Einzelpreis 30 Psg.• 3. Jahrgang Freitag, 17. September 1920 Nummer 388- Morgen-Ausgabe •b egtritett« erscheint marjen» and nachmittag«. Soimiag« and Mantag» aar >m»io� Der B«>ug»prei» beträgt bei frricr Zuftelluvg ia» Hau» für Grotz-Berlia 10,— 3B. in»otau« zahlbar, von bei Spedition selbst abgeholt 8,Ii0M. Für Post» a«p>l nehmen sämtliche Poftanstalten B-stcllungen entgegen. Unter Streifband bezagr» sstr Deutschlend und Oesterreich IS, SV M., für da» übrig« Ausland 2!, SV M. Zuzüglich Balma-Auffqlag, per Bries für Deutschland und Oesterreich ZV,— M. Mast» Mi»»,«rpeditia» trat)«erlag« Berlin K Z, vreite Straß« 8 Sk"�ZeftMitrat RonpareillezeNe oder deren Raum hostet I.— M. einschllestllch ffitee«nzrig-N; Da» fettgebmckte Wort 2.- M., i«bc?n3te! e£mjn— tinschltestlich Teuerung-Zuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. P��nzrigen und St.ll-n-D-such- 3,20 M. nemia Seile- Stell�aZsuZi feOTortrtlnjrigen; da. fettgelmukte Wort 1.50 M�sed» westne Wo�-Z 8mij?recha: ZnchM 20Zl>, ZötZ,«LI« tggz, tkZä, tSt», 4I2L $erßner-Organ bar Unabbätmlgen Sc�ialömiofratie S>putß6tonö6 Mm Ktii des Mit« Beschlüsse des Zentralkomitees Mit Rücksicht auf die politische Situation und viele bren- «enden wirtschaftlichen und politischen Fragen, sowie mit Rücksicht darauf, daß der Reichstag bereits am 18. Oktober zusammentritt, hat das Zentralkomitee beschlossen, den-Par- teitag auf Dienstag, den 12. Oktober, einzuberufen. Wir sind überzeugt, daß die Parteigenossen es mit Freuden begrüßen werden, wenn bereits vor dem Zusammentritt des Reichstags eine Klärung innerhalb der Partei geschaffen und dadurch die Möglichkeit einer intensiven Arbeit im Lande und auch im Reichstag gegeben ist. Die Tagesordnung lautet unverändert: 1. Bericht der Zentralleitung. Berichterstatterin: Luise Z i efc. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: Wilhelm Bock. 3. Die Kommunistische Internationale und die Auf- nahmebedingungen. Berichterstatter: C r i s p i e n, Däumig, Dlttmann und S t ö ck e r. 4. Neuwahlen. Die Wahl der Delegierten erfolgt nach folgenden, auf dem Leipziger Parteitag festgelegten Bestimmungen: »Der Parteitag setzt sich aus Delegierten der Organisationen zu- sammen. Der nächste Parteitag darf nicht mehr als 10« Delegierte umfassen. Di« Zahl der auf den einzelnen Bezirk entfallenden Delegierten wird im Verhältnis der Gesamtzahl der Mitglieder des Reich» von der Zentralleitnng nach den am letzten viertel- jahreeschlnh vorhandenen Mitgliedern, für die Beiträge gezahlt und an die Zentralleitung auteilig abgeführt worden sind, fest« gesetzt. Entfällt auf eine» Bezirk nicht die Zahl der Mitglieder für einen Delegierten, so steht ihm dennoch die Wahl eines Dele- gierten zu. I« den Bezirken sind die weiblichen Mitglieder im Verhältnis ihrer Zahl bei der Wahl der Delegierten zu berücksichtigen. Beschlußrecht auf dem Parteitag haben nur die Delegierten." Als letzten Tag, an dem die bis zum 1. Juli 1920 fällig gewesenen Beiträge samt den ordnungsgemäß von den Reoi- soren geprüften und unterschriebenen Abrechnungen beim Zentralkomitee eingegangen sein müssen, bestimmte das Zentralkomitee Donnerstag, den 23. September 1920. Im weiteren bringt das Zentralkomitee folgende Be- stimmungen unseres Organisationsstatuts in Erinnerung: .Urabstimmung. Um das Schwergewicht der politischen Aktion in die Massen zu verlegen, ist bei allen wichtigen Entschei- düngen, die die Haltung der Partei für längere Zeit festlegen, Ur- abftimmung herbeizuführen, vorausgesetzt, daß die technischen Mög- lichkeiten dazu vorhanden sind." Die Genossen werden aufgefordert, bei der Wahl der Dele- gierten dementsprechend zu verfahren. Die Wahl ist nach dem Verhältniswahlsystem vorzunehmen, damit Mehrheit und Minderheit, die sich in der Frage der Internationale in den einzelnen Bezirken ge- bildet haben, auf dem Parteitage ihrer Stärke entsprechend vertreten sind. Das Zentralkomitee der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die französische Partei und die dritte JMernationale Die Genossen Däumig und Stöcker haben an die„L'Huma- Nitee" folgende Erklärung gesandt: Wie wir erfahren, findet in der französischen Parteipresse eine lebhafte Diskussion über die Aufnahmebedingungen der I. Kom- munistischen Internationale statt. Die Eenossen Cachin und Frossard veröffentlichten den Brief des Präsidiums des 2. Kongresses an die französische Sozialistische Partei. Wie wir hören. wird ihnen der Vorwurf gemacht, daß sie die vom Kongreß selbst beschlossenen und für alle Länder gültigen 21 Bedingungen bisher nicht veröffentlicht haben. Da unseres Wissens die Genossen Cachin und Frossard am 31. Juli Moskau verlassen haben, diese Be- dingungen aber erst am 6. August vom Plenum des Kongresses beschlossen wurden, konnten natürlich die Genossen Cachin und Frossard hiervon keine Mitteilung machen. Wir verstehen es auch, dag sie eine Debatte hierüber ablehnen, bis. sie den offiziellen Wortlaut der Aufnahme-Bedingungen in Händen haben. Die vom Kongreß beschlossenen Aufnahme-Bedingungen ent- sprechen völlig dem Geiste des Briefes, den das Kongreß-Präsidium an die französische Partei gerichtet hat. Wir möchten bei dieser Gelegenheit hinzufügen, dag wir die, Genossen Cachin und Frossard wegen ihrer tapferen Haltung be- j ü rußen, und daß auch wir für den Anschluß unserer Partei unter den beschlossenen Aufnahme-Bedingungen sind, und daß wir es sehr begrüßen würden, wenn auch die französischen Genossen mög- lichst bald den Weg zur 3. Kommunistischen Internationale finde und den Anschluß vollziehen würden. Berlin, den 14. September 1920. Däumig. Stöcker. Auch wir sind der Meinung, daß die 21 Punkte der Be- dingungen für alle Parteien gelten, die sich Moskau an- schließen wollen und wir faßten auch die Antwort des Präsi- diums dahin auf; denn darin kam der Passus vor, daß die Antwortandiedeu t k ch e P a r t e i auch für die fran- zösische Geltung habe. Wir nahmen an, daß unter dieser Antwort die 21 Punkte gemeint �seien. Diese Annahme war zwar ein Mißverständnis, das uns deshalb unterlief, weil wir das Datum des Briefes nicht kannten, das aber für un- sere Auffassung, die Allgemeingültigkeit der Bedingungen, nichts zur Sache tut. Die Ansicht, daß für die Franzqfen an- dere Bedingungen aufgestellt feien, ist von uns nicht ver- treten worden und Genosse Schwenk hat deshalb gar kein Recht, von Entstellung zu reden. Diese Behauptung haben. wie aus der französischen Parteipresse hervorgeht, Cachin und Frossard aufgestellt. Dem treten jetzt Däumig und Stöcker entgegen. Nur muß gesagt werden, daß nach dem Bericht Dittmanns auf der Reichskonferenz Cachin und Frossard von der. Verschärfung Kenntnis hatten, die allerdings erst von einer Kommission und noch nicht auf dem Kongreß beschlossen war. Trotzdem haben Frossard und Cachin nur 9 Becnngun- gen, die lange nicht so scharf waren wie die deutschen, ver- öffentlicht. Vor der Verwaltungskommisfion der französischen Partei erklärte Frossard nach einem Bericht in der Sonnabend-Aus- gäbe der„H u m a n i t e e" noch persönlich: »Für mich gibt e» nur die S Bedingungen, ich kenne keine an» deren". Auf die ausdrückliche Anfrage, die ein Mitglied der Per- waltungskommission(EAP.) an ihn richtete, antwortete Frossard: »Ich erkläre nnumwunden, daß jede wettere Bedingung für mich «nannehmbar wäre und daß ich in diesem Fall« meine jetzig« Hal» tung nicht ausrecht erhielte". Mehrere Mitglieder der Verwaltungskommisston warfen die Frage auf, ob es möglich fei, daß für die verschiedenen Parteien verschiedene Bedingungen gestellt werden könnten. Dazu erklärte Jean Longuet: „Es ist für mich ein unannehmbarer Gedanke, vom internatio» nalistischen Standpunkt aus, daß man etwa der sozialistische» französischen Partei erlaubte, in ihrer Eesamthett sich anzu- schließen, während deutsche Genossen wie Hilserdiag, wie Kautskq, wie Ledebour, der alte reoolutionäre Kämpser, italie« n»sche Führer wir Turati, wie Modigliani, der von jeher zur äußersten Linken der Partei gehörte, oder Hillquitt. der Führer der amerikanischen Genossen, oder ein Fritz Adler ausgeschlossen würden. Ni-ttm»-•• Die Frauen und die dritte Internationale Von Martha Arcndsee., Das Ergebnis der Verhandlungen in Moskau zwingt das Proletariat der ganzen Welt, Stellung zu nehmen zu den Fragen seines Befreiungskampfes. Auch bei uns in Deutsch- land werden die Diskussionen lebhaft geführt, die Genossin- nen müssen daran teilnehmen, so schwer es ihnen auch fallen mag, bei ihrer mangelhaften sozialistischen Schulung in theo- retischer und praktischer Beziehung. Wir dürfen uns dabei nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern müssen versuchen. uns ganz frei zu machen von allen kleinlichen Bedenken und nur das eine große Ziel im Auge behalten: dieVerwirk- lichung des internationalen Sozialismus. Der furchtbare Weltkrieg mit all seinen Folgen des wirt- schaftlichen Zusammenbruchs, Zerstörung von Familienalück. Kinderelend, ist das Ergebnis der kapitalistischen Wirtschast und muß uns immer wieder vor Augen führen, daß nur der internationale Kampf um die sozialistische Wirtschast die Vorbedingung des Aufstiegs der Menschheit ist. Die kapitalistische Gesellschaft ist überall ins Wanken ge- kommen, mit brutalen Gewaltmitteln versucht sie sich zu hal- ten, der Bürgerkrieg mit all seinen Schrecknissen ist die schärfste Form dieses Kampfes. Rußland ist das erste Land, in dem das Proletariat gesiegt hat und im Begriff steht, die sozialistische Wirtschaftsweise unter denkbar größten Schwierigkeiten durchzuführen. Dwk ganze internationale Kapitalismus sieht daher in Rußland seinen Hauptfeind und versucht, es mit allen Mitteln nieder- zuringen. Dem russischen Proletariat ist die geschichtlich« Auf- Sabe zugefallen, sich unter größten Opfern zu behaupten, denn egt der internationale Kapitalismus über Rußland, so er- hält damit das Proletariat der ganzen Welt'einen schweren das mitmache». Es Bedingungen geben. kann Und Niemals würde ich und darf keine verschiedenen was die Bedingungen selbst betrifft, so bin ich gern bereit, für die russische Revolution mir die Knochen zerschlagen zu lassen, aber ich bin keineswegs geneigt, um der russischen kom- munistischen Partei willen unsere eigene sranzöfisch« Partei z« zerstören." Um jede weitere Verzögerung der Veröffentlichung des Be- richts von Frossard zu oerhindern, beschloß die Verwaltungskom- Mission einstimmig, den Zweifeln, die man haben könnte, zum Trotz ihn unverzüglich erscheinen zu lassen. Auf Antrag des Ge- nassen Bracke wird in dem Bericht ausdrücklich betont werden, daß der Brief mit den neun Punkten, den Cachin und Frossard in Moskau erhielten, der Ratifikation durch den Kongreß be- durfte, die bei ihrer Abreise noch nicht erfolgt war. Außerdem wird von Moskau Aufklärung verlangt werden. Vom Kongreß der Ofwölker Moskau, IS. September. Aus englischen Flugzeugen wurden auf Cnseli Bomben abge- warfen, von denen einige das Schiff Kursk trafen, auf dem sich die persische Delegation befand: zwei Personen wurden getötet und mehrere verwundet. Es ist England aber nicht gelungen, den Kongreß in Baku zu vereiteln. 1890 Delegierte stnd einge- troffen, darunter SS kommunistische Frauen. Aus dieser Zahl entfallen 1273 auf Vertreter von 37 Ostvölkern, die in Baku er- schienen sind. SS muselmanische Frauen legten in der Begeisterung ihren Schleier ab. mit den Rufen:„Wir haben den Tod besiegt". DieHeimschaffungderZwilgefangenen aus Rußland vor einigen Tagen ist in verlin von rusfische» und polnischen Eesellschasten des Roten Kreuzen ei» Abkommen über Heim- schaffvng der Zivilgefangenen getroffen werden. Di« Verhand- lungcn wurden durch den russischen Delegierte» Bratmann-Bro- dowski und auf polnischer Seite durch Eduard Czarnezki gefuhrt, _is ist daher selbstverständlich, daß die Ersahrungen det russischen Revolution in den Beschlüssen des Moskauer Welt- kongresses zum Ausdruck kommen. Deshalb darf man an die Prüfung der Frage des Anschluß- fes an Moskau nur herangehen, wenn man die Aufnahme-! bedingungen im Zusammenhang mit den Thesen zu den grundlegenden Fragen betrachtet, nie aber losgelöst davon,« als Organisationsfrage an sich. Man wird dann finden, bafr nicht Machtgelüste, grenzenlose Menschenverachtung und was■ sonst noch alles besonders Genossin Zietz darüber in ihrem! Artikel gesagt hat, die Beweggründe der Äufnahmebedingun- j gen find, sondern harte, bittere Erfahrungen des revolutio- � nären Kampfes, vor allem aber feste Entschlossenheit» da», Proletariat zum Siege zu führen..' Die 3. Internationale wird die festgefugte Organisation des Welt-Proletariats fein, die den Kampf gegen den Kapi- 1 talismus international zu führen hat, im Gegensatz zur 2. Ja-. ternationale, die nur eine lose Zusammenfassung der verschie-! denartigsten sozialistischen Parteien der einzelnen Länder. darstellte. Deshalb wird gefordert: einheitlicher Geist in den Fragen; des Ziels, deshalb der einheitliche Name �ommunististhe Partei", deshalb einheitliche Organisation und einheitliche Taktik, soweit die verschiedenartigen Verhältnisse der einzel» nen Länder es zulassen, wie es in Nr. 16 der Aufnahme- bedingungen heißt. Diese Einheitlichkeit bestand auch bisher bei den der 3. In» ternationale bereits angeschlossenen Parteien nicht, daher sagen die Bedingungen unter Nr. 19: Alle Parteien, die der Kommunistischen Internationale angehören, oder einen An- trag auf Beitritt gestellt haben, sind verpflichtet, einen außerordentlichen Kongreß einzuberufen, um alle diese Be- dingungen zu prüfen. Ferner unter Nr. 21, daß diejenigen Parteiangehörigen, die� die von der Kommunistischen Jnter» nationale aufgestellten Bedingungen und Leitsätze grundsätz» lich ablehnen, aus der Partei auszuschließen sind. Dasselbe gilt namentlich von Delegierten zum außerordentlichen Par- reitage. Diese letzte Bedingung findet besonders scharfen, Widerspruch bei unseren Genossen, es wird behauptet, der Parteitag wird zur Farce, wenn die Abstimmung erfolgt unter dem Druck der Androhung des Ausschlusses. Halten: wir uns aber immer vor Augen, daß die Partei von einem einheitlichen Geist in jeder Beziehung beseelt sein soll, so sst es selbstverständlich, daß diejenigen, die grundsätzlich Leitsätze und Bedingungen ablehnen, nicht Mitglied der Par-> tei sein können. Wer dagegen grundsätzlich nichts cinzuwew» ....- i——-».aoiujluß uvtiuyc. Die Diskussion über die ganze Frage der Säuberung dev Partei, wie sie Nr. 7 und 13 der Bedingungen fordert, ist bisher von den Gegnern des Anschlusses in einem Geist ge-� führt, der nicht zur Klarheit führen kann. j Kautsky sagt selbst darüber in seiner Broschüre„Dergan-! genheit und Zukunft der Internationale": sein. mit der —..„..,�..0...-»- t—— imu, uitiuia muju ves gibt kei nen prizipiellen Anspruch aus Toleranz in bezua auf Partei, i mitpliedschast. Ich habe nie das Gezeter über Intoleranz be-*! griffen, das regelmäßig angestimmt wurde, wenn jemand au« der Sozialdemokratie wegen Meinungen ausgeschlossen wurde, die der Mehrheit unrichtig und schädlich erschienen. Lassen wir also das Gezeter und hören wir Lenin selbst und mit ihm das Präsidium des Moskauer Kongresses in dem Aufruf an das französische Proletariat. Es heiht da: .»Die Hauptfrage, die wir Euch stellen, ist nicht die Frage des Ausschlusses verschiedener Personen, sondern die Frage des Bruches mit einer bestimmten reformistischen Tradition." In welchem Sinnne die Säuberung der Partei in Ruß- land durchgeführt wird, darüber sagt Lenin in seiner Schrift„Die große Initiative": „Die Kriegsmobilisierung der Kommunisten ist uns dabei lbei der Säuberung) zu Hilfe gekommen, die Feigling« und Lumpen kehrten der Partei den Rücken. Glückliche Reise! Ein« derartige Verminderung der Zahl der Partei-Mitglieder be- deutet eine bedeutende Vermehrung-ihrer Kraft und ihres An- sehens. Die Säuberung der Partei auf Grund einer ununterbrochenen Steigerung der Forderungen in Bezug auf wirklich kommuni- stifche Leistungen wird auch den Apparat der Staatsverwaltung oerbessern und wird den Anschluß der Bauern an das rcvolutio- näre Proletariat außerordentlich beschleunigen." Aber nicht Denunziantentum, Korruption und was sonst noch alles wird großgezogen, sondern Pflichtbewußtsein und Verantwortlichkeitsgefühl. Der Name Kommunist soll nicht ein Wort sein, sondern Kennzeichnung eines Menschen. Nicht nur in Worten soll Propaganda getrieben werden, sondern die Tat soll vorbildlich und anfeuernd wirken. Die kommu- nistischen Samstage sind ein Beispiel dafür. In den Leitsätzen, wie in den Aufnahmebedingungen wird ferner die Bedeutunader Partei in der Periode der Erobe- rung der politischen Macht, wie auch in der Epoche der Dik- tatur des Proletariats hervorgehoben. In der elfteren hat sie die Aufgabe, die revolutionären Kämpfe zu organisieren und durchzuführen, in der letzteren die alte verrottete Staats- form durch die neue kommunistische zu ersetzen und dadurch die Macht des Proletariats dauernd zu befestigen. Ilm diese Aufgaben erfüllen zu können, muß die Parte i auf der Grund- läge des Prinzips des demokratischen Zentralismus aufgebaut werden, muß eiserne Disziplin in ihr herrschen. Da- mit ist gesagt, daß sie sich, nachdem sie unter Mitwirkung sämtlicher Parteimitglieder auf dem Parteitag feste Grund- fätze für Ziel und Taktik aufgestellt hat, eine einheitliche Parteileitung wählt, die Gewähr dafür bietet, streng im Sinne dieser Beschlüsse zu handeln. Dieselbe muß dann aber auch mit weitgehenden Voll- machten ausgestattet sein. die vor allem bei Aktionen in Erscheinung treten. Die eiserne Disziplin ist natürlich nicht im Sinne des militärischen Kadavergehorsams aufzufassen, sondern sie- ist eine freiwillige Unterordnung unter den Zweck der Partei bis zur Aufopferung feiner Person. Es wird nun gelagt, daß damit die Parteigenossen zu Werkzeugen der Fuhrer gemacht würden. Haben uns aber nicht die Erfahrungen im Laufe der deutschen Revolution gelehrt, wie notwendig ein einheitliche» Handeln in revo- lutionärem Kampfe ist, und wie zusammenhangloses Bor- gehen in den einzelnen Landesteilen uns um allen Erfolg gebracht haben? In der Phase des Bürgerkrieges muß straffe Zentralisation und Disziplin bestehen. Die Aufgabmt der Partei liegen jetzt nicht mebr in der Propaganda der soziali- stischen Weltanschauung und der üblichen Parteiarbeit, son- dsrn in der Organisierung des Kampfes um den Sozialis- ""Genossinnen, wir Frauen spüren täglich den Wahnsinn der kapitalistischen Profitwirtschaft, den Jammer der Lebens- mittelverforaupg, die allgemeine Teuerung und die zuneh- mende Arbeitslosigkeit Jtno Beispiele ihrer Folgen. Wollen wir weiter den Verfall der Menschheit mit ansehen. oder wollen wir nicht entschlossen Schulter an Schulter mit unseren Genossen den Kampf aufnehmen und damit den Leidensweg des Proletariats abkürzen? Die Frauen aller Länder waren es, die während des Krie- ges im März 1915 zuerst wieder internationale Solidarität bekundeten und allen Regierungen und Parteiinstanzen zum Trotz in Bern zusammcib kamen und gelobten, nicht eher zu ruhen, bis dem Kapitalismus und damit dem Völkermorden ein Ende gemacht ist. Lassen wir uns den Blick nicht trüben durch Genossen und Genossinnen, die sich zwar in platonischen Sympathie- erklarungen für Rußland ergehen, sich aber nicht scheuen, in maßlosen Uebertreibungen der Moskauer Beschlüsse von Sklaverei, bolschewistischer Knechte usw. zu reden. Prüfen wir sachlich die Notwendigkeit der uns gestellten Bedingungen, behalten wir dabei fest das Ziel des internationalen Kampfes um den Sozialismus im Auge, dann können wir uns«in- mütig für den Anschluß an die 5. Internationale unter grundsätzlicher. Anerkennung der Leitsätze und Bedingungen entscheiden. Die Transportkontrolle Von der Kontrollkommission für Waffen-, Munitions- und Truppentransporte wird uns berichtet: Auf dem Görlitzer Bahnhof wurden beschlagnahmt 2 K i st e n, gez. B. B. 9899, deklariert Klaviertoile, 579 Kilogramm und 457 Kilogramm. Absender ist Robert Brandt. Erfurt. Empfänger Süd-Ost 35, Schlesische Straße 12, Inhalt Flugzeugteile und Flugzeug- motoren.* Die Sacken sind von der Hindenburgwache. Wrangelstraße, beschlagnahmt. Die Kontrolle hat schon zu mancherlei Zwischenfällen ge- führt, und man muß sagen, daß die in Frage kommenden Personen des öfteren es an Dreistigkeit gegenüber den Betriebsräten nicht fehlen lassen. Dws möge man aus fol- gendem Dokument ersehen: II. Bataillon lTauentzie») ReichSwehr-Jnfanterie-Regiment Nr S. Tageb. Nr. 880 U'IVb. Schweykowen. den«. 9. 1920, «-Sern EisendahudetriodSamt, Grunewald. Da» Bataillon wurde auf dem Transport von Brandenburg nach Twinemüud«(Trar.spimnummn 88360), am 27.8., 1. nachm.. beim Naschiuenwcchsel auf dem Bahnhos Grunewald von elnc» Mitglied de» B-triebSrateö Bahnhof Grunewald, ilauimS Meißner, anaehalte«. Durch Verweigerung der Maschwo wurde nn nahe-u 4 ständiger Ankenthalt auf der Station Grunewald durch den Be» tr»b»rat erzwungen. Infolge dieser unvorhergesehenen Verzögernng »erscdob sich der Aufenthalt de» Bataillon? im Transportzugs bei der Weiterfahrt bis«um 28. früh. Hierdurch war ich genötigt. Nahrungsmittel im Werte von Mk. 2088.— vor, eil:? zu veran?» gaben, die all Berpflegnngzzuschvß de? Bataillon« sur die Tee- fahrt Swlriimündc— Pillau angekauft waren. Die Beschaffung war an« Kantiiienmitteln erfolgt. Da« Bataillon muH für diesen Schaden von Mk. 2088.—, der durch den mehrstündigen Anfenthalt auf dem Bahnhof Grunewald verursacht worden lst, den dortigen Betriebsrat, insbesondere den - Ardeiier Meißner, verantwortlich machen. Ausdrücklich war dem Arbeiter Meißner bekanntgegeben worden, daß da» Bataillon nur I beschränkte BerpflegmiaSmittS«itführtc. Er wurde darauf hin- gewiesen, daß er für alle durch die Verzöaeruna etwa entstehenden Mehrkosten verantwortlich gemacht würde. Daß dem Transport Mehrkosten von etwa Mk. 2100.— entstanden waren, wurde auch dem Ueberbringer der Fahrtgenehmtgnng des Betriebsrates mitgeteilt. ES wird gebeten, dt« Mk. 2088.— von Meißner einzuziehen und an das BerwaltungSamt II. Bataillon RcichZwehr-Jnf.-Reg. 6, Brandenburg(Havel),|u übermitteln. Etwaige Zuschriften bittet daS Bataillon an daS Nachkommando II. Bat. I. ReickSwehr-Jnf.- Reg. 6. Brandenburg(Havel), Füsilterkaferue, zur Weiterleirnng nach hier, zu richten. Eine beglaubigte Abschrift über den LebenSmittelemkauf ist beigefügt. � Autzel. Major und BataillonSkommandeur. Wschrift der Rechnung über den LebenSmitteleinkanf. Brandenburg(Havel), 2», Aug. 20. Rechnung für II. Bataillon J.-R. S von Kantine Görlitz. 49 Pfd. Speck a Mk. 24.---- Mk. 1176— 88, Mettwurst a_ 21—---. 912.— Ml'2088.'— � nötige Abschrift Betrag dankend erhalten KSK-» Der Borstand de? MaschinenameS I. � Eilig! Jnvalidenstt. 51, den 11. 9. 20. G. R. der BetrtebSwerkmstr Gd.— zum Bericht zu der in der Anlg. bezeichneten Angelegenheit und Vernehmung de» erwähnten Mit- gliedeS des Betriebsrates Meißner, sowie der sonstigen Mitbetei- ligien und Zeugen. Beglaubigt gez. schnbart. Abgabe vo« Kriegsmaterial a« die Entente MTB. Berlin, 16. September. Von zuständiger Stell« wird mitgeteilt:.Der Abtransport des »ach dem Friedensvertrage von VersaileS an die alliierten und assoziierten Regierungen abzuliefernde» Luftfahrtgerät» ist im wesentlichen fristgemäß beendet worden. ES folgt nunmehr die Abgabe der Waffen, Munition und anderen f. Zt. er- beuteten Kriegsmaterials a» Frankreich und Belgien. Die für Frankreich bestimmten Sendungen werden aus allen Teilen de« Deutschen Reiche« kommend über Bisch of»h«im. die für Belgien bestimmten über v t« r s e n geleitet. Im ganzen wird eS S% um etwa 200 Waggons handeln. Explosivstoffe, geladene rtillerio-Munition, sowie unbrauchbare? Material werden nicht abbefördert, sondern in Deutschland zerstört und verkauft. Die einzelnen Wagen bezw. Wagengruppen werden die Bezeichnung tragen: lSentekriegSmaicrialtransport w est wärt» zur Erfüllung des Friedensvertrages an Frankreich(BtschofSheim)— Belgien ES wird darauf hingewiesen, daß dies« Transporte nicht ans» gehalten werden dürfen und daß ihre reibungslose Durchführung im Äteresse deS Deutschen Reiches liegt." Tschitscherw als Führer derFriedens- delegation Warschau, 18. September. Die Polnische Telegraphen-Agentur meldet au» Moskau: Tschitscherin wird persönlich a« die Spitze der russischen Friedensdelegation in Riga treten. In einer Unterredung erklärte Paderewski, daß, falls der Friede zwischen Polen und Rußland zustandegekommen sein werde, was sehr wahrscheinlich sei, die Folge dieses Friedens die Anerkennung der Sowjetregierung als tatsächlicher, aber nicht al» rechtmäßiger Regierung sein werde. HR. London, 16. September. I o f f«, der Chef der russtschen FriedeuSabordmmg w Riga, hat dem.Dolly Chrvnicle"- Korrespondenten erklärt, daß die Sowjet- rrgierung an der ursprünglichen Forderung einer V e r- Minderung der polnischen Armee al» Garantie gegen künftige Angriffe festhalten wolle. ftvaffhi» Handelsabschlüsse Amsterdam, 16. September. Dem„Daily Telegraph" zufolge handelt es sich bei den von an- derer Seit« gemeldeten Handelsabschliissen Krassins, bezüglich einer Stofflieferung im Werte von 1 000 000 Pfund Sterling mit mehreren englischen Firmen, um Spekulationen p r i- v a t e r K a u s l e u t e. Man spricht von großen persönlichen Ge- Winnen. Dem Glatt Zufolge bedeutet dies keineswegs, daß man bereit» von der Wiederaufnahme gewöhnlicher Kandels- Beziehungen sprechen kann. So steht Lloyd Georges Friedenspolitik ans DA. Londou, 18. September. Die Regierung h«age) den Neuaufbau unserer Parteiaraanisation einleiten und Für die Einheitsfront— in Englnnd Die Auslegung der 21 Bedinguuge« Die„Rote Fahne" knüpft an die in unserer Dienstagabend- ausgäbe bereits wiedergegebene Meldung, daß der Vollzugsaus- schuß der, englischen Arbeiterpartei den Antrag der britisch-kommunistischen Partei um Aufnahme zurückgewiesen habe, die Erwartung, daß der Kongreß der Arbeiterpartei einen andern Beschlutz fassen werde. Das Blatt knüpft hieran folgende Bemerkungen: „Aber der Beschluß selbst, der mutwillig die Einhettsstont der Arbeiterklasse zerstört und die aktivsten und fortgeschrittensten El«- mente aus oer Massenorganisation ausschließt, würde den in der Arbeiterpartei organisierten Massen helfen, den reaktionären Charakter ihrer Führer zu durchschauen. Die britischen Kommu- nisten, die in den Gewerkschaften die Möglichkeit haben, auf die Arbeitermassen einzuwirken, werden immer von neuem die Auf- nähme in die Arbeiterpartei verlangen, um die einhettliche Front de, kämpfenden Vroletariat» herzustellen." Für England wünscht also die„Rote Fahne", daß die kleine kommunistisch« Gruppe sich der großen Arbeiterpartei anschließen und immer wieder um ihr« Aufnahme bitten solle, damit die einheitliche Front des kämpfenden Proletariats hergestellt werde. Für Deutschland dagegen gilt der umgekehrte Grund- satz. Hier soll das Proletariat aufs neue gespalten wer- den. Zu einem Beschluß unserer Parteigenossen in Suhl schrieb die„Rote Fahne": „Den Elementen in der U. S. P. aber, die in der Angst, ihren Einfluß zu verlieren, sich um jeden Preis in die Dritte Inter- nationale einschmuggeln wollen, sei es gesagt, daß die Grundsätze der dritten Internationale kein Sandelsobjekt sind, das man zu herabgesetztcn Preisen erwerben kann. Wenn die U. S. P.-Leute glauben, durch eine„Verständigung" etwas abhandeln zu können, so irren ste sich. Auch hier ist der Verständigungsfriedc eine Utopie. Diese Ausführungen der„Roten Fahne" bestätigen das. was vor einigen Tagen im„V o l k s b l a t t" für H a l l e Genosse Karl K ü i�b s mitgeteilt hat. Es besteht bei vielen unserer Partei- genossen die irrige Auffassung, daß wir nur die 21 Bedingungen theoretisch anzunehmen brauchten, um in die Moskauer Inter- nationale aufgenommen zu werden, ganz abgesehen von jenen Leuten, die sogar eine Milderung der Bedingungen erreichen wollen und denen schon die„Rote Fahne" die Meinung gesagt hat. Genosse Kürbs macht nun folgende sehr bemerkenswerte Mit- teilungen:|, „Wer selbst wenn auf dem Parteitag die Annahme erfolgte, so sind wir doch noch längst nicht aufgenommen. Dem ersten Kotau wird der zweite nächste» Jahr in Moskau folgen müssen. Auch dann sind wir noch nicht sicher, ob es uns nicht wie den bereits i-r s,~ 1"*—.rs-v.- t------- Wie die Rechtsparteien in Grotz-Berlin sabotieren Den Beweis für die Sabotage der bürgerlichen Parteien liefer- ten wieder einmal die Deutschnationalen zu Beginn der zu gestern einberufenen Stadtverordnetenversammlimg. in der über die Ge- haltfrage von neuem beschlossen werden sollte. Weil zwischcn Einberufen und Stattfinden der Stadtverordnetenversammlung nicht die in der Städteordnung vorgeschriebene Frist von 2 Tag: i gewahrt war, erhoben die Deutschnationalen Einspruch gegen da? Stattfinden� derselben. Obwohl ein sachlicher Grund für diesen Einspruch nicht vorhanden war, beharrten sie auf ihrem Will?!'., dem stattgegeben werden mußte, um einer Anfechtung der gefaßten Beschlüsse aus dem Wege zu gehen. Das neue Eroß-Berlin soll mit allen Mitteln verhindert werden. In der preußischen Landesoersammlung fahren die bürgerlichen Parteien neues Geschütz auf. So will das Zentrum durch ein' schleunigen Antrag herbeiführen, daß unter allen Umständen um besoldete Stadträte gewählt werden müssen und daß der neue Magistrat verpflichtet sein soll, zu Bezirksoorstehern und Stelle:- tretern nur Personen aus der Zahl der von den Bezirksversamm lungen gewählten Mitglieder zu entnehmen. Dadurch sollen im zialistenreine Bezirksämter geschaffen werden, da, wo die bürg? lichen Vertreter in der Mehrheit sind. Zum Ueberfluß wollen di■ Deutlchnationalen auch die Wahl des Genossen LLwenstein zum Oberschulrat zum Gegenstand einer Besprechung machen, um c;: Bestätigung zu verhindern, die leider heute noch vorgesehen isl. Am kommenden Dienstag wird der Aeltesten-Rat im Lendtoge sich damit beschäftigen, wann die Anträge verhandelt tverd'V sollen. Die Demokraten sind sich noch nicht endgültig schlüssig geworden über die Stellung zu den Anträgen. Sie werden sich schon zureden lassen, denn innerlich sind sie dafür. t So wird mit allen Mitteln das neue Groh-Berlin sabotiert!c- diglich aus Furcht vor der roten Herrschaft. * Der 25. Wahlausschuß wählte gestern mit einer knappen Mehr- heit Herrn Prof. Dr. Eiese zum Verkehrstechniker, und Herr» Horten zum Baurat für das Maschinenwesen. Die Diktatur des Deutschnationalen antisemitischen Janhagels Gestern abend ging es im Berliner Lehrer-Bereinshaus hoch her Ts war ein Fest für den dcutschnati analen antisemitischen Jan- Hagel unter der Lehrerschaft Groß-Berlins, um sich an dem»er- haßten Dr. Löwrnftein„zu rächen" für feine Bereitwilligkeit, de» Posten des Oberschulrats für Groß-Berlin zu übernehmen. Di? Woge der Erregung ging schon all die Tage vorher unglaublia, hoch, aber daß e» dieser kleinen Gruppe von schulpolitischen Sin- der» unter der Lehrerschaft gelingen würde, das herbeizuführc». was fich gestern abend dort abgespielt hat. sollte man doch sür uu- möglich halten. Die Versammlung war von vornherein so unruhig. daß e» fast ausgeschlossen erschien, sie durchzuführen. Gewisse Kreise ließen nach den ersten Worten Löwensteins bereits die Haus- schlusselpsrife ertönen. Andauernde aber vergebliche Be- mühungen des Borstande« bewiesen nur, wie unbelehrbar dieser deutschnationale Pöbel ist. Im Vorraum des Saales hatte sich eine deutschnationale Korona aufgebaut und störte fortgesrtz!. Auch die Herbeiziticrung der Sicherheitswehr war ohne Erfolg. Ein widrrholler Versuch Löwenstein», in die sachliche Erörterung einzutreten, wurde niedergeschlagen, bis sich die Lehrer, die sachliche Erörterung wünschten, erhoben, um dem verächtlichen Spiel ein Ende zu machen. Dreiviertel Stunde nach der Eröffnung wurde die Versammlung geschlossen und das, ob- wohl sich die Anwesenden innerhalb des Saales gegen ganz wenige Stimmen für das Anhören des Referenten Löwcnstein entschieden hatten, aber gerade da» fürchteten di« deutlchnationalen RlllkUi- briider. Die Kampsesweise der Herren Vollserziehen war so Über alle» Maß unvornehm, so unglaublich deschrSukt, daß st« von ihnen selbst nur gerechtsertizt«erden konnte durch den Enderfolg, der fich für st« tatsächlich ergeben hat. Dieser Terroris- mu» einer lleinen Gruppe deutschnationaler antisemitischer Radau- Helden unter den Lehrern wird den Genossen-in Ansporn sein, sich dieser Diktatur von recht» mit alle» Mitteln zu widersetzen. Aus der Landesversammlung Erschwerung des Kirchenaustritts Gestern wurde im Landtag ein Gesetz beraten, das fich mit der Umlegung von Grundstücken befaßt. Es soll dadurch eine bessere und rationellere Bewirtschaftung des Grund und Bodens herbei- geführt werden. Die Agrarier haben schon früher versucht, das Zustandekommen zu hintertreiben. Auch gestern brachten sie verschiedene Anträge ein, die Verschlechterungen bedeuteten. Für die Unabhängige Fraktion wendete sich Genosse Klaußner gegen dies« Bestrebungen. Er legte dar, daß der große Grundbesitz am besten enteignet und durch die Allgemeiicheit bewirtschaftet wurde. Ts blieb bei den Ausschußbeschlüssen. Die dritte Lesung soll heute ------.....„uuj uiazi ncyer, ob es UN» nicht wie den berelts angeschlossenen Italienern gehe» würde, denen man eine ein« jährige Vesserungspflicht auserlegt hat mit der Dro- lrnng, eventuell mit einem Fußtritt wieder hinauszufliegen. Auch Dr. L e v i, der Delegierte der K. P. D. in Moskau, hat bei seiner Berichterstattung in Berlin in den Musikersälen die Angst seiner Parteigenossen beschwichtigt, von den ll. S- P.-Leuten an die Wand gedrückt zu werden, mit den Worten:„Wir werden die Pedingmigen auslegen, wie wir ste auffassen, und«erden sie viel schärfer stellen, al» die U. S. P.-Seutchen glauben, sie schlucke» zu müssen." Wer Levi und seine Genossen kennt und sich liste Politik vergegenwärtigt, wird das zu würdigen verstehe», zch erklare daß ich zu diesen letzteren Ausführungen � autorisiert bin uiu. eventuell Irfinn t»>>»- so-:*-'—£------"' ■" proletarischen«ruverrrieg, oer nao, vre uusul.u». Nachdem Genosse Schwenk zugeben muß, daß die Sonder- ?rganisation besteht, führt er zu ihrer Entschuldigung an. pGsi die Genossen sich durch Sonderbesprechungen gegen die !.oreführendc Art der Arbeit der Gegner der Moskauer Be- �"gungen wavpnen müßten, und er sagt weiter, daß erst ?urch die Anstrengungen des Diskutierklubs„Adler" und �ner Eeschwisterorganisationen die Parteigenossen die volle Wahrheit erfahren. Insbesondere macht er der„Freiheit"- ......uii HIV meiujuciegntgtc, revolutionäre Kämpfer zur Durchführung der Weltrcoolution haben muß? Nein, so de- handelt man moluskenhafte Kreaturen!" Fassen wir zusammen: In England muß die kommunistische Partei unter allen Umständen die Aufnahme in die Arbeiter- partei zu erreichen suchen, damit die Einheitsfront des Proletariats erhalten bleibe. In Deutschland dagegen soll � nach dem Willen der Kommunisten das Proletariat auf neue: zerrissen werden I —,------ 1,-—_-»egie——-,...„..nv um besten enteignet und durch die Allgemeiicheit bewirtschaftet wurde. Ts blieb r-" J---• erfolgen. Ein weiteres Gesetz detraf den AustrittausderLandes- kirche. Die bürgerlichen Parteien haben verhindert, daß die Verordnung der Volksbeauftragten in Preußen die Zustimmung der Landesversammlung erhält, wonach der Austritt erheblich erleichtert wird. Jetzt soll durch ein neues Jnitiativgesetz der Austritt erschwert werden, indem eine bestimmte Uebergangsfrist eingeführt und außerdem bestimmt wird, daß die Stenerpslicht noch ein Jahr nach dem Austritt läuft. Die Unabhängige Frak- tion beantragte die Streichung der Uebergangssrist und ferner. daß die Steuerpflicht nur drei Monate nach dem Austritt be stehen soll. Für unsere Fraktion legte Genosse Adolf Hoffmann eingehend dar, daß die Fassung des Gesetzes verschiedene Er- schwerungen und Verschlechterungen bringe, die beseitigt werden müßten.� Mit den Dunkelmännern rechnete er scharf ab und schenkte ihnen nichts. Er geißelte die Beeinflussung, die durch die Pfaffen getrieben wird, und wie di« Kirche sich überall zu be reichern suche. Unsere Anträge, die sich zum Teil mit denen der- Rechtssozialisten deckten, wurden abgelehnt. Die dritte� Lesung und Endabstimmung wird später erfolgen. - Die Reform der Beamtenbesoldung Der vor dem Auseinandergehen des Reichstages«ingefetzte Unterausschuß für die Besoldungsreform hat ____ n-s-jfi— ric. V»—... Die einmalige Beihilfe für Erwerbslo s e Vom Reichsarbeitsministerium wird uns mitgeteilt: Beim Reichsarbeitsministerium laufen in letzter Zeit zahlreiche An- träge auf Bewilligung bzw. Auszahlung der einmaligen Bei- Hilfen für Erwerbslose ein. Es wird deshalb darauf hingewiesen, daß für die Durchführung dieser Beihilfen nicht das Reichs- arbeitsministerium, sondern die Gemeinden zuständig sind, i Die Einsendung dieser Anträge an das Reichsarbeiisministerium 1 ist aus diesem Grunde unzweLmäßig und verzögert ihre Erledi giing erheblich._______ �?.�i-' "... ,■ ,-4 ÄN fiuu, III ÖCt ivxiilUic gelcgcnheit einen breiten Raum einnahm. Es wurde schließlic.? eine Einigung dahin erzielt, nicht den neuen Refcrentenentwurf. sondern die geltende Besoldungsordnuny den weite- ren Verhandlungen zugrunde zu legen. Von der Regierung wurde versichert, daß sie den neuen Regierungsentwurs so schnell wie möglich nach der noch ausstehenden Einigung mit allen in Be- tracht kommenden Ressorts einbringen werde. Dirntfche Butter für Deutschland. TimeS meldet, daß wegen de» in Deutschland und Oesterreich herrschenden Maugels au Butter und anderen Fetten ein Teil der für England bestimmte« dänischen Butter nach diesen Ländern gekandt werden soll. 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Jahren« Dieses zeig, tiefbetrübt a« «!, mii iMiimiii. Die Einäscherung findet Sonnabend, den 18.Sept., nachm. 2 Uhr. im Aremo- torium Gerichtstraße statt. JMer Nckllsrteitll-Miiö �rmnifiiniiölicllß Berlin 91 54, Linienstr. 8340 KesüMszeii iion norm. 9 Uhr bis nach«. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 1»s. 12Zg. 1987. 9714. AeMungl Acktungl Seiesime m GesmimsMUlmi Am Montag» den 20. September 1V26, abend» 6 W in den Germaniasälen, Chausseestraße 110 Diienti. smlninetsiimliiU unserer Verwaltungsstelle Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom II. Quartal. 2. Bericht der Revisoren. 2. Ergänzungswahl zur engeren Ortsverwaltung. 4. An die Verwaltung gelangte Anträge« Autritt nur unter Vorzeigung der neuen, mit dem Derwall fiempel versehenen Delegierten- Legitimatiovskarte oder Legitimationskarte für die erweiterte Ortsverwaltung und drt Mitgliedsbuches. Die alten Legitimationskartcn find ungüMS' Vertrauensleute, welche nicht Delegierte sind, haben keinen Zutrio» Sonntag, de« IV. September 1020, mittag» 2 Uh». 9M. UMMM-velsliMW sllr Kalkberge» Da»dl»s, Slüdervdors, Schnlzenhdh� Herzfelde und Umgegend im Lokal Schlltzenhau», Tasdorf(Inhaber: August Woa&r Tagesordnung: � 1. Vortrag: uWarnm bekämpfen»vir die Betriebs organifatto«?- Referent:«ollege Zimmcrmavlu 2. Diskussion. Sonntag» de« IV. September 1020» vormittag» 10 1*#* Branchen-Versammlung der Gmaillierer Berlins und Umgegend im.Dresdner Garten", Dresdner Straße 4öa» Eke Prinzen?� Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Branchcnangelegenheitcn und Verschieden� In Anbetracht der sehr wichtigen Tagesordnung ist es v1* bedingte Pflicht aller Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Die vrt»oern»alt«nS« Kreuzfiichse 300 M. Alaska-, Blau«, Zobal-, Kraus- und WalRfüchse, Damen-Pelzmäntel, Herren-fieh' und Sportpelza bis zur Hälfte der Preise herabgesetzt. Ferner Cutaways, Paletots, Ulster früii° bis 1200 M., Jatst 350 bis 450 M. Qroße Posten Nasan, SlUck SO M.(Keine Lombard waren)1 LBIHNAUS MORITZ PLATZ 588(Größtes Spezlalhaus dieser Art) Nr. 388 Vellage zur„Freiheit" Zi 3« tön am». irattx» Sept., rschi'd wann ' lie&n Iwagn challn Ulli 6 UD' \ITZ und dö angilltiS' Uh» -«Hit»" RoaÄ' etrie»»' ma«"' 10 UV lg end rinjctif� NedeN-� es v5- tung» Generalv ers ammlung des Deutschen Eisenbahner-Verbandes Dresden, IS. September 1320. .An der beuttge« Sitzmtfl wurde ein Antrag«Ingebracht, den T�hereu Vorsitzenden des Zentralrats der Eisenbahner, Hertel, .,�uge von den Verhandlungen auszuschließen, bis die Beschwerde- Emission ihren Bericht erstattet hat. Ter Antrag wird abgelehnt. �» werterer Antrag verlangt, die eingesetzte Kommission solle sich ... � General streik in Stuttgart, der zur Entlassung »!?« Eisenbahnern geführt hat, beschästigen. Nachdem die Kom« T'IIion eS abgelehnt hat, diesen Antrag zu verhandeln, wird er ihr ch'iut zur Prüfung überwiesen. Ferner ist folgender DringlichkeitS- Mag eingegangen:„Die Delegation der Ortsgruppe München fvü»e Stunde Redezeit. Er führt aus, daß Stüber keine oppositio- Rede gehalten habe. Die Gegner der Opposition haben die Zaitung des Borstandes viel schärfer kritisiert. Die wirtschaftlichen Mgen müssen von einer höheren Warte behandelt iverden als da? ,0tl dem Korreferenten geschehen ist. Redner empfiehlt die Soziall- Mug der dazu reifen Betriebe, warnt aber vor der Zerstörung «ittschaftlicher Werte durch ungeeignete Maßnahmen. Er schließt "vier dem stürmischen Beifall der Versammlung mit einem Appell gemeinsamen Arbeit. „.»er Berichterstatter der Beschwerdekommisston Gladtgau- Magdeburg behandelt den Fall des Stuttgarter Verbandsangestellten �>chel, der auf Beschluß des Vorstandes von seinem Posten ent- '»nt wurde. Er richtet dabei scharfe Angriffe gegen den Vorstand ganz besonders gegen den Vorsitzenden B r u n n e r. Der Bor- �eude B r u n n e r verteidigt sich gegen die Angriffe. Er habe nicht "�8 einer persönlichen Abneigung gegen Michel Stellung genommen, »Mvohl er ihn für ungeeignet hält, einen Verbandsposten zu be- Vden. Im Vorstand war allgemein die Auffassung verbreitet, daß ?"chel die treibende Kraft in der Frankfurter Opposition sei. die �ke Tätigkeit darin erblickte, dauernd die gewerkschaftliche Arbeit 5? stören. Im übrigen bedauert Brunner. daß die kostbare Ze« des Mbaudstages durch diese AuSemandersetzungen in Anspruch ge- "»Mmen wird. Nachdem L e i m b a ch- Köln einen Echlußantrag de- Mudet hat, wird beschlossen, Michel im Verbände weiter zu be- lästigen. Richtlinie« für die Nentralitütskontrolle Nachdem das Vorstandsmitglied Apitzsch den Bericht der zur Mtersuchung der Erfurter und Stuttgarter Vorgänge eingesetzten Mtedrigen Kommission gegeben hat, wird folgende Entschließung �genommen:, „Die Generalversammlung des D. E. B. ist unter allen Umständen gewillt, die Neutralität zu wahren und die Waffenverschiebuugen zur Stärkung der Reaktion im In-«nd Auslande zu hindern. Sie empfiehlt den Eisenbahnern folgende R t ch t l i n i e n zur praktischen Durchführung. Die Kontrolle auf dem Eisen- bahngelände übernehmen die Eisenbahner einzig und allein selbst. Die uns durch den Friedensvertrag aufgezwungenen Kon* ventioualzüge müssen durchgelassen, werden. Die Trausporte für die Regierung dürfen nur gefahren werden, wenn der dazu gehörige Frachtbrief mit lau- fender Nummer der Genehmigungsvcrfügung. Unterschrift und Siegel deS Reichswehrmiuisteriums oder der höchsten Po» Ilzeistelle des Landes versehen ist. Die ziffernmäßige Angabe ist tn Worten auszudrücken. Auch die Art des Inhalt» ist genau zu deklarieren. Auf allen örtlichen Dienststellen, sowie auf den Direkttonen, haben sich Sommisstoneu der Arbeitnehmer gemeinsam mit der Verwaltung zu bilden. Wird eine Einstimmigkeit auf einer Dienststelle nicht erzielt, so ist die Kommission auf der Direktwu anzvrufeu. Freitag, 17. September 1920 Herrscht auch dort keine Einmütigkeit, so entscheidet der Eni waffnungskommissar gemeinsam mit de» Gewerkschaften end gültig." Das Urteil über Erfurt Ebenfalls angenommen wurde folgende Entschließung: „Die Vernichtung der Munition in Erfurt ist auf das Schuldkouto der Reichsregierung zu setzen, weil sie es versäumt hat, im Benehmen mit den Organisalioncu— trotz deren Drängens— bestimmte und klare Richtlinien rechtzeitg herauszugeben. Dadurch, daß das ReichSwehrmiuisterium ein diesbezügliches Telegramm der Vertreter der Erfurter Eisenbahner nicht beant- wertet hat. sind dieselben zu der Auffassung gekommen, daß den verantwortlichen Instanzen nichts an der Mitwirkung der Arbeiter- schaft bei der Aufrechtcrhaltuug der Neulralitäi lag. An unsere Postabonnenten! Um eine pünktliche Weiterbelieferung der„Freiheit" durch die Post an unsere Abonnenten auf alle Fälle sicher» zustelle«, ist e« unbedingt notwendig, daß die Bestellung für da» vierte Quartal möglichst bi« zum 20. Tep- tember bei der zuständigen Postaustalt aufgegeben wird. Verlag der„Freiheit". Unter diesen Umständen ist eS verständlich, wenn die Er- furter Kollegen, von dem Willen beseelt, Menschenschlachteu zu verhindern, über das Ziel hinausgeschossen haben. Die Kommission ist der Ueberzengung, daß S Pflicht der Or- ganisatton ist. die W i e d e r e i n st e I l u n g des zu Unrecht ent- laffeneu Kollegen Keßler mit allen Mitteln zu betreiben. Desgleichen soll der Verbandsvorstand für die Enthaftuug und Wiedereinstcllung der beiden anderen Kollegen mit aller Eni- schiedenheit wirken." mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm—mmmmmmmmmimmmmmmmmmmammmmmmtsamiam |i Betriebsräte Die Konstituierung der Betriebsrätezentrale Die Zentrale der Betriebsräte hielt am II. September 1920 ihre erste Sitzung ab. Als Vorsitzende mit gleichen Rechten wurden ge- wählt: Paul Neumann, L. Flcfch, Ottomar Geschke. Als Kassierer D. HildeSheim. Weiter wurde ein geschäftS- führender Ausschuß gewählt und vier Arbeitsausschüsse eingesetzt, und zwar: 1. zur Bearbeitung der Angestelltenfragen. 2. für das BildungSwescu, 8. für die Arbeitslosensrage. 4. zur Behandlung der Fragen der Unternehmelsabotage und der Produktionskoutrolle, die sofort mit ihrer Arbeit beginnen werden. Die Liquidation der alten Zentrale muß jetzt schnellstens erfolgen. Leider wird das erschwert dadurch, daß noch große Markenbestände abgerechnet werden müssen. Alle Funktionäre, die noch im Besitz von Betriebsrätemarken sind, werden ersucht, sofort abzu- rechnen. Die Arbeiter»ud Angestellten müssen die Abrechnung derjenigen Funktionäre, die das Bertreiben der Marken übernommen hatten, prüjen. Gewerkschaftliches Generalverfammlun« Nm*«. e— stellen die Vergebung von NotstandSarbeiie» gefordert, doch es zeigie sich, daß man an diesen Stellen nur an Palliativmittclchen denkt. Nur die endgültige Beseitigung der kapitalistischen WtrtschaftSord- nnug kann das Proletariat von der steigenden Not befreien. Der Kassierer M i e ke erstattete den Kassenbericht. Die Ab- rechnung an dieHaUptkasse schließt mit einen Bestand von 1 0ö3 20470 M. für das nächste Quartal. Für Streikunterstützung sind aus de? Hauptkasse 43403918 M. und aus der Lokalkasse 60099310 M. ausgegeben. Die Bilanz der Lokalkasse schließt für tmS 2. Viertel« jähr mit einem Defizit von 162289 08 M. An städtischer Erwerb-- loscnuuterstützung wurden 1 266 306 M. durch den Verband au> gezahlt. Beim Punkt: Bestätigung der in der außerordentlichen Genera!« Versammlung erfolgten Ersatzwahlen wurden gegen den Genossen Frei- gang schwere Vorwürfe erhoben und beantragt, die Bestätigung auszusetzen, bis eine Kommission die Angelegenheit geklärt hätl:. Die Versammlung forderte stürmisch, daß die Beweise sofort vorqc- tragen werden sollen. Nach einigem Zögern wurde eine Begrün- dung vorgetragen, die den schärfsten Wiederspruch der Versammlung hervorrief, weil der Beweis eine? ehrenrürhrigen Verhaltens nickt erbracht werden konnte. Uuier großer Entrüstung über die leich!- fertigen Anwürfe wurde der Antrag abgelehnt und Genosse Frei» gaug als 1. Bevollmächtigter bestätigt, ebenso Genosse Böse a!s 2. Bevollmächtigter und die Wahl der Genossen Werner, Liste, und Müller in den Vorstand. Bei der Wahl von drei Angestellten erwieS sich ebenfalls ein Vor- Wurf gegen den Genossen Bruno LieSke. daß er Syndikalist sei, als unbegründet. Geuosse Lieske wurde auch als Angestellter ge- wählt, ebenso Genosse Thielemann, während die Wahl eines dritten 'Angestellten vertagt wurde, da auch ein zweiter Wahlgang keinem der übrigen Bewerber die absolute Majorität brachte. Zum Punkt Reorganisation wurde beschlossen, der Neuge- staltung Groß-Berlins entsprechend auch die Verwaltungsstelle ans- zubauen. Bis 18. Oktober können von den Mitglledern Anträge in dieser Richtung gestellt werden. Von den früheren Bevollmächtigten lagen zur Betriebsräte« frage zwei Anträge vor, die schon durch Beschlüsse der General- Versammlung erledigt sind. E« wird darum ein Antrag auf Heber- gaug zur Tagesordnung angenommen.— Ein anderer Antrag, den ausgesteuerten arbeitslosen Berbandskollegcu zum 1. Oktober eincn MielSzuschuß von 2S Mark zu bewilligen, wurde abgelehnt, nachdem von mehreren Rednern verschiedene Gründe dagegen angefühlt worden waren; hauptsächlich wurde hervorgehoben, daß der Staat die Pflicht habe, für die Opfer der kapitalistischen Wirtschafts- ordnung zu sorgen. Zum Schluß der Versammlung wurde noch ein Antrag, der die Wahl politischer Arbeiterräte fordert, nameus der kommunistischen Fraktion von L e o w zu begründen versucht. Eine Diskusston fauo wegen der vorgerückten Stunde nicht mehr statt, und soll die An- gelegenheit in Atitgliederversammlnugeu weiter erörtert werden. Die Gastwirtsangestellten und die Polizeistunde Das sreigewerkschaftliche Kartell im Gastwirtsgewerbe hatte für Donnerstag eine Protestversammlung im Zirkus Busch einbern'� i, in der nach einem von Schröder erstatteten Referat folgende Resolutton beschlossen wurde: „Die Versammlung erhebt schärfsten Protest gegen die beabsichtigte Verkürzung der Polizeistunde. Die Versammelten sind sich darüber klar, daß durch diese Beschränkung eine KohleuersparniS nicht erzielt wird, und verweisen hierbei auf die Werturteile des Reichskohlen. kommissarS und bedeutender technischer Fachleute der Licht- und Kohlenversorgung. Die Herabsetzung der Polizeistunde ist nach diesen Urteilen vollkommen unberechtigt. Ihre Durchführung würde lediglich die große Zahl der bereits vorhandenen Arbeitslosen ganz gewaltig vermehren und durch ihre Auswirkung geradezu katastrophale Folgen auslösen. In der Erkenntnis, daß eine wirtschaftliche Schädigung derM» völkcrung durch Beibehaltung der bisherigen Polizeistunde nicht gc- geben ist, fordern die Versammelten die Regierung auf. ganz energisch allen Forderungen auf Verkürzung der Polizeistunde entgegeuzn- treten. Eine wettere, einstimmig angenommene Resolution nimmt Stellung gegen den Zerspliltcrungsvcrsnch, der durch die Gründung einer gelben Wiukelorganisaiion gegen die freien Gewerkschaften unter- uommen wurde. Der Umstand, daß diese Organisation mit Unter- stützuug der Unternehmer erhallen ftird, macht sie der Verachtung aller ehrlichen Arbeiter würdig. Betriebsräte und Hörer. Räteschule der Groß-Berttner Arbeiterschaft. Es wird darauf hingewiesen, daß der Beginn sämtlicher Kurse um 3 Wochen verschoben worden ist. Sämtliche sonstigen Angaben deS Lehrplanes behalten Gültigkeit, sodaß Kurse, deren Beginn z. B. für Montag, den 13. 9. festgesetzt war, am Montag, den 4. Oktober, solche die am DienStag, den 14. beginnen sollten, am Dienstag, den S. Oktober stattfinden usw. Erzählung von Paul Zech. Wir entnehmen diese Erzählung einem Nonellenbande Paul Zech»„D e r schwarze Baal", der im Kurl Walsf-Lerlag, München, erschienen Ist. Der Dichter wies UN» im Anschluh an unsere ledie Beloreckuna seiner Gedichte auf diese Eelbsterlebnisse aus München,«r>a,!cnen i|i. Der jjiwiet wies uns im»Nia>>»n an iinirrc letzte«esprechung seiner Eedichte auf diese S-lbsterlebnisse au- dem Xahlcnreoier hin, worin— sa schreibt er uns—„das Bitter- los der Bergarbeiter geschildert ist, wie ich es mit meinen zwangoweisc an die Kohlenselsen geschmiedeten Brüdern erfuhr um nicht ein- düstere Legende, vielmehr einen A u s s ch r e j dar- ans zu formen." Er sei als Akademiler zwar nicht ein Arbeiter- dichter Im eigentlichen Sinne de» Wortes, aber er habe sich in allen seinen Schriften stet» zum Proletariat bekannt zur Reoolu- tion aufgerusen und zur Vallstrelkung einer proletarischen Kultur Für ihn als sozialistischen Dichter eiistielc die Revoluiion nicht erst seit dem g. November 19l8. Proletarier von Eedlüt und oraanMerter Sozialift seit 1905 werde er von bürgerlichen Lesern und Buchhändlern bonloiiieri. Für die Arbeiter aber zu dichten «olle er sich mühen, bi» sein„Atem Sterne trinkt". Am Palmsonntag war Juppchens Konfirmation. Der Mer hatte versprochen mitzugehen. Dann aber kam plötz- 'ch das mit dem Wetterbruch dazwischen, und er mußte die Mze Samstagnacht auf der zweiten Sohle durcharbeiten. * irt;«.—***** Sav fäniht* Aofnmmott /*. vsamsiagnaoji uuf uci. vMt-u.ju.A.witc.u. gegen sechs Uhr war er von der Grube gekommen. Mist- und hundemüde. Und um neun begann schon die Kirche. fihn seine Frau leise weckte, richtete er sich halb auf. einen kräftigen Fluch aus und wälzte sich auf die andere aah' frübek •aren> »rO' Da gingen Juppchen, Mutter und Großmutter allein. Es ?aren an die zwanzig Knaben, die eingesegnet wurden. Und "e trugen alle schon die Runen der Adamsqual auf der Stirn. . Der alte Pastor hatte danach seinen Text gewählt und Aob mit viel Umständlichkeit den sechsten Vers des elften TMitels aus dem Prediger Salomo seiner Rede vorauf. Er Mte die Genugtuung, daß nur wenige Augen trocken blieben. »Die Orgel spielte einen Choral dazu, der dumpf wie das donnern der großen Fördermaschine klang. � Süppchens Lippen murmelten mechanisch das Schlußgebet, -Jw dann stand er mit der Mutter wieder draußen auf dem sandigen Kiesplatz. » Langsam kam die Großmutter angehumpelt. Sie küßte �.Uppchen auf beide Backen, daß es schallte. Und darüberhin �'rtgen drei fröhliche Kirchenglocken. Zuppchen fuhr sich mit dem Handrücken durch das Eesickt "d sprang auf den Weg. zMg sie den Vorgarten des Häuschens betraten, kam der Mer in Hemdsärmeln aus dem Kaninchenstall, die abge- °°�enen Felle von zwei weißen Tieren in der Hand. . Zuppchcn erschrak, als er des Vaters blutbefleckte Hände! Da wird nir»eyen> � An dem Küchenfensterkreuz hingen die dicken Bälge mit i stehen. Die Bummelei' muß°jetzt aufhören � auf'' TiX®'C lotcn Köpfe waren eine unkennt- ltchc Masse mit herausquellenden Augen. »rtiw.I'nf.lt.H5"�.chcn". seufzte Juppchen, und eine Träne w®?�t-®5 waren seine eigenen Tiere. Er r!!fc+. mu* ei!1 Motflen und den Stall reinmachen. Er Dieren. er wußte, wann die Jungen geboren m wlernel von den Dingern jedesmal, im Nest � nahm ste, so oft er in den Stall kam, in die Hand, x;» iÜI?®'om � Zärtlich über das samtene Fell und küßte °U?uen runden Schnäuzchen. Run waren die zwei schön- ften Tiere tot.# c* sagte der Vater, wie wenn er die Gedanken Juppchens erraten hatte. Sie gingen zusammen in die Stube. c, if1 äo0 bos schwarze Kleid aus und band sich eine große blaue Schürze vor, um das Mittagessen zu bereiten. Wahrend sie in der Küche hantierte, setzte sich Juppchen ans Fenster und erzählte dem Vater von der Predigt. „Schon recht! Schon recht!" brummte der und schob den Pseifenstummel von einem Mundwinkel zum andern. -Inzwischen hatte Mutter das Mittagessen bereitet: eine «chusiel Salzkartoffeln und Buttersauce und in einem tiefen runden Napf das weiße Kaninchenfleisch. Juppchen aß nur von den Kartoffeln und ließ das Fleisch Mutter schimpfte. Aber Vater sagte:„Laß nur, Alte. Morgen schmeckte dem Bengel schon besser." Zuppchen stand vom Tisch auf. Zum ersten Mal hatte er vergessen, das Dankgebet zu sprechen und den Alten die Hände zu küssen. Es erinnerte ihn auch niemand daran. Er setzte sich in die Laube und weinte still und stetig. Am Nachmittag gingen sie aufs Feld und pflanzten Bohnen. Die Sonne stach heiß wie im August. Die Erde staubte »weiß auf. Und die Bäume der Allee tanzten hin und her in der ersten Knospenfreude. Vom Dorfplatz, wo ein paar Karusselle. Luftschaukeln und allerlei Krambuden standen, kam wüstes Geräusch: Dreh- orgelgekreisch und Blechmusik. Juppchen horchte auf und flüsterte der Mutter etwas ins Ohr. „Was will ejt?" schnauzte der Vater. Süppchen möchte auf die Kirmes gehen!" Hrt tnirS ttt* S*»*«»«---- Juppchen duckte sich wie unter einem Schlag. Er wollte ein Wort hinausstoßen. Aber die Zunge hielt es fest und verstopfte seinen Mund wie mit einem trockenen Lappen. Gern hätte er auf den schönen braunen Holzpferden ge- ritten. Pferde liebte er noch mehr wie die Kaninchen. Jeden Nachmittag nach der Schulstunde war er dem Pferdeknecht des Direktors begegnet, der ein schMrzes blankgeputztes Tier durch das Dorf spazieren ritt. Juppchen war immer eine Weile stehen geblieben und hatte mit feuchtglänzenden Augen dem Reiter nachgeschaut. Einmal, als der Knecht vor dem Wirtshaus abgesessen war, mußte Juppchen das Pferd so lange halten, bis der bestaubte Reiter seinen Durst gelöscht hatte. Juppchen bekam dafür ein paar Pfennige. Er sagte danach zur Mutter, daß er auch gern ein Kutscher werden möchte. Aber die Mutter meinte, daß der Vater nie so etwas zu- lassen würde. Denn er sollte ein Bergmann werden, wi» Vater und Großvater und all die andern aus der Familie. Juppchen hatte versucht, vielerlei Einwände aus seinem kleinem Gehirn zu kramen. Er hatte wirklich einen gefunden und die Mutter damit überschüttet, Tag für Tag. Vis B» des Geredes überdrüssig geworden war und ihn strafen mußte. Da hatte Juppchen einen kleinen verwunderlichen Schmerz empfunden und fortan der Mutter gegenüber von den Plänen geschwiegen. An den stillen Vormittagen aber, wenn die Mutter im Gärtchen hantieren mußte, war er zur Großmutter auf die Stube gegangen und hatte vor ihren erstaunten Augen alle Wünsche vollzählig aufgebaut. Und die verhutzelte Greisin war immer milder Tröstungen voll, bis der Raum sich in Rührung gehoben hatte. Sobald ein Karussell dann im Dorf war, steckte Großmutter� dem Jungchen eine kleine Münze zu, sich nach Herzenslust aus den Holzpferdchen auszureiten. Am Morgen vor der Konfirmation hatte sie ihm gar zwei Groschen geschenkt, auf den Kirmesrummel zu gehen. „Wer weiß, was morgen ist, hatte sie gesagt und war mit der Hand über die Augen gefahren. Run hatte ihm der Vater das alles zunichte gemacht. Und sein Herz war doch so voll davon gewesen. Während der i Predigt und beim Mittagsmahl und noch lange nachher. Juppchen sah nach dem Vater hinüber mit zerfurchten Mienen, böse glimmenden Augen und dumpfen Blutes inx Kopf.; -...(Fortsetzung folgt.) ............................................ Grotz- Berlin ............................................ Neue Mittel für erholungsbedürftige Schulkinder Der Magistrat beaxtragt bei der Stadtverordneterwerfammluna die Bewilligung von S 714 SSO Mt. für den Erholungsaufemhc-lr gesundheitlich gefährdeter Schulkinder in der Zeit vom 7. Juni big 3. Juli und vom 3. August bt» 4. September und für die Ferien» spiele in der Zeit vom 5. Juli bii 7. August. Seit einige» Jahren findet auf den groben Außenspielplätzen Berlins der Erholuugs- aufenthalt für gesundheitlich gefährdete Schulkinder statt. Er erstreckt sich auf die Zeit von 4 Wochen vor und 4 Wochen nach den großen Ferien. Während der Ferien finden die Fertenspiele statt. Die Kinder, welche an dem Erholungsaufenthalt teilnehmen sollen, werden vom Schulaqt aasgesucht. Es find ungefähr 12 000. An den Ferienspieleu kann dagegen jedes Kind teilnehme«. Der An- drang zu den Ferienspielen war sehr stark. Es war mit einer täg- licheu Besucherzahl von 13 000 Kindern gerechnet worden, au einigen Tagen aber belief fich der Besuch auf über 40 000 Kinder. Die Durchschnittszahl der Besucher während der Fertenspiele betrug 23 000 Linder. Dt« Gesamtkosten für die Fertenspiele und de» Er- holungSaufenthalt dieser Kinder betragen 2 714 SSV Mk. Einmalige Beihilfe für Arbeitslose Der Hauptausschub hat in seiner Mittwochsttzung beschlossen, folgende einmalige Beihilfe sofort auszuzahlen: a) Ledig« unter 21 Jahren bei K— 20wSchiger Arbeitslosigkeit 100 Mk., bei Erwerbslosigkeit über 20 Wochen 120 Mk. Ueber 21 Jahre bei 8— 20wöchiger Arbeitslosigkeit 120 Mk.. bei Erwerbslosigkeit über 20 Wochen ISO Mk. b) Stammunter st lltzu na sempfänger, die Am- gehörige zu ernähren haben, bei S— 20wöchiger Erwerbslosigkeit 300 Mk., bei Erwerbslosigkeit über 20 Wochen 400 Mk., dazu 20 Mk. Zuschlag für jedes zuschlagberechtigte Fa- milienmitglied, gleichviel, wenn auch ein Teilbetrag an Zu- schlagen gezahlt wird.(Pflegegelder.) Der Stichtag ist der 1. September. Die Wartezeit gilt als arbeitslos. Alle diejenigen, die Teilunterstützung beziehen. Aushilfen längerer Dauer geleistet haben, deren Frauen Portierstellen oder Einkommen haben, Rentner, wo in der Familie mehrere ver- dienen, die im Laufe des Monats August in Arbeit getreten sind. werden erst bedacht, wenn die Kommission dem Hauptausschutz genaue Unterlagen gegeben hat, wieviel und wer von den ange- führten noch unterstützt werden kann. Die Geschäftsstellen und die Gewerkschaften können also an diejenigen vorläufig noch nicht zahlen und ergeht der Beschluß erst am kommenden Mittwoch. Diejenigen, die ihre Unterstützung beim Arbeitgeber erhalten haben, dann aber nicht wieder eingestellt wurden, gelten als Bezugsberechtigte der einmaligen Beihilfe. Der Arbeiterrat der Arbeitslosen. Billiges Fett für Arbeitslose Nach dem Beschlub des Berliner Magistrats soll an sämtliche Erwerbslose, die Unterstützung beziehen, gleichviel ob sie ledig. verheiratet oder wielange sie arbeitslos sind, Fett zum halben Tagespreise abgegeben werden. Und zwar: Für Familien 1 Pfund und für Ledige ein halbes Pfund, und zwar in zwei Raten, so datz in der Woche vom 20. bis 2S. September an Familien ein halbes Pfund, an Alleinstehende z* Psivtd abgegeben wird, zum Preise von 4.30 M. für ein halbes Pfund und 2,15 M. für«in viertel Pfund. Für die Verteilung kommen sämtliche Erwerbslos« von Grotz-Berlin in Frage, auch diejenigen der Kreise von Teltow-Beeskow und Riedcrbarnim. Die Bezug- scheine für diese Fettmenge find auf allen Geschäftsstellen sowie bei den Gewerkschaften zu entnehmen. Den Verkauf der Mengen hat die Konsumgenossenschaft Groß- Berlin übernommen und kann jeder Arbeitslose in einer feiner Wohnung nächstgelegenen Verkaufsstelle schaft das Fett entnehmen. Nach einer l Wochen werden wiederum an die Erwerbslos Verteilungsplan Graupen zu ganz billigen Preisen abgegeben.' Nach einer weiteren Frist von einundeinhalb Wochen wird die andere Hälfte der Fettmenge ausgegeben, da der Magistrat nicht sofort über die ganze Menge verfügen konnte. Wir ersuchen alle Arbeitslosen, von Montag ab die Bezugscheine in obigen Stellen zu entnehmen. Der Arbeiterrat der Arbeitslosen. Achtttngi Arbeitslose! Am Sonnabend, de« 18. September, mittags 1 Uhr, fünf große Arbeitslosenversammlungen in folgenden Lokalen: Stadttheater Moabit, Pharnssäle, Müllerstr., Bötzow-Brauerei, Prenzlauer Berg, vewerkschaftshaus, Engelufer, Königsdank, Gr. Frankfurter Straß«. Grotz-Berlin, Zweigstätte Neukölln. Am xtember d. I. beginnt die Volkshochschule ugstätten ihre dritte Lehrperiode. Der Kanm Tagesordnung: Arbeiterrät« oder Aktionsaus! Wir fordern alle Arbeitslosen auf, in diesen mmlungen zahlreich z» erscheinen. I» Laus« der kommende« Woche finden wiederum Arbeits- losenversammlungen sämtlicher Branchen und Berufe statt. Die Lokale werde» noch bekannt gegeben. Der Arbeiterrat der Arbeitslosen. Verband der Langen- und TuberKnlose-ErKranKten Die kürzlich durch die Arbeiterpresse gegangene Aufforderung an die Lnnge«.»nd Tuberknloseerkrankte» Dentschlands. zwecks Zu- sehr gut besucht. Bon vielen Heilstätten Delegationen anwesend, die über die teilweise überaus trau- samuleuschlnß zu einer Tagung in Berlin zu erscheinen, hat einen verhältnismäßig guten Erfolg gezeitigt. Die erste Sitzung, die am 2k. August- �. waren Del, rige» Anstände i« denselben Bericht erstatteten. Im allge- meine» wurde namentlich über die schlechte» Er- nähruugsverdältnisfe lebhaft Klage geführt. Wie groß da? Juteresse an einem Zusammenschluß der mit der Proletarierkrankheil Behafleten ist, beweist auch die bis jetzt ein- gegange«« erheblich« Zahl von Znschristen ans dem ganzen Reiche. Nur nebenbei sei bemerkt, daß diese ein erschütterndes Bild von der traurigen Lage der Lungenkranken ergeben. Aber noch immer fehlt ein nicht«tierheblicher Teil der Adressen der Parieutenräte. Soll ganz« Arbeit für die Erkraukten.aeleifiet, soll viele» vou ihnen die Gesundheit und damit die für die Allgemeinheit so überaus not- wendige Schaffenskraft wiedergegeben verde», so ist möglichst schnelle Erfaffuug aller Lungen- und Tuberknloseerkrankter dringend geboten. Di« nächst« Tagnng findet am Sonntag, den 1». September, vor- mittags 10 Uhr. im Lokal von Pilz, Berlin NW.. Rostocker Straße 27. statt. All« Patieuteuräte an de» Heilstätte»«erde« ersucht, eine Delegation abzuordnen oder schriftlich sich z» vendeu an Paul Henui«. Berlin NW. 37, Wiciefstr. 36. Die arbeitcrfreundlichen Blätter werde» um Abdruck dieser Notiz ersucht. A« die Elteruräte! Für die neue Kommisfiou unserer Partei ist noch sehr viel Ans- klärungearbsit zu leiste», besonders in de» ländlichen Bezirken, wo oft der F a ch b e i r a t fehll. Gute Erfahrungen hat man damit in LönigS-Wusterhausen gemacht. Hier hielt vor dem Kreis« der Fnuk- tiouäre von 13 Ortschaften Genosse Steinicke, Neukölln, ein Referat über die Recht««nd Pflichten der Elternbeiräte. Das Er- gebniS war eine rege Tätigkeit in der Folgezeit. Dan« müssen überall Elternversammlunge» einberufe» und die sozialistischen Lehrer unserer Partei als Referenten angefordert werden. Man deshalb an Genosse» Schenk, Echicklerftr. ö/S(Tel. 8759). Zur wettere« Orientierung dienen die Kon- ferenze» der Obleute Sroß-BerlinS. Man beachte stets die Organi- fattonSnotize« in der„Freiheit". Die Kartofielbelieferung ist nunmehr in da» Stadium des freien »ndels getrete«. Die Gemeinden nehmen nur noch ab, was bis onnabend verladen war. Jetzt soll der Kartoffelhandel in Kraft kann leicht eine kleine Stockung her- st der Kartofielseaen sehr groß, und artofseln haben, soviel man kaufen will. Allzuviel Kartoffeln sollte da» Publikum fich jetzt nichi hinlegen, da die jetzige Kartoffel noch keine Lagerware ist. Einen kleinen Bor- rat sich hinlegen kann jeder, der die Mittel dazu hat. Die Herbst- und Winterkartoffel, die fich zum Lagern eignet, kommt erst in einigen Wochen. Wird der Markt allzusehr bestürmt, wirkt das preistreibend. Die Bevölkerung sollte die nötige Zurückhaltung bewahren. wende «üuigsta! treten. Die llebergangszeit ka beisühren. Im Augenblick ist man kann Kartoffeln haben, Volkshochschule abend, den 18. September Berlin nebst Zweigstätten ihre uimt verkauf wird am Mittwoch, den 15. September 1020 eröffnet u« zwar für die Veranstaltungen an den Arbeitsstätten in Neur»� wie folgt: Rathaus, Volksbildungsamt, Zimmer 218, wo« 10— 1 und 5—7 Uhr, Sonnabends nur 10— 1 Uhr.©esr' der„Freiheit", Neckarstr. 3, wochentags 9— i Uqr. Eeschc des„Vorwärts", Siegfriedstr. 28, wochentags 9— 4 Uhr. Für die hiesigen Vortuvfe(Deutsch und Rechnen) so. fremdsprachlichen Kurse(Französisch, Englisib. Rufiilch und nisch) erfolgt später genauere Ankündigung. teil« ievsil. �o, uiuu�iuuy» o—**... cturse(Deutsch und Rechnen) sowie � (Französisch, Englisch, Russisch und»7 ...,„„ auere Ankündigung. Für den Unterstützuugsfonbs der Berliner Arbeiterschaft(ßjJJ stützung für Inhaftierte u. a.) hat das Personal der KonM genossenschaft bis zum 1. August 1920 143 396,78 Mark aV liefert. Es ist ferner beschlossen worden, für diesen Fonds in bisherigen Weise weiter zu steuern. Wenn überall in dieser Weise an die Opfer der Revolution r dacht würde, wären die Sorgen behoben. Geschäftliche Mitteilung. Di« Kleiderwerke Baer SoN Chauffcestr. 23/30, bringen neue Ulster, schöne Gummimäntel w* Gutaways und elegante gestreifte Hosen zu mäßigen Preise»� Berkauf. Wir weisen auf die in dem heutigen Blatt« oeröffeoluV Ankündigung»och besonders hin. Aus de« Organisationen L TiHtiü. eannabtni, 8 Uhr. Sitzung btf Uet Uusschulse». bei 8. DlftrUt. Heut«, abends iV> Uhr. in Soelets großem caat, Weberl« erchsrerdenMch« iMigliederberZammlun-. Thema:.Der«nschluh an die 8. 0», nationale." tteferent: tü-noss-»». vesfmann. Norreserent: Eeneg« frL', «eise. Eintritt-c-e» Vorzeigung de» T.....'"" anstaltungen im Tiftritt muffen ausfallen. U. SrftriU. I. Abteiluua. vezirk-sührrr und Obleute der Nommitzi� Freiia�F? Uhr, bei Zoß, Wattstr. l. Ii. Senna! Uhr. i« bei »laal der Schul«, ibartenp. Vortrag des tken. Stelnitz»der: Jvie deutsche Tieichsnctfatfung*... 17. SlftHtt. Freitag, den 17. 7 Uhr. Site,«nd«ewerkschastsks«»� !i«ah, Marftr. 12. Referat»nb Distusston. u Rentoll».-. Bezirk. Freitag. Uhr. nichtig« Beiirl-versammlne»" 3 Renkb»«. Frei tag, abends 7 Uhr, tklternverf a»m lang der it.«be-j� schule, in der«nla de, X-iler�riedrich.RealgtzMN-rk-ms. Thema:.Ewl-V" her,----_—x ,. «ri.._ Schröder. Fuhrer und Untersührer haben zu er! FrÄi !r weltlichen Schule in R-ulölln."» Britz-Duaow. Morgen, Sonnabend, abend»'Afi Uhr. FunltionSrschnna,�,. chröder. Thaäff««-, D-I« Franz-Rörner-Sli«be. Siünilich« Rommislion»»ii«>-� «scheine». »»«dag «einiaendorl-West. Alle Senollen, die bei �tiel»eri«iler auf de» Land« iitig»aren, tr Vereinskalender :llchaft»hau». Saal 4.— Leitergeruftdauer: Sonniaa. 10 Uhr. bei Lentz. Tegeler Weg»7. vellveriammlung. Wichtige Tagesord»� ' Irenspertarbeiier-Berdenb. Sektion 1, Leberbranche. Hausdi»� »«»«Icher Packer»nd Packerinnen in den Schuhfabriken. Am Freitag, ben 17. Uhr, findet bei SchrFber, Holtmarktstr. K, eine äußerst wih'ih ~'"TU stellen wir uns zur Fordern»» abends 5««»»,_____________ Versammlung Itatt. Tagesordnung: JSßU »xrozentigen Lotznzulchlages in den Schuhfabriken.", � Deutscher Hnterbeiter-Verban». Achtung, vetrtebsräi« und Relilebsotle». Am Sonntag, den 10. cr., vormittag» 10—1! Uhr, bei Schulz, Elisabethp- Delegiertrnwahl zum Betrlebsrätekongreh. m Serband»er vraneeei. und zniihlenarbeiter. Zahlstelle verU«. SonnUch.� . zum vei.... der Vranerri»>nd Miidlenarbeiier, IS. Sevtember, vormittags o Uhr, im Rolenthaler Hof Berlin, Rosent»-� Strahe 11-1Z, verfammluna lämtlicher Mühl-narbeiter Groh-Bertln». »rbnung:„Bericht der Lohnkommisston üb« dt« stattgefnnben» Verhatzd� unlerer eingereichten Forderungen." Friedenobunb du«riegoteilnehmu, Bezirlsgruvpen TB., Steglitz. Wilmersdors. Schöneberg, heute 8 Uhr, gemeinsam« Kamerad«' Cafe Austria. Berlin, Potsdamer Str. 28. lbäste willkommen. Freie Schwimmer. Cherlettendneg. Uebungsst-nden von setzt ad � Kr»st,u Strahe sBolksbab), für männliche Abteilung Donnerztag von Vil—v. �«fttviert), Sonntag vormittags 8— s, für weidlich« Abteilung Mittwoch Verantwortlich fil» die Redaltion: Artur Dahlk«, Spandau. Betfj! wortlich für de» Znseratenteil: Ludwig Komeriner, Kailshorst. 5� lagsgenoffcnichaft.Freiheit", e. T. m. b. H.. Berlin.— Druck der greth-" Druck««» s. m. b. H.. verlin C. 2. Biette Straft« Mi. rudv-' s> Die Goldhamsterei beginnt wieber und Hai bereit» Preissteigerungen zu» Folgt>' habt. Infolge rechtzeitige? Einkäufe verarbeite ich garant. 20 Kar.(Goldkronen 75. in echtem Kautschnk der Zahn von 5.-«« Zahn-Praxis B. Wolff, Eharlottenburg Berliner Straße 110. am Wilhelm-Platz. »Ii! Ui miiüe HerlistsiMe beginnt Freitag« den 17. vorm. 8 Uhr Es find folgende bMige Schuhe neu eingetroffen: «eh» starke Kalbleder.gtiaderstiefrl............. 28—30 zu SS.— u. 49.86 __ 31—35 iu®5.— llt ostlebe r- und 0itn bieder. Kteebersttefel................ 27— 30. SS.— 31—35, 76.— Zportrlnbleder-gknabensttefel..................... 38—39 93 so Schwarz» sehr elegant- Damrn.chalbschnhe Lachst............... OB.— » n n Damrnstiefel ,,................... n cherrrnstiefrl».............. 160__ dir so beliebten brannen»iatnrrindl. in allen tbrähen wieder vorrätig.......... 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