ferner in der Umgebung mehrere Straße» uud verschiedene Ortschaften überschwemmt. Der Berkehr vo» Berchtesgaden nach Königssee und Salzburg ruht voll- ständig. Berchtesgaden ist nahezu vonderAußenweltab« geschnitten. DaS Bezirksamt schätzt de» Schade» auf. über ei« Million Mark. Der Deutsch« Monistenbund veranstaltet am Freitag, de« 10. September, abends 7 Uhr. w der Aula det Werner Siemens« Realgym«afiumS.Hvhenstauf««str.47,eiueuBortrag mit anschließender Diskussion von Dr. b. c. Graf von A r c o und Uuiverfitätsprofeffor Dr. R u o l a t über„Gott vor dem Forum der Naturwifsenschasteu". Delegierte zur Generalversammlu«g der Betriebs« »Ste des Wirtschastsbezirks Groh-Berli». DonunStag, den 0. September, abends 7 Uhr, in den Borussta- Sälen, Nckerstr. 6-7, Geucralversammlung. Tagesordnung: Bericht der Zentral« und Neuwahl derselbe». Wahl von fünf besoldeten Sekretäre» und Erledigung«ingegangener Anträge. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Delegierten. Die Fraktion«» der drei sozialistischen Parteien und der mit ihr svmphattsiercnde» Dc.'e�i.rlen treten schon um 5 Uhr zusammen, und zwar die U.S.P. im Großen Saal, die K.P.D. tm 1. Stock, die S.P D. im Gartensaal der Borussia-Säl«. Delegierte, die noch nicht im Besitz ihrer LegiltmatiouSkarte« sind, erhalle« dieselben bis 5 Uhr iu der Münzstr. 24. III. Zentral« der Betriebsräte de« WirtschaftSbezir» Groß-Berli». gez. Richard Müller. Karl Bollmerhau». RStefeindNches aus dem alte« Magistrat Genosse Arthur Rosenberg schreibt uns: Wenn der neue rote Magistrat von Berlin zustand« kommt, wird er den Reinigungsbesen ordentlich zu schwingen haben, denn viele Mitglieder der hohen städtischen Bürokratie haben es bisher verstanden, nach ihren reaktionären Launen rdhig weiterzu- arbeiten, ohne sich dabei durch die sozialistisch« Stadtverordneten- Mehrheit stören zu lassen. Ganz besonders gaben es aber die au» dem Proletariat hervorgehenden„Räte.die Betriebsräte und die Elternbeiräte, den Herren angetan. Mit Erstaunen hat die Oeffentlichkeit kürzlich den Notschrei des Betriebsrat» der Berliner Deputation für die Kohlenverforgung gehört, und bald darauf mußte man erfahren, wie die Magistratsbürokratie die Befugnisse der Betriebsräte in den Kranken- und Pflegeanstalten einzuschränken sucht. Aus diesem letzten Gebiet sei hier noch ein be- sonders krasser Fall mitgeteilt. In der städtische» Irrenanstalt Buch wirkt der Bürovorsteher Gebhardt,«in Reaktionär und Arbeiterseind von reinstem Waffer. Der dortige Betriebsrat, der 400 Arbeiter und Pfleger hinter stch hat, wird vou Gebhardt ständig angefeindet und in seiner Tätigkeit behindert. Wahrend der Kapp-Tage trat Gebhardt äußerst provozierend auf und äußerte, Verhandeln mit den Ar- bettern hätten keinen Zweck, die Maschinengewehre müßten ent- scheiden. Die Arbeiterschaft von Buch richtete darauf eine Be» schwerde an den Berlmer Magistrat, in dem sie die Entfern una »es Maschinengewehr-Freundes aus fcinch fordert«,] Das war int Marz. Inzwischen sind in dieser Angelegenheit noch nicht» einmal die Zeugen vernommen worden, obwohl die Vertreter der U. S. P. in der Berliner Deputation für die Irren- pflege ständig auf die Entfernung des Störenfrieds Gebhardt aus Buch drängten. Statt dessen sind vor ein paar Wochen auf An- ordnung des Magistrats die Mitglieder der Bücher Streikleitung aus den Kapp-Tagen verhört worden, und dabei hat man den Arbeitervertretern allerlei Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch vorgelesen, gegen die sie sich vergangen haben sollen. Und außer- dem wurde gegen den Betriebsrat, Pfleger Marggraf, der das volle Vertrauen der Arbeiterschaft genießt und sich durchaus korrekt verhalten hat, plötzlich das Disziplinar-Verfahren er- öffnet! An gewissen Magtstratsstellen haben alfo Beschwerden wegen Kapp-Vergehen ungefähr die gleichen Folgen wie im Retchswehr-Ministeriumi das heißt, man will hochgestellte Sünder decken und den Beschwerdeführern das Genick brechen. Der Ma- gistratsdezernent für die Irrenanstalten ist übrigens der bekannte deutschnationale Stadtrat Wege. Die Bucher Zustände, wie sie sich durch den Fall Gebhardt ent- wickelt haben, sind für ein sozialistisches Gemeinwesen einfach skandalös; und der neue Magistrat wird hier schleunigst Ordnung zu machen haben. Ein würdiges Seiten>tück zu der Behandlung des Betriebsrats in Buch ist ja der Maulkorb-Erlatz des Herrn Stadtschulrat Fischer gegen die Berliner Elternbeträte. Aber es wäre Zeit- und Papierverschwcndtutg, sich jetzt noch über Berliner Stadträte zu entrüsten, deren Uhr abgelaufen ist. Die Hauptsache ist, daß nunmehr im Berliner. Rathaus in einem neuen Geist gearbeitet wird. S«w«h»sabrll S»a»da>l! Wer Im BesU, des Geldes ist, sofort Papiere abholen. Donnerstag bis Sonnabend t— 7, Sonntag S— 1, bei Thielcmann, Waldenisr Strafe 10. Bevorstehender Zusammenbruch der Kartoffel- belieserung Die Unsicherheit in der Kartoffelbelieferung droht zu einem völligen Zusammenbruch zu kommen. Anfang August hatten wir eine große Kartoffelnot zu verzeichnen; Mitte August war eine Kartoffelschwemme, resultierend aus der damals bevorstehenden Herabsetzung des Erzeugerpreises. Bekanntlich sind die großen Landwirte bedeutend eher von einer in Aussicht genommenen Preisherabsetzung informiert, als die Kommunalverwaltungen. So kam es, daß ungeheure Mengen von Kartoffeln plötzlich auf den Markt geworfen wurden, um dieselben noch zu dem bestehenden höheren Preisen den Gemeinden aufzu- halsen. Die den Gemeindeverwaltungen übersandten Ouanten konnten infolge der leichten Berderblichkeit der Frühkartoffeln nicht verbraucht werden und mußten zum größten Teil den Stärkefabriken überwiesen werden, um überhaupt noch Verwertung zu finden. Ende August trat wieder eine völlige Stockung in der llcbersendung von Kartoffeln «in, weil nunmehr der niedrige Erzeugerpreis von 26 Mark pro Zentner eingetreten war; der Kleinverkaufspreis betrug 36 Mark pro Zentner. Wir haben nunmehr zu verzeichnen, daß die großen Güter mit der Abgabe von Kartoffeln, an die Gemeinden vollständig zurückhalten. Ja, fie erkläre», wenn ihnen 40 Pfennig pro Pfund gezahlt würden, könnten sie buddeln. Der schon vorher geforderte und zum Teil auch gezahlte Preis von 30 Pfennig je Pfund bringt den Gemeinden schon einen koloffalen Verlust. Die Herren Gutsbesitzer erklären, Hx könnten die Kartoffeln bedeutend vorteilhafier verwenden, wenn fie dieselben den Bren- jereieu und Stärkefabriken ü der tv eisen, welche edes Quantum und jede Qualität bedingungslos abnehmen zu 2 rem Preis, der schon bedeutend höher ist, als der festgesetzte Er- ngcrpreis. In der Bekanntmachung vom 24. 8. der Reichsregierung— R. G. Bl. Seite 1603— betreffend Verordnung über Kartoffeln heißt es in 8 3:.Der Rcichsminister für Ernährung und Land- Wirtschaft kann das Verarbeiten von Kartoffeln in Brennereien, Trockncreien«ud Stärkefabriken verbieten oder beschränken; er be- stimmt, i« welchem Umfang und unter welchen Bedingungen Kartoffeln und Erzeugnisse der Kartoffeltrockuereien und der Kartoffelstärkefabriken zur Herstellung gewerblicher Erzcugniffe verwandt werden dürfen." Es ist hohe Zeit, daß die Reichsregierung von diesem Paragraphen schnellstens Gebrauch macht, sonst bricht die Kartoffelvcrforgung— hauptsächlich für die Großstädte— vollständig zusammen, und wir stehen direkt vor einer Katastrophe. Die Gemeinde» stehen der Sache machtlos gegenüber und haben den Schaden zu tragen, erstens materiell durch einen höheren Preis, den sie bewilligen müssen, um überhaupt der Bevölkerung Kartoffeln zuführen zu können, zweitens aber sind sie der Prügelknabe kür die verkehrten Regierungsmaß- nahmen, indem die notleidende Bevölkerung sich ja nur an den Ber- teiler— in diesem Falle die Gemeinden— hält. Gleiches Recht für alle Der Berliner Polizeipräsident Richter hat sich gegen eine weitere Verkürzung der Polizeistunde ausgesprochen. Die Inne- Haltung bei jetzt auf- 11� Uhr nachts festgesetzten Polizeistunde wird von den Beamten des Herrn Richter aber streng bewacht, wenigsten wenn— Arbeiter in Frage kommen, während in an- deren Fällen das Auge des Gesetzes— nichts sieht. In einer Zuschrift an uns wird mitgeteilt, daß am Sonnabend, den 4. d. M., auf einem Vergnügen des Theatervereins„Volks- kunst", pünktlich zur Polizeistunde ein Kriminalbeamter mit meh- reren Sicherheitsbeamten erschien und Feierabend gebot. Dem wurde auch Folge geleistet und die Gesellschaft begab sich auf den Heimweg, trotzdem es in Strömen regnete. Als man an dem fünf Minuten entfernten Restaurant„Karlshof" vorbeikam, be- merkte man, daß es dort noch sehr lustig zuging. Beim Näher- treten erfuhr man, daß sich dort Angehörige der Reichswehr und der Sicherheitswehr tfmiisierten, und zwar sollen diese bis zum andern Morgen beisammengebliebcn sein, ohne daß sich eine polizeiliche Kontrolle blicken ließ. Wie stellt sich Herr Richter zu dieser Sache. Gibt es bei ihm zweierlei Recht, oder was gedenkt er zu tun, daß jeder, ob in Uniform oder Zivil, gleich behandelt wird. Zwei Urteile Der Eeneralrepräfentant der Firma„Manoli", Max R i e h m, hat in Gemeinschaft mit feinem Sohn Willi Riesens chiebun- gen in Zigaretten gemacht und ist dabei Millionär gewor- den. Die Strafen: Vater Riehm 20000 M.— Sohn Willi 5000 M.— Geldstrafe!— Schiebe ruhig weiter— es kostet nicht allzuviel. Run ein anderes Bild. Das Wuchergericht in Kassel ver- urteilte den 14jährigen Schleichhändler R o s en b a u m sJude) aus Niederstein wegen verbotenen Kälberaufkaufs zu zwei Mona- ten Gefängnis und 1000 M. Geldstrafe, den Vater wegen Beihilfe zu sechs Monaten Gefängnis und 16 000 M. Geldstrafe., Die Gerechtigkeit ist die Grundlage der Staaten— hieß es im alten Rom! Gründung eine« Sprechchor» für die proletarischen Feierstunden. Die von der Arbeiterbildungsschule veranstalteten proletarischen Feierstunden sollen den passiven Zusckaner mehr und mehr zum aktiven Mitgeflalten heranziehen. Zu diesem Zweck soll ein Sprechchor gebildet werden, der zu regelmäßigen Uebungen zn- sammentreten soll. Die erste Zusammenkunft findet am Montag- den IL. September, abends 7 Uhr, in der Arbeiter-Bildungs schule. Schicklorstr. 5/K, statt. Genossinnen«nd Genossen, die sich beteiligen wollen, sind willkommen. Einmachezuckeroerteilung in Lichtenberg. Boranmeldung auf die Abschnitte 603 ll, J, G, K, S der Lichtenberger Lebensmittelkarte bis 11. September für'/«Pfund Auslandszucker für Ein- machezwecke zum Preise von 7,00 Mark für 1 Pfmid. Nachaumel- düngen sind nicht zulässig. Die Bezugsabschnitte Nr. 603 verlieren mit dem 30. September ihre Gültigkeit. Ansftellnng für Blumenschmuck. Am IS. September ver- anstaltct der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbciter eine Aus- stellung für Blnmeuschmnck. Sie findet in der Zeit von 10 Uhr vorm. bis 0 Uhr abends in den Sälen des Berliner Lehrervereins-Hauses (Alexanderplatz) statt. Die Ausstellung erstreckt stch auf alle Arien von Blumenschmuck aus lebenden Blumen, und unsere werktätige» Binder und Binderinnen hoffen durch ihre Arbeit beweisen zu könne» daß auch ihnen technisches und künstlerisches Können im Herzen lM Eine besondere Abteilung soll den Lehrlingen gewidmet worden,«>» einen Ueberblick über den Siand ihrer fachlichen Ausbildung zu ge< Winnen. Ihnen wird das benötigte Fachmaterial seitens der Ai$ stellungsleituug kostenlos geliefert. Daneben werden die Privat' gärtncr eine Schau selbstgezogener Topfblumen, Obst und Gemüse tcr anstalten und die Dekoration der Ausstellungsräume übernehmen. 2W Leitung der Ausstellung liegt in den Händen bewährter Fächlet» Wenn auch das Unternehmen durch die Beschränklhett der finanziell» Mittel der Aussteller nicht mit anderen solchen Veranstaltungen wm verglichen werden können, so bleibt sie doch durch die Eigenart ihm Charakters sehenswert. Die Leitung der Ausstellung hofft desha» besonders mit Rücksicht auf die Wichtigkeit des Unternehmens tz wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht auf die Unterstützung aller Kretli der Bevölkerung. Der Eintrittspreis ist so niedrig gehalten(1 M pro Person), daß es jedem möglich sein wird, die Ausstellung i' besuchen.» Britz. Die Räteschule Britz eröffnet am Freitag, den 10. d. ihren Unterricht mit dem Kursus Wirtschafts-Geographie. Lehr» Genossin Frida Wtnckelmann. Genossen, die an dem Kurs»? tcu' nehmen wollen, können sich melden beim Genossen Krantzpaw, Jahnstraße 43, und am Freitag, abends 7 Uhr, in der Aula de! 2. Gemeindeschule, Burger Straße, wo auch der Kursus abgehalt» wird. Das Hörergeld beträgt 6 Mark für einen Kursus, der'<>» veränderlich, bei mäßigen westliche» Winde», keine erheblich» Niederschläge. Aus den Organifattoneu t. DlstrNt. k. Abtlg. Heute abend, 7 ilhr. oemcinsame: Zahlabend, in, Zeichensati der Schule, Reichenberaer Str. 6S-S7. Vorlrag über unser AltionsvrograM- ''-' l abends 7H Uhr,&<* tlu-rystr. 11. ........ �________ j- J der kommunalen 3W" inisstan, in der"Schulaula, Reichenberger Str. 65.67. 11. Distrilt. Sämtliche Elternbeiräte des Distrikt» finden sich Donnersla» abends 7 Uhr, zu eiuer wichtigen Besprechung bei Äluwe, Usedom Strasj« 16, f summen. 11. Distrikt. Eewerkschafts» und RätekommiMon. Freitag, de» 10. d. SK»- bestimmt,""'' 16. Distrilt. Tagesarduung� Monaten restlerenden Beitragen haben keinen Zutritt. A. Berwaltungsbezirl. Bezirksosrordnste. Die für Donnerstag, 6 Uhr, f beraumt« Froltionssttzung, findet erst am Montag, den 13., 6 Uhr, im Reinicke- dorjer Wirtschastsamt statt. Alle Mitglieder der Fraliion werden eriucht, an d« vom Sleinickendorfer kommunalen Volksbildunasomt am Freitag, den 10., 6 UHJ bei der Ufa. Köthener Str. 13(Potsdamer Pia!,) stattfindenden Mustervorführ»» von Filmen teilzunehmen ST'~" dri! Steglitz, Lankwitz, Lichterfelde. Gemeinsame Konferenz aller sozialistisch- Elternbeiräte der drei Orte, im Festsaal der Oberrealschule, Elisenstr. 3-1, EN» litz. Nahe Stadtpark, Donnersiaa, g. S. er., abends 7>4 Uhr. «arlohorst. Der Zabiabend kindet erst am Montag, den 13. September, abem» 715, im Lokal Fiirstenbad, statt. Tagesordnung:.Die 3. Internationale." jerent: Genosse Schwenk. Korreferent: Genosse Rauch. Das Mitgliedsbuch- mitzubringen. Vereinskalender Deutscher Zruusporlurbeiter-verbaud, Branche der Kohlenarbeiter und Kntsch-- Freitag, 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 1, Bolloersammlung.. Bau-rbeiter-Verband. Die Bersammluna aller in Gasanstalten und Fabr«' betrieben beschäftigten Maurer und Bauhilfsarbeiter findet am Donnersto» den S. d. Mis., abend» 615 Uhr, tn Wilkes Fcstsälen, Ecbaftianftr. 39, statt. Sozialifttsche Prol-t-rierjugend, Gruppe Virchow. Donnerstag, 7 Uhr, Lokal von Nerger. Müllcrstr. 126, Mitgliederversammlnna. «rbeiter-Wanderbu»»„Beel!»". Sonntaa, den 12. September, Manderum nach Bernau— Laugerönne-Msthle—Hellsee— Bernau. Abs. 6.16 SteZtiner#»' «rtbahnhos, Distrilt. Gewerkschafts- und RStetommilllon. Freitag, den 10.». UN--- i IN m t, Bolloersammlung, bei Kluve, llsedomstr. 16. ,, Distrilt. Freitag, Mitglieveipersammlung in der Germania, EhaufleestroR »Ordnung;„Wir und die dritte Internationale". Mitglieder mit übet«t» Cbärlottenburg/ Freitag, 7 Uhr, Mitgliederpersammlung Im„Dolkshans".«S* ttte Internationale". Resereniin: Eenosstn Eeper, Korreferent: Genosse Sltotw Verantwortlich filr die Redaktion: Leo LIebschStz, Berlin-Friedenau. Ve» antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Komeriner. Karlshorft." Berlagsgenolsenschast„Freiheit" e. E. m. b. f>., Berlin.— Druck der �reiheir' Druckerei E. m. d. H., Berlin t. 2, Breite Sirah« 8=9. Wichtige Mitteilung für alle Leser der Alle Leser der»Freiheit- erhalten gegen Einsendung de»»eben- stehenden Gutscheines ein Gratis-Prodeheft de« rühmlichst bekannten illustrierten Werke»»Weit und Wissen-, Dasselbe bringt uon ersten Schriftstellern Tausende gsmeinverstündliche Abhandlungen au» allen Wissenschaften, ,. 95,: Der Mensch in der Pfahlbauzeit. I— Wenn die Erde erzMert.— Wie erhalle Ich»ich ftxng.— Der Wille| und dessen Ggmnastik.— Das Leben unter Wasser.— Fernphotographie, — Liebe und Ehe bei den NatnroSlkern.— Der Mensch und die Geister» well.— Flüssige Lust.— Einfiuß der Lebensweise auf das Menschenalter, j — Berschwundeue Städte in der Sahara.— Eine Fahrt im Unterseeboot usw. „Freiheit" Außerdem erhäft jeder Bezieher nach Zahlung de» Werke» Bände an» der großen illustrierten Hausbibliothek gratis. Berlauge» Sie sofort durch»ebeustehenden Gutschew ein Probeheft gratis. Guts chein „Freiheit" An deu Verlag»Welt«nd Wissen� Berlin-SchSneberg, Am Park 11. ch bestelle hiermit ein �robeheft kostenlos Siume—■ P Ort:. Einladung zur außerordentlichen Ausschußfitzung der Allgemeinen Ort»- kroi liendass« Sli-derbarnim am Sonnabemd. den 18. September d. Is., nachmittags 2 Uhr. im Kreishanse in Berlin. Friedrich-Karl-Ufer 5(Kreistagssitzungssaal) . Tagesordnung: � � � en dem Verbände der Kranken- ____________ erversicherungsamts Groß-Berlin und dem Zentraloerband der Angestellten, Bezirk Groß- Berlin, abgeschlossenen Tarifvertrages. 2. Verschiedenes. �. Die Herren Ausschußmitglieder werde» zur Teilnahme an dieser Sitzung ergebenst eingeladen. Berlin, den S. September 1920. Allg««eine OrtskraMkenkaU«/ Viederbarnlm. Neubecker, Vorfitzender. J, Genehmigung des zwischen dem Kassen im Bezirke des Ob W/***» sieh über alle Fragen sachge- i WCr mäß informieren will, der [ kommt nicht mit der Tageszeitung aus � FkAf muß Bücher, BreochOren und> ) UCr Zellschriften zu Hilfe nehmen| [ Diese kauft man am besten/ m der ! BERLIN, Breite Sir. 8-9 Heöffnel bis 6 Uhr abends !>i deöfl Ha!!! Ii WäÄfsi A-lWW!« .Sonnenbleiche" Walter Unruh IB. m. b. H. Warschauer Str. 60 Telephon Zllezand. 3346 Abholung au» allen Stadt« teilen 3 mal, Bororte 1 mal wöchentlich ®c. Bezug.... 1.40 AI. Bezug....«.70 Lallen....... 1.2« fandtuch..... 0.30 eibn-iisch-.... 1.00 Taschentitchrr... 0.20 Strumpfe, Paar.. O.BO vllerhrmd, geplättet 2.75 da. nrit Monschett. 3.00 1 Stehkragen... l.OO 1 da. nrit ediert 1.10 1 Hinlege..... 1.20 Stulpen Ii. Sernl. tenr»..... 1,30 Leibwäsche, geplättet, 60"so Ausschlag Für Transport, Diebstahl und Feuerversicherung werde» 6«. berechnet PUnktllch« Lieferung t» 8 Tage«. und alle Bedarfsartikel Preiswerl. 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