Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag, 16. September 1926 Nummer 386' Morgen-Ausgabe y« ignfttfl* ofcftttat■Btitn» aadnntttag«, Boitittog* mtb Montag» im» ®tJ®«l»8«prcb betragt bei frefe» Zastriwng h» Hau» für Sroß-Bcrlia 10,— an. im»ora»» zahlbar,»oa der Spedition selbst abgeholt S,IiOM. s?i>r Post- »ezag nehme» sämtliche Postanftalten Bestellungen entgegen. Umer vtreifbanb »-zogen für Deutschlend und Oesierreich lS.S0 M., für da» udrige Ausland 2l,S0 M. pzüglich Balntai-Ailffchlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich SO,— AI. Varlta> t, Veit* Straf,, 8>B. «chtgespaltrne Nonpareillezell« ober deren Baum koste« ü,— M. einschließlich Deurenngszuschlag. Kleine Anzeigen! Da» fettgedrnchte Wort 2,— M., jede, weiter, Wort l,5o an., einschliestlich Teuerungszuschlag. Laufend- Anzeigen laut Tarif. imili-n-Anzeigen und Etellen-Desuche 3,20 an. Netto pro Zeile. Stell-N-Vesach» Wort-Anz eigen: da» settgedruchte Wort 1,50 M., lebe» weitere Wort 1,— 38. Smspnch«: Satan 2030, 2843, 4618 4603, 4616. 4648. 4822. berliner-Organ bw VmhbSnglgen Soriniömofmtfc Otutfcftfanöa Massenbewegung und Führerdiktatur Von Richard«rille. Für jede revolutionäre Bewegung im Allgemeinen und für die zur Durchführung bestimmter konkreter Aufgaben geschaffenen Organisationen im Besonderen ist es eine Frage von nicht zu unterschätzender Bedeutung, eine Organisations- form zu finden, die dem demokratischen Empfinden der Massen nach jeder Richtung hin Rechnung trägt. Hand in Hand damit geht die Umstellung der Organisation auf Grund der gemachten Erfahrungen, der veränderten Verhältnisse und der Methodik und Taktik des Kampfes selbst. Nicht nur muh in einer revolutionären Massenpartei der Gesamt- wille ihrer Mitglieder zur Geltung kommen und auch jeder z-eit zum Ausdruck gebracht werden können nach den Grundsätzen der Demokratie, sondern es ist ebenso notwendig, alles zu tun und mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, dah möglichst jedes einzelne Mitglied Zum lebendigen, mithandelnden Glied, zum bewußten, opfer- bereiten Mitträger der Bewegung, der Organisation wird. Ganz besonders gilt das für Masfenbewe- gungen und Organisationen in der jetzigen Zeit. Gerade darin zeigt sich der revolutionäre Geist der Massen, daß sie stürmisch nach Mitbestimmung verlangen, daß gerade der Aufbau der neuen Gesellschaft nach den Prin- zipien des Rätesystems.„vonuntenau f". ihren Wünschen und Ansichten entspricht, daß sie auch die Mitverantwortung tragen wollen. Darum müssen wir alle unser Augen- werk darauf richten, daß auch die kleinste Zelle dieses großen Organismus berührt, ja, gezwungen wird, sich zu regen. ! Das geistige Leben einer Kampforganisation ist deren Spiegelbild, zeigt uns die Moral, die geistige Höhe und den Kampfwillen derselben und dient als Gradmesser der im Kampfe notwendigen, mehr oder weniger vorhandenen guten Eigenschaften. Zugleich wird mit der Verantwortung und dem Ein- blick in die Verhältnisse die Zuversicht und das Selbstbewußt- sein geweckt und gestärkt. Dies jedoch ist n u r möglich, wenn die Massen selbst ihre eigenen Kampfmittel diskutieren, prüfen und beschließen können, wenn sie mit der Taktik des Kampfes vertraut gemacht werden, wenn sie auch den Weg kennen lernen und nicht nur das Ziel. Schon in der Er- tenntnis, chaßdieBefreiungderAMeiterklasse das Werk der Arbeiter selbst sein muß, liegt ja die Forderung nach Demokratie in der Organisation be- gründet. Man kann aber nicht von Selbstbefreiung und Selbst- bestimmung reden, wenn, wie es die Moskauer Thesen verlan- gen, eine Handvoll erlauchter Männer das Proletariat zum Kampfe aufruft und führt, wenn dieselben Männer allein den Schlachtplan entworfen, Zeit. Art und Taktik des Kampfes bestimmen und die Massen nun blindlings der höheren Einsicht vertrauen sollen. Selbst wenn alle Führer so genial wären, mit absoluter Sicherheit die erfolgver- sprechendsten Mittel und den Zeitpunkt des Kampfes vorher- Zubestimmen, würden sie in Deutschland bald die Erfahrung wachen, daß es weniger auf die Erkenntnis und die S i e g e s z u ve r s i ch t d e r F ü h r e r als auf die der Massen ankommt, sollen Kämpfe mit Erfolg geführt werden. Und selbst das Diktum des Führers, verbunden mit Gewalt- Anwendung und Terror gegenüber Widerspenstigen aus den Reihen der Klassengenossen kann auf die Dauer nichts aus- -ichten, wenn nicht die Ueberzeugung. die Hingabe und der "' g n e Wille der Massen vorhanden ist. . Ein Irrtum, der sich rächen muß, ist der, daß es auch in Deutschland einer kleinen Minderheit des revolutionären Proletariats möglich fei. die proletarische Macht zu be- Raupten, selbst wenn dessen größerer Teil dem Kampfe uw die Erhaltung der proletarischen Macht Indifferent oder gar feindselig gegenüber steht. �aß es in Rußland möglich ist. sehen wir. sehen aber zugleich auch die Ursachen. In erster Linie„in den dumpfen und an- Alphabetisch dahinlebenden" Massen. Da war es möglich. , otchem die ökonomischen Vorbedingungen zum Sturz des kapitalistischen Systems noch nicht gegeben waren, eine Dil- latur einer kleinen, entschlossenen Minderheit aufzurichten Und aufrecht zu erhalten. Wo eine Bourgeoisie vorhanden war. und das ist mitentscheidend, die schon rem Zahlenmäßig nicht im entferntesten mit der deutschen zu vergleichen ist. Gar nicht zu reden von den Machtpositionen und dem Einfluß und der festen Fundierung des deutschen Kapitalismus im Verhältnis zum russischen. So leicht wie Russen, wird es dem deutschen Proletariat nicht ge- wacht, die Diktatur aufzurichten und— zu halten. «> Darum ist es schon aus diesen Gründen unmöglich, in jeder Form die Nutzanwendungen und Lehren aus der russischen Revolution für die deutsche Revolution zu ziehen und weit s.utfernt von den Ereignissen in Zukunft die Entscheidung Uber die Taktik der revolutionären Bewegung ,n den ein- ö�lnen Ländern in Moskau zu treffen und scitzulegen. Nach Alchen Gesichtspunkten? Sicherlich nicht ausschlieglich nach r-n im Augenblick des Kampfes notwendigen und jeweils er- forderlichen. Würde sich in Deutschland ein Mensch finden, den Mut besitzt, den französischen oder englischen Ee- "ollen den Zeitpunkt, die Gesetze und die Taktik des Han- Am das sozialistische Grok-Berlin Aufhebung der neuen Stadt- gemeinde Der Kampf der bürgerlichen Parteien gegen ein wirklich sozialistisches Eroß-Berlin nimmt immer heftigere Formen an. Mit allen Mitteln soll verhindert werden, daß ein Magistrat zustande kommt, in dem die sozialistischen Parteien bestimmend sind. Alle bürgerlichen Parteien gehen geschlossen vor. Seit- Wochen sabotieren sie das Zustandekommen des neuen Magistrats. Erst waren es die Eehaltsfeftsetzungen, gegen die sie sich wendeten. Dann aber gefielen ihnen die Personen nicht, die von sozialistischer Seite in Vorschlag gebracht wurden. Vorgeschoben wurde die Frage der Geeignetheit, in Wirklichkeit handelt es sich um die politische Stellung der präsentierten Kandidaten. Das kam am klarsten zum Ausdruck bei der Debatte um den Oberschulrat. Die Gegner wissen die Bedeutung und den Einfluß des Oberschulrats genau zu schätzen und deshalb stecken sie sich hinter die Lehrer und die bürgerlichen Eltern- beiräte, um sie zu Protestkundgebungen gegen den.Luden" Löwen st ein zu veranlassen. Roch gestern abend wendet das„Berliner Tageblatt" diese Methode an, gegen die Qualifikation bestimmter Personen Stimmung zu machen und die Aufsichtsbehörde zu stützen, die bereits durch den Oberpräsidenten Bedenken gegen„die Wahl völlig ungeeigneter Personen" zu Stadträten zu er- kennen gegeben hat.„Eine gewisse Vorbildung der Kandi- daten sei Voraussetzung für die Gültigkeit einer Wahl und man dürfe bezweifeln, ob auch bei weitherziger Auslegung der Städteordnung diese Voraussetzung als erfüllt angesehen werden könne". Und weil ein sozialistisch gerichteter Magi- strat auch noch einen Einfluß auf die Besetzung der Bezirks- ämter auszuüben vermag, versteht man vollkommen die Hart- näckigkeit der bürgerlichen Parteien, mit allen Mitteln die durch den Wahlausfall geschaffene Situation umzu- korrigieren. Das„Tageblatt" spricht davon, daß die sozialistische Koa- lition auf eine„sozialistische Diktatur in Eroß-Berlin" hinauslaufe. Tatsächlich handelt es sich um M a ch t f r a g e n. Den bürgerlichen Vertretern ist es im Augenblick ganz gleich- gültig, was aus den Gemeinden in Eroß-Berlin wird. Jeder mit den Dingen Vertraute weiß, daß jeder Tag zum Zu- sammenschluß drängt- es ist keine Zeit zu verlieren. Die Arbeiten in den Gemeinden st o ck e n, nirgends kann dispo- niert werden. Die Vorbereitungen in den Gemeinden, in Groß-Berlin aufzugehen, sind überall im Gange. Um nur die allerdringend st en Aufgaben zu erfüllen. müssen heute schon die Gemeinden allwöchentlich zu- sammentreten, um Fragen von finanzieller Trag- delns vorzuführen? Entspricht das auch nur im Entfernte- sten unserer materialistischen Eeschichtsauf- f a s s u n g? Dieser meisterhaften Lehre von Karl Marx, wonach nur die ökonomischen Verhältnisse eines jeden Landes es sind, die unser politisches Wirken, unsere Kultur beeinflussen, die die Triebkräfte unsres Seins und Tuns sind, von denen alles abhängt. So wenig, wie die kapitcr- listischen und gesellschaftlichen Zustände und die Kultur selbst in den westeuropäischen Ländern die gleichen sind, wie in denen Osteuropas, so wenig haben die proletarischen Kämpfe um die Eroberung der politischen Macht gemeinsam den Zeitpunkt, die Mittel und die Taktik. Denn das eine hat uns in Deutschland die historische Eni- Wicklung mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß ohne entscheidende Mitwirkung der Massen, ohne Massenbewegung und Massen- Organisationen keine Erreichung unseres Zieles möglich ist — im Gegensatz zu Rußland. Auch das hat uns die Geschichte gelehrt, vor allem das Christentum, was es heißt, demo- kratische Grundsätze während einer Massenbewegung aufzu- geben, wie sich dadurch diese revolutionäre Bewegung in eine brutale Unterdrückung umwandeln konnte. Wie sich bei mangelnder Wachsamkeit der Massen eine neue Herrenschicht heranbilden konnte, die sich über die Massen stellte, sie leitete und regierte. Schon daran würden in Deutschland alle Hoffnungen zu Schanden werden und würde das Gegen- teil von revolutionären Willen und Selbstbewußtsein, würde zweifellos eine Lähmung der Energie, ja selbst Trägheit im Gefolge haben. Denn gerade in Deutschland ist das Bestreben der proletarischen Massen für den Sehenden unverkennbar, die demokratischen Prinzipien vor allem in den Organisa- tionen mehr als bisher restlos zum Ausdruck zu bringen. Wenn auch heute in einzelnen Teilen, in bezug auf die Auf- nahmebestimmungen der dritten Internationale, diese Schlangen weniger stark zum Ausdruck kommen, so sagt das w e i t e zu erledigen. Das Sperrgesetz, das an sich nützlich ist. hindert je länger je mehr, Gemeindeaufgaben zu erledigen. Die bürgerlichen Kommunalpolitiker, die das alles wissen, sabotieren das neue Groß-Berlin, weil es sozialistisch werden könnte. Und nun holen sie aus zum großen Schlage: Die neu« Stadtgemeinde Berlin soll überhaupt nicht in«rast trete«. In der preußischen Landesversammlung haben gestern die deutschnationalen Abgeordneten Hergt und Llldicke einen An- trag eingebracht, der folgenden Wortlaut hat: „Das Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Ber» lin vom 20. April 1320 wird wie folgt geändert: Der Zeitpunkt, zu welchem das Gesetz in Kraft tritt, wird durch Gesetz anderweit bestimmt werden. Bis dahin hat die weitere Ausführung des Ge» fetzes zu unterbleiben." Dieser Antrag besagt nichts mehr und nichts weniger als die Aufhebung des ganzen Gesetzes. Der Zeit- punkt des Inkrafttretens des Gesetzes soll durch Gesetz ander- weitig bestimmt, das heißt, auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Deutschnationalen rechnen damit, daß dieser Landtag ohnehin nicht mehr lange zusamenbleiben wird und es ist auch anzunehmen, daß er keine lange Lebensdauer mehr hat. Dazu kommt, daß der Wahlausfall in Groß- Berlin den bürgerlichen Parteien sehr in den Knochen liegt, und weil die sozialistischen Parteien bisher fest blieben und dabei waren, ihren Einfluß restlos auszunutzen, brach- ten sie die Gegner in scharfe Kampfstellung. Diese Konstella- tion wird auch in der preußischen Landesversammlung ihre Rückwirkung äußern. Die Deutschnationalen werden die Un- terstützung der Deutschen Volkspartei und des Zentrums fin- den, auch die Mitglieder der demokratischen Partei werden, wenn auch mit wenn und aber, dem Antrag nicht abgeneigt sein. Den Rechtssozia listen ist nicht ganz wohl, weil sie mit Demokraten und Zentrum in einer Regie- rung sitzen und sie werden nicht wissen, was sie tun sollen. Die Wirkung des Antrages läuft auf die Aufhebung der Wahlen für die neue Stadtgemeinde und der Bezirksver- sammlungen hinaus. Die mit bürgerlichen Mehrheiten ge» segneten Gemeinden sollen im Besitze ihrer Macht bleiben. Die Situation wird durch den Antrag nur geklärt: die so- zialistische Bevölkerung in Eroß-Berlin soll um ihre Macht- Position in der Gemeinde gebracht, soll um ihren Wahlerfolg betrogen werden. Das Bürgertum will auch ferner in seinen Macht st ellungen verharren. Dagegen muß die Ar« beiterklass« Frontstellung einnehmen. Sie muß mit aller Zähigkeit verteidigen, was sie hat, und alle Mittel anwenden, um weitere Positionen zu erringen. Der Schlag gegen die Berliner sozialistische Arbeiterschaft verdiente eine Erwiderung, daß dem Bürgertum Hören und Sehen vergehen sollte. nichts, weil, aber nur für kurze Zeit, der psycholo- gische Moment noch stärker ist. Die kommende Zeit wird die Richtigkeit dieser Annahme bestätigen. Eine weitere Eigenart der spezifisch deutschen revolutio- nären Bewegung ist, daß ihre Organisationen neben ihrer eigentlichen Aufgabe der Vorbereitungen und Durchführung des Klassenkampfes, auch im hohen Maße erzieherisch und bildend wirken. Auch unsere Partei ist zugleich eine Vor- schule, eine Ausbildungsanstalt von Klassenkämpfern. Und mit Ausdauer und nicht ohne Erfolg hat gerade die ll. S. P. ihr Agitationsgebiet ausgedehnt auf die Schichten des Vol- kes, die ihrer sozialen Lage nach Proletarier, aber aus Unkenntnis, Jndifferentismus oder sonstigen Gründen p o- � l i t i s ch noch im gegnerischen Lager orientiert sind: die- Kreise der Techniker, industriellen Organisatoren, Kaufleute usw. Diese Schicht ist schon rein zahlenmäßig nicht unbedeu- � tend. Vom Standpunkt der Oekonomie, der Produktion, aber für uns unentbehrlich. Es sind die Elemente, die nach den Moskauer Aufnahmebedingungen mit„Klein- bürger" bezeichnet und periodisch„hinausgereinigt" werden sollen. Es mag schon sein, daß sich in Rußland jetzt alles in die kommunistische Partei drängt, auch solche, die mehr„sa- dotieren" als aufbauen wollen. Vor allem, weil dort Mit-! glied der K. P. zu sein, gleichbedeutend ist mit Wohltaten und Begünstigungen in bezug auf besseren Erwerb und Er- nährung usw. Es würde uns in Deutschland wohl nur sehr � schwer oder gar nicht gelingen, ohne die tätige und aktivste Mitarbeit gerade dieser Volksschicht einen Aufbau der Wirt- schaft nach sozialistischen Grundsätzen vorzunehmen, und schon die Kompliziertheit der deutschen Wirtschaft und der Hoch-■ stand ihrer Technik setzt nicht nur Fähigkeiten. Wissen'und Kenntnisse voraus, sondern auch Willensstärke, Ueberzeu- gung von der guten Sache, Klassenbewußtsein und Erkennt- nis des Weges und Zieles der von uns rmcvstrLbtcn Pöespft,. schaftsordnung. Das erstere besitzen diese deutschen„Kleinbürger" zweifellos schon seit langem. Jedoch erzieht man diese Volksschichten zu klassenbewußten und überzeugten Mit- kämpfern und revolutionären Sozialisten nur dann, wenn man sie innerhalb der Orgamsationen mit ihren Klassengenosien zusammenführt, sie d o r t schult, erzieht und von der Notwendigkeit des Kampfes für den Sozialismus überzeugt. Gerade dadurch� beseitigen wir die Gefahren, die zweifellos eintreten, würden wir in Zukunft den Eintritt in unsere Partei abhängig machen davon, ob der Einlaß- begehrende ein„Kleinbürger" ist oder nicht. Außerhalb der Partei, losgelöst und abseitsstehend von der großen Massenbewegung, ohne Halt und innere Verbindung, b l e i- b e n diese Kreise ein willsähiges Werkzeug in den Händen unserer Klassenfeinde, der Bourgeoisie. Darum die Türen und Tore der Partei so weit geöffnet wie nur möglich, damit alle, die Mühseligen und Veladenen, leichter den Weg zu uns finden. Alle Arbeit, die wir in dieser Hinficht tun, diese„Kleinbürger" für unsere Ideen zu gewinnen, ist Arbeit für den Sozialismus und erleichtert uns den Kampf und die Diktawr. Eine Massenpartei ist keine Sekte, kann und darf sich nicht hermetisch abschließen von der Außen- welt, muß vor aller Oeffentlichkeit tätig sein und immer darauf hinwirken, möglichst jeden Volksgenossen, jeden Pro- letarier zu einem bewußten, opferbringenden und mit- tragenden Glied zu machen. Die noch vorhandene Ideologie und Differenzierung der Aufassungen bestimmter proletari- scher Schichten wird am ehesten beseitigt und von dem Ee- danken des Klassenkampfes abgelöst, wenn diese inner- halb der Organisation stehen und beeinflußt werden von den Gedankengängen der mit ihnen organisatorisch Vereinig- ten.' Das Fundament in einer Zeit der schärfsten und ent- scheidensten Klassenkämpfe ist in Deutschland eine große, re- volutionäre und zielklare Massenpartei, in der alle proletari» schen Schichten Eingang finden, in der sie geschult und er- zogen werden zur aktivsten Mitarbeit, Mitverantwortung und zum entscheidenden Einfluß. Das wollen wir, — weil wir es müssen. Nicht, wie in Rußland, wo die Träger der revolutionären Bewegung und der Ausrecht- erhaltung der politischen Macht die breiten Massen auf Grund ihrer mangelnden geistigen Schulung und Urteilsfähig- keit es nicht sein konnten, sondern nur wenige geistige Köpfe. Der deutsche Arbeiter unterwirst sich auf die Dauer einem solchen Regiment nicht, auch wenn er heute mit vollster Bewunderung und Anteilnahme nach Rußland blickt. Darum kann ee für uns nur heißen,— nichtdieDikta- tur weniger Männer, nicht die Diktatur einer neuen Arbeiterbourgeoisie, sondern die Diktatur des Proletariats sei auch in Zukunft unser erstrebenswerteste« Ziel. Die Folgen der Täuschung Unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen ist ein erbeb- licher Teil des deutschen Volkes gewonnen worden, in den Ruf auf Aufhebung der Zwangswirtschaft mit einzustimmen. Auch unser Ideal war die Zwangswirtschaft nie. Ihre Mängel kannten wir genau so gut, wie wir uns bewußt waren, daß sie mit s o z, a l i st i s ch e r Rcgcluttg der Produktion n i ch t e zu tun hat. Aber da der Ruf nach der Vesei- tigung der Zwangswirtschaft zugleich verbunden war mit dem Bestreben nach völlig schrankenloser kapitalistischer Aus- beutung, und da dieselben Aiäckte, die die Aufhebung der Zwangswirtschaft verlangten, jeder gemeinwirtschaftlichen Regelung der Produktion, jedem Mitbestimmungsrecht und jeder Betriebskontrolle der Arbeiterschaft sich widersetzten, so war die Absicht der Rufer nichts anderes, als die Wiederher- stellung der alten Zustände, in denen die Masse der Bevöl- Icrung der hemmungslosen Ausbeutung eines kleinen Teils der Besitzenden ausgeliefert war. Das aber mußte bei dem jetzt herrschenden Mißverhältnis zwischen Angebot und Nach- frage zur schwersten Schädigung der Massen führen. Bessere und billigere Versorgung wurde den Massen durch die Aufhebung der Zwangswirtschaft in Aussicht gestellt. Aber schon jetzt, noch bevor die Wirkungen der Beseitigung der zwangswtrtschaftlichen Hemmungen sich voll äußern tön- nen, ist aus zahlreichen Einzelerfchetnugen deutlich, daß der kommende Winter den Massen weder ein« ausreichende Ver- sorgung noch erträgliche Preise für die Lebensmittel bringen wird. Die Ermahnungen der landwirtschaftlichen Organisa- tionen an die Landwirte, ihre Forderungen mäßig zu halten, um den Uebergang von der Zwangswirtschaft zu der freien kapitalistischen Wirtschaft erträglich zu machen, sind ungehört verhallt, und eine gewaltigeTeuerungswelle rast wieder heran, die die Notlage weitester Schichten de» beut- schen Volkes zur Katastrophe treiben wird. Am unerträglichsten und gefährlichsten ist gegenwärtig die gewaltige Steigerung der Preise für die Kartoffeln, für das Nahrungsmittel, das neben dem Brot die Grundlage der Ernährung der Bevölkerung überhaupt ist. Die Frei- gäbe der Kartoffelwirtschaft, die durchaus nicht erzwungen war durch die Unmöglichkeit, die öffentliche Bewirtschaftung in diesem Jahre nicht mehr durchführen zu können— von allen Zweigen der öffentlichen Bewittschaftung war die Be- wtrtschaftung der Kartoffeln die beste und die am leichtesten kontrollierbare— sondern durch den Wunsch der Landwirte, gerade diesen Hauptgegenstand ihrer Erzeugung unter die freie Preisbestimmung zu bekommen, hat eine gewaltige Etei- gerung der Preise nach sich gezogen. Sie ist gewaltsam be- sördett worden durch die Politik des Ernährungsministe- riums, das in den im März festgesetzten Mindestpreisen nach seinen eigenen Angaben einen„bewußt u b er die Produk- ttonskosten hinausgehenden Preis festgesetzt hat. Dieser hohe Preis, der selbst nach kapitalistischen Grundsätzen unge- rechtfertigt ist, ist zur Grundlage gemacht worden für den Abschluß von Lieferunasvetträgen zwischen den Geine«nden und den Landwirten. In ihnen ist aber auch die Bestimmung enthalten, daß zu dem Erzeugerpreis von 25 Mark bei Lieferungsverträgen noch eine Prämie von 5 M. und eine Ver- mittlergebühr von 1.50 M. hinzuzutreten hat.' Der durch diese Lieferungsverttäge auf 31, o0 MC. für den Zentner gewaltsam herausgeschraubte Preis ist nun der A n- reiz zu weiteren Preisstetgerungen für die Kartoffeln, die nun der Handel oder die Verbraucher sich zu beschaffen suchen. Zwar sind in einigen wenigen, hauptsäch- lich kleinbäuerlichen Bezirken, die Landwirte bereit gewesen, Kartoffeln für 15 bi» 20 M. pro Zentner an die Verbraucher abzugeoen, aber zu nennenswerten Lieferungen wird es kaum kommen, da diese Gebiete für die Versorgung der großen Bedarfsbezirke von untergeordneter Bedeutung sind. Die Gefahr der gewaltigen Steigerung der Preise für Kar- toffeln nach Abschluß der Ernte für Herbstkartoffeln hat nun bereits in einigen Gegenden berechtigte groß« Er- regung unter der Arbeiterschaft hervorgerufen. In«inigen Gegenden weigern sich die Eisenbahner, die Kar- toffeln aus den Versorgungsgebieten abzutransportieren, so- fern der Preis nicht auf 20 M. herabgesetzt und die Versor- gung des eigenen Bezirks sichergestellt ist. Eine in den letzten Tagen in BerNn weilende Delegation der Großbetrieb« und der Konsumgenossenschaften von Hannover hat bei der Re- gierung darauf aufmerffam gemacht, daß die Arbeiterschaft nicht mehr in der Lage ist, ihren Kartoffelbedarf zu er- schwinglichen Preisen einzudecken, da von den freien Aufkäu- fern auf dem Lande bereits jetzt 40 bis 60 M. für den Zentner geboten und bezahlt werden. In dieser verzweifelten Situation werde deshalb in den Betrieben der Plan propa- giert, die Arbeiter sollten zur Selbsthilfe greifen und Requi- fitionszüge auf das Land organisieren, und den Zentner Kar- toffeln mit 15 M. bezahlen. Obwohl die Arbeiter wissen, daß diese Maßnahmen zu schweren Zusammenstößen führen müßten, bei denen die bewaffnete Landbevölkerung gegen- über den unbewaffneten Arbeitern in großem Vorteil wäre, findet dieser Plan in manchen Köpfen Anklang, und die Ge- fahr wächst, daß verzweifelte Arbeiter ihn auszuführen suchen. Ein warnendes Zeichen für die herrschenden Eewal- ten, wohin die unablässigen Preissteigerungen zu führen drohen. DieSchuld fürdiese Zuständetrifft die Re- g i e r u n g, ebenso aber auch die Verantwortung für die Dinge, die aus ihrer Politik noch entstehen. Es ist unmög- lich, daß die Arbeiterschaft diese unablässigen Steigerungen ettragen kann, in einer Zeit, in der sinkende Beschäftigungs- Möglichkeit das auf ihnen lastende Elend ohnedies vergrößert. Es muß deshalb unverzüglich eine Festsetzung des Kartoffel- Preises in Höhe der tatsächlichen Produktions- kosten, also mit 15 M., erfolgen und die Verpflichtung der Landwirte, zu diesen Preisen abzuliefern. Vornehme Kampfesweise DaS„Berliner Tageblatt', das durch die Kandttatur unseres Genossen Löwcnstein zum Obcrsiadlschnlrot aus dem Häuschen geraten ist und täglich entrüstete Angriffe gegen die Person LöweusteinS richtet, verlissentlichte am DienStag eine Notiz zu der gleichen Angelegenhert. die ihr aus Lehrerkreiscn ge- schrieben wurde. Darin wird behauptet, Genoffe Tr. Löwenstein sei von einer Abordnung der Berliner Lehrerschaft ge- beten worden, freiwillig auf sewe Kanditatur zu verzichten. LSwenstein habe es vorgezogen, heißt es weiter in der Zuschrift, dieser Aufforderung zu ignorieren, und damit habe er.politische und persönliche Interesse» höhergestelltalSdie der Schule." Dieser niederträchtige Angriff, der ungefähr daS Niveau kennzeichnet, auf dem sich der ganze Kampf deS Tageblattes gegen Löwenstein bewegt, beruht, wie wir jetzt erfahren, einfach aus einer Un- Wahrheit. ES war niemals«tue Abordnung der Berliner Lehrerschaft bei dem GemosseuLöwenstei«, sodaß rS ihm allerdings leicht möglich war, die Aufforderung dieser gespenstischen Abordnung»u ignorieren." Das wird UNS bestätigt durch ehre uns zugehende Erklär«ug de» Geschäftsführers oes Groß- Berliner Lehret-AuSschusseS. die wie folgt lautet: Das Berliner Tageblatt hat in seiner Nummer vom 14. d. MtZ. in einem Artikel.Au» Lehrerkreisen" erkärt, daß die Berliner Lehrerschaft durch«ine Abordnung Herrn Dr. LSwenstein aufgtfordert habe, freiwillig auf die Wahl zum Oberschulrat zu verzichten. Der Unterzeichnete, der mit Herrn Dr. LSwensteK eine Besprechung gehabt hat, erklärt, daß eine Abordnung der orga»t- sterte» Lehrerschaft nichtbeiHerrnDr. Löwen st einwat, eine solche Aufforderung daher an ihn auch nicht gerichtet werden konnte, vielmehr hat Herr Dr. LSwenstein in der Besprechung Mit dem Unterzeichneten sich bereit erklärt, falls die Lehrerschaft eS wünsche, vor derselben seine Grundsätze darzulegen. Der Lehrerverband Berlin hat dieser Anregung znge- stimmt. Der«ortrag findet am Donnerstag, abend«'/,ß Uhr, im LehrervereinShaas« vor der Berliner organisierten Lehrerschaft statt. Dem Unterzeichnete» ist bekannt, daß Herr Lehrer T f ch e n t s ch e r, der zweiter Vorsitzender des Groß-Berllner Lehrttausschnsses ist. auch eiue Besprechung mit Herr« Dr. LSwenstein gehabt hat, tu der ebenfalls«uri>i«S»u»dlaget»fa»eine«Bottrag besprochen wurden. - Der Mieterschutz bedroht Vom MTB. wurde vor wenigen Tagen gemeldet».daß die Be- sorgntS» dt« Mleterschutzgesetzgebung solle abgebaut Und eine unbeschränkte Stetgerung der Mieten zugelaffen werden, unbegründet sei. DaS ReichsarbeUsinwisteium bereite eine» Besetzentwarf vor. welcher die Bemessung der Miete» regelt und eine nnberccktigre Steigerung der Mieten für die Zukunft verhindern solle." Diese wahrscheinlich von dem Referenten des ArbettsmintstertumS verattlaßie Rott, ist wieder«tuer jener versuche,»tu in Borbereitung befindliche«, mletcrfeindliches Gesetz dem Volte und seinen Gesetzgebern schmack- hafter ,» machen. I« diesem Gesetzentwurf sollen nämlich die erhöhten Anforderungen de» HauSbesttzeS für Unkosten, Gebühren und Reparatur««(!) den Mietern restlos aufgebürdet werden. Der Grundgedanke des Gesetzentwurfe» ist unbedingt fichere und hohe Verzinsung de» im HauSbesttz« steckenden Kapital» und voll« Abwälzung aller Kosten, auch der großen Reparaturen, auf die Mieter.— In Wahrheit liegen die Dinge so: DaS Micterschutzgesetz vom Mai 1020 läuft am 80. September 1021 ab. Als Ersatz soll da» tu Borberettuug befindlich« oben erwähnte Retchshöchstmietengesetz diene», kommt diese» Gesetz nicht btS zu obigem Termi« zustanve, so tritt in der Tat ab 1. Oktober 1921 eine Art Vakuum ein. Das mteterfeindliche Gesetz aber darf nicht zustande- k o m m e n, und ew mteterfreundltcheS Gesetz widerstrebt anscheinend dem tn Betracht kommenden Referenten. ES ist daher dringend erforderlich, daß zunächst daS Mteterfchutzgesetz vom Mai 1920 schnellsten», möglichst lang, über den 80.«eptember 1921 hinaus verlängert wird. Die Parteien, vor allem die sozialdemokratische«, sollten sofort etuen entsprechenden Antrag stelle». Für ein Retchsmtetengesetz aber muß da» Preußische Höchst- mietengesrtz des Ministers Stegerwald die Grundlage bilden, und »war muß diese« Gesetz noch tn einigen wichtige« Punkten zuguusten der Mieter abgeändert werden. Nötig ist eine sofortige verlängeraag de» MteterschuhgesetzeS vom Mai 1920. Erwünscht ist evtl. ein mieterfreuudltches, mindestens auf dem Bode» des Preußischen Höchstmtetengesetze» stehendes Reichsgesetz. Man sollte aber daS ganze Wohuungselend nicht länger mit kleinen Palliattvmittelchea zu bekämpfen suche«, sondern jetzt muß unbedingt die Gelegenheit benutzt werden, um die Sozialisterung des gesamten städtischen Grundbesitzes«ntfchloffen in Angriff zu nehmen. Die Neuordnung des Polizeiwesens W. T. v. meldet: Die über die Neuordnung des Polizetwefens in Preußen unter dem Vorfitz des Minister» des Innern S e v e- ring abgehalten« Sitzung, zu der sämtliche Oberprästdenten, Regierungspräsidenten, Polizeipräsidenten und autzerdew auch Vertreter der anderen oreuhischen und Reichsmintsterten geladen waren, hat— wie wir hören— zu einer Ueoereinstim- m u n g geführt. Wenn auch die Regierungspräsidenten gegen die Uebertragung eines wesentlichen Teiles ihrer bisherigen Besug- niff« auf die Oberprästdenten Bedenken geltend machten, so trat doch überall das Bestreben hervor, der unabweisbaren Notwendig- keit Rechnung zu tragen. In diesem Sinne hat die Aussprach« das Ergebnis gezeitigt, daß tn Anbetracht der von der Entente er- hooenen Forderungen die Polizei nach den Richtlinien des im Ministerium de, Innern ausgearbeiteten Planes umzugestal- ten ist. Heute Donnerstag, abend wird dieselbe Angelegenheit im Hauptausschuß der Landesversammlung und un- mittelbar darauf im Staatsministerium erörert werden. So- bald das geschehen ist, werden die Organlsationsänderungcn ver-> öjsentlicht werden. Den gemäh den Ententeforderungen bis zum SS. September durchzuführenden Maßnahmen wird in Kürze die Vorlage eines neuen Polizeigesetzes folgen, dessen Gestaltung zu» vor in größerem Kreise unter Hmzuziehung von fachverständigen Beamten und den Vertretern der beteiligten Veamtenorgantsa- tionen beraten werden soll. Preußische Landesversammlung Die preußische Landesversammlnng nahm ihre Arbeiten gestern nachmittag 8'/, Uhr auf, nachdem sie sich am 8. Juli vertagt hatte. Die Sitzuna war die lS7. der Verfassung gebenden Landesverfamm« lung. Auf ihrer Tagesordnung standen nur kleine Borlag eo und Bittschriften. Der A e l t e st e nr a t wird morgen sich über die nächsten Aufgaben schlüssig machen. Erwartet wird das Landtagswahlgcsetz und die Entwürfe über Volks-! begehren und Volksentscheid sowie die Denkschriften über Po lizeireform und preußische Steuerpolitik. Konserenz des Beamtenbeirats der U. S. P. Die Zentralleitung der U. E. P. halte zum 14. September Vertreter städtischer und staatlicher Beamten aus allen Bezirken Deutschlands zn einer Konferenz eingeladen. Eischienen waren 22 Delegierte, dar-, unter Vertreter der Eifeubatm- und Postbeamten» der kommnualbe- amteu sowie der Leyrer'chaft. Die Konferenz beschäftigte fich sehr eingehend mit der neuen Be« soldungsreform und verlangte einmütig den Fortfall der tn diesem Gesetz vorgesehene« drei ersten Klassen, da deren Ein- kommen Nicht einmal dem Eristeuzmintmum ent« sprechen. Die Fraktion der U S. P. solle einen entsprechende» Autrag beim Reichstag ewbringen. Die zwilftelllge Klassefizteruug wurde allgemein als zu umständlich beurteilt und fünf Klaffen für anSHchend gehalten. Feiner wurden noch orgaiiisatortsch« und agitatorisch« Fragen besprochen. Die Konserenz brachte jedenfalls viele wertvolle Auregun- gen, welche sich unsere Fraklion. besonders aber uusere Vertreter im Unteranzschuß für die Besoldungsfragen der Beamten gerne zu- nutze machen werde». Der Hamburger Hasenstreik DA. Hamburg, 18. September. In der gestrigen vom Transportarbetterverbaud eta- berusenr» Versammlung, dir äußerst stürmisch vertief und bis»ach Mitternacht dauerte und an der K000 Hafenarbeiter teilnahmen, wurde der Antrag, in de« Streik einzutreten, mit 2017 gegcn 2218 Stimme» abgelehnt. Nach dem Verbandsstatut find Mehrheit für eine» Streikbeschluß erforderlich. Den von dem SchltchtungsauSschuß abgegebenen neuen S ch t« d s« sprach, der de« Arbeitern eine Lohnzulage von 8 Mark pro Tag zubilligt, lehnten die Hafenarbeiter ab. Di« Mehrheit der Hafen- arbetter hält an der alte» Forderung von 12 Mark pro Tag fest. Zur Brüsseler Finanzkonferenz London, 15. September. Auf der Ftnanzkonferenz des Völkerbundes, die am?4. September zusammentritt, werden alle Staaten durch drei Delegierte vertreten sein, auch die vereinigten Staaten, Deutschland, Oesterreich und Bulgarien find eingeladen. Sie werden aber nur in der Eigenschaft als Beratet an der Konferenz teilnehmen. Kanada und Indien entsenden ebenfalls Vertreter. Dazu meldet SB. T.©.; Nach der amtlichen Einladung des völkerbundsrats zu der Finanzkonftrenz in Brüssel ist eine Beschränkung der Rechte der Delegierten von Deutschland. Oesterreich und Bulgarien gegenüber den Delegierten der anderen Lände« tn keiner Weis« erwähnt. Es ist Notwendig, dies festzu- stellen, da Havas eine Meldung verbreitet, nach der die von Deutschland, Oesterreich und Bulgarien zur Finanzkonferenz in Brüssel zu entsendenden Delegierten anf der Konferenz nur be- ratende Stimme haben sollen. Russisches Geldangebot an den „DaUq Herald" Die„Humanitö" vom Eonnabend bringt einige bemerkenswett« Mitteilungen über ein russische» Geldangevot, das dem„Daily, Herald", der englischen sozialistischen Tageszeitung, gemacht worden ist. Nach der„HumanitS" hat der„Daily Herald" fol- gende Mitteilungen gemacht: „Wir.Müssen einig« Tatsachen vetSffenMchen. damit nicht die Auffassung entsteht, wir hätten bolschewistisches Geld erhalten. Francis Mtynell, einer der Direktoren, hat«isi Gold- angevot für seine Zettung erhalten, da» jedoch noch nicht ange- Nammen ist. Ts ist eine Sondersttzüng der Geldgeber de,„Daily Herald" einberufen worden, um zu entscheiden, ob diese Gabe an- genommen werden soll oder Nicht. Im September oder Oktober vorigen Jahres, als fich Francis Meynell in Littauen. Finnland und Skandinavien befand und bevor die Gewerkschaften begonnen hatten, dem„Daily Herald" Gelder zuzuführen, hatte er mit Mitgliedern der dritten Jnter- national« über die finanzielle Lage des«Daily Herald" gesprochen. Gleich zu Beginn der Verhandlungen hatte Meynell offen erklärt: 1. daß er nur in seinem Namen spreche,- 2. daß, bKior die Zeitung Gelder aus sozialistischer oder aus- ländischer Quelle annehmen würde, ste der Oeffentlichkeit davon Mitteilung machen würde: S. daß im Falle der Annahme offen erklärt werden müßte, daß das Geld eine ftete Gabe sei und daß es in keiner Art Einfluß auf die Politik der Zeitung ausüben könnte� 4. daß Meynell sofort von de« Posten als Direktor zurück- treten würde. Die Mitglieder der dritten International« nahmen die von Meynell gestellten Bedingungen an und dieier empfing die ange- botene Summe, die 75 000 Pfund Sterling in Gold betrug. Das Geld ist noch heut« in Meynell» Händen. Wir fragen also unser« Leser, ob ste glaube», daß wtt diese» Geld annehmen können. Der„Daily Herald" ist kein kommunistische» Organ— seht Ehefredakteur und die Mehrzahl seiner Mitarbeiter sind nicht Mitglieder der kommunistischen Partei, doch ist da» Angebot an keine Bedingung geknüpft." » Amsterdam, 18. September. Laut„Telegraaf" hat die Direktion de»„Daily Herald" be-i schlössen, die von der russischen Regierung angebotene Unter- stützung von 75 000 Pfund Sterling nicht anzunehmen, und den Redakteur Meynell, der da» Geld angenomme« hat. z» ent, lasse«. Die Solidarität der kanadische« Bergarbeiter Ealgary(Kanada), 15. September.(HavaS.) Die Delegierten der kanadischen Bergarbeiter haben S m i l l t e telcgraphisch mitgeteilt, daß sie geschlossen für die For« terungen der englischen Grubenarbeiter eintrete». Die deutschen Gewerkschaften sür die Einreise der russischen Delegation ®|e Regierung hat, wie schon berichtet wurde,«ine« Teil der Alchen Gewerlschastsdelegierten die Einreiseerlaubnis bisher �lagt, und zwar Handell es sich um die russischen Gewerlschafts- der Textilarbeiter, Metallarbeiter, Bergarbeiter und der �gestellten. Um fiir diese Delegierten die sofortig« Einreise zu �wirken, ist gestern«ine Deputation, bestehend aus den beteiligten «rbeitergewerlschaften und eines Afa-Vertretsrs beim Austen- ■'«ister Simon» vorstellig geworden. Es wurde in einer ein- gkhenden Aussprach« nachdrMlich darauf verwiesen, daß die rus» nschr Delegation, die sich aus den wichtigsten Berufsgruppen zn« '»«menftellt, nur vollzählig ihre Aufgabe eines Meinung»- »«»tausches über die grasten wirtschaftlichen Fragen erfüllen kann. Minister hat eine beschleunigte Entscheidung in ««-ficht gepellt, Zur Erwiderung Von Paul Schwenk. .Genosse Prager glaubt mit seinem„Die erfreuliche Spaltung" gegen die Befürworter des Anschlusses an die �-Internationale einen glänzenden Trumpf auszuspielen und J-rhofft augenscheinlich davon Wunder was für eine Wen- Ä zugunsten der Anschlutzgegner. So sehr ich jedem sein �ergnügen gönne, diese f-----~' Jlttchen, denn erstens ist es * öt zum Glück der Gang l chen Fechterkunststücken ab, . Das urteilsfähige Proletariat erblickt hinter dem krampf- "�sten Bemühen der Anschlußgegner, einen schwarzen Mann Nch dem andern an die Wand zu malen, nur zu deutlich den Langel an ehrlichen Argumenten. Erst wurde es mit dem»olschewlflenschreck versucht. Keine jMnte war schwarz genug, um die Folgen der Bolschewisten- �rrkchaft so abschreckend wie möglich ,u schildern. Vergebens. °l« Mehrheit der Parteigenossen empfing daraus nur einen «Mso größeren Impuls f L r oen Anschluß. .Dann wurde der Veelnst de« Parteiautonomi« mm den Klageweibern mtt und ohne Zopf auf das schmerzlichste be- Zeint. Auch das zog nicht. Die Patteigenossen schützten den Gedanken der internationalen Solidarität höher ein als 'leinlichen, nationalistischen Kantönligeist und erklärten sich 'N immer größerer Zahl f ü r den Anschluß. Wenn alle Stränge reißen, so kalkulierten unser« A«N- faden, dann wird der.P-panz der Spaltung- ganz sicher leine Wirkung tun. Sie übersehen nur, daß dieses Mittel höchstens in einer politischen Kleinkinderbewahranstalt Gr- wlg verspricht. Es wird im vorliegenden Falle umso weniger �rfangen. als ich in der Lage bin. nachzuweisen, daß der wirkliche Sachverhalt durch die eigenartige geistige Ein- Ilellung der„freiheitlichen� Betrachter eine allerdings nie- banden überraschende grob« Verzerrung erfährt. Es ist richtig, eine Anzahl Parteigenossen findet fich«gel. "laßig zusammen, um über politische Tagesfraaen, insbeson- Aber die Frage des Anschlusses, sowie über die damtt Zusammenhängenden Problem« zu diskutieren. Wer die et». Nitige oft direkt irreführende Att kennt, wie Anschlußaegner »arbeiten", der wird das dringende Verlangen vieler Partei- �Nossen nach zutreffendet Information begreifen. ain Beispiel nur. In Nr. 375 berichtet die„Freiheit" unter der Aeberschrlst »Die Bedingungen fiir die französische Partei- �referierend Aber den Inhalt eines Schreibens, den das PrSstdtum des Moskauer Kongresses den französischen Genossen Ca ch i n und gross ard bei ihrer Abreise am 3l. Juli(man beachte das Saturn) mitgaben. Die von der..Freiheit" wörtlich wieder- Segebenen 10 Punkte sind darin enthalten. E e stellen sich fber lediglich als ein« Skizzierung der wichtigsten Boraus- etzungen für den Anschluß der Franzosen dat. denn die Be- chlußfassung des Kongresses über die endgültigen Aufnahme- bedingungen. die für die P-'t-te« aller LSndtt»*«««?- "ahme gelten, fand erst am S. August statt.(Verale.che d,e Daten.) Dieser Sachverhalt ist der„Freiheit"-Nedattion Senau bekannt, weil«r auf der Reichskonferenz so dargestellt wurde Sehnliche hahnebüchen« Verdrehuvgen urtd Entstellungen Werden von den Anschlußgegnern noch eine große Menge in "mlauf gesetzt und es wird mtt Argumenten operiert, die stch Uln Siriusweiten von der Wahrheit entfernen. Den wahren Sachverhalt kennen zu lernen, das ist ew Beweggrund, der °i« Genossen im Diskutierabend zusammenführt«. Welch lieblich« Gistbwten dt« gekennzeichneten Kampf. kann es heißt:,.«■ Ts haben sich schon besonder« Organisationen(?) tnvsrhalb d« H S. P. D gebildet, die die Spalt»«» der Partei mtt all,« Elser KctKcilttit» �.Genosse Prager erspatt fich jeden Beweis dafür, daß die Spaltung von uns betrieben wird. Er kann auch gar keine Hilbringen, well keine vorhanden find. Wir den.en gar nicht Bussen, schreibt: »In Berlin wurde der Dl-kuttetNub Adler-uwmacht. der Zungen zn gewinnen derer Druck hervorgehobenen Worte: der Parteigenossen für die die An- nten. �Die im " a h�m�e" der�Mo�skauer Bedin L an gen zu g e» Finnen... kennzeichnen, von den„freihettuchen l-'tter- uullungen. für die mich kein urteilsfähiger Genosse verant- Ertlich machen wird, entkleidet, allerdings zutreffend unser Streben. Die Mehrheit wollen»ir gewinnen. Ja. 'uohl. Und da wir nicht in der günstigen Lage find wie die ''Freibeit"-Redakteure und die Partelbureaukraten. täglich Und stündlich an einer Arbeitsstelle vereint zu fem, müssen u-ir ilns �n?» unseren Besprechungen ande� trefsen. . Was das Referentenmaterial anbelangt� bekenne ich, nur �n stümperhafter Nachahmer..grosserer.Vorbilder der Au fein Dak itt bicfcnt ixßCTib ctu)ci5 -Nihalten ist, was ich nicht jederzeit auch bnnte, wird selbst Genosse Prager nicht, behanplen wollen. . Wer da weiß, wie unzureichend und falsch dw Partei- »-.Nossen durch die Presse informiert werden wer da we� ?te wenig insbesondere die„Freiheit dw Bannertragerin 5-r Eroß-Berliner Arbeiterschaft ist, wer den Parteiapparat -nnt. der gegen den Anschluß mit Hochdruck arbeitet, und wer da weiß, in welchem Umfange von der Gegenseite mit den- selben Mitteln gearbeitet wird, die uns als Verbrechen an- gerechnet werden sollen, der wird den Pragerschen Artikel voll zu würdigen wissen. Z* übrigen wußte ich, daß solche Angriffe und Unter- stellungen kommen würden. Es werden auch nicht die letzten sein. Ich habe aber das Zutrauen zu der großen Mehrheit der Parteigenossen, daß sie stch durch derartige Kampfmetho- den nicht werden abbringen lassen von dem großen Ziel der Stunde, dem festen internationalen Zusammenschluß der revolutionären Parteien aller Länder. Zum Parteitag Von Konrad Ludwig(Hagen i. W.). Der nächste Parteitag ist festgesetzt. Gelten hat eine Tagung die Aufmerksamkeit aller übrigen Parteien so erregt, wie es der Partei- tag der USPD. in Halle diesmal zweifelhaft tun wird. Es ist die erste Tagung der Partei, wo all« Instanzen ausgeschaltet sein werden, den« Beschlußrecht haben Nur die gewählte» Delegiert«,»er«e- fchluß deS Leipziger Parteitages lautet: Der Parteitag fetzt sich aus Delegierten der Organisationen zu- sammen. Der nächste Parteitag darf nicht mehr als 400 Delegierte umfassen. Die Zahl der auf den einzelnen Bezirk entfallenden Dele- gierte» wird im Verhältnis der Gesamtzahl der Mitglieder de» Sietchs von der Zcntralleitnng nach den am letzten Vierteljahrsschlnß vorhandenen Mitgliedern, für dt« Betträg« entrichtet worden flud, festgesetzt. Entfällt auf einen Bezirk nicht die Zahl der Mitglied« für einen Delegierten, so steht ihm dennoch die Wahl ewe» Dele» gierten zn. In den Bezirken sind die weiblichen Mttgll.k im Verhältnis ihrer Zahl bei der Wahl der Delegierten zn berÜckstchngeu. Beschlußrecht haben nur die Delegierten. Durch diesen Beschluß wird eine wirklich gerecht» Vertretung zustande kommen. Di« Bezirke, die im letzten Jahr« gegenüber der vesamtpartei dt« notwendigen Verpflichtungen nicht erfüllt habe«, nicht einmal berichtet oder eine laufende Abrechnung eingeschickt haben, sind nur in d« Lag«, eine» Delegierten z« entsenden. Für dt« Berechnung der Zahl der Delegterten ist da» Quartal April- Rai-Jnni zugrunde zu legen. Natürlich gelten alS Maßstab die anteilig abgeführten Beiträge Di» finanzschwachen Bezirk», die garnichtS abgeführt haben, können immerhin eine» Del«at«rten««t» senden. Daß durch den Beschluß von Leipzig und den BeschickungS- modus endlich einmal die lauen Bezirke gezüchtigt werden, ist eigene Schuld. Seit Monat,» tst auf die Loddrigkeit einzelner Bezirk« verwiese» worden. Bor mir liegt der Bericht de. Zentrale Ahrll-Juul. Lo« gi Delegierten haben»nr 1 7 im letzten Quartal Beiträge abgeführt, zw- samme» rund 1S00V0 Mk. IS Bezirke, die nichts abgeführt haben, erhalten nach dem Beschluß von Leipzig trotzdem je 1 Delegiert««, so daß auf die Bezirk«, die ihren Bcrpfltchtauge« nachgekommen find, S88 Delegierte entfallen, Die 12 Bezirke, die»ich« an die Zentrale adgesühtt haben,.«»b Baden, Bayern, Chemnitz, Frankfurt a. M., H'eflen-Waldeck, Mgde- bürg, Mtttelrhei», Oberschlesten. Schlesien, Oeftl. Westfalen Zittau und Mecklenburg. St« zählto» am 1. April zusammen 18-' 027 Mtt» glieder. Im Falle die Genossen etwa glaube», baß Kefe Bezirk« nur im letzten Quartal die Verpflichtung»« gegeuüb* der Gesamt» partet nicht«rMt haben, sei mitgeteilt, daß in wm vorliegenden ganzen Geschäftsjahr« die genannten Bezirkt 17o>iü,eo Mk. Pflicht- betträge abgeführt habe». I» derselben Zeit habe» die anderen 17 Bezirke 484 000 Mk. abgeführt. Wenn alv jetzt jene lS Bezirk« »nr 12 Delegiert« erhalten, geschieht ihnen Gerechtigkeit, fit wollte« eS so, st« baden«I so beschlossen. In welcher Weis« die Zentrale die Sertevnng ans dt» 17 restliche« Bezirke vornehmen wird und mutz ist durch den Leipziger Beschluß geregelt. Den weiblichen MiigVeder» ist jetzt dt« verhältnismäßige Vertretung gesichert. Heißt scheidendes Hindernis für den Anschluß, da cS zum weitaus größten Teile Bestimmungen sind, welche von der U. E. P. zvr stegreichen Durchführung der Revolution selbst mit allem Nach* druck zu befolgen sind. Es ist vom Parteitag zu prüfen, inwieweit Einzelheiten der Bedingungen die besouderen Verbältnisse in Deutschland uubcrück- stchtigt lassen und die Autonomie der Partei nicht genügend wahren. Bezüglich solcher Bestimmungen sind sofort erneute Ver- Handlungen mit dem Exekutivkomitee der S. Internationale an» zuknupfen. Die Konferenz verurteilt mit aller Entschiedenheit das Auftreten führender Genossen gegen Sowjetrußland, indem sie in der Presse und unier dem Mantel der Wissenschast durchaus einseitig gefärbte Berichte über die wirtschafUich« Lage in Rußland geben, welche im gegenwärtige» Stadium deS revolutionären Kampfes in Rußland einem Dolchstoße in den Rücken unserer kämpfenden Brüder gleich- kommen." Für die dritte Internationale Paris, 16. September. Nach«wer Havasmeidrcng a»S Limoges hat der K o n g r e ß der Syndikalisten der MinderheitSrichtuug Mittelfrank. reichs sich für den Anschluß an die dritte Internationale ausge- sprochen. Die Verhandlungen in Riga Polnische? Vorschlag sttr die WassenstillstanMittie TU. Warschau, 15. S�tember. Der nationale Verteidigungsrat hat den Delegaten in Riga jene Linie als Waffenstillstandslinie bezeichnet, o- welcher fich am Tag« des Abschlusses des Wassenstillstandes vi« beiderseitigen Truppen befinde» werden. Sollte man in Mga über den d e f i- nitiven Frieden verhandeln, so so* als polnische Grenzlinie im Norden die sogenannte Deu-�che Linie gelten, im Süden die Zbrucz-Linie. Indischen haben Truppen der polnischen S. Armee Wladim-r-Wolynsk erobert und viele Beute und Gefangene getr»chi- Russische Itveifel<*« Friedenswille« Polens £)(£. Helstngsors, 16. September. Der Ehefredakteur de* Moskauer.JSwestija", Steklow, erklärt in einem Leitartikel, f glaube nicht, daß die Polen ernstlich ge- willt feien, Frieden ,� schließen. Die Pole« streben in Wirklichkeit danach, ihren S'v r marsch fortzusetzen. GS existiere eine heimliche A r m a ch n n g M i l l e r a n d s mit der polnischen Regierung, in welcher Millerand stch verpflichtet habe, die Forde- rungeu Pole«* England gegenüber zu unterstützen. Die.Dv�waja Prawda" die Zeitung der Rote» Armee, erklärt, a werde m kurzer Zeit gelingen, die Pole« zum Rückzug zu z w in c e n. Das allein werde die Stellung der Polen zn den Fried-'sverhaudluugen ändern können. Nur die Rote Armee dazu helfen, einen Erfolg der Friedensverhandlungen z« erbeten. Rußland nnd Japan . TU. Moskau, 1v. September. Der Vertreter, den die Sowjetregiernng nach Ostasten entsandte. ist zurückgekehrt und hat Über oie Verhältnisse im fernen Osten be- richtet. Die Sowjetregierung beginnt einen scharfen Pro» pagandafeldzug gegen den Imperialismus Ja- i a N» und sucht nach Möglichkeit die Ausstände in Korea und die tarke japanfeindliche Stimmung in China zu unterstützen. An- cheinend hat sich in Moskau dl« Erkenntnis Bahn gebrochen, in Japan einen gefährlichen Gegner zn sehen. -i.-«—«.--------•jcr�itiTi � S w e st t ja"«inen hinweist, daß Japan trotz ........ oeaen seiner inneren Ver- Hältnisse niemale etwa» gegen Sowjetrußland werde «nternehmen können. Der Gewerkschaftskamp? w Italien Mailand, 16. September. Der Generalrat de« Verbandes der Jndnstri- « l l e» trat gestern zusammen, um die Vorschläge de« allgemeinen Arheiterrates zur Lösung der Metallardeiterfrag« zu prüfen. Da sich in der Versammlung mehrere Strömungen gel- tend machten, wird ein« neue Zusammenkunft am Donnerstags stattfinden, um den Vertrauensmännern der Arbeitgeber Ee-.' legcnheit zu geben, die Meinung ihrer Auftraggeber zu hören. Die Leitung der in Rom zusammengetretenen Populär- Partei befaßte stch ebenfall» mit der Metallarbeiierfrage und nahm eine Entschließung an, in der die Regierung aufgefordert wird, einen aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern gebildeten Aus- schuß zu ernennen, der die wirkliche Lage der italienischen In- dustrie prüfen soll. Erwerbungen von Fabrikbetriebe« dnrch die Arbetterverbknde Rom, 15. September.(Stefani.) Der NattonalverSand der Eewerkschaften setzt« seine VerHand- lnngen mit den Minister« sür Oesfentlich« Arbeiten und für Innere», sowie mit mehreren Banken zum Zweck« der Er«er- bung einiger groß«» Betriebe durch«in nationales Konsortium der metallurgische» Gewerkschaft sott. Di« Erwer« Vung der Wersten von Eastellamare, die 2000 Arbeiter beschäftigen, scheint nahe bevorzustehen. Das Urteil im Tisza-Prozetz Budapest, 15. September. Da» Kriegsgericht verkündete heut« vormittag da» Urteil im Prozeß gegen die Mördrr de» Grase« Stesa« Ttsza. Stefan Dabo und Tidor Sztankovsky wurden zum Tode durch den Strang. Alexander Hnettner zn 16 Iahren schwere« Kerker», Eugen Bago-Wilhetm z« drei Mpnaten Gefängnis verurteilt. s E« ist also dem Stefan Friedrich, der dttngend der Anstiftung zum Morde Ttsza» verdächtig war. nochmals ge- lungen, den Kopf au» der Schlinge zu ziehen. Das kann man heute in Ungarn, wenn man den allmächtigen Verein der„Er- wachenden Ungarn" und das Gros der terroristischen Offiziers- gruppen hinter sich hat. Der einstige Revolutionär, der sich mit fabelhafter Schnelligkeit und Gründlichkeit zum christlichen Ter- roristen ausgewachsen hat, geht au« diesem Prozeß als Sieger über Horthy, den ungarischen Kronprätendenten, hervor. Von dessen Seite wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Friedrich der Mittäterschaft zu überführen. So erleben wir in Ungarn. das man wohl bald das Land der„unbegrenzten politischen Mög- lichkeiten" nennen kann, das Schauspiel, daß zwei Terroristen- Häupter, die beide den politischen Mord als vornehmstes Kampf» mittel gebrauchen, fich gegenseitig bis aufs Messer bekämpfe«, nachdem sie die revolutionär« Bewegung in einem Meer von Blut erstickt haben. Proteststreik weg««»er Verhaftung des Abgeordneten Eisen, berge». Einer Tclunion-Meldung zufolge, hat die kommunistische Parteileitung für Südbayern an alle Vertrauensleute eine Auf- forderung zur Organisierung eines zweistündigen Protest» st r e i k e s wegen der Verhaftung des Abgeordneien Eisenberger gerichtet. -- T ■.>?!?.K■''>••>%••;'* �'X..-'. ,.v'. � ,,»HI,»IUI«,„„»»»«II HNitnmiummMi* I Verkauf an' jiiiTOMinroiM Jedermann I Angebote finden Sie in den Lebensmittel-Verkaufsstellen der\ itufttmautinitiiifiu* RevMer GröMMGeseWUbL Pflügerstr> 7, Donausw 131/ Iansastr. 4 � Hermannsw S � Mainzer Str� 4S/ Steinmetzstr. 114/ Herrfurth. stratze 9/ Weqestr. zg � Kirchhofs� 42/ Nogatstr. 11 � Boddinstt. 45/ Knesebecks� 24/ Hermannstr. 142 r, .■'..4■.?y■■ MGMHMM> U ••''.t'." TWcr md®etp8pnp !! Der grösste Operettenerfolg! I Volksbühne Donnerstag 7 Uhr: MM von SeMronn Neues BolUstheater Köpenilker Str.»S. �.uh.- Biberpelz Staatstheater O sern b aus 7 uhr- Boheme Schauspielhaus «>b Uhr: Peer Gynt. Residenz-TWer iStadtbahn AannowitzbrNtke, Untergrundbahn Klosterstraße) -/.»uh-- Sie Zreunoin Sonntag 4 Uhr: DerStörenfried Aachm. 4 Uhr KlemePreise: Schneewittchen 'us Cllsm- Theater«/.s Knorp's sel. Wwe Stg. Z>j, u.: GebrSde» Z» Jörn Direktion: SNap Steinhardt. DeuWes Theater Uhr: Saust I. Kammer-Tanzspiele Bülowftr.«, am Nollendorfplatz Dagl. 8 Uhr- Orientalisches Ballett Kifti Kianri Ben. Theater a Kotthns.Tor Tel Morltzpjatl 148] 4. Tägl: 7�1 u. Sonntan nachm. 3 Uhr: 8 Uhr- Der Weibsteusel Srohe; Schanspielhavs Karlstraße 7- Uhr: Danton(Aufi. Abonn.) Mes Lperettetlhaus Direktion Jean Kren . Uhr DleCsIkSaderonSS» Operette in drei Akten nach einem Motiv Petöfi« von Fritz Grün d au m Weinbergsweg 19-20 Geschlossen_ Direktion Carl Meinhard- Rnd. Bernauer Theater i. d� KöniggrLtzer Str. >l,8U.- Äaumoister Solnetz. ßieitag: Erdgeist (SOaria Orska, Albert Stetnrii6l> Komödienhaus >1/1: Eine Macht i. Paradies Berliner Theater Uhr: Der letzte Mzer mit Sritli Mass arg, iUeZÄngsr Uiiithecn-tzsnrot» orrlc.ll-l-l, ,.4—«v. Apollo- Theater Sriedrichstr.«18 7'!2ll.MMeMelklv ßnnriOfsefl sowie weitere 10 Septembersensattanen Sonntags 3Vi U. 1 Kind frei. Ihre Weit Sie«Min Operette von Walter W. Götze, hält heute Donnerstag, IS. Septernb.» abvs. 7 Vz» ihren Einzug in das Mlli'H.MelWW. MM / unter Ler�ng des Direktors Felix Mein Hardt vrit vollständig neuer Ko stüm-Au s stattung von der Firma ' Hugo Varuch � To. und neuer Dekoration aus den Werkstätten des Theater-Kunstgewerbe-Hauses. Lpe�rsImLskaneilun, _ f. Oieschlechts., _ SJ Hanta, Hftrii-g« Srauenleiden» hartnäckige H»rn leiden, Ausschlag» nerv. chwSche, Blntnntersnchung, �alvars�Knr.» Bestrahl. MV.«,,ß.sser�, �ün-ste. 9 nahe Aleiander-Platz, S-l. 4�, Sonnt. It. 12, Damenzimmer srp. 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M.. nach«. 12�4 Uhr, von der Leichenhalle des Städt. Friedhofes in Buch aus statt. Der Schlosser Uugust Trip» Fehmarnstr. 22, am 13. d. Mts. Die Einäscherung findet am Freitag, den 17. d. AUS-, vormittags 11�/, Uhr» im Krematorium, Gerichtstrotze, statt- Ehre ihrem Blndenken! Die Orten ermaltunS' mut«all. am Freitag, 17. September 1920, im gtthen Saal der Nmen Weil, Thema: Die Gewerkschaftsbewegung in RutzlaB Referent: Genosse Lofovskq, Moskau. Führer der rnffifchr» Gewerkschaftsdelegation. Freie Aussprache. Zur Deckung der Unkosten wird 1 Mk. erhob- Arbeiter uud Arbeiterinnen, Betriebsräte uud BertrauenSlente der Gew� fchaste«, erscheint in Massen. Ihr könnt Euch in dieser Versammlung genau--j die Verhältnisse in Rubland und über die Gewerkschaftsbewegung informier- vnelNgle Leklevsratezevksle/ NelalliirbM'verdllO. 12 große öffentliche am Donnerstag, den 16. September 1920, abends 7 ttt Otarbe«: Pharns.Säle, Müllerstr. l«. Zentrum: Saphien-Säle, Sophienftr. 17-18. TRo*1. Moablier Gesellschastshans, Wielefstr. 24. Siideu: Zchulanla, Manteuffelstr. 7. 9leab�l ■Rliems Fsstsäle. Hasendeide. SchUncbcro: Schulaula. ltzichte-Ziealsckule. ÄoIonnenftraSe Steglitz: Schnlanla, Realschule, F Delleoue, Spandauer Straße 2. de C. No Ic es lu ÜI et »i : Sc tu ve De ru & kr fc V> toi de A Ich P be A .h° et st. lo de kr ai Quecksilber, Zinn, Kupfer, Rotguß, mmL lei. Zink Metall-Ankauf Charlottenbs. Wallstr. 53. Tel. Wilh. 1871. mm: Mmg om Aillnml« »reie«usspr-Ä ann, Becker, nnett erscheint in OB»" »«««» M»[M ISMIäUDDi), M enss-Mlll Altmetalle Zinn AeSWer, ZahllgeWe Platill-, GM. Silbers voit odsr Isgosprviv nur Z Einkanfsftellrn Lrunnsnstr. 11 kkussslstr. 29 fsnn8tr. 48 Alte Gebisse, ÄÄ einzelne PlattustiftzShue von 1235—260.— jedoch nicht unter 1226 pro Zahn i f n 4- 1 n BnimM Konlakle W ! w M Äb. pro GraB Solbbmch«S-SezeWlidc bis ZZ Mb. pro©wkib Silberbnich.. 1,40... Brillanten , zu den höchsten Preisen kaust |�. Herz, Fehrbelliner Str.S? 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Mts. stattgefundenen Arbeitslosen- Versammlung im Friedrichshain, die von zirka 14 006 bis 16 000 Personen besucht war, wurde e i n st i m m i g der Antrag ange- Nammen, dah der Arbeitslosenrat sofort sein Mandat den Ar- beitslojen zur Verfügung zu stellen hätte. Auch die Ausführungen eines Arbeitslosenratsmitglicdes. E r o t h e. änderten nichts an ®tesem Beschluh. JIm Gegenteil, da der Arbeiterrat die B e- chlüsse der Arbeitslosen Versammlung bisher i a b o i i e r t hatte, verlangten die Arbeitslosen, nach der Kloster- ueahe zu ziehen, um die Postenkleber und Verfälscher des Räte- fledankens sofort ihrer Funktionen zu entheben. Alle schlössen sich Zug an und füllten die Klosterstrahe, dieweil der Äktionsaus- Mh den Beschluh der Masse dem Arbeitsloscnrat übermittelte. Der Arbeitslosenrat versuchte noch einmal, die Sache hinauszu- Aieben. Die Masse verlangte aber in stürmischer Weise, dah der »rbeitslosenrat sofort die Räume zu verlassen habe. Die Räume Wurden im Beisein des Arbeitslosenrats verschlossen und die Schlüssel an zuständiger Stelle abgegeben. Dann wurden die Ar- beitslosenratsmitglieder durch die durch ihre Schuld aufgeregte Masse hindurchgesührt, und dort erklärte der Vorsitzende des Ar- b-itslosenrats. Schmidt, dah sie ihre Mandate der Masse zur Perfügung stellen. Alle Angaben, die anderes besagen, entsprechen :»cht der Wahrheit. Nachdem zogen die Massen ohne Zwischen- 'alle, in geschlossenem Zuge, nach den A. E. E.-Werken, Ackerstrahe Und Voltastrahe. wo sich die Belegschaften sowie sämtliche Betiiebs- kate mit den Forderungen der Arbeitslosen solidarisch erklärten. Nach dieser Darstellung, wie auch nach anderen uns inzwischen zugegangenen Berichten, kann also keine Rede davon sein, dah die Demonstranten in den Räumen des Arbeitslosenrats„wie die Aandalen gehaust" haben, wie es bedauerlicherweise in dem von uns gestern veröffentlichten Bericht heißt. Der ganze Vorfall hätte überhaupt vermieden werden können, wenn der Arbeitslosenrat. der die Mihstimmung der Arbeitslosen schon lange genug gekannt hat. durch die Vertrauensfrage eine Klärung herbeigeführt hätte. Pon Interesse ist es auch, was uns von anderer Seite über ben «rund zur Bildung des Aktionsausschusses mitgeteilt wird. Es heißt in dieser Zuschrift:, „Auf allen Arbeitsnachweisen, Fürsorgestellen und Stempel- stellen machten sich Stimmen laut über Elend und Rot, ihre Ver- Sweiflung und die Ungerechtigkeit, mit der die Arbeitslosen seitens der Reichsregierung behandelt werden und über das schlechte Solidaritäisgefllhl der in Arbeit stehenden Kollegen und Ge- Nossen. Wir wollen keine Almosen, nur Arbeit. Man gab uns leere Versprechungen, um uns zu beruhigen, bald stnd «s Notstandsarbeiten, dann sind es 56 Millionen, bald 76 Mil- lionen, dann 166 Millionen und endlich 566 Millionen, so dah die über 8 Wochen Erwerbslosen eine Extraunterstützuna von 466 M. erhalten werden. Warum dieser Lua und Trug? Rur ganz wenige bekommen 266 M. und jetzt die meisten 166 M. Ledige Hammen vorläufig noch gar nichts. Pflicht der Erwerbslosen- > röte war es, hier von dem Magistrat und den Kommunen zu • verlangen, wieviel soll jeder haben, und wie und wann soll es "»erteilt werden, die Arbeitslosenmasfen zu rufen und die Erklä- 'kung abzugeben. Leider verhandeln sie, handeln aber nicht. Von den Arbeitslosen wurde nun der Äktionsausschuh gewählt, »m den Arbeitslosenräten eine treibende Kraft zu sein, da wir Dissen, dah ihnen die Hände" seitens der Reichsregierung und des Magistrats gebunden sind, und in der Breiten Strahe, der Er- verbslofenzentrale, sowie in den Fllrsorgestellen, hauptsächlich in der Bcrgmannstrahe, herrscht das alte Bureaukratensystem. Wochen- und monatelang warten die Antragsteller oft auf Be- scheid, warum ihnen keine Unterstützung gewährt wird. Weil den Prüfern allerlei Hausklatsch gestattet ist in die Akten zu sckrei- den. Viele von den Antragstellern wissen nun nicht, welchen Weg sie einzuschlagen haben. Sie werden dann dauernd hinge- . halten, von Zentrale zur Fürsorgestelle, so oft wochenlang, bis sie endlich dahinter kommen, dah der Arbeitslosenrat in der Kloster- strahe sie vertritt. Daher ergibt sich, dah täglich hunderte Arbeits- loser in der Klosterstrahe erscheinen, wo die Ärbeitslosenräte mit der Arbeit überlastet stnd und sich im Fahrwasser des Bureau- kratismus dem Magistrat fügen müssen. Dem will der Aktions- ausschuh abhelfen. Die Zuschrift verweist dann auf die Leitsätze der Brüser, auf die wir noch zurückkommen werden, und fährt dann fort: „Die Schuld an diesen Uebelständen tragen die Arbeitslosen- *äte, die nicht etwa, wie angeführt, erst kürzlich gewählt pnd, sondern ihre Posten schon Jahr und Tag bekleiden, von denen aber etliche zu jung und politisch unreif sind und erst etwa 3 ms 4 Wochen vor ihrer Wahl politisch tätig waren. Die Arbeits� losen haben sich am Sonnabend, den 11., einen neuen Aktionsaus- schuh gewählt. Wenn einzelne Tollköpfe auch meinten, nach der �losterstrahe gehen zu müssen, um den Arbeitslosenrat aus dem Fenster zu werfen, so können wir dies nicht gutheihen: aber gehässiger ist es. wenn der Arbeits- losenrat Schmidt, von der K. P. D.. in der„Roten Fahne Artikel losläßt und die Vorstrafen der einzelnen Mitglieder� des Aktionsaus chusses, welche 12 bis 15 Jahre zurückliegen. vero,fent- 'itfit. Zu diesem Zweck hat er sich einen Auszug aus irgendeinem Strafregister verschafft. .Der Aktionsausschuß will keine Putsche, keine Hetze, keine Parteizersplitteruna. er will das gesamte revolutlo- näre Proletarit erfassen, es festigen und einigen, um zu erreiazen, dah die geschlossenen Betriebe geöffnet werden. Wir wollen in unserem Elend durch Demonstrationen den Kapita- l'sten zeigen, daß wir nicht mehr gewillt sind, ohne Arbeit und Brot zu verkommen, daher appelite- �en wir an das Solidaritätsgef u h I unserer arbeitenden Brüder und Kollegen. Wir werden w Massen in den Betrieben erscheinen und ihnen llai_ zu �machen wchen, dah �ampf SM nicht durch Verhandeln zwingen wir den Kapitalismus nieder. Wir vermögen nicht zu beurteilen, ob alles, was in der Zu- lchrift gesagt wird. Wort für Wort zutrifft, � Wir Eben ste nur wieder, weil sie ein getreues Spiegelbild all dei Schmerzen zu ein scheint, oie die Arbeitslosen empfinden. Wir haben ja Ichon oft darauf hingewiesen, alle in �age kommenmn Stellen «ewarnt und gefordert, dah schnell und grundl ch etwas getan «lrd für die Arbeitslosen. Wir haben auch stets»esagt. daß "'cht Almosen es sind, sondern B e ich a f f u n g v o n A r- beitsgelegenheit. was die Arbeitslo.en fordern. Die betriebe müssen geöffnet werden und wenn es öegen den Willen der Unternehmer wäre. Wenn "'cht anders, dann müssen mehrere betriebe zusammenge eg un Sozialisiert werden. Läßt sich trotzdem d,e Produruon mcht °"s einmal aus die volle Höhe bnngen..danu.nutz die vorhan- dene Arbeit verteilt werden. Dann muh an das Sol da r,� t s g c f ü h l der K l a j f e n g e n o f s e n appelliert und d,e Arbeitszeit allgemein verkürzt werden zugunsten der ooäig i,r- Aerbslojen. Bor allem darf es nicht vorkommen, m etnz.lnen Aetriedcn Uebcrstnnden gemacht werden, wirnren�andere gleich. "rtiqe Betriebe still liegen und Taufcüde den Sftbeltsnachweis bevölkern. Die nicht unbedingt auf frck erb ange. "'iefenen Personen müssen, wie es 1« vom Demobil- machungskommissar verlangt wird, zurücktreten und Platz mach»n für diejenigen, die ohne Arbeit und Verdienst verhungern mühten. Leider bestehen noch viele solcher Mitzverhältnisse. Es ist geradezu Pflicht jedes einzelnen, dah sämtliche Uebertretungs- fälle zur Anzeige gebracht werden. Es hat keiner mehr das Recht, nur an sich zu denken. Unsere traurige Zeit erfordert vollstes Solidaritätsgefühl mit unseren darbenden und hungernden Mit- menschen. Dieses Solidaritätsgefühl sollte völlig freiwillig"e- zeigt werden, und wir wollen hoffen, dah von nun ab in den Betrieben etwas mehr Gewicht als bisher darauf gelegt wird. Den Gewerkschaften aber obliegt ebenfalls die Pflicht, dafür sorgen, dah ihre Mitglieder in diesem Sinne handeln, und dah vor allem für reichlichste Arbeitsgelegenheit gesorgt wird. Arbeiter, Arbeiterinnen, Angestellte, Betriebsräte! Tie Arbeiterschaft hat seit Monaten die Einberufung eines Reichs- kongrcsse« der Betriebsräte gefordert. Die Entzpicklnng der wirt- schaftlichen und politischen Verhältnisse, der Zusammenbrnch der fopttalisiischen Piodnkiion, das Erstarken der Reaktion und Konter- revolution ließ diese Forderung als b. rechtigt und dringend erscheinen. Der seit Monaten geführte.stampf um die Betriebsräte erschwerte die Einberufung eines Reichskon grcsse« aller Briricbsräte. Das sucht der Bor stand des Allgemeinen deutschen GeWerk- schaftSbundcs auszunutzen und beruft einen Reichskongrcß der gewerkschaftlich organisierten BelrtebSräte auf den 5., 6. und 7 Oktober d.J. nach Berlin ein. Dieser Kongreß soll die Politik der Arbeitsgemeinschaft gutheißen und die Betriebsräte zu deren Werkzeuge machen. Der Nürnberger Gewerkschaftskongreß soll seine Wiedtrholung finden. Die revolutionäre Arbeiterschaft und deren Bctrtcbsräle müssen mit aller Schärfe aussprechen, daß sie das Treiben der Gewcrkschasts- bureankratie nicht miimachen und den Widerstand dagegen orga- nisteren wollen. Ueberall da, wo die Wahlen der Delegierten zum Kongreß noch nicht vorgenommen worden find, müssen revo- lntionäre Betriebsräte als Delegierte gewählt werden. Soweit die Wahlen bereits erfolgt sind, muß fest- gestellt werden, inwieweit und mit welchen Mitteln die Gcwerk- schastsbureaukratie„zuverlässige" Delegierte ernannt hat. Das dies- bezügliche Material ist zu sammeln und muß auf dem Kongreß ver- wertet iveideu. Alle jene Telegierte, die die Betriebsräte zu revolutionären Organen deS Kampfes um die Kontrolle der Produktion und zu Kampforganen der Arbeiterklasse zur Niederwerfung der Wider- stände de? Unlernehmei tums»od des kapitalistischen Staates machen wollen und die eiulrcteu für die selbständige Erfassung aller Hand- und Kopfarbeiter durch die Betriebsräte, unabhängig von ihrer politischen und gewerkschaftlichen Zugehörigkeit, werden vor Stattfinden des Kongresses zu einer Konferenz eingeladen. Diese findet am Montag, de» 4. Oktober d. I., in Berlin statt. Lokal und Zeit wird durch die Presse bekanntgegeben. Die Zentrale der Betriebsräte des Wirtschaflsbezirks Groß-Berlin. gez. Paul N e u m a n«. L. F l e s ch. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Betriebsräte und Funk- tionäre! Der Kursus über Wesen und Wirkung der kapitalistischen Gesellschaft beginnt am Donnerstag, den 16. September, abends 7 Uhr, im Schulgebäude Hinter der Garnifonkirche 2(Neue Friedrich. straße), Zimmer 84. Einige Kollegen können noch am Kursus teilnehmen. Generalversammlung des Ientralverbandes der Angestellten Ortsgruppe Eroh-Berlin am 14. September 1828. i t 0iOir5 0 � n naPm das Wort zum Ge- sch a f t s b e r l ch t. Er teilte u. a. mit, im 2 Quartal 890 Veranstaltungen der Ortsgruppe stattgefunden haben. Im April hat die Ortsverwaltung einstimmig den Beschluß gefaht, sich an de" prwaten Arbeitsgemeinschaften nicht zu beteiligen und leine �ertreter in dieselben zu entsenden. Dagegen sollen für die ae- banmlsltell'�«""»en wie Reichskohlenrat.' Reichskalirat. Außen- stbok/srÄ«im?/ m �ur die i-lektrizitätswirtschaft, Eisenwirt- Kn den nt�'h m®etttetet namhaft gemacht werden. arunne di? Än ��-���"'"�chaftsrat sind aus der Orts- itn der Herrath und Hugo Cohn entsandt worden. rl J!er Bauleiter des Verbandes am in Würzburg genommen. haben die Kollegen Bauer und 22. Juli Bublitz teil- T' vtw- Wm oicics Monats Zlurückaea ftarfer«]ufwunUf. am i0" 3uni 1920 90 444- �s'hat sich"eine Wirti-bostÄ�. ���ar gemacht, hervorgerufen durch die logische iazSnl LÄrgänge" 0i6t cf)t0n0= seck�'A,ll!n.n°i- � Opposition seit dem Ausschluh dieser iammlvn?»» unmöglich gewesen, in den Delegiertenver- diÄ praktische Arbeit zu leisten, so dah die Ortsverwal- !in�s»» �"8». Delegierten über wichtige Fragen nicht j// �l°n konnte. Mit dem Hinweis auf die schwierige Situation. X- S'ch alle Arbeitnehmer infolge der Wirtschaftskrise be- 1'"°°"- a'e es ledem Verbandsmitgliede zur unbedingten Pflicht alle Kräfte im Interesse der Organisation anzuspannen, schlicht Hugo Cohn seine Ausführungen, indem er der Hoffnung Ausdruck gibt, daß für die Folge in sachlicher Weise zwar alle bestehenden Auffassungen diskutiert, jedoch in erster Änie ote so dringend notwendigen und unaufschiebbaren Verbands- arbeiten durch die Delegiertenversammlungen gefördert wer- den mochten. Sodann gibt Kollege Weyland eine Erläuterung des vor- liegenden Kassenberichts. Namens der Revisoren ersucht der Kollege Schüler, dem Vorstand Entlastungen erteilen. Bor Eintritt in die Diskussion schlägt Cohn vor, dieselbe in zwei �.eile zu zergliedern und erst über die Ausschluhange- l e g e n h e i t, dann über den eigentlichen Geschäftsbericht zu diskutieren. Hiergegen erhebt sich kein Widerspruch. Kollege F r i tz s ch e erklärt namens seiner Freunde, dah sich dieselben mit dem Ausschluh der sechs Kollegen nicht einverstanden er- klären können. Nachdem auch er die Vorgänge, welche zu dem Ausschlug geführt haben, eingehend behandelt hat. empfiehlt er einen Antrag zur möglichst einstimmigen Annahme. Kollege Gries schlicht sich den Ausführungen des Vorredners an. Kol- lege Iungblut ist der Ansicht, dah der Ausschluh mehr ge- schadet habe als die Tätigkeit der sechs Kollegen vor dem Aus- schluh. Er legt seine Auffassungen in einem Antrage nieder, den er namens feiner Freunde zur Annahme empfiehlt. Kollege Sprung verurteilt die Taktik der Opposition. Ja- kobowicz erklärt im Namen der Fachgruppen 7, 8, 6. dah diese einem Migkrauensootum gegen die Ortsoerwaltung nicht zustimmen. Dieselbe Erklärung gibt B o h für die Fachgruppe 16, Damaschke für Liste 5. Kollege Jacobowicz bringt eben- falls einen Antrag ein. Es folgt nun die Abstimmung der Anträge. Antrag Fritz ich e lautet:. Die Delegiertenversammlung der Ortsgruppe Croh-Bcrlin des Zentralverbandes der Angestellten vom 14. 8. 26 verurteilt die Einleitung des Ausschluhverfahrens gegen die Kol- legen Hirsch, Beck, Hensel, Flesch, Bender und Philipp und spricht daher den Mitgliedern der Eeschüstsleitung und der Ortsver- waltung, die für diesen Beschluß gestimmt haben, ferner dem Hauptvorstand und Aussckiuß. die durch ihre Zustimmung zu dem Ausschluhantrag sich zum Richter in eigener Sache gemacht haben, ihr schärsstes Mihtraucn aus. Der Antrag wird mit 96 gegen 188 Stimmen abgelehnt. Es folgt die Abstimmung über den A n t r a g I u n g b l u t, der ebenfalls mit 144 gegen 148 Stimmen abgelehnt wird. Antrag Jacobowicz lautet:„Die Delegiertenversammlung des Bezirks Groh-Berlin vom 14. September beschlieht: Der Aus- schluh der sechs Kollegen ist statutengemäß erfolgt. Die Ausge- schlossenen haben dem Statut entsprechend Berufung an den nächsten Verbandstag eingereicht, der allein die Ausgeschlossenen in die Mitgliederrechte wieder einsetzen kann. Nachdem zunächst die hierfür zuständigen Körperschaften dem Ausschluhantrag statt- gegeben haben, mißbilligen die Delegierten des Bezirks Eroh-Berlin das fortwährende Auf- rollen dieser Ausschluhfrage, weil dadurch die Er- ledigung wichtiger Verbandsgeichäfte gehindert und die Organi- fationsarbeiten gestört werden." Der Antrag wird mit 161 gegen 183 Stimmen angenommen. Kollege Klinger bringt sodann eine Refolurion ein, die zum Ausdruck bringt, daß die Delegiertenversammlung die Ver- treter der russischen Ccwerkschasten, die nach Deutschland kommen, um die Arbeiter und Angestellten über die russischen Gewerk- schaften zu unterrichten, herzlich begrüßt. Dieselbe wird fast ein- stimmig angenommen. Ein weiterer Antrag Klinger auf Vertagung der Versammlung findet allseitig Zustimmung. Der Streik der Rohrleger und Helfer Groß-Berlins beendet Bor dem ReichSarbeitSminifterium hat gestern eine Verhandlung über die Beilegung des Streiks stattgefunden. Dort ist der Ver- gleich, der vor dem Demobilmachuvgskommissar bis zum 8l. August geschlossen worden ist, rechtswirksam geworden. Dieser gibt den Rohrlegern einen Stundenlohn von 6,65 Mk. einschließlich Teuerungszulagen, und für die übrigen Kategorien entsprechend de» bis» herigen VertragSsätzen weniger. Bei auswärtigen Arbeiten werden Landzulagcu für Rohrleger und Helfer mit 16 Mark, bei einem Aufenthalt bis zu 6 Tagen 18 Mark und kleine Landzulagen mit 6 Mark festgesetzt. Die Lohndisserenz von 5,68 Mk. bis 6,65 Mk. wird für die Zeit vom lk. Juli bis Sl. August in vier Raten inner- halb der ersten vier Arbeitswochen nachgezahlt. Für die Zeit vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit ist vom Rcichsa rbeil sministei tum folgender Schiedsspruch gefällt worden: Für Rohrleger Ist ein Stundenlohn von 6,25 Mb und für die übrigen Kategorien entsprechend den bisherigen Sätzen etwas we- niger scsigesetzt, bei auswärligeu Arbeiten betrSgt die Laudzulage für Rohrleger und Helfer je 13 Mk., bei einem Aufenthalt bis z« 6 Tagen 26 Mk. und die keine Landzulage 6 Mk. Die Ferien haben eine grundsätzliche Regelung erfahren. Es ist der Grundsatz avttkannt, daß auch derjenige Arbetter Ferien erhält, der uvter eincm Jahre im Betriebe beschäftigt ist, und zwar wird denjenigen Arbeiter, der ein Bter- teljahr im Betriebe beschäftigt ist, bei seiner Entlassung ein Tag ausgezahlt, bei einem halben Jahre 2 Tage und bei'/« Jahren drei Tage. Im übrigen ist es bei der bisherigen Regelung der Ferien» frage geblieben, die wie bisher jahresweise geregelt wurde; es wurde nur jedem Arbeiter ein Tag mehr bewilligt. Die Vertragsdauer ist bis zum gl. März 1821 festgesetzt. Unter Znsatzbestimmungen ist die Wiebereinstellung der Streikenden einschließlich der Lehrlinge be- schlössen worden. Sämtliche aus dem Tarif und Arbeitsverhältnis entstehenden Streitigkeiten werden in Zukunft vor dem SchlichlungS- ausschuß Groß-Berlm verhandelt. Alle übrige» Bestimmungen deZ Ver trapeS bleibe» bestehen. In der gestrigen Strcikversammlnng machte sich gegen diesen Schiedsspruch eine starke Opposition geltend. Es wurde zedoch nach eingehenden Darlegungen der Vertreter der Organisation beschlossen. heute morgen die Arbeit wieder aufzunehmen. Von den 1888 ab- gegebenen Stimmen stimmten 1382 für die Annahme des Schieds- spruchS und 194 Stimmen dagegen. 12 Stimmen waren unguUrg. Achtung» Buchbinder! So betitelt sich ein Anftuf deS AktionSanSschufses der S. P. D.. t. A. BraunSdorf,«elcher im„Vorwärts" vom 14. 8. 20 enihalicn ist. Was von Brückner, der bort einen Vortrag über„Moskau oder Amsterdam" halten soll, über dieses Thema zu erwarten ist. läßt sich leicht errateu, wenn man weiß, daß Brückner zu den größte» Durch- Haltern gehörte. Die S. P. D.-Leute pflanzen noch am Grabe ihre Hoffnungen auf. Sie hosten wieder zu Einfluß und Macht inner- halb der Organisation zu kommen. Da bei der wirtschaftlichen De- pression eine Konjunktur für erfolgreiche Streiks nicht vorhanden ist, so hoffen sie nun, bei dem Ausgang der Bewegung in den Buch- bindereien Proseltten für ihre Parleirichtung zu machen. Unsere Kollegsnschaft ist zu anfgeklärt. um ein solches durchsichtiges Manöver nicht zu durchschaue». Die revolutionäre Arbeiterschaft nimmt eben- fall? am Freitag, den!7. 8. 26. nachmittags'/,5 Uhr. in einer Vor- sammlung im„Alexandriner", Alexaudrinenstraße, zu dtesem Thema Stellung und rufen wir auch unserer Kollegenschaft zu:„Achtung, Buchbinder! Erscheint tu Massen im„Alexandriner"! � i Die Propagandakommisston revolutionärer Betriebsräte. Der Streik in der Berliner Sttckerbranche ist beendet. Die Arbeitgeber machten noch wettere Zugeständnisse, nm einer Ver- Handlung vor dem Schlichtungsansschuß aus dem Wege zu gehen. Es wurde vereinbart, daß die jetzt beschlossenen Löhne nur bis zum 15. November gelten und dann weitere Lohnerhöhungen ein- trete» sollen, in der Voraussetzung eines regulären Geschäftsganges. Gefchoßfabrik Spandau. Die Auszahlung der UebcrgangZ« gebührnisie an die Arbeiter und Arbeiterinnen der ehemaligen Ge- schoßfabrik kann erst in etwa 14 Tagen stattfinden, da eine große Anzahl von Empfangsberechtigte» es versäumt hat, sich in die von den Vertrauensleuten aufgestellten Listen eintragen zu lassen. Mel- düngen der noch nicht Etugetragenen müsse« nunmehr bis spätestens den 26. September 1026 bei der Abwicklnngsstelle der Gcschoßfaortk erfolgt sein. Spätere Meldungen können nicht mehr berucijcchtigt werden. In dieser Woche findet keine Auszahlung statt, der Zeit- Punkt wird noch bekannt gegeben. meseties Bert Scn Weg zur Lösung»«« Wrltproblcm, zeigt trn» Buch MMmmg oder Mrckii »Sil avilh. warn*. Pect» geheftet Mar» l2.- Gebunden Mark U.« Sien aukerordentNch großer Bedeutung ist e«, daß endlich ein Mann den Mut gesunden hatte, ml« seinen Ideen an dl- Ssicnllichkett zu treten, UNI sie durch die neugeschaffene Organi- satian der»Mcnsch-Grde-Vund- zu verivirkiichen.:: Diesem Bunde gehöre» bcreits-we große Anzahl hernarragendster Männer der Wissenschaft, Literatur, tiunst und Politik an. Zu dezirhen durch: � Voglers Wcherlulbinett, Verlin EWU, Anhaltftlaße 5, Miz. 3. Was sollen unsere Kinder werde«? Am l. Oktober verläßt wieder eine große Anzahl Kinder die Tchnle, und viele davon treten mit dem einen Gedanken ws Leben:»WaS soll ich nun lernen und werden?" Durch die verschiedene Beran- lafluug Einzelner— sei es durch schwachen Körperbau oder durch geistige Schwäche— werden viele Eltern dazu verführt, ihren Klndern einen Beruf erlernen zu lassen, der gerade das Goaenteil irrcichr, was sie damit bezwecken wollen. Nehmen wir z. B. an: Em Bater eine? lungeuschwachen Kinde? hat den aufrichtigen Wunsch, feinem Kinde einen Beruf erlernen zu lassen, in dem es viel in der frischen Luft sich bewege« kann, und schlägt nun in gutem Glauben den Gärtuerberuf vor. So gut wie vielleicht der Vorschlag gemeint ist, so falsch ist er aber auch. Denn durch den plötzlichen Witterung?- Wechsel, dem der Gärtner im Winter ausgesetzt ist, indem er au? der Wärme des Gewächshause? hinau? ins Freie zum Abdecken des- selben und umgekehrt muß, erfordert es wirklich einer kräftigen Lunge desjenigen Kindes, da? diesen Beruf erlernen will. Hwzn kommen die immer noch bestehenden schlechten Wohnungsverhältnisse, welche die Gefahr einer Krankheit noch erhöhen. Aber noch eins gibt es bei der Wahl eine? Berufes zu berück- sichtige». Das ist die Frage, ob der Betreffende später in dem ge- wählten Beruf in der Lage ist, für seinen und seiner Familie Unter- halt Sorge zu tragen. Auch das wird wieder am besten illustriert durch folgendes Beispiel: Es kommt in den meisten Fällen vor, daß die Knaben an dem schönen Wort.Elektromonteur" oder.Elektro- techniker" großen Gefallen finden. Nu» ist diese? aber ein Beruf, der im Laufe der Zeit so überfüllt ist, aus dem einfachen Grunde, weil das.Strippenziehen" schon von jedem ungelernten Arbeiter ausgeführt wird, der ein wenig Intelligenz befitzt. Darum ist auch hier zu beachten, daß die Eltern, welche die Mittel nicht dazu haben, ihren Jungen einen wirklichen Elektrotechniker werden zu lassen, die auch noch gesucht werden, es sich wohl überlegen sollen, ihren Kindern nur de? schönen Titels wegen zu einem Beruf raten, der sie in ihrem späteren Leben nicht ernähren kann. So gibt es noch viele solcher Beispiele, die man aber des begrenzten Raumes wegen nicht alle anführcen kanu. ES kommt aber weiter noch hinzu, daß eine richtige Verteilung ans die einzelnen Beruf« stattfinden muß. damit nicht in diesem oder jenem Beruf ei« Ueber- fluß an Arbeitskräfte« vorhanden ist und in anderen Berufen wieder ein großer Maugel. Darum, ihr Eltern, seid bei der Berufswahl eurer Kinder vorsichtig. Folgt den guten Ratschlägen der leider noch so wenig verbreiteten und beachteten Berufsberatungsstellen. Wendet euch deshalb alle an das Berufsberatuugsamt der Stadt Berlin und helft dafür sorgen, daß durch eine Maflennachfrage diese Institution noch viel weiter ausgebaut wird. Au» dem Magistrat. Stadtrat Sasseubach, der am 1. Oktober au? dem Magistratskollegium ausscheidet, nahm heute zum letzten Male an der Sitzung des Magistrats teil. Oberbürger- meister Mermuth widmete ihm aus diesem Anlaß herzliche Worte des Dankes und Abschiedes. Der Magistrat bewilligte heute de» Betrag von bllvoo Mark für Schülerwanderungen. Vollmilchabgabe. Bon heute, den 16. d. Mi?, ab wird auf die C 1 Karle bis auf weiteres Liter Vollmilch verausgabt. Selbstmord begangen hat die Braut de? Erich Prinz, die be» schuldigt wird. Mordbefehle ausgestellt zu haben, die mit dem Namen Scheidemann unterschrieben waren. Das Mädchen namen? Plan« mann, eine Tänzerin, hat jetzt diese Tatsache angegeben. Sie sollte ihrem früheren Geliebten gegenübergestellt werden. Gestern fand mau sie tot vor. Sie hat sich anscheinend mit Kokain vergiftet. Die Handgranatenexplofion in der Maikäferkaserne, die den Tod des Wachtmeister» der Sicherheitsw-hr Ltppa herbeiführte. hat ein zweites Todesopfer gefordert. Der in schwerverletztem Zu- stände in das Garnisonlazarett I gebrachte Unterwachtmcister. Menzel ist, ohne da? Bewußtsein wiedererlangt zu haben, gestorben. Durch den Tod des UnterwachtmelsterS Menzel ist die letzte Möglichkeit geschwunden, die Ursache der Handgranatenexplosion einwandfrei festzustellen Es wird angenommen, daß die Explosion sich infolge des ungeschickten Angreifen? des Handgranatmstiels, wobei die Zündschnur abriß, ereignete. Gasvergiftungen. Zn der Lange Straße 26 vergiftete sich der Ar- bester Wilhelm Schardin mit feiner Ehefrau Bertha. Ihre Kinder, zwei Knaben im Alter von 1 Monat und etwa 1 Jahr, hatten sie vorher unter einem Borwand bei Nachbarsleuten untergebracht. Als man durch Gasgeruch aufmerksam wurde, waren die Eheleute schon tot.— Die zweite tödliche Gasvergiftung wurde aus der Kolbcrger Straße 80 gemeldet. Dort halte sich der Kaufmann Kourad Kahren in seiner Wohnung mit Leuchtgas vergiftet. Alle Bemühungen des Samaritels, ihn zu retten, waren vergeblich. Ge- schäftlichc Verluste sollen die Ursache sein.— Der dritte Fall betraf die 45 jährige Ehefrau Anna Opitz, die sich in ihrer Wohnung, Bremer Str. 43, mit Erfolg vergiftet hatte. Sämtliche Leiche» wurden beschlagnahmt. Da» nächste Städtische Bolkskonzert de» Blüthuer-Orchesters findet am Freitag, den 17. September, abends 7'/.Uhr, in der Brauerei Kölligstadt, Schönhauser Allee 10-ll. statt. Karten sind zn haben im Zigarrengeschäft Horsch, Eugelufer 15(Gewerlschaftshaus). Orchesterbureau. Lntzowstr. 76,„Vorwärts", Ltndenstr. 2,„Freiheit, Breite Straße 8-3 und an der Abendkasse. Aus den Organisationen 2. Distrikt. Frlitag. den 17. Gtpttmba, abend» 7H llhr, Pallasstr. 15, Se- werkschafis. und Räiekommilsienssistung. 5. Distrlli. 1. Abteilung. Connabenb, iM Uhr. Tcmpelhofer User 2, Aula, 1. Maichenabend für Kinder mit Erlang und Tanz. Elntrit» frei. I. Diftritt. Freitag, 17. September, abend» Uhr, in Baeker» gratzem Saal, Weberstr. 17. außerordentlich- Mitgliederversammlung. Thema:„Der An- Ichluh an die 3. Znternattanale." Referent: Eenoss« Ad. Sossmann. Korreferent:' Genosse Paul Brühl. Eintritt gegen Barzetgung de» Mitgliedsbuches.— Alle anderen Veranstaltungen im Distrilt müssen ausfallen. II. Distrikt. Donnerstag den IS. d. Mts.. Uhr, Sitznng der Aaitatwns- kommifsion. bei Kurzrok, Ztonskirchftr. 5. Die Obleute sh Stunde früh«. 10. Distrikt. Freitag, den 17 d Mt»., 7 llhr, bei Büttner, Schwedter Str. 25, Mitgliederversammlung. Tagesordnung:„Die dritte Internationale." Mitgliedsbuch legitimiert. 12.»nd 15. Distrikt. Funktionäre, Abrechnung der Billett, zum Sartenseft und Kontrolleeinteilung, am Freitag, den 17. d. Mi,., nachmittags K llhr. bei Söpner, Eaudystl. IS. 15. Distrikt. Dil Eeneralverlamluna des 15. Distrikts findet heute, Donnerstag. abends k Uhr, in den Musttersälen, Kaiser-AZilhelm-Straße, stait. Thema:„Wir und die dritte Internationale." Referent: Senosfe Etöcker. Korreferent: Bar- aussichtlich Genosse Ledebaur. 11. Distrilt. Am Freitag, den 17. d. Mt«., abend, 7>H Uhr, Mitgliederoer- Iammlung in der Schulanla, Bochumer Str. Sb. Thema:„Unsere Stellung zur bitten Znternationale." Referent und Korreferent. IS. Diftritt. Frauenarbeltskommisfion, heute, Donnerstag,%8 llhr, bei Bache, Badstraße Si-nkäll». nicht heute� � �ßlchlinbttg.� ß. Viertel.' Freitag. 7 llhr, Versammlung im Zahn-Realgym- naftum, Marktstraße. Stellungnahme zur 5. Znternationale. Referent: Genosse Koenen. Lichtenberg. Di- Lerfammluna tili»ersch.«ommisstanen, a» 1». September, abends 7 Uhr, sVorträge Dr. Peiser und Dr. Ausländer), findet t» der Aula des LÄcilten-Lyzeunr», Rathausstraße, statt. >. Di« zn heut« abend anaekündigten Bezirtsverfammlunaen finden «. fondern Freitag, ab-nds Sich llhr, statt.(4. Bezirk bei Demmecker, edrich-. Ecke Tellftraße.) Distrikt Ri-dertarntm-Rord. Sonnabend, 7 llhr, Sttznng der pofittfchen K«u> Mission. Pankow, Florastr. 24, bei Raschle. Stegliß, Lankwiß, Ltchterselde. Gemeinsam« Mitgliedernersammlung, Jlt>» abend, pünktlich 7 llhr. in der Oberrealschul«, Stegliß, Elisenftraße. ordnnng:.Die dritte Internationale." Referent: Genosse Däumig: KorieferenV Genosse Dittmann. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Teltow-Beeskow. Dle für die Kreistagswablcn noch nicht abgeholten Fl»» blötter find umgehend im Bezirksbnreau in Empfang zn nehmen, da SonittOg, den 19., im gefamien verkleinerten Kreis die Verbreitung der Fluad lätw stattfinden muß. Stimmzettel für all« Wahlbezirke flnd ab Freitag nachmiitoi ebenfalls im Bezirksbureau abzuholen. Bezirk Borfigwnlde-Witteniui. Kombiniert« Mitgliederverfammlnng, Freiuti den 17.. abends Sich Uhr, in de» Borstgwalder F-ftfalen. Referat und Korrefer« über dl« 5. Znternationale„Moskau". Mitgliedsbuch legitimiert. Vereinskalender Zentralverband»er Mafchiniften»nd Ketzer. Sonnabend, tchs Uhr. schart weberstr. 60, Mitgliederverlammlung..„ Zentraloeeband der Schahmachee. Am Montag, de» 20. September, findet Wahl des Delegierten zum Betriebsrätekongreß, in folgenden Lokalen statt: F. Tröbel, Gr. Franksurier Str. 47, von—!.i8 llhr: bei Kaspar� Schär bauerdamm 15, von schS—'chs llhr. Wahlberechtigt find nur Betriebsräte,-i» triebsobleute und Crfaßleute. verband sozialiitilchet Lehrer. Donnerstag, abends 6 Uhr, Hinter der Garnisom kirche, wichtige Besprechung. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. Mitglied» karten milbnnaen. Vorftandsstßung, 5 Uhr, im Lehrer-Bereinshaus. Bund der technischen Angesielltcu und Beamten. Am Donnerstag,■** 16. September Fachgruppenversammlung V 7, Katasterwesen, abends 7'.? Um, im Berliner Clubhaus, Öhmstr. 5. Sißung des örtlichen JachgrnppenallsschWst* der Metallindustrie, abends Uhr, in der Eefchäflsftell«. Am Freitag, de» 17. September, Veitiauensmännerveifammlung, abends 7)4 llhr, in den Musiker F-ftsälen, Kaifer-Wilhelm-Str. 31. Vorstände»nd Oblente der Betrieb« der Berliner Metallindustrie. Donners»«, vormittags 10 Uhr, Rofenthaler Hof, Rofenthaler Str. 11-12. Der Ob mar- des Betriebsrates Knorr-Bremfe, Schwarz... Gewerbliche Angestellt« der Kriezsorganifatione«. Freitag, 5 llhr, 9» Fiiedrich-Wilsielm. Gymnasium, Kochstr. 15, Protestoerfammlung. Achtung! Eilendrehee. Die heutige Bertrauensmännerkonferenz findet aben» 7 llhr statt. Die Ortsverwaltung. So,. Proletarierjngend, Gruppe �-idwesien. Heute abend, 7 llhr, Mitglieder »erfammlnng, im Lokal von Longe, Eneisenaustr. 55. Znternattonalee Bund der Kriegsopfer. Bezirk Rord-West 2. Freitag, 7 üb» Bezirksoersamiuluna im Artushos, Perleberger Straße. Turnoerein„Fichte", 2. Männerabteiluna. Außerordentliche Berlammlung, o« Freitag, den 17. September, abends 8 llhr. 1. Statutenberatung. 2. Schar turnen. Freireligiöse Gemeinde, Ortsgruppe Buch. Donnerstag, de» II, s., I llht, findet im Lokal von Piotrowski, Bahnhofstraße, Mitgliederversammlung f»"- 1. Vortrag:.Die weltliche Schule." Referent: Herr Lehrer E-ifenberg. Belli»- 2. Berein-angelegenheiten. Gäste, besonders Fronen willkommen. Lebensmittelkalender Zohannivthal. 126 Er. Sqr-p(677). 1 Päckchen Milchlüßfpelf«(678), 200 G«. Teigwaren(41). An Kranke, die Krankenkost beziehen, 1 Paket Keks. Auf 3* laßkarte für Zugendliche, 250 Er. Sago(53). Dt« Kranken haben ihre Kramor koftbewilllgung im Rathans, Zimmer 7, vorzulegen und erhalten dort ein«» Gutschein. B-rantwortlich für dl« Redaktion: L«» Lieblchllß, BerNn-Friedenau. Per antwortlich lür den Znseratenteil: Ludwig Komertner, Karl-Horst. Verlagsgenoslenschast.�Freiheit" e. E. m. b. H., Berlin.— Drück der Druckerei G. m. b. H.. Berlin C. 2.«reite Straße»-«. Für die schulentlassene Jugend erschien soeben; Ins Leben hinein Für die Jugend zusammengestellt von Gg. Engelbert Graf Reicher Inhalt Gebunden 8,00 Mk. 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Bestellungen b. allen Postanst.((st. Nachtr.) n. parteibuchhdlg. od. an Willi Clbtcfeld, Charlottenburg 2, Gutenbergstr. 10 1 Anfragen usw. an die gleiche Adresse. «upfi Rotgust Mefsing taüm! Mchk vis Uder ö0.00 Fahrgeld .... 1S.B0 .... 12.00 _.... 6.25 »tri u. Zink.... 3.50 «ifeu........ 0.50 Weistlager bis 25.00 Rinu bis 40.00 ZNetallzentrale Lichtenberg tiroDsrinzensir 22, nur Laflen Kupfer 14.— MESSING S.BO ®tei, Zink 3.50, Fi»» bis 40—, Queckfilbrr 70,—, Olotgust, Lagermetall, Platin, Sold, Silber zu höchsten Tagespreise« Gr.ZMWelStr.SZ. Hohe Preise zahlt für Kupfer «»taust. Auffing, Blei, ttah, Aluminium, fämtl. päne, Michel, Quechsilber, Zw» Schanhauser Alle« 14». Mb.UWd.i.- Blerschlongen bi» 35.— sämtliche Altmetalle döchftzahl. SMler erkli Mise! Zinnschmelze Prinzesfinnenstr. 17 Woritzplatz, nahe Weetheim. «ll MkllUsS- ' stelle 1. SveldekmstrG 1. Ecke Schönhauser Ällee zahlt höchste Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zink, sowie Queedstlber und alle andere» Metalle. 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