Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag, 9. September 1929 Nummer 375' Abend-Ausgabe fc,'.NN rorcn» töhibar.»ö»'sÄ�dgeh�»�» W�MrHost! innttuch« �ofionffettcn B«ft»llmri«n emotota. Hm« ettrifbanft ,-w-v Deumen lumiueije v5i>jtunitBucii KiuycucA««mtt«/«crfonn» "«»SOt fS,®fBtfd)Icn6 nnO C'fftmtid) 16,50 AI., ffit fco» übrigt-Äiislanb 21,50 M. �«�Sllch Balwa-Aafschwg,»rr Brlrl für«»Ilrlchlaad«ll> Okstkriktch SO,— 3B. ■•»•»»I»«,«j|ig»uioB un» gtH—l e«sUa■*•«hrgtla Ktrafjf»«». W««>.«-?»ch- 3,20 M, netto pro D-«-. Stell-n-Sesuchg «vart�lngngeui da, ke»g-dru-ü>- Wort 1,50 W., jede» weitere Wart 1,- A. SanipceitKr: öwtwm ZVZ». 2645, 46U 4603, 4635, 4648, 4821. berliner-Organ bar VnabbSttolgea Stniaiömofratle SfetttßOtan Die schweigenden Agrarier agrarische Presse gibt v-u de« Aotrag ihr« Fr«indt a«s hzh,,g sjir Hafer uadSerste aad aus Tr- »ad B«lä»g«««g d« FrShdraschprSmi« ihre» 7°�»» lediglich«enatais. sie enthält sich ab« jede» eigene» llr» «Is. Ei, hofft anscheinend d»rch diese» Schweige» die Absichle» Fee»«de ,»»ml«st8tze», die,»h»« Aaffehea»» er» ''8ra. i« D»»rel de» Aasschasfe» diese» Bchchlaf, d-rch. Wietze, hosse»,»och bevor die Oesfeatlichkeit zu, ihm hätte Stellung "'wen lSn»»». �iit diesem Treibe» muh ei» Ende gemacht Die verantwortungslose Politik de» Zentrum»»«»»«» �k»««». de» Letter» de, Neich«ernährn»gsministeri»ms, läht Mrchte», daß« a«ch diesem»e»e» Borsioh d« Agrari« aus �riserhöhnag keinen Widerstaad eatgegenfetzen wird. Er ist ja d« Di euer der Agrarier»ad zu. allen Liebestate» begeniib« b«ett. ,«ch»n die bisherigen Veschlllffe de» volk-wirtschasMchen Au». �rs auf Aufhebung der Zwangswirtschaft sllr �Noffel». Fletsch und die Freigab« d« Einfuhr andere, �itugniss« schädige» die Masse durch gewaltig« Steige. '*«8 der Preise, macht ab« auch grSher« Einfuhren nötig r*»ttschl«cht«tt bei d« gegenwärtige» wirtschaftliche» Lage ?�ischla»d» unser« Valuta sehr erheblich, wodurch auch die Preis« nF« industrielle» Erzeugnisse wieder anziehe» mössr». nSi« verlangen gegenüber diese« Treibe» des Volkswirt schast» Ausschüsse» die sofortig« Einberufung de» Reich»- J'Ses, damit n zu der Aagelegenhett Stellung nehmen und �khebung der bisher vom Ausschuh beschlösse- ''»Mahnahmen sowie Verhinderung jeder weite- Preissteigerung beschliehe» kann. � Die Front im Osten Polnischer Gencralstabsbericht � Warschau, 8. September. Kj?" d« litauische» Front ist- außer kleineren Zusammen- iff\\ Unserer Reiterei mit litauischen Fuhtruppeu— die Lag« un- x-�dert. Die Bürger der wiedcreroberten Stadt L t p S k bestätigen heutig die Zusammenarbeit der Litauer mit den Bolschewtsten. Im ?>ch sstblich von Grodno besetzten unsere Abteilungen Krynki. u.?"/. der Bug-Linie, von Brest biS Grnbeschov«nb von Kitzsty» ™®i big Busk, Kämpfe de? Feldpatrouillen. �uiuyjc w» i}m>y\u*,vuiux.*u PrzemySlany griff der Feind unser« Stell» �hob». � 81n6riffe wurden abgewiesen. Die im Bereich �o» e?? durchgeführte Gegenosfenstve führte zur Ein««.,___ hbL�dtzuieze und zur Ueb.rschreitnng des FluffcS Ewir». Unsere tungeu gehen in der Richtung auf die Gnlla Lipa vor. �Erschürfung der polnischen Gegensätze in de« Friedensfrage» g TU. Warschau, 9. September. S'sto ist es nicht gelungen, im Ausschuh für auhenpolitische tu k.? Grundlage für einen Friedensvorschlag mit Rußland studeu. In d,m Ausschuß haben die nationaltsttschen �chtssozialistischeRegiernngsgelüste haben nochmal» auf Merkmale hingewiesen, bt« den Verdacht "~ i- v.. ffiOTT. nhht narfehmenen Rp'fti"' Il't>oa' uur zu ocui_______ Jjcni u,Tfl8Jr'fc von neuem vor die Frage der Beteiligung.... !ich butchjuf"tj �cDfn' bofiw ste daim, ihre Auffassung * f* er,?0''io*' i>ie ein wachsame» Auge für solche Dinge zu Tct«fi..' üeht von neuem auf diese Eischeinungen ew. Gestern lichte ste«ine» Leitartikel, in dem es heißt: \'pB""'l. in der Sozialdemokratie regt sich offenkundig Wied« B � zum R e a t e re n. Denn das Schwergewicht liegt ,»°r in der Polemik gegen die jetzige Regtermig, als in dem t rtri« v' Tv*'-»»»»»»»o—---, sMBc-------- iD. 1.?te,el1 W u u sch nach Neuwahlen, für die die . ,c 3cit sichtlich für gekommen erachtet. Die Krise, die tel» durchmacht, wird von den MehrheUslozialtsteu für u». SWignet geHallen, die Niederlage d« Juniwahlen Wied« Aber tan:, das die Herbeiführung ein« Reglerungs- "chtfertigen? Allerdings ist d t c j e tz i g e B a s i s f ü r d t« �'?'"" a schmal. Ihre Bcrbreiterung erweist sich als ,i�??9- Daher wird sich in d« Tal die Sozialdemokraiie zu i» r"euon Reichst«, staguna vor ein« Entscheidung ''llt Sie wird sich darüber schlüssia l 1 ssen.ob ste in die Regierun geintreten t dieser die Festigkeit und Dauerhaftig. »i b geben.die unsercLage dringend erheischt s-i.«. B � tutritt in das Kabinett ab, so tvürd« allerdiiws ifSLJ5???Uw,tng no� rechts nicht in Fraae kommen kann' "cheinlich kaum ein ander« Weg übrig bleiben, als durch Elemente da» Nebergewicht, so daß anzunehmen kst. daß e» nicht zu ein« Einigung kommen wird. Der W i d e r st a n d gegenPilfudski wird jedoch von Tag zu Tag schärfer. D« Burgfriede ist bereits gebrochen und die Opposition geht mit Heftigkeit gegen Pilfudski vor. Abreise der rnsstschen Delegation»ach Riga London, 8. September.(Reuter.) Die russische Delegation in London hat mitgeteitt, daß die b o l- schewistische Friedensdelegation sich unonzllglich nach R i g a begeben wird. Di« lettische Regierung hat Garantien für die Immunität d« gesamten Mission gegeben. Die rusfische Autwort an Balfour Parts, 8. September. Wie d«„Wofin" an» London meldet, hat die r» s s i s ch« Delegation die A n t«« r t aus die letzte Rote Balfour» bekannt» gegeben. Di« Rntwort feisehrmahvoll Gehalten und beklag« sich üb« die plötzlich« Aenderung in d« Haltung d« englischen Regierung. Es schein«, daß Balfour»nt« dem Eiudrwk stehe, in d« milttärischen Lage zwischen Rußland und Polen sei eine radi- kale Aenderung eingetreten. Wa» in Wirklichkett geschehe« sei. sei, daß eine militärisch« Teilunternehmung nicht geglückthei. Die Kräfte Rußland», verglichen mit denea Polens, seien dieselbe» wie vorher. Wenn also die englische Re- gierung vo, drei Wochen anerkannt habe, daß Rußland als Sieg« da» Recht habe, seine vedingnuge» anfzoerlegen, so sei die Lug« weit« unverändert. Die Rote schlteht«tt eine» begeisterte» Lob d« Sowjeteinrichtungen. Der britische Gewerkschaftskongreß Amsterdam, 8. September. Ein«»Telegraaf-Meldung an» London znsolge, besaht« stch der Se»«rkschaft»k»»gr«h in P»rth»««»th«nent mit d« Weigerung d« britischen Rezieeung, die russischen Sewerk» schastsdelegietten nach England znznlaffen. RobeetWilliam brachte eia« durch BenTnrner unterstützt« Entfchliehnng ein, in d« gegen diese Weig«»ng d« britischen Regierung Ein- sprach«hoben wird. Sie wurde mtt allen Sttmme» gegen die Stimme vo» Havelot Wilson»ngenonnnen. E» wurde ein« Anzahl weit«« Entschliehnagen vorgeschlagen, in denen unter and«em gesordert wird, daß die Regi«ang»aus» gaben für mUttärchch««nd maritim« Unt«n«hm»uge»»oll» ständig gestrichen w«den. Die Wiederherstellung de» Frie- den» in der ganzen Welt sei die«ste Notwendigkeit. Kriegsent» schädignnge» müßten bis zu einem angemessenen Betrag« genaa festgestellt werdea. Die internationalen Schulden mühte» durch de» Bölk«b»nd ausgeglichen w«d«n»nt« Bedingungen, die vom Bund« festgestellt würden, um verarmte Land« mtt den Mitteln zu versehen, die ste für ihre Produktion notwendig habe». TU. London, S. September. D« Kongreß der Gewerkschaften w PortSmouth nahm « i n st t m m t g eine Resoinlio» an. in welch« die Beschwerde �5? Bergleute als gerechtfertigt«klätt und beigefügt wird, daß sie unverzüglich befriedigt werde» müssen. Neuwahlen die Grundlage für ew auf eine Parlament?» Mehrheit gestütztes Kabinett zu gewinnen. Schwerwiegende Gründe sprechen gegen diese Wiederholung der eben erst hinter»us liegenden Volksbefragung. Sie würde, nm das nochmals zu betonen, einer Politik d« vnantwottuugSlostgkctt>n danken fein, die ohne Zwe>fel auch bei den Wahlen ihr Echo finde« würde, freilich in anderem Sinne, als diejenige, die jetzt darauf Hintretben, zu hoffen scheinen." Der„Borwärls" bemerkt dazu, daß die Verantwortung für die Existenz der gegenwärtige« Regierung unserer Partei zufüllt, da ste es abgelehnt habe, in die Regierung einzntrcteu. Wir haben dem„Vorwärts" schon mehrfach gesagt, warum wir diese Eni» scheldnng getroffen haben und die Verantwortung mtt Ruhe tragen. Wiederholungeu dürften wenig fruchten. Wir können nur noch vn- stcheru, daß wir den Gang der Dinge in Ruhe abwarten. Und wenn die S. P. D. bei der Abschätzung ihrer eventuellen Wahl» ausfichten wirklich in der Weise mit den Auseinandersetzungen w unserer Partei rechnen sollte, wie die„Germania" andeutet, so dürfte sie eine neue EnitSuschuug erleben. I« übrigen schreibt d«„Vor- wärt?"— einst weilen: „Solange das arbeitende Volk in sein««drückenden Mehrhett nicht einsieht, daß eine sozialdemokratische od« von Eoztaldemo- kraien stark beeinflußte Regierung— wenn sie auch nicht all« Wünsche erfülle» und auf verrückte Ratschläge hören kann— bester ist als ein« rein bürgerliche Regiervug, solang« kann die Lust der Sosialdeniolratte am Regieren oder Milregieren nicht groß sein. Sie hat auch seines den Wunsch, daß wir alle drei Monate eine neue Regierung und alle sechs Monate einen neuen RetchSlag habe« sollen, damit bringt man die Ding« auch nicht vorwärts. Die„Germania" ist aber auf dem Holzweg, wenn sie glaubt, die Sozialdemokratie zum Eintritt in die Regierung zwingen zu können durch die kaum verhüllte Drohung, eS würde» sonst Wahlen gemacht werden gegen ste. Nicht das Gefühl, die Vernunft mutz entscheid«»! Von Dr. Viktor Stern Wir alle lasten uns, sofern wir ehrliche Sozialisien sind, durch ein Gefühl bestimmen, durch die leidenschaftliche Sehnsucht nach der völligen Ueberwindung des kapitalistischen Ausbeutungssystems, aber wir tun auch dies nur, weil wir ''' wir als M a r x i st e n erkennen, daß wir keine bloße Utopie erstreben, sondern einen Zustand, für dessen Herbeiführung die Geschichte selbst notwendig die realen Kräfte schafft, und wir dürfen uns vor allem beijederEinzelentfchei- dung in der nüchternen und unbeirrten klaren Berückstch. tigung der Tatsachen, der Kräfteverhäl-nifse, der Folgen unseres Tuns nicht durch Gefühle beirren lasten, und dies umso weniger, von je größerer Bedeutsamkeit die ent- sprechende Entscheidung ist. Das gilt aber nicht nur für die eine, sondern auch für die andere Seite. So gefährlich es gj.-....."" ur den en, die _..________ l anzunehmen, ebenso verkehrt ist es, sich etwa durch die Gefühle des verletz- ten Stolzes und Selbstbewußtseins zu einem voreiligen„Un- annehmbar" hinreißen zu lassen. Es handelt sich in der rage des Anschlusses an die Dritte Internationale um eine Sache, daß, wenn schon es vor allem das Ee- g sein muß. Wer nun so ruhig, wie es in diesem Falle Pflicht ist, die Gründe prüft, die für und gegen die Annahme der Bedingun- gen vorgebracht werden, dem muß auffallen, daß die Gegner des Anichlusies wohl immer wieder betonen, daß ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen ihrem Standpunkt und dem der Dritten Internationale besteht, daß ste aber dennoch in ihrer Polemik gegen die allermeisten der klar geu nug ausgesprochenen Grundsätze der Dritten Internationale� nichts vorzubringen wisten und sich fast ausschließlich gegen die mehr formellen Bedingungen der Organisa- tion wenden. Noch auffallender aber ist, daß sie es für notwendig finden, diese Organisationsbedingungen, denen doch wahrlich niemand einen zu großen Mangel an Schärfe vorwerfen können wird, in ganz ungewöhnlicher Uebertrei»� bung als noch viel strenger hinzustellen als sie tatsächlich sind. Ts scheint also, daß die Gegner der Bedingungen fürch- ten, die Grundlagen der Auseinandersetzung zu ihren lln- Form nicht abschreckend genug zu schein scheinen. Ganz eigen- tümlich aber muß es berühren, daß in den wenigen Fällen, in denen der prinzipielle Gegensatz erwähnt wird, Grund- sätze der Dritten Internationale als zu wenig radikal abgelehnt werden. Man scheint stch also nicht zu trauen, das Gegenteil, daß einem nämlich die Moskauer viel zu radikal sind, offen einzugestehen, obwohl doch darüber nicht der ge- ringsto Zweifel bestehen kann. Das alles zeigt, daß auch die Gegner der Bedingungen die Stimmung der Masten ziemlich zutreffend beurteilen, die heute für die Anschauungen der kommunistischen Jnternatio- nale weitaus empfänglicher geworden sind, als sie es jemals? waren. Darum wird nicht so sehr durch Kritik der Moskauer revolutionären Erundauffastung an die Urteilskrast der Mitglieder appelliert, sondern man wendet sich an ihr Ge- fühl, indem man ihnen erzählt, daß wir sogar den Namen ändern müssen, daß angesehene, langjährige Mit- arbeiter ausgeschaltet werden sollen, ja man ruft sogar das Eefühlder Entmutigung zu Hilfe, indem man ein- leitia die Schwierigkeiten hervorhebt, mit welchen die Russen infolge des Druckes der ganzen kapitalistischen Welt z> WWW. zu leide»? haben, als ob das nicht ein Grund mehr wäre, die Proleta- rier aller Länder zum Kampf gegen die Kapitalisten aufs engste zusammenzuschließen, und bei wem das noch nicht hilft, dem soll das Gruseln beigebracht werden, indem man vehaup-� tet, daß der Parteivorstand und die ganze.Partei ein paar unbekannten illegalen Führern mit militärischer Disziplin untergeordnet werden müssen, obwohl in den Bedingungen nichtsderartigeszufinden ist. Dort heißt es viel- mehr wörtlich:. „Sie sind verpflichtet, überall einen parallelen illegalen Organisationsapparat zu schaffen, der im eiitscheidenden Mo-! ment der Partei behilflich s:in wird, ihre Pflicht gegenüber der Revolution zu erfüllen. m.. Bon einer Unterordnung des Parte izentrums unter diese Organisation ist keine Rede. Es heißt vielmehr ausdrücklich. daß alles dem Parteizentrum unterzuordnen ist. Auch in den? Statuten eine I nicht_____________. m Djnge aufmerksam gemacht wird, findet sich der! übrigens selbstverständliche Grundsatz, daß dort, wo die Par-? tei selbst illegal zu sein genötigt ist. die legale Arbeit(Presse) auch unter Kontrolle der Partei stehen muß. Bon einer Unterordnung der Parteizentrale unter irgend eine andere Instanz ist nirgends auch nur mit einein Wort die Rede. Befreit man sich von allen diesen Gefühlsmomenten, so bleibt als Kern der Bedingungen das Verlangen, m i t d e m Opportunismus endgültig zu brechen, in der Partei einen st raffen Zentralismus einzuführen, illegale Organisationen zu schaffen. Propaganda unter Soldaten und Bauern zu betreiben, den Sozialpazifis- mus zu entlarven, für unterdrückte Kolonien und Nationen einzutreten, Arbeiterorganisationen gegenüber keine Absti- nenzpolitik, sondern positive Revolutioniorung in ihnen zu betreiben, und endlich die Beschlüsse der Jnter- nationale als bindend anzuerkennen und nur Mit- gliedcr zu dulden, die die Grundsätze der Internationale nicht ablehnen. Wer es, wie die meisten Gegner dieser Vedingun- gen, nicht wagt,' offen einzugestehen, daß es die Grundsätze der Dritten Internationale sind, welche ihn abschrecken, der kann an diesen Bedingungen nichts Angreifbares finden, der muß ste übertreiben und verzerren, um gegen sie Stellung nehmen zu können. Es wird gesagt, die Kommunisten wollen von Moskau aus die Aktionen des Proletariats jedes Landes leiten, ohne die Verhältnisie dieses Landes richtig beurteilen zu können. Das wäre sicherlich gefährlichster Unsinn, aber in den Vedingun- gen steht nur, daß die Beschlüsse der internationalen Koy- gresse und des Exekutivkomitees bindend sein müsien für alle angeschlossenen Parteien, was kein Unsinn, sondern eine glatte Selbstverständlichkeit ist. Die Be- schließenden sind doch die Vertreter aller beteiligten Parteien und nicht die„Moskauer". Es ist auch klar, daß z. V. bei einem Beschlüsse über eine deutsche Aktion der Bericht des deutschen Delegierten über die deutschen Verhältnisse maß- gebend sein wird, und es liegt auch in unserem Interesse, wenn andererseits auch deutsche Aktionen nicht n u r die Lage in Deutschland, sondern auch die in der übrigen Welt berück- sichtigen, über welche wieder die anderen Delegierten besser Auskunft erteilen können. Es soll ferner eine unerhörte Zu- mutung sein, zu verlangen, daß alle Preßorgane von zuver- lässigen Kommunisten geleitet werden müssen, aber nur wenn man in der Uebertreibung so weit geht, unter Kommunisten nur Anhänger der K. P. D. zu verstehen, wird man das nicht für eine SelbstverständNchkeit halten. Die Bedingun- gen sollen angeblich eine Fübrerdiktatur fordern. Wer ste sorgfältig und nicht von irgend welchen Gefühlen beherrscht prüft, wird finden, daß sie eine Befreiung der Partei von der Herrschaft opportunistischer Führer fordern die notwendige Bereinigung von Disziplin, die wir gerade brau- Redc und vor allem Demokratieund chen. Heute können unsere Redakteure und Führer vielfach eine Politik betreiben, die den Willenskundgebungen de? Partei gerade entgegengesetzt ist und andererseits muß dann auch die Zentralleitung ohnmachtig zusehen, wie jeder Teil der Partei tut, was er will. Die Bedingungen hingegen verlangen nicht diktatorischen, sondern ausdrücklich und wörtlich„demokratischen Zentralismus", d. h. Führer, die ihre Stellung dem Vertrauen der Parteimit- alieder verdanken, scharf kontrolliert und wenn nötig, ent- fernt werden, keine Politik gegen die Grundsätze der Partei führen dürfen, sich dann aber auch darauf verlassen können müssen, daß jedes Parteimitglied und jede Parteiorganisa» tion unbedingt Disziplin wahrt. Das ist hier noch nötiger als w Rußland, weil der komplizierte Apparat des In- dustriestaates unter den Folgen einer chaotischen«ndifzipli- nierten Massenerhebung viel katastrophaler leiden müßte als der Agrarstaat Rußland. Wie wenig die Bedingungen die Massen zugunsten der Führer vergewaltigen wollen, erhellt aus der Mahnung, sich bei der Entfernung unzuverlässiger Führer nicht„daran zu stoßen, daß besonders am Anfang an die Stelle von„erfahrenen" Opportunisten einfache Arbeiter aus der Masse gelangen". Das sieht doch wahrhaftig nicht nach Führerdiktatur aus. Ein sehr bewegliches Klagelied wird über die verlangten „Säuberungen" angestimmt. Daß solche Musterungen izon Zeit zu Zeit sehr nötig und nützlich sind, wird niemand ernst- lich bestreiten können, schon wegen der Provokateure, Spitzel und sonstigen unlauteren Elemente, die sich an revolutionäre Parteien besonders in Zeiten des Aufstieges heranmachen. Darauf kommt es an, nach welchen Eestchtspunk- ten gesäubert werden soll. Die Bedingungen verlangen Entfernung der„kleinbürgerlichen Elemente" aus der Mit- gliedschaft und der Unzuverlässigen, bei denen Wort und Tat nicht übereinstimmen, aus den Parlamentsfraktionen. Wer sich dadurch gefährdet fühlt, der Nagt stch selbst in be- denklicher Weise an. Aber wir sollen uns angeblich sogar selbst als Verrater beschimpfen. Das wäre nun in der Tat eine sehr merkwürdige „Bedingung". In Wahrheit wird von uns nur verlangt, daß wir uns kommunistisch nennen, um auch äußerlich selbst für den einfachsten Arbeiter erkennbar zu zeigen, daß wir mit den alten sozialdemokratischen Verräterparteien nichts ge- mein haben.. Es ist also die Scheidcmannpartei, die des Verrates bezichtigt wird, durch weiche der Name sozialdemo- kratisch geschändet wurde. Aber auch davon abgesehen, ist es nicht angezeigt, sich in der Zeit des Kampfes für die Diktatur in irgend einer Weise demokratisch zu nennen. Das Ent- scheidende ist in dieser Frage die sehr zu begrüßende Forde- rung, daß die Angehörigen der kommunistischen Internatio- nale in jedem Lande nur eine Partei zu bilden haben. Wer sich dagegen sträubt, wendet stch gegen die Einigung des revolutionären Proletariats. Die Bedingungen sollen ferner die Spaltung der Gewerk- schaften vorschreiben. In Wirklichkeit verlangen ste das Ge- genteil, nämlich das Eindringen in alle Arbeiterorganisatio- nen. Sie wenden sich allerdings gegen die begueme Methode, in den Gewerkschaften nur Gewerkschaftler zu sein, d. h. nur Besserungen der Arbeitsbedingungen im Auge zu haben. Wir müssen auch in den Gewerkschaften nie ablassen, am Sturz des kapitalistischen Systems zu arbeiten, d. h. auch dort wie überall Kommunisten zu sein. Daß die Be- dingungen gegen die Amsterdamer Internationale Stellung nehmen, ist zu begreifen, wenn man bedenkt, daß dieser In- ternationale schon manche Rechtssozialisten zu revolutionär sind. Das größte Entsetzen bewirkt natürlich der Absatz 2l. Aber selbst er muß entstellt und übertrieben werden, um gegen ihn mit Aussicht auf Erfolg auftreten zu können. Er ver- langt nicht den Ausschluß aller derjenigen, die gegen die Be- dingungen gestimmt haben, sondern nur derjenigen, welche die Grundsätze der Dritten Internationale und der Be- dingungen ablehnen. Kann man aber ernstlich verlangen, daß eine Partei, die aktionsfähig sein will, Mitglieder in ihrer Mitte duldet, die nicht auf dem Boden ihrer Grund- sähe stehen? Mit dieser Zurückwessung von llebertreibungen und Ent- stellungen soll nun aber nicht der entgegengesetzte Fehler begangen werden, die Bedingungen in einem mil- deren Lichte erscheinen zu lassen, als der Wahrheit entspricht. Die Bedingungen sind erfreulicher Weise von einer ganz außerordentlichen Klarheit und Schärfe. Es ist eine völlige Verkennung der Sachlage, wenn mit Rücksicht auf diese Schärfe behauptet wird, nur Sklaven- seelen könnten diese Bedingungen annehmen. Diese B e- dingunaen werden uns ja nicht von einem Feindeoiktiert und niemand außer unserem eigenen Interesse und unserer Pflicht zwingt uns, in die Dritte Internationale einzutreten. Diese Bedingungen schreibt die Dritte In- ternationale s i ch s e l o st v o r und es wäre u n o e r a.n t- wortlich, wenn sie, um uns zum Eintritt zu verlocken, uns über ihre Grundsätze nicht völlig reinen Wein einschenkte. Die Schärfe der Bedingungen stämmt auch nicht aus einer Abficht, uns zu de- mütigen, sondern aus der Notwendigkeit der ernsten Zeiten, denen wir entgegengehen und in denen Parteien der Halbheit und des ewigen Schwankens eine Ge- fahr bedeuten. Nur insoweit kann auch in den Bedingungen eine Demütigung erblickt werden, als darin Garantien dafür verlangt werden, daß es nicht wieder einmal bei fchö- nen Beschlüssen bleibt, denen keine wahre inner« Wandlung folgt. Kann man dies aber der Dritten In- ternationale verdenken? In Leipzig faßte unsere Pattei Beschlüsse, die einen entschiedenen Ruck nach links bedeuteten und in der Praxis folgte ein noch stärkerer Ruck nach rechts, insbesondere in der Haltung unserer Presse. Unsere eige- nen Mitglieder müßten aus'sich heraus durch die Erfahrung belehrt, solche Garantien verlangen und das wäre sicherlich ehrenvoller als wenn wir erst von außen her dazu gedrängt werden müssen- Lassen wir uns nicht durch Gefühle bestimmen, sondern nur durch kühle Ueberlegung. Diese sagt uns, daß wir über kurz oder lang, den schwersten Kämpfen entgegengehen, daß diese Kämpfe in allen kapitalistischen Staaten an Tiefe, Umfang und Leidenschaftlichkeit zunehmen müssen, daß wir darum eine Massenpartei mit straffster Disziplin im eigenen Volke brauchen, aber auch eine Internationale, deren Beschlüsse mehr sind, als gutgemeinte Ratschläge, Wir müssen dann freilich dieser Internationale zur Verfügung stehen, aber sie g:llt dafür auch uns die Hilfe des Proletariats der anderen ölker in Ausstcht. Ohne internationalen Zusammenschluß ist unser Kampf aussschtslos. Die zweite Jnternallsn» aber ist erledigt und nur die dritte zeigt g e r a d e d» ihre Bedingungen, daß in ihr der Geist lev>> den wir von nun an brauchen. Danzig zur Anfchlutzfrage (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".,) Danzig.» Septemt«. Di« vettranensmSmlerfltznng der U. S. P. D„ die von 200 Genossen besucht war, nahm in ihrer letzten Sitzung� Bericht»on der Reichskonferenz entgegen. Nach ergiebigen Aussprach« wurde folgender Antrag mit alle« g«§' zwei Stimmen angenommein. „Die heutige Bertraaensmäunerfitznng beschlieht de» klnM an die Z. International«, lehnt jedoch die zentralist isch' AbsLtzeindeaBedingangeuab. Sie erwarten, dich � Parteitag die Zentral« beanftrvgen wird, eine Aendere" der Aufnahmebedingungen herbeizuführen.".• Beranlaht wurde dieser Vcfchluh dadurch, dah es unmöglich� die Taktik der U. S. P. Dentschlauds durch die Zentrale bestimmen zu lassen. DieSchweiz zum Anschluß anMoska» Basel, 8. Eeptnnb» Zu dem Beschluß der sozialdemokratischen Geschäftsleitung � Schweiz, bei der Gesamtpartei den Richtbettritt if dritten Internationale zu beantragen, sagt die Tagwacht":.Die Annahme der Moskauer Bedingungen bede« die Vernichtung der schweizerischen Partei und der werkschaften. Die Bedingungen find nicht nur praktisch»ndiu? führbar, sondern die Anerkennung allein würde schon zu sch�. inneren Konflikten führen." Dagegen setzt stch der Baseler„Borivin für die Annahm« der Bedingungen durch die schweizeris? Partei ei«». Erhöhung der Vrotratton W. T. B. verbreitet folgende Mitteilung: � In der Presse stnd in den letzten Tagen Mitteilungen übet � Konferenz der Ernährungsminisicr erschienen, die einigen falschen Auffassungen Anlaß gegeben haben, namen», soweit ste stch auf die Anträge bezuglich der Erhöhung d« Brotration und der Ausmahlung des Brotgeire' des beziehen. In der Sitzung am 1. September wurde üb« Antrag des bayerische n Ernührungsministers abgestimmt, die w liche Brotration vom 1. Oktober ab auf 260 Gramm zu«hd� und den Ausmahlungssatz des Brotgetreides, spätestens d* 15. September, auf fi."> Prozent herabzusetzen. Obwohl es, wie drücklich festgestellt ede, im allgemeinen in diesen Sttzuv nicht üblich ist, Absiimmungen vorzunehmen, wurden in vi-i Falle doch auf ausdrücklichen Wunsch des bayerischen Ernähr»»� minist«? abgestimmt, um zu sehen, wie die einzelnen Vertt« der Länder sich zu der Erhöhung der Ration und der aerin! Ausmahlung stellen. Die Mehrheit entschied stch sowoh die Erhöhung d« Ration als auch für gering«« Ausmahld' wobei die Mehrheit für die gering«« Ausmahlung beträch� größer war. Aus dieser Abstimmung kann aber noch nicht r Schluß gezogen werden, daß eine Erhöhung d« Brotration ein gering«« Ausmahlungssatz nun wirklich zur Durchsicht kommt, weil die Konferenz d« Ernähningsmimster hierfür«7 die beschließende Instanz ist. Die Festsetzung d-- Brotratio« � des Äusmahlungssatzes obliegt vielmehr den irektort* und Karatorium der Reichsaetreid«, teile,«">- die Zustimmung de» Reichsministers für Ernährung und 2at Wirtschaft einzuholen haben. Es Ist auch zu beachtcn, daß bei s* Abstimmung lediglich die Zahl d« Minister zum Ausdruck � nicht aber die Große der Länder, wie ste beispielsweise im R«� rat durch Verleihung mehrer« Stimme« an die Vettrei« gröP Länder znr Geltung kommt. Wir möchten der Schlußfolgerung dieser Meldung entst� den widersprechen, daß lediglich die Reichsgetteidestelle � das Ernährungsministerium über die Erhöhung der BrjJ ratio« und die Heraosetzung des Ausmahlungssatzes zu" rhließen hätten. Die gesetzgebenden K ö r v*' (haften haben dabei doch auch mstzusprechen. Der Vov- wirtschaftliche Ausschuß wird des.-.lb in den nächsten Ta� eine Entscheidung zu tteffen haben, au die Ndchsgettei� stelle und Ministerien gebunden sind. Preisrückgang in England. Die engNfchen Preis« find? August nach den vorliegenden Berichten fortgesetzt gefallt Die vor«wem Monat beobachteten Anzeichen für ein adermall Anziehen der Preise stnd also bedeutungslos gewesen. Sl Die Republik 5* fr derart, g< "k »z st 1« e a Sch»ll«se»IIche,n finden stch rstrle lacke,«rl uns sticht man dort uerarblich auch nur eist«,- Im©«(rcr.ItU, die Lel»2cher nur «inen hauch rrpublttanllchc» Eilst»,' im Gqs-ntcil, die Lelediicher st««n«u von moimrchistijch-bqiantintsch-r Sod«nj»N«rnoerdimmel»ng. Ärofestar W« r n« ck- hat t«ut d«» Brrsuch gemacht,«tu.L«I«buch des Lichte«, d«r Freiheit und»er Monjchenliebe" tn Anlehnung an französische V-rbilder zusarnmenzusteli«, da,»uter dem Namen .P h ö d n»' ericheint.?I,m Ist dies« Pr«b«»»» dir Feder de» französtschen PhilvI-p»«« und Piidngoge» tompacht«(geb. 18«) entnommen. Die Republik ist die einzig« Regierungsform, bei d« die natio- 1 nale Souveränität wahrhaft respektiert wird. Die Könige leiteten ihr« Gewalt von irgend einem göttlichen Rechte h«. Sie nannten stch die Erwählten Gottes, ab« ihre Verbrechen oder Fehler, ihre Schlechtigkeit oder Unfähigkeit be- wiesen oft, daß ste es nicht waren. Was machte das? Sie b«iefell sich auf ihr« angebliche göttliche Sendung, um von ihren llntettanen einen absoluten Gehorsam zu verlangen. D« König war d« einzige He«, der einzige He«scher, und Ludwig XIV. wagte zu sagen: Jl)« Staat bin ich!" Heut« bilden alle Bürger den Staat: die Gesamtheit d« Nation gilt als Herrscher. Ebenso wie jeder einzelne frei ist und stch selb« gehört, ist auch die Nation, welche die Vereinigung aller ist. voll- kommen frei und gehört stch selber. Der Herrsch« ist nicht mehr ein einzig« Mensch, der mit seinem despotischen Willen den Willen der anderen unterdrückt: d« H«r- scher bist du, bin ich, find alle Bürger; und wir machen von unse- rer Herrschaft Gebrauch, indem wir durch das allgemeine Stimm- recht die Männer wählen, denen wir unsere Autorität üb«tragen, damit ste Gesetze schaffen, die d«m Interesse de, Lande» ent- sprechen, und um deren Ausführung zu stchern. Das allgemein« Stimmrecht ist das Mittel der Ob«hoheit de» Volkes. Das allgemeine Stimmrecht muß frei und aufgeklärt sein. Wenn es nicht frei ist, wenn man durch Lift oder Ginschüch- terung den Bürgern Abstimmungen entreißt, die gegen ihr Ee- wissen stnd, so liegt auf der Hand, daß die nationale Souveräni- tät unterdrückt wird. Andererseits wird die H«rschaft des Vol- kes, wenn das Stimmrecht ohne Aufklärung bleibt, gar laicht falsche Wege einschlagen,- ste wird stch irren und die Interessen des Landes gefährden. „Das Volk", sagt Montesquieu in feinem Buche: D« Geist d« Gesetze,„ist souo«Sn durch die Aeußerung seines Willens. Der Wille des Souveräns ist d« Souverän selber. Die Gesetz«, die das Recht der Willensäußerung festlegen, find daher jn sin« demokratischen Republik fundamental« Art." Was man jedoch vor allem einsehen muß. ist die Tatsache, daß die Republik die einzige Regierung ist, die sich mit dem Prinzip der Oberhoheit des Volkes oereinigen läßt. Jede Monarchie steht im Widerspruch mit diesem Prinzip. In der Tat.«in Volk, das stch an eine Dynastie sesselt, das für immer die Macht einem Manne und dem Nachfolger dieses Mannes überträgt, verzichtet auf seine Souveränität. Ein Volk ist nur souverän, wenn«s in regelmäßigen und gesetzlich festgelegten Perioden dl« Aenderun- gen seines Willens offenbaren und die Macht anderen Händen anvertrauen kann. F. Compayre. Einige Sätze I. I. Ronsfeans im gleichen Sinne seien noch angefügt: Gegen die Despoten Weit entfernt, daß ein König seinen Untertanen die Mittel zn ihrer Existenz liefert: er gewinnt die seinigen von ihnen, und ein König begnügt sich nicht mit wenigem. Die Untertanen geben asso ihre Person unter der Bedingung, daß man auch ihre Habe nimmt. Ich sehe nicht, was ste übrig behalten. Man kann sagen, daß der Despot seinen Untertanen die bürg«. liche Ruhe sichert; mag sein, aber was gewinnen ste, wenn die Kriege, die ihnen sein Ehrgeiz zuzieht, wenn seine unersättliche Habgier, wenn die Plackereien seiner Minist« ste schlimmer heimsuchen, als Zwistigkeiten es vermöchten? Was gewinnen sie, wenn diese Ruhe selber eine ihr« Plagen bedeutet? Auch in den Kerkern lebt man ruhig; genügt das, um stch dort wohl zu fühlen?... Behaupten, ein Mensch gäbe seine Person umsonst, heißt etwas llnstnntge« und Unbegreifliche» behaupten: ein solch« Akt wäre ungesetzlich und ungültig, schon au» dem Grunde, weil der, d« so«twa» tut, nicht bei verstände ist. Dasselbe von einem ganzen Volke behaupten, heißt ein Volk für verrückt halten; die Ver- rücktheit aber begründet kein Recht. Auf seine Freiheit verzichten, heißt auf seine Eigenschaft als Mensch, auf die Rechte der Menschheit, sogar auf seine Pflichten verzichten. Es gibt kein« Entschuldigung für jemand, der auf alle» verzichtet. Ein solch« Verzicht ist mit d« Natur de» Men>u>en nicht vneinbar; und es hieß«, seinen Handlungen sed« Sittlich- keit nehmen, wollte man seinem Willen jede Freiheit nehmen... Imm« wird diese Rede gleich unvernünftig klingen:„Ich Ntlkhe mit dir einen Kontrakt, der dir alle Lasten und mir alle Vorteile überweist, den ich solange beobachten werde, al» es mir gefällt, und den du solange beobachten wirst, als ee mit gleichfalls gefällt. öl Bei den internierten Rotgardisten (Bon unser« Sonder-Berichterstatter.) %xxfl, Ende August IgJ®- Pferde Pferde, überall Pftrde geben den ersten Eindruck. Man gla», vach Wildwefl zu kommen und nicht nach einer kleinen oflptcufill®, Stadt. 10 bis ißOOO Pferde haben die Rotarmisten üb« vi« Are« gebracht. Ci« grasen in Rudeln weit im Land umh«. und? zwischen flehen deutsche und russtsche Soldate», die fie hüten; j laufen durch die Stadt, ohne Sattel und ohne Halst«, bis sie � gegriffen werdcn; fi« sind verstreut im Lager, wo sie hungrig � Laub von den Bäumen fressen- ste stnd liderall, stundenlang � von AryS entfernt, unübcrstchtlich und unzählbar. Wie fie ihr« Pferde ltebenl Ich hörte von Kosaken, di« drohiss lieber ihr Pferd zu erstechen, als wegführe« zu lassen. Ich selbst einen Kavalleristen, der sein» begleitet, und ihm schließ�! lange nachsah, während Tränen aus seinen Angen kullerten. Die deutsche Laqerbehörde steht diesen Pferdemasscn fafsung gegenüber, deren Zugehörigkeit»u den einzelnen Truppenletlen jeder Feststellung«»tzieht. Sie werden den Besitzern der Umged die in Scharen herbeigeeilt stnd, leihweise tiberlasse», da es I1 geschloffen ist. im Augenblick genügend Futt?r heranzuschaffen. Völkerrecht bleiben ste Eigentum Sowjet-Rußlands, aber trotz hoffen viele, sie endgilttg zu Warenhauspreisen«werben zu kön«� lind es gibt Russen, die, von alle« Notwendigen entblöß!, ihr Pr) für 200 Mark vertauft haben. Die Bevölkerung Alles, waS im Umkreis von«ry, wohnt, scheint in die gekommen zu fei», um die Bolschewisteu anzusehen. Da« Hotels voll von umfangreiche«»grartrrn. die in Unmengen Schnaps »nd dabei ihre Sorgen auskramen:%.». daß die Versicherung g«!? Aufrnhrfchäden ihre bisher tn Ostpreußen sehr niedrig« Ptä"1 nnnmebr erdShen könnte. J D)ie Slraßen sind belebt von rsten Soldaten, und ollmtha�? entwickeln stch Geldgeschäfte. Die bescheidene LiebenSwürdikeit wtK GonofTen erobert im Sturm alle Herzen,«nd nur schwer findet fj Bevölkerung sich tn die Hetzlügen zurück, die ihr die Zeitungen K drei Jahren servieren. Die Kaufleute, imm« beweglich, haben Zuerst mit d n neuen Gästen abgefunden, au denen die Restauro',? und Geschält« viel verdienen. Man zahlt für den Eowjet-M-j einen Pfennig, ab« üble Schieb« nutzen die Notlag« Freunde auf das schäbigst« aus. Eine rasch entfachte Epekulai�! wnt kauft Papierstute»— und auch Silber— von Zarenrnbf), Sowjetgeld, KemStztO, Petljuranoten und polnisch« Mark zu(5® ltchen Preis«. Die Rotarmisten«chatten 1200 Rubel im Spezialisten und Kommissare entsprechend mehr, aber da dieses Die Bedingungen für die französische Partei Das Präsidium des zweiten Kongresses der kommunistischen Internationale veröffentlicht»an alle Mitglieder der französischen sozialistischen Partei, an alle flastcnbewusilen Proletarier Frankreichs ein Schreiben, das von Sinowjeff, Lenin, Serrati, Levy und Rotzmer gezeichnet ist. �Das Schreiben enthält zunächst eine sehr heftige Kritik der fran- Zösischen Partei, die ihre Pflicht im Kampfe gegen die französische Bourgeoisie, die zu einem Bollwerk der Reaktion geworden sei, nicht erfüllt habe. Während des Krieges sei das Verhalten der Führer der früheren Parteimehrheit Renaudel, T homas. Combat nicht besser gewesen, als das schmutzige Verhalten der Scheidemann und Noske. Die frichere Minder- heit habe gegen die scheußliche Mehrheit nie einen prinzioiellen klaren Kampf geführt. Zur Mehrheit geworden, setze sie dieselbe zweideutige Politik fort und spiele eine traurige opportunistische Rolle. Sie und ihre Führer wie L o n g u e t sehen sehr nach So- zialpatrioten aus. Die französische Partei sei noch hinter den deutschen Unabhängigen zurückgeblieben, da sie sich noch nicht einmal von ihren offenen Verrätern und Sozialpatrioten losgelöst habe.„Zu ihrer Partei," heißt es in dem Schreiben, „gehören noch Personen wie Renaudel, der treueste Sklave der französischen Bourgeoisie. Sie dulden noch solche Verräter an der Arbeitersache wie Jouhaux und seine Eesinnungs- genossen, die sich jetzt bemühen, diegelbeZnternationale der Gewerkschaften ne» zu errichten. In ihrer Partei dürfen noch immer diejenigen ihrer Mitglieder verbleiben, die die Unver- lchämtheit hatten, bei der Abstimmung über den schmachvollen und blutig räuberischen Versailler Frieden in der französischen De- putiertenkammer sich mit Stimmenthaltung zu begnügen." So treibe die jetzige Mehrheit ein« Politik voller Schwankungen, Zweideutigkeiten und Falschheiten. Diese Kritik wird nun im einzelnen ausgeführt, namentlich wird das Fehlen einer illegalen Tätigkeit, insbesondere im Heere, gerügt. Die französisch« Partei habe es auch unterlassen, die Führer der Confederation du Traoail(Gewerkschaftsbund) für ihre niedrigen Verrätereien an den Pranger zu stellen und den Kampf gegen sie zu eröffnen, um„die französischen Gewerkschaften von dem korrumpierenden Einfluß des Kapitals zu befreien". Frossard hätte das zögernde Verhalten gegenüber der dritten Internationale damit zu entschuldigen versucht, daß die größten europäische» sozialistischen Parteien bisher der dritten Inter- nationale noch nicht beigett-ten sind. Demgegenüber müßte ge- sagt werden:„Wenn unter den größten europäischen die vom Sozialpatrlotismus verseuchten Parteien gemeint sind, so wünschen wir ihren Beitritt in die kommunistt- sche International« nicht und werde» sie nie hi»einnehmen. Alle wirklichen revolutionären Partelen Europas und Amerikas sind bereits in unseren Reihen. Di« kom- munistische International« hat sich bereits zu einer solchen Macht gestaltet, daß sie für einen gewissen Teil der Sozialisten zur Mode geworden ist. Einige Anhänger de, Zentrum- legten sich die Ve- Zeichnung Kommunisten zu und glauben, daß man sich der dritten International« anschließen kann, ohne in Wirklichkeit mit der bisherigen opportunistische» Politik zu brechen. Das kann die > kommunistische International« nicht dulden. Wir werden unsere Organisation nicht verwässern lassen. Die kommunistisch« Inter» nationale muß«ine schlagkräftige internationale Gemein» schaft de, kommunistische« Arbeiterschaft werden." Das Schreibe« behandelt dann das Verhalten der Gewerk» lchaften und erklärt: �vie Gewerkschaften bedeuten für di, Sozialpatrioten ihre» letzten Stützpunkt. Die zweite Internationale als politische Organisation zerfiel wie ein Kartenhäuschen, di« neue gelbe Amsterdamer Inter» nationale aber ist eine zu schwache Bast, für die So- zialverräter. Dies« Amsterdamer Internationale ist momentan noch mehr als die Liga der Nationen schädlich und gefährlich für dt« Weltreoolution. Mit Hilfe der Legten. Gompers und Iouhauz versucht die Bourgeoisie, aus der Amsterdamer Internationale der Gewerkschaften eine ebensolche Waffe für ihre räuberischen Ziele zu machen, wie es die sozialdemokratischen Parteien der ganzen Welt während des imperialistischen Krieges gewesen waren." Es seien deshalb innerhalb der Gewerkschaften kommuntsti» sche Zellen zu organisieren, die den Kampf gegen die Machen- lchaften der große» und kleinen Jouhauz führen bis zur Ver» keinen internationalen Rurs hat, ist e# für viel« unmöglich, sich etwas zu kaufen, und manche lassen sich zur Hergäbe von Aus- rüüimgsgegenfländen verleiten. Man wird hoffentlich mit allen Mitteln gege« die verbrecherischen Wucherer vorgehen, die auf so un- rechtmäßige Weise sich selbstsüchtig bereicher«. Lagertreiben Diese Armee ist nicht mehr die alt« zaristische. Man merkt eS auf den ersten Blick, man merkt eS besonders bei einem Gang durch das Lager. Ich kam am Morgeu hin: an allen Pampen wuschen sich die Leute, alle machten einen sauberen, freundlichen Eindruck und gaben mir liebenswürdig auf die Fragen Auskunft, dt« ich " ihnen dolmetsche» ließ. Ihre Uniformen find nicht von der straffen Einheitlichkeit, die wir von denArmeen unseres imperialisiischenZettallers kennen. Aber vou mehreren Seiten wurde mir erklärt, daß sie trotz ichrrr Verschiedenheit und Buntheit tu gutem Zustand waren, als Sie h�be»'einen achtwöchige« Vormarsch hinter sich; sie haben, zuletzt ohne Munition, Feinde vor und hiuler sich, schwere Kampfe durchgemacht, aber man merkt nichts mehr von Ermüdung oder gar Ttszlplinlosigk.it. Dabei habe» sie vier Tage wenig mehr alS Suppe zu essen bekommen, da Deutschland auf den plötzlichen zahl» reichen Besuch nicht annähernd vorbereitet war. Sie sitzen und liegen in phantastischem Dorchewauder mit thren Pferden an allen freien Plätzen. An rasch ruizündeten Feuern werden mit etwas Mehl und Pferdefett breiige Kuchen gebacken. Irgendwo klingt eine Ziehharmonika nud zwei Kosakeu tanzen danach seltsame Bewegungen. Entblößte» Oberkörpers näht einet auf einem Hemd. Eine Kompagnie ist angetreten. Uebcrall Leben und Be» tricbsamkeit..,.,,_ Ich gehe mit ewem Kommissar dnrch das Lager, spreche mit vielen Leuten; nicht alle sind Kommunisten, aber kaum einen fand lch, der »icht die Größe der sozialistischen Idee fühlte, und niemand zweifelte an dem schließlichen Steg« de, proletarischen Rußlands. Es gibt auch Frauen bei der roten Armee. Frau»» verfchtedeuer Art. Da sind bekannte Elsckeinungeo, Kranken, chweltern. d,« das Genfer Abzeichen am Arm tragen. Schreibmaschinenmädchen, die auch bei dieser prolctartschen Arme« meist uicht häßlich sind, ver- schöne-n die Stäbe. Aber das ist schließlich uichtS besonderes. Etwas besondere» sind di» Frauen, die als Soldalrn i.ls Feld gezogen sind. Ei« tun denselben Dienst wie die männNchen Gcnsffen. aber für ihre freiwtlllgo Meldung war häufig ein Grund bestimmend. der doch echt weidlich ist. Eo erzählte mir eine, ihr sei die Revo- lutiou ziemlich gleichgültig, die Erschütterung der ganzen Welt ließe sie kali, sie sei mitgegangen auS Licbe ,« ihrem Mann, den sie nicht Veitaffen wollte, und init dem sie etttschloffen sei, alles Uxgemachzu teilen. Als einüges Abzeichen tragen alle Rolarmisten an der Kopfbe- deckung die proletarische Kokarde, eine» fünfeckigen, rotemallierten Sieru, der in Bronze das Sowjet- Emblem, Sichel und Hammer. Zeigt. Auf eiucm anderen Abzeichen sieht Man die rote Fahne mit der flammenden Inschrift:„Proletarier aller Länder "ereiuigt Euch!" Hanns-Erich Kamin scki.> jagung der sozialverräterifche» Führer. Denn nur gegen diese fei eine Revolution möglich.„Die roten Gewerkschaften be- ginnen sich jetzt im internationalen Maßstabe zu organisieren. Auf die Initiative de» Exekutivkomitees der kommunistischen Internationale schufen die linken Gewerkschaften Italiens, Rußlands und Englands einen Dreibund, der im August oder September seinen internationalen Kongreß der roten Gewerkschaften haben wird. Er soll das Gegengewicht gegen die Amsterdamer Internationale der gelben Gewerkschaften dar- stellen. Unterstützt dieses Unternehmen in Frankreich! Bringt es soweit, daß Eure Syndikate sich der Internationale der roten Ge- wcrkfchaften anschließen und ein für alle mal mit den gelben brechen! Das ist die Aufgabe der aufrichtigen Revolutionäre in Frankreich. Das Schreiben wendet sich dann der Frage des An- s ch l u ss c s zu. Es wiederholt, daß die französische Partei hinter den deutschen Unabhängigen zurückgeblieben sei und fordert mit größtem Nachdruck den Ausschluß von Longuet.„Wir erklären mit voller Bestimmtheit, daß trotz des Kampfes,£kn Longuet für die russische Revolution führt, trotz des Bekennt- nisses seines Mundes zur Diktatur des Proletariats wir nach der ideologischen Position und der ganzen Tätigkeit des Longuet sowohl in der Presse wie im Parlament in ihm den zweiten K a u t s k y sehen. Ja, es ist unvermeidlich, daß Sie mit einer Reihe Ihrer rechtsstehenden Führer, die bis zum Mark ihrer Knochen vom Reformismus infiziert sind, brechen." Die Hauptsache sei aber, die reformistischen Tradi» tionen aufzugeben. Man verlange von der Partei nicht, daß sie sofort eine„Sowjet-Revolution mache", aber sie müsse eine rücksichtslose Propaganda für die Ideen der proletarischen Diktatur und des Kommunisums treiben. Eachin und Frossard hätten sich mit dey Bedingungen einverstand en erklärt. Das Schreiben fährt dann fort: Der Kongreß werde das Exekutiv- komitee bevollmächtigen, die französische Partei aufzunehmen, wenn ste.chieoomKongreßgestelltenVedingungen annehmen und durchführen wird." Wir bestätigen voll und ganz unsere Antwort an die deutschen Unabhängigen, di« auch in der fran- zösischen kommunistischen Presse abgedruckt war. Diese A n t- wort war fast im selben Maße auch an Sie gerich- t e t, d. h. an die Mehrheit der französischen sozialistischen Partei. Den besonderen Verhältnissen in Frankreich entsprechend stellen wir folgende 10 Punkte auf: 1. Die französische sozialistische Partei muß den(Charakter ihrer täglichen Propagandaarbeit und ihre Agitation in der Presse radikal ändern, i» dem Sinne wie wir es schon oben aus- geführt haben. 2. In der Frage der Kolonien ist«ine deutliche und klare Linie für die Parteien von großer Wichtigkeit, besonders in jenen Ländern, deren Bourgeoisie ihre Macht auch über Kolonialoölker verbreitet. Die ftanzösische Partei muß rücksichtslos die Machen- fchaften der französischen Imperialisten in Bezug auf die Kolonien enthüllen, muß nicht nur in Worten, fondern auch durch Taten jede Befreiungsbewegung in den Kolonien unterstützen, muß die Losung popularisieren:„Fort mit den Imperialisten aus den Ko- lonien", muß die Arbeitermassen Frankreichs zu einem aufrichtig brüderlichen Verhalten gegenüber den Arbeitermassen der Ko- lonien erziehen und eine systematische Agitation im französischenHeere gegen die Unterdrückung der Kolontal- bevölkerung treiben. ». Die französische Partei muß die Verlogenheit«nd di« Keuche- lei de- Sozialpazifiemus enthüllen, muß den Arbeitern systematisch beweisen, daß ohne revolutionären Kampf gegen den Kapitalismus alle internationalen Schiedsgerichte, alles Reden von Verminderung der Waffen die Menschheit vor neue» impe- rialistischen Kriegen nicht zu retten vermögen. 4. Die französisch« sozialistische Partei muß mit der Organi- sation der revolutionären kommunistischen Ele- ment« innerhalb der Allgemeinen Arbeitskonföde- ratton den Kampf gege« die sozialverräterische« Führer der Konföderation beginnen. b. Die französische sozialistische Parte, mnß»tcht nur in Worten. sondern auch tatsächlich die Unterwerfung der parla- ment arischen Fraktion unter die Partei im allgemeinen aufs Strengste durchführen. Sie muß nur jene Deputierten der Fraktion anerkennen, die gewissenhaft sich an die Beschlüsse der Partei halten und ihre ganze parlamentarische Arbeft im oben erwähnten Sinne einstellen. 6; DK heutig« Mehrheit der ftanzöstschen sozialistischen Partei muß ihr Verhalten gegen den linken kommunistischen f vf iL" iranzöflschen Arbeiterbewegung ändern. Die Partei muß die Spalten ihrer Blätter den Kommunisten öffnen. Die jetztge Mehrheit muß auftichtig« Annäherung an die kommuntsti- fchen Elemente Frankreichs suchen. 7. Die französische Partei muß radikal mit dem Reformismus brechen und muß die systematisch« Entfernung aller lener Elemente, die den neuen Weg zu beschreiten nicht fähig sind, durchführen. ?ie �auzösische Partei muß auch ihren Namen ändern und sich vor der ganze» Well als kommunistische Partei Frank- reich» bekennen. g. Die französischen Genossen müssen die Notwendigkeit der gleichzeitigen legalen und illegalen Arbeit in einer Epoche, in der die Bourgeoisie den Belagerungszustand über die Arbeiter und ihre Führer verhängen, anerkennen. 10. Die französische Partei, wie alle Parteien, die sich der dritten Internationale anschlleßen wollen, muß die Gültigkeit der Beschlüsse der kommunistischen Internationale aner» kennen. Die kommunistische Internationale anerkennt durchaus die Verschiedenheit der Verhältnisse, unter denen die Parteien der verschiedenen Länder zn kämpfen haben. Die Kongresse der kom- munistifchen Internationale werden diesen Umstand stets auf die Wagfchale legen und allgemeine Beschlüsse nur dann und nur in solchen Fragen annehmen, wo für ihre Durchführung keine Hinder- nisse vorliegen. Wir bitten Sie, alle französischen Arbeiter von dieser unserer Antwort zu unterrichten. Die Franzosen und Moskau Sitzung des Parteiemsschusses HN Parts, 9. September. Der sozialistische Parteiansschuß verhandelte Gestern über d>« von Frossard der französisch:» Partei für den Beitritt zur 9. Internationale überbrachten ueunPunkte. Es soll, laut Petit Parisicuue. in dieser Verhandlung sehr lebhaft zugegangen sein. Wiederholt wurde die Frage gestellt, ob diese ucua Punkte di« e» d« gültigen Bedingungen darstelle», da man der deutscheu Un- abhüngiflei» Partei 21 Punkte gestellt und da? franzistiche kommu- ulsttsche Organ gegen 18 P u n k t e veröffentlicht habe. Frossard erklärte, daß diese neun Punkte als die enÄgilltigen Bedingungen Moskaus anzusehen seien. Der Ausschuß beschloh. vis ganz« Partei über den evt. Beitritt zur dritten Internationale entscheiden Z« lassen und den Bericht möglichst bald drucken zu lasse«. Achtung! Betriebsräte! Am Dienstag, den 14. beginnen in der Nateschul« folgende Kurse: Elementarrechnen: Winielmann. Beginn S Uhr, Zimmer 28. Weltwirtschaftliche Beziehungen: Winkelmann. Beginn 7 Uhr, Zimmer' 28. Am Mittwoch, den IS.: Einführung in die wissenschaftlichen Grundlagen des Marxis- mus: Winkelmann. Beginn S Uhr. Zimmer 28. Sozialistische Wirtschaftsorganiiation(Sozialisierung der In- dustrie): Oehring.� Beginn Uhr. Zimmer 33. Rechte und Pflichten der Betriebsräte: Schönbeck. Beginn Z4K Uhr, Zimmer 34. Schriftlicher und mündlicher Ausdruck: Ketzler. Beginn Uhr, Zimmer 33. Klassenkampfschulung. Gesamtunterricht. Beginn �8 Uhr, Zimmer 27. Sämtliche Kurse finden Hinter der Garnisonkirche 2 statt. An- Meldungen unbedingt bis Sonnabend, den 11., nachmittags 4 Uhr im Bureau der Räteschule, Münzstr. 24. Die Handelshilfsarbeite? im Einzelhandel Nach der Unionsbranerei in der Hasenheide hatte die Branchen- leitung der Handelshilfsarbeiter im Einzelhandel des Deutschen TransportarbeitervcrbandeS ihre Miiglleder zu einer Versammlung gerufen, um zu der Kündigung deS Lohnkarifs durch den Arbeit- geber-Vcrband im Einzelhandel Stellung zu nehmen. Der Referent P o I l m e i e r führte zn Beginn seines Referate« aus. daß der Arbeitgeberverband im Gnzclhandel sich der Einzelhandelsgemeinschaft angeschlossen hat und daß dieselben Vertreter der Arbeitgeber, mit denen man bisher verhandelt hat, jetzt als Tarifkommisston der Einzclhandelsgemeinschast aufircten. Als einziger Grund für die Kündigung des Tarifvertrages kann nur der Lohnabbau in Frage kommen, da man auch den Handlnngsgehilien den Tarif gekündigt hat. Der Arbetigcberverbaud hat in den letzten Monaten eifrigst gearbeitet, ungeheure Summen sind ihm zugeflossen, sodaß seine Streikkasse gefüllt ist, und er bereit ist, im Falle eines Streiks seinen Mitgliedern auch den Berdienstausfall zn ersetzen. Die angebahnten Verhandlungen mit dem Arbcitgebervcrband sind jedoch daran gescheitert, daß der Ehristliche Transyortarbeiterverband mit seiuer sehr geringen Mttgliederzahl als Tartskontrahent auftrat. Die Vertreter dcS Deutschen TrausportarbeiterverbandeS lehnten entschieden ein gemeinsames VerHandel» mit den Christktchen ab. Jederzeit zum Verhandeln geneigt, im äußersten Fall auch zum Kampf bereit, ist die Devise für die kommende Zeit, � Ortmann gab dann den Bericht der Lohnkommissio» über oie Sonnabendsttzung beim Arbcitgeb'rverband. Trotz deS vorherigen ablehnenden Bescheids waren die Christlichen mit ihrem Borsitzenden Kühn doch zu den Berhandlimgen erschienen. Erst als wiederholt die Vertreter des TransportarbeitcrverbandeS die Anweseuhetts- berechttftung der Christlichen in Zweifel stellten, und auf Grund der minimale» Mitgliederzahl dieses Vereins sich beharrlich weigerten, mit ihnen gemeinsam in Verhandlungen einzutreten, faßten die Arbeitgeber, die schon geneigt waren, mit den Christlichen zu ver» handeln, den Beschluß, die Entscheidung, ob der Christliche Trausport- arbeiterverband eine Gewerkschaft ist, den maßgebenden Stellen zu überlassen. DaS Auftreten der Christlichen, die auf ihrem letzte» Kongreß für Aufhebung des Achtstundentages sich aussprachen, Hatto die Wirkung, die Arbeitgeber in ihrem Bemühen, die Vcrhaudlungs» zn verschleppen, auch noch zu unterstützen. Die freien Gcwerlschaslen in Berti« haben es bisher stets abgelehnt, die Christlichen als Tarif- kontrahent anznerlenuen. Deshalb kouute auch diesmal vou diesem Slandpunkt nickt abgewichen werden. Da« Ziel der Arbeitgeber ist der Lohnabbau, Deutlich muß unseren Gegnern jedoch unser uner» schütterlicher Wille zum Bewußtsein gebracht werden, daß erst ein Einken der Lebensmittelpreise und der übrigen Kosten der Lebens, Haltung eintreten muß, ehe daran z» denken ist. Die Gefahr ist groß. Alle Säumige» müssen noch in letzter Stunde herangeholt werden, um auch erfolgreich die Aktto», w die man eingetreten ist, zu beendigen..„ Alle Diskussionsredner lehnten es ab. mit den Vertretern deS Christlichen Transportarbeitervcrbandes, den Hemmschuhen der Arbeiterbewegung, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen. Ein- stimmig wurde eine Resolution im Sinne des Referats angenommen. Pollmeier teilte dann den Lohn-Tarisvertragsentwurf mit. In der Diskussion wird sowohl eine Ausschaltung der Staffelung bei den Arbeiterinnen als auch eine Familienzulage gefordert, Da vor der Familienznlage von verschiedenen Rednern als zweischneidige Waffe gewarnt wird, wird der dahingehende Antrag der Lohn» kommission als Material überwiesen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden noch organisatorische Branchenangclegenheite» erörtert. Lohnbewegung i« der Damenkonfektio« Die Herstellung der vielgepriesenen und photoaraphterten Mode- schöpfangen wird in einem Ausbiutuugssystem berrteden. das gegen anderen Berufen in nichts zurücksteht. Die Unternehmer dieser Branche, die in der Konjunkcur Rtcsengewinne eingesteckt habere möchten am liebsten in der Zeit der Stagnation den bescheidensten Tarifvertrag beseitigen, um, wie in der guten alten Zeit, nnbeschkänkt ansbento» zu können. Nur mit Mühe konnte der Verband der Be4 kleidungsarbetter eine Verlängerung des Tarife? unter der Be� dingung durchsetzen, daß die vielfach veraltete« Bestimmungen tlnei Revision unterzogen werden Es sind sehr bescheidene Aenderungo», die verlangt werden: Di« Lieferung des Nähmaterials, auch für das erste Stück. Erhöhung der Uebeistundenaufschläge. Bezahlung der Feiertage. Ferien. Einführung einer Slundenberechnmig und ein« Kontrolle über die Einhaltung der tariflichen Löhne. In mehreren Versammlungen, die Montag- und Dienstagabend stattfanden, haben die BeruISangehörigen zu diesen Fragen Stellung genommen und folgende Resolution beschloffen: „Die Versammelten sprechen aus, daß das schroffe ablehnend» Verhalten der tzlrbeitgeber, insbesondere der Zwischevmeister. wieder etumal gezeigt hat. es gibt für die Arbettvrtchast nur etaen Feind. das ist da? Unternehmertum! Die in der Damenkonfektion be- schästiaten Schneider und Schucidertnnen richten an die Arbeitgeber» organisattonen noch einmal die Forderung, den lehige» teuren Lebensverhältnissen bei der Revtstou des Tarifvertrages Rechnung zu tragen. Würden die Damen mäntelkabri kanten sowie die Zwischen» metster dieser Forderung nicht eutsprecho«, hellen fie es sich selbst zuzuschreiben, wenn zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein« Spannung Play greift, die etneS Tages für die Arbeitgeber«naa- genehme Folgen zeitigen würde." Die«eteiebsorganiiatton«» he* Avgemeinen Orts- Krankenkasse der Stadt verttn. In der Bersammlunp de« GewerlschaflSfunkllonSre. die am 1. September in der„Renen Welt" flaltfano, war von dem Lieferenten Genoffen Fritz Schmidt sowohl wie von dem Vorsttzendcn Genossen Sabath da auf fuw gewiesen worden, daß n, a. auch in der Allgemeinen Ortskranke»» kaffe der Stadt«erlin die Betriebsorglmisation stark vertreten sei, ükne4 u. 7 IHK. mit fr!e6sn5kciut5ckuk 5 SaMe«ckrliillche Saranlle Zahnziehen mit Befäubnmj be! Besfollimg von Seblssen groüs. Kronen v. 30 MK. an, Spez.: Zähne ohne Säumen. Kern« tiuxur, preis«, 2atiJ9"PsP5His Süsitvcinii oon»ig«?»»?,»« 14 und in unserem Bericht darüber wurde gesagt, fie.herrsch«' dort. Bom Betriebsrat dieser Kasse wird uns nun mitgeteilt, daß dieser Ansdruck nicht znircfiend sei. deü» von 1183 Beschäftigten zähle die SS.'O., Hochgegriffe», nur 100 Anhänger, während die übrigen frei- gewcrtschastlich organisiert fitid� Interessant für die.politische Ucberzeugnnq- der meisten B.-O.-Leute sei der eigenartige Zufall, daß die B.-O. nur immer eine« kleineu Zuwachs croielt, wenn die Gewerkschaftsbeiträge eine Erhöhung er- f u h r e u. Die BetriebSorgauisaiion sowie ihr sogenannte? Organ .Ter Kampfruf' seien für den Betrieb ziemlich bedeutungslos. WaS an Bedeutung fehlt, suchten sie durch recht viel Geräusch zu er- setzen.— Wir geben dieser Zuschrift Raum und freuen uns. daß die B.-O. doch nicht so stark vertreten ist. wie mau vermuten konnte. Jedoch schon das kleine Häuflein geuügt, um sich ernstlich mit ihm zu beschäftigen. Eelchohsairik Spandau. Besondere Umstände haben ergeben, dag das Geld erst am Freitag, den 17. und Sonnabend, den 18. September, ausgezahlt wird. Falkenberg. Die Umformung der Sicherheitspolizei Nach dem Abkommen von Spaa muh bekanntlich die Sicherheits- Polizei bis zum 22. d. M. in ihrer heutigen Form aufgelöst sein. Mit der dadurch bedingten Umformung des Sipo beichäf- tigte sich dieser Tage einVertretertagdesWirtschasts- Verbandes der Sicherheitspolizisten(Preuhlicher Landesverband). Das Ergebnis der Verhandlungen mit der Re- gierung wurde berichtet und besprochen. Nach dem Plane der Kom- Mission soll in Zukunft das erste Dienstjahr der jungen Beamten lediglich der Ansbildung gewidmet werden. Er tritt dann als Untorwachtmeister in den Exekutivdienst, wird dann nach zwei Iahren Wachtmeister und nach weiteren vier Jahren Oberwacht- mcister. Während dieser ganzen Zeit kann das Verhältnis durch Kündigung gelöst werden. Nach einer Prüfung und evtl. Er- Weiterung der Kenntnisse auch einer Fachschule erfolgten Beförde- rungen zum Hauptwachtmeister, Polizeileutnant oder Kommissar und Anstellung auf Lebensdauer. Für den Aufstieg in die höheren Beamtcnklassen sollen nicht mehr die Dienstjahre, sondern die Fähigkeiten entscheidend sein. Nach Vorbringung verschiedener Forderungen wurde eine Kom- misston eingesetzt, die alle auf die Umformung bezüglichen An- träge und Forderungen bearbeiten und der Regierung unter- dremn soll. • So«in Vertretertag bringt doch manches zutage. Wessen Ee- Hirn durch reaktionäre Anschauungen nicht völlig in Grütze ver- wandelt ist, wird als aufmerksamer Zuhörer der Tagung den Ein- druck gewonnen haben, dah die reaktionäre Offizierscliqu« der Sicherheitspolizei drauf und dran ist, alle aus der Sicherheits- polizei hinauszudrängeln, die nicht das Glück haben, zu den„Edel- stsn der Nation" zu gehören. Bekanntlich hat Minister Severins in einer schwachen Stunde angeordnet, dag ein kleiner Prozentsatz der Unterbeamten zu Offi- zieren befördert werden kann. Auch hat er vor einigen Monaten einen Teil der Oberbeamten(Waffenmeister, Musikmeister usw.), die sich zwar nicht durch den Adel der Geburt, wohl aber durch Tüchtigkeit und Bescheidenheit auszeichneten, in bezug auf Rang, Amtsbezeichnung, Gehalt usw. mit den übrigen Osfizierveamten gleichgestellt und später noch zum llberfluh versichert, dah an dieser ministeriellen Anordnung nichts, aber garnichts geändert werden sollte. Daß diese Anordnung den Herren, dl« in der wilhelminischen Zeit dem Generalstabe, den Garde- und ähnlichen Regimentern angehört haben, und nun, dank der Hilfe guter Freund« und Nachbarn, in der Sicherheitspolizei eine fette Pfründe gesunden haben, gewaltig gegen den Strich geht, liegt aus der Hand. Neben diesen hohen Herren nimmt sich auch ein ehemaliger An- ieroffizier, der nur seine Sache versteht, aber kein Monocle zu tragen gelernt hat und seinen Stammbaum nicht bis in jene Zeit verfolgen kann, da seine Vorfahren noch auf Bäumen hausten, recht dürftig aus. Wie leicht könnte so ein Konzessions-Schulze mit einem Herrn Grafen verwechselt werden! Das geht selbst- redend nicht. Wie aber Wandel schaffen? Man sollte es nicht glauben und doch ist es wahr: Da kommt die Entente, deren Mast- nahmen von den feudalen Herren stets mit einem hurrapatrioti- schen Wutgeheul begrüßt werden, zu Hilfe. Die Entente hat be- kanntlich die Stärke der Polizei genau festgesetzt. Unter dieser Stärke, so sagen die feudalen Herren, sind nur die Ober- und Un- terbeamten zu verstehen, die unmittelbar auf den„Pöbel" los- gelassen werden. Die übrigen„Kerls" kann man zwar nicht ent- behren, aber zu den„Edelsten der Nation" passen sie nicht, man muh sie daher zu„dem Pack stoßen" und„zivilisieren". Mit Krokodilstränen wird den Ausgestoßenen versichert: Ihr lieben Brüder, wir möchten euch gern in unserer Mitte behalten, aber die Entente will nicht. Es lebe die Freiheit, Gleichheit, Brüder- lichkeit! Das wäre der erste Streich. Der zweite wird den übrigen Offi- zierbeamten gelten, die von der Pike auf gedient haben. Zu ihrer Beseitigung werden die hohen Herren schon rechtzeitig das ge- eignete Mittelchen finden. Nur so weiter, uns kann es nur recht fein. Auch dem dümmsten Sicherheitspolizisten werden mit der Zeit die Augen aufgehen, und er wird in den feudalen und ehe- maligen Eardeoffizieren das sehen, was sie tatsächlich sind. Pretzbommisston. Am Sonnabend, den 11 d. Mts„ abends S Uhr, Sitznng in der Buchhallerei der.Freiheit'. Geschäfts- führender Ausschuß, S>/, Uhr. Als Stadtsyndikus kür das neue Berlin hat der Wahlausschuß de» Stadtrat Lange-Neukälln mit 14 gegen 11 Stimmen in Vorschlag gebracht. Die bürgerlichen Parteien empfablen den Syndikus von Charlotten bürg, Herrn Sembortzki. Genen den von unsere» Genossen vorgeschlagenen Schulrat Genossen Löwenstein veranstalten die bürgerlichen Vertreter ein wahres Kesseltreiben. Sie haben jetzt die Lehrer aus die Beine gebracht, die sich einen.Inden' nicht gc- fallen lassen wollen. Es wäre ein Schlag in? Gesicht der.Deutschen Lehrerschaft' und ähnliches konnte mau aus dem Munde der bür- gerlichcn Redner hören. Jetzt soll unser Genosse vor dem Ausschoß erscheinen und seine Ansichten vortrage». Di« Gehaltsirag« hat einer Revisio» unterzogen werden müssen, da der Oberpräsident ein« solche für erforderlich hält. Die Ge- Hilter für den Oberbürgermeister nnb die Fachdezernente» blieben unverändert, d. h. der Oberbürgermeister soll 78 000 Mk. einschließlich der Teuerungszulage und die Fachdezernenteu 30 000 Mk. eiu- fchließlich der Teuerungszulage erhalte». Der Bürgermeister soll nunmehr dasselbe Gehalt wie dies« beziehen, daZ sind demnach 15 000 Mk. weniger als in einer früheren Sitzung beschlossen worden war. Die Stabträte sollen, wie schon früher beschlossen worden ist, 18 000 Mk. pluS 50 Pcoz. TeneruagSzufchlag� also 27 000 Ulk., erhalten. Diese Gehälter bedürfen«och der Zustimmung des Ober- Präsidenten. Der Männcrchor„Fichte- Georginia' wird am kommenden Sonntag, den 12. S.plcmber, nachmittags 3'/, Uhr, im Berliner Lustgarten ein öffentliches Konzert gebe». Da diese Veranstaltung bei der bekannten Leistungsfähigkeit des Vereins einen hohen Kunstgenuß verspricht, empfiehlt sich der Besuch. Hoffentlich macht der launische WeUergott leinen Strich durch die Rechnung. Jugendweihe Friedrichshagea. Auf Anregung der so,. Eltern- beträte stndet die Jugendweihe erstmalig in Friedrichshagen am 20. September 1 Uhr nachmittag» statt. Wir bitten unsere Genosse» um rege Beteiligung und baldige Entnahme von Gastkarten ä 1,50 Mk. Dieselben sind zu habe» beim Genosse« Rohde, Friedlichst r. 112. Der Deutsche Monistenbund veranstaltet am Frettag. de« 10. September, abends 7 Uhr pnntUtch, in der Aula des Werncr-StemenS- Realgymnasiums, Hoheuftaufeustrast« 47/48. Ecke Miinchener Straße, einen öffentlichen BorlragSabend, au dem Dr. Graf Arco und UniverstlätSprofessor Dr. Nicolai über daZ Thema.Gott vor dem Forum der Naturwissenschaften' spreche» werden. Eintritt für Ntchlmtlglieder 5 Mark. verloren. Einer Genossin ist auf dem Wege von Bahnhof Reu- kölln nach Frankfurter Allee eine Nein« Ledertasche mit Lebens- mittekkarten und Papieren verloren gegangen. Der Finder wit§ gebeten, die Tasche im Neuköllner Parteibureau, Neckarstr. 8> abzugeben. Verloren gegangen ist da? Mitgliedsbuch 2200 vom 6. Distrikt auf deu Namen Pari! Conrad. Obmstr. 0.— Gestohlen wurde ferner da» Mitgliedsbuch 2209 auf den Namen Paul Golchert, Josesstraße 18, gleichfalls 6. Distrikt. Die Bücher siad im gegebenen Falle auznhalle« nnd im Sekretariat nnserer Redaktion abzugeben. Der Leichenfund im Grunewald. Ja dem ErmitilavgZver» fchren. das die Kriminalpolizei zur Aufklärung des im Grunewald entdeckten Verbrechens anstellt, hat sich ein Zeuge gemeldet, der wichtige Angaben mackeu konnte. Es ist dies ein Jngenienr au» Nikolassee, der am Dienstag früb eine» Mann in mittleren Jabre» beobachtet hat, der zwei in krepparltgem Papier geschlagene Pakete bei stch trug. Dieser Mann, de: zweifellos mit dem Verbrechen'» Vrrbinduug" steht, ist jedeukollS mit dem 7.00 Uhr morgens von Berlm in Nikolassee eintreffenden Zug angekommen. Personen, die diese» Mann ebenfalls beobachtet haben, werden ersucht, sich um- gehend bei den Kriminalkommissaren Dr. Ricmaun und Trelttn im Zimmer 76 des Berliner Polizeipläsidinms zu melden. Die Obduktion der Leichenteile hat ergeben, daß eS stch wahrscheinlich am die einer weibitchen Person handelt, die im Alter von 22—30 Jahre» gestanden haben mag Die Persönlichkeit hat anscheinend blonde Haare pebabt, die Ohrläppchen sind angewachsen, das Gebiß im Obe-.kicfer ist sehr defek:, insbesondere fehlen die Schneidezähne. Voraussichtliches Metter für Berlin und Umgegend. Vielfach heiter, am Tage etwas wärmer bei größlentetts schwache oder westliche Winde, keine erheblichen Sttederschiäge. Aus den Organisationen «.»Ist,!«, e-nnatrnd, 7 Uhr. Ki-»tsti. M, Sitz»», der graoeiurrdett» m» flir dl- V»Il»erlinnmlima der»gltation«.»»d»ollti» schen KommÜIi«», Wm Sonnabend, sind»on de» ilbteUungsobleuie» der beide» Komarisö-nen von Donnerstag ab ru>m Ceir. Norfs abz»b«le». 12. Tis, ritt. Freilag, den 10.. abend, 7 Uhr, össeniltch« Elternaerlar.imlaaa. t» der Schuloula, PappelaNee 4M2. Tagesordnung: ,Segr» die Rechll-smachiu», der EliernbeirSte." St-I-rent: Ken. Lehrer Menz. 7». Dt stritt. Frettag, 7 Ubr. In der Schulaula,«leimstr.« SfsentNch««Un» protestvcrsammlung. Taae-ordnung: Jttie Entrechtung der ElternbeirSte." Tiltriit Niederb-,»im-Rord. DI« Sitzung der Frauen, und Kind-rlchuUtomm»- Ron, findet nicht Freitag, sonder« D t e,» t»,. de» 1«.. abend»«4 Uhr, bei Teuder, Pantoio. Flora-, Ecke Eellertstr., statt. »ezirtoverband B-rlln-Brondenb-rg. Den Pari-, genoffen, dt««« uns da»»efe- rent-nmaterial bezogen haben, geben wir hlerniit zur Senntni», dag die Doch- Handlung..Freiheit den Versand übernommen bat. All« Best-llunaen nnb«b»»> ncmentsgelder stnd von jetzt ab an die Buchhandlung �Freiheit�. Öteit« Et?. 8-9» zu richten Richard Herbst, Nalsterer, SchickUrstr d-O.„., Reuvlln. Die Sitzung der lommunalen Fommisston de« Bezirk, NeukZIIn, findet Frettag. 7 Uhr, bei Wegener, Elbestr. It. statt..._ Tempclhos. feilte abend, M Uhr, wichtige, dffentltch« Sitzung der Sewetnde» »ertretunz in der»ula des L,z«u«,. Sermanlaftr. t. Vereinskalender vg»offtt-n t, Fententv-rd-n» der»ne-stelUen. Frettag. 7»Hr. Versammln«, tn den SopdienIZIen.___.._ «nnd der technische,»ngesteNten nnd veawten.«m Freitag, den t«. Sc»- �'----" �•"r Uhr, im Nestaurant Im Restanrant ,. tat Reftanrnnt eLlostlans«."— Tegel, abend» VA Uhr. trn Eafe Hohenzollern, Strahenbahn. Endhaltestelle. �__._ Ä-RÄlr'irt wmmmmmmmmmmmmmammmaammmmmmmmmmmmmmmmmKamma Für die sctiuientlassene Jugend erschien soeben: Ins Leben hinein Für die Jugend zusammengestellt von Gg. Engelbert Graf Rekher Inhalt Gebunden 8,00 Mk. Gute Ausstattung Organisationen wollen sich des Bezuges wegen direkt wenden an die Verlagsgenossenschaft Freilieft e.G. m.b.H. Abteilung Buchhandel r. Berlin C 2, Breite Str. 8-9 temder 20, Mltgllederoerlammlung. Norden 3. abend, Hagenbeck, Müller.. Ecke Seeftr.— Retnickendarf. abend» Schalt. Wittenau am Bahnhof.— Siemensstadt, abend« U. E. P. D. 3. Distrikt. Seme CetfoDiünng. Freitag, den 10. September, abends 7 Uhr» in„Happolds Festsälen", Hasenheide. Bortrag: i. Sie«ülMMSe ZlMge des Wlmrws. Freie Aussprache. Der Borstand. Wesmrw Kauft Grestmavn, Joliamiisstr. 4. Morden 106 21. Einladung aar«etzarordentllchenAuaschuHfitzuna derAItgem einen vttakinnken. daffeNledeebarnim am Sonnabend, den ts. September b.J»., naehntittag» L Uhrr, Im Krelatzanfe In Brrltn. Artadetch» Karl-Ufer S, Krelotagsslpnngosaat. Tagerrednnng, 1. SenehmlAUNg der, mischen dem Berbanb,»er Klauben- Kassen im Begtrste de» Oberoerstchernngaamt» Sroh-Sertln nnd drm Aentralrrrband der Angestellten, Bezirk vroh« Berlin, adgefchlofsenen Tarisvertrn,,». 2. Verschiedenes. Dt- Herren Anafchuhmtiglled«, meideri per Tetluahme an dieser Sigari, ergedenst eingeladen. B e r l i n, den«. September 112». WM OiHiiitee KeMni. Nenberber. _ Borfltzend er. Achtung! Brennholz einkaufen. Der Lichteuberger Bevölkerung wird empfohlen, sich schon jetzt für den Winter mit Brennholz ,u vtt sorgen. 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