Ewzeh,reis Zv Pfg.-.3. Jahrgang Mittwoch, 22. September 1920 Nummer 39«. Morgen-Ausgabe «, aftbewt mmv»»»ud»och««-»,. S-mit-e« Mo»"»?»» »i�aL Sa««Jussprrl» brträjt M ftritr Düst-llu», w» Hau» str w>»,|a(|lbat, von Oft eptbirion selbst»bgeholl S,K HL Rüt?IofU bejnfl nebnie» sämlllche Postanstalten Sestellnn»»« entgegen. Unter Strrstdmtb belogen sie Dentschlenb und Otsteeeelch I»,b0 W., fttt da» Ldrtg««n-lanb-l.bo M. IllLLgUch B»Iata-�ufschlog, ptt Brief füt VeutschliMd mrd Oeftertetdj 30,— flu. CxyibUU« mk«ertagi»«rtta«s,®r««« etrafti 8»«. •h»chtgespaltea« lstonparelllezelle«der deren Raum dostet 6,— IM. elnschlletzllM Teuerun gszus chlag. Kleine Anzeigen; Da« fettgedruckte Wort 2,— W.» jede» weiterO Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. �annliett-Anzeigen und Etellen-Gesuche 3.20 M. netto pro Zeile. Stellen-Gesuch« m Wott-Anzeigen: da» fettgedruckte Wort 1,60 W., jede» weitere Wort 1,— 98, Scrnfprcfiet; Ststna 2030, 2035, 3510 3603, 3635, 3639k 3021»- berliner'Organ bar Vnabljättöfffen SojmlöemoPmtfc Oeutfdtfanbs Die Waffen- und Munitionskontrolle Von Kurt Rosenfeld. Die Friedensverhandlungen zwischen Rußland und Polen schreiten kaum vorwärts. Immer weiter wird von den beiden kriegführenden Mächten zu neuen Kämpfen gerüstet und es steht nicht aus. als ob der Abschluß des Friedensver- träges zu erwarten wäre. Infolgedessen bleibt es eine wich- tige Aufgabe der deutschen Arbeiterschaft, der Regierung auf die Finger zu sehen und als Wächter der Neutralität Deutschlands dafür zu sorgen, daß Waffen und Munition nicht durch Deutschland nach Polen transportiert werden. Es ist die erste Pflichtder brüderlichen Solidari- t ä t, die das deutsche Proletariat gegenüber der russischen Arbeiterschaft empfindet, strengste Kontrolle über Waffen- und Munitionstransporte auszuüben. Polen darf in diesem Angriffskrieg gegen Rußland keinerlei Unterstützung finden, die vom deutschen Proletariat vereitelt werden kann. Die Transporte auf Eisenbahn- und Wasserstraßen bedür- scn der strengsten Kontrolle durch die Arbeiterschaft auch des- halb, weil die Konterrevolution jedes Mittel benutzt, um ihre Organisationen zu bewaffnen. Die lange aufgelösten, aber immer noch bestehenden Einwohnerwehren, die Orgesch und die sonstigen Verbände, die heimlich die Bewaffnung des Bürgertums betreiben, sind unermüdlich dabei, von überall her Waffen und Munition herbeizuschaffen, um die reaktiv- nären Organisationen mit Kampfmitteln zu versehen. Auch diese Waffen- und Munitionstransporte erfordern eine un- ausgesetzte Kontrolle aller Berkehrsmittel. Schutz der Neutralität Deutschlands? Schutz der Republik Deutschland! Unter diesen Parolen haben die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen das Proletariat, die deutschen Arbeiter, zum Kampf aufgerufen. Und nicht vcr- gebens. Sofort setzte überall die Kontrolle der Arbeiterschaft ein. Bald aber begann auch die Regierung solche„lleber- griffe", solche„Nebenregieruna" zurückzuweisen. Eine Regierung, die ernstlich neutral bleiben, die nicht nur eine papierne Neutralitätserklärung abgeben, sondern wirk- liche Neutralität durchführen wollte, hätte das Eingreifen der Arbeiterschaft begrüßen müssen. Nicht so die deutsche Re- gierung. Anfangs verhandelten sie mit den politischen und gewerkschaftlichen Vertretern der Arbeiterschaft. Schnell aber, aufgepeitscht durch die gesamte bürgerliche Presse von der„Deutschen Tageszeitung" bis zur„Vossischen Zeitung", besann sich die Regierung auf den Herrcnstandpunkt: Der Reichsoerkehrsminifter E r ö n e r lehnte ab, die aus Ver- tretern von politischen und gewerkschaftlichen Organisationen bestehende Kommission auch nur zu empfangen. Das war für unsere Genossen keine Ueberraschung. noch weniger eine Ent- täuschung. Sie hatten sich von vornherein nicht an die Re- gierung gewendet und sich nicht auf die R e g i e r u n g ver- lassen, vielmehr an die Arbeiterschaft appelliert und mit der Regierung nur verhandelt, soweit es unbedingt not- wendig war. Die ablehnende Haltung der Reichsregierung zeigte, wie richtig wir die Regierung �»geschätzt hatten. Wenn trotzdem in der kommuni, tischen Presse geschrieben wurde, daß die Reichskotnmission mit der Regierung einen „Burgfrieden" geschlossen habe, so war das barer Unsinn. Nur im Kampf gegen die Reichsregierung konnten und wollten unsere Genossen die Kontrolle des Verkehrs durch die Arbeiterschaft durchsetzen..Als Herr E r o n e r durch seine bekannten Erlasse die Arbeiter bei der Kontrolle ausscheiden wollte, hat die Reichskommission gegen die ministeriellen Verordnungen scharf Stellung genommen und die Arbeiter- schaft aufgefordert, nach wie vor scharf>te Kontrolle auszu- üven. che Herrscher m �och nicht in der Lage, ihre mn, ist die Arbe terscha� zu bringen. Nach dem nteressen rücksichtslos z.� � nach den auf Grund riedensvertrag von Entente und Deutschland ab- ieses Vertrages hwlsiy � Deutschland eine gewisse -schlossenen Vereinbarungen° Waffen und Munition nzahl von Zügen Ni � �<*■—------ cutschland pass r die Besatzur tzten deutschen_ i olle der Atbci öimiuti» ivi»»*.,— www», uu kamen ich nur auf chNige französischen Regierung, in denen ,on aus Purr? Ao Maßnahmen drohte, wenn e Entente alle. roerden. Die französische Bour- ntentezüge w�ter � rcmf, einen Vorwand zu bekommen, oisie lauert ja nur. oder in andere deutsche Ee- das Ruhrrevier» Damit mubte tmS w-.r,«..a '1�7---- nzahl von Zügen mit Truppen, aussen unn cutschland passieren lassen. Es sind dies die-z-��uition ir die Besatzungstruppen der Entente j« de»»I„??d0rte '......«-> ÄHLfe _____.-....... övwiD uutu rtrag von nicht mehr bestehen bleiben der Vertrag eines jWg � anbcrs_ Heute muß die Ar- nnen. Aber heute'st ungestümen Verlangen. Sowjet- iterfchaft auch'N'S Friedensvertrag im Auge behalten tzlanb zu verantworten jonncp, das. durch r Ein Erlaß gegen die Eisenbahner „WTB." meldet amtlich: Der Reichsverkehrsminister hat folgenden Erlaß an alle Direktionen der Reichseisenbahnen gerichtet: „Alls allen Teilen des Reiches gehen wir Meldungen und Be- schwerden von Interessenten zu. daß Sisenbahnbeamte und-arbciter, Gewerkschaften und Betriebsräte in die Beförderung der Herdstkartoffeln eingreifen, die Gestellung von Wagen hierfür verweigern oder von dem Nachweis uichtbehördlicher Geneh- migung abhängig machen. Beamte und Betriebsräte haben sogar verlangt, daß mit dem Versand von Kartoffeln erst begonnen werde. wenn die Eisenbahner de? betreffenden AnbaubezirkS selbst mit Kar- tosselu eingedeckt seien. Ein derart ig es eigenmächtiges Vorgehen von Beamten und Arbeitern der Eisen- bahn kann unter keinen Umständen geduldet wer- den; eS muß den normalen und ruhigen Verlauf innerhalb unserer Volkswirtschaft stören und katastrophale Wirkungen namentlich für die Bewohner großer Städte und derjenigen Gebiete nach sich ziehen, die selbst keine Kartoffeln anbauen können. Es ist also auch vom menschlichen Standpunkt nicht zubilligen, wenn die Eisenbahner nur an sich denken. ES kann auch nicht gebilligt werden. daß alS Vorwand für den Eingriff die beabsichtigte Aussuhr gewisser Kartoffclmengen behauptet wird. Es ist Sache der hierfür zu- ständige« Behörden, zu entscheiden, ob eine derartige Uusfuhr zugelassen werden muß; meist ist sie notwendig im Interesse der Einsuhr lebensnotwendiger, ausländischer Artikel. Ich veranlasse die Eisen- bahndirekttoueu. sämtliche Dienststellen und Bediensteten eingehend von Vorstehend«» zu unterrichten und über die Folgen ihrer Hand- langen aufzuklären. Ich habe das Vertrauen zu den Bediensteten, daß sie sich den vorstehenden Gründen nicht verschließen werden. Sollte dies nicht gelingen, müssen auch im Interesse der Staats- autorität die Eisenbahndirekttonen eingreifen, um die Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigsten Lebcusmittelu nicht ernstlich zu gefährden." Der Erlaß geht insofern von unrichtigen Voraus- f e tz u n g e n aus. als er annimmt, daß die Eisenbahner nur in ihrem eigenen Interesse handeln. Das ist aber, soweit uns bekannt, durchaus nicht der Fall. Die Eisenbahner wollen durch ihren Druck auf die Erzeuger das nachholen, w a s d i e Regrerung versäumt hat: nämlich die Verhinde- neu e n K r i e g, durch neueVlockade über das deutsche Volk gekommen wäre. In der Kommunistischen Presse kann man lesen, daß die von der Arbeiterschaft eingesetzte Reichskommission vor der Entente zurückgewichen sei, daß eine'u n b e d i n g t e Gefahr internationaler Verwicklungen gar nicht gegeben sei, wenn auch Ententezüge angehalten würden. Jede Gefahr kann auch die kommunistische Presse nicht leugnen. Wenn aber solche Gefahr vorhanden ist, dann müssen verantwort- liche Arbeiterführer sich wohl überlegen, ob sie für das deutsche Volk eine solche Gefahr heraufbeschwören können. Wer nicht gedankenlos schwätzt, sondern vernunftgemäß han- delt. muß angesichts solcher Gefahren und mit Rücksicht auf die gegenwärtige Situation in diesem Augen- blick alle Komplikationen mit der Entente vermeiden. Deshalb kam die Reichskommission zu dem Beschluß, bei den Ententezllgen sich damit zu begnügen, daß sie als solche besonders kenntlich gemacht werden. Beim Eintritt dieser Züge in deutsches Gebiet wird von den Vertrauensleuten der Arbeiterschaft kontrolliert, ob es sich wirklich um Transporte handelt, die Deutschland nach den mit der Entente getroffenen Abmachungen durchlassen muß. Ist diese Kontrolle erfolgt, dann dürfen diese Ententezllge unterwegs nicht mehr ange- halten werden. Natürlich nur die Züge, die wirklich Entente- züge sind. Die deutsche Arbeiterschaft, die mit aller Energie die Waffen- und Munitionstransporte kontrolliert, darf schließ- lich erwarten, daß auch die französischen und eng- lischen Arbeiter unter Berücksichtigung der durch den Friedensvertrag geschaffenen Lage Deutschlands ihre Pflicht gegen Rußland tun und dafür sorgen, daß verdächtige Transporte gar nicht erst nach Deutschland hin- eingelangen. Es wird Sache der Reichskommission sein, durch international e Verhandlungen die franzö- fischen und englischen Arbeiter zu veran- lassen, mehr wie bisher für Sowjetrußland einzutreten. Ucbrigens hat die Entente, wenn sie Polen helfen will, gar nicht mehr nötig, die Transporte durch Deutschland laufen zu lassen. Ueber Danzjg steht der Entente der Weg nachPolenoffen. Wozu sollte sie die Transporte erst Schwierigkeiten auf dem Wege durch Deutschlad aus- setzen! Es sind auch, wie.wiederHolle Feststellungen ergeben rung der Wucherpreise die die Erzeuger für die Kartoffeln nehmen. Wir halten deshalb den Erlaß des Ministers für durchaus unangebracht, trotzdem wir bereits neulich dargelegt haben, daß die Verhinderung von Transporten uns nicht als das zweckmäßigste Mittel zur Herabdrückung der Kartoffelpreise erscheint. Der Vcrkehrsminister sollte, anstatt seinen Zorn gegen die Eisenbahner loszulassen, seinen Ein- fluß auf den Ernährungsminister aufbieten, damit dieser für. die Herabsetzung der Kartoffelpreise sorgt. . i S» Der Kampf der englischen Berg- arbeiter tzN. London, 21. September. Ein offizielles Communiquö über die letzte Konferenz mit den Bergarbeitern besagt, daß Herne neuerlich einen beredten Appell an die Bergarbeiter gerichtet hat, ein unparteiische» Schiedsgericht anzunehmen, das die Frage der Lohnerhöhung regeln soll. Die Bergarbeiter aber bleiben bei ihrer Weigerung. Sie erklären, daß die Regierung alle Unterlagen besitze und selbst in der Lage fei, zu entscheiden. Wetter erklären sie, daß, wenn die Lohnforderungen nicht bewilligt würden, es ihnen unmöglich sei, auf dem morgige« Bergarbeiterkongreß die Fortsctznng der Arbeit z» empfehlen. HR. London, 21. September. Trotzdem nur noch vier Tage bis zum Erlöschen des Kündigung�« termin? der Bergarbeiter fehlen, ist die Lage ernster als je. Alles hängt von der heutigen Konferenz ab, über die die Blätter je nach ihrer Parteirichtung die widersprechendsten Prognosen stellen. Ashton, der Untersekretär des BergarbciterverbandeS, erklärte in Manchester daß die Verträge, die mit Rücksicht auf den Streik gekündigt wordrn sind, vorläufig zurückgezogen werden, da man in Erwartung neuer Vorschläge von einer der beiden Parteien ist und weil danach eine zweite Abstimmung abgehalten werden muß. Jeder Versuch, de» Streik Hals über Kopf durchzusetzen, würde zu einem allgemeine» Chaos führen. Man hat allgemein den Eindruck, daß die Verbände der Eisen» bahn« und Transportarbeiter einen maßgebenden Einfluß ausüben und sie ihren Einfluß auch auf die Führer der Bergarbeiter geltend machen. Diese Verbände haben sich damit einverstanden erklärt, ent» sprechend den Richtlinien, die de» Arbeitern angegeben worden siot� zu vermitteln. haben, nur verhältnismäßig kleine Trans» parte, die durch Deutschland gehen.' Durch sie wird an der militärischen Situation Polens nichts geändert. Bei dem ungeheueren Waffen- und Munitionsverbrauch, den der mo- deine Krieg erfordert, spielen die kleinen Quantitäten Was- fen und Munition, die Polen auf dem Wege über Deutschland bekommen kann, gar keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Anders in der Agitation der Kommu- nisten. Man bauscht die Bedeutung der Ententezüge auf. Die K. P. D. will die deutsche Arbeiterschaft in einen Krieg mit der Entente verwickeln, weil sie glaubt, dadurch Sowjetrußland zu helfen. Wer den Krieg will, mag für das Anhalten der Ententezüge eintreten, wer aber Deutschland in diesem Augenblick einen neuen Krieg ersparen, wer solch abenteuerliches Beginnen ver- meiden will, muß notgedrungen die Ententezüge respektieren. Die Tätigkeit der Rcichskommission und die Kontrolle der Vezirkskommissionen und der Eisenbahnerbetriebsräte be- weist, daß auch unter Anerkennung dieser Einschränkung zum Schutze der Neutralität, zum Schutze der Republik viel ge- leistet werden kann. Gewiß kann noch mehr geschehen! Und wir wünschen dringend, daß noch viel mehr geschieht. Die Be- triebsräte der Eisenbahner, die im Einvernehmen mit den politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Ar- beiterschaft die Kontrolle ausüben, müssen immer schärfer zu- fassen, wo verdächtige Transporte auftauchen. Die Eisen- bahner müssen die Kontrollkommission in der übrigen Ar- beiterschaft und diese wiederum müssen die Eisenbahner unterstützen. Es genügt auch nicht die Kontrolle des Ver- kehrs. Die Betriebsräte müssen die Herstellung von Munition strengstens überwachen, die gesamte Ar- beiterschaft muß geschlossen zusammen arbeiten. X Leider droht dieser Geschlossenheit der Arbeiterorgani- sationen neue Gefahr. Nachdem schon anfänglich die K o m- m u n i st e n die Bewegung zersplittert haben, finden sich jetzt Mitglieder der U. S. P. D., die, von ihrer Tätigkeit in der Kontrollkommission nicht befriedigt, die Flinte ins Korn werfen, sich aus den Kommissionen zurückziehen und wo- möglich� noch glauben, damit der Arbeiterschaft in Rußland einen Dienst zu erweisen. So hat jetzt der Genosse Weg- mann als Vertreter der Zentrale der Betriebsräte seine Tätigkeit in der Berlin-Brandendurger Kontrollkommission eingestellt, Kanz verkehrt! Genosse Wegmann beklagt stA darüber, datz diese Kommission nicht all seinen Anregungen gefolgt ist. Mag sein! Aber deshalb durfte er doch nicht seine Arbeit einstellen, sondern um so mehr war es seine Pflicht, an der Durchführung der Verkehrskontrolle mitzu- arbeiten. Als Mitglied unserer Partei hätte er sich min- bestens vorher mit den Vertretern unserer Partei in der Reichskommission in Verbindung setzen müsien, bevor er die Arbeit in der Berlin-Brandenburger Kommisston hinwarf. Wegmann folgt anscheinend der„Hamburger Volkszeitung.". die unsere Parteileitung auffordert, ihre Vertreter aus der Kontrollkommission zurückzuziehen. Das Zentral- komitee hat sich mit unserer Stellung zur Waffen- und Munitionskontrolle beschäftigt und das Verhalten unsere» Vertreters in der Reichskommission gebilligt. Nicht ein ein- ziges Mitglied des Zentralkomitees hat beantragt, datz unser Vertreter aus der Kommisston ausscheiden soll. Wir sind sicher, daß die Genossen das gutheißen werden. Jetzt fordert Wegmann plötzlich politische Ar- beiterräte zur Durchführung der Verkehrskontrolle. Als ob die Wahl von politischen Arbeiterräten irgend etwas an der politischen Machtverteilung änderte! Die ganze Frage der Verkehrskontrolle ist eine Machtfraae. Die Arbeiterschaft hat die Macht im Augenblick nicht. Also kann sie die Ver- kehrskontrolle nicht mit der Schärfe durchführen, wie sie es möchte. Wenn wir die Machtfrage aufwerfen, müssen wir entschlossen sein, den Kampf um die Macht mit allen Mitteln, über die wir verfügen, sofort aufzunehmen. Das wird ge- schehen, wenn die Situation für die Arbeiterschaft günstiger ist. Im Augenblick ist das aber nicht der Fall. Deshalb ist es finnlos, an die Beurteilung der gegenwärtigen Aktion zur Durchführung der Verkehrskontrolle unter Gesichtspunkten heranzutreten, die nur berechtigt wären, wenn wir die Macht bereits erobert hätten. Die Selb st zerfleischung der Arbeiter, die augenblicklich gerade von denen getrieben wird, die jetzt die politischen Arbeiterräte fordern, macht es nicht nur unmög- lich. macht es sogar lächerlich, jetzt politische Arbeiterräte wählen zu lassen. Die wirksame Durchführung der Waffen- und Munitions- kontrolle hängt nicht von den Kontrollkommissionen ab, die nur Anweisungen geben können, sondern lediglich von der A r b e i t e r s ch a f t s e l b st. Wir appellieren an die deutschen Arbeiter, die Eisenbahn-, Transport- und die Munitionsarbeiter: Die Augen auf und fest zugepackt! VerhindertdieHerstellungundTransporte vonWaffenundMunition! Die Produktionskontrolle in Italien Der Verhandlungsführer im italienischen Metallarbeiterkonflikt, Genosse d'Aragona, hat dem römischen Vertreter des„Verl. Tageblattes" eine Reihe interessanter Aufschlüsse über das Ergeb- nis der Arbeiterkämpfe in Italien gegeben. Auf die Frag« über seine Eindrücke von dem nun zustandegekommenen Abkommen erwiderte d'Aragona, er und wohl sämtliche Genossen seien sehr befriedigt, denn die sozialistische Bewegung, die freilich nicht aufhören werde, ihrem Endziel zuzustreben, habe einen wichtigen Schritt vorwärts getan und einen grotzen Sieg errungen. Die Fabrikkontrollei müsse eine zweifache sein: erstens innere Kontrolle inner- hälb jeder Fabrik, zweitens allgemeine Kontrolle der Arbeits- syndikate über die Gesamtproduktion. Dieser über dem ganzen Fabrikwesen thronenden Oderkontrolle müssen unterstehen die Bil, dung des Kapitals, Finanzoperationen, Ankauf der Rohstoffe, Produktion und Verkauf der Ware. Auf die Frage, ob dieser Apparat die Industrie nicht erschweren müsse, antwortete d'Aragona:„durchaus nicht!" Es handle sich lediglich um die Verhinderung unehrlicher Spekulation. Ehrliche Spekulation solle nicht angetastet werden. Was die' Besetzung der Fabriken durch die Arbeiter betreffe, so erblickten die meisten Ar- beiter darin nur ein Mittel zum Zweck, nicht zum Selbstzweck. Die Räumung werde wohl überall glatt vor sich gehen, nur eine kleine Minderheit von Hitztöpfen dürfte der Räumungsorder nicht gehorchen wollen, doch handle es sich jeden» falls nur um eine kleine Minderheit. Auf die Frage:„Wird nun zwischen der Industrie und der Arbeiterschaft Friede geschlossen werden?" antwortete d'Aragona:„Die Arbeiterschaft wird natllr- lich den prinzipiellen Kampf für die Sozialisierung fortsetzen. Sind aber die Industriellen klug, so halten sie sich von der Reaktion fern, und ein erträgliches Verhältnis ohne gegenseitige Verbitterung wird möglich werden."„Und Gio- XU t i?"„Giolitti hat eine ungeheuer schwere Lage vorgefunden. aber er war der Mann, welchen der Augenblick erheischte. Er hat die Zeit und die neuen Bedürfnisse begriffen. Uebrigens hätte er gar nicht anders handeln können, als er gehan- delt hat." Zum Schluß kündigte Genosse d'Aragona an, daß die sozialistische Fraktion beim Zusammentritt der Kammer an die Wachsamkeit der Arbeiterschaft appellieren werde, um etwaigen reaktionären Machenschaften zu begegnen. Aus Aeußerungen führender italienischer Blätter ist zu ersehen, daß das Bürgertum sich, angesichts der Geschlossenheit der Arbeiter- klasse, mit dem ihm gemachten Zugeständnissen, so gut es geht, ab- zufinden sucht.„C o r r i e r a d e l l a S e r a" vom 16. S. schreibt: „Die Arbeiterkontrolle über die Fabriken hat im Grunde ge- nommen ein hohes und edles Ziel: den Arbeitern die Freude an der Arbeit, das Interesse an der Produktion wiederzugeben. Die Arbeiter glauben, dieses Mittel in der Betriebskontrolle gefunden zu haben. Die Industriellen zweifeln daran. Aber da auch sie dasselbe Ziel erreichen wollen, mögen sie den Ver- such mit Aufrichtigkeit und Opferbereitschaft unternehmen. In wirtschaftlichen Dingen haben nur feste Tatsachen und nicht die Lehren der Wissenschaft die Kraft, Menschen zu überzeugen." Auch der„S e c o l o" vom gleichen Tage kann sich eines ähn- lichen Eindruckes nicht erwehren. „Wir befinden uns— schreibt er— in dem Inkuba- tionsstadium einer neuen Rechtsauffassung der Einrichtung des Eigentums. Eiolittis passive Haltung gegen- über der proletarischen Besetzung der Fabriken wird dadurch erklärt. Die Arbeiter haben sich gegen die Uebermacht des Ka- pitals, das zur Waffe der Aussperrung gegriffen hatte, ver- teidigt. Unter dem Drucke sozialer Notwendig- keiten hat das Eigentumsrecht stets bedeu- tende Beschränkungen erfahren. An der Verwal- tung der Fabrik müssen, wenn man die Arbeit als einen dem Kapital und der Unternehmung gleichgestellten Faktor be- trachtet, die Arbeitervertreter teilnehmen." Diese Aeußerungen klingen recht vernünftig und einsichtsvoll. Sie werden aber das italienische Proletariat nicht über die Tat- fache hinwegtäuschen, daß die jetzt errungene Produktionskontrolle nur eine Etappe auf dem Wege zur Eroberung der politischen Macht und zur Verwirklichung des Sozialismus bedeutet. Eine Erklärung der Schweizer Genossen Da8 Zentralkomitee der USP. erhielt von der sozialistischen Partei in der Schweiz das folgende Schreiben: Werte Genossen l Aus der„Freiheit" Nr. 377 vom 16. September und au? Mit- teilungen des„Baseler Vorwärts" entnehmen wir, das Genosse Regierungsrat Schneider aus Basel anläßlich einer Funktionär- Versammlung der USPD. in Berlin unter anderm erklärt haben solle, das Schreiben der schweizerischen Geschäftsleitung beweist gar nichts, da diese in ihrer Mehrheit gegen den Anschluß au die dritte Jntcrnaiionale sei, sie sei es auch gewesen, ohue vie Anschluß- brdwgungen zu kennen. Im übrigen soll Genosse Schneider die Ueberzengnng ausgesprochen haben, daß die Erklärung der Geschäftsleitung vom Parleivorstand desavouiert werde und daß die Mehrzahl der Parteimitglieder für den Anschluß sei. RegierungSrat Schneider hat damit Behauptungen aufgestellt, die zum Teil der Wahrheit widersprechen, zum Teil durck die bisheriae Erfahrung als sehr zweifelhaft betrachtet wereeu müssen. Genosse Schneider weiß, daß im Gegensatz zu seiner Behauptung, vor dem Bekanntwerden der Beitritlsdedtugunge» die Mehihett der Geschäfts- leitung der Partei für den Anschluß an Moskau war, daß dagegen im Parteivorstand seinerzeit der bedingte Beitritt mit nur 26 gegen 18 Stimmen beschlosseu wurde, ferner, daß im September letzten Jahres der bedingungslose Beitritt in einer Urabstimmung, an welcher sämtliche Parteimitglieder stch beteiligen konnten, mit 14 612 Stimmen gegen 8 722 und 866 leere abgelehnt wurde. Diese Feststellungen dürften genügen, um den Wert der Erklärungen Regieruugsrat Schneiders auf das richtige Maß zurückzu>ühren. Mit Genofleugruß für die Geschäftsleitung der sozialdemokratischen Partei der Schweiz der Präsident: der Sekretär: Reiwand. Aug. Huggler. Die Kandidatur Millerands Paris, 21. September. Im Laufe des Tage? haben sich heute die meisten Kammergruppe» für die Kandidatur Millerond ausgesprochen. Uneinigkeit besteht nur darüber, ob die übliche Borabstimmung morgen abend stattfinden soll. Die radikale sozialistische Gruppe besteht auf dieser Abstimmung. Di« LinkSrcpublikaner wollen stch unter Umständen anschließen. Die übrigen Gruppen bekämpfen die Borabflimmung. Im Senat hat sich die demo- kratische Linke, die unter Führung von Combes und Doumergue steht, heute versammelt und eine Enischließung angenommen, in der er- klärt wird, sie bekämpfe die Absicht, eine Politik zu pflege«, die darauf hinausläuft, die Macht des Elysees an die Stelle des Par- lamcnts zu setzen. Politik und Geschäft Die„Magdeburgtsche Zeitung", früher im national- liberalen Fahrwasser segelnd, machte, alS die Revolution dem alten RattoualltberalismuS ein Ende bereitete, in demokratischer Politik. Seit den Wahlen ist die Fahne der Deutscheu demokratischen Partei wieder verblaßt. Die„Magdeburgische Zeltung" hat mit dem Zu- rückgehen der Demokratischen Partei auch wieder ein Haar in deren Politik gefunden. Deshalb erklärt sie jetzt, daß sie seinerzeit, alS sie der demokratischen Partei ihre publizistische Hilfe geliehen habe, nicht „dem Zuge des HerzenS" gefolgt fei, sondern daß ihre Schwenkung „da? Ergebnis des kühl abwägenden politischen Verstandes" gewesen sei. Jetzt, da„die besonderen Verhältnisse vor der Wahl zur Na- ttonalversammlung nicht mehr beständen", ziehe sie daraus die Konsequenzen und werde fortan eine Politik unabhängig von jeder Partei treiben. Eo hofft sie offenbar noch am eheste«, Geschäfte machen zu können. Den Demokraten ist auch dieses Blatt verloren gegangen. WaS sonst noch zu tun ist, um die Oeffentlichkeit durch die Presse anttdcmokratisch- kapitalistisch- national zu betölpeln, daS besorgt EttnneS, für den Politik und Presse-Unternehmungen dasselbe sind, wie für die„Magdeburgische ZeUung" Geschäft und Demokratie. Die Arbeitslosigkeit in Sachsen TU. Dresden, 21. September. Die Demonstrationen der Erwerbslosen in Dresden haben znr Folge gehabt, daß stch die zuständigen Behörde» eingehend mit de» Vorschläge» zur Behebung der Arbettslostgkett befaßten. Die letzten Tage sind mit Beratungen über diese« Thema ausgefüllt gewesen. Wie die„Telegraphen-Union" auf Anfrage bei der zuständigen Re- gternugSstelle erfährt, wird Arbeitsminister H-ldt in der morgen, Mittwoch, 1 Uhr zusammentretenden Versammlung de» Ausschusses der sächsischen Volkskammer an der Hand ausführlichen statistischen Materials über den Stand der Arbeitslosigkeit tu Sachsen berichten. Voraussichtlich wird auch Arbeitsminister Schwarz von seinem Standpunkte aus das gleiche Thema betrachten. Auch die Stadt Dresden plant praktische ErwerbSlosenfürsorge großen Stils. Schwerer Konflikt im Bergbau » DA. Essen, 21. September. Auf der Zeche„Nordstern 3/4' sind zwischen der Betriebsleitung und dem Betriebsrat ernste Mißhclltgkeiten entstanden, die zur E n t- lassungvou Mitgliedern desBetriebsrates geführt habe». Die Belegschaft hat in einer Entschließung die Wieder- einstellung der Entlasseneu verlangt und fordert weiter die sofortige Entlassung des Betriebsführers. Sie erklärt ferner, daß sie zunächst, von heute ab. keineUeberschichten mehr verfahre und sodann «ach Ablauf der Woche die Arbeit ganz einstellen würde, wenn bis dahin ihre Forderungen nicht ganz erfüllt seien. Ja der Zwischen- zeit werde man alle umliegenden Belegschaften zu gemeinsamem Vorgehen aufrufen, auf deren Solidarität man hente schon rechnen könne._ Die gestrigen Demonstrationen Im Lustgarten fand gestern vormittag eine Riesendemonstration der Berliner Arbeitslosen und Kommunisten statt, zu der die Ar- beitslosenräte Berlins sowie die K. P. D. und K. A. P. D. aufgerufen hatten. Zweck der Versammlung war, für eine ganze Anzahl politischer Forderungen zu demonstrieren, insbesondere auch die sofortige Einstellung des am Dienstag zur Verhandlung stehenden Prozesses gegen die 24 Genossen aus Weißensee, sowie die Freilassung aller revolutionären Kämpfer und Niederschlagung aller gegen sie anhängigen Verfahren. Schon lange vor 11 Uhr, der zur Demonstration festgesetzten Stunde, erschienen die Teil- nehmer einzeln, in Gruppen und in großen Zügen mit roten Fahnen und Bannern sowie mit Plakaten, auf denen die ver- schiedenen Forderungen zu lesen waren. Besonders fiel ein Zug auf, der als der der gewesenen Gefangenen und Amnestierten be- zeichnet war. Um 11 Uhr hatten sich weit über 15 666 Personen schätzungsweise versammelt. Von verschiedenen�Stellen aus, so von der Treppe des Doms, der Freitreppe des Alten Museums, sowie von der steinernden Muschel sprachen die Redner zu der Menge. Sie protestierten gegen den in Berlin stattfindenden Pro- zeß gegen die 24 Weißenseer Genossen, den sie als«ine Justiz- komddie vor dem Klassengericht der Bourgeoisie kennzeichneten. Die bürgerliche Gesellschaft liege in den letzten Zuckungen und der Tag sei nicht mehr fern, wo das Proletariat die Herrschaft er- greifen werde. Es gelte zu verhindern, daß das Wirtschaftsleben völlig ruiniert werde, so daß das Proletariat, wenn es die Dik- tatur ergreife, nur einen Trümmerhaufen vorfinde. Eine sehr heftige Kritik mußte sich die S. P. D. und vor allem die P a r t e i- I e i t u n g d e r ll. S. P. D.. die als P a r t e i b o n z« n bezeichnet wurden, gefallen lassen. Auch die Betriebsrätezentrale mußte sich scharfe Worte gefallen lassen. Sie soll aber ausgefasert werden, in den nächsten Tage« die in den Fabriken noch tätigen Arbeiter zu einer gewaltigen gemeinsamen Massenaktion mit den Arbeitslosen für dieselben Forderungen zu veranlassen. _ Alle Redner warnten auf das entschiedenste davor, sich provo- zieren zu lassen und irgendwelche Putsche zu unternehmen. Nach den Referenten fand eine Diskussion in demselben Sinne statt. Mit einem Hoch aus die Internationale und die Weltrevolution fand die Demonstration ein Ende. Die Teilnehmer formierten stch dann zu einem großen Zuge, de« durch die Breite Straße zog und Niederrufe vor dem Gebäude unserer Zeitung zum Ausdruck brachte. Kleinere Gruppen ver- suchten in da» Gebäude einzudringen, wurden aber von Genossen und Ordnern zurückgehalten. Dann ging es weiter über die Eertraudenstraß«, Lindenstratze vor das Gebäude des„Vorwärts", wo ebenfalls demonstriert wurde. Ein Neinfall der Staatsanwaltschaft Gestern fand vor dem Landgericht I der Prozeß gegen den Ge« nossen Felix Stössiuger, de« verantwortlichen Redak�'ir der „Freien Welt", wegen de? Weißenseer Matrosenbildcs statt- Der Prozeß endigte mit einer vollständigen Niederlage de« Staatsanwaltschaft. Genosse Stössiuger wurde freigesprochen, de« Staat trägt die Kosten. Wir bringen den Bericht im Abendblatt, Obstruktion gegen das Kirchensteuer- Gesetz Die Preußische Landesversammlung sollte gestern nachmittag in 8. Beratung da» neue Kirchensteuergesetz verabschieden. Da diese? Gesetz den bestehenden Znstand erheblich verschlechterte, insbesondere die Steueipflicht noch ein Jahr nach dem Austritt festsetzte, waren die sozialistischen Fraktionen der Meinung, daß die Anhänger der Verschlechterung auch selber dafür zu sorgen hätten, daß ihre eigene« Leute zur Stelle seien. Zu diesem Zwecke war namentliche Ab- stimmung beantragt worden. Bei dieser Abstimmung verließen die Mitglieder der rechtssozialistischen wie die unserer Partei den Saal und führlen so die Beschlußunsähigkett des HauseS herbei. Bei der Auszählung der Stimmen ergab stch, daß 163 Abgeordnete gestimmt hatten, während zur Beschlußfähigkeit 221 Mitglieder notwendig sind. Der Präsident setzte eine neue Sitzung auf 3 Uhr fest. Vorläufig kann die Schlußabstimmung nicht erfolgen, sie wird erst möglich sein, wenn die Freunde des Gesetzes sicher find, die zur Beschluß- fähigkeit de» Hauses notwendige Zahl der Abgeordneten beisammen zu haben. Ob und wann sie dahin komme» werde», steht dahin. Preußische Landesversammlung 154. Sitzung vom Dienstag, den 21. September. Auf der Tagesordnung stehen zunächst kleine Anfragen. Unter andern wird auf eine Anfrage wegen Zulassung von Volksschul« lehrern zum Amt eines Schöffen und Geschworenen erwidert, daß ein Gesetzentwurf vorbereitet werde. Die Vorlage über Umlegung von Grundstücken wird tn drittes Lesung gegen die Stimmen der Rechtsparteien angenommen. Zur dritten Beratung des KirchenaustrittsgesetzeS findet keine Aussprache statt. Bevor die namentliche Gesamt- abstimmuna über das Gesetz begann, verließen beide sozialdemo- kratische Parteien den Saal. Es blieben nur 169 Abgeordnete zurück, von denen 166 mit Ja und Z mit Nein stimmten. �DaS Haus war also beschlußunfähig. Präsident Leinert berief die nächste Sitzung auf 3 Uhr ein. Die Vorlage über die Perlängerung der Verordnung betreffend das vereinfachte Enteignungsverfahren wird in zweiter unh dritter Lesung angenommen. Nunmehr folgt die erste Lesung des Ergänzungshaushalts, wo« nach der Notetat bis zum Dezember 1926 ausgedehnt werden soll. Abg. Nippel lDnat.): Die Vorlage ist ein Beweis für die Arbettsunfähigkeit dieser Versammlung, die in anderthalb Jahren noch nicht einmal die Verfassung erledigt hat. Abg. Ludwig(U. Soz.): Gibt es noch größere Heuchler als die. welche früher ledes Verlangen des Volkes nach Aeußerung seines Willens unterdrückt haben und jetzt nach der Stimme des Volkes rufen. Wir haben schon vor langem Neuwahlen beantragt. Die Verzögerung dieses Antrages ist nicht unsere Schuld. Uebrigens hat das preußische Parlament gar keine Daseinsberechtigung: wir sind ja nur Kostgänger des Reiches.(Zust. b. d. U. Soz.) Wir müssen endlich zum Einheitsstaat kommen. Wir als Oppositionspartei können der Vorlage nicht zustimmen. lBeifall bei den U.Soz.) Abg. Hauschild(Soz.): Selbstverständlich wird meine Fraktion dem Notetat zustimmen. Wenn Herr Nippel hier eine große politische Debatte heraufbeschwören möchte, so tut er das nur aus wahlagitatorischen Gründen.(Widerspruch rechts.) Die Vorlage wird in allen drei Lesungen gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Der Antrag Weber(Soz.) über Bestätigung und Vereidigung von Bürgermeistern, Beigeordneten und Schössen geht an die Ee- meindekommisston zurück.— Der Antrag Hammer(Dnat.) über Entschädigung der Tierhalter für gefallene Tiere wird entsprechend dem Antrage des Ausschusses in zweiter Lesung angenommen, nachdem Abg. Schmidt-Köpenick(Soz.) die Zustimmung seiner Partei erklärt hat, da der Antrag wenigstens eine gewisse Er- leichterung für die kleinen Tierhalter bringe. In zweiter Lesung wird der Antrag Eräf(Soz.) über Verbot der privaten Stellenvermittlung ohne Erörterung dem Antrage des Ausschusses gemäß abgelehnt, dagegen der Auslchußantrag angenommen, wonach ein Gesetz über Errichtung öffentlicher Ar- be,tsnachweise gefördert wird. Nunmehr begründet Abg. Ehristang«(U.Soz.) seinen Antrag über Hilfeleistung für die durch Wolkendruch geschädigten Ein- wohner Mansfelds und Umgebung. Ein Regierungsvertreter teilt mit, daß Mansfeld bereits Unter- stützung erhalten habe. Der Gesamtschaden sei aber noch nicht festgestellt. Im Rheinland solle beschleunigt gearbeitet werden. aber auch die Kommunalverbände müssen eintreten. Der Antrag Christange wird dem Hauptausschuß überwiese». Nunmehr folgt der Antrag Eräf-Frankfurt(Soz.), betreffend Ueberweiwng entbehrlich gewordener Truppenübungsplätze zu Ciedlungszwecken, Ueberweisung von Kasernen zu Wohnzwecken und Vertauf von Heeresbektänden an Kleidung und Schuhwerk an die Minderbemittelten. In Verbindung damit wird der Antrag Martin(Dnat.) beraten, betreffend Verwendung des Truppen- Übungsplatzes Friedrichsfeld, Landkreis Dinslaken zu Siedlungs- zwecken. Abg. Pätzel(Soz.): Die Militärbehörden sind sehr schwer dazu zu bewegen, MilitärübungsMtze herauszugeben. Ich erinnere an das Tempelhofer Feld, wo der Antrag der Gemeinde Neukölln auf Errichtung von Spielplätzen usw. vom Reichsschatzamt abae- lehnt wurde. Ebenso ,st es mit den Kasernen, die angeblich für die Sicherheitswehr gebraucht werden. Heeresmaterial läßt man vielfach vermodern, statt es für die Bevölkerung nutzbar z» machen. Wir beantragen Ueberweisung an den Siedlungsaus- lchuß. Abg. Klodt(U. Soz.): Wir sind für die Anträge. Man macht den Gemeinden bei der Siedlung ungeheure Schwierigkeiten. In erster Reihe müssen Kasernen siir Wohnungszwecke frei gemacht werden. Das Heeresgut muß der arbeitenden Bevölkerung zu� gute kommen. Die Anträge gehen an den Siedlungsausschuß. Hierauf vertagt sich das Haus. Gegen den Vorschlag des Prä, fidenten, morgen die Anträge über Groß-Berlin zu de« raten, erhebt Abg. Ludwig(Ill SozZ Widerspruch. Sein Antrag, diesen Gegenstand morgen nicht zu beraten, wird gegen die Stim». wen der beiden sozialdemokratischen Fraktionen abgelehnt. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Aniräge über Äenderung deü Gesetzes Groß-Berlin, Vor dem Außerordentlichen Gericht des Reichswehrgruppen, wmmando I in Moabit begann gestern vormittag der Prozeß Jfcgen 24 Mitglieder der Weißenseer kommunistischen Kampf- orgamsation. Wegen� Vergehens gegen den§ 1 der Verordnung oes Reichspräsidenten vom 30. Mai 1920(Teilnahme an»et- Ovtenen militärischen Organisationen) sind angeklagt: i** Metalldreher Karl Liebs, 2. Kutscher Paul Dolling, Z. Kut- sAer Willi Zilinski, 4. Gastwirt Hermann Drölger, S. Expedient Falk, 6. Schlosierlehrling Erich Voß, 7. Töpfer Franz Kaatz, % Schlosser Ernst Schulz, 9. Tischler Ernst Mehlderg. 10. Arbeiter �rnst Gennal, 11. Sattler Josef Wrbal, 12. Maschinenarbeiter Paul »ranz, 13. Werkzeugmacher Richard Götze, 14. Tischler Willi Stern, « Kürschner Willi Winter, 16. Dreher Max Burkert, 17. Mecha- niker Theodor Pfeiffer, 18. Arbeiter Otto Medow, 19. Schlosser Wilhelm Dochow, 20. Photograph Otto Jacob, 21. Müllkutscher Erich Krüger. 22. Schlosser Ernst Franz, 23. Handlungsgehilfe «rthur Michaelis und 24. Tischler Erich Coall. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zugrunde:?n der Rächt vom 21. zum 22. August dieses Jahres überraschte eine Streife der Sicherheitspolizei auf dem Laubenaelände an der Grellftrahe in der Nähe des Bahnhofs Weißensee Mitglieder einer kommunistischen Kampforganisation beim Ausheben eines dort untergebrachten Waffenlagers. Es kam zu einer Schießerei, dabei wurde ein Wachtmeister der Sipo aus der Stelle getötet und der Müllkutscher Krüger durch einen Schuß in den Rücken verletzt. In den darauf folgenden Tagen wurde eine große Anzahl Weißen- leer Arbeiter verhaftet. Von den Festgenommenen wurden nur einige wieder freigelassen, da der gegen sie gehegte Verdacht sich als grundlos erwies. Im alten Kriminalgerichtsgebäude in Moabit, wo im kleinen Schwurgerichtssaal die Verhandlung stattfindet, Halle die Sicher- heltspolizei einen scharfen Ueberwachungsdienst eingerichtet. Der Eintritt zum Gebäude war nur gegen Legitimation erlaubt. Auf den Gängen und Treppen waren überall Beamte mit K a r a- binern postiert. In den Eerichtssaal selbst gelangte man nur nach genauer Kontrolle der Ausweise und nach gründlicher AZassendurchsuchung. Im Zuhörerraum, für den nur eine be- schränkte Anzahl von Eintrittskarten ausgegeben wurde, waren ebenfalls Polizisten in Uniform und Kriminalbeamte in Zivil postiert. Vor Beginn der Verhandlung betraten zwei Kranken- träger den Saal, die auf einer Bahre den Angeklagten Erich Krüger hereintragen, und vor dem Eerichtstrsch niedersegen. Krüger wurde aus dem Rudolf Virchow-Krankenhaus, in dem er an den Folgen des in der fraglichen Nacht erhaltenen Rücken- lchusses darnrederliegt, vorgeführt. Den Vorsitz der Verhandlung fuhrt Landgenchtsdrrektor Dr. Ernst, dem als Zioilrichter Geh. Iustizrat Dr. Henckel und Landgcrichtsrat Iamrath zur Seite stehen, während als Militärrichter Maior Schemmel und Sergeant Mcws, beide vom Reichswehr-Znfanterie-Regiment Nr. S. fungieren. Die An- klage vertritt Kriegsgerichtsrat Rammin. Als Verteidiger fungieren die Rechtsanwälte Dr. Bönheim, Dr. Weinberg und Dr. L a m p und die Justizräte Dr. B r a h und Dr. F r ä n k e l. Die Anklage stützt sich auf s 1 de rVerordnung des Reichspräsi- denken vom 30. Mai 1920. Sie lautet: „Wer frühere oder derzeitige Angehörige der Reichswehr und der Marine, der Freikorps oder sonstiger militärischer Forma- tionen der Sicherheitspolizei oder anderer Wehren zum Unge- horsam mit vereinten Kräften gegen Anordnungen über Auf- lösung. Vereinigung oder Umgliederung der bestehenden Verbände auffordert, oder wer solchen Ungehorsam oder Widerstand leistet, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren, beim Votliegen mildern- der Umstände mit Gefängnis bestraft. Ebenso wird bestraft, wer es unternimmt, ohne Genehmigung der zuständige» Dienststellen Personen zu Perbänden militärischer ober politischer Art zu- s«ünmenzuschlie«en, oder wer a» solchen Verbänden teilnimmt." 'Der Beginn der Verhandlung verzögerte sich ungewöhnlich lange, da ähnlich wie im Hiller-Prozeß, der eine militärische Beisitzer, der Sergeant Mews, nicht erschienen war. Kurz nach y, 11 Uhr erscheint als sein Stellvertreter der Feldwebel R o g g e vom Stab des Reichswehrgruppenkommandos l. Unter den Angeklagten sind ausfallend viel Jugendliche. Einige von ihnen scheinen nicht älter als 16 bis 17 Jahre zu sein. Von der Verteidigung und den Anklagevertretern sind 13 Zeugen und die medizinischen Sach- verständigen Dr. K o ch m a n n und Medizinalrat Dr. Stürmer geladen. Der erste Zusammenstoß Gleich zu Beginn der Verhandlung kommt es zu sehr scharfen Zusammenstößen zwischen dem Gericht und den Verteidigern. Rechtsanwalt Welnberg: Ich bitte das Gericht um Auskunft. ob der Verteidigung tatsächlich alles Prozeßmaterial zur Einsichtnahme übergeben worden ist. Ich habe nämlich die Fest- ftellung machen müssen, daß eut Aktensaszrkel den Verteidigern vorenthalten worden ist. Dieses Aktenstück trug den Vermerk: Nicht für die Verteidiger bestimmt Das verstößt gegen die klaren Bestimmungen der Strafprozeß- ordnung. Ich muß weiterhin schwer bemängeln, daß der Herr Staatsanwalt den Mitgliedern des Gerichts schon vor der Ber- Handlung sein Plädoyer aus den Tisch gelegt hat, um gewisser. «aßen da» Gericht im ungünstigen Sinne gegen d»e Angeklagten Zu beeinflussen...,._.„ Staatsanwalt R a m m i n: Ich erhebe gegen diese Auslassungen Einspruch. Ich habe den Mitgliedern des Gerichtes nicht ein Plädoyer auf den Tisch gelegt sondern lediglich Auszüge über die Angeklagten. Was den ersten Vorwurf des Herrn Verteidigers betrifft, daß ihm ein Aktenstück vorenthalten worden sei. so habe ich folgendes zu erwidern: Es handelt sich bei diesem Aktenstück um Ermittelungen meinerseits und um Material, au» Haussuchungen bei den Angeklagten stammend, daß noch nicht Gegenstand der augenblicklichen Anklage, sondern einer spateren Verhandlung bil- den soll. Ich betone, daß das Paket nur für mich bestimmt war und nur durch Zufall in die Hände des Verteidlaers gekommen fein kann.— Rechtsanwalt Weinberg: Dieser Auffassung muß ich unbedingt widersprechen. Der Inhalt dieser Akten gehört Zweifellos zur heutigen Verhandlung. Ich verweise nur auf den Dreyfus-Prozeß in Frankreich, wo dem Gericht em Akten- stück vorlag, daß die Verteidigung nicht kannte. Diese Tatsache hat damals»inen Entrüstungssturm in der ganzen Welt hejfeor- gerufen.— Vors.: Ich erkläre den Herren Verteidigern, daß dem Gericht bei der heutigen Verhandlung nur Aktenmaterial zur Verfügung steht, daß auch Sie kennen. Ich protestiere dagegen. daß der Herr Staatsanwalt durch seine Aufzeichnungen die Mitglieder dieses Gerichtes nach irgend einer Richtung hin habe beeinflussen wollen.- Justizrat Broh: Ich bitte den Herrn Vorsitzenden um die Erklärung, ob er das fragliche Aktenfaszilel. in dem der Herr Staatsanwalt neues Anklage- Material gesammelt haben will, eingesehen hat?— Vors.: Ich höre in diesem Augenblick zum erstenmal davon.— Rechtsanwalt Bönheim: Bei den Aufzeichnungen, die der Herr Staatsanwalt dem Gericht vor der Verhandlung ubergeben hat. handelt«s sich, wie wir festgestellt haben, um Dinge, d»e gar nicht Gegenstand der Verhandlung find.— Kechfspnroackt t q n l e l: Wir protestieren gegen diesen Versuch, hier schriftlich zu verhandeln.— Justizrat Broh: Ich komme nochmals auf den Fall D r e y f u s Zurück. Bekanntlich ist damals Dreyfus verurteilt worden, weil in das Aktenniaterial des Gerichts em gefälschtes Aktenstjj� eingeschmuggelt worden ist. Jly bilte um die offizielle Fest- stellung, ob die Mitglieder dieses Gerichts in das Aktenstuck vorher Einsicht genommen haben. Wir wollen eine Wiederholung des Falles Dreyfus vermeiden.- Staatsanwalt R a m min: Ich er- kläre nochmals, daß dieses fragliche Aktenstuck nur für mich be- stimmte Ermittlungen enthalten bat.— Justizrat Broh: Wir und vom Thema abgekommen und ich bitte nochmals um Er- klärungen der beistKenden Richter, ob sie von dem bewußten Aktenstück Kenntnis hatten?— Die belsttzenden Richler verneinen das.— Justizrat Broh': Ich stelle dann den Antrag, daß die Aufzeichnungen des Staatsanwalts, dereu Durchschlage den Herren l jsW W MM Richtern übergeben wurden, dem Staatsanwalt zurückgestellt werden. Ich habe nämlich festgestellt, daß in diesen Aufzeich- nungen Dinge als feststehende Tatsachen hingestellt werden, die vielleicht gar nicht nachgewiesen werden können.— Vors.: Wir werden von diesen Aufzeichnungen des Staatsanwaltes keinen Gebrauch machen.— Rechtsanwalt L a m p: Das genügt mir nicht. Ich beantrage Zurückgabe an den'Staatsanwalt.— Vors. (erregt): Das Gericht läßt sich seine Beschlüsse nicht durch die Ver- teidiger formulieren.— Rechtsanwalt Lamp beantragt einen diesbezüglichen Gerichtsbeschluß. Das Gericht beschließt, nicht in die Aufzeichnungen des Staatsanwalts Einsicht zu nehmen. Ein Zwischenfall In diesem Augenblick ereignet sich ein Zwischenfall. Der An- gellagte, Arbeiter General, ein kleiner, bis dahin stumpf vor sich hin blickender Mensch, verfällt plötzlich in S ch r e i k r ä m p f e. Sicherheitspolizisten und die anderen Angeklagten bemühen sich, den wild um sich Schlagenden herauszutransportieren.— Rechts- anwalt F r ä n k e l. der vor dem Kranken sitzt, ruft, indem er sich die Ohren zuhält: Das kommt davon, daß das Gericht trotz meines Protestes den Haftbefehl aufrechterhalten hat. Der An- geklagte wird schließlich aus dem Saal geschafft und Rechts- anwalt Frankel stellt nochmals den Antrag auf Haftentlassung. Bei dem Zeugenauftuf ergibt sich, daß Kriminalkommissar Mas- lack nicht erschienen ist.— Rechtsanwalt Dr. Weinberg er- klärt, auf diesen Zeugen nicht verzichten zu können, da er der Haupturheber der ganzen Lockspitzelei sei.— Medizinalrat Dr. Leppmann äußert sich darauf über den Gesundheitszustand des Angekl. General, den er als schwer hysterisch und geistig schwach bezeichnet. Er beantragte, den E. zur Beobachtung auf seinen Geisteszustand einer Irrenanstalt zu uberweisen.— Der Anklagevertreter widersprach diesem Antrag, während der Verteidiger des General, Justizrat F r ä n k e l, die Zuständigkeit des Gerichts und damit auch die Möglichkeit einer Beschlußfassung bezweifelte. Dann ergriff Justizrat Frankel von neuem das Wort und erklärte in längeren juristischen Ausführungen das Gericht für unzuständig und das Verfahren für ungültig. Die Bildung von Ausnahmegerichten sei«in Verstoß gegen den Artikel 105 der Reichsversassung, um» all« in dieser Hinsicht getroffenen Maß- nahmen des Reichspräsidenten seien daher verfassungswidrig und damit null und nichtig. Bisher sei die Verordnung vom 30. Mai 1920 weder gegen die Freikorps noch gegen die Or- gesch in Kraft getrete». Jetzt hole man sie aus den Winkeln hervor, um Arbeiter ins Zuchthaus zu bringen. Die Verteidigung müsse mit aller Kraft gegen diese Tendenzaktion im Gerichtssaal protestieren und bitte das Gericht, sich selbst für unzuständig und das Verfahren für un- zulässig zu erklären.— Justizrat Dr. Broh schloß sich in recht- licher Hinsicht den Ausführungen seines Mitverteidigers an und erklärte dann: Ich teile nicht die Illusion, daß überhaupt Recht noch Gerechtigkeit gesprochen wird. Das soll kein persönlicher An- griff sein. Recht ist nur der Ausdruck des augenblicklichen politi- ichen Machtverhältnisses, der außenblicklichen kulturellen und wirt- chaftlichen Struktur. Ganz gleich, ob in einem bürgerlichen» oder in einem proletarischen Staate, wie in Nußland,»st die Justiz immer nur eine Klassenjustiz. Nur daß diese Klassenjustiz in Rußland ehrlich zugegeben wird. Ich bin überzeugt, daß das Ee- richt die beste Absicht hat, Recht zu sprechen, aber es ist objektiv nicht imstande, der Forderung nach einer höheren Gerechtigkeit nachzugeben. Bis in die Nachmittagsstunden zogen sich die Darlegungen der einzelnen Anwälte darüber hin, daß das außerordentliche Gericht für diesen Prozeß überhaupt nicht zuständig sei Der Reichs- Präsident habe mit seiner Verordnung vom 30. Mai einen glatten Verfassungsbruch begangen und ebenso ungesetzmäßig, wie die Ver- ordnung an sich seien auch die Ausführungsbestimmungen. An Stelle des Reichswehrministers. der mit der Zusammensetzung dieses Gerichtes �beauftragt war. hätte der Reichspräsident auch "-i Stoatsanmail Ramm in trat, nachdem die Verteidiger in den ersten Nachmrttagsstunden geendet hatten, dieser Auffassung der �°?« entgeaen Es handele sich in diesem Falle nicht um die Verordnung eines vom Casarenwahnsinn befallenen Reichs- � lel Verordnung nachträglich im Par- " die Stimmen der Unabhängigen, ge- nehmlgt worden. Jja) kann Älmen versichern, mein? Herren k»k>r a* sttlriW OlS mird � Persönlichkeiten in kürzester Zeit abgeschlagen 1a m!. v gezwungen, das hier auszusprechen, obwohl 1,,„?u �,n'"�urch die in Rede stehenden Personen weN>en könnten. Es handelt sich hier nicht um ein Äf*"»""4'' cÄ0ber™h>n. Erwiderungen der Verteidiger beantragt der ? m der Verhandlung Dinge erörtert werden �» k das Staatswohl gefährden, Ausschluß der "ff'*" 4!' ch keit.— Das Gericht zieht sich daraufhin zur Be- zuständig erklärt""Rundet später den Beschluß, daß es sich für a m p: Das Gericht hat sich für zuständig erklärt HU., V. �f�andlung muß eröffnet werden. Es wird infolgedessen Verteidigung die Zusammensetzung des Gerichtes bean- Iii, m r®ie JBeiteibiguna bemängelt es, daß in diesem Kollegium ein Vorsitzender, zwei gelehrte Beisitzer und ein Major fitzen, die m?? Erörterung des Hauptoerfahrens mitgewirkt haben. Der Vorsitzende und Landgerichtsrat Iamrath werden weiter wegen Befangenheit abgelehnt, weil sie ausführliche Verneh- mungen der Angeklagten vorgenommen haben, bei denen auch Gegenüberstellungen der Angeklagten stattfanden. Mir ist z. B. ein Fall bekannt, in dem die Zeugin Frau Falk der Vernehmung ihres Sohnes beiwohnen mußte.— Vors.: Welche Vernehmungen soll »ch denn vorgenommen haben.— Rechtsanwalt Lamp: Ich kann leider keinen der Angeklagten nennen.— Der Angeklagte Coall erhebt sich: Ich bin von dem Vorsitzenden vernommen worden.— Vors.: Das ist ein Irrtum. Das ist völlig unnröglich. Die übri- gen Verteidiger haben inzwischen eingegriffen und Eoall klar- gemacht, daß er sich irrt und daß er tatsächlich von dein Vorsitzenden Landgerichtsdirektor Ernst niemals vernommen worden fein kann. — Rechtsanw. Lamp: Ich bin leider das Opfer eines Irrtums geworden. Herr Landgerichtsrat Iamrath hat den Angeklagten tyalk seiner Mutter gegenübergestellt. Ich lehne deshalb den Vor- fitzenden, die beiden Richterbeisitzer und den Major aus§ 23, Landgerichtsrat Iamrath aus Gründen der Befangenheit ad.— Staatsanwalt Rammin: Ich beantrage Glaubhaftmachung der Ablehnung. Nach kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende, daß das Ge- richt eine Entscheidung über diesen Antrag nicht herbeiführen kann, sondern muß ein anderes Gericht dazu bestellt werden. Da dies erst morgen erfolgen kann, wird die Verhandlung auf Mitt- woch, mittags 1 Uhr, vertagt. fe Vogel-Strautz-PolMK Wir hatten in Nummer 365 unter der Ueberfchrist..Beamten- schütz und Beamtenmaßreaelung" eine Angelegenheit cms dem Preußischen Stalistischen Land e s am t eur ert. di» die Maßregelung eines Beamten betraf, und m Anschluß daran hatten wir die Erwartung ausgesprochen, daß der prustet Se- vering sich zu dies« Sache äußer» werde. S- s«tde« drei Wochen vergangen, aber blsh« ist leine Antwort erfolgl, trotzdem aus unserm Artikel hervorging, daß Herr Seoering sich für ein Disziplinarverfahren eingesetzt hat, das vollständig gesetz- widrig war. Wir wollen aber keine Vogel-Strauß-Politik meyr treiben lassen, denn wir sind der Zuständen in den Ministerien ei Oder weiß Herr Severins nicht,..—------- Minister von seinen Gehelmräten als Strohpuppe behandelt wird und daß alle reaktionären Pläne von dem bekannten Reaktionär. Unterstaatssekretär Dr. Freund, gedeckt werden? Bei der be- vorstehenden Etatberatung wird sich vielleicht Gelegenheit finden, mal hinter die Kulissen zu sehen, und es dürften dabei wenig erbauliche Dinge bemerkt werden. Wir wollen heute wieder ein wenig den Vorhang lüften, indem wir eine weitere Zuschrift ver- öffentlichen, die wir in Erwartung einer Antwort seitens des Mi- nisters Severins noch aufgeschoben hatten. In dieser Zuschrift heißt es: „Der Herr Minister Seoering hat zu den Veröffentlichungen über das Preußische Statistische Landesamt im„Vorwärts", Nummer 409, Stellung genommen. Hut ab! vor diesem Vertreter der neuen Republik, der einen Wahrheitsbeweis im Lichte der Oessenllick'keit zubn. Aber— in unserer verworrenen Zeit ist man vor keiner Ueberaschung sicher— in der„Richtigstellung" sind die Kulissen vollends umgestellt worden. Nichts erinnert mehr an den Meineidspräsidemen, nichts an die schweren Ver- sehlungen von Mitgliedern und Beamten zum Schaden des Volks- ganzen: es handelt sich nur noch um einen persönlichen Konflikt eines Veamten mit seinem Vorgesetzten. Hierzu hat die„Freiheit" jüngst eine Erklärung gebracht, die ich— weil auch ich mich zu rehabilitieren habe— ergänzen muß. 1. Der Herr Minister behauptet, daß meine Angaben„unrichtig" wären, trotzdem der„Meineids"-Vräsident nunmehr öffentlich un- verwischlich fixiert ist. Die Tatsache, daß er existiert, die Beamten- schaft ihm ehrfurchtsvoll dient, er des Herrn Ministers Eewährs- mann in lebenswichtigen Volksfragen ist und gewiß noch historische Bedeutung erlangen wird, richtet meine Wahrheitstreue wieder auf. 2. Der Obmann wird in der Richtigstellung als leichtfertig, ge- wissenlos. unwahr, als ein maßloser Aufschneider usw. bezeichnet. Dieser Mann konnte natürlich nur mit Vorsicht an den Pranger gestellt werden. Ihm ist denn auch vom Herrn Minister befohlen worden,„sich jeder weiteren Beschuldigungen und förmlicher An- träge gegen die Beamten des Statistischen Landcsamtcs(zu) ent- halten." Knebeln und prügeln tut man aber nur ein böses Tier.(Wenn die S. P. D. ihre Genossen nicht alsbald vom Maulkorb befreit, verdient sie keine weitere Beachtung.) 8. Nach Punkt 3 der„Richtigstellung" werde ich jedem Leser als ein unverbesserlicher Sunder erscheinen. Der Herr Minister ver- leumdet mich! Die„dicken Bände" mit der„übergroßen Zahl von Beschwerden", die dem Ministerium offensichtlich ein Aerger- nis sind, verklagen mich aber nicht, sondern sie schützen mich. Ihrem Inhalte nach wurde mir 1904 vom Direktor der Geologischen Landesanstalt und Bergakademie meine damalige Beamtenstellung gesetzwidrig gekündigt. In der Folge wurde einem Kammer- gerichtsurteil(1907) eine Gnadensache als Begründung unterge- schoben und mir dadurch Gnadenbrot zum Stein, Gnadenfisch zur Schlange verwandelt. Weitere Einsprüche wurden mit Bedrohung, Freiheitsberaubung, Nötigung usw. unterdrückt. Hier steht in den „dicken Bänden" du Klage geschrieben: Gott schütze uns gnädigst vor unserer Obrigkeit!(Die Folgezeit hat meine richtige Er- fassung der Situation bestätigt.) Die jüngste Eingabe ist auch schon neun Monate alt, unerledigt, und läuft auf eine Lohnvorenthaltung hinaus. Am 6. v. M. habe ich der Landesversammlung eine Petition unterbreitet, die vom Gesetzeswert des„eigenartigen" Kammer« gerichtsurteils(als Präjudiz) und meinem Schaden handelt. Die im Hintergrund verborgene Absicht des überhaupt unnöti- ;en Hinweises auf meine Personalpapiere dürfte hiernach klar ein. Diesen Vorgang kennt Herr Minist« Sevmng sicher nicht. Dta Unterschrift der„Richtigstellung" O» zwar seine, aber der GstiD» ist der mir leider zu genau bekannte, den„dicken Bänden" ent» stiegene Geist„der geheimrätltchen M a f i a" vor der mich scho» seinerzeit der Abgeordnete Bebel warnte. Ihr Hinterhalt wa« vordem die Person des Deutschen Kaisers. Sollte sie nun eine» sicheren Ort bei dem Herrn Minist« von der sozialdemokratischen Partei gefunden haben? Wer ist nun in dieser Angelegenheit des Herrn Ministers Ee- währsmann, der Geier, der mir hinterrücks an der Leber fressen will! Der Wahrheit kann imr gedient werden, wenn den deschuldigten Geheimräten und ihren Verbündeten jede Richtertättgkelt in eige- nen Angelegenheiten entzogen wird." Diese Sätze, die manchem eigentümlich klingen mögen, die aber nur der Ausdruck für die Gefühle jahrzehntelang durch Geheim- ratsdiktatur Unterdrücker und mißhandelter Subalternbeamter sind, sollten nun wohl doch dazu fuhren, daß die erhobenen An- klagen ernstlicher geprüft werden. Vor allem muß jedoch verlangt werden, daß die Herren Geheimräte nicht zu Richtern in eigener Sache gemacht werden, denn sie halten alle zusammen wie Pech und Schwefel und helfen sich gegenseitig immer wieder aus der Patsche, bis ein Minister kommt, der sie beiseite schiebt und sich vertrauensvoll auf die untergeordneten Beamten stützt, die ihm Sachen erzählen werden, daß ihm die Haare zu Berge stehen. Herr Severins, wollen Sie es nicht einmal probieren?. Feststellung! Von Martha Eschbach, Berlin. In der Abendausgabe der Freiheit vom 15. September schreibt ein gewisser Paul Schroer einen längeren Artikel mit der Heber- schrift:„Zum gegenwärtigen Parteistreit", dessen Zweck lediglich eine Kritik an der Leitung der Generalversammlung des neunten Distrikts ist. Es muß wirklich große Verwunderung hervorrufen. wenn man weiß, daß ein kurzer Bericht au» dieser Versammlung von der ,.Freiheit"-Redaktion wegen„Raummangels" zurückgewiesen wurde, uiu» erst der Weg der Preßkommission benutzt werden mußte, um dann einen Bericht von 5 Zeilen zuzulassen, während auf der anderen Seite 46 Zeilen lediglich einer Kritik Raum ge- währt wird. Zur Sache selbst steht fest, daß der Genosse Däumig in auß«- ordentlich sachlicher Weis« sein Referat gehalten hat, während auf der anderen Seit« Genossin Ztetz mit ihren agressw persönlichen Ausführungen, von denen ich als Argument gegen die dritte Internationale nur die„Bettschwesternschaft des Wendelin Tbomas mit der Schröder-Mahnke" und die tendenziöse Dar- stellung über„Erschießungen von 800 Russen" hervorheben möchte, die größte Erregung der Versammlung hervorgerufen hat. Fest steht auch ferner, daß die Versammlungsleituna wiederholt voll- ständige Ruhe hergestellt hatte, die weiteren Aussührungen der Genossin Zieh jedoch eine starke Zumutung an die Beibehaltung der Ruhe der Genossen waren, und es auch bei solch wichtigen Par- tei- und Weltfragcn— ich erinnere nur an die Spaltung der Sozialdemokratischen Partei zur U. S. P. D.— nicht unaus- bleiblich ist, daß die erregten Gemüter aufeirmnderplatzen. Wer die Psychologie der Arbeiter kennt, wird dies auch ohne weiteres verstehen können.,, Im übrigen möchte ich den Genossen Echroer auf den sonst ub- llchen Weg verweisen, nämlich an Ort und Stelle seine Beschwer- den zum Ausdruck zu dringen." � Wir empfehlen unseren Lesern, neben dieler Erklärung noch ein- mal die Notiz des Genossen Schroer zu lesen. Wir wissen nicht, ob dieser Genosse für oder gegen die Moskauer Bedingungen ist, aber das eine geht aus der Zuschrift hervor, daß Genosse Echroer ebenso wie vor ihm Genosse Paul Schindler damit nur der sach- lichen Erörterung der die Partei bewegenden Probleme dienen wollte. Um keine irrtümliche Auffassung entstehen zu lassen, sei. noch be- merkt, daß nach ein« Verständigung mit der Paßkommis- sion die Redaktion bei den jetzigen Auseinandersetzungen von der bisherigen Gepflogenheit abgegangen ist, über die Vnlaminlungen gu» de» einzelne» Berliner'"""".....' Nicht»« berichte», ZW« und Bcrpipp mmmmmtm Volksbühne 7V, Uhr- MMero. Zlllameli Neues Bolkstheater KSpcnicdcr Str. BS. T'/.uh.- Biberpelz Staatstheater Opernhaus 7 Uhr: Mab. Butterfly Schauspielha», 7 Uhr: Fnhmm HenM Direktion: S»«x Reinhard«. Deutsches Theater 7 Uhr: Romeo und Julia KuntRierspiele 7';, U.; Frllhlings Gemache» Sroßes EchausptelhaW Kailstrabe 7 Uhr: Danton <». Abteilung, I. Abend) Neues vperetteuhaus Direktion Jean Strtn 7 Uhr: Operette in drei Akten nach einem Motio Petöfii von Fritz Drünbanm. Theater i. d. Königgrätzer Uhr: Erdgeist Str. Donnerstag zum 1. Wale: Mirandolina Lustspiel von Carlo(Soldonl (Else Hein», Heinz Salfner, Johannes Niemann, Julius Brandt, Ernst PrSckl, Dora Schlüter, Eva Brock, Ernst Behmer) Komödienhaus >l,8: Ein« Rächt i-Paradie» Berliner Theater ',»8 Uhr: Der letzte Walzer mit Fritzi Masfary. Direktwn: Heute bis 'ictor Barnowskp Heute bis Freitag, 7»!, Uhr: Die Tänzerin (Leopoldlne Konstantin) Sonnab. 7 u.: Zum erftenWale: Da»«elUbde. Schauspiel in 3 Aufzügen von Heinrich Lautensnch (Konstantin, Laos, Klöpfür, Llmt) Allabendlich 7>>, Uhr Sie Scheiljuugsrelse mit Max Adalbert und Trade Hesterberg. Rose-Theater 7./. Uhr: Die Meli. Kammer-Tanzspiele BBIowstr. S. Am Nollendorfplatt Telephon; Lützow 2305. Täglich 7% Uhr LrieutMsches Ballett '/.8 Wua-Theater'/.8 Mrp's sel. Wim Stg. 3»j, U.: Gebrüder Zorn v.s Falles Caprice � iv illa Benno I, d.24. SrstanMhrnng hernng geg. Ehebruch mit Ferd. Grünecker. Apollo- Theater Sriedrichstr. LI». �i-üMeWNetkiv sowie weitere 10 Septemberfettfolionen Sonntags SVa IL 1 Kind frei. fHÄ'fe ■».>oa»»fhdUr PI. Heute, 711 abends'[2 UM Ml« ErifeEr u. d. gr. Programm Ende vor 10 Uhr Sonntags 2 Darstellungen. Kammer-Tanzspiele Biilowstr.«, am Nollendorsplad T-igl. 8 Uhr: Orientalisch.» Ballett «ibi Kiami Beq. rUeator n Natltrn, Da» Tel. dlorttepleta I4SI«. TBgl; 71, n. Honntas anehm. S Chri Ute-Sänger Bin the«n. Kanzelt orrfc ll-lis,«.4-8 ü. Trimou- Theater �Bahnhof Friedrichstraße) Heute nachm. 4 U.: Kleine Preise Slotkiippchen Untre« Donnerstag, 23.: Zum I. Mal« Osr Roman«Tner Frau Wdeuz- Theater (Stadtbahn Iannowitzbrücke, Untergrundbahn Klosterstraße) '/.»Uhr: Die Zreunhill Donnerst. 4 Uhr. Kleine Preise Schneewittchen Sonnt. 4 Uhr: Die Arenndin Königstadt- Theater Alexanderstr. 21 sDahnhos Jannowitz drülliej Täglich 7« Gala-Sünger Neue Welt Arnold Scholz �asenheide 108—114 Täglich Konzert und Borstellung Dienstag«, Mittwochs, Donnerstags u. Sonntag» —— Gros; er Ball.■ Die Kaffeekücheisttägl. geöffn. Ansang wochentags 5 Uhr, Sonntag» 4 Uhr. In der Anieige des Theater» am Rollendorfplah am Sonntag, de» 12. Septemb., war der Sah enthalten: Sonder» Vergünstigung für die Abonnenten d er»Freiheit«, gültig oom 1». b. 1». September. Es soll richtig heißen: vom 1». bi» 30. 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Opossum. Muff und Schawl, 3 Ertes-Füchse, 1 Moschus-Bisaiu-Musf, 1 Skunk». Cape, 1 Nutria�futter, I Bisam-Muff, 1 Kanin-Jacke, 1 Bib-ren. Mantel, 1 Ka«in.Ctoia mit Btbereit und 3 Edelmarder. Außer. dem sind in großen Mengen unverarbeilite Felle gestohlen worden, wie: Hermeline, Seal, oirg. Otter, Seal-Otter, Breitschwänze, Persianer, amerik. Opossum, austrat. Opossum, Skunk», Kanin, Biderett, Nutria, Seal-Siutria, Iltis. Obige Belohnung sichern wir drmsenlgen zu, der uns zwrck. dienliche Angaben zur Wiedererlangung der gestohlenen Gegen. stände macht. Für Herbeischaffung eine» Teil» de« gestohlenen Gute« werden 10°la de» Werte» oergütet. Diesbezügliche Mitteilungen find zu richten an MMMMMar Hoppe. PolizeiprösidilimBerlin Tel. Amt Zentrum Nr. 0001, Hanoanrns Mr. 432«. 584 oder an* Stuttgart- Berliner Bersichernvgs- Men- SeseWast, BmvMngsftelle Berlin, Lranienburger Straße 60/63 Tel.«mt Rorde» 2204-0«. 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Nachdem der sür die verfassunggebende preußische Landes- »erfammlung im Wahlkreise Berlin gewählte Abgeordnete Louis B ru n n er seinen Wahlaufttag niedergelegt hat, berufe ich auf Grund de»§ 58 der Wahlordnung oom 30. November 1818 und in Gemäßheit des§ 49 a. a.£>. den Wahlausschuß zur Fest- stelluug de» Ersatzmannes, der gemäß§ 21 de- Sieichswahlgefetzes vom 30. November 1918 an seine Stelle tritt, zu einer Sitzung auf Sonnabend, de« 2S. September 1920, vormittag» 10 Uhr, nach dem Wahlbureau des Magistrat», Berlin C Z, Stralauer Straße 44/45, 1 Treppe, Zimmer 9, ein. Dies bringe ich hiermit zur äffentlichen Kermtni». Berlin, den 20. September 1920. Der Wahllrommiffar sür de« Wahlkrei» Berlin sür die Wahlen zur verfassunggebenden preußischen Landesvcrsammlung. Lo e h ning Stadttat. <1703 Wahl. 20.) enthaltend die Romane Viola tricolor Ein stiller Musikant Waldwinkel Beim Vetter Christian Im Nachbarhause links Psyche Pole Poppenspäler (4 Bände in elegantem Karton) 10 Mark Zu beziehen durch BDcManini„Frief BeilinCZ Breite Strasse 8-9 Spezial-Arzt Dr. I aff6 für GeschleeHt»-» Haut-, Harn-, Frauenleiden, hartnLck. Harnleid.»Ausschlag» nerv.Schioitche, Syphilis, Salvarsan-�nren» Dlntuntersuchnngen, Bestrahlungen «»<.7.2�-"' Dir.O. Loser, Münzstr.9 nahe Alexanderplatz. V I, 4-8. Sonntags V.l. Damen separat. AIVISI I m®t' sür alle Geschlechts- DU» dbl Haut-, Harn-, Frauenleiden, hartnäckige Harnleiden, Ausschlag, nerv. Schwäche, gegen Syphilis Komb. Salvarfan- Kitren, Blutuntersuchungen, im ältesten Kur- vir.: Löser senior Nur RosenthalerStr. 69-70 Geschlechtskranke platt ll(direkt am Hallesch»» Tor). Sprechst. 10—1, I | 4—8, Sonnt. 11—1. Damenzimmer separat. Erfolge I selbst noch da, wo alles andere versagte. 1 Dr. med. 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Tedesanzeige Den Kollegen jut Nachricht, daß unser Kolleg«, der Mechaniker Heinrich Schulze Neukölln, Stcinmetzstr. 74, am 17. d. Mts. gestorben ist. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 22. d. Mts., nachm. 2 Uhr, im Krematorium, Baumfchnlenweg, Ktef- Holzstraße, statt. Rege Peteiligung wird erwartet. �ßsCkrukl Den Kollegen zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Arbeiterin Harle Haase Nevaler Straße 13, am 12. d. Mts. o erstorben ist. Ehre ihrem Andenke»! Die 0rt»veemnlt»ng. 17. DistrikL BeArk 7K4. Am 20. 9. oerstarb durch! ! Unglücksfall unfrr Mir-| I glicd, dn Dreher Alfred Jakobi | Antwerpener Straße 6,! I im Alter von 36 Jahren. l Die Beerdigung ist noch I I nicht festgesetzt. | Ehre seinem Andenken!| Der Vorstand. Die Beleidigung gegen Herrn Lang nehme ich hiermit zurück. Martha Försterltng. Danksagung Für die rege Beteiligung bei der Einäscherung des Lagerhalters Bernhard Boscheildorf sagen wir hiermit der Verwaltung, Angestellten und Kollegen der Konsum- Genossenschast sowie allen Freunden und Bekannten den herzlichsten Dank. Die �Ungehörigen. Berlin, Stäntzsch b.Peupa» Volksbühne E. V. Freitag, den 24. September, abend» 7 Uhr Mitglieder- Versammlungen und zwar für die Abteilungen 1—83 in den Sophiensäle«, Sophienstr.'7»18 34—66 im Restaurant Blt-Berlin, Blumenstr. 10 67— ICO im Englischen Hof, Alexanderstt. 27 101— IZS im Musiker-Bereinshaus, Kaifer-Wllhelm-Str�I» 141— 174 im Gemerkfchaftshaus, Engeluser 15- Tagesordnung in allen Berfammlnngen: 1. Vorstandsbericht und Vortrag über die Ziele der Volksbühne� bewegung. 2. Diskussion. 3. Wahl von je 60 Delegierten gnt Hauptversammlung. 4. Verschiedenes. Ohne Mitgliedskarte dein Autritt! Es werden nur Mitglieder derjenigen Abteilungen zugelassen, die für den betreffenden Der� sammlungsott geladen sind. Vorstand und Berrvaltung der BolksbShne G. B» (Vereinigte Freie nnd Neue Freie Volksbühne) Hsusfrsuen! 5aVÄf,tn tunioev. Für wollene Strumpfabsälle, Wollgestricktr», Wollgewkktes p. Kilo 10.60 Mk.. für alle wollene Damrnklelderstoffe p. Kilo 7.00 Mk» Annodme Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, oorm.» bis 5 Uhr adends, im Restaurant«rllrr, Wassertorstt. U Wertvolle Bücher zum Selbstunterricht. Gut Deutsch durch Selbstunterricht. Enthaltend: Sprachlehre» Rechtschreib lehre und Zeichensetzung. Von M. Qbelacker» Preis M. 6.—. �- Deutsch, rvie es fehlerlos geschrieben und gesprochen rvird. Neue deutsche Sprachlehre für den Selbstunterricht. Eine ausgezeichnete Anleitung, die deutsche Muttersprache z« erlernen, richtig zu schreiben und zu sprechen. Von Th. Paul, Seminarlchrer. Preis W. 14.46. Dentsche Bufsatzschule für den Selbstunterricht. 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Bürgerliches Gesetzbuch für das Deutsche Reich. Teztauss gäbe mit Einleitung und Sachregister. Herausgegeben vo» Karl Pannier. Preis M. 10.8O.. Der kleine Rechtsanmatt für Haus und Kontor. Ausführt liche Darstellnng des Zivil- und Sttafrechts. Praktische«u- leitung, um sich in allen Gerichts- und Klagesachen, sowe» zulässia, selbst vetterten zu können. Mit vielen Klagebeispiele» und Musterklageformularen. Mit Anhang: Da» Strafgesetz buch. Von Dr. K. Fuch». Preis M. 6.—.. Neues Rechtshandbuch mit Formularen und Mustern. Rat* gebet für Kaufleute, Gewerbetreibende und Private im gesamte» Gerichtswesen, nebst Abfassung von Klagen sowie Einziehuntz der Außenstände. Von Dr. E. Solani. Preis M. 14.46. Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich. Von Dr. P. Da»ds» Preis M. 14.46.._ Strafprozeßordnung für das Devtfche Reich und das Gerichts* Verfassungsgesetz. Von Dr. P. Daude. Preis M. 16.86» Zu beziehen durch Boglm SWUMM 2 Perliu SW.11- MWAkafft 1 Adttll-ng 3. Nr. 396 Beilage zur„Freiheit" Mittwoch, 22. September 1920 Gewerkschaftliche Oppofition und die 3. Internationale Von Felix Kirsch. Zn den Leitsätzen für die 3. Internationale lautet der Ab- >atz, der die Aufgabe der Kommunisten in den Gewerkschaf- ten und in den Betriebsräten regelt, folgendermatzen: ..Die Aufgabe der Kommunisten besteht darin, sowohl die Ee- werkschaften als auch die Betriebsräte mit dem gleichen Geist ent- ichlossenen Kampfes, mit der Erkenntnis und Verständnis für die besten Methoden dieses Kampfes, d. h. mit dem Geist des Kommunismus zu erfüllen. Indem jie die Aufgaben ausführen, müs- Icn die Kommunisten, die Betriebsräte und die Gewcrlfchaften sich tatsächlich der Leitung der kommunistischen Partei unterordnen und auf diese Weise ein Masfenorgan der Proletarier schaffen, die Basis für eine mächtige zentralisierte Partei des Proletariats, die alle Organisationen des proletarischen Kampfes umfaßt, sie alle denselben Weg führt zum Sieg der Arbeiterklasse durch die Diktatur des Proletariats zum Kommunismus." In diesem Absatz liegen zwei Bekenntnisse. Einmal das Bekenntnis zur Mitarbeit innerhalb der Gewerkschaften und das andere Mal die Unterordnung der Eewerkfchafts- unter die Parteipolitik. Nehmen wir zunächst den zweiten Willen, so müssen wir an- erkennen, daß ein berechtigter Kern in dem Verlangen steckt, Partei- und Eewerkschaftspolitik in eins verschmelzen zu lassen. Gerade das ist ja das Elend in der U. S. P. D., daß sich die bisherige Zentralleitung vor jeder entscheidenden Stellungnahme in der Gewerkschafts- und Rätefrage herum- drückte. Insofern enthält der zitierte Absatz auch eine berech- tigte Kritik an der Zentralleirung unserer Partei. Pflicht dieser Zentralleituna wäre es längst gewesen, bei den vielen Differenzen eindeutig Stellung zu nehmen. Sie mutzte sich einmal klar darüber werden, was mit den führenden Genos- sen zu geschehen hat. die dem Leipziger Aktionsprogramm offenbar zuwiderhandeln. Bei dieser Gelegenheit hätte sie auch entschieden Stellung nehmen müssen zu der Frage der gewerkschaftlichen Oppo- sttion und der Frage der Gründung von Zndustrieverbänden. Sie lietz aber alle die Dinge so laufen, wie sie wollten, und speiste die Akahner mit nichtssagenden Redensarten ab. Da kommt die Kritik der 3. Internationale zur rechten Zeit, die sich allerdings noch mit weit grötzerem Recht an die jammervolle Haltung der gesamten K. P. D. in den Fragen anlegen läht. Es liegt im Lebensinteresse unserer jetzigen Partei, die Eewerkschaftsopposition zu überwachen und ihr Richtlinien zu geben. Sie hat dabei nur nötig, den alten Grundsatz anzu- wenden, der schon in der Entschließung des Mannheimer Parteitages zuin Ausdruck kam. Zn dieser Entschließung lautet der Schlußabsatz: .Um aber jene Einheitlichkeit des Denkens und Handeln» von Partei und Gewerkschaft zu sichern, die ein unentdehr- liches Erfordernis für den siegreichen Fort- ganades p r o ls t a ri sche n K la sse n ka m pfe s bildet, ist es unbedingt notwendig, daß die gewerkschaftliche Bewegung von dem Geiste der Sozialdemokratie beherrscht werde. Es ist daher Pflicht eines jeden Parteigenossen, in diesem Sinne zu wirken." Die Partei Hai sich gespalten. Die jetzige S. P. D. ist in der� Ideologie besangen, daß wfr«loch die Methoden der vor- revolutionären Zeit in der Partei und Gewerkschaftspolitik anzuwenden hätten. Wir dagegen legen unsere Reoolutions- erfabrunaen zu Grunde und streben nach einer neuen Kampf- tak'�ik �a aber die Tatsache bestehen bleibt, daß die Ein- heltlichkeit des Denkens und Handelns von Partei und Ee- werkschaft unbedingt notwendig ist, um den siegreichen Fort- gan.a des proletarischen Klassenkampfes zu sichern, so mutz die U S P D darum kämpfen, daß sich ihre Kampfestaktik in den Gewerkschaften Geltung verschafft und, schließlich die Mehrheit erlangend, das gewerkschaftliche Handeln zu ihren Zielen führt.\ Die Parteileitung hat also die eindeutige Pflicht, die Oppo- sition in den Gewerkschaften zu fordern, s, e? u s a m m e n° z u s ck>' i e si c n. Riaitlinien für ihren Kampf zu geben und rücksichtslos alle ll. S. P. D.-Mltglieder �zur Verantwortung zu ziehen, die sich dem Vordrängen der revolutionären Kampfestaktik in den Gewerkschaften zumeist aus einer Ueberfchätzung der bisherigen Eewerkfchaftstaktik entgegen- stemmen. Run ist auchsicher das erste Bekenntnis dieses Absatzes der Leitsätze, die Mitarbeit in den Gewerkschaften, zu begrüßen, da nach den oben ausgeführten Gründen nur durch diese Mitarbeit der siegreiche Fortschritt des Klassenkampfes ge- sichert ist. Man mutz doch aber recht daran zweifeln, daß den Verfassern der Leitsätze die gewerkschaftliche Mitarbeit in unserm Sinne ernst ist. ja, daß sie nach der aus dem Lbri- gen Teil der Leitsätze und vor allem aus den Aufnahme- bedingungen für die 3. Internationale zutage tretenden An- schauung überhaupt geleistet werden kann. Sagt doch der Absatz 3 dieser Aufnahmebedingungen deutlich:„Fast in allen Ländern Europas und Amerikas tritt der Klaf- fenkampf in die Phase des Bürgerkrieges e i n." Und durch die ganzen Aufnahmebedingungen und die Lest- fätze für die 3. Internationale zieht sich wie ein roter Faden der Gedanke hindurch, daß wir in allen Ländern binnen kurzem in revolutionären Erhebungen stehen. So auch wäre nur die Forderung nach einer illegalen Parteitütigkeit zu begreifen, von der Staatsanwälte und Richter wissen, daß sie existiert. Ueber das, was unter Bürgerkrieg zu verstehen ist. dürfte zwischen uns und den Verfassern der Leitsätze keinerlei gegen- teilige Auffassung bestehen. Es ist der bewaffnete Kampf eines Volksteiles mit dem anderen um die Erringung der politischen Macht. Die U. S. P. D. lehnt meines Missens die Auffassung ab. daß wir so einem Zustand in kurzer Zeit entgegengehen. Das Proletariat ist durch die Gegenrevolution entwaffnet, und wenn nicht ganz wunderbare Dinge geschehen, ist in kurzer Zeit an einen bewaffneten Aufstand nicht zu denken. Außer- dem wäre mit so einein Gedanken zu spielen Wahnsinn im Hinblick auf die in Waffen starrende Entente und deren anti- proletarische Gesinnung. Die Anhänger der 3. Internationale sollen sich an der Ee- werkschaftsarbeit beteiligen und müssen doch dabei den Ee- danken haben, daß diese Mitarbeit binnen kurzem gar keinen Zweck mehr hat. Denn da wir die Gewerkschaftsarbeit Haupt- sächlich als die Tätigkeit ansehen, die i m Klassenstaate den Kampf für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu führen hat, so mutz sich nach Ergreifung der politischen Macht durch das Proletariat das Wesen dieser Gewerkschaften gewaltig ändern. Wir verlangen die Umstellung der Gewerkschaften im Klassenstaate zu Zndustrisverbänden zunächst deshalb, weil sie eine bessere Einheitsfront der Arbeitnehmerfchaft ge- währleistet und dann nach der Umwälzung die Umstellung zu Produktionsverbänden leicht möglich macht. Wären wir im Bürgerkriege, und hätten wir die Aussicht, binnen kurzem Produktionsverbände schaffen zu müssen, so wäre der lange oppositioneller Eewerkschaftstätigkeit geradezu eine Ab- furdität. Das gerade aber ist der bedeutsame Unterschied der Auf- fassung, die in unserm Leipziger Aktionsprogramm aus- gesprochen wird und der Auffassung der Verfasser der Leit- fätze der 3. Internationale. Wir lassen deutlich erkennen, daß mir den Weg der Revolution als einen Weg von langen und schwierigen Etappen betrachten. Deshalb sind wir uns klar über die zu leistend« Gegenwartsarbeit, die, ohne das Ziel auch nur einmal aus den Augen zu lasse», ge- leistet werden mutz. Zu wünschen wäre nur. daß diese Arbeit intensiver betrieben würde und jedes Parteimitglied feine Pflicht innerhalb der Gewerkschaft tut. damit nicht allgemein das erfolgt, was Seidel fälschlicherweise als noch nirgend ge- fchehen darstellt, nämlich die Herausdrängung der Oppofitionausden Gewerkschaften. Di« Leitsätze der 3. Internationale bringen gegenüber un- serm Standpunkt, dieselbe zweideutige Auffassung, wie sie auch ��ndercn Dingen sich zeigen. Sie verlangen eine gewerkschaft- liche Tätigkeit und können sie doch praktisch mit ihren übrigen Anschauungen garnicht vereinen. Welcher von beiden Auf- kssungen, die in den Leitsätzen zutage treten, soll sich das �.f�iedder IX. S. P. D., das durch einen Parteitagsbeschlutz plötzlich Mitglied der K. P. D. wird, nun annehmen? Der oppositionelle Gewerkschafter, der in der U. S. P. D. oraanistert ist. hat sich doch sicher dieser Partei nicht ange- schlössen aus Spielerei, sondern weil ihn ernstes Nachdenken dazu zwang, in dieser Partei den Ausdruck seines politischen Glaubensbekenntnisses zu sehen. Die langgehegte Freude an einer gewissen Putschtaktik, das ständige Uebcrsehen jeder realen politischen Grundlage und die damit verbundene Ueberfchätzung der revolutionären Situation hieß ihn bei aller Sympathie für die in der K. P. D. organisierten Ge» werkschaftsfreunde die schwankende, unsichere Gewerkschafte» Haltung dieser Partei zu kritisieren. Noch in der Betriebsräte« frage hat die K. P. D. durch die Verschleierung jeglicher Grundsätze eine traurige Rolle gespielt. Und jetzt will man, daß wir. die Gewerkschafter der II. S. P. D., diese schwankende, von zwei sich widerstreitenden Grundsätzen bewegte Politik zu unserm Programm erheben! Sonst will man uns in Moskau nicht aufnehmen! Alles andere beiseite gelassen: weshalb ich gegen die An» nähme der Bedingungen von Moskau bin, oiefe Unklarheit allein mutz die oppositionellen Gewerkschafter der ll. S. P. D. veranlassen, eine Abänderung der Bedingungen zu fordern. Was uns im politischen Kampfe vor allem nottut, ist Klar- heit' Klarheit des Denkens, damit das Handeln einfach und eindeutig sei, damit Führer und Massen sich verstehen können und nicht bei jeder Aktion eine tiefe Kluft des Mitzverständ» nisses gähnt. Diese Bedingungen bringen uns aber nichts als Unklar» heit. Bei jeder Handlung wird der Handelnde von den bei- den sich widersprechenden Prinzipien hjn- und hergeworfen und wird nie einen ruhigen festen Pol finden, von dein das Geschick der Mitglieder gelenkt werden kann. Wir müssen heraus aus der verderblichen Jllufionspolitik der K. P. D., und wir geraten durch die Annahme der Be- dingungen gerade in sie'recht tief hinein. Für uns heitzt es Arbeit, gewaltige Arbeit in den Gewerk- schaften. Der revolutionäre Zeitpunkt, den wir alle erhoffen, kann früher, er kann aber auch recht spät kommen. Bis dahin inutz die Menschheit auf der möglichst größten Lebenshöhe bleiben, daher ist der gewerkschaftliche Kampf um Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen die anex- kannte Notwendigkeit. Zweck und Ziel unserer Opposition ist, den Gewerkschaftern die Unüberbrückbarkcit des Unter- nehmer- und Arbciiergegensatzes zu zeigen und so mit jeder gewerkschaftlichen Tätigkeit der Partei neue Anhänger zuzu» führen. Denn wir wollen, daß der revolutionäre Zeitpunkt d« Partei als Massenpartei antrifft. Wohl kann eine kleine Gruppe in der Revolution die Niassa mit sich fortreißen, ob aber in Deutschland diese kleine Gruppe dann auch die Masse bei der Fahne halten kann, ist mehr ars � Deshalb wollen wir nichts überstürzen, sondern die Dinge reif werden lassen, um auch später imstande zu sein, in diesem industriellen Deutschland die Revolution nicht nur zu gewin- nen, sondern ihre großen Errungenschaften nie mehr zu vor- lieren. Mit den unklaren Leitsätzen in dep Gewerkschaftsfrage glaube ich nicht, daß wir die Massen gewinnen. Und des- halb müssen wir sie, so wie sie sind, ablehnen. ■>« Opposition in der Friseurbewegung In der Friscurbewcgung macht sich ebenfalls eine Opposition gegen die Politik des Verbandsvorstandcs geltend, und in einer von dem Aktionsausschuß dieser Opposition einberuf-iien Ver- sammlung kam es bereits zu scharfen Zusammenstößen beider Richtungen. Ein Anhänger des Verbandsvorstandes erklärte diese Veranstaltung für statutenwidrig und die Einberufer als außerhalb des Verbandes stehend. Der gute Mann scheint gc» schlafen und gar nicht bemerkt zu haben, daß seit Jahr und Tag in allen Gewerkschaften sich Fraktionen gebildet haben, die ihr« Zusammenkünfte abhalten, woran auch niemand mehr' Anstoß nimmt. Es wurde denn auch den Kritikern der Opposition gc- Die Utopie in der Wirklichkeit Eine Friedensnooelle von August Strindderg. .. Tages Ordre bekamen, in aller Eile „Oder wie Bl» ci"„ Man hatte in der waldlosen Cchutzwälle auszuwe>•«etcÜ0Ung«ls die Weinreben und Gegend nichts ander � �regender Anblick, wie die deren Stöcke, �s_tunÖe gxMirdert waren, wie die Weinfelder lN einer ausgerissen wurden, um Fa- Stöcke mit Laub und � � feucht waren von dem fchinen davon zu" halbreifen Trauben. Man versicherte, Safte der zerprehteil> �einstöcke. Und wir zerstörten also es seien vierzigiah* n wahren in einer Stunde! Und das, die Arbeit von vie z g �erzuschietzen. welche die Faschinen um, selbst geschützt, angebaut ha-:en. � ungemähten Weizenacker tirail- Oder wie wir in wie Schneelohe um die Fütze lieren mutzten, um niederlegten, um beim nächsten rieselte und dw utcnv Glaubst du, liebe, geliebte Frau. Regenschauer zu vcis Taicn des Nachts ruhig schlafen kann? daß man nach>ouye � ant)ercs getan als meine Pflicht? Und doch, was ��.haupten. das Eqühl erfüllter Pflichten Und man wagt 8« F fei das beste KW_ Dinge stehen bevor! Du hast viel- Aber noch MMM � bie französische Bevölkerung. leicht davon sprechen �.�rkeir. sich in Massen erhoben und um ihre Armee z. bie unter dem Namen Franktireurs Freischarcn gebUdc 0> �tzen suchen! Die preußische Re- ihre Höfe unv al5 Soldaten anerkennen wollen, son- gierung hat. ste" w ajg Spione und Verräter nieder- dorn man mh man sie antreffe! Aus.Grund davon. schießen zu laston. etaaten Krieg führen und nicht die Indi- sagt man. daß oie Soldaten nicht Individuen? Und viduen! Franktireurs Soldaten? Sie haben eine sind nicht diese o bje Jägerregimenter, und die Uniform graue Uniform, sind nicht einregistriert. macht doch den.„ jje sind nickt emregistriert, weil die wendet man ein � gehabt hat, sie einzuschreiben, und die Regierung � � platten Lande nicht so zugänglich Verbindungen m xonnte! Ich halte gerade drei solche sind, daß es ge, gefangen und erwarte jeden Augenblick hier im ViUards L)rdre über ihr Schicksal." vom Hauptquarriei. Ordonnan, I rf Schreiben und klingelte nach der ttand«un-nt.s?-Ä*te!lte" Posten im Sch-nkzimmer hatte, r+fil � V? Saale vor dem Leutnant. Bleichroden" Gefangenen?— fragte Herr von guten�Mut�s�— � �'elen gerade Euerre und sind '�en einige Flaschen Weißwein, aber von der schwächsten Sorte!... Vichts vorgefallen?- flerr nl!»«fallen! Zu Befehl. Herr Leutnant!— sm Bleichroden fuhr im Schreiben fort. u Eigentümliche Volk, dieses französische! Die drei .'ch erwähnte, und die vielleicht(ich sage NN ich hoffe noch das Beste!) in einigen Tagen ? nerurteilt werden, spielen eben jetzt Billard im Kevenzimmer, und ich höre, wie ihre Queues gegen die Bälle stotzen. Welche lustige Weltverachtung. Doch es ist ja Herr- uch. so von hinnen gehen zu können! Oder vielmehr, das vewelst, daß das Leven sehr wenig wert ist, wenn man so r t« von scheiden kann. Ich meine, wenn man nicht so nebe Bande hat, wie ich sie habe, die einen ans Dasein binden. Du mißverstehst mich wohl nicht und glaubst, ich meine, ich sei gebunden... Ach. ich weiß nicht, was ich schreibe, denn ich habe viele Nächte nicht geschlafen, und mein Kopf ist so..." Jetzt klopfte es an die Tür.' Auf das„Herein" des Leut- nants öffnete sich die Tür. und der Pastor des Dorfes trat ein. Es war ein fünfzigjähriger Mann mit einem freund- lichen und traurigen, doch höchst entschlossenen Aussehen. — Herr Leutnant—, begann er,— ich möchte Sie um die Erlaubnis bitten, mit den Gefangenen sprechen zu dürfen.— Der Leutnant stand auf und zog seinen Wasfenrock an. in- dem er dem Pastor einen Platz im Sofa anoot. Aber als er den engen Rock zugeknöpft hatte und den steifen Kragen mit seiner Zange den Hals umfassen fühlt«, war es. als feien die edleren Organe zusammengeschnürt worden und als sei das Blut jn seinen geheimen Ibcgi „ Tß m a M tisch gelehnt, sagte er: blieben. Die Hand auf dem Wegen zum Herzen stehen ge- Schopenhauer, an den Schreib- stehe" Ihnen zu Diensten. Herr Pastor, aber ich alaube nicht, daß die Gefangenen Ihnen viel Aufmerksamkeit ffenSbtn.benn sie ssnd mit einer Partie Guerre de- ichäst, at� � Herr Leutnant—. antwortete der Pastor. — menr Bolk besser zu kennen als Sie! Eine Frage.— fichtigen Sie. diese Burschen erschießen zu lassen? — Natürlich!— antwortete Herr von Bleichroden, voll- ständig in seiner Rolle.— Die Staaten führen Krieg, Herr Pastor, nicht die Individuen!—• — Mit Verlaub, Herr Leutnant, Sie und Ihre Soldaten sind also nicht Individuen?— — Mit Verlaub, Herr Pastor, nicht für den Augenblick!— Er legte den Brief an seine Frau unter das Löschpapier und fuhr fort: — Ich bin in diesem Augenblick nur ein Vertreter des deutschen Bundesstaates.— — Wahrlich, Herr Leutnant, Ihre liebenswürdige Kaise- rin, die Gott ewig beschützen möge, war auch eine Vertreterin des deutschen Bundesstaates, als sie ihre Proklamation sn die deutsche Frau ausfertigte, den Berwuildeten beizustehNj; und ich weiß von tausend französischen Individuell, die sie segnen, während die französische Nation ihre Nation ver» flucht! Herr Leutnanr, im Namen Jesu des Erlösers(hier stand der Pastor auf. faßte die Hände des Feindes und fuhr mit tränenerstickter Stimme fort), können Sie nicht an sio appellieren...— Der Leutnant war nahe daran, die Fassung zu verlieren, doch er erholte sich wieder und sagte: — Bei uns haben die Frauen noch nicht ihre Hand in die Politik gesteckt!— — Das ist schade—, antwortete der Priester und richtete sich auf. Der Leutnant schien zum Fenster hinaus gelauscht zu haben, so daß er auf die Antwort des Priesters nicht achtgab, Er wurde unruhig, und sein Gesicht war ganz bleich, denn der steife Kragen konnte das Blut nicht länger zurückhalten. — Bitte, setzen Sie sich. Herr Pastor—, sagte er ins Blaue hinein.— Wenn Sic die Gefangenen zu sprechen wünschcüi. steht es Ihnen frei; doch bleiben Sie noch einen Augenblick fitzen!(Er lauschte wieder hinaus, und jetzt hörte man beut- lichen Hufschlag, zwei und zwei, wie von einem Pferde in gestrecktem Trab.)— — Nein, gehen Sie noch nicht, Herr Pastor—, sagte er mit dem Atem im Halse. Der Priester blieb stehen. Der Leutnant reckte sich, soweit er konnte, durchs Fenster hinaus. Das Pfsrdegetrappel kam immer näher, bis es in Schritt fiel, sich verlangsamte und aufhörte. Geklirr von Säbel und Sporen, Futzschritte, und Herr von Bleichroden hielt einen Brief in seiner Hand. Er ritz ihn in der Falzung auf und la«. (Fortsetzung folgt.) f sagt, daß diese nicht die Sprengung des Verbandes, sondern seinen revolutionären Aufbau wollen. Die Versammlung ertlärte sich mit dem Referenten Gerling einverstanden und billigte die �"diesem aufgestellten Programmpunkte, die folgende nnd. Mitglieder zu klassenbemugten Arbeitern. 2. Abbau der Lehrlingszuchtcrei. 3. Ablehnung sämtlicher Ar- beltsgememschaften. 4. Wahl politischer Arbeiterräte. S. Ausbau der Genossenschaften auf dem Boden des revolutionären Räte- systems. o. Rücktritt der einzelnen Verbandsvorstandsmitgliedcr wenn sie nicht mehr das Vertrauen der Mitglieder des örtlichen rfc6en-i 7' Ebenfalls Rücktritt der Zweigvereins »oI ande. Lokalbeamten und Funktionäre, wenn sie die Aiajo- "'5� mehr hinter sich haben. 8. Wahl eines Eewerkschaftsbelrates. der den Hauptvorstand sowie Verbands- ausschuh zu kontrollieren hat. g. Wahl einer Preßkomniisswu, die über die Aufnahme von Artikeln und Berichten entscheidet, Beschwerden zu regeln hat und den Ausbau der Fachpresse leitet Berufes Hinarbeiten auf die Sozialisierung unseres Die Kollegenschaft Deutschlands, die sich mit den Forderungen der Opposition Berlins einverstanden erklärt, wird ersucht, sich mit dem Kollegen Julius Meier, B- r l i n- L i ch t c n bcrg,<5 tun berget Straffe 3, in Verbindung zu setzen, um ein ersprießliches Zusammenarbeiten zu ermöglichen und Vor- bereitungen für den bevorstehenden Verbandstag zu treffen. Die etriseurgehilfen Berlins bitten die Presse,' die dem reoolu- tionaren Proletariat freundlich gesinnt ist. um Abdruck der For- derungen Arbeitsgemeinschafte« Ueber dieses Thema wird Mittwoch, den 22. d. M.. abends Uhr, in den Sophien-Sälen. Sovhienstrafze 17/18, in einer Versammlung der Afa-Funktionäre und Betriebsräte der Metall- Industrie referiert werden. Anschliessend hieran werden die Ver- treter der sogenannten Aussenhandelsstellen über ihre bisherige Tätigkeit berichten. Zum Schluss werden verschiedene aus dem jetzt geltenden Tarifvertrage entstandene Differenzen behandelt werden. Es ist Pflicht jedrti Afa-Funktionärs der Metallindustrie und jedes Betriebsrats, in dieser Versammlung anwesend zu sein. Auf vielfache Anfragen wird gleichzeitig mitgeteilt, dass die Versaininsuna au? jeden Fall stattfindet. Afa, Ortskartell Croß-Berlin. Der Zirkus Sarasaui. der am Sonnabend hier im Buschgebäude sein Gastspiel eröffnen will, scheint seine Existenz auf Kosten seiner Angestellten aufbauen zu wollen. Wir hatten schon mitgeteilt, dass die Direktion sich sträubt, den Musikern die tariflichen Löhne zu zahlen. Nun hören wir auch, daß den Kontrolleuren ein Lohn von 3 Mark— in Buchstaben drei Mark— pro Abend angeboten wird. Man wie? daraus hin, daß ja das Publikum Trinkgelder gebe. Wir me.nen, daß ein Unteruebmen sich schämen sollte, seine Angestellten auf Almosen zu verweisen. Bedauerlich ist eS aber, daß sich trotzdem Leute fanden, die das Engagement unter diesen Bedingungen an- «ahmen. Natürlich waren es zumeist solche, die daraus einen Neben- erwerb machen. Bei der großen Arbeitslosigkeit ist das aber ein Verbrechen gegen die Arbeitslosen. Die Gewerkschaften haben die Pflicht, dafür zu sorgen, daß auch die Zirlusangestellten nicht Doppel- beschäftigungen haben. Rohrleger und Helfer, die bisher die ihnen zustehende Streik- Unterstützung nicht abgehoben haben, werden aufgefordert, bis zum Sonnabend, den 25. September 1320. dieselbe im Berbandsbureau. Linienstr. 83/85, Zimmer 10 in der Zeit von 3—4 Uhr zu erheben. Wer bis zu diesem Tage die Streikunterstützung nicht erhoben hat, kann auf Auszahlung derselben nicht mehr rechne«. Ü Dr.-Ing. Adler vom 25 ev Ausschutz gewählt Der ZSer Ausschuß hat in der zweiten Lesung für das Verkehrs- dezernat Dr�-Zng. Adler gewählt. Der geplante Proteststreik am Mittwoch, den 22. d. M., wird dadurch gegenstandslos und findet nicht statt. Der verhandlungsführende Ausschuß der Straßrnbahner Eroh-Brrlins. Bezirksverband Berlin-Braudeuburg Die Eeschäftsleitung Berlin-Brandenburg beschäftigte sich in der letzten Sitzung mit der Delegation zu dem am 12. Oktober statt- findenden Parteitag und empsiehlt den Genossen sowie dem Zen- tralvorstand, folgende Alassnatimen zu tressen: Am Sonntag, den 2«. September lsalls nicht möglich, die nächsten Tage) sollen Distriltsoersammlungen stattfinden,' in denen j�ede Richtung bis zu drei Kandidaten, darunter je eine rau, nominieren. Am Sonntag, den Z. Oktober findet sodann in den Distrikten llrwahl nach dem Verhältnissystem statt. Zede Richtung stellt eine besondere Litte auf. Aus jeder der Liften weiden so viel Kandidaten benannt, wie dem Bezirk rechnungsmäßig zustehen. Di« Kandidaten müssen mindestens zwei Jahre organisiert oder im anderen Falle seit vier Wochen nach der Entlassung aus dem Herr« Mitglied der Partei sein. Allgemein war man der Meinung, man müsse den Gesamtmit- gliedern Erlrqrnheit geben, ihre Ansicht zum Ausdruck bringen zu lassen, und die Wahl der Delegierten durch Urwahl vornehmen. Die Bezirksorganijalion Potsdam 4 und Teltow-Beeskow haben in der gleichen Weise beschlossen, ihre Kandidaten durch llrwahl wählen'zu lassen, und empfehlen wir, entsprechend dem Aofrus des Parteivorftandes, den Mitgliedern, die Wahl der Delegierten durch llrwahl stattfinden zu lassen. � Die Eefchäftsleitung. Um die Macht im Rathause Der Kampf um den Magistrat wächst sich immer mehr zu einem politischen Machtkampf aus. Nicht um die Verteilung von ein- zelnen Stadtratsposten handelt es sich, wie die»Roie Fahne" ihren Lesern glauben machen will, sondern um starke Macht- Positionen, die bisher Vertreter der bürgerlichen Klasse für sich in Anspruch genommen haben. Das wissen auch die bürgerlichen Parteien sehr genau, und sie sprechen es ganz offen und deutlich aus. Das geschah erneut in der gestern stattgefundenen Swdt- verordnetenverjamniliing, die den Berichs über die Verhandlungen des Wahlausschusses entgegennahm. �Dieser Ausschuß hatte vor der Plenarsitzung nochmals zur Frage des Verkehrs- st a d t r a t s Stellung genommen. Herr Professor lsi i c> e war der Aufforderung, neben dem Herrn Dr. Adler und einem neu vor- geschlagenen Direktor Schmidt vor dem Ausschuß zu erscheinen, nicht gefolgt. Herr Schmidt hotte seine Kandidatur zurück- gezogen. Herr Kiese glaubte es nicht nötig zu haben, vor dem Ausschuß zu erscheinen.' so daß Herr Qi. Adler allein dem Ausschuß Vortrag hielt. Auf Grund neuer Informationen kam die Mehrheit des Ausschusses dazu, eine Korrektur feines ersten Beschlusses vorzunehmen und an Stelle des Herrn E i c s e Herrn Dr. Adler zum Verkehrs st adtrat in Vorschlag zu bringen. Die Deutschnationalen beantragten in Rücksicht auf die der Preußi- schen Landesversammlung vorliegenden Anträge, nur 18 besoldete Stadträte zu wählen, da anzunehmen sei, daß die Landesverjamm- lung beschließen wird, daß unter allen Umstünden unbesoldete Stadträte gewählt werden müssen. Herr Stadtverordneter Steiniger sDeutschnat.) gab seine Unzufriedenheit mit den Vorschlägen des Ausschusses kund. Seine Parteifreunde hätten gern mitarbeiten wollen, man mache es ihnen aber unmöglich. Die gemachten Vorschläge seien dem engsten Parteirahmen ent- nommen, die tüchtigsten Kräfte fehlten. Am schwersten wiege der VorschlagdesSchulrats.derfür Groß-Berlin ein schwerer Mißgriff sei. Herr Stadtverordneter Dr. Leidig sDtsch. Volkspartei) wies auf die große Bedeutung der Wahl hin, es handele sich um ein Gemeinwesen, das das größte der Welt sei. Das Ergebnis des Wahlausschusses sei nach jeder Richtung hin unbefriedigend. Die Kommunalpolitik des bisherigen Oberbürger- meisters sei nurim Sinne der Sozialdemokraten gewesen, ihm würde seine Partei die Stimme nicht geben, ebensowenig wie Herrn Dr. Löwe»stein. Auch die übrigen Vorschläge fanden bei Herrn Dr. Leidig keinen Anklang. Stadtverordneter Merten(Dem.) gab das Mißfallen seiner Freunde über die Mahlvorschläqe kund. Einer Anzahl Vorschläge könnten seine Parteifreunde zustimmen. Er redete zu, er warnte und verlangte unter allen Umständen Mitwirkung der bürger- lichen Parteien. Herr Dr. Schmidt vom Zentrum erklärte, seine Partei ver- treie das Recht und mißbillige den Machtftandpunkt, der in den Vordergrund gestellt worden sei. Stadtverordneter M L n d n e r(Rechtssozialist) sagte den bürgerlichen Parteien, daß man nicht Doktor zu sein brauche und Examina gemacht haben müsse, um würdig befunden zu weid&a. Mitglied des Magistrats zu sein. Es gäbe auch Leute, die sich in der Praxis des Lebens Kenntnisie und Erfahrung angeeignet l?abe», die sie ganz besonders befähigten, in der Gemeinde leitend tätig zu fein. Stadtverordneter Freund(Unabhängig) sagte den bürger- lichen Parteien, daß sie seit Jahrzehnten es gewesen seien, die die Macht für sich ausgenutzt hätten, und zwar rücksichtslos, und die jetzt zeterten, weil die anderen Parteien von idrer Macht Gebrauch machten. Mit den veränderten Verhältnissen müßten sich die Herrschaften schon abfinden, die Verantwortung für ein sozialistisch geleitetes Gemeinwesen würden seine Freunde voll und ganz übernehmen. In der Abstimmung wird der Antrag, nur 18 besoldete Stadträte zu wählen, gegen die beiden sozialistischen Fraktionen abgelehnt. Heute nachmittag sollen die Wahlen in einzelnen Wahlgängen erfolgen. Die BureauKratie in der Schulverwaltung Wir haben mal eine Revolution gehabt. Doch der alte Geist verknöcherter bureaukratischer Anschauungen Herrschi heute noch in den Verwaltungsstellen, insbesondere in der Schulverwaltung. Bekommt da ein iGähriger Jugendlicher, Lehrling einer Berliner Fabrik, folgendes Schreiben seitens der Fabrik niit der Bemerkung, daß ihr dieses seitens der besagten Behörde zugestellt worden ist. VI. Städtische Pflichtfortbildungsschule Berlin, 15. 9. 1920. für Jünglinge Langestr. 37. Ihr Lehrling Walter P. ist dreimal zehn Minuten zu spät gekommen. Er ist deshalb nach tj 10 des. Ortsstatuts betreffend die gewerbliche und kaufmännische Pflichtfortbil- dungsschule für Jünglinge zu Berlin vom 13. 1. 1913 mit drei Straf stunden bestrast worden, die er am Sonntag, den 19. September 1920 von 2 bis 5 Uhr nachmittags im Schul- gebäude. Eeorgenkirchstraße 2, Zimmer 15, zu verbüßen hat. Hierzu hat er dieses Schreiben, sowie Schreibzeug, Halter und Papier mitzubringen.— Falls er nicht erscheint, erfolgt gegen ihn Anzeige zur polizeilichen Bestrafung. gez.: Behrendt, Rektor i. V. Also der junge Mensch, der vor Berlin wohnt, kommt dank unserer schlechten Zugverbindung und Ueberfüllung der Wagen dreimal 5 bis 10 Minuten zu spät; die Schule fängt um 7 Uhr früh an.. Zur Strafe soll er an einem Sonntage nachmittags drei Stunden in dumpfiger Stubenluft nachsitzen, wo es notwendiger tut, die Jugend, die die ganze Woche für kapitalistifche Profite in stinkiger Fabrikluft schuftet, der freien Natur zuzuführen, da- mit sich Geist und Körper stärkt. Durch solche Schnitzer erwirbt die Verwaltung nicht das Ver- trauen der Jugend und diese fordert mit Recht, daß derartige vorstntslutliche Bestimmungen umgehend beseitigt werden durch eine Schulverwaltung, die das Vertrauen der Jugend und der Berliner Bevölkerung besitzt. Katharine Teering, eine alte, treue Parteigenossin, ist am Man- tag früh im Birchowkrankenhaus verstorben. Genossin Seering, die ei» Alter von 73 Jahre» erreicht hat, ist den Genossinnen und Ge- nossen im vierten Distrikt und auch weit darüber hinaus bekannt. Seit etwa 60 Jahren lebte und strebte si-> für den Sozialismus. Sie hat an dem Aufbau der Gewerkschaften mitgeholfen, ebenso wie sie in der Frauenbewegung ihren Anteil au reichlicher Arbeit hatte. Einstmals in beffereu Vorhältuiffen, lebte sie in den letzten Jahren in bitterster Armut; aber sie verzagte nicht und fühlte sich um so mehr zum Proletariat hingezogen. Nur die Folgen deZ Alter« zwangen sie, die selbst in den Kriegswirren treu zur Fahne des wahren Sozialismus hielt, sich von der Arbeit zurückzuziehen. Ihr Borbild leuchte den Lebende» anfeuernd voran!— Die Einäscherung findet an» Donnerstag mittag 1 Uhr im Krematorium in der Gericht- sttaße statt. Das„Proletarische Theater" eröffnet, wie bereits bekannt- gegeben, seine Spielzeit am 14. Oktober 1920. Die Vorstellungen finden statt: 1. 14. Oktober, Chausseestr. 94; 2. 15. Oktober, Chaussee straße 34: 3. 18. Oktober, Engel-User 15: 4. 20. Oktober, Müller- straße 142; 5. 21. Oktober, Hasenheide 13; 8. 22. Oktober. Wiekes- straffe 24; 7. 27. Oktober, Müllerstr. 142; 8. 28. Oktober. Hasen- beide 13; 9. 29. Oktober, Wiclefstr. 24; 10. 30. Oktober, Engel- Ufer 15. Karten sind zu haben bei den folgenden Stellen: Norden: Danzigcr Str. 71, Klug(Lokal): Tegeler Str. 15. I. B. d. Kriegs- trale der Betriebsräte: Schicklerstr. 5-8, Arbeiter-Bildungsschul«: Klosterstr. 92, Erwerbslosenrat(für Arbeitslose): Osten: Weber- straße 8. Votz: Warschauer Str. 82. Buchhandlung Fritz Kater; Südosten: Engelufer 15, Buchbinderverband; Köpenicker Str. Nr. 108,..Sportshaus Fichte"; Südwesten: Wilhelmftt. 28. 4, (4—8): Nordwest: Luisenstr. 28, Räte-Zeitung: Lichten- Kaijcrin-Äugusta-Viktoriastr. 8. Jülich. Die Preise für die Vor- stellungen im Oktober sind: für Arbeitslose 1 M.; für Nichtorga- nisierte 5 M.; für Organisierte S M. Ferner sind Karten zu habe,, bei den Funktionären in den Organisationen und Betrie- bcn. Eine Leuchte der SPD. Wie die„Wilm. Ztg." zuverlässig erfahren haben will, ist der stellvertretende Wilmersdorser Stadt- vcrordnotenvorstehcr Behrens, erp. Sekretär der ReichSver- sicherungsanstalt, aus der rechtssozialtstifchen Partei ausgetreten. Einer der Gründe deS Austritts, so betont daS Blatt, ist das Verhalten der SPD. in der Eingemctndungsfrage Groß-Berlin. besonders in dem Falle Dr. Löwenstein. Behrens wird sich der Deutschen Lolkspartei anschließe».— Herr Behrens. wahrscheinlich ein Novcmbersozialtst. der eS sehr scdnell zn einer Würde in der Partei gebracht hat, verläßt also diese Partei, weil sie sich auf eine energische Politik einläßt. Sollte die SPD. nicht noch mehrere solcher„Sozialdemokraten" zu ihre» Mitglieder, i zählen? Da« Resultat der Riederbarnimer Kreistagswahl liegt jetzt vollständig vor bis auf den Bezirk Alt-Landsberg, wo ein Kau- didat zu wählen ist. ES sind gewählt: 10 Rechtssoztalisten, 10 Un- abhängige, 10 Deutsche Aolksparteiler, 7 Deutschnattouale und 3 Demokraten. Die Kandidaten der Unabhängigen entfallen auf folgende Wahlbezirke: Bernau, Oranienburg, Tasdorf, Herzfelde, Kaltbcrge und die Wahlbezirke 1. 2, 4. 5, 6, wo je ein Mandat für unsere Partei errungen wurde. Es besteht nun noch keine bürgerliche oder sozialistische MehrheU; LandSberg gibt hier erst deu Ausschlag. Die vom Verband sozialistischer Lehrer einberufene Ver- sammlung, die am Mittwoch tn der„Neuen Welt" mit einem Referat des Gen. Dr. Löwenstetn stattfinden sollte, kau« umstände- halber erst am Freitag abend statlfindeu. Die Adresse der Rnsfisch-technischen Staatskommisfion für die Auswanderung deutscher Arbeiter nach Cowjet-Rußlaud ist nicht, wie tu der Nr. 334 der„Freiheit" irrtümlich angegeben wurde, Luisenstr. 37, sondern B c r l r« NW. S, L« i f e u st r. 28. Studien-Ateliers für Malerei nnd Plastik, Tharlottens bnrg, Kantstr. 159. Die Besucher der Arbeiterkurse werden at> beten, zwecks Ausstellung ihre Arbeiten, einschließlich der selbst äudtt angefertigten, bis zum l. Oktober zur Sichtung mit Namen elnz» liefern. Die Kurse beginnen wieder am Montag, de» 4. Oktober abends 7 Uhr. Das Honorar beträgt für Vollschüler M. 35.—, fü* drei Tage der Woche M 26.—. „Sizilien nnd das BnlKangebiet Snditaliens" lautet da» Thema des mit zahlreich, n farbigen Lichtbildern ausgestatteten Bor- träges, den Herr Max Nentwich am heutigen Mittwoch, abend« 71/, Uhr, im großen Hörsaal der Treptow-Sternwarte hält. Verloren. Sonvtagnacht sind auf dem Wege BöckhstraHe, Seit* buser Damm und Wescrstraße Gastkarten der Volksbühne few« geschriebene Nonimern) verlorengegangen. Der Finder wird gebeten di.se gegen Belohnung bei Schnee, Neukölln, Boddinflraße 8, abzn« geben. Aus den Organisationen 3. riftrilt. Donnerstaq, 7 Jlljt, B»rstaiids!itzung, Boeckhfti. 5, Siait. siteiiai,. 6*5 Uhr pimltlich. Habels Braue»!, Bergmannstrahe. Eeneralversamm« lang, dritte Znterntuianale. R-setent Eenoss« Künstlet, Kotleferent Eenass« Ad. Hofsmann. Legitimation: Mitgliedskarte. S. Distrikt, 1. Adteilung. Tonirejstag, 23. Leptember, Zusammenkunft der B«> zitlssuhter und Eiellverlreter, abend« pünktlich 7 Uhr bei Rausch, Kreuzberg- strahe 2. 4. Distrttt. Donnerstag. 7 Uhr. Vollversammlung der Räte- nnd Gewerkschaft«- kommission bei Kessner. Gailiher Sirah« 4B. 4. Distrikt, Eliernbeiräte. Freitag, 7 Uhr. in der Schule Reichenbeiger Str. Nr. 44-43, Zraklionsvollversammlung.— Heut« abend, 7 Uhr, Elternoersammlung in der Siiiule Görliher User 2. 6. Distrikt. Die Borsrandosigung findet nicht am Donnerstag, sondern hellte bei Galla«, Eeoraenlirchstras,«. statt. Abteilungssührer und Dtstriktsobleut« der Kom< Missionen müssen erscheinen. S. Distrikt. Donnerstag, den 23. September, abend« 7 Uhr bei Gallas. Bar- nimstrahe 30, erweiterte Vorftandssiizung mit Abteilungssühreru und Distrikts- »bieuieli de: einzelnen Kommissionen. «. Distrikt. Donnerstag, abends 7 Uhr, Elternbeiräte, Schulkommisstonsmit- glieder und Mitglieder der kommunalen Kommission, Schulaula Markussir. 49, Vortrag de« Genossen Hübener über„Schulprogramm". 7. Distrikt. Freitag, 714 Uhr, Gewerkschaft«- unb Rätekommission bei Mücke, Warschauer Str. 17. 7. Tistrilt. Politisch« Kommissionen der 3. und 7. Abteilung. Donnerstag, 7 Uhr bei Mike, Romintener Str. 2. 7. Tistrilt. Frallenarbeitskommilsion. Sitzung am Donnerstag, den 23. 9.« abends 7 Uhr, Gubener Str. 3 bei Hosftnann. S. Distrikt. Freiing, den 24.. bei Roeseler, Winsftr. 12, pünktlich 7 Uhr, Zusammenkunft sämtlicher Funkiionärinnen— auch aller in den Kommissionen tätigen Frauen— zwecks Aussprache über die Ausgaben der Frauenarbeit»« kommission. 1(1. Distrikt. Donnerstag, abend» 7 Uhr bei Büttner, kommunal« Kommission. Auch die neuen Milalieder müssen erscheinen. 14. NN» 15. Diftrr»»nd Eharlottenburg. Bildungstommission. Donnerstag» 7 Uhr bei Marx. Oldenburger Str. 10, dringende Besprechung der Obleute, Kassierer und Revisoren. 15. Distrikt. Heule. Mittwoch abend. Borstandssitzung bei Vcttermann. Hapels» berger Str. 13. j Reuläiln. Donnerstag. 814 Uhr, vier ässeniliche Versammlungen der bürgerliche« Lehrer in solgenden Aulen: 1. Emser Straft«; 2. Realgymnasium. Boddlnsriatze: 3. Lyzeum Berliner Straße; 4. Mädchen-Mittelschule Donaustraße. Für Masten- besuch haben die Eenosien zu sorgen. Feauenarbeits-»nd KinderschutzkommiMon. Wir möchten noch einmal daraus hinweisen, daß die Bildungskursc der grauenarbeitskommilsion de» t. Distrikts an dieiem Donneistoa. pünktlich 6 Uhr in der Arbeiterbildungsschule. Echickler- straße Z-b. mit dem Vortrag des Genosien Kirch über;..Berussberatung und Für« soraeerziehung", beginnen. Der Besuch ist kostenlos und sind alle Genossinnen, auch die der anderen Distrikte, herzlichst eingeladen. Beionders von den Fraueir- arbeits und Kinderschutzkommisfionen. sollt« kein Mitglied fehlen. Verwaltungsbezirk 19 sPankot», Niedeischänhaulen inw.i. Am Sonntag, den 28. Sepiember. vormittags 9>4 Uhr in Pankow, Schulaula Erunowstraße. Konferenz der Ortsgruppen des Verwaltungsbezirkes 19, welche sich mit der Besetzung des Bc-irksamies beschäftigen wild. Zu dieser Konserenz entsenden die einzelnen Ortsgruppen auf je 3« Mitglieder 1 Drlcriierlen. Des weiteren sind zur Teil- nähme verpslichtei die Vorsitzende» und Kassierer der einzelnen Ortsgruppen, die Odieut« der kommunalen Kommissionen und die gewählten Veziiksverordneien. Distrikt Riederdnenim-Rord. Am Sonmrbend. abends 8 Uhr in Pankow. Schulaula. Grunowjrraße. Distriitskonserenz. Tagesordnung; t. Der bevorstehende Earieiiaa, 2. Sieliunanahme zur llrwahl. 3. Ausstellung der Kandidaten. Di« rtsgruppen werden hiermit aufgesordert zu dieser Tagesordnung StelNing zu nehmen und Vorschläge sür die Kandidaten am Sonnabend einzureich-n. Teil- nahmebercchtigt an der Konferenz sind; Die DistriNsleitung. die Vorsitzenden und Kassierer der einzelnen Orie und serner sämtlich« Mitglieder der Distllkts- kommissionen. Zn die Distriktskommissionen delegieren die einzelnen Ortsgruppen bis 239 Mitglieder l D-legierien. bis 380: Del-gieit« und für jede weiteren 3g« Mitglieder 1 Delegierten mehr. Sämtliche Ortsgruppen»es Distrikts muffe» Flugblätter uud Stimmittel sür die am Sonntag, de» 28 September, im Kresse Teltow-Beeskow ftaüsindenden Krcistagwahl sind. Ja weit noch nicht geschehen, umgehend im Bezirksbureau Reukölln in Empfang zu "Lichtenberg. Frauenarbeitskommission. Donnerstag, 7 Uhr. Eäcilien-Lyzeum, "Lichinbero. Elternbeiräte. Sitzung der Obleul« sämtlicher Schulen. Freitag. Uhr im Cäcilien-Lpzeum, Gesangssaal. All- Schulen Müllen vertreten sein. Bernau. Mittwoch, st Uhr. Frauenleseabend im Eewelkschastshaus »rntz-Lichterselde. Donnerstag. 7 Uhr. auß-roid-ntlich- Miigliedeiveitamm- lung. Vortrag; Stellungnahme zur dritten Znlernatwnale. Reserente« werde« in der Versammlung bekannigegeden._ Reinickendvel-Oft. Mittwoch. 7'i Uhr. Mitgliederversammlung. Vortrug de» Genosien Benno Maaß über..Wohnungsnot und ihre Bekampsung' «osenthak. Donnerstag. 7 Uhr. Turnhalle. Schule Sch'll-rstragc. Etter-perlamm- lung. Protest gegen die geplante Heranssetzung der Klasienireguenz in den Volks- �Rönig-nthal. Zepernick. Buch. Schönow. Sch-oueb.«. S.br.chtftld.. Birtholj. Heute. Mittwoch. TM Uhr bei Marx. Rinitgenthal, Barwoisstlaß«. Mitglieder»«» sammluna. Tagesordnung! Stellungnahme zur dritten Znternatronale. Referent Genosse Pseiser, Kcktreserent Genosse Häusel. Di-lulsron. Tegel. Freitag. 7 Uhr in der Aula der Humboldtichule, Fortsetzung der V-r- sammlung. Tagesordnung;„Die dritte Zniernationale". Welhense«. Donnerstug. 8 Uh:.>» der Aula de» Real-Sqmnasiunis Wolck- Promenade. Mitgiiedernerlammiung. Tagesordnung: Di« Besetzung des Bezirls- amtes. Mitgliedsbuch legitimiert. Verewskalender Zenlsolpertond»et Angestellte». Fachgruppe 7c(KorscHgeschäfte). Mitqlieder- verlammlnng 22. abends 7H Uhr. Verbandslolal.«lauer-aal, Belle-Alliance- Stralie 7=10— Fachgruppe IIa(Feinmcchanit und Cptif). Milgliederversami»- luna 22 9 abend» 7 Uhr. Verbandslolal. Roter Saal. BUle-Alltance-Str. 7-10. — isachaiuppe 7 lWaren-Kaushäuser und Spezialgeschäfte. Eharloiienburg). OessentUm« Versammlung. 22. 9.. abends 7-4 Uhr, Charlotiendurg HohenMer»- Feftsäle. Beriine: Str. 103.— Fachgruppe 4a lL-iri-bsrat- und B-rtrau-ns» l-ute). Versammlung 22. 9.. nachmittags i'/j Uhr, Dresdener Kasino, Dresdener � Bund der technische»«»gestellte»»nd Beamte». Am Mittwoch, den 22. Sek» tember 1020. Versammlung der Ortsuvrsitzenden und Fachgiupp-nausschusie.�abend, » Uhr im Empsangsraum de»«undeshause».— Am Donnerstag, den 23 Septem- der 1920. Facharuppenversammlung, liesbau, abend» 7h Uhr im Nordischen Hos, Znvalidenstr. 120._„.. «und»er technisch«»»ngestellie, UN» Beamten. Bezirk EW.. CS., nnd O2. R-utöUn. Oberschoneweide und Lichtenberg, öomtla». 4 Uhr ..Urania". Taubcnstraße. Filmvorirag;.Die Weltmacht de» Eisen». 1,30 M. für Mitglieder und Familienangehorig«.. Deutscher Transportarbeiter-Berbond. Branche, der Einlassierer und Kaste» boten. Donnerstag,-=7 Uhr im„Einsiedler". Reu« Promenade 9-10 lam Sahnhot Bärsei, V-rtrauensmännerversammlung.— Damenbute- und Putzbranche. Freitag. 8 Uhr bei W-g-ner. Seydelftr. 30. Eiuopenversammlung.— Branche Glos und Keramik. Mittwoch, 8 Uhr, Sewerkschaftshau», Saal 3, Eruppenver- sammlung. Kundigen wir den Tarif? Ardeiter-SportlarteU Lichtenberg UN» Umgegen». Mittwoch. 7 Uhr abends. Kartellmitgliederversammlung in der Schulaula Marktstr. 10-11. Mitgliedsbuch �Peutl'qer».beiier-EsperUNtisten-Bund. Ortsgruppe Berlin. Esperanto-Ausänger- kurs« beginnen; Dienstag, abend» 7>.v Uhr; Zentrum; Sophi-n-Lyzeum. Wein- m-itteistr. 46' Südwest 1; Schul«. Marh-inelestraß- sZimmer 10); Wilmersdors. Bikioria-Luise-Schule, Gasteiner Straß«, Eck- Uhlandftraß«. Mittwoch. Neulolli»; Restaurant Zbcalpasioge, W-iSiselstrah«. Donnerstag. Osten;»em�ind-schule Frucht� straße; Wedding; Restaurant Berg, Tegeler«ir.«. Freiiag, Südwest 2. Schal« �«olkssüesorgc!' �B-ziik �Lichtenberg.) Am Freitag, den 24. September, abend« 7 Uhr. tindet sür den Bezirk Lichtenberg IM Lyz-um R-thansstragr.«ine Ver- sicherten-Versammlung statt. Referent Genosse Vruno Müller:„Der Kamps g«g-ll den Kapiialismus im Versicherungswesen". Die Versicherten d«r Volksfursorgo find eingeladen. Gäste willkommen. Lebensmittelkalender Reinickeudorf. Auf Abschnitt 231 Ii Psund Kunsthonig. Abschnitt« sind»ick Donnerstag abzugeben. Znsolge manaelnder Milchbelieferung muß«ine Kur» jung der Milchkarten vorgenommen w«rden. Vuvkkondlung„Freihaü", Berlin C2,_BraHe_StraBe�8— 9 Soeben«rstchlenrnl ARBEITERJUGEND «nd SEXUELLE FRAGE «on Ho»« fiaAmaHt. Peel» 2.— an»vir _ vrgnnifnttonen erhnlten Robntt!_ Buchhandlung„Froiheit", Barlin CS, Brasse Strafla 8—9