Einzelpreis 30 Psg.• 3. Jahrgang Freitag, 24. September 1920 Nummer 400• Morgen-Ausgabe Mt ofthdnt Bütotn« mrb«-chmitt-»,. SomX-e» MI» Montag« nm (hnutC®«t»tjogsptti» brträgt bei frri-r F-st-ll»», m» Hau» slr> l«,— W. w>»imm« zahlbar, von bn«p-bilion srlbft obgehoU 8,60 M. Mr Posd. bezog nehmen fSrntlichc Pafianftalten Bestellungen entgegen. Unter 6tte.fbonb bezogen für D-Nlfchlcnb nnb Oesterreich ,«.» M.. für da« übrige Auzlanb 21,50 M. gNiSglich BalutaeÄuffchlag, per Brief für Seutfchl-nd mrb Oesterreich 30,— an. «»»abO»«,«amMOme mm»««Uept«erlt,«S.»reit, Stratze 8,0. Kl«»chtgefpaltene Nonn-reiste, eile»der deren«au» hoste« I,— SB. elnschNestNch Teuernngszuschlag. Kleine Anzeigen; Da» fettgedruckte Wort 2,— M., jede» weite» Wort l,SI> M., ewfchliestlich Teuerungezufchlag. Laufende Anzeigen lam Tarif. Rainilien-Anzeige» und Stellen-Gesuche 3,20 ml netto pr» Zeile. Stellen-Gesuch« In Wort-An, eigen: da» fettgedruckte Wort 1,30 W., jede» weitere Wort l,— M, SMljpnchrr: Sutntn 2030, 20«. 46U 4603, 4635» 484«, 4821. tynRner Drgan t>pr VMWänßlgen SofatömwfiMfo SeaffWanö» ...t-•: Die Sozialisten gegen Millerand Paris, 23. September. lHavas.j Millerand wurde mit 8SZ von 892 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten der Republik gewählt. Auf den unifizierten Sozia» listen D e l o r y entfielen 69 Stimmen. Die übrigen Stimmen waren zersplittert. Die„Humanite" schreibt zu der Wahl Millerands: Wir treten in ein Zeitalter der persönlichen Gewalt ein. Wenn Milleränd unter den Bedingungen, die er wünscht, gewählt wird, so wird er sich nicht darauf beschrän- ken, zu herrschen, wie es niemals ein Präsident der dritten Republik getan hat. Er wird sich beeilen, die Verfassung in dem Sinn einer Vermehrung der Vorrechte des Präsidenten abändern zu lassen. In der politischen Lage, in der wir uns befinden, mit einer Kammer, die wer weiß wie sehr reak- tionär ist, ist es unmöglich zu sagen, wohin man auf diesem Wege kommen wird. Machen wir uns mit dem nationalen Block auf das schlimm st e gefaßt. Horthy-Ungarn in Wien Die bestochene Presse (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit") Wien, 22. September. Die Wiener Arbeiterzeitung", das tschechische Organ„Pravo vib«" und die von dem ehemaligen ungarischen Bottskommissar »NN k i herausgegebene ungarische Wochenschrist„Bilagossag N.oinnon mit der Veröffentlichung geheimer Akten der un» an?i�ben Gesandtschaft in Wien über Verbindungen der Wiener Eb�llltch. S-Zialen mit Horthy und. die ganze Slowakei N,I«„min irrende Propaganda Horthgo. Die„Arbeiterzeitung" nerLfkentlicht zwei Akten, die beweisen, daß christlich-sozi-l« Flug- n?«««,» in Budapeft geschrieben und von der ungar, chen Ee- '»''�t und vertrieben werden. Weite. sandtschast offiziellst Akt Uber die Anweisung von zwei an Vi ff nncnK ronen zu diesem Zweck. Der Bericht stammt VreNeches der ungarischen Gesandtschaft, Ministerialrat «?!» und iit gerichtet an den Pressechef des ungarischen aus- - aniniiteriums Eckardt. Die Echtheit wird durch Abdruck wart'gen M»n>Iteriums � erhärtet. ''�-„inOs ae- au f t sind verschiedene Blätter der monar- Ottiaere so„Staatswehr", das antisemitische Organ Nnifsllurm und„Eiserner Besens und � das im Dienst der.unga- erhaltenen Weisungen avermais mnmun*,„ folls wörtlich„einige mit hervorrage, � Eden- begabte Mitglieder der„Erwachenden Btaqua»»«"� �'""��leirt Die„Arbeiterzeitung" verlangt die Auswoir«„. �. Gesandten und da» Strafverfahren gegen di.wJ 5«"«arischen » n g a r i s ch e s Geld zu Aktionen gegen btc l'ch für Iie&en. Weitere aufsehenerregende Enthüllungen folget Die Arbeiterbewegung w Italien DA. Mailand oq � AuS Turin wird gemeldet, daß die Abs«' �lember. Rom abgeschlossene Einigungsabkommen in h-» ü6er ba8 in keine Zustimmung gefunden bat. o? Iuri"« Fabriken lehnten zirka 00% der Arbeiterschaft die Annahme � Fabriken Leitung der C. G. T. ist optimistisch und pimtL l e[ J q6' aber die doch noch angenommen werden wird. J,, cinia/,,»» Abkommen bei Fiat, wurde eine Tagesordnung gegen das«Tr 2»- B d« E. G. T. angenommen, die da. Abkomme? u�''' �"lreter ohne erst die Arbeiter zu befragen. An vteia»"�erzeichnet haben es gester» früh wieder zu Zw isch enfäl?«?� �»nuS kam vud Soldaten, wobei letztere von Ihren anaf£„ Arbeitern und in die Menge feuerten. Mehrere Arbo?« Krauch machten oder verwundet sein. r sollen getötet Wrangeks großer Ängriff DA. Helstngfors.»g r,, Ju Polen»erb« zur Zeit Zwei ruffifcka„ �lemb«. ko rps orgauistert, von denen das eine unter ZLXme�tm te' Balaschowitschs steht, während das andere von einem � f�1 Bulak- D-IuuSki befehligt wird. Die Truppen erbö«„ ����lfijier voui nissischen Komitee iu Warschau, dessen Direltiven S a w i n k a w ist, der ständig mit Wrangel t»« Boris Diese weißen Truppen sollen an Wrangels ornfi i mbu"9 steht. Moskau teilnehmen, die demnächst beginnen soll Offensive gegen Der polnisch- Kricgsmiuister Sosmilkowski bat m- weisen Demobilisierung der Poluischen«vm � iUT teil- durchgeführt werden soll, wenn beide Parteien in vegebeu. die fettige Souveränität anerkennen und die Greu»» �hre gegen- gestellt sind. Polen verlangt nur solche Ländera-bi.. fest- polnischen Majorität bewohnt sind. Die wirtschaftlich' DOn einer soll« erst dann diskutiert werden, wenn der Präliminarfrieden unterzeichnet ist. Angeblich will man sich auf den tAruudsatz stellen, daß keine Partei Schadenersatz leisten soll. Polen verlangt von Ruß- laud nur zurück, was während des zaristischen Regimes aus Polen an Kunstgegenstäuden und Dokumenten usw. fortgeführt worden ist. Die Frontberichte Königsberg t. Pr., 23. September. Zur Lage wird gemeldet: Im Kanipfabfchnilt vom Dujestr bis zum Pripjet säubern die Polen nach Erreichung der Flußläufe des Zbrucz und Gorin das eroberte Gelände von den versprengten und zurückgebliebenen Bolschewisteuabteilungen. Südlich von Pinsk nähern sich die Polen nach Einnahme von Ljubaschewo dem Siyrflnß. Im Räume östlich von Kobryn— Prushang setzten die Bofschewisteu ihre Augriffe fort, die bisher von den Polen abgewiesen wurden, wobei die Bolschcwisten auf Roshany zurückgeworfen wurden. Pol- nische Augriffe auf im Räume westlich vo» Wolkowtsk zu Offensiv- zwecken bereitgestellte bolschewistische Truppenansammlungcn waren erfolgreich; die Polen meld« 1100 Gefangene. Bolschewistische Angriffe aus der Gegend vou Grodno auf Odelsk und Kusntza wurden abgewiesen. Der Breunpunkt der Kämpfe liegt zur Zeit im Abschnitt Prushanq westlich von Wolkowisk, wo die Bolschewisteu ihre neu herangeführten Kräfte konzentriert haben. Im Suwalki- Gebiet dauern die örtlichen Kampfhandlungen zwischen Polen und Litauern an: die Litauer führen ihre Verstärkungen anscheinend im Räume von Seiny heran. Moskau, 23. September.(Funkspruch.) Russischer Heeresbericht vom 22. September. Im Abschnitt Groduo habcu wir auf der ganzen Linie den Vor- marsch des Feindes zurückgeschlagen, sind zum Gegenangriff über- gegangen und haben nach Kampf eine Reihe Ortschaften einge- nommcn. Im Abschnitt Wolkowisk dauern die Kämpfe mit wechselndem Erfolg an; wir haben Gefangene gemacht. Im Ab- schnitt Pruzany ist die Lage unverändert. Im Abschnitt Tarnopol stehen wir in hartnäckigem Kampf bei der Stadt Wolotschisk. Krimfront. Im Abschnitt Jekateriuoslaw führen unsere Ab- tcilungen hartnäckige Kämpfe. Vestraste Schieber Moskau, 23. September»(Funkspruch.) Da? Revolutionstribunal für Wasscrtransportwesen in Nishnij-Nowgorod verurteilte den Führer und einen Kommiffar des Dampfers„Beresniki" wegen Schiebungen und Banditen- Wesens zum Tode durch Erschießen. Andere an diesem Ver- brechen Beteiligte wurden zu Zwangsarbeit verurteilt. Sie hatten den Dampfer mit Maschinengewehren bewaffnet, fuhren von Astrachan nach Nishnij- Nowgorod und beschäftigten sich mtt Schiebungen. Die schwedischen Reichstagswahlen Rückgang der sozialistischen Stimmen Stockholm, 23. September. Visher sind 182 Reichstagsabgeordnete gewählt, davon 68 So- zialdemokraten, 57 Konservative, 34 Liberale und 20 von den beiden Bauernorganisationen sowie 3 Linkssozialisten. Die Rechtssozialisten haben 7 Sitze verloren, die Linkssozialisten 5 und die Liberalen 11. Die Konservativen haben 12 Sitze gewon- nen und die Bauernorganisationen 9. Die Stimmenzahl de r R e ch t s s o z i a l i st e n beträgt 170 000 mit einem Rück- gang von 28 682 Stimmen, die der Konservativen 146 627 mit einem Zuwachs von 6441 Stimmen, die der Liberalen 108 644 mit einem Rückgang von 46 230 Stimmen und die der beiden Bauern- organisoiionen 71193 mit einem Zuwachs von 15 752 Stimmen. Die Stimmenzahl der L i n k s s o z i a l i st e n beträgt 30 844 mit einem Rückgang von 8850 Stimmen. Der Konflikt im englischen Bergbau London, 23. September. Die heutige Konferenz der Bergarbciterdelegierten hat den Bor- schlag Smillies. zum zweiten Male abzustimmen, ob die gefordert« Lohnerhöhung um 2 Schilling einem Schiedsgericht unterbreitet werden soll, abgelehnt. Der Straßenbahnerstreik in Hannover DA. Hannover, 23. September. Hannover ist, nach acht Wochen, noch immer ohne Straßenbahn. In der letzten Belcgschaftsversammlung der Straßenbahner wurde mitgeteilt, daß die Streikenden nach wie vor die Unterstützung der gesamten Arbeiterschaft fänden. Selbst aus dem Ruhrgebiet feien Sympathiekundgebungen eingegangen, so daß Mau bei einem Appell an alle im Transportarbetterverband organisterten Straßenbahuer die Mittel zu längerer Fortführung des Streiks erhalten würde. Es wurde eine Abstimmuug über die von der Straßenbahudirektiou gestellten Bedingungen vorgenommen, die einen Verzicht auf Lohn- crhöhung und Nichlwtedereiustellung von 300 Mann fordern. Man schritt auch deshalb zur Abstimmung, weil die Direktton angeblich behauptet haben soll, die Streikleitung verhindere jede Willens- äußerung der Straßenbahner. Das Ergebnis war 204t von 2082 für die Ablehnung der Bedingungen. Der Lohn- kämpf g-ht infolgedessen weiter. Die„freiwilligen Polizeitruppen" in Ostpreußen Aus Königsberg wird uns geschrieben: Am Sonnabend, den 11. d. Mts., brachte der„Vorwärtseine Enthüllung über„reaktionäre Geheimbündelei" der Agrarier in Ostpreußen. An Hand eines vertraulichen Zir- kulars des früheren Leiters des privaten agrarischen Selbst- schutzverbandcs(Orgesch) vom 29: Juni d. Js. wird der Nach- weis geführt, daß der Kampf der Orgesch sich„gegen die Sozialisten aller Richtungen" und gegen die Regierungen richtet, in denen die Sozial- demokratie einen Anteil hat. Seine Mittel wären Waffen und abermals Waffen, sein Ziel die Auf- richtung einer„schrankenlosen Gewalt des ver- einigten Bürger- und Bauerntums über das P r o l e t a r i a t". Vom Oberpräsidenten, der bekanntlich am I. Juli d. Js. durch seinen Stellvertreter selbst die Anweisung gegeben hatte, an Stelle der Einwohnerwehren„private Selbstschutz- verbände zu setzen", wird gesagt, dieser hätte die Entwickelung eine ganze Weile beobachtet und dann„mit rauher Hand" eingegriffen. Er„beharrte" auf dem Standpunkt, daß „eine militärische Organisation ein Un- ding" sei. Schließlich wären„die Orgeschleute zu Kreuze gekrochen". In Wirklichkeit sind n i ch t die Orgeschleute zu Kreuze ge« krochen, sondern der O b e r p r ä s i d e n t vor den Orgesch- leuten. Wir haben dieses schon in Nr. 371 unsere? Blattes nachgewiesen. Der Zufall will es, daß am selben Tage, an dem der„Vorwärts" seine Enthüllung macht, die rechts- sozialistische„Königsberger Volkszeitung" den Ober« präsidentenselbstalL„Geheimbündlcr"ent- larvt. Dr. Siehr hat nämlich unterm 1. September in einer„streng vertraulichen" Verfügung (O. P. 12. Nr. 3460) die Bildung einer„freiwilligen Polizei« truppe Ostpreußens" angeordnet. Besonders hervorzuheben verdient, daß diese Verfügung im unmittelbaren Anschluß an die„völlige Einigung" zwischen Oberpräsidium und Orgesch erlassen worden ist. Die Ver- fügung betreffend Bildung einer„freiwilligen Polizei- truppe" stellt daher das amtlich nicht bekanntgegebene Re- sultatder Einigung dar und bedeutet einen vollen Sieg der Konterrevolution: Herr Dr. Siehr ist schnell den Junkern untertänig geworden. Die Verfügung lautet:' I' „Allgemeines. Zum Schutze der Provinz, insbe« sondere zur Bewachung und Abtransport der internierten Russen und Polen, wird aus den Mitgliedern der Orts- und Erenzwehr eine Polizeitruppe geschaffen. l. Gliederung. Die Truppe besteht aus vier Abteilungen und einem Organisations st ab: letzterer wird vom Wehrkreiskommando gestellt. Er tritt auf dem Truppenübungsplatz Arys als Aufstellungsort zusammen. 2. Gang der Aufstellung. Die Aufstellung der Polizei- truppe� liegt in Händendes Oberpräsidiums und der 'K r e i s r ä t e bis zur Uebernahme der Abteilungen durch de« Organisationsstab. Zeitpunkt wird noch bekantgegeben. Weit- gehende Unterstützung durch das Wehrkreis- kommando ist zugesagt. Die Kreisräte stellen sofort aus ihrem Kreis je einen Zug und die ihnen sonst noch zur Aufstellung zuge- wiesenen Formationen zusammen. Stärke des Zuges mindestens 40 Mann, 1 Zugführer, 1 Feldwebel, 8 Gruppenführer. Als Mannschaften find nu« zuverlässige Mannschaften, die der Orts- und Erenzwehr angehören, bzw. den Einwohnerwehren oder dem Selbstschutz angehörten(möglichst gediente Jnfan- teristen oder Artilleristen) zu nehmen: auf Kavalleristen wird voraussichtlich für eine andere Formation zurückgegrifsfen werden. Die ausgewählten Mann- s ch a f t e n sind frühestens am 7. September geschlossen aus dem Kreis nach dem Ausstellungsort der Hundertschaften in Marsch zu setzen. Den Mannschaften wird das Fahrgeld und außerdem 5 Mark Verpflegungsgeld mitgegeben. Der Kreisrat des Aufstellungsortes der Hundertschaften, bei dem sich die Trans- parte aus den einzelnen Kreisen beim Eintreffen zu melden haben. ist für die richtige Zusammenstellung der Hundertschaften ver- antwortlich. Der Sanitätssoldat wird von der Reichswehr g e st e l l t. Die Abteilungs stöbe treffen ebenfalls am 6. September in ihrem Aufstellungsort ein. Am gleichen Tage trifft von der Reichswehr ein Schreiber, ein Hilfsschreiber, zwei Ordonnan- zrn mit Ecschäftszimmergerät ein. Sie sind angewiesen, sich beim Kreisrat zu melden. Die Abteilungsstäbe sind von den Kreisräten ebenfalls über den Gang der Ausstellung zu unterweisen. Die Zahlmeister werden vonderReichswehr gestellt. Sie treffen am 6. September im Aufstellungsort ein. Der Abteilungsadjutant ist Zwecks Informationen möglichst vor Zusammentritt des Abtei- lungsstabes im Aufstellungsort zum Oberpräsidium zu entsenden. Alle Mannschaften und Offiziere treten ihren Dienst mit dem Tage der Abreise in den Ausstellungsort an. i 1 A iü 15. mdbcn bie H u n d e r t> ch a f t e n teltgra- p h> s ch durch ihre Abteilungen dem Oberpräsi- dium und dem Organisationsstab in Arys, daß sie oerwendungsbereit sind. Die Zeit des Abtransports wird noch angeordnet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Ausstellung der Hundertschafts- und Abteilungsstäbe, in deren Kreisen die Aufstellungsort« liegen. Die Abteilungsstäbe nehmen aber schon vor dem Abtransport nach Arys mit dem Führer des Organisationsstabes Fühlung. 3. Bewaffnung. Wo vorhanden, stnd den Mannschaften Gewehre und Munition mit in den Aufstellungs- ort zu geben. Wo dies nicht möglich ist, werden die Mann- schaften im Aufstellungsort oder in Arys bewaffnet. Die mit- gegebenen Waffen sind aus dem Ausweis für die Ortswehr zu vermerken. Ausweis. Als vorläufiger Ausweis dient der Ausweis für Orts- und Erenzwchren. 5. Papiere. Die Offiziere und Mannschaften sind möglichst mit Militärpapieren zu überweisen. 6. Bekleidung und Ausrüstung. Bekleidung kann zu- nächst nicht geliefert werden, insbesondere fehlen Mäntel. Für die gestellte eigene Bekleidung erhält der Mann einAbnutzungsgeldvontäglich 1.S0 Mark. Die Leute sind anzuhalten, Decken sowie sonstige militärische Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke möglichst selbst mitzubringen. 7. und 8. über Fahrzeuge und Pferde. 9. Besoldung erfolgt gemäjj Anlag« T: Wehrmann 29 Mark, Gruppenführer 2S Mark. Feldwebel 27.59 Mark, Zugführer oder Oberfeldwebel 39 Mark, Oberleut- n a n t oder Leutnant als Hundertschaftsführer 3S Mark, Haupt» mann als Hundertschaftsfllhrer 49 Mark, Hauptmann als Ab- teilungsführer 45 Mark, Major als Abteilungsfllhrer 59 Mark täglich. Dazu kommen Berpflegungs- und Ab- »vtzung, geld für Kleider. 19. Verpflegung. Die Verpflegung erfolgt in den Auf» stellungsorten durch dieTruppenküche. DasWehrkreis- kommando hat bereits entsprechende Vorberei- tungen getroffen. Die Kreisräte in den Ausstellungsorten haben in Verbindung mit den Hundertschaftsführern dafür zu sorgen, das) die Verpflegung der eintreffenden Leute reibungslos vor sich geht. Die Verpflegung wird empfangen von den Ver- pflegungsämtern. Die Reichsoerpfegungs» Smter haben entsprechend Anweisung vom Wehrkreis« kommando bekommen. 11. Unterbringung. Die Kreisräte stnd dafür verantwort- lich, datz für die Unterbringung alles Notwendige vorbereitet wird. Wehrkreiskommando bat für die Ueberlassung und Einrichtung der Kasernen die weitgehendste Unterstützung zu- gefichert. In allen Kasernen treffen am 8. September Quartier- macherver Reichswehr ein. 12. Verträge. Mit allen Mannschaften und Offizieren ist ein Vertrag abzuschließen... Die Kündigung ist... vierzehn- tägig. 13. Offiziere. Für Zugführerstellen sind möglichst Leut- nants, für Hundertschastssührer möglichst Hauptleute, für Abteilungsführer möglichst Major« vorzusehen.... 14. Unteroffizier«. Als Gruppenführer Unteroffiziere auswählen mit Frontersahrung. Al» Feldwebel sind nur Leut»(!) zu wählen, die im Kriegt Feldwebel oder Wachtmeister waren. Da sie mit Kassenführung beauftragt werden, ist grotze Vorsicht in der Auswahl am Platze. 15., 13., 17. enthalten Bestimmungen über Abzeichen, Ver- sicherungen und Meldungen. Am Schlüsse des Absatz 17 befindet sich folgender recht bemerkenswerter Passus: Die Aufstellung der Polizeitruppe ist ver- traulich zu behandeln. MitteUungen in der Press« dürfen unte» keine» Umstände« erfolgen. gez. Siehe." Die Mannschaften werden also„ausgewählt": sie müssen„zuverlässig" sein. Führer aller Art dürfen nur Offiziere sein: diese werden nicht gewählt, sondern find „vorzusehen". Al» Gruppenführer sollen nur Unter- offiziere und Feldwebel„ausgewählt" werden. Wer nimmt wohl die Auswahl der Personen vor? Von einer Wahl der Führer durch die Wehrmänner, welche der erste Erlaß von Siehr vorsah, ist also keine Rede mehr. Beim Oberpräsidenten hat es„Erstaunen e r e g t" daß gerade die„Volkszeitung" seinen Geheimerlaß veröffent- licht, trotzdem nach dem Willen von Eiehr„Mitteilungen in der Presse unter keinen Umständen erfolgen" sollen. Er ver- weist darauf, daß doch gerade die S. P. D. bei der Aufstellung nicht nur der Orts-, sondern auch der Grenzwehr dankens- werterweise«vertrauensvoll mitarbeite t". Dieser Hinweis ist durchaus gerechtfertigt und wir fragen, Melange die S. P. D. die„vertrauensvolle Mitarbeit" am Wert der Konterrevolutionäre noch fortzusetzen gedenkt? Haben etwa Vertreter der S. P. D. auch an der Aufstellung der Polizeitruppe mitgearbeitet? Oder hat der Ober- Präsident diese unter Aueschaltung der S. P. D.-Vertreter allein mit den Orgeschleuten aufgestellt? Interessant ist, daß die Polizeitruppe der Reichswehr (General v. Dassel!) unterstellt ist. Dr. Siehr rechtfertigt dieses damit, daß die E r e n z w e h r, wie er nachträglich die Polizettruppe nennt,„zur Absperrung des Lagers und zum Aufgreifen der Russen nur dann zweckentsprechend verwandt werden kann, wenn sie in den Rahmen der Reichs- wehr und Sicherheitspolizei fest einge- spannt" wird. Die Leitung der Aktionen hätte die Reichs- wehr auf Grund des Belagerungsustandes. Bertraulich fei die ganze Angelegenheit behandelt worden. UM nicht,— den wirtschaftlichen Kredit Ostpreußens zu schädigen! Das Aufgebot habe 1500 bis 2000 Mann betragen. Die„auegewählten" Mannschaften sind angeblich zur Jagd nach Russen„in Marsch gesetzt" worden, obwohl das Oberpräsidium regelmäßig meldete, daß die Zahl der inter- nierten Russen durch Abtransport per Dampfer und Eisen- bahn täglich abnimmt. Außerdem find zur„Bewachung" vom Reiche zunächst zwei Bataillone und dann noch vier Re- gimenter Reichswehr nach Ostpreußen gesandt worden. Die Kosten der völlig überflüssigen„Poltzeitruppe" werden auf zwei Millionen Mark monatlich geschätzt. Statt Abrüstung also immer weitere Aufrüstung. Woher das Geld kommt, danach wird nicht gefragt. Die Verfügung des Oberpräsidenten zeigt, wie der S.iehrsche Selbstschutz in der Praxis ge handhabt wird. Wir haben seine praktische Anwendung nun in der neuen Form einer„frei- willigen Polizeitruppe" kennen lernen können. E« ist die höchste Zeit, daß der preußische Minister des Innern sich äußert, ob Dr. Siehr und die hinter ihm stehen- den Kreise feine Zustimmung haben oder Siehr ohne sein Wissen die Konterrevolution mit Staatsmitteln organisiert. Der Parteitag der deutschnationalen Volt»part«i. Auf einer gemeinsamen Sitzung der beiden Fraktionen des Reichstage» und des Abgeordnetenhauses der deutschnationalen Lottspartei nrnr- den Richtlinien für den Parteitag, der am 2 2. bis 2 4. Oktober in Hannover stattfindet, festgelegt. Sozialifierung der Kohlenwirtfchaft Die Beschlüsse der Bergarbeiter Wir berichteten bereits in unserer Ausgäbe vom 14. September, daß die organisierten deutschen Bergarbeiter zum Kampfe für die Sozialisierung rüsten. Eine Konferenz der Be- zirksleiter mit dem Vorstand des Bergarbeiterverbandes, die vom 12. bis 14. September in Bochum tagte, faßte Beschlüsse. die wir ebenfalls bereits skizziert haben. Jetzt liegt der Bericht über die Tagung vor. Ihre Entscheidungen sind wichtig genug. um im Wortlaut bekannt zu werden. Nach dem Bericht über die Sozialisierungssrage. den der Stelger Werner als Mitglied der Sozialisierungskommisflon gab, und nach lebhaft geführter Aussprache wurde folgende Resolution «instimmig angenommen: „Die Konferenz des Eesamtvorstandes und der Vezirkslciter des Verbandes ver Bergarbeiter Deutschlands hält die Vor- arbeiten der Sozialisterungslommisston über die Sozialisierung des Kohlenbergbaues für eine brauchbare Grundlage, um die Kohlenwirtschaft auf eine gemeinwirfschastliche Grundlage zu stellen und so Arbeiter und Angestellte un- mittelbar an der Steigerung der Kohlenerzeugung zu inter- essieren. Die Aufrechterhaltung der bestehenden lieberschichten- abkommen ist in den verschiedensten Revieren für längere Zeit- räume nur dann möglich und weitere Schritte stnd zur Cr- zielung einer vernpehrten Arbeitsleistung nur dann ausstchts- reich,'wenn die Eesetzgebungsfaktoren unverzüglich die Verwirklichung der Soziallsierung des Bergbaues in die Wege leiten. Jeder Versuch, die Sozialisierung des Kohlende r ab aues zu hintertreiben, würde den schärfsten Widerspruch der Bergarbeiter aus- lösen." Der Verband ist damit zum Kampf für die Sozialisierung ver- pflichtet. Es darf hier kein Ausweichen mehr geben, wenn der energischere Teil der Bergarbeiterschaft nicht vollends irre werden soll an der Taktik des Bergarbeiterverbandes. Unseren Genossen erwächst die Pflicht, die orgaüiflerten Arbeiter immer wieder an diese Verpflichtung des Verbandes zu erinnern. Erst daraus wird völlig klar, wie schädlich die aus dem„Vorwärts" erkennbare Haltung der R e ch t s s o z i a l i st e n ist, die. wie wir schon dar- gelegt haben, mit blindem Vertrauen und stets staatsmännisch sein sollendem Wohlwollen für di» Regierung eine Taktik des parla- mentarischen Techtelmechtels anbahnt, die die Tatkraft der Ar- beiterschast einschläfern muß. Nirgends ist diese Methode so gefährlich wie im Kampf um die Sozialisierung. Es liegen zwei Vorschläge der Soziali- sterungskommission vor, von denen der eine nur eine verbesserte Zwangswirtschaft als Vorstufe für eine noch sagenhaft unbe- stimmte Sozialisierung darstellt, während der andere die so- fortige Vollsozialisierung will und den Mehrheitsvor- schlag der ersten Sozialisierungskommisston unter Beifügung des von uns bereits veröffentlichten Gesetzentwurfes wieder- holt. Es ist mit Gewißheit anzunehmen, daß die Regierung das erste, für die Unternehmer mtl- der« Verfahren vorziehen und ihren Gesetzesvor- schlag nach diesen Richtlinien aufbauen wird. In der Frage der Sozialisierung ist das schärfste Mißtrauen gegen die Regierung und die äußerste Kampfbereit- lchaft der Arbeiterklasse geboten. Werner, der den Bergarbeitern den Bericht gab, hat den Vorschlag für die Voll- sozialisierung unterzeichnet. Ts ist anzunehmen, daß er in diesem Sinne berichtet hat und daß die Konferenzteilnehmer ihre Zu- stimmung zur Resolution entsprechend aufaefaht haben. Ferner hat die Konferenz in einer zweiten Entschließung den „Preisabbau auf allen Gebieten' gefordert, da ohne ihn keine Gesundung des Wirtschaftslebens eintreten könne.„Ferner muß", fährt die Resolution fort,„eine einheitliche Lohn- Politik, die sich mit der Gestaltung unseres Wirtschaftsleben« vereinbart, mit allen Industrien erstrebt werden. Um dies zu er- reichen, ist beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund eine wirtfchaftspolitische Stelle zu schaffen, welche die Frage des Preisabbaues prüft und darauf drängt, datz er sobald wie möglich erfolgt. Die Bergarbeiter sind bereit, alleihreMachtmittelnichtnurzurVerbilligung der Kohlenpreise, sondern auf allen Gebieten « i n z u s e tz e n." Ein Hungerstreik in einem sächsischen Gefangenenlager Berlin, 23. September. Im Gefangenenlager Zwickau brach dieser Tage ein Hungerstreik au». Ueber dt« Vorgeschichte und den Grund dieses Borganges wird un? jetzt folgendes mitgeteilt: Im Kriegsgefangenenlager Zwickau besteht eine eigene Russen- polizei, die sich bemüht, durch all- möglichen Schikanen die Lager» infassen zu quälen. Wer den deutschen Gendarmgeist kennt, der die Kultur nur nach der Quote d-S Setfenverbranchs einschätzt und sich den.verlausten Russen' unendlich überlegen dünkt, kann ermessen, waS es heißt, von diesem System gepeinigt ,n werde». Nnn gibt eS aber unter de« gefangene» Russen in Zwickau neben Bauer« und Analphabet«» eine Menge Leute, die der deutschen Sprache mächtig sind, als Arbeiter oder Sludenteu sogar in Deutschlaud gelebt haben und eZ an.Zivilisation' durchaus mit deu deutschen Bütteln deS Lagers aufnehmen können. Um nun sich und ihre Kameraden den dauernden Schikanen»u unterziehen, haben diese Russen ein eigene» Komitee gebildet, daß für strengste Disziplin und Ordnung im Lager sorgt. Einer der Mitbegründer diese» Komitee» ist drr Kriegs- gefangene Tschelakof, der seinen LandSleutsn um so wertvollere Dienste leistete, als er wegen seiner guten Beherrschung de» Deutschen stets mit Offeuhctt für die Interessen derLagcrinsassen bei derkomman- dautur eintreten konnte. Auch war Tschelakof dauernd als Lehrer unter seinm Kameraden tätig. Wahrscheinlich hat nun der Herr republika- utsche deutsche Lagerkommandant gefürchtet, daß die Lehrstunden den seiner Obhut anvertrauten Russen dle Lust nehmen könutcn, Wraugel- scheS Kanonenfutter abzugeben und daß der leibhaftig« Bolsche- wtsmu» inS Zwickauer Lager einziehen könnte. Kur, und gnt: es wurde beschlossen, Tschelakof auf möglichst unausfällige Art zu beseitigen. Man sagte ihm, ma« brauche einen guten Dolmetscher. Unter diesem Vorwand brachte man ihn dann anfangs dieses Mona!» ejnc» Tage? auf die Zwickaner Polizeihanptwachs und schob ihn zwangsweise schon mit dem nächsten Zug in das Gefangenenlager von Bautzen ab. SllS die Tatsache im Zwickaner Lager bekannt wurde, beschloß die Gesamtheit der Russen, ab IS. September in den Hungerstreik einzutreten, bi? Tschelakof zurückgekehrt und die Russen- pol«, ei entfernt sei. Der Streik ist zwei Tage restlo» durchgeführt worden. Er führte zu einer Einigung zwischen der Kommandantur und den Gefangenen, die darin ihre Forderungen zugebilligt erhielten. Bekämpfung der Wohnungsnot VM. Mit der Erstellung von Notobuungen geht rS in Berlin im Schneckentempo, anReuwohnungentst überhaupt nicht zu denken. Tie chürgerltchen.Gelstekriefen', die noch immer den Mund gar voll nehmen, haben in der Wohnungsfrage voll- kommen versagt. Um ihre eigene Unfähigkeit verschleiern zu können, wüten sie gegen die—.unfähigen sozialtsttscheu Stadträte',— man nennt daS Haltct-den-Dieb-Moral! Die Berliner Wohalanben taugen nicht» uud kosten etwa 27 990 Mark pro Stück. In E l d i n g baut man fie gut. dort kosten sie etwa 29 099 Mark!— Im folgenden geben wir eine Zusammenstellung von Wohn- und Kleinhausprojekt«»,«te wir sie der ,B.>l!Swoh«. entnehmt»: Detmold plant de« Bau von 21 Reiheuwohnhäuser».— Dortmund. Die Gartenstadt 9. a. b. tz. errichtet z. Zt. 2» tzäuser.— Elze(Hann.) Bauverei» plant 12 Wohnhäuser z» errichte».— Helmstedt formt Kaserne und WerkstatthauS zu Wohnungen um.— Herne(Wests.) baut 185 Wohnungen.— Mannheim. Die Stadt errichtet eine Siedlung mit 1999 Woh- nungen.— Minden plant eine Kolonie von Notwohnungen.— Remscheid plant den Bau von 3 Lehmhäuseru.— Schwein« furt läßt für übe: 13 Millionen Mark Kleiuwohnhäuser errichten. — Stralsund plant 60 Siedlungsbauten.— Zittau plant den Bau von 17 Wohuhäuferu.— Elberfeld bewilligt« für Wohnuugsbauten und Notstundsarbeiten 27 Millionen Mark.— GoSlar bewilligte l1/, Millionen Mark für KleinhauSbauteu.— Lüneburg baut für'/, Millionen Mark Wohnbaracken.— Solingen hat mit dem Bau von 299 Wohuuugeu begonnen, wettere 169 folgen.— Aachen fährt mit dem Bau von Klein- Wohnhäusern fort.— Barme» errichtet Siedlungsbuateu im Werte von 23 Millionen Mark.— Bautzen plant den Bau von 27 Wohnhäusern.— Bonn baut Wohnungen im Werte vou 19 Mtlltoneu Mark.- Bramfeld fScvlesw.-Holst.) errichtet eine Siedlung im Werte von 499999 Mark.— Duisburg baut Wohnnngcn im Werte von 2'/, Millionen Mark.— D u r l a ch (Baden) formt Tratnkaserne Uno Ställe zu Notwohnungen um.— Hanau plant Kleinwohnungsbauten im Werte von B'L Millionen Mark.— Königsberg i. Pr. erstellt die Siedlung Amalicnane mit zunächst 79 Wohnungen.— Siegen bewilligte 4'/2 Millionen Mark für Wohnungen uud Notstandsarbeiten. Die Stellung der Organisationen Cassel Nach zwei Versammlungen wurde gegen vier Stimmen folgende Resolution angenommen: „Die bitteren Erfahrungen, welch« die revolutionär« Arbeiter- schaft beim Kriegsausbruch 1914, insbesondere die deutsche, mit der feigen und grundsatzlosen Haltung der Führer der zweiten International« machten, zwingen zum Aufbau einer neuen, aktionofähigen und kampfentschlossenen dritten Internationale. Zur Durchführung des Endkampfes zwischen dem Proletariat und dem Kapitalismus braucht da» Proletariat in allen kapitalistischen Ländern einheitliche Richtlinien, straffe Zentralisation und eiserne Disziplin. Nach gründlicher Prüfung des Für und Wider in der Frage der Bedingungen für die Aufnahme der U. S. P. D. tn die 3. Internationale erwartet die Mitgliedschaft Cassel aufs be- stimmteste, daß der Parteitag in Halle den Anschlußder U. S. P. D. an die 3. Internationale vollziehen wird. Falls der Anschluß nicht sofort vollzogen wird, verlangt ste unbedingt die vom ernsten Willen auf Anschluß getragene Fortsetzung der Verband- lungen mit dem Exekutivlomitee der dritten Internationale.' Sangerhausen In einer Versammlung der Sangerhauser Genossen kam Genosse Banse unter Würdigung der gegenwärtiabestehenden Verhältnisse zu dem Schluß, daß dem Anschluß an Moskau nichts im Wege stehe. In der Diskussion wandte sich Genosse Kasparek in scharfen Worten gegen diese Ausführungen. Wiederholt�vetonte Kasparek, daß man nicht mit beiden Beinen in die Bedingungen hinein- springen dürfe. Aufgabe de» Parteitage» fei es, einen Weg zu suchen, der die Möglichkeit zum Zusammenschluß des internatio- nalen Proletariats bietet. Genosse Kasparek fordert«, datz eine am 5. September beschlossene Erklärung folgendermaßen geändert würde:„Die nochmalige Verhandlung mit dem Exekutiv- komitee ist notwendig, um die Aufnahm« der U. S. P. in die drit'o Internationale zu ermöglichen.' Bei der Abstimmung stellte-s sich heraus, datz der übergrohe Teil der Mitglieder auf selten Kasparek? stand. Königsberg Gegen 49 Stimmen nahm ein« Parteiversammlung folgende Re- solution an: „Die am Freitag, den 17. und Sonnabend, den 18. September im Eewertschastshaus tagende Mitgliederversammlung der U. S. P. Königsberg erklärt sich grundsätzlich einver- st a n d e n mit ven Leitsätzen und Bedingungen der dritten Inter- national«. Die Versammlung ist der Ansicht, daß der Anschluß an die dritte Internationale sofort zu erfolgen hat, um die geschlossey�„„ Front des kämpfenden Proletariats herzustellen. Der Anschluß darf nicht an dem Opportunismus einiger Führer scheitern." Folgender Zusatz wurde gegen zehn Stimmen angenommen: „Die Versammlung ist der Anficht, datz das Zentralkomitee der ll. S. P. D. in Verhandlungen mit der dritten Inter- nationale die Grundsätze für die in den einzelnen Ländern not- wendige Autonomie festlegen wird." Weiter wurde folgende Entschlietznng angenommen: „Die Versammlung fordert von der Parteileitung die sofortige Propagierung von politischen Arbeiterräten. Wer diese sabotiert, gibt offen zu. daß er den Kampf um die Ergreifung der politischen Macht fürchtet. Schkeuditz bei Halle Die Mitglieder der U. S. P. D. in Schkeuditz beschäftigten sich in zwei Persammlungen mit dem Moskauer Diktat. Gegen die Be- oingungen sprach Gen. Liebmann-Leipzig, dafür Genosse Lempte- Halle. Mit 127 Stimmen wurde folgende Resolution angenom- men: „Die Mitgliederversammlung der U. S. P. D. Schkeuditz hält die Zusammenfassung der revolutionären Arbeiterbewegung aller Länder für eine wichtige Voraussetzung des proletarischen Sieges über die kapitalistische Herrschaft. Die revolutionäre Internatio- nale muß aber den ihr angeschlossenen Parteien der einzelnen Länder die Möglichkeit lassen, den proletarischen Klassenkampf nach den jeweiligen Bedürfnissen der einzelnen Länder zu führen. Die Konferenz spricht den revolutionären Klassenlämpfern Ruß- lands für ihren heldenmütigen Kampf ihre wärmste Sympathie aus und gelobt, die russischen Brüder in ihrem Kampfe nach Kräf- ten zu unterstützen. Trotz dieser Sympathien für Eowjetrußland kann sich die Konferenz nichtoenBedingungenderMos- tauer kommunistischen Internationale unter- werfen, fie lehnt daher die Bedingungen ab." Mit dieser Ablehnung der Bedingungen verbindet die Bersamm- lung die Hoffnung, daß es bald gelingen möge, mit allen revo- lutionären Parteien, insbesondere auch mit dem revolutionären Proletariat Eowjetrußland». eine kampffähige Internationale M schassen. Für eine von Lempke vorgelegte Resolution, die den Anschluß onter den Bedingungen forderte, wurden 72 Stimmen abgegeben. Frankfurt a. Ott., 23. September. Dem„VollSrecht' znfolge beschloß die gestrige Parteiversammlung der Unabhängigen mit 329 gegen 476 Stimmen den Anschluß an Moskau, nachdem D ä u m t g und(S r t S p t»« berichtet hatten. Däumig erklärte sich offen für eine Spaltung der Partei. Höchst, 23. September. Die autzerordentliche KreiSgeneralversammluua der Unabhängigen Sozialdemokraitscheu Partei des Wahlkreise» tzbch st-Homburg- Usingen beschloß mit 49 gegen 28 Stimmen den Anschloß as die Moskauer dritte Internationale unter Zugrundelegung der be- kannten 21 Bedingungen Moskau». Aus den Berliner Parteiorganisationen 7. Distrikt Die starkbesuchten Mitgliederversammlungen am 15. und 21. d. M. beschäftigten sich mit den Bedingungen eines Anschlusses an die dritte Internationale. Es reserterten Genosse Hilferding und als Korreferent Genosse S ch w e i tz e r für den verhinderten Genossen Stoecker. Es folgte eine sehr ausgiebige Diskussion. Sowohl Referent wie Korreferent fanden großen Beifall. Von einer entscheidenden Resolution über die Frage der International« wurde Abstand genommen. Dagegen wurden Anträge, die ein« Urwahl der Parteitagsdelegierten und eine Urabstimmung über die Anschlußfragt im Distrikt wünschen, angenoyt««».. / W MllttezW rm He WM Dritter Verhandlungstag Zu Beginn der gestrigen Sitzung protestierte Justizrat Fränkl Dagegen, dah ein Teil der Angeklagten von den Transport- Mannschaften(Sicherheitspolizei) auf dem Wege vom Gefängnis Zum Gericht beschimpft und mit Mißhandlungen be- »roht worden seien. Unter anderem seien stc auch mit den Worten «edroht worden?.Wer ausrückt, wird niedergeknallt". Der Vor- nSende verspricht, so weit sich derartige Fälle innerhalb des Ee- Nchtsgebäudes zugetragen haben, eine Untersuchung einzuleiten. «e, der Eeleyenheit bemerkt der Vorsttzende, daß er den Zuhörer- räum sofort räumen läßt, wenn die Zuhörer in die Verhandlungen . �'"greifen würden, wie es bereits geschehen sei. Iustizrat Frankel erklärt, daß er von diesem Vorfall nichts bemerkt Hab«. Die Ge- fahr einer Einwirkung durch die Polizei erscheine ihm größer, als dl« durch die Zuhörer. Gestern nachmittag z. B. hatte den Änge- 'tagten gegenüber ein Herr Platz genommen, der das Monokel einklemmte und die Angeklagten fortgesetzt fixierte, wodurch diese 'n starke Erregung versetzl worden seien. Das erklärt« sich beson- iers daraus, daß den Angeklagten bekannt sei, daß dieser Herr der dekannt« Oberleutnant Hofsmann sei, der dem Oberleutnant Mar- toh den Befehl zur Erschießung der Matrosen iu der Französischen «traße uberbracht habe. Es sei bezeichnend, daß dieser Herr sich Ver frei bewegen dürfe. Der Vorsitzende erklärt dazu, daß er angenommen hätte, der Herr sei ein Pressevertreter. Rechtsanwalt Dr. B ö n h e i m weist darauf hin, daß der Zuhörerraum mit einer Anzahl von Agenten der politischen Polizei besetzt t«. Cr ersucht das Gericht, für die Entfernung dieser S p i tz e l zu rgen. ganz besonder», da es doch leicht möglich sei, daß eine: dieser Spitzel Zwischenrufe mache, um dadurch einen Ausschluß der �«sfentlichkelt zu erzielen. Der Vorsitzende erklärt, daß jeder das Riecht hätte, soweit Raum vorhanden ist. im Zuhörerraum Platz iü nehmen. Hierauf wird die Vernehmung der Angeklagten tortgesetzt. Zunächst wird der seinerzeit durch einen Rückenschuß Ichwer verletzte Angeklagte Krüger, der auf einer Tragbahre der Verhandlung beiwohnt, vernommen. Krüger gab an. daß er Mitglied der K. A. P. D. ist. Wühreich des Kapp-Putfches fei d>e K. O. gegründet worden, die sich mit der Propagandatätigkeit, Zettelankleben usw. beschäftigte. Die K. O. sei in Kompagnien >nd Züge eingeteilt gewesen, er selbst habe der Kompagnie Weißensee angehört. Vors.? Bei Ihrer' frühere« Vernehmung haben Sie u. a. gesagt, daß die K. O. nach militärischem Muster Eingerichtet worden sei uno auch ganz militärisch übe. Weiter haben Sie gesagt, dag die Gewehre in besonderen Depots unter- gebracht gewesen seien, welch« nur der Kompagnie bezw. den Zug- fuhrcrn bekannt wären. Der Angeklagte erklärt dazu, daß er in einem sehr schwachen Z u st a n d e bei der Vernehmung gewesen sti und ihm die Fragen in den Mund gelegt worden s«»««. Das Protokoll hätte er unterschrieben, ohne es gelesen zu haben. Der Angeklagte schildert dann, wie er von dem Lokal von Dröger mit Fritz Falk und anderen zur Grenzstraße gegangen sei, wo es bann zu der Schießerei kam, bei der er schwer verwundet worden v Bei der Vernehmung des Angeklagten D o l n v stellt sich heraus. baß Dolny ein geistig völlig minderwertiger Mensch ist. Er er- ilärt, von der ganzen Sache nichts zu wissen. Der Sachverständige Dr. Kochmann(Weißenf-e) behandelt diesen Angeklagten seit »einer Gebart. Er erklärt Dolny als einen geistig völlig minder. wertigen Menschen. Der Genchtssachoerständige Dr. Lepp- mann faßt sein Urteil dahin zusammen, daß Dolny eine tatsäch- lich vorhanden« Geistesschwäche stark übertreibt, be- gründete Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit daher nicht vor- Händen seien. Bei der Vernehmung des nächsten Angeklagten Zilinsk y wiederholt sich derselbe Vorgang wie bei Dolny. Hierzu erklärt cher Sachverständige Leppmann, daß dieser Angeklagte sehr stark an der Grenze des§ 51(Unzurechnungsfähigkeit) stehe. "D'er Angeklagte Dröger ist Inhaber des Lokals„Zum Prä- laten" in Meißensee. Er gibt an, daß bei ihm standig etwa 15 bis 20 junge Leute verkehrten, die denSportklubWeißen- s e e gebildet hatten. Er will sich niemals um diese Leute g«. kümmert haben, es sei ihm daher nicht bekannt, daß dieser Sport- klub eine kommunistische Kampforganisation gewesen fein soll. Der Angeklagte Falk erklärt bei seiner Vernehmung, daß K. O. kommunistische Organisation heißt. Der Borfitzende hält dem Angeklagten vor, daß aus dem Protokoll hervorgingt. daß er bei seiner früheren Vernehmung gesagt habe, die K. O. sei völlig militärisch organisiert. D,e einzelnen Abteilungen hätten sogar Decknamen erhalten. So hätte der Stoßtrupp den Decknamen„Wurf" gehabt. Die Maschlnengewchrabteilung hieß „Gurt", die Pionierabteilung.. Valien, d,e Fcrnsprechabteilung .Draht, die Lebensmittelabteilung„Kolonne, die Löhnungsab- teiluna Dalles". Der Angeklagte Falk schildert dann die vor» gänge am Slbend des IS. August. Der Vorsitzende hält diesen Aus- lagen den Inhalt zweier Protokolle entgegen, aus welchen hervor- gebt daß er in der Voruntersuchung einen Teil der Skitrmgeklaa- ten schwer belastet hat. Rechtsanwalt Dr. Weinberg ersucht, den Angeklagten zu fragen, ob es richtig ist. daß er von dem Leiter des Spitzeloienstes, dem Kriminalkommissar Maßlack. mit Hammelbraten und Schweinebraten traktiert worden ist. um ihn zu dieser Aussage gefügig zu machen, mit der er seine Partei und viele seiner Genossen belastet. Der Angeklagte erklärt dazu, daß der Kriminalkommissar Maßlack öfter während seiner Haftzeit mit..ihm in«... Restau.a.t a««l.xan- derplatz qeaanaen ist»nd er ozter Hammelbraten und Schwe.ne» braten bekommen hat.- Rechtsanwalt Dr Bö«beim? Sind �.m;rtnr Moblack noch s o n st, a e Vor- elien o-i-o-—______ lleo aussage, werde ich entlasse».— Rechtsanwalt Weinberg rsucht die Prozeßbeteiligten, besonders im Gedächtnis zu behal- -n. daß de: Rnaeklagt» für ein paar Portio.ien Schweinebraten nd Hammelkoteletts die belastende« Aussagen gemacht hat. Die Verteidigung stellt bei der Gelegenheit fest, daß die ver- ehmenden Pottzelbeamten den Angeklagten die Aussage» in den Mund legten, i« sich dann später in den Protokoll:» als ihre eigenen Aus- »gen wiederfanden. Der darüber sofort vernommen« Kriminal- berwachtmrister Schiller, stellt dies entschieden in Abrede. Nach der Mittagspause teilte der Vorsitzende mit. daß der Füh- er. der den Ueberwachungsdienst ausführenden Sicherheitspoll- isten«in- Untersuchung über die von den Angeklagtem vorge- rächten Beschwerden eingeleitet habe, daß aber die Beamten cgcndwelchr Uebergriffe in Abrede stellten. Der zunächst vernommene Angeklagte K a a tz erklärt dann, daß r von den Vorfällen in der Grenzstraße� am Abend des 19. Au- uft, ebensowenig wisse, wie von einer Ä. D.— Der Angeklagte Zoß gibt an. daß er keiner Partei oder K. O., noch einer so„,,i- en Formation angehöre.— Jm 19. August sollte er von seiitem iater aus dem Drögerschen Lokal«ine Zeitung holen. Auf diese keife sei er mit in die Angelegenheit verw.ckrlt worden. Der nächste Angeklagte Schulze sagt aus? Ich bestreite, daß h nach dem 4. August militärische Verbonde gegründet, oder -lchen angehört habe. Allerdtna» war ich als Mitglied der £. P. D., zur Zeit des Kapp-Pulsches in der Roten Armee und war als Zugführer bei der Abteilung Weißense«. Da jedoch diese lote Armee nur von den Führern dazu benutzt wurde.»« au» hre« Untergebenen Geld heraus, zu.,.«hen, und w-'ls.ch zahlreiche »lautere Element« darunter befanden, oade ich di« Weißenseer lbteilung Ende AprU persönlich auwelost. Spät« wurde ein »portverein gegründet, der ocher nicht illegal war. sondern anz öffentlich anftrat. Ich war Obmann des Plopaguaha-Aus- schusses des Bezirks Weißensee der K. V. D. Die Teilnahme an vem Sportklub wurde von der K. P. D. offiziell abgelehnt, da zahlreiche Unorganisierte darin als Mitglied« waren und sich auch viele Polizeispitzel unter der Maske von Flüchtlingen aus dem Ruhrrevier eingeschlichen hatten. Am 19. August abends bin ich um lk> Uhr in das Drögersche Lokal gegangen, da dort eine Arbeitelosenversammlung stattfinden sollte. Ich habe mich in dem Restaurant dann bie Feierabend aufgehalten. Kriegsgerichtsrat Rammin beantragt die Ladung des Poli- zeikommissars Dr. Reimann und des Regierungsrates Weiß vom Polizeipräsidium, welche bekunden sollen, daß die Angeklagten ihre Aussagen damals durchaus spontan gemacht haben. Angekl. M e h l b e r g will ebenfalls von den Vorgängen in der Krellstraße und von einer K. O. nichts wissen.— Der Angekl. General, der am ersten Verhandlungstag« einen epileptischen Anfall erlitten hat, starrt gänzlich geistesabwesend vor sich hin und gibt aus keine der Fragen des Vorsitzenden Auskunst, so daß leine Vernehmung zustande kommt.— Der Angekl. Wrba bestreitet jegliche Beteiligung an dem Vorfall am 19. August.— Der An- geklagt« Paul Franz, dem vorgeworfen wird, daß er an dem fraglichen Abend als Kurier der K. O. tätig gewesen l«i, bestreitet dies und erklärt, er fei nur zufällig mit seinem Fahrrad auf dem Wege von der Schliemannstraße, wo er Flugblätter holen sollte, durch die Erellstraße gekommen und dann in die Schießerei hinein- geraten. Angekl. Werkzeugmacher Götze richtet an das Gericht die Frage. weshalb er überhaupt auf der Anklagebank sitze. Den Ausdruck K. O. will er erst in der Verhandlung kennen gelernt haben. Er fei ein paarmal in der Sportvereinigung in der Iungfernhcide und in Schönholz gewesen. Dort sei aber nur ihre Anwesenheit festgestellt worden und dann wären sie wieder nach Hause ge- gangen. Auch der nächste Angeklagte, der Kürschner Winter, bestreitet jede Kenntnis der kommunistischen Kampforganisation. Rechtsanwalt Bönheim beantragt die Haftentlassung der Angekl. Winter und Ei lins ki, da nach dem Gutachten des Geh. Mediztnalrats Leppmann der letztere unzurechnungs- f ä h i g ist. und da Winter nur durch Falk belastet werde, der heute feine Aussagen ans der Vorverhandlung nicht babe aufrecht- erhalten können.— Iustizrat F r ä n k l verlangt die Haftentlassung seines Klienten Wrba.—- Staatsanwalt Rammin wendet sich gegen diese Haftentlassungsanträge. Der Angekl. B u r k e r t versucht in längeren Ausführungen dem Gericht klar zu machen, daß die Kampforganisation mit den kom- munistischen Sportvereinen identisch sei. Eine «»zahl Spitzel hätten sich in die Sportverein« eingeschlichen, hätten versucht, die Mitglieder dieser Sportvereine zu verbotenen militärische» Verbänden zusammenzuschließen.— Als der Bor- sitzende die Darlegungen des Angeklagten abkürzen will, gibt es einen Zusammenstoß zwischen dem Gericht und Rechtsanwalt L a m p, der sich für den Angeklagten einsetzt.— Iustizrat Dr. B r o h: So kommen wir hier nicht weiter. Ich stelle hiermit den Antrag, eine sachgemäße Anklage auszuarbeiten. Es eilt ja nicht so sehr. Daß die Sicherheit des Deutschen Reiches durch diese Kinder nicht bedroht wird, ist doch Nor.— Rechtsanwalt Bönheim unterstützt diesen Antrag. Räch kurzer Beratung lehnt der Gerichtshof diesen An- trag ab mit der Begründung, daß die Verordnung de« Reichs- wehrministers keine Handhabung dafür bietet, dem Anklagever- treter zur Ausarbeitung einer schriftlichen Anklage zu zwingen.— Rechtsanwalt Dr. Lamp? Wenn dieses Gericht sich weiter so zu einem Ausnahmegericht entwickelt, dann«e-dru auch wir zu Aus» nahmemaßrrgeln greifen. Dann legen wir du Verteidigung nieder «nd sagen den Angeklagten, daß sie kein Wort mehr»erlauten lassen. Als nächster Angeklagter wird hierauf Pfeiffer vernommen. Auch er bezeichnet, wie der Angeklagt« Falk, den Buchstaben K. O. als Kommunale Organisation, die sich über ganz Berlin erstrecke. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden, daß er in einer früheren Aus- sage seine Beteiligung an Uebunasmärschen als politischer K o m m i ss a r zugegeben habe, erklärt Pfeiff«. daß er mit dem Vortrag von Propagandareden betraut war. Du erwähnten Uebungsmürsche seien in Wirklichkeit Ausflüge der K.« P D mit ihren Familunmitgliedern und Musik gewesen. Die angeb» lkchen Geständnisse, die er in seiner früheren Aussage gemacht haben soll, seien ihm von dem Kriminalkommissar i n d e n M u n d gelegt worden. .?ie Verteidiger Iustizrat Fränkl und Rechtsanwalt Dr. BSn» rIS vlu tzaktentl�ungsanträge. Uber die das Gericht langer» Zeit berat. Dann verkündete der Borsitzende. daß dem Haftentlassungsantrag für Zilinsky und Schulz statt- ��ben wird und d.ese aus der llntcriuchungshaft entlassen wür- d!n S sich selbst heraus beschlossen, w iii�ü aus der Hast zu entlassen. Bezüglich miig» w«; � U2J£mn Freilassung gebeten wurde. Sklarz gegen MaxlmMan Horden Freispr«ch a«f Gnmd de«§ 193 Vor dm Schöffengericht Berlin-Tempelhof gelangte gestern die Beieldigungsklage des Kaufmanns Waldemar Etlarz gegen den Herausgeber der„Zukunft", den Schriftsteller Maitmilian Harden, zur Verhandlung. Der Privatbeklagte war beschuldigt in bezmi auf den Prioatt läger nicht erweislich« Tatsachen verbreitet zu haben und zwar durch Veröffentlichungen in Rr. 12 und 1Z des �brganges 1919 der„Zukunft". Die Beleidigung erblickte der Prrvatkläger in folgendem Satz:„Ein Bruder in der Nachrichten- abterlung des Auswärtigen Amtes, wo man die fremden Zei- tungcn mit Handelsteilen und lehrreichen Inseraten früher als anderswo hat", da mit dieser Redewendung nur gemeint sein könne, Sklarz habe seine amtliche Kenntnis aus fremden Zeitungen usw. seinen Brüdern mügelcilt und dies« so in di« Lage versetzt, diese Mitteilungen geschäftlich zu verwerten. Dem Privatkläger, der seinerzeit Referent der Nachrichten- abteilung des Auswärtige« Amtes war, stand Iustizrat Wer- thau«r zur S«tt«: Maximilian Harden, der nicht erschienen war, wurde von Rechtsanwalt Frttz GrLnspach verteidigt. Dieser gab zu Beginn der Verhandlung die Erklärung ad, daß Harden niemals habe behaupten wollen und nicht behauptet habe, daß der Privatkläger seine dienstlich erlangte Kenntnis aus den ihm in seiner amtlichen Tätigkeit zugänglichen ausländischen Zeitungen seinen Brüdern vermittelt habe. Diese Behauptung stelle der Privatbeklagte auch htute nicht auf und habe deshalb auch den Wahrheitsbeweis nicht angetreten. Maximilian Harden habe lediglich die Absicht verfolgt, gegen Korruptionserschei- nungen in Regierungskreifen zu kämpfen. Da im allgemeinen Einverständnisse auf die Vernehmung der vom Vrivatkläger ge- ladenen Zeugen verzichtet wurde, nahm sofort Iustizrat Wer- thauer das Wort, um in längeren Ausführungen und durch Vortrag umfangreicher Teile der iraglichen Artikel den Nachweis zu führen, daß der inkriminiert« Satz«ine Beleidigung de» Pri- vatklägers darstelle. Der Verteidiger des PrivatbeNaaten Harden, Rechtsanwalt Fritz Erünspach sucht durch di« Anführung der in Betracht kommenden St-Sten der fraglichen Artikel den Nachweis zu füh- ren. daß di« Tendenz d«r Artikel lediglich die gewesen sei. gegen die Unterstützung von seiner Meinung nach unreiner Ge- jchäste durch Mitglieder der damaligen Regierung Front zu machen, und daß ihm dabei di« Gebrüder Sklarz vöMg nebe». sächlich gewesen seien. Die Sklarzschen Geschäfte und die Gebrüder Sklarz mußten aber zur Illustrierung herangezogen werden. Heute habe jeder Staatsbürger das Recht und die Gelegenheit, unmittel. baren Einfluß auf die Verwaltungsgeschäfte des Reiches ja neb- men. Unter diesen Umständen sei der Grundsatz nicht mehr auf- rechtzuerhalten, daß ein politischer Schriftsteller bei der Erörte- rung allgemein politischer Angelegenheiten nicht derart inter- esstert sei, daß er sich mit Recht auf§ 193 berufen könne. Der Verteidiger beantragte daher Freisprechung. Das Urteil lautete auf Freisprechung. In der Begrün« dung wird ausgeführt, daß das Gericht in dem fraglichen Satz keine Beleidigung des Privatklägerv erblicke, da der Sinn des Satzes im Zusammenhang mit den vorhergehende» Ausfüh- rungen über die Eeschäfte der Gebrüder Sklarz zu beurteilen sei. Es hat dem Beklagten zugute gehalten, daß er, wie überhaupt jeder Staatsbürger, ein berechtigtes Interesse daran hat. in welcher Weise das Deutsche Reich regiert werde, und daß ihm das Recht zugestanden werden müsse, öffentliche llebelftände zu gei- ßeln, namentlich dann, wenn er schon früher gegen Mißstände n» öffentlichen Leben vorgegangen sei. Erklärung Die Erklärung, die von Däumig, Koenen, Stoecker und mir unter» zeichnet ist, war selbstverständlich für die gesamte Parteipresse be» stimmt, denn sonst hätte ja der Protest überhaupt keinen Sinn ge» habt. Um die Versendung habe ich mich nicht gekümmert und bei der augenblicklichen Tätigkeit im Landtag und Rathaus auch nicht kümmern können. Als ich gestern nach 4 Uhr die Notiz in der Abendausgabe der„Freiheit� fand, daß die Erklärung der.Flöten Fahne", nicht aber der„Freiheit", zugegangen war, wandte ich mich, da ich wegen der Abstimmung im Rathause keine Minute Zeit mehr hatte, an die Genossin und Kollegin Arendsee und unseren Fraktionssekretar mit der Bitte, sofort durch Voten der „Freiheit ein Exemplar zugehen zu lassen. Diese haben, da sie selbst kein Exemplar mehr oesaßen, den Auftrag weitergegeben. mit der ausdrücklichen Erklärung, daß dies auf meine Veranlassung geschehe, weil ich au» der„FreiheU" ersehen habe, daß sie den Protest nicht erhalten habe. Soweit der einfache Tatbestand. Ich selbst gebäre weder einer geheimen noch sonst einer politi- schen Organisation außer der U. S. P. an. Mir ist auch von einer solchen nichts bekannt. Zu Sitzungen mit Kommunisten bin ich weder eingeladen worden, noch habe ich an solchen teilgenommen. Da meine Mitunterzeichner meines Wissens sämtlich auf Agita- tion sich befinden, kann ich diese Erklärung nur für mich abgeben. um weiteren Legendenbildungen vorzubeugen. Adolph Hoffmann. Wir bemerken dazu, daß ebensowenig wie der„Freiheit" der »Leipziger VoUszettung" der Ausruf zugegangen ist. Preußische Landesversammlung 157. Sitzung. Donnervtag, den 2 8. September. Präsident Leinert eröffnet die Sitzung um 1K Uhr und kommt vor Eintritt in die Tagesordnung auf die Entscheidung des Völker- buntes zu sprechen, wonach die Kreise Malmedy und Eupen Bel» gien zugesprochen worden sind. Der Protest vom 20. April gegen die belgischen Vergewaltigungen ist erfolglos geblieben. Wir legen gegen die Eiuschcidung des Völkerbundes Verwahrung ein. (Lebhafter BeifallZ Diese Entscheidung gäbe keinen Rechtstitel für den Raub an Deutschland. Auf Aufforderung des Präsidenten schließt stch die gesamte Lan- desversammlung. auch die Unabhängigen, dem Protest der preußi- schen Staatsregierung an. Auf de« Tagesordnung steht zunächst die große Anfrage des Abg. Dr. Faßbender(Zentr.) über vi« Entsittlichung des Volkes durch Nacktoorstellungen. Abg. Frau Dr. Wegschneider(Soz.): Wir sollen der Jugend gegenüber die größte Offenheit walten lassen, denn ich bin der Meinung, daß jede Duckmäuserei nicht nur für die Sittlichkeit, sondern auch für die Gesundheit des schädlichste ist. Zensuren. Ver- bot des Kinos bis zum 18. Jahre, Einführung einer Theater- zenfur werden die von jedermann bedauerten heutigen Zustände nicht bessern. Abg. Kilian sll. S.): Bei solchen Debatten kommt nichts heraus. Meine Freunde sind der Ansicht, daß die gerügten Auswüchse eng verbunden sind mit der kapitalistischen Entwicklung.(Aha-Rufe rechts.) In einer Beilage der„Germania" fand sich neulich ein Artikel, der zeigte, wie verwirrt die Begriff« in manchen Kreisen find. Hier wurde getadelt, daß auf Spielplatzen die jungen Mäd- che« in kurzen Röcken spielten, daß sie in der Schule durch- sichtige Blusen trugen usw. Wer sich schon darüber aufregt, daß er nackte Kinderarme und nackte Kinderbeine sieht, der muß in eine Kaltwasserheilanstalt.(Heiterkeit.) Die un- sittlichen Veranstaltungen werden gerade von den zahlungsfähi- gen Kreisen besucht, nicht von Arbeitern, wie schon die hohen Ein- trittepreise beweisen. Der Artikelschreiber in der„Germania" hält sich schon darüber auf. daß die Kinder ohne Unterröcke gin- gen. Ja, wo sollen denn die Mütter heute solche kaufen.(Sehr richtig!) Auch die Wohnungsfrage spielt in dieser Frage eine große Rolle. Rur«ine Besserung der sozialen Lage bessert die Sittlichteit. Der kapitalistische Staat ist dazu nicht in der Lage, ihm trauen wir kerne Kraft zu. das Volk zu heben, er hat ja nicht einmal vermocht, einen Eulenburg dem Ettafrichter zuzu- führen.(Beifall bei den U. S.) Die Anfragen und der Antrag werd«« dem BevSlkerungsaus- schuß überwiesen. Es folgt die große Anfrage Adolph Hoffman» ÜX. S.) u. Gen. über die Ehelosigkeit der Lehrerinnen und Beamtinnen und it. Verbindung damit die große Anfrage Dr. v. Krauje-Lstpreußen (D. Vp.) und Genossen über das Eheverbot für Lehrerinnen und Beamtinnen.— Beide Anfragen beziehen sich auf Fälle, in denen Lehrerinnen und Beamtinnen da» verfassungsmäßig« Recht ge- schmälert worden ist. Abg. Frau Reichert(U. S.) begründet die Anfrage der Unab- hängigen. Der Bevölkerungsausschuß beschäftigt sich tagtäglich mit dem Problem, die Familiengründung zu erleichtern, nur au? der anderen Seite erschweren die Behörden die Familiengründung. Wir fragen, ob die Regierung auf dem von den Geheimräten Leist und Eithrig vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volke- bildung vertretenen Standpunkt steht. Abg. Frau Poehlmnn«(D. Vp.) begründet di« Anfrage ihrer Partei. In dieser Frage müssen alle Länder gleichmäßig vor- gehen. Geheimrat Mentzel: Diese Frag« soll grundsätzlich geregelt werz den, das Reich muß aber vorangehen. In der Zwischenzeit sollen Härten vermieden werden. Ich bitte die Gemeinden, verheiratete Lehrerinnen in ihrem Amt« zu lassen. Das Haus oertagte sich auf Dienstag 2 Uhr. Anträge über Er» zeugerpreife und Zwangswirtschaft� Beihilfen zu Kriegswohl» fahrtszwecken, llebergang von Grundbesitz in ausländische Hände, Schluß ktf Uhr._ Aus der Partei Protokoll der Reichskonferenz Da» stenographische Protokoll der ReichSkoofereaz der U. 6. P. vom 1. bis 8. September d. I«. ist fertiggestellt; der«erfand hat bereits begönne». DaS Protokoll umfaßt 234 Setten und enthält die ausführliche« Berichte über die Verhandlungen tu Moskau, wie sie don den Genossen CrtSpieu, Därnnlg, Dittmann und Stoecker auf der ReichSkonfere», gegeben wurden. Außerdem die ausführliche Debatte und die Schlußworte. Der Preis drS Protokoll? beträgt s Mark. Bestellung«» find umgehend au dt« Buchhandlung de» »Freiheit» zu richte». e TW« M Sergnipp Volksbühne 7i/a Uhr: Eine Landpartie Bmvickette Geschichte Neues Volkstheater KSpenicker Str.«». 7>/» uv- Nora Staatstheater O p ern hau» ■) Uhr: Boheme S ch auspielhau» 7 Uhr: mmis qou KM Direktion: Max Reinhardt. DeuWes Theater 7 Uhr: Si.ureo und Julia Kammerspiele 7'/» Uhr: Biichs« d. Pandora Großes Schauspielhaus Karlstrake 7 Uhr: Inline CSsar. (Außer Abonnement) Neues Speretteuhaus Direktion Jean Kren 7 Uhr- 1 WM« Operette in drei Akten nach einem Motiv Petöfis von Fritz Grünbaum. Theater i. d. Königgrätzer Str. iU8 Uhr: Erdgeist Sonnabend: Mirandolina Sonntag: Mirandolina Montag: Erdgeist Komödienhaus ijjS: Line Nacht i« Paradies Berliner Theater >/,8 Uhr: Der letzte Walzer mit Fritz i M a s s a r y. cessiug'Neater �.uhr-M Merin /z U.: Da» wclUbde Deutsch. Küustl.-?heater Allabendlich 7>-, Uhr- W SMungsrelse mu Max Adatbert und Trudc Hesterberg. Aesideuz- Theater Untergrundbahn Klofterstraße) Täglich'liH Uhr: Die Freundin von Herm. Eudermann Sonntag 4 Uhr: Kleine Preise: Die Frenndi» Dienst. 4 U.: Schneewittchen Triauon- Theater (Dahnhof Friedrichstraße) Täglich»/48 Uhr: er Roman D einer Frau Komödie von Lothar Schmidt Sonnabd. 4: ltaUcSppekvn Königstadt- Theater Tllexandcrstr. 21(Bahnhof Iannoiritzbrüdi«) Täglich 7« Gala.SSnge» Rose-Theater vi, Uhr: Die Ratten Kammer-Tanzspiele Dülowstr.«, am Nollrndorsplah Tägl.» Uhr: Orientalische» Ballett dliai «iki Ktami Ben. /.« Kasino-Theater-/.8 Kuorp's sel. Witwe g. 3:1, u.: lSebrlldor Zo Stg. Zorn us Folies Caprice%s Heute l/z8U.: Erstausführung Versicherung geg. Ehebruch -uhige Nacht Grünes er. Eine unruh �mit�Ferd� Apollo- Theater Frirdrichstr. 21» 7'1-U.ÄeWilekeW SWUssM s-wir weitere 10 Septembersensationen Sonntags 31/2 U. 1 Kind frei. EroieiEr u. d. gr. Programm Ende vor IO Uhr Sonntag» 2 Borstellungen. A Tb.ater a Kottbnc.Tor Ä Tel Moritzplali 14814. 1} Tägl: VV, n. Bonatac II nachm. 8 Dhn m niteSSnQer BJUthgen- Konzert iforrtll— 1% 11.4—60. Tanzpalast Königstadt-Kasino HolzmarktstraBe 72 am Bhf. Ianno witzbrücke 7» O I«c k Ball Wocbentagt T1),, Sonntagt 5 v. 4. W e c h e I 7 und'/»S Uhr Su m u r u n [ptf1* Regie: Ernst Lubitsch Ä: Pola Negri Jenny Haoelqulst/ Aud Egede Niesen Paul Weucner Harry Lledika s Carl Clewlng VorTerkaof 11 bis I Uhr Das Gesetz der WOsle Zelnlk-Mara-Fllm In 6 Akten mit Heinrich Peer 5» M» 2. Wochel Die Tarantel Seneatlonefllm von Karl Flgdor Regle: Rud, Blebraoh w: 2. Wochel 1. May-Film der Spielzelt 1920/21 Der Henker von St Marlen Oberleitung: Joe May roTtaMern.BelliienT; Frlli Freltier Hauptrolle: Eva May s j Er, sie und der Dackel B. B. Lastspiel in 8 Akten mit Leo Peukert l Das ValutamSdel Lustspiel mit Ossi Oswalda Algol von Hans Brennert and Fridel Koehne Föhn • od Hans Brennert iünp:: MfmM kauft Großmann, Johannisstr. i. Norden 106 21. 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Kgst. 5861. WWWÄWl Iis Mf-W«!I. Kastenlokal: Alichaelkirchstratze 15. Bekanntmachung. Die in den Ausschubsitzungen vom 4. Mai 1920 und 12. Juli 1920 beschlossene 8. Abänderung der Satzung, betreffend die Neu- regelung der Grundlöhne, Wochenhilfe und Beiträge(Stz 4. 10. 90 1A 9Ro«wh 9Q1;n«,;* or,.�---- c 4, cerl.-.4..«' ..»_______— September genehmigt worden und am 10. Mai 1920 in Kraft getreten. Druckeremplare der 8. Abänderung können vom 1. Oktober 1920 ab im Kassenlokal in Empfang genommen werden. Berlin, den 22. September 1920. Der Borstand. Otto Gronau, H. Nätebusch, Vorsitzender. Schriftführer. SpeziaSbehandlung für Haut- und Geschlechtsleiden schnelle, sichere, möglichst schnl-rziose Beseitigung ohne Beruf-- störung. Siutuntersuchung, Salvarsan-Kuren usw. Bei veralteten und hartnäckigen Harnl eiden wie Brenne«, Vereugungen us«,. Schmerzlose elektrische Durchleuchtung. E. mmi& G. Mülls. 3„0Ä�ti47 Untersuchung und Auskunft kostenlos. 1. Etage, Ecke Dergftraßc. 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Die Vrtsvermoltnng' Mslher WctMbM-BertB Pewalliiiigsstelle Perlin N. 5s, LiMstr. B-Ä ö'.cschästsjeit von vom. g W bis nachm. 4 W. Telepbon:«nt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Zur Beachtung! Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, dal unsere nächste ordentliche Generalversammlung am Sonntag, den 7. November stattfindet. A» träge dazu muffen bis spätestens 9. Oktober bei vtt Ortsverwaltung eingereicht sein. Die O rts v crwaltung. ÄTal Afal ZiMloeMd der«Mellte» Ortsaruppe Grost-Berltn 5 MMMe-WiimlWeil zur Wühl der Drlrgirrtrn zum Brtrirberätrhongrrb zur Wühl der Drlrgirrtrn zum Brtrirberätrhongr, fA. D. G. B. und Afa).. »»!»n>II»!W UfMMWu. Sitx Berlin g== Gegründet 1905 Gesohäftsbtelle SW.68 Z g aeöfTnet: Wookeatas« 10-4 Oranlenstrasse 83/84 ünnfllllRIIIIIinl soenehend. io-i Fermprechcr: Moritzplatz 6176 Sonntag, den 26. d. Mts., nachm. 2 Uhr im Lustgarten veranstaltet vom Kultur-Kartell Oross-Berlin Demonstration gegen den Religionrunterricht in der Schule, für die Weltlichkcit der Schule. Wir bitten unsere Mitglieder, sich mit ihren Kindern vollzählig zu beteiligen und pünktlich«n den Sammelstellen einzufinden. Diese sind t. Mariannenplatz, Feucrvrehrdenkmal 2. Belle- Alliance-Platz, Ecke Lindenstrasse 3. Kflstriner Platz, vor dem Bahnhofsgebäude 4. Humboldthain, vor der Kirche. Der Vorstand Abmarsch um 1 Uhr. Müller, Vorsitzender. i bliche te «Is »ttfe«, �eie 5 litte. » b; ich ei «omi «vste "•i «nb derwe « Echei «mt mt 's bei Wttlh Der S?g tii®al ftneut ftbt tat s r Jyt ?« E «mc «utoii SSa 'S Slein ®etbi °ann "lit o Di >i <£t BS! Trauringe Dukatengold 900 gest. Stück 1««.— 14kar. Gold 588 gest. Klar. Gold 333 gest. stets vorrätig am Lager Einkauf von Silber PnIllZiiten MINOLA Berlin s., GrSver Weg«9 Tel.: Alex. 2430 Speilalarit Dr. med. 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Günstige Abzahl uvl " �------- iW"!� 2Mvb«hords, und zwar die Staatsanwaltschaft I i» 'r eine diese Vorgänge behandelnde Strafanzeige hin- von e,nem Nng-stei!ten des Preußischen Statistischen wird uns darüber geschrieben: lt-n und neuen Reichsoerfassung find Bestin lifltt InfHinermeiocnina" norocie.) hinzulenken. sn Veröffentlichunaen über das Statif »genartige Verhalten derjenigen Orga r die rechtliche Verfolgung, gejetzwidr Statistische Landes- Organe der Obrig- ig. geiehwidrige Vergehen ist. Är Tun und Lasten. iltschaft I hinzu?er . den vielen Verüf fällt das eigenartig. �....,______. auf, denen die rechtliche Verfolgung o Verbrechen vom Staate übertragen.....____ WW den Staatskörper demoralistercn must, klagt sie an. Ein lAvliches Beispiel ist die beschichte des ,,:?feineids"-Vriiildentcn. I dwhrheit, Treue und Redlichkeit steht auf dem Kopfe! Der ehe- J&hge Obmann des Angestelltenausschust es wurde dafür, daß er Nlichtgemäß die Eesetzesoerketzungeil des Präsidenten Dr. S a e n- I � r und Genossen zur Anzeige brachte, diszipliniert. Dieser slhwergeschädigte Obmann hat als.�Zerlegter" unterm ö. 7. 1919 ! It eine Stratanleiae zwecks Strafverfolgung wegen Meineids .-er— mrvT+ri-fvrttv T O iZ-Ä bat i«g 9» bei Ii «Vi °*s h-«» I««W rh-X '«« a»d0 $ d»i - falsch und wayrgrits»-.-...«--------- m. SS'io«. doch müßte es dabei bleiben, weil der Herr Staatsanwalt >e|c Verschiebung der Schuld in höchsteigener Person angeordnet it«. damit die Nomen»ort„Oberbeamten nicht ,? d«« staatsanwaltlichen Sündenregister er- ' n e n. Nach dieser Regel dürften z. B. meineidige Ober. �»mte des staatsanwaltlichen Schutzes sicher sein.— Die objek- �lte Behörde der Welt! Auf die Beschwerde des„Verletzten" an den Herrn Zustizminister den Herrn Oberstaatsanwalt über die vorliegend«„Justiz- "�Weigerung" erfolgte nur die kurze Mitteilung der Staatsan- JWtschaft. daß die Erledigung beschleunigt werden soll«. Run Zweiter sieben Monot«— also zusammen 14 Monate—»er- Alchen, und die verbrecherischen Beamten sind nicht nur noch in �mt und Würden, sondern sie maßregeln und schikanieren, wie der Betriebsrat bestätigen kann und will, mit seltener Ungc- "tttheit weiter. -..------- w 1« hei Strafanzeige weiter vier lg von Staats- Vemeisurkünden uno«micnimiu, sÄiffSaLS J&fe«äs?» t kein« Antwort, der sozialistische Zlnt„�.,'.'"«!" seine Mitwirkung zur Erregung dieser StTfWA seine Mllwirlung �iter zugesagt.---------------------- «Ferner ist Dr. Saenger bereits oft öffentlich in w v L UlUß vt» .. W« ��was�aat�ie Reichs- und Staatsregierung dazu? Es M h?er nur-in Entweder-Oder Entweder der Präsi- dent des Statistischen Landesamts Dr. Saenger hat einen Meineid aesckworen. dann muß gegen ihn vargegangen Verden' Oder die. die ihn beschuldigen, stnd Verleumder. dann must acaen sie vorgegangen werden! Wir verlangen mit allem Nachdruck, daß die Justizbehörden sich dieser Alter- � üfmacn ist ja die Umrubrizierung, die der Stautsanwalt vorgenommen hat i�-m" den Anzeigen- �ßsjäi��ris�»>hm w----!«,-»-» Strafsachen behandelt, spricht sie Bande. > den 4. Oktober, abend» 7 Uhr, im großen Saal der Neuen Welt, Hasenheid« 1(iS/ll4. einen CmpfangSabend. Mitwirkende: Herr fimizertmeifler Lambinon(Bioline), Herr Paul Eonradi(Deutsche» Theater. Rezitation), da» Blüthner Orchester(Musikalische Leitung Herr Ehormcister Thtlo), die Männcrchör«„Ram�uloS" und.Soli- darität'(Mitglieder de» Arbeiter- Sängerbünde»). BegrüßungS- ansprach«: Rudolf Wissel!. Eintrittskarten für Gäste zum Preise von 3.69 Mark sind bei der Berliner Gcwerkschaftskommission, Engel, nfer 16 I. Arbeitsgemeinschaft freier Angestellisnverbände, Bell:- Alliance-Str. 7/19. nnd im BctriebSrätesekretariat in den Zelten Ä zu haben. »Zur Älufklärung"! Aus dem Bureau der Zentrale der Betriebsräte erhalten wir nachstehend« Zuschrift:„Unter der obigen Ueberschrist vero.sentlimt der Zentraloerband der Angestellten eine Notiz ln der„Roten Fahne" vom 2l. September, in der er darauf hinweist, dag der .ollrge Silbermann von�der Eeneralversamnilung der Be- »MW________ geknüpft W.. fällig seien.„Die Afa, bzw. der Z. D. A. stnd an der Betriebs- rätezenirale des Wirtschaftsbezirks Eroß-Verlin nicht bereiligt." Diese Notiz peranlaßt uns zu folgender Bemerkung: Ii» der letzten Sitzung der provisorischen Zentrale wurde bei der Be- Iprechung der in Frage kommenden Kandidaten der neuen Zentrale seitens der Gewerkschaftslommisjion der Kollege Eilbermann vom Z. d. A. als Vertreter der Angestellten für die Liste der II. S. P. D. vorgeschlagen. Auf den Hinweis eines Mitgliedes der provisori- schen Zentrale, dasi SUbermann bisher stets gegen die Zusammen- fassung aller Betriebsräte gekämpft hätte und als Sekretär des Z. d. A. wahrscheinlich nur in die Zentrale der Betriebsräte gehen würde, um diese Arbeit weiter fortzuführen, wurde von dem Vertreter der Eewerkschastskammisston, Genossen Vollmer- ha us. erklärt, das treffe nicht zu. Auf weitere Einwendungen, daß doch der Z. d. A. an die Oeffentlichkeit treten möge und öffentlich erklären falle, daß er mitarbeiten wolle, wurde weiter von Vollmerhaua der Einwand erhoben, das gehe nicht an. Es genüge doch schließlich, wenn ein Mitglied des Z. d. A. zunächst als Mitarbeiter in der Zentrale der Betriebsräte tätig sei. Das fei das ehrliche Bestreben de« Z. d. A., darüber feien in der Ge- werkfchastskommission bzw. im Gewerkschafisausschuß gesprochen worden. Die Vertreter der U. S. P. D. erklärten sich dann, von ihren Eruirdsätzen ausgehend(Erfassung aller Betriebsräte. Zu- sammenschluß der Hand- und Kopfarbeiter j bereit, den Kallegen Silbermann vom Z. d. A. als besoldeten Sekretär der neuen Zen- trale aufzustellen. Silbermann wurde auch gewählt. Die nach- herige Ablehnung Silbermanns veranlaßt und berechtigt uns zedenfalls zu der Annahme, daß der Zentralverband der An- «stellten versucht«, die Wahl der Zentrale agitatorisch auszu- lachten. Denn daß ein Einvernehmen bestand zwischen Zentral- rband der Angestellten und Gewerkschaftskomniission über die Kandidatur Silbermanns zur neuen Zentrale, darüber kann kein Zweifel bestehen. Vielleicht rechnete man damit, daß wir Silber- mann als Gegner unserer Auffassung ablehnen würden und glaubte dann in der' Oeffentlichkeit beweisen zu können, baß hier eine Klique von Postenjägern jeden Einfluß Andersgestnnter auszuschalten versuchen. Dieser Plan ist zujchanden geworden. Der Z. d. A. hat jedenfalls seine verwelkten Lorbeeren durch den �all Silbermann in keiner Weise auffrischen können. Wir unter- breiten diesen Fall der Oeffentlichkeit. um zu zeigen, wie in Er- mangeluna durchgreifender Argumente Mittel angewandt werden im Kampfe gegen un?, die zwar im geheimdiplomatischen parla- mentarischen Leben Brauch sein mögen, die aber im Klassenkamnf der Arbeiterschaft gegen das Kapital verwerflich sind, und die auf das Entschiedenste abgelehnt werden müssen. Wir raten allen Betriebsräten des Z. d. A.. dem auf dem schnellsten Wege nachzn- kommen, was bereits eine große Anzahl ihrer Kollegen getan: den Anschluß an die Vereinigte Zentrale der Betriebsräte des Wirt- schastsbezirt» Eroß-Berliu. Münzstraße 24. zu vollziehen. Zentralverband der Angestellte« Montag, den 27. und DievStag, den 28. September 1929 finden die Betriebsräteverfamnstungen de» Zentralverbandel der Angestellten zur Wahl der Delegierten zum BetriebSrätekongreß(«. D. G. B. und Afa) statt. Wir weisen ans da» Inserat in der heutigen Nummer der Zeitung hin. Die Ortiverwaliung. E«»sattS«ftbeitd zum Betricbsratefiougreß. Die Betrieb»- rätezentrale da« A. D. G. B. und der Afa veranstaltet für die De- legierten de» crsten BetriebsrätekongresseS Deutschland» am Montag. Erklärung Mit dem Ersuchen um Veröffentlichung ging nu» nachstehende Erklärung zu: „In die unliebsame Streitsache um eine Person, die es mit Eni« schiedenheit ablehnte,„Postcvklcber" zu sein, scheint sich auch noch der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission einzumischen. Wir find ein wenig verwundert über diese Maßnahme, steht sie doch im strikten Gegensatz zu den erst vor einigen Wochen ausgeschlossenen oppositionellen Mitgliedern de» Zentralvcrbande» der Angestellte». Wurden doch damals jene Mitglieder der Gewerkschaftslommission durch MehrhutSbeschluß mit dem Bemerken au« der Versammlung geiv iesen. daß man sich tu innere OrganisationSsragen nicht hinein- mischen könne. Auch unsere Verwaltungsstelle verwahrt sich gegen jeden Eingriff von dritter Seite und wird feine inneren OrgantfationSfrageu stet« selbständig erledigen und Kollegen mit Fnnltionen iu Körperschaften betrauen, die das vollste Vertrauen ihrer Wählerschaft genießen. Wenn man von„aufrechten Männer» mit gefestigten Meinungen" spricht, wissen wir nicht recht, ob diese» auf die für unS erledigten Personen zutreffen sollte, legen auch keinen Wert darauf, nochmalig« Untersuchung nach dieser Nichtnng einzuleiten, um un» mit dem GewerkschasisauSschuß anselnanderzusetzen. Daß einem Mitglied des GewerkichaftsausschusseS zur Abgabe einer Erklärung der Zutritt zu unserer am 15. September statt« gefundenen Generalversammlung verweigert wurde, liegt in der Tatsache begründet, daß ein Thema, welche» die Arbeiterschaft im allgemeinen interessiert, nicht ans der Tagesordnung stand. Zur Vcrhandluva standen nnr innere Organisationsfrageu. für welche die gedruckten Anträge vorlagen. Sollte der Gewerkschaftsausschuh iu Zukunft irgendwelche Fragen, die unsere Generalversammlung interessieren, zur Verhandlung stellen wollen, so bitten wir, unsere Verwaltung frühzeitig davon in Kenntnis zu setze» und diesbezügliche Anträge einzureichen. Da» selbstverständliche Recht»um Besuch unserer Generalversammlungen räumen wir auch den Mitgliedern deS Gewerkschaftsausschuffe» ein, e« kann aber nicht so weit ausgedehnt werden, daß durch Erklärungen des Ausschusses für uns erledigte Fragen nochmals zur Debatte gestellt werden. Wir sind eigentlich ein wenig neugierig: Warum hat man denn feine Erklärung, die an die Genrralversammlnng der Holzarbeiter gerichtet war, nicht unserer Berwaltunasstellc zugestellt? Wollte man nicht dock einen anderen Zweck verfolgen? War sie nicht doch etwa für die Oeffentlichkeit bestimmt? Aus die von nu» in Str. S7S dev„Freiheit" eingesandten„Fest- stellui'gen von Tatsachen" ist nur zn erwähnen, daß wir alles ,'.n frech Erhalten und. wenn notwendig, beweisen werden. Mrt einer Bemerkung„ist nicht richtig" lassen sich Tatsachen nicht bc- fettigen. Im übrigen reagieren wir auf weitere Auseinandersetzungen nicht, da wir obige Fragen als erledigt betrachten. Deutscher Holzarbetterverdand. Vcrwaitungsstelle Berlin. Die Entlassungen in derstädtischenParkverwaltunz Die Betriebsversammlung aller Beschäftigten in der Parkver- waltung, die am 22. September in der Aula des Sophiengymna- siums stattfand, erhob einmütig Protest gegen die stattfindenden Entlassungen. Zum 1. Oktober kommen bereits 113 Arbeiter, Gärtner und Arbeiterinnen zur Entlassung, des weiteren stnd vor- gesehen am 31. Oktober 218 und am 39. November 212, so/ daß sich die Gesamtzahl der Entlassenen auf 64» Arbeitnehmer hellt, zum größten Teil aus Familienvätern bestehend. Da nun für Notstandsarbeiten zur Behebung der Arbeitslosig« keit in dem Berliner Bezirk 199 Millionen Mark von feiten des Berliner Magistrats bewilligt wurden, können die Arbeiter der städtischen Parkverwaltung die Maßnahme des Berliner Mag» strats nicht begreifen. Mit Recht wurde in der Dtskusnon �g»i—.__ Die Atopie in der Wirklichkeit -----».er. «UP Bf- rto f.» JÜI. )0f 231 i Ii «( oj 021 :(«< n. > Eine Friedensnooelle ( von August Strindbcrg. Cr wanderte und wanderte, vorwart», vorwärts. Er Zlug im Dickicht mit dem Säbel um sich, ohne daran zu 'nken. wie viele jung« Eichenhoffnungei, er vernichtete, wie «lc geköpfte Krüvpel er ins Leben rief. Er dachte kaum >ch etwas, denn alle Tätiakeiten feiner Seele waren wie in "cm Mörser zu Mus gerührt. Gedanken versuchten sich zu iftallifieren lösten sich aber wieder auf und zerslosson- Er- Gerungen. Hoffnungen, Croll, weiche Gefühle und ein«in- Bcr grober Haß gegen alles-�erke!)rte, oas durch eine un- 'klärte Naturmacht dazu gekommen mar. die Welt zu re- «ren. schmolzen in seinem Gehmr zusammen, als hätte ein -«eres Feuer schnell die Temperatur erhöht und all- festen «standteile gezwungen, flte Form airzunehmen. Aus "mal zuckte er zusammen und blieb in einem gewaltigen ieb stehen denn von Marlotte kam ein Laut, der über die eider rollte und sich in dem Hohlgang der Wolfsschlucht irdoppelte. Es war die Trommel! Zuerst ein langer Wir- -l trrrrrrrrrom? Und— dann Schlag aus Schlag, schwer. »mpf. eins und zwei, wie w«nn man mnen Sarg zunagelt Kd fürchtet, das Trauerhaus zu sroren.�rrrrom— trrrrom! • Trom— trrom! Er zog die Uhr. �.reivlertel auf sieben! 1 einer Viertelstunde wurde es geschehen? E? wollte heim- chen und es sehen! Nein, aber er war ,a geflüchtet! Er ollte es um alles in der Welt mcht sehen! Und dann stieg ' einen Baum hinauf!......,.,.. Nun sah er das Dorf, das so hell, so freundlich mrt seinen «inen Gärten dalag, und den K: rchturm, der über die Dach- fob er nicht. Er hielt die Uhr in ■uex Tamiic 4»... 'ind? Aber der lange Minutenzeiger, oer mamte . wenn der kleine eine Runde gemacht hatte ri?,™ w der ruhige Stundenzeiger, der stand still, schien t �' | der ging wohl auch.' ts>hm. -----*■— Uhr"~-_ Frühlingewolke, aber über die Wolke schoß ein Ring, zwei Ninge, viele Ringe hinauf in die Luft, als hätte man nach Tauben geschossen und nicht gegen eine Wand. erfüllt hatten! Die Sonne war ui gan an ......„Zangen, und der Mond, der den izen Nachmittag blaßaelb am Himmel gestanden, s mg nun sich zu röten und an Lichtstärke Mnehmen, als der Leutnant mit seiner Abteilung auf Monkourt zumaisch' ert, immer von dem Läuten der kleinen Glocke verfolgt. L Truppe kam auf die große Chaussee nach Nemours, und die Straße mit ihren zwei Reihen Pappeln schien e'gene\J WKyfAA...*-!- Märsche.gemacht zu sein. Und es' wurde marschiert" bis die .�'chk Nel und der Mond scharf leuchtet«. Finsternis dicht fiel und der Mond scharf leuchtete. Im letzten Gliede hatte matt bereits angefangen zu flüstern, und eine heimliche Beratung fand in den Gliedern statt, ob man nicht den Korporal ersuchen solle, dem Leutnant eine Art An- deutung zu machen, daß die Gegend unsicher sei und man ins Quartier müsse, um beim Tagesgrauen aufbrechen zu können. als Herr von Vleichroden ganz unerwartet Halt? komman- dierte. Man hielt auf einer Anhöbe von wo man Marlotte sehen konnte. Der Leutnant stand ganz still da, wie«in Hühnerhund, der auf ein Volk Rebhühner stößt. Jetzt ging die Trommel wieder! Und dann schlug in Montcourt die Uhr neun, und dann schlug sie in Grbjö in Bourron, in Nemours, und dann fingen alle kleinen Glocken an, Vesper zu läuten, die eine schriller als die anderes aber durch sie alle hindurch drang die kleine in Marlotte. Die rief: Hils-hilf! hilf-hilf! und Herr von Bleichroden konnte nicht Helsen! Jetzt kam ein Dröhnen den Boden entlang wie aus dem Innern der Erde: Das war der Nachtschuß im Hauptquartier bei Chalons. Und durch die leichten Avendnebel, die sich groger Fensterwatte gleich über den kleinen Fluß Loiu gelagert har- ten, drang das Mondlickt und erleuchtete den Fluß, daß er einem Lavastrom glich, der in der Ferne aus dem gleich einem Vulkan aufsteigenden schwarzen Walde von Fontainebleau rann. Der Abend war drückend warm, aber die Leute waren alle weiß im Gesicht, so daß die Fledermäuse, die sie um- schwärmten, dicht an ihren Ohren oorl'eisausten, wie sie tun. wenn sie etwas Weißes sehen. Alle wußten, woran der Leut- nant dachte, aber sie hatten ihn noch nie so sonderbar ge- sehen und sie fürchteten daß nicht alles richtig war mit diesem zwecklosen Rekognoszieren aus der großen LaMtraße, Schließlich erlaubte sich der Korporal die Dreistigkeit, zu ihm vorzugehen und in der Form einer Meldung ihn darauf auf- merksam zu machen, daß der Zapfenstreich bereits vorbei sei. Herr von Vleichroden nahm die Meldung demütig entgegen, wie man eine Ordre empfängt, und kommandierte Heim- marsch. Als sie eine Stunde später die erste Straße von Marlotte betraten bemerkte der Korporal, daß das rechte Bein des Leutnants in der Kniekehle wie von Späth zusammen- gezogen wurde, und daß er auf einer Diagonale ging wie die Pferdefliege. Auf dem Markte wurde die Truppe ohne Abendgebet entlassen, und der Leutnant oerschwantz. ihn. ugen _____ w musterte die Wände und witterte nach einem Geruch, den er wohl kannte. Nichts sah er. und keinen Menschen traf er. Er wollte sehen, wo„es" geschehen war. Aber er fürchtete auch, es zu sehen. Schließlich wurde er müde und ging heim. Auf dem Hofe blieb er stehen und ging um das Küchen- gebäude herum. Da stieß er auf den Sergeanten und er- schrak so, daß er sich an der Wand halten mußte. Der Ser- geant war auch erschrocken, aber er erholte sich und begann: — Suchte den Herrn Leutnant, um Meldung zu machen.— Es ist gilt es ist gut! Alles wohl! Gehen Sie nach Sause nnd legen Sie sich nieder? antwortete der Herr von leichroden, als fürchte er, Einzelheiten zu erfahren. Alles wohl. Herr Leutnant, doch es war... Es ist gut! Gehen Sie! Gehen Sie! Gehen Sie! Und er sprach so schnell, so ununterbrochen, daß es dem Sergeanten nicht möglich war, ein Wort anzubringen i jedesmal, wenn er den Mund öffnete, wurde er mit einem Rede- ström übergössen, daß er schließlich müde wurde und seiner Wege ging. Da atmete der Leutnant wieder auf, und es war ihm zu Mute wie einem Jungen, der einer Tracht Schläge eilt- gangen ist. Cr war jetzt im Garten. Der Mond schien grell auf die gelbe Küchenwand, und der Weinstock reckte seine Skelcttarmc wie in langem, langem Gähnen. Doch, was war das?- Vor zwei, drei Stunden war er tot gewesen, ohne Laub, bloß ein graues Gerippe, das sich in Zuckungen wand, und jetzt, hingen da nicht die schönsten roten Trauben, und hatte nicht der Stock gegrünt? Er ging näher, um zu sehen, ob es derselbe Weinstock sei.' ...(Fortsetzung folgt.) NU j &cuuu{ tjiuu. liefen, daß der Magistrat ein Coch zustopfen will, während er in dem gleichen Atemzuge ein weiteres Loch zum Schaden der Berliner Bürgerschaft aufreißt. Die Versammlung beauftragte die beiden anwesenden Vertreter des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter und des Ver- bandes der Gärtner- und Eärtnereiarbeiter, folgenden Antrag der Oeffentlichkeit und dem Magistrat zu unterbreiten: „Die jetzt vorgenommenen und die vorgesehenen Entlassungen rückgängig zu machen— darunter befinden(ich Arbeiter mit 8, 9 und 10 Dienjahren— und dieselben in diejenigen Betriebe des Berliner Magistrats zu überfübren, die mit dem 100-Millionen- Notstandsfonds bedacht wurden. Der Magistrat des neue« Berlin gewählt Gestern erfolgte die Fortsetzung der Magistratswahlen. Sie standen unter dem Zeichen des Kampfes um den Oberschulrat. Die Deutschnationalen waren den Verhandlungen ferngeblieben und erschienen erst in dem Augenblick, als über die Person Löwen- steins abgestimmt werden sollte. Für die Deutsche Volkspartei wendete stch Stadtv. Krepelin gegen die Wahl Löwensteins. Noch einmal zog er alle Register. die schon aus Versammlungen und Presseäußerungen bekannt sind. Ks handele sich bei dieser Wahl um die wichtigste Entscheidung. Eine neue Zeit bedürfe neuer Au/gaben. Diesen Aufgaben sei aber Löwenstein nicht gewachsen, er� der jüdische Dissident, dessen Wahl selbst von der jüdischen Presse bekämpft würde. An der religiösen Grundlage der Schule dürfe nicht gerüttelt werden. Tauiende von Eltern hätten einen Anspruch darauf. Die weitesten Kreise hätten gegen die Wahl Löwensteins Protest erhoben. Diese dürften nicht unberücksichtigt bleiben. Ihm schloß sich namens der Demokraten Stadtv. D o m i n i c u s an. Er beschränkte sich im wesentlichen darauf, auszusprechen daß seine Parteifreunde Löwenstein das Vertrauen versagen müßten, sie stellten ihm Herrn Stadtschulrat Dr. Reimann entgegen. Allen diesen Einwänden begegnete Stadtv. Blum von den Rechtssozialisten mit einer mannhaften Rede. Er beleuchtete nach allen Richtungen das bisherige Schulwesen. Man habe nie zu- rückaeschrcckt, die Schule für parteipolitische Zwecke dienstbar zu machen. Die Gegner hätten den Wert der Schule genau erkannt. Wer die Schule hat, habe die Zukunft. Unter erregten Zurufen der Rechten geißelte Redner die Heuchelei dieser Parteien. Nicht um den Dissidenten handele es sich, sondern um den Sozialisten Löwenstein. Sie reden von Unzulänglichkeit, rief er diesen Par- teien zu, haben es aber ruhig angesehen, wie jahrzehntelang Pfarrer Aufsichtsbeamte der Lehrer gewesen sind. Nachdem Stadtv. E e fl e von der Zentrumspartei seinem Her- zen Luft gemacht hatte, erklärte Stadtv. Schneider für die Unab- hängige Sozialdemokratie, daß die vielen Tausende von Eltern aus der Arbeiterschaft Grog-Berlins ein Anrecht darauf erheben, einen Mann an der spitze des Eroß-Berliner Schulwesens zu sehen. der in ihrem Geiste das Erziehungswesen leite. Hierauf wurde zur Abstimmung geschritten. Genosse Löwen- stein erhielt 100 Stimmen, sein Gegenkandidat Reimann 8t Stim- men. Damit ist Löwenstein gewählt. Das Ergebnis wurde von den sozialistischen Mitgliedern mit Beifall begrüßt. Die Wahl des Bürgermeisters Gegen den Vorschlag des Wahlausschusses, Herrn Stadtrat Ritter zum Bürgermeister zu wählen, erhoben bürgerliche Mit- gliedcr Einspruch. An die Spitze der neuen Stadt Berlin gehöre neben dem Oberbürgermeister ein Mann mit umfangreichen Kenntnissen auf dem kommunalen Gebiet: es wurde deshalb Herrn Ritter der Kämmerer von Charlottenburg, Herr Scholz, entgegen- gestellt. Die Abstimmung ergab die Wahl Ritters mit IIb Stim- inen, Herr Scholz erhielt 59 Stimmeil. Die Wahl der politische» Stadträte Als die Versammlung in die Wahl der sogenanten politischen Stadträte eintreten wollte, beantragte namens der Deutschen Volkspartei Stadtverordneter von Eynern, wenn schon nur be- soldete Stadträte gewählt werden sollen, daß dann wenigstens nach dem Proporz gewählt werden solle. Die Versammlung lehnte den Antrag ab, worauf die noch anwesenden büraerlichen Stadt- verordneten den Saal verließen und die beiden lozialdemokrati- schen Fraktionen allein ließen. Anfolgedessen ging das Wahl- geschäft schneller vonstatten. Nach der Städteordnung muß die Wahl zum Magistrat in jedem Falle durch Stimmzettel in einem besonderen Wahlgang erfolgen. Nach diesen Bestimmungen wurde die Wahl vollzogen. Jeder Name muß aufgerufen werden. In dieser Weise stundenlang Wahlen zu vollziehen, ist nicht gerade ein Vergnügen, aber es mußte sein. Es wurden gewählt: Stadtrat Ahrens, Brühl, Gäbel, Emonts, Jüntze, Koblenzer. Kohl. Leid. Löhning, Pötsch, Radkc, Peters. Ranke, Schüning. Simonsohn, Wutzky, Stolt, Weise, Frau Wachen- heim, Frau Dr. Weyl. Die Zahl der abgegebenen Stimmen bewegte sich zwischen 114 bis 110 Stimmen. Zur Beschlußfassung war die Anwesenheit von 115 Mitgliedern notwendig. Die Wahlen zum Magistrat sind vollzogen. Die preugoche Landesversammlung wird sich heute hinsetzen und versuchen, durch eine Gcsctzesflickerei ein Attentat auf die sozialistisch denkende Berliner Bevölkerung zu verüben. Wie sie ,hr Putschwerk voll- bringen wird, ist Sache dieser Landesvertretung. Mag sie tun. was sie nicht lassen kann. Für die weltliche Schnle Der Widerstand, den die Rückschrittler der Wahl unseres Ge- nassen Dr. Löwenstein zum Oberschulrat in Erotz-Berlin entgegen- setzen, stachelt naturgemäß die sozialistisch gesinnte Arbciterschatt zu energischer Gegenwehr auf. In verschiedenen Elternversamm- lunaen die sich u. a. mit der weltlichen Schule und der Schul- ratswa'hl beschäftigten, sind Entschließungen angenommen worden. die die Einführung der weltlichen Schule sordern und gegen die antisemitische Hetze der Gegner Löwenste, ns entschieden Protest "Auch'der Arbeiter-Elternbund. Gruppe Moabit, weist die re- aktionären Machenschaften der Rechtsparteien im Eroß-Berliner Stadtparlament gegen die au, Mehrheitsbeschluß getätigte Wahl des Genossen Dr. Löwenstein auf das allerentschledenste»uruck und fordert von den sozialistischen Fraktionen, die gesaßten Beschlüsse konsequent zur Durchführung zu bringen. Wir sind bereit, so heißt es in einer dort gefaßten Resolution, nicht allein gegen die diktatorischen Gelüste der Deutschnationalen und Deustchen Volks- Parter sowie gegen alle ungesetzlichen, der kommunalen Celbstver- waltung zuwiderlaufenden Angriffe des Oberpräsidenten und PromnzialfchuNollegiums die Rechte der Erziehungsberechtigten zu wahren und gegen jede Angriffe zu verteidigen. Die proletari- sche Solidarität steht hinter dem neuen Groß-Berliner Oberschul- rat und fordert weiter alle einsichtigen Berliner Lehrer zur Mit- Wirkung auf, endlich die Mauern niederreißen zu helfen, welche die kapitalistische Gesellschaftsform aus Eigennutz in den Er- ziehungs- und Lehrplänen aufgerichtet hat, und mit dem Aufbau der weltlichen Einheits- und Arbeitsschule zu beginnen. Eine ähnliche Entschließung nahm auch eine gutbesuchte Eltern- Versammlung der 244. und 245. Eemeindeschule in der Pankstraße an, die es auch für die selbstverständliche Pflicht aller aus dem Boden einer freien Weltanschauung stehenden Eltern erklärt, ihre Kinder vom öffentlichen Religionsunterricht abzumelden, um die Errichtung weltlicher Schulen zu erzwingen. Auch in drei von den Elternbeiräten des 8. Distrikts einbe- rufenen Elternversammlungen wurden Beschlüsse ähnliGen In- Halts gefaßt. Hier wurde außerdem mit aller Energie protestiert gegen die vom Stadtschulrat Fischer erlassene Rechtlosmachung der Elternbeiräte: es wird die sofortige Aufhebung der Verfügung und Neuregelung unter tatkräftiger Mitwirkung der Vertrauens- leute der Elternbeiräte verlangt. Ferner protestierten diese Ver- sammlungen auch noch gegen die Heraufsetzung der Klassenziffer auf 80 Schüler, wodurch jedem Lehrer die Möglichkeit genommen ist, als Erzieher zu wirken. Aus demselben Grunde erklärten sich euch die Elternbeiräte der Volksschulen Berlin-Schönebergs gegen die Klassenfrequenz von 80 Schülern. Sie stehen auf dem Stand- punkt, daß. wenn überhaupt eine Festsetzung erfolgen soll, solche höchstens 40 Schüler betragen darf. Di« alt« Berliner Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich am Donnerstag früh mit der Ausnahme einer neuen Berliner Stadtanleihe in Hohe von 5W Millionen Mark in Schuldverschrei- bungen auf den Inhaber. Die Vorlage des Magistrats wurde als dringlich behandelt und gegen die Stimmen der bürgerlichen Rechte angenommen! In der Begründung heißt es u. a.:„Nach einer Berechnung betragen die der Stadt Berlin vom Reiche zu erstattenden Ausgaben für Familienunterstützungen und für die auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrtspflege gemachten Auf- Wendungen nebst Zinsen, Diskontobeträgen und Kosten 398� Mit- lionen Mark. Die endgültige Feststellung erfolgt durch das Landesfinanzamt. Zu diesem Betrage treten noch die von den am 1. Oktober zum neuen Berlin kommenden Vororten bis April 1920 gemachten Aufwendungen gleicher Art. Bis jetzt liegen Anmel- düngen aus den Vororten mit mehr als 40 Millionen Mark vor. Diese Summen dürften sich jedoch noch erheblich erhöhen, da eine ganze Reihe von Erklätungen, besonders von größeren Gemein- den. noch ausstehen. Nach dem angegebenen Ministerialerlaß ist auf die Erstattung der Beträge in bar vom Reiche nicht m e b r zu rechnen. Es ist vielmehr den Gemeinden überlassen, diese Be- träge durch Kredit aufzubringen. Das Reich will höchstens 4% Prozent Zinsen und 1 Prozent Amortisation tragen. Die neue Berliner Anleihe soll mit 4 Prozent verzinst und mit ein Prozent getilgt werden. Die Tilgung soll bis Ende 1932 unter Ansammlung eines Stocks nur durch Auslosung erfolgen. Von 1932 soll die Tilgung 2 Prozent betragen. Die Schuldverschrei- bungen lauten auf 100— 10 000 Mark. Ferner stimmte die Ver- sammlung dem Antrage zu, die Gebäude des Berliner Klein- wohnungsvereins in städtische Verwaltung zu übernehmen. Jugendweihe in Bernau. Unsere Jugendweihe, veranstaltet von der ll. S. P. und der sozialistischen Proletarierjugend Bernau, findet am Sonntag, vorm. 10 Uhr im Restaurant Elqsium statt. Mitwirkende sind: Genosse Meier(Festrede), Genosse Bartolain (Rezitation). Harmonium und Geige Gebrüder Modisch, Gesangverein„Freiheit" Bernau. Eine Gartenbau-> Ausstellung und Kleintierschau veran- staltet die Gemeinde Glienicke(Nordbahn) vom 26. bis 27. d. Mts. in den Lokalen von Bath, Wilhelmsir. 6/7, und Schneider. Jung- bornstr. 12. Die Eröffnung erfolgt am Sonnabend, nachmittag? 3 Uhr. Am Sonntag ist die Ausstellnng von V— S Uhr geöffnet. Am Sonnabend um K Uhr findet ein Bortrag über„Garleunutzen und Gartcnfreude", am Montag ei» solcher über„Der Tabak von der Aussaat bis zum Brand" statt. Kommissionsrat Paul Busch legt, wie er uuZ schreibt. Gewicht auf die Feststellung, daß der tn verschiedene» Stadtvierteln nud Vororten avstauchende Zirkus Busch, ein ganz bescheidener Zeltzirku«, mit seinem Unternehmen nicht da» geringste zu tun hat. Er selbst beginnt seine ZirkuSsaiso» in seinem festen Gebäude am kommende» Sonntag. Tafür hat er als besondere Attraktion den bekannten ZirknSmann Hans Stosch Earrasani verpflichtet. Er bittet das zirkusliebende Berliner Publikum, sich auf keinen Fall durch gleich- lautende Firmenname« beirre» zu lassen. Schrecklich zugerichtet wurde infolge einer Explosion der Schlosser Alfred Tfchierschkala aus Wittenau, der in der Kuglerstr. 4 in Schlafstelle wohnte. Der Mann benutzte in der im vierten Stock des Seitenflügels belegenen Wohnung seiner Schlafwirtin zur Reinigung eines Gasrohres Salzsäur«. Dabei geriet die Flasche mit der Salzsäure einer Flamme zu nah« und kam zur Explosion. Dem Unglücklichen wurden beide Arme abgerissen. Außerdem er- litt er noch am ganzen Körper so schwere Brandwunden, daß er bald daraus verstarb. Raubmord an einem Geldverleiher. In der Linienstr. 73 wurde der 70 Jahre alte Kaufmann Rudolf Engelmann ermordet und beraubt aufgezunden. Engelmann lag mit durchschnittener Kehle in einer großen Blutlache unter dem Schreibtisch auf dem Rücken. außerdem hatte er einen Knebel im Munde. Die Revierpolizei benachrichtigte sofort den Mordbereitschaftsdienst der Kriminal- polizei, die bald am Tatort erschien. Der Befund ließ sofort er- kennen, daß ein Raubmord vorliegt. Alle Behältnisse waren erbrochen, geöffnet und durchwühlt. Eine Wechselrasse stand leer auf auf einem Stuhl. Auch die Kleidungsstücke seines Opfers hatte der Mörder durchsucht. Die Uhr�hat er von der Kette gelöst und mit- genommen. Es scheint ein schwerer Kampf stattgesunden zu haben. Aktenstücke und andere Sachen, die umher lagen, waren stark mit Blut befleckt. Das Messer, mit dem der Mörder feinem Opfer die Kehle durchschnitten hat. lag neben der Leiche. Die Kunde von dem Verbrechen rief in der belebten Gegend an der Ecke der Linien- und Rosenthaler Straße eine große Menschenansammlung hervor. Aus den Organisationen t. Distritt. Sonnabend, iM Uhr bei Schweiltert, erweitert« v-rftandosttzunz. rille gunttlonäre müssen anwesend sein. Z. listritt. 1. Abieilunz. Sonntag. 3 Uhr, lemxelhoser User z,»Uta, zweiter Ninder-Musitabend. 3. listrilt. Heute abend, Handzettelverbreitung zur kisiriNs-Seneraloersam«- lang.— Sonntag, oorinittogo t0 Uhr. Dtftrikt»-Sen-ral»«rsammlung in der Vieh- hofsborse.— Toneabend, abends 7 Uhr. zwei FraktionovetHMoMbsstfi. Moskowiter in der Schulaul» Eckcrtslr. 16. Ref-reni i Eenossin Seger. a jrnigen Ten-ssen, die den Anschluß an Moskau glauben nicht vollziehen z»■ i» der Schulaula Rigacr Str. 8l. Zieferen,- Genolse Rei-schlag., 1#.»ist ritt. 1. Abteilung. Freitag. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter-tr.' Abt-ilunnsv-rsamml-ng. Vortrag des Genossen H. Bäder... ll. Distrikt. Freitag, 6 Uhr, bei Erlcr, AS-rsira'g- 43, wichtige Stil««1' der rrchulobleut« und Stelloertreter.,. ll. Diftrttt. Der Mozari-Abend in der Schula-l-,«artenstr. JS, beginet 6» abend um ZHS. Billett» sind noch bei de» Funktionären und an der ZI«»»" zu haben. 16. Distritt, 2. Abteilung. Freit«,, 7 Uhr, Sitzung der golitischen Äom»!"« bei Witt, Pasewalker Str l.. Neuloll». Schiedekomniisfion. Sitzung heute abend, 7 Uhr bei Münchens! Sit Renierstrasi«.— Morgen, Sonnabend, 6 Uhr,«itzuiz de»'"ä11 Vorstandes im Parteiburea». Lichtenbrrg. Kommunale Kommission. Sonnabend, den 25. d. M., Sei der Werkitätte» im Erziehunashaus Ltndenhos. Trefsgunkr!-Z Uhr, ollre- Hcgeaftrage. Abmarsch pünktlich. Wilmeeodors. Elternbeiräte. Heut«, abend» 7 Uhr, Sitzung in der Spedition, Hindenburgstr. 32.... Sit ?ie>ni««ndoei>2st. Freitag. 7 Uhr, Mitgliederversammlung in LindenMtl»"JJ gergarten. Haupiftr. 51. Tagesordnung:»Stellunanahm« zum Anschllch»» dritte Internationale". Wahl von Delegierten zur Diftriktslonserenz. Heemstors-T»idma«»»l»st. Heute, abends 3 Uhr im Restaurant■ itl lWostraL). Ertrazahlabend. Tagesordnung: Ausstellung der Kandldttt»~ Parrritan Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. d« leaipelhos. Am Dienstag, den 23. S.. abends, pünktlich 3 Uhr, iiichSj Aula ees T'ozeums, lempelhof, Sermaniastr. 5, ei» Lichtbilderoortrag f�nti» Arbeitsschule von Herrn Lehrer Wilthauer. statt, zu dem all« sozial.� beiräte, sowie all« Arbeitereliern de» 13. Bezirks von Krotz-Berlin besoedN- geladen stnd.. � tz Distrikt OfthaoeNon». Di« Konserenz am Sonniag in Spandau n-w-nn> zwei Kandidaten sür den Parteitag. Di« Ortsgruppen nehmen daz» Vereinskalender Deutscher Meiallarteiter, Verband— Verband»er Fatrikarbeite». 23. September, abends 7 Uhr, im lliewerkschaftshaus. Enaelufer 15, Versammlung aller in der Batterie- und Elementeindustrie beschästigte» und Kolleginnen. Band»er technisch«, Angeftell!-» NN» Beamten Ortsvorständeversammlung, abends 7ZH Uhr den 74. SepteiuA, ... W de» �usiler-Feftiale». j"*1 Wilbelmstr. 31.— Fachgruppenversammlung l«, Starkstrom, abend» 7ti den Musiker Festsülen, Kaiser-Wilhelmstr. 31. Verband»er«ranerei, nud R-Hlennrbeite«»nd»erwnndt«» Berust Freitag, 6 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Versammlung sämtlicher 3 arbeitet Srotz-Verlins. Tagesordnung: Das Uliimatum der Unternehwer.... «erb»»» sozial. Lehrer. 2Z. 0.. 6 Uhr. Vollsttzuua. Hinter der Tagesordnung: l. Wahl»on Delegierte». 2. Bericht der Dcputationsk-m» � — kaz. Lehrer des 17. Veiwallungsbezirke» lLichtenberg— Friedrtchsscldei,| stch Freitag, den 28., 7'h Uhr bei, Krakau, ani", Magbalenenstr Ecke. Arbeitee Wanderveeein.Berlin". Sonntag, den 26. September� Krim«»1 derung. Veiten—Forsthau» Zieaenkrug— Forsthau» Kriimerpsuhl—«chwai»«- 6 Uhr Siettiner Borort-Vahnhof. Gäste willkommen...,... ,,.(11 -- Sonnabend, 7H Uhr, 3""" Hein«, nbend, 7 Uhr. .Proketarisch- Lultnr" im Jugendheim. K-nigst-rger Str. 7. vorn l Alle Iugendgenogen und»genossinnen, die bei der Schulentlassungsseier m»?� tressen stch zur Generalprobe, Sonnabend, abends 6 Uhr in der-rm �"?/i«"'l-ii»l>stilch« In,«»». Alle Genossen, die noch im Besttz« vrrn£«"5 listen zum int-rnatlonal-n Zugendtag stnd, werden ersucht»ielewen bei der Freien sozialistischen Jugend im Jugendheim, Alte Ialubstr. 135, Zeit von 4—8 Uhr. adzurechnen. «ollosürsorae. Arn Sonnabend, drn 25. September 1920 rindet im schast-hause, Berlin, Sngclufer 14-15, Saal 3, eine Obmannerversammlun» Sccsinn 7 Ufjt..{Cstf*1 »«ilmersdars-Tchmargendors. Da»«rteiter-Spoiisest. da» am letzte» ....-------- 1_—~------ 26. d. 2Ju,""'J. taa leider verregnete, findet nunmehr am vonntag. den 26. d. M.. Fistzug um m Uhr am Paretz-! Pia, beginnend, aus dem Turnplatz der� � lurnerschafi" in der WLrttemdcrgischen Stratz«, statt. Die Eintrittskarte». t* �nrnerschaft W---------- die entwerteten, haben Gültigkeit. Verantwortlich sür die Redaktion: Leo Ltebschütz.«erliif Frieden««. antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig«omerrner. Karl»'" 3erlag.g.n.�chatt.Zr-ih-il-. �5. �-Mer Wertvolle Bücher zum Selbstunterricht «■4 Deutsch durch Stlbltunterricht. Enthaltend: Sprochlehre, RechtschreiblehU Zeichensetzung. Don W. 0 bei acher. Drei» 9H.».— j) Deutsch,«i««, sehleelo» geschrieben und gesproche»««« Sprachlehre für den Selbstunterricht,«ine»»»gezeichnete Anleitunq. die m Muttersprache ,u erlernen, richtig zu schreiben und ,lr sprechen. Don Th. Seminarlehrer. Preis W. t4.40. Deutsche«ussatzschul, für den Selbstunterricht. Anleitung zur selbstan»� tz Anfertigung»on Anisögen verschieben«- Ar, mit besonderer JNud�dtt am Prüfungsarbeiten bei Anstellung im eia°t,dienst usw.DonM.abel-chee. Pr->«�,,>, Duden: Rechtschreibung der deutschen Sprach« und der Fr- wörter. Preis M. t4.40. Die neue Nechtfchreiblehre. 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