Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Montag, 20. September 1920 Nummer 393» Abend-Ausgabe lOf—fll,\m ßaHlbN. von d« sewft«dHeHou �ur �5.fd. P0*?«1»5® 9n'» einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. iMVSAMZW? WNK S�hStfrS. r- ~™L*.tZS:T.?'JZrZ2..t_ X.---««««M» uu. uu u«. ms, uu. utLf berliner■Organ ber VnafifiSitsfgen SotfolbemofmUe OeatROIanta Betriebskontrolle in Italien Der Druck auf die Regierung Rom, IS. September. Z« Ministerium de« Innern hatte kiolitti»ine B e- sprechnng mit de« Vertretern der Industriellen und der Arbeiter unter Teilnahme der Präfrlten von Mailand und Turin,«iolitti betonte in seiner einleitenden Rede, dah der Seift der Mähiguag notwendig sei, um die schwere Krise zu lösen. Alle in Frage kommenden Punkte worden erörtert. Bezüglich der von den Industriellen für notwendig erachteten Arbeiter. »utlassuugen sthlug«iolitti eine versöhnlichere Formulie. rung vor, woraus die Vertreter der Arbeiter und der Industriellen getrennt berieten. Nach Wiederaufnahm« der gemeinsamen Besprechung erklärten die Industriellen, die Formulierung Eiolittis nicht annehmen zu können, aber st« mühte« sie wohl über sich ergehe« lassen. «i-lltti erklärte, das» er die verantwortuag mit übernehme. Nach Echlus» der Sitzung wurde«in« Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: Da die gewerkschastlichen verbände eine Kontrolle der Betriebe zu» Zwecke der Steigerung der Produktion und der Wiederaufnahme des Wirtschaftslebens für notwendig erachten und sich der Einführung der Kontrolle nicht widersetzen, wird ein paritätischer Ausschutz gebildet, der Borschläge unter- breite« soll für ein von der Regierung auszuarbeitendes Gesetz. Di« industrielle« Organisationen sollen auf der Grundlage der Beteiligung de? Arbeiter bei de, techwischeu Das fällige Dementi Budapest, 20. September. Da« ungarisch« Ttl«g.eu Text eines angeblichen Geheimvertrages. der in iioedoelloe zwischen Ungarn und Frankreich zustaudegekommen ein soll. Den ungarische« Regierungskreisen sind seit einiger Zeit Nachrichten zugekommen» wonach der apokryphe Text eines solchen Zertrage» de« Leiter der auswärtigen Politik eines Nachbar- taate» verkauft worden ist. Demgegenüber wird festgestellt, datz 'er sogenannt« Goedoelloer Bertrag überhaupt nicht existiert ind der im ,Az ember" angeführte Text apokryph und von An- ang bi» zu Ende erlogen ist. Mit dieser offiziellen Ableugnung des ftanzösifch-ungari- chen Geheimabkommens ist noch gar nichts bewiesen. Die lanze Politik der Horthy-Leute berechtigt zu der Annahme, laß, ie frecher die Ableugnung. um so sicherer der Tatbestand st. Man wird abwarten müssen, wie der andere Vertrags- ontrahent. Frankreich, auf die Veröffentlichung des Geheimabkommens reagiert. Das erscheint ungleich wichtiger. Sie Wahrheit über die Polengreuel (Von unserem Sonderberichterstatter.) Unser Korrespondent erhält aus Kibarty das nachfolgende ichreiben. Es stellt eine neue Bestätigung der von uns wiederholt «eröffentlichten Greueltaten dar, die die Polen an Juden verüot oben:_,,._ Kibarty, 3L August 1920. Es gelang mir. über de« Vorfall in v r o d u o noch nähere Ein- -lheiten zu erfahren. Der amerikanisch« Delegierte Badasch kam ach Erodno, um seine Elter« zu besnchen und Geld zu bringen. lls die Polen davon erfuhren, drangen sie in sein Haus ein, in em sich nur sein« 21 Jahre alt- Schwester Ehana befand. Sie »urde von den Polen LVerfallea und vergewaltigt. >a st« sich dagegen wehrt« und schrie, wurde sie von den Polen r sch offen. Eine Kugel traf sie in den Kopf, eine zweite im mls. Als ihr zweiter Bruder Lazar. der ,hr Schreien hörte. inzueilte, gaben die Pole» auf ihn Zwei Schüsse ab. Er ist seinen lerwundungen erlege«. � Es gelang den Polen, den aus Amerika zurückgekehrten Bruder > einem andere» Saus« aufzufinden. Er versuchte, sich durch seine merikanischen Papier« auszuweisen. Die Polen vernichteten lese sofort und entwendeten ihm 20 000 Dollars. Der geschildert« Borfall spielte sich am 23. A u g u st in der vor- »dt«rodnos ab. Am 24. besetzten die»-lschewisten die ladt und am 25. wurden die Leichen bestattet. Dt« Bolschewiften 'ben die beiden Leiche« photographiert. Badasch hat die Auf. »hmen mit sich nach Amerika genommen. Di« Bestattung, an der -ch die Bolschewiften regen Anteil«ahmen, hat grotzes Aufsehen «gt. Der Auftakt in Riga Riga, 19. September, «m S-nn-Vend k-nferiert- der P'�ent der polnilche« Frie- nsdeleaatio» Dombati mit dem Präsidenten der russischen riedensdelegation Joffe. Die erst« Plenarsitzung der nedenskonserenz soll Dienstag pattfinden. und finanziellen Kontroll« sowie in den ver- waltungen der industriellen Unternehmungen ausgebaut werden. Diese Borschlage sollen sich auch er- strecken aus die Einstellung und Entlassung der Ar- beiter. Die Arbeiter werden die Arbeit wieder ausnehmen. Aber wenn ein Zusammenarbeite« im gleichen Betrieb oder in der- selben Betriebsabteilung zwischen Arbeitern und ihren Borge- setzten unerträglich wird, wird ein Ausschutz von je zwei ver- tretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer die nötigen Matz- nahmen treffen. Nach einer Pressemeldung find die Verhandlungen in Mailand zwischen den Zeutralkommitees der Industriellen»nd den Gewerkschaften abgebrochen worden. Gtolittt lud die beider- seltigen vevreter zur Wiederaufnahme nach Rom. Das Aktionskomitee der Arbeiter ernannte die Delegierten mit dem Auftrage, der Regierung und den Industriellen ein Ulimatum zn stellen mit der Erklärung, datz im Falle der Bcrwersung der Arbeiterforderungen die sofortige Besetzung aller Fabriken in ganz Italien erfolgen werde. Die Arbeiter fordern die g e w e r k- schaftliche Kontrolle derJudustrieu. Die Industriellen hatten nur die Kontrolle durch die FabrikSräte zugestanden sowie bedeutende ökonomische und andere Zugeständnisse. Pari», 19. September. Nach einer HavaSmeldung aus Rom kommen von allen Seiten Nachrichten über eine Entspannung der Lage. In Genua sind die Fabriken fast vollständig geräumt und die roten und schwarzen Fahnen von den Gebäuden und Schiffen verschwunden In Saleruo haben sich die Arbeiter und Industriellen geeinigt, und die Arbeit ist wieder aufgenommen worden. Die polnischen Friedensbedingnnge» W a r s ch a n, 19. September. Da» Blatt„Tzas" verössentlicht eine Mitteilung, nach der die polnischen Friedensbediugnngen unter anderem Folgendes verlangen: 1. Im Augenblick des Abschlusses de« Wafsenftillstandea bleiben die beiden Armeen in den Stellungen, die sie augenblicklich besetzt haben, 2. die Grundlinie für die Grenzen ist die Grenze der zweiten Teilung 11793). Die Gebiet« westlich dieser Linie sollen an Polen oder Litauen. Das dicke Ende »Ii j.~..«a«—i—<—■ v... vviuuvchP» a;iii.iiaTgccia)i elNsteseyi hüll NU gen erwartet bei dieser Untersuchung sensationelle Ent- Polnischer Vormarsch in Galizie» TU. Warschau» den 20. September. Amtlicher Heeresbericht �om 19. September: Bei der weitere» Verfolgung deS Feindes wurde die Linie des untere« Z b r u s z- Laufes, erreicht und die Ortschaften Rusiaty«, Trembola. Oteiow sowie Tarnopol und Brody genommen. Nach schweren Kämpfen bei Plynow nahmen unsere Abtelluuaen ?° 9n der Richtung aaf Rowuo warfen wir den Feind auf Klewau zuruck. In weiteren schweren Kämpfen östlich K ob ry» zeichnete sich de- sonder? Hauptmann Müller vom Infanterieregiment 65 aus, der an der Spitze einer Kompagnie überlegene feindliche Kräfte zer» sprengte, 150 Gefangene machte, 6 Maschinengewehre und 20 Train- wagen erbeutete. Au der übrigen Front örtliche Kämpfe und Pa- trouillentätigkeit. Am Njemcu und an der Stara konzentriert der Feind sehr starke Kräfte. Westlich von Seiuy zerstörten die Litauer 'hre Stellungen. Razzia aus Sozialisten A m st e t d a m, 20. September. Nach Blättermeldungen aus London wurde in ganz Amerika «ine Razzia gcMen die Extremisten abgehalten. Es ist Beseht gegeben worden, den Führer der„Internationalen Ar- beiter der Welt" zu verhaften. � Amerika, das„freieste Land der Welt", scheint seinen Stolz darin zu sehen, in der brutalen Bekämpfung des Sozialismus und seiner Vertreter den Ländern des europäischen Kontinents führend voran- zugehen. In Amerika füllen heute noch Hunderts von Sozialisten und Kriegsgegnern die Gefängnisse, die wegen geringfügiger Ver- gehen während des Krieges zu langjährigen Zuchthausstrafen»er- urteilt wurden. Gegenwärtig steht man in Amerika unter dem Banne des Bolschewisrenschrecks. Seit Jahresfrist hat eine behördliche Berfolgnng aller revolutionärer, sozialistischer Elemente eiuge- setzt. Es gibt in diesem Eldorado der bürgerliche« Demo- tratie keine Auseinandersetzung über die breuneudeu Zeilproblewe, sondern nur brutale Bergewolttguug. Daß man bei der Arbeiterklasse nur daS Gegenteil erzielt, nämlich die Stärkung des sozialistischen Gedankens, ist natürlich. So hat man jetzt, wie wir bereits mit» teilten, die fünf sozialistischen Vertreter des Staates New Jork, die man im vorigen Frühjahr wegen ihrer Gesinnung kurzerhand a»S- schloß, bei den Ersatzwahlen einfach wiedergewählt. Mit diesen Mitteln werden sich die Dollarkönig« nicht vor der rvten Flnt schützen können. Die Krise in der tschecho- slowakischen Sozialdemokratie Von einem tschechischen Eenoffen wird uns geschrieben: Die inneren Auseinandersetzungen, die in den letzten Mdä' naten im Anschluß an die Fragen der Internationale in den westeuropäischen sozialdemokratischen Parteien um sich greifen, haben auch die tschecho-slowakische Sozialdemokratie nicht verschont. Diese Partei war bis zur letzten Zeit fast die einzige sozialistische Partei Westeuropas, die ihre organi- satorische Einheit bewahrt hatte. Jetzt jedoch steht sie infolge der gewissenlosen Minierarbeit kommunistischer Elemente, die mit dem Ziel der Zerreißung der Partei in die Organisa» tionen eingetreten waren, wie auch infolge der Passivität der Parteiinstanzen vor der Gefahr der Spaltung, die die gesamte Ärbeiterbewegung der tschccho-slowakischen Republik. auf das schwerste gefährden zpuß. Innerhalb der tschechischen Sozialdemokratie haben sich in der letzten Zeit vier Richtungen gebildet. Die Rechte, die von Habermann, Pick, Vechyne, Tusar usw. geführt wird, hat hauptsächlich in Prag und im Pilsener Kreis ihren Sitz. Die„Zentrumsrichtung" wird hauptsächlich durch das große Mährisch-Ostrauer Bergwerksrevier vertreten; ihr gehören die bekannten Führer Prohesch, Remec, Stivin, Meißner usw. an. Die sogenannte„marxistische- Linke" wird von den Ee- nosien Smeral und E. Burian geführt. Die kommunistische Linke endlich wird von dem kürzlich aus Rußland zurückge- kehrten Muna, von der Genossin Erimichowa und dem Ee- nosien Skalek geleitet. Außer diesen vier Richtungen inner- halb der tschecho-slowakischen Sozialdemokratie gibt es noch eine vor kurzem gegründete tschechische kommunistische Partei, an deren Spitze die früheren Arnachisten R. S, Reumann und Sonnenschein stehen. Die inneren Verhältnisse in der Partei haben sich im Laufe der Zeit immer mehr zugespitzt. Der linke Flügel, geführt von den Kommunisten, übte fortgesetzt scharfe rücksichtslose Kritik an der Koalitionspolitik der Partei, die seit IS Mo« naten zusammen mit den Nationalsozialisten und den Agrariern die Regierung bildete. Eigene positive Parolen stellte die Linke nicht auf, sie begnügte sich vielmehr damit, die Parole der politischen Arbeiterräte und des Anschlusses an die Moskauer Internationale als Allheilmittel in die Massen zu schleudern und jeden Andersdenkenden als„Ar- beiterverräter" zu denunzieren._ j Angesichts dieser immer unhaltbarer werdenden Verhält»' nisse trat der rechte Flügel der Partei am 12. August in Prag zu einer Konferenz zusammen, die sich mit einem Manifest an die tschecho-slowakische Ardeiterschaft wandte, an den so- zialdemokratischen Grundsätzen und der Einheit der Partei. festzuhalten. Gleichzeitig entfaltete die Linke eine sehr leb» hafte Agitation im Lande, um vor dem für den 28. September' anberaumten Parteitag die Delegierten für den Anschluß an die Moskauer Internationale festzulegen. Kurz vor dem Parteitag hat nun der Parteivorstand eine Konferenz der Kreisvertrauensleute, des Parteiausichusse» usw. nach Prag einberufen, die am IS. ds. Mts. stattgefunden hat. An diese Konferenz haben sich die vier sozzaldemokrati- schen Minister mit einer Zuschrift gewendet, in der sie ihren Austritt aus der Regierung erklärten. Sie be- gründeten ihren Schritt damit, daß es ihnen angesichts der sortgesetzten Angriffe und Beleidigungen seitens der kommu-. nistischen Genossen unmöglich sei, ihre Tätigkeit für das Wohl,, der Arbeiterschaft und der ganzen Partei fortzusetzen, und. ersuchten die Konferenz, ihre Demission zu genehmigen. Der.j Chefredakteur des Zentralorgans„Pravo Lidu", Genosse? Stivin konnte diese Erklärung mit Recht als„trauriges Do- j kument für das innere Leben der gesamten Partei" be-* zeichnen. �< Mit großer Majorität beschloß die Konferenz, den Austritt der sozialdemokratischen Minister aus der Koalitonsregie- rung zur Kenntnis zu nehmen. Die kommunistische Linke hatte einen Antrag gestellt, daß die Minister bis zu dem Parteitag in der Regierung verbleiben müssen. Dieser An- trag wurde glatt abgelehnt. Weiter wurde mit 38 gegen 16 Stimmen beschlossen, den Parteitag bis Mitte D e z e m-- b e r zu verschieben. Auf der Konferenz wurden auch die 21 Anschlußbedingun-' gen der Moskauer Internationale einer Prüfung unter- zogen. Hierbei wurde betont, daß die Partei und das tschecho-slowakische Proletariat diese Bedingungen nie an- nehmen würden, da sie ein Harakiri der Partoi bedeuten' würden. In ähnlichem Sinne hat sich übrigens fast die ge-- samte tschechische Parteipresse ausgesprochen. Die kommunistische Linke bat nun am folgenden Tage eine Sonderkonferenz in Prag abgehalten, die die Parole ausgab', daß der Parteitag am 28. und 29. Oktober abge- halten werden müsse. Sämtliche Organisationen der Partei wurden aufgefordert, trotz des Beschlusses der Partei- konferenz den Parteitag zu beschicken. Das bedeutet eine offene Kampfansage an die gesamte Partei und den Be- ginn der Spaltung, den die kommunistische Linke planmäßig angestrebt hat. Die Einheit der mächtigen tschecho-slowakischen Sozialdemokratie, die gegenwärtig 800 000 Mitglieder zählt, wird in frivoler Weise in Stückst geschlagen.-ichj 1 Während so die Zersetzung innerhalb der Arbeiter» bewegung um sich greift, erhebt die bürgerliche und klerikale Reaktion immer kühner ihr Haupt und ruft nach der eisernen Hand, die die Leitung der Republik übernehmen soll. Dieser erstarkenden Reaktion steht die Arbeiterschaft jetzt mit zerrissener Front gegenüber. Statt den Abwehr- kantpf gegen Rechts zu führen, wird in fanatischer Verblen- dung der Richtungskampf innerhalb des Proletariats ge- schürt, der nicht nur die Einheit der Partei bedroht, sondern auch die tschechischen Gewerkschaften vor die Gefahr der Spal- tung und inneren Schwächung stellt. Um die Parteiprefse Prag, IS. September. „Stare Pravo Lidu* teilt mit, daß ihm auf Einschreiten der recht»- sozialistischen Parteileitung gerichtlich verboten wurde, den Titel „stare Pravo Lidn", Zentralortzan der tschechoslowakischen fozla- listischen Arbeiterpartei, zu sühreu, und daß eS deshalb von morge» an unter den Namen„lftude Pravo"(RoteS Recht) erscheinen werde. Die Arbeitslosigkeit Die Zahl der Erwerbslosen hat erschreckenden Umfang an-' genommen. In Hunderttausenden von Arbeiterfamilien herrscht schon seit Monaten Hunger und Elend, Unterernäh- rung und bange Sorge vor dem kommenden Tag. Die Regierung aber sieht dem untätig zu. DieNotder Arbeitslosen steigt unausgesetzt, es geschieht aber so gut wie nichts, um sie zu verringern oder gar zu be- seitigen. Die Erwerbslosenunterstützung reicht kaum hin, um das nackte Leben zu fristen. Die Arbeitslosen sind nicht einmal imstande, so viel an Nahrungsmitteln zu kaufen, daß sie ihren Hunger stillen können, geschweige denn, daß sie in der Lage wären, sich mit Kleidungsstücken zu versehen oder gar an einen Ersatz des Hausrates zu denken. Und der Winter steht vor der Tür! Die kalte Jahreszeit beginnt, die die Leiden der Erwerbslosen noch vervielfachen muß. Die Regierung tut nichts. Sie droht den Er- werbslofen mit Maschinengowehren, wenn sie in ihrer Verzweiflung, in ihrer körperlichen und seelischen Er- schöpfung, zu Mitteln greifen, die nicht ganz der bürgerlich- kapitalistischen„Ordnung" entsprechen. Will die Regierung, wollen die büigerlichen Parteien, wollen die staatlichen und polizeilichen Behörden solange in ihrer Untätigkeit verharren, bis die Verzweiflung der Ar- bettslosen alle Dämme dieser„Ordnung" durchbricht? Wir oerlangen, daß sofort dieser Tatenlosigkeit ein Ende gemacht wird! � Die Erwerbslosenunterstlltzung muß so erhöht werden, daß der Arbeitslose vor jeder Not geschützt wird. Es muß Vorsorge dafür getroffen werden. daß die Erwerbslosen dem Winter ohne Sorge entgegen- sehen können.' Das sind aber nur Aushilfsmittel. Die Arbeitslosen wollen keine Almosen, sie wollen arbeiten. Daher muß endlich vorhindert werden, daß die Unternehmer aus Sorge nm ihren Profit die Betriebe stillegen oder die Pro- duklion einschränken. „Rur Arbeit kann uns retten", so ist tausendmal von. der satten Bourgeoisie der Arbeiterklasse zugerufen worden. D i e Arbeitslosen wollen Arbeit. Nun muß dafür ge- sorgt werden, daß dieses Wort keine hohle Phrase bleibt, sondern unverzüglich in Erfüllung geht. Darum noch einmal, bevor es zu spät ist: es muß dafür ge- sorgt werden, daß den Arbeitslosen ihr Recht wird! >er geschäftsführend« Ausschuß der Berliner Partei» leiiung der U. S. P. D. hat sich in seiner am Freitag, den lS. September stattgefundenen Sitzung mit der Aufforderung der Kam- Mission der Er wcrbolusenräte'zwecks Beteiligung an einer am Dienstag, den 21. d. M., vormittags II Uhr, im Beilinsr Lustgarten stattfindenden Demonstration befaßt. Nach aus. giebiger Aussprache, in der die von der Kommission der Erwerbs- lojenräte aufgestellten 11 Punkte eingehend erörert wurden, ist der geschäftsführende Ausschuß zu dem Resultat gekommen, einc Beteiligung an der von der K. P. D. und K. A. P. mttarrailgier- ieu Demonstration abzulehnen. Wenn auch di« dereit» er- wähnten 11 Punkte eine Reih« von Forderungen enthalten, die auch die Unabhängig« Sozialdemokratie unter allen Umständen gutheißt und uiltcrstützt bzw. schon seit langem verfochten hat, so Spätsommersonne Ein sonniger Spätsommertag und Sonntag dazu. Wen lockt es da nicht hinaus? Weiße Wolken wandern am blauen Himmel. gleichsam als Wegweiser für di«, die noch in den dumpfen Stuben hocken. Mich zieht's zum Lustgarten, dem erst die neue Zeit zu wirk- licher Bedeutung verhelfen konnte; er ist doch oft der Schauplatz so mancher stürmischen Versammlung und schon mancher politische und gewerkschaftliche Kampf wurde hier ausgefochtrn oder hat hier seinen Anfang genommen.— Heute aber soll der Lustgarten Kunststätte sein. Nicht Militärkonzert steht auf dem Programm; das gehört ins wilhelminische Zeitalter und mit ihm in die Ber- gangenheit, hinter der wir gern»inen Schlußstrich ziehen. Das edelste aller Instrumente, die menschliche Stimme, soll heute hier zum Herzen des Volkes dringen. Und ich lausche und mit mir tausende von Menschen. Dicht ge- drängt stehen Männer und Frauen. Greise und Kinder; alles ist hierher gekommen, um für eine Stunde einmal Freude und Er- Hebung im Gesang zu empfinden. Und weithin schallen sie über den großen Platz, die alten, immer wieder schönen Volksweisen. Lieder aus der Heimat und vom Frühling, Lustiges und Ernstes. — Große Stille ringsum, kein störender Laut unter den Men- schen; wahrlich, andächtigere Hörer konnten sich auch /im Konzert- saal nicht zusammenfinden. Begeistert lauscht die. Menge und selbst der Lärm, den die Verkehrsmittel verursachen, wird über- hört und ist vor dem, war hier geboten wird, gleichsam in weite Ferne gerückt. Wen sollte auch so hehre Kunst nicht ergreifen? Wem ging es nicht wie neues Hoffen durch das Herz, als die wuchtigen Freiheitslieder, von 100 markigen Männerstimmen gesungen, wie eine berauschende Fanfare machtvoll durch die Lust ertönten?— Freundlich schien die Sonne vom Himmel und da ging wohl jeder erwärmt und„Sonne im Herzen" nach Hause, als auch der Chor noch, mit der Sonne wetteifernd, es mahnend den Menschen zurief. i Heil dem Mann«, der des edelsten Werkzeugs sich bedient, gute Kunst dem Volke zu bringen und ihm so Freude und Erbauung in schwerer Zeit zuteil werden läßt! Heil auch den Menschen. die nicht müde sind, nach harter Tagesarbeit noch den Gesang zu pflegen und so am geistigen Wohl ihrer Brüder und Schwestern hauen helfen! Volkübiihnenkonzert. Edwin Fischer wird im ersten Bach- Konzert der Volksbühne, das am Sonntag, den L. Oktober. sind darin doch eine Anzahl Punkte enthalten, zu deren Verwirk- lichung und Durchführung wir im gegenwärtigen Angenbiick un- sere Hand nicht bieten. Dazu gehört vornehmlich die sofor.ig« Wahl von politischen A r b e i t er r ä t e n. Die parteipoliti- schen Ansichten der Unabhängigen Sozialdemokratie über das, was in der gegenwärtigen politischen Situation gefordert werden muß und erreicht werden kann, gehen mit denen der K. P. D. und K. A. P. D. nicht konform. Die Berliner Parteileitung der U. S. P. wird es sich nach wie vor angelegen fein lasten, alle Vor gänge auf politischem und sozialem Gebiet« eingehend zu beobachten. und insbesondere den vor dem außerordentlichen Kriegsgericht gegen die 24 in Weißensee verhafteten Eenosten angestreng- ten Prozeß zu oerfolgen, um im gegebenen Augenblick ihre Maßnahmen zu treffen. Der Geschäftsführend« Ausschuß. I. A.i Paul Schindler. Ar Aus dieser Erklärung geht hervor, daß die U. S. P. an der in der„Roten Fahne angekündigten Demonstration nicht b e t e i Ii g t ist. WTB.©cell«, 18. September. Wie un» au? dem R.'ilbSarbeitsministerivm mitgeteilt wird, ist die Gesamtzahl der unterstützten Erwerbslosen i» der Zeit vom 15. August bis 1. September 1020 tu dem gleichen Nmka- ge gewachsen wie in den ersten Augustwochcu. Die Zunahme der Er- werbSlosenzahl ist indessen erheblich geringer als im Monat Juli. Die Zahl der weiblichen Erweibsloseu, die bereit« In den erste» Augustwochen um etwa lOOd zurückgegangen war. hat weiterhin eine gering« Verminderung erfahren, wäbieud die Zahl der männlichen Erwerbslosen lm gleiche« Berichtsieäraum nm etwa 8000 tu«- nommen hat. Nach den amtlichen Fesistestunge» betrug die Zabl der männlichen ErwerSlosen am 1. S>plcln!>er 31250(5, dec wei blichen Erwerbslosen 107279. also insgesamt 419 785, gegenüber 41 1605 am 15. August und 408878 am 1. August 1920. Zu den ctqe»ltchen Erwerbslose« komme» 887815 Famtlieuaugehörtge, dio als Zusci/agS- empkäuger unterstützt werden. Die Gesamtzahl der unterüützien Erwerbslosen entspricht etwa dem Stande von Aufaug Februar d. IS. Transportsperre wegen Kartoffelnot Aus Fraukfart wird gemeldet, daß eine Konferenz der ge« werkfchaftlichen Organisationen der Proojn, Heise»- Nassau und de» FrelstaateS Hesse» nach mehrstündiger Beratung beschlösse» hat. zur Sicherung der Karioffelversorgung die Tran»- portsperr« vom 36. September ab über da« Gebiet»u verhängen. Die Sperre soll sich ans Eisenbahn, Schiffahrt und auf den Landweg erstrecken, und zwar auf alle Karioffelmengeu, die a«S dem Erzeugergebiet ausgeführt werden sollen. DteserBeschluß ist nicht frei vouvedenko«. Er stellt die Abschueidnng von Ueberlchnßgebieten dar, �dtc. wenn sie überall nachgeahmt würde, die Schwierigkeit der Versorgung in den großen BedarfSgebtcte« in Rheinland- Westfalen, Sachsen und verlin»och wesentlich größer macheu würde, al« sie ohnehin werden. Die Schuld für diese eigene Aktion der Arbtiterschaft trägt ober dt« Regierung, Alle» Warnungen zum Trotz hat sie die freie Wirtschaft für Kartoffel» mit außerordentlich starkem Preis- anreiz geschaffen, so daß eine unerträglich« Notlage der Masse» sich herausgestellt hat. die die Arbeiterschaft zu dem Gedanken der Selbsthilfe gebracht hat. Es ist deshalb dringend»oiweudtg. daß. wie wir neulich schon dargelegt haben, ein« wesentlich« Herabsetzung d«S Kartoffelvretse» behördlich angeordnet»nd die AbUeferuvg zu diese« Preisen erzwungen wird. Die Stellung der Organisationen Gegen die Bedingungen sEigone Drahtmelduug der.Freiheit*1) Zwickau, 19. September. Der BezirkSpartettag Plaue» lehnte nach einem Referat und Koirelerat di« Bedingungen zum Anschluß au die 3. Internationale mit 176 gegen 87 Summen ab. Für die 3. Internationale TU. Fiianbfurt/Main, 19. September. Der.Frankfurter Zeitung' wird au» Stuttgart gemeldet Die Stulkgarter BertraueuSleiite der Unabhängigen nahmen gestern mit etwa Mehrheit e.ne Ettläruug für den-Auschlub an dte dritte Znternaltonal« an. Aach Meldungen au« Jena hat sich die doitlg« Ortsgruppe der Unabhängigen rbensalls mit überwiegender Mehrhett für den A n s ch l u ß an die diitte Internationale ausgesprochen mittags;.$12 Uhr. im Theater am Dülowplatz stattfindet, die D-Dur Suite dirigieren und die Klavierkonzerte in D-Moll und F-Dur spielen. Das mitwirkende Kammerorchester wird von Mit- gliedern der Staatsoper gebildet. Kcktten zu 8 M. einschl. Kleider- ablage sind in der Volksbühne und in den bekannten Verkauss- stellen zu haben. „Jedermann" im Großen Schau- fpielhaus „Zedermann", ein Spiel vom Sterben e, reichen Mannes, er neuert von Hugo von Hofmannsthal, wird jetzt im Großen Schauspielhaus von Max Reinhardt zele- briert, nachdem er es vor dem Salzburger Dom zu dem suggestiven Eindruck gebracht hatte, der hier schon beschrieben wurde. Auch die geschworenen Gegner, die dad Arenatheater in einer Flut von Gift und Galle zu ertränken suchen, werden zugeben müffen, daß gerade dieses mittelalterliche Legendenstück mit seinem volkstümlichen Einschlag und seinem feierlichen Gepränge in keinem Theater sich hinreißender auswirken könnte, als in dem katheoraltschen Riesenraum des Großen Schauspielhauses, wo es schon einmal vor Iahren in der Zirkus-Schumann-Zett dem Regisseur Reinhardt eine Stätte zu mächtiger Entfaltung bot. Die jetzt Poelzigs Kuppelbau um jeden Preis zum Kino verdammen möchten, sahen ihn nun erst zur Kirche werden. Frcilick kann man sehr zweifeln, ob uns diese religiös drapierte Kunst(oder diese künst- lerisch drapierte Religion) Erlösung von dem Uebel bringt. Die Stäupung und dt« Läuterung der Mammonoseelcn, der Glaube und die guten Werke müssen doch ganz, andere Züge tragen, wenn st« uns heute im harten Vesreiungstampfe der arbeitenden Mensch- heil mehr als eine in Himmelblau und Gold getönt«„Grbauungs- stunde" sein soll. Hier könnte an Stell« des Aufwands lieblicher Engel und geschwänzt bocksksiniger Teufel vielleicht einmal ein proletarisches Zukunftswert iin Chor und Sturm der Massen ein» herbrausen. Im zeremoniellen Rahmen des mittelalterlichen Stils hatte die Kunst Max Reinhardts wu'idervolle Bilder erstehen lassen. Der Reigen zum Feste, das Mahl der Prasser, die transparente Grab- legung waren Szenen, die nicht nur die Schaulust befriedigten. Am höchsten schwang sich M o i s s i von irdischer Lust und Leichtig- teit durch erbleichende Angst zu iubrünstig übersteiglicher Selig- teil. In der Doppelrolle von Tod und Teufel umkreiste ihn di>: wilde Kraft Werner Kraus'. Dann hoben sich im Kontrast stark Der Iahreskongreß der französische« Partei TU, Gens, 19. September. Der Aerwaltungsausschuß der sozialistischen Partei Frankreich« hat den regelmäßige» Iahreskongreß der Partei au? den 12. Dezember sestgesetzt. Der Ort der Tagung ist noch nicht bestimmt. Dieser Parteitag wird über den Anschluß der französischen Sozialisten an die Moskauer Zuternationale Be« s ch l u ß lassen. Der drohende Streik in England HR. L o» d o n, 19. September. Die Bergarbeiter haben heut« ein« öffentliche E r k l ä« rung erlassen, durch di« bewiesen werden soll, daß«ine Lohn« erhöhn ng von 2 ShMtna berechtigt ist. Die jetzige Lage läßt erwarten, daß ein Streik unvermeidlich ist, wenn nicht beide Seiten Nachgiebigkeit zeigen. Es wird mitgeteilt, daß die Negiernng nicht di« Absicht hat. ihren Standpunkt auszugeben. Ein Schiedsgericht und ein« Untevsuchung müßten vorerst stattfinden. „Daily News" meint, daß Hern« sich irrt, wenn er oerlanat, daß die andere Seite in allem nachgebei: müsse, ohne daß er selbst von seinem Standpunkt abgeht.„Daily Heralv- Nagt, ob die Regierung einen Streik wünsche, und stellt fest, daß die Lage ernst sei.„Daily Expreß" ist der Ansicht, daß die Forderung nach höheren Löhnen berechtigt ist. HR London, 30, September. Wäbrend in ber Kohienkris» noch keine weieuüich« Aendenivg er« sichüich ist. glaubt man, büß die Vcrlreier der Bergakb°itei im Parlament, die jetzt ihre Wadtbezirke besuchen, nm mit deu Orpaoi- totionen Rücksprache zu nehmen, in der Konlereu, am morgigen DieiiStag e»vas mehr nachgeben werden, so daß die Lohn oiderungen nickt heiviUtgt zu werden brauchen, ohne daß sciiens der Bergarbeiter vorher gewisse Garantien süc eine erhöh'« Eizengung ge eben worden sind..Wcekty DiSpatch' meint daß die Regiernna dann den Boilchiag machen werte, die Lohufroge einem Sondecgericht zu überweise», das binnen kürzester Frist entscheiden soll. Fortsetzung der Verhandlungen London, 20, September. Die Pei Handlungen mit den Bergarbeitern werde« heute wieder aufgenommen werden Die Regierung wird ein besonderes Schiedsgericht zur Beraluug der LohneihöhungSforderung ernennen. Industrielle Krise in Belgien Brüssel, 18. September. Nach dem„Peuble" wird die Krise in der belgischen Leinenindustrie von Woche zu Woche schlimmer. Mehr als 6909 in den neun bedeutendsten Fabriken beschäftigte Arbeiter arbeiteten nnr 99 bis 49 Stunden die Woche. Insgesamt feierten etwa 7099 Arbeiter, während 5499 normal beschäftigt seien. Wie die Blätter melden, haben die Utbertagsarbetter der Kohleagrnbe» de, Borinage am Mittwoch di« Arbett niedergelegt. Man fürchtet, daß die Untertagsarbeitrr sich ihn«» bald anschließen weiden. Die französische Präsideutschafts- kandidaLur Paris, 19. September.» ritt« Kundgebung zugunsten eines der- ihren.- der niemand anders als Leo» Bourgeois fein wild. veranstalten werden. Auch i« den Wandelgänge« der Kammer hält man e8 Für wünschenswert, daß die Kandidatur M i l l c r a» d ausgcstelet werde, da sie die einzige zu sein scheine, die fast sämtliche Etimmeu auf sich vereinigen lönne. Die Haltung der Sozialisten Pari», 19, September. Die di«.Information'«eldet. teabsichttzeii die Sozialisten der Kammer, den Abgeordnelea Levas a!S Zählkaudidaten für die Präsidentschaft der Republik auszustellen, Günstiger Stand der finnisch-russischen Friedensverhand« lu.rgen. Aus kieliingfors wird Stockholms Dagblav lelegrapyierl, die entscheidenden Vollsitzungen in Doipat würden am Montag oder Dienstag staltfindeu. Es unierliege keinem Zweifel, daß der Friede zustande kommen werde. Fia»la»d habe in dezug auf OftiarAien iiachgegebeu und verlange nnr di« größtmögliche Autonomie. Die BSise sei bereits von der FriedcnSauSiicht angeregt, gegeneinander ab Johanna Termin, die Frau in lockender Vuhljchaft. und Margarete K u p f e r. des Schuldknechts Weib al- mißhandelte« Arbeitstier. Heinrich George in der scheußlichen Fratze des Mammons und Thea Maria Lenz im Glänze milden Glaubens(mit dem man den Kapitalismus aber nicht besiegt). Di« Stimmen von Raul Lange und Gertrudt Gysoldt schwebten hell und hoch im Raum, durch den am Ende selbst hier ungewohnte Veijallsstürm« brausten. Erleb Boron. Im Deutschen Opernhans« in Charlottenburg wurde Sonnabend „Stradetla" in einer nur mittleren Aufführung gegeben, die aber den Beisall fand, der dieser immerhin reichlich verstaubten Spieloper Flotowo durch alle die Jahre hindurch beiin Publikum treu geblieben ist. Im Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater wird jetzt mit unver- mindertem Erfolg, mit Else Balzer in der Titelrolle und andere» tüchtigen Operettenkräften,„Hoheit die Tänzerin" ge- feben. die vom Thaliathcatcr dorthin übergesiedelt ist.— Im ihaliath-eater wird an Stelle dessen jetzt„Der dumme Franzi" gegeben, ein bäuerlich eingewickeltes Singspiel mit der Musik von Robert Winterbera und dem Text von Rein- hold Bruck, der im Siahmen des staatlichen Schauspielhauses Besseres zu leisten vermag. Staat»op«r. Der abgeänderte Spielplan der Woche lautet ent- gegen der ursprünglichen Ankiindiguna: Montag..Boheme", Dienstag„Tiefland". Miltwoch„Mgdam Butteifly", Donnerstag(außer Abonnement) neninszeuiert„Tristan und Isolde'", Freitag„Bohöme", Sonnabend„Jüdin", Sonntag„Ezrmen", Montag„Ein Maskenball'. Vehrfilmkursus. Ein Lehrgang über das stehende und laufende Lichtbild als Bildungsmittel wird vom Zentralinstitnt sür Erziehung und Unterricht. Berlin W3S, Potsdamer Str. 120, für Vertreter von Staats- und städtischen Behörden oder Vereiniaun- gen, di« Lichtbtldvorführungen einrichten wollen, für Lehrer, Iugcndpslegcr und Freunde des Lichtbildwesens vom 4. bis 9. Oktober veranstaltet. Auf dieser Dildwoche werden durch Bor- träge, Filmvorführungen, Ausstellungen die Fragen der Technir, Methodik und Organisation des belehrenden Lichtbildes und des Jugendunterhaltuiigsfilms behandelt. Wilhelm VSlsche spricht zur di.Sjihrigen Eröffnungsfeier de- H» ul d o l d t- H o ch s ch n l e am Sonntag, de» 28. September» mittag» 13 Uhr in der Hochschule für Musik, Fasaneustraße 1. über „Alter. Tod und Berjünaung in der Natur. Starten zu 4. g und 9 Mark. Vorlesungsrerhe»»fw. begluaeu aa 11. Oktober. Der parierte Protest Um den sozialistischen Stadtschulrat mi»ie Deutschnationalen habe» es sich zur Aufgabe gestellt, eine Mk ö�tze 0eÖtn die Wahl des Genossen Dr. Löwenstein zum �oerschulrat zu veranstalten. Welche Formen diese Hetze ange- «ommen hat, beweist die Tatsache, daß von ihnen die Versamm- "ing am Donnerstag im Lehrervereinshause, in der Genosse Löwen- «m vor Berliner Lehrern sprechen sollte, gesprengt wurde. Die Ärgerliche Presse heulte Freudentränen über diese Heldentat. wan konnte also noch manches erleben, wenn diese Art Propa- «anda weiter getrieben werden sollte. Und sie sollte gesteigert «erden. Zu diesem Zwecke hatte die Deutschnationale Volkspartei. Deutsche �olkspartei und auch Zentrumspartei für den gestrigen Sonntag Srrtze öffentliche Protestversammlunaen gegen den unabhängigen vtadtschulrat Genossen Dr. LSwenstein nach dem Zirkus Busch, oen Prachtsälen des Westens, Kammersälen, dem Kriegervereins- yaus und nach der Brauerei Königstadt einberufen. Die Veranstalter der Versammlungen. Mucker und antisemitische Vakenkreuzler, forderten in ihren Versammluugsaufrufen die «lassen auf. in den Versammlungen zu erscheinen. An der or- Zeltenden sozialistischen Bevölkerung Berlins lag es nun. den Antisemiten und Muckern zu zeigen, wo die Massen der Berliner Bevölkerung stehen. Und die Massen kamen, aber nicht wie er- «artet, um Hurra zu brüllen,„Deutschland, Deutschland über °ues" zu gröhlen, um sich monarchistischen und antisemitischen Un- ltoii anzuhören, sondern um für den sozialistischen, freigeistigen �sadischulrat zu demonstrieren. Die von den reaktionären Par- ««eft einberufenen Versammlungen gestalteten sich sämtlich zu ge- wältigen Kundgebungen für Genossen Dr. Löwenstein. Die Deutschnationalen hatten nach dem Zirkus Busch aufgerufen. Bereits um 9 Uhr standen Hunderte von Arbeitern jwr dem Versammlungslokal und warteten auf Einkasi. Um Uhr war der gewaltige Bau des Zirkus bereits bis auf den Mton Platz gefüllt— aber nicht von Deutschnationalen. Uls jPat« kleine Häuflein von Hakenkreuzlern und Jünglingen, ge- iwmiickt mit monarchistischen Abzeichen unter Absingen des Liedes »Deutschland, Deutschland über alles" in die Manege marschierten, Vlittierten die Anwesenden sofort mit der„Internationale". Es war»in Bekenntnis!„Deutschland, Deutschland über alles" ging uuter in der„Internationale". Die Handvoll Deutschnatwnaler war äusserst angriffslustig. "einzelne versuchten ihrem Geschimpfe mit Stocken und Knütteln Nachdruck zu verleihen, wahrscheinlich nach dxm Rezept von �nuppcl-Kunze. jedoch zu ihrem Nachteile, sie zogen den Kürzeren anbei. Die Schuld an diesen Szene» trifft die Hatenkreu.,ler. Die provozierenden schwarzweissroten Abzeichen und Hakenkreuze Äugten abgelegt werden, wenn nicht, dann half eine schwielige "urbeiterhand etwas nach. Zu schwereren Zusammenstössen kam es wer im Zirkus Busch nicht, trotzdem sich das Häuflein Antisemiten Vorgenommen hatte, die von Genossen besetzte Bühne zu stürmen. Dag löbliche Beginnen zeitigte einige zerbeulte Hüte. Die Sicherheitspolizei war mit einem starken Kom, Wando süsser hundert Mann) unter der Führung eines Majors auf dem Platze erschienen. Unseres Erachtens war sie vollkommen überflüssig. Sie verursachte lediglich eine gereizte Stimmung der Anwesenden. Einige Polizisten und Offiziere stellten sich rückhalt- ws auf die Seite der Deutschnationalen. Diese Herren durften in *llen Gängen passieren, Arbeitern wurde es verboten. Sonderbare "usfassuug über das Wesen einer öffentlichen Versamlung. Eine �»dringliche Instruktion wäre einzelnen Beamten dringend von- Voten. Sie werden von der Allgemeinbeit der Stenerzahlen be. tehtt und haben sich im Dienst in politischer Beziehung vollkommen »outral*» verhalten. Der Fiibrer der Polizisten, wie bereits erwähnt ei» Major, er« [ssiff das Wort und führte etwa folgende» aus:.Der Einberufer «er Versammlung, der für den Tag das Hausrecht für den Zirkus bat, hat den Antrag bei mir gestellt, für dt« Räumung des Lokales Torge zu trogen, da er nicht mehr. für Ruhe und Sicherheit sorgen mnn. Da es mehrfach zu blutigen Schlägereien gekommen ist. »»d Ruhe und Sicherheit gefährdet und ich fordere die Versammel- te» auf. den Zirkus sofort zu räumen." Ein tausendstimmiger Protest war die Antwort. Di« Deutschnationalen forderten nun- tnehr die Räumung des Zirkus durch die Sicherheitspolizei. Als der Major kluger Weife davon aber Abstand nahm, hatte er sich alle Sympathien bei den Hakenkreuzlern verscherzt. Wenig Wnneichelhafte Drohungen wurden ausgeflossen wie„Feigling. »Strolch" usw. und ein führender Deutschnationaler sagte sogar: »Bringt mal den feigen Major her. dem schlage ich den Schädel «>»." Interessant ist, dass Sicherheitspolizisten diese Drohungen wit anhörten. ,,,,. Als etwas Ruhe eingetreten war. ergriften nach ordnungs- lässiger Bureaubildung die Genossen S ch« e i d t, R» e b e l i n g. Ai a a h, Ostrowski und andere das Wort. S,e wiesen auf die Ursachen der christlichen, antisemitischen und deutschnationalen Petze gegen den unabhängigen Stadtschulrat hin. Die Mucker und Bealttonäre wollten es unter allen Umstanden verhindern, dass an ihrem Privileg in der Schule etwa» geändert werde. Weiter '»Uten die Kinder in der Schule verdummt und verhetzt werden. Sie fürchten mit Recht, dass in dieser Frage Genosse Löwen- Kein mit eisernem Besen dazwischenfahren wird. Dem Ent- »ustungsrummel der Mucker und Hakenkreuzler sei die Fordenlng der Mehrheit der Berliner Bevölkerung nach«mer freien Schule T-genüberzustellen. Unter allen Umständen halten die Berliner Arbeiter und Sozialisten an der Wahl von Genossen Dr. Löwen- _ DiJstArmtsch« Zustimmung d« Versammelten bewies die Rich- iigkeit der Ausführungen. Einig- V-rsammlungsstörer und Zwischenrufer, sowie hysterisch« Lehrerinnen wurden kurzerhand an die frische Luft gesetzt. Auf der Bühne war öfters Gedränge und einig« Hakenkreuzler sielen dabei von der Buhne in dre Manege, �Zum'Schlüsse" der� Bersammlung fand»achstehende Resolution DÄT Busch versammelten Männer und Zräuen erheben den schurssten Protest gegen die Machinationen Reaktion anlässlich der Wahl des Genossen Dr. Löwenstern Lehrer und der rhalten, �weltlichen Schule. vie Versammelten werden sich mit allen Mitteln für den Stadt- »lrat Dr. Löwen st ein einsetzen und unter Umständen den mpf aufnehmen." lnter Absingen des..Sozialistenmarsches" schloß die eindrucks- le Massenkundgebung. Im Kriegervereinshaus Bor Eintritt in die Tagesordnung oerlangt« Genosse Urich zur lchaftsordnung das Wort, welches ihm vom Versammlungsleiter larrlich verweigert wurde. Dieser unerhörte Bruch der Ge- tftsordnung durch den Leiter der Bersammluna erzeugte eine «e Erregung der von etwa 1509 Personen besuchten Bersamm- 'ß. so daß der volksparteiliche Referent die wiederholte Abstcht Ivreche». aufgeben mußte. Genosse Urich oersuchte nunmehr des -«n zur Eelchäktsordnuna zu sprechen, wurde jedoch immer -der durch die Glocke des Versammlungsleiters daran gehindett. «ch diese offenbare Provokation erreichte die Erregung der Ver- Unlung ihren Höhepunkt und es wurde versucht, zur Bühne zu ----gen. Hierauf schloß der deutsch-vollsparteiliche Held die Sammlung. »unmehr wurde aus der Mitte der Versammlung heraus ein «au gewähl». Sodann kennzeichnete Genosse Urich«n treffen- -Watten die veraewaltigungsmethode der Volksparteiler [w« eine andere Meinung nicht bören wollen, weil die Wah,.' ' chnen unbequem sei. Er ging dtznn W Üler,«>»«« rTrH über die Tätigkeit unserer Fraktion im Rathaus zu gebe«. Kaum hatte der Redner fünf Minuten unter größter Aufmerksamkeit der Versammlung gesprochen, als die Sicherheitspolizei abteilungs- weise anrückte und im Saal Ausstellung nahm. Obwohl die Ver- sammlung jetzt unter größter Ruhe tagte, versuchten einige Heiß- sporne von der grünen Polizei, die Versammlung für aufgelöst zu erklären. Ein auf der Bühne befindlicher Beamter der Sicherheit»- polizei ging sogar dazu über, einen Störenfried von der Deutschen Volrspartel zu ermuntern. Die Auflösung der Versammlung mißlang zunächst an der mustergültigen Besonnenheit unserer Genossen. Inzwischen war jedoch das volksparteiliche Bureau wieder hinter den Kulissen er- schienen und redete heftig auf den Führer der Truppe ein. Das Ergebnis war schließlich, daß eine Vereinbarung getroffen wurde, den Saal zunächst zu verlassen, um sofort eine neue Versammlung anzuberaumen Da jedoch der Saal bisd und ei» Haten- krenz trng. den Saal betrttn wollie. erstand zwischen ihm rnid einigen jungen Leuten ein Wortwechsel der>chu. ssi ch in Tätlichkeiten ausaneie. Als der Gnberufer davon sprach, dass da» Büroertum gegen die rote Ueberwacht im Stadthaus eoerotsch F ont machen müsse, wurde er ausgelacht. Als der Redner sich weiter geg-n die Adstannnuno Nr. LöwensteinK wandte, durfte er nicht iveileirede» und löste die Versammlung auf. Während die Mitglieder der Deutschen Volks- part-i den Saal verließen, wurde ein unabh.rngigeZ Büro gewählt, das die Versammlung wieder für eröffnet e, klärte. Eiste Lthrenn. Fräuiein Beck, setzte sich stark für l)r. Löwenstein ein. dessen geplante Schulreformen sie in kurzen Zügen wiede gab. Schliesslich wurde folgende Entschließung angenommen: Die von der Deutscheu Volk»- Partei einberufene Versammlung erklärt sich mit der itanbilatnr Dr. Löwenstein« einverstanden. Die Veriammlung verlangt von dem »cugewähllen Stadtparlament nicht nur die Wahl Dr. Löwenstein«, sondern entsprechend dem Willen der sozialistischen Bevölkerung einen rein soztaltiliichen Magistrat." Die Versammlung i» de» Spichersälen war überfüllt. Auf dem Podium prunkte die Fahne Schwarz-Weiß-Rot. Nach Eröffnung wollte der Vorsitzende gleich dem Reichstagsabgcordneten Ebeling das Wort erteilen. Die Bersammluna protestierte hiergegen und verlangte, daß dem Referenten auch ein Korreferent entgegen- gestellt werde. Nach längerem Verhandeln wurde dieses genehmigt. Nun ergriff Dr. Ebeling das Wort und äußerst provokatorisch, in- dem er behauptete, daß die Deutschnationalen keine Schuld am fusamnienbruch Deutschlands haben, sondern die Seite, die den rieden oerlangt habe. Ferner sei die Arbeiterklasse verhetzt und ausgereizt durch gewissenlose Elemente, denen icdes Gottoer- trauen fehle. Die gesamte politische Verhetzung sei diesen Elemen- ten zuzuschreiben. Löwenstein trage tätigen Anteil an der Ver- hetzung der Klassen. Löwensteins Blicke seien nach Moskau ge- richtet, wo die Diktatur der Arbeiter gepredigt werde. Auch sei derselbe Jude, infolgedessen ungeeignet, die Jugend des deutschen Volkes zu erziehen. Dr. Ebeling machte noch einige Bemerkungen, worin er behauptete, daß Löwenstein nicht auf dem Boden der Verfassung stehe. Aus der Versammlung wurde gerufen, ob die über die Bühne gespannte schwarz-weiß-rote Fahne der Ausdruck der Verfassungstreue fei. Da« machen wir. wie wir wollen, war die Antwort. Bei dem nun entstehenden Tumult sprang der Vor- sitzende aus und schloß kurzerhand die B-rsammlung. nachdem Dr. Ebeling ungefähr eine halbe Stunde gesprochen hatte. Genosse Schiemann ersuchte die Versammlunasbesucher, ruhig im Saal zu bleiben. um auch die Gegenseite zu hören und in der anschließen- den Diskussion jede Meinung zum Ausdruck zu bringen. Die Ver- sammlung blieb, von wenigen Hakenkreuz-Zünglingen abgesehen, Ausammeu und Genofle Lthret Broese legte dar. daß gerade die Deutschnatlonalen durch ihre wahnsinnige Kriegspolitik die Schuld Lü-��Ü�Ä�ch tragen und belegte das mit eklatanten Bei- _______ Ji....---- u__ iwiuni.il daß JUI OOJUI» infpektoren, Schulräte usw. bis hinauf in die Ministerien der Geist des Hurrapatriotismus maßgebend zur Befähigung war. Auch fei Löwenstein Fachmann, der sich ein enormes pül onr*:rr-~<-''''" Si'TnZv Z. mute mtt Vertrauen dem wialistiscken « und erwarte auch tätige Mithilfe aus den � w Redner schloß unter stürmischem Beifall. w Diskusston ergriffen verschiedene Gegner rubi» � sachlich sprachen, wurden dieselben venosseBroes« ging in seinem Schlußwort aus . � des näheren cm und fertigte die Gegner glän- _ 1 Ü�nde Resolution wurde gegen wenige Stimmen an- 8»!$?!.? IL"Ilxt n0n Dausenden Proletariern des Groß-Berliner Mt-ns besuchte von der deutschen Bolkspartei nach den Pracht- «fS„Ü5 Westens einberufene Versammlung hat die reaktionäre, �11 Genossen Dr. Löwenstein in dieser Versammlung jun-chle gemacht. Di- gegen feine Eignung zu diesem Amt vor- alten Grunde lugen nur in der Richtung reaktionärer Schul- polltik. Das Proletariat wird mit allen Mitteln die Kandidatur des Genossen Löwenstein verteidigen und fordert zu seiner Unter- WMn de. Provinzialschultollegiums mit so- Nachdem Genosse Schiemann»och aufgefordert, sich von den im Versammlungsraum befindlichen Hakenkreuzlern nicht provozierei zu lassen, ging die Versammlung unter den Gesängen der Jnter- nationale auseinander. Die bürgerliche Presse schreit bereit» geter»nd Mordio über dies« KuiidgebnngenderArbeiterschiftund faselt von Terror undrotenBanden. Sogar Frauen seien mißbandelt worden. Wir sind i» der Lage, den Herrschaften eine« deutschnationalen Jüngling namhaft zn machen, der ohne jede Ursache im Zirku» Busch mtt einem Kunzeknüppel auf Arbeiter einschlagen wollte und deswegen von einem Krimnialpoliststen festgenommen wurde. Der Name de» hoffnungsvollen JünglingS, der bei feiner Festnahme wie ein kleine» Sind weinte und jammett», laut« Walter F i o ck. wohnhaft Suarezstr. lg, Mitglied der»in« wohnerwehr und Selbstschutzorganisation. Die Deutschnationalen könne« auf diese» weinenden jammernde» Heide» stolz sei». Zur LöttJensteiu-Hetze B. M. Den antisemitischen Lehrern und Elternbeiräte» folgen nun die Universitälsprofessoren bis herab zu Röllze und Wilamown;- Möllendorf. Unter dem Feldgeschrei„das Christentum ist in Gefahr" verüben diese sogenannten„Jugendcrzieher einen Hollen- radau. Sie übersehen in ihrem blinden Eifer, daß die Arbeiter- klaffe für diese Art von Polemik energisch dankt und diesen Uni- versttätslehrern die ärgste Mißachtung entgegenbringt. Mr wiesen schon vor einigen Tagen in dem Aussatz„Rebellion der Zwerge daraus hin, daß Genosse Löwenstein nch durch die Taufe, also durch Glaubensschacher, die größte Beliebtheit erkaufen konnte. Solche Fälle fi»d schon dagewesen. Einige besonders krasse Fälle möchten»ir den diversen Musterchttsten mal ins Ee« »öchtm z'ittickrnfen. Am 17. Juni 1789 wurde zu Köttingen David Mendel ge- boren. Er genoß eine strenge orthodor-israelitische Erziehung und sollte Rabbiner werden. Dte„göttliche Vorsehung" entschied an- ders. Mendel ließ sich taufen, wahrscheinlich aus—„Uebec- zeugung', kam 1813 als außerordentlicher Theslogie-Profcffor nach Berlin und starb 1850 als Oberkonsistorialrat und Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Inzwischen war aus David Men- del der christliche Johann August Wilhelm N e a n d e r ge- worden. Von diesem Juden ließ sich die fromme Christen- h e i t. darunter die Erzeuger von Rothe und Wilamowitz-Möllen- dorf Werke vorsetzen, wie:.Denkwürdigkeiten aus der Geschichte des Christentums und des christlichen Lebens", ferner „Allgemeine Geschichte der christlichen Religion und Kirche", und um der Arbeit des fleißigen Juden die Krone auf- zusetzen, veröffentlichte Erdinann anno 1864 Reanders„(5c- Richte der christlichen Ethik".— Aber weiter. Ein sehr naher Verwandter des Herrn Iustizrates Cassel starb vor etwa 20 Jahren als— Prediger an der Christuskirche! Als der königliche Meineidspfaffe Stöcker im Jahre 1878 seine Judenhetze im Berliner Eiskeller begann, trat ihm ein lüdi scher Kleinmeister, namens Elias Cohn, entgegen. Wenige Monate später war er getauft und finanziell ge- st ä r lt. Cohn soll als eifriger Kirchgänger verendet sein. Ein viertes Bild! Der geistige Nährvater aller Reaktionäre, eine Zierde des Preußiscben Herrenhauses, war der 1802 in München geborene Jude Oppenheim. Von ihm stammt das berüchtigte Wort:„Die Wissenschaft muß umkehren."— Auch er verschacherte seinen Glauben. Er hieß fortab Stahl und gab 1862 seinen Geist als Professor des Staats- und Kirchen- rechts und als Mitglied des evangelischen Oberkirchen- rates auf. Von diesem Juden Oppenheim-Stahl nahm das Honetie christliche Bürgertum u. a. folgende Werke dankbar an:„Ueber K i r ch e n z u ch t",„Der christliche Staa t",„Der Protestantismus als politisches Prinzi p". Es erscheint uns an der Zeit, den Heuligen Hetzprofcssoren und ihrem männlichen Altweiber-Klllngel die harten Tatsachen mal urkräftig um die Ohren zu schlagen. Vielleicht kom- men sie dann zur Besinnung. Falsche Anschuldigungen. Vor der Vochumer Strafkammer sollte sich ein Konditor aus Bottrop wegen der Behauptung verant- Worten, der Minister Severins habe für die Freigabe eines Waggons Schokolade 32 000 M. Schmiergelder erhalten. Vor Eintritt in die Haupiverhandlung gab der Angeklagt« die Er- klärung ab, er habe sich überzeugt, die Behauptung fei unhaltbar. Scvering zog daraufhin den Strafantrag zurück. Der französische Feldzug in Syrien. Nach einer Havas- m ldnng aus Bk>rut bat eine iranzösische Kolonne, die von General Gouraud in die Gegend von Damaskus entsandt wurde, nur dort die Rebellen zu bekämpscu, den Feind in die Flucht geschlagen, ungekäbr 200 Mann gelötet und Geschütze und Maschinengewehrs erbeutet Ein Unternehmerrüp?! gegen die Betriebsräte In welcher Form heute noch Unternehmer mit BetriedSrä'en, den gesetzlichen Verireicrn der Arbeiter,«u verkehren belieben, dasür ist Hcrr Wulff, Inhaber drr Firma Dammerich n. Co., Stuckgeschäft und Bi'dhame in Schönet) ig, Sachsmdamm 87, ein klaisisches Beispiel. Den BetttebsauSschuß ignoriert dieser Herr vollständig; er Schaltet dessen Mitwirkung bei Entlassungen aus und verweigert ihm >ie Einsichtnahme in die Äetviebsvorgönge. Durch Verträge mit seinen Arbeitern sucht er die Vertretung der Arbeitnehmer zu be- fettigen, und leider findet er auch Sklavemeelon, die sich ihm fügen. Für Versäumnisse des Betriebsrats, die dieser in seiner Eigenschaft als solcher hat. werden ihm Lohnabzüge gemacht Da? schönste j- doch ist. daß der Betriebsrat mft Echimpfworten wie„Lump verfluchter".. „Strolch", tituliert wird und ihm von Herrn Wulff„ein paar in die Fresse" angeboten wurden. Eine Mitgliederversammlung deS Bauarbciterverbande»(Sektion der Stuck- und Gipsbaiibravcht), beschäftigte sich auch mit dieser Angelegenheit und kam zn dem Beschluß, ihren Kollegen zur Pflicht zn machen, unter den obwaltenden Ilmständen die Arbeit bei der tttma«»zustellen. Man wird amieymen dürfen, daß anständige rbeitcr mtt einem solchen Unternehmer nichts mehr zu tun haben wollen. Di« KlngesteMen der Baiffeifen, Organisation, Berlin» Köpenicker Stiaße, befinden sich im Streik. Die Firma versilcht Neu- einftellnngcn vorzunehmen. Sie hat namentlich ihr Augenmerk auf" die Angestellten der jttiegSorganisalionen gerichtet, die wegen Abbau zur Entlassung gekommen sind. Eine Mitgliederversammlung deS Zentralverbanbes der Angestellten, Fachgruppe Kriegsorganisattonen, die von zirka 2000 Personen besucht war. hat am 36. September sich hiermit beschäftigt und nachluheride Resolutton einstimmig angenommen:»Tie heutige Mitgliederversammlung der Angestellte» des Zentralverbandes der Angestellten, Fachgruppe Kriegsorgaui« fattouen. spricht deu im Streik befindlichen Kosteginnen«ud Kollege» der Raiffeisen-Organtsatton, Köpenicker Straße, ihre volle Sympathio auS und fordert alle diejenigen Kolleginnen und Kollegen der Kitegs- organisationeu, die wegen vlbbau ansfcheiden, auf, unter keinen Umständen Slreikbrecher-Ardeit zu leiste», d. h. solange der Streik nicht beeudet ist, keinen Dienst bei der Raiffeisen-Orgauisation zu »ehmen." Ja der gleichen Versammlung wurde scharf gegeißelt. daß aof der eine« Seite die Minister im volkswirtschastlichen A"S- schuß»ud in den Zeitungen erklären lassen, daß Massenentlassunge» wegen Abbau der KriegSorganisatione» vermieden werden sollen, während gleichzeitig die unterstellte» Gesellschaften zu Massen- eullassnngen fchreilen. ES wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung benutzt die Gelegenheit. nun die Ocffentlichkeit darauf htnzu>veisen, baß dte Erklärungen der Minister im volkswirtschaftlichen Ausschuß. Entlassungen der An- gestellten beim Abbau der KriegSorganisatione« allmählich vorzunehmen und Massenentlaslungen zn vermeiden, vo» nachgeordneten Teschäftsletlunge» nicht befolgt werden.-~' geplant für hie ReichSgetretbestclle 1200, Krtcgsmetall A.-G. 80, ReichSfleischstcll- 60,-------.. Bei derartigen Massenentlassunaeu ist e» ausgeschlossen, daß auch nur ein kleiner Teil dieser Angestellten Unterkommen findet, und der wettau» größte Teil der ErwerdSlosen-Fürsorge, d. h. der Steuer- kraft der Allgemeinheit zur Last fällt. Dte Bersammluna bält es für volkswirtschaftlich richtiger, wenn statt der Massenentlassunge» eine allmähliche Verringerung des Pe.sonal» vorgenommen wt,b. d. h die Augestellten so lange mit den AbwicklnuasarbeUnr zu beschäftige». als sich die Erträgnisse der Arbeit mit den Unkosten ver- eindare» lassen." Gegen den Religionsunterricht in der Schule, für die Weltlichkeit der Schule. Die dem«nltur-Kartell Groß Berlin angeschlossenen Vereinigungen, dessen Vorsitzende Graf Area und .ichkett der Schule. Kinder und deren Eltern samwel» sich an de» noch bekanntzu- gebenden Stellen der einzelnen Siadtgege� den vo» Groß-Beriin und zuhm in geschlossenem Zuge zum Luft garten, woselbst an der Museumstreppe ein Lehrer und eine Lehrerin Ansprachen au die Kinder halten. An der Domtreppe werden Graf Area nud Adolph vofimaun gegen die religiöse Lüge sprechen. Der Abmarsch a» den Sammelpunkte» findet um 1 Uhr mittags statt, die Ansprache» im Lustgarten»m S Uhr. Bei der Hetze, die augenblicklich wieder gegen w, SüiUvicifm h« Schule bettiebeu wird. U'»d der Ivl�watir nd.« �üge. daß die Mehrheit der Eltern der Berliner Schulkinder eine christliche Erziehung derselben in der Schule wünschen, ist es dringend noiwendig. daß alle diejenigen, die auf dem Standpunkt der Welt- lichkeit der Schule stehen, sich an dieser Tcmonstration deteiligeu, um den Leuten etnmal vor Augen zu sühren, wie es in Berlin wirklich aussieht. Eine« schreekliche» Tod fand ein Motorradfahrer in Adlers- Hof. Am Sonnabend abend fuhr er. mit voller Kraft von Grünau kommend, nach Berlin und am Bahnhof AdlerShof beim dortigen Eisenbahnübergang in eine in Fahrt befindliche Lokomotive, die dort zum Rangiere» benutzt wird. DaS Motorzweirad wurde vollständig zertrümmert, der Fahrer zerschmettert. Die Körperteile mußten ae- sammelt werden. Der Tod war auf der Stelle eingetreten. Die Leiche konnte noch nicht identifiziert werden. Eine grobe Blutlache bezeichnete noch am Sonntag den Platz, wo dieser grauenhafte Un- fall sich ereignet hatte. Bon der Strofzenbachn überfahren und getötet wurde gestern nachmittag der 7 Jahre alte Schüler Rudolf Sydow, der bei feinem Pflegevater in der Jmmanuelkirchstraße 12 wohnte. Der Knabe ge« riet vor dem Hause GreifSwalderstr. 18 unter einen Straßenbahn- wagen und wurde so schwer verletzt, daß er schon auf dem Wege nach der Rettungswache in der Keibclstraße verstarb. Ausschluß van der Mehlbelieserung. Der Bäckermeister Wilhelm Richter, Schenkendorfstr. 4, ist wegen grober Unzu- verlässtgkeit und die Konditoreiinhaberin Paula Bickel, Kniprodestr. 1Z, wegen grober Verstöße gegen die Rationierungs- vorschristen von der weiteren Mehlbelieferung ausgeschlossen worden. Das Hotel Bristol, Unter den Linden, ist in der Rächt zum Sonntag von einem großen Brande betroffen worden. Die für das Hotel arbeiteude Tapezierwerkstatt brannte aus, irgendwelche Hotel- wohnräume wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Es konnte aber nicht mehr verhindert werden, daß angrenzende Teile des Seiten- flügelL von den Flammen, die an dem reichen Inhalt der Boden- kammern und einer Tapezierwerkstatt äußerst schnell Nahrung ge- fundeu hatten, ersaßt wurden. Das Dauerruder« de» Freien Ruderbundes Berlin findet am Sonniag.de» LS. September, ab vormittags S Uhr auf der 17 Km langen Strecke Bootshaus„Vorwärts�- Köpenick Rohrwalliufel und zurück statt. Die Meldungen sind recht zahlreich eingegangen und sind besonders im ersten und zweiten Vierer spannende Kämpfe zu er- warten. Diese Prüfung stellt au die Beteiligten wesentlich andere Anforderungen als die Regatta über 2000 Meter und entspricht anch mehr dem Charakter der Bundesvereine als Pflegestätten der Wander- rudcrei.— Abends erfolgt Bekanntgabe der Sieger in der Bockbrauerei mit anschließendem Tanz. Vorausfichtliches Wetter für Berlin und Umgegend am Dienstag. Zunächst überwiegend heiter, nachts kühl, am Mittag ziemlich warm, bei mäßigen südlichen Winden, nachher zunehmende Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. MUS den Organisationen >. Distrikt. Dienstag abend, 7 Uhr,! ösfeniliche Eltern- und Prateliversainm« lungen. Sur die 1. and 2. Ableitung in der Aula Bcrzmannstr. für die 3. und 4. Abteilung in der Aula Diessenbachstr. St. Iagssordnun!>:.DU' der Eltern beiiätc und die Schulreform"— Montag um II und Rcchtlosmachung_. 1 Uhr. Handzettelverteiten vor den Schulen. s. Dlftrllt. Dienstag, den II. September, abends 7 Uhr, bei schiveikardt, Alt« Jakabstr. 14, Sihum» der kommunalen kommigion. laaesordnung' Vortrag. 7. Distrikt. Die Fartsehung der Eeneralversammlung sindet am Dienstag, d-n II. d. Mts.. abends 7 Uhr, Königsbank, Er, Frankfurter Str. 117, staii. 8. Diltrilt. 3. Abteilung. Miltmoch, 6 Uhr. Schulaula, e-kertstr, 13, Ab- teilunasverfammlung. Wichtige Tagesordnung. 9. Digrikt. 1. Abteilung. Mittwach, den 22„ pünktlich 7 Uhr, Schulaula Olivaerstrabe. Äbteilungsoersammlung. Tagesordnung: 3, Znt> 11. Dibrikt. Sonnabend, den Ib., fjg Udr. in der Schulaula, Eartenhr IZ, Internationale. .....,»..... wwiti.uwv..v,.... w.,,.... u........ Earienbr..... Mozart-Abend, unter Mitwirkung von Dr. Felir Sllnther(einleitender Vortrag UN» Klavier), Jolanda Wiegenseld(Eesana). Senta Pineiie(Vialine). Eniiritt 1,50 M. und 0,15 M. Steuer'. Villett» bei den Funktionären «nd an der Abendkasse.— Die Abteilungen können ihre Lillett» vom Genossen Erler, Bckerftr. 43, abholen. II. Disirikt. Dienstag, pünktlich kifh Uhr, Aula, Greisenhagener Str. 10, Fort- sehung der Eencraloersammlung. 14. Distrikt. Dienstag, abends 1-7 Uhr, Fortsetzung der Mitglied« rrxrlamm» lung, in der Echulaula, Vochumer Str. Sb. Obue Mitgliedsbuch kein Einiritt.— Mittwoch, den 12., abend« 7 Uhr, kommunal« Kommission, bei Kaiser, Götz- kowskhstr. 34. 5. Wahlbezirk. Am!l. d. Mi»., abends 7 Uhr, d«i Gurek, Gr. Frankfurter Str. lt>, Sitzung der Stadt- und Bezirksräte. Reukölln. U. S. P.-Eltern der 13.(Seine mdeschnle, Donnerstag, 7 Uhr, Ver. Versammlung stattgesundenen Wahle«, Die Delegierie» der Metallarbeiter-S» neraloersammlung sind besonder» dazu«ingeladen. Di« Gruppenleitung. Achtung! Buchblnderoeetand. Mittwoch, den 22. September, nachmittags 5 W im crotztiz Saal dos Gewerkschafishauses, Engel-Ufer 15, Vieiteljahrs-Generalon' lainmluua. T.-O: 1. Quartalsberichi. I. Bericht über die Angestellienwahiu. >eri...„________—.....»p__________________-j,-,„ Kpchbiuderuerband. Miltwoch, 5 Uhr, im Wewer kschasishaus, Engeluser bd Vierteljahrs-Versammlung. Zu dieser Versammlung haben nur die gewayi«» Delegierten Zuiriii._... Zeniralrerbaud der Fleischer. Sitzung der Untergruppe der Betriebsräte d» Wirtschastsbezirks Eroh-Berlin, Dienstag, 7 Uhr, bei Schulz, Elisabethftr. 30. verband der Gastwirtsgehilse». Sektion 3. Eafeangestellte, Dienstag, 10 Ufr, Sektionsvcrsammlung, Cafe Stern. Oranienburger Tar.. :iecTi, z�'i-uniciiuaiyt-i-cui. verband des Post- und Telegraph« npersanal». Donnerstag, den 13. Septem»»-- - Hian-Sälen. R54, Saphienstr. 17-18(groger Sa»l>> sammiuna bei Tausendsreund, Steinmetzftr. 104.— Miiiwoch, don II., abends 7 Uhr, Bezirksversammlung in sämtlichen Bezirken Reuköllns, ausgenommen der S., lS. und Ii., in den bekannten Bezirkslokalen. Der 2l. Bezirk tagt Dienstag aüend fi'ch- Uhr' bei Heide, ÄUiftfU. 8. &-——- 1 e. � f CTO? Ii* �<4%>,»a, chO T M � �. Versammlung. wähl. �Bericht über di neue'Bczirksamtsbesetzung. Äinerses. Aussprache über die 3. Zniernaiionale. Mitgliedsbuch als Legitimation mitbringen, dient als Wahlausweis. Die Geschäfisuliuug. Britz-Bxkow. Heute abend i-8 Uhr, pünktlich Mitgliederversammlung im Gartensaal von Maier, Rosenseo. Tagesordnung: 1. Eeschäsilichi-. I. Dritte Internationale, Fortsetzung. Wilmerodors. Schmvigeudors, Grunewald. Milgiiederuerlammlung, Mittwoch. d-n II. d. Mts.. abend, 7 Uhr. Vikisria.Luile-'-chuI-, Ubiand-, Ecke Galteine, Strasse. Tagesoidnung:..Vartsitag und 3. Internationale/' Handzeiiel sind iMelWWW. der"Realschule Stubenrauchplatz. Dagesördnung: l. Di« Wahl der Delegierten zum Pmiei lag und zur Kreisgeniralvesiommlung. I. Diskussion übe: den An- schlug an die 3. Internationale. 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. !ahl lich in den Bürgerfälen Sitzung sämtlicher Funktionäre.____, Ni-derschönh-ulen. Mittwoch, den II. d. M., abends punkt. Uhr. Mitglieder- versammluna im Schlotz Schönhauscn. Tagesordnung: Die 3. I at e r n ai i 0 na l t. R-i-rent: K-nope SiWnger, Korreserent: Genosi« Schwenk. Ohne Miiqliedsbiich kein Eintritt. Die Vorstandssitzung findet am Dienstag, den It., bei Maltis, �Äeiiel��er�in-Buchholz. Mittwcch, den 22. September, abends 7!r> Uhr, bei Rosiek, Extrazahlabend. Die Moslaucr Bedingungen. Res.: Gen. Thomas und Niklaus. Vereinskalender «etrtetoräte«ad vertraa-nsleut«»er Uutergruppe 3. Auto-, Flugzeug-, Fahr- rad-Iuduftrie. Mittwoch. II. September, abends»1h Uhr. Lchulaula, Soppen. Platz Eruppenversammlung. Tagesordnung: 1. Bolkswirtschastlich« Kritik Uber die gegenwärtige Lage in der Industrie. I. Stellungnahme zu den in der letzten abends U-S Uhr, in de« Sopi.. � U.'�' B�kiUn G-sii-ietogehilse,. Mittwoch, vormittag 10 Uhr. Aunktionil» und Borfiandssitzung, Arbeiter-Bildungsschule,«rchicklersir. 5-0., Republitantsche» Führer-Bund, Bezirk 8(Zenirum). ausserordentliche D-zi«-' Versammlung, Mittwoch. II. September, 71- Uhr, Rasenthaler Str. U(Ros-»' ibaler Hol)— Bezirk II(Süd-Ostf, össentliche Versammlung, Dienstag, II. tember, 7 Uhr. Admiralstr. 18«,(Märkischer Hof). Touristen-Bere!» �ie Ratues»»»»«'"-------— tember. Lichtbildervortraz: Lyzeum-, Berliner Sir. 10. kommen.____.�.m, Sozloliftische Brolelarieej»««»» Eharlotteuburg. Dienstag, s Uhr, Bersapnn' lung im Bolkshaus, Rosinenstrahe. Lebensmittelkalender Schöueberg. Bis II. September Boranmelduug für 1!» Gr. Haferflochen(»0 11? tTtz N F lflff OH l? lül 6 wv) vir. vjnneTigiauPcn imj unu x � Cbailotienburg. 250 Gr. Fleisch, 40 Er. Butter, 150 Er, Schmalz, lB'Ii. näbrmiltel. Johannisthal.«om Fieitag, d-n It. d. Mts.. werden ourg-g-«� in den hiesigen Kleinhandelsgeschästen.«ach Zo4srkllNd«nl>sle, aus 0U�, «eine Lebrnsniiiielkarie, Abschnitt 08l �>0 Er. Eercalienmehl, Preis l. 35_■ Abschnitt f.82 500 Er. Volireis, Preis S.40 M. Bus Lebensmitielk-ni« � Kreises Teltow: Abschnitt 41 300 Er. Has-rslost-n. Preis 1.30 M. In der � meindeoerkaussliell«. aui allgemeine Lebensmiiiclkart«: Abschniii 083 Boot'" ausgäbe, Preis 3 R. Abschnrki 084 1 Päckchen, Sühstofs, Preis 0,50 M.___„ Beraniworilich fiif die Redaktion: Leo Liebschütz. Berlin-Friedenau. ti<' antwortlich für den Insaraienteil: Ludwig Komeriner, Karlshorst. � ? E m b Si. Berlin.— Druck der �,relheu Berlagsgcnosicnschasi Freiheit" e. G. m. b. Druckerei E. m. b. H., Berlin ... Berlin.— Druck der„Freiheit i. I, Breite Strotze 8-9. ..................................••••........................... •*........................................................... Ö Die„Freie Welt •:> %•; ist die illustrierte Wochenschrift :: des revolutionären Proletariats».7 Preis des Einzelheftes 60 Pfennig Wimmnummmmmmmmmmm TW» nid Pergoögiqe» mmmmmmmmmmmmm* Volksbühne «»/, Uhr: Götz voll SerWillW �ieucs Bvllistheitter Köpeniitze» Str. S8. ?>,, uhr- Nora Stäätstheatev O vernhau» 7 Uhr: Boheme Sch a uspi« lh aus 7 Uhr- Wmm HMel Diredlion! SNaix iNelnhaedt. Deutsches Mater 7 Uhr-«omeo und Julia Kammerspiele ■'!• Uhr i Büchse d. P-ud-ra Grow SchauspitlWs Karlstrahe Uhr: Danton 0, Abteilung, l. Abend) -/.s Cafino-Mater v.8 Zahn-Praxis Endter Nfls. Alvenvlebenstraße 21, 9lur 2 feste Brelfe Sig. 3'l, U.: Gebrüde» 3or« Kamrner-Tanzspiele Bülowstr. 6, am Mollendorsplatz Tägl. 8 Uhr! Lalentalische» Ballett ckNül.«tauil Beq. Königstadt- Theater Bletzenderst». «leyanberftr. 21(«»hnhos Iannowitzbrllckie) Täglich 7« «ela-Sünsev v,8 Fglies mm-/,« Rur noch bis Freiiag, d. 14. B(IIa Ben»« mit Short,©riinedter Apollo- Theater Friedrichftr. 218 7'>-!l.:«ei«kleW sowie weitere 10 Geptenrbersensnttonen Sonntags S1/! U. 1 Kind frei. Neues Speretteichlllis Dkebtlon Je«» Xrtn Uhr DlaCalkAabaroimse Operette in drei Atzten nach eiuem Motiv Petöfi» von Fritz Kründaum. Diretziio» Earl Meinhard- Rud.»eenauer Theater i. d. Köniagrätzer Str.' •'Jl Uhri Bad»»ist DI,!>M.! BaumelstorSolueß Mittwoch d,8 Uhr: Drdgetst> Donnerstag znm 1. Male!> Lustspiel von Tarl» Goldonl (Else Heln», Hein, Salfuer, Johanne« Sliemann, Julius Brandt. Ernst Prächl, Dora Schlüter, Epa Broch, Ernst Rehmer) Freitag! Erdgeist Sonnabend: Slilrandoli»» Sonnt.gr 0Ntra»d«lt»a Montag: Erdgeist Komödienhaus st� i Eine Stacht i.P. radle» Berliner Theater ufr: Der letzte Walzer mit Arttzl Tltaffarp. Wiig-Theater 7 uh, Peer Gynt Dienstag bis Freitag,?>!, Uhr: Die Tüiizert» (Leopoldtne«»»st-iutt») DeM. KöA-Mater Allabendlich 7«!, Uhr: Ae Slvejöaaasrelse mir Max Adalbert und Trübe Hefterberg. Triam-Theater tBahnhof Friedrichftraße� -f..nch Untreu 8 Uhr: e°n...« Ner M Wif nachm. Ganz schwere Qualität...... Adams Gardinen« u.Teppichhaus Berlin-Lichtenberg, Frantzfurter Allee 5« zwischen Kreutziger« und Mainzer Stratze MWil:: Briesmrkcii kautt LroLmana, loiiannisütr. 4. stloräen 10« 21. Tbontvr s«ondaa.Da, Tel. btorillplat, USU. Tü�l: 71, u. Sonntag nachm. S Chr.- liteSänger �inthsen-Ksauel ■orrlMI— mit—«U. F. Ohrenstein *)/'/•% Werks, ätten frine* P-lzmare». Pelzmodenhaus Spezialität: Watzarbeit für Dame» und Herren. Moderne Schneiderei Im Hause. Konservierung, Reparaturen, Zu. richtung, Färbung und Reiniguug von Fellen und Pelzwaren. Rotfüchse alt und neu, werden zu Kreuz tuchs und anderen Modesarben gefärbt. 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Lehrlinge, punktlich zu erscheinen. Die Jngendkommisfion der Autobranch�� PemÄtMissslelle Perlin N. 5i. Luiiellstt. KelÄckftsjcil»»n vom. g llht bis Mch«. 4 Ulst. Teltsiw: ünrt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Mlttmoch, den 22. September 1920, nachm. 4'/, W Branchenversammlung der Graveure und Ziseleure im MLrtzlschen Hos, Admiralstratze 18« Tageoordnung: 1. Bortrag. I. Branchenongelegenheiten. 3. Berschlcdear«» Dos Erscheinen aller-Ullegen ist unbedingt notwendig., Die Ortsoermaltung- Alte Gebisse, bis ZW Mb. Einzelne Plattnstiftzühno von 14.-- 260.— jedoch nicht unter 14.— pro Zahn Schlosserei, EharlottenburS' Kais er-Friedrich-Strahe 7. Vofchkerzen» alte und«*** kauft Brandt, Schlesische Str. � Moritzplatz 1464. Spttalbohrer, Feilen ulj�* kauft ab 4 Uhr«eil, Blaukc»' seldestr. 5, parterre. Ansiedelungen kossntksl! Undnenii»u hn*** BcttnäoeJ � Bestolunj Alter o.Geachlecoi Jf. rebenAoekom-�Vj) - fcret«»rzanelCo-'Jjj Berlin, Seile- AM»aca-SbO»« 1