:.a Sin >2, Sa U" irgj s-l bfl if8« .w fj ten >hel id Im iai ttai d» A- w> tibi ffrt W ta (Olli ili� et« ieiw ing «»o bei Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Mittwoch, 13. September 1920 Rümmer 384. Morgen-Ausgabe "*-....__________.._________ _»odiwluaa., Sonntag« mnd Montag, mit io_ m Sr-?.?0®*'"?!? beträgt M freier Zlistellnng in»(,ans für®ro6«®erll« ber Spedition selbst»bgeholi S.kiv M. ffür Poft. �nen �erffttn ber Vnab�noldett SojMöemofmtie Sfeutfißtanbä f|W r» e*t< 104) UV ttal .fV »e« 1» isrf ia* «S KU» eob Set. s?. i:3 -US' Partei, Gewerkschaften und Räte in der 3. Internationale Von Rich. Müller. Rußlands Friedenspolitik uii9 wie vz/i-uiiwe, wie wwu jcuet weite| Ablehnung der Bedingungen ins Feld geführt werden. Die Gegner des Anschlusses zeigen einen Opportunismus, der den klaren Beweis dafür bietet, daß sie unser Leipziger Aktions- Programm nicht begriffen oder dafür nur ein Lippenbekennt- übrig haben. Unser Aktionsprogramm erkennt das Bestehen der sozialen Devolution an und erklärt, daß unsere nächste Aufgabe die Eroberung der politischen Macht sein muß. Dazu bedürfe tos Proletariat der Unabhängigen Sozialdemokratie, also riner politischen Partei, die rückhaltlos auf dem Boden des revolutionären Sozialismus steht, der revolutionären Gewerkschaften und des revolutionären Rätesystems. Die U. S. P. D., also die politische Partei, müsse dem Kampfe des revolutionären Proletariats als Führerin und Banner- »rägerin Inhalt, Richtung und Ziel geben. Denjenigen Parteigenossen, die dieses Programm nicht nur als eine platonische Erklärung ansahen, sondern über die praktische Anwendung nachdachten und es verwirklichen woll- ten, mußte es klar fein, daß nicht nur mit dem Programm Und der Taktik der alten Sozialdemokratie gebrochen wurde, sondern daß die praktische Verwirklichung des neuen Pro- gramms auch das Verhältnis der Partei zu den Eewerk- schaften ändere. Indem der Leipziger Parteitag auf Be- treiben der anwesenden Gewerkschaftsführer die Erörterung rder Eewerkschaftsfragen von der Tagesordnung abfetzte. Uahm er dw Möglichkeit, das durch das Programm geschaf fette neue Verhältnis zu klären. t*v>... rr» r. V.J....... t 9» IßJ -»-> ite (V. trf ir» —-viuimf uiiw rvit «er dritten Internationale? Früher wurde der Partei die Führung der politischen Kämpfe und den Gewerkschaften die Führung der ökono- tischen Kämpfe zugesprochen. Wer die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie und der Gewerkschaften kennt, weiß aber, daß die zentrale Gewerkschaftsleitung sehr stark die Politik der politischen Partei beeinflußte. Ihrem Druck nachgebend, billigte der Mannheimer Parteitag vom Jahre 1906 der Generalkommission der Gewerkschaften das ent- scheidende Mitbestimmungsrecht bei politischen Streiks zu. Als der Leipziger Parteitag das Aktionsprogramm unserer Partei festlegte, warf er das Mannheimer Abkommen und oamit hrr Kismpi'kstbakten het -S n»i rn* rjt- DP -t« cW U* Ä 16, ;S <2 »in 2 IW 3 ,, j der Partei zusieht; er sprach aber auch aus, daß zur Durchführung dieser Kämpfe es der Eewerk- schaften bedürfe, die sich zum unverfälschten proletarischen Klassenkampf bekennen, also revolutionär sind. Die dritte Internationale weist der ihr angeschlossenen Partei auch die Führung der politischen Kämpfe zu,' sie soll das zusammenfassende und leitende Zentrum sein, das die gemeinsame Leitung der verschiedenen Formen der prole- torischen Bewegung— Gewerkschaften, Konsumvereine, Be- "iebsräte usw.— in der Hand hält. Unser Leipziger Parteitag wie auch der Kongreß der dritten Internationale nahmen die Gewerkschaften wie sie heute noch sind. Sie sind Massenorganisationen, deren Mit- glieder zu einem erheblichen Teil noch einer kleinbürgerlichen oder scheinsozialistischen Ideologie anhängen, denen der revo- totionäre Sozialismus fremd ist. Die Leitung der meisten �-werkschaften befindet sich zur Zeit noch in Händen reaktiv- Uöv-r Leute. Die U. S. P. D. und die dritte Internationale will mit ihnen und ihren Gesinnungsgenossen nichts gemein haben. Gewerkschaften oder ihre Leitungen als gleichberech- »flte Faktoren zur Führung politischer Kämpfe anerkennen, hwße jede politische Aktion gefährden. Der Kapp-Putsch tollte uns eine Lehre sein. Das erkannte auch der Leipziger Parteitag an, sonst hätte er nicht von revolutionären Gewerkschaften gesprochen. Oder glaubt jemand, der Leip- Lger Parteitag habe aussprechen wollen: die politischen Aktionen müssen vertagt werden, bis die Gewerkschaften revo- totionär geworden sind? Das wird niemand behaupten, der oas Bestehen der sozialen Revolution anerkennt. ..AZill eine politische Partei die Führung des Proletariats, toe Führung der politischen Kämpfe und oer revolutionären Aktionen des Proletariats übernehmen und hat sie erkannt, toß bei diesen Aktionen die Massenorganisationen des Prole- toriats mit hineingezogen werden müssen, dann muß sie ver- lUchen, diese Massenorganisationen in ihre Hand zu bekam- toen. Damit ist nicht gesagt, daß sich, diese Massenorganisa- "onen der Partei organisatorisch angliedern, sondern � muß versucht werden, den Geist der Partei auf diese Organisationen zu übertragen, indem sie ihre Mitglieder toneinschickt, sie muß versuchen, die Führung dieser Organi- totionen in die Hand zu bekommen, indem zuverlässige Parteigenossen an die Stelle der reaktionären Füfcm gesteht Die Verhandlungen in Riga Moskau, 14. September. Der polnische Minister des Aeußern hat dem Bollskommissar Tschitscherin durch Funkspruch mitgeteilt, dah Andrer Li» witkij, der Vorsitzende der ukrainischen diplomatischen Mission in Polen, ihm den Vorschlag mache, die Friedensverhand» langen zwischen der Friedensdelegation der sozialistischen fS- derativen Sowjetrepublik Rußlands und einer Delegation der Re- gierung der demokratischen Republik der Ukraine in Riga zu er» öffnen. Die rumänische Regierung hat auf den«euen Frie- densvorschlag der Sowjetregierung geantwortet, daß auch sie die Herstellung friedlicher sreundnachbarlicher Beziehun- gen zwischen Rumänien und Rutzland wünsche und in kurzer Zeit ihre Borschläge über die Bedingungen eines Uebereinkommens mitteilen werde. Dem Geschäftsträger P e r s i e n s in London, G h a f f a r Khan, ist mitgeteilt worden, datz man der angekündigten An- kunst des Gesandten Mechar Saltanek in Moskau mit großer Gr» nugtuung entgegensehe. Die russisch« Sowjetregierung versichere erneut, datz sie sich n i e in die inneren Kämpfe in Per- fien einmischen werde, gegenteilige Behauptungen müßten auf Mißverständnissen oder BöswMigkeU beruhen. Reue russische Offensive HR. Paris, 14. September. Die Pariser Ausgabe der„Chicago Tribüne" veröffentlicht einen angeblich au, Moskau aufgefangenen drahtlosen Bericht. Danach soll«ine neue russische Offensive gegen Polen begonnen haben und die polnische Armee sich bis au? Vrest-Litowsi zurück- gezogen haben. Die neue russische Mobilisation soll so ausge- dehnt und die Rote Armee so ausgezeichnet organisiert sein, daß Moskau sich in der Lage sah, den Befehl zum allgemeinen Vor- marsch zu erteilen, um neuerlich dieEinnahmeWarschaus zu versuchen. Die Rote Armee soll bereits Kusniza und verschie- dene andere Städte südwestlich von Erodno besetzt haben Die polnischen Angriffe in der Gegend von Opalin sollen vereitelt sein. TU. Helsingfors, 14. September. Nach den hier vorliegenden Nachrichten aus Rußland ist Trotz« im Begriff, einen W i n t e r f e l d z u g großen Stiles gegen die Polen einzuleiten. Er stellt neue Heere an der Beresina und am oberen Dniepr auf. Gefechte mit günstigem Verlauf für die roten Truppen, die ver« (chiedene Plätze erobert haben. In der Gegend von Bnalystok, Brest-Litowsk und Wlodawa dauern die Gefechte fort. Am Bug ist der Feind wiederholt durch Gegenangriffe der roten Truppen zurückgeworfen worden. Südwestliche Front: In der Ee- gend von Lemberg dauern die heftigen Gefechte fort. Bei Rogadno haben die roten Truppen mit Erfolg gekämpft. In der Gegend von Galitsch hat der Feind wiederholt Versuche gemacht, über den Dnjestr zu gelangen, und zwar 8 Werst südlich von Mariampol. Diese Versuche sind sämtlich, abgeschlagen worden. Waffenstillstand zwischen Polen nnd Litauen Kopenhagen, 14. September. Nach einer Kownoer Meldung ist der Waffenstillstand zwische» Polen und Litauen in Kraft getreten. Russischer Heeresbericht HR. Moskau. 14. September. Der Heeresbericht vom 18. September lautet: Westlich Front: In der Gegend 22 Werst südöstlich von Erodno lokal Werst südöstlich von Erodno lokal- Die englische Arbeiterbewegung in russischem Lichte OE. Kopenhagen, 14. September. Im Zusammenhang mit der Meldung der„Daily News", daß Lloyd George in seiner Unterredung mit Kamen ew diesem seine Beziehungen zu der„Council of Act ton" genannten britischen Arbeiterorganisation zum Vorwurf gemacht habe, ist ein rufstscher Funkspruch von besonderem Jnieresse. der beweist, welche große Bedeutung von bolschewistischer Seite diesem britischen „Mtionsrat" beigemessen wird. Der Funksprach bezeichnet die Bildung des AktiouSratS in London als ein in der Geschichte England? ungewöhnliches Ereignis, betont die Schnellig- feit, mit der er geschaffen wurde und unterstreicht die Achnlich- kett dieser neuen britischen Arbeiterorganisation mit den russtschea Arbeiter- und Söldatenräten ans der Kerenski-Zeit. Nach bolsche- wisttscher Ausfassung hat der neue AktiouSrat sofort die Bedeutung einer halbstaatlichen Behörde gewonnen, die gegründet worden sei, um, nach eigener Erklärung, die Regierung zu kou» lrollicren. Der Funkspruch schließt:„Die Vertreter des„Council of Actio«' werden vou Lloyd George empfangen und eS fehlt nnr noch, daß sie ihm ihre Bedingungen diktieren. Unter diesen Verhältnissen hört die Politik des englischen Premierministers auf, eine unab- h ä n g i g e zu sein, denn sie ist mit der Kontrolle durch die neue Arbeiterorganisation verknüpft." Kamenew auf der Rückreise * TU. Thriftiania, 14. September. Kamenew ist auf dem Dampfer„Jupiter" in Bergen cinge- troffen. Die norwegische Regierung hat ihm gestattet, drei Tage in Norwegen sich aufzuhalten. Er will diese Zeit zu Konferenzen mit werden. Daß es möglich ist, Massenorganisatfonen durch eine politische Partei zu beherrschen ohne organisatorische Angliederung, beweisen die Verhältnisse in Rußland. Dort sind die Gewerkschaften der Kommunsstischen Partei formell untergeordnet, aber die 600 000 Mitglieder der Kommunistischen Partei beherrschen geistig nicht nur die 4X Mil- 'to"®" Mitgltedcr zählenden Gewerkschaften, sondern auch die 80 Mulionen Arbeiter und Bauern, die durch die Sow- lete vertreten werden. In Rußland ist somit die K. P. zur Führerin und Vannerträgerin des Proletariats geworden. Dabei will ich nicht sagen, daß auch in Deutschland das Gleiche von heute auf morgen erreicht werden kann, aber es soll und muß auch in Deutschland erreicht werden. Zweifellos hat unsere Partei die Konsequenzen aus ihrem Aktionsprogramm in Bezug auf ihr Verhältnis zu den Ge- werkschaften nicht gezogen. Wie weit ein Teil unserer Ee- Nossen, die heute Gegner des Anschlusses an die 3. Jnter- nationale sind, davon entfernt ist, in Zukunft die Konscquen- zen zu ziehen, beweist die Entgegnung des Genossen Seidel, die er meinem Artikel in der„Freiheit" vom Sonntag, den 12. September, widmet. Der Genosse Seidel lehnt die Uebernahme der zentralen Führung der politischen Kämpfe und Aktionen durch eine politische Partei ab. Er hält unter Umständen in gewissen Formen eine gemeinsame Leitung der Partei, Ge- werkschaften und Betriebsräte bei Aktionen für möglich und führt als Beispiel den Boykott gegen Pt len an. Das ist eine opportunistische Auffassung, ein Festhalten an dem Vqtzhält- nis zwischen Partei und Gewerkschaften, wie es vor dem Kriege bestand, was dem Geiste unseres Aktionsprogramms, wie auch den Beschlüssen der 3. Internationale widerspricht. Genosse Seidel wendet sich aber auch gegen die Bildung der von der 3. Internationale geforderten„kommunistischen Zellen" innerhalb der Gewerkschaften und glaubt, daß ein Vorgehen der Zentralverbände gegen eine solche Opposition nicht aufzuhalten wäre und die Spaltung der Gewerkschaften erfolgen würde, wie sie nach den Leitsätzen der Kommunifti- schen Internationale geboten und erlaubt sei. Die Leitsätze ziehdn die Möglichkeit einer Spaltung der nationalen Gewerkschaften nur heran,„wenn der Verzicht auf die Spaltung gleichbedeutend'' sein, würde init dem Verzicht , auf die revolutionäre Arbeit in den Gewerkschaften und mit j dem Verzicht auf den Versuch, aus ihnen ein Werkzeug des revolutionären Kampfes zu machen» Das Ziel und Wesen der Gewerkschaften soll höher ge- stellt werden als ihre Form. Gegen diese Selbst- Verständlichkeit kann doch nur derjenige etwas einwenden, der die Organisationsform höher stellt als die Notwendigkeit des proletarischen Klassenkampfes. Trotzdem erklären die Leitsätze, wenn sich eine solche Spal- tung notwendig mache, dürfe sie nur erfolgen, wenn es den Kommunisten möglich sei, die Notwendigkeit der Spaltung den Massen verständlich zu machen. Eine Spaltung der Ge- werkschasten überhaupt außerhalb des Bereiches der Möglich- keit zu legen, kann doch nur jemand, der die Geschichte der Arbeiterbewegung nicht kennt und die heutigen Organisa- tionsf armen des Proletariats als das Höchste und Hei- ligste ansieht. Daß eine solche Spaltung vom Exekutiv- komitee der 3. Internationale angeordnet werden könnte. wird wohl niemand behaupten. Sinowjew erklärt in seiner Schrift:„Die Tagesfragen der internationalen Arbei- terbewegung", die Kommunistische Internationale denke gar- nicht daran, alle kommunistischen Parteien über einen Kamm zu scheren, sie sei sich dessen bewußt,„daß die Arbeiter der verschiedenen Länder mit einer ungeheuren Mannigfaltig- keit von Bedingungen zu rechnen und sich in ihrer Taktik diesen Bedingungen anzupassen haben." Anders steht es mit der Amsterdamer Eewerk- fchckftsittt er nationale. Hier fordert die 3. Jnter- nationale die Spaltung. Sie erblickt in dieser Internationale einen Bestandteil der 2. Internationale. Und das mit Recht! Die Sozialverräter vom Schlage Scheidcmanns, Brantinas, Daszinskis suchen jetzt über die Amsterdamer Ee- Werkschaftsinternationale nochmals Einfluß zu gewinnen auf die internationalen Arbeitermasseft. Die Legiene aller Län- der, als Repräsentanten der Amsterdamer Eewerkschafts- internationale, haben sich des gleichen Verrats schuldig ge- macht wie die würdigen Repräsentanten der bankrotten 2. Internationale. Sie ziehen mit diesen an einem Strang. Wer die 2. Internationale ablehnt, muß logischerweise auch die Amsterdamer Internationale ablehnen, denn beide sind von gleichem Geiste getragen. Daß daraus eine Spaltung der nationalen Gewerkschaften erwachsen könne, vermag ich nicht zu glauben. Welcher Internationale sich eine Gewerk- schaft anschließen soll, darüber entscheiden doch wohl die Ee- werkschaftsmitglieder. Die revolutionären Parteien aller Länder verließen die 2. Internationale. Die diesen Parteien angeschlossenen Gewerkschafter werden dafür sorgen, daß der .Amsterdamer Eewerkschaftsinternationale der Einfluß auf die Masten genommen wird. Sehr eingehend beschäftigt sich der Eenoste Seidel mit den Betriebsräten und der selbständigen Betriebsräteorgani- sation. Unter Hinweis auf das Bejtreben der 3. Jnternatio- nale, die Sowjets ins„Schlepptau der Kommunistischen Partei" zu nehmen, fragt er, was da von der von mir und meinen Freunden bisher verbreiteten Lehre von der Selb, ständigkeit und Bedeutung der Räte noch übrig bliebe, ob wir die bisher geforderte„Priorität der Räte über Partei und Gewerkschaften" aufgeben. Zunächst möchte ich feststellen, daß ich niemals die Räte über die Partei und Gewerkschaften gestellt habe. Soweit mir bekannt, hat das auch keiner meiner Freunde getan. Wohl aber haben wir das R ä t e f y st e m als ein Überpartei- liches Gebilde bezeichnet. Daraus mag sich wohl die vom Eenosten Seidel uns angedichtete Auffastung ergeben. Sollte man den Begriff„Räte" mit dem Begriff„Rätesystem" iden- tifizieren, dann bin ich gern bereit, beides zu erläutern. Wenn wir die selbständige Räteorganisation fordern und mit aller Kraft erstreben, so deshalb, weil wir darin einmal die Vorarbeit für das kommende Rätesystem erblicken und dann mit den Räten und durch die Räte die Arbeiter als Klaste erfasten und in Bewegung bringen wollen. Daraus ergibt sich das gleiche Verhältnis der Räteorganisation als der Mastenorganisation des Proletariats zu der Partei, wie es sich aus dem eingangs dargelegten Verhältnisse der Ee- werkschaften als Mastenorganisation zur Partei ergeben hat. Eine politische Partei, die die Führung der Arbeitermasten übernehmen will, muß auch versuchen, die Räteorganisation geistig zu leiten und zu beherrschen, wie es bisher von uns, gestützt auf unser Parteiprogramm, mit Erfolg versucht wurde und jetzt von der 3. Internationale gefordert wird. Zu welch praktischen Auswirkungen die konsequente Durch- führung unseres Leipziger Aktionsprogramms und der Be- fchlüste der 3. Internationale führen muß, zeigen die Verhält- niste in Berlin. Hier sind die Gewerkschaften den Händen der alten Eewerkschaftsbureaukratie entristen. An der Lei- tung stehen unsere Genossen, wobei ich gleich betonen will, daß wir bei der Auswahl nicht immer das Richtige getroffen haben. Ueber die Betriebsräteorganisation vermögen wir unferen Einfluß auf alle Arbeiter und Angestellte geltend zu machen, und wenn wir bei Aktionen, wie z. B. anläßlich des Kapp-Putsches, die Entscheidung in die Hände der Äollver- sammlung der Räte legen wollten, dann legten wir sie damit de facto in die Hände der Partei, da ja diese durch ihre Funktionäre die Vollversammlung beherrscht. Wenn der Ge- noste Seidel darin den Versuch erblickt,„die Partei ins Schlepptau der Räte zu nehmen", sg kann das höchstens auf die oberen Parteiinstanzen zutreffen, die es versäumten, die praktischen Konsequenzen aus unserem Aktionsprogramm zu ziehen. Ich glaube, mit diesen Ausführungen den Vorwurf des Genosten Seidel, ich sei bei der Interpretierung der Leitsätze der 3. Internationale nicht mutig und ehrlich genug gewesen. entkräftet zu haben. Ich glaube auch nunmehr.' unseren Ee- nosten ruhig die Entscheidung über Annahme oder Ableh- nung überlasten zu können. Die russische Gewerkschaftsdelegation Dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund und der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände ist vom Vor- stand des Ortsausschusses der Gewerkschaften Hamburg- Altona folgendes dringende Telegramm zuge- gangen: Delegation der Allgemeinen rnstischen Gewerkschaft wird«ach uns gewordener Mitteilung die Einreiseerlaubnis in Deutschland teilweil« verweigert. Kiesiger Ortsausschuh»erlangt, dah Ge- werkschastsbund aus grundsätzlichen Gründen die Einreifeerlaubnis für alle Delegierten erwirkt und ersuchen, bei Auhenminifterium sofort entsprechend einzuwirken. Nach dieser Nachricht, die uns zu später Stunde zuging, ist den russischen Gewerkschaften die Einreiseerlaubnis immer noch nicht erteilt worden. Es wird höchste Zeit, daß das ge- schieht. Das auswärtige Amt mag sich sagen lasten, daß die deutsche Arbeiterschaft die Einreiseerlaubnis für die Abgesandten der russischen Arbeiterschaft fordert. Neue Streikbrecherkolonnen Eine bürgerliche Korrespondenz berichtet: Zur Sicherung lebenswichtiger Betriebe und zur Verhütung von Ernte-, und Lieferungsstreiks in der L a n d w i r t s ch a f t schweben innerhalb des zuständigen Reichsresfort» Verhandlungen. Die Reichsregierung will ähnlich der technischen Nothilfe zur Verhsttung der Unterbrechung lebenswichtiger Betriebe un- bewaffnete Abwehrorganisationen schaffen nnd eine Verordnung wird hierüber gegenwärtig ausgearbeitet. Die Sicherheitspolizei wird nur im Notfalle in diesen Fällen Verwendung finden. Die Reichsregierung organisiert also die gelbe Pest und Noske macht Schule. Es kann sich hier nur um Maßnahmen zur Erdroste- lung der Landarbeiterbewegung handeln, denn die Erfahrungen mit der Regierung berechtigen zu der Voraussage, daß sie nie wagen wird, ja daß sie auch garnicht den Willen hat, diesen neuen Apparat bei Lieferstreik» der Agrarier anzuwenden. Die Regierung aber mag sich hüten. Sie darf damit rechnen, daß jeder Versuch, die Bewegung der Landarbeiter zu knebeln und das Streikrecht des Landproletariats zu vernichten, genau die ent- gsgengejetzten Folgen haben wird, als die Reaktionäre in der Re- gierung erwarten. Will die Regierung ersprießliche» leisten, so kann sie es nur mit den organisierten Landarbei- tern tun, nie g.e gen sie. Das neue Landwirtfchafts- Kammergesetz Bon unterrichteter Seit« wird de» P. P. N. geschrieben: In dem Agrarproaramm, das der LandwirtschastSminister Otto Braun bald nach Antritt feines Amtes als das Ziel seiner Tätig- kcit bezeichnete, nimmt daS neue Landwirts chaftskammer- gesetz einen bedentungSoolleu Platz ein. Die preußische Landes- Versammlung wird ei bei ihrem Wiederzusammentrttt auf dem Tische deS HauseS vorfinden. Das alteLandwirtschaftskammergefetz, da» bisher tu Kraft war, stammt aus dem Jahr« 1894, also aus«wer Zeit, in der der Gedanke berufsständischer Vertretungen noch neu war. Wie weit das bisher gültig» Gesetz hinter der wirtschafUiche» und sozialen Entwicklung zurückgeblieben ist,»«igt nicht» beut- ltchex, als die Zujaummüchueg de» Landwirtschaft»- .r Htn"**,\v-. k a m m e r n. Mitglieder der Sammern konnten in der Hauptsache nur Grundbesitzer werden(Eigentümer. Nutznießer und Pächter), ferner Beamte landwirtschaftlicher Bereite, endlich Männer, die wegen ihrer Verdienste um die Landwirischaft die Wählbarkeit erhalten hatten. UnuStig zu sagen, daß die beiden letzteren Kateeorien Dekorationsstücke waren. Der Schwerpunkt lag und liegt heute noch beim Grundbesitz. Und zwar vorzugsweise beim Großgrundbesitz. Denn die Wählbarkeit war auch für die Grundbesitzer keine unbeschränkte, sondern ein Min de st maß ocs Grundsteuerreiucrtrages gebunden, daß je nach der Provinz zwischen zwanzig und fünfzig Taler schwankt. Eochou dieser Zensus bewirkte, daß ein nicht geringer Teil der Land- w>rte, die Masse der Kleinbauern, niemals als Verireter ihres Standes in Bettacht kommen konnte, und daß dem Grobgrund- besitz von selbst ein großes Uebcrgewicht zukommen mutzte. Noch stärker wird dieses Uebergewtcht zugunsten des Grob- grundbesitzes � durch das bisherige aktive Wahlrecht der- schoben. Die Wahl der itammermitglieder eriolgt nicht etwa dircit durch die berufstütigen Landwirte selbst, sondern auf dem Umwege über die Kreistage, deren ländliche Abgeordnete ein-, ig wähl- berechtigt sind. Nnn weiß man ja, wie die Kreistage bis zur Neuordnung des Jahres lglS zustande gekommen sind. Man sieht, das alte Landwirlschaftskammergesetz war so zuge- schuilten, daß die Kammern weniger eine Berussverirclung der Landwirtschaft, als vielmehr eine Interesse»ivertretnug des Großagrariertums werden mußten. Ausgeschlossen vom Wahlrecht waren die kleinen Grundbesitzer und die Landarbeiter, denen damit jede Einflußnahme auf die Kammern verschlossen blieb. DaS neue Gesetz schafft uun gründlichen Wandel. Es bringt vor allen Dingen das gleiche, direkte und geheime Wahl- recht für alle Bernfsangehörige, sowie das Verhältnis- Wahlsystem. Der Besitz ist also nicht mehr eulschetdcnd, sondern gleichberechtigt stehen große und kleine Besitzer und die Land- arbeiterschaft nebeneinander. Allerdings werden drei G r u p p e n gewählt, die beiden ersten Gruppen bilden die Inhaber land- wirtschaftlicher Betriebe, die dritte umfaßt alle übrigen Berufsange- hörigen. Aber der Unterschied zwischen den beiden ersten Gruppen liegt nicht mehr in der Größe der Besitzer, sondern in der Arbeit?- l e i st u n g. in der Intensität der Bewirtschaftung, wodurch das bis- herige Vorrecht des Großagrariertums gebrochen wird. Mit dieser Demokratisierung des Wahlrechtes für die Lanbwirtschaftskammern ist ein großer Fortschriit erzielt. � Es müssen genauere Mitteilungen über das allerdings sehr wichtige Gesetz abgewartet werden, � bevor ein Urteil inöglich ist darüber, ob die Lösung der Frage, die hier versucht wird, den An- sprüchen genügt, die die LandeSvertretcr stellen müffen, wenn sie sich auf eine solche berufSständtsche Vertretung einlasse» sollen. Der Steuerabzug Die Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes über den an- fänglich durchweg zehnprozentigen Steuerabzug wurden mit Wir- kung vom 1. August 1920 ab erheblich geändert. Das steuerfreie Existenzminimum und die Progression der Steuersätze werden jetzt berücksichtigt und es gilt ab 1. August folgendes: 1. Bei ständig beschäftigten Arbertnehmern bleiben abzugsfrei vom Monatslohn 1LS M., vom Wochenlohn 39 M., vom Tages- lohn S M., außerdem vom Monatslohn 49 M., vom Wochenlohn 19 M., vom Tageslohn 1,39 M., für die Ehefrau und jedes zur Haushaltung zählende minderjährige Kind, das nicht selbst Ar- beitscinkommen hat. Bei ständigen wie nichtständigen Arbeitnehmern können vor der Steuerkürzung die vom Arbeitgeber ihnen abzuziehenden Bei- träge zu Kranken-, Angestellten-, Invaliden- und Erwerbslosen- Versicherungskasten, zu Witwen-, Waisen- und Pensionskasten sowie zu öffentlich-rechtlichen Berufs- oder Wirtschaftsvertretungen ab- gesetzt werden. Dadurch vermindert sich der Steuerabzug. Noch weitergehende Ermäßigungen sind für größere Betriebe vorgesehen: in Betrieben mit mehr als 29 ständigen Arbeit- nehmern kann nämlich der Arbeitgeber im Einvernehmen mit der Betriebsvertretung, jedoch nur bis Ende September 1920, bei den ständigen Arbeitnehmern, wenn zu ihrem Haushalt Frau oder wenn sie allein Kinder gehären stehen vom Monatslohn 399 M. 299 M. vom Wochenlohn 75 M. 59 M. vom Tageslohn 12 M. 5 M. als Existenzminimum und Versicherungsbeiträge abfetzen. L. Ständig beschäftigten Arbeitnehmern ist bei jeder Lohnzah- lung zu kürzen, wenn der nach Kürzung der abzugsfrcien Teile verbleibende Lohn, aufs Jahr umgerechnet, sich beziffert auf 15 090 Mt. oder weniger: 19 Proz. 15 999— 89 999 Mk. COn be" 15000 � u»d 15 Proz. vom Mehrbetrag 39 999-59 909, 29 Proz. usw. steigend vis 55 Pro,. , 2. Nichtständig beschäftigten Arbeitnehmern sind im allgemeinen 19 Proz. des nach Abzug der Versicherungsbeiträge auszuzahlenden Lohnes zu kurzen. Der Arbeitgeber hat das steuerfreie Existenz- Minimum bei ihnen nicht zu berücksichtigen. 4. Naturalbezüge sind bei der Kürzung der Steuer als Lohn zu behandeln und. solange das Landesfinanzamt den anzunehmen- den Wert nicht festgestellt und bekanntgemacht hat, mit dem Be- trage anzurechnen, der sich aus den Lohntarifvereinbarungen er- gibt. Bestehen solche Vereinbarungen nicht, so gilt als Wert der vom Vcrsicherungsamte festgesetzte Ortspreis, icdoch nicht mehr als monatlich 125 M., wöchentlich 30 M. oder täglich 5 M. 5. Dienstaufwandentschädigungen(Spesen, Auslösungen), die durch ausdrückliche Vereinbarung festgesetzt sind, gelten nicht als Arbeitslohn. Von ihnen wird daher ebenso wie von Kranken- geldern Steuern nicht gekürzt. In Zweifelsfällen ist jedoch die Entschließung des Finanzamtes einzuholen. 6. Besonder« Entlohnungen für Ueberstunden, Ileberschichten, Sonntagsarbeit und sonstige über die regelmäßige Arbeitszeit hin- ausgehende Arbeitsleistungen sind bis auf weiteres abzugsfrei. 7. Arbeitnehmern unter 14 Jahren wird keine Steuer vom Lohn abgezogen. Sind bis zum 1. August 1929 höher« Steuerbeträge vom Lohne gekürzt worden, als nach den neuen Borschriften elnzubehalten gewesen wären, so ist der zuviel abgegebene Teil bei der nächsten Gehalts- oder Lohnzahlung zugunsten des Arbeitnehmers anzu- rechnen. Hafenstreik in Hamburg Unter den Hamburger Hafenarbeiter» ist ein T e i l st r e i k ausgebrochen. Bürgerliche KorrrspondeuzbureauS berichten darüber in mysteriös klingeuden Nachrichten von aufdringlicher Unwahr- schoinlichkeit. Es wird mitgeteilt, die„Ulitottisten" hätten am Sonntag tu einer Versammlung den Streik beschloffeu, um Lohn- sordernngeu zu erzwingen. Obwohl sie in der Minderheit gewesen seien, hätten sich die nicht der Union angeschlossenen Hafenarbeiter der Parole fügen müssen, da sie von den radikalen Elementen mit Gewalt gezwungen worden seien, die Arbeit nieder- zulegen. Eine so gruselige Gespenstergeschichte ist uuS denn doch lange nicht aufgetischt! worden. Am Montag mittag hat im Gewerkschaftshaus w Hamburg eine neue Versammlung stattgefunden, um über den Streik zu beraten. Darüber wird be- richtet: Die große Versammlung der Hafenarbeiter unter Leitung von I a r ck, in der der Streikbeschluß gefaßt wurde, nahm einen recht bewegten Verlauf. Nach stundenlanger Debatte wurde eine Reihe von Anträgen angenommen, dahingehend:»Die in Hamburg nicht- ortsansässigen Hafenarbeiter werde» aufgefordert, sofort die Arbeit niederzulegen und Hamburg zu verlassen; die Arbeit so lang« ruhen zu lasten, bis sämtliche Forderungen der Hafenarbeiter restlo» bewilligt sind; einen Aktionsausschuß zu wählen für die einzelnen Betriebe, und zwar je nach Größe der Betriebe von drei bis fünf Personen; der Aktionsausschuß gibt die Rtcht- linien heraus; dt« Löhne solle» an Land»ud während der Ar- beitSzeit ausgezahlt werde»; es wird ein Betriebsrat gewählt, der das Periraueu der gesamten Hafenarbeiter genießt." Sin Teil der Versammlungsteilnehmer begab sich»och der Versammlung noch dem Hafenbetriebsvereiu, um liier zu demonstrieren. Eine starke Abteilung Sicherheitspolizei mit Maschinengewehren, urterftützt durck Polizcimanuichaften, vereitelte bisher jedoch jede demonstrativ« Handlung. Die Tätigkeit im Hamburger Hafen ruht. Bis zu« späten Abend des Montag? war alles ruhtz. Die Bewegung wird begleitet von einem leidigen Streit zwisch«» den Organisationen. Die Spaltung und der Streit zwischen de« syndikalistisch orientierten Seemannsbuud und dem Trans' portarbeiterverband spielt auch in die Vorgeschichte der Bewegung hinein und gehört mit zu ihren Ursachen, wie die folgende Meldung zeigt, die auf Mitteilungen von Mitgliedern des Aktions' ausschustes gestützt ist: Einerseits aufgebracht durch die schon seit langem sich hiuzögerudeil Verhandlungen, weiter durch die leidige Frage des sogenannte« K-Karten-Systems und durch die Nichtauflösung des bp stehenden HafcnwirtschaftSrates, sind die Hafcuarbcüer über die Köpfe ihrer Führer hinweg in den Streik getreten. Zu l. wird eine künstliche Verschleppung der Berhandlungen>« der Lohusrage angenommen(bei dem größten Teile wird oo« dringender wirtschaftlicher Notlage gesprochen). Zu 2. Die sog«' nannten A-Karten werden nur an Mitglieder des Zentral« Verbandes ausgegeben. Diese werden auch bei der Arbeits« vermittelung zuerst berücksichtigt. Die Inhaber der A-Karte« (etwa 2090) werden meist die ganze Meche ununterbrochen, oft noch Sonn- und Feiertags und in Ueberstunden besthästigt, wiih« rend die übrigen(auch etwa 2000), meist nur au«inigen Tagen de« Woche Beschäftigung finden. Gefordert wird, daß die Arbeit o«I alle gleichmäßig verteilt wird. Zu 3. Der Hafenwirtschastsrat be« stehe nicht zu Recht und sei keineswegs anzucrlennen, weil»«« Mitglieder des Zentralverbandea an seiner Wahl teil' genommen hätten. Die Kol lenarbeitcr im.Ha«en haben sich bereits mit den Streike«' den solidarisch erklärt nnd auch die Arbeitseinstellung beschlossen- Die Arbeiter sind gewillt, ihre Forderungen restlos und mit aller Schärfe zu vertreten. Der Gegensatz innerhalb der Arbeiterschaft wird im Augenblick dadurch gesteigert, daß die Gewerkschaften Hamburgs ihr« Mitglieder aufgefordert haben, sich nicht au dem Streik t« beteiligen. Obwohl wir den Zorn der Gewerkschaften über die Syndikalisten wohl begreifen, sind wir doch stark im Zweifel ob diese Taktik angebracht ist. Eine Arbeiterorganisation dar! unseres ErachtcnS nie kalt beiseite stehen, wenn die Rot die Arbeiter in eine Bewegung treibt. Die Gewerkschaften sollten ihre Uebel« legenhcit dadurch bekunden, daß sie auch tn so schwieriger Situation den Versuch machen, die Arbeitersehast zu führe«. DaS geht aber nicht, wenn man von vornherein die eigenen Mitglieder auffordert, den Kämpfenden die Solidarität zu versagen. Anscheinend steht die Bewegung auch sehr stark unter dem Etuss«? der Arbeitslosen, die sich durch das allerdings sehr merk' würdig anmulrudc System der Arbeitsvermitlluug benachteiligt fühlen. Der Arbeitskampf in Italien Die Entscheidung der Mailänder GewerkschaftZkouferenz, die stä mit dem Kampf in der italienischen Metallindustrie beschäftigt hat, bedeutet keineswegs ein Einstellen des Kampfes oder eine« Rückzug der Arbeiter, obwohl die Louferen» den Apell a« die letzte Gewalt abgelehnt hat. DaS Unternehmertum hatte de» schärfsten Widerstand gegen den Kampf der Arbeiter dn zwischen organisiert uud sein Druck auf die Staatsgewalt wurde mit jedem Tag sichtlich stärker, sodaß die. heftigste« Zusammenstöße zu«rivarien gewesen wären. Ju dieser Situation entschieden sich die tu Mailand tagenden ita< lieuischcn Gewerkschaftsleitungen dafür, den spoutau au de« verschiedensten Plätzen auSgebrochenen Kampf einheitlich zu« s a m m e n» u f a s s e n und die organisierten Kräfte deS Proletariats zunächst auf einen Punkt zu konzentrieren. Auf solch« Art sollte eine iuS Uferlose gehende Ausdehnung einzelner unüber« sichtlicher Streikbewegungen verhütet uud dt« Bewegung planmäßig zusammengefaßt werden. Nichts anderes bedeutet die Entscheidung der Mailänder Sitzung. Die Unternehmer richteten auch jetzt»och die heftigsten A«' griffe gegen die Regierung wegen des ausgebliebenen Schutzes der Fabriken. Sie rufen ihre Anhänger zum äußersten Wtdersta»» auf. Das Ziel der Bewegung, deren Führung jetzt in der Hau» der Gewc»kschasteu liegt, ist die Einführung von BetriehSräte« und die Sozialisierung der Schwerindustrie. Die sozialistischen Deputierten forder« die soforttge Einberufung de? Parlament?, damit sofort die SozialisierungSmaßregeln beschlösse» werden können. Die K a t h o l i s ch e B» l kS p a r t e t hat sich de« Forderungen der sozialistischen Arbeiterschaft angeschlossen. Hinte« der Aktion der Metallarbeiter und der parlamentarische» Aktion de« Fraktion steht selbstverständlich nach wie vor die gesamte organisierte Arbeite«schaft Italiens tn ungebrochene« Kraft und unter einheitlicher, fester Fühying. nicht verzettelt t» zahlreichen planlosen EinzelstreikS. Die italienischen Gewerkschaften haben mit diesem Eingreifen»n« das getan, was in solcher Situation die Pflicht der mit d«r Führung der Arbeiterschaft betrauten Korporationen ist: Sie hqbe« die Leitung der Bewegung fest in die Hand genommen,«m sie aus den Punkt zu führen, wo nach Lag« der Berhältniss» gegenwärtig ein Erfolg für die Arbeiterschaft zu erreichen ist. Bei weiteren planlosem Verlauf der Bewegung und ohne da? Eingreife«« der Mailänder Tagung wäre die Gefahr einer schwere» Niederlage der italienischen Arbeiterschaft sehr pah« gerückt. Dieses haben die Gewerkschaftsleitungen verhüten wollen. Es ist daher völlige« Unsinn und beruht auf absoluter Unkenntnis der Lage der Ding« und der Verhältnisse der Arbeiterbewegung in Italien, wenn die „Note Fahne" angesichts der Malländer Entscheidung von Verrat spricht. Die Italiener aber mußte» ihre Maßnahmen nach de» Kräfteverhältnissen im eigenen Lande treffen, nicht nach den Wünsch«? der Kommunisten, obwohl st« de» dritten International« äuge« schloffen sind. Der Herrenstandpunkt Paris, 14. September. Nach einer Radiomeldung au» Rom haben 3999 Mailändifch« Industrielle eine Tagesordnung angenommen, in der sie die Z?' dustriellen auffordern, die Bedingungen des Arbeiterverbandes bz u l e h n e n und den Kampf bisaufsäußerstezu führen- Regierungskrise in Prag Prag, 14. Septemb«. Die Blätter melden: I« de, Sitzung de« Exetntiva«»' sihusses der sozialdemokratische« Partei erklärt« der Borsitzende, daß die Situation ein weitere» Berweile» de« Bertreter der Sozialdemokratie in der Regierung nicht g«' statte. Auch die Minister der übrige» koalierten Parteien wtf de» wahrscheinlich ihre Entlassung einreichen. Tin Beamten' kabinett wird bis zur Bildung einer neuen Parieien-R«' gierung die Geschäfte führen. Me das soztaldemokratisehe Blatt„Prave Libn" meldet, ist de« roufervative Flügel der tschechischen«grarparUJ bereit, eine Regierung ohne Sozialdemokraten zu bilde«. M Kandidat für den Posten deS Ministerpräsidenten ist der gewesen� Ackerbauminister Pra sek genannt. In ewe solche ylegterusö würden auch die klerikale« Nattonaldemokraten eintrete», die da«? Bertreter ihres rechte» nationalistischen Flügels in die RegterusS entsenden würde» 'S- ,i' 4' Ein Aufrechter Fritz Kttttert zum 70, Geburtstag Mitte» tu den Kämpfe« um unsere letzt.» Ziele, mitte» in den Meinungsstreit der revolutionär«» Arbeiterschaft fällt heilte der 70. Geburtstag eines Mannes, für den in seinem ganzen langen Volittschen Ledcn nie ein Streit darüber bestand, daß man fänidfen»nd auf welchem Flügel man kämpfen müsse. Für Fritz Kunert war der politische Kampf unter Einsetzung seiner Existenz und eventuell auch feiner Persäulichkeit immer eine SelbstvekstS"Michkeit, i« war ihm ein Bedürfnis. In junge« Jahren Lehrer, kam er— au» einer LehrerfamUie stammend— schon unier dem Sozialistengesetz dennoch zur Sozial- demokratie. Ter jnnae, säht,.« Mann, dessen pädagogisches Talent »ud deffm strebsamer Fleiß die»nerkennupg seiner Vorgesetzten fand, der feine Kenntnisse in lange» Reifen in Südeuropa, K'cin- asten, Nordafrtka, Palästina und Rravie» erweitert hatte, war ganz für die Karriere im Lehrfach geschaffen. Aber das Studium des Sozialismus rief ihn i« die Reihen der Eatrechicten; er be- kannte sich offen znr Sozialdemokratie und mußte die Konfeguenzeu daraus ziehe». E» folgte da»» ei» schwer,». biitcreS Riegen um die Existenz Und die ältere» unter den Berliner SUbetiern besinnen sich sicher noch des kleinen Zigarrenladens, in dem zwischen 1887 und 1833 der ehemalige Lehrer Kunert mühsgm datz tägliche Brot zu er- werben suchte, bis das Vertrauen her Eenvffen ihm eine auch nicht gerade glänzend bezahlte Stellung als Korrektor am damaligen .Berliner v-lksblatt- verschafft«. Vorübergehend war Fritz L u u e r t zu jener gett auch Kehrer in der Berliner Freireligiösen Gemeinde. Sein« parlamentarischen Sporen»erdtente er lSSS-SO in der Berliner Stadtverordneten Versammlung. Wie Peitschenhiebe sielen die Reden deS nun bei- uahe scho» Vierzigjährigen zwischen die aufheulende Meute deS damaligen liberalen Klüngels, der die Geschäft« der Stadt beherrschte »ad etferfüchtig darauf Hedacht war. jeden neuen Geist, jeden frischen Hauch von draußen au» dem.Roten Hause' fernzuhalte», obgleich er sich selbst.fortschrittlich' nannte. Man lese»och heut« sctne damalige» Reden und man wird finden, daß sie auch jetzt roch aufreizend wirke» müffen. noch jetzt �»ach der Revolution- jene Rede», die uuter dem Sozialistengesetz»nd ohne den Schutz parlamentarischer Immunität gehalten worden sind. Dann zog der Ruf der Genvffen Fritz K n«» r t fu die schlefischen Gefilde. Er wnrde Redakte-r der.«chlesischen Nachrichten' und der.Breslauer volkswachl'. lßW wurde er dann Redakttonssekretärde, .Vorwärts*, bis er au?«»laß deS Partetkonfliktc» während der ürlegszeit seines Postens enthoben und auf die Straße gefetzt wurde. Seine Maßregelung fies gerade t» dt« schlimmste Zeit der Tsucrnug fub verrtugerterErwerbsmöglichkette» für Kopfarbeiter. Fritz Knne rt i' itte wieder einmal seiner Ueberzeuguug die Existenz zu», Opfer >-1 ingen müffen! Der Rackere hat auch das»tcht bereut. Seit>830 war er mit karzen Unterbrechungen Reichstag, abgeord. uätr, fett 1809 mit immer wachsender Etimmenzahl Vertreter deS Wahlkreises Halle. 3» der Fraktion stand er stet» aus dem Unken Hügel. DaS Schmerzlichste in feinem Leben war ihm tm August >014 die Zustimmung der Fraktion zum Kriege. Während der Ab- s.mmnng über dt« Krugskredtte verließ er den Saal. Wo ex nutzen konnte, hat Fritz kunert auch den Tod nicht ge- furchtet. I» de» Januarkämpf»« IflÜ, feei denen dt«»oriiner Arbeiterschaft der ßlauen Polizei zu« ersten Mal« schlecht und schwach bewaffuet Widerstand leistete, hielt her im Kampf« wieder jung gewerden» inmitten der Arbeiterschaar stand. Fast hätte th« das «chicksal Dtttman n» geblüht, her damals verhaftet wurde, oder gar schlimmeres. Aber die Arbeiter schlösse» einen festen Krei» um ihn. der unerkannt blied. Tagelang eilte er von Fabrik ,» Fabrik, pon Versammlung zu Versammlung, machte stundenweit« Wege zu Fuß, lag auf der Eisenbahn und rsiitelte namentlich die Arbeiterschaft seines Wahlkreis»« Halle immer wieder auf. Daß der Hallesche Krei? eine Hochburg der Unabhängigen Sozial- demokratie wurde, ist nicht zuletzt Frttz»unert««erdienst. Man kann nicht uo» Fritz Kunert sprechen und Marie»unert unerwähnt lasse«. Wenn der straffe Jüngling pon 70 Jahren heut in»ngebrochrne» Vollkraft seinen Jnbeltag begehen kann, so hat fei»« LedepSgefährtin daran ei« Verdienst, da? nicht hoch genug per- anschlagt werden kann. Sie hat ihm in selbstlosester Weis» alle Sorge« fern,»halten gesnchti st- hat ihm bei seinen Matertalsamm- lung-n hilfreiche Hand geleistet; sie ist ihm Hausfrau und Genosstn zugleich gewesen. Ja. als die Maßregelung am.vorwärts' nach beinahe 3«. jährig« Tätigkeit auch einen auscheinend unabwendbare« pekuniären Schade« S» bringen droht«, nahm Marie K« n« r t ohne Wimperzucken eiu»»«gewohnt« anstreng eub« ErwerbStättgkett auf, die über die Klippe hinaushelfe» sollt« und htnauShalf. � Ww W» Trennung ber Ardeiterbeweg«,« au» Anlaß de, Kriegs- wirreu unserem Fritz«»»«rt schmerzlich nahe ging, so ist ihm auch dt, Gefahr nicht gleichgültig, welche der Partei, a» de« er mit Leib und Seele hängt, au» den Moskauer Forderungen entstehen kam,, wenn er sich dahi» ausgesprvchen hat. daß die Unabhängige Sozialdemokratie dies« vedtngunge» nicht etnzngeheu vermag, sonder« eiu» ander« Grnndlag« für den Znsammeuschluß mit Moskau ge- fand«,«erden müsse, so kam, map an einer solchen Meinung«- äußerung nicht achkl»? vorübergehep. wie schließlich da« letzte Urteil auch ausgehe« möge. Wir aber wisse», daß Fritz Kunert auch in Zukunft das rein« «anner de» Soziali»«»- vorantragen wird, i» Hoffnung und tu Röiep, w Zeiten de« Fortschritt, uud de» Stillstandes. Möge er uns«och recht lang« Bannerträger sein. Lvnguet über die Moskauer Bedingungen er„Populai«", da- französtsch« linkssozialistische Partei-, gan. de..,gt«in« Anzahl Auszüge au, den Kommentaren der deutschen llnahhüngigen Press« üb«, dt« Moskauer Bedingungen. Im An- lchluß daran äußert sich auch Genosse«-ns»-t in einrm g«. änderten Artikel über die BÄinguiwen.«r sagt unter anÖeiern; „Man darf sich nicht die Größe«nd die trogische Schwer, her Schwierigkeiten verhehlen, in der sich nnftre Vartti wegen der Bedingungen zum Eintritt in die dritte Internaii�ale lcsi ldet. »benso wie di, sozialistischen Organisation�» van Deutschland. England, der Schweiz, Oesterreich»nd Spanien. Ueber den genauen Eharatter dieser«edingungen besteht noch llni gewisse Unklarheit, da die von Cachin»ich Fras-. a r d mitgebrachten, die vom Präsidium unterzeichnet und redl- stert sind, nicht die Autorität der 31 unendlich schweren sage« vir«« ,und heran,— unaAnehmbsk«» haben, die end- gükttg von dem Kongreß selbst nach der Abreise unserer beiden Delegierten beschloffen wurden. Beim besten Willen und bei dem glühendsten Wunsch, der ruf- fischen Revolution zu helfen und sich mit ihren Kämpfern in einer Weltorganisation zusammenzuschließen, muß doch gesagt werden, daß die ül Punkte die Annahme einer sozialistischen Or- ganisation und Aktion verlangen, die ganz und gar den Erfahrungen widerspricht, die die großen west- europäischen sozialistischen Partei«,! wahrend der letzten 80 Jahre gemacht haben. Sie zielen dar- auf ab, iinz wieder zu der alten sektenhaften Partei von Verschwörern zu machen, uns zu einer Art Blan- q u i s in u s zurückzudrängen, der noch viel fanatischer als der Blanguismus der alten wäre,»gd den der moderne Sozialismus seit langem überwunden hat. Das erklärt die tiefe Erregung, die die Bedingungen selbst bei denen hervorgerufen haben, die es aufs lebhafteste wünschen, der dritten Internationale beizutreten. Longuet geht auf die Stellungnahme der deutschen Unab- hängigen Presse ein und fährt dann fort: „Jeder, der ohne Leidenschaft und Parteinahme die Kommentare der unabhängigen Presse liest, und der Diskussion über das Schick- sal der Independent Labpur Party in England folgt und nach der Schweiz sieht, wo der Berner Parteivorstand die Moskauer Bedingungen zurückgewiesen hat, wird in seiner sozialistischen und internationalen Ueberzeugung von tiefster Sorge erfüllt sein" Noch einmal Georgien und Sowjetrutzland Namens der in Berlin lebende» georgischen Parteigkneffen schreibt uns E» noffe A n a g e l t: Ten naiven Glauben deS Genossen Stoecker an die Richtigkeit der Trotzlilchcn und Einowjewschen Behqupjtunani möchten wir nicht erschiittm— und zwar zu feiner eignen fpä'eecu besseren Belehrung. Seder, der die Leninsche Schule anch nur annähernd kennt, weiß, aß sie im Fi'aktioi.Skampfe auch die gehäsfigsteu Verleumdungen für gut genug hält. Co erklärte Leuin 1306, wegen einer Ber- leumvungsaffäre vor«in Pa»teige..tcht ziliert. daß gegen den Feind auS dem eigenen Lager auch giftig« Waffen zulässig seien. WaS nun die Stnowjewsckien Berleumdunaen der georgtuifchen sozielistifchen Regierung betrifft, so sei bemerkt, daß die georgisch« kommunistische Presse nicht nnte. drückt ist; nach wie vor ericheinen l« Tiflts zwei sowmnotsttsche Tageszeitungen. Verhaftungen werde» tatsächlich i» Georgien vorgenommen. Der Staat muß di» Allgemeinheit vor Schädlinge» in Schutz nehmen. Aber wegen kommunistischer Propaganda und Agitation wird in Georgien kein Mensch verfolgt. Ju Haft genommen werden Dcni- tinsche Agenten, überhitzte Wirrköpfe, die terroristische Anschläge vorbereiten«nd andere gemeiogefährliche Elemente, die der er- drückenden Mehrheit des Volkes, die vor allem der gesamte» Arbeiter- klaff« den Willen einzelner fanatisintcr, entwurzelter und dellafflerter JntelleUuellen mit Waffengewalt auszwing»» wollen. Anläßlich deS Friedensvertrages mit Sowjcirußland wurden seiuerzeit tatsächlich 800 Häftlinge amuesttert— eine für eine Bevölkerung von 8'/, Millionen Seelen wirklich hohe Zahl. Tie Ursache lag aber aus- schließlich in den damaligen irqnskankasischen Zuständen: Nach dem Zusammenbruch der Demkwschen Front wurde Georgien vou zehn- tausenden russischer KriegSflüchtlinge überschwemmt. Wer arbeiten wollte, fand Obdach uud Brot. Aber nicht alle wollte» und kounten arbeiten. Aus den Reihen dieser rekeutierten sich auch die misten staalSfei''dIichsn Elemente, darunter wahre Hyänen de» Schlacht- feldes. Deren.Kommunismus' dürfte höchstens von Deuiktn i» Schutz genommen werden. Im übrigen bekommt man aus russische» Regierungskreiseu auch andere Anfichten über Georgien zu hören, als die, die wir vom G«rossen Stoecker erfahren. So äußerte stch,jüngst Genosse Kvrofs, G-sandte in Tiflis. dje i» Georgien betriebene komm»- nisttsche Agitation b r i» g e nur Schaden, indem das heutige «eorgien- so wie es dasteht-«owietrußland Hilfe leiste» kanu (uud leistet), ei« fawjdisierteL Georgien dagegen für sich ct., Unglück und für Rußland ohne Nutzen wäre. Und anläßlich des am 7 Mai ist rin ge-' «o,g.Dckeginte.ff, jeder ein Koffepcheü'in mit dem Gen. Tschitschertu, und tn 3— 4 Zusammeukünkten«iuiaten n» sich mit Handschlag. Mit Geurmtnung stellen fest daß �.e,� werlige Erfo g der Polen die Vertreter««°rgte>.s durchaus uicht verwirrt hatte. Sie bewiese» damit ihre Ausrichtig seit'.. Aufrichtig sein gegen Eomjetrußland, uud im eigenen Laude umbringen- wie reimt sich daS zusammen? Genosse über Georgien fcheiubar ebenso genau wt« der tzollända Wynloop sich über die deutschen Parteiverb.Utniff« �«i, k�te Delegiert»» der USP. in Moskau als schme?�u wollte anbrüllte und sie ansdem Sitzungssaal« hinaus» Die Stellung der Organisationen Die politische« Kommissionen Genossin Z ietz gegen den Anschluß und der Gcnofle Anschluß an die dritte Internationale. Der Pcl C? schwer, sich den Berfammelte» verständlich ' während der Genosse Eichhorn mit der größten Ruh« »!»!»- Wurde Beide referierten je zwei Stunde». Räch längerer angenommen�" �«ide Entschließung gegen zehn Stimme« »Dl« am 11. September 1920 in der Bockbrauerri versammekte« Mitglieder der AgilationS- uud politischen Kommissionen Groß- in» halte» im Interesse der Weliiel'oluiion de« Anschluß an di« dritte Jnternalionale unter de» vorliegenden Ans. nahmebedingungeu für erforderlich.' Die Bersammlnua wurde darauf mit einem Hoch auf die inte». nationale revolutionäre Arbeiterschaft durch den Poi sitzenden, Geuoffen Lachmann, geschlossen. 9. Distrikt In der am Mittwoch, de» 8. September er., stattgestmdene» über- lullten DistriktL-Mitgitederversammlung deS 8. Distrikts, referierte Genoffe DSumig über: Wir»ud dt«».International«, als Sor- referentin Genossin Ztetz. Nach Diskussion wurde gegen ca. LS Stimmen eine Entschließung, die den Anschluß an die 8. Internationale unter Annahm» der Bedingungen verlangt, angenommen. Der württember«ische Industriebezirk für die Bedingungcu Die Bezirksvorstände der N. S. P. in den Indnstriebczirken Rürn- derg. kiechhetm. Metzingen und Urach nahmen am Sonntag t« Eß- Upgen Stellung zu den Moskauer Anschlußbedingangen. Folgend« ,..» den Moskauer Anschlußbedingungen. Fol üesoluttmi wurde gegen eine Stimme angenomme«: .Die Kreisalis,chußsitzung der U. G. P. D. deS«. würtembergischen KretseS erklart sich für den unverzüglichen direkten Ap» f ch l u h der Partei an die«. Internationale Sie erkennt dt« auf dem 2. Moskauer Weltkongreß der S. Internationale aufgestellten politischen Letisätze als ihre Aufcha»«u«en über den notwendigen S»risang w soztslm AM-lÄw« Äht. kMMMst«M» D, Die formellen Ausnabm-bedingungen find deshalb keine He«« mung. souvern eine Foel ernng unserer Bestrebmigen zum AuS« bau unserer Partei zur führenden Kampsorganisaliou dos deutschen Proletariats. Die da. ach für deutsche Verhält», ff: notwendigen und möglichen Oroanisaiiovsmaßnahmen schnellstens zu beschließe», ist dt« voriieymbe Au'gäbe des Parteitages, von dem die Kreisaus- schußsttzung den Beitrilt zur kommunistischen Internationale erwartet." Bezirksparteitag für Oldenb«rg-Ostsriesla«d Die auf dem BezirlSpurteiiage des Bezirkes Oldeuburgo Ostfrieslaud, über den wir in der gestrigen Morgenausgabe bereits berichteten, angenommen« Refplnlton hat folgenden Wortlaut; »Der Bezirksp.rrtiitag Oldenburg-Ostfriesland steht aus dem Siandpnnlt, daß nur durch den engsten Znsamrnenschluß des ge« iamte», aus de»'.evolutionären Boden steherden Proletariats, da? Ziel des Sozial'smns verwirklicht werden kanu. Ter Bezirkspariettag h. dauert, daß die Aufnahmebedingungen der 8. J:,ier:!al!onale dieses Bestreben in keiner Weise fördern, soud ra im Gegenteil nur zu einer weiteren Zersplitterung des Proletariats uud zur Schwächung seiner Macht föhrca müssen. Ter Bezirksparteitag lehnt deshalb die Be- dingilligen ab. Cr sp d-rt jedoch gleichzeitig von der Zentrale und dein Parteilaa, kein ch iikel unversucht iju lassen, nrn die Vereinigung aller aus dem Boden deZ revolutionären Klassenkampfes stehenden Parteien zu vollziehen. Der BizirkSvarteltag erklärt, daß er nach wie vor bestrebt ist, die russischen Ätüoer in ihrem heldenhasieu Kampfe zu unterstützen und mit allen Kräfien dnrnn arbei'en wird, um mitzuhelfen, den Sieg dee Weltrevolution über den Weltinipertalismus zu erringen. Gcncralverfammlting der USP. Hannover-Stadt Die Generalversammlung der USP. Hannover-Stadt »ahm- folgende R« s tz l n l i o n znr Frage der Internationale au: .Durch Beschlaß dci s's'pztger PartestageZ wurde offiziell mit der spchplpgtilasistz.e., 2. Jntm»alwnale gebrechen»nd im Prinzip auf Genich unseres soziairevoliitionären Programm? der Anschluß an dt« L. International» ausgesp oche». Die Ausnahmebediagungen und Leitsätze, die der 2. Kongreß der 3. Internationale ausgestellt hat, sind dazu angetan, das revolutionär« Proletariat international zusammenzilsaffe'i nno akiiondfähtg zu machen. Alle formelle« parteipolitischen Bedenke»sollte» im Interesse der Geschlossenheit der Partei und deS kämpfen- den, revolutionären Proletariats fortfallen, um durch den einmütigen Eintritt in die 3. Jnter- national« die Macht des Weltproletariats ,« stärken. Die Generalversammlung des OrtsvereiuS Hannover-Stadt tritt mit Etitschiodenheil für dieAnuahme der Bedingungen und Leitsätze ein und erwartet von dem am 24. Oktober tagenden Par» tcitag«, den Anschluß an die 8. Internationale uuter diesen 21 Be- dingungen zu vollziehen.' Mansfeld Genosse Malzahn schreibt u>iS: Am letzten Sonntag tagte in Eis lebe« eine Borständekonferen, unserer Partei für den ManSfelber See- uud Gebirgskreis, vertreten durch 53 Orts- Srvppen, die sich mit der Frage der Internationale beschäftigte. Ion Berlin waren die Genvffen Ranch und M a l z a h n erschienen, von Halle die Genossen Oelßner und Peters. Rauch und Peters wandten sich g e g e n die Bedingungen, während Malzahn nnd Oelßper sie verteidigten. Mit allen gegen zwei Stimmen nahm vi« Konferenz eine Resolution für die Erfüllung der Bedingungen an. Eine Mitgliederversammlung in Ersl e den stellte sich gegen 8 Stimmen, nach Referaten der Genoffen Rauch uud Malzahu, auf denselben Standpunkt. Zn berichten ist noch, daß die politische Redaktion der MauSfelder BolkSzeitung bisher gegon die Moskauer Bedingungen Stellung nahm. Kre sgeneralvevsammluug Bielefeld- Wiedenbrüch Zu der am 12. September in Bielefeld stattacsundenen Kreis- generalversammlung oe? Kreise» Bielefeld-Wiedenbruck wurde folgende Resolution mit übergroßerMehrheit angenommen: Dw Kretsgeneralversammkung deS KreiseS Btelefeld-Wiedenbrück steht«oll und ganz auf dem Boden der vom 2. Kongreß der 3. Zntermationale gefaßte» Beschlüsse»nd Leitsätze. Die Bersamm- lung ist der Anficht, daß de» Anschlutz an die 3. Internationale sofort zu erfolge» hat. Der Anschluß darf nicht an der Person einiger Führer scheitern. Wer sich nicht zu den Leitsätzen der 8. Jniernattonai« bekenut, soll sein« Konsequenzen ziehen, ander«» falls»>> s s ch l u ß»rfolg-n muß. Di« Versammlung vemieilt aufs schärfste die antibolsche- wistische Propaganda deS Genossen Dittmann. weil diese Propaganda kouterrevoluttonär ist uud eine Schädigung für den internationale« Sozialismus zur Folge hat. Die Beruburger Genossen für die Bedingungen Am Eonnabend nahmen die Bernburger Genossen in ihrer Mitgliederversammlung Stellung zur Internationale. Sie beschlossen «msttnimig. den Parteitag zu beaustragen, den Anschluß a» die 8. Jnternalwnal« auf Grnnd der 21 Punkt« zu vollziehen. Die„Reinigung" in der Praxis Die KPD. beginnt damit, die Anordmjnaon von Moskau über den straffen Zentralismus und die Reinigung in die Tat umzusetzen. Eine von der Berliuer Organisation der KPD. gefaßte Res olu tion kommt gerade zurecht, um uns zu zeigen, wie die Durchlührung dieser Maßnahmen tn der Praxis ausschaut. Die Resolution lautet: Ju Verfolg deS Beschlusses des Berliner Parteitages über die Porteidtszlpltn nnd der Beschlüsse des 2. Kongresses der Dritt«! Juiernatiouale über die Slotweudigkcii straffer Zentralisier«na der gesamten Arbeit aller Kommunisten, beschließt der Bezirk Groß-Berlin: All- KPD.-Mitglieder deS Bezirk» Groß-Berliu» find für ihre politisch» Arbeit utcht nur tu der Partei, sondern auch alle anderen Orgqnisattonen der Partei verantwortlich«nd Hab« auf verlangen jederzeit den Aktionsausschuß Rechenschaft abzulegen. Entspricht die Tätigkeit eines Kommunisten i» irgend einer Arbetteroraanisatton uicht dm Anschauungen der Partei, fp bat der Genosse auf Beranloffnug des A.-A. sein« Post« tu dieser� Orgauisatlvu aufzugebeu. ES steht ihm Einspruchsrecht an die Zentrale zu. Nichtbefolgen der Weisungen de§ A.«A. hat den ÄnOjchwb an» der Partei zur Folge. « Danach haben alle Mitglieder derKPD. die Weisungen für ihreArbelt in den Betriebsräten, Gewerkschaften, Konlumgenosseuschaften usw. nicht vou ihrer Kenntnis der Lag« in dies« Orgamsatione« uud der besondere» Beengungen ihre» Wirken« zu empfauaeu, sonder« vom Befehl des Aktionsausschusses. Somit werden z.B. auch die söge- «a»nt« kommunistisch« Zell« in d« Ge>«rkschaste,, geführt vou einer Körperschaft, die außerhalb d« Gewerkschasten steht«nd deren Bestreben ausschließlich darauf genchlet ist. alle OrgauisaUouen de» Proletariats« fügsamen Jasttum- ui« der kommunistischen Partei «mach«. Den» anders kanndiese /iraffeAntralisterung' nach wird, tan« sich jedermann porstev-n. Orgautsattoneu und Personen «erden ihres Sclbpbefitmmunasrcchts enttleidet, vom selbständigen Denk« entbunden nnd i» Echachfiguren in der Land«ine, vom Exekutipkomtice in Moskau inspirierten M.i-.isautschuff-s� gemacht. Und wer stch nicht fügt, fli. gl. So sieht die Methode der. Reinigung qu», di« auch>«S zugemutet wird. Ratifiziert»-« des lettisch- russische« Friedensverträge». Rußland hat nunmehr de» Frtedeusoe»lrag»» Leltiaud ratifiziert. Di« lettisch« Nationalvetjammlimtz raiifizielte ihn bereits«» *■ Gttriantwfc {ermann Tietz ! Ausstellung neuer Damen- und\ Kinder-Belleidung Damen-Bekleidung Klelderröcke?s,!lern#,.,!oe? 59°° 69°° 78°° ZackeriWeidei-Är 265°° 390°° 590°° NaÄ-Klelder...... 590°° 790°° 975°° Janzklelder te... 490°° 525°° 590°° Heile Flauschmantel 590°° 790°° 975°° 175°° 198°° 290°° Mantel....... 675°° 950°° 1250°° ieldene Plüschmäntel m allen Preuiagen Kinder- Bekleidung Mädchen-Wintermäntel warm? Stoffe. 60 cm lang, von 145 00 an Knaben-Pyjacks 92°° Wollene Madchen- Kleider'ÄT Tanzstunden-Kleider besonders büiig Pelzmdntel für Damen, besonders preiswert Fuchskragen von 195.00 an Spezial-Trauerabteiluns' Mapanferligung in kürzester Zeil, auch von zugegebenen! 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TV.«».- Biberpelz Staatstheater O p ern h ans 7 Uhr: ÄWevie Ms llmws Schauspielhaus 7 Uhr: Kronprinz Dirsktton: ORag tRclitHatbi. VevWs Theater 7 Uhr: 9tames und Julia -'l,UHr: lviichs. d.-pandoea vroßes Schauspielhaus Aarllttahc 7 Uhr: Danton <1. Abteilung, l. Abend) Steves SperetteiAvs Dirrdiion Jean Kren 7 Uhr Ol« Calkösbaronoss Cpncstc tu drei Abirn nach einem Motto PetSfio »on Frch»rünbaum. WliHilla-Tdeaier Weindergowea 19.20 _««(shtoRen Dirrdiion Carl Meinhard. Rud.»ernauer Theater i. d. Königgrätzer Str. >|�u.: Bauin elfter Solneft. »on»,: Baumeistee Solurft ftseltae: Erdgeist stMaria Orska, Albert Steinrück) Komödienhaus >1,1: Ein.«ach« l. Parodie. Berliner Theater X-. Der letzte Walzer. mit Krltzi SNaffarH» Otto Stern Lesjiiili-Theater fi.uhr-Ae Mzettv j, Uhe: Sie Slkeibvvgsretse Inszenierung: Victor Palst mir Max Adalbert und Trade Hesterberg. Trimon- Theater aBahnhof Friedeichsttohe) »V Untreu „ÄT: Der gvte As Mittwoch, den lS. 9. 4 Uhr Kleine Preise: Rotkttppchen Tli94tera Kottbna Tor iVl MorlUpl.t« 14814,- TSgl- 71, u, Noiintaw Bisrhm. S Phn llileSSnger »intliueis- Konzert orrk. tl— lg, o.4— 6Ü. Apollo- Theater ssriedrichftr. 21» 7'1-U.MeiMelelkiv sowie wettere 10 Srptembersensattoneu Sonntag- y/, U, 1 Kind stet, Neue Welt Arnold Scholz Hnsenhelde tv8— 114 Täglich Konzert und Borstellung Dienstag-, Mittwoch», Donner,Iag» u. Sonntag- Brostrr Voll.> DieKasieediiche istlägl. goSffn. Ansang Wochentag- ö Uhr, Sonntag, 4 Uhr. Tanzpalast Königstadt-Kafino Holzmarktstr. 72(am Bahn- hos Ianno witzbrücke) TSglUI, Ball Wochentag» 7'!, Uhr Sonntags 5 Uhr Kammer-Tanssplele BQIowstr. 6. Am Noll.ndorfplatz Telephon: Lühow 2305. 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Mts., die Arbeiterin Gertrud WoH Heidenfeldstratze 10, am 6. d. Mts., gestorben find. Ehre ihrem lllndenken! Die Qrtsvermaltnng. tzrlekmartzsn. Hlüiten kzuift Onossmann, loilSNIÜSfttr. ck Norduu 10621. Kupfer 13,20 Messing 6.10, Zahle die höchsten Preises, andere Metalle. Zentraleiaiil. Borsisstrale 1 .35.- bei größeren Posten weit mehr Gr. Frankfurter Str. 116, a. d. Andreasstr. Alex. 3983. all« Att und Mengen kaust höchstzahlend Kurl Slootmans Lichtenberg Gärtnei�ratze 29 a. Kupfer 1 S.Messing S. Weißmetali 22. Zinn..... b. SS.— zahlen l. JlroSill«, öleinsekfltfliK 18 ll.LISlcübcrg. Imgftraiie 23 Witt. WM sowie alle andei !Z. k- sowie alle andnen Metalle kaust Schlosserei, Brnnnenstratze 72. l MARKE VESTA Der kollossale Umsatz bestätigt die gute Qualität und Preiswiirdigkeit Verkauf nur an Wiederverkäufer G. Wechselmann, Ä*» I -------- Fernsprecher: Nollendorf 879..• l Platin-Linke Kauft Wiedel Gebisse, Platin, Gold, Silberbruck ,u bestaunt hSchsteu Preisen. BBücherstr. 40, Port. 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September 1S20 Generalversammlung des Deutschen ELsenbahnerverbandes in Dresden Erster Tag Dresden» 12. September. In A>' Wesenheit von mehr als 800 Delegierten und Gästen wurde heute nachmittag die Generalversammlung eröffnet. Der Verbands- Vorsitzende. Brunn er, wies in'einer Begrüßungsrede daraus hin, daß es infolge des starken WacfcStums des Verbandes und des Zu- sammenschlusses mit dem Deutschen Verkehrepersonal-Berband not- wendig wurde, den Verbandstag einzuberufen. Ter Verband ist heute nach seinem Umfange und nach seiner Tätigkeit von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Tie Oeffentlichkeit hat an den Vcr- Handlungen ein lebhaftes Interesse. Die Eisenbahner kämpfen nicht allein für ihre eigenen Interessen, sondern für die des gesamten Volkes. Das haben sie bewiesen bei der Niederschlagung des Kapv- Pulsches und bei der Durchführung der deutschen Neutralität.� Sie müssen aus diesem Grunde verlangen, daß die Regierung Versiänd- uis für ihre Forderungen zeigt. Indem wir die berechtigten Jnter- kssen der Eisenbahner mit allem Nachdruck betonen, prüfen wir zu- gleich aber auch die Durchführbarkeit der gestellten Forderungen. Wir werden gemein sa,n mit der gesamten Jut er- nationale arbeiten. Wichtige Fragen, wie z. B. Tarifver- trag, Betriebs- und Beamlenräte, Beamtenbcsoldnng, Verhältnis der Diätare, das Gebiet der Sozialpolitik stehen zur Beratung. Der Vorstand hat sich mit diesen Fragen eingehend beschäftigt, sie ver- treten und wird darüber Bericht erstatten. Wenn die vorhandenen Meinungsverschiedenheiten sachlich ausgetragen werden, wird der Verband sich weiter vorwärts entwickeln und die Betricbsdemokratie und den Sozialismus herbeiführen helfen. Für die Dresdener Ortsgruppe des Deutschen Eisenbahnerverban- des übermittelte Claus- Dresden die herzlichsten Grüße und weist hin auf die Entwickelung in der Dresdener Arbeiterbewegung. Naniens der Stadt Dresden begrüßt der Oberbürgermeister B l ü h c r die Versammlung. Für das Gewcrkschaftskartell spricht H ä n s e I- Dresden. Das Reichsverkehrsministerium hat die erfolgte Ein- ladung damit beantwortet, daß es l e i d er ni ch t i n d e r La g e sei, einen Vertreter zu entsenden. Die Generaldircktron Dresden hat den Geheimrat Dr. v. Breseius entsandt. Das Reichspostministerinm hat mitgeteilt, daß es die Oberpostdirektion Dresden mit der Vertretung beauftragt habe. Zur Burcauwahl sind zwei Vorschläge eingegangen. Gewählt werden drei Vorsitzende mit gleichen Rechten, und zwar Scheffel- Berlin. G ä b e I- Sachsen, Ädelhoch-München und G Schrist- sührer. Es liegen eine Reih- Anträge vor, die die Erweiterung der Tagesordnung und die Stellung von Korreferenten zum Ge- schäftsbcricht verlangen. Darüber entsteht eine längere Debatte, in der die Opposition die'Anträge begründet. IX. a. verlangt t e r t e- Frankfurt a. M. eine besondere Behandlung der Punkte: ohnpolttil des Verbandes. ReichsbefoldungSresorm. Betriebsräte- frage, Neutralitätsüberwachung und Presse. Einige Redner ver- taugen von der Opposition, sie möchte einmal Auskunft geben, von welcher Oppofitionsrtchtung die Anträge gestellt seien. Schließlich gelangt ein Schlußanirag zur Annahme. Beschlossen wird dann, die Tagesordnung durch folgende Punkte zu erweitern: 1 Die wirtschaftliche Lage. 2. Betriebsräte. 3. Unsere Taktik be: GehaltS- und Lohnbewegungen und in der Agitation. 4. Di« Lohnpolitik des Verbandes und der Reichslohntarif. K. Die Ausfuhrnngsbestim- wungen zum Betriebsrätegesetz und die Jenaer Richtlinien. Außer- dem wird beschloffen, die entsprechenden Korreferenten zu bestellen und ihnen je eine Stunde Redezeit zu gewähren. Nach erfolgter Wahl der Mandatsprüfungskommission werden die Verhandlungen auf Montag vertagt. Zweiter Tag Dresden, IS. September Zu Beginn der heutigen Sitzung werden B-grüßungStelegramme. u. a. vom Werkstätten-HauptbetriebSrat Berlin, verlesen. Als «eitere Gäste sind erschtcneu der sächsische Ministerpräsident B»ck. ein Vertreter der Oberpostdirektiou Dresden sowie vom Deutschen Trausportarbeiter- Verband Schumann und Rath mann. Ministerpräsident Buck. der bereits am Sonntag ein BegrüßungS- telegramm übermittelt hatte, begrüßt im Namen der Sächsischen Regierung die Generalversammlung, hebt die Bedeutung der Tagung für die Oeffentlichkeit hervor und wünscht de» Verhandlungen besten Erfolg. Eingegangen ist ein Dringlichkeitsantrag: die Generalversammlung wolle beschließen, den sächsischen Betriebsrat der Eisenbahner einzu- laden. Obwohl S ch mi d l- Essen hervorhebt, daß jedes andere Mitglied des Verbandes dann ebenfalls verlangen könne, an den Verhandlungen teilzunehmen, wird der Antrag angenommen. Weiterhin wird iestgestellt, daß trotz der Zusage des Rcichsver- kehiSniinisters verschiedene Etseubahndireklionen den vom Reichs- berkehrsminister bewilligten U r l.a n b nicht z u g e st a n d e n und den Delegierten eröffne: haben, daß der Urlaub zum Teil auf den Erholungsurlaub angerechnet wird. Es folgt die Wahl folgender Kommiisionen: l. Rechnungskommis- siou, 2. Beschwerdckommission, I. Wahlkommijsion. Scheffel vom Vorstand hält es für selbstverständlich, daß in jede Kommission ein Vertreter des Vorstandes entsandt wird. Dem wird zugestimmt. Den Geschäftsbericht erstattet Scheffel- Berlin. Er behandelt in eingehender Weise die Vorgeschichte und den Werdegang des preußischen Lohutarifverlrages. Der Vorstand habe alles getan, um die Bewegung günstig zu beenden. Er habe es an Energie gegen- über der� Reg erung und der Eisenbahnverwaltung nicht fehlen lassen und anläßlich der Verschleppung der Lohnforderungen am 6. Januar sogar mit dem organisierten Generalstreik gedroht. Die Folg« war, An unsere Postabonnenten! Um eine pünktliche Weiterbelleferung der„Freiheit« durch die Post an unsere Abonnenten auf alle Fälle sicher- zustellen, ist es unbedingt notwendig, daß die Bestellung für das vierte Quartal möglichst bis zum 20. Sep- t e m b e r bei der zuständigen Postanstalt aufgegeben wird. Verlag der„Freiheit". daß am gleichen Tage ein amtliches Telegramm in? Land ging, in dem die Klärung der Lohnfrage für den nächsten Tag angekündigt wurde. Tatsächlich wurde am 7. Januar der Handw erkerlohn auf 3.£0 Mk. festgesetzt. Die Verhandlungen wurden leider durch nnverantw ortliche Personen gestört. In Frankfurt a. M. wurde der Beschluß gefaßt, nur nach Vorschrift zu arbeiten. In ver- schicdenen Bezirken des Landes flammten Teilstreils auf. Die Urheber dieser Bewegung haben nicht im gewerkschaftlichen Lager gestanden. DieS gab der Regierung den erwünschten Anlaß, die Schließung der Werkstätten vorzunehmen. Damit verbunden war die zwangsweise Einführung der Akkordarbeit und die Vorlegung eines Reverses an die Wiedereinzustellenden. Die Funktionäre un- sereS Berbandes wurde« w erster Linie davon betroffen. Infolge dieser wilden Aktionen hatte der Vorstand einen sehr schweren Stand. Bon Berlin aus wurden Kuriere ins Land geschickt. Sonder- kouferenzen fanden statt, zahlreiche Kommissionen erschienen aus dem Lande. Die Berliner Ortsverwaltung leistete sich eine 60 bis SO gliedrige Kommission, die die Einretchung neuer Forderungen und sofortige Vorstellung im Ministerium verlangte. Es wurde dem Vorstand sehr übelgenommen, daß er den Kurieren mit dem Aus- schluß auZ dem Verbände drohte. Es darf dabei aber nicht über- sehen werden, daß dem Ministerium aus verschiedenen Bezirken für den Vorstand bestimmte Mißtraueusresoluttonen übermittelt wurden. Offenbar sollte danitt dem Minister ein Bild der Geschloffenhett ge- geben werden. Dadurch war es der Eisenbahnverwaltung möglich, unter dem Vorwand, die Produktion zu heben und die Betriebe wirtschaftlicher zu aestaltcu, die Werkstätten 14 Tage lang stillzu- legen. Die zur Prüfung der Elltlassungsgründe eingesetzten Kom- Missionen haben infolge der geringen Energie der daran beteiligten Landtagsabgeordneten völlig versagt. Eme vom Vorstand dem Mmistcrium übermittelte Eingabe, den zu Unrecht Ausgesperrten bczw. Entlassenen den entgangenen Lohn ,n ersetzen, wurde abgelehnt, mit dem Hinweis, daß für die Staats- arbelter k-in morallschcs Recht auf WeUerbefchäftigung bestehe. Auf den Inhalt des preußlichcn Lohntarife» näher einzugehen, sei nicht u°-w-nd.� Er hatte nur eine kurze Lebensdauer und wurde ad- gelost durch den Reichslohntarif. Den Abschluß des Reichslohntarifes machte die Regierung abhängig von der Annahme des Gedinge- Verfahrens. Weiter wurde unS erklärt, daß künftige Tarifberatungen nicht ohne Beschluß des Reichskabinetts einaeleilet werden dürfen, d. h. also, daß wir vor der Kündigung deS Vertrages unS erst mir dem Reichskabinett auseinandersetzen müßten.— Zur Wirkung deS Gedingeverfahrens führt Redner aus, daß es ein S ch w i n« d e I s y st e m, ähnlich wie das beseitigte Akkordsystem ist. Es ist festgestellt worden, daß in einzelneu Werkstätten nicht einmal der garantierte Normallohn verdient wird, und zählt zur Beweisführung einige krasse Beispiele aus der Praxis auf. Aus den Berliner Parteiorganisationen Neukölln In zwei Mitgliederversammlungen nahmen die Neu- köllner Parteigenossen Stellung zur 3. Internationale. In der ersten �Versammlung, die am 7. September in Kliems Festsälen stattfand und sehr gut besucht war, hielten die Genossen C r i s- p i e n und Stockei ihre Referate. Nach dem Beifall zu ur- teilen, den beide Redner ernteten, war die Stimmung dieser Ver- sammlung geteilt. Diese Versammlung wurde dann nach An- hören der beiden Referate vertagt. Am 13. September fand die Fortsetzung in demselben Lokal statt: der Saal war aber diesmal nur zur Hälfte gefüllt. In je viertelstündiger Redezeit wurde hier von den Befürwortern und Gegnern der Anschlußbedingnngen diskutiert. Hinter dem neunten Redner kam ein Schlußantrag. der damit begründet wurde, daß die nachfolgenden Redner die Meinungen der Versammelten nicht mehr beeinflussen könnten. Der Schlußantrag wurde angenommen und dann zur Abstimmung über die vorliegenden Resolutionen geschritten. Die Abstimmung ergab, daß sich die übergroße Mehrzahl der Versammrungsteil- nehmer für eine Resolution entschied, die den sofortigen Anschluß an die dritte Internationale verlangt. Drohender Konflikt in der Binnenschisfahrt Durch Schiedsspruch des vom Reichsarbeitsministerium gebll« deten Schiedsgerichts wurde den Schiffsbesatzungen der Elbe, Oder und märkischen Wasserstraßen für die Zeit vom 1. Juli bis 30. September eine Zulage von 22,60 M. pro Woche zugesprochen. Der Schiedsspruch wurde von den Arbeitgebern und Arbeitneh- mern angenommen. Die 12 Firmen der märkischen Wasserstraßen zahlen nach erneuter Verhandlung im Reichsarbeitsministerium gleichfalls die Zuschläge. Für die Zeit ab 1. Oktober müssen neue Vereinbarungen ge- troffen werden, und haben die Arbeitnehmerorganisationen zu diesem Zwecke Verhandlungen beantragt. Die Arbeitgeber der Oder haben gleichfalls das Lohnabkommen gekündigt und fordern einen Abbau der Löhne um 42,60 M. pro Woche. Reduzierung der Löhne ohne Preisabbau wird kein Arbeit- nehmer sich gefallen lassen, auch die Schiffsmannschaften nicht. Beharren auch die Arbeitgeber auf ihrem Standpunkt, so ist der Kampf unvermeidlich und damit die Lebensmittel- und Kohlen- Versorgung Berlins gefährdet. Streik im Kurz-, Galanterie- und Spielwaren« Großhandel Nachdem die den Arbettgebern vom Zentralvorbaud der Angestellte« gestellte Frist zwecks Anerkennung deS Schiedsspruches ergebnislos abgelaufen ist, machen die Angestellte» von ihren gewerkschafiliche« Machtmitteln Gebrauch. Zunächst ist eine Gruppe des Arbeitgeber» Verbandes, nämlich der Kreis um die Firma H. Schubert, Alexandrinen» straße, fett Montag früh stillgelegt worden. Einen Erfolg konnten die Angestellten bereits buchen, da ein» bedeutende Firma den Schiedsspruch für sich anerkannt hat. Gegen unreine Haut, wie da find Finnen. Mitesser, rote und rissige Haut im Gesicht und an den Händen, lasse man sich in der Drogerle in einer 160 Gramm-Flasche folgendes zusammenstelle«: Iva Gm»osevWffer. 20 Graum Weme Mo Diese? alte Mittel ist das beste und bewährt sich immer. Die Frauen erwachen Von Claire Stüde r. Er war verschüttet gewesen, verschüttet. Lebendig begraben. Ohne Licht, ohne Luft. Stunden von der Erde verschlungen.. Als man ihn ausgrub, hatte er jedes Verhältnis zur Welt verloren. Er verstand nicht mehr die Sonne, dies an den Himmel projizierte Lächeln der Erde, er schielte ängstlich nach dem Mond, der wie eine drohende, goldene Keule über seinem Haupt zu schweben schien, und als diese Angst über- Hand nahm, versteckte man sozusagen den Mond vor ihm. tn- dem man große, schwarze Vorhänge vor s-men Abend zog. Sein Körper und sein Geist waren vollständig ohne Ver- bindung, ohne Zusammenhang miteinander. Die Nerven- fäden waren wie abgerissen. So schlotterten und wackelten Kopf, Rumpf und Beine in einem entsetzlichen Chaos durch- einander. Er wurde von dem Aufruhr feiner Glieder in wildem Tanz im Bett umhergeworfen. Da er selber keine Kraft mehr hatte, fem Leben Suleben. lebte es ein anderer für ihn, der Wärter. Der futterte •hn wie ein Kind, trug ihn hin und her, lächelte für ihn und entsetzte sich mit ihm. wenn die schauerlichen Wahnvorstellun. sten aus dem Kriege kamen. Abgestumpft von den zwanM Jahren seiner Tätigkeit, dachte er nicht viel aber eme olchs gänzliche Zerstörung, ein so gröblicher Versall einer Zugcnd waren ihm doch noch nie zur Pflege übergeben worden. Nach einem halben Jahr hatte der berühmte �eiter der Anstalt den Kranken so weit, daß er zu sitzen vermochte. Er sah dabei wie ein Erdbeben uus, das den Kopf wie einen Kegel unter gräßlichen Zuckungen in d.e Sohe schleuderte.� Und nach einem Jahr versuchte er sogar, an se nem Warter hängend, zu gehen. Kopf und Arme fuhren dabet noch immer wie die an Fäden gezogenen Glieder emes Hampelmanns durch die Li.ft. aber die Füße gewöhnten sich langsam wieder daran, die hundert verschwenderischen �w°gungen,m denen sie sich sonst in einer Minute erschöpft hatten, in eine einzige, die des Gehens zu sammeln..,, Auch in seinem Hirn trat Stille e-n. Er gab nach wenn man ihm den Hut abnahm, den er b'-her tagsüber auf- behalten hatte, weil er glaubte, ohne ihn de« Kops zu ver- lieren. Die Decke des Zimmers ängstigte ihn nicht mehr mit dem Einsturz, den er von ihrer schaukelnden Bewegung sürchtete: den« er hatte bisher die eigene die Außenwelt übertragen und war dadurch ,n em seltsames Nres Verhältnis zu ihr geraten. Aber letzt, ais Die Dinge langsam, durch seine unendlichen Anstr�gungen zusammen- gesetzt, wiederkamen, glaubte er die �?.�d'gung, die in seinem Körper war. auch in ldnen zu�fühlen. Er begann sich mühselig zu sich selber zuruckzutasten, bis er allmählich das Gefühl des Ichs wiedergewann. Cr begann wieder einigermaßen zu existieren. Er hörte auf, der pcriomsizlcrte Schrecken zu sein, der ganz aus Zittern bestand, und fing wieder an, sich im Verlaufe einiger Stunden einen Gedanken zurecht zu denken. r �r1•00l, i,em, Student der Philosophie gewesen. Sem Dasein damals war Geist in eben dem Maße, wie es nur mehr Korper war. Er war verlobt mit einer tc,.n,em lungen Mädchen, das ihr Leben und ihre Är. l �er gemeinsamen Arbeit aufgebaut hatte. Es /einen Gedanken, den sie nicht zusammen dachten, keine ~.5-' d,c sie nicht zusammen erlebten. Abseits vom Leben arbeitete, t sie hingebend an der Vertiefung ihres Daseins, leder war wie ein Brunnen, in dem sich der andere lehen konnte. Sie beteten das Große, Tiefe und Schöne der un und hatten sich so auf einen hohen Gipfel ylnausgesteigert, von dem er nun für immer abgestürzt schien. Das Mädchen war lange Zeit seinem Gehirn völlig ent- rissen gewesen. Eanz langsam baute er sich nun ihr Bild wieder auf. und als es da war, plastisch und lebendig, wollte es fassen, es an sich ziehen. Ihr Name kehrte ihm zurück. leise flüsterte er ihn, lauter verlangte er sie. Die Sehnsucht wurde Wunsch, Begierde, die ihn gänzlich erfüllte. Er be- gann die Uhr vor sich hin zu legen und die Minuten zu zahlen. Er setzte sich eine Stunde fest, zu der er sie er- gurtete. Er glotzte starr auf die Zeit und wackelte sich durch Quitten. So lief er täglich ab wie eine Uhr. Jeden Abend, da sie nicht gekommen war, wälzte er sich in einem enttauschten konvulsivischen Weinen umher. Der Pfleger suchte ihn zu beruhigen, ihm den Schmerz abzunehmen. Aber er flüchtete nur noch eigensinniger hinein und verschloß sich trotzig seinem Mitleid. Der Chefarzt wurde verständigt. Seit einem halben Jahr stand dieser mit dem Mädchen, die sich mehr denn je dem Kranken verbunden glaubte, in brieflicher Verbindung. Er hatte sie zwar auf dem Laufenden gehalten, aber im Grund hatte sie keine Ahnung, wie weit die Zerstörung des Gelicbteck ging. Der Arzt hatte es gefchiat verstanden, ihr Kommen iinmcr wieder hinauszuschieben, und sie dafür mit vollstän- diger Heilung vertröstet. Aber als der Kranke, störrisch zuckend, und apathisch/ mit der Uhr in der Hand, nur noch von der Hoffnung auf ihr Kommen lebte, da rief sie der mitleidende Arzt mit schwerem Herzen. Als sie kam, erschien sie ihm wie ein blonder Garten, der eine Ruine umgeben sollte. Sie glaubte nicht an den Verfall des Verlobten, denn sie liebte zu sehr. Für sie war das Unglück nur ein Uebergang, der wieder in die gemeinsame Arbeit, das gemeinsame Leben führte. Dieser Glaube er- schüttelte den Arzt so sehr, daß er um sie zitterte, als er nach einigen Erklärungen vor der Türe der Zelle von ihr Abschied nahm. Sie trat ein. Der Wärter ließ sie allein. Er schlotterte ihr entgegen. Seine zitternden Hände vermochten nicht, sich zu einer Geste der Umarmung zu sammeln. Er versuchte ihren Namen zu bilden. Sie sah zugleich mit der grausigen Marionette, dieser geglückten, vollständigen Vernichtung des Körpers und des Geistes ihr zerstörtes Leben. Sie war ver- steint. Als ihr Name endlich aus dem Munde des armen Narren herausgefallen war, war sie wieder sie selbst. Sie hatte so stark an all diesen Jahren getragen, mit dem sicheren Glauben an eine Zukunft, daß sie jetzt ebenso sicher wußte, wie sie diese Stunde nicht überleben würde. Eanz klar sah sie,- sein wundervoller Geist war für immer dahin. Aber ge- rade deshalb fühlte sie, daß es ihre Pflicht war, ihm gänzlich zu gehören. Nur dies Bild nicht überleben müssen! Sie streichelte Ihn und lächelte gütig, während ihre Ge» danken dem Tod entgegengingen. Er lallte zufrieden wie ein Kind. Sie schaute durch die Zelle, deren eiserne Stäbe wie festgewordener Regen an den Fenstern herunterrannen, und fühlte ihr Herz vertrocknen. Als sie ihn verließ, legte er gleich die Uhr wieder vor sich hin, um die Minuten bis zu ihrem Wiederkommen zu zählen. Sie hörte ihn, und es war ihr, als zähle der Tod die Minuten ihres Lebens. Vor der Tür stand der Kasten mit seinen Sachen offen, der Wärter hatte vielleicht etwas herausgenommen. Da hingen noch seine bunten Fetzen. Die Leutnantshose und-jacke, schlotterig wie die Kleider einer großen Puppe, das Bande- lier uiid der eiserne Hohn auf seinen verlorenen Verstand, und versteckt in einer Ecke der Browning aus dem Felde. Sie schob ihn automatisch in die Tasche. Sie ging bewußt- los auf den Bahnhof und stieg ebenso automatisch in den Zug. Sie hatte sich ganz hart gemacht, damit der Schmerz, der irgendwo bohrte und lauerte, nicht stärker werde wie sie. Als sie im Zuge saß, fing sich alles zu drehen an. der Zug schlltterte, die Landschaft, von der sie das Elas trennte, neigte sich ihr drohend entgegen, als ob sie sie verschütten wollte. Ihr Herz fing zu zucken an und sprang gegen ihre Brust, um sie zu sprengen. Sie riß das Fenster auf. hielt sich hmem tn die fliehende Zeit und streute seinen Namen in die Nacht hinaus. Darauf fiel sie in sich zurück, leer und still. Als sie ausstieg und über den großen Platz der Landes� Hauptstadt ging, wogte auch der hin und her. Der Himmel mit den elektrischen Blumen schien einstürzen zu wollen. Ihre zitternde Hand, die sich in die Tasche schob, wurde von dem kalten Revolver erschreckt, der darin hüpfte. Sie hielt sich an ihm fest, als ob er sie beruhigen könnte. Ihr war, als schaukelte ihr das Herz in der Brust. Automatisch ging sie die Hauptstraße hinunter. Was war das da vor ihr, bunt, zwei rote Lappen an den Beinen? Ein General. Die grelle Farbe reizte sie. Wahrhaftig, da wackelte der auch! Und das bekannte Weinhaus, in das er eben einbiegen wollte, neigte und beugte sich vor ihren Augen. Plötzlich aber fing der farbige Hampelmann in einen roten Schleier getaucht, vor ihr zu tanzen an und fiel in der Eingangstür um. Sie hatte gesckossen. Eanz auto- matisch. Mit dem süßen Gefühl irgendeiner Rache für ihr zerstörtes Leben öffnete sie auch ihren Mund weit der Waffe. Das Entsetzen hatte einen freien Raum um sie geschaffen» Bevor man sie greifen konnte, schoß sie und fiel um. Lohnabbau. Die in der Gesellschaft für Chimrgiemechanik vereinigten Arbeitgeber der Chirurgie-Branche, welche unter anderem auch di« Berliner Ärankciianskalten mit Instrumenten und Kran- kcnhauseinrichtungon bellefern, wollen ihren Angestellten die mageren Gehälter um«in Sechstel verkürzen, an-mbltch wegen auszerordentlicher Verschlechterung des Eeschäftsganges. Die Ar- bettgebcr provozieren die Angestellten damit zum Streik. Durch einen solchen wären die Groh-Berliner Krankenanstalten mit der Belieferung von Instrumenten und sonstigen Krankenhausbedarf schwer bedroht. Branchcnversammlung der Gürtler. In einer stark besuchten Bcrsammlung der Gürtler im GewerkschastöhauS gab Obst den "■----------..........'aß i" —--------------—..................... ivhige zu frieden hcit und Mißstimmung dn Kollegen ausnützen, um sie zum Austritt auS der freigcwerkschaftlicbcn Organisation zu bewegen. Zum Schluß brachte Obst folgende Resolution ein, die einstimmig» nngenommen wurde:„Die am g. September ISLl) im Gewerkjchafts- hau« tagende Versammlung der Gürtler, Kronenschlosser und Kronen- ilcmpner erklärt sich mit der am l. September von den Fuaktionären von Groß-Borlln— betreffs der Betrlebsorgantsation— ange- nommencn Rtsoluttou voll und ganz einverstanden und verpflichtet sich, demcnisprechend in den Betrieben zu handeln. Die Anbäng-r der BetriebSorgantsation sind für die freigcwerkschastlich organisierten Arbeiter als GewerschaftSzertrümmerer und Gegner zu beachten und zu behandeln". Der Ientralverband der Angestellten veranstaltete kürzlich eine Versammlung mit dem Thema»Klassenkampf oder WirtschaftS- iriede?" in welcher riaige Mitglieder der BetriebSorganisattoncn den Versuch unternahmen, den Zweck der Versammlung, gegen die wirt- schastSfriedlichen Verbände Stellung zu nehmen, zu vereiteln. Am Donnerstag, den 16. September l»20, abends 7!z Uhr, findet eine neue Versammlung der kaufmännische» und Bureauaugcstellten im »Deutscheu Hof", Luckaucr Straße lS, statt, in der Grete Wein- b e r g über das Thema»Kamps dem G. k. A., Kampf dem G. d. A., Sieg dem Zentralvcrband der Angestellten!" sprechen wird. Auch diese Versammlung hat den Zweck, gegen die Handlanger des Unter- nehmertumS tn den Reihen der Angestellten Stellung zu nehmen Und die Augestellten auf die Notwendigkeit des Klassenkampfes hin- zuweisen. ES ist daher den Angestellten dringend der Besuch dieser Versammlung zu empfehlen. Achtung! Arbeitslosenkommisfione» aller freigewerkschaft- lichen Organisationen. Am Donnerstag, den 16. September, vor- mittags v'/, NK» flnk--—*"......-■ ••■"i""«•" �«.'vtv•» v/. wv�;vv4tiv< /, Uhr, findet im GcwcrkschaftshauS eine dringcude.., statt, wozu Vertreter der Gcwerkschaftskommisston, der ErwerbSloseu ! Sitzung fürsorge, der BctriebSrälezentrale und des ArbeitSloscnratrs geladen sind. Thema: Stellungnahme zu den von der Kommisston aufgestellte» Richtliuien. Mitgliedsbuch der Gewerkschaft und Ausweis als an- erkannter Vertreter legitimiert. ........ Grotz- Berlin i-L ............................. Die Arbeitslosen und ihre Vertreter Unter den Arbeitslosen herrscht große Erbitterung, einmal, weil die Regierung nicht ernst macht und für genügend Arbeit sorgt oder in der Umerstützungsfrage nachlässig ist und dann, weil die Verhandlungen wegen etnmallger Beihilfe, Erhöhung der Unter- stützungssätze, Lebensmittelvcrteilung usw. von den Behörden so geführt werden, daß die Arbeitslosen auf eine harte Geduldsprobe gestellt werden. Es ist nur zu erklärlich, daß die darbenden, auf- geregten Arbeitslosen gar zu leicht unverantwortlichen Elemen- ten zum Opfer fallen. Wenn die Regierung nicht bald dafür wieder erhält, so treiben wir einem Zustande entgegen, daß sich 4»in Mensch mit einem noch guten Rock aus der Straße sehen lassen kann. Davor kann auch nicht mehr ein noch so vorzüglicher Ar- beitslosenvertreter schützen. Dieses zur zeitigen Warnung an die Behörden. 5s ist aber auch notwendig, bei dieser Gelegenheit die Arbeits- men da gestern um 1 Uhr in einem Zuge von ungefähr 13001 arbeitslose Demonstranten nach der Klosterftrahe anmarschiert, wo sich das Bureau des Arbeitslosenrates befindet, jagten sämtliche Arbeitslosenräte hinaus und hausten in den Bureauräumen wie die Vandalen. Hauptmatador war der unvermeidliche Fichtmann. Was haben diese Arbeiterrät« wohl verbrochen, daß man st« so kurzerhand davonjagt? Sie konnten sich nicht entschließen, einen nicht gewählten Aktionoaueschuß anzuerkennen. Dieser Aktions- ausschuh war von ungefähr 1000 Arbeitslosen vor ungefähr 11 Tagen gewählt, und wollte nach der Kartofselverteiluna sich wieder auflösen. In den letzten 3 großen Arbeitslosen-Versammlungen ist dies auch geschehen, nur in einer Versammlung beschloß man, den Aktionsausschuß weiter bestehen zu lassen. Da dieser Aktion»- ausschuß zum Teil nur aus unorganisierten, zum Teil au« poli- tisch und moralisch nicht einwandfreien Elementen bestand, lehnte der Arbeitslosenrat einstimmig, etn� Zusammenarbeiten mtt ihm ab. bei W�> nicht erwähnt zu folgte der bereits geschilderte Gewaltakt. • Leidtragende nn man bebet »er K. A. P. wird man verstehen. kontrollierende erfolgreich« Täti Hierauf folgt« der bereits geschilderte Gewaltakt. Daß hier- >ie Arbeitslosen selbst die Leidtragenden stnd, braucht wohl erwähnt zu werden. Wenn man bedenkt, daß der bisherige mm.. lae Genossen der K. A. P. D.. K. P. D. und ll. ensetzte, so wird man verf Arbeitslosenrat aus_J|... m, (5. P. D. sich zusammensetzte, so wird man verstehen, dag dort.eine rege stch gegenseitig kontrollierende erfolgreich« Tätigkeit im In- teresse der Arveitolosen geleistet werden konnte. Hlerzu komint noch die organisatorische Verbindung mit sämtlichen Arbeitslosen- Vertretungen im Reiche. All diese mühselige Arbeit ist durch den gestrigen Eewaltstreich in Frage gestellt. Die lachenden Erben sind natürlich die Leute, welch« uns schon lange los sein wollen. Es ist notwendig, daß die Arbeitslosen in ihrer Gesamtheit in bieser Sache ein letzte« Wort der Vernunft sprechen. Kampf geaen Klassengonoffen ist kein Ziel, daß sich revolutionär denkende Arbeiter setzen können. Die Vorsitzenden der Bezirksämter ■Sie wir hören, bat jetzt zu der Frage, wie die Vorsitzende» der .„n, UJL'U'H UUUl 41* v* Is» if... bei der erstwaligm Besetzung des BczirfSamt, der Magistrat den Vorsitzenden und d- s s-» Ste l I°- r t tele r, die Besirks- uersammlnng die übrigen fünf Miiglieder wählt. Der Ober- piäsidcnt hat nun in einem auf Auf.age ergangenen Bescheide aus. iahrlich dargelegt, wie diese Vorschrift der Au»fahrung«bestt«mung durch di« Evtstehungsgeschichte deS Gesetzes gerechtfertigt und außer einzelnen Großberliner Gemeinden beschäftigte« erfahrenen Personen. die bei Ink» asttreten des Gesetzes verwendbar weiden, wenigstens teilweise für das neue Geinemwese» wcitcr nutzbar zu machen. Dies würde nicht möglich sein, wenn die einzelnen Bezsike die Wahl nach ihrem Belieben vornehmen. Nur der Gesamt- Magistrat ist tn der Lage, die verfügbaren Kräfte in augomcsseiicr Weise auf die Bezirke zu verteilen. Es ist anzunehmen, daß der neue Magistrat daher auch Wünsche und Vorschläge einzelner Bezirke berücksichtigen wird. lieber 600 neue Wohnungen in Neukölln Zur Linderung der Wohnungsnot hat der Neuköllner Magistrat im Einvernehmen mit der Wohnungskommilsion, der Erundeigen- tumsdeputation und der Hochbaudeputation ein Wohnbaupro- gramm aufgestellt, das mit einem aus Anleihemitteln zu decken- en Kostenaufwand von 3g Millionen Mark 0 41 Wohnungen schaffen soll. Geplant sind 43 Einzimmer-, 347 Zweizimmer-, 82 Dreizimmer- und 17 Vierzimmerwohnungen, wobei selbst die Einzimmerwohnungen außer der Küche noch eine geräumige Kam- mer sowie Klosett und Bad erhalten werden. Für Neukölln liegen zur Zeit bereits rund 7400 Anmeldungen von Wohnung- suchenden vor, von denen 2039 tatsächlich ohne Wohnung sind. Dl« im Hochbau, teils drei-, teils viergeschossig. Häuser sollen durchweg errichtet werden, auf drei Baublöcken an der Lessingstraße, auf dem Dreiecksblock an der Delphinstraße und der Straße 11(am Bahn- hos Köllnische Heide), auf einem Block an der Straße 18, zwischen Delphin- und Planetenstraße, auf einein Block zwischen Stein- wetz-, Lichtenradcr-, Oder- und Allerstraße, aus einem Block zwischen Steinmetz-, Lichtenrader- und Oderstraße. Für die Bau- dlöcke an der Lessingstraße und für den Dreiecksblock an der Del- phinstraße und der Straße 11 wünscht der Magistrat möglichste Beschleunigung der Inangriffnabme. Die bier zu errichtenden Bauten werden allein 34,6 Millionen erfordern. Davon wären 10 Millionen sofort bereitzustellen zur Einleitung der Vau- arbeiten, der Materialbestellung usw. Der Magistrat ersucht die Stadtverordnetenversammlung um ihre Zustimmung. Nach Fertigstellung der aeplanten 641 neuen Wohnungen würde die Wohnungsnot keineswegs behoben sein, immerhin ist doch ein Anfang gemacht, sie zu mildern. Der 25 et Wahlausschuß der neuen Berliner Stadt» verordneten» Versammlung zur Vorbereitung der Wahl der Mttglieder für den n-uen Berliner Magistrat t'gle am Dienstag Abend zum zwölfte» Male im Donatorensaal des Berliner Rat- bauscs. Nach abermaliger eingehender Beratung wurde der jetzige Stadtbanrat Gehetmrat Dr. Ludwig Hoffmann zum Stadtbaurat des Hochbanwcscus der Elnheilsgemeinde Berlin geivählt und vnar mit 24 Elim inen, nach ihm der Stadtbaurat Hahn ans N.UkLlln, mit 14 sozialdemokratischen Stimmen als Stadlbaurat für das Tief- bauwescn. Der Brandenburgische Provinziallandtag trat gestern mittag im Landeshausc zu setner 49.(außerordentlichen) Tagung zusammcu, der letzten in seiner jetzigen Zusammeusetznng. Die Abgeordneten aus allen Teilen der Mark ivaien zahlreich erschienen; auch der ReickSwirtschaftsminister Dr. Scholz ivohnte der Versammlung als Vorsitzender deS Pro» inzialauSschusses bei. Nach dem Ausscheiden der steuerlich leistungsfähigen Vorortkrcise zum 1. Oktober weiden Neuwahlen für die ganze Rcstprovinz zum Provinziallandtag statt- finden, der danu auch einen neuen P-ovinziatausschuß zu wählen hat. Der Oberpräsident der Provinz Braadcndurg. Dr. Mater, eröffnete die Tagung mit einer kur-e» Ansprache. Zum Vorsitzenden wurde wieder Abg. Dr. Bor Hardt(Eharlottenburg). zu Stellvertretern die Abgg. Obcrdürg rmeistcr Dominicus und Landrat Dr. Kleiner gewählt. Ueber die Lorlage zur Neuregelung der Beamtenbesoldung erstattete Abg. Kämmerer Scholtz(Eharlottenburg) eingehend Bericht. Für die nach staatlichen Grundsätzen erfolgende Neuvesoldung sind 8.S Millionen Mark erforderlich. Abg. Siedotv-Brandenburg(SPD.) beantragte, dt« Sitzung zu vertagen, weil die Besprechung dieser Vorlaue in den Fraktionen noch nicht hat beendet werden können. Die Bz ratung wurde dementsprechend aus heute(Mittwoch) vor- mittag 16 Uhr»ertagt. Handgranatcnexplofion i« der Maikäfer-Kaserne. Ein schweres Explosionsuaglück ereignete sich gestern gegen Millag in der Maikäserkascrne in der Chaufscestroße. Dort waren beim Waffenmeister eine Anzahl Handgranaten abgegeben worden, mit deren Sortieren der 27 Jahre alte Wachtmeister der Eicherheils- poltzei Viktor Felix Lippa und der 23 Jahre alte Unterwachtmeister Hermann Etenzel in einem Nebenzimmer beschäftigt»varen. Plötz- lich ertönt« ans dem Zimmer eine Detonation, zahlreiche Feasler- " eiben wurden zerirünnnert und das Zimmer zum Teil demoliert. amte in den Viaum eindrangen, fanden sie Lippa tot am Bode» liegen. Neben ihm lag schwer verivundct Stenzel. der nach Anlegung von Notverbänden nach dem Krankenhaus geschafsl wurde. schl »Ii Belm Sortieren war eine Handgranate explodiert, auS welche» Ur- fachen konnte noch nicht festgestellt werden. Pferdefleisch und Pferdefleischwaren dürfen, soweit der Ab- schnitt 6 der Pse�deflerschlarle bereits beliefert ist, von jetzt auf Abschnitt 7 der Pferdefleischkarte abgegeben und entnommen werden. Die auf einen Abschnitt entfallende Menge beträgt 230 Gramm. Ein Verlaus von Pferdefleisch und Pserdefletsch- waren ohne Marken ist nicht gestattet. Di« Aushebung der össentlichen Märkte in Lichtenberg empfiehlt der dortige Magistrat der Stadtverordnctenversamm- lung zu empfehlen. Da» nächste Städtische Bolstskonzert des Philharmonischen 0rch«sters unter Le.tnng von Richard Hagel fiavcl am Do na s tag. den l«. September 1620, m der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11, statt. Beginn des Konzertes 8 Uhr. Weitere Rotsiandsarveiten in Lichtenberg. Nachdem in der letzten Lichtenderger Stadtverordnetenversammlung auf Vorschlag der Tiefbauverwaltung bereits Notstandsarbeiten unter Schätzung der Gesamtunkosten auf 1 680 000 M. beschlossen worden sind, wer- den vom Magistrat folgende weiter« Notstandsarbeiten im Sinne der..Produktiven Erwerbslosensürsorge" als dringend erforderlich erachtet: 1. Umpflasterung von Teilen des Fahrdamms der Mol- lendorsitraße. 2. Herstellung eines provisorischen Fahrdamms im Verbindungsweg zwischen Pfarrstraße und der Biegung. 3. Regulierung der verlängerten Prinz-Adalbert-Straße. 4. Schlacken- befestigung des Hegemeiiterweges. 3. Räumung des Hohen Wallgrabens. 6. Kanalisationsbauarbtiten. 7. Ausrüsten der bestehenden Spiel- und Sportplätze mit Sprunganlaaen und Laufbahnen.— Die voraussichtlichen Ecsamtkosten in Höhe von 2 211 000 M. sollen, soweit sie nicht durch Beiträge aus der„Pro- duktiven Erwerbslosensürsorge" gedeckt werden, aus einer aufzu- nehmenden Anleihe bestritten werden. � Aus den Gemeinden Tempelhof. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde ein Antrag I r r g a n g(U. S. P.),„der Gemcindevorstand möge bei der Regierung energisch verlangen, daß die Getreide- preise nicht erhöht werden und die Landwirte gezwungen wer- den, Kartoffeln und Getreide in genügenden Mengen zu liefein*.( einstimmig angenommen.— Für die Errichtung von Notwoh- nungen werden nach einer Befürwortung durch unseren Genossen Schmidt 30 000 Mark bewilligt.— Dem 3. Lohntarif für die Gemeindeardeiter, dem Tarifvertrag der Hilfskräfte, sowie dein Mitbestimmungsrecht für beide Gruppen wird einmütig zuge* stimmt.— Die Prüfung der Tempelhofer Feld-Verträge gibt unserem Eenosien Jrrgang Veranlassung, nochmals den Antrag ZU stellen:„Die Stadtverordnetenversammlung Etoß-Berlin habe zn entscheiden, ob von dem Vertrage zurückgetreten wird." Die!» Antrag wurde gegen die U. S. P.-Stimmen abgelehnt. Die S. P. D. zeigte sich wieder einmal kleinbürgerlich.— Eine lebhafte Debatte gab der Punkt der Tagesordnung:„Den außer- halb des Gruppenplans siebenden Beamten 30 Prozent Aus- svl rf-, 7*«4 � 4 � 4 rt v» uZTiil«-»A«*•*4tt1*n£ ff' ichszuschlag zu gewähren. In den letzt» Kampf gegen die Bürgerlichen beschloffen. len. Unsere Genossen plädierten für die 2(__________ das Gehalt müsse herabgesetzt werden. Die S. P. D. lehnte mü uns gemeinsam die 30 Prozent ab, stellte aber gleich darauf einen Abäirderungsantrag und schließlich aus Verlegenheit«inen V«r- tagungsantrag. Diese Wankelmütigkeit der 6. P. D. machte eine» traurigen Eindruck. Aus den Organisationen t. Dlftrltt. i.«btillung. Set für Mittwoch-ngesrtzt- Diskuwons-b«,» fällt aus.'« 3.»iiiritt. 4. Abt-ilun«. Mittwoch, 7 Uhr. Lchulaula, Dieffsnbachftr. dl» Milglicderoerlammluiig. 3. Dlftritt. Kommunal« Kommisflon, Donnrrsta«, abends 7 Uhr, bei Maas, Lergmannitr. 07.. s. Tillrilt. Heute abend, 7 Uhr, Mitgliederverlammlunz, In der Echulaula. Prin'ensir. St. Tagesordnung:„Die dritte Internationale." Referat»»« Korreierat. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. «. liftritt. ixllerndeirSte, Echultoinmillian und kommunale Kommission. De« Vortrag dos Genossen Hübner sindet nicht Donnerstag, den 18., sondern$<"" nerotaa den 2.1. d. Mio, abends 7 llbr, Martusstr. 40, statt. 7. Distrilt. Kommunale Kommission, Jreitag, 7 Uhr, Si«ung, bei Krumbach» Warschauer Str. 7l. 8. Tistrilt. Freitag, 7 Uhr, finden In den Schulaulen: Pettenlofer Str. 22»> lung'----------.... Nor! 16. «tler Beil,. Lritsch. Droniheimer Str. 4; Abteilung bei Knaop, Erünthaler Str. Distrittoobleut« der CIttrnbei'it«. Di« zu heute, Mittwoch, anaesagt« Vers am«- '......'- nächste Termin wird noch de« sammtnng sämtlicher i nanifltrast«. Vortrag d. verschiedenes. FunkttoniN» de» Prot- tung kann umständehalber nicht stattsinden. Der kannigegeben. Reuköll». Donnerstag, abend, lldh Uhr, Versammlui in det Eartenhalle der Ktndl-Brauerei Hermanns' BaNod über die wirtschaiiltch« Lage in Ruhland. K.--------- Reulölln. Mittwoch, den lS. 9., abend« 6 Uhr, LussteNuna der Kandidat«»- liste sür die Clternratswahlen für di» 2. und 29. Se-neindeschul«, bei Benthe», Rcutcrstr. 99. Reulölln. Dl« Bezirksoersammlung de» 18. Bezirke, findet nicht Donnerst-«, sondern Freitag, abend» W Uhr, statt. Das Erscheinen aller ist dringend«- wünscht. ReulSll». Achtung! Internationaler Bund der Kriegoonser. Am FreUa«. den 17. d. Mi»., abend» 7 Uhr, auherordenlliche Mitglied elverlammluag det Kriegsgcsangciicn.Scltian, Boddin-, Ecke Reuterstrahc. Eharlottenburg. Agitationskommisston, Donnerstag, abends 7 Uhr, Sitzung IM Voltshaus, Stehbierballe.... Eharlottenburg. Mitglied-r-ersammlung, Freitag, abends 7 Uhr, im Volk«- Haus. Tagesordnung:„Stellungnahme zum Parlcitaa." Tempelhos. S. u>ü> 8. v-zirk. Mittwoch. Eilrazahl-bend. � � Pankow, grauen. arbeitelommisston, Sitzung, Donnerstag, 7 Uhr, i« Ingen-- heim. Eaillardftr. 82.,.—, Lichtenberg. 1. viertel. Freitag, den 17. 9.. abends 7 Ubr, in dar Aul- det Schule Marktstrah« lt. Mitgliederversammwng. Neuwahl der Niertelslert»»«, Siellungnahme zur 8. Internationale.............. Reinickendarl-Oft. Donnerstag, 7 Uhr. Kandzettel-erteilun,»an de» Zahl- abendlokalen aus. �< Johannisthal. Mittwoch. 7% Uhr, wichtige Mitglied-r-ersammlung Im Lotol -on Freier, Friedrichstr. 8. Eem-inde-erircler stnd aufgefoidert, zu dieser Ver< t#3rÄÄ"'Donnerstag 714 Uhr. Sitzung der Agitation»- und politisch— Kommisston, bei Möwe», Hauptftr. 27. Vereinskalender vetrlelsrle de« Metallindustrie. Sitzung der vorsttzenden und Obleute d— etriebsräte der Eroh-Lerliner Metallindustrie, Donnerstag, vormittags 16 Uhr» olenthaier Hof, Rosenihaier Strohe. Zentraloerband der Aixestellle». Fachgruppe la. b, c und 8b. sReich»-, .ruz». üersammlung, 15. 9., abends Str. 7-19.— FackgruoocTd.--------------------- 15. 9.. abends 7� Uhr. Haoerlands geftsil«, 85.— Fachgruppe 19, ta.�(Pslzwaron.s erren«. Damen- und Kind-r-Bekleldung.f Mitglieder' l i'A Uhr, Berbandslakal, blauer Saal, Belle-Alliance' >. lSchausenslerdeloraleure.) Milgliederoersammlu—- sammlun», Reue Frledrich- > na, 15. 0., abend» «lle-Alltance-Str. 7>>9.— Facharupp« abends 8 Uhr, Musttet' . denlaal. waren.) Setttansstt strahe 85.— Fachgruppe 19. 2a.(Xtli 7% Uhr, Berbandslokal, roter Saal, 18d.(Ecisenhandol.) Mitalioderocisammlung, 15. 9., säle, Börsenlaal. Kaiser. Wllhelm-Sir. 8l. Zentraloerband der Zingestellten. Fachgruppe 14d. lTesundhettslndustrie.) Di« für Donnerstag, den 18. September, abends 7 Uhr, in Haoerlands Festsälen an- deraumte Mitgliederoersammlung findet nicht statt. Nähere» wird bekannt' gegeben. Asa-Delealert«. Delegiertenoersammlung de» Ort»torlells»roh-Berlin, Do»- nerstag, bd, Uhr, im roten Saal des Zentraloerbandes der Angestellten, Belle- Alliance-Str. 7-IV. ?in gestellte Spediteur«. Freitag,»ormittags 9)4 Uhr, wichtige Sitzung. tochicklerstr. 5-6. Arbeiter-Bildungsschule. Iuieruattonaler«und. Sellion Kriegsaefong«»». Mitgliederoersammlung» Freitag. 17. 9., abends 7 Uhr, in der Schulaula, Eidsftr. 23a. Deutscher Ir«»sp»rtart»>t«r.P«rb-»d. Seilion 2. B-iriebsrSie und Betriebs' oblcuie aller Branchen, Donnerstag, Sitz Uhr, allgemrine N-rsgmmlung. i« Englischen Hof, Alexanberstr. 27c. Ohne Miigliedsbuch und Betrlebsrätekart« �Deuttcher�Hetarbeitsroirban». iVutzbranche.) Donnerstag, abends 7 Uhr,>* T-wertschaftshaus. x-rsammluna der Putzmacherinnen. � Bund d», technische««naeftellie» und samten. Am Mittwoch, den 1«. 9.»■ Mitgliederversiinmiun,. Chaileitenburg 2. abend, 7>tz Uhr. in der zuinnind� schule, v-llal-ttiftr. 40.--- Fachgrupp-uueelammluna l f. Elektrotechnik. Schwal«' ström, abends /z, Uhr. in den Uustlei-F-stsäl.n, Kaiser-Wilbeim�ir. 31. � B-rsommlung der««Ilrouciislcute im Brouereigewerbe, abend» 7>tz Uhr, ta Z-Niraloeiband oer Angestelllcn,. Friedenobun» der»rlegsteilnehmer. vejtrksgruppen s. und SW., beut« ge' meinsamer Kameeadenabend, 8 Uhr, im Restaurant-on Danger, llrbanstr. u- Bezirlsgruppen RO,, O. und Zentrum, beute gemeinsamer Kameradenabend, » Uhr, im Restaurant-on Peler», Grotz« Franksurter Str. 242. ,, Bauarbeiter. Die leiteno des Bauarbeileroerbandcs»erausgabte» Samm«! listen für den Wiederausbau des Leipziger voltshouses stnd unverzüglich Bureau des Deut! che« Bauarbeiterveibanoe». Zimmer 53, abzulicsern, Deutsch»» ilrbeiter-Iheaterbund. Di« tn der gestrigen Morgennummer an«-' kündigte Versammlung sindet nicht heute abend, sondern erst am Freitag- den 17. d. artts.. im toiargarder Lereinshau», Etargarder Str. 8, statt. Esperanto. Der Wunsch, ,>n« international« Verkehrssprache zu erlernen, wird auch bei manchem Arbeiler und Ana-stelüen bestehen. Der Arbeiier-Esperan tistenbund»eranstaltct deshalb»in« Reihe»on Propagandaoersammlungen,«o° auch Anmeldungen zu den Kursen«ntgegengenommen werden. Dies« versanun lungen finden sratt: am lb. Scplcmber. abends 7stz Uhr, tet Büttner, Schwedt«- Str. 23 und Id-alpassaa«. Reukölln, W-ichselfttatz»-, am 16. toeptemder, abend» 7itz Uhr, Restaurant..Freischütz". Fruchistr. liSa: am 17. S-ptemb,r.-de-' 7'tz Uhr, Schulaula. RüNerslrahe. Eck« lriststratze.- Am 29. September te' ginnen überall Ansängeriursc. 3. Oktober findet der Beginn de» Meisterturnier» für 192l statt. allen Beranstaltungen des Klubs willkommen. Bei genügender Betriligung wli» «in Eäftetuinier ausaelchrieben. Anmeldungen zur Mtlgliedschaft, sowie 1«°' gewünscht« Auokunst beim Spielleiter.___, verantwortlich sür di« Politik: Leo Liebfchlltz.«erlin-Fitedenau: für d-d Übrigen rcdalilonellen Teil: t. N. Karl Kohler, Berlin 31: für de» 2?, seralenteil: Ludwig Komeriner, Karlsborst.— verlagsaenostenschal „Freiheit" ,. E. m. b. H., Berlin.— Druck der„Freiheit"-Druckerei®. m. b. O* Berlin vt 2, Breit« Straß« 8/9.