Einzelpreis 30 Psg.• 3. Jahrgang Dienstag, 21. September 1920 Nummer 304• Morgen-Ausgabe Antfett* afcheln» motom tnrt mAnrtttag», iL®«r#i«|ng«prrt» bmägt bei frtifr~" tmb OToirtog« im» II» für Stufe-iBtrllK (fannal n>>iigliq Balnta-eiirffdjla», per Brill fü» Cnuldjtonb nab Olftirrrich 30,— M. WrtaWt»«,•{ptMHaa imb»rrUfi Anita 1 1, Dritt» etrah» 8-a. •»» aririeifbattni« ttim««tf1Ii|efli ebn bim«mnn boftet 8,— ffll. rinschNrtzNch Iruirungszirichia�. Alrini Anzrioi«! Da» frilgibnilkti Wori Z,— M., Ilbi» wtilrm Morl I,»0 M rinlchliißlich üiiimmgsziischlag. Vaufcnbi Anzrigin laut Tarif. gemiHcirtlniri«!* unb«tillin.Driuch» 3,20 TO. nrtto pto Srilt. Si-lliurivisuch, & Wari-Bmrigni! bat ftu0rtrudui Wori 1,50 JH.. Ilde, writire Mari 1.-% zmiprccha: Sentran 2030. 2M5, 4SI« 4603, tS3S. 404«. 4033. berliner-Orffon i>/>r Vnofifiättßfffen Swialömofnifle SeutftOranitö Die arbeitende Vevölkerunss Sr-H Berlins wird von den Arbeitslofenriiten Berlins und der Bororte, denen sich die Kommunistische Partei Deutschlands und die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands angeschlossen haben, auf- gefordert, am heutigen Dienstag, vormittags 11 Uhr, Zu einer Demonstration im Lustgarten zu erscheinen. Dieser Aufruf ist unterzeichnet von den Frak- tionen der U.<5. P. D.-. K. P. D.- und K. A. P. D.-Arbeits- lofenräte. Dadurch ist der Anschein erweckt worden, als stiinde die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutsch- lands, Bezirkeoerband Berlin-Brandenburg, ebenfalls hinter diesem Ausruf. Diese Auffassung ist falsch! Der Eeschäftsfiihrende Ausschuß des Bezirksverbandes Berlin-Brandenburg hat sich, nachdem die Arbeitslosenräte an ihn mit der Aufforderung, sich an der heute stattfindenden Demonstration zu beteiligen, herangetreten waren, in ein- gehender Aussprache mit der Angelegenheit beschäftigt. Er hat es ein st im n, ig abgelehnt, sich an dieser Demonstration zu beteiligen, weil nach Auf- fasiung sämtlicher Mitglieder eine solche Aktion nach gründ- lichster Vorbereitung durch die revolutionären politischen Parteien, die dabei die Führung haben müssen, eingeleitet werden kam Der geschäftsführende Ausschuß steht ebenfalls auf dem Standpunkt, daß die in Haft befindlichen revolutionären Kämpfer freigelassen werden und die gegen sie an- hängigen Verfahren niedergeschlagen werden müssen. Er fordert ebenfalls die sofortige Einstellung des Ausnahmever- fahrens gegen die Weißens«» Angeklagten und die Aufhebung der Kriegsgerichte. Er fordert die Auflösung aller konterrevolutionären Formationen» die freie Einreise für die gesamte russische Gewerkschaftsdele- gation und die Unterbindung jeder Herstellung und jedes Transportes von Waffen und Kriegsmaterial, sowie die volle Kontrolle üb« Erzeugung und Verteilung aller indu- striellen und landwirtschaftlichen Produkte durch die Organe der Arbeiterklasse. Die Berliner Parteileitung weiß sich eins mit dieseu Forderungen. Sie erklärt ab«, daß heute noch nicht der Tag ge- kommen ist. um diese Forderungen durch eine gewaltige Massenaktion zu«kämpfen. Sie weiß nach vorliegendem Material auf das bestimmteste, daß gerade der heutige Tag von Lockspitzeln dazu ausersehen ist. die Berliner ar- beitende Bevölkerung zu finnlosen Teilaktionen aufz«. putschen, um der Reaktion den erwünschten Borwand zu geben, ein Blutbad unter dem Proletariat anzurichten. Arbeit« und Genossen! Geht den Drahtziehern der Reaktion nicht in die Petze! Die USPD. wird zur rechten Zeit die Massen aufrufen, um in geschlossen««nd einheitlicher Aktion für eure Forde- rungen einzutreten. Ganz besonders verfolgt fie die Justiz- komödic gegen die Wrißense« Angeklagten mit gespannter Ausmerksamleit,«m auch in diesem Fall im rechten Augen. blick auf«Ii Plan zu treten. Wir haben die Pflicht, in diesem Augenblick die Arbeiter- schaft vor Elementen zu warnen, die die begreifliche Per. bitterung des Proletariats und ganz besonders der Arbeits. losen dazu benutzen wollen, der Konterrevolution Borschub zu leisten. Berlin, den 21. September 1920. Der geschüftsführende Ausschuß des Bezirksverbandes Berlin-Brandenburg: Brühl, Boormann. Grün, Hesselbarth, Herbst, Krillc. Krause. Küter, Lachmann, Linde. Meier. Müller. Rettschlag, Rooch» Rosenberg, Schindler, Schneider, Zachow. Aufruf der Zentrale der Betriebsräte Die Arbeitslofenräte Eroß-Berlins haben mit den Pur- teien der K. A. P. D.. der K. P. D. und der U. S. P. D. verhandelt, wegen der Unterstützung einer Demonstration. Das Ergebnis dieser Verhandlungen ist der Berliner Ar- beiterschast durch die Presse bekannt geworden. Die Rot der Arbeitelosen ist entsetzlich. Sie wird schlimmer Tag für Tag. Hinzu kommt die unerhörte Provokation der Gegen- reoolution, die die 24 Arbeiter, die wegen der Weißcnseer Wafsengeschichte verhastet wurden, vor«in außerordentliches Kriegsgericht gestellt hat. Di« Betriebsrätezentrale hat erst aus der„Roten Fahne" Kenntnis von dieser Demonstration am Sonntag morgen, wie alle Zeitvngslesvr erhalten. Wir tonnten deshalb auf die Vorberet- tung der Demonstration sowie aus die Forderungen keinerlei Ein- slutz ausüben. Die Betriebsräte haben das größte Interesse, die Arbeitslosenfrage mit de« Arbeitslosen gemeinsam zu regeln Eine Demonstration, die ohne Mitwirkung, der Betriebsräte zu- stand« kommen soll, können wir jedoch nicht mitmachen, wenn wir vor fertige Tatsachen gestellt werden. Die Reaktio» trifft Vorbe- reitungen, um diese Demonstration zum Vorwand brutalsten vor- gehens zu machen. Arbeite»! Wir«erden in Kürze an Euch heran- treten und aktiv« Hilfe für die Arbeitslosen und sürdieOpferderweißenZustizvonEuchsordern. Arbeiter, laßt Euch«icht untereinander spal- t e n!. Haltet Euch bereit! Zentrale der Betriebsräte des WirtschastsbezirKs Groß-Berli« J. IL: Reumann. Flefch, Seschke. * Der vorstehende Aufruf mit den angegebenen Unter- schriften ist uns von der Zentrale der Betriebsräte durch den � Vorsitzenden Flefch übermittelt worden. In später Abend- stunde teilt uns der Kommunist Ottomar G e s ch k e mit, daß er seine Unterschrift unter diesen Aufruf zurückzieht. Wie wir aus uns zuverlässig erscheinenden Kreisen erfahren haben, bestehen jedoch in der Kommunistischen Partei selbst Meinungsverschiedenheiten über die Zweckmäßigkeit dieser Demonstration. Mitglieder der Betriebsrätezentrale, die der Kommunistischen Partei angehören, erklärten, daß sie als Vertreter der Betriebsräte eine Beteiligung an der Demon- stration für schädlich halten. Um so erstaunlicher ist es, daß Geschke seine Unterschrift unter dem Aufruf zurückzu- ziehen wünscht. Die Metallarbeiter gegen die Demonftrationen Di« Generalversammlung der Metallarbeiter Berlins beschloß gestern abend gegen wenige Stimmen eine Entschließung, in der die Kollegen in den Betrieben ausgesordert werden, sich ander heutigen Arbeitslosendemonftratio« nicht zu be- teiligen. Einigung im italienischen Metall- arbeiterkampf Rom, 20, September,(Sfefoni.) Nach der Besprechung im Ministerium des Innern setzten die Industriellen und die Arbeiter ein Verhandlungsproto- koll auf, das betont, daß die Arbeiter rückwirkende Kraft der Vereinbarungen vom 1. Juli ab und Bezahlung der Tage der Arbeitsverweigerung und des ihnen erwachsenen Schadens sor- dern, die Industriellen aber diese Forderungen ablehnen, daß ferner beide Teile den Beginn der Geltung des neuen Tarifs auf den 15. Juli festsetzen und jede Bezahlung für die Tage der Besetzung der Fabriken durch die Arbeiter aus- schließen. Das Protokoll bezeugt den Industriellen, daß sie Eiolittis Formel über die Entlassung von Arbeitern als ihnen gemachte behördliche Borschrist hinnähmen.(Diese For- mcl besagt, daß die einzelnen Fälle der neuen paritätischen Kam- Mission unterbreitet werden müssen. D. Red.). Messaggero hört, daß der Allgemein« Arbeiterver- band die Arbeiter angewiesen habe, die besetzten Fabr- ken zu räumen und die Arbeit wieder aufzunehmen: der Arbeiterverband versichere, daß die Ordnung gewahrt bleiben werde. Die Notwendigkeit der Diktatur und die dritte Internationale Von Adolph Hoffmann. Wenn je das Wort des Verlegenheits-Reichskanzlers Dr. Michaelis:„W i e ich es auffasse" voll zur Geltung ge- kommen ist, so bei der Auslegung der Leitsätze und Bedingun- gen Moskaus. Man sehe sich nur einmal an, was die Gegner des Anschlusses daraus beweisen. Aber das eine wird auch der entschiedenste Anhänger von rechts, wenn er sich nur eine Spur von Objektivität bewahrt hat, zugeben, daß eine Reihe der Argumente mehr denn reichlich an die bekannten, in schreienden Farben hergestellten Plakate der Anti- bolschewisten-Liga erinnern, bei denen Größe, Farben und Eespenstcrzeichnungen das Fehlen beweiskräftiger Argu, mente verdecken müssen. Die Antibolschewisten-Liga kann stolz sein auf diese frei- willigen Helfershelfer und gelehrigen Schüler. Es gibt dar- unter solche, die ihre Herren und Meister zu übertreffen suchen und mit Recht zu Ehrenmitgliedern der Antibolschewisten- Liga ernannt werden könnten. Nachdem Dr. Victor Stern in dankenswerter Weise bur seinen Artikel„Nicht Gefühl, die Vernunft mu entscheiden"(9. September. Äbendnummer der„Frei- heit") die Dinge auf das, was ist, zurückgeführt hat, will ich in dieser Beziehung zu diesem Thema keine Silbe hinzu- fügen. Ich möchte nun die Genossen und Genossinnen nochmals bitten, nüchtern und ruhig zu erwägen und sich durch keia». gewollte oder ungewollte Stimmungsmache beeinflussen zu lassen. Treten wir der Frage näher, ob für das internationale Proletariat eine Diktatur notwendig ist, so müssen wir die wirtschaftliche Lage, in welcher die ganze Welt durch den wahnwitzigen Krieg geraten ist, betrachten. Das gesamte Weltkapital mit allen seinen gekauften und bezahlten Trabanten ist bereit, auf Leichenvergen von über zehn Millionen Proletariern mittels Zwangsarbeit, ausgeführt von Kriegskrüppeln und ein durch Jahre Krieg und Unterernährung geschwächtes Volk, feine Aus- beutungs-Zwingburgen wieder errichten und befestigen zu lassen. Es ist bereit, alles, was ihm dabei den Weg versperrt, rücksichtslos zu vernichten und niederzumachen. Das Kapital der ganzen Welt, ob Entente. Mittelmächte oder Neutrale, hat sich über seine zehn Millionen Opfer und die Verwüstungen der Kultur gegen das Proletariat längst als ein Herz und eine Seele wieder zusammengefunden. Die Stinnes, Henckel von Donnersmark, die R 0 t f ch i l d s der ganzen Welt, die Großbanken und Hochfinanz sind die unumschränkten Diktatoren im inter» naNonalen Kapital. Mit allen Mitteln unterstützen diese Eeldsack-Eewaltigen aller Herren Länder alles was geeignet erscheint, ein aktions- fähiges, internationales Proletariat mit notwendiger Spann- kraft und Schlagfertigkeit in seiner Entwicklung zu ver» hindern. Es kann für den, der diese Dinge mit offenen Augen steht. keine Frage mehr sein, daß der Entscheidungskampf, die „letzte Schlacht am Birkenbaum", in allernächster Zeit, aller Voraussicht nach sehr bald ausgefochten werden wird. Oder das Proletariat müßte sich mit gebundenen Händen der Kapitals-Diktatur auf Gnade und Ungnade ausliekcrn, um dann trotzdem dem Hungertode preisgegeben zu werden. Hier gibt es nur ein Entweder-Oder. Das Kapital wird uns diesen Kampf auch bei einem Versuch, ihm auszuweichen, aufzuzwingen, weil für ihn trotz der ungeheueren Opfer des entsetzlichen Krieges zu viele proletarische Kampfer er- stehen, die für die Profite und den Bestand des Kapitals eine dauernde Gefahr bilden, von der es sich auf alle Fälle, solange es sich noch im Besitze der Macht wahnt. befreien will. Diesem uns aufgedrängten Kampf auszuweichen, halte ich für eine Unmöglichkeit, abgesehen davon, daß, wenn es mög» -lich wäre, wir in höchsteps zehn b,s fünfzehn Jahren einen neuen, noch furchtbareren Krieg wieder für die Interessen des Kapitals zu führen hätten, bei dem unsere Kinder und Enkel, unser Volk, ja die ganze Menschheit noch weit«« Vernichtung preisgegeben würden...... Wie aber wenn wir nicht ausweichen können und dürfen und. wie ich hoffe, a u ch n i ch t wol le n? Wie wäre es dann möglich, einen solchen Kampf stegreich bestehen, wenn nicht ein einheitlicher Wille des g» samten internationalen Proletariats denselben durch eine zentrale Gewalt leitet?«,... Der gewaltigen, riesenstarken Kapitalsdiktatur gegenüber gibt es nur ein Mittel: das ist das unbedingte und lückenlose durch Diktatur— auch in den eigenen Reihen— geeinte internationale Proletariat. Darum ist es in diesem Augen- blick der höchsten Gefahr, wo es sich um Sein oder Nichtsein der schassenden Menschheit handelt, nicht nur notwendig. Sicherunzen g�gen weitere Verwässerung des Klassenkampfes zu schaffen, was die Moskauer Bedingungen unbedingt wollen, sondern noch wichtiger ist die Schaffung einer festen Kainpfbasis, die einen einheitlichen, zentralen AZillen vor» aussetzt. Nur so kann der Sieg des internationalen Prole- tariats errungen werden. Die erste Internationale, darin ist rechts und links sich einig, starb an innerer Zerrissenheit. Die zweite Internationale starb keines natürlichen Todes. Sie beging im August 1914 Selbstmord, indem sie sich mit Kriegsbegeisterungsgasen in die Luft sprengte. Nun gilt es. der dritten Internationale Leben und Ak- tionsfähigkeit zu geben. Das kann nicht mit dem Leipziger Aktionsprogramm, wenn es nur ein schönes Aushänge�ild bleibt, oder als Beitrag für radikale Materialiensammlun- gen, die im Bedarfsfalle als Beweisstücke oder Schaugerickte der Masse vorgeführt werden, erreicht werden, sondern nur durch den Willen zur Tat. die in dieser Zeit nur als einheit- liche, durch die äußere und innerliche Diktatur Erfolg haben kann. Eenossen. hat uns nicht gerade der Werdegang der deut- schen Revolution die Notwendigkeit der diktatorischen Leitung bewiesen? Denkt doch daran, wie unsere Brüder und Schwestern von den bezahlten Henkersknechten ermordet und niedergeschossen, wie die Revolution Schritt für Schritt, von Ort zu Ort abgewürgt wurde.' Denkt daran, wie durch das Nichteinheitliche der Aktion die Nosketrabanten Zeit hatten, von Stadt zu Stadt und Land zu Land zu ziehen und das arbeitende Volk sowie die Revolution im Blute zu er- tränken! Gotha, Erfurt, Braunschweig, Bremen. Hamburg. Berlin. Leipzig, München. West- zalen und Thüringen usw. usw. sind unsere Blut- zeugen. Konnte das möglich sein, wenn ein einheitlicher zen- traler, diktatorischer Wille vorhanden gewesen wäre, der für eine einheitliche Erhebung bei dem ersten Versuch der Wllr- ger im ganzen Reiche Sorge getragen hätte? Darin find wir wohl oile einig: So darf es nicht wieder kommen! Jetzt kommen aber durch die Erstarkung der reaktionären Gewalten, durch Zusammenbruch der internationalen, kapita- listischen Weltordnung einzelne Orte kaum noch in Frage, da der Kapitalismus eine bewaffnete Schutztruppe von solcher Starke zur Verfügung hat, daß er glaubt., die Macht zu haben, die Proletariermassen an allen Orten zugleich ab- würgen zu können. Ja, man kann ruhig sagen, die Diktatoren des Kapitals warten mit Sehnsucht auf einen Schein- Srund, um ihren Hexensabbath aufzuführen, wie sie das ittentat von Serajewo benutzt haben, um den Weltkrieg vom Zaune zu brechen. Gegen diesen einheitlichen Willen des Kapitalismus, das muß immer wieder gesagt werden, hilft nur ein durch dikta- torische Gewalt geschlossener Wille des internationalen Pro- letariats. Genosse Crispien sagte in der Neuen Welt:„Die Rechtssozialisten mußten scheitern, weil sie sich nicht inter- national umstellen konnten." Ja, soll es denn der U. S. P. D. ebenso ergehen? Er malte das Schreckgespenst an die Wand: Deutschland würde der Schauplatz eines Riesenkampfes werden. Darf das ausschlaggebend sein sür unsere internationalen Entschließungen? _ Das sähe ja verdammt der Moral der Zentrumsheiligen ahnlich: „Ich bitt' dich, heil'ger Florian, Verschon' mein Haus, zünd' andere an." Gerade«ine internationale Zentralgewalt schützt dllrch ein Weltsignal im rechten Augenblick am allerbesten einzelne Länder vor gänzlicher Verwüstung. Aber selbst, ge- setzt der Fall träte ein, daß sich der letzte Kampf zwischen Ka- pital und Arbeit in einem Lairde wie Deutschland abspielte, wie leicht wäre es nach Niederringung des gemein- famen Feindes dem internationalen Proletariat, den Wie- deraufbau des Landes, das ihnen allen die Befreiung brachte, mit vereinten Kräften in Kürze durchzuführen. Jetzt ist das„Gebot der Stunde" nicht, über Theorien und Organ ifationsformen zu streiten, sondern die Massen des internationalen Proletariats in einen festen, unbeugsamen Willen zusammenzufassen. Genossen! Brüder! Ihr habt durch die Diktatur der früheren Gewalthaber ganze Orte, Städte, blühende Länder vernichten, unschuldige Menschen— denkt nur an Belgien— morden müssen, und jetzt sollt Ahr vor der Selbstverteidigung Eures Lebens. Eurer Kinder und Enkel zurückschrecken, weil das Land, das Euch nicht gehört, das Euch nicht ernährt, in dem Ihr von neuem schweren Frondienst leisten sollt, dabei in Mitleidenschaft gezogen werden könnte? Wir sollt Ihr dem Euch aufgezwungenen Kampf der Ka- pitals-Diktatur begegnen?« Wer ist so töricht, zu glauben, wenn die Söldlinge des Ka- pitals mit Handgranaten, Maschinengewehren, Flammen- werfern und Minen gegen uns vorrücken, sie dann mit Marx- schen Theorien oder Grundsätzen der Humanität veranlassen zu können, diese Waffen zu vernichten und sich mit uns zu verbrüdern? Das ist ein schöner Traum, der aber erst an dem Tage Wirklichkeitsformen annimmt, an dem es einem von festem Willen beseelten und zusammengeschlossenen Proletariat ge- lingt, die Kapitalsdiktatoren zu stürzen, den Weltkapitalis- mus endgültig zu beseitigen. Das wird nur einem durch Zentralgewalt geeinten und nur dadurch schlagfertigen Pro- letariat gelingen, also Diktatur gegen Diktatuj. weder im allgemeinen noch in den eignen Reihen des Proletariats auf die Dauer, sondern bis der Feind niedergeworfen und der Sieg errungen ist. Ist das gelungen, dann haben wir auf dem weiten, schönen Erdenrund Licht, Luft und Boden genug, um eine gleich- berechtigte und freie Menschengemeinschaft aufzubauen und Zeit genug, uns darüber zu einigen, wie dieser Bau für alle Teile am vorteilhaftesten unter Beachtung aller Wissenschaft- lichen Theorien auezuführen und einzuuichten ist. Jetzt gilt es, erst den Kampf gegen eine Welt von mächtigen Feinden durchzuführen, und dazu gehört Aktionsfähigkeit und Schlag- sertigkelt. Diese sind aber nicht durch Debattieren und Ab- stimmungen festzulegen, sondern durch den Willen zur geschlossenenTat. Daher führt der Weg zur Freiheit des internationalen Proletariats„über Moskau"! Die Massen haben ihn erkannt und werden, wenn es nicht anders geht, auch über zaghafte und widerstrebende Führer hinweg- marschieren. Der Sonne entgegen, die auch für die Völker im Osten aufgeht. Bleiben Eespensterseher dabei zurück, dann um so besser für die erwachten Völker. Frankreich und die 3. Internattonale Pari». lZ. Tcp ember.(Meldung„SRofla Dien".) Pf* im November zusammentretende Nalioualkonareß wird in der fran ösischen sollallst schen Arbeiterben) gung J deufalls ein Wende» jmilt fein,"stast unüberwtndttche Schwierigkeiten bieten die Moskauer Bedingungen, die den Ausschlub Lougu»» fordern und«tu Zuianimcnai bellen mit Jonhanx und andercu Führern de» Arbeiterverdaude» untersagen. Eine Partetspaltung ist daher sozusagen unvermeidlich und ei wird sich aller Wal rscheinlichkett nach eine neue kommu- uistische Partei bllden. die etwa die Hälfte der Mitglieder der heutigrn sozialistischen Partei, einschließlich Loiiot, Monaue und Souvaiine, ferner Cachin. Frossrrd, Georges Pioch und Daniel Renoult un. fassen dü fte. Der andere Teil wird eine kleinere sozialistische Partei b ldeu, der sich vermutlich auch die Mehrheit der deuligeu sozialistischen Abgeord eten ansebließe» dürfte. Die hier wiedergegebene Nachricht ist deshalb von besonderem Interesse, weil sie von der Wiener Rosta, der amt- uchen bolschewistischen Telegraphenagentur, verbreitet wird. Auch nach dieser Meldung stoßen die Moskauer Bedingungen m Frankreich auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten und laßen die Spaltung der französischen Partei als sehr nahe- liegend erscheinen. Ob sich allerdings, wie das Rosta-Tele- gramm annimmt, etwa die Hälfte der französischen Partei zu den Kommunisten schlagen wird, hal.en wir, so- weit sich die Stimmung in der französischen Partei äugen- blicklich beurteilen läßt, für übertrieben. Die kommunistische Diktatur E. P. In den Statuten der Internationale wird im dritten Paragraphen bestimmt, daß alle der kommunistischen Internationale angehörigen Parteien folgenden Namen zu tragen haben:„Kommunistische Partei des und des Landes (Sektion der kommunistischen Internationale)". Ferner ist bestimmt, daß es in jedem Lande nur eine kommunistische Partei geben darf. In der Sonntagsnummer der„Roten Fahne" wird mitge- teilt, daß die Kommunistische Partei Deutsch- landsihren Namengeändert hat und sich von nun an„Kommunistische Partei Deutschlands. (Sektion der Dritten Internationale) nennt. Der Zweck dieser Namensänderung ist klar. Tie Kommunisten künden damit an, daß derjenige Teil der Un- abhängigen Sozialdemokratischen Partei, der die Moskauer Bedingungen akzeptiert, einfach in der Kommuni st i- schen Partei aufzugehen hat. Bei seiner Berichterstattung über Moskau hat der Führer der Kommunisten, Dr. L e v i, seine Anhänger, die fürchteten, daß die„Reinheit" der Kommunisten durch den Zustrom der llnabhängmen leiden könnte, mit folgenden Worten be- ruhigt:„Wir werden die Bedingungen auslegen, wie wir sie auffassen und werden sie viel schär- fer stellen als die 11. S. P. D.-Leutchen glauben, sie schlucken zu müssen". Die Namensänderung erhellt den Sinn dieser Worte. Die kommunistische Zentrale will auch fernerhin die u n b e- dingteLeitunginderneuenkommunistischen Partei behaupten. Daher etabliert sie sich jetzt schon als die einzige Partei, die den Moskauer Bedingungen restlos entspricht. Wer diese Bedingungen akzeptiert, der findet be- reits die Partei vor, der er sich anschließen muß. Die Kom- munistische Partei bildet die festen Kadres, die den Zustrom der Unabhängigen in sich aufnehmen will. Die Namensänderung schafft aber auch für die Unad- hängige Sozialdemokrane klare Verhältnisse. Diejenigen unserer Parteigenossen, die bisher angenommen haben soll- ten, daß die Zustimmung zu den Aufnahmebedingungen der dritten Internationale nur platonische Bedeutung habe, werden durch die„Rote Fahne" in die rauhe Wirklichkeit zu- rückgerufen. Sie dürfen nicht glauben, daß sie die Unab- hängige Sozialdemokratie erst spalten dürfen und daß die ihnen verbleibenden Trümmer unserer Partei dann als selbständige Organisation mit der Kommunistischen Partei auf gleich und gleich in Einigungs- oder Verschmelzungsver- Handlungen sich einlassen könnten. Der Vorgang kann sich dann nur so abspielen, daß alle Parteigenossen, ganz gleich ob sie als Einzelpersonen oder in ganzen Mitgliedschaften sich den Moskauer Bedingungen unterwerfen, der Kommu- nistischen Partei Deutschlands(Sektion der dritten Kommu- nistifchen Internationale) beizutreten haben. Die Namensänderung der Kommunistischen Partei klärt die Lage aber auch nach der andern Seite. Sie beweist, daß die Kommunisten ihr Werk, dieZertrümmerungder Unabhängigen Sozialdemokratie, schon für vollbracht ansehen. Die Kommunisten fühlen sich als Sieger. Der Artikel von Thalbeimer in der„Roten Fahne", der die Namensänderung verkündet, ist das Ultimatum der deutschen Kommunisten an die Unabhängige Sozial- demokratie. Es wird dort nur weiter ausgeführt, was die „Rote Fahne" schon vor einigen Tagen mitgeteilt hatte: .Den Elemenien in der U. S. P. D. aber, die in der Angst, chren Einfluß zu verlieren, sich um jeden Preis in die Dritte Internationale einschmuggeln wollen, sei es gesagt, daß die »rundsätze der dritten Internationale kein Haiidekabjelt sind. da» man zu herabgesetzte» Preisen erwerben kann. Wenn die ll. 6. P. D.-Leute glauben, durch«ine„Verständigung" etwas ab- handeln zu können, so irren sie sich. Auch hier ist der Verständi- gungssriede eine Utopie." Diese Auslassungen sind um so bemerkenswerter, als die deutschen Kommunisten in engster Verbindung mit dem Exe- kutiokomitee der dritten Internationale stehen und im Ein- Verständnis mit diesem zu handeln pflegen. Man kann sicher annehmen, daß auch die Namensänderung mit allen aus ihr folgenden Konsequenzen die Zustimmung von Moskau hat. Dabei ist bemerkenswert, daß man von einer Stellungnahme der Mitglieder der Partei vorher nichts erfahren hat. Der Beschluß der Zentrale wird einfach kundgemacht. D i e Mitglieder haben nichts dazu zu sagen. Das heißt dann„Diktatur des Proletariats", indem das Prole- t a r i a t bei der Beschlußfassung der wichtigsten Angelegen- Helten einfach ausgeschaltet wird. Die Schleier sind gefallen, unsere Parteigenossen wissen nunmehr, was sie zu tun haben.- Wer die Bedingungen von Moskau anerkennt, der hata lle Brücken hinter sich abzu- brechen. Für ihn gibt es keine Verbindung mehr mit den Parteigenossen, mit denen er bisher Schulter an Schulter ge- kämpft hat; er hat sich der Kommunistischen Partei einzu- ordnen, für ihn hört jedes Selbstbestimmungsrecht auf, er darf fortan nur das ausführen, was von den kommunistischen Instanzen angeordnet wird. Der Ministerwechsel Nach den Mitteilungen der bürgerlichen Presse gewinnt es den Anschein, als ob der.Finanzminister Dr. Wirth sein Nllcktrittsgesuch nicht aufrecht erhalten wird. Es war ja überhaupt nicht der Einsicht zuzuschreiben, daß er weder den Willen noch die Kraft besitzt, um Ordnung in die Finanzen des Reiches zu bringen, sondern anscheinend nur der Wunsch. durch sein Rücktrittsgesuch hemmend aus die Regelung der Besoldungsfragen der Beamten einzuwirken, wie das bereits bei früherer Gelegenheit von ihm geschehen ist. Es wird asso bei dem alten Fmanzschlendrton bleiben, bis alles zu- sammenbricht. Der Vizekanzler Heinze aber scheint aus der Brüchig« keit des jetzigen Kabinetts bereits die Konsequenzen ziehen und sich in Sicherheit bringen zu wollen. Er wird stch dem- nächst zum Gesandten in Bukarest ernennen lassen und so der Sorge um seine Zukunft ledig sein. Wilhelm und Scheidemann Zu den Feststellungen eines Genossen in unserer Freitagabend- Ausgabe, die im Anschluß an Erzbergers Erinnerungen auf die Rolle<5 ch e i d e m a n n s bei der Besprechung der Parteiführer mit Wilhelm, am 20. Juli 1917, hinwiesen, schreibt Schcidemann im„Vorwärts", die gegen ihn erhobenen Anklagen seien unwahr. „Aeußerungen, wie sie der Abg. Erzberger zitiert, hat der Ex« kaiser in meiner Gegenwart nicht getan. Nachdem er also mit jeder einzelnen Fraktionsvertretung— sozusagen offiziell— gesprochen hatte, fand in einem Eckzimmer eine zweite„zwan? lose" Aussprache zwischen ihm und Herren der verschiedensten Parteizugehörigkeit statt, bei der aber auch, wie mir erzählt wurde, von je hundert gesprochenen Worten der Kaiser neun- undneunzig bis hundert redete. Zu den für diese Aussprache vom Staatssekretär Helfferich gebetenen Herren gehörte ich z» meiner Freude nicht. Ich hatte an der e i n e n Aussprache schon vollkommen genug. Was der Kaiser in meiner Gegenwart gesagt hat, habe ich genau ausgezeichnet; es wird der Oeffentlichkeit nicht vorent- halten bleiben." Wir nehmen von dieser Richtigstellung Scheidemanns Notiz, oer- missen aber in ihr das Wesentlichste— nämlich die Erklärung dafür, daß Scheidemann in der erwähnten Münchner Parteive:- sammlung, auf eine Anfrage der Eenossen be st ritten hat, daß auch nur ein Wort von der dem Kaiser zugc- schriebenen Auslassung wahr sei. Di« Feststellung un- seres Mitarbeiters richtete sich vor allem gegen dieses Auftreten Scheidemanns, das durch feine Erklärung im„Vorwärts" gar nicht berührt wird. Fieberhafte Rüstungen in Ungarn DA. Wie«, 20. September. Zuverlässige Nachrichten aus Budapest bestätigen die offiziell dementierten Meldungen, wonach fieberhaft an einer Vermehrung und AuegeNaltung der ungarischen Armee gearbeitet wird. Namentlich die Artillerie hat in letzter Zeit eine namhafte Vermehrung erfahren. Es werden neue Artillerieregimcuter. ferner techutsche Abteilungen, Flammenwerfer kompagnien und Gasgruppen aufgestellt. Die? alle? vollzieht sich unter den Augen der Ententemtsstonen. die nicht» dagegen tun. In Wien wird noch immer für wahrscheinlich ge- halten daß sich Ungarn bereit halten will, um im Falle eineZ Sieges der Ehrtstlichsozialen dem neuen Regime einen entsprechenden Schutz gewähren zu können. Von mehreren Seite« wird auch behauptet, daß die RestaurationSpläue in Bayern mit den ungarischen Vorbereitungen in Fühlung stehen. Für diese Annahme gibt es jedoch keine» Be» wetS«S sei denn, daß mau von dem lebhafte« -Interesse der französischen Diplomatie für alle diese Vorgänge auf eine gemeinsame Vorbe« reituug schließen sollte. Die ungarische» Königsmacher Budapest. 20. September.(Ungar. Korresp.-Bureau.) Graf Stefan Bethlen erklärte vor Wählern in einer Pro- grammrede, die neue Orientierung der Außenpolitik müsse sich den eigenen Interessen des Landes anpassen. Hin- sichtlich der Staatsform hätte mit der Republik kein Ver- such gemacht werden dürfen, da dies« dev Wesensart der Unzarn nicht entspreche und für die Zukunft der Nation eine Katastrophe bedeute. Solange die außenpolitische Orientierung und die innere Festigkeit nicht geklärt seien, dürfe die Königsfrage nicht in Angriff genommen werden. Man müsse allerdings besinn- men, daß der ungarische König ohne Befragen der Nation keine» sremden Thron annehmen dürfe. Der ungarische Thron dürft nicht zum Sprungbrett fremder Bestrebungen werden., Beginnende Reaktion in der Tschechoslowakei Diktatur in der Slowakei DA. Prag, 20. September. Die Regierung der tschechoflowakischen Republik hat dem Mi- nister Dr. Martin Micura aus«rund des ß 14 vom 20. Dezember 1918, Rr. 808 und V. Elg. mit Beschluß vom 17. September 1020 die Vollwacht erteilt, Verordnungen zu erlassen und alle» zur Erhaltung der Ordnung zur Konsolidierung der Verhältnisse und zur Sicherung des ordentlichen staatlichen Leben« in der Slowakei zu tun. Die tschechische'Negiernng gegen die Arbeiter TA. Prag, 20. September. Die tschechische Regierung erNärt. da».sie die Unterbrechung de» Handels nach Polen und den Boykott, den die tschechischen Eisen- bahner gegen Polen crklärt haben, strengsten? verurteilt, denn in erster Reihe würden durch dt.seu Boykott die Interessen der tschechischen Bevölkerung gefährdet. Aus der polnischen Hölle K o w n o, 10. September.(Litauische Telegr. Agentur.) Jüdische Bürger Polen» fliehen scharenweis« über die litauische Grenze, um vor den polnischen Judenversolgungea und einer rücksichtslosen Mobilisation Schutz zu suchen. Die litaur- sche Regierung wird dadurch in ein« schwierig« Lage gegenüber Polen versetzt. Der polnische Heeresbericht Warschau, So. September. Der polnische SeneralstabSbericht vom 19. September meldet, daß die Polen bei der Verfolgung de« Feinde« nach schweren Sämpie« die Orie Husiatyn, Trcmbowla. Olezow. Taruapol und Brody genommen haben. Polnischen Abte lungen gelaug es, auch Dubno zu besetzen. In der R'chlung auf Sowno würbe eine bollchewiftischi Abteilung aus Klcban vcrdräi gt. Sehr bedeutende feindliche Sräfte, sagt der Bericht weiter, werden am Njemen� und an der Gcjcaro zusammengezogen. Westlich von Sejny verstärken die Litauer>hn Stellungen. Heute lrüh belchossca sie polnische Patrouille» bei Karaltu in der Nähe des Weißen SeeS. Der rnffifche Heeresbericht Moskau, 20. September.(Durch Funkspruch.) Der russische Heeresbericht vom 19. September besagt: Im Ad< schnitt Kobriu werde« hartnäckige Kämpfe mit wechselnden Erfolgen forigefikrt, wobei wir Maschinengewehre erbeuteten. Im Abschnitt Rowno finden blutige Kämpfe mit dem vordringenden Feind statt Im Abschnitt Dubno kämpfen unsere Truppen tapfer mit be« Feinde, oer im Nordwesten von Dubno vorrückt.(Der nächste Satz, der stch auf Taruopol bezieht, ist».rslllmmelt.) Im Knmgebiet im Abschnitt Orechow, danern die Gefechte mit der feindliches Artillerie an. Der Hallesche Parteitag— das Ende der USP? Don Rodert Hensel. Nach dem Verlauf der Diskussion über den Anschluß an die oritte Internationale und den Beschlüssen der bisher stattgefun- denen Partewersammlungen ist es für jeden Einsichtigen klar, daß der Parteitag in Halle nicht nur ein Wendepunkt, sondern das Ende der U. S. P. D. fein kann. Der Anschlußstreit, der jetzt in der Hauptsache um die Bedingungen geführt wird, muß infolge dieser zu einem Ausschluß resp. Austritt des auf dem Parteitag unterliegenden Teiles führen. Der Beschluß des Parteivorstandes, daß die Delegierten nach dem Verhältniswahlsystem gewählt werden sollen, ist nur in den größeren Mitgliedschaften durchführbar. In den meisten Fällen ist nur ein Delegierter zu wählen. Danach ist also auch unmög- Itch. daß der Parteitag ein absolut sicheres Spiegelbild der An- ficht' der gesamten Partei ist. Die Wähl der �Delegierten ist in kleinen Mitgliedschaften weniger von der vertretenen Ansicht des --- w!----:--■»----- s.__ �. 5 Kandidaten abhängig, als von dem Vertrauen, das dieser auf Erund seiner für die Partei bisher geleisteten Arbeit besitzt. Da aber nun gerade bei den Delegierten der kleineren Mitglied- Ichasten die Entscheidung für oder gegen Moskau liegt, sö soll hier untersucht werden, wie die Wirkung des Entscheides«ach der «inen oder anderen Richtung sein muß. Völlig ausgeschlossen ist die noch immer von einem Teil der a, t— Ut.«nm(Tinrtcitnn»in«! Mild«- -UV«,a...................... ©enoffen gehegte Annahme, daß bis zum Parteitag eine Milde hlußbedingungen zu erwarten sei. Die Bedingun- -yiVS>4UU VC.4.|Ummw4.vit------- ÜUIU/ her verschiedenen Länder, die unseren russischen Genossen an revo- lutionärer Energie nicht nachstehen wollten, und daher überaus gunstige Berichte aus ihren Ländern gaben, in den Glauben ver- jetzt, daß die Stunde des Sieges der Weltrevolution gekommen fei. Von diesem Gesichtspunkt aus ist es denn auch sehr erklärlich, ..." E. P. D. in Deutschland als un- Sinn ansahen und danach zu dem ----------------------. P. D. zerrieben werden müsse. Weit entfernt davon, die Haltung der ll. S.« V. D. in allen Fällen gutzuheißen, muß doch festgestellt werden, Laß bisher die U. S. P. D. die Führerin der revolutionären sozialistischen Ar- beiterschaft in Deutschland war. Ich betone ausdrücklich„war", weil ich glaube, daß infolge des Parteitages in Halle sich ein nicht geringer Teil des revolutionären Proletariats absplittert und dann die Führung im verbleibenden Rest der Partei die er- ■.in der Pw»"------------------- I...�.e m oer vaiiei Das dürste dann zur Folge »aben, daß ein anderer Teil der Mitglieder unserer Partei, die �------—-if fi- erfütti trti treme Rechte artei erhält. "jT." V"'." UIWV4.V*____ jetzt die Bedingungen ablehnen, weil sie nicht erfüllt werden können ohne Aufgabe der Meinungsfreiheit, die im Rahmen des ......---------- J- x— oi..! wnnen ohne AUsgaoe oer Parteiprogramms notwendig»st. ein Betätigungsfeld in der Pm tei nicht finden können... D»se�L�»IsM/d�e �dm�fben zahlen "-----------_ l v 1 1 j| � u___ eine tatkräftige revolutionäre Betätigung st'nd, werdän isoliert sein, wenn sie ihrerseits nicht alles daran setzen, dst M M.i..«,„hntfnt Tin« cung im verbleibenden Rest der Partei zu erhalten. Das kann rber nur erreicht werden, wenn auf die Tagesordnung des Partei- iages vor den Neuwahlen Beratung des Parteiprogramms ge- etzt wird. Durch das Bekenntnis zum Leipziger Mtionsprogramm haben vir nichts erreicht, solange danach noch jeder den Vorbehalt nachen kann„wie ,ch es auffasse". Nur wenn es gelingt, dem ver- bleibenden Rest der Partei neben dem Programm ein« zielklare Führung zu geben, wird die ll. S. P. D. erhalten bleiben. Dann -.... Kt. W nlrfif oierarrer in üeuiiuyiunv, Bundesgenosse i allen Bruderparteien des Auslands gesucht wird, dann ist auch berufen, die Führung des Weltproletariats im revolutio- mn Siegeskampf zu übernehmen. �on Die Reichenberger Linke Aus Prag wird uns geschrieben: Dieweil in der tschechischen sozialdemokratischen Partei harte Samvfe zwischen links und rechts ausgefochten werden, wird auch ne deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei in der tschechoslowa- ischen Republik von diesen taktischen Differenzen nicht verschont. -ie hat zwar einen Vorteil für fich: daß bei ihr die Frage der öeteiliguna an einer bürgerlichen Regierung nicht aktuell war. oeil inkolae der nationalen Spannung zwischen Deutschen und Tschechen vorläufig an-inen Eintritt der Deutschen in die Re- 'icruna überhaupt nicht zu denken war. Es sind die großen po gerung uoeryaup» � w oi.nÄT„mt„,a hi» F-ttl»-«.«, rrung uociyaupt i>»�. o---------—-,. tischen Probleme, der Ausbau des Programme», die Festlegung !r sozialistischen Taktik, die Frage der Internationale, die hier ennend wirken. Das Zentrum der deutschen Linken ist die nordböhmische Han- lls- und Industriestadt Reichenberg. Um auf dem Partei- lg. der am 3. Oktober stattfinden soll, geschlossen auftreten zu nnen, berief die Kreisleitung eine Vorkonferenz ein, die über e Frage des Aktionsprogrammes und der International« be- fließen sollte. Es war eigentlich ein Vorparteitag der i n k e n, der da stattfand, anwesend waren über 300 Delegierte id 200 Gäste, unter ihnen Vertreter der tschechischen Linken, die h in letzter Zeit immer mehr an die deutsche Linke angeschlossen Iben. Namens der tschechischen Linken begrüßte Genosse Skalak e Konferenz, indem er ausführte, die deutsche und die tschechische inke seien verpflichtet, gegen den Nationalismus ihrer Bour- wisse zu kämpfen. Der bekannte Kommunist Muna aus Kladno klärte, die Bedingungen von Moskau seien selbstverständlich für -s sozialistische Proletariat annehmbar, nicht aber für sozia- stische Simulanten. In seinem Bericht über das Kreissekretariat führte Genosse eurath aus, nur«in Idiot oder ein Verbrecher könne die Einheit ü Partei auf» Spiel setzen. Aber die Anhänger der Reichen- irger Linken wollten nicht die Einheit um jeden Preis und nicht it jedermann. Sie wollen die Einheit der Partei mit jenen, e auf dem Boden des revolutionären Sozialismus stehen. Für ne. die sich an die formale Depiokrati« klammern, kann im Rah- en einer revolutionären Partei kein Platz mehr sein. Das bedeutet eigentlich im Grunde die Voraussagung einer p a l t u n g. Sie kann oermieden werden, wenn die Rechte sich gt. wird aber durchgeführt, wenn die Linke auf dem Parteitag e Minderheit bleibt. Dem entspricht auch der Beschluß, den die onferenz mit Stimmenmehrheit faßte: „Die Kreisleitung Reichenberg wird beauftragt, für den Fall der Ablehnung des Aktionsprogrammes nach den beide«Partei- tagen laut Uebereinkommen der tschechischen und deutschen Lin- ken sollten den beiden, kurz hintereinander stattfindenden Partei. tagen der deutschen und tschechischen Partei gleichlautende Aktionsprogramme vorgelegt werden. Durch die geplante Ver- schiebung de, tschechischen Parteitage, ist nun auch diese Frage in Mitleidenschaft gezogen. In Verbindung mit den Genossen der tschechischen Linken eine Delegat i o n n a ch Rußland z u e n t s e n d e n. um dem Bureau der 3. Internationale da» Resultat des Parteitages mitzuteilen und im Einverneh- men mit dem Bureau der 3. Internationale die notwendigen Beschlüsse über die weitere Tat- Mk zu fassen." )ie Reichenberger Genossen erklären also bereits von vorn- (Tforfetiaae« ttUf ärterffinnsn Dte Äetöjettoeiß« u/n�v..------- -ein. daß sie den Beschluß des Parteitage« nur anerkennt inn er in ihrem Sinne ausfällt, wädrend sie n* im tgegengesetzten Falle den Weisungen au» Moskau küaen rch ist selbstverständlich auch innerhalb der deutschen Sozial.' nokrati« die Fraae der Spaltung akut geworden und es kann sehr wohl sein, daß infolge der Entwicklung in der. tschechischen Partei auch die deutsche einen ähnlichen Prozeß durchmachen wird. Denkbar wäre, daß nach einer etwa vollzogenen Spaltung sich die beiden Linken zu einer gemeinsamen internationalen Partei ver- einigen, die wohl vorläufig auch die Kommunisten umfassen würde. Bei der Zusammensetzung der Linken ist jedoch damit zu rechnen, daß es kurz über lang auch hier zu einer neuen Spaltung kommt. SSSÄV'äS S; d-d» schlössen, vom 23. bis 28. September stattfinden soll. Arbeiter, Angestellte und Beamte von Berlin und der Provinz Brandenburg Entsprechend dem Aufrufe der Neichskommisston ist e» nach wie vor Pflicht der Arbeiter, alle neutralitätswidrigen Transporte von Waffen und Munition anzuhalten und die Kontrolle zu verschärfen. Ebenso ist es notwendig, alle Sendungen von Waffen und Munition der Reaktion,— die fich in ihren heimlichen Organisationen(Einwohnerwehr und Orgesch) einen Rückhalt geschaffen hat, anzuhalten, da- mit diese nicht zu konterrevolutionären Zwecken verwendet werden. Transportarbeiter! An Euch liegt es, dafür zu sorgen, daß die beanstandeten Transporte erst gar nicht zur Eisen- bahn gelangen, um so die Eisenbahner zu entlasten. Die von den unterzeichneten Organisationen gebildete Kontrollkommission Berlin-Brandenburg steht nach wie vor solidarisch hinter Euch Arbeiter, Angestellte und Beamte! verlaßt Euch nicht auf die Regierung; haltet die Augen auf und bekämpft weiter und noch energischer die Bewasf. nung der Reaktion. Alle Meldungen find nach«ie vor an die Zentral- stelle der Kontrollkommission, zu Hände« Hermann Müller, Schicklerstraße S/K, zu richten, Telephon Alex. 3007. Königst. 3730. Für die U. S. P. D., Bezirksverband Berlin-Branden« bürg: Brühl. Für die S. P. D., Bezirksverband Eroß-Berlin: Häusler. Für die Eewerkschaftskommisfion verlin und Umgegend: S a b a t h. Für die Betriebsräte der S-�P. D.: R e i n k n« ch t. Für de« Eisenbahnerverband, Ortsgruppe Berlin: U h l i ch. Für den Transportarbeiterverband, Vezirksverwaltung Sroß-Berlin: Klose. Für den Bezirks-Betriebsrat der Eisenbahner: Marek. Für den Zentraloerband deutscher Post- und Tele- graphenbedienstetcr, Bezirksverband Eroß-Berlin: Heyn. Alle arbeiterfreundlichen Blätter«erden um Abdruck dieses Ausrufe« ersucht. Die Stellung der Organisationen Bezirkskonferenz östliches Westfalen In der BezirkSkouscrenz der USP®. für das östliche Westfalen und die beiden lippifchcn Freistaaten, die in Herford tagte und von 42 Delegierten besucht war, wurde mit 27 gegen 9 Stimmen der Anschluß an die dritte Internationale in Mos- kau beschloffen. Ms Delegierter zum Parteitag in wurde der Genosse Schmidt-Herforo gewählt. Hall« Königswusterhausen Konigswust Wildau Die gesamten Funktionäre des Wirtschaftsbezirks erhausen-Wildau'' »-!» i'"" AUsrelyieryanung oer btlbständig- Internationale und den noch fern- f,'v..... w. v.i. tcu o>»d»u(iuiiuie uuu oeu nua>(ein- peyenoen Sozialrevolutionären Bruderparteien zulammenzukom- men. In der durch die Aufnahmebedingungen bewirkten Spal- ' or* /Ts. r<»-» tu n g und 3 e r r e i„» ung der Ü. S/P. D. sehen die Genossen gung und v»»».-t/.«Sit. vj/viit>|| Vit die deutsche revolutionäre warnen davor. Johannisthal In einer gutbefuchten Mitgliederversammlung der Orts- ln.- Johannisthal wurde nach einem Referat fittrt*««mW r..f-r;~ ci„ ai___ r___ c.?___. e. gruppe Bl < ZT'•■'*-xj �-r**>»'»»-* AIS 41 V W II VI vi; V I UV«II VVV| VAUI Des Gen. Lehner und nach lebhafter Aussprache folgende Reso- stegen eine Stimme angenommen: -V?»-b- Johannisthal steht auf dem Boden der revo- iuttonaren Znternattonale. Sie fordert unbedingt weitere Schritte 211_____-2-. 1—1____ �.-v r......... iuttonaren Internationale. Sie' fordert unbedingt"'�tere Schritte zu unternehmen, um einen internationalen Zusammenlchlug, ohne Aufgabe unserer Selbständigkeit, zu'-möglichen. Die 21 Mo»- kauer Bedingungen lehnt Ortsgruppe ö>ehannisthal als undurchführbar ab�__ � Der Abtransport der russischen Kriegsgesangenen EigeneDrahtmeldungunseresBerichter statter«. Kowno, 19. September. Tie Verhandlungen über den Abtransport der Kriegsgefangenen durch Litauen, ,n denen Herr Hilger neben den Herren Stückle», Schlesinger, Fritbjof Nansen, Obeist Boissier und van Vaitenvül sowie den russischen Vertretern Siduck aus Moskau und Reich in Kowno weilten, haben zu einem günstigen Resultat geführt. Dte litauische Regteruug hat das w e t t e st g e h e n d e Entgegen- kommen bewiesen, sodaß die nicht geringen technischen Schwierig- ketten überwunden werden konnten. Die Bahnstrecke von Wtrballen über Kowno bi» Wilua ist bereits von den Litauern tu eine normalspnrige Bahn umgewundelt worden. An der Umgestaltung der Sirecke von Wilna bis Molodetschno wird zurzeit gearbeitet. Die Stadt Molodetschno liegt nach dem russisch- litauischen Friedensverträge auf litauischem Gebiet, während der Bahnhof in russischer Hand bleibt, well sonst die Verbindung nach Minsk für Rußland gesperrt ist. Während bi>Z Umbaues der Bahn» strecke Wilna- Molodetschno ist eine geregelte Durchführung von KriegSgesangeuen-Transpi.tzügen noch sehr erschwert. Später aber werden die Kriegsgefangenen im deutschen Waggon bis Molodetschno geführt«nd dann auf die russische Breitspurstrecke umgeladen werde». Such auf den russische» Bahnen ist der Transport nicht ganz ohne Schwierigkeiten durchzuführen, da die Strecken infolge dei Kriegslransporte stark in Anspruch genommen sind. Sobald abei eine Einstellung der militärischen Operationen erfolgt, eröffnet sich hier ein äußerst aussichtsreicher und leistungsfähiger Transportweg. Auch dte Frage deS DurchtranSportS der Kriegsgefangenen durch Lettland wurde geiegelt, und auch hier hat sich ein neuer Weg gefunde», so daß mit den Wegen über Finnland und Lettland jetzt vier Wege für den Abtransport existieren, zwei Seewege und zwei Landwege. Die Gewinnung von Landwegen ist um so wichtiger, als die Herbststürme den Abtrausport zur See infolge mangelhasttt Hafenanlagen sehr stark beeinirächligen. �0)p�rigbt for America by Chicago Tribüne.) Die Auswanderung nach Autzland Eine rusfische amtli.�e Kundgebung Die ruisische technische Staatskommission für die Auswanderung deutscher Arbetier nach Sowjet-Rußland ist in Berlin eingetroffen. Sie besieht ans dem Professor der M skauer Bergakademie Nikolai FedorowSki, Ingenieur Alexander Jaffykow und Agronom Alexander Moroffanow. Bon feiten der Kommission erfahren wir folgendes: Sowjei-Rußland bedarf im Augenblick in erster Linie hochquali« fizierter. technisch befähigter Kräfte auf den Gebieten des Transportes, der Schw.rindustrie, des Ackerbaues und einigen anderen Spczial- gebieten. Der Wunsch der deutschen Arbeiter, den russischen Bancrn zu helfen, findet ein begeistertes Echo bei dem russischen Proletariat. Aber die Hilfe muß gut organisiert und geregelt sein. Zur Heranztehnng der geeigneten Kräfte hat die Sowjet-Regierung nach den Erfahrungen de? ersten mißlungenen Transportes deutscher Arbeiter eine neue Kommission gebildet, die mit der Prüfung der Aus- wandercrfrage an Ort und Stelle betraut wurde. Tie Staatskommission erklärt, daß eine Massenübersiedelung zur Zeit nicht i» Frage kommt. In d�m jetzigen Stadium kommen für die Verwendung in Rußland nur hochqualifizierte Arbeiter, technifcho Kräfte und Organisaiionsleiter für eine Reihe ausschlaggebender Betriebe in Betracht. Die Anzahl solcher Kräfte kann zunächst naturgemäß nur eine beschränke sein. Die Russische Technische Staatskommission hat gestern ihre Tätig« keit in Berlin NW 6, Lniseustraße 37, aufgenommen. !i Generalversammlung des Deutschen Eisenbahner-Verbandes Durch einen fchäftsbericht Dresden, 18. September. T Echlußantrag wird die Diskussion über den Ee- beendet. Die Vorstandsmitglieder Dräger und Kotzur verzichten auf das Schlußwort. Vorsitzender Scheffel beschäftigt sich in seinem Schlugwort hauptsächlich mit den Vor- gängen in der Berliner Ortsverwaltung und wirft ihr vor, dauernd gegen die gewerkschaftlichen Grundsätze verstoßen zu haben. Im übrigen sei es ihm in seinem Schlußwort leicht gemacht worden, denn es war bei den Korreferenten nicht immer zu unterscheiden. ob es sich um ein Referat oder ein Korreferat handelte. Eine Ausnahme Hab« Kammerer nur gemacht, der seine Ausführungen halte ersparen können. Zur Rätefrage betont der Redner:„Wir haben alles getan, um das wirtschaftliche Rätesystem auf di« Höhe zu bringen. Es ist nicht unsere Schuld, wenn der Zentralrat so jämmerlich versagt hat. Trotzdem haben wir immer wieder versucht, durch Anerkennung eines zweiten Zentralrates und durch Ausbau der Betriebsräteabteilung unsere Mitglieder zu befriedigen." Unter dem Thema:„Der organisatorische Aufbau des Berban- des", referierte Brunner. Er gibt zunächst einen geschichtlichen Abriß über die Entwickelung der gewerkschaftlichen Organisationen. Wenn wir die Einheitsorganisation für Arbeiter und Beamte, die uns die Entwickelung gebracht hat, erhalten wollen, dann müssen wir besondere Sektionen schaffen und zwar: a) Betriebs- arbeiter, b) Werkstättenarbeiter, c) Fahrbeamte, d) technische Be- amte, e) stationäre Beamte.— Die Statutenberatungskommission habe dem noch eine Jugendsektion hinzugefügt. Zu diesem Punkt nimmt der als Gast anwesende Vorsitzende des Deutschen Transportarbeiter-Verbanoes, Schumann, das Wort und empfiehlt unter dem Beifall der Versammlung die Zusammenfassung der gesamten Arbeiter, Angestellten und Beamten der Verkehrsgewerbe zu einer großen Arbeitsgemeinschaft. Unter den nachfolgenden Diskussionsrednern spricht sich Hölzl-Lands- Hut, für den Anschluß des gesamten Postpersonals an den Deut- jchen Eifenbahner-Verbaild aus. Die Zeit wird kommen, wo das Postpcrfonal bei allen einzuleitenden Bewegungen gebraucht wird. Darum empfiehlt es fich, gemeinsam mit ihm eine einheitliche Betriebsorganisation zu schaffen. Ein Antrag Ulrich- Verlin, zunächst den Bericht der Be- schwerdekommission entgegenzunehmen, weil der Vorstandsvertre- ter die Verhandlungen abgebrochen habe, wird�qbgelehnt. Für die Einheitsorganisation der Verkehrsarbeiter Einstimmig gelangt folgende Entschließung zur Annahme: „Die außerordentliche Generalversammlung des Deutschen Eisenbahner-Verbandes wolle beschließen: 1. Das in den Verkehrsbetrieben des Reiches, der Länder, Pro- vinzen, Gemeindeverbänden und der Gemeinden beschäftigte «»>...?----< r- J- v— or>----< Sv cf> t.___ �. r. � Personal, sowie da» Personal der privaten Verkehrsbetriebe WWWMWVW�WW�����W�W>W ehr ist zu einer I nd ustr ie or ga n i s a t i o n zusammenzu- schließen. Für die Uebergangszeit ist eine Arbeitsgemeinschaft zu bil- den. Der Hauptvorstand wird beauftragt, sofort mit dem Transportarbeiter-Verband zwecks Gründung einer Arbeits- gemeinfchaft in Verhandlungen zu treten. Zu dem gleichen Zwecke an alle übrigen Berufsorganifatio- nen der Verkehrsarbeiter, Angestellten und Beamten heran- zutreten. Die Unterhandlungen sind derart zu beschleunigen, vaß die Arbeitsgemeinschaft in aller Kürze verwirklicht wird. Ins- besondere ist von den an der Arbeitsgemeinschaft beteiligten Verbänden eine einheitliche Zusammenfassung des Post- und Telegraphenpersonal«, sowie des Personals der Klein- und Privatbahnen herbeizuführen. Diese Arbeitsgemeinschaft soll den Namen„Deutscher Verkehrsbund" führen. S. Die an der Arbeitsgemeinschaft beteiligten Organisationen alsbald in selbständige Sektionen der Industrieorganisa- sind I»,»v t»»»»...,---- tion des Berkchrswefens umzubilden. *?Ä«,ÄÄÄ'SI"W'""'°"'--u. ÄÄ hr und Post. Diese �ayt vurft«_______, sten Wochen noch bedeutend erhöhen. Damit hat sich das Ver- ..... � geschaffen, der bei den künftigen >ns- und Dienstverhältnisse eine erlangen dürfte. lluKnerauyLn Mornhavit-, Schwielen u.War-Jten ibsseffigt«chneii,9ieh»r u, schrrwruclo» . KuKIrol loooooo fach bewährt Pi»e/s M.3,-Jn Apotheken u. Di-ogenen cphäiriitl� WrjicW vorKdtOdlHTiuDQen.KukiPol stebt einzig tJa, Theoler mi» Serpüpngen tpj Volksbühne 7 Uhr- SWev von öelldrovv Neves Mstheater Köpenicker Str. 68. "/.uh-- Biberpelz Staatstheater Opernhaus 7 Uhr: Tiefland Lch-uspirlhau» 7 Uhr i Fiihm« HenW Direktion: ORaf Reinhardt. SeWes HeMr ?u. i Der lebende Leichnam Kamerspiele > Uhr! Di» DrandstStte vroßes Schauspielhavs Aorlstrahe 7 Uhr! Danton <».«bieilung. I. Abend) Neues Sperettenhaus Direktion Jean Kren 7 Uhr: Operette in drei Akten nach einem Wotio Petöfi. »BN Fritz Grlnbaum. Theater i. d. Königgrätze? Str. U.: Vaumelster Solnetz Mittwoch l'zg Uhr: Erdgeist Donnerstag zum t.Male: IWIroneloUna Lustspiel von Earlo Ooldoui Mke Heins, Heinz Salfner, Johannes Niemann. Julius Brandt, Ernst Pröckl, Dora Schlüter, Eva Brock» Ernst Dehmer) Komödienhaus «ine Rächt i. Paradies Berliner Theater >/,8 Uhr: Der letzte Walzer mit Fritzi Massary. Ltsfiig-Theckr Heute bi» Freitag, 7», Uhr: Die Tänzerin /j U. 1 Kind frei. Ta:izp&last Könipstaiit-Kasino MolzmorktstraSe 72 am Bhf. Zanuowitzbrüche 7Sgi>«-ir Sali Vlocbsntagz 7>>», Soanlagi S v. u. ll. gn. pwgramm Ende vor 10 Uhr Sonntags 2 Vorstellungen. Trimoll- Heuler llvahnhos Friedrichstrahe) W Untreu Mittwoch«Uhr: Kleine Preise ItoUttIppai,»» Donnerstag, 23.: Sum 1. Male Der Roman alnar Frau Sonnadd.«: Rotlt»ppchon Restdeilz- Heuler lStadtbahn Fanno witzbrücke. Untergrundbahn Klosterstrahel Heute 4 Uhr! Kleine Preise Schneemittche» MS- Sie Stennöto 6«0C=3 Sie ZrMdi« Nose» Theater 7./.UH-- Sle Mev. 7 hinter■ Uuttbno.Toi Tri Moritzpiati 1481«. Tägl: 7Vf o. Nonn tag nnchm. it Uhr: iiieSUnger Blttthecn-Ktnzsrt orTk. II— IV, u 4-80. Neue Welt Anrold Scholz �Ms-Mtzeid- 10«— 1� Täglich Konzert und Vorstellung Dienstags, Mittwochs, Donnerstags u. Sonntags mmmm Grotzer Voll, mrnrnm Die Kaffeeküche ist tägl. geöffn. Anfang wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. n I zum ersten Male in Berlin I. Dölzig er Stratz« 10-2» V<ö Min.». Bhf. Franks. All. Glanzooll««rilffaieng de» lltiigigen Vastspiel» MM.ll. M.,I>Uz>!M sowie dann täglich, abends » Uhr, das große Sensation»» Schlagerprogran««», Cuna-park 1 Jeder Erwachsene hat das Recht, bis k Uhr nachm. l i l Kind unter 12 Jahren frei einzuführen— kliie- prsgramm fflACiPm geotlunackToIIgeetreift, herabgesetzt o? 22 DIPSCSE 170, 200, 2,0. 290, ,20 and M. 1 1> lachet!-Anfüge SZS 1100 modern verarb,. I» allen ffibgl. Farbonstollangen früher 900 42 ffA jetzt M. Oöü früher 1150«7AA jetzt M. iUv echt eaglischea Stoffen-oedl? A trüber 1950, jetzt M. Cutaway n. 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Versammlung der bei den Innungs- meistern Groß-Berlins beschäftigte« Kollegen um S Uhr. Tagesordnung: Wahl des Gesellenausschusses und dek Beisttzer zum Innungsschiedsgericht. Donnerstag» den LS. September 1920» abends 5 UHK Branchen- Versammlung der Schwarzblechschlosfer im Lokal von Wollschlitger, Adalbertstraße 21. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit dem DemobUmachungskommisfar. 2. Verschiedenes. Donnerstag, den 23. September 1929» abends 5 Uh« Branchenversammlung der chirurgischen Branche in derAula desSophien-Realgqmnasiumo.Weinmeifterftr.lS/lf Togesoednung! 1. Allgemeine» Bericht über dl« Branche 2. Berschiedear». Betriebsriite unit �ertrauenelcflie der llnl� Wpe III. Auto-. Flugzeug- u. Fabrradiuduslrie Gruppenversammlung ZNtttmoch, de« 22. September 1920, abend» S'i, Uh« in der Schulaula, Koppenplatz 12. Tagesordnung! i. Dolkswirtschaftliche Kritik über di« gegenmäriige Lage in der Industrie. Res. Müller, Neuha»». 2. Stellungnahme zu de» In der letzten Versammlung startg» sundenen Wahlen. Di« Delegierten der Metallardeiter-Seneralversammlung sink besonders dazu eingeladen. Am Dienstag, de« 21. September 1929, abends 7 Uh« in der Aula der iL«mein de schule, Bipsstr. 23 a. Branchenversammlung aller in den Fahrstuhlbetrieben beschäftigte- Kollegen. Tagesordnung: 1. Bericht über die Singruppienntg- 2. Branchenangelegenheit. 3. Bcrschiedene». Di« Ortsuerwaltang. Mr waren die lchtcu. welche die Preise für AugenglSser erhöhten, aber die erste», welche heruntergingen.' Mit der Valuta ist der Goldpreis aefalleu; wir haben uns dem genau angepaßt. Be- achten-sie die unlen genannten, weit herab- gesetzten Preise für echte ISlarSttge Gold- Brillen und Kneifer!— Aber ohne Etuflaß ist die Valuta auf die meisten andere» Artikel der Optik, weil diese auZ Jnlandsmaterial erzeugt werden. Dafür sind nur Löhne und Unkosten maßgebend. Diese sind nicht ver- mindert, aber wir haben doch die Preise herab- gesetzr. 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I», N.Markt >Vem8to<& Vl/zij. sich über alle Fragen sachgi »» maß informieren will, der kommt nicht mit der Tageszeitung aus r\Af. muß BBchar, BroschilrDn und } L-vF Zeltschriften zu Hilfe nehmen Diese kauft man am besten in der WWss BERLIN, Breite Str. 8-9 i: Oeöffnet bis 6 Uhr abends n Str. 394 Beilage zur„Freiheit" Dienstag, 21. September 1920 Konferenz der Erwerbslosenräte Preußens Am SonntiW begann im Vereinhaus Süd-Ost die Konferenz oer Erwerbslosenräte, die aus allen Teilen des Landes gut bc- Iickt war. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde be- chlossen, die bisherigen Arbeitslosenräte Verlins an der Kon- «enz teilnehmen zu lassen. Für den sogenannten Aktionsrat .am Sonnabend nannten fie sich noch politische Arbeiterriite) ver- mnAte Fi cht mann zur Konferenz zugelassen zu werden. Er «hielt jedoch nur zu einer Erklärung das Wort, in der er aus- führte, dah der Artionsrat nicht gegen die Arbeitsloseuräte ist. Er sollte nur die vorwärtstreibende Kraft fein. Demnach würden also die Arbeitslosenräte in Berlin noch ihr Amt weiter aus- üben können. Fichtmann lehnte die Verantwortung für die Vor- kommnisse am Sonnabend ab. Aber das ist es ja, was man diesen Leuten vorwerfen muh, daß sie hinterher, wenn ihre Quertreibereien Unheil angerichtet haben, die Verantwortung auf .die Masse" schieben. Nach Wahl der Mandatsprüfungskommission hielt Schwab einen Vortrag über die politische Situation und die Erwerbs- losen. In einer sehr eingehenden Darstellung der deutschen, sowie der weltpolitischen Verhältnisse, kommt er zu der Auffassung, dah die Voraussetzungen einer revolutionären Welle vorhanden sind. dah die Massen jedoch den Ernst der �age noch nicht erkannt haben. Die Tätigkeit der Erwerbslosenräte muh immer schwie- riger werden, weil mit Teilaktionen nichts geschaffen werden kann. Gen. Hesselbarth, als Vertreter der U. S. P. D., stimmte dem Referenten grundsätzlich zu, und zeigte, wie der in der U. S. P. D. geschaffene Aktionsrat bereits die Tätigkeit ausübt, die den von anderen Parteien propagierten politischen Arbeiterräten zu- gewiesen ist. Gen. Fuchs für die K. P. D. erklärt, die Situation sei von äuherster politischer Gespanntheit. Die Propaganda für poli- tische Arbeiterräte soll dazu beitragen, das Proletariat auf diese gespannte Situation aufmerksam zu machen. Auf die Frage des Referenten, ob die Arbeit der Erwerbslosenräte in der gegen- wältigen Form weitergeführt werden soll, erklärte er� Wir haben auch die Pflicht, die Erwerbslosen vor augenblicklicher Not zu schützen, müssen aber gleich sagen, dah eine wirkliche Hilfe auf diese Weise nicht möglich ist. Nach der Mittagspause erstattet die Mandatsprüfungskom- Mission ihren Bericht. Einige Beanstandungen werden aufge- klärt. Sodann wird die Diskussion fortgesetzt, wobei von den Anhängern der verschiedenen sozialistischen Parteien die Auf- fassung ihrer Partei sehr sachlich und eingeheird vertreten wird. Ein Vertreter der Union nahm gegen die Gewerkschaften Stel- lung. indem er auf den Zentralverband der Angestellten ver- wies, der ja allerdings für solche Agitation gute Angrufsrlache bietet, aber glücklicherweise nicht als die typische Gewerkschaft betrachtet werden darf. Als Ergebnis der langen Auseinandersetzung können folgende Resolutionen betrachtet werden, die jedoch erst morgen zur Abstimmung gelangen: Resolution 1.„Der Zusammenbruch der imperialistisch- kapitalistischen Wirtschaft beginnt sich, letzt voll auszuwirken. Das Unternehmertum sucht durch steigenden Druck auf die Arbeiterschaft und durch Abbruch und Ausverkauf der Produk- tionsmittel seine Existenz als aussterbende Klasse fortzufristen. Die Staats- und Gemcindefinanzen gehen unaufhaltsam dem offenkundigen Bankerott entgegen. Die Konterrevolution hat --'f----* rtArtOit Sti> WofinTllltrt« an- Deutschland Aus marschgel ��n°diese? ifiw�kann' dem steigenden Elend der Erwerbslosen durck- Erringung einzelner Erleichterungen nur jeweils auf kurze Z�it beaeqnet werden. Die Tatsache det_ standig zu- nehmenden Arbeitslosigkeit ist eine Frage des gesamten Proletariats. Die Erwerbslosenrate müssen daher ihre Tätigkeit darauf konzentrieren, die Soli- darität der Arbeitenden mit den Arbeitslosen b°r,ustcllen und die Untcrnehmersabotage mit allen Mitteln zu verhindern. Nicht durch Verzweiflungsakte, nicht durch vereinzelte Teilaktionen, sondern nur durch den entschlos- lenen Kamoi des gesamten revolutionären Proletariats kann mit der kapitalistischen Ausbeutung auch das Elend der Ar- ��Resolo?ion' 2''(' He sstlbarA,).„Die Konferenz hat erkannt, dah der Anschluh an die dritte Internationale im Interesse des ge- samten Proletariats von allen revolutionären Parteien unde- dingt vollzogen werden muh. Die dritte Internationale ist allem in der Lage, die Weltrevolution weiter zu treiben und so- mit das gesamte Proletariat von dem Elend einer korrupten kapitalistischen Gesellschaftsordnung zu befreien." Der 2. Tag begann mit dem Bericht über die Verhandlungen mit der Reichsregierung, der von Gen. E e i h l e r und Wurm er- stattet wurde. Da die Verhandlungen noch nicht ganz abgeschlossen sind, wird das Endergebnis den Delegierten noch schriftlich mi'tge- teilt. Die Arbeitslosenräte der Berliner Vororte gaben hierauf die Erklärung ab. dah sie jede Zusammenarbeit mit dem am Sonn- abend in Berlin gewählten Aktionsrat ablehnen. Die Delegierten der einzelnen Städte berichteten sodann über die Ortsverhältnisse und über ihre vielseitige Arbeit, die oft von Magistratsdezernenten und Regierungspräsidenten behindert wird. Einen besonders zähen Kampf hatte der Erwcrbslosenrat in Magdeburg gegen einen rechtssozialistischen Stadtrat zu füh- ren. Zweimal vom Magistrat abgesetzt, hat sich der Arbeitslosen- rat schließlich doch die Anerkennung seiner Tätigkeit errungen. Aus dem Bericht eines anderen Vertreters ergibt sich, dah die letzte Reichskonferenz bespitzelt wurde. In der Nachmittagssitzung wurde der Geschäfts- und der Kassenbericht entgegengenommen. Die Neuwahlen haben ergeben: In den gcschäftsführenden Ausschuh: Michaelis, S t e i n i ck e und To v l o t, und in den Vorstand: S ch l e y- Bres- lau, Rohrmann- Hannover und Damm- Magdeburg. Zum Punkt Verschiedenes geben mehtere Delegierte wich- tige Anregungen. So wird z. B. mitgeteilt, dah in einzelnen Städten die Notstandsarbeiten nicht an Arbeitgeber, sondern an die Arbeitslosen vergeben werden, die sie im sozialisierten Betrieb durchführen. Durch Angriffe eines Vertreters der Arbeiterunion hervorge- rufen, entspinnt sich wieder eine größere Debatte über die Stellung zu den Gewerkschaften und Betriebsrätezentralcn. Da auch die Frage der Dienstag-Demonstration aufgerollt wird, stellt Genosse H e s s e l b a r t h unter Zustimmung der Versammlung fest, dah vom K. A. P. D.-V ertreter gestern gesagt wurde, man müsse das Proletariat auf die Straße bringen, um die Reaktion zu Vorstößen zu veranlassen, die dann Gegenaktionen der Arbeiterschaft hervorrufen werden. So verantwortungslos können nur Leute vorgehen, die keine Massen hinter sich haben. Die U. S. P. D. ist bereit, für die Weihenseer Genossen auf die Straßen zu gehen, nicht aber für ein Dutzend Forderungen, von denen sich jeder aussuchen kann, was ihm patzt. Nach mehrstündiger Debatte kommen die Resolutionen und An- träge zur Abstimmung. Die beiden bereits mitgeteilten Resolu- tionen werden angenommen. Ebenso ein Antrag, der Stellung nimmt gegen die Erfassung der Erwcrbslosenrüte durch die Be- triebsrätezentralen. Die Erwerbslosenräte wollen als selbständioe Organisation mit allen Organisationen des Proletariats in Ver- bindung bleiben. Weitere Beschlüsse fordern, daß sich die Erwerbslosenräte mit den Gewerkschaften und Betriebsräteorganisationen in Verbindung setzen sollen zur Durchführung der Kontrolle der Produktion. Die Gewerkschaften und Betriebsrätezentralen werden des weiteren aufgefordert, sich hinter die Forderungen der Arbeitslosen zu stellen, damit diese von Verzweiflungsaktionen abgehalten werden können. Mit einem Hoch auf die Weltrevolution wurde die Konferenz geschlossen. Achtung Betriebsräte der Metallindustrie! vom 51. September bis 97. September 1920 finden die Unter- gruppenversammlimgeu der Metallindustrie in der Schulaula Koppen- platz statt. Näheres siehe Inserat in der.Freiheit" vom Sonntag. Tagesordnung: Wahl der Delegierten zum ReichSrätekongrcß. Die Betriebsräte der USP. treffen sich an allen Tagen 1 Stunde vorher im genannten Lokal. Pünktliches Erscheinen wird erwartet. Hauptausschuß der Metallindustrie. Eisenbahner und Beamtenvertretung Der Beamtenkommission des Deutschen Eiseubahner-VerbaudeS, 1 Bezirk Berlin, sind seit Bestehen der Orlsbeamtenräte ganz erhebliche Beschwerden zugegangen, die trotz der Beamtenräte nicht beseitigt werden können, weil die Richtlinien über die Betätigungen der Beamten- rate keine genügende Rechte geben. Diese Richtlinien haben sich nur als ein Berwaltungsschntzgesctz erwiesen. Die im Deutschen Eisenbahner- Verband organisierten Beamten protestieren ganz energisch gegen die heutige Beamtcnvertretung in Form der bestehenden Beamtenräte. Große Unruhe unter der Beamtenschaft wird durch die demnächst. zu erwartende Verordnung über„Bcamtenausschüsse" hervorgerufen, welche weitere Verschlechteruuaen in die Rechte der Beamtenschaft bringt. Die Beamtenkommission des Deutschen Eisenbahner-Ver- bandes kennt die Stimmung ihrer Mitglieder, die eS nicht zulaffen werden, daß mit der neuen Verordnung weitere Beschränkungen ein- treten, und fie warnt deshalb alle Kollegen vor voreiligen Handlungen. Sie gibt aber gleichzeitig der Verwaltung zu bedenken, daß weitere Beschränkungen der nicht befriedigenden Rechte der Bc- amtenverlrctung zu keinerlei Förderung des Vertrauens zwischen Verwaltung und Bcamtenheer führen kann. Gemeinde- und Staatsarbeiter zum Betriebsrätekougreß statt. Ge- wählt wurden folgende Kolleg-.'- Karl DeUm», Gustav Schaum, Paul Blank, Erich Schwanebeck, Paul Tabbert. Erklärung Jede Körperschaft, die eine wirksame Tätigkeit entfalten soll, m»K nach außen einig und geschloffen für die von ihr gefaßten Beschlüsse eintreten, vorausgesetzt, daß nicht durch einen besonderen Beschluß ihren Milgliedern die Möglichkeit gegeben ist, ihre abweichende Meinung zu vertreten. Wenn es somit eine selbstverständliche Pflicht der Mitglieder einer Körperschaft ist, sich einem Mehrheitsbeschluß zu fügen, so muß andererseits erwartet werden, daß ihnen daraus keine Schwierig- ketten seitens ihrer Maudatgeber bereiiet werden. Das ist aber leider von der Mitgliedschaft Berlin des Holzarbeiter- Verbandes geschehen, die dem Genoffcn Siegle deshalb, weil er in der Betriebsrätefrage für die Beschlüsse des GcwerkschastLaus- schnsses eingetreten ist, seines Postens als erster Bevollmächtigter enthoben hat. Der Gewerkschaftsausschuß hatte, als er den Organisationen den Vorschlag unterbreitete, die Betriebsräte im Rahmen der Gewerkt schaflen zu organisieren, nach reiflicher Ueberlegung und in der besten Absicht gehandelt, der Arbeiterschaft zu dienen. Die Berliner Arbeiterschaft hat in ihren Gruppenversammlungen anders entschieden. Der GewerkschaftSausschnß hat sich diese» Be- schlüffcn gefügt, und er mußte sich fügen, weil er sich eben unr al ausführende? Organ der angeschloffeuen Organisationen fühlt. Nach diesem Grundsatz bat auch Genosse Siegle gehandelt. Dem Ausschuß der Berliner GewerkschastSkommission liegt es fern, den Mitgliedern der Organisationen das Mitbestimmungsrecht streitig zu macheu, er hält eS aber für seine Pflicht, zu erklären, da': Genosse Siegle nur die Beschlüsse des Ausschusses der Gewerkschafts- kommifston vertreten hat. Seine Mandatgebcr hatten das Recht, anders zu beschließen. Es widerspricht aber allen gewerkschaftliche- Grundsätzen und dem Recht der fteten Meinungsäußerung, wenn Genosse Siegle deshalb, weil er den Beschluß des Gewerkschaft-?- ausschnsses vertreten hat, dafür mit Amtsenthebung bestraft wird. Wenn in allen Gewerkschaften nach den gleichm Grundsätzen ge- handelt werden sollte, so müßte es dahin führen, daß aufrecht.- Männer mit einer gefestigten Ueberzeugung überhaupt nicht melr «inen Posten in der Organisation annehmen und dadurch jede Initiative und Entschlußkraft gelähmt würde. Aus diesem Grunde — die Person bleibt für uns aus dem Spiel— erblicken wir k den Borgängen im Holzarbeiterverband nicht nur einen Fall Siegle. sondern eine Gefahr für die Organisation. Wir hoffe» daher,' tochtz sich solche Fälle nicht wiederholen werden. Bei dieser Gelegenheit halte« wir es für unsere Pflicht, zu den: Artikel des Holzarbeiter-VerbandeS„Feststellung von Tatsachen", in Nr. 376 der„Freiheit" das Folgende zu erklären: Es ist nicht richtig, wie es in diesem Artikel heißt, daß in der Plenarversammluug der Gcwerkschaftskommisstou, in der di; Vorschläge für den Vorsitzenden der Kommission gemacht wurden, für den auch Genosse Siegle vorgeschlagen war, von einem Ver- treter de» Holzarbeiter- Verbandes der Allsruf getan wurde:„Der, Siegle könnt ihr haben." Wäre dieser Ausruf erfolgt und damit zum Ausdruck gebracht worden, daß der Genosse Siegle w seinem Verband entbehrlich ist, wäre die Wahl des Vorsitzenden der Geiverkschaftskommtssio» nicht mit so großen Schwierigkeiten verknüpft gewesen. Diese Erklärung hatte der Ausschuß der Gewerkschaftskommtsston durch einen seiner Vertreter persönlich in der Generalversammlung der Holzarbeiter abzugeben beabsichtigt, dem aber der Zutritt zu derselben verweigert wurde. Wir bedauern das,»nd zwar nicht Die Utopie in der Wirklichkeit Eine Friedensnovelle von August Strindberg. I. » war vierzehn Tage nach Sedan, also Mitte September 0. Der Beamte im preußischen geologischen Bureau, zur t Leutnant der Reserve, Herr von Bleichroden, saß im f6 du Cercle, dem vornehmsten Wirtshaus des kleinen cfes Marlotte, in Hemdsärmeln vor dem Schreibtisch. i Waffenrock mit dem steifen Kragen hatte er über eine chllehne geworfen�. der hing nun da, schlaff und zu- tmengefallen wie eine Leiche, jrnt den leeren Aermeln mpfhaft die Stuhlbeine umfassend, um sich vor einem cnüberfallen zu schützen. In der Taille sah man die Spur Säbelkoppels, und der linke Schoß war von der Scheide iz blank poliert. Der Rücken war bestäubt wie eine Land- iße;— der Herr Leutnant-Eeolog konnte auch abends am ume seiner abgenutzten Hosen die tertiären Lagerungen Terrains studieren, und wenn die Ordonnanz mit ihren intzigen Stiefeln ins Zimmer kam. sah er sofort an den iircn am Boden, ob sie durch Eocan- oder Pliocän- mationen gegangen war. tt war tatsächlich mehr Esologe als Militär, doch äugen- klich war er Briefschreiber. Er hatte die Brille auf die rn geschoben, saß, Feder in Ruhe, da und sah zum Fenster aus. Der Garten lag in all seiner Herbstpracht da: zfel- und Birnbäume senkten unter der Last der schönsten ichte ihre Zweige bis auf den Boden,' apfelsinenrote Kür- e sonnten sich neben stachligen graugrünen Artischocken- errote Tomaten kletterten an ihren Stocken dicht neben imwollweißen Blumenkohlköpfen; Sonnenblumen, so groß Teller, wandten ihre gelben Scheiben nach Westen, wo Sonne anfing zu Tal zu gehen,' ganze Wäldchen von hlien, weiß wie frischgestarkte Leinwand, purpurrot wie onnenes Blut, schmutzigrot wie frisch geschlachtetes Fleisch, >srot wie das. was man Geschlinge nennt, schwefelgelb, hsfarben, scheckig, fleckig, sangen ein einziges großes cbenkonzert. Und dann der mit Sand bestreute: Eang, i zwei Reihen Riesenlevkojen bewacht' schwach flieder- ben, blendend eisblau, strohgelb, zogen sie die Perspektive dahin, wo die Weinfelder in ihrem Braungrün standen. Wäldchen von Thyrsosstäbchen mit den halb unter dem »be verborgenen geröteten Trauben. Und dahinter: die gilbenden, ungeernteten Halme der Getreidefelder mit den übervollen Aehren, die betrübt auf den Boden niederhingen, mit weit geöffneten Hülsen und Deckblättern, und bei jedem Windstoß der Erde ihr Darlehen wiedergaben, von den Säften gesprengt wie die Brust der Mutter, die ihr Kind nicht säugen darf. Und ganz im Hintergrunde die dunklen Eichenkronen und Buchengewölbe des Waldes von Fontaine- bleau, deren Konturen sich in die feinsten Auszackungen auf- lösten wie alte Brabanter Spitzen, durch deren äußerste Maschen die wagerechten Strahlen der Abendsonne Gold- faden einschlugen. Roch besuchten einige Bienen die pracht- vollen Honigbehälter draußen im Garten: ein Rotkehlchen zwitscherte im Apfelbaum: starke Düfte aber kamen dann und wann stoßweise von den Levkojen, wie wenn man auf einem Trottoir geht und die Tür zu einem Parfümladen ge- öffnet wird. Der Leutnant saß, die Feder Gewehr in Ruhe, da und war ersichtlich von dem prachtvollen Anblick entzückt. Welch schönes Land, vachte er, und seine Gedanken zogen zu dem Sandmeer seiner Heimat, das mit einigen elenden Zwergkiefern ausgebakt war, die ihre knorrigen Arme zum timmel emporstrcckten, als bäten sie um Gnade, nicht im ande ertrinken zu müssen. Doch das herrliche Gemälde, das die Fensterzarge wie ein Rahmen einfaßte, wurde dann und wann mit der Regel- Mäßigkeit eines Pendels, von dem Gewehr der Schildwache beschattet, deren blankes, blitzendes Bajonett das Gemälde in der Mitte durchschnitt und gerade unter einem Birnbaum kehrt machte, der mit den schönsten zinnobergrünen und lad- miumgelben Napoleonbirnen behängt war. Der Leutnant dachte einen Augenblick, ihn zu bitten, einen anderen Paß zu wählen, aber er wagte es nicht. So wandte er, um den Blitzen des Bajonetts zu entgehen, seine Augen nach links auf den Hof hinaus. Dort stand das Küchsngebäude mit seiner gelbgetllnchten Wand, ohne Fenster, und mit einem alten knorrigen Weinstock, der gegen die Wand ausgespannt war wie ein skelettiertes Säugetier in einem Museum: es fehlten ihm Laub wie Trauben: er war tot und stand da wie ans Kreuz geschlagen, an dem niedergefaulten Spalier festgenagelt, seine langen, zähen Arme und Finger aus- streckend, als wolle er die Schildwache, wenn sie in seiner Nähe kehrt macht, in eine einzige Spukumarmung ziehen. Der Leutnant wandte sich von dem Anblick ab und ließ die Blicke auf den Schreibtisch niederfallen. Da lag der un- vollendete Brief an seine junge Frau, die vor vier Monaten sein geworden war, zwei Monate, ehe der Krieg ausbrach. Reben dem Feldstecher und der französischen Eeneralstabs- karte lag Hartmanns„Philosophie des Unbewußten'� und - i Schopenhauers„Parerga und Paralipomena". Plötzlich stand er vom Tische auf und ging esnige Male durchs Zim« mer. Es war der Bersammlungs- und Speisesaal der nun geflüchteten Künstlerkolonie. Die Täfelung der Wände war in den Kassetten mit Oelgemälden geschmückt, den Erinnerun- gen an sonnige Stunden in dem schönen, gastfreien Lande. das so generös dem Fremden feine Kunstschulen und seine Ausstellungen austat. Hier fanden sich tanzende Spanierin- nen, römische Mönche, Küstenpartien von der Äormandie und der Bretagne, holländische Windmühlen, nordische Fischerdörfer und Schweizer Alpen. In einer Ecke hatte sich eine Nußbaumstaffelei verkrochen und schien sich vor einigen drohenden Bajonetten im Schatten verstecken zu wollen. Eine mit nur halb getrockneten Farben beschmierte Palette hing daran, die aussah wie eine ausaenommene Leber in einem Triperie-Fenster. Einige spanische feuerrote Miliz- mutzen, die Uniformmütze der Maler, mit Spuren von Schweiß, von Sonne und Regen halb gebleicht, hingen am Kleiderständer. Der Leutnant fühlte sich geniert, als fei er in eine fremde Wohnung eingedrungen und erwarte, der Wirt werde kommen und ihn überraschen. Er stellte deshalb bald feine Promenade ein und setzte stch an den Tisck, um an seinem Briefe zu schreiben. Die ersten Seiten harte er fertig: sie waren voller herzlicher Ergüsse des Kummers, des Bormissens und der Besorgnisse, da er neulich Nachrichten bekommen hatte, die seine frohe Hoffnung, Vater zu. werden. bestätigten. Er tauchte jetzt die Feder ein, mehr, um mit einem Menschen sprechen zu können, als um Nachrichten mit- zuteilen oder Auskunft zu verlangen. Und so schrieb er: „So zum Beispiel, wie ich mit meinen hundert Mann, nach einem Marsche von vierzehn Stunden ohne Essen oder Wasser, an einen Wald kam, wo wir auf einen zurück- gelassenen Proviantwagen stießen. Weißt du, was da geschah? So ausgehungert, daß ihnen die Äugen im Kopfe standen wie Bergkrystalle in Granit, löste sich die Truppe auf und warf sich wie Wölfe über das Essen: und da das kaum für fünfundzwanzig Mann reichte, gerieten sie ins Handgemenge. Auf meine Kommandoworte hörte niemand, und als der Sergeant mit dem Säbel auf sie losging, schlugen sie ihn mit- den Gewehrkolben nieder! Sechzehn Mann blieben verwundet und halbtot auf dem Platze. Die, welche über das Essen kamen, aßen so maßlos, daß sie krank wurden und sich auf den Boden niederlegen mußten, wo sie sofort in Schlaf fielen. Das waren Landsleute gegen Landsleutc. das waren wilde Tiere, die stch ums Essen schlugen!" i (Fortsetzung folgt.) uar, weil uttS dadurch die Möglichkeit genommen, den Sachverhalt richtig zu stellen, sondern auch deshalb, weil dadurch dem Ausschuß ein Recht streitig gemacht worden ist, das bisher als selbstverständlich Salt, i>. h., eiuen Vertreter in die Versammlungen der der Gewerk- Haftskommission angeschlossenen Organisationen zu senden. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Sitzung der GewerKschaftsKommisfion Am kommenden Donnerstag, den 23. September, abends 6 Uhr, findet im Saal 1 des Eewerkstfinftshauses, Engelufer 14/15, eine Plenaroersammlung der Eewerlschaftskommijsion Berlins und Umgegend statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Aus- schusses über das verflossene Keschaftsjahr: 2. Beratung der neuen Satzungen: 3. Antrag der Friseure betr. Sonntagsruhe: 4. Ber- schiedenes. Der Einlaß erfolgt nur gegen Vorzeigung der schriftlichen Ein- ladung der Eewerkschaftskommission. Demonstration der Portiers Eine machtvolle Demonstration veranstaltete am Sonntag der Deutsche Portier- Verband(Sektion Vll deS Deutschen Transportarbeiter Verbandes). Zwischen 10 und 11 Uhr vormittags versammelten sich trotz des«nglinstigcu Wetters mehrere taufend Portiers. Fahrstuhlführer. Wächter und HauSreinigerinncn auf dem Witten- bergplatz in Charlotteuburg, um gegen ihre elende Entlohnung zu protestieren. Aon 7 Rednertribünen wurden Ansprachen gehalten, wobei darauf hingewiesen wurde, daß, wenn die Hausbesitzer nicht in den nächsten Tagen Zugeständnisse in der Entlohnung machen, zu schärfereu Mitteln, d h. zum Streik gegriffen werde. Die organisierte Groß-Berlincr Arbeiterschaft soll aufgefordert werden. Solidarität zu Üben. Nach Annahme einer Resolution wurde ein DemonstrationSzug veranstaltet. Mehrere hunderte von Plakaten wiesen auf den Ernst der Situation hin, deS weiteren wurden große Banner im Zuge mitge- führt. Selbst mehrere Fuhrwerke mit Transparenten wurden in den Dienst der Sache gestellt. Unter Hochrufen auf den Deutschen Portier- verband und„Nieder mit den Hausagrariern", bewegte sich der un- übersebbare Zug durch die feinsten Straßen des Westens. Eine Demonstration, wie sie der Westen wohl noch niemals gesehen hat. Um 2 Uhr langte der Zug am Wiutcrseldplotz an. wo nochmals An- sprachen gehalten wurden und wo auch Vertreter des Miete, Verbandes Groß Berlin das Wort ergriffen und erklärten, daß sie mit den Forderungen der organisierten Portiers einverstanden sind und in jeder Hinsicht die Portiers unterstützen würden-. Unter Hochrufen auf den Deutschen Portier-Berbaud. wurde der Zug alsdann aufgelöst. Streik in den Spritfabriken Bei den F'rmen Kahl bäum, Adlershof, Spritwerk, und Nord- und Süddeutsche Spritfabrik, Lichtenberg, sind geben, morgen die gesamten Arbeiter in den Streik getreten wegen Nichtanerkennung des vom SchlichtungSauSschuß einstimmig gefällten Schiedsspruches. Die Ansicht des Herrn Direktor Hirsch in Firma Kahlbaum, daß ein derartiger Erprcsscr-Schiedssprnch von ihm nicht anerkannt werden könne, deckt sich vollkommen mit dem Ausspruch des Syndikus dieser Akbcitgebergruppe. Herrn Leidrock:.Jetzt weht ein anderer Wind, jetzt haben wir zu bestimmen!" Der Beschluß der Arbeitsniederlegung wurde in einer vom Verband der Brauerei- und Miihlenarbcitcr und vom Böttcherverband einberufenen Wer- ainmlung einstimmig gefaßt. Der Schiedsspruch für Mühleuarbeiter Eine am tg. d. Mts. tagende Versammlung der gesamten Mühlen- arbcitcr Groß-Berlins erklärt sich mit dem vom Schlichtungsausschuß am 13. September gefällten Schiedsspruch unter der Voraussetzung der bedingungslosen Annahme seitens der Arbeitgeber, wonach die Löhne für alle Gelernten 270 Mark, für Ungelernte 2K0 Mark und für Frauen 185 Marl betrage» sollen, einverstanden. - Sollten jedoch die Unternehmer bis Mittwoch, den 22. d. MtS., ihre Zustimmung zu dem Schiedsspruch nicht geben, so nehmen die Mühlenarbeiter ihre alten Forderungen wieder auf, und ist die OrtS- vcrwalinng und die Lohnkommission beauftragt, alle daraus sich welicr rrg-benden Maßnahmen zu ergreifen. Zur Lohnbewegung der Verficheruugseinnehmer Die„Vck»oria"-Versicherung hat die vom Reichsarbeitsministrrium ansgespiochene Verbwdlichkeitscrklärung des Schiedsspruches vom 23. Ju!i mit der Kündigung ihrer gesamten Einnehmer zum 31. Ok- tober d. IS. erwidert. Sie beabsichtigt, die gekündigten Einnehmer als Jnkassoagenten weiter zu beschäftigen. Zu der ganzen Angelegen» heit werden die Einnehmer aller deutschen Versicherungsgesellschaften aus einer vom Zentralverband der Angestellten einberufenen Reichs- lonserenz am Sonntag, den 23. September, vormittags 3 Uhr, in Berlin. Engcluser lS,(GewerlschaftShauS, Saal 3), Stellung nehmen. ErfolgreicherAngestelltenstreikimTpielwaren-Galanteri«, Grotzhaudel. Tas Angebot der Arbdiptdir, die bestehenden Gehälter um 20 pCt. zu reduzieren, wurde durch eine feiten? deS ZentralverbaudeS der Angestellten eingeleitete Lohnbewegung zurück- gewiesen. Ein fünftägiger Streik schloß mit dem Ergebnis, daß die Löhne nicht verringert, sondern um 12—40 pCt. erhöht wurden. Maßregelunge» finden nicht statt, die Streiktage werden bezahlt. Die Arbeit ist seit Montag stüh wieder anfgenommen. Ausdehnung des Streiks bei der Raiffeisen- Genossen- schuft. Dre kausmäuntschen Angestellten der Niederlassung KöSlt» t. Pom. haben sich dem Streik bereits angeschlossen. Weitere Nieder- lassungen im Reiche dürften heute dem Beispiel folgen. Die Sttm- mung der Angestellten ist demzufolge nicht allein in Berlin, sondern auch im Reiche gut. Die Firma hat die grüne Polizei als Hilfe angerufen, obwohl die Streikposten hierzu kein« Veranlassung ge- geben haben. Sollte eS bei diesem Streik zu Komplikationen kommen, dann trägt einzig und allein die Frrmenlcituug die Schuld; hat doch der Prokurist der Firma, Herr Robert, einem Streikposten und dem G-wertschaftssckretar Prügel angeboten. Der Demobilmachuvgs- kommissar, der von beiden Parteien augernse« war, hat Gewerk- schaftsvertretern gegenüber erklärt:„Die Anberaumung eines Ver- Handlungstermins sei noch nicht zweckmäßig, da beide Parteien noch zu siegesbewußt wären." Die Einigkeit der Streikenden wird den Siegeswilleu der Arbeitgeber brechen und zwar sehr bald. Kalle- ginnen und Kollegen, fühlt Euch eins mit diesen kämpfenden Brüdern, lehnt jede Streikbrechcrarbeit ab. Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe 17. Achtung! Arbeitslose der Firma Beermann. Dienstag, 21., Versammlung in der Rennbahn. Der Kampf um de« Magistrat Der Fünfundzwanziger Wahlausschuß der neuen Berliner Stadt- oerordnetenversammlung trat gestern abend zum 15. Male unter dem Vorsitz des Stadtverordnetenvorstehers Genossen Dr. W e y l im Berliner Rathaus zusammen. Zu dieser Sitzung hätten sich auch Mitglieder der Rechtsparteien eingesunden. Diese beantrag- ten mit Unterstützung der Demokraten, 12 unbesoldete Stadträte zu wählen. Die Mehrheit des Ausschusses lehnte diese Anträge einmütig ab, worauf alle bürgerlichen Mitglieder des Ausschusses die Sitzung verließen. Der Vorsitzende erklärte vorher noch, daß sie alles daran setzen würden, alle Anträge, die bis jetzt von der Mehrheit beschlossen worden seien, auch im Plenum der Stadtver- ordnetenversammlung zur Annahme zu verhelfen. Den Mehr- heitsparteien käme es gar nicht darauf an, evtl. auch die ganze Nacht hindurch die Beratungen fortzusetzen. Für Licht und Er- frischungen würde hinreichend gesorgt werden. Es wurde dann nochmals in die Beratung eingetreten und bezüglich der Wahl eines Fachdczernenten für das Verkehrswesen auf Antrag der Mehrheitssozialisten beschlossen, die Herren Prof. Dr. ing. E i e s e, stellvertretender Direktor des Verbandes Eroß-Berlin, sowie den Baurat Schmidt von der Berliner Hoch- und Untergrundbahn und Dr. Adler von der Großen Berliner Straßenbahn einzu- laden, am Dienstag nachmittag um 4 Uhr. je einen Vortrag im Fünfundzwanziger Ausschuß zu halten. Die Bürgerlichen haben beschlossen, sich nicht weiter an den Beratungen' beteiligen. des Ausschusses zu Stadtverordnete von Groh- Berlin! Es ist dringend notwendig, daß die Unabhängigen Stadtver- ordneten an den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung, die heute um 4 Uhr beginnen, vollzählig teilnehmen. Da die Bürgerlichen durch Obstruktion die Wahl des Magistrats zu ver- hindern suchen werden, muh unter allen Umständen für die dauernd« Beschlußsährgkeit der Versammlung gesorgt werden. Wir ersuchen deshalb unsere Genossen sich daraus ein- zurichten, daß die Sitzungen unter Umständen bis in die späte Nacht hinein dauern werden. Arbeiter-Bildungsschule U. S. P. Der Kursus für Stadtverordnete, BezirkZverordnete und kommunale Kommissionen kann umständehalber in dieser Woche n>i ch t st a t t f i n d e n. Der nächste Vortrag findet am Mittwoch in der nächsten Woche statt. Für die Theatervorstellung am Sonntag, den 23. Septem- der, abends, im Neuen Volkstheater stnd Eintrittskarten zu 4 Mk. in unserem Bureau, Schicklerstr. 5/3, zu haben. Konnnunale Kommission für Groß-Berlin. Am DonncrS- tag, den 23. 9., abends 8 Uhr, DiflritiS-Obleutekonferenz in der BildungSschule, Schicklerstr 5/3. Die Berliner Distrikte sowie die Verwaltungsbezirke Charlottenburg, Spandau, Wilmersdorf. Zchlen- dorf, Sieglitz. Tempelhof. Schöneberg, Neukölln, Treptow, Cöpenick, Lichtenberg, Weißens«, Pankow, Reinickendorf müssen auf der Kon- ferenz vertreten sein. Fettausgabe für Arbeitslose. Diejenigen ArbeiiZlofen, welche bei de» Gewerkschaften ihr Geld erhalten, erhalten ihre Fcttkarten nicht bei den Gewerkschaften, wie irrtümlich gemeldet, sondern nur in den Geschäftsstellen. Der Arbeiterrat der Arbeitslosen. Ueber die wellliche Schule spricht Gsnosie Dr. L o e w e n st e i n in einer öffentlichen Versammlung des Verbandes der sozialistischen Lehrer, die am Mittwoch abend 7 Uhr lm kleinen Saal der„Neuen Welt- stattfindet. Freie Aussprache! Zur Deckung der Unkosten 80 Pfennig Eintrittsgeld. Das nächste Städtische Volkskonzert des Philharmonischen Orchester« findet heute in der Brauerei Happoldt. Hasenhetdc 32/38, statt. Beginn des Konzertes 8 Uhr. Eintrittspreis 1 Mk. Kassen- öffnung 7 Uhr. Eine neue Brüche dem Berkehr übergeben. Am Montag vo, mittag wurde die neue Brück« über dem Nordring-Einschuitt in der D u n k« r st r a ß e dem Verkehr übergeben. Die Duukerbrücke ist die vierzwste vom Geheimrat Krause erbaute Brückt. Sie ist als Notstandsarbeit hergestellt worden Die Brücke soll die südlichen und die nördlichen durch die Ringbahn geschiedenen Stadtteile der ver- kehrSreichen Gegend verbinden. Jugendweihe Lichtenberg. Zur letzien Feier am 23. September sind noch Gastkartcn ä 1 M. für Erwachsene und 50 Pfg. für Kinder bei Held, Mainzer Str. 13, Schulz. Kronprinzensir. 47 und Werner. Wilhelmstr. 3, zu haben. Festrede Ge». Dr. P. Krische. Der 4. Distrikt veranstallet am Sountag. de» 23. b. MtS., in der Aula des Friedrich- Gymnasiums. Miitcuwalder Str. 37. abends l/,8 Uhr, einen volkstümlichen Kunst- und Liederabend. Mitwirkende- Herr Trcyer. Orgel. Frl. Steffi Koschate. Violine, und Mitglieder des Gesangvereins.Fichte- Georginia". Billels dazu sind noch bei Genossen Hellmuth. Görlitzer Str. 58 und Genossen Wählisch. Skalitzer Str. 22, zu haben. Das Programm ist in künstlerischer Beziehung ein außerordentlich gutes und reichhaltiges. Der Gemischte Thor Groß-Berlin, im Februar d. IS.«et gegründet, 240 Mitwirkende, hält heute abend 7'/, Uhr in de« Neuen Welt(Hasenhetde 108) unter Hermann S ch erch eu sei« erstes Konzert ab. Mitwirkende: Schuoert-Quartett, Biolinsolistiu, Frau Schubert; am Flügel Herr Schulze-Rttter. Eintrittspreis (mit Steuer und Programm) 3 M. Kasseneröfinung 6'/, Uhr. BillettI nur noch in beschränkter Zahl an der Abendkasse. Rose-Theater. Am kommenden Sonnabend, nachm. 81/» Uhl beginnen die Märchen-Vorstellungen, und swar mit Gorneri „Sneewtttchen". Gasvergiftungen und kein Ende. Abermals werden zahlreich« Easoergiftungsfälle aus Eroß-Berlin gemeldet. In der Schmidt» straße 21 wurde der 59jährige Schiffer Robert Münch tot aufgefunden. Man vermutet, daß Münch im Rausch den Gas» Hahn in seiner Wohnung nicht wieder geschlossen hat als er be- zecht am Sonntag abend nach Hause kam. Fast gleichzeitig wurde die oerehelichje 24jährige Martha Aksentipewitsch in ihrem Konfitürengeschäft in der Blumenstraße 10 tot aufgefunden. Hier kann ein Unglücksfall vorliegen durch Abspringen eine» Easschlauches von einem Kocher. Ferner wurden noch Gasvergift tnngen aus der Gerichtstraße 40, Weinmeisterstraße 12 u. a. Stellen gemeldet. > IV Aus den Organisationen <. Diftrilt, Zeitungslommisslon. Donn-rstag. 7 Uhr, Vollocisammluiig bei Las««, Laufihsr Str. 2Z. Tooesordnuim: Die..�reihcit-'-belieferung der Erwcrbslole», Dazu muh jeder Bezirk einen Eenellen schicken.— 13. Abteiluna. T-innersing, 7Va llhr, Sihnnft aller zu den Äammisfionen ehrenamtlich gemeldeten Senosscn be« Peisker. Cnorystr. 11. 5. wislrikt. Mittwach. 7 Uhr. Miigliederaersammlung in der Schnlaula, Pria- zenstrahe 51. Tagesordnung: Farlsehnng der Disinssian über die dritte Zntcc- national«. Die Versammlung wird pünktlich erilfsnei. Ohne Mitgliedsbuch kcn» Zutritt. 7. Distrikt. Heute abend, 7 Uhr, Fariletzung der Generalversammlung in der Äanigsbani. frankfurter Str. 117. Eintritt nur gegen Vorzeigen des Mitglieds» buchss.— Mittwoch, den 22., abends 7 llhr. engere Vorstandssitzung bei iScfrle*. Gubener Str. 19, 8. Distrikt. 3. Abteilung. Mittwoch. 6 Uhr, Zlbteilungsaeisammlnng, Schulaus« Eckertstr. 1«. Thema:„Die dritte Internationale".— 9.-Abteilung. Donnerstag, 23., abends 7 llbi, Abieilungsreisammlung. Aula Hausbnrgstr. 29. Thema! „Was nun— nach Moskau"? Resercnt Genosse Siettschlag. 18. Distrikt. Mittwoch. 7 Uhr bei Büttner. Sitzung der Obleute aller Kon» Missionen und des gksamten Aktionsraies. 18. Dist/ikt. Elternversammlung. Dienstag. 7 Uhr, Büttner, Schwedter Str. 23, Protest gegen den Erlag des Stadtschuliats Dr. Fischer. 12. Distrikt. Dienstag, pünktlich Slh Uhr, Aula, Ereifenhagener Ztr. 29, Fort- setzung der Generalversammlung. 12. Distrikt. All« Mitglieder der kommunalen Kommisston und Bczirksoerord« nete, Sitzung. Mittwoch, 7 llhr bei Gtese, Carmen-Sylvastr. 5. 12. und 13. Distrikt. Alle Eltein»nd Elternbeiräte werden zu der Eltern- Versammlung der 258. und 298. Gcmeinde-Zchule für Mittwoch, abends 6% Uhr, nach der Schulaula Scherenbergftr. 7, eingeladen. Referent: Herr Lehrer Senl über„moderner Geschichtsunterricht". Korreserent: Herr Dr. Ausländer. 17. Distrikt. Morgen. Mittwoch, Ertrazahlabend in sämtlichen Bezirken de» Distrikt,. Tagesordnung:„Diskusston über die dritte Internationale". ikeuköll». Am Mittwoch abend finden in allen Bezirken tauher im 8., 16. und 21. Bezirk, die heute abend tagen), Bezirksversammlunaen statt, mit der Tage«« ordnung: Aufstellung von Delegiertenkadidaten zum Parteitag.— 21. Bezirk. Die Bezirisvcrsammliing findet heute abend. Sli llhr. nicht Weisestr. 8, sondern in der Eartenhalle der Kindlbiauerei in der Hermannstrahe. statt. EharZottenburg. Agitationslommisston. Sitzung. Dienstag 7 llhr im„Bons- Haus".— Frauen- und Kinderschntzkommisston, Sitzung Mittwoch, 7 llhr im„Volks- Haus".— Kommunale Prüfungskommisston, Sitzung Mittwoch, 7 llhr im Rat- Haus, Zimmer 391. Charlottcnburg. 7. Gruppe. Mittwoch, Extrazahlabend bei Thunack, Wieland- ftrage>. Vortrag. Eharlottenbarg, 8. Gruppe. Der Extrazahlabend am Mittwoch, findet erst am Donnerstag Abend. 7 llhr. bei Stein, Pastauer Strah«, statt. Schoneberg. Dienstag, 7',:- llhr. augerordentliche Mitglicderoersammlnng in der Aul- Fichte-Realschule, Kolonnenstr. 22. Die V-rstandssttzung findet-in- Stunde»arher statt. Die Friedenauer Genossen nehmen in einem Extrazahl- abend zur llrwahl der Delegierten Stellung......... Lichtenberg. Diftrikts-Obleutekonferenz, Mittwoch, abends 7sh llhr, Albrecht» Diele. Reue Bahnhofstr. 2.,.____. Dreptow-Baumschulenweg. Donnerstag, pünktlich W llhr, wichtige Mitglieder» Versammlung bei Nitschke, Am Treptower Park 26-27. Tagesordnung: Referat und Korreferat über Anschluh an die dritte Internationale.— Dienstag, pünkt- lich 7 llhr. wichtige Funktionaroersammluna bei Vages, Baumlchulcnstr. 13. Daran nehmen teil: Der Vorstand, die Bezirksführer, die Obleute der Kommisstonen und die Revisoren. Wichtige Tagesordnung. Ob«richi>»-w-id«. Dicnstag, 8 llhr, Fru......... 7 llhr, Mitgliederversammlung in der Aula der SchU der Debatte über die dritte Iniernatlonale. Adlershaf. Heute. Dienstag, TA Uhr bei Mietke, Oppenstraste, Fraktlans- sttzung.— Donnerstag. 7U Uhr bei Ziege, Bismarckftr. 29, Fortsetzung der Dlsknsston iider den Anschlust an die dritte Internationale. F-ll-nberg— Alt Glienicke. Sliilwoch. 8 Uhr. Mitgli-de-vers-mmlung bei Habe- recht, Friedrichstraste. Thema:„Die dritte Internationale." Vereinskalender Zentralverbaud der Angestellte«. bei Imberg,— Mittwoch. Frlschcnstratze. Fortsetzung Mitglied«» stk'eue I-kodstr."2125.— Rechtsa'nwaltang'-sl-Nte. Donnerstag. 23. September, abends 7-4 llhr, im„Roienthaler Hof", Rescnthaler Str. 19=11, wichtige Versammlung. Deutscher Dransportarbeiter-Berbaud.(Lederbranche). Handelsarbeiter au» allen Betrieben der Schnhsabrik-ti-n. Heute, 5 Uhr, Gruppen-Versammlung bei Schrei- ......~...... Mittwoch, abends 7H llhr in Wille» ____ allgemein« Werkmeister� Versammlung. MiUwoch, 7 llhr, in' den..E-rmaniaFestsiilen". Chauste-str. 119. Tagesordnung: „Das einheitliche Angeftelltenrecht". Referent: Dr H. Poithoff. Mieteruerban»«rog-Berlin. Gruppe Gesundbrunnen. Di-n-Iag, 21., abend» 9V. llhr.-roste össentliche Mieterversammlung, Voiat-Theater. Badftr. 58. Sozialistisch« Pr-l-t-rierjugeud Eharlottenburg. Dienstag, 8 llhr. austerordent- lichc Mitgliederoersamm lang,„V-lkshans", Rofin-nstraste. Erscheinen unbedingt "sozÄnsche Proletarierjugenl» fGrnppc Virchowviertel). Dienstag, abend» 7 llhr, Mitgliederversammlung bei Beyer, Müllerstr. 126. Lebensmittelkalender Alt-Glieuick«. Auf Abschnitt 11 259 Gramm Haserllocken, 259 Gramm Sago: ans Abschnitt 12 599 Gramm Nollreis. 599 Gramm Maisflocken: auf Abschnitt 1» 599 Gramm Marmelade. 199 Gramm Sirup- aus N-hrmittelkarten 259 Gramme Kuchenmehl oder 259 Gramm Saga. Krieg-beschädigte erhallen auf Abschnitt 12 259 Gramm Rudeln und 599 Gramm Saga. Werdende Mütter erhalten auf die Wochenkarte, Abschnitt 7 259 Gramm Küchenmehl, 259 Gramm Sago, 599 Gramm �DUtow. 259 Gramm Gerstenmehl(29). Freitag und Sonnabend Flelschvertaus aus Abschnitt 21 der Lebensmittelkarte.- Bei dea Fleischern«st Apeisetalg. feinster Beschassenheit, markensrei für 13 M. das Pfund zu haben.— Fortsetzung des Verkaufs von Einmachezuckei auf Abschnitt 19 der Lebensmittelkarte. Treptow. 259 Gramm Maismehl(15), 125 Gramm Honig(15). Verantwortlich siir die Redaktion: Lea Liebschütz. Berlln-Fri-d-n-u.«er» antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Komer,»er Karlsh-ist.— ---------- Freiheit" e. G. rn. b.>>.. Berlin.— Druck der„Freiheit"- ». m. b. H., Berlin C/ 2, Breite Straste 8-9. V-rlagsgenostenschast Druckerei Xupksr Messing Quecksilber kauft über höchsten Tagespreis DAmillsiMe 22 AMmer Straße 58 � Altmetalle Jinn, Llltzlnn, Lagermetalle. Qn-edsUber hifhere Preis« Dresdener Straße 1Z-U Die »lonkSIInnr Metall» Einkaurs-Zenlrale Kottbiiser Danin,««, an» Hermannplatz, kaust AOrJeWg. Blei. m. Kupfer 16.— Messing 7.— Itfalßmetell b. 26.- Clnn..... b. 36.— zahlen bei grösteren Posten l. Neußöll», Steiumetzstretze 13 >I.SWe»berf, 23 Gesetzes-ErlSnternngen für Arbeiter und Angestellte Heft 1. Da» Gesetz Uber Betriebsräte mit Wahlordnung und Anhang. Erläutert von S. Aufhäusrr. SS Seiten. Preis 1 Mark. Hest 2. Der Detriebsobmann t».Klein- betrieb. Bon Rudolf W-ck. 19 Sellen. Preis 2,59 Mark. Heft 3. D«r lMi-terfchutz Bon Dr. Paul Hertz und Rrchtsanwalt Dr. K. Bornheim. 86 Sellen. Preis 1 Mark. Hest 1. Da» Peichswahlgefetz mit Wahl- kreiseinteilnng und Wahlordnung. ErlSntert von Smil Eichhorn. 61 Seiten. Preis I Mark. Heft 6. Di« Stab-gemeiude»erlin. Mit Einleitung und Eeliutcrungen von Karl Leid. 64 Selten. Preis 5 Mark. Hest 7. Da» ai«k«tz»«lndsmm«npenerg«setz Wtt Etiilellnng und Erläuterungen von Eugen Prager. 56 Sellen. Preis 4 Mark. Zu beziehen durch die Freiheit'' Bern« C 2 Ueber, engen I Zahle wirklich für Alfer.. MI 17— Rvtgntz...»» IB. 00 Messing....» 8 00 Blei. Zink... 1.50 plntselistbsSe 10 »m Petersburger Platz. kupker IS.— lM-ssing....... 7.00 Blei u. Jtnk..... 1.00 QneSiplker...... 75.00 zäh» aiöienet Straße 5 an ber Hochdahn Danziger Str. Geschäftszeit heute nur bis 5 Mht:: Morgen geschloffen) stltmetelle Zinn AeElder. Zahngebisse PlM-.Gold-.Silberb«lS »Sit üben Isgvsppols nur 3 Einkaufsstellen krunnenstr. 11 keusseiLtf. 29 fönngtr. 48 Kiiptei"IS.50 Rotgntz..... 14.00 Messing..... 8.00 Blei. Zink.... 4.75 und andere Metalle kaust hSchftzahlend 1. Mrderm Straße 1 Eike SchZnhausee Allee. Hente Einkanf bt» 5 Uhr. Mittn-oäh geschlossen. Klipser... per tig 17.M «otguß..... um Mepg.. s. 7.50 Ms....... 4.50 zahlt WIIKtf. Mms SlrJiSä 38 1 am Vahtzhiis©«iunitSnmwit und Titel, Schiveibeui« stetste 5 «tn vthnhoj Zch»llh6-stt«BW Zahlen über Tagespreis sär Kupfer, Messing, Rot« gntz, Blel, Zink, Zinn MeIakobstr.5i-55.Hos Ueber SSM. vergüte Jahrg. Aeberdiete jestu«imoncenvreis kür Kupker Rotguß, Messtng, Blei, Sink, Elluniiniuni, sämtl. päne, Nickel. Oueckstlder. Zinn Schllnkanser Allee 113. ZW. IS-, 1.S« Blersehlangen b. SS,— sämtl. Altmetalle hSchftzahlcnb Hälidler extra Preise ZinnschmclzePrinzelstnnenstr. 17 Moritzplatz n. Weetheim. SgIlS15.- Rvtgltß„(11)13.- Messmg. h$ 725 D-Ile-AMance.Str.08 Fischerstratze 0 Linlenstratze SIS Rhelnoberger Str. SS toizmarlilstratze 10 rtedrlchafelder Str.4 renzlaner Strotze 50 Lvivestratze 11 Senefelderstratz»»5 jkSpenichar Strntze 02 Hochneeisterstratze 2 Urkanstratze 7 Wirkaufen , und zahlen sehr hohe Preise für Kupfer, Blei. Zink, Messing Staniol. Iinnsolie, Aluminium. Eelluloid, 'MMabWe . Plattn, Gold, Silber, PETE** PrenzlanerstrSl MOBUS Waldstratze S G.ERMEL Bndenerstr. 5» DEGENER SchSneb«rg, Skalit, erste. 93«, t Ecke Lausitzer Platz BOELKE * Ranirnl-rstr. 10 I Sptralbohrer» leinen kaust H. Scheringstr, 12. Schmirgel«, Andreas»