Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag, 12. September 1920 Nummer 380• Morgen-Ausgabe mdn i für > 101)11)1 Kid)«- FürPosl- Srreifband EepsbM»»»»» Verlag« Vrrlia Ct, VtrUt Straf)« 8«». W««,S0 M.,«ioschlienlich Trurrnngo, Uschlag. Lausend« An,-igen laut Daris. «omiliin-Anz-tgrn und Stcllrn-lSesuche 2,20 M. netto vro Zeile. SteNen-Desuch» w Wort-An-eigen: da» fettgedruckte Wort l.S0 W.. jed«- weKerc Wort 1,— Li. Smlpreihn: gilltnim Z0Zl). 2S1S, 161« ISVZ, 1666, 161». ISA!» SerRner-Organ bar llnobdäitglgen StgMömofnttie Oeatrcfflan&s Ein Appell an die Kulturwelt Die polnische Hölle (Von unserem Sonderberichterstatter.) �jSch habe lange gezögert, ausführlich von den Dingen zu sprechen. jr l.n Polen und Litauen im ganzen Operationsgebiet die jüdische volkerung im Innersten bewegen. Ich habe an die Dinge nicht ji«üben wollen, die von Juden und Russen erzählt wurden und auf die Dokumente gewartet, die mir versprochen worden «ren. Nun aber, da durch den polnischen Vormarsch eine riefen- �«ve Gefahr für Hunderttausende der jüdischen Bevölkerung er- Achsen ist, wäre Schweigen ein Verbrechen. �Wenn nur der zehnte Teil von dem wahrest, was die jüdische «oölkenmg wie die russischen Truppen über die Greueltaten der ''«len an den Juden beim Rückzüge erzählen, so muß ein Schrei 7* Empörung und Entrüstung durch die ganze zivilisierte Welt »«hen: dann hat die moderne Geschichte nur noch das Beispiel der Zrmeniergreuel, das zum Vergleich herangezogen werden könnte. jp bin weder Jude noch Bolschewist, also vor dem Vorwurf der Voreingenommenheit gefeit. Ich habe trotzdem alle Erzählungen Js die üblichen Kriegsgreuelmärchen zunächst abgelehnt. Erst als Zeugen traf, die nach menschlichem Ermessen als einwandfrei Riten müssen, als Augenzeugen zögernd und halb widerwillig, *°oil in Furcht, mir Wort für Wort bestätigten, was die Fama Wählte oder auch die Uebertreibungen abstrichen, erst als ich die £*« Auswanderung einer ganzen Volksschicht sah, als alle .-»atzen in Polen und Litauen mit flüchtenden Juden über- Awcmmt waren, als über die deutsche Grenze Hunderte und Msende flüchteten, als Männer, Frauen und Kinder Hab und »Ut im Stich lietzen und in das Elend gingen, nur um das Leben j~ retten, erst da habe ich mein Zweifeln aufgegeben und halte es für meine Pflicht, an das Gewissen der Kulturwelt zu appel- "oren, um das Leben Hunderttausender jüdischer Männer, Frauen Kinder zu retten. .?ch habe nichts zu beschönigen. Es ist richtig, datz die gesamte sonlmunistische Miliz in den von den Russen besetzten Gebieten !"& ausschließlich aus Juden bestanden hat, abgesehen von wenigen ." rein ländlicher Gegend gelegenen Grenzorten. Es ist richtig, 3 die revolutionären Komitees aus mitgebrachten jüdischen Agitatoren bestanden, nicht nur aus russischen, sondern auch öfter- /'chischen und ungarischen Juden. Es ist richtig, datz ein Teil 3 jüdischen Bevölkerung sich in der Hofnung, vom Polenjoch de- ?0lt zu sein, nur allzu willig den kommunistischen Agitatoren zur �orfügung gestellt hat. Nirgends aber sind mir Erschießungen .?rr irgendwelche Greueltaten oder Racheakte bekannt geworden, '« die Bolschewisten oder die jüdische Bevölkerung an den Polen «rübt haben. Das alles ist kein ausreichender Grund, datz jetzt ungeheurer Judenpogrom von den rückkchrenden Polen eranstaltet werden dürfte, das alles ist vor allem keine Ent- Huldigung für die Greueltaten, die vorher von den Polen «gangen worden find. Ich gebe als Chronist wieder, was mir it möglichst genauen Angaben berichtet wurde. Obwohl ich jede Zählung auf das sorgfältigste nachgeprüft und durch voneinander "abhängige Gewährsmänner habe berichtigen oder bestätigen -"Isen, mutz die Verantwortung dafür doch bei denen bleiben, die das Material übergeben haben. Sie haben es mir nicht ent- ««»cngetragen. Ich habe es mir in mühseliger Arbeit erfragen Fussen. Die Furcht ist so groß, datz man nicht einmal frei und JrJ1 zu klagen wagt. Ich beginne mit den weniger grausigen fallen, die der Gerechtigkeit wegen wiedergegeben werden müssen die auf eine einsichtige obere polnisch« Instanz zurückzuführen .In Suwalki wurde der jüdische Schneidermeister Bärenstein schuldigt, ein Paar Militärhosen, die ein polnischer Leutnant jwUader ihm zum Ausbügeln gegeben hatte, nicht abgeliefert, '"dern für die anrückenden Bolschewisten behalten zu haben. Gr Urde verhaftet und fortgeschleppt. Seinen Brüdern gelang es, °t!«n ein Lösegeld von 10 000 M. den bereits Abtransportierten � befreien. Ein kleiner jüdischer Junge findet auf der Strotze " kommunistisches Plakat, das nach Ansicht der Gewährsmänner . den Polen absichtlich hingeworfen wurde, um Material gegen 9 endeinen Juden zu liefern. Er wird von polnischen Gendarmen «haftet, mit dem Säbel über den Kopf geschlagen und zum Tode 3"«teilt. Erst durch Fürsprache einflußreicher Personen wird er aJ®efehl einer einsichtigen oberen polnischen Dienststelle frei- Men. dem Inhaber einer Bierstube in der Marktstrahe in Suwalki, >« Namen Bonjiskowski schmuggelt ein polnischer Junge, zwei 3« vor dem Abzug einen Revolver in das Gastzimmer, kommt (5.n selbst mit polnischer Gendarmerie zurück und der jüdische hnnü�rt wird unter dem Verdacht, Waffen für die anrückenden ien i eisten verborgen zu haben, verhaftet. Zufälligerweise er- "nt der polnische Leutnant Parader an der Nummer den Re- tj wieder, den er am Morgen dem polnischen Jungen als .«m Spitzel seiner Abteilung übergeben hat. Er läßt den jlldi- " Gastwirt frei. 3" Naschki wird ein aus Amerika zurückkehrender Jude mit !che Nußbaum unter der Beschuldigung verhaftet, kommunisti- d* �»gitationsgelder mitgebracht zu haben. Gegen Zahlung von �(n<*• Lösegeld wird er schließlich freigelassen. Zwei Tage vor " Abmarsch der Polen wird er von Neuem verhaftet, an eine Telegraphenstange gebunden und mit Erschießen bedroht. Der Vater stirbt angesichts dieser Gefahr am Herzschlage, die Mutter wird schwer nervenkrank. Gegen neues Lösegeld läßt man ihn schließlich wieder frei. Das waren die Mahnahmen an Orten, in denen wenigstens die verantwortlichen polnischen Behörden noch einiges Einsehen hatten. Ungeheuerlich aber ist das, was aus Grodno mir von Augenzeugen— jüdischen und russischen— berichtet worden ist. Beim Abtransport der Polen haben diese Hunderte von jüdi- schen Männern und Frauen verhaftet und fortgeführt. Niemand weiß etwas von ihrem Schicksal.— Der Bäcker Schwarz in der Grodnoer Vorstadt soll den abziehenden Polen mehrere Oefen liefern, als er sich außerstande erklärte, nimmt man seine Tochter fest und droht, sie zu vergewaltigen. Erst gegen ein Lösegeld' von 80 000 M. wird sie freigelassen. Dem Bäcker selbst reißen die pol- Nischen Soldaten den Bart mit ganzen Haut- und Fleischfetzen ab. — Ueber das Abreißen von Bärten wird mehrfach auch aus Lomsha berichtet. Vor allem haben mir russische Soldaten be- stätigt, daß sie mit eigenen Augen die Mißhandelten gesehen haben. Ein amerikanischer Jude kehrt mit großen in Amerika für die Juden gesammelten Geldmitteln nach Grodno zurück. Die Polen dringen in seine Wohnung ein. Da er nicht anwesend ist, drohen sie seiner Schwester mit Vergewaltigung. Als sie um Hilf« schreit, wird sie erschossen. Der zu Hilfe eilende jüngste Bruder wird durch zwei Schüsse so schwer verletzt, daß er wenige Stunden daraus stirbt. Der Bruder aus Amerika wohnte selbst dem Be- gräbnis seiner Schwester bei. Ein jüdisches Mädchen wurde erschossen aufgefunden, sie war vergewaltigt worden. Auf ihrer Brust trug sie noch Papiere, die vom. Schuß durchlöchert und von der Wunde durchblutet waren. Diese Papiere sollen mit anderm Anklagematerial nach Amerika gebracht worden sein. Einen Tag vor dem Abzug verschwanden einundzwanzig zur Zwangsarbeit herangezogene jüdische Bürger. Nach mehreren Tagen fand man fünfzehndavonermordetim Kartoffel- acker, angeblich war einem Teil davon Hände und Füße abge- schnitten. Nägel in den Kops geschlagen. Augen und Zunge aus- gerissen. Da die Bolschewisten gerade eine große Versammlung auf dem Paradeplatz veranstalteten, wurden die fünfzehn oerstümmel- ten Leichen dorthin gebracht. Acht waren überhaupt nicht zu er- kennen, die übrigen sieben erkannte man an einzelnen Kleidung-- stücken. Die Bolschewisten haben angeblich alle fünfzehn Leichen photographiert. IN der Vorstadt Grodnos sollen allein 800 jüdische Häuser niedergebrannt sein. Ueber das Schicksal der meisten Bewohner ist nichts bekannt. Von der Ostfront Königsberg i P 11. September. An der litauisch, polnischenFront haben die Polen im weiteren Vorrücken die Ortschaften Sejm, und«rasnopol besetzt. An der bolschewistisch. polnischen Front von östlich Bialyftok, östlich Brest-Litowsk, entlang dem Bug wechselseitige Kampfhandlungen. Oestlich von Lemberg halten die Polen die Linie Busl— Rohatyn—«nila Lipa. Neue russische Offensive DA. Helsingsors, 11. September. Der amtliche Bericht des russischen Armeeoberlommandos vom 10. September lautet wie folgt: Im Gebiete von Wladimir- W o l y n s k räumten wir unter dem Druck des Feindes die Stadt Erubicschow und nahmen am rechten Ufer des Bug neue befestigte Stellungen ein. Bei Lemberg dauern die hartnäckigen Kämpfe an. Im Krimgebiet örtliche Erkundigungstätigkeit. Räch er- ganzenden Meldungen aus dem Kaulasus haben sich an der Küste des Asowschen Meeres die letzten lleberreste der von uns fast völlig vernichteten Truppen des Generals Wrangel unter dem Schutz englischer Kriegsschiffe zu retten versucht. Räch englischen Meldungen hat die neue russische Offen- .ive gegen die Polen begonnen, die bei Brest-Ljtowsk in zwei Tagen 16 Werft zurückgegangen sein sollen. Bevorstehende rumänisch-rusfische Verhandlungen TU. Bukarest. 11. September. Der rumänische Ministerpräsident General Avere Sc» sandte an Tschitscherin, den Kommissar für Auswärtige Angelegen- hette« in Moskau, folgendes Telegramm:„Die rumänische Regte- rung erklärt in Beantwortung Ihrer Depesche vom 20. August ihre Bereitwilligkeit, die Jahrhunderte allen Beziehungen der Nachbarschast»wischen Rumänien und Rußland wieder auf« nehmen zn wollen. Sie ist demzufolge bereit, mit dcr Räte- regierung die Modalitäten, die zur Wiederaufnahme der Beziehungen führen sollen, zu besprechen und wünscht, daß eine diesbezüglich« v e r e i n b a» u n g getroffen wird." Nöte und GemerkschKsten in der dritten Internationale Von Richard Seidel. Die Anhänger des Anschlusses an die 3. Internationale unter den vorliegenden Bedingungen führen ihren Kampf, indem sie der korrekten und eindeutigen Fragestellung aus- weichen und die Konsequenzen der Annahme der Statuten, Leitsätze und Anschlußbedingungen von Moskau zu leugnen oder zu vertuschen suchen. Richard Müller, der von jeher in Wort und Schrift eine gewisse polemische„Geschick- lichkeit" mit Erfolg und Auszeichnung pflegte, der große Worte stets gelassen aussprach, ist trefflich vorbereitet, diese Methode der für Moskau plädierenden Genossen zu Hand- haben. Diesmal aber hat er sich selbst übertroffen. Er schreibt einen langen Artikel gegen mich, ohne auch nur mit einem Gedanken ernsthaft auf meine Beweisführung und Begründung meiner Meinung einzugehen. Ueber meinen Hinweis darauf, daß sich die bisher mit so starkem Nachdruck geforderte Selbständigkeit der Räteorganisation durch die Durchführung der Mos- kauer Bedingungen in eine Abhängigkeit dritten oder vierten Grades verwandeln würde, schlüpft er gewandt hinweg mit der Bemerkung, ich„verdrehe" seine und seiner engeren Freunde Grundsätze, und er könne sich nicht auf eine Nich- tigstellung meiner Behauptung beschränkon, sondern müsse die von mir bekämpften Beschlüsse der 3. Jnternatio- nale berücksichtigen,„woraus sich auch unsere bisherige Hal- tung in der Rätefrage richtig beurteilen läßt". Er erklärt aber nicht unumwunden, ob es bei dieser„bis« herigen Haltung", d. h. bei der Forderung der S e l b st ä n- d i g k e i t und gar der Priorität der Räte über Partei und Gewerkschaften bleibt, und er sagt noch weniger, ob sie aufgegeben werden soll. Darüber bleibt der Leser im unklaren. Dafür erklärt Müller die von mir zitierte These der Leit- sätze über„Kommunistische Partei und proletarische Revo-; lution", die das Fundament für die Diktatur der Partei« leitung ist, für einen Popanz: Es sei klar, daß die Kom» munistische Partei nur den„lebendigen Geist" in allen For- men der proletarischen Organisationen bilden solle. Das stimme ganz überein mit unserem Aktionsprogramm, worin es ebenfalls heiße, die Partei müsse der Arbeiterbe- wegung Inhalt, Richtung und Ziel geben. Wir, die Gegner des Anschlusses, wollten nur„den E l a u b e n e r-rv e ck c n", als wolle das Exekutivkomitee die Räteorganisation und die Gewerkschaften organisatorisch beherrschen. Meint Müller. Wenn der Passus 8, der die Abficht der o r g a n i s a t o» r i s ch e n Unterordnung aller Organisationen unter die Par» tei deutlich genug erkennen läßt, ein„Popanz" ist, so sind die Dokumente von Moskau reich an solchen harmlosen Ge- spenstern. Ich werde mich einer neuen„tendenziösen Ent- stellung" schuldig machen und gleichzeitig den von Müller � ein wenig„aus dem Zusammenhang gerissenen" Satz vom lebendigen Geist etwas ergänzen, indem ich mir ge- statte, auf einige andere„Popanze" ganz ähnlicher Art auf- merksam zu machen. Der Passus 5 der gleichen Leitsätze spricht davon, daß der proletarische Klassenkampf, als politi- scher Kampf, von der Kommunistischen Partei geführt werden müsse. Danach heißt es: „Derselbe Klassenkampf erfordert gleichfalls die zentrale Zusammenfassung und die gemeinsame Leitung der verschiedenartigen Formen der proletari- schen Bewegung(Gewerkschaften, Konsumvereine, Betriebs- rate, BildungSarbeit, Wahlen und dergl.). Ein derartiges zusammenfassendes und leitendes Zentrum vermag nur eine politische Partei zu sein." Weiter empfiehlt es sich, den mehrfach erwähnten Passus 8 u Ende zu lesen. Dort wird die Idee der K. A. P. D., dis �artei habe sich den Räten anzupassen, als grundfalsch und reaktionär bezeichnet. Darauf wird folgende Er- läuterung über das Verhältnis der Partei zu den Räten ge- � geben: „Damit die Sowjets ihren geschichtlichen Aufgaben gerecht zu werden vermögen, ist im Gegenteil das Bestehen einer derart kräftigen kommunistischen Partei insofern notwendig, daß sie sich nicht einfach den Sowjets„anpaßte, sondern daß sie in der Lage wäre, diese selbst zu veranlassen, der„Anpassung an die Bour- aeoisie und die weißgardistische Sozialdemokratie zu entsagen, daß sie vermittels der kommunisti(chen Fraktionen> der Sowjets imstande wäre, die Sowjets ins Schlepptau der kommunistischen Partei zu nehmen." Also„ins Schlepptau nehmen". Das ist allerlei. Ich möchte wissen, was von der von Müller und seinen Freunden bisher verbreiteten Lehre von der Selbständigkeit und Be- deutung der Räte danach noch übrig bleibt. Visher haben sie als Räte oftmals Neigung gezeigt, die Partei„ins Schlepptau zu nehmen". Oder etwa nicht? Nun könnte man sich eine zentrale Zusammenfassung und gemeinsame Leitung immerhin noch vorstellen und unter Um- ständen auch gefallen lassen. Sie ist in gewissen Formen sehr wohl möglich und in manchen Situationen unumgänglich. Auch in Deutschland haben wir eben durch zentrale Zu- sammenfassung eine, gemeinsame Leitung zur Durchführung des Boykotts gegen Polen ge» � bildet. Sie besteht in den von den Gewerkschaften, Betriebs-? raten und Parteien gemeinsam besetzten Kommissionen. Aber man mutz wissen, wie sich die k o m m u n i st i s ch e Internationale diesen Apparat denkt. Ich mutz aber- mals„tendenziös entstellen", indem ich den Absatz 14 der Statuten der„Kommunistischen Internationale� zitiere, der folgendes sagt: "Die auf dem Boden des Kommunismus stehenden, im inter- nationalen Maßstabe unter der Leitung der Kommunistischen Internationale zusammengeschlossenen Gewerkschaften bilden eine Gewerkschaftssektion der Kommunistischen Internationale. Diese Gewerkschaften delegieren ihre Ver- treter zu den Weltkongrejien der Kommunistischen Internationale durch die kommunistischen Parteien der betreffenden Lander. Die Eewerkschaftssektion der Kommunistischen Inter- nationale entsendet einen Vertreter in das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale mit beschließender Stimme. Das Exekutivkomitee der. Kommunistischen Internationale hat das Recht, einen Vertreter mit beschließender Stimme in die Eewerkschaftssektion der Kommunistischen Internationale zu entsenden." Damit kommen wir auf die Gewerkschaftsfrage. Die der Moskauer Internationale angeschlossenen Gewerkschaften bilden— alle zusammen— eine ganze Sei- tio n der Kommunistischen Internationale. Das heitzt, ste spielen im Rahmen der ganzen Bewegung die Rolle, die jetzt unserer Partei zugedacht wird, ste geben jede Selbständigkett und jedes Eigenleben preis. Ja, die Unterordnung der Es- werkschaften unter das Exekutivkomitee, dessen entscheidendes Uebergewicht wohl genügend nachgewiesen ist wird noch stör- ker betont als bei den anderen Sektionen der Internationale, denn ste nehmen Einflutz auf den Weltkongretz nur auf dem Wege über die kommunistische Partei i h r e s L a n d e s. die den gewerkschaftlichen Delegierten be- stimmt. Und im Exekutivkomitee sind die Gewerkschaften mit einer einzigen Stimme vertreten. Dafür aber sind sie bindend verpflichtet, die Beschlüsse des Exekutivkomitees durchzuführen und die internationale Ver- einigung der roten Gewerkschaften zu unterstützen, wie es in der zehnten These der„Bedingungen zur Aufnahme in die Kommunistische Internationale" heißt, die so lautet: Jede der Kommunistischen Internationale angehörende Partei tft verpflichtet, einen hartnäckigen Kampf gegen die Amsterdamer„Internationale" der gelben Ee- w e r k s ch a f t s v e r b ä n d e z u f ü h r e n. Sie müssen unter den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern die Notwendigkeit des Bruches mit der gelben Amsterdamer Inter- nationale nachdrücklich st propagieren. Mit allen Mitteln hat sie die entstehende internationale Vereinigung der roten Gewerkschaften, die sich der Kommunistischen Internationale anschließen, zu unterstützen Den zum internationalen Metallarbeiterkongretz nach Kopenhagen abreisenden russischen Metallarbei- t e r n wurde vom Exekutivkomitee die Anweisung mit auf den Weg gegeben, den in der zehnten These geforderten Bruch mit der Amsterdamer Internationale auf alle Fälle herbeizuführen und rnöglichst einen Teil der Verbände von der Amsterdamer Internationale abzuspalten, wie ein Bericht der„Jsvestija" vom 10. August erzählt. Müller behauptet trotzdem, die Spaltung der Gewerk- schaftsbewegung sei nicht beabsichtigt. Er beruft sich auf die Anordnung, die Kommunisten hätten in den Gewerkschaften zu v e r b l e i b e n, die auch ich in meinem ersten Artikel nicht verschwiegen habe. Er verspricht uns ferner, er werde uns noch seine Meinung darüber sagen,„unter welchen Voraus- letzungen die L. Internationale einer Spaltung der Gewerk- sthaften zustimmt und ob diese Forderung ihre Berechtigung hat." Darauf kann man gespannt sein. Zunächst aber darf wohl, ohne ein Gutachten vom Genossen Müller abzuwarten, festgestellt werden, daß die Leitsätze und die offiziellen Organe der dritten Internationale selbst nicht leugnen, datz die Spaltung der Amsterdamer Jnternatio- nale ihr Ziel ist, wie man denn überhaupt von ihnen sagen mutz, daß sie in allen Dingen ehrlicher und mutiger sind als ihre deutschen Interpreten. Die Aufgabe der in den Gewerkschaften zu bildenden kommunistischen Zellen ist es also, die Verbände von ihren großen und einheitlichen inter- nationalen Verbindungen, die sie bitter nötig haben, loszulösen, sie einer internationalen Vereint- aung zuzuführen, die noch lange eine Verbindung von bedeu- tungslosen Minderheiten sein wird, und sie dem Kom- mundo des Exekutivkomitees in Moskau zu unterstellen. Mutz das nicht zu schweren und zerrüttenden inneren Kämpfen in der Bewegung führen? Meint etwa jemand, die Verbände wären imstande, diese Krisis zu überstehen? Oder glaubt Müller, die Gewerkschaften würden sich eine Propa- ganda, die den Zweck hat, die Bewegung auf einen für die Gewerkschaften ganz ungangbaren Weg zu führen, ruhig und mit Geduld gefallen lassen? Ich bin überzeugt, daß ein Vorgehen der Zentralverbände gegen eine solche Opposition gar nicht mehr aufzuhalten wäre, und dann wäre die S p a l- t u n g gegeben und nach den Leitsätzen der Kommunistischen Internationale auch geboten und erlaubt. Gegen die bis- herige Opposition in den Gewerkschaften, der ich mit Ver- gnügen manche Waffe geliefert habe, war ein solches Vor- gehen nicht möglich, weil sie sich anderer Methoden bediente, die die Gewerkschaften nicht an ihrem Lebensnero, nämlich an ihrer taktischen Unabhängigkeit zu treffen suchten. Mir macht Müller den Vorwurf, ich erweise der Arbeiter- bewegung keinen guten Dienst, indem ich auf diese Gefahren hinweise. Glaubt er der Bewegung einen besseren Dienst zu leisten, indem er die Konsequenzen der Anwendung der kom- munistischen Methoden in den Gewerkschaften zu ver- t u s ch e n und die Arbeiter zu t ä u s ch e n sucht? Die Erhöhung der Brotratton beschloffen Der Volkswirtschaftliche Aasschuß des Reichs» luges führte gestern die Beratung der Anträge über die Betreibe. bcwirtschastnng zu Ende. Der Vertreter der ReichSgetreidestelle gab einen Ueberblick über die Versorgung im laufenden Wirtschaftsjahr. aus dem hervorging, daß selbst bei der jetzige» Ration ein Defizit von fast 2 Millionen Tonnen Brotgetreide zu verzeichnen ist, das durch ausländische Einfuhren gedeckt werden muß. Trotzdem wurde beschlossen, die Ausmahlungsquote deS Brotgetreides auf 85 herab- -nsetzen»nd höchstens 10»/, Streckmittel ,» verwenden. Ferner Ur�e die Entschließung der Unabhängigen angenommen, in der die öUuternog ersucht wird, vom IS. September ab die tägliche Mehl- ratio» auf 280 Gramm zu erhbhen. Außerdem wurde beschlossen. die Regiening zu ersuchen, das AuslandSgetreide so zu verbilligen daß die bisherigen Mehlpreise beibehalten werden lö»ue«. Eine höhere Zuteilung von Gerste an die Brauereien fand ebenfalls eine Mehrheit. Die Regierung hatte stch gegen die Erhöhung der Mehlratton auS- gesprochen. Trotz deS außerordentlich ungünstigen Standes der Lrotversorgrmg. auf de«»tr w anderem Zusammenhang«och zurück» ommen werden, erwarten wir aber, daß sie den Beschluß des Volks- wirtschaftlichen AnSschusses ausführt. ES ist dringend notwendig. daß insbesondere die arbeitende Bevölkerung zwecks Steigerung ihrer Arbeitsfähigkeit die Möglichkeit erhält, eine ausreichende Menge von Brot zu erhalten. Agrarischer Sieg Die freie Fleischwirtschaft beschlösse« Trotzdem die Erfahrungen der letzten Wochen gezeigt haben, daß die freie Fleischwirtschast überall zu einer erheblichen Preissteigerung geführt hat und die Erfahr der Berfütteruug von Brot- getreide und die Gefährdung der Milchversorgung der Großstädte sowie Preissteigerungen für Milch nach sich ziehen muß, ist gestern im volkswirtschaftlichen Ausschuß mit den Stimmen der dürger- lichcn Parteien gegen die der sozialdemokratischen die Verordnung für die freie Fleijchwirtschast angenommen worden. Alle Darlegungen, insbesondere die, daß die Voraussetzung, an die seinerzeit der Ausschuß die Einführung der freien Wirtschaft für Fleisch geknüpft hatte— die Sicherung von 2 Millionen Ton- nen Brotgetreide— nicht, erreicht sei, blieben unberücksichtigt. Die bürgerliche Mehrheit des Ausschuffes war unter allen Umständen entschlossen, mit den Fesseln, die dem Eewiaustrebcn der Land- wirte gezogen sind, ein Ende zu machen, und das Ernährungs- Ministerium hat weder den Wille« noch die Kraft, sich dem zu widersetzen. Zwar machte der deutschnationale Abgeordnete Schiele im Ausschuß die Mitteilung, daß zwischen den drei größten Berbänden der Landwirte und Fleischer ein Ueberein- kommen abgeschlossen sei, nach welchem den Verbrauchern ein Preis für Rindfleisch von l0,50 M. das Pfund und für Schweine- fleisch von 12—15 M. das Pfund auch nach Aufhebung der Zwangswirtschaft garantiert werden solle. Aber erstens find diese Preise doch auch höher als die jetzt geltende», und zweiten» wird die nächste Zukunft bereits zeigen, daß diese freiwillige Vereinbarung wohl kaum gehalten wird. Mit dem Beschluß des volkswirtschaftlichen Ausschusses aber ist die Frage noch nicht erledigt. Die unabhängigen Vertreter im Ausschuß haben keinen Zweifel darüber gelassen, daß es ihnen als unverantwortlich erscheint, daß ein so schwerwiegender Be- schluß von dieser Neinen Körperschaft gesaßt wird. Das Plenum des Reichstages muß sich mit dieser Angelegenheit beschäftigen, da- mit die Massen der Bevöllerung von dieser Stelle aus erfahren, welche Gefahren ihnen aus diesem Beschluß erwachsen. Di« u n- abhängige Fraktion des Reichstage» wird des« halb die Aufhebung dieser Verordnung beim Plenum des Reichstages beantragen. Der Antrag der bürgerlichen Parteien auf Erhöhung des Preises für Hafer und Gerste und Verlängerung und Erhöhung der Frühdruschprämie ist vom volkswirtschaftlichen Ausschutz a b g e- lehnt worden. Die Zentrumsvertreter hatten den Termin auf Verlängerung der Frühdruschprämie bis 1. Januar abgeändert und beantragt, ihn durch den 13. Oktober zu ersetzen. Da dies den Deutschnationalen nicht weit genug ging, während die Sozial- demokraten und die Unabhängigen grundsätzlich gegen jede Ver- längerung der Frühdruschprämie waren,.erzielte der Antrag keine Mehrheit. Die Landesregierungen haben daher, wie der Er- nährungsminister Hermes erklärte, von sich aus die Möglich- keit, die Frühdruschprämie um vier Wochen zu verlängern. Die verhinderte Einfuhr der Milchkühe Wie gestern durch die Presse gemeldet wurde, hat das Er- nährungsministerium endlich am Freitag beschlossen, die Einfuhr der zunächst angebotenen 2300 Milchkühe freizugeben. Es war höchste Zeit, datz dieser Beschluß erfolgt ist, auf den, wie wir nachträglich er- fahren haben, auch gewisse amtliche Stellen beim Ernäh- rungsministerium hingearbeitet haben, allerdings lange ohne Erfolg. Im Ernährungsministerium herrscht eben ein durch- aus agrarischer Geist, der eine Beeinträchtigung seiner Inter- essen durch diese Einfuhr befürchtete. Im Volkswirtschaftlichen Ausschutz des Reichstages richteten am Sonnabend einige bürgerliche Ab- geordnete, insbesondere der Zentrumsabgeordnete Allekotte, der sich als einer der schärfsten Vertreter agrarischer An- schauungen entpuppt hat. Angriffe gegen die. Freiheit", weil sie das agrarische Interesse an der Verhinderung der Milch- kühe-Einfuhr festgenagelt hatte. Auch ein Beweis dafür, wie unangenehm es den Herren ist. dqtz die Motive ihres Han- delns der Oeffentlichkeit dargelegt worden sind. Der unab- hängige Antrag, der das Verhalten des Ministeriums miß- billigte, wurde gegen die Stimmen der Unabhängigen a b- gelehnt Die bürgerliche Mehrheit dagegen billiqte in e,ner Entschlietzung die von dem Minister getroffenen Matz- nahmen zur Durchführung des Transportes. Trotzdem bleibt besteben, datz das Verhalten des Mini- steriums in dieser Frage sehr wenig einwandfrei war und erst desDruckesderOeffentlichkeit bedurft hatte, um es dazu zu bewegen, eine der Bedeutung der Sache und dem Interesse der Allgemeinheit entsprechende Haltung einzu- .nehmen. Da» Reichsernährungsministerium verbreitet eine längere Dar- stellung, in der es sich gegenüber den Angriffen der Rechtssozia- listen und Unabhängigen wegen der Einfuhr der Milchkühe recht- fertigt. In dieser Darstellung wird ausführlich das Zustande- kommen und der Abschluß des Milchkühe-Angebots, das von der American Dairy Tattle To. in Thicago ausging, dargestellt. Gegenüber verschiedenen bürgerlichen Pressemeldungen bestätigt das Reichsernährungsministerium, daß Gewerkschaftsführer an den Verhandlungen nicht teilgenommen haben. Von 100 000 Kühen sei nicht im entferntesten die Rede gewesen. Das Reichsministe- rium versichert zum Schluß, daß es alles tun werde, um das Lie- beswerk amerikanischer Freunde zur Durchführung zu bringen. Die Entwaffnung Deutschlands HR. London, 11. September. Aus dem letzten Bericht der interalliierten Kontrollkommijston in Deutschland ergibt sich, daß die Ablieferung und Ber- nichtnng der deutschen Waffen entsprechend den Be- ftimmungen des Friedensoertrages einen günstige» Verlaus nimmt. Bor einer Woche stnd noch 8000 Geschütze vernichtet worden. Bei der Schnelligkeit, mit der die Vernichtung jetzt statt- Sndet, wird Deutschland bis Anfang November nur noch über die »zahl Geschütze versüge«, die e» entsprechend dem Vertrage von Versailles haben darf. Verhandlungen über den Korridor Berlin, 11. September. Nach einer Mitteilung des Generassekretariats der Friedenskon- ferenz ist P o l e n b e r e i t, die Verhandlungen über den Korridor am 16. d. M. z u beginnen. Da aber der französische Vor- sitzende der Kommission durch andere dienstliche Verpflichtungen während des laufenden Monats verhindert ist, an den Verband- lungen teilzunehmen, können dies« erst am 1. Ottober d. I. in Pari» beginnen. Aufruhrprozeffe in Oberschlesien Kattowitz, 11. September. W. T. B. meldet: Vor dem außerordentlichen Interalliierte Gericht für Kattowitz Stadt und Land wurden in den letzte» Tagen eine Reihe von Aufruhrprozessen verhandelt. Ei» Angeklagter erhielt fünfzehn Jahre Zuchthaus, weil a»» seiner Wohnung auf französische Truppen geschossen worden wer. Weiter wurde von dem Gericht erkannt wegen Teilnähme w* Aufruhr mit Waffen auf zwei Jahre Gefängnis, wegen Plündere» auf zwei Jahre Zuchthaus, wegen des Besitzes geraubter Gegenständ« auf sechs Monate, wegen Uebertretens des Waffenverbotes a»i vier Monate und wegen Paßvergehens auf ein Jahr Gesänge� Die Metallarbeiterbewegung in Italien Von einem italienischen Genossen wird uns geschrieben: Man kann noch keine Voraussagungen über die Resultate de» Kampfes machen, in den die italienischen Metallarbeiter auge»' blicklich verwickelt sind. Aber eines steht bereits fest, daß die itälte nifchen Arbeiter den Versuch gemacht haben, im Abwehrkaini» gegen die Industriellen eine neue Kampfmethode in AnwendBl zu bringen. Die Besetzung der Fabriken durch die Arbeiter zeigt, daß P nicht gewillt waren, sich den brutalen Aussperrungsmethoden d«« Unternehmer zu beugen. Als Antwort auf die Forderungen, d>« die Arbeiter stellten, hatten die Großindustriellen die Fabrike» gescholssen und die Produktion lahmgelegt. Man wollte eins halbe Million Arbeiter aufs Pflaster werfen, d. h. mindestens 3®el Millonen Menschen der Not überantworten. Alle weiteren Ereif nisse waren die Folge dieses Vorgehens der Unternehmer. Der Kieg ist das goldene Zeitalter auch für die Metallinduft»'« in Italien gewesen. Die Stinnes, Krupp, Daimler usw. gibt«? nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Au°I Italien hat seine Haifische, die Terni, Ansaldo, Jlva, Fiat, Bred» usw. Wenn das Volk während des Krieges gelitten hat— und es leidet immer noch— haben diese Herren an den wahnsinnig� Preisen für die Kriegsmaschinen, die sie dem„Baterlande" ab> nahmen, Millionen über Millionen verdient. Der kapitalistische Konzentrationsprozeß hat sich in Italien,& sonders in der Metallindustrie, mit riesiger Schnelligkeit vou« zogen. Das Gesetz verbot den industriellen Werken, ihren Akti® nären mehr als 8 Prozent zu zahlen: man hat ihnen die große« Gewinne in der Form von neuen Gratisaktien zugeführt. Da« Betriebskapital hat stch durch die riesigen Kriegsgewinne stark f höht. Die Ansaldo- und Jloawerke haben jedes ein Kapital vo« 5 Millionen Lire. Alle anderen industriellen Werke haben ihr W* ttiebskapital im gleichen Verhältnis um dl"' Fünf- bis Zehnfach« erhöht: sie haben sich der großen Banken bemächtigt, haben 3� tungen aufgekauft, ganz wie in Deutschland! Aber der Krieg, der Millionen von Arbeitern für die Interesse» des internationalen Kapitalismus sterben ließ, nahm schließlich ein Ende, und dieses Ende bedeutete das Ende der hohen Eewin«« in der Kriegsindustrie. Jetzt mußte für die Friedetisbedürsi# gearbeitet werden. Die Friedenswirtschaft brachte die Umformung der Kriegsiick®' strie mit sich, die Käufer ftagten nach den Preisen, die. ausländisch« Konkurrenz machte ihren Einfluß geltend und die Arbeiter, d'« nun Ellenbogenfteiheit für ihren Klassenkampf hatten, fordert«« höhere Löhne, die schon wegen der enorm gestiegenen Lebensmittel preise«ine unabweisbare Notwendigkeit waren. Dieser neu«« Lage wosten die Unternehmer nicht Rechnung tragen. Tsa b'« Forderungen der Arbeiter eine Verringerung des Gewinnes& deuteten, zogen es die Metallindustriellen vor. die Fabriken i" schließen. Die Kassen der Arbeiterorganisationen, so kalkulierte' ste, werden bald leer sein, während die Attionäre den Kampf lange aushalten können. Doch diese Spekulationen find durch � Arbeiter über den Haufen geworfen worden. Die Ardeiterklasse Italiens verfolgt die Metallarbeiterbewegv� mit der größten Begeisterung. Die Kontrolle über dt« Produktion als Etappe für die Sozialisiernng der Jnduftli« — das ist das gemeinsame Ziel der Gewerkschaften und der svä'f listischen Partei. Die Ardeiterschaft in Stadt und Land ist, wie d«« Ereignisse der letzten Wochen zeigen, bereit, für dieses Ziel unte> Aufbietung ihrer ganzen Kraft zu kämpfen. Das ist die wich' tigste Lehre, die wir schon heute aus den Vorgängen in Italic ziehen können. TU. Rom, 11. September. Der Abschluß des Friedens in der Metallindustrie verzöge» sich, weil die Arbeiter neuerdings auch eine Kontkolleinde« Fabriken durch Betriebsräte fordern, was die Znd«' ftricflcn aBIcljnciL Die katholische Fraktion beschloß, in der Kammer ein«« Antra«, einzubringen, die Arbeiterschaft durch«ewährunl von Al'tien und Betriebskontroll« zu Teilnehme»« an Besitz und an der Leitung der Industrie zu machen. Weitere Besetzung von Betriebe« Mailand, IL September.(Stefan!.) Aus der Tatsache, daß der Ausschuß de» Allgemeine« Arbeiterbundes bis in die frühen Morgenstunden die oc»' schieden«» Borschläge zur Lösung der Krise erörterte, schließt„-£»>' buna", daß Hoffnung auf Beilegung der Streikbewegung besteh«' 22 Schuhfabriken find gestern von den Arbeitern besetzt worden, um zu verhindern, daß die Besitzer der Betriebe Materialien beiseite schaffen. Da» Gleiche ist in ungesä?« 200 chemischen Betriebe» durchgeführt. Der Konflikt im englischen Bergbau HR. London, 1 1. September, Der Gewerkschaftskongreß ist beendet worden, ohne daß noch«>< verinch unternommen wurde, um die Kluft, wischen der Regier»«? nnd den Grub narbeit rn z« überbrücken. Der Vorsitz.-nde Thom«« sagte, daß die Grubeoarbeticr nichts ncneS zu sagen li<>«'«? und daß die Beratungen des Kongresses die Angelegenheit do» nicht mehr zu einer Lösung bringen werde». Obwohl mau darü««� enttäuscht ist, daß die Besprechungen zwischen der Regier««- und den Grubenarbeitern keine E gebntsse gehabt haben, ist m«� allgemein her Auffassung,' daß die Unterhandlungen in irgend ei««* Weil« vor dem 28. September, dem Zettpunkt für W Proklamierung des Streik», wieder aufgenommen werden dürste«' da man bis dahin»och 14 Tage Zeit für Unterhandlungen hat. Solidarität der Eisenbahner London, 11. September-� Bei einer Versammlung der Eisenbahner erklärte der Sekret«* de» Eisenbahnerverbandes, die Eisenbahner würden de« Bergarbeitern in ihrem Kampfe beistehe«. Aufhebung de« Ausnahmezustande» in der Provinz Sachsen.$* Pressestelle des Oberpräfidiums teilt mit. daß der Ausnahwv zustand in der Provinz Sachsen durch eine Verordnung des Rei«� Präsidenten mit dem g. September aufgehoben worden sei., Rechtssozialistischer Landrat. Der Kreistag Alfeld(Hanno»«" wählte den Rechtssozialisten Pvnshausen zum Landraj. j Die Beschlüsse der dritten Internationale Leitsatze über die Agrarfrage 1. Nur das von der kommunistischen Partei geführte städtisch« r/w industrielle Proletariat vermag die werktätigen Massen des Nachen Landes vom Joche des Kapitals und des Erotzindustrie- vesttzers zu befreien, vor dem Verfall und vor imperialistischen Kriegen zu bewahren, die bei Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems stets und ständig unvermeidlich sind. Die werktätigen •Waffen auf dem Lande können nicht anders als im Bunde mit dem kommunistischen Proletariat, in der rückhaltlosen Unter- Nutzung seines revolutionären Kampfes zum Sturz des Joches der Funker sErotzgrundbesitzer) und der Bourgeoisie, ihre Rettung l'nd-n. Andererseits können die Industriearbeiter ihrer weltge- Ichichtlichen Aufgabe der Befreiung der Menschheit vom Joche des Spitals und von Kriegen nicht nachkommen, wenn diese Arbeiter stch in den Kreis von zünftigen, engqewerkschaftlichen Interessen �nschliejjen und wenn sie sich selbstgefällig aus die Bemühungen um Verbesserungen ihrer mitunter leidlichen— kleinbürgerlichen �age beschränken. Aber gerade so ist es in vielen fortgeschrittenen *.ai,deitt um die„Arbeiteraristokratie" bestellt, welche die Grund- tage der angeblich sozialistischen Parteien der zweiten Jnternatio- uale bildet, in Wirklichkeit aber den schlimmsten Feind des Sozia- nsmus, seine Verräter, kleinbürgerliche Hurrapatrioten und Agenten der Bourgeoisie innerhalb der Arbeiterbewegung bildet. Eine wirklich revolutionäre, eine wirklich sozialistisch handelnde Klasse ist das Proletariat nur unter der Bedingung, dass es als Vortrupp aller Werktätigen und Ausgebeuteten, als ihr Führer wi Kampfe um den Sturz der Ausbeuter auftritt und handelt. Dies ist jedoch undurchführbar ohne die llebertragung des Klassen- mmpfes auf das Land, ohne die Erziehung des ländlichen Prole- kariats durch das städtische. ,,. 2. Di« werktätigen und ausgebeuteten Massen des flachen Landes, die das stadtische Proletariat in den Kampf führen oder ledenfalls auf leine Seite ziehen muß, sind in den kapitalistischen Ländern durch folgende Gruppen vertreten: Erstens: Durch das landwirtschaftliche Proletariat, die Lohn- Arbeiter fSaison-Wander-Arbeiter und Taglöhner), die ihren Lebensunterhalt durch Lohnarbeit in den landwirtschaftlichen und Forst-Unternehmungen fristen. Die selbständige, von den übrigen Gruppen der Landbevölkerung getrennte Organisation dieser Klasse einschließlich der Forstarbeiter, Eutshandwerker usw. Apolitische wie militärische, gewerkschaftliche, genossenschaftliche Or- ganisation, desgleichen für Bildungswesen usw.) eine gesteigerte Propaganda und Agitation unter dieser Gruppe und das Hm- überziehen dieser Gruppe auf die Seite der Sowjetmacht und der Diktatur des Proletariats— das ist die grundlegende Aufgabe der kommunistischen Parteien in allen Ländern. Zweitens: Durch die Halbproletarier oder die Parzellenbauern. d. h. durch diejenigen, die ihren Lebensunterhalt teils durch Lohn- arbeit in landwirtschaftlichen, industriellen und kavitalistischen Unternehmungen und teils dadurch finden, daß sie sich auf ihrem eigenen oder einen gepachteten Flecken Land abmühen, das nur «inen Teil der für ihre Familie notwendigen Lebensmittel ab- gibt, diese Gruppe der werktätigen ländlichen Bevölkerung ist in allen kapitalistischen Ländern überaus zahlreich, ihre Existenz und rhre besondere Lage wird aber von den Vertretern der Bourgeoisie und den zur zweiten Internationale gehörigen Sozialisten ver- tuscht. Das geschieht zum Teil bewußt, um die Arbeiter irrep führen, zum Teil infolge der gewöhnlichen, spießbürgerlichen An- Ichauungen. die diese Gruppe mit der Masse der Bauernschaft im allgemeinen verwechselt. Diese Methode der bürgerlichen Irre- führung der Arbeiter ist am meisten in Deutschland und Frankreich zu beobachten, dann aber auch in Amerika und den übrigen Ländern. Bei richtiger Organisation der Arbeit der kom- munistischen Partei kann diese Gruppe sichere Anhängerin der Partei werden, denn die Lage dieser Aalbproletarier ist eine sehr 'ichwere und der ihnen durch die Sowjetmacht und die Diktatur ,"«s Proletariats gehährte Vorteil ist groß und sofort wirksam. In einigen Ländern ist die erste und zweite Gruppe nicht streng voneinander geschieden. Ihre gemeinsame Organisation ist daher Unter besonderen Verhältnissen zulässig. Drittens: Die Kleindauern, d. h. die Landwirte, die als Eigen- tümer oder Pächter kleiner Grundstücke die Bedürfnisse ihrer Familie und ihrer Wirtschaft gerade decken, ohne fremde Arbeits- kraft zu mieten. Diese Schicht gewinnt unbedingt durch den Sieg des Proletariats, der ihr sofort und voll verschafft: a) Befreiung von der Zahlung des Pachtzinses oder eines Teils der Ernte fz. B. Metayers in Frankreich, ebenso in Italien usw.) an die Groß- «rundbesttzer! b) Befreiung von Hypothekenlasten. Kausschillingen: 8 Befreiung von den verschiedenartigsten Formen des Joches der bhängigkeit von den Großgrundbesitzern(Wald- und Weiden- benutzung usw.): d) die sofortige Hilfe für ihre Wirtschaft durch die proletarische Staatsmacht.(Die Möglichkeit, landwirtschaft- Uche Geräte und einen Teil der Gebäude der durch das Prole- tariat enteigneten großkapitalistischen Wirtschaften zu benutzen: die sofortige Umwandlung der Konsum- und landwirtschaftlichen Genossenschaften durch die proletarische Staatsmacht aus Organisa- tionen. die unter dem Kapitalismus am meisten den reichen und mittleren Bauern gedient haben» in Organisativnen, die in erster Linie den Armen, d. h. den Proletariern, Halbsiroletariern und Kleinbauern helfen, usw.)..... �_ c Zu gleicher Zeit muß sich die kommunistische Partei dessen be- wüßt sein, daß in der Uebergangszeit vom Kapitalismus zum Kommunismus, d. h. während der Dauer der Diktatur des Pro- letariats in dieser Schicht wenigstens zum Teil Schwankungen Vach der Seite der völligen Handelsfreiheit und de« freien Ber» fügungsrechtes über de« Privatbesitz»nvermeidlich sind. Denn diese Schicht, die wenn auch nur in geringem Maße als Verkaufer von Lebensmitteln auftritt, ist durch Spetulations- und Eigen- tümergewohnheiten demoralisiert. Be, fester proletarischer Polt- tik. bei entschlossener Abrechnung des siegreichen Proletariats mit den Großgrundbesitzern und Großbauern können ledoch die Schwan- kungen dieser Schicht nicht bedeutend sein. Sie sind auch nicht imstande, etwas an der Tatsache zu andern, daß die Klein- dauern im großen und ganzen nuht Gegner der proleiar-fchen Umwälzung sein werden. die Städte, sondern auch lür das flache Land�ergesie! «ntgegengesetzte Meinung ist weit oerbreitet. S,e dalt sich aber nur erstens durch den systematischen Betrug der bürgerlichen Wissenschast und Statistik, die mit allen Mitteln den tiefen Ab- sirund zwischen den genannten Schichten des fachen Laiides und den Ausbeutern, den Grundbesitzern und Kapitalisten, wie auch den zwischen den Salbproletariern und d�n Kleinbauern einer- [«Us und den Großbauern andererseits vertuscht. Zweitens dmde.t lie kraft des Unvermögens und der Unlust der Helden der 11. Jnter. national, und durch die imperialistischen B-rrecht. der demv. «alisierten„Arbeiteraristokratie", eine wirklich p�tarliche revolutionäre Propaganda. Agitations- und �NNisatlonsarbeit unter der ländlichen werttätigen Bevölkerung iü fuhren. n- ?Mte Aufmerksamkeit der Opportunisten war und ist auf vie ut- undung einer theoretischen und praktischen Be�taMM� m Bourgeoisie einschließlich der großen und mittleren Baueriljqaft S.erlchtet und nicht auf den revolutionären Sturz �r burgev. Lchen Regierung und der Bourgeo,iie durch das Proletarlat. Drittens halt sich diese falsche Meinung infolge ewes hartnäckigen Porurteils, das mit allen dürgerlich-demokraUschen und p' kamentarischen Vorurteilen zusammenhangt. Dies« Vo wehrt sich gegen eine Wahrheit, die durch den theoretischen Marx. s- Zus durchaus bewiesen und durch die Erfahrung der prolet«tlchen Devolution in Rußland vollauf bestätigt worden'ö- nämlich Legen, daß mit Ausnahme der Landarbeiter, die schon fetzt zu Devolution stehen, die zersplitterte, niedergedruckte und verschuch- !�te, in allen, selbst den fortgeschrittensten Landern � zu halb �barischer Lebensontcrhaltung verurteilte Landbevölkerung der pjengenannten Gruppen, die wirtschaftlich, sozial und kulturell am fjege des Sozialismus interessiert sind, erst dann das revolutw- üare Proletariat entschieden unterstutzen kann, nachdem d,e poll- tische Macht durch das Proletariat erobert worden ist, nachdem mit den Großgrundbesitzern und Kapitalisten entschieden abgcrech- net worden ist und nachdem jene Schichten in der Praxis sehen, daß sie einen organisierten Führer und Verteidiger haben, der mächtig genug ist, ihnen zu helfen und sie aaf den richtigen Weg zu leiten. 4. Unter mittlere Bauernschaft im wirtschaftlichen Sinne sind die kleinen Landwirte zu verstehen, d. h. Eigentümer oder Pächter kleiner Grundstücke, die unter dem Kapitalismus in der Regel nicht nur der Familie und der Wirtschaft Unterhalt gewähren, sondern auch einen kleinen Ueberschuß abgeben, der wenigstens in den günstigsten Jahren imstande ist, sich in Kapital zu ver- wandeln: auch sind diese Landwirte häufig in der Lage, fremde Arbeitskraft zu mieten. Als Beispiel der mittleren Bauernschaft in einem fortgeschrittenen kapitalistischen Lande kann in Deutsch- land laut Zählung de? Jahres 1907 eine Gruppe mit Wirtschaften von 3— 19 Hektar Land dienen, in denen die Zahl der beschäftig- ten landwirtschaftlichen Lohnarbeiter etwa ein Drittel der Anzahl der Wirtschaften dieser Gruppe beträgt. In Frankreich, wo Sonder- kulturen(zum Beispiel Weinbau) betrieben werden, die einen be- sonderen großen Aufwand von Arbeit erfordern, benutzt diese Kruppe wahrscheinlich in noch größerem Umfange fremde, gemietete Lohnarbeiter. Das revolutionäre Proletariat kann es sich, wenigstens für die An die Berliner Arbeiterschaft Die Unterftützungskommission der Berliner Arbeiterschaft steht sich genötigt darauf hinzuweifen, daß die Auffassung, daß durch die Amnestie«ine völlige Entlastung der llnterstützungskommisfion eingetreten sei, irrig ist. Eine große Anzahl der Inhaftierten schmachtet noch hinter Kefängnismaneru und deren Familien leiden immer noch bittere Rot. Wir bitten daher, die Sammlungen nicht elnzu- stellen, sondern, da zahlreiche Flüchtlinge vor dem ungarischen und polnischen weißen Schrecken Hilfe heischen, die Sammlungen rege weiter zu betreiben. Die Unterftützungskommission der Berliner Ardetterschast. I. A.: Adolf Baer. nächste Zukunft und für den Beginn der Periode der Diktatur des f roletariats, nicht zur Aufgabe machen, diese Schicht auf seine eite zu ziehen. Es muß sich vielmehr auf die Aufgabe beschränken, sie zu neutralisieren, damit daß sie im Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie der letzteren keine aktive Hilfe leistet. Das Hin- und Herschwanken dieser Schicht ist unvermeidlich und zu Beginn der neuen Epoche wird ihre vorliegende Tendenz in den kapitalistisch entwickelten Ländern zu Gunsten der Bourgeoisie aus- fallen: denn die Weltanschauung und die Stimmungen der Eigen- tümer sind überwiegend privatkapitalistisch orientiert. Das sieg- reiche Proletariat wird die Lage dieser Schicht durch Aufhebung des Pachtzinses und der Hypothekenschulden, durch Hergabe von Maschinen, Einführung der Elektrifizierung in landwirtschaftlichen Betrieben usw. verbessern. Die sofortige Aufhebung des Privat- eigentums durch die proletarische Macht kommt in den meisten kapitalistischen Staaten in Frage. Wohl aber wird die prole- tarische Staatsmacht die Aufhebung aller aus dem Privateigen- tum herrührenden Pflichten für diese Schicht durchführen. Auf jeden Fall garantiert die proletarische Macht der kleinen und mitt- leren Bauernschaft nicht nur. daß ihre Grundstücke ihnen erhalten bleiben, sondern daß sie auch um die gesamte bis dahin gepachtete Fläche vergrößert werden(durch Aufhebung des Pachtzinses). Die Vereinigung von Maßnahmen dieser Art mit dem schonungs- losen Kampfe gegen die Bourgeoisie garantiert den Ersolg der Neutralisierungspolitik. Den Uebergang zum kollektiven land- wirtschaftlichen Betrieb kann die proletarische Staatsmacht nur mit größter Vorsicht und allmählich, durch die Kraft des Beispiels. durch Hergabe von Maschinen. Einführung von technischen Ver- besserungen(Elektrifizierung) ohne jede Gewalttat in der mitt- leren Bauernschaft durchführen. (Fortsetzung folgt.) Die amtliche» Teuerungszahlen Von Dr. R. Kuczqnski, Direktor des Statistischen Amts Berlin-Schöneberg. ,, M.�ben bekanntgegebene allgemeine deutsche Teuerung-- statistik hat eine chlechte Presse. Das ist sehr zu bedauern. Denn das Statistische Reichsamt, dessen wirtschaftliche Bericht- erstattung, und zwar mcht erst seit dem Kriege, sehr im argen k?S. hat damit eme Statistik veröffentlicht, die den besten elnschlagigen Untersuchungen des Auslands ebenbürtig an die Seite treten kann. Da nun die amtlichen Teuerungs- zahlen trotz aller Anfeindungen zweifellos bei künftigen Tarifverträgen, Schiedssprüchen usw. eine große Rolle spielen werden, ist es notwendig, daß sich die Beteiligten— aab rechnen nicht nur die Unternehmer, Angestellten und Arbmter, sondern sämtliche Verbraucher— rechtzeitig um die Bedeutung der Teuerungszahlen und die Einwände, werden� Verwertbarkeit erhoben worden sind, klar iJÜ? oo-��"�ahl für Berlin betrug im April '®.as heibt: der vom Statistischen Reichsamt angenommene vierwöchentliche Bedarf einer fllnfköpfigcn »amuie an Nahrungsmitteln, Brennstoffen. Leuchtstoffen und Wohnraum kostete in Berlin im April 192V: 913,38 Mk. rrf." �' wurden für jede Gruppe von Bedürfnissen verjchledene gleichwertige„Normalrationen" angesetzt. Bei der Berechnung der Teuerungszahl wurde dann für die ein- zelne Eemeinde die jeweilig billigste Normalration gewählt. Bei Brennstoffen gilt z. B. als Normalration: 3 Ztr. Stein- kohlen oder 5 Ztr. Braunkohlen oder 4 Ztr. Braunkohlen- brikctts oder 6 Ztr. Torf oder 5 Ztr. Brennholz oder 40 Kubikmeter Kochgas. Waren also in einer Eemeinde 4 Ztr. Braunkohlenbriketts billiger als die übrigen hier angege- denen Brennstoffrationen, so wurde bei der Berechnung der Teuerungszahl für diese Eemeinde der Preis von 4 Zent- •nern Braunkohlenbriketts zugrunde gelegt. Aehnlich wurde für Leuchtstoffe und auch für Nahrungsmittel verfahren. So wurde die bei den großen örtlichen Verschiedenheiten von Angebot und Preislage gebotene Elastizität erreicht. ohne daß dadurch die dringend erwünschte interlokale Per- gleichbarkeit der Teuerungszahlen gelitten hätte. Eegen die Brauchbarkeit der Teuerungszah, len wird nun zunächst eingewendet, die zugrundegelegten Preise entsprächen nicht den Tatsachen. Die Mietpreise seien zu niedrig eingestellt, weil die Stadtverwaltungen bei ihren Angaben nicht berücksichtigten, daß in sehr vielen Fällen höhere Mieten gezahlt würden, als nach den Mieter- Verordnungen zulässig fei. Anderseits seien für Rahrungs. mittel zu hohe Schleichhandelspreise eingesetzt, weil nur die in der betreffenden Stadt gezahlten Preise, nicht aber die Preise berücksichtigt würden, die von den Städtern auf dem Lande gezahlt werden. Darauf ist zu sagen: daß heute noch sehr viele Mieter mehr Miete zahlen, als sie verpflichtet sind, ist unwahrscheinlich: überdies würde selbst eine Fehl- schätzung um 10 oder gar 20 Mk. monatlich|ui die Zweizimmerwohnung die Teuerungszahl nur wenig beeinflussen. Daß viele Städter billige Bezugsquellen auf dem Lande haben, ist richtig. Das darf aber nicht dazu führen, die Fragestellung zu verschieben. Und diese Fragestellung lautet und darf nur lauten: Was kostet die Ware in der betref« senden Stadt? Ein weiterer Einwand betrifft die„R o r m a l r a t i o- n e.n". Eine Wohnung von zwei Zimmern und Küche (wie sie das Reichsamt durchweg zugrunde legt) sei für eine fünfköpfige Familie entschieden zu klein. Run kann man sicherl'.ch über die Angemessenheit der amtlichen Normal- rationen verschiedener Meinung sein. Ich persönlich halte z. V. die Ration von Leuchtgas— 15 Kubikmeter— für viel zu niedrig und fetze bei meinen Berechnungen des Exi- stenzminimums stets 24 Kubikmeter an. Auch gibt es glück- liche Gemeinden, wie Hannover, in denen die meisten fünf- köpfigen Familien mehr als zwei Zimmer und Küche be- wohnen. Aber in Berlin z. B. ist es leider ganz üblich, daß solche Familien nur Stube und Küche haben. Wenn also auch nicht bestritten werden soll, daß die Normalrationen der amtlichen Statistik vielleicht im einzelnen verbesserungs« bedürftig önd, so ist doch sehr fraglich, ob jetzt Aenderungen die ja den Vergleich mit den bisherigen Ergebnissen er- schweren oder gar unmöglich machen würden, am Platze wären. Drittens wird bemängelt, daß die Teuerungsstatistik Kleider, Wäsche, Schuhe u. a. nicht um'faßt. Das ist tatsächlich eine sehr empfindliche Lücke. Nun wird zwar von einem anderen Kritiker erwidert:„Wenn man die Lebenshaltung der Massen in Deutschland statistisch er- fassen will, hat man mit der Tatsache zu rechnen, daß sie nichts für Bckleidungsgegenstände ausgeben, oder so gut wie Nichts, weil sie es nicht können, und daß sie ihr Einkommen ganz und gar für Nahrung, Wohnung, Beheizung und Be- leuchtung verbrauchen. Wrd der dafür unbedingt erforder- liche Aufwand erhoben, so kann man ihn als das unter den heutigen Verhältnissen gegebene Existenzminimum bezeich- nen." Das ist aber eine ganz verfehlte Beweisführung. Zum Existenzminimum gehört die Ergänzung und Instandhaltung von Kleidern, Wäsche und Schuhen, auch wenn die Menschen, die damit noch halbwegs versehen sind, jetzt Neuanschaffungen und Reparaturen aufschieben. Es gehört da�u weiter der notwendige Aufwand für Seife, Küchengeschirr. Scheuer- tücher, Streichhölzer, Straßenbabnfahrten. Schulbedarf, Ee- werkschaftsbeiträge, soziale Versicherung. Steuern usw. Des- hol bgenügt es auch nicht, wenn das Statistische Reichsamt die Teuerungsstatistik nunmehr auf Bekleidungsgegenstände ausdehnen will. Nach meinen Schätzungen entfallen nach Einführung des Steuerabzugs z. V. in Eroß-Berlin nur drei Viertel der Kosten des Existenzminimums auf Ernährung Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung, ein volles Viertel aber auf alle sonstigen Ausgaben. Ein vierter Vorwurf richtet sich gegen die verspätete Veröffentlichung der Teuerungszahlen, und dieser Vorwurf kann in der Tat nicht laut genug erhoben werden. Wenn die Ergebnisse für Dezember, Februar, März und April erst Ende August bekanntgegeben worden sind, so gibt es dafür keine triftige Entschuldigung. Die Gemeinden liefern den statistischen Landesämtern die erforderlichen Unterlagen stets schon wenige Tage nach Ablauf des Verichtsmonats, und selbst das Preußische Statistische Landesamt. das bei der großen Zahl der ihm berichtenden Gemeinden hier mehr Ar- beit zu leisten hat als alle übrigen Landesämter und das Reichsamt zusammengenommen, hat feine Teuenrngszahtox immer schon wenige Wochen nach Ablauf des BerichtsmonÄs errechnet. Daß diese Zahlen dann aber monatelang lagent, bevor sie vom Reich veröffentlicht werden, ist ein unhaltbarer Zustand. Die Teuerungsstatistik des Reichs ist also methodolo» g i s ch durchaus befriedigend. Die Teuerungszahlen ermög- lichen einen Vergleich des notwendigen Aufwands der Min- derbemittelten für Ernährung, Wohnung, Heizung und Be- leuchtung in sämtlichen deutschen Gemeinden über 10 000 Ein- wohner. Zu fordern ist nur, daß die Zahlen künstig auch alle sonstigen lebensnotwendigen Ausgaben umfassen, und daß sie allmonatlich und ohne jede Verzögerung veröffentlicht wer- den. Es ist richtig, wir werden auch dann noch nicht im- stände fein, den„gerechten Lohn" zu erkennen. Aber wir werden doch diesem Ziele, von dem wir heute noch so weit entfernt sind, wesentlich näherkommen können. Fortbestehen der Mieterschutzgesetz- gebung In der Presse wird vielfach die Besorgnis geäußert, daß die be« stehende Mieterschutzgesetzgebung abgebaut und eine unbeschränkte Steigerung der Mieten zugelassen werden soll. Dies trifft, wie MTB. meldet, nicht zu. Eine behördliche Regelung der Mieten wird vielmehr noch lange notwendig sein. Es mutz dafür gesorgt werden, daß auch in Zukunft«ine Steigerung der Mieten nur insoweit zugelassen wird, als zur Deckung erhöhter Aufwendungen des Hausbesttzes für Unkosten und Verwaltung, insbesondere für öffentliche Abgaben, Gebühren und Reparaturen notwendig wird. Demgemäß bereitet das Reichsarbeitsministerium einen Gesetz- e n t w u r f vor, welcher die Bemessung der Mieten regelt und eine unberechtigte Steigerung der Mieten, auch für die Zukunft, verhindern soll. Die Einigungsämter sollen auch in Zukunft bestehen bleiben und die Entscheidung über die Höhe der Mieten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen behalten. Tschechoslowakische Maschinenttesernngen für Sowjetrußland. Die wirischastliche Mission Krassins hat soeben mit tschechoslowakisa>cn Maschinenfabriken Verträge auf Lieferungen von lanowirtsazazt- lichen Maschinen an Sowjetrußland abgeschlossen. Vom Dichte, zum Herrscher. Die Perkündung der italienilchen Regentschaft in Quarnero erfolgte unter begeisterter Te,lnahme der Bevölkerung. Nach einem feierlichen Akt wurde d Annunzio von der Menge zum ersten Regenten der Stadt aufgerufen. Italienisch« Konsumoereinsfiliale in Roßland.� Ab 1.«eptem- ber werden in Moskau, R« v a l und Ode ffa Filialen der italienischen Konsumvereine funktionieren, die°"�bene Ee- biete von russifch-italieniichen Hai�elsbeziehungen zu regeln haben. Neuwahlen in Griechenland. Die e�echische Kammer hat am Mittwoch ibre Arbeiten wieder ausIeiwmmem V° n i z- los er- ttätiä ftflnttttfct toctbc Slrueitcn itt uttßC3 rttfiT%hn Tnaen benbet haben. Sie werde hierauf ausgelöst wer- Ä'SK A.« OBS ber-?tung ihres Wahlkampfes völlig freie Hand haben wird. z ähne 4 u. 7 lNK. mit Frledenskaufsdiuk 5 Satire sdirlfilldie SoranIIe. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestallung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 llld. an. Spez.; Zähne ohne Säumen. Keine tmxuspreism Zahn-Praxis hatvanl« Daiui*» ,«»»» � «5eH� öitflges CLngeöot! 50 Damen-ßäte Filzkappe Aß 50 mli farbiger Steppgamlerung........... 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Deutsches Theater kla Uhr: Der Weibsteufel f llhr: Routeo und Julia Kammerspiele t>!,U.: Frllhlingo Erwachen t>!,Uhr! ivllchse d. Pandora Grones Schauspielhaus Karlftraye tV9 Uhr: Danton Machm.-Abt. D, 6. Vorstellung 7 Uhr: Danton(Auß. Abonn.) Ziles Sperettenhaus Direkllon Jean Kren r 01« Csikösbaronos. etetle in drei Akten nach einem Motio Petbfis von ifritz Srllndaum. Direktion Tarl Meinhard. Ziud. Beenauer Theater i. d. Königgratzer Str. Z Uhr: Oirftänbnls. MjßU.: Dauuteifter Solneß. Montag bis Donnerstag'-nd Sonntag: Daumeifter Solnest Freitag, Eonnabend und Mon- tag, 20. 0.: Erdgeist. Komödienhaus S Uhr: Der Viberpelz« �,8: Eine Nacht t. Paradies Berliner 3 Uhr: Wie einst Z: Der letzte Walzer. 8Gu-Theater ZU.:tFrauWarre«sOe«»erbe Sonntag bis Mittwoch 7�1, Uhr: Die Tänzerin (Leopoldine Konstantin) Donnerstag 7 U.: Peer Gynt Freitag bis Sonntag 7M, Uhr: Die Tänzerin Montag 7 Uhr: Peer Gqnt Deutsch. Nnstl.-Theater 3 Uhr:'yuamalion. Allabendlich 7% Uhr: Die SAidnugsrelse Inszenierung: Victor Palsi nrit Max Adalbert und Trade Hesterberg. Theater lStadtdahn Z-nnawigdrSchr, Untergrundbahn Slofterstratzei Täglich 8 Uhr: Die Freundin Sonntag 4 Uhr: DerStörenfried Rose- Theater zu.: Verflacht sei der«cher 7'/, Uhr: Die Hutten. '/.g Wao- Theater'/.8 Kuorp's sel Wwe Stg. 3>|, U.:«ebriidrr g»r» Kamrner-Tan, spiele Bülowstr. t, am Stollendarsolatz Tagl-ZUHr: Orientalisches Ballett «UU Äiomi Ben. Mlhalla-Tlieater Weinbergsweg 18-20 7-/, Uhr: Die JuteruMouale. Triauou- Theater CDahnhof Friedrichftraßel Untreu Äi: Der gute As Ihe es zu spat nützen Sie die r letsWi schönen im Germania-Pracht-Säle BERLIN N 4, ChaussseitrsBe 110 Jedan Sonntag Hossmanns Hoiööeutsche Sänger t Anfang 8 Uhr Beginn de-Konjerte» 6.30 Uhr aistl fulllti-lriulii Im weißen Saale von 4 Uhr ab aroSor Bali Tbeatcr« Kottbna.Tor Tel. MorlUplnt* 14814. Tägl: 71, 0. Honntag nachm. S EJtir: UteSHnger Bin thgen» Keaztrt orrk. II— 1>4 0.4—60. Neue Welt Arnold Scholz eafeahetde 108—444 Täglich Konzert und Vorstellung Dienstags» Mittwochs. Donnerstags u. Sonntags mmmm Groster Valla MMMM H�e«afteekflch, ist tägl-gellffn. Anfang wochentags � llge, Sonntags 4 Uhr. Tanzpalast Kömig ftadt-Kafino Holzmarktst. 72(am Bahn- Hof Iannowitzbrücke) rsgiies osii Wochrntag, 7>|, Uhr Sonntags 5 Uhr �•CirkusBusch-v Gebäude 8*/$ Sonntag 7Ms Gr.Spez.-Vorstellung In beide» D-rft. 1»lad frei. Salson-Btginn|g g in dem hmtigec Schlager! Er oder Er Das gr. Programm! Sonntags 2 Vorstellungen An die Abonnenten d. Spielzeit 1920-21 Es wird nochmals darauf hingcwicscu.dab daS u�urAbonne- meul(1920-21) bereits am 3 September mit den Aufführungen von.Danton' begonnen hat. Die Direktion bitter, Säulen» anschläge uud Z.'itunastnscrate hinsichtlich der Reihenfolge der Abonnemcntsoorstcllungen genau zu beachten, damit ein Verfallen von Abonnemeut-Billels infolge Versäumnis der Vorstellungen vermieden wird. Apollo- Theater Frirdvtchstr. 248. 7s-U.:MetstndeleW ÖUUUUssaU sowie weitere 10 Septcmdcrfenfationen Sonntags S'/t IX, 1 Kind frei. BS Komödienhaus Schiffbauerdamm 25 vis a vis Reichstag in>P}rtf(höHfln Stahldraht. lawllitycntu, Matratzen. Kinderbetten, Polster an jeder« mann. Katalog frc � Elle»- «ntibelfadrill Suhl i. Thür. Theater«»Rollendorfplatz Eröffnung der Winterspielzeit u Leitung: Herman Haller !|llil>l>>llll!lllll!!!llllllllllllllllll!!l!llllllllllllllll!lllll!!!!lill!l!llli»l!llillllll!lljllllli Täglich abends 7 Uhr Der große Operetten-Erfolg: Allabendlich VI, Uhr Operetteng astspirl: Walter Bro««e 5türmlscker»elterkeitserfolgl Eine Rächt im Paradies Operette von Walter Dromme BV Ausschneiden! Sondervergüustiguug für die Abonnenten der„Freiheit' gilti, für 1 di»« Prrfoi~''" II. Ziang�Zalkon.. 5.— M. II. Rang, l__ 5. Aeihe 6— M. 1. Rang-Balkon... 0.— M. I. Rang-MiUelloge. 10.— W. �onen bi« 22. s-ptrmdrr(außer Sonntag») I. Rang-Fautcuil(2. Reihe)......... 12.— M. I. Parket«>, abend». .•-.''''••'''-'.>i<••■- v Stimmen der Presse: 18 ab» Mittag, blatt: E- wird heut- wohl in«erlw in keinem Thealer auf dem«ebiete der Operelt« A-Hnliche, geleistet. Tageblatt: Da, war wieder ein Schritt porwärt,— ein dauernde, Erfolg wird-» sicher«der oiele Bühnen führen. Alciit«, Journal: Man muß da» Werk gesehen haben, wenn i man von der heutigen Operette sprechen will. I Ausschneiden I lÄÄ'Krtö.": gültig vom 13. bis 15. Sept. für 1—6 Personen. Nur Wochentags Preise der Plätze: ll. Nanz Tribüne.. 5.— M. I. Rang.... 10.— W. II. Rang....... M. I. Rangbalkon 12.— M. M. Aangbalkon... 7.— M. Parkett-Fcutt.. 16.— M. Die Lustbarkeitssteuer ist in diesen Preisen einbegriffen. Bnrnrvkn.f«Sgl. n. 10'i,-l Uhr«x. am Tag- i«? B-rft-ll.».« Uhr ab. T CAFE rnvou Chaussee-Straße 25 Neu renovlerll Täglich ab 7 Uhr, sowie Jeden Sonntag i|2 4 und ijsS(Ihn 2 große Konzerle mit ERICH CAROW Deutschlands bester Untvarsal- exzentrik-Kapellmelster TRIANON-THEATER Qeorgenstrasse:: Am Bahnhof Friedrichstrassc Täglich 8 Uhr DßF SFOSSG EFfOly I Täglich 8 Uhr Untreu mit Hans! Arnstädt als Gräfin Clara. tkiano>.!hb\iek Aosscltnelden. Tkit4>t»i.Tiii Utt Sondervergünstigung für die Leser der„Freiheit" Nur gültig für 1—6 Personen vom 12. bis 20. September | Auf allen Plätzen 50°/© Ermäßigung Ausgabe der Billetz an der Abendkasse II ab 7 Uhr Iriaiioii-IMr. WiiiÄtelliinSEii bei MtM eruiäüeii Preisen Heute Sonntag 4 Uhr:„Der gute Ruf" von Sud rmann Mittwoch. 4 Uhr;„Rotkäppchen und der Wolf" Sonnabend, 4 Uhr:„Rotkäppchen und der Wolf" Sonntag, 4 Uhr:„Der gute Ruf* von Sudermann Auch für diese Vorstell tmifea tfewährt der obige Schein auf che ermäßigten fl Preise 60 pCta Naohlafl,— Billett&nsgiik« ru jeder Vorstellung ab 3 Uhr.| ■! S 1 ,1 I (i I Nr. 380 Theorie und Praxis der KPD. O. E. Die politische Atmosphäre ist ereignisschwanger. Junenpolitisch drohen Gefahren. Im Kampfe Sowjetruh- lo nds gegen den Entente-Zmperialismus steht das deutsche Proletariat an der Seite seiner russischen Brüder. Weih es doch, dah nur die Ueberwindung des internationalen Aus- beutertums auch seinen Sieg garantiert. Die wirtschaftliche Krise im Innern Deutschlands erweist sich mehr und mehr als unheilbar. Auf Kosten der Arbeiterklasse soll die Nestau- ration des kapitalistischen Wirtschaftssystems erfolgen. Die �Reaktion steht eng verbündet. National und international. Welcher klassenbewuhte Kämpfer um die Befreiung der Aus- gebeuteten wolle fim der Erkenntnis verschliehen, dah auch die Einheit.)a, man darf sagen, nur die Einheit des P r'o l e t a r: a t s die Gefahren paralysieren kann, die der Arbeiterklasse drohen. Nur die zusammengefahte und konse- Plent angewandte Energie des Proletariats vermag gegen- über den starken Abwehrpositionen der Bourgeoisie den Sieg Zu erringen. Die Klassengegensätze haben sich aufs Aeuherste Zugespitzt und nur geschlossenes Handeln wird das Proletariat vor Niederlagen bewahren. Diese Erkenntnis ist im Laufe der Revolutionszeit in den Proletariermassen >mmer mehr erstarkt. Da ist es nun interessant, dieTaktikderKommuni- st i s ch e n P a r t e i zu betrachten, die die gegenwärtige Situation parteipolitisch auszunutzen bemüht ist. Es wird gewih immer ein Verdienst sein, neue Erkenntnisse dem proletarischen Klassenkampfe voranzutragen. Aber von leiten der U. S. P. wurde schon immer darauf hingewiesen, wie verwirrend die neueste Parole der Kommunisten ist. der tin nur zu durchsichtiges Mäntelchen angeblicher Klarheit umgehängt ist. P o l i t i f ch e Arbeiterräte sollen ge- schaffen werden, um das Proletariat zur Einheit zusammen- Zuschweihen, um die Zerrissenheit der deutschen Arbeiter- bewegung auszugleichen, um die letzte Phase des Kampfes um die Macht einzuleiten. Ohne diese direkte Absicht könnte ju die Parole der Arbeiterräte überhaupt keinen Sinn haben. Freilich ist es leicht, zu beweisen, dah gegenwärtig die poli- tischen Arbeiterräte völlig unwirksam sein müssen. Der Kampf um die strikte Einhaltung der Neutralität, der Kampf gegen das weihe Polen, die Unterstützung Sowjet- ruhlands kann augenblicklich nur getragen werden durch die Aktion der Partei und der Gewerkschaften und durch die Zusammenfassung der Betriebs« räte, um die wirtschaftliche Kraft des Proletariats in die Wagschale der Ereignisse zu werfen. Auch innerpolitisch bleibt keine andere Möglichkeit, als die organisatorische Ein- heit des Proletariats aufzurichten, deren Ziel und Inhalt von den programmatischen Forderungen der ' U. S. P., wie sie in ihrem Leipziger Aktionspro- g r a m m festgelegt sind, bestimmt werden müssen. ' Noch stehen wir nicht vor dem Endkampf, noch befinden wir uns in Deutschland in der Epoche intensivster Vorbereitung. Politische Arbeiterräte würden schon deshalb eine llnmög- \S Uchkeit darstellen, weil sie sich in diesem Augen- blick nur auf Teile der Arbeiterschaft stützen |>. könnten, weil sie so nur eine neue Konkurrenz- formation bestehender Organisa'tionen sein �würden.— Schon beweist es die Praxis. Was im Leipziger Achtionsprogramms der 11. S. P. festgelegt ist, nämlich, daß die Errichtung politischer Arbeiterräte nur der K u l m i n a« tionspunkt bei der Eroberung der politi- s ch e n M a ch t sein kann, das wird ja auch durch die Leitsätze ganz besonders unterstrichen, die auf dem zweiten Kongreh der Kommunistischen Internationale angenommen worden find. Da wird mit aller Schärfe ausgesprochen, dah die Ver- suche einzelner kommunistischer Gruppen, politische Arbeiter- räte zu schaffen, die keine breiten Arbeitermassen umfassen und die daher in den unmittelbaren Kampf um die Macht nicht einzutreten vermögen, nur die wirkliche revo- lutionäre Vorarbeit des Proletariats chädigen.„Derartige künstliche treibhausartige Sow- ets verwandeln sich bestenfalls in kleine Propagandagesell» chaften zugunsten der Sowjetmacht, schlimmstenfalls aber 'onncn solche mihratenen Sowjets nur die Idee der Sowjet- macht in den Augen der breiten Volksschichten kompro- mittieren". so heiht es in den Moskauer Leitsätzen.— Bieten dafür die Verhältnisse innerhalb Deutschlands nicht den aller- ' besten Beweis? Wenn überhaupt die Parole zur Schaffung 1. Beilage zur„Freiheit" von politischen Arbeiterräten gegenwärtig breiteren Reson- nanzboden fände, dann wäre die Eroberung der poli- tischen Macht gegenüber dem gesamten Bürgertum un- bedingt nötig.... Im besten Falle würde aus der Errichtung politischer Ar- beiterräte eine Konkurrenzorganisation gegen- über der zusammengefahten Wirksamkeit der Betriebsräte. Um dies zu begreifen, braucht man noch nicht einmal die Erfahrungen der Revolutionszeit in Rechnung zu ziehen, die den klaren Beweis erbringen, dah politische Arbeiterräte ohne politische Macht eine Farce darstellen. Dies bestätigen wiederum die Leitsätze der kommunistischen Internationale. Es wird in ihnen auf die Erfahrung in Ruhland im Jahre 1916 bei Beginn des neuen revo- lutionären Aufstieges hingewiesen, und darauf, dah die Bil- dung von Arbeiter-Sowjets nur in dem Moment angebracht ist, wenn die Revolution bereits begonnen hat und wenn der unmittelbare Kampf um die Macht aufder Tagesordnung stehen wird. Punkt 8 der Leitsätze lautet: „Die angeführten Tatsachen zeigen, daß zur Schaffung von Sow- jets bestimmte Vorbedingungen erforderlich sind. Arbeiter-Sow- jets organisieren und sie in Sowjets von Arbeiter- und Soldaten- deputierten verwandeln darf man nur bei Vorhandensein von fol- genden drei Bedingungen: a) eines revolutionären Massenausstieges unter den dreitesten Kreisen der Arbeiter und Arbeiterinnen, von Soldaten und der werktätigen Bevölkerung überhaupt: b) einer derartigen Verschärfung der wirtschaftlichen und poli- tischen Krisis, dah die Macht den Händen der früheren Regierung zu entgleiten beginnt: c) wenn in den Reihen von bedeutenden Schichten von Ar- beitern und vor allem in den Reihen der Kommunistischen Partei die ernste Bereitschaft ausgereift ist, einen entschiedenen und syste- matischen und planmähigen Kampf um die Macht zu deginnen." Mit vollem Recht wird aus den angeführten Tatsachen ge- folgert, dah bei Fehlen der Bedingungen die Idee der politi« schen Räte systematisch und beharrlich propagiert und in den Massen popularisiert werden muh, dah den weitesten Schich- ten der Bevölkerung der Beweis erbracht werden muh,„dah die Sowjets die einzig zweckmähige Form des Staates als Uebergang zum Kommunismus sind. Aber die unmittelbare Organisierung von Sowjets bei Mangel der oben ange- gebenen Bedingungen ist unmöglich". Wie angesichts dieser theoretischen Erkenntnisse unter Hin- weis auf die„Arbeitsgemeinschaft der Legien und Konsorten mit den Unternehmern" gegenwärtig eine eigene Kampf- organisation gefördert wird, ist eben ko unklar, wie vieles, was die Praxis der K. P. D. auszeichnet. Denn es bleibt natürlich Demagogie, wenn in den Leitsätzen zur Schaffung von Aroeiterräten auf dem zweiten Kongreh der kommuni- stischen Internationale auch die sogenannten rechten Führer der Unabhängigen aufmarschieren, die angeblich die Arbeiter- räte durch eine Verkoppelung mit bürgerlichen Parlamenten sabotieren wollen. D a s ist längst zum Fundament jeglicher Betätigung der U. S. P. geworden, den bürgerlichen Parla- mentarismus durch das Rätesystem in politischer und wirt- schaftlicher Beziehung zu ersetzen, der kapitalistischen Schein- demokratie die Diktatur des Proletariat« ent- aegenzufetzen, wobei freilich nichtdieDiktatureiner kleinen Schar von Proletariern Über die MaffendesProletariatsgemeintseinkann. Es ist interessant, die Theorie und die Praxis der K. P D in Vergleich zu ziehen. Tut man das. so entdeckt man eine seltene Fülle von Demagogie. Man erblickt den Versuch par- teipolitischer Geschästemacherei durch die Herausgabe immer neuer, angeblich klarer, in Wirklichkeit aber höchst ver« worrener Parolen. Man entdeckt zu gleicher Zeit, dah in beZU auf die politischen Arbeiterräte die Tätigkeit der w�auf vtm Anklang steht mit den diesbezüglichen Leitsätzen, die auf dem zweiten Kongreh der kommunistischen Internationale angenommen wurden. Dessen sollten auch die Arbeitermassen eingedenk sein, die in nur zu begreiflichem Drang das ungeheure Glend, das die Zeit auf sie häuft, so bald als möglich abschütteln möchten. Voll revolutionärer Energie, aber nüchtern und zielNar müssen die zukünftigen Kampfe gefuhrt werden. Der revolutionäre Wille m u h auf d er Basis des politisch Möglichen e i n g e st e l l t s e, n, und wenn so die U. E. P. den Erfor- Sonntag, 12. September 1920 dernissen aller Kampfchancen Rechnung trägt, dann werden wir zweifellos viel eher zur Errichtung politischer Arbeite« rate, zur Herrschaft des Proletariats kommen, als wenn wir Zersplitterung und Wirrnisse he« aufbeschworen. Wo stehen die Eisenbahner? )ie Bedeutungslosigkeit der gelbe» »Großorganisationen" Unser Genosse Breunig, bekannt als genauer Kenner der E i s e n b a h n e r b e w e g u n g und Vertrauensmann der Eisen« bahner, versendet einen Artikel an die Presse, worin er die ssiraae unteriucht, wo im gegenwärtiaen Kampfe für Sowjetruhland und gegen das nach einem Gewaltfrieden lüsterne Polen die Eisen- bahner stehen. In der bürgerlichen Presse werden fort- während die gelben Eisenbahnerorganisationen, die die Trans« portkontrolle zu hindern suchen und sich als Hüter der„Staats- autorität" aufspielen, gegen die freigewerkschaftlich organisierten Eisenbahn er ins Treffen geführt. Man bedient sich dabei der wissentlich falschen Behauptung, jene gegen die Transportkontrolle arbeitenden Verbände seien mächtige Organisationen von großer Mitgliederzahl, womit dem gläubigen Spießer der Schluß nahegelegt wird, diese Masse der Eisenbahner lehne die Transportkontrolle ab und werde von einer „kleinen radikalen Minderheit terrorisiert", um in der Sprache der Richtswisser und unverantwortlichen Gesellen zu reden, die die bürgerliche Presse vollmachen. Dazu schreibt nun Breunig u. a.: „Das„Acht Uhr-Abendblatt" vom Sonabend, den 4. September d. I. läßt die, neben dem Deutschen Eisenbahner-Verband be- stehenden drei Eisenbahner-Organisationen samt und sonders als Eroßorganisation ausmarschieren, die bereit seien, der Regierung gegen die Forderungen der freigewerkschaftlich organi- sierten Eisenbahner den Rücken zu steifen. Es werden vom oben genannten Blatt als Eroßorganisation bezeichnet: 1. Die„Reichs- gewerkjchaft der Eisenbahnbeamten", hervorgegangen au« dem bankrotten„Eisenbahnbeamten-Bund", bestehend aus einem Kon- glomerat sich gegenseitig bekämpfender Fachgruppen. 2. Der an- geblich farblose„Allgemeine Eisenbahner-Verband" fA. E. V.l. dessen Generalsekretär Herr Oswald Riedel ist. S. Die christliche „Gewerkschaft deutscher Eisenbahner" sG. d. E.). Es dürfte für die Oessentlichkeit von Interesse sein, etwas näheres über da» Stärkeverhältnis der Eisenbahnerorganisationen zu erfahren, um zu wissen, was von den Prahlereien der drei obengenannten Or- ganisationen zu halten ist. Die oben kurz skizziert«„Reichsgewerkschaft der Eisenbahnbeamte n", für deren gewerkschaftlichen Cha- rakter noch keine Beweise vorliegen, ist nicht als eine Zentral- organisation anzusprechen, sondern stellt einen losen Bund von Fachorganisationen dar, über deren genaue Zahl eigent- lich niemand recht Bescheid weiß. Zu Beginn vorigen Jahres war ihre Zahl 65, ob es heute mehr oder weniger sind, kann man mit Gewißheit nickt feststellen, weil ständig Neu- und Umbildun- gen stattfinden. Die Namen der Organisationen richten sich in der Regel nach der Dienst- oder Amtsbezeichnung. Daraus kann man ersehen, welchen Kampfwert diese„Großorganisation" hat. Das Ergebnis der Betriebsrätewahlen der Eisen- bahner für das ganze Gebiet der Reichseisenbahnen, das jetzt endgültig vorliegt, gibt uns Gelegenheit, über die Stärk« der beiden anderen Organisationen genauere Feststellungen zu machen. Die Eisenbahner haben, wie vorweg bemerkt werden muß, nebe« den örtlichen Betriebsräten einen Aufbau von Bezirks- raten für vre Bezirke der Eijenbahndirektionen und Haupt« betrieb sräte für die Gebiet« der sieben Zweigstellen de» Reichsverkehrsministeriums. Die Wahlen zeitigten für die be- teiligten Organisationen folgendes Gesamtergebnis: Es haben erhalten: Deutscher Eisenbahner-Verband rund Z5V ODO, Gewerkschaft deutscher Eisenbahner rund 66 000. Allgemeiner Eisenbahner-Verband rund 40060 Stimmen. Der deutsche Eisenbahner-Verband überragt die beiden anderen Organisationen, die zusammen rund 106 000 Stimmen erhielten, um 250 000 Stimmen. Aus die Hauptbetriebs» rate in den sieben Zweigstellen entfielen 168 Mandate, davon erhielten: D. E. B. 13». E. d. E. 25, A. E. V. 4 Mandate. Auf die Bezirksbetriebsräte bei 10 preußischen Eisenbahndirektionen entfielen 376 Mandate, davon erhielten: D. E. V. 293, A. E. V. 44 und die G. d. E. 32 Mandate. .Der Deutsche Eisenbahner-Verband hat in allen Hauptbe« triebsräten und in den Bezirksbetriebsräten bei 18 preußi« schen Direktionen die Führung. Nur im Bezirk Essen ging durch die Schuld der„Unionisten", die ein Mandat erhielt, der Vorsitz im Bezirksbetriebsrat an die Christen verloren. Wenn man berücksichtigt, daß der Allgemeine Eisenbahner-Ver- band sich nur auf preußisches Gebiet erstreckt und nur in drei Be- zirken(Berlin, Halle und E. D. Osten) als Höchstleistung 21 bi» 23 Prozent in zwei Bezirken(Kattowitz und Frankfurt a. M.) 15 und 10 Prozent und in den übrigen 14 preußischen Bezirken durch« Hexenprozesse in alter und neuer Zeit Von PeterPanter. Es gibt ein dickes zweibändiges Werk von Soldan-Heppe„Ge- 8 schichte der H-xenprozess«".(Neu herausgegeben von Max Bauer. Georg Müller, München.) Mit Druckerschwärze gedruckt. MU Blut geschrieben. ,,,,.— Es gab größer« Roheiten, aber es gab wohl kaum auf der Welt «ine kältere Grausamkeit als in diesen alten Protokollen der Sexenprozesse.„Wird gebunden, winselt: könn?gen. soll ich lügen? Oh weh. oh weh liebe Herren! Bleibt auf der Verstockung. Der Stiefel wird angetan und etwa» zugeschraubt. Schreit: Soll ich denn lügen, mein Gewissen be chweren. kann \ hernach nimmer recht beten! Wird w-.t-r»ugelchr�bt h-ult lömmerlich." Und dies war eine Frau, die ,m Jahre 166- Sßlingen auf der Folter lag.>,,, Ihr wißt doch, wie's war: Auf der schmalen Grundlage der wirklichen Existenz von hysterischen Frauen und neurasthen.schcn Männern, auf der Grundlage, daß«s Religionsreformatoren gab >ie das heilige Dogma und die heilige Kasse Roms störten, baute stch der Glaube an die Hexen in Europa ausi Was im Leben oerquer gehen mochte: die Hexen waren daran schuld. Und bei einem solchen Hexenprozeß kam mancher mit manch«!! Kosten. Die Wichtigmacherei von Aem ern. d'« B°tonung des ÄÄtv?£ Indern daß keiner— Richter nicht und Zuschauer m � � �Nfetzliche empfanden, wenn ein zerfolterter Stumpf �Urm in Schweiß. Blut und Dreck sich die letzten Schre�advr��. t£3 ist ja nicht wahr, wenn heute der liberale Eechch I> entschuldigend hinzufügt, die Richter d.eser ge"°°�n Wahn ihrer Epoche befangen gewesen. Menschenleid.st zu allen Zeiten dasselbe gewesen, und wer es nichtgefuhth. chm ans Her, klopfte, hatte das Ichlimmste L°> r. d°s W-,,e. Religionsstsster und Ethiker kennen: d,e Trägheit des Herzens. «linde wurden gefoltert, lallende Greife und kleine Ki�er. mehr *ls einmal ist es vorgekommen, daß IchwangerenSexen f Holzstoß das Kind aus dem Leibe sprang: und l�endein schw z talariger Schuft saß dabei und blätterte gleichmutig rn seinem „Hexenhammer", wie das widerwärtigste und hinterhältigste Pro- Zfßbuch aller Zeiten hieß. Das Urteil der Geschichte über die Sexenprozesse. die übrigen, vorwiegend die katholische Kirche be- lasten, ist fertig. Aber die Knochen der Geschundenen, verscharrt oder verbrannt, find dahin, und keine Sekunde Qual und kein Tropfen Todesschweiß kann durch dieses Urteil der Geschichte aus- gelöscht werden. Die Peiniger hören es nicht mehr, zu ihren Lebzeiten waren es große Herren, und das Ganze wäre vergraben und vergessen-- Wenn wir heute nicht die Militärjustiz hätten. Wenn nicht heute— seltsam umgekehrt, aber im Grunde gleich- artig— dasselbe Schauspiel noch einmal ausstieg«: gequälte und getötet« Menschen und befriedigt grinsend« Quäler. Zu Beginn der großen Zeit haben wir Bücher, Broschüren und täglich zweimal die Presse über uns ergehen lassen müssen, die da predigten, so etwas Aufgeklärtes, Fortgeschrittenes, Wertvolles wie die Deutschen unsrer Zeit gäbe es überhaupt nicht mehr. Die deutschen Militärprozesse der Gegenwart find umgekehrte Hexen- Prozesse. Die Tatsache, daß ein politischer Gefangener, der das Unglück hat, in die Hände der Reichswehr zu fallen, vogelfrei und rechtlos ge- worden ist, bekümmert hierorts kein Gemüt. Ein sausendes Koppel- schloß, kalte und verschmutzte Zellen, halb ausgehungerte Men- schen, die vor einem uniformierten Monokelmann zwecks Her- stellung eines Geständnisses angebrüllt werden— hier ist reines Mittelalter. Denn das verstehen wir ja darunter: daß alle an dem Zweck denken, aber keiner an das Individuum. Di« Pfaffen und ihre Richter im Mittelalter hätten schön getobt, wenn einer etwa ihre Mütter oder ihre Schwestern so zugerichtet hätte, wie sie es mit ihren Hexen taten. Nur wäre ihnen eben ein Vergleich gar nicht in den Sinn gekommen. Es waren ja nur Hexen... Es find ja nur Sozialisten... Kommt bei den modernen Mili- tärgerichten noch der verderbliche politische Zweck hinzu, der doppelt verwerflich ist, weil man den Haß unter dem Paragraphen ver- birgt, so- verschiebt sich der Vergleich zwischen Gegenwart und Vergangenheit zugunsten der alten Zeiten. So wie das Prozeß- und Exekutionsverfahren gegen die Hexen völlig einseitig war(der Untersuchungsrichter war letzten Endes überhaupt an keine Be- stimmung gebunden), so dünkt dem deutschen Normalgehirn jedes Mittel gegen die Landesfeinde recht, die er neuerdings„Bolsche- wisten" nennt. Das Wort ist neu. Der Begriff ist alt. Gemeint ist also ziemlich alles, was nicht deutschnational ist oder dem Zen- trum angehört(selbst der große Haufe erzkonservativer Juden, die bei der Demokratie stehen, gelte« dem deutschen Bürger als revolutionär). Wo ist ein Unterschied zwischen dem Hexenprozeß in alter und neuer Zeit? Die von früher waren ehrlicher. Sie legten sich gar keine Scheu aus, sie taten auch nicht so als ob— sie zerquälte». vergewaltigten, zerschnitten und zerprügelten, was ihnen als ver- dächtig eingeliefert wurde. Wir sind vornehmer geworden, wir haben Paragraphen. Wir haben eine Justitia, die, mit Binde und Wage abgebildet, das Werk der Militärrichter krönt. Und die haben gute Nerven, weil sie ja die Qualen, die sie verhängen, oder deren Ausübung sie durch ihren Freispruch der Kameraden be- günstigen, nicht mitanzusehen brauchen.„Ein Weib in Düren, das in wiederholter Pein standhaft leugnete, blieb, mit ungeheuren Beingewichten beschwert, an der Schnur hängen, während der Vogt zum Zechen ging: als er wiederkam, hatte der Tod die Arm« von allen Qualen erlöst. Diesem Vogte fehlte indessen die Geilie»> stärke, mit der man sonst in solchen Fällen behauptete, daß der Teufel sein Opfer geholt habe: er wurde wahnsinnig. Die Mar- burger Richter werden ihren Verstand, soweit das Militär einen solchen duldet, behalten... j Die vollkommene Nichtachtung der Menschenleben kennzeichnet die Epoche des mittelalterlichen Blutrausches. Ganze Geschlechter durchtobten ihre Zeit, hypnotisiert von-,ner Idee: von der Idee des Hexenwahns. Sie sahen kein Blut und keine Schwären, keine aufgetriebenen Frauenleiber und ke.ne zerbrochenen»eine- sie sahen nur die Idee. Unsere sehen ke ne Marburger Arbe. erle.ch-n, keinen Hans Paasch-, keinen Schottlander ke.ne Matrosen ke.ne Frauenleiche im Wasser- st« sehen nur ihre Idee. D.e Idee der absoluten Herrschaft eines verblödenden und rohen Militarismus (jeder Mann sein eigener Feldwebel!)- die Idee Ludendorffs. Di« Geaner der Hexenprozesse wurden als Zauberer und Ketzer verschrien erkommuniziert, verhastet und verbrannt. Die Gegner der Militärjustiz werden al»„Bolschewisten" verschrien, verhastet und ermordet. Di« Hexenprozesse haben aufgehört, als sich eine neue Erkenntnis 1 in den Köpfen Bahn brach. Die Miltärprozesse dieser Schand« justiz werden aufhören-- i Wann werde« st« aufhören?, � 1 schnittlich n Prozent der aLgegeLenen Stimmen auf seine Listen vereinigen konnte, so wird man die Bedeutungslosigkeit dieser Organi ation und das Maulheldcntum ihres„General- sekretärs" Riedel richtig einzuschätzen wissen. Die Großmannssucht des letzteren steht im umgekehrten Verhältnis zu dem Wachstum seines Verbündchens, dessen rapide RLckwärtsentwicke- l u n g ihn anscheinend bestimmt, sich als berufener Hüter der Ver- fassung aufzuspielen und bei den Stellen in empfehlende Erinne- rung zu bringen, die in der Lage sind, seinen Ehrgeiz durch lleber- nähme in ein Rcgierungsamt zu befriedigen. Als freiwilliger Negierungs- und Hofrat hat sich Riedel schon immer mit bejonde- rem Eifer zum Schaden der Eiscr�ahner betätigt. Die„Gewerkschaft deutscher Eisenbahner" hat, wie die Betriebs- rätewahlen deutlich gezeigt haben, ihre Domänen in den„schwar- zen Bezirken. Im Direktionsbczirk Essen erzielten die Christen bei der AZahl zum Hauptbetriebsrat das beste Ergebnis. Dort konnten sie 40 Prozent der abgegebenen Stimmen auf ihre Listen vereinigen. Sie erhielten ferner in Preußen: Bezirk Köln 28 Prozent, Bezirk Münster 27 Prozent, Bezirk Trier 2S Prozent, in den übrigen 12 preußischen Bezirken durchschnittlich 3 Prozent der abgegebenen Stimmen. jXm Bezirk Berlin hatten sie keine einzige Stimme und in den Bezirken Halle und Magdeburg noch nicht einmal 1 Prozent der Stimmen erhalten. In S ü d- deutsch! and standen dem„D. E. V" nur die Christen gegenüber. Letztere erhielten: In Baden rund 38 Prozent, Württemberg 28 Prozent und in dem katholischen Bayern nur 18 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auch diese Organisation konnte, wie sich aus vorstehendem Resultat ergibt, nirgends eine größere Bedeutung erlangen. In Mecklenburg gehören alle Betriebsratsmitglieder dem D. E. V. an. In O l d e n b ur g und Sachsen besitzt der D. C. B. die übergroße Mehrheit. Nur die Christen sind mit wenigen Man- daten vertreten. Der D. E. V.- mustert im Gebiet der Reichseisenbahnen neben den Mitgliedern der Haupt- und Bezirksräte noch ein Heer von rund 20 000 Betriebsratsmitgliedern und Betriebsobleuten in den örtlichen Dienststellen, gegen rund SOOO Betriebsratsmitglieder der gegnerischen Organisationen. Der D. E. V. wird auf dem Betriebsrätekongreß durch S6 Delegierte ver- treten sein. Genosse B r e u n i g klagt darüber, daß trotz dieser Tatsachen noch immer sozialistische Arbeiter dem Allgemeinen Eijenbahner-Verband angehören. Er schreibt: „Leider mutz festgestellt werden, daß eine Anzahl Genossen der S. P. D., ll. S. P. D. und K. P. D. noch in dieser Organisation, zum Teil sogar in führenden Stellen zu finden sind. Man.sollte annehmen, daß diese Genossen längst selbst eingesehen hätten, daß ihr Verbleiben in einer Organisation, die nach allem, was man bisher von ihrem Riedel gesehen und gehört hat. als„gelb" be- zeichnet werden muß, mit ihrer Solidaritatspflicht als Sozialisten unvereinbar ist. Es ist endlich an der Zeit, daß die sozialistischen Parteien in dieser Beziehung reinen Tisch machen." mich gezwungen, zu erklären, daß eine kommunistische Republik auf der Basis eines streng zentralistischen Staatskommunismus und unter dem Zwang einer eisernen Diktatur einer Partei mit einem Mißerfolg enden muß." Das ist auch meine feste Neberzeugung. Berlin— Moskau Von Fritz Mllller-Weißens«. Ich habe die Bestreitung der geistigen Unkosten bei den Partei- debatten gerne berufeneren Federn überlassen. Aber in dieser Frage bin ich wohl auch berufen, ein Wort mitzureden. Denn, wenn man einige dreißig Zahre in der sozialistischen Bewegung steht und davon etwa di4 Hälfte Jahre in der kommunistischen Bewegung, dann ist man gewissermaßen Sachverständiger in der uns jetzt bewegenden Frage. Es ist noch nicht allseitig erkannt, daß diese Frage keine Frage des Prinzips, sondern eine rein taktische ,�rage ist. Es ist keine Frage zwischen Kommunismus und Sozialdemo- kratie, sondern es ist der Gegensatz zwischen dem Herzen und dem Verstand, zwischen der revolutionären Phrase und der nüchternen Wirklichkeit. Man kann den Kommunismus nur psnchologisch be- g«»kfen. und darum ist es ganz unmöglich, ihm versstandesmähig zü Leibe zu gehen. Das können nur die Jahre mit ihrer größeren Erfahrung, mit ihrer größeren Menschenkenntnis besorgen. Das Herz der Kommunisten in Ehren. Aber wehe der Partei, die mit den Herzen Politik machen will. Und das tun unsere kommunistischen Freunde. Aber das ist falsch. Da ist ein alter Bremser oft ein sehr nützlicher Funktionär, damit der wilde Bursche mit der revolutionären Peitsche in der Hand den Parteikarren nicht in den Abgrund jagt. Nur ist mir nicht klar geworden, wie der Genosse Däumia in die Gesellschaft hineingeraten ist. Man kann doch bei ihm wohl kaum sagen, daß es daran liegt, daß er erst spät mit dem Sozialismus Bekanntschaft gemacht hat und nun seine erste stürmische Liebe feiert. Es müßt« sehr interessant sein zu erfahren, wie sich Däumig und seine Freunde mit der Näteidee abfinden werden, um derent- willen sie ja auch die Partei zerschlagen wollten. Moskau hat die Näteidee, von der unsere Moskaujünger sagten: All« Macht den Räten I in die Ecke gestellt, und die reine Partetdiktatur an seine Stelle gesetzt. Vom Antiparlamentarismus zum Parlamen- tarismus, vom Rätesystem zur Parteidiktatur. Und diese schwan- kenden Gestalten wollen uns Bannerträger sein? Die Welt hat nur Achtung vor Prinzipienfestigkeit und Konsequenz, nicht aber vor solchen Moskauer Hospredigern. Da ist man ja völlig aus- »eliefert einer Diktatur der Erundfatzlosigkeit. Da muß man wahr- lich bald beten: Kautsky, verlaß uns nicht; du bist uns der ruhende Pol in diesem Jdeenchaos! " Wenn es in dsn Moskauer Evangelien heißt:„Die kommunisti- sche Partei unterscheidet sich von der gesamten Ärbeitermasse dadurch, daß sie eine Uebcrstcht über den ganzen historischen Weg der Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit hat", so habe ich kein Wort für eine solche Anmaming. Auf Schritt und Tritt begegnet man diese Geist in den Thesen, die man uns da als die alleinseligmachende heilige Schrift anpreist. Etwas mehr Selbstkritik und etwas besseren Geschmack hätte man dort auch von Moskau verlangen können. Dort scheint es mir so zugegangen zu sein: Lenin und seine Hohenpriester haben das retorische Instrument meisterhaft gespielt, und die andern haben schülerhaft-andächtig zugehört. In Deutschland wäre so etwas aber doch wohl kaum möglich. Ob diese Taktik der Diktatur für Rußland notwendig ist. darüber find die Russen kompetent zu urteilen. Aber das weiß ich: für Deutsch- land und Westeuropa ist diese Taktik eine Unmöglichkeit. Wem die Freiheit kein leerer Schemen Ist, der muß das Diktum von Moskau ablehnen. Was für Rußland gut ist, taugt für Deutsch- land noch lange nicht. Das Moskauer Diktum trägt die Reaktion schon im Balg. Ein Menschenalter hindurch haben wir gelehrt, daß sich Eewaltsysteme auf die Dauer nicht aufrecht erhalten lassen. Von dieser Ueberzeugung lassen wir uns mich heute noch leiten. und darum lehnen wir die kommunistischen Eewaltexperimcnte ab. Man belügt sich selbst, wenn man sagt, die Massen sind reif, und die Führer sind es nicht. Ach nein, so ist es leider nicht. Wäre es so, dann wären die„unreifen" Führer bald hinweggefegt. Wenn man so fünfunddreißig Jahre Parteibewegung hinter sich hat, dann hat man schon manches erlebt und auch gelernt, Welt und Menschen zu beurteilen. Das sollten sich unsere iungen Freunde sagen lassen. Die Allen mit dem Rat und die Junaen mit der Tat. Wenn wir so im Einklang handeln, dann, bin ich überzeugt, kommt auch etwas Brauchbares heraus. Es ist meine seste Ueüerzeuguna: Moskau und der Kommunis- mus werden bald eine Episode iein, und ich freue nuch schon auf den Augenblick, wo wir unsere Freunde wieder von der Revolu- tionoromantit genesen in unserem Kreist begrüßen können. Und der Augenblick kommt. Wer lernen will, kann an meiner und meiner Freunde Entwicklung lernen. Wir waren alle früher gc- waltige Beherrscher des Zunarn-R. und die Analen der Plötzen- seer Bastille tragen auch meinen Namen. Aber die zunehmende Erfahrung hat einen dauerhaften Umschwung herbeigeführt. Die „Kinderkrankheit des Radikalismus" hat selbst Lenin schon in zwei Jahren überwunden. Und ich weiß genau: er wird die Kinder- Irankhei mit den Jahren noch weiter überwinden. Die Zeit be- wirkt diese Wunder. Der greise und berühmte Oekonom und Ee- lehrte Peter Krapotkin(K. ist Kommunist) schreibt:„Ich sehe Selbswerstandliche Forderungen Bon Bernhard Wächter. Die Bedingungen, die wir beim Eintritt in die 3. Jnternaiionale zu erfüllen haben, halte ich in ihren Hanplpunktcn für so felbstver- ständlich, daß ich es nicht verstehe, daß wir nicht schon lange von allein zu diesen Forderungen gekommen sind. Sämlliche Aus- führungeu der Gegner dieser Bedingungen ze-schlagen sich bei kritischer Beleuchtung von selbst, entweder durch ihre eigenen Ans'ührungen oder durch ihnen entgegenstehende Talsachen. Wenn heule behauptet wird, Moskau will uns etwas aufzwingen, so ist dies m. E. nicht anders alS als agitatorische Hetze zu werten. Moskau, welches zur 3. Juternaljonale aufgerufen hat und heute unssreilig am weitesten vorgeschritten ist auf dem W ae der Befreiung des Proletarials und Ersetzung der ölten kapitalistischen GesellschaslSkreise durch die kommuuistische, hat erkannt, daß eS Lebensbedingung ist für die Weltrevolution ist, diese Forderungen zu stellen, wenn nicht t» Kürze in entscheidender Stunde die 3. der 2. Jnteenalionale ähnlich sein soll wie ein Ei dem andern. Aus diesem Grunde v.rlangt esjjo» uns den Trennungsstrich zwischen unseren Evolutionären(Sepp Oerter) und den Revolutionären. Das Zeitaller, wo wir durch Evolution etwas erwarteten, liegt hinter uns und mag wohl in Kauislys Jugendjahren angebracht gewesen sein, heute leben wir in einer anderen Zeit. In einer Zeit, wo sich Unterdrücker und Unter- drückte im offenen Kampfe gcgenübcrsteheu, wollten wir unS daran stoßen, daß die von Moskau geforderte und geüvte Diltaiur des Proletariats im Widerspruch mit der Dewolratie steht.— Oeetec scheut sich ja wahrhaftig bereis vor dem Wort„Diktatur"»ud ist so gnädig, dafür das weniger grausame Woit„Herrschaft" zu empfehlen. Bielleicht verhält sich die Bourgoisie dazu entgegen- kommender. Damit erweisen wir der revolutionären Bewegung bei unS keinen Dienst. Uns klaffenbewußten A-beitern setzt man das blanke Bajonett auf die Prust, wenn wir»ur wagen Hanger zu schreien, und sollen wir dem nur unfern Gtauben entgegensetzen, daß die Beirciung des Proletariats durch pazisiiische Agtratto» erreicht wird, oder muß diese Gewalt nicht Gewalt auslösen, gcivollt oder ungewollt? Dieses Gtft kann nur durch Gegengift unschädlich gemacht werden. Ich be- hnupte, daß wir verpflichtet sind, offen und frei zu bcke awu: solange unsereu gerechten Forderungen sich Gewallmtltel entgegeustellon. solange wollen wir dem unsere Gewalt entgegenstellen. Wenn sich Gen. Oerter zu der Bchauptnna versteigt, daß das nicht sozial' stische, sondern reaktionäre Mittel sind, so erleuue ich darin eine oft gc- pflogene Maßnahme, vor der ich nicht genug warnen kann. Glaubt Gen. Oerter, daß Nr Geueralstreik als solcher kein Gewallmittel ist? Ja, auch er ist eS. und dir Opfer, die er fordert, direkt und indirekt, rekrutieren sich doch wohl zumeist auS dem Proletariat. Die Bourgoisie ist imstaude, die größten Härten desselben gegen sich wirkungslos zu machen. Durch das Aushörcu jeder LebenSmöglichkeit wird gerade in den Reihen der Kämpfer selbst der keim zu Krank- hellen gelegt, meist ist di«S beim Proleten leider ja bereits vor- Händen und wird dann verstärkt und führt so zu schweren Er- krankungew und frühem Tod. Soll ick nachbeten, was die S. P. D. und die Technische Nolhilfe ausführten, welches Berbr.chen der Generalstreik sei? das ist wohl nicht notwendig. Jeder revolutinär Empfindende weiß, daß der Generalstreik auch trotz allem eine Waffe für daS Proletariat ist, auf die es nicht verzichten kann. Ist aber nun der offene Kampf nicht ungleich billiger für uns und gerechter? Denn Ra, arener sind wir nicht, die von ihren Ausbeutern er- warte», daß, durch unsere Sanftmut überwältigt, sie unseren gerechten Forderungen Genüge tun. Wenn die U.S.P. sich auf die groß« Maffe stützt, so möchte ich dem entgegnen, nicht die große Masse der organisierten Arbeiter ist es, die zur Revolution nötig ist. sondern eine von. einem grundlegenden festen Willen beseelt« Partei und dem stellen sich bekannte Führer der U.S.P entgegen, wo sie doch als warnendes Beispiel die S.P.D. vor Augen haben sollten, der heute Oifiziere, Kapitalisten und Bürger der reaktionärsten Art, ja sogar ein Noske, angehören. Wehre dich dagegen, Arbeitsbruder, unsere Parteien sollen KampfeSorgarnfalionen sein, und da darf aus den Reihen jener, die wir bekämpfen, keiner herein. Kommt aber jemand mit der Fordernng, du sollst dem, der dir einen Stretch auf die rechte Back« gibt, auch die llnke hin halten, in dem erkenne einen bewußten oder unbewußten Feind deiner Forderung; gib ihm zur Antwort: noch sind wir leine Nazarener. Die Stellung der Organisationen Aktiimsbezirk Cottbus Die Kreiskonferenz für den Agitationsbeztrk Cottbus nahm am Mittwoch nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten auch Stellung zur Frage der kommunistischen Internationale. Genosse lllmer erstattete einen kurzen Bericht über die VerHand- lungen der Reichskonferenz. An der Aussprache beteiligten sich Genosse Tschickert, Genosse Cchlbolski-Lubben und mehrere andere Genossen des Kreises. Di« Konferenz stellte sich e t n m ü t i q auf den Standpunkt, daß die Einheit und Selbständigkeit der Partei unter allen Umständen zu wahren sei. Die Bedingungen in �r-r jetzigen Form müssen im Interesse der deutschen Ar- briterklasse und der ganzen tnternatlonalen Arbeiterbewegung abgelehnt werden. Eine Ablehnung der'Moskauer Bedingungen bedeute keineswegs einen Bruch mit Eowjetrußland und noch weniger eine Abschwächung uneres Solidaritätsgefühls und un ctcc Sqm.pa hie für unsere russischen Brüder. Je einmütiger unsere Partei die Bedingungen ablehnt, desto auvstchtsreiwer werden sich dl. wetteren Derhandlungen geitalten �Troti d� tm kommunistischen Parteiinteresse aufgestellten Bedingungen müsse auch weiterhin die Errichtung einer reooluttonären Internationale mit allem Nachdruck angestrebt werden, einer Intcroalionalc die alle auf dem Boden de, Klassenkampfes stehenden Arbeiterparteien der ganzen Welt umfagt.' Ferner wurde noch ein Antrag zu den kommenden preußischen Landtagswahlen angenommen, der der Generalversammlung vor- gelegt werden soll. Der Antrag geht dahin, daß alle K a n d i- daten durch eine Kommission aus Zeit und Art ihrer politischen o u v u) v ii i• i* ii.-uiejei«sillutt ujiro iu verslliieoener meist mit der Forderung auf eine fünfjährige Organtsatwns- Zugehörigkeit, zur Zeit auf allen Konferenzen und Eeneralver- fammlunnen gestellt, um eine Gewähr zu bieten, daß nicht un- lautere Elemente in Vertrauensstellungen gelangen. Versammlung des Hamburger Ortsvereins Am Donnerstag nahmen die Mitglieder des Hamburger Orts- Vereins zu den Moskauer Bedingungen Stellung. Genosse Hammes trat für ihre Annahme ein. Die 2. International« habe versagt, an thre Stelle müsse die 3. Internationale treten mit streng zentralisit scher Organisation, mit den Mitteln der Dik- tatur. des Terrors und der direkten Aktion der Arbeiterklasse. Die Mostauer Bedingungen des Anschlusses an die 3. Internationale stellten keine Anforderungen, die nicht erfüllt werden könnten. Die Frage des Fortbestehens der Unabhängigen Partei trete vor den Notwendigkeiten des internationalen Zusammenschlusses und Kampfe» m den Hintergrund. In der Diskussion erklärte Genosse B o g t h e r r. daß er mit der ganzen Partei auf dem Boden de« Anschlusses stehe. Er habe aber schwere Bedeiiken, daß die Bedingungen die Bilduirg einer wirklich geschlossenen Internat onale eher verhindern statt befördern. Die Selbständigkeit, die Eigenart und das Selbstbestimmungsrecht der Arbeiter in den einzelnen Ländern dürfe nicht durch einen formalen Zentralismus aufgehoben werden. Dadurch würde die Schlagkraft der Arbeiterklasse im entscheidenden Augenblick gelähmt. Als diese Ausfuhrungen stürmischen Widerspruch auslösten, be- schränkte sich Vogtherr auf die Erklärung, er hatte wohl überhaupt nicht das Wort ergriffen, wenn er es nicht für feig und unehrliq gehalten hätte, die Hamburger Genossen über feine Stellung zu den Bedingungen des Anschlusses im unklaren zu lassen.— Al�westett Diskussionsredner nahmen noch die Genossen Göldner, Thalmann und Bergmann(letzterer gegen die.Anfchlußbedlngungcn) da» Wort. Gegen wenige Stimmen wurde folgende vom Vorstaud vor- gelegte Resolution angenommen: „Die historische Epoche, in der wir leben, ist die Epoche des irevo� lutionären Kampfes um den Sozialismus. Die Bourgeo>lie all» Länder, die„Feinde" von gestern, schließen sich unter der Pchole „Kampf gegen den Sozialismus" zu einer internationalen H.UP)»' Allianz täglich fester zusammen. Befreiungskämpfe innerhalb ew» Nation werden riickwirken auf die internationale Lage, der'Stiini der Bourgeoisie eines Landes wird stets die gesamte Bourgeois auf den Plan rufen. Der geschlossenen internationalen reakiiK' nären Front der Bourgeoisie muß das Proletariat die geein» internationale revolutionäre Front entgegenstellen. Hie goide» — hie rote Internationale. Wenn die Erste Jnternatronale d» künftige Entwicklung vorausgesehen und ihre Wege vorg�elchnctz wenn die Zweite Internationale Millionen Proletarier gesammelli und organisiert hat. so soll die Dritte Internationale die öO"«' nationale der offenen Massenaktion, der revolutionären Berwird lichung. die Internationale der Tat sein. Aus diesen Erwägungen heraus erkennt die Mitgliedschaft der II. S. P. Örtsverein Hann bürg vollauf die Notwendigkeit der Umstellung der Parteiorgann fation sowohl, als auch der der Internationale im Sinne der von dem 2. Kongreß der Dritten Internationale gefaßten Richtlinien und Beschlüsse. Die Aufnahmebedingungen und die Statuten sind die Vorbedingungen der praktischen Durchführung der theoretischen Leitsätze und bilden kein Hindernis für den sofortigen Anschlug an die Dritte Internationale. Die in der U. S. P. OrtsvereiN Hamburg organisierten Mitglieder fordern hiermit sämtlich« f roletarier Deutschlands auf, die internationale Solidarität mu owjetrußland durch Taten zu beweisen, den Anschluß an die Dritte Internationale zu vollziehen." Ein zuvor gestellter Antrag auf Vornahme einer UrabstiM« m u n g wurde abgelehnt. Zur Auswanderungsfrage Versammlung der Interessengemeinschaft In einer außerordentlichen Mitollederve-ssammlung der»Inte r< cssengemetnschaft für Auswanderer nach Sowict' rußland", Bezirk Berltn-Brandeuburq. die am vergangenen Freitag in den PharnSsäle» tagte, sollte Dr. Goldschmtdt ein größeres Referat über den wirtschaftlichen Aufbau in Sowjetrußland halten. Auf Wunsch der Versammlung erhielt Dr. Goldschmidt das Work lediglich zu einem kurzen Bericht, damit einige in der Versammlung anwesende aus Rußland zurückgekehrte Arbeite r u der ihre Erlebnisse in Rußland einen ausführliche» Bericht geben konnten. Einleitend führte Dr. G o l d s ch m i d t aus, daß sich die Jnterg essengemeinschaft in einer schweren Krise befinde. Es dürfe sich uimt wiederholen, waS sich auf der Redaktion der»Räle-Zeitung ab« gespielt habe, wo Tische umflogen, wo Worte von„Raffe" usw. siele« und mit dem Staatsanwalt gedroht wurde. 120 illuSwanderer deutsche Arbeiter aus Berlin. Hamburg und Leipzig, seien na» Ruß land gegangen. Die Vorgänge, die zur Zusammenstellung des Trans portes führten, müßte» auf das genaueste nachgeprüft»Verden. Dr Teilklagen eine« Teiles dieser Arbeiter seien zu einer Waffegege ganz Rußland gemacht woiden ES sei eine glatte Unmöglichker von ein paar Stellen aus die Wirtschaft eines großen Reiches, wt Rußland, zu überblicken. Trotz der furchtbaren Kämpfe, die Ruß land durchgemacht habe und noch durchmache, trotz aller Wider wärtigkeiten, offener und versteckter Sabotage, ist in Rußland Groß artiges geschaffen worden. Rußland muffe beigestanden werdsn well die» eine revolutionäre Tat der internationalen Svlidarit sei.(Beifall.) Anschließend erhielt Genosse Fähnrich, der auS Rußland zurück gekehrt ist und bei dem Transport als TrauSportführer fungiert« das Wort. Er schilderte ausführlich die Zusammenstellung d Transportes und seine Erlebnisse während der Ueberfahrt, de Aufenthalt i» der Lokomolivfabrik bei Kolowna und der Rück fahrt. Bei Autritt der Reise sei versprochen worden, daß dt deutscheu Arbeiter eine Fabrik für sich allein bekämen. Si Rundgang in der Fabrik, die verwahrlost sei, habe bei einer An zahl von Arbeitern bereits Entmutigung hervorgerufen. Von d Ruffeu i» der Fabrik, die wenig arbeititeil, sich meistens unterhielten oder schliefen, seien sie als Eiudrinalinge betrachtet worden. Mi gebrachte Werkzeuge feien ihnen abhanden gekommen. Die w e t teren Ausfuhrungen deS Genosse» Fähnrt decken sich mit den Ausführungen, die bereit Geuosse Dtttmann in seinem Artikel nieder* gelegt hat. Er habe den Glaube« au Eowjetrußland verloren ort herrsche kein Kommuiiismu», wer seinen Worwn keinen Gla beu schenken wolle, der möge selbst nach Rußland fahren.< Nach dem Referat deS Genossen Fähurich, das über zwei Stunde» dauerte, ergriffen ein Mostauer Genosse,«tu Delegierter der Iu teressengemeinschaft und«in aus Rußland zurückgekehrter Kriegs gefangener daS Wort. St« vertraten den Standpunkt, daß die z~ rllckqekehrteu Ardeiter keine Revolutiouäie, sondern„Konter revolutionäre" seien. Sowjetrußland sei kein Land, in dem golden« Berge winken, sondern intensiv müsse dort gearbeitet werden. Di znrückg- kehrten Arbeiter Hilten sich gew tgert, die angewiesene» Ar besten zu verrichten. Da sich die russischen Arbeiter dagegen auf- lehnten, daß diese Art deutscher Arbeiter verpflegt werde, ohne zu arbeiten, wurden sie, wie das in Rußland üblich ist. ans die so- genannte„Faulenzerraliou',»/, Pfund Brod pro Tag, gesetzt. Diese drei Redner stellten st» auf den Standpunkt, daß in Zukunft nur tüchtige Genoffen sich für Sowjetrußland melden sollen und nichh innge Männer, die bei der geringsten Unannehmlichkeit die Flint tos Korn wersen würden. Ein Diskussionsredner brachte der Versammlung eine Erklärung der in Kolomna zurückgebliebenen deutschen Arbeiter zur KeuntniS di« sich scharf gegen die Zurückgekehrten wendet. Der Vorsitzende der Jntereffengemeinschalt Gumprich schildert chiistührll» dt« Gründe, dt« zur Zusammenstellung des Transporte geführt haben. SS fei ein F« d l e r gewesen, daß die Ankunft de Techuische» Kommisston auS Rußland nicht abgewartet worden wäre Dteiem Umstände sei es zuzuschreiben, daß di« Unterbringung? Verhältnisse für den Transport kein« besseren gewesen seien. I seinen weiteren Ausfühiungen griff der Redner den Genosse» Dilt mann an und verteidigt« die Tätigkeit der�Jntereff ngememschaf Vorzügliche Nachmittags-! und Abendunterhaltungen bietet jetzt gielka'» Margaretensaal(Leipziger Str. lOl-Os! .Ecke Fricdrichstr.). Jeder Ge'chmack findet seine Erfüllung. Die höhere Tanzkunst vertreten: Lenk und S g o u. diese vornehme» Tänzer von der Staatsoper, SorSka und Aale«, ein exzentrisch- gesellschaftliches Tanzpaar, und die Berwandlurlsis- tänzerinuen Geschwister R i c ch e r t. Für Humor ist besonder? gesorgt. SS seien uur genannt i»Werner Goldmann ir" sewer zwerchfellerschütternden Komiih Adolf Voigt, dieser tibi mülige lustige Anekdotenerzählrr, A n n i Trautner. die brillan fröhliche Münchner Soubrette mit ihrem sprühenden süddeutsch Humor, usw. Die ernstere frohe Kunst ist vertreten von Margi Soke»lowSka, dieser eigenartige» Gcsangc-künstlerin, ferner vi Mario Costa, dem Meister ernsten und heiteren Vortrage». A Nachmittag beginnen die Darbietunge» im Margaretensaal um 4'/,Uh am Abend um 8>/, Uhr. Kein Wetnzwaug. Für vorzoli bereitete Speise« sind mäßig« Preise angesetzt. Gewerkschaftliches Reichskonferenz der Angestellteil der Vessorgungs- behorden Am 5. und 6. September b. 3?- lapte in Weimar eine vom Zentralverbavd der Angestellten einberufe! e Reichs- wnferevz der Angestellten fämlliebcr Versorg!«, psbihördcn im Deutschen Reiche, die von ILO Delegierten beschielt mar. Ans dem ttstatteten Bericht ergab sich, in welch nmfasscnder Weise die In- teressen der Angestellten wahrgenommen worden sind. Aus der Berichterstattung libee den Teiltarlfvertrag ging hervor, daß der Abschluß des Tarifvertrages seiner Zeit, wenn er auch noch erhebliche Mängel aufweise, erfolgen mußte. Die ver- Aiedenen Abzüge vom Tarifgehait führten dazu, daß ein erheblicher Teil von Angestellten bei den Beisorgungsbehörden Gehälter bis zu °b0 Mk. monatlich bezieht. Die dadurch hervorgerufene Notlage mescr Angestellten macht auf das Reichefinanzininisterium keinen Eindruck. Tie Konferenz gab in einer Entschlieszung ihrein Unwillen Uber diese unhaltbaren Zustände Ausdruck, in der es heißt: „Die Rcickskonferenz erhebt gegen diese, die Lebcnsnotweudigkeiten Nicht berücksichtigenden.Zustände, welche durch das starre Fest- halten des ReichssinanziniiuitcüumS an dem soi malrechtlichen An- Ivruch ans Rückjahiung der Vorschüss. herbeigeführt wird, schäristen Protest. Tie auf der Konferenz zum Ausdruck kommende Slimmug- zeugt von der Entschlossenheit der Augestellleu, diese unhaltbaren Zustände unter alle» Umständen und nuter Anwendung aller ge- werksckastlichen Mittel, nötigenfalls auch der Arbeitsverweigerung zu beseitigen. Die Angesielltenschaft verlangt von der Leitung ihrer Gewcrk- schaft, dem Zentralve'band der Angestellten, daß folgeude For- dcrung der Regierung unterbreitet wird, und ermächtigt den Hauplvorstand im Eluvcrnebmen mit dem Reichsfachausschuß ausdrücklich, die zu« Durchführung der Arbeitsniederlegung er- forderlichen Maßnahmen schon jetzt einzuleiten: Jedem Angestellten sind die Bezüge, welche er an, lv. Junr lLAI erhielt, unverzüglich weiterzuzahlen, ohne daß eine Ästin- derung durch Abzug von gewährten Borschüsscn oder der Ge- Haltszahlung von der Voraus- in die Nachzahlung eintritt. Die Angestellte', halten dies- Forderung für um so berechtigter, als dadurch die in Aussicht gestellte Erhöhung ihrer Bezüge, deren sie unbedingt bedürfen, noch nicht erfolgt." Der Verbandsvorsitzende Giebel entwickelte in seinem Relcrat. den Aufbau der Organisation der Angestellten bei den Vcrsorgu.igs- deHörden wie er im Zentralvcrband der Angestellten geplant ist. Äm Anschluß hieran wurde der Reichsfachansschuß der Angestellten neu gewählt. Eine Resolution gegen jede Sondergruydung fand, einstimmige Annahme. Haupt nicht mehr anzurufen, da hierdurch nur unnötige Arbeit und Kosten verursa�t werden. Die Aussprache führte zur Annahme folgender Resolution: Die am 5. September 1920 tagende Sitzung der Arbeits- gemeinschaft der Gauleiter der freien Gewerkschasten Pommerns nimmt Kenntnis davon, daß die Schlichtungsausschüsie im all- gemeinen Wochen und Monate verstreichen lassen, bevor ein Verhandlungstermin angesetzt wird. Hierdurch entstehen den Frage kommenden Arbeitern wirtschaftliche Nachteile. Ebenso langsam und noch langsamer arbeiten bei Anträgen auf Verbindlichkeitserklärung die Demobilmachungskommissare. Durch die jetzt üblich gewordene Spruchpraxis der Gerichte— Landgericht Stolp, Eewerbegertcht Steliin usw.— wird sogar den Demobilmachungskommissaren das Recht auf Verbindlich- keitserklärung der ordnungsgemäß gefällten Schiedssprüche der Schlichtungsausschüsie und der diesen rechtlich gleichgestellten Tarifinstanzen abgesprochen. Durch diese hier angeführten und noch andere sich heraus- gebildeten Uebelstände wird das ganze Schlichtungsverfahren wertlos und kann seine ihm gestellte Aufgabe, der Herbeiführung und Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Friedens zu dienen, nicht erfüllen. Die Gauleiter Pommerns erheben ganz entschieden Einspruch gegen diese in der Arbeiterschaft jedes Vertrauen ertötende Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen. Sie fordern beschleunigte Erledigung der anhängig gemachten Streitfälle und Sicherung der Rechtsgrundlagen des Schlich- tungsverfahrens. Sollten in dieser Beziehung keine Aenderungen eintreten, sind %ls\ rfxiu ir7 ffiü hfet �.<.r;: 1 IX Y. J! i. die Schlichtunasansschüsse zur Bedeutungslosigkeit herabgedrückt und ist diese Institution wertlos und überflüssig ....................„eworden. Die versammelten Gauleiter ersuchen den Vorstand des All- gemeinen Deutschen Gewerkschafts-Bundes. beim Reichsarbeits- Ministerium vorstellig zu werden und eine endgültige Regelung und Klarstellung der oben angeführten Punkte herbeizufuhren." Diese Beschwerden beschränken sich nicht nur auf Pommern. Wir «ben des öftern schon darauf hingewiesen, daß'auch in Groß- 'erlin die Verhältnisse ähnlich liegen. ...... Man wird den in Frage kommenden Behöroen die Verantwortung dafür überlasien müssen, wenn die Arbeiterschaft zur Selbsthilfe greift und eine Vermitt- lungstätigkeit gar nicht erst abwartet. Man beklage sich dann aber nicht über das„Streikfieber" der Arbeiterschaft. Erwachende Solidarität der Beamten Die pommerschen Gauleiter gegen das jetzige Schlichtungsverfahren .In einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Gauleiter der steten Gewerkschaften Pommerns wurde unter anderem ein Re- lerat entgegengenommen über die jetzt zutage getretenen Prak- i>ken bei den Verhandlungen vor den Schlichtungsausschussen. �n «er Diskussion kam allgemein zum Ausdruck, daß die stch heraus- gebildeten Zustände bei dem Schlichtungsverfahren gänzlich unhaltbar geworden sind. Die Schiedssprüche der schlichtungsausschüsie werden von den Arbeitgebern heute über- A>upt nicht mehr anerkannt. Bei Antragen aus Verbindllchke,ts- Nklarung versagen die Demobilmachungskommissare, zum grogen Teil. Falls jedoch noch einmal ein Schiedsspruch für verbindlich erklärt wird, kommen nun die Gerichte her und erklären, daß die Demobilmachungskommissare garnicht berechtigt sind, einen Schiedsspruch für verbindlich zu erklären, u-s wurden ,n der Sitzung sogar Stimmen laut, unter den gegebenen Umständen die Schlichtungsausschüsie zur Schlichtung von Streitigkeiten über- Eine am Freitag im„Märkischen. Hof" tagende, sehr stark be- suchte Versammlung der Gruppe Süd-Süd-Ost des R o i ch s v e r- bandes deutscher Post- und'Telegraphen-Be- a m t e n nahm nach kurzer Debatte eine Resolution, in der ge- fordert wird,„die Beamtenausschiisie sind vom Verband sofort zu- jammenzufassen, um ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten", einstimmig an. Es wurde weiter gefordert, daß sich die Beamten- ausschüsie der Betriebsrätezentrale, Münzstraße, anzuschließen hätten und im Beamtenrätcgesetz das volle Mitbestimmungs- und Kontrollrecht gewährleistet sein muß, da ohne dieses der alte reak- tionäre Geist aus der Reichspost- und Telegraphenverwaltung nicht zu entfernen ist. Nach den Ausführungen einzelner Redner wurde folgender An- trag, der den Delegierten zum Bezirkstag mit auf den Weg ge- eben wurde, um denselben als Antrag dem außerordentlichen Ver- andstage vorzulegen, gegen eine Stimme angenommen:„Die heute am 19. September 1929 tagende, sehr stark besuchte Ver- sammlung der Gruppe Süd-Süd-Ost fordert sofortigen Ausbau des Verbandes zu einer freigewerkschaftlichen Kampforganisation und Zusammenfassung sämtlicher Großorganisationen des Transport- und Verkehrsgewerbes in einer Einheitsorganisation sVerkehrsbund), um der geeinigten und sich wieder stark fühlenden Reaktion, die geschlossene Front sämtlicher Arbeiter. Angestellten und Beamten des Verkehrs- und Transport- gewcrbcs zur Sicherung und des weiteren Ausbaues unserer wirt- jchaftlichen Interessen, gegenüber zu stellen." Der Kampf, den die Beamtenschaft heute um ihre wirtschaftlich« Existenz, die ja jetzt um vieles schlechter ist als vor dem Kriege, führen muß, beweist, daß sie sich der Solidarität, der Zusammen� geHörigkeit mit der Arbeiterschaft bewußt wird. Dieses Gefühl gilt es im Interesse der gesamten Arbeiterbewegung wachzuhalten und zu fördern. Der Streik der Rohrleger und Helfer In der Bersammlung der Streikenden, die gestern mittag tagte, leckte die Streikleitung mit, daß am Freitag Vclhandlungen mit den Unternehmern stattgefunden haben, die aber lein Ergebnis hatten. Die Unternehmer wollen wohl einen Stundenlohn von 9,95 M. bewilligen, sie nahmen aber in den Fragen der Fahrgeld- entschädigung, des Aufschlages bei fcklmntzige» Arbeiten, der Land« zulage, der Tarifdauer, der Ferien eine Hallung ein, die den Forde- rungen der Streikenden so wenig entspricht, daß die Streikleitung nicht darauf eingehe» konnte. Diese Fragen bilden den Kernpunkt der Bewegung. Ehe sie nicht in befriedigender Weise gelöst werden ist an eine Verständigung nicht zu denken. Die Streikleitung hat sich uun an das R'eichsarbeitsministerium gewandt. Dasselbe hat zum kommenden Dienstag eine VerHand« lung unter Leitung eines unparteiischen Vor« sitzenden angesetzt. Der Streik wird unverändert fortgesetzt. Die Situation ist für die Streikenden günstig. Zum Schluß nahm die Versammlung noch eine Sympatbie-Resolu« tiou für die entlassenen Erfurter Eisenbahnarbeiter einstimmig au. Zur Lohnbewegung der Spritarbeiter In einer am Donnerstag stattgefunhenen Bersammlung für die in den Spritfabriken Beschäftigten wurde der Bericht über das Ergebnis des vom Schlichtungsausschuß gefällten Schiedsspruches erstattet. Der Schiedssp M lautet wie folgtM Die Löhne werden mit Wirtung vom 1. August 1929 ad fest- esetzt:. Für Handwerker aller Art einschl. Böttcher, Maschinisten, �eizer und Apparatefllhrcr auf 275 M. Für sämtliche Arbeiter aller Art einschl. Portiers und Kutscher auf 295 M. Kutscher er- halten für Stalldienft einschl. Pserdefllttcrn eine Wochenzulaae von 15 M. Der Tarifvertrag ist zu jeder Zeit mit lltägiger Frist kündbar: im übrigen bleibt er unberührt. Zur Begründung wird besonders hervoraehoben, daß die bis- herigen Löhne derartig niedrig waren, daß eine erhebliche Er- höhung angemessen erschiene. Die Aufbesserungen betragen dem- nach 99 M. bei den gelernten und 55 M. bei den ungelernten Ar- deitnebmern. Für Pferdcfiittern wird 8 M. die Woche mehr bezahlt. ..~..—Hj....--"ir Die Anwesenden erklärten sich einstimmig mit dem Schiedsspruch einverstanden. Zum Sä" nun an den Unterneh:: ten werden solle. Lehnen es kein anderes Mittel als Arbeitsniederlegung. Hoffnungen, mit Hilfe des Demobilmachungskommissars den Schicosspruch als verbindlich erklärt zu bekommen, müsse nach den Vorkommnissen der letzten Zeit ein jeder beiseite legen. Zur Aufklärung! In der Generalversammlung des Wirtschaft« bezirkeS Groß-Berlin der provisorischen Zentrale in der Münzstraße wurde der Sekretär»nsercr Ortsgruppe Kollege Silb ermann als Sekretär gewählt. Derselbe hat diese Wahl nicht angenommen. Alle Kombiiiationeu über eine Aendcrung der Stellungnahme des ZentralvcrbandcS der Angestellten bezw. der Afa zur Zusammen- fassnng der Betriebsräte, welche an die Wahl Silbermanns geknüpft wurden, sind hinfällig. Die Aka bezw. der Z. d A. sind au der Bctriebsrätczenlrale des Wirischastöbezirks Groß-Berlin nicht beteiligt. Zenlralverband der Angestellten. Ortsgruppe Berlin. Weck siir die„Freiheit'! Zu diesem Mantel ist ein ganz vorzüglicher Stoff verarbeitet, weich, flauschig, aus reiner Wolle und in schönen grünen und hellbraunen Farbtönen dezent kariert. Seine Verarbeitung ist streng modern und elegant mit sthöi! i großen, hoch- stülpbaren Kragen und großen Manscheuen. Und unser Preis für diesen in jeder Beziehung de- gehrensiverten Mantel ist doch nur SCgnlsstr. 33 CStaiissaeslr. 113 Am Bahnhof AlexaneSerpialz Eeim Stetllnap Bahnhof j�¥'j£)jQrthjQim großer ß�oiMidfchuh-�erkcuM/' wu extrtthHÜJ�&rr TreiseMf Damen- Seidene Lange Stoffhandschuhe Damen-Handschuhe Stoffhandschuhe Kanten- Lederhandschuhe 5 l Schweden- Ersatz schwarz, mit weißer Aufnaht. Leinenersatz weiß, farbig und schwarz, 2 Druckkn. T rikotfarbig, halb mitFutter, mit 2 DruckknöpfefT..... 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Könnte es, vielleicht. Iii*/••• Nein, meine Lieben, so bestimmt ist das ti„ ausgemacht. Seht mal, alle wollen sie reich werden— lautlich reicher—, die Lebensmittelhändler und zwar jeder l r sich und möglichst schnell. Das ist ihr Ziel. Drum ist ihr ij ß�aetf selbstsüchtig und profithungrig. Und nicht einmal tJ; Konkurrenz zügelt ihren Eifer. Die Konkurrenz, dieser Rannte Ausgleich, dieser angebliche Doktor Eisenbart der Nulistjschen Wirtschaftsform.- (rin Beispiel: In allen Kaufmannsläden gibt es Salz. rÜones, weißes Kochsalz. Ueberall aleißt es rein wie Schnee � den Behältern. Ist eine Ware, deren Güte nicht Wankt. Ist überall gleich sauber, gleich appetitlich, gleich Ii!!.mlich, nur nicht gleich— wohlfeil? Denn— dem ge- ! ugelten Merkur sei's geklagt— es kostet so ungleich. Bei em ei)ie„ fünfundzwanzig Pfennig, beim andern zweiund- J�Big, beim dritten fünfzig, vierten sechzig Pfennig das isund. Das alles in einem Stadtviertel. Nur ein paar ?."aßen trennen die Verkäufer von einander, die milden und �unverschämten.... -Das Salz, ja, ja, das Salz des Volkes sind die Lebens- "Uttelpreise! Die Verzweiflung der Arbeitslosen v®«» furchtbare Elend der Arbeitslosen, dem die verschiedenen Manzen bisher nur mit Beratungen und unwirksamen Mitteln i.. Wgeiigetreten sind, ist auf einen Grad der Siedehitze gelangt, z sich taglich in Explosionen äußern kann. Der Hunger mag em Koch sein, wenn es etwas Eßbares gibt, aber er i|t ein Achter Berater. Die Arbeitslosen, oder«in Teil von ,hnen. tut0 a«»» inSy B«*, mllb» optib" tnüb« itöo»! lt.>»> � jedoch, daß einzelne Leute dieses Aktionsausschusies davon Min. man müsse in die Klosterstraß« gehen und den Arbeits- llfdrat zum Fenster hinauswerfen. Die verzweifelte Stimmung Arbeitslosen läßt sie tatsächlich glauben, daß ihnen durch V«„Aktionen" geholfen werden könne. t Der Hunger ist kein Mittel, das zum klaren Denken anregt. >tn kann diese Stimmung der Masse verstanden werden- nrcht Erstehen jedoch ist. daß Leute, die seit Jahren in der Arbeiter- Megung tätig sein wollen, die Gefahren, die der ganzen Ar- ?u«klasse aus unüberlegten Handlungen entstehen können, durch Unnige Redensarten geradezu heraufbeschwörep. Di« reaktiv- nd vä Sfä cht itt.«- 16 •ViUUi« iUUCll UU| VVIV IVÖ!4V,V w, -7-uten und mit Hilfe des Reichswehrministeriums gut bewaff- L"» Organisationen auf die Arbeiterschaft loshetzen zu können. Me kleine Dummheit könnte heut« wirken wie ein Funk« im �»lverfaß. Es ist auch sehr wahrscheinlich, daß reaktionäre Or- Dilationen in dieser Aufpeitsckung der Arbeitslosen für die. di- iskte Aktion" und gegen die sozialistischen Parteren mitwirren. jeder„mitarbeiten" kann, auch wenn er nrcht gewählt ist. Jsien sich auch leicht bezahlte Obfekte ernschlerchen. »Es ist notwendig daß die Arbeitslosen ihre Interessen mit aller PWschiedenheit vertreten. Es ist auch notwendig, daß die ge- KMte Arbeiterschaft für diese Interessen erntritt, sich mit dem Mblem beschäftigt und sich mit den Arbeitslosen solidarisch er- ij®1*- Wir warnen aber entschieden vor reder Tat, für die nrcht Einzelner, sondern die ganze Arbeiterklasse verantwortlich ge- ffjcht wird. Der weiße Terror hält seinen giftigen Dolch ge- Wsien und bereit. Nicht ein Berzweiflungsausbruch des Ingers, nur die geeinte zielbewußte Aktion de» �'«letariat» kann ihn ü b e r w i n den.„ Den Leuten von der Betriebsorganisation, di« hinter dieser Be- "Sung stehen, raten wir. den Hungernden nicht durch falsch« Borspiegelungen Täuschungen zu bereiten. Wenn den Arbeitslosen von diesen Leuten erzählt wird, die Einberufung einer einzigen Versammlung für alle Arbeiter Eroß-Verlins könnte den Arbeits- losen die nötige Hilfe bringen, so ist das entweder Dummheit oder bewußte Irreführung. Ebenso verhält es sich mit der in der gestrigen Versammlung gegebenen Darstellung, als ob die bestehen- den Arbeitslosenräte nicht an die in Arbeit stehenden heran- getreten wären, um sie zur Solidarität aufzurufen. An die Regierungsstellen aber richten wir die Mahnung: zu helfen, ehe es zu spät i st. Bildungsknrse für Frauen Um bei den Genossen das Interesse zur praktischen Mitarbeit zu wecken, veranstaltet die Frauenarbeitskommission des 1. Distrikts vom 23. September an laufend Vorträge, in denen alle Gebiete behandelt werden sollen, die sich speziell zur Frauenarbeit eignen. Die Vorträge finden Donnerstags K Uhr in der Arbeiterbildungs- schule, Schicklerstr. S/6, statt. Es werden zunächst sprechen: 23. und 36. September: Genossin Kirch über Berufs- beratung und Fürsorgeerziehung. 7. und lt. Ok- toben Genossin Wulfs über Armen- und Waisen- pflege. 21. und 28. Oktober: Genossin'Wi ersing über Rechtsverhältnisse der ehelichen und unehe- hichenKinder.Vormundschaftswesen. 4. und 11. No- vember: Genossin Wurm über Erwerbslosenfllrsorge und Arbeitsnachweis. 18. und 2S. November: Genossin Beck über Schul- und Erziehung�fragen. Alle Genossinnen, auch die anderer Distrikte, sind herzlichst ein- geladen. Besonders sollte kein Mitglied der Frauenarbeits- und Kinderschutzkommissionen fehlen. Mit welchen Mitteln bürgerliche Vertreter in der neuen Ber- liner Stadtverordneten-Versammlung gegen die Unabhängigen arbeiten, geht aus einer Korrespondenz hervor, in denen unseren Genossen nachgesagt wird, sie vergeudeten Hunderttausende ohne Grund. Diese Behauptung wird begründet mit der Tatsache, daß unsere Genossen an Stelle der alten Magistratsmitglieder neue setzen, die der veränderten Sachlage entsprechen. In der Kokre- spondenz wird bezug genommen auf die beiden Beamten des Zweck- Verbandes Eroß-Berlin, die Herren Professor Dr. Eiese und Stadt- baurat Beuster, und es wird gesagt:„Eiese ist im vorigen Jahre aus weitere 6 Jahre gewählt worden. Wird ihm in der neuen Stadtgemeinde nicht eine gleichwertige Stelle übertragen, so muß diese hervorragende Kraft für Eroß-Berlin brachliegen— aber es muß ihm, wie so vielen anderen Magistratsmitgliedern und leitenden Beamten, für den Rest seiner Wahlzeit, also auf 4% Jahre, das volle Gehalt und der Ausgleichszuschlag gezahlt werden, was rund 206 666 M. ausmacht. Dasselbe gilt für den Leiter der Siedlungsabteilung im Zweckverbande, Baurat Beuster, dessen Wahlzeit noch auf S Jahre läuft, und für den gleichfalls noch 266 666 M. zu zahlen wären. Das würde allein für oiese beiden Fächleute 460 666 M. ergeben. Was bedeutet demgegenüber der famose„Eehaltsabbau" für die Dutzendstadt- rate? Spiegelfechterei; nichts als Spiegelfechterei, aber eine leider nur allzuteure!" Der Verfasser obiger Zeilen täuscht das Publi- kum. Gerade die Herren Zweckverbandsbeamten von Eroß-Berlin haben gelegentlich der Beratung des Gesetzes Eroß-Berlin in einer Eingabe an die Preußische Lanoesoersammluna behauptet und sie haben das sich durch ein Gutachten erhärten lassen, daß für sie im neuen Eroß-Berlin überhaupt keine gleichwertige Stelle vor- banden sei. Spiegelfechterei ist deshalb der Inhalt der bürger- lichen Korrespondenz, es würden Hunderttausende vergeudet. Stäteschule der Grotz-Berliner Arbeiterschaft. Infolge der auf der iAeneralversammiuug beschlossenen Angliederung der Räteschule a» die Zentrale der Betriebsräte hat sich eine Verzögerung d«S UnterrichtsbegmneS notwendig gemacht. Wir machen darauf aufmerksam, daß die UuterrichtSkurse nicht in der Woche vom Man- tag, den 18., biS Freitag, de» 17. September, beginnen, sondern erst in der Woche vom Montag, den 4., bis Freitag, den 8. Oktober. Alle übrigen Anggben des LehrplaneS bleiben bestehen, fo daß Kurse, die ». 89. Montag, den 18. September, beginnen sollte», am Montag, den 4. Oktober, anfangen und solche, deren Beginn für Dienstag, den 14. September festgesetzt war, am Dienstag, den 6. Oktober anfangen usw. Inzwischen werden auch weiterhin Aunielduugen für sämtliche Kurs« entgegengenommen. ES wird besonders auf die Kurse- Praxis deS Geldwesens, Bankverkehr aufmerksam gemacht sowie finanzielle Kontrolle der Unternehmungen und den Kursus über weit- wirtschaftliche Beziehungen. Dagegen ist der Kursus Rechte und Pflichten der Befttedsräte schon jetzt überfüllt, evtl. wird dafür ein ParallelkursuS eingerichtet. Bureau Münzftraße 24. Da» nächste städtische Bolkskonzert des Philharmonische» Orchester« unter Leitung rrm Richard Hagel findet am DienStag. 1 er«in bc.n Germauia-PrachtfSleu. Chausseestr. 110 statt. Beginn deS Konzertes 8 Uhr. Blnmenschan. Der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbciter, Verwaltung Groß, Berlin, veranstaltet am heutigen Sonntag von 10 bis 6 Uhr Nn LehrervereinshanS, Alcxandcrstr. 41, eine Aus» stellung für Blumenschmuck. Aus eigener Kraft ohne die kapita- liftifchcn Mlttel und Hilfsquellen soll hier von Arbeitnehmern zum ersten Mal das schwierige Werk einer Blnmenschan geschaffen werden. DaS Werk kann nur gelingen durch Unterstützung der gesamten stet« organtperten Arbeitneh.nerschaft. Es kann daher den Arbeitern und Angestellten nur empfohlen werden, diese Blumeuschau zu besuchen. Das Eintrittsgeld beträgt pro Person 1 Mk. Die ausgestellten Ar« betten können im freien Berkanf erworben werden. «rbeitslosrnversammlung der gesamten Brauereiarbeiter am Dienstag nm S Uhr im Sophien-Rcalgymnaflum Steinstr. 33-35. Tagesordnung: Die Arbeitslosigkeit in der Branindusirte. Legitimation ist die NachweiSkarte. Die provtf. Arbeitslofeukommission. Di« schiebende Reichswehr. Unter dieser Ueberschrift hatten wir rn der Nr. 283 vom 17. Juli über einen Vorfall berichtet, der sich am Kottbuser Damm zugetragen hatte. Vor dem Laden des Schlächtermeisters Fritz I e n tz s ch war ein Mliitärfuhrwerk vor- gefahren, von dem ans Lebensmittel in den Laden hineingetragen wurden. Als das Publikum dagegen Stellung nahm, holten sich vi« Begleiter des Fuhrwerks. Angehörige der Reichswehr, Verstärkung herbei und gingen mit Gewalt gegen das Publikum vor. Zum Schluß des Artikels hieß es, daß„der Herr Unteroffizier schon öfter Lebensmittel bei dem Schlächtermeister„abgestellt hat". Herr Ientzfch ersucht uns jetzt erst um eine Richtigstellung. Er legt uns zwei Bescheinigungen vor, eine vom Polizeipräsidium und die andere vom Reichswehrministerium, die besagen, daß sich bei der Untersuchung der Angelegenheit keine Verdachtsmomente er- geben haben, daß eine Lebensmittelschiebung beabsichtigt war. Der Unteroffizier Kurth habe lediglich in dm Wagen, in dem er Proviant für seinen Truppenteil geholt hatte, die bei seinem Schwager stehenden Möbel verladen. Herr Ientzfch fügt noch er- läuternd hinzu, daß die Möbel seiner be« ihm wohnenden Schwester gehörten. Diese«chwester und der Unteroffizier Kurth wollten heiraten und aus diesem Grunde seien die Möbel abgeholt worden. Törichterweise habe Kurth den Proviant in seinem Laden ab- gestellt, um die Möbel nach unten in den Wagen zu stellen und den Proviant nachher obendrauf. Dies sei irrtümlicherweise von dem Publikum als eine beabsichtigte Lebensmittelschiebung an- gesehen worden. Herr Jentzsch bestreitet aber auch ganz ent- schieden, daß schon öfter bei ihm unrechtmäßig Lebensmittel ab- gestellt worden seien.— Wir geben unseren Lesern davon Kennt- ms, indem wir darauf verweisen, daß der Vorfall auch in anderen Blättern geschildert worden war. Die Bemerkung, daß schon öfter bei dem Schlächtermeister Lebensmittel abgestellt worden seien, können wir nicht aufrecht erhalten, ssa wir diese uns von ver- schiedenen Personen gegebene Bekundung im guten Glauben auf- genommen hatten und deshalb auch der gegenteiligen Aeußerung des Herrn Ientzfch keinen Zweifel entgegensetzen möchten. Aus den Organisationen i.»iftrt«. Pplittsche ÄommstRiir Montag. 7 Uhr. Sitjung,«urfürstenftr 1«. � 8. stritt/ Monta», 7 Uhr, V-rstandssttiilnz, Böckhstr. 8, Stark.— Diea»tag, 7 Uhr, FunkttanSikonserenz, Habels Brauerei. Bergmanuftrahe. t. Distrikt. Dienstag, 7 Uhr, Eeneralverlammlung im EewcrksckiaU-haus, Engeluser IS. Tagesordnung: Allgemeine große Aussprache über die dritte Jnter- nationale. Mitalied-kart« legitimiert. 8. Distrikt. Montag. 7 Uhr, bei Eroßmann, W-berstr. 24 a. Dlstriktskonseren,. I. Distrikt. 2. Abt. Mittwoch, lS. September, Abteilungsversammlung, Weber- stiafce 24 a. Tagesordnung: Ivie S. Internationale. 7. Distrikt. 2. Abteilung.- Agitations- und Zeitungskommisstonen mit den Funk» ttoniren Montag.« Uhr, bei ächabow, Wdikcrstiaße 12. 8. Distrikt. Sangcrchor. De« S0 Manu starke Chor tagt Montag 8— lv Uhr in der Aula Rigaer Str. 8. Stimmhegaht« Distrikisgen-ss-n zur Verstärkung de, Chores herzlich willkommen. 8. Distrikt, s. Abteilung. Montag, 8 Uhr. Sihuna sämtlicher Funktionare und Obleute der Nommisfionen bei Kuh. Danziger Str. Z4.__ 1». Distrikt. Räte- und Eewerkschastokommission. Sitzung Montag. 7�, tthG, �!t.�Äftrtt«.�Montaa�7� Uhr. Schulaula des Sumb-ldt.E>,mnastums. Garten. strafe- 25. öfs-ntliche Elternoersammlung. Tagesordnung: Protest-eg-n die Ent. rechtuna der Elternbeiräte. Eltern erscheint zu dieser wichtigen Versammlung in Massen 3. Internationale. Eintritt nur gegen B-rz-igung des lZ. Distrikt. 4. Abt-stung. Funktionäre und Frauenarocitsäommisston Montag, 7 Uhr, Sitzung bei Grunbera Rodenbcrgstr.»..,........> 18. Diftritt. Die Beztrkssührer aller Abteilungen werden daraus ausmerksam gemacht, daß am Montag-b-np 7 Uhr. in den ihnen bekannten Lokalen-in« Distrikt. �Bilbungskommisfion Sitzung Montag, 7 llhr, bei hübncr, Eaudy» � 13. Distrikt. Vollversammlung der Polllischen und Agitationskommisston am Montag. 13. September, abends 7 Uhr, bei Walsleben. Kopenhaaener Stratze 4». 14. Distrikt. Dienstag, Ii 8 llhr. Borftandssitzung bei Kaiser. S-tzkowskostr. 3». — Mittwoch. Hg Ubr. Distriktskonseren, im selben Lokal. 14.»nd Iii. Distrikt. Montag abend. Vjtz Uhr. öffentliche Versammlung im „Patzenhofer-, Turmstiafee. Tagesordnung: Unsere heutige Schulreform und die Vechtlosmachung der Elternbeiräte. 15. Distrikt. Montag. 7 Uhr. bei Krüger, Putlitzftr. 10, Zusammenkunst sämt- sicher Agitations- und politisch« Kommisstonsmitglieder. »ob«' ml tei Die Geschichte meines Bruders Sine Erzählung von � Hans® iemf e« |Bic kann man Gefangenen helfen?, �ian kann sie befreien. „Wir liegen in unserem Blindenzimmer und malen uns ?.Us. wie wir Kalla befreien. Da gibt es hohe Gefängnis- "auern. vergitterte Fenster und finstere Gänge und eine :'e,nc steinerne Zelle. Immer wieder dieselbe Zelle, d,e ich Vmal im Kino sah. Und nun kommen wir und reißen d,e �nr auf. �Währenddessen bringt seine Mutter ihm zu essen. Jede Jr�che steht sie mit einem Korb und läutet an der verschlösse- Eefängnistür. Sie bringt ihm Brot und Butter und suchen. Gefangene bekommen nicht viel zu eDu, und müssen v�geru. wenn man ihnen nichts bringt: Die 7° er nicht verrät, haben der Mutter Geld gegeben. Davon "uft fix und bringt ihm Butter und Brot. � u�ch weiß, wie das ist, vor dem Gefängnis stehen und �ssllen und warten bis einem aufgemacht wird. HG weiß. s.'° so ein Sprechzimmer aussieht,-hinter eisernen Oiiterii siA bei, den du suchst. Davor ein �fangnisaufscher in iv ssform. Zehn Minuten dürft ihr euch sprei�n. Jn zehn Jmuten, was kann man da sagen? Bor emem Aufseher in Mstorm. der mit der Uhr in der Hand die Zeit• kann man sich sagen durch eiserne Gltter, wenn man sich Wt mal die Hand geben darf? sind dann sind die zehn Minuten vorbei... befangenen muß man zu essen bringen. Und Essen brm- das kostet Geld. Deshalb ist es gut, daß die Kumpane yz'!. ihren Diebstählen Geld verdienen und Kallas Mutter .J.ld geben können, damit sie ihm Essen kaufen kann. Sie chsen weiter stehlen, sonst muß Kalla hungern. zvjHch liege in unserm Blindenzimmer und denke an Kalla. kann ich tun? Er weiß nicht einmal, daß ich fem Freund - n jjjm schreiben:„Ich bin Dein Freund. Aber > etwas schreibt man nicht. Man kann sich die Hand geben. I** genügt. Schreiben kann man sich so etwas nicht. Wie /. chwütig würde das klingen:„Ich bin Dein Freund. Ob- hl ich weih, daß Du gestohlen hast." � Langsam schleichen die Stunden für einen Gefangenem ■ dgfttm schleichen die Stunden für einen Blinden. Ganz unmerklich legt sich die Zeit, Schicht auf Schicht, um unser Herz. � Zuerst da ist das noch etwas Neues, Schmerzliches und Un- gewohntes, an einen Gefangenen denken zu müssen. Aber man gewohnt sich daran zu denken, wie an etwas, das so fem muß. ?an find viele Wochen vergangen. Wir dürfen ausgehen und Willi führt mich. Wir stehen auf einer Brücke und Willi sagt:„Siehst Du dahinten die kleine Straße? Da an der Ecke, da ist es paf- stert. Mit fünf Mann haben sie ihn verhaftet." Unter mir rauscht ein großer Fluß. Das Wasser plätschert un Mtuiern und Pfeilern. Die Brücke bebt von den Pferden und Wagen, die hinter uns über das Pflaster rollen. Eine Straßenbahn klingelt. Ein Dampfer tutet. Das alles werde ich wiedersehen. Die Aerzte haben es mir versprochen. In ein paar Wochen bin ich geheilt. Ich bleibe nicht blind. Ich werde wieder sehen können. Ich werde das alles wiedersehen, den Fluß, die Brücke, die Pferde und Wagen, den Dampfer, der tutet, die Häuser, die Straße. Ich sehe noch nichts. Ich trage die Augen verbunden. Aber ich stehe hier auf der Brücke wie mitten zwischen Freunden, die ich alle ganz sicher, ganz wohlbehalten wiedersehen werde. Ich sehe noch nichts. Aber Willi sagt:„Siehst Du dahinten die kleine Straße?" Er kann sich nicht vorstellen, daß jemand diese Stadt, in der er geboren und aufgewachsen ist, in der er jede Straße weiß, daß jemand diese Stadt nicht kennt. Und er vergißt, daß ich nicht sehen kann und führt mich her- um. um mir alles zu zeigen. Wir gehen durch eine Straße und Willi sagt:„Das ist der Dom«nd das ist das Rathaus". Aber er sagt mir nicht wie sie aussehen.„An dem Dom sind unten so Tiere", sagt er. Das ist alles. Wir gehen durch eine andere Straße und Willi sagt:„Das ist unser Haus". Von dem Haus hat er mir schon erzählt. Es ist ein altes Haus, so alt wie die Stadt. Das Dach ist dreimal so hoch wie das Haus und hat fünf Böden überein- ander.„Da haben wir Kinder uns immer gegrault. Wir schliefen im selben Bett, mein Bruder und ich. Da krochen wir immer ganz ineinander." Wir gehen weiter und Willi sagt:„Und dies ist das Unter- suchungsgefängnis". Die Stadt ist groß und man wird müde, wenn man die Straßen nicht sieht, durch die man geht. Willi muß mich nach Hause bringen. Nach Hause— das ist unser Blindenzimmer. Ich habe Angst davor, wieder sehen zu können. Die�Wett ist so groß, es gibt da so viel. Was wird es sein, das ich sehen werde? Ich fühle mich so geborgen in meinem Bett. *** Visher habe ich nichts Schlechtes von Kalla erzählt. Ich habe nichts Schlechtes von ihm gewußt. Aber niemand ist so. wie er anfangs scheint. Man kennt einen Menschen nicht, von dem man nur Gutes, von dem man nur weiß, was einem gefällt. Man kennt einen Menschen erst, wenn man mit ihm lebt. Oder wenn man ihn liebt. Liebe macht blind? Was ist das für ein Unsinn! Liebe macht sehr scharfsichtig. Man sieht so scharf, wenn man liebt, daß man durch alle Fehler und Schwächen hindurch auch das noch sieht, was hinter ihnen ist. Ich spreche mit Willi von den Verbrechen, und den Sünden und all den Dingen, die man nicht tun darf, die wir aber, obwohl man nicht darf, doch zu tun imstande wären. Wir sprechen zuerst vom Stehlen und dann vom Lügen. Wir haben es beide in der Schule gelernt. Und das Stehlen beim Militär. «Aber könntest Du jemanden umbringen, Willi? Stehlen? Ja. Das hat er schon zugegeben. Aber um- bringen?„Nein, das könnte ich nich. Hch könnte n ich mal 'neu Hund totschlagen. Ich kann ja nich mal n Kaninchen schlachten. Mein Bruder, der kann das. Der haut die Ka- ninchens so mit der Hand in den Nacken und denn nimmt er 'n Messer. Der kann sie auch abziehen. Das konnte ich nich." Ich bin mit einemmal ganz betrübt, als ob ich von einem geliebten Freund etwas sehr häßliches gehört hatte, �»ch hatte an Kalla gedacht, wie an einen Freund, von dem man nur Gutes weiß und nur Gutes erwartet. Und nun? Nach einer ganz bestürzten Pause sage ich:„Dann wird er sicher doch ein Verbrecher. Dann bringt er sicher noch Men- scheu um.",., Wie einen Urteilsspruch sage ich das, ohne Gnade und ohne Mitleid. Wie ein erbarmungsloses Todesurteil. Ich mag nichts weiter reden und gehe nach draußen auf die Latrine. Das ist der einzige Ort, wo wir allein sein können. Aber mein ssartes Urteil tut mir schon leid. Er kann ein Kaninchen schlachten?— Nun gut! Soll er mir dcsyalü nun nicht mehr leid tun? Soll ich deshalb nicht mehr an ihn denken? Ist es seine Schuld, daß er so etwas tun kann? Ist er deshalb nicht mehr mein Bruder? lFortfetzung folgt.) 15. Distrikt. Diensiag. 7 Uhr. Distriktsversammlunz in der Kronenkrauerci, Alt-Monbit. Tn«czordnu>ig: Bericht»er Delegation nom 2. Kongrest der Internationale«UZ Liookau. Referent: Eenost« Ditlman«. Korreferent: Eenosie Stöcker. Mitgliedsbücher legitimieren. IS. Tistrilt. Montag, C Uhr, Sitzung der Kommunalen Kommiifion in der Schul- aula, Tegeler Str. 20. Dazu werden alle in der Kommune ehrenamtlich tätigen Eenoffen eingeladen. Vorzuaslarten für Montag, lg. September, zur„Inier- nationale". Walhalle-Theater. find noch in den Abteilunaslokalen zu haben. »?. Di, tritt, l. Abteilung. Kommunal« Kommiifion. Sitzung Dienotaa. 7 Uhr. bei«roll. Utrechtcr Str. 21. 17. Tistrj.t. cheut«, Sonntag, norm, s Uhr, Mitqllederoeriammlnng In den Pharusialen. Wullerstr. 112. Tagesordnung: Di« 2. International«. Referenten: Sen. Stocker und Ledebour. Reu Mit. Bildungslommilston. Dienstag, atend 7 Uhr, Sitzung im Zdeal- Kastno. Weichfeistr. S. Di« Obleute der Elternbeiräte und der uoriaen Korn- «>Mon,a fiad dazu eingeladen. lsteutöSa." �'---------- »...._........_______ tige- Sitzung Pri»z-Sandier»-Ttr. Eck-cneberg-, Friedenau. Montag, baroffaplatz, außerordentliche Mitgliederoerfammlung. »ahmcdedingungen der 5. Znterualionale und die tl. S. 7 Uhr, in der«ula der Chamissofchule. Bar- Tagesordnung: Die Auf- ________ 6. JB. Resere»!: Genoffe Genosse Rosenberg. Ohne Mitgliedsbuch lein Zu- '>alb- Stund« oorher. Handzettel find Sonntag nerfammlung, 8 Uhr, Beriandslokak, Zlbfertigungsrau«. Belle-Zllliance-Str. 7-lv. — Aachgruppe 15(Chemischer Großhantell: Die auf Dienstag, 11. September. abends Uhr. I» den Prachtsälen Alt-Berlin, Blumenftr. 10, sestgefetzte Mit- aliederversammlung findet erst am Montag, den 2V. September, statt. Ein- ladungen ergehen noch. Deutscher Tronsportartelter-Berianb.(Buchhandel. Mustkalien, Kunst-, Sortl- ments- und Verlaas-Anftallen.) Montag. 7 Uhr, in der 17. Semeindeschule, Aula, Swllschreiberstr. 54, Mitgliederversammlung. — Goldleistendranche. «ich nach geierabend. «richt über di, »Hausdiener ver lsundenen tagt eine d ZS, adzuholcn. Dr. Löwcnsteill. Korreferent: tritt. Geschästsleitung ti früh bei Biene«, Totens Bezirk Lichtenberg. S. Biertet. Dieasta», 11. September.».... »ersammlung in der Aula der Schule Siegfriedstr. Die Genossinnen und Genossen der ib. Abteilung werden gebeten, um«7 Uhr zu"' Lichtenberg. 4. Lieetel. Diensta>...... abends S Uhr. Biertels- ... enosst erscheinen. IM Uhr. Versammlung in der Lula Markt- Znternationalc. Referent: Een. Stöstlnger. bei Ranck. Fichteftr. Wichtige Tagesordnung. . ße ll—>2. Tagesordnung: Di« Z. Internationale. Referenl: Een. Stäb «egNtz. Monlar-----"""'~"-a—~ t •Ummtetf, Äi.____________ WI__ WW m. neuen Rathaus. Kaiser-Allee Ecke Schaperstrasje, Tie 8 Uhr. Im neue» Rathaus� Sitzung des erweiterten Uhr, im neuen Rathaus, Sitzung des Bilduna-ausschuffes. Wilmersdorf. Schmargendo»!, Truuewald. Dieienigcn Eltern, deren Kinder an der Jugendweihe teilnehmen lalle», werden gebeten, ihre Abreisen sofort in der .-„gjjg"■ Spedition Lreihett", hindendurgstr. 51. abzügeben'. Vereinskalender «llteu. Versammlungen am Montag: Zentral»«»»«»» de» Fachgruppe 2a(Gemeindeangeftellte): Mitgliederversammlung.»>4 Uhr,«Sewerkschastshaus, Großer Saal. Engeluser 15.— Fachgruppe 10 Fi(Krawattens: Mitgliederoerfammlung. 7 Uhr. Verbandslokal, Blauer oaal, B»lle-Allt«nc«-Str. 7-10.— Fach- gruppe Iis(Elsen- und StahlgrotzhandelZ: Oesfentlich« Versammlung, 7fü Uhr. Mufitei-SSl«. Kaifer-Wilhelm-Str. 31.— Fachgruppe 15a(?. S. S.-Konzerns: ammlung, 7 Uhr, GeselUchastzba»» am Hackeschen Mark«, Rosen- «.- Facharup»« 15d lBaiterie. und El«m«nle-?ndustri»s: Mit- liung, 7 Jlhr, Haocrianbs Festsäl». Rene�z�iedri�jtr.�55.— Fach- (Unstt. 17-%' Funk'.ionärversammlui rhaler Str. 3«.— gsieder Versammlung. 7 Uhr, gruppe lS f(Briesumlchlag Vi Uhr. Sophienfale, Sophi1 Packer. Kutscher, Dien. tag. 11. September, . bei 5,ebmann. Engeluser 1 c. Tagesordnung: _______. stattgefundenen Tarisverhandlungen. Transportarbeiter-Berbau». Siemenzkonzern-Vertrauensleut« der Transport- arbeiter. Dienstag. 1 Uhr, bei Rarfand. siemensstadt, Ronnendamm-Allee, Ver- trauensmänner-Konfersn». Verband»er Fobrilarbeiter. Funktionäre 5 Uhr, in der Schulaula Dresdener Straße ll. fchen Industrie. Mitgliedsbuch und Funktion nur Mitglieder der freien' Gewerkschaften. Zentralverband der Schnhmacher. Ballschuhmacher. Montag. 5 Uhr. im Lokal Eöpeniler Str. lZ7a. kllo-Funltionäre der Eefundheitsindustri«. Wontag, 5 Uhr, Funktionäroerlamm lang in der„Bierglocke". Belle-Allianee-Str. 105(also»icht im Roten Saal de- Zentralvirbandesj. Wichtig« Tagesordnung. Jeder Funktionär muß kommen. Betriebsräte de» Untergruppe 5 Metolliudnstri«. Flugzeug-. Fahrradinduftrie, Wagenbou. Dienstag, S Uhr. Eruppenversammlung. Schulaula, Koppenplatz. Republitanischer F»brer-«»nd, Bezirk g sN-rdens außeiordeniliche Mitglieder- «MMM-W Branchcn-Versammlung Wilmersdorf. 12» Gr. Gerftengrauxen»zw. Gerstengrütze(421 zum Preist»jj 0J1 bzw. 0,73 M. 250 Er. Marmelade lR). Voranmeldung für den B-JSZ Weizengrieß für Kinder im 1. und 2. Lebensjahre in den in unserer A«°" machung vom 9. d. M. genannten Kolonialwarengefchäften. A. Für 0!!«-. Mütter: 1 Pfd. Räbrmitfel, 50 bis 200 Er. Trockenganzei, l D-f- 3 Dosen Kondensmilch. B. Für stillende Mütter: 2 Pfd. Nährmittel,» 200 Gr. Trockenganzei, 1 Dose Malzextrakt.•, � Treptow. 250 Er. Reis(55). Für Jugendliche 500 St. Nudeln.. Für W"" über 65 Zahre 500 Er. Hasergrüt-e(7).... -�2 � ö �2»---_ 4 4 517-a r- � rr tr* rl TV rrre� Clav 4s?»«-(T» r» T(chd tt rtT tT UÜ Uli z?? und l Päckchen Woche 150 l-r. Kunsthonig(50)._ Reinickendorf, zh Pfd. Haferflocken(12 und 12), 10 Er. Butter, 150«Sr©W Auf den September-Abschnitt der Kinderkarte A, B and C gelangen ab 11. o-„ in den amtlichen Verkaufsstellen und den Konsumgenossenlchasten solgende zur Ausgabe: Karle A: 2 Paket« Zwieback, 1 Pfd. Haferflocken, vjd- mehl. 2 Pakete Milchsüßspei:«. Kart- B: 1 Dose Malz, hj Pfd. Vact S3 V, �sd. Gerstenmehl, 3 Pakete Milchiüßspeis«. Karte E: i Pst. S°fe-!>�. 1 Dose Apfelmus, 3 Pakete Milchfllßipeise,-» --'-------—---—-•■-----———-— iffjj|__ RAA__ fCo_ WB Abschnitt 170 250 Är. Küchenmehl. 500 Cr. Hafersocke«. schnitt 177 850 Gr. Rindertalg, 500 Gr. Maisflocken. Abschnitt 178 500 Er. «lt-Tlienicke. iber..Die Kommunistisch« Zugend-Znternationale" statt.> � � Eozioltsiische Proletarlerjuoend. vrlsgruppe Treptow. Am �onntaa fallt du lnterhaltungsabend au». Dienstag Vortrag:„Was ist Sozialismus. Unierhaltungsabend Lebensmittelkalender Brotoerforgung. In du nächsten Woche wild vrot nur auf Brotkarten mit dem SUcbwart..Wnrzel" ansaecieoen. Berlin. In der Woche vom 15. bis 10. September bezirksweise 250 Er. aus- ländisches Gefrierfleisch oder inländische» Frischlleisch. Eharlottendurg. Eroß-Berlincr Ltbensmilielkart«. Fleisch 250 Gr., Gersten- labrikat» 125 Er.(12). Charlottenburger rote Nahrunasmittelkarte: Reis 500 Er. (557). Haferflocken 500 Er.(358,. R-isM Er.(340). Rote Grütze. 5 Päckchen(Sil). Neukölln. Zn der�nächsten Woche� Verteilung von Haserstocken und zwar aus Ferner auf Abschnitte Nr. 37. 38. 12 und 13 der Eroß-Berltner Lebensmittelkarte je 125 Gr., ins- A 1 der Eeptember-Milchkart« 750 Er., auf A 2 500 •""— d �-Berliner Lebcnsmi fn den städtischen Verkauf ellen werden samt- gesamt 1 Pst. Mühlensabrikate.____,_________________ liche Krankennährmittel sowie all« Artea von Lebensmitteln zur Versugung ge- hallen. melade, 100 Gr. Sqrup. Näbrmiltellarte: 250 Cr. Eraupenmehl, 250 Er. Kriegsbeschädigte erhalten aus Abschnitt ll 500 Er. Maisjlocken, 500 Er- Alt- Leute(38. Woche): 250 Er. Sago, 125 Er. Graupen. 1 Palet Zs>« Werdend« Mütter erhalten auf die Wochenkarte, Abschnitt 5 250 Cr.. 500 Er. Maisilacken, 250 Er.»ag». Aus die Nr. 170 der Alt-Glienick«, mittelkarte 7 Pst. Kartoffeln. Pankow. 250 Er. Hafers locken(12 und 13). Verantwortlich für die Redaktion: Leo Liebschütz, Berlin-griedenau._ antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig K omerin er. KarlsLor� V«rlag»gcn> «nschaft ' riulerei eiheit" e. S. m. b. m. b. H.. Berlin .. Berlin.— Druck der .. 2, Breite Straße 8-9. M Wfeleii mtwies M Den Weg zur Lösung de- Weltproblems zeigt das Buch .KM!keWßoöerLsMel-.von Wiih. Do� Preis geheftet Mark 12.— Gebunden Mark 14.40 � großer Bedeutung ist es, daß endlich ein Mann den en Ideen an die OeffenUrchkeit zu treten, um sie durch die« geschaffene Organisation der.Mensch-Erde-Bund° zu verniirklichen./ Diesem gehören bereit» eine große Anzahl heroorragendster Männer der Wissen,� Literatur, Kunst und PoNtik an./ Au beziehen durch: �, Voglers Bücherkabinett, Berlin SW 11. MMrasie«, Abtlg- Don außerordenltü funde» hatte, mit seinen «. o. m.d. H. Kon$um-Genossenfchaft Berlin u. Umgegend Hanufakturwaren-Lager: Brunnen-Straße 108�190 1. Et.(am RosenthaSer Platz) IIUIIillllllllUtlillUIIUIliUilUUlUUUlUiHUIIIUIIIIIUUlUIUIIUnUUllttitliniiillllllUIIIIIIIIIIUIIIIIUIIIIIIliUlllllllilliUllllllUlllllllllllllllllllllllllllllllilllllllililllliilllillllllllllllllllllllllillllillllillllliflllltllUllltlllUllillIHHHIlUIIUIIIIIilllllllllllllllilllllltIliUlllllltllllllllllllllllllllM Das Geschäft ist vo» 9-6 Ahr geöffnet| günstige Ängeüßte! Verkauf nur an Mitglieder Louis lanatuch, 80 cm breit.......... Mir. 15.90, 17.50 Louisianatuch, extra stark, 130 cm breit.... Mir. 29.SO, 34. 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