Einzelpreis 30 Pfg.- 3. Jahrgang Freitag, 10. September 1920 Nummer 37«• Morgen-Ausgabe _—«emismei» bcrrSfi bei freier Zoft-ltim, hn Aon fb. *■. tan Mmu iählbar.«sn ket«peditio» seldh ebgetoB 8,80 tS. L»�8»M»» fS»tliche Popunftalie»«estell-nge» aittttm. Uran_____.____ 22»"»«»««schieab Mb Ortmrid» 18,50«8„ fit de» Sbritf«»-l-ed 21,60 OL MmU«»bafmmelnfschl»« rc©rlrf(ti v»«fchl»»b ntk oeftsrei» SO,— B. ——— r~wmi i.....8», iMiTuvomuegwuc obtt unrw«las« MM#■— M»«MschKeGtlM Amrisen!»-» fe«,-I»ri»itt» Wort id.— i«b" einschließlich Teuerungszuschlag. Lause, lx«n, eigen laul Tarif. B*5{~"2�,J arn un» Stellen-Desuche 3,20 M. nett» pro Zeile. Stellengesuch» de Waet�ln, eigen: da. settgedrucht. Wort 1.60 mu, ftWs cheiwe Wort 1,- n. «osOrrtw: fiadnat zeit. Zlii. tili MM, Uli,«ti.«ZL $erßhpr-Orffon bfr Vnofifiängfffen Symlbemfratie S>mtß�fants Die Beschlüsse des Volkswirt- schastlichen Ausschusses Der volksmirtschaftlich« Aussch«� de« Reich»» '»««« setzte gestern die veratuugen über die Erwerbslos« a< 'Ursorg» fort. Rur mühsam vermochte« die dürger» lichen Parteien ihre grundsätzliche Abneigung. *>« ungeheure Rot der Arbeitslosen zu milder«. >ertu scheu. Tagelang hat der Bollswirtschaftliche Ausschutz lediglich Forderungen der Agrarier und der Zudustrielle« berate«. «la aber gestern«ach der nur wenig mehr al» eine« Tag dauern» J*u Teneralaussprache über die Erwerbslosennot die unabhängigen «ertreter die Einsetzung eines Unterausschusse» beantragten, der Mch während dieser Tagung des Ausschusses über da» Ergebnis I«i»er Beratungen Bericht zu erstatten hätte, stimmten ihn die bürgerlichen Parteien au» Furcht, datz sie in dieser Unterlommis- fon ihre Feindschaft gegen positive Matznahmen offen belennen sitzten, geschlossen nieder. DerSprecherdesZentrumver- uirte sogar ausdrüeNich. datz der unaVHLugige Antrag mit den übrigen Anträge« vällig««vereinbar fei, er Halte es des» belb für zwetflo», eine« Unterausschutz einzusetzen. Es ist da» Aennzeiche« der jetzigen politische« Situation, datz ms Macht bewutztsein der bürgerliche« Klassen immer ofs««er aus- ***'• Ihre durch die augenblickliche Wirtschaftskrise und durch die Veste der zwaugswirtschastliche» Regelung de» Wirtschaftslebens Ichwer«ingeschrinftr Auodeatnagsfteiheit wollen ste sich jetzt wieder i» vollem Umfang erkämpfen. Einträchtig arbeite« Zn- TOstrie und Landwirtschaft t« dieser Abficht zusammen. Erstrebt *i« Landwirtschaft durch die restlose Freigabe aller Erzeugnisse die Steigerung aller Preis« für Lebensmittel, so fteut fich der aller- Nützt« Teil der Industrie, datz durch die nötig«erdend« vermehrt« Einfuhr der Stand der deutschen Valuta ungünstig bepinflutzt wird, 'Hu»eminnaussichten sich aber, wenn auch auf Koste« der Masse, uhrblich erhöhen«erden. An die sozialen Folgen ihrer kapitalisti» Iche» Profitsucht denken diese Kreis« absolut nicht, ebensowenig a» *'« politischen. Blind taumeln fi« dem Abgrund entgegen, den chu eigenen Matznahmen notwendig schufte« werden. Zweierlei Matzaahmea wurden i« dem Autrag der Un- abhängige« Sozialdemokratie verlangt. ZurMilderungder *Rgrndlicklich«u Rot der Erwerbslosen sollten die Sätze b« Erwerbslosenfürsorge erhöht und rückwirkend bis l. März 1920 "achg, zahlt werden, ferner eine Kleichsetzung der Unterstützung»- J*tz< für männliche und weiblich« Erwerbslose erfolgen und autzer- um bestimmt«erden, datz da» Einkommen der beschäftigte« a«»ili«nmitgliet>er aus die dem Erwerbslosen gesetz'ich zustehen» ben Unterstützungssätze nicht angerechnet«erde« darf. Reben Uesen Forderungen wurde aber zur Beseitigung der Arbeitslofig» »eit überhaupt die Forderung erhoben, datz für grotzzügige ve- schaffung von Arbeit«eich, Staat und«emeinden unter v«,»hlu«g tarifmätziger Löhne zn sorge« hätten. Obwohl die Beratungen de» Ausschusses zwar eine Reihe von löblichen Pläne» zutage förderten, find doch die T a t e» recht gering. Die«aträge der Unabhängige« Sozial- demokrntie wurde« restlos abgelehnt, und statt dessen ein so««bestimmt gehaltener Antrag der bürgerliche« Par- teien angenommen, datz die Regierung für ihre Matznahmen völlig freie Hand behält. Zwar hatte der Arbeitsminister«in« Erhöhung der Unterstützung siir die nächsten Monate in Ausficht gestellt, aber ausdrücklich offen gelassen, ob da» in Form der Erhöhung der lausende« Unterstützungssätze oder durch die Gewährung einer einmaligen veihUfe zu Beginn de» Winter» geschehen würde. Der angenommene Antrag der bürgerliche» Parteien aber geht «och nicht einmal so weit. Und wenn in den Anträgen zur Weiterführung der produktiven Erwerbslosenfürsorg« durch An- reizung der Schuh-, Textil- und Baustoffindustrie zur«Ster- Herstellung aufgefordert wird, so bedeutet auch da» nicht» andere», al» datz alle» beim alten bleibt. Um die Beratungen aber nicht völlig ergebnislos ausgehen ,» lassen, war von de» unabhängige« Mitgliedern de» Ausschusses noch der Antrag eingebracht worden, datz die nach de« Mitteilun- gen de» Arbeitsministers zu« Herbst dieses Jahr«, vorgesehene« einmaligen Beihilfen für die längere Zeit Erwerbslosen nicht al»««»»eichend betrachtet werden könne«, und datz auch die laufenden Unterstützungssätze dringend einer E r* höhung bedürfen,»«schlössen stimmten die bürger» lichen Parteien diesen Antrag nieder. Weder die Zentrumsarbeiter noch der demokratisch«„ArbeitersüHrer" Erkelenz stimmten für ihn und verschvldete« dadurch seine Ab- lehnung. Lediglich der zweite Teil dieses Antrage», der ein« engere Kommisfio» einsetzt, die zusammen mit dem Arbeft«- und Wirtschaftsminifteriu« die für die produktiv« Erwerbslosen- sürsorge und die Unterstützung in Betracht kommenden Fragen verhandeln soll, fand«nade vor den Augen dieser Herren. Die Feindschaft aller bürgerlichen Parteien gegen eine energisch« Bekämpf» ng der«rbeitslofigkeit durch grundlegend« Wirtschaft». politische«atznahmen aber wurde besonder» deutlich»el der Ab- stimmung über«in« von de, Rechtssozialisten eingebrachte Snt- schlietznng. Sie folgt« im»esentlichen den«edankengängen der Entschlietzung de« Reichswirtschaftsrats, sprach fich aber mit de- grützenswerter Deutlichkeit, die von der bisherigen Haltung mancher«echtssozialisten abstach, für die gemeinwirtschastliche A«g»lu»g der Wohnungsfrage au». Auch diese Resolation wurde von den«ürgerlich-n niedergestimmt. So zeigten die Verhandlungen in allen Punften, datz die Ar- betterNasse bei der Durchsetzung ihrer Forderungen lediglich aus ihr« eigen« Kraft angewiesen ist, datz die in Arbeit stehenden Arbefter die Macht ihrer Organisationen für die Erwerbslosen ein- setze» müsse«. Aufruf der Moskauer Internattonale an die italienischen Sozialisten OS. Kopenhagen, 9. September. Sin Moskauer Funkspruch teilt den Wortlaut eineS AnftulS mi», ui brt vollzu�Srat der Kommunistischen Internationale an all« Mitglieder der italienischen sozialistischen Partei und alle revolu- '"näreu Proletarier gerichtet hat. Der BollzugSrat spricht die Urber-' Unguug aus. datz der Krieg des kapitalistischen Polens gegen daS Uoletarifche Rußland fich ganz bestimmt in eine allgemeine '"ropflische Arbeiterrevolntiou verwandeln werde. Insbesondere sei in Italien diese Frage spruchreif. AuS diesem jTOlatz richtet der Moskauer BolliuqSrat heftige Borwürfe gegen die '"lienisch« sozialistische Partei. Sr findet, datz ste vnent/chloffen »TOdele..Es ist nicht die Partei, dt« für die Massen kämpft', sagt u Aufruf,.die Massen stud e». die die Partei treiben.' Der Grund '•fle darin, datz die Partei von reformistischeo. liberal-bürgerltche» ..�menten durchsetzt sei. Noch schlimmer stehe eS mit den Gewerk- cha'tsverdäiiden Italiens. Sie gehören noch zur.gelben' Amster- roier Vereinigung der Gewerkschaften. Der Mostauer BollzugSrat «ärt ti für unbedingt notwendig, daß die.Säuberaug' der '"iienisch,, foztnlisttschen Partei erfolge, und fi« , Kommunistische Partei werde. ES sei die Hauptaufgabe der »-listisch«. Partei Italien», stch mtt alle» proletarischen und > zia'en Elementen des Syndikalismus zu verbinde». Der Moskauer ouzugStat gesteht offen, e» fei möglich, daß die proletarisch« Solution den italienische» Arbester« dieselben Leiden auferlegen fLl?be-»i« dem russische» Proletariat. Der Aufruf schltetzt mit de» ®TOl«n;.Der E u t sch e td» n g S ka m p f nähert sich. Italien 'd ein R ä t e l a n d werden. Da» ilaiienifche Pro etariat wird � beste Gruppe in der internationalen Pioletarier-Srmee werden.' Der ttaliemfche Streik .. t"— g.«llrpfrmber 1.®«« Beispiel, das>>»- � Arbeiter � Gruben besetzt und die rote Fahne aufgepflanzt. .» 5? Toskana. Ligurien. Sardinien an..»? e» J 5 �."'ird ein ähnliches Vorgehen erwartet. In den Werken Sestri Ponent« haben die Arbeiterräte, nachdem sie die rote Flagge hißten, an den Mauern die Bilder von Marx. Lenin und Iaure» angebracht. Fast in allen besetzten Fabriken wurde eine militärisches Reglement eingeführt und die Disziplin wird strikt durchgeführt. Belagerungszustand in der Lombardei DA. Zürich, 9. September. Nach Meldungen schweizerischer Blätter wurde über die Lom- bard«, der Belagerungszustand verhängt. In Mailand sollen neuerdings Zusammen st öhe mit demMilitär stattge- funden haben, wobei es 33 T o t e und etwa 100 Verletzte gegeben habe. Eiue Aktiva der Landarbeiter M a i l«« d, 9. September. Der Avnntl»eröffentNcht»ine Kundgebung de« Bundes der Landwirte, in der die Landarbeiter aufgefordert«erden, die nicht oder nicht geuügend bebauten Landflächen»« nächste« Samstag z» besetzen z doch sollen dabei Zusammenstöße «it der öffentliche« Sewaft vermieden werden. Die Haltung der Regierung Rom, 9. September. fStefani.) Der gestrig« Tag ist kn Rom vollkommen ruhig verlaufen. Die Ingenieure. Werkmeister und da» Verwaltungsperlonal der Fabriken weigern fich. mit deK Arbeitern gemeinsame Sache zu machest. Di« Blätter begrühen die Aufnahme von Verhandlungen .| zwischen Arbeitgebern und Arbeiter».' Di« Regierung beabstchtigt | nicht, eine der Parteien zum Nachgeben zu zwingen, fie hat aber ..«-�nunaen getroffen, damit Ruhe und Ordnung im Für das Selbstbestimmungsrechtt Von Rudolf Hilferding. Bis zur Rückkehr der Delegation aus Moskau, war es die einmütige, von Niemandem m Zweifel gezogene Auffassung aller Parteigenossen, daß die Autonomie der Partei, das heißt ihr Selbstoestimmungsrecht in allen politischen und taktischen Fragen innerhalb des Rahmens ihres Programms unantastbar sein müsse. Jetzt soll dieses Selbstbestimmungs- recht in doppelter Weife beseitigt werden. Einmal verlieren die Mitglieder den entscheidenden Einfluß auf die Leitung. Die Leitung selbst aber wird völlig dem Exekutivkomitee der 3. Internationale untergeordnet. Zugleich ist durch die Be- stimmungen über die Zusammensetzung dafür gesorgt, daß im Exekutivkomitee der Moskauer Einfluß der allein aus- schlaggebende ist. Ebensogut hätte bestimmt werden können, daß die Leitung aller anderen Parteien direkt der Zentrale der russischen kommunistischen Partei unterstellt ist. In der Praxis ist es gewiß das Gleiche. Die Kontrolle der Moskauer beschränkt sich nun nicht etwa auf die Fragen, die allen angeschlossenen Parteien gemein- sam find: sie ist auch nicht dazu da, internationale Demon- strationen oder Aktionen anzuordnen. Sie erstreckt sich ebenso auf alle wichtigen politischen Entschlüsse und Hand- lungen, die jede einzelne Partei in ihrem Lande ausführen will. Die Art und den Zeitpunkt des politischen Vorgeyens bestimmt, wenn Pe es für nötig hält, die Exekutive, die Lei» tungen der Parteien sind nur ihre ausführenden Organe. Es gibt Genossen, die wie Ledebour auf dem Leipziger Parteitag ausführte, meinen, daß ein solches Aufgeben der Selbständigkeit der Würde und Selbstachtung einer revo- lutionären Partei so sehr widersprechen, daß ihre Annahme schon deshalb ausgeschlossen sei. Andere bemühen sich jetzt, von vornherein die Parteigenossen davor zu warnen, daß man den Verzicht aus jedes Selbftbestimmunasrecht als un- würdig betrachte. Da wir zugeben müssen, dag man über das Maß von Selbstachtung, das der Einzelne oder die Partei zu besitzen hat. nicht diskutieren kann, wollen wir darüber nicht rechten. Die Frage muß aber aufgeworfen werden, ob ein solcher Verzicht überhaupt möglich ist. Jeder politisch Erfahrene weiß, daß, um eine ernste poli« tische Entscheidung zu fällen, eine Fülle von Momenten zu berücksichtigen ist. Die sozialen Machtverhältnisse der Klas- sen, die Stärke der einzelnen Parteien, die Stimmung der Zwischenschichten, der sonst Indifferenten, die psychologische Erregung, die der Kampf um das Streitobjekt, in der Ge» sellfchaft auslöst, das Maß der Leidenschaft, die die Stärke des Angriffs oder Abwehr beeinflußt, all das sind Elemente, die in die politische Urtejlsbildung eingehen. Und all diese Momente sind wieder zum Teil sehr komplizierter Art. Ihre Beurteilung setzt sowohl angeborene politische Befähigung als reiche Erfahrung voraus. Vor allem aber ist politisches Urteil nur möglich dem, der selbst in diesem politischen Leben steht, auf den alle diese verschiedenen Einflüsse selbst wirken, der engste Fühlung hält mit der Masse und seiner Partei. Des- halb ist es eine Unmöglichkeit vonftußen her einer Partei ihr politisches Handeln vorschreiben zu wollen ohne die schlimmsten Fehlslhlüsse zu begehen. Es ist eine Gefahr, die sich gerade in revolutionären Zeiten noch ungeheuer steigert, daß eine Leitung von oben her die entscheidenden Entschlüsse faßt, statt daß diese durch den Willen der Masse der Partei- Mitglieder v o n u n t e n der gebildet werden. Denn die Lei- tung ist dann stets der Möglichkeit ausgesetzt, daß sie die Stimmung der Masse verkennt und deshalb von ihr im Stich gelassen wird, wodurch die Niederlage geryjsi ist. Aber diese Gefahr wächst ins Ungeheure, wenn nun gar diese Beschlüsse, die die bedeutsamsten Aktionen betreffen können, vonaußen bestimmt werden, wenn die Leitung, ohnehin schon losgelöst von dem Bestimmungsrecht ihrer Massen, gar noch dem Druck einer auswärtigen Instanz ausgesetzt wäre. Und die Gefahr würde vervielfacht, wenn diese Leitung selbst unter dem Ein- fluß ganz außerordentlicher Umstände, abgeschnitten von allen raschen Jnformationsmöglichkciten, jahrelang ausge- schlössen von der unmittelbaren Berührung mit der übrigen Welt, in Moskau sitzt. Was wir früher über das Verhältnis von Leitung und Masse innerhalb der Partei gesagt haben, würde sich wieder- holen. Die„straffe militärische Disziplin' könnte nur ent- weder Teilnahmslosigkeit oder Rebelllon bewirken. Ent- weder stimmen die Weisungen von außen mit der wirklichen Situation überein und entsprechen deshalb den Auffassungen und Beschlüssen, die sich die Leitung der betreffenden Partei dann wohl schon früher und rascher gebildet hat als die aus- wältige Instanz— dann sind sie überflüssig. Oder es soll von außen eine Aktion erzwungen werden, die den inneren Bedingungen des Landes nicht entspricht, dann wird fie nicht befolgt oder führt zur Niederlage. Deshalb ist die Verwandlung der Unabhängigen Sozial, demokratie Deutschlands wie jeder anderen großen und aktionsfähigen Partei in eine Sektion der 3. Internationale. das heißt heute praktisch der russischen kommunistischen Par- tei eine blanke Unmöglichkeit, keine Stärkung, sondern eine Gefohr f,"'- colntionärc Entwicklung. Wie kommt es aber, daß die Moskauer trotzdem eine solche Forderung erheben? Zur Beantwortung dieser Frage ist e» nötig, sich die Natur der dritten International« tlarzumachen. Sie ist keine Zusammenfassung der sozialrevolutionären Parteien. Ihr gehören außer der noch zu„reinigenden" italienischen Partei und den skandinavischen Linkesozialisten, keine westeuropäischen Parteien an: dafür umfaßt sie Per- treter, die verschiedenen Staaten und Stämmen Asiens an- gehören, die eine revolutionäre, vor allem gegen die eng- lische oder japanische Oberherrschaft gerichtete Tendenz re- präsentieren, nicht aber den niodernen Sozialismus. Die dritte Internationale ist eben ein revolutionärer Aktions- ausschuß. der von der Auffassung ausgeht, daß die reoolutio» närc Erhebung in Westeuropa unmittelbar bevorsteht. Et sucht die beginnende reoolutionär-nationale Bewegung der bisher geschichtslosen Nationen Asiens mit der sozialistisch- revolutionären Europas zu vereinen. Von der Ueberzeugung erfüllt, daß die russische Sowjetrepublik nur behauptet wer- den kann, wenn der Sozialismus auch im entwickelten Westen zum S-egs gelangt, sucht die Moskauer Exekutive die Leitung dieses Prozesses zu übernehmen. Ohne auf die Eichclheiten dieser Auffassung einzugehen, übersieht diese doch vor allem die Unmöglichkeit, den Weg und den Zeitpunkt der revolutio- nären Erhebung von außen zu bestimmen. Wir verstehen den Moskauer Anspruch aus der außerordentlichen Situation. Es ist aber gerade umgekehrt wie die Mostauer meinen. Gerade die revolutionäre Situation macht die einzelnen politischen Entscheidungen um so schwieriger und ver- antwortungsooller. Gerade dann sind die Machtverhältnisse labil, schwankend, in beständigem Flusse, setzen besondere Vertrautheit mit den eigenen Verhältnigen des Landes voraus. Gerade dann sind auch die Entscheidungen weittragender und verantwortungsvoller. Wir müssen die Moskauer Bedin- gungen deshalb ablehnen, weil sie uns gerade dann, wenn es am nötigsten, verhindern, selbst Mittel, Wege, Ziel und Tempo der Aktion zu bestimmen. Die Moskauer halten die russische Revolution und die Sicherung ihres Erfolges für einen entscheidenden Inhalt der proletarischen Politik. Darin haben sie Recht. Falsch ist aber ihre Schlußfolgerung, daß sie deshalb und sie allein die proletarische Politik in allen Ländern leiten und bestimmen können. Das ist ein Anspruch, der unmöglich ist und, wenn durchgesetzt, nur allzuleicht zu einer Niederlage des Proletariats dieser Länder führen kann. Denn die revolutionären Forderungen, die sich aus der russischen Situation jeweilig ergeben und die naturgemäß die russischen Taktiker bestimmen, brauchen durchaus nicht mit den revolutionären Betätigungsmöglichkeiten der anderen Länder übereinzustimmen. Ein Beispiel: Auf dem Gründungsparteitag der Deutschen Kommunisten im Dezember 1918 erklarte R a d e k, die russische Revolution müsse unter Umständen im Bunde mit dem revo- lutionären Deutschland im Kriege gegen Frankreich am Rhein verteidigt werden. An dieser Ausfassung haben die russischen Kommunisten festgehalten. Deshalb forderten sie die Verwerfung des Versailler Friedens und die Erneurung des Krieges mit Frankreich. Unter ihrem Einfluß haben die deutschen Kommunisten ebenso wie Scheidemann, die Demo- kraten und die Deutschnationalen die Ablehnung des Friedens gefordert. Die Unabhängige Sozialdemokratie trat fü r den Frieden ein: ihre energische Aktion, die im richtigen Moment einsetzte, hat damals den Ausschlag gegeben und den Friedensabschluß erreicht. Die glänzenden Demon- 'strationen hatten bewiesen, daß die arbecteicden Massen weit Wer die Grenzen der Partei hinaus hinter dieser, allein möglichen und richtigen Politik gestanden haben. Die Massen ließen die kommunistische Parole völlig unbeachtet. Wären damals aber dieBedingungenvonMoskau bereits angenommen worden, so hätte die Unab- hängige Sozialdemokratie ihr« Friedensaktion nicht yl h r e n dürfen, sie hätte vielmehr den Ausschlag f ü r d i e olitik Stampfers und Scheidemanns geben müssen! Die Folge wäre aber eine unabsehbareKata- st r o p h e geworden, die Zerreißung Deutschlands und damit der deutschen Arbeiterklasse und ihre völlige Ohnmacht. Die Frage nach Krieg und Frieden bleibt aber in ihrer ganzen ungeheuren Tragweite bestehen. Als die bolschewistischen Heere an den ostpreußischen Grenzen standen. als die Sowjetisienmg Polens in näher Aussicht schien, da rechneten die Russen, daß eine revolutionäre Erhebung in Deutschland in naher Zeit erfolgen könnte. Würde Frank- reich, wie man glaubte, etwa durch Besetzung des Ruhr- reviers eingreifen, dann wäre die Stimmung geschaffen, in der Deutschland im Bund- mit Rußland den Versailler Frie- den gewaltsam zerreißen und Krieg Frankre.ch fuhren könnte. Di- deutschen Kommunisten hatten die Pflicht, mit allen Mitteln für diese Kr iegspolttik einzutreten. T-r Rückzug der russischen Truppen bat nur d» Dedlnaun- gen der Ausführung geändert, nicht aber d»e politische Auf- Fassung selbst. Das polnische Vordringen hat die Lage der russischen Regierung immerhin erschwert, ihr Bedürfnis nach Unt-rstützung gesteigert. Die Untobindimg der Waffen- -ufuhr nach Polen erscheint nicht genügend. Ganz anders war« die Dincinziohung Deutschlands in den Krieg m.t Frankrefch. Daher die systematische und sich täglich st er- aerndc Kriegstreiber«, der deutschen lom- m u n i st i s ch e n P a r t e i. die unausgesetzte Agitation der �oten Fahne zur„Aktivität", zur Aufgabe der. Neutrali- hz, zur„revolutionären" Zerreißung des Versailler Ver- träges. Es besteht kein Zweifel,, daß die deutschen Kommunisten mir dieser Kriegsagitation im Einverständnis Mit den russl- schen vorzugehen glauben. Ebensowenig aber begeht ein Zwei- sel dasi■.'s sich dabei um eine Frage auf Leben u n d Tod handelt, um eine Politik, die nach den Machtverhäll- Nissen, wie sie in Deutschland und Frankreich w i rkl ich sind und nicht nur in den Illusioiwn einzelner Juhttr sich dar- stellen, nur mit einer furchtbaren Katastrophe enden kann. �.. Aber über diese Lebensfrage soll nach den Moskauer Bs- dingungen das deutsche Proletariat, sollen die arbeitenden Massen g a r n i ch t s e l b st ä n d i g«» t s ch e, d e n dürfen! Darüber darf in der der Aufsicht der Leitung unterworfenen Presse nicht diskutiert werden. Darüber entscheidet auch nicht die Leitung der deutschen Partei, daruoer beschließt endgültig das Moskauer Exekutivkomitee!. Und da fragen wir: Wie ist es denkbar, dag irgendein Mann mit selbständigem Urteilsvermögen, irgendjemand mit revolutionären Zeiten sich einer solchen Organisation unter- wirft, die jede Selbstbestimmung, jede Selbstbetätigung aus- Das ist undenkbar und deshalb ist es unmöglich, unter solchen Bedingungen sich der Moskauer Internationale anzu- schließen. Strafbare Werbungen Wie das Reichswehrministerium Pegierungs« Verordnungen erfüllt Vom Republikanischen Führerbund wird uns ge- schrieben: Nach den Kapptagen wurde jedes Anwerben von Frei- w i l l i g e n' für irgendwelche Formationen von der Reichsregie- rung verboten und mit strengen Strafen bedroht. An diese Verordnung scheint aber das Reichswehrministerium am allerwenigsten gedacht zu haben. Uns liegt ein Fall vor, der völlig beweist, daß das Reichswehrministerium geheim« Werbungen sanktioniert und Anwerber sowie die Truppenteile, die den Ruf- trag dazu aeben, in Schutz nimmt. Am 23.?' prll d. I. wurde in Ronneburg vom Staatsmini- sterium Sachsen-Altenburg ein Werber namens Sergt. Schramm festgenommen, der versucht hatte, in Ronneburg zu werben. Man fand'bei diesem Mann 26 Blankoauswcise A und 2 6 Blanko-Erlaubnisscheine zum Lösen von Mili- tärfahrkarten. Die Scheine waren unterschrieben von Schulenburg. Oberleutnant und Komp.-Führer und gestempelt „Freikorps von M e i s e l, Stabskompagnie". Elf Leute waren bereit» in Ronneburg geworben und das Staatsministerium Sachsen-Altenöurg berichtete den Vorgang an den Relchswehrminister Dr. Gehler. Schramm hatte den Auftrag zu werben von dem B a t l. Brandenburg in Münster i. Wests, erhalten und iefeie sich nach seiner Inhaftierung telegraphisch mit seinem Bataillon in Veroiildung. Die Versuche des Vatl. und des Wehrkreiskom- mandos 6. dem des Vatl. Brandenburg unterstellt war, Schramm frei zu bekommen, blieben wegen de: korrekten Haltung des Staatsministeriums Sachsen-Altenburg erfolglos. Man wollte den Mann nicht eher freilassen, bis der Reichswehrminister den Fall entschieden habe. Und die Entscheidung fiel An das Staatsministerium, Abteilung des Innern, wurde am lS. Juli d. I. folgender Brief gesandt: Reichswehrministerium Heeresleitung Allgemeines Truppenamt Rr. 121. 7. 2«. T. 1. Z. Zum dortigen Schreiben I. Z. vom L 7. 20 wird mitgeteilt, daß die Untersuchungen keine Anhaltspunkte für strafbare Hand- langen des vatl. Brandenburg bzw. Sergeanten Schramm er- geben hat. Da« Batl. hat am 19. 4, den Sergt. Schramm mit Bor» «ahme nichtöffentlicher Werbungen beaustragt. Es mar hierzu berechtigt, da feine Auflösung erst zum 1. S. angeordnet war. Z. A. gez. von Schleicher. Sin Truppenteil, der am 1. Mai aufgelöst wer- den soll, bekommt vom Reichswehr mini st«rium das Recht zugesprochen, am 19. April noch An- werden zu dürfen. Das Reichswehrministerium und der Kopf desselben macht sich durch eine derartige Auslegung«ine: Reichsverordnung vor allen Dingen strafbar! Das Bataillon macht stch durch diese Hand- lung der verschiedensten Vergehen strafbar! Zunächst wegen Uebertrctung der Reichsverordnung, die Anwerbungen ver- bietet, dann aber auch wegen Benutzung falscher Formulare! Woher nimmt das Bataillon Brandenburg das Recht. Blanko- ausweise mU dem Stempel Freikorps Meisel, Stabskompagnie zu verwenden? Ein derartiges Arbeiten in einem Reichswehrministerium muß für die Zukunft unbedingt oermieden werden. Und allein verantwortlich ist der Reichswehr- minister Dr. Eeßler! Die Berliner Betriebsräte und der Boykott Polens Di« gestern abend stattgefunden« Generalversammlung der Be- triebsräte des Wirtschaftsbezirkes Groß-Berlin beschloß nach kur- zer Debatte einstimmig nachstehende Resolution: „Die am 9. September 1929 stattfindend« Eenrralversammlnng der Betriebsräte des Zvtrtfchastsbezirke« vroß-verli« erklärt sich solidarisch mit de« gemaßregelte« Sisenbah- nern in Erfurt und verpflichtet stch. ste mit allen zweckdienlichen Mitteln ,« unterstützen. Die Geaeraloersammlung erklärt es für dringend geboten. auch die.Polonia"-Z>ge aus Waffen und Munition zu durchsuchen und den Weitertra»»- p-rt von Kriegsgerät ,u verhindern. Dtt BeAiner vetrreSsrät« verpflichten stch. alle, zu tun. was !*?•«l-ckude Polens und Unterstützung Sowjetrußland« nötig ist." De« Bericht über die Generalversammlung geben wir in der Abend-Ausgabe. Die Berkehrskontrolle im Kaiser- Wilhelm-Kanal BS. Holte«««, S. September. Zwischen der Direktion de»»aifer-Wilhelm�kanal» und de« dort beschäftigten Arbeitern droht infolge der Differenzen über die ver- kehrskontrolle ein Konflikt auszubrechen. Am gestrigen Mittwoch wurde von dem Betriebsrat der Kanalverwaltung«in von Cuxl.afe» kommender dänischer Dampfer„Cavalla" angehalten und muhte auf der Holteuaucr Rheede Anker werfen. Der KapUän des Schiffes setzte sich mit der Direktion de» Salser-Wilhelw-Kanal» w Nerbiu- düng und Betriebsdirektor Admiral a.®. Pelrofsy gab dem dänischen Dampfer dte Veiiehmigung zur Durchfahrt, da au« den Papieren hervor- ging, daß daSSchiff mttLadung auSSalouit» nach Davzia uaterwegS war. Der Echleufen-BetrtebSrat weigerte sich jedoch, die.Savalla" durch- zulassen, vielmehr z«a»g er den Kapitän, auf der Holtenauer Rh-»d« liegen zu bleiben. DaZ gleiche Schicksal traf den griechischen Dampfer „Jolanthe". an dessen Bord sich augeblich polnische Offiziere, sowie Heeresgerät für Polen befinden sollen. Die beide» Dampfer dursten bi»»nr Stunde ihre« Ankerplatz nicht verlassen. Betriebsdirektor Petrussy begab sich heute selbst an Bord der beiden Schiffe, um Untersuchungen vorzunehmen. Di« Bewachung der beide« Dampftt wird vorläufig vom R-ichZvafferschutzamt ausgeübt. Stimmungsmache für Wrangel Vorbereitung zum Neutralitätsbruch Die volkspcrrteilichs„Königeberger Allgemeine Zeitung" bringt aus dem russischen Gesangenenläg« folgende Nachricht: „Es stellt sich immer mehr heraus, daß wohl der größte Teil der über die Grenze getretenen Russen keine Kommunisten find. Es sind zum gute» Teil zum Dienst gewaltsam ausgehabene, die völlig apathisch den politischen Ereignisscil gegenüberstehen. Es macht stch unter den Leuten vielfach eine sehr starke Po- grömstimmung bemerkbar, die sich unter anderem gegen die Kommissare richtet. Viele Offiziere und, Mannschaften sollen Gesuche an die deutsche Lagerlommandantur gerichtet haben, sie z u General Wrangel abzuschieben, da sie gegen die Sowjetherlschaft kämpfen wollten� die Ruhland in schweres Un- glück gestürzt habe. Gleiche Gesuche sollen auch von Kosaken- abteilungen eingereicht worden sein." Man merkt dieser Meldung an, da« rechtsstehende deutsche Äreile� die nach. wie vor mit den rululchen Konterrevolutionären konspirieren, jetzt wieder rührig bei der Arbeit finss, die internierten Russen der weißen Garde von Wrangel dienstbar zu machen. Neu wäre dieser Plan nicht. Hat man doch zur Zeit des Baltikumabenteuers in den Ee- fangsnenlagern Werbungen für die Bermont-Armee ver- anstaltet. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die russi- schen Konterrevolutionäre, unterstützt von ihren deutschen Freunden, auch jetzt eine derartige Aktion unternehmen werden, für die die rechtsstehende Presse bereits Stimmung zn machen anfängt. Demgegenüber muß von den amtlichen Stellen verlängt werden, daß jeder Versuch einer solchen Propaganda in den Gefangenenlagern als n e u t r a l i- tätswidrig unterbunden wird. Daß jedes Abschieben der Gefangenen zu Wrangel als Neutraliiätsbruch von der Arbeiterschaft aus das schärfste bekämpft werde« würde, versteht sich von selbst. Die amerikanischen Milchkühe Die eige.-artige Haltung des Reichsernährungs« «rinisteriums Di? Otff-wllichkeit wttd seit einig« Zcit durch die Nachricht be» umuhigt daß l00000 Milchkühe, die Devtschlaud von ameri- kantsche» Mei,sche«kronnden angeboten worden sind, ang blich Wege» TranSportschwterigckeiten nicht abgenommen wndc» können. Zu dieser Angelegenheit erhallen wir vom Roten Kreuz eine längere Erklärung. Danach hat das Rot« Kreuz der ReichSregteiung am 2. August ein Telegramm vorgelegt, daß eS be- absichtige, sich in dieser Sache an die Dairy Gattte To. in Chicaga zu wenden. Das Telegramm hatte den folgenden Inhal:: .Deutsches Notes Kreuz ist willens, feine Verbindungen i» «llgster Zusammenarbeit mit dem ReichSministcrium für Ernäh- rung und Landwirtschaft zur Verfügung der America» Dairtz Sattle Co. zu stellen. Wir find gern bereit, sofort die Fracht- und die V er t e ilu ng S a n g el e g«» h e ite» in die Hand zu uohmen und in irgend einer anderen Weist zu helfe«, die nötig ist, um eine schnelle Lösung der Frage deS Problems herbeizuführen. Nach den Angabe« deS Roten KrenzeS erklärte der Reichseraähs urugSminister telegraphisch, daß er diese drahtliche Mitteilung nach Amerika nicht billige und da» Rote Kreuz ersuche, in der Au- gelegenheit deS Transports der Milchkühe nichts zu unternehme». Bevor diese Ablehnung deS ReichZernähruugsmimster» etnlras. hatte sich daS Rote Kreuz umgehend nach Schiffsraum erkundigt und war innerhalb kurzer Zeit t« der Lage, ein Auzebot zu erhalten zu etwa 2709 Mk. pro Kuh. Auch davon hat da» Rot» Kreuz der Reich» regterung umgehend Mitteilung"«macht. Wir sind nicht in der Lage, die Angaben de» Rott» Kreuze» nach- zuprüfen. Bernhen sie auf Richtigkeit, so wäre die Haltung de» Ernährnngkministerium» nicht nur unverständlich, sonder" geradezu gefährlich. Sine sofortige Aeußeruug Halle» wir deshalb für dringend» Pflicht. Warnung in letzter Stunde Gegen die Aufhebung der Fleischbewirtschaftung Heute soll der volkswirtschaftliche Ausschuß die Beratung dcl Aufhebung de: Zwangswirtschaft für Fleisch beginnen. D:r Ledensmittel-Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin hat an den Bolkewirtschaftliche» Ausschuß V de? Reichstages ein Telegramm gerichtet, in dem si' ln letzter Slnndo noch einmal auf das dringendste bittet, von über- eUter Aufhebung der Fleischwirtschaft abzusehen. Von den 2'Mill- Tonnen Getreide, deren Ansammlung der Ernährungsausschuki zur Bedingung der Aufhebung gemacht hat, ist erst«in ganz klelner Bruchteil vorhanden. Also besteht Unsicherheit und Gefahr auf den wichtigsten Ernährungsgebieten. Unzweifelhaft wirb die Freigabe ein sehr starke, Ausschnellen des Preises verursache»- Sie erwarten, wenn Nahrungsmangel und Teue- rung. Kohlennot und Arbeitslosigkeit zusaw" mentreffen, einen der schwersten Winter seit Kriegsbeginn.' Das Ueberschichtenadkommen Gegen die Kohleupreiserhöhung DA. Essen, 9. September. I« einer vom Zenttalverband der Maschinisten und Heizer ei»' berufenen Revlerkonferenz wurde zum Ueterschichtrnabkommen i» Bergbau Stellung genommen. In einer hierzu angenommene» Entschließung wird«. a. gesagt:.Di« gestellte Forderung lvv Proj. Zuschlag für So«ntag»arbeit, die gleichzeitig bei dtesek Verhandlung geregelt werde» sollte, ist nicht tu der gewünschte» Form zur Regelung gekommen. Dagegen erkennt die Konferenz av, daß dl» getroffenen Vereinbarungen wesentliche verbesierunge» bringen und ist bereit, nuter de? Voran»setzung, daß sie gehallt» werden, die Sonutagsarbeit in der bisherigen Fori» fortzusetzen. Nachdem die Vertreter bei den Verhandlung«» die Vereinbarungen unterzeichnet haben, halten e« die Delegierte» für ihre Pflicht. Disziplin zu übe« und stellen sich mit vollem Per' trauen geschlossen hinter ihre Vertteter. Weiter erklärt di? Konst- rcn§, daß die Forderung nach Bezahlung der SonntagsarbsU mit 100 Proz. nicht fallen gelassen wird, sond-rn beauftragt ihre Vertreter, beim Abschluß deS RahmcuvertrageS dieselbe wieder a«tz zuuehmen und durchzuführen, sowie tut allen kommenden Berhand- luugcu euergisch iür die Juterrssen der Kollegen einzutreten.' S* der Loh»frage wurde der Staudpnnkt eingenommen, daß ma» einer neuen Kohlenpreiserhöhung auf Keinen Fall j* stimmen könne, daß vielmehr ei» anderer Ausgleich zur Decku»k der durch die Lohnerhöhungen notwendig werdende» Aufwendung«» gofucht werden müsse. Milderung der Ausfuhrabgabeu Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reich»' t a g e s führte Mittwoch die Beratung der Anträge der bürgerliche» Parteien auf Außerkraftsetzung der Verordnung über die Ausfuhr abgaben zu Ende. Sie' enthüllten dabei, daß ihnen die gewaltige Notlage der Kriegerwitwen und Waisen für die sie sonst einzig treten vorgeben, ganz gleichgültig ist. Denn ohne Rückficht darauf- daß die Einnahmen aus der Ausfuhrabgab« für die bessere 2str- forgnng der Kriegerwitwen und Waisen Verwendung finden soll«»-! sachten sie die Ausfuhrabgabe völlig außer Kraft zu fetzen. PZat sie damit«ollen, sagten die Deutschnationalen ganz offen. Dir Industrie soll wieder zu„anständigen Ergebnissen" kommen, dsk heißt also, die Zeit der Milliardengewinne. die die Industti« je?' erst unmittelbar hinter sich hat, sollen wieder auferstehen, ohne Rück' ficht aus die Folgen, die da» für die notleidenden Mafien habe" muß. Mit aller Entschiedenheit begegneten die sozialdemokrati' schen Parteien diesem verlangen. Und da selbst die Regierung� Vertreter stch gezwungen sahen, auf dtt lebhaften Bedenken Hinz»' weisen, die der völligen NußerLrastsetzung der Ausfuhrabgaben e»* > gegenstehen, s« wurde schließlich doch nur beschlossen, daß ledigli« für einige Waren, deren Absatz im Ausland« stockt, die Verordnunk über dje Ausfnhrgbgab« vorübergehxnp außer. Kraft.»«Wlt»ir» Berlin und die dritte Internationale I Funktionärversammlung der USP. Die Diskusston Beginn der Versammlung wurde beschlossen, die Redezeit M 1» Minuten zu beschränken. Als erster Redner erhält Nenossc «eu» das Wort. Führung und Inhalt der jetzigen Diskussion einen Grundsatz in Ekinnerung bringen, der in dem Statut Internationalen Arbeiterassoziaiion ausgestellt ist, und der »°I°°t.datz. Wahrheit. Recht und Sitte für das Betragen aller � Mitglieder untereinander und gegen alle ihre Mitmenschen ohne Rücksicht auf Farbe und Religionsvekenntnis und Nationali- tot maßgebend ist. Die Frage ist jetzt, ist die dritte Internationa!« 2 J-® SntefUationale, oder ist dieses Gebilde nur eine scharfe Zen- rraiisatlon der kommunistischen Parteien der verschiedenen Länder, oer sich alles zu unterwerfen hat. Ich bejahe das letztere. Es ist gesagt worden, grundsätzlich trennt uns nichts. Selbst wenn das wäre, bedeutet das noch lange nicht, daß wir uns restlos auflösen und in die kommunistische Partei eintreten müssen. Die Praxis bat gezeigt, daß deutsch« Kommunisten in nicht wenigen Fällen «Unonen des Proletariats zerrissen und geschwächt haben, um oann um so mehr über die Verräter von Führern losdonnern zu rönnen. Wäre nur ein Teil dieser Kräfte den gemeinsamen Ak- Uonen gewidchet worden, so stände es besser um die deutsch« Re- volution. Russische Methoden sind bedingt durch russische Verhält- uisse. können aber nicht sklavisch auf deutsche Verhältnisse über- tragen werden. Wir müssen in Deutschland unser Kampsseld selbst »esiimmen. Das wird durch die Bedingungen verhindert. Wir wenden uns gegen die Aufrichtung einer unbeschränkten Führer- ""tatur, der wir die Selbstdestimmuiia und die Selbstbetätigung oer Massen entgegensetzen müssen. Ein Führertvm mit alle» allcchtvolltommrnheiten wird einen Hofstaat von ekligen Schma- rotzeu» mit allen widerlichen Begleiterscheinungen heranziehen. Die Tage im November ISIS haben uns aus diesem Gebiet aller- Hand Erfahrungen gebracht. Wir brauchen eine kräftige Inter- vationale, die aber nur möglich ist aus der Grundlage der Selb- llandigkeit der revolutionären Parteien aller Länder. Wir werden nach wie vor den Kamps gegen die bürgerliche Demokratie mit aller Entschiedenheit führen und ihr die Diktatur des Prole- tariats mit aller Macht entgegensetzen. fStarter Beifall). Genosse Schindler hält es für die Aufgabe der Berliner Partei- Senossen. die Diskussion aus sachlicher Höhe zu halten und sie zu befreien von persönlichen Zänkereien. Er wendet sich auch ent- schieden gegen Zusammenkünfte unter Assistenz von Mitgliedern «ine: anderen Partei. Objektiv« Berichterstattung durch die Presse, Durchdenken der sachlichen Dinge durch jeden Genossen, das ist das Notwendige. Genosse Schindler wehrt sich gegen den Criapien- Ichen Borwurf von Syndikalismus und Anarchismus und sagt, daß man auch den Anhängern des Anschlusses das Recht lassen wüsse, als revolutionär« Sozialisten zu gellen. Für mich ist die - russische Revolution nicht nur eine rvssische, sondern eine inter- »ational« Angelegenheit. Dittmanns Artikel in der„Freiheit" wirkte zweifellos antibolschewistisch. Krieg und Gegenrevolution haben dazu beigetragen, die russische Wirtschaft zu zertrümmern. Das deutsche Proletariat hat es ja durch langjährige politische und gewerkschaftliche Schulung nicht zur Ausnutzung des günstigen Augenblicks für die Revolution gebracht. Der Redner zitiert«ine Aeugerung Lenins, in der dieser sagt, daß die revolutionäre Hege- Moni« nur vorübergehend in Rußland sich befinde, daß die vorge- schrittenen Länder aber sehr bald die Führung der Revolution ubernehmen können. Auch ich bin der Meinung, daß die Diktatur sehr oft gegen die Prolerarier ausaevbt werden muß..(Lebhafte Zustimmung.) Die Auseinandersetzung zwischen Kapital und Al- beit wird nur durch den Bürgerkrieg entschieden werden. Es ist die Ausgabe einer revolutionären Partei, die Taktik nie unter dem Niveau der wirklchrn Tatsachen zu bestimmen, sondern voraus- eilend und weitschauend zu sein. Schindler tritt zum Schluß unter lebhaftem Beifall für den Anschluß an. die Kommumstische Inter« nationale ein. Genosse Berge« betont ebenfalls, daß die Debatte fachlich ge- führt werden müsse, und daß nur da» Interesse an der deutschen Revolution entscheidend sein dürfe. Es ist zu unterscheiden, ob mit diesen Bedingungen in Deutschland etwas erreicht werden kann.(Zustimmung.) Berger weist darauf hin. daß die 21 Be- dingungen nicht nur so hingeschrieben worden sind, sondern ganz klar und eindeutig dastehen. Er teilt auch aus dem Bericht der dritte» Internationale mit, daß die Leitung der K. P. D. eine Ohrfeige vom Exekutivkomitee erhalten hat wegen des Verhalten« der kommunistische» Partei während de, Kapptag«. Damals habe die K. A. P. D. Recht gehabt, nicht die K. P. D. Dieses führt der Redner als Beweis dafür an, wie unmöglich es sei, die Parolen von Moskau aus an die angeschlossenen Parteien aus- zugeben. Das gehört in Deutschland zu den unbedingten Uniaög- lichkeiten. Wer diesen Bedingungen zustimmt, der stimmt nicht mehr zu der Diktatur des Proletariats, sondern der stimmt zu der Diktatur über das Proletariat. So etwas nannte man früher Bonzentum. Beiger weist auch darauf hin, daß Däumig da» Räte» Wem. das er mit aller Macht propagiert hat. gänzlich fallen lagt zugunsten einer Partei.(Sehr richtia.) Wir, die wir nicht m Moetau waren, halten auch heute noch am Rätesystem fest. Red- ner fragt bei Däumig an, ob es denn nun richtig sei, daß dies« Bedingungen für alle Parteien gelten sollen, wie er gesagt habe. Die Bcdiilgungen für die französische Partei sähen doch wesentlich onder, au». Das erkläre sich wohl daher, daß man in Rußland ganz genau weiß, daß der franzöfischen Arbeiterschaft dieser Zcn- «ralismus ganz unverständlich ist. Das deutsche Proletariat wird seinen Weg selbst gehen, den es gehen mutz.(Lebhafter Beifall.) Genosse Stolt erklärt, daß der straffe Zentralismus ja nicht ver- langt werde au» Egoismus, aus Vorteilen für gewisse Führer, sondern aus zwingenoer Notwendigkeit.(Sehr richtig.) Es sieht Manchmal recht trübe aus mit der revolutionären Energie. Stolt verteidigt die Forderung der„Säuberung" und tegrüßt sie. Er führt verschiedene Fälle an, die beweisen, wie nötig diese Rein«- gung ist. Er weist nachdrücklich darauf hin, daß ein„dcmo- Statischer" Zentralismus gefordert werde, der keineswegs dl« Kleinarbeit in den Organisationen unmöglichmachc. Stolt zittert nochmals die Aeußerunq Lenins auf dem Wasserarbeitcrkongreß und stellt fest, daß Crispien statt K o l l e g i e n. wie Lenin wirk- lich gesagt habe, Räte zftiert habe. Unter Kollegien sei aber die .kollegiale Betriebsführung gemeiyt und nicht die Arbeiterräte. Es ist«ine eigenartige Auslegpng. daraus die Be- keitigung der Arbeiterräie abzuleiten. Ich und all« mein« Freunde sind für Moskau mit allen Konsequenzen.(Beifall.).... Genosse Barth führt an. daß man verwundert darüber sei, daß gerade er gegen diese Bedinzungen sei. Man muß sich zu der Erkennt- nis durchringen, daß das deutsche Prolefariat eine Diktatur braucht. Es ist notwendig, daß man in Deutschland Organisatio- nen schafft, die«ine Verantwortung tragen. Wenn man sagt, daß oer Anschluß an Moskau uns stärker mache, so sage ich, daß da» ganz, Elend der deutschen Revolution von Rußland gekommen ist. (Bewegung.) Barth führt die Tätigkeit der russischen Kommissare wie Bucharin und Josse an. die st«,s daraus drängten, an zedem -i-afl und an einem anderen Ort Aufstände zu inszenieren. Gc- «ade die Genossen, did mit mir i» der illegale» Oraanilation waren, haben auch mit mir diese Ansinnen zurückgewiesen, da st« wußten, daß ein« Niederlage nur Bedriitktheit. nuht aber«ciien Kompfesmut erzengt. Am S. November war Liebknecht bereit, die Regierung zu treten. Am 10. November, als er mit Bucharin gesprochen hatte, lehnte er ab mit der Begründung, die Revolution weiter zu treiben. So hat man sich»in voraus aller Stärke begeben. Diese Tatsachen sind von größter Bedeutung. Damals wurden alle Diktate von Nußland, von Bucharin und Redet, gegeben, weil man sagte, das fei die deutsche Kercneti' Periode und man müsse nun von außen anfangen zu arbeiten. .lLcbhaite Unruhe.) Bartb schildert dt, Vorgänge im Mai 1919, seine Verhandlungen mit Pabst und v. Oven, die er auf Beschluß ber unabhängigen Dollzugsratmitglieder unternommen habe. Da habe man ihn abgeschütt-lt. Es kommt nicht darauf an, daß man etwas macht, sondern e, kommt darau- an. daß es auch in der richti« «en Stunde»nd mit den richtigen Tti.leln geschieht. Diejenigen, die immer für Ausstände. Gewalt und Terror sind, das sind die, die nie eine solche Organisation schaffen und wenn sie eine leere Patrone sehen, zu lausen ansangen.(Stürmischer Beifall.) Barth setzt sich unter starkem Beifall für die Autonomie des deutschen Proletariats ein. Genosse Adolf Hoffmann weist auf den Artikel von Dr. Stern In der„Freiheit" hin, in dem bewiesen werde, daß man die Be- dingungen handhabt nach Michaelis„Wie ich sie ausfasse". Er empfiehlt, nicht das Gefühl, sondern die Vernunft entscheiden zu lassen. Ich habe mich gefragt, ob diele Spaltung jetzt notwendig ist und jetzt kommen muß. Die Einigkeit des Proletariats ist das Gebot der Stunde, aber die Einigung des Proletariat» aller Län- der. Aber leine Einigkeit, die nur ein Sammelsurium darstellt. Hoffmann polemisiert gegen den Genossen Erispien und sagt, daß wir ebenso, wie einst die Rechtssozialistcn, scheitern müssen, weil wir uns nicht international umstellen konnten. Aber ein« strass« internationale Diktatur kann helfen, wenn nötig, auch in der eigenen Partei. Das deutsche reaktionäre Bauerntum ist jeden Augenblick bereit, gegen das Proletariat loszugehen. Weil die Russen ihre Arbeiter an die Front führen müssen, können sie nichts erzeugen, um den Bauern Maschinen für die Lebensmittel zu geben. Genosse Hofsmann geht eingehender auf die Bauernfrage ein und meint, daß man die Kleinbauern nicht zu enteignen brauche. Es geht in diesem Kamps um die Arbeiterühaft über- Haupt. Jetzt ist das Gebot der Stunde, jetzt ist die Zeit gckom- mcn, die Massen international zusammenzufassen.(Lebh. Beifall.) Genosse Breitscheid stimmt Hofsmann zu, daß nicht das Gefühl, sondern die Vernunft entscheiden müsse. Man mache aber die Äe- obachlung, daß draußen die Arbeiter mehr das Gefühl fprecken lassen als den Bcrstand. Es ist nötig, daß wir zusammenltchen mit allen revolutionären Parteien der Welt. Man soll sich nur davor hüten, die Frage des Anschlusses mit Dingen zu ver- knüpfen, die nicht eng dazu gehören. Man soll vor allen Dingen die Frage über die Meihoden des Bolschewismus ausscheiden. Kritik ist unsere Pflicht. Bisher wurde uns nur die Lichtseite von Rußland gezeigt, es war notwendig, auch die Schattenseiten zu zeigen. Aber wir haben immer nach den Ursachen zu forschen, warum es in Rußland so ist. Wir müssen den russischen Kommu- nisten gegenüber den Standpunkt de» vollendetsten Objektivität einnehmen. Wir müssen uns gegenseitig ertragen in der Inter- nationale. Dasselbe Verständnis müssen die Russen auch uns gegenüber bekunden. Wir wollen den Anschluß, aber wollen wir ihn unter diesen Bedingungen? Brcitscheid weist darauf hin, daß die Bedingungen nicht für Frankreich gelten, daß man den fran- zösischen Sozialisten günstigere Bedingungen stellt. Woher kommt das? Di« Russen wollen einfach die deutsche Revolution diktieren. ste wollen Deutschland opfern, um die russische Revolution zu schützen. Artikel 1t fordert die llnt«rstützung jeder Sowjetrepu- buk. So kann es kommen, daß man da» deutsche Proletariat zwingt zu einem Krieg mit Frankreich. Wir wollen der Diktatur des Kapitals die Diktatur des Proletariats entgejjcnfttzen, aber wir wollen nicht die Diktatur eines Exekutivkomitees. Wir wollen die Geister nicht knechten, sondern befreien. Geht die Partei nach Moskau, so werden sich binnen kurzer Zeit Schwierigkeiten er- geben, die setzt nicht vorausgesehen werden. Gerade die Berliner Arbeiterschaft ist gewohnt, ibre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Wir beanspruche» für die deutsche Partei das gleiche Recht wie die Franzosen, über unsere Partei selbst verfügen zu *•1__... evo!....._ jt.___ c• iv>—------ a.-i.-...---- c»_, Jifternationale auch uns.(Starker Beifall.) Genosse Niedertirchner erklärt Dittmanns Artikel in der„Frei- heit" als gröbliche Entstellung der Verhältnisse in Rußland. Der Redner ist selbst vier Jahre in Rußland gewesen, davon ändert- halb Jahre unter der Sowjetregierung. Die Ursache der Landvcr- teilung war eine ganz andere, als der bloße Vorsatz, den Bauern Land zu geben. Nach dem Friedensschluß nahmen die Bauen» ganz einfach das Land in Besitz und keine Macht der Welt hätte sich dieser Bewegung entgegenstellen können. In Rußland gibt es kein Eigentum an Grund und Boden, die Bauern sind nichts weiter als Staatspächter. Auch der Terror wird lediglich ein- leitig dargestellt. Die Eowjetregierung hat die Todesstrafe abge- schafft. Wahrend der ersten acht Monat« wurde kein Todesurteil gefällt. Erst dem immer stärker werdenden weihen Terror wurde der rote Terror entgegengestellt. Der Redner verweist auf die Sr- fahrungrn der ungarischen Räte-Repudlik, wo es an der nötigen Entschlußkraft gefehlt habe, das zu tun, was die proletarische Dit- tatur erheische.•— Messer ohne 5 >" an und .,-- w-�/wvyzvii* w> Ii JIWJ mit Liesen Leuten getroffen hat. Er führt gegenüber Baitbs Angriffe auf Bucharin an. daß Bucharin in Moskau über Barth ausgesagt habe, daß er sich wundere, daß Barth sich so schnell mit Ebert und Ccheidemann in die Regierung gesetzt habe. Zu den Bedinf""""-~ graph 16 n werden joU.,,. wi a» wie bei Beginn der Revolution. Seiner Geschäftsordnungsdebatte wird festgeltellt. »er letzte Redner kein Parteifunktionär ist. noistn Zietz: Von der Entscheidung, die zu fällen ist, hängt nicht das Schicksal der Partei, sondern da» Schicksal de» Svzialis- mus ab. Einigkeit in der P-rtei besteht über die Notwendigieit einer revolutionären International« der Tat. Ich bin der Mei- nnng, daß die Parteien der einzelnen Länder selbst über ihre Füh- rung zu bestimmen haben, gemäß der Verschiedenheit der wirtschast- lichen und politischen Verhältnisse der einzelnen Länder. Die Revolutian kann nicht künstlich vo»-ußen aufgepfropft«erden, das jährt zur blutigen Niederlage. Es ist deshalb unmöglich, einem Diktat zu folgen, das von einem Lande, sei es Rußland oder ein anderes Land, vorgeschrieben wird. Wir dürfen das Diktat von Moskau nimmermehr annehmen. Ich wünsche vvn ganzem Herzen den Anschluß an die dritte Internationale, ich wünsche auch, daß die Engländer, die Franzosen und die Italiener hinkommen bezw. drinbleiben. Genossin Zietz verweist auf die große Opposition, die die Moskauer Bedingungen nicht nur bei den deutschen Unabhängigen, sondern auch in der franzosischen, der italienischen und der schweizerilchen Partei erfahren haben. Wenn ich der Meinung wäre, das Schlucken dieser Bedingungen würde die deutsche Reoomtion weitertreibcn, würde ich sie schlucken. So aber Parte,. Hoffnung revolutionären Proletariat». Wir wollen un. befteien'auch aus der g-W»-» Knechtschaft. Anschluß wohl, aber nicht unter diesen Bedingungen.■ Genosse Schwenk: Wenn man die Bedingunpen�unvor«inge,wm ...«.n-ck kst die&ebe des Genossen Crisoien ein Bewei's ' t, r Entwickelung der Produkt iokräft« und dem überbrückt«ine Spannung eingetreten, die nicht med' �»b-nckt werden kann Auch bei uns ist der«ugeubli« nicht w. m, r,' Entscheidung fällt. Wir rönnen nicht zusehen Proletariat durch den Zusammenbruch de» Kapitals herun-ergedrUckt wird. Wenn wir abwarten wollen rt ganz vom Sazialisitnis erfüllt sind, kämen wir nie xj!" ,(Jne alte marxistische Auffassung, daß 1* machen. Wir werden im ei,t- ti«h � nicht danach fragen können, ob wir vor- dereitet sind, sondern wir«erden den Kampf aufnehmen. Dies« �akt�Wndl-Iü l/i» i-d-n ttoolattonärcn Kämpfer Ä«»!S2 un» dem Anschluß unterziehen senken hegen. Di» Aufgabe unserer Selbs.andl gleit wird nicht verlangt.(Zurufe.) Schwenk zitiert dafür den Paragraph 16 der Bedingungen.(Lebhafte Zustim- �M� ��r llnnen ilatllrM i n der dritte» Znternationale nicht unsere volle SelbständigkritMalten. auch der einzeliu: iflnj,. wen» et sich einer Organisation anschließt, nicht mehr machen, was er will. So gesehen, sind die Bedingungen durchaus angebracht, man darf aber auch nicht daraus lesen, was nicht drin steht. Es»st nicht richtig, von einem Moskauer Diktat zu reden, sind wir erst in der dritten Internationale, dann haben wir auch mitzubestim- men. Das Bürgertum erkennt besser, daß seine Cchiasalsstunde ge- schlagen hat. wenn die dritte Internationale groß und stark ist. Laßt uns den Anschluß unter Zurückstellung aller kleinlichen Be- denken sofort vollziehen.(Beifall.) (Schluß de» Berichts in der Abend-Ausgabe.) Zur Auswanderungsfrage Bon der Interessengemeinschaft der Auswandererorganisationen nach Sowjetrußlano geht uns zu dem Artikel des Genossen D i t t- mann folgende„Berichtigung'' zu: „Es ist unwahr, daß 70 Familien als Ansiedler nach Rußland gegangen sind. Richtig ist, daß nur 20 Familien in Frage kommen. Es ist unwahr, daß der Transport so überstürzt zusammengestellt worden ist, daß einig« Familien innerhalb zwei Tagen die Möbel losschlagen mußten. Wahr ist, daß die Familien sich frühzeitig. d. h. schon einige Wochen vorher nach einem Käufer für die Woh- nungseinrichtungen umgesehen hatten, diese dann laut Vertrag «in« Anzahlung leisteten und den Auswandernden die Möbel jo- lange zur Verfügung pellten, bis diese sie nicht mehr benötigten. Die Durchreiseerlaubnis war in den Verhandlungen vom 20. und 24. Juni insofern zugesagt worden, indem der Minister des Aeußeren für Esthland, Herr Birk, in diesen Verhandlungen er- klärte, daß der endgültige Abschluß auf offiziellem Wege mit der deutschen Regierung erledigt werden müßte, daß aber ein Hinder- nis für die Durchreise deutscher Arbeiter im wesentlichen nicht besteht. Unwahr ist. daß in der, Räte-Zeitung" falsch« Vorstellungen über die Verhältnisse in Rußland geweckt worden sind. Richtig ist, verlangt eiserne Disziplin". Nr. 22:„Die Auswanderung nach Sowjetrußland". Nr. 25:„Ein Brief des Genossen Gumprich aus Rußland" objektiv über die Verhältnisse Nußlands berichtet wurde, ferner sind unsere Mitglieder durch Uederweisung der„RüMschen Korrespondenz" genau informiert worden über die bestehenden Verhältnisse in Sowjetrußland. Unwahr ist, daß Rußland keine Kenntnis von unseren Ver- trägen haben kann. Wahr ist, daß die Verträge über Einwände-- rung deutscher Industriearbeiter von Genossen Milutin als stell- vertretender Vorsitzender des Obersten Rates für die Volkswirt- schaft, Genossen Schmidt als Kommissar für die Llibeit, Genossen Sereda als Kommissar für die Landwirtschaft lmterschrieben wor- den find. Unwahr ist, daß die Interessengemeinschaft mit Auswanderer- agenten oder sonstigen bürgerlichen Elementen oder Korporationen zu tun hat. Wahr ist, daß die IntersssenaemeinsHaft als eine rein «roletarische Organisation auf dem Rätesystem ausgebaut ist und ch als Ziel gesteckt hat. Sowjetrußland aufzubauen Helsen. lleber die Aufnahme der deutschen Arbeiter in Rußland lauten die offiziellen Nachrichten bis heute anders.„Iswestia" berichtet, daß die russischen Arbeiter große Meetings zu Ehren der ange- kommen«» deurschen Arbeiter veranstaltet haben. In der Beleg- schaftsoersammlung vom 28. April 1020 erklärten die Arbeiter der Kolomna-Werk«, daß sie die Hilfeleistung der deutschen Proletarier aufs freudigste begrüßen und erwarte», daß sie so schnell wie mög- lich kommen werden. Betreffs der Ernährung sei nur festgestellt, daß durch ein Dekret gerade die Lokomotipfaoriken in der Lage sind, die Crnähruyg wesentlich dadurch zu verbessern, daß jeder reparierte Zug zur ersten Fahrt benutzt wird, um Lebensmittel für die Fabrik heran- zuholen. Daß im April d. I. die Kolomna-Werks auch genügen.> mit Lebensmitteln versorgt waren, wurde bei den Verhandlungen mit dem Sowjet der Stadt Kolomna nachgewiesen, und sie den angewiesen, für 9000 Personen Wohnungen zur Verlüguiupz»« stellen. Wir weisen daraus hin, daß die Derhandlungsakten dieser Sitzung sowie die Photographien, Pauken und Statistiken über da» Kolomna-Werk zu jeder Zeit und Stunde in unserem Bureau eingesehen werden können. Als Ergebnis kommt für uns in Frage, daß nach den letzten amtlichen Mitteilungen 50 Prozent der deutschen Arbeiter ohae weiter«» in Kolomna verbleiben, und daß lediglich diesenigen, v!e sofort von Anfang an die Arbeit verweigerten, zurückkehren. Dem Genossen Dittmann überlassen wir es. nachzuweisen, in «elcher Form und bei welcher Gelegenheit wir den nach Rußland gereisten deutschen Arbeitern falsche Nachrichten über Rußland ver- breitet haben." Zu dieser Berichtigung schreibt uns Genosse Dittmann: � „Diese„Richtigstellung" berührt die Richtigkeit meiner Angaben in keiner Weise. Die van mir veröffentlichten Ziffern über die Zahl der Auswanderer stammen vom Transvortführer selbst: i'K übrigen ist die Zahl h-rzlick----------- daß der Transport überstürz: etnfach aus Nr. LZ der__________■„.................... dies Publikationsorgan der Intcressengemeinsckaft der Auswan dererverein« in einem Artikel„Die Klogen der Rußlandwanderer" wörtlich schreibt: „Zuzugeben ist, daß dieser erste Transport in großer Eile zusammengestellt wurde... Aber diese Eile hatte ebenfalls ihr« Gründe... weil er ein Solidaritötsbeispiel kein follte." Wozu da jetzt die Ableugnung. Ich könnte noch hinzufügen, daß der Genosse Hartmann-Hamburg in jener Versammlung in Kolomna bei Moskau, der wir beiwohpten, wörtlich sagte:„Wir wurden rasch zusammengewürfelt. Bei den Ver- Handlungen, dt« Erispien. Däumig. Levi, Stoecker und ich mit dem esthlfindischen Außenminister Birk hatten, hat dieser uns, entgegen der Behauptung der Berichtigung, aefagt. daß er dem Vertreter der Interessengemeinschaft. Herrn Euinprich, ausdrücklich erklärt hätte, daß die Paßfrag« in Berlin geregelt sein müßt«, bevor dt« Durchreis« durch Esthland gestattet werden könnte. Daß in d t „Rätezeitung" falsche Vorstellungen geweckt worden seien, ist v-'n mir als Vorwurf der Auswanderer selbst, nicht al» eigene Be- hauptung wiedergegeben worden: Däumig allerding» hat— wie ja auch au» metner Schilderung hervorgeht— davon gesprochen, daß die Auswanderergescllschajt Illusionen erweckt habe, die sie jetzt nicht erfüllen könne. Warum richtet man also die pathetische Schlußwendung in der Berichtigung an meine, statt an Daumigs Adresse? Ebenso stehts mit der Frag«, ob die Sowletregurung von dem Vertrage mit den Auswaildererorganisationen etwas ge- w»ßr hat oder nicht. In meiner Schilderung baue ich darüber aus Eigenem kein Wort gejagt, sondern>mr die Bebauptuag des G«. Nossen Hartmann-Hamburg berichtet, daß die Regierung in Moskau bei den Verhandlungen mit ihr erklärt hatte, sie wüßte nichts von dem Vertrage. Von„bürgerlichen Auswanderung»- agenten ist nirgenss in meinem Artikel die Rede: auch dabei han- d-lt es sich um Wiedergabe von Aeutzerungen der Auswanderer. die sich auch nicht von proletarische n Aiiswanderungsagente» "belügen und betrugen" lassen wollten, zm übrigen sagt die Be- unterbringen. Meine ungeschminkt« Schilderung der Erfabrunae» di.k«. Auswanderungstransporr» dürft« die au«- 3lfiriw r>! �Cn T°usende deutscher Arbeiter vor bitterem Elend b'wabrt bl-� � Das war der von mir verfolgte Zweck AkitTif* i- i?iPben. „Warnungen", wie denen der Rate-eituna" d-i>,! tische Vordersatz durch den zurückgekehrt seien. Ei« etklätenLsL;. Mann "h-""n•«iMÄÄta'aÄg "S Preiswerte Lßlicnsinittel Blaue Pflaumen. piund 75 r Pfirsiche............. 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Königgrätzer Str. ■IJSU.: iJnumeiftcr Salach. Komödienhaus Sine«»cht i.Pnrobie, Berliner Theater X.. Dn letzte Walzer. Wng-TWer »Nabenblich?>:, Uhr: Die Tänzerin tLeopoldiae Konstantia, Knrt Götz»«U. Haafe). Deutsch. KgvU.-Neater Ällabenbtich 7>!, Uhr: Die Scheiilllvssresse «tt Max Adalbert»nd Trude Hesterberg. MWds ».gooonth.Iar PI. zsiaon-Legln» � q S. Wockal 7 und•/,• Uhr Sum u ru n Legi«: Ernst Lubttsch S Pola Negri Jenn» Haiialguld/ Aud Eg.d* Nlnw Paul Wogonsr Harry kl.dtk.. Carl Clawlna Wr! Vowerkauf 1 1 bis 1 Ehraw- und Fflkartan nngüMgi ■r, sie und dar Dackal B. B. Lustspiel in S Akten mit L.o Pouk.rt !S- berf S- in dem inetlger Schtatzer Erd« Er Vorbei Das gr. Programm! SftWtUffO 2 VorHteiiungen Das Valutamhdal Lustspiel von Mkllltlidir und DU Begia Erich SohOnfaldCr Hauptrollen: OSSi Oswalds Hermann Thlmlg 2. W o o h• I Algol .on Huna Brennart nnd Fridel Koehn. 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Scharf, Glschffer Str. 78, Elke Atkerftr� DseguteMatsary-Zigarette So liberzeugencl diese Worte klingen, so überzeugend wirkt die Massary- Zigaretteauff den Raucher/ Herken Sie sich die beliebten Spezialmarken Urteilen Sie selbst! Nr. 376 Beilage zur„Freiheit" Freitdsi, 10. September 1920 Arbeiter, Parteigenossen! «!�Jc Lehre des Weltkrieges hat eine« großen Teil de« Proletariats zu der lltberzeugung gebracht, dah es zur ZZerhinde- '""II gleicher Tragödie« unbedingt notwendig ist, dem iater- .e*0naItÄ eine seiner hauptsächlichsten Stützen zur Auf- '-chterhaltung seiner Klassenherrschast, und zwar die Herstellnug ran Mordwerkzeugen, aus der Hand zu schlagen. Der inter- | Zonale Kewerkschaftsbund hat in eine« Aufruf an «|e Arbeiter aller Länder die gewerkschaftlichen Organisationen «r einzelnen Länder aufgefordert, alle Mittel zu ergreifen, um .e? Erzeugiing Jon Waffen ein End« zu bereiten. Getreu diesem '"lernationalcn Beschlutz hat die Berliner Gewertschaftskommission �urch eine besondere Willenskundgebung die ihr angeschlossenen --g-nis-tioneu verpflichtet, das ihrige zu der Verhinderung der �"iseiifabrikation beizutragen. Der in Berlin liegende Betrieb der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken Berlln-Wittenau, der u°r uzid während der jkriegszeit fast ausschlietzlich auf die Waffen- morikation eingestellt war. hat jetzt den versuch unternommen. «as von jeher profitable Geschäft der Waffenherftellung erneut �usznnehmen, und zwar nicht nur für Luxus- und Zagdwaffen, ändern auch für ausgesprochene Heereswafte». Die Verwaltungsstelle Berlin deo Deutschen �etnllarbeiteruerbandes, die stch verpflichtet fühlt, u'e internationalen sowie die örtlichen Beschlüste zur Durchführung Ul bringen, forderte die in der Waffenabteilung beschäftigten Ar- "siter auf, die Massenfabrikation einzustellen. In dieser Mtrilung 'aas das Organisationsverhältnis ein nicht besonder« günstiges, "ad zwar gehörte ein ziemlicher Prozentsatz de» revolutto- � a e n Vetriebsorganisation an. Auch stnd in der Ab- .silung ein Teil von Arbeitern und Arbeiterinnen beschäftigt, die An-wendigkeit einer gewerkschaftlichen Organisation noch Nicht erkannt haben. Nachdem wir in verschicdenen versammlongt» Meinung der Arbeiterschaft klären wellten, zog auch die re- "aluiioj-äee Betriebsorganisatio» die Konsequenz»nd schloß ihre �.'tglirder, dir in der Masfenabteilung arbeiteten, aus der Be- 'riebsorganiiation ans. Es war als» nun der Zustand zu ver- i�'chuen, datz neben einem Prozentsatz gewerkschaftlich organisierter ' weiter ei« ziemlich ebenso Parker unorganisierter in der Abtei» "ng vorhanden war. In einer erneuten Versammlung verlangten "d: von allen in der Abteilung beschäftigten Arbeitern, datz sie Pflichtgefühl gegenüber der gesamten Arbeiterschaft die •■"afsenfcbeikation einzustellen und den Betrieb zu verlasse« Wien. Der übergrotze Teil der gewerkschaftlich organisierte» Ar- bciter leistete dieser Aufforderung bedingungslos Folg«, trotzdem "ne grotze Anzahl Kollegen darunter war, die eine fechs- bis elf- 'NonatUch- E-werbslosigkeit hinter sich hatten. Auch ein Teil der ""organisierten hat sich unseren Kollegen angeschlossen. Der Motzte Teil der llnorganisierten und auch diejenigen, die bis vor dee LenolÄ�ionäeen Belrisbsorganisation angehörten» haben � S?uf nicht Folge geleistet» sondern stellen weiter ihre Arbeits- ['■aft zur Herstellung von Mordwerkzeugen zur Verfügung. Be- ««uerlicherweise auch«in kleiner Teil der Mitglieder des Deut- lawu Metallardeiter-Berbaudes, die zum Teil schon auf ein« lang- lahrige Mitgliedschaft zurückblicken. Infolge diese» Dcrsagens der vom Metallarbeiter-verband zur �siion aufgerufenen Arbeiter besteht die Befürchtung, datz es nicht Wglich sein wird, die Masfeufabrikation in den Deutschen Waffen- Piunitionsfabrilen zu unterbinden und datz. die Firma mit "ueu Mitteln versuchen wird, zur Ausfüllung der gelichteten Be- �Klchaft Arbeitskräfte für diese Fabrikation zu bekommen. Sic Berrvaltungsstelle Beelin des Deutschen vlctallarbeiter- Verbandes appelliert an das Solidaritätsgefühl nicht nur der Berliner, sondern der gesamten Arbeiterschaft, datz i>er Kampf, den die B-rwaltongsstelle Berlin zur Unterbindung i>er Wafsenfabrikation aufgenommen hat. von der gesamten Arbeiterschaft die bedingungslose Unterstützung erfährt und N, es durch die Betätigung der Solidarität möglich ist, zu er- "'che», was auf dem Wege der BetrieVoaktion nicht zu er- wichen war. Gewaltmatznahmen gegen die Danziger Arbeiterschaft Hoch die Solidarität! Nieder mit der Waffenfabrikation Jevtscher Melallsröettn-Verbasd. NnvalMssstelle Serldl. Vsn Bruns Gebauer, Danzig. Die Donziger Arbeiterschaft befand siH bekanntlich seit einigen Wochen im wirtschaftlichen Kampf gegen de» polni- schen Imperialismus. Sie verweigerte jegliche Hilfe zum Transport von Truppen und Kriegsmaterial, sowie zur Löschung von Munition, so dag sich bisher Kriegsmaterial für Polen hier in Danzig ziemlich anstaute. Truppen mutzten wieder nach dorthin abtransportiert werden, woher sie ge- kommen waren, da wir in Danzig keinen Platz zur Unter- brmjping hatten und dann auch die Stadt Danzig in grotze Ernäbrungsschsierigkeiten geraten wäre. Hauptsächlich waren� es die Hafen- und Eisenbahnarbeiter, welche den Kampf ausfochten. Hier standen alle Richtungen zu- sammen. Arbeiter und Beamte, freie Gewerkschafter, Hirsche, Christen und Vertreter aller sozialistischen Richtungen. Die bürgerlichen Parteien, welche in der vcrsasiunggeoenden Per- sommlung die Neutralitätserklärung eingebracht und beschlossen hatten, hielten offiziell zurück. Hafenarbeiter und Eisenbahner hielten selbst den schärfsten Verlockungen stand, denn die Polen versuchten Judasgelder auszuwerfen! jlOOOO Mark sollten gestiftet werden für in Not geratene Hafenarbeiter, wenn die Hafenarbeiter die Muni- tion löschten, ein Tagelohn von 180 M. wurde versprochen, und autzerdem sgllte jeder Arbeiter 0 Kilo Mehl erhalten. Mehrere Waggons amerikanisches Weizenmehl sollte den Hafenarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Bei der schlechten Ernährungslage und den finanziellen Verhält- nissen der Danziger Arbeiter sicher grotze Verlockungen, aber die Hafenarbeiter gingen darauf nicht ein. Dann stellten die polnischen Behörden die Heranziehung von polnischen Ar- beitern zu den Löschungsarbeiien in Aussicht. Auch dieser Plan scheiterte, da die Hafenarbeiter drohten, den ganzen Hafen stillzulegen. Nunmehr wollten die Polen Russen zu dieser Arbeit heranziehen, und zwar russische Gegenrevo- lutionäre, die unter Koltschak gekämpft hatten, sich nun in polniscken Jnterniernngslagern befinden und sich bereit er- klärten, die gegen ihre Landsleute Verwendung findende Munition zu löschen. Dieses Ansinnen lehnten die Hafen- arbeiter erst recht ab. Als alle Verhandlungen ergebnislos waren, sollten englische Soldaten herangezogen werden. Doch eine grotze Anzahl sträubte sich hiergegen, und mit dem nächsten Transport wurden dann diejenigen, welche diesen Dienst verweigerten, nach England zurückgesandt. So blieb auch dieser Gedanke unausführbar. Die englischen Behörden mutzten die Haltung der Hafenarbeiter als berechtigt an- erkennen, und lediglich nur um Ruhe und Ordnung in Dan- zig aufrecht zu erhalten und zu verhindern, datz die für Polen bestimmte Munition den Russen, die damals bereits in den polnischen Korridor eingedrungen waren, in die Hände fiel, verweigerte der Oberkommandierendc der alliierten Truppen in Danzig, General Haking, dem polnischen Munitionsfchiff „Juno" die Einfuhr in den Hafen. Aehnliche Schwierigkeiten hatten auch die Eisenbahner zu bestehen. Hierbei sei aber festgestellt, datz ein bedeutender Teil der Hafen- und Eisenbahnarbeiter und Eisenbahn- beamten den Boykott gegen Polen nur durchführen halfen, um damit nur die polnischen Pläne auf Danzig vernichten zu helfen, und weil sie befürchteten, datz durch Zuweisung von Hafen und Eisenbahn an Polen durch den Völkerbund sie alle brotlos werden könnten. In den letzten Tagen ist eine gewaltige Veränderung in dieser Kampftage eingetreten. Die Danziger Ententc-Diplo- maten, Danziger Behörden und Bürgertum sind vor dem Militärstiefel der Entente gänzlich zusammengeknickt. Es genügt, in Genf und in Paris mit dem Säbel zu rasseln, um die er,t so„tapfere" Danziger Bourgeoisie zu veranlassen, den mit so großem Tamtam gefatzten Neutralitätsbeschlutz zu ver- leugnen. Polnisches Geld und polnische Verlockungen spielten dabei eine ziemliche Rolle. Die englischen Behörden planten G e w a l t m a tz n a h m e n g e g e n die Danziger B c- völkerung. Die Verhängung des Belagerungszustandes und Ausnahmezustandes, Auflösung des Arbeiter- und Be- amtenrates der Eisenbahner, Heranziehung von verstärkter Ententebesatzung und Unterhaltung derselben durch die Stadt Danzig, deren Folge unausbleiblich Hungersnöte wäre» waren geplant. Als weiteres Attentat hatten die Entente« Vertreter ein Dekret angekündigt, nach welchem die Arbeits« losen-llnterstutzung aufgehoben werden sollte, solange die Danziger Arbeitslosen jegliche Arbeit für Polen verweigern. Reuen titefen Plänen wurden Verräterdienste teuer bezahlt. Polnische Gewerkschaftsbeamte und Mitglieder der Danziger Verfassunggebenden Versammlung stellten den Boykott gegen Danzig in Aussicht, wenn nicht innerhalb 18 Stunden die Eisenbahner sämtliche Transporte für Polen durch Danzig lassen wurden. So wären nicht nur Lebensmittel und Kohlen- transporte für Danzig angehalten, sondern auch sämtlicher Personen- und Güterverkehr von Danzig mit Deutschland unterbunden worden. Auch wollten die Polen sämtliches Maschinen- und anderes im polnischen Gebiet befindliches Danziger Eisenbahnmaterial und Güter für sich requirieren. Schon stnd mehrere D-Züge in Könitz und Schneidemühl an- gehalten und die Lokomotiven abgenommen worden. Auch in der Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln ist Dan- zig von Polen abhängig. Englische und amerikanische Kriegs- schiffe belagern bereits den Danziger Hafen und unter dem Schutz der englischen und französischen Bajonette sollten dann nach dem Freistaat importierte Polen die Hafenarbeit und den Eisenbahndienst verrichten. So hoben die Eisenbahnbeamten ohne vorherige VerHand- lung mit den am Boykott gegen Polen beteiligten Organi- geordnet wurde, datz sämtliche polnischen Transporte durch- bei bemerkt werden mutz, datz ohne Mitwirkung der Eisen- bahn b e a m t e n der Boykott gar nicht wirksam durchgeführt werden kann. Run erlictz sogar d'ie Eisenbahndirektian des Freistaates ein Telegramm-Rundschreioen, nach welchem an- geordnet wurde, daß sämtlich? polnischen Transporte durch- zulassen stnd. Kurz vorher hatten die bürgerlichen Parteien im Parlament auf Veranlassung des Staatsrates eins Reu- rralitätsrnndgebung beschlossen, und nun fielen alle diese Herrschaften, wo der Entente-Kommitzstiefel klirrte, elendig- lich um. Aber die Bourgeoisie macht eben ihre Eeschäfie mit den Polen. Die polnischen Behörden haben hiesigen Jndu- striellen erklärt, datz sie Rohmaterialien in allen Mengen zu billigen Preisen bekommen könnten: wenn sie sich verpflichten, ein Drittel ihres Arbeiterbestandes mit Polen zu besetzen. Ab 1. Juli 1921 sollte dieses Drittel auf die Hälfte erhöbt werden. So will man zwangsweise die Polonisierung Dan- zigs herbeiführen, trotzdem wir im Freistaat mit seinen "80 000 Bewohnern bereits zirka 15 000 Arbeitslose haben. Aus all diesen Umständen heraus haben sich die Eisen- bahner gezwungen gesehen, den Kampf gegen Polen einzu- stellen, und auch die Hafenarbeiter haben kürzlich mit Zwei- drittel-Majorität den Vcschlutz gefatzt, Munition für Polen zu entlöschen. Es mutz aber dabei darauf hingewiesen wer- den. datz die Arbeiterschaft der übrigen Länder Danzig gegen- über versagt hat. Die„Rarczewa". die mit Munition für Polen in Danzig eingetroffen ist. ist von holländischen Ar- beitern verladen worden. Die englische Arbeiterschaft bat ebenfalls nur ein Symvathio-Telegramm für die Danziger Arbeiterschaft übrig gehabt, aber tatsächliche Unterstübung hat sie nicht geleistet. Kein Wunder, datz sie über die Vor- gänge in Danzig schlecht unterrichtet ist. da ja der Danziger Korrespondent des englischen Arbeiterblattes„Daily Herald" ein bürgerlicher Journalist ist, der auch die bpy- gerlichen englischen Zeitungen beliefert. Der größte Berkehr für Polen geht zudem über Ungarn., Möge die Arbeiterschaft aller Länder die Lage der Dan- ziger Arbeiterschaft, wie sie' durch den Friedensvertrag von Versailles herbeigeführt ist. nicht verkennen und darauf hin- wirken, datz Danzig und seine Bevölkerung nicht zum Spiel- ball polnischer Imperialisten, Kapitalisten und Reakttonare wird. Aus der Partewreffe Die neue Nummer der„Freien Welt" bringt ein Bild Lassa!« l e s zur Wiederkehr seines Todestages. Bilder aus O o er- s ch l« s i e n, die Massendemonstration der Lau benkolonisten Berlins und den weitzgardistischen General Wrangel, ferner einen Karikaturenzyklus„Die Rrrote Armee". Im unterhaltenden Teil finden wir einen Artikel„Altesund neuesWandsrn und„Der Film— die achte Erotzmach t". Reich ausge» stattet ist auch der Schach- und Sportteil, sowohl mit Bil- dern, wie im Text. Preis des Heftes KD Pfg. Die Geschichte meines Bruders Eine Erzählung von HansSiemfe» � Es war Sonntag und wir warteten. Die Tür zum Korri- vor stand offen. Aber nur die Schritte der Schwestern kamen gingen, heraus und herein. Ich war de� Weg, der aus "er Pür führte, mit meinen Gedanken schon weit geAangen, ganz weit draußen war ich in der Welt, in der es Sonntag war. Tie Sonne schien. Unser Zimmer hatte ich ganz ver- Da klang in den Schritt der Schwester ein anderer Schritt und eine helle Jungenstimme sagte:„Tag Willi. Er hatte Apfelsinen mitgebracht. Das roch, als käme er Ich weiß nicht mehr, was gesprochen wurde. Ich weiß nur Uoch. datz ich ein- oder zweimal ewe kleme feste. Hand dw Hand eines Jungen in meiner Hand kühlte. Ich streckte Meine Hand ins Ungewisse, nur nach der Nichtung hm. m der rr stand— und dann kam diese kleine feste Hand, wie �rutz aus einer anderen Welt._.. . Ick weist nicht mehr, was gesprochen wurde. Die helle. Uohliche Jungenstimme war«5?« Morden. Die Kraft und die Frohllchkeit�der� grotzen�Welt -"-iven. �ne 5irazi uno uic"g.. Wurden in diesem gedämpften Zimmer nicht laut. Sie ver- ckummten in dieser, unserer Welt, die unsere Blindheit, das mummten in dieser, unjerer-uoeu, oic' mTr fitzt, unser Leiden sanftmütig um uns aufgcbaut hatte D.e beiden Brüder flüsterten nur. Der kleine verstummte ganz. Er sah nun gewist von einem der blinden Gesichter zum andern. Ich drehte mich um- mein Eesichtzur�nd Ich hörte noch zweierlei. Meiden d.« blmd? und. »Also bis Sonntag! dann komme ich wieder- Und noch ein- Mal kam seine kleine Hand, suchte nach n emer Hand und tagte„Adieu". Dann klang>em Schritt durch das Zimmer IU9te..Adieu".£>ann nana fem und durch die Tür. über den Korridor, hinaus und ver- lchwunden Ich hätte ihn festhalten sollen! Er kam Nie wieder. Am nächsten Sonntag satz er bereits im Gefängnis. , Wir laaen in dieser Woche wie vorher, still in unserem stillen Zimmer. Wr dachten nicht im ger mgsten � das. '"uen Zimmer. Wr dacyicn nuy» im»»«««, was draußen geschah. Wir haften nur mehr zu reden als Bruder?" heißt er?" vorher. Jch sagte zum Beispiel:„Wie alt ist dein B Und Willi sagte:„Fünfzehn Jahre". Und wie hei Wir nennen ihn Kalla." Währenddessen, ja, vielleicht gerade während wir von ihm spralyen, ging Kalla durch die Straßen der Stadt, die mir dunkel und unheimlich erschienen, nachdem ich gehört hatte, was ihm geschehen war, dunkel und unheimlich, wie ein Ort des Verorcchens. Und doch, was war denn da viel geschehen? «nr t« gestohlen und war verhaftet. Wie bekommt man das, was man nötig hat, oder das, was man gerne haben möchte? Man kann es sich kaufen. Aber wenn man kein Geld hat, kann man es nicht kaufen, wenn man kein Geld hat. bekommt man es nicht. Ein Pfund Speck locket zwanzig Mark. Bezahle zwanzig Mark, wenn du Speck essen willst! Aber es gibt noch etwas anderes. Man kann ihn stehlen. Kalla stand vor den hellen Schaufenstern nicht wie ein Junge, der sehnsüchtig zusieht, wie andere kaufen, was er gern haben möchte und was er nicht kaufen kann, weil er kein Geld hat. Er stand da wie einer der Bescheid weiß. Latz es nur dunkel werden! Dann kommen wir dran! Wenn es Abend war, kam er mit seinen Freunden. An einer dunklen Ecke hält ein Wagen. Da ist ein Fluß in der Nähe. Es ist mitten im Winter. Der Flust geht hoch und das Wasser rauscht an den Mauern der Häuser. Es ist kalt und der Wind fährt kalt durch die leeren Straßen. Da ist auch eine Laterne, die klappert und fast im Winde ver- löscht. Ihr Licht dringt nicht weit die Straße herunter. Der Wagen hält ganz im Dunkeln. Man kann ihn kaum sehen. Da geht auch«in Posten. Man hört seinen Schritt regel- mäßig herauf und herunter. Jetzt verklingt er wieder und alles ist still. Nichts als die leeren Stratzen, die toten Häu- ser, das Wasser, das rauscht, der Wind und das flackernde Licht der Laterne. Run geschieht nichts weiter, als ein Pfiff, ein durchdringen- der Pfiff auf zwei Fingern gepfiffen, Getrappel von schweren, genagelten Schuhen, ein Schutz und wieder Ee- trappel von Schuhen, aber schon weit in der Ferne und bald verschwunden. Im Scheine einer grellen Blendlaterne liegt neben dem Wagen ein großer Ballen. Zwischen dem Wagen und der Laterne führen zwei Schutzleute einen Jungen, der stch mit Händen und Füßen wehrt. Das ist alles. Der Junge ist Kalla. Seine Kumpane sind glücklich entkommen. Run beginnt zweierlei für Kalla: Der Kampf gegen den Untersuchungsrichter und das Leben im Gefängnis. Das heißt: er ist auf einmal ganz allein. Er ist ein tapferer Junge, stark und vergnügt, der sich und anderen zu helfen weiß. Er hat noch nichts davon gelesen, datz das Leben ein Kampf ist. Aber er hat es schon früh erfahren. Er weiß, datz man nichts bekommt, was man sich nicht nimmt, und datz das Unrecht etwas ganz anderes ist, als man glaubt. Bisher war er nur ein Junge, der frei umher- lief, ein Bengel, den man mit Prügeln drohte. Aber jetzt sitzt er im Gefängnis, und das ist etwas ganz anderes. Er lief auf der Straße herum und stand vor den Schaufenstern und wußte stch zu helfen, wenn er was brauchte. Aber vor dem Untersuchungsrichter weiß er sich nicht zu helfen. Er versteht nichts von diesen Akten und Büchern, von dem Schreiber, der immer schreibt, wenn man spricht, und von diesem finster getäfelten Zimmer, in das er durch lange Gänge geführt wird. Er versteht nicht, wozu das nötig ist. da er ja schon im Gefängnis sitzt. Er weiß nur, daß er seine Freunde und Helfershelfer auf keinen Fall verraten darf. Und alles, was er zu sagen weiß, ist die armselige Lüge: „Ich bin es nicht gewesen". Wir liegen nicht mehr in unserem stillen Zimmer. Wir haben lange gelegen und lange gewartet. Diele Sonntage sind vergangen. Und Willi hat mir viel erzählt. Zuerst war noch nichts geschehen. Wir wußten noch nicht, und lagen und warteten auf den Sonntag. „Erzähl etwas, Willi!" „Was soll ich erzählen. „Wie war das. als Du m Hamburg warst?" „Ach, das habe ich ja schon erzählt." „Aber das kannst Du noch mal erzählen." Er war nämlich einmal mit fünfzehn Jahren aus der Lehre gelaufen und nach Hamburg gefahren. Als er stch nachts auf dem Bahnhof herumtrieb, ohne Essen und ohns Geld, nahm ein Straßenmädchen ihn mit nach Haufe. „Willi, was dachtest Du denn da?" (Fortsetzung folgt.) Stimmen der Parteipresse »Leipziger Bollszeitong". Am Schlüsse eines weiteren Artikels schreibt unser Leipziger Parteiblart: _ b�ißt das Thema verschieben, wenn die Befürworter des Anschlusses trotz alledem, der glatten Unterwerfung unter das Moskauer Diktat ihre Haltung begründen wollen mit der Pflicht. der. russischen Sowjet-Republik in ihrem Kampfe gegen den Im- perialismus.tätig beizustehen. Diese Pflicht erfüllt die Unab- hangige Sozialdemokratie nach Kräften schon längst und der scharfe Boykott der Waffen- und Munitionssendungen für Polen ist em lebendiges Zeugnis dafür, datz dieser Kampf vom Änschlutz San die 3. internationale völlig unabhängig ist. Die Untciwer- lng unter da» Moskauer Diktat, dieser Verzicht auf das eigene rteu, kann höchstens dazu führen, dah die Kraft der deutschen «volutronitren Arbeiterbewegung zerstört wird. Dag sie in aus- fichtslosen Aktionen nutzlos vergeudet wird, die auf das Eeheig Moskaus, das beim besten Willen die notwendigen Vorbedingun- geit in Deutschland nicht zutreffend beurteilen kann, unternommen werden mühten. Es würde unsere Partei, die bei richtiger Hal- iung die stolze Aussicht hat, in Kürze die gesamte klassenbewühte Arbeiterschaft in ihrer überwiegenden Mehrheit in sich zu sam- mein, die Führung der proletarischen Bewegung Deutschlands zu übernehmen, zum tätlichen Siechtum verurteilen, weil der deutsche Arbeiter, der seit Jahrzehnten an die lebendige Mit- arbeit in seiner Parteibewegung gewöhnt ist. sich diese absolute Entrechtung zugunsten der Führerschaft einfach nicht gefallen las- sen würde. Ständige Auilehnunaen, ständige Ausschüsie oder masienweises Abströmen der Mitglieder würden die Folge fei», und die Kraft der Organisation würde in fortwährenden Ader- läilen versickern. Das mögen jene Genossen besonders ernsthaft überlegen, die da glauben, dah die Weltreoolution nur durch engsten Anfchluh an Moskau vorwärts gebracht werden könnte. Sie würden durch die Unterwerfung unter das Moskauer Dekret gerade dieses Ziel aufs schwerste schädigen. Wie ja überhaupt unsre Opposition gegen die Moskauer Bedingungen nicht diktiert ist aus irgend welchen bureankratischen Engherzigkeiten wegen der Organ lsationssorm, noch etwa aus irgend welchen Gefühlen gekränkter Würde und Eigenliebe. Die Partei ist uns teuer, aber wichtiger ist uns die proletarische Revolution und wenn wir ihr durch Aufopferung der Partei dienen könnten, so wiirden wir uns nicht sträuben. Aber gerade weil wir voraussehen, dah die . llebertragung der russischen Schablone auf Deutschland nur ver- nichtende Wirkung auf die deutsche Arbeiterbewegung ausüben 'kann, weil wir wissen, dah sie für Jahre die Totenglocke der Re- volution in Deutschland läuten würde, deshalb kämpfen wir gegen die unannehmbaren Forderungen Moskaus. Aber wer glaubt, dah wir zu schwarz malen, der soll nur einmal ernsthaft über- legen, ob wirklich deutsche Arbeiter es sich gefallen lassen werden, von illegalen Leitern, die ihnen unbekannt bleiben, bindende Befehle zu bekommen. Denn die Bedingungen legen der Partei diese Verpflichtung auf. neben der legalen eine illegale Organisation zu bilden und die legale Leitung ist der illegalen unbedl:gt untergeordnet. Das paht, wir wiederholen es. für eine Verschwörergesellschaft, kür eine Sekte, aber nimmer- mehr ist es anwendbar auf eine Massenbewegung, in der die Ein- zelnen nicht willenlose Objekte, sondern wollende, selbsturteilende Persönlichkeiten sind. Der deutsche Arbeiter de» 20. Jahrhundert» läht sich nicht entrechten zugunsten einer kleinen Kaste Singe- weihter, deren Spitzen ihm verborgen bleiben. Wohin diese Ueüertragung russischer Muster auf Deutschland führt, das zeigt uns die klägliche Zersplitterung der Deutschen Kommunistischen Partei. Der Versuch, in ihr die Führerdiktatur durchzuführen, hat die Absplitterung der KAPD.. hat den„Rückfall ihrer Anhänger in die schlimmsten Aeuherungen der„Kinderkrankheit des Radi- kalismus", wie Lenin sich in seiner neuesten Schrift ausdrückt, zur Folge gehabt. So berechtigt die Kritik ist. die Lenin an der eng- stirnigen Revolutionsromantik de» KAPD. übt— den Genossen fei die Lektüre Lieser Schrift dmglichst empfohlen, obgleich sie «ine Masse der ungerechtfertigsten Angriffe auf die Unabhängige Sozialdemokratie enthält—, so wenig ist gerade Lenin berufen, diese Kritik zu üben. Denn im tiefsten Grunde. Moskau ist es. das die Bildung und die Verrennung der KAPD. in ihre radi- kalistische Sackgasse durch seine diktatorischen Methoden verschuldet hat. »Hessische Arbeiter-Zcitung". Unter der Ueberschrift»Der Gang nach Eanossa" schreibt Richard Wagner in einem Leitartikel: Alle Achtung vor den russischen Staatsmännern: aber mit dem Moskauer Diktat scheinen sie doch aus Unkenntnis der deutschen Ar- deiter, die sie einfach als Rechenpfennige in ihre politische Gleichung einstellten,«inen grossen Fehler gemacht zu haben. Es scheint uns so. als ob sich die Russen ganz von den deutschen Kom- munisten hätten leiten lassen, die wohl auf jedes Wort Lenins schwören, aber die deutsche Arbeiterschaft nicht für sich gewinnen konnten und es nun so hinstellten, als ob die U. S. V. an diesem Mißerfolg schuld sei, während er doch nur in der personlichen Un- fähigkeit der kommunistischen Führer, die Arbeiter an sich zu fesseln, wurzelt. Wie konnte sich Lenin dazu verleiten lassen, persönlich- Zänkereien, nebensächliche Meinungsverschiedenheiten, rabulistifchs Verdächtigungen und eifersüchtelndc Kleinlichk-itskrämereien durch ein so folgenschweres Doktor Eifenbart-Experiment auszutragen, wie das Moskauer Diktat, statt sich«n dem Tanossagang genügen 1u lassen und die Einigung, oder wenigstens das Kartell zwischen l. S. P. und K. P, D.. großzügig zu vollziehen? In der furchtbar ernsten politischen Lage, in der sich das deutsche und das russische Proletariat befinden, ist die Einigung unter em- heitliche Führung unbedingt notwendig. Was aber erreicht das Moskauer Dtktat? Ts treibt vielleicht einen Teil der Massen, die die U. S. P. geworben hat, der K- P. D. zu, die zur Werbung aus eigener Kraft unfähig war, spaltet dafür aber ganz unnötiger- weise das revolutionäre Proletariat Deutschlands, statt es zu einigen. Da» muss verhindert«erde«. E» ist nur dadurch zu verhindern, dass die Massen selbst entscheiden. »Freie Riederbayerische Volkszeitung" sLandshut). ... Diese Methoden können bei uns nie und nimmer durch- aefiihxt werden. Der deutsche Bauer ist nicht revolutionär, die deutsche Reaktion hat die Macht in Händen, wir hängen mit allen Fasern und Fäden noch mit der kapitalistischen Wirtschaftsform zusammen. Selbst.wenn wir könnten, wäre die Enteignung der Besitzer noch lange nicht Sozialisierung, die Steigerung der Pro- duktion und Umstellung in die Bedarsswirtschaft bedeutet. Der deutsche Arbeiter ist wohl durch die Verhältnisse rev-lnticnär ge- worden, aber die Verhältnisse selbst haben die wirtschaftlichen Voraussetzungen zur proletarischen Revolution in allen Industrie- ftaaten verschlechtert. Da sollen russische Verhältnisse auf Deutsch. land ohne weiteres übertragen werden können? Es soll ein Ko. mitee von dem man nicht einmal weiß, wer hinter ihm steckt, den �Bch�die1er°D�erenzie�he!t der politischen und ökonomischen Ver- Hältnisse in den einzelnen Industrieländern des Westens kann es keine Unterordnung unter das moderne moskowltifche Regime geben, sondern nur«ine Gleichordnung, eine Gleichstellung, ja in unseren Augen, sogar nur eine Ueberordnung und Kontrolle der Weststaaten über das russisch« Experiment. Denn ausschlaggebend für den Fortgang der sozialen Weltrevolu» tion sind nicht die Verbältnisse in Russiand d,e aus ganz anderen Ursachen entstanden sind, sondern die Verhältnisse in Deutschland, Frankreich, vor allem aber in England. Die Lander und ihre Ar- veiterschast müssen reif sein und werden für die proletarische Staatsform, dann erst tritt der Kampf'N eine wirklich entlchei- dende, und, was die Hauptsache ist, siegverheigende Phase. Was wir heute erleben, ist Wetterleuchten, sind Ausgerelztheiten. die zu Teilaktionen verführen, die stets mit der Niederlage der kämpfen- den Arbeiter enden müssen.„Das Wohl des Gesamtproletimais muß uns höchstes Gesetz sein/ nicht das Wohl der kleinen Kom- munistengruppe in Moskau und ihrer unfehlbaren Bonzen mit den Allüren von Alleinherrschern.. �, Die Entstehung der deutschen U. T. P. war eine geschichtliche Not. wendigkeit, eine Rückkehr zur ursprünglichen marxistischen und so- zialistischen Politik, eine Reflerwlrkung auf die Bürger- und Kom- vromißpolitik der Mehrheitssozialdemokratie. Heute umfaßt die U. S. P. das jugendfrische revolutionäre Industrieproletariat Deutschlands in seiner Mehrzahl. Sie hat mit der Vergangenheit gebrochen und hat sich eingestellt auf eine klare Arbeiterpolitil, deren Taktik in erster Linie von der Taktik ihrer deutschen poli- tischen Gegner bestimmt ist. ohne die Initiative außer achl zu lassen. Politik muß mit Tatsachen, nicht mit schönen Traumbildern rechnen. Eine Partei, die das deutsche zielbewußte Proletariat unter ihre Fahnen sammeln und dann einer glücklichen Zukunft entgegenführcn will, muß zueist sich nach den Verhältnissen im eigenen Lande richten, ohne selbstverständlich den Zusammenhang mit den internationalen Kampfesorganisationen verlieren zu dür- Sn. Wir beauchen eine Internationale, die die revolutionären rbeitermassen aller Länder vereinigt: innerhalb dieser Inter- nationale aber kann es nur Gleichberechtigung und Rücksichtnahme auf die Verschiedenheit der Verhältnisse geben. Ein Losschlagen ohne Rücksicht auf den Grad der Entwicklung eines Landes, allein auf das Diktat einer Gruppe hin, der, wie ihre Auslassungen zeigen, der weite, große Blick, für die internationalen Zusammen- hänge fehlt und deren Argumente und Beweisstücke durch die Wucht und Anhäufungen von Schimpfwörtern nicht stärker werden, führt zur Diktatur, aber nicht des Proletariats, sondern der Reaktion. Solange nicht andere Töne und ein anderes marrististhes Ver- ständnis von der Moskauer Zentrale her nach Deutschland dringt, hat die II. S. P. Deutschlands wirklia) keinen Grund, ihre Taktik, ihre Anschauungen, ihr ganzes Sein und damit die Masse der revolutionären Arbeiterschaft Deutschlands zu opfern den gießen Wer- ten eines Komitees, das noch nicht bewiesen hat, daß es im eigenen Lande den wahren Sozialismus oder Kommunismus durchzuführen in der Lage ist. Die Problemstellung lautet: Nicht Unterwerfung unter das Mos- kauer Diktat, sondern Gleichberechtigung und Beitritt zur revolu- tionären Internationale, die alle revolutionären Arbeitergruppe» der Welt umfassen muß. Feststellung der Tatsachen Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen HolzarSeiterver- bandes schreibt uns unter obiger Ueberschrift: „In der Nr. 370 stellt die Redaktion der„Freiheit" dem bis- herigen Bevollmächtigten unserer Verwaltung ein wenig viel Raum zur Versllgung, was sie in ihrer Anmerkung mit der„Un- Möglichkeit der Vertretung seines Standpunktes in der außer- ordentlichen Generalversammlung" begründet. Diese Begründung für die Bereitwilligkeit gegenüber Siegle— die sonst sehr wenigen sterblichen Parteigenossen zuteil wird— wird von der Zuschrift stark desavouiert mit der Bemerkung:„.... das trifft für den Berichterstatter vollkommen zu, nachdem er es fertig bekommt, mich in der Versammlung einige Sätze reden zu lassen, obwohl ich es strikte ablehnte, das Wort zu nehmen." Da ein« solche Aufforderung nicht nur von der„hilflosen Verfamm- lungsleitung", sondern von allen parteigenössischen Rednern sU. S. P. wie K. P. D.) erfolgt ist, kann die Redaktion wohl nicht gut diese Bevorzugung gegenüber den anderen Genossen und wich- tigen Angelegenheiten aufrechterhalten. Wenn ja, dann aber nur mit einer anderen Begründung oder infolge guter Beziehungen. Zur Sache selbst gestatten wir uns zu bemerken, daß Siegle in einer Mitgliederversammlung am Tage vor der außerordent- lichen Generalversammlung nach anderthalbstündiger„Recht- fertigung" eine große Abrechnung für den folgenden Tag ankün- digte, die aber auch dann ausblieb, als an den Partei- genossen Siegle das strikte Verlangen gestellt worden war, sich zu rechtfertigen. Wenn die Zuschrift die herabwürdigende Be- urteilung der außerordentlichen Generalversammlung bestreitet, so sollte der Schreiber derselben wenigstens so vorsichtig sein, die anderen..Leute" nicht der Lüge zu zeihen. Sein ganzes Verhalten bildet nämlich eine Kette von Nichtachtung der eigenen Partei- genossen, Schindluderspielen mit Treu und Glauben unter gleichen politischen Anhängern und eine hündische Fügsamkeit gegenüber den Rechtssozialisten. Das ist die symptomatische Entwicklung der verunglückten Gewerkschaftsopposttion. in der den Gegnern von Siegle nur der Vorwurf gemacht werden kann, daß sie viel zu lange anständig geblieben sind, weil sie ihre Partei so lange wie möglich vor einer Blamage bewahren wollten. Wie immer, hat sich das auch hier als ein Fehler erwiesen. Es wird' also nötig sein, in der weiteren Auseinandersetzung auch auf diese Materie, die sich aus den sachlichen Gegensätzen ergibt, ebenso einzugehe», wie in der außerordentlichen Generalversammlung vollkommen Ee- legenheit dazu gegeben war. Wir vermuten allerdings, daß es Siegle und seinen Freunden weniger darauf ankommt, fachlich sich zu rechtfertigen, als vielmehr eine Taktik der„Verekelung des Themas" cinzufchlagen, gegen die sich die Generalversammlung zu wehren wissen wird. Wir raten der Redaktion aber dringend, sich durch Entsendung eines Berichterstatters selbst zu informieren, da die bislang übliche frisierte Berichterstattung durch Siegle nicht mehr als ganz objektiv angesehen werden kann. Dies«„Information" äußert sich geradezu humoristisch in der Zuschrift mit dem Hinweis auf die Stellung der Verwaltung zur Annahme des Amtes des Vorsitzenden in der Gewerkfchaftskom- Mission und zur Studienfahrt nach Rußland. Ein Mann, der die Stellungnahme der damals noch zum Teil auf feiner Seite de- findlichen Verwaltung in diesen Fragen als ein Perlrauensvotmn ansieht,(und das, trotzdem Vertreter der Holzarbeiter in der be- treffenden Plenarsitzung der Gewerkfchaftskommission zuriefen: den Siegle könnt ihr kriegen), der Ist denn doch so blind von sich eingenommen, daß ihm jedes Maß dafür abgeht, was von ihm hauptsächlich verlangt wird: in seinen Handlungen zu beachten, daß er Mitglied der II. S. P. ist. Die engere Verwaltung konnte es nicht verantworten, einem Siegle die Geschicke der Ge- samtarbeitersthaft Berlins in die Hände zn legen, sie konnte es ebenfalls nicht verantworten, Siegle auf eine Studienreise zu schicken, wo auf Grund der außerordentlich großen Arbeitslosigkeit das Bureau mit etwa 2-'» Aushilfskräften arbeitet. Das Vertrauen hätte sich Siegle bei seinen Kollegen erwerben sollen und nicht in der Berliner(Sewerkschaftslommission. Nicht erst im Juli hat er versucht, der Verwaltung den Stuhl vor die Tür zu setzen, sondern schon vorher dies srioolc Spiel getriebeii. Wie wenig Rücksicht aber Siegle auf die Mitgliedschaft ge- iwmmen hat und noch nimmt, beweist die Heranziehung der Ueberbrück'nngsvoteu der Funktionäre und Verwaltung, die be- strebt waren, das zu verhindern, was jetzt eingetreten ist. Wir werden der Partei in dieser Hinsicht noch Diskussionsstoff genügend „Heldentaten" eines Siegle eine willkommene Unterlage bilden. Der 1l. S. P. sowohl als auch der K. P. D. bleibt es dann überlassen. zu beurteilen, od sie sich mit Siegle und feinem Iafage-Mann t i r k e l identifizieren wollen oder nicht. Die Vorgänge bei den olzarbeitern sind der erste„Erfolg" des unter Führung eines Siegle den Anhängern der Münzstraße anläßlich des Kapp- vutsch-Generalstreiks angedrohten„Ichäesstcn Kampfes. Wir yaden ihn aufgenommen und sehen weiterem entgegen. Nachdem wir der Oeffentlichkeit hierdurch einige Tatsachen unter- breiten, halten wir diese Angelegenheit für erledigt und über- lassen Siegle dem Urteil unserer Mitglieder." Einig« Worte zu dielen Ausführungen möchten wir uns nicht versagen. Zunächst müssen wir es zurückweisen, daß Genosse Versammlung angegriffen war und in der Situation, in der er sich in-der Versammlung befand, begreiflicherweise sich nicht ver- tcidigen mochte, glaubten wir. ihm das Wort nicht voreutbalten zu können. Ebenso weifen wir die Bemerkung zurück, wir hatten bisher„von Siegle frisierte Berichterstattung" gepflogen. Wir hatten stets unseren besonderen Berichterstatter, und dessen Be- richi« sind sachlich niemals von irgendeiner Seit« beanstandet worden. Dagegen stammte der letzte Bericht von dem Einsender der obigen Zuschrift� da wir leider nicht von dem Etattsinden der Eeneraiversammlnng unterrichtet waren und infolgedessen keinen Verichterjtaiter hingesandt hatten. Daher auch die etwas vii' spätete Berichterstattung, die der„Vorwärts" in seiner boshafte Weise mit unserer Verlegenheit zu begründen suchte. Wir wüßten nicht, was wt: vertusche» solle»! mit solchen Vorgängen wie Holzarbeiterverband müssen wir immer rechnen und sehen ihnen auch unerschrocken ins Auge. Wer allerdings das Leifeplätscherii so gewöhnt ist wie die„Borwärts"-Leute, macht aus solchen Poe- gängen einen Familienskandal und freut sich, daß er nicht»n feinem anständigen Hause passiert. �.. Wir möchten nun abcr �iie Debatte über diesen Punkt vorlallfiZ schließen und alles weitere der Organisation überlassen. Generalversammlung des Deutsches Eisenbahner- Verbandes. Am 12. September beginnt in Dresden die außerordentliche Generalversammlung deZ Deutschen Eisenbahner-Verbaiides. Zu? zwct-en Male seit der Gründung im Juli lk»K versammeln sich die berufenen Vertreter zu ernster Vera tun« Die Einberufung w»r» notwendig durch die beispiellose Entwicklung, die der Verband Zl verzeichnen hat. Bei der Gründung waren kaum 1000 Mitglieder vorbanden. Der Geschäsisberlcht. der der ersten GeneralversammlnoS im Mai lSIS in Jena vorgelegt wurde. ver»eich»ete in 447 Or!»' gruppen 238 870 Milalloder; beute sind in 1090 OrtSqrappen rund 550 000 Mitglieder vereinigt. Dementsprechend haben sich die Kasse»' Verhältnisse entwickelt. Der Verband verlügt zurz it über ein Po*- vermögen von 5'/} Millionen Mark. Außerdem sind in Verband«' bSufer», Büroeinrichtungen und in der dem Hauptbüro angealicdeet.'» Buchhandlung mehr als eine Million Mark investiert. Ter sehr umfangreich« Geschäftsbericht, de» der Vorstand der Ko ncralverlammlung vorlegt. zeugt aber nicht nur von einer glänzende« AuswäktSenlwicklung in der Mitglicderbeweiung und i« KassenweM er beweist auch, daß der Verband in der Berimtszeit für seine Mm glieder erhebliche Verbcsserungen auf dem Gebiete der Einkommer»' und Dienstverhältnisse gebracht hat. So wurde für die Loh»' emp'änger ein ReieäSlohniarif abgeschlossen, der, soweit die Sf f der betetliaten Pe'.sonen in Betracht kommt, wohl der bedenteiw>° in Deaiichland wie überhaupt in der Welt ist. Auf dem Geb!«* der Beamienbesoldung, der Schaffung moderner Rechtsv whältmm in Gestalt von B-trlebS- und Leaintenrätcn hat der Verband bev vorragend mitgewirkt. DaS Vertrauen, das die verhällnislnasti« junge Organisation im kreise der Eisenbahner erworben bat. zeig» sich bei den BetriebSrälewahte». Der Geschäftsbericht stellt mit nngtuung fest, daß die gegnerischen Organisaiioncn dabei eine voiv stäudige Niederlage erlitten haben. In Preuße» erhielt der Perban» ein Fünftel aller Stimmen»nd Mandate. In den übrigen Länder« haben die Gegner zum Teil noch schlechter abgeschnitten, so habe« sie z. B. in Mecklenburg nicht ein einzige? Mandat erhalten., Die Tagesordnung sieht sechs Punkte vor. von denen die dk» wichtigsten sein dürsten: der Bericht des Borstandes, b« organisatorische Aufbau deS Verbandes und o» Ttatutenberatung. Bei dem vom Vorstand zu erstattende» Bericht werden die großen Kämpke anläßlich der Beratung des Tarif' Vertrages, der Schließung der Welkstätten mit der damit verbundene« Maßr>gelung der Funktionäre, der Wiedereinführung der Akkord arbeit, der Besoldungsreform für die Beamte», der Dnichlührunf der Neutralität nsw, eingehende Würdigung finden. Alle dien Fragen bringen sicher lebhaste Auseinanderfetznnaen. aber sie werde» voranssichtlich auSllingen in dem allseitigen Wunsch, den Perbas noch besser alS bisher auszubauen, um das gestellte Ziel.�don Retck� eisenbahnbetrlcb zu einem Musterbetrieb zu machen, möglichst bai» herbeizuführen..„,. Im Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht des Vorstandes stehe« die Punkte 2 und 8 der Tagesordnung, nach denen der orgaim satori che Aufbau des Verbandes den veränderten Berhältniffen«»' gepaßt werden soll Mit dem nenen organtsatmischen Aufban s»» der Charakter der EivheilZorganisation für alle deutschen Eisenbahn»' feinen sichtbaren Ausdruck finden. Im Gegensatz zu den reinen 10 bester- oder Beamtenorganisationen organisierr der Verband j* kanutlich daZ gesamte Personal der ReichSeissnbahnen.$>> btstorssche Entwickeln»« hat eS mit sich gebracht, daß zunächst d« Lohnempfänger der Weikstästen und des Betriebes in großer Zi? organisiert wurden. Mit der zunehmerden wirtschaftliche» ate dann ein g oßcr Zuspruch aus den Kreisen der unteren»»' stieren Beamten ein. Bald aber zeigte sich, daß die bei der Gr»"' dung und später auf der ersten Generalversammlung festgelegt Organisationsform den Ansprüchen nicht genügte und es des ha» notivenvig wird, den Verband in Eeltisnen zu gliedern. Zu dieft>» Zwecke sollen den Satzungen Richtlinien für den inneren O» ganisationsausbau beigefügt werden,! nach denen dt: Arbeiter ua° Beamten in Hauptgrnppen auf örtlicher Grundlage zusatmnenzusasp find. Dabei wird zu erörtern sein, ob die durch den Zusamm?«' schluß des Deustchen Eisendahuer-Verbandet mit dem Suddeurscd� V:r!ehrspersonai-Berbalid übernommenen Mitglieder des Po!» Personals künftig im Vorbände v rbleibcn sollen, oder aber et»1» anderen bereits für die Postverwaltung vorhandenen Organifati»» zugeführt werden sollen. Ebenso strittig ist auch die Frage derO� ganisalionSzugchö tgkeit der Privateifenbahner. Die Generalversammlung hat also ein reichhaltiges Progran»* zu erledigen. Sie soll das AgitattonS- und Organisationsgeblet d»' Verbandes umgrenzen und außerdem neue Waffe» schmieden z»' Führung der tünftigen großen Kämpfe. Mögen die Hoffunngc«' die die Elsenbahner in das Dresdener Verbandsparlament fetzen," Erfüllung gehen. lieber die Verhandlungen werden wir berichten. Aus der Praxis des Demobilmachungskommissars Die Klagen über die eigenartig« Stellungnahme des Demobil machungskoinmissars wollen nicht abreißen. Es ist bereits meh» fach festgestellt worden, dah die Pervindlichkeitserklärung Schiedssprüche» sehr schnell zu erreichen ist, wenn es sich u« Schiedssprüche handelt, oie zu Ungunsten der Arbeitnehmer au? gefallen sind. Richten sich Schiedssprüche aber gegen die Arbest geber, dann wetden langatmige Verhandlungen gepflogen. Unter suchungen angestellt, und e» vergehen Wochen und Monate, e? eine Entscheidung des Demobilmachungskommissars erfolgt. E' kürzlich wurde ein derartiger Fall in der Wäschebranche eiw' Kritik unterzogen. � Neuerdings sind e» andere Entscheidungen des Demovv machungskommissar», die Befremden erregen und zu«nergischel? Protest herausfordern. So hat der Demobilmachungskommist»' entschiede», daß Rechtsanwälte als Generalbevollmächtigte bei' Schlichtungsausschüß als Vertreter der Parteien zugelassen werde» Bei der Schaffung der Kaufmanns- und Gewerbegerichte ist m»' von dem Gedanken ausaegangen. eine schnelle Rochtsprechnng in» besondere dadurch zu garantieren, daß man Juristen von der L«* tretungsbesugnis ausgeschlossen hat, um dem Laienclement d« ausschlaggebenden Einfluß zu gewährleisten und vor allem d*' Klagenden möglichst schnell zu ihrem Recht zu verhelfen. In KZ sequenz dieses Standpunktes find Rechtsanwälte auch als 33". itciet vor den Schlichtungsausschüssen zurückgewiesen word� Neuerdings hat nun der Demobilmachungskommissar entschiede Rechtsanwälte als„Generalbevollmächtigte" sind zuni Schlm tungsausschuh als Vertreter zugelassen. Gegen diese Entscheidu» müssen wir allerlchärfstcn Einspruch erheben, weil es damit jeds Firma möglich ist, durch Erteilung von Generalvollmacht, eilst Rechtsanwalt mit der Führung ihrer Klagen vor dem Schlw tungsausschuh zu beauftragen. Es muß Ausgabe der vorgesetzt Behörde des Demobilmachungskommissars sein, diese Entscheidui' schnellstens aufzuheben.. Eine andere Entscheidung de» Demobilmachungskommissar» r trifft die Verordnung vom IS. Februar 1950. Danach soll lZ >? 12 eine Entlassung erst stattfinden, wenn dem Unternehmer ei« Streckung der Arbeitszeii durch Herabfetzung derselben unter � Stunden pro Woche nicht zugemutet werden kann. Bei der Ässt wähl der Betreffenden, die zu entlassen sind, soll Lebensalst! Ztienstgltex, Familienstand usw. berücksichtigt werden. Der Demobilmachungskommissar tzat nunmehr neuerdings entschieden, dag die Verordnung vom 12. Februar 1920 so auszulegen sei, dah man dem Unternehmer die Fortbeschäftigung der Angestellten, die «r zu entlassen beabsichtigt, nur dann zumuten könne, wenn der Angestellte sämtliche vorkommenden Arbeiten oerrichten kann. Das ist eine Auslegung, die den Unternehmern ermöglicht, jeden Angestellten zu entlassen, weil er immer in der Lage sein wird, Zu behaupten, daß bestimmte Arbeiten von den betreffenden An- gestellten nicht geleistet werden können und infolgedessen die Weiterbeschäftigung nicht in Frage kommt. Wir sehen auch hier das Bestreben, bestehende gesetzliche Vorschriften einseitig zu un- gunsten der Arbeitnehmer zu verändern und erheben auch gegen diese Auslegungsmethode den schärfsten Einspruch. -u>r Angestellten müssen aber daraus die Schlußfolgerung ziehen, daß das ganze Schlichtungswesen bei derartiger Auslegung wert- los wird und daß sie letzten Endes ihre berechtigten Interessen nur auf dem Wege des Kampfes durch die freien Gewerkschaften wahrnehmen können. Zur Lohnbewegung der Brauereiarbeiter In der am Dienstag stattgefundenen Funktionärversammlung der Brauereiarbeiter Eroß-Berlins erstattete H o d a p p den Be- richt über die zuletzt gepflogenen Verhandlungen der Lohnkom- Mission mit den Arbeitgebern. Die Organisationsvertreter und die Lohnkommission machten in dieser Verhandlung nochmals geltend, daß die Brauereiarbeiter sich mit dem Angebot der Arbeitgeber, ILO M. Wirtfchaftsbeihilfe für die Zeit vom 1. Juli bis 31. August und ab 1. September d. I. eine wöchentliche Lohnzulage von 13 M. nicht einverstanden erklären können. Erstens aus Wirtschaft- lichcn Gründen, da die Arbeiterschaft in den Brauereien infolge der teueren Lebenshaltung eine höhere Lohnzulage unbedingt be- nötigen, zum anderen müssen sich die Brauereiarbeiter Berlins im Interesse ihrer Kollegen im Reich dagegen wehren, in der Lohn- höhe hinter mittleren Städten in der Provinz zurückzustehen. Im Hinblick auf die allerseits gewünschte Aufrechtcrhaltung des wirt- schaftlichen Friedens könne den Arbeitgebern nicht dringend genug anempfohlen werden, dem Schiedsspruch des Schlichtungsalls- ichusses beizutreten. Nachdem die Arbeitgeber ihren ablehnenden Standpunkt begründet hatten, zogen sie sich zu einer Sonderbe- ratung zurück. Das Ergebnis der Beratung war folgendes: 1. Die Arbeitgeber im Berliner Brauereigewcrbe erhöhen die Löhne für gewerbliche Arbeitnehmer ab 1. September d. I. um 23 M. wöchentlich. 2. Die Bezüge der weiblichen und jugendlichen Arbeitnehmer werden schlllsselgemäß hiernach erhöht. Die rechnerische tieft- stellung geschieht durch die eingesetzte Unterkommission. 3. Der Satz für lleberstunden erhöht sich im Verhältnis zu der ausgesprochenen Lohnerhöhung für lleberstunden, die ab 1. September d. I. geleistet werden. 4. Eine Erhöhung der freiwilligen Leistung aus dem Ab- kommen über§ 616 B.G.B, findet aus Anlaß dieser Lohn- "s�Zum �Ausgleich �der Lohndifferenzen für die Monate Juli und August wird allen männlichen Vollarbeitern eine Wirt- fchaftsbeihilfe von 150 M. gezahlt: diese gelangt anteilig auch an weibliche und jugendliche Arbeitnehmer, sowie an Vize, oie in der Zeit vom 1. Juli bis 31. August d. Z. in Arbeit standen, zur Auszahlung.......» 6. Die Zahlung der Wirtfchaftsberhllfen und der neuen er- höhten Lohnbeträge erfolgt erstmalig an den Lohntagen der nächsten Woche, die Zahlung der Ueberstundendifferenzen an den Lohntagen der übernächsten Woche..,,<_ Die Versammelten stimmten nach längerer Debatte dem An- trag zu. das Angebot der Arbertgeber anzunehmen. Einstimmig gelangte noch folgender Antrag zur Annahme: Es wird beantragt, bei der Festsetzung des Lohnabkomm-n» die Bestimmung aufzunehmen, daß die Zulagen und Wirtschafts- beihilfen nur an solche Arbeitnehmer zu zahlen sind, die einer der tarifschließenden Arbeitnehmerorganisationen angehören. Lohnbewegung im Hotel- und Nestaurationsgewerbe Die in Hotel-, Gastwirt?- und RcstaurationSbetrteben Beschäftigten nahmen kürzlich in etner Bersammlung Stellung zum neue« Lohntarif. B ö h m e vom Maschinisten- und Hetzerverband Mlderte die Verhält- visse im Gewerbe, die nach der Revolution zur Grttiidung eine? Kar- teils aeführt haben, dem jetzt bereit» 11 Organtsatioueu angehöre«. Der Redner führte weiter°us. daß. nachdM dte Tr>nkgelder ab� seien die Augestellten nnnmehr wirtschaftlich so hoch gestellt werden müsse«, wie e» die heutigen Berhältuisfe erforden. Hierauf wurde der neue Tarif bekannt gegeben und auch der GeltuMg». Bereich, der sich über da» neue Groß-Berlm erstreckt In der Di»- kusston wurde moniert, daß bei Beurlaubungen kewe AuShiilfen gestellt werden und somit den anderen Kollegen zugemutet wird, mehr Arbeit zu leisten. Der Manteltarif wurde dann ohne Widerspruch angenommen. ebenso nach längerer Debatte die von der Kartclleitong vorgeschlagenen Lohnsätze, jedoch mit einigen Abänderungen. Die Lohnsätze bewegen sich zwischen 25-76«/,, Aufschlag auf die bt, W gezahlten Löhne. E» wurde ganz besonderer Wert daranf gelegt, daß die am schlechtesten . Bezahlten sich den Bessergestellten möglichst näher«. Weiterführung des Kampfes gegen de« Lohnabbau in der Bau« und Grabmalbranche. Seit dem 12. Angust d. Js. befinden sich die Steinarbelter der Bau. und Gr.ibmalbranche im Abwehrst«.» Bl» �«tehat sichin dieser Sache nicht» geändert. Die Kollegenschaft steht fest»u ihrem Verband und den gestellten Forderungen: Blibehaltuug deS alten Lohnsatze» von 7,50 Mf., statt, wie die Unternehmer wollten, Bcr � Tto' Lebenslage und die LebenSmitttlpreise gestatten einen Abbau der Löhne noch nicht und die Arbeitnehmer schließen sich dem Spruch des Schlichtungsauischuffes vom 7. August au. � In letzter Zeit schien es, als ob de» Unternehmer» dltrch die auf sie drückenden Aus.raggeber daran gelegen wäre. ,�t unS in«°� Handlungen zwecks Einigung und Regelung der Etreikangelegenyeiren zu einem friedlichen Abschluß zu gelangen. � f wj. Weit gefehlt. Zwar ersuchten dieselben am S- September die V-ibands- und Streiktcitung um Beendigung de» AbweMrelks. Wir warm auch gewillt im Jnterresse unserer Sache etwas Gutes �»Kröstere tonangebende Firmen bewilligten dann auch die Weiterbezahlung des alten Stundenlohnes auf der Grundlage euics Tarifabschlusses bis 1. Okiober. hrtBn Diese Fristfestsetzimg lehnten w,r ab und"�ichten dann tn-luer nochmaligen Aussprache eine Zusage auf Verlängeruug dem 1. Oktober, also nach den gewünschten TanfoWonr wieoer zu entlassen und von neuem eine Lohnkürzung vorzunehmen. ftestt; alle solche Fälle tm Berbandsbureau st ngelufer lö, Zimmer 7, B-«ä ÄÄffi auck ttl dieser Angelegenheit die Solidarität der arbeitenden Be. «ZSZÄÄ M'?.? Wer" �ese� nicht hat,«fi Streikbrecher oder solcher Wieden ge. Streik im Gummi-Asbestwerk W. Reinhold, Reinickendorf Der Streik in den Asbestwerken W. Reinhold, Reinickendorf, Graf-RLdern-Allee, dauert in der sechsten Woche unverändert fort. Trotz der größten Anstrengungen ist es der Firma bisher nicht ge- lungen, brauchbare Arbeitskräfte zu erhalten. Um allen falschen Informationen zu begegnen, se idarauf hingewiesen, daß der Streik seitens der unterzeichneten Organisation wegen Maßregelung des Betriebsrats geführt wird. Arbeiter und Arbeiterinnen, unterstützt die Streikenden in ihrem schweren Kampf! Haltet jeden Zuzug fern! Schützt Eure Be- triebsräte. Verband der Fabrikarbeiter, Ortsoerwaltung Groß- Berlin. Achtung! Klempner! Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die Rohrleger in eine Lohnbewegung eingetreten sind und daß alle Arbeiten, die von unseren Kollegen an Rohrleitungen ausgeführt werden sollen, Streikarbeit sind und deshalb unter allen Umständen ver- weigert werden müssen. Die Kollegen, welche aus diesem Grunde entlassen werden, erhalten Streikunterstützung. Deutscher Metallarbeiter-Berband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Arbeitslosenkommissionen sämtlicher freigewerkschaft- licher Verbände. Sitzung am Sonnabend, den 11. September, vormittags 16 Uhr, im Eewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 10. Zentralserband der Maschinisten und Heizer sowie Berufs- genossen Deutschlands, Geschäftsstelle Eroß-Berlin. Da die Wahl des Delegierten zur Reichskonfcrenz aus triftigen Gründen am Sonntag, den 12. September, nicht stattfinden kann, wird er- sucht, daß sämtliche Betriebsräte am Mittwoch, den 15. September. abends 5K Uhr, in der Stehbierhalle des Ecwerkschaftshauses er- scheinen, woselbst die Wahl vorgenommen wird. Die Ortsverwaltung. Aus der Stadtverordneten-Versammlung Die alte Berliner Stadtverordnetenversammlung trat gestern noch einmal zu einer Sitzung zusammen. Die Versammlung ge- nehmigte zuerst nachträglich den Etat der städtischen Güter und der Herrschaft L a n k e, der einem Ausschuß zur Beratung überwiesen mar, nachdem unsere Genossin Weyl in einer früheren Sitzung eine Reihe von Mißständen auf den städtischen Gütern aufge- deckt hatte. Es kam dann ein Antrag Dr. Weyl und Genossen zur Er- höhung der Entschädigung für die Beisitzer der Mietseinigungsämter zur Verhandlung. Auch dieser Antrag hat einem Ausschuß vorgelegen, der eine Auiwandsent- schädigung von 0 Mark vorschläft neben einer Entschädigung für nachweislich entgangenen Lohn, zedoch nicht über den Betrag von 6 Mark pro Stunde hinaus. Genosse Hintze vertrat für unsere Fraktion den Antrag, eine feste Aufwandsentschädigung von 25 Mark pro Sitzung zu zahlen, um den Angestellten und Arbeitern, die das Amt eines Beisitzers im Mietseinigungsamt bekleiden, das Unangenehme und Ent- würdigende zu ersparen, das mit dem Nachweis des entgangenen Verdienstes verbunden ist. Die Versammlung lehnte jedoch den Antrag unserer Genossen ab, so daß in Zukunft alle Angehörigen der schaffenden Berufe, wenn sie Beisitzer im Mietseinigungsamte sind, ihren Arbeitgeber um eine Bescheinigung über den entgangenen Verdienst angehen müssen. Ein Antrag Barkowski auf Fortführung des Baues der Schnellbahn Nord— Süd wird zurückgezogen, weil der Bau in- zwischen begonnen hat. Genosse Dr. Weinberg benutzte einen Antrag unlerer Fraktion auf beschleunigten Ersatz des auf Grund des Dretklassenwahl- sqstoms organisierten Wohnungsverbandes durch eine den Interessen der Groß-Berliner Bevölkerung entsprechende Organisa- tion, um mit dem reaktionären Wohnungeverband in tempera- mentvoller Weise abzurechnen und die grauenvollen Wohnungs- nöte der Berliner Bevölkerung zu schilver», die nach Abhilfe geradezu schreien.- Der Herr Oberbürgermeister hielt es für ganz selbstverständlich, daß nach Organisation der neuen Berliner Stadtgemeinde diese Rechtsnachfolger des Wohnungsverbandes werde, nachdem aus diesem die Teile ausgeschieden seien, die zu Teltow-Beeskow und Nieder-Barnim gehören. Die Regierung habe eine solche Rege- jung bereits vorgesehen. ®5 ko/gte dann noch die Erledigung einer Reih« von Vorlagen in geschlossener Sitzung. Für die Kommunalifieruug der Feuerwehr In den Sophiensälen tagte Donnerstag eine Versammlung der Feuerwehrbeamten Eroß-Berlin«, um gegen die Machenschaften einiger Bamten Stellung zu nehmen, die darauf ausgehen, die Feuerwehr dem Emfluß der Stadtverwaltung zu entziehen. Der Referent Muller besprach die Verlegung eines Automobilzuges von der Hauptwache nach dem durchaus unzulänglichen Gebäude in Per Riauerstraße, durch die man den Beweis erbringen will, daß es notwendig sei, in dieser Gegend eine neue Wache zu er- richten. Ohne Rücksicht auf die Kosten und die Zweckmäßigkeit, soll auch der modern eingerichtete Zug 12 auseinandergerissen wer- den. Das zeigt, wie notwendig es ist, die Feuerwehr in städtische Verwaltung zu bekommen. Der Branddirektor Reichel arbeitet insbesondere dahin, die Feuerwehr unter das Polizeipräsidium zu bringen, unter dem Vorgeben, die Disziplin würde unter der städtischen Verwaltung leiden. Wenn die künftige Gemeinde noch uiehr solcher Leute in Wirksamkeit läßt, w»rd sie bald zusammen- brechen. Wir hoffen, daß die Stadtverwaltung oiese Pläne hinter- treiben und die Feuerwehr übernehmen wird. Genosse Stadtverordneter Leid, der als Gast anwesend war, ftlhrte au«: Die Stadt hatte bisher nur die Rechnungen der Feuerwehr zu bezahlen, zu bestimmen hatte nur der jeweilige Branddirektor. Die Mannschaft wurde in einer Disziplin ge- halten, die schon gar nichts mit dem Löschdienst zu iun hatte. Fa- milienväter wurden von den Offizieren als Dienstmädchen benutzt und eine Ellnstlings- und Schmarotzerwirtschast eingerichtet, um die Mannschaft zu demoralisieren. Wir haben immer die Ueber- nähme der Berliner Feuerwehr in städtische Verwaltung gefordert, aus politischen Gründen: als Instrument zur Niederhaltung der Arbeiter sollte die Feuerwehr staatlich und königlich bleiben. Wären die Verhandlungen in letzter Zeit mit genügender Energie geführt worden, könnte die Feuerwehr heute schon städtisch sein. Die Regierung war bereit, die Feuerwehr der Stadt zu über- aeben, die schleppende Behandlung der Angelegenheit durch den städtischen Dezernenten hat das hintertrieben. Nun will man die städtischen Feuerwehren der Vororte staatlich machen, um sie angeblich über diesen Umweg wieder unter städtische Verwaltung zu nehmen. Die Leute, die bisher unumschränkte Herren waren, wollen von ihrem Herrenstandpunkt nichts preisgeben. Ich wünsche, daß Ihre Bestrebungen den besten Erfolg haben. In der Diskussion wiesen die Vertreter der Feuerwehren von Schöneberg, Neukölln, Lichtenberg und Charlottenburg, den Vor- wurf zurück, daß die städtischen Feuerwehren keine Diwplin hätten und erklärten ihre Zustimmung und Solidarität für hie eingeleitete Aktion, die, wenn notwendig, mit allen gewerkschaft- ltchen Mitteln durchgeführt worden soll. Die Stadt müsse Einfluß gewinnen auf die Verwendung der Millionen, die das Feuerlüsch- wesen erfordert. Es wurde eine Deputation gewählt, die dem Oberbürgermeister Mermuth die Wünsche der Beamten vor« tragen soll. De»«eiteren wurde einstimmig folgend« Resolution beschlossen: „Die Feuerwehrbeamten nss Groß-Berlin erheben den schärfsten Protest gegen die geplant« und durch geheime Verhandlungen fast zur Tatsache gewordene Verstaatlichung der Feuerwehren von Eroß-Berlin. Sie könne» in der geplanten Verstaatlichung nur den Versuch erblicken, die durch die letzten Stadtverordneten. � suhlen freiheitlich gestaltete Stadtverwaltung auszuschalten und die Beamten der Feuerwehren wieder zu der militärischen, recht-- i?)en Organisation zu machen, die fie vor der Revolution war. Sie erklären, daß sie mit allen zu Gebote stehenden Mitteln diese» Versuch, ihre Reoolutionsrechte zu vergewaltigen, bekämpfen werden und fordern die gesamte freiheitlich gerichtete Bürgerschaft M, die Feuerwehren in diesem Kampfe zu unterstützen und richten besonders an Magisttat und Stadtverordnetenversannn-. lung des neuen Berlin den Appell sich nicht des Bestimmung»- rechtes über die Feuerwehren von Berlin zu entäußern, sonder» der Forderung der Feuerwehren auf Uebernahme in den Kom- munaldienst die größte Unterstützung zuteil werden zu lassen." Die Lehrerschaft für die weltliche Schule Gegen die Anstellung unseres Genossen Dr. Löwenstetn als StadtfchUlra. für Eroß-Berlin machen alle reaktionären Elemente Front: vor allem, weil Löwenstein für die weltliche Schule ein- tritt. Daß die weltliche Schule aber nicht nur von Sozialdemo- kraten gefordert wird, sondern auch von Pädagogen, die sich un- abhängig von der Kirche fühlen, sollte den Muckern auch bekannt sein. Wenn nicht, dann können wir ihnen mitteilen, daß erst kürzlich das Kollegium der 208. Gemeindeschule, Gesundbrunnen. Gothenbutger Straße, sich in amtlicher Konferenz mit neun von 14 Stimmen für die weltliche Schule entschied und ssch an den Elternbeirat mit der Bitte wandte, bei eventueller Errichtung einer weltlichen Bezirksschule auf dem'Gesundbrunnen hierzu die 208. Eemeindeschule in Aussicht zu nehmen. Der Elternbeirat will dem Wunsche des Kollegiums gern nach- kommen und entsprechende Schritte unternehmen. Wir hoffen aber, bald noch mehr solche Entschließungen zu vernehmen, um der weltlichen Schule zu ihrem Siegeszuge zu verhelfen. Arbeiter-Bildungsschule. Stadtverordnete, Bezirksverordnete und kommunale Kommissionen Eroß-Berlins. In der Aula des Köllnischen Gymnasiums, Jnselstraße, beginnt am Mittwoch, den 15. September, abends 7 Uhr, die Vortragsreihe für kommunale Fragen. Genosse Dr. Weyl spricht über Gesundheitswesen. Die Stadtbibliothek wird ihres bevorstehenden Umzüge? wegen Ihre BücherauZgabe am 14. September, abends S Uhr, anf etwa 6 Woche« schließen. In dieser Zeit können keine Bücher verliehe»: werden. Der Lesesaal bleibt bis auf wettere Anordnung noch offen.; In ihm wird eine Stelle eingerichtet werde», die vom 16. September 1 «b werktäglich von lv— g Uhr geöffnet sein wird, nm die bis zum 14. September verliehenen Bücher anzunehmen. Das erste Sonntags-Konzert des Blüthner-Orchesters findet am' Sonntag, den 19. d. M., abends 7*4 Uhr, tm Blüthnerfaal statt.' Dirigent: S. Meyrowitz. Karten sind zu haben in den bekannte»! Vorverkaufsstellen. Heimkehrerl Alle Heimkehrer von Groß-Berlin werden erneut! darauf hingewiesen, daß die Anttäge aus Gewährung einer Wirt- schaftlichen BethUfe nach der Verfügung Nr. Vlll 422 vom 20. 8. 20 der RetchSzentra! stelle für Kriegs- und Zivilgefangene für bereits vor längerer Zeit heimgekehrte ehemalige Kriegsgefangene bis spätestens 1. Oktober d. I. bei der w Frage kommenden Kriegs-> gefangenenheimkehrstelle eingereicht sein müssen. Heimkehrer, die irr letzter Zelt zurückgekehrt sind, müssen ihre Anträge spätesten? drei- Monate nach Rückkehr bei der zuständige» Kricgsgefaugeueuhetmkehr- stelle ihres Wohnortes abgegeben haben, da sonst jede wettere' Bearbeitung ihrer Anträge abgelehnt wttd. Die Neuköllner Walderholungsstätt« Königsheide wird- bereits am 26. September d. I. für den Besuch geschlossen, da eine- Ausrechterhaltuna des BettiebeS in den Wintermonaten nicht erfolgt. Die ungünstige Witterung der letzten Tage hat zwar die Besuchs» ziffer merklich beeinflußt, jedoch besteht immerhin die Tatsache, daß sich die Einrichtung, insbesondere während der großen Ferien, eines über alle Erwartungen hinausgehenden Zuspruches erfreute.©01 war es zeitweise nicht möglich, die vorliegende» Meldungen sämtlich zu berücksichtigen. Sin wichtiger Fund, der wahrscheinlich mit dem Verbreche» in Grunewald in Aerbindung steht und zu deffe» Aufklärung viel» leicht einen wesentlichen Anhalt gibt, wurde auf dem Flur des Hauses Schönhauser Allee 82'gemacht. Dort sah gestern Abend et» Postbeamter eine große gefüllte Tüte liegen. Er hob fie auf, ent- deckte darin blutige Kleidungsstücke und übergab sie mit ihrem In- halt der Krimiualpoltzei. Sie enthiett eine schwär« Bluse ein Paar Damenflrümpfe und 2 Danienhemden. Die beide» Hemde» und die Strümpfe sind stark mit Blut besudell. Eine große Verschiebung von Brotkarten«ach Weißenfee. wobei es sich um einen sldwunghasten Kettenhandel gehandelt z» haben scheint, ist durch die Oberschöneweider Kriminalpolizei aufgedeckt worden. Es gelangte zur Kenntnis der Behörde, daß eine ganze Reihe w Oberschönewctde wohnender Personen Brotkarte» iw großer Zahl in Wcißcnsee bei dortigen Geschäftsleuten unterbrachten� An der Schiebung ist ein junger GemeindehilfSarbetter, ei» früherer Bäckermeister I, ein Dreher Leopold Ech., ein Pole namens Rosenzweig, und ein Brotgroßhändler in Weißensee beteiligt� Rosenzweig ist als Haupttäter dem Amtsgericht Cöpenick zugeführt.. Zeugen, die am Dienstag, den 27. Juli d. I., vormittags. *A—yiti Uhr, gesehen haben, wie in der Neuen Schönhauser Straße, an der Miinzstraße. ein alter Mann durch ein Gemüse- fuhrwerk umgestoßen und überfahren wurde, werden um ihre Adresse gebeten an Müller, NW. 21, Emdener Straße 55. Am Jugendtage ist ein Jacket gefunden worden. Dasselbe be». findet sich im Jugendsekretariat, Königsberger Straße 7, Aus den Organisationen verUx-Brandnidur». Ilgltations-»nd polnische NommIMN, Sonnabend, 5 Uhr, in der Bock-Brauerei, �ibicinstr. Z,»«Uversainmluna i-mt« licher Kommisflonomiigliedcr. Tagesordnung� Di« Z. Zniernatlonale, Auoweio mitbringen! Bezirk I-ltow.Be-olo«. Dienstag, de« U. September, abend«# Nhr, I« Berliner Eeioerllchastshau», Engelnser IS, Saal 3, Borstiindeionserenz. Tagesordnung: Besprochuaa über die Bornahme der llrwah! der Delegierten zum beoorftebendetr Parteitag.— Jede Ortsgruppe mug durch mindestens ein Borftandsmitglied«er» treten sein... �.... B-r«-ltana«bczirl Iii. Sonnabend, den II. September, abend« 7 Uhr. im L-lal von Aerhard,«aumschulenstr. Ii. Sitzung der lommunalen gommilstonen, der neuen Stadt- und �ezirtoverordneten und der Wahlvereino-Nersitzenden. Distriktoobleute der«ltenibeiriite Eroß-Berlin». Freiing, 6 Uhr, wichtige S'tzuna in der Ärbsiter-Bildungsschule._,..., l». Nommanolwahlbezirl. Heute, VA Uhr, Im Rathaus In Steglitz Sitzung den Stadt- und Bezirksverordnete» dos lv. Wahlkr-is«,. 3. Diftrilt. Bildungskommisston. Sitzung Sonnabend, 7 Uhr, bei Maatz, Bcrgtz ""ÄÄ Freitag, den 10., abend- 7 Uhr. öfsentllche«lternversammlnna. in der Schalaula, Papvelallee 41.«. Tagesordnung.„Segen die B-chtl-smachun, derSltsriibeiräte." ld'eserent: Gen. gehrer Menz.!. ,». munalcr Arbeiterrat. Sitzung am vonntog oormittag 9«fst, tm Rathaus� EitzunasAimmer 1., �..... Rearölln. tklternrat II. S. P. S-nte abend nicht m Uhr. sonder» 6 Ahe � vdlerohos. Gewerkschasto-Unterkommtlsl«». 714 Uhr, bei Baschi», Kedanstr. 3, wichtige Sitzung der Delegier'-» und««irieb,ri». Lichienbcrg. Nommunale«ommnston. �obl-u-sthuß. Sitzung Sonnabend, GZtz Uhr, bei Sichlet, Wagncistratze«tzchodienstraß-. Oberscho.ievcidc. U. S. P. Glternbeiritte, gewählte»nd nichtgooöhlte. Sonnt abind, 8 Uhr, Sitzung dri Imberg. Vereinskalender 10 � Di« Soldhamsterei brgimit wieder und ha« dei-ito Prrisslrtg>r»»gen gar Galge gm habt. Infolge rrch'zeitiger«nklliife verardeU, ich garant. 20 Kar. Goldkronen 75.— MM i« echtem KaMM der M ucn 5,— w Zahn-Praxis B. Wolff. Charlottenburg Berliner Straß« 110, am Wtlhelm-PIatz. I Dilgl;s»«r ,ersa mm lun g, 7 Ahr, Verbnndslsknl. blauer cftfll, BeUe-AUiance- �!l»s«L;Oe! T»«»s»»rt»?i»eite?-re?band. Eisenbranche. Sonnabend. 5 Uhr, im Ee- »elL'ch»»iistz«lls. Evgelufer VoNversammlung. Bericht der �ohnkoinmiision, Leyeer. Bie für beule, Freitag, angesetzten Mafsenver- s«,?'«!unGe?r müssen«mständeyalber ausfckken. Sonnabend, den 11. September BcK-cktt'.gl'mg des Erzieh nnßsheimz Lindenhof. Treffpunkt Bahnhof Friedrichs- selbe nnchmiltags Uhr. ölternräte eingeladen. CozkaNstische Proletarierfugend Grsh-verNn. Sonnabend, 7�? Uhr. Zentralvor- standsfitzung. im Zugesdheim. Königsbergerftr. 7. Sozialistische Proletarierjngend. Ägitationsbezirk Norden 1. Heute. 7 Uhr. Wichtige Mitgliederversammlung bei Kroll, Utrechter- Ecke Hennigsdorfer Strastc. ... Bahnhof.. WWW Krämer. Abf. 7 Ubr vorm. Stett. Bahnhof.— 5. Bernau. Abf. 0 Uhr vorm. Bahnhof Gesundbrunnen. Kinderwanderung: Lehnitz. Grabowsee, Oranienburg. Abf. 7M vom Stettiner Bahnhof. Ledensmittelkalender MilchVeeforgung. Bon heute ab wird auf die C2-Aarten bis auf weitere§ U Liter Bollmilch verausgabt. Reinickendorf. abzugeben. Ii Pfd. Haferflocken(42 und 43). Abschnitte sind bis 12. d. M« Berantwortlich für die Redaktion: Leo Liebschütz. Bcrlin-Friedenau. Der- antwortlich fii? den Inseratenteil: Ludwig Komeriner. Karlshorst.— Verlagsgenoisenschaft..Freiheit' e. G. m. b. H.. Berlin.— Druck der„Freiheit"« Druckerei G. m. b. H.. Berlin E. 2, Breite S trage 8=9. vMSMiWiNSSWLWSWWLW i y■.'X.--L � Bekleiduhgsstelle der Stadt Neukölln Bergstrasse 29._ Geöffnet 8-6 lihr. Infolge des stärken Zuspruchs, den unsere billige Woche 6S Ä gefunden hat, waren wir gezwungen, mehrmals am Tage wegen Ueberfüllung zu schließen. Um dem Teil unserer geschätzten Kundschaft, der nicht abgefertigt werden konnte, gerecht zu werden, haben wir uns entschlossen, die enorm billigen Preise noch eine Woche bestehen zff lassen und zwar endgültig bis Sonnabend, den 11. September. Bas Publikum wtrai ersucht, zum Einkauf möglichst wemauff an Jeciermann den vormitiag zu bsnu?£en Vesteyf sn HsÄEfmsnn SpeaüaS- Behandlung >,«rt»iii!>i«c(taxnleiben, Äusschlag, ntw. S.dti»Xmr, z>lut«»«?rsuch>-n«, Salvari.-Kur., Bestrahl. ÄÄÄ„Lösel*", Münzstr. 9 *«bt•ttrr.nicr.iBlall, o-l. t-s. So-ixt. 10-12. Damen, unir er fcn. j M» Dr. Skstii für-»« Geschlecht!» " OU» N» Hni-t«, 6«tiw, grautuWSea, Simulierten, AussSilag, nern. Schwiiche, gegen Lues -T-Innesri-. ,!uen, Blniunteiiuchiineen, r» iiltesten Kur» LSSQf senior ttur ftsssntkswr 8tr. 69-70 �.��..7-! Die U«aI' UsksII» Zinin-zuke-ZsnZi'sZE Aottbnfer �amm*56, am Hermannplatz» kauft WWM« Jecker Art .«'c-i billifM Sanarfllars# Süligsl. «3* Spartpclzn. timm'Mm !l,l Um1.*, n, i. e«A Piorf. 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Errate' Kupfer.. 13.— Messing«.— Sinti, Blei ustn. anefliun.• 65-70 Spiralbnhrer Sdimie�eUelKCtt nur MuBiet Straße 58 im Hos Idars zumal heute, wo unS die Enteuteländer als Lebens- »uittel ihre verwitterten Hecresbestände und verdorbenen Ramschwaren aufzwingen, nicht auf den Preis sehen, vor allem gilt dies bei Kakao und Schokolade. Verstockte nnd verschimmelte RohkakaoS, wie sie in den Ententcländern während der Kriegszeit zurückgestellt worden sind, um damit Europa? ausgehungerte Dölkerzu fütiern, darf kein deutscher Fabrikant verarbeiten. Gesunde Rohkakaos, deren Herbei- schaffung tn Schiffsräumen gelungen ist, die nicht nach Räucherspeck, Hering und Trau ans den KriegStranSporte« riechen, sind nur in erster Wahl zu finden und darum viel teurer. Für die Ernährung ist das Beste aber daS Vorteil- hafteste.zumalwemidieErziclung der höchsten NSHrwirkung bei der Verarbeitung maßgebend war, wie dies vor allemim Reichardtwerk selbstverständlich ist. Konsumenten, die bei Kakao und Schokolade Pretslockuugen verfallen, büßen es stets an Nährwert und Gesundheit. Wer daher da? wahrhaft Villigste, also das Vorteilhafteste sucht, «ß im Beste tnfei «eicharbtsabiibate erbältlich in»en Pnkansafilialei,«nhgltstn,?! �.»iViiger Str. 104; Prinzanffr. 9»; Stosenthaler Str. 43: Phrlnstr. 1; Spittelmcrbt 14 i Eharlottenbnrg, avUnear». »srfer Str 40 41; fonrie i» alle» an Schildern nnd Plakaten kenntlichen Geschäften. Sanst direkt. Bersand ab Zleichaebtwerk Wandsbek ISWUSsViUs! l DGiiaieiMrairiiiS �00 gestempelt 150 Mk. «S„ 1C6„ 333„ 65„ inkl. Luxussteuer, Jeder Rusg; ist tugcnlos aus massivem Qolde hergesteilt bei voller Garantie für reingehalt! Jede OröDe am Lager. G. Alb. Thai Erstos Berliner Spezial- nschOK filr Trauringe, �ür | nähme und zahlreichen die herzliche Teil- Kranzspenden bei derBecr- � i bigung mein.Ueb.Mannes; sagen wir allen Freunden j nnd Bekannten, den Ge- ! nosf.u. Genossinnen des 8. j 1 Diftr.. 5. Abtlg.. 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Parteigenaffe, mit allen vaekammenden Arbeiten aerlraut, im Inseraten- und Tzpeditianswesen gleich tüchtig, in leitender Stellung,»erheiratet, sucht zum 1. Dezember, evtl. auch früher sich anderweitig zu verändern. Angebote an© nsta» Dauer, Tilffeldorf,©aetenstr. 122. mu(8t BflttchrilBKgri! Inseratenakquifiteur, Buchdruckfachmann, langjähriges Panei- Mitglied, sucht als solcher oder ähnliche Stellung. Offerten unter Z. 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