Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Sonnabend, 25. September 1920 Nummer 403• Abend-Ausgabe 10,— M. tat mcat aaftltat, oon bn Spkdtttx» s-lbft-»u-dotl b,«M. MrPostF »q«»ri>»e» stwrUich« Po«anst-lt-» �'SZ— bttsgn flb Voltschl,»d mtb Ocherrrich ie.50_gu. ffc do, ffbrigf W«»m>i «ctet�arftdjtoj, pa JSrtef ft» Dottl �-�rsÄrs�s «m«M MwlK»-»- W»«chlD,?».««»«»km»»««?«,-«« thn Ixtnt«aum tsftrt 5,—«.«wschlwKHch tfttftungsjufdjlaj. ÄWn«?trurten»; Do» frtt8«litn<4te Wort 2,— M., iedrs otUtt» Wort 1,60 rinfdjIicftHÄ Teuerung».ufchlog. Laufend» Anzeigen laut Tarif. Fanrilien-Anzeigeu und Tteilen-Gcfuche Z,A> M.»evo uro Zeil». Stellro-Vefuch» w Wort-A uz eigen! da» fettgedruikte Wort 1,60 M., jede» weitere Wort 1,— W. Koch«!!«: üasm 201«. 28iS, AHB 4605, 465� 404«, 4tSL berliner■Organ t>pr Vmfitiättgfgen SyMöemßfMfr Oeatftfjtanöa Ungarns Verschwörerpolitik Unter französischem Protektorat (Eig«»« Drahtmeldnng der jytei�eifj Wie». 24. September. Die Wiener«rbetter-Zeitnng.Prao» Lid«-»nd„volagosiag" setzen die Veröffentlichung«« von Dokumente» der Wiener un. garisihen vtsaadtschaist an da- Ministerium de« Auswärtigen i» Budapest fort,«»s denen hervorgeht, dast die Christlich.So» zial« varteirorrefpond-n, regelmSbige Mon»t«. fubventione» von der Selandtschast v«P.g. edenfo Offizier-. blättrr. und mrganisationea ihr« Weisung«»»n» politische» Pa. role,»on der Ungarischen Scsandtschast erhielte». Die Gesa«dt. schaft l e» g»« t und«eNiiren die Dokumente für gefälscht. Daraus w»,d« die Handschrift de» Pressechefs der Sesandtschast«nd amt- «che Papiere in Photographie-dgedrmkt. Die B-rwirrung im monarchistischen christlich-h-zialen Lager ist ungeheuer. Weiten kompromittierende BeeSffeatlichongen stehen bevor. Die Arbeiterzeitung-»eröffentlicht authentische Angabe» itd« die verteilung-stLrl« der Korthq. Armee. Der Friedensvertrag erlaubt MOOO Mann, die Horthy-Arme, oerfügt jedoch über»20 000.«rohe Truppenmasse» sind a» der öfter. reichischen«renze zusammengezogen. Die Z-Hrgänge 1804—1000 sind vollständig mobilisiert, ältere Jahrgänge auf acht Wochen unter de« vorwand des Sendarmeriedienste» eingezogen. Zn Budapest trafen au» P a s s a u auf dem Donaumeg Zech» Schlepper mit französischem und teilweise deutschem«rieg-material ein. Di« Transporte gehen unter französischer Bedeckung nach Ungarn. Horthy kaust in Oesterreich. Zugoflawie»»nd der Tschechoslowakei Ausrüstungen. Dieser ungarischen Politik gegenüber erklärt de,«uheumtuister Sie»«er in«raz: Die ungarische Politik hat' immer Neigung Abenteuern und Experimenten. So war e« unter de»«om» muniftenherrschast, so ist e» auch heute. Da» reaktiouäre und monarchistisch« Ungarn will seht Oesterreich in» Schlepptau ste». der Jntcresscn nehmen und Oesterreich in einen Krieg verwickeln, m» Ungarn» alte Grenzen wiederherzustellen. Nenner deutet« an. dah die dnrch die Enthüllungen bekanntgewordene» Methode» der Verschwörung, de» Korruption»nd de» Zeitungskaufe« sich kein Staat gefalle« lasse» könne. Der englische Bergarbeiterkonflikt Erklärungen vo« Lloyd George«nd Smillie HR. L o» d o«, 26. September. Der vergarbetterfithrer Smilli« eröffnete die gestrig« Zufa«. «enlunft, in«elcher zuletzt bchchlosien wurde, auf Grund des Er- "......—.. � Beraarbetter !» bcAinnen würde», weil sie keinerlei verlangen trügen, der Nation eiae» so grasten Schaden zuzufügen. Der ausführend« Rat kön«« aber»icht» anderes tun, al» seinen Anhängern zu befehle», für de» Streik einzutrete«. Er fügte aber hinzu, dast Matznahmeu fe troffen seien, durch die da» Znstandhalten der Kohlengrube» g«. ich er t werd«. Lloyd Georg« erklärte, dast die Ankündigung SmMie« für Millionen Mensche« von schweren Folgen sei« würde». Die Re- gicrung bedaure aufrichtig, dast die Bergarbeiter nicht dazu zu he- wegen gewesen seien, einen»»parteiische» Gerichtshof anzunehmen»nd dast sie Vewaltmastnahmen de» Borzug geben. Er fei davon überzeugt, dast fei» Borschlag einer Lohnerhöhung, der von der Höhe der Erzeugung abHange,»icht nur den Berg- ardeitern das~sicherstellen würde, was sie verlangen, sonder» dast i« aus dies« Weise im allgemeinen«ehr verdienen würden, als ie je durch den Streik erzielen könnten. Die Regierung hat aber ebenfalls für den Fall eines Streike« alle»u»t«rnomm«n, »atz es für da, Land nicht ,» Schwierigkeiten komme. Die Regie» rung halt« die vorhandenen Kohlenvorräte für genügend und habe alle Transportmittel sicher gestellt. Weiter habe man, um vor- zubcugen, die Sommerzeit, die in der Nacht vom Sonntag zum Montag zu Ende geh«, um vier Wochen verlängert. Lloyd George «rNartr zuletzt, ihm sei eine Einigung lieber als ein S r e g, auch wenn es sich um einen Sieg der Regierung handele. Zur Nachahmung empfohlen Pari», 24. September. Wie.Lntraufigeant- mitteilt, haben die Syndikat« der Lehrer tu ihrer heutigen Sitzung beschlossen, der Aufforderung der Regierung, ihr« Syndikate bis zum 00. September aufzulösen, nicht nachzukomme». Die Ernährungswirtschast Die Darstellung des Ministers M--.m«-MK Ä"*Ä avsschub IrfAflftsmimstets tagte, die Beratung des Wirt- de» Reichswirtschai � � Spitze wurde die Erörterung schaftsprogramm»°°s- gestellt. Der Reichsernährungs- der Ernähr» länaeien Ausführungen über dieses Thema. minister«ging sich' Ernährungswirtschast der letzten Jahre, Er rekapituliert« �er Zwangswirtschaft, betonte, dast die.Treibt, Milch und Zucker die öffentliche besonders für G«» unbedingt notwendig und Vewiroschaftung dast die Regierung hier die staatlichen durchführbar i«.egherer Schärf« zur Anwendung bringen Machtmittel mit um I 8„nch auf anderen Gebieten, z. B. müsse. Vi« Fleisch, wo der steie verkehr wieder bei tkartoffeln � Marktoerhältnisse mit schärfster hergestellt fei."i't beobachten und tatkräftig eingreifen, so- Ansmerksa m r-' Miststände in der Dcrsorgung der Lebens- bald sich Stockungen» appellierte an die verständnisvolle mittel«rgebem Dolkskreise. Zusammen- � Ausführungen machte der Minister Mit- In feisten m«»�.eabstchtigten Schaffung ausreichender Re- teilungen von Diese sollen dazu dienen, etwaige serven von ��«ersorgung zu beseitigen und erforderlichenfalls Stockungen in der D' i. Oktober 1920, dem Tage des preissenkend»u«-rleischzwangswirtschaft. wird die Reichs- Auherkrafttretens v« 70ooO Tonnen Auslands- fleischstelle üb« m» sonstiger Fleischwaren verfügen. Die fleisch. ��5.?.ne wird ständig auf 30 000 Tonnen erhalten Auslandsslelschres«� die bisherige wöchentliche Ausgab« werden, die für vre- ben Äopj der Bevölkerung in den von 125 Sramm» für den Rotfckll sicherstellen. Daneben großen Bcdarfsg. September 1920 erlassene Verordnung die schreibt eine am i»- ffjcht für das Gewerbe des Bieh- Eenehmigung ��stscheinzwang beim gewerblichen Vieh- Handels. Umfange die Genehm igungspflicht für das Handel, in be„ Aushang der Kleinhandelspreise in den Fleischergewerbe unv°& �adengeschaiten Von der Reichssettstell« wird vorläufig eine ständige Schmalzreserve von 20 000 Tonnen gehalten. Ans ihr werden neben dem, was der Bevölkerung infolge Zulassung einer kontingentierten Einfuhr durch den steien Handel zur Ber- fügung stehen wird, die bisherigen Rationen auf dem üblichen Wege weiter ausgegeben werden. Die Re- gierung wird ihre weiteren Mahnahmen auf diesem Gebiet von der Entwicklung des nunmehr zugelassenen steien Handels ab- hängig machen. An Kartoffeln steht au» den zwischen Erzeugern und Kom- munalverbänden abgeschlossenen Lieferverträgen eine Reserve von 32 Millionen Zentnern zur Verfügung. Hierzu tritt die von der Reichskartoffesstelle sichergestellte Reichsreserve von 20 Millionen Zentnern. Diese mehr als 50 Millionen Zentner bleiben nur unerheblich hinter der Menge zurück, die im Vorjahre von der öffentlichen Wirtschaft für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden tonnte. Margarine und Knnstspeisefette wird der Bevölke- rung im Weg« des freien Handel» in reichlicherem.Maße al» bis- her zugeführt werden.> lieber die Brot» und Mehlversorgung wiederholte der Minister, was wir an anderer Stelle mitteilen. Der Wirtschaftsausschuß nahm von diesem Bericht des Reichs- ernährungsministers Kenntnis. Es bestand volle Einmütig- keit darüber, daß die öffentliche Bewirtschaftung des Getreides, der Milch, des Milchfettes«nd des Zucker» bis auf weiteres aufrecht erhalten werden müsse. Cs wurde zunächst beschlossen, die Kartoffelversorgung der Bevölkerung in den Bergbaubeztrken durch besondere Dispositionen der Reichskartoffesstelle über die Reichsreserve sicherzustellen. Bei den weiteren Arbeiten des Ausschusses soll insbesondere versucht werden, die Wncherbekämpfnng schärfer und wirkungs- voller zu gestalten. Soweit die deutsche Ernährungswirtschast ans Zufuhren ans dem Auslande angewiesen ist, kann sie nach Anficht de» Wirtschaftsausschusses nur unter nachhaltiger Mit- Wirkung der alliierten und assozierten Mächte durchgeführt werden. Im einzelnen beschloß der Ausschuß noch, zur Besserung der Ernährungslage vom 13. Dezember ab die E i n s u h r v o n S a l z- Heringen innerhalb eines noch festzusetzenden Rahmens d freien Handel zu überlassen, m j-j- �* „Labor Day* In den Vereinigten Staaten Von v. Rud««. V" j Anfang September wird im ganzen Gebiet der amertkant- schen Union der sogenannte„Labor Day"(Tag der Arbeit) gefeiert, gefeiert bis auf den heutigen Tag. Dem„Labor Day" käme eigentlich die Bedeutung unseres> 1. Mai zu. an dem eine Heerschau des Proletariats statt- fände, die die Größe und Kraft der amerikanischen Arbeiter- tchast veranschaulichen sollte,' des weiteren müßte er dazu dienen, für W Forderungen an die bürgerliche Gesellschaft. zu demonstrieren. Der amerikanische„Labor Day" ist aber kein.selbst errun» gener Tag der Arbeiter, sondern unter dem Köder der natio- nalen Phrase ein ihnen zugeworfener Brocken, der lediglich dem einen Zweck dienen soll, ste von ihren wahren Klassemnter- essen abzulenken. Der 1. Mai wird aber in den Vereinigten Staaten fast kaum beachtet. Eine kleine Elite feiert in den Großstädten. In, der Montan- und Schwerindustrie ist der 1. Mai fast unoe- kannt, der ja den Arbeitern von der ganzen kapitalistischen Presse als überflüssig hingestellt wird, überflüssig um so mehr, als sie ja i h r e n Arbeitertag haben, einen Feiertag, der den gleichen öden feuerwerksspettakelnden Inhalt hat, wie der „Fourth July"(4. Juli) der„Feier" der Unabhängigkeit. Der ganze Tiefstand der amerikanischen Eewerschafter irt ibrer Majorität kann nicht besser illustriert werden, als durch eine kleine Schilderung emer solchen Feier, die der Schreiber,- oft genug„das Vergnügen" hatte, mit anzusehen., Der Labor Day ist nationaler Feiertag, dem auch die Kirche, ganz gleich welcher Eouleur, ihren Segen gibt.. Für die sogenannten Arbeiterpolitiker, die um die Stimmen der Arbeiter buhlen, ist dies eine glänzende Gelegenheit, sich zeigen zu können, ihnen ihre Referenz zu erweisen und in der Presse genannt zu werden. Und die Prominenten der<5e» sellschaft, Bürgermeister, Pfaffen usw., hinwiederum nehmen an vielen Orten die Parade ab, und lassen fich nach schwang- vollen Reden anhochen. Nun aber zum Labor Day selbst, der mehr einem'Fasching- umzug als einer Arbeiterdemonstration ähnlich sieht: Schon wochenlang vorher haben die vereinigte« Körper« schaften der Gewerkschaften alle Hände voll zu tun. Die Funktionäre werden ernannt. Da gibt es militärische Rang- stufen, u. a. auch einen Marschall. Desgleichen wird ein Heer- führer gewählt. Truppenführer bekommen ihren Standplatz und ihre— Kompagnie zugewiesen. Musikkapellen en masse wirken mit. Beinahe jede Gewerkschaft hat ihre Musikkapelle. Pferde müssen besorgt werden! Wozu Pferde? Ja, zu einer echten Parade, die nach etwas aussehen soll, gehören eben Pferde, die von ernannten Funktionären geritten werden. Hunderte von Uniformen resp. gleiche Hüte, Kappen, Hemd- blusen, Gürtel, Stöcke müssen ebenfalls her. Die Eisenkon- struktionsarbeiter z. B. trugen immer gleich rote Hemden, deren Farbe aber durchaus in keiner Beziehung zu einer etwaigen roten Gesinnung stand, sondern auf die m»t rotem Blciweiß angestrichenen Eisenteile vielleicht zurückzuführen ist?! Die einzelnen Eewerschaften müssen wieder Brauereien, Speditionsfirmen, Lastfuhrwerkbesttzer usw. um Ueberlassung eines Wagens mit Gespann angehen. Diese Firmen sind sehr konziliant und gewähren das beste Fuhrwerk mit totem und lebendem Inventar. Die Wagen werden mit den Landes- färben dekoriert,-Fähnchen befestigt, geputzt, und geschniegelt, daß alles glänzt. Endlich ist der große Tag da! Erst die unvermeidliche Hermandat, Trommelwirbel, Musik, der Führer der Heer- Hermandad, Trommelwirbel, Musik, der Führer der Heer- her die auf Schusters Rappen in Schritt und Tritt, und dann wieder Musik. Dann kommen die Fuhrleute mit ihren über und über geschmückten Wagen(eine billige Reklame für die Unternehmer) mit doppelter bis achtfacher Bespannung, die Wagen bemannt mit Mitgliedern, die aus Langeweile oft die Schnapsflasche herumgehen lassen, bis der Umzug beendet ist. In New York geht es durch die 5. Avenue, der Straße der Bourgeoisie. Unseren klassenbewußten Genossen drüben ist diese Feier schon lange ein Dorn im Auge. Zum Beweise für die Schil- derung dieser Zeilen sollen aus der Feder eines amettkani- schen Genossen, der zur„Ehre" des �ages seinerzeit einen Aussatz in mehreren Parteiorganen veröffentlichte, folgendes wiedergegeben werden. Genosse Mc. D e v i t t schrieb u. a.z „Labor Day" steht einem 1. April, einem Narrentage, ähn- licher. als einem Tage der triumphierenden Arbeiterschaft. Der konventionelle Labor Day ist ein Tag des Kompromisses. des Maskerade- und Versteckensfpielens. Unter diesem Ee- sichtswinkel erscheint dieser Tag nur als ein Fastnachtespiel. in dem die Kapitalisten und ihre Handlanger mit Schmeiche- leien und schönen Worten und allerlei Gaukelwerk den Lohn- sklaven über die eigentlichen Ziele zu täuschen versuchen. Um diese Farce der Massentöuschung und des Aiassenbetruges vollkommen zu machen, erscheint schließlich noch der Pfass� auf der Schaubühne, um aus der Heiligen Schrift die Jnter- essengemeinschast von Kapital und Arbeit nachzuweisen, u-d ' en Frieden gUischen Ausbeuter und Ausgebeutete» herzu» k..f tw YÄ* n?" l"Ö«« stellen. Die Presse, die Kanzel und der Arveiterpolitiker VN- den eine gewaltige Kombination, die auf Täuschung, auf Irreführung und permanente Ausbeutung abzielt. Und der vor Jahren in einem Justizskandal verurteilte, konservative Sekretär der Eisenarbeiter John Mc. Na- mata mußte folgendes bekennen: „Die Feier des Labor Day sollte mehr als ein Frohlocken über das bisher Erreichte fein. Indem wir von unseren früheren Irrtümern und Fehlern profitieren, sollten wir in diesen Tagen nach vorwärts schauen, in jene Zeit, da eine veredelte Zivilisation aller industriellen Unterdrückung, aller in- dustriellen Ungerechtigkeit ein Ende machen wird." Unsere amerikanischen Genossen machen selbstredend dieses Spiel nicht mit, nur die Verbände der„American Federation of Labor" unter Leitung von Eam Eompers. Desgleichen lehnen die Unions der Industriearbeiter der Welt,„Jndu- dustriel Workers of the World, die fälschlich als Syndikalisten bezeichnet werden, es ab, diesen Mummenschanz zu assistieren. Die Labor Day-Paraden werden natürlich immer schwächer, find aber noch lange nicht luisgeftorben. Wenn wir im politischen Kampf jetzt hier in Deutschland oft die Binsenweisheit predigen müssen, daß das Schwer- gewicht in England und Amerika liegt, und von der Ar- eiterschaft dieser Länder die Weltrevolution abhängt, so wollen wir uns angesichts solcher rudimentären Geistes- richtungen des amerikanischen Proletariats momentan keinen allzu großen Hoffnungen hingeben, und wir bewahren uns auch so vor nutzlosen Illusionen. Dies an einem konkreten Beispiel bewiesen zu haben, war neben der Schilderung einer solch eigenartigen Arbeiter- „Feier" in Amerika, u. a. auch der Zweck der Uebung. nur teilw-ilL. freie Einfuhr von Getreide nur der Profit- hascherei rM"ändlern und Produzenten zugute kommt, während an eine Besserung der Qualität und Quantität von Brot und Mehl für die Allgemeinheit der Bevölkerung bei den zu erwartenden hohen Preisen nicht zu denken ist. Es besteht keine Ursache, für die Verbesserung der Ernährung der oberen Zehntausend die spärlichen deutschen Zahlungsmittel zu oerwenden. Aber es muß auch ganz dringend betont wer- den, daß der j e tz i g e Z u st a n d der mangelhaften Qualität des Brotes und der ungenügenden Belieferung auf die Dauer unhaltbar ist. Dem Ernährungsministerium er- wächst die Pflicht, hier mit aller Energie andere Wege zu beschreiten. So ist dringend zu wünschen, daß die beabsichtigte Zuwendung ausländischen Getreides möglichst bald aus dem Zustand der„Erwägungen" in die praktische Wirk- l i ch k e i t umgesetzt wird. Die freie Getreideeinfuhr Da Aeichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft ver- breitet nach W. T. B.«in« Erklärung, in der es seinen ab- lehnenden Standpunkt zur Frage der freien Einfuhr von Mehl und Getreide durch Bäckerei-Genossenschaften und Innungen, oder durch Gemeinden und Gemeindeverbände darlegt. In dieser Er- klärung heißt es, daß bei dem diesjährigen ungünstigen Ausfall der Ernte noch weit größere Mengen Getreide als im vergangenen Wirtschaftsjahr aus dem Ausland eingeführt werden müssen. Ein erheblicher Teil des Bedarfs sei bereits ein- gedeckt. Eine ungehinderte Einfuhr finde eine enggcsteckte Grenze an der beschränkten Zahlungsfähigkeit des Reichs und an den außerordentlichen hohen Preisen des Auslande», die sich durch den Tiesstand der deutschen Währung ergebe«. Das ausländische Mchl und die hieraus gefertigten Backwaren können bei dem hohen Preis des ausländischen Getreides nur zu hohen Preise« im Inland« abgesetzt werden. Das Pfund weißes Weizenmehl würde bei dem derzeitigen Stande der deutschen Wäh- rung auf ungefähr 4,50 b i s 5 M. zu stehen kommen. Bei solchen Preisen wäre dem großen Teil der Bevölkerung der regelmäßige Bezug von ausländischem Mehl und von den hieraus bereitete« Erzeugnissen verschlossen. Es würde also die freie Einfuhr in der Hauptsache den wohlhabenden Schichte« der Bevöl- k e r u n g zugute kommen. Damit würde eine neue Welle der Un- Zufriedenheit in die Bevölkerung getragen. Der hohe Preis de« ausländischen Mehls würde dazu noch eine« Anreiz schaffen, das dilligere inländische Mehl dem Handel und der Verarbeitung als ausländisches Mehl, zuzuführen. Der Schleichhandel mit Mehl würde damit eine weitere Verbreitung erfahren, ohne daß dem bei der Unmöglichkeit, ausländische» und inländische» Mehl "luv Einzelfalle zu unterscheiden, wirksam entgegengetreten werden könnt«. Um wenigsten» dem Bedürfni« der Bevölkerung, mehr und besseres Mehl zu erhalten, entgegenzukommen, ist in Erwägung gtzogen. der Bevölkerung wöchentlich ein» bescheidene Menge gering au»gemahlen«n au» ausländischen Getreiden her- gestellten Mehle», allerdings zu dem Einstandspreise,»'initeilen. Die Durchführung dieses Planes, die eine Mehreinfuhr von un- gefähr Svo ooo Tonnen Auslandsgetreide bedingt, hängt von der Gestaltung der Einfuhrmöglichkeit ab. Wir stimmen dem Ernährungsministerium in seiner ab- lehnenden Haltung zu. Es ist durchaus richtig, daß auch eine Die Kinder vor die Front Heute vormittag„demonstrierten" die Schüler der höheren Lehranstalten unter Führung der Lehrerschaft auf den Straßen und Plätzen Berlins gegen die Wahl des Ee- nassen Löwen st ein zum Stadtschulrat. Traurige Gesellen! Das Hakenkreuz ist ihr Symbol und der Versammlungsradau ihre geistige Waffe. Und nun benutzen sie die verhetzten Kinder für ihren reaktionären Zweck. Dieser Mißbrauch des Einflusses der Lehrer und eine solche Störungdes Unterrichts ist ein neuer Beweis dafür, wie notwendig es ist, daß ein neuer Geist in der Schule Einkehr hält. So schnell wie möglich! Eine seltsame Forderung Nebcr die Haltung der Berliner Lehrer zur Kandidatur Löwen st ein wird jetzt berichtet: .Di« Lertreterversammlnnz de» LehrerverbandeS Berlin verurteilte in ihrer letzten Sitzung auf» schärfste da» Verhalten jener Teilnehmer, die �urch ihr ungehörige» Benehmen die Versammlung gesprengt und das Ansehen der Berliner Lehrer- schaft in der Oeffcuilichkeit schwer geschädigt haben. Gegenüber der Kandidatur Dr. LSweufieinS steht die Vertretervcrsammlung »ach wie vor anf dem Standpunkt: Für den Posten eine» Ober- stadtschulrates darf uur eine uberragende Persönlichkeit mit reicher UnterriebtSerfahruiig in Betracht kommen, die das Vertraue« der Lehrerschaft genießt. Diese Erklärung wurde einstimmig angenommen". Die Lehrer selbst müssen zugeben, daß der Radau der Gegner LöwcnstetnS das Ansehen der Lehrerschaft schwer geschädigt hat, aber sie waren nicht in der Lage, die Epektakelbrüder und Bettel- Helden unter ihren Kollege» w den Schranken des politischen Au- stände? z» halten. Und nun warnen ste, daß die Großberhuer Elternschaft. die in ihrer Mehrheit der Arbeiterklasse augehört, durch ihre Vertreter einen Schulrat berufen soll, der das vertrauen dieser Lehrerschaft genießt. Das Bertraae» dieser Lehrer, die zum— nicht geringen— Teil antisemttisch-reaktionär gesinnt und zum anderen Teil zu s ch l a p p sind sich d«S Terror» dieser gemein» gefährlichen Gesellschaft zu erwehren. Das heißt: Die Ardeiter« schaft soll mit der Durchsetzung«inschneidender, den sozialen Verhältnissen und moderner pädagogischer Einsicht entspechender Schulreformen warten, MS diese Lehrerschaft reif genug ist, un? einer Echulbehörde mit derartige« Rcformzielen Verständnis entgegenbringe» zu können. Wann würde das sein? Wir hoffe», daß die einsichtigen Teile der Lehrerschaft selbst sinde» werden, daß gerade der Widerstand antisemitischer Epektakelbrüder di, energische Durckführoug der dringend gebotene» Schulreform durch die fest« Hand einer unbeirrt«» leitende» Schnlbehörde not- «endig macht. Der Schulunterricht über den neuen Staat Der preußische Änterrichtsminister hat folgenden Erlaß wer die llmgestalrung des Schulwesens und den neuen staatsbüraer- lichen Unterricht ergehen lassen: Die Umgestaltung des Schul- wesens kann erst in die Wege geleitet werden, wenn die gesetz- lichen Grundlagen dafür gejchassen werden. Erst dann wird es möglich fein, über die Neugestaltung der Lehrpläne Bestimmun- gen zu tressen. Das Bcdürinis aber, unsere Schuljugend mit den Grundlagen des neuen Staates vertraut zu machen, ist so dringlich, daß mit dem Beginn dieser Aufgabe nicht länger ge- zögert werde« darf. Es wird daher hiermkk folgendes angst ordnet: In sämtlichen Lehranstalten für die männliche und weib» llche Jugend wird sofort mit der Einführung der Echuljngend i« die Reichsverfassung begonnen. Den Lehrerkollegien wird an» heimgestellt, stch über die Ausgestaltung des Unterricht» schlüssig zu machen. In Betracht kommen die mittleren und oberen Klassen der höheren Schulen, sämtliche Klassen der Lehrer- und Lehrerinnenbrldungsanstalten. die Oberstufe der Mittelschulen und die beiden obersten Klassen oder Jahrgänge der Lolksschulen. Die Einfuhrung erfolgt im Rahmen des Eeschichts-, gegebenen- falls auch des Deutschunterrichts, wenn diesem eine größere Stundenzahl zu Gebole steht. Der Lehrstoff des Fachs, dem diese Aufgabe überwiesen wird, ist nach Bedürfnis von Entbehrlichem zu entlaste«. Das Instrument des Ausbaues Arbeitsdle«stpfiicht Gestern erwähnten wir eine Pressemeldung, die wissen will, daß< sich das Reichswirtschaftsministerium mit dem Ee- danken der Einführung eines Arbeitsdienstjahres de- schästigt. Nun fügt es der Zufall, daß wir heute durch eine Zuschrift von der Existenz eines„Vereins für die Einführung der allge- meinen Arbeitsdienstpflicht" in Kenntnis gesetzt werden. Der Verein nennt sich„A r b e i t s w e h t", was uns bedenklich an militärische Gedankengänge erinnert. In einer von diesem Ver- ein veranlaßten Broschüre„Staatsdienstpfli.cht" verspricht Hans Ludwig Fuchs, Darmstadt(wer kennt ihn?) die„Lösung wichtiger Fragen". In Wirklichkeit ist der Inhalt ver achtseitigen Lösung wichtiger sozialer Fragen ein buntes Gemisch oberfläch- lichsten Geredes über vis soziale Rot. das deutlich erkennen läßt, welcher„geistigen" Quelle es entstammt: dem Milieu des preußischen Kasernenhose s. Eine„Mitteilung" des Bercins enthält diese bezeichnenden Sätze: „Meines Erachtens muß die Arbeitswehr ein Instrument zur Gesundung der deutschen Volkswirtschaft werden. Rur Arbeit, d. h. Erzeugung von Wirtichastswerten. kann dem deutschen Volke Gesundung bringen. Der Feind steht draußen; gegen ihn gilt es, den Wirtschaftskrieg noch zu gewinnen. Demnach'muß der Parteien Zwist und Hader aus den Reihen der Arbeitswehr verbannt bleiben, und diese darf nur ein Instrument de» Anfbaue» in den Hände» der Regie» rung, also der Mehrheit des Volkes, fein." Ein Instrument in den Händen der Reglern ng. Will Herr Scholz, der Wirtschaftsminister, seiner Regierung ein solches Instrument schaffen? Es könnte nur ein Instrument gegen die sozialistische Arbeiterschaft sein. Auch die„Verbannung" der Parteipolitik, die„EntPolitisierung" der Arbeitswebr— wiederum nach dem Muster der Kaserne— läßt die antilozialistische Tendenz erkennen. Interessant ist auch, daß in den„Offenen Worten", dem bekannten konterrevolutionären Reichswehrorgan, dem„Blatt der schwarzen Garde", Leutnant Kerrmann Dlan und Ort des„Freikorps der Arbeit" freudig begrüßt und warm emp- stehlt. Besonderen verdacht aber erregt es, daß sich der verein„Ar- deitswchr" in einem Brief an uns, in dem er um Bejprechung seiner Bestrebungen ersucht, was wir hiermit tun, auf die letzten Kadinettssttzungen beruft. Es heißt dort: „In einer der letzten Kabinettsfitznnge« ist beschlösse« worden, die vorarbeiten für die Einführung einer a l l g e m ei» ««« Arbeitsdienstpflicht so schnell wie möglich in An« griff zu nehmen." Verdächtig ist ferner, daß in dem Brief ebenfalls ein ähnliches Gesetz erwähnt ist; das in Bulgarien in Kraft getreten sei— ganz wie in der Zeitungsmeldung, auf die wir gestern Bezug nahmen. Sollten etwa di« Gründer dieser Arbeitswehr, für die Joseph Au man«, Geisbergstr. 50, zeichnet, Herrn Sch o l* Partei» politisch nahestehen? Das ganze Material des Vereins trägt den Habitus der deutschen Bolkspartei. der Partei des „Wiederaufbaues" mit einstweilen dunklen Aiitteln. Wir sind nicht anspruchsvoll in diesem Punkte, aber auf so viel geistige Armut waren wir doch nicht'gefaßt. Sollte der Minister wirklich von dieser Seite inspiriert werden� vermehrte Kassee-Einfnhe. Au, dem Reichs ernährungsminlste- rium wird mitgeteilt, daß der Kaffee-Einfuhr-Berein ermächtigt worden sei, die zur Einfuhr von Kaffee zugelassen« Menge auf die doppelte Menge zu erhöhen; außerdem ist eine be- schränkte Menge zu sofortiger Einfuhr freigegeben worden. Die völlige Freigabe der Kaffee-Einfuhr glaubt das Reichsministerium nach wie vor nicht vertreten zu können, zumal im Interesse der Finanzwirtschaft die Einfuhr aus die wichtigsten Nahrungsmittel beschrankt bleiben müsse. Ewigkeit! Als ich neulich au« einer Volksversammlung, die über die Low- jetbedingungen beraten hatte, nach Hause kam, standen an einer Ecke seih» Arbeiter und redeten wild aufeinander ein. Ich trat Hinz» und hörte, daß zwei für Annahme waren und zwei für Ablehnung, und zwei wußten nicht recht, wa» sie wollten, und schrien infolgedessen am lauteste«. Inzwischen kamen von der nächsten Straßenecke in einer langen Reihe über die ganze Brette des Trottoirs hinweg, eingehakt. junge Leut« daher mit hohen weißen Kragen. Schmissen im Ge- ficht, wie der Laternenschein zeigte— so schaukelten ste heran. Ste schluckst«» fröhlich und sangen ebenso laut wie falsch ein schönes Lied mit vielen Strophen vom Wirtshaus an der Lahn. Die Ar- heiter gingen ruhig vom Trottoir herunter und disputierten anf de« Asphall weiter.„Räteorganismus... Lenin..." Das Ifitit einer der Studenten— es mußten wohl Studenten gewesen sei»— dreht« sich verachtungsvoll nach der Gruppe um und sagte z» seinen Kommilitonen:„Sieh mal die rote» Schweine!" Di« Arbeiter achtete» nicht auf ste. Und fester eingehakt, enger «meinander geschmiegt, noch mehr geeint durch da» gemeinsame Bewußtsein, eine« Feind zu haben: den Proletarier— so zogen die Herren Studenten weiter und sangen taktmäßig und mit den Absätzen knallend von ihrer Frau Wirtin, dt« auch eine Magd hatte...Diewareneins. Auf de« Damm aber standen immer noch die Sechs und redeten mild ineinander herein und aneinander vorbei, von.Diktatur de, Proletariats..." und von„Volkskommissaren..." und von „Verräter an der gemeinsamen Sache". Und schienen nicht zu wissen, wie da eben ihr großer Feind vorübergegangen war: einig, fest und stark. Peter Pauter. Stewachs Verjüngungslehre auf dem Naturforschertag Dl« Anweudung der S t e i n a ch s ch«« verjlln- gungskur am Menschen fand, wie bereits kurz erwähnt, auf dem Rauhe iiger Naturforjcherkonareß eingehende Beiprechung in der chirurgischen Abteilung. Professor Lichtenstern-Wien war der erste, der die Steinachschen Tieroersuche auf den Menschen übertragen hat. Er hat bei Soldaten, die durch Verwundung kastriert waren, di« Folgen beseitigt, indem er ihnen gesund« Keimdrüsen eingepflanzt hat. Am günstigsten stnd die Wir- tungen, wie die Erfahrung gelehrt hat, wenn das Ueberpflan- zungsmaterial nahen Wutsverwandten entnommen wird. Die Stetnachsche Verjllngungsoperatton hat er bisher LS mal ausge- führt mit meist bisher günstigem Erfolg bei Greisen oder vor- zeitig Eealterten. ohne wesentlichen Erfolg bei jüngeren Leuten, deren Männlichkeit von Geburt aus minder entwickelt war. Eine Reihe von Chirurgen nahmen hiettu das Wort. Die Operation selbst ist an- anderen Gründe» schon in früherer Zeit i« Hu«- derten von Fällen ausgeführt worden, zum Teil ist nachher Geisteskrankheit eingetreten. Häufiger noch ist das Wesentliche der Operation«ine Nebenerscheinung der überaus häufig aus- geführten Herausnahme der stark vergrößerten Vorsteberdrüsen bei alten Männern. Payer-Leipzig und Kümmel-Hamburg be- richteten über ihre zahlreichen Erfahrungen nach solchen Ope- rationen, die in der Tat oft ein« größere allgemeine Frisch« im Gefolge hatten. Möglich, daß diese im Steinachschen SiNne zu deuten ist. Näher lag aber d,e Vermutung, daß sie bedingt war durch das Verschwinden jahrelanger vielfältiger, überaus quälender Beschwerden. Die Redner betonten auch den großen Unterschied des Alters der Versuchstiere und de» Menschen. Der Mensch wird nur selten als Ganzes alt. meisten- altert zunächst infolge von Krankheit eine, seiner Organe, sodaß bei der Frage der bezüglichen Operationen sorgsam geprüft werden muß, welcher Grund des Alterns vorliegt. Aschhoff-Freiburg betonte mit Nachdruck, daß die Keimdrüse, deren Auffrischung Steinach bei der Operation bezweckt, bisher nur als vorhanden angenommen wird; gesehen hat ste aber noch niemand. Phllosophte und Revolution. Im Verlag von I. H. 95. Dietz Nachf.». m. b. tz. in Stuttgart erschiene» jüngst Marx, Engels und Lassalle als Philosophen vonKarlBorländer. (PreiS»L MI.). Es sind Marx' Ansänge darin behandelt. Die Sturm- und Drangperiode(1842 bis 1845); Marx und Engel». Die Ent- stchung des historischen Materialismus(Thrsen über Feuerbach, Anti- Proudho», Kommunistisches Manifest), Die Ausbildung der dialek- tischen Metbode. Marx und Hegel, Engels' Aeti-Dühriug und Feuerbach, Engels' letzte Modifikationeu des billortschen Materialismus und Lalalle als Philosoph.— In der Vorrede ,u seiner be- kannten Gckrift:„Entwicklung deS Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft' hat Friedrich Engels den Satz niedergeschrieben:„Wir deutschen Soziallsten find stolz darauf, abzustammen nicht nur von Saiut-Stmo», Fourier und Owe», sondern auch von Kant, Fichte und Hegel." Unsere drei großen Theoretiker, die Begründer der deutschen Sozialdemokratie, find nicht bloß von der Philosophie her zum Sozialismus gekommen, sondern ste haben auch über aller ihrer Beschästigung mit Nationalökonomie, Recht, Eozialgeschichte und sonstige» Wissenschaften und vor allem über ihrer nngeheureu prak- ttsch-politisckeu Arbeit den Znsammenhang mit der Pyilofophie nie- mals vergessen«ud niemals verleugnet. In diesem Sinne dient Vorländer« vortreffliche Nein« Schrift der Belehrung und Auf- klärung. Dieser Ausgab« dient auch ein« kleine im BorwärlS- Verlag erschienene Schrift von Dr. John Schikowski, die„Sitten- und Charakterbilder au» der franzö- fischen Revolution" in plaudernder Weise entrollt und doch. auf gründlichem Quellenstudium beruhend, die Gestalten der großen Reooluktousepoche von den Euistellungcn bürgerlicher Lügentraditton remigt, die besonders im Geschichtsunterricht grasstert. von den Greueln der Baslille, von Morat, dem Btelverleumdcten, von Danton, Robespierre, DeSmoulin u. a. m. gibt der Be» fasser leicht verstäub- liche farbige Charakterskizzeu. die ohne methodische Schwere der Geschichtsschreibung dem Leser anregende und unverfälschte Blicke. hwter die Kulisse« welchistorisch« Geschehens eröffne«.-h* .Da» Problem de» Todes" behandelt Professor Earl Ludwig Schleich in einer soeben bei Ernst Rowohlt erschienenen Schrift. (Geh. 6,50 M.. geb. 10 M.) Als At�t und Seelenforjcher spricht er eindringlich von der Idee und dem Mechanismus des Toves. Tod ist ihm die Uebernahme des persönlichenAnteils an der Fortbildung der Idee vom Leben an das All. Leben ist also nicht nur lang- same» Sterbe«, sondern auch stetes Neugeborenwerden bis zur Erschöpfung der Wiederersatzfähigkeit der Zellen. Allseele, ein Versuch einer Charakterisierung de» Weltengeistetz in der Religion des Sozialismu». Bon Dr. Gustav tzeffmonn. Verlag für sozialistische Lebensk«lt»r, Rostock. 1820. Preis 3,20 Uk. Da» Horthq-Album— die Greuel der weiße» Garde i» Ungarn— ist enl standen nach Zeichnungen des berühmlen«nga- rischcn MalerS Michael vir6. Um die in ihm festgehaltenen Szenen auch«eiteren Kreisen zngängtg zu machen, hat stch die Ar b et t« r, Buchhandlung w Wen VIII, Alserstraße 68. entschlossen, diese der Wirklichkeit eulnommenen Entwürfe in verkletnerlem Maststabe herauszugeben in Dreiforbendruck als AnfichiZtartenserie. 20 Stück für Kr. 2».— oder MZ. 10.-.. Die Zusendung erfolgt portofrei! gegen Einsendung de? Betrages. „Der Roman einer Frau", Lothar Schmidt» dreiaktiges Lust- Siel, dient jetzt dem Trianon-Theater als Amüsier kitzel nes zahlungsfähigen Publikums, dem di« pikant garnierte Ehe- brüchelei ein Leckerbissen ist. Für diesen Geschmack ist Olg» Lim- bürg di« richtige Darbietung und Eugen Burg justament der Liebling mit angegrauten Schläfen. Ansätze zu Charakterkomik. die stch in ihren Rollen nur spärlich finden, wurden von Julius Falkenstein sowie von Rosa V a l e t t i und Ida Wüst künst- terisch ausgeprägt und menschlich amüsant gesteigert. Serhart Hauptmann hat ein neues Drama„Magnus Garbe" vollendet. Seine„G r i l e l d a" hat er in neuer Fassung dem KleinenTheaterznr Aufführung überlassen. Im Schauspielhans« wird Rosa Poppe am 28. September zugunsten des in Not geratene» Märkischen Wandertheaters die „Maria Stuart' spielen! Da« neue Drama Ernst Toller«,»Masse Mensch", welche» bisher von der Zensur verboten war. ist uunmehr freigegeben worden. E» wird«och i» dieser Spielzeit zur Uraufführung kommen. g Fritz Kreisler gab nach seiner Rückkehr au« Amerika in der über» Uten Philharmonie ein Konzert, das von ihm zugunsten der e'rliner Waisenhäuser veranstaltet war und außer dem Geld für die Wohltätigkeit den reichsten künstlerischen Ertrag brachte. Kreisler ist und bleibt der bewundernswerte Meister höchster Eeiaenkunlt,«nd von Michael R a u ch e i s e n feinfühlig v begleitet, riß er vas Publikum mit seinen Darbtewngen von Bivaldis Biolinkonzert bis zu den felbstbearbeiteteu bravouröse« Kreisler-Stücken zu begeisterten Ovationen hin.; Rest Langer spricht am 4. und 7. Oktober in der Berliner Sezession zum ersten Male Heinrich Heine. Die neue Ausstellung der Berliner Sezession, die der Maler«! «»d Plastik gewidmet fein wird, soll Anfang Oktober eröffnet werde», 1 �.politischen Arbeiterräte" in Süd-Bayern Aus München wird uns geschrieben: Wenn man die..Rote Fahne" liest, so könnte man meinen. dafj die deutsche Arbeiterschaft keinen größeren Wunsch hat. als sofort politische Arbeiterrate zu wählen. Auch in .Bayern wiederholen die Ä o m m u n i st e n bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit diese„Parole", so daß die Ein- tönigkeit einer tibetanischen Eebetmllhle gegenüber dieser stumpf- sinnigen Methode interessant erscheint. Die Folge dieser ganz unmotivierten Eeschreie, das wohl nur dem Streben entspringt, tmmer etwas besonderes zu haben, ist, daß Verwirrung in die Arbeiterschaft getragen wird. In München drückten die Kommunisten in der Vollversammlung der Betriebs- rate in zwölfter Stunde ohne Debatte einen„einstimmigen" Be- schloß durch, die Wahl politischer Arbeiterräte sofort vorzuneh- men. Für die Klarheit der K. P. D-=..Politir ist bezeichnend. daß mit diesem Antrag ein zweiter verbunden war. in dem die bayerische Regierung aufgefordert wurde, die Orgesch zu ent- w offnen(I). Also die Forderung an eine reaktionäre Rdgie- rung, ihre eigene Machtgrundlage zu beseitigen. Die Münchener Arbeiter wußten natürlich nicht, was fie mit der„Parole" der Kommunisten anfangen sollten. Wo der Ver- such zur Wahl von Arbeiterräten gemacht wurde, siel er kläglich aus, weil die meisten Arbeiter kein Interesse zeigten. Trotzdem wurden dies«„Erfolge" triumphierend in der K. P. D.-Presse ver- kündet, �n Augsburg beunruhigten die Kommunisten mit ihrer Zauberformel..Wählet politische Arbeiterräte" die Arbeiter- s.haf. so lange, bis die Parteileitung der � � P. D. stch ent- ich?, ihnen den Willen zu tun und ein Exempel zu statuieren. Der iiii dl« Wahlen von den Kommunisten vorgeschlagene Auf- ruf ist ,° charakteristisch, daß einige Stelle« angeführt werden mögen. Zunächst wird der Bannstrahl gegen die E-werkschaften geschleudert, und die säubern, sehr netten und jungfraulichen Ar- befterräte als Ersatz empfohlen: Di.«ewerkschaften find auf dl««rrlngnn«««lner Pages- vortetl. eingestellt, die vetriebsrSte«ind w ihrer«ti�.it durch re-tti-när«««setz« eingeengt. gilt« für da. Proletariat. sich Organisationen fn schaffen, die de« schweren Kamps d« folgenden Tage gewachst, find: Da. find nnr die politische. ÜröcUtttfttc** Dann wird nach der übliche« wahrheitsliebenden Methode be- i Arbelte» von Münch«, nnd onfm vetwiel norangegange» nnd habe» einmütig die poli. tischen ArbeUerrät« gewählt." Wie es in München-n-fi-ht. �°*«n �aben"� «iirni-T fSenoilen erklären uns. nicht, gemerkt zu haben. Zum Nuß wnden»i�enigea verflucht, die nicht st-wll«,«i. die �"�Ide� der die Hand g-S«« die poNtchche««rbeiierrkte er- bebe«bebt fich gegen-ns«e rnfilsch«««rüder, sed«. d« gegen L stimmt, stimmt»ilr die«Miktion nnd Kapital." m nicht gerade erfreulich, daß ein derartige, llnfinn auch ««tee-r Vartetorganifation unterschrieben stürbe. Unsere Ee. I�en tttlärten aber, daß verkappte Kommunisten w "?Eter Parteiversammlung einen Beschluß durchsetzen nnd die LZlewmg danach handeln mußte Di«„Altion" f«el»°türlich t°. Wafire da die Masse der Arbeiter gar kein Interesse für die Wahlen zeigte Damit dürfte einig« Abkühlung bei de« Kam- �Mäbrend"in�Aogs�rg Sewprkschasten und vetriebsräte für erklärt wurden, haben pch in München die Kommunisten « gewandt..« dt. Wahle« zn de« politische» Arbeiter- �.(Lusühren. Da- erklärt stch daran», daß in»ug»b«rg ». Gewerkschaften nach ganz»nter rechtssozialistischer Führung »7«,« während in München mehrere Lerbänd«(darunter Me- «ngo?beiter und Holzarbeiter) von U. S. P. D.-Le«te« geführt und das Gewerkschaftskartell nnd der«ollzugsrat der Be- El™ oon bet u. 6. P. D. entscheidend beeinflußt wird. Bei oolitischen Entscheidungen, die die gesamt« Arbeiterschaft Er.w treten in München die Kartelldelegierten mit den vor- »«nden'der Betriebsräte-Fächgrnppe». unter Hinzuziehung von der drei Partei«�, zusammen. So entsteht ein« Körper- iLn tafc« das energischste nnd fortgeschrittenste Element der «�.iters�ait Münchens dominiert nnd in der jeder organifierte «!b!!ter leine maßgebende Vertretung steht. Es ist ihm de». �ii.«fclalut unverständlich, warum er noch einen bestnderen Ar- wäblen soll. Di« Kommunisten wollen offenbar ein. nntmcndlaeEntwicklungsphas« durch die Wahl von politischen Ar- IT™!% Lerstrlngen. nämlich dt« Eroberung der Gewerlschaf- k?r die revolutionäre Bewegung und ihre Befreiung von dem �o�erNchaftlichee reformistischer Tendenzen. Dabei wird es �-� �ist-ren. daß die nach ihrem Wunsche gebildeten in der Lust schweben, weil ihnen der organisatorische Machta�rat der Eewerkschaste« für Aktwne« irgendwelcher Art " Der stktitter�ch-�harakter der K. P- D. kam bei Gelegenheit des w!bo g«!n Zweistündige. Proteststreik, der aus An- tTb h�T Nerbaftung des kommunistischen Landtagsabgeordneten Eilen berge �-klami-rt worden wa� besonders kraß zum LVtUn Li- IL 6. P. D. hatte dem Antrag der K. P. D. auf einem Proteststreik zugestimmL da man die Herausforderung . r-Pöhner-Roth- Bande nicht unbeantwortet n�wetot lassen durfte Die Parteileitung war sich aber aalt* klar darüber, daß dieser Aktion, bei der gegenwärti- een Skonvmilchen Situation, nur geringer Erfolg deschieden sein gen öro'rvm i-n wurde von den Kommunisten mit einem 'Tr« schimpfe anf-dipMallende, Arbeiter wüst ein I zzewei«, daß ihnen jede Fühlung mit den Mallen fthlt'und sie überhaupt das Wesen der Massenaktionen Kassen fehl iabelL ganze Weisheit besteht eben oari»! den Mafien ihre Erlösungsrezepte. die je nach Bedarf wechseln, aufzudrängen.___ Nie amerikanische soziaNstische Partei and die 3. Internationale mw». Stellungnahme der amerikanischen sozialtstische« Partei s viele ZweU-l nnd UnNarheiten. die durch unzutreffende Irfhmbie hier verbreitet w»rdeu, noch verstärkt worden stnd. Grunde gewinnt ein Gespräch erhöhte? Juteresse. daS ™« ol �,..t in Pari? mit dem Genossen Echloßberg. � �"«-..�att�kretär der Bereinigten BekleidungSindustrie-Gcwerk. ?'mt.®." J fll,f der Tnrchreif« einige Tage in Paris auf. Mackd m G-rofs- Schl-ßb-rg zuerst das Werden seiner Gc- -�r.i.Üfr and seinen steten Kampf mit den Gompersieuten g«. ISA"«'•"" K**°"' "**5"?--«-> 6»« it™ SI«»lu| im «r'in.w beschlossen, weist aber die unerfüllbaren. «.�.annae» zurück, die der M-Sk--er«ongreß leg--«Ul.«Sir werde» die DiSkusfio» fort, i schen müssen, damit dke MoSkauerJnternatiouak« eine wirkliche Internationale, statt einer rein russischen Gruppe wird." Urber das Stärkeverhälliits seiner Partei sagte Genosse Schloß- berg, daß sie durch die Abspaliung der Kommunisten etwas ge- schwächt fei, daß diese aber wegen ihreS illegalen Charakters an jeder Aktion verhindert feien. Wo bleibt da die Aktion der Masse? Wahlrechtsraub in Hamburg Aus Hamburg wird uns geschrieben: Im Ortsstatut der U. S. P. Hamburg heißt es, daß die Auf- stellung der Kandidaten zu den Parlamenten, Parteitagen und Kongressen in den Distrikten stattfinden müssen. Die Wahl der Delegierten findet durch U r w a h l statt. Diese Bestimmung hat es den„Radikalen" schon längst angetan. Bei den letzten Ur- wählen hatte sich ja herausgestellt, daß in Hamburg noch sehr viel Mitglieder sind, die nicht dem„linken" Flügel nachlaufen. Jetzt soll nun mit allen Mitteln versucht werden, zum Parteitag nur solche Mitglieder zu wählen, die die 21 Thesen schlucken wollen. Zn der Mitgliederversammlung am 23. September wurde des- halb vom Vorstand beantragt, das Ortsstatut zu ändern. Im er- wetterten Vorstand hatten von IS Mitgliedern 6 dagegen gestimmt. Der Vorsitzende erklärte in- der Versammlung, die ll r- abstimmung sei eine Schädigung der Mitglied- s ch a s L Sie beweise das Gegenteil von der wirklichen Meinung der Mitglieder. Wer nicht zur Versammlung komme, der sei kein aktiver Genosse und habe nichts zu sagen. Ein anderer Redner er- klärte, man wolle verhindern, daß Anhänger der anderen Richtung gewählt werden. Zn der Urwahl kom auch nicht die wirtliche revolutionäre Stimmung zur Gel- tu- Rührend war es, daß man dieBeseitigung auch damit bu Sti ctc, den Mitgliedern nicht einen schönen SoiMtag zu nehmen. Wei er wurde erklärt, entscheidend sei das, was am zweckmäßigsten sei. Die Beseitigung der Urwahl sei keine taktische sondern ein« — prinzipielle Sache Ein ganz„Radikaler" erklärte, wenn man in Versammlungen wählt, dann werden die Heuchler und Dema- gogcn zur Streck« gebracht. Die Begründung dieses Vorstandsantrages selten, der Funktio- «äi war so, daß sich jeder preußische Junker deren nicht zu schämen brauchte Ost kamen einem die„Argumente" so bekannt vor. man hatte st« ja wiederholt im früheren preußischen Landtag von den Anhängern des Dreillassenparlaments gehört. In Ham- bürg habe« die ehemalige» Strauchritter gelehrige Schüler ge- funden. Wie nicht anders z» erwarten, wurdedtellli. i mmnng beseitigt. Ein einfache» Mittel, um„richtigc Wahlen zn machen, ist gesunde«. Wen« nun Hamburg nnr„radikale" Dele- giert« zum Parteitag entsendet, werden dieselben sich wohl schwer- lich ans die Massen berufen können. Wenn man den eigenen Parteimitgliedern das Wahlrecht raubt, und das mit revolutio- nären Phrasen beschönigt, dann hat man bewiesen, daß man in einer unabhängigen sozialdemokratischen Partei nichts mehr z« suchen hat nnd schuellsteu» zu der K. P. D. gehen muß. Die Stellung der Organisationen Wiesbade« Die preMonsere»»«ahm mit Mehrheit eine Resolution an. die die Notwendigkeit eine« AnschlnfleS mit den sozialrevolutionären Parteien der etnielnen Länder an die dritte Internationale betont, die Snfchlußbedinguugeu jedoch ablehnt. Biebrich a. Rh. Sin« SberfüM« Mitgliederversammlung lehnte mit«drückender Mehrheit die Moskauer Anschlußbedingunge» a b. Bezirk Frankfurt a. M. Parteiorganssationen in Fulda. Marburg. Dillkrei». £ Kl-,,nL,n,nAe?roe*etwalb' Rüssel, heim(Bezirk ftranlfnrt eMail) lehnten die Anschlußbedingungen Moskaus ab. Die NorwendigkeU«tnSe Zu'ammenschlnsseS der sozialrevolutionären üfJk k1 m' n" mit der dritten Internationale w»rde auch von den Genosse» dieser Kreise hervorgehoben. Dessau , vortAer Woche fand in Dessau ein« MitgNederver- !f.Ih«innßf t in der die Genossen Dittmann 4ta■ R.«.-�"�iußbedingungen der 3. Znter- �"onale referierten. Am Mittwoch wurde die Debatte darüber «w üe führt. Die Versammlung stellte stch mit 8S gegen 3« Stimmen auf den Standpunkt, daß die Anschlußbedin- gnngen abzulehnen sind. sind. Erfurt In ein« Parteiversammlung ergab die durch Stimmzettel vor- genommene Abstimmung 101 Stimmen für eine Resolutlon g R die Bedingungen und 226 Stimmen für eme Resolutwn. Annahmeder Bedingungen empsahL Auf d« in Münster stattgefundenen Vertreterversammlung der Ortsaruppen der ll S. P. des Münsterlandes wurde besmlossen. dem Parteitag in Halle folgende Resolution zu unterbreiten: -Ammer klarer und schär?« tritt der Klassenkampf in das Be- wußtsein des arbeitenden Volkes. Es übersieht und erkennt die jer--°ilige Position der um Sieg und Herrschaft kämpfenden kapita- listrschen und sozialistischen Mächtegruppen, ihr Vordringen oder rhre Niederlagen. Es beginnt kritisch zu prüfen. Das Ergebnis dieser Kritiken ist die Bestätigung oder Aenderung der bisherigen Kampssührrntg, eine Vertrauens- oder Mißtrauenstundgebung zu den bisberigen Führern. Eine solche kritische Prüfung nimmt das in der ll. S. P. organisierte klassenbewußte revolutionäre Prole- tariat Deutschlands jetzt vor. Es konstatiert:„Trotzdem immer neu« Massen zu den Fahnen des revolutionären Proletariats stoßen, trog der für den proletarischen Kampf günstigen Wirtschaft» lichen und politischen Bedingungen, die den revolutionären Willen immer von neuem wieder aufveitschen, ist es nicht ge- lungen, die Errungenschaften des g. November zu sichern, ge- schwelge denn, die Revolution voranzutreiben. Der Kapitalismus ist wieder erstarkt, die Machtmittel des Staates befinden sich wieder in seiner Hand. Das revolutionäre Proletariat«kennt deshalb eine Aenderung der bisherigen Kampssiihruna als unbedingt geboten und erblickt in den Bedingungen des 2. Kongresses der 3. Internationale eine Kampfform, die ihm die Garantien des Sieges verspricht. Es nimmt diese Bedingungen an und tritt in die Gemeinschaft der 3. International«, in ein« einzige Kampffront des revolutionären Wettproletariats." Landsberg a. W. Die Ortsgruppe Landsberg a W. beschäftigte sich am 39. September mit der Frage der Znternatioiiate. Genossin Wn l f-Berlin trat in eingehenden AuSfübrunaen für Ablehnung der 21 Bebt»« gungen ein, während Genosse R o f e« h- r g- Berlin die restlose Dnlchiuhrung der Bedingungen fordert. Nachdem tu der Diskussion Lertrelcr beider Richtuage« gesprochen hatten, fand die folgende Resolution mit großer Mehrheit Annahme: „Dte außerordentliche Mitgliederversammlung der ITT.P. OrtS- pe LaudSberg a. W. erklärt sich für de»«uverzüg» e« dis-kteu Llnjchlnß der Partei«.rommINIon beiichiint, heil". Iresspunkt abend,» Uhr bei cklrüggow, Sei ll' siHHfl. Fr-iienleseabend. Montaa, 7 Uhr. In der Sch-lanl-«öttger- Eck» Ponkstrane Vortrag. Fronenarbeitokommilfion Vt Stund« vorher im selben Kaum. Kommission tue L«odi»Icholg-Iejgebong. Sitzung«ich Uhr pünktlich im Rathau», 3Äai!7> de» GNernratewahle« In Reutöll«: DI« Wahlhelfer meldt« flch mergen, TA Uhr ootmUIog». am Eingang der Schulen. rreplow-Loomschnlenioeg. Am Sonnwfl findet pünktlich»in 8 Uhr«In« Sitzun» »or der vezirksgeneralversamminng stall und zwar bei Sandig, Graetzttr. n. Daran nehmen citl; der erweiterte Vorstand, der Aktionsrat und dl« Kandidat«» beider Äichtunzen......„ Paulo a>. Die Genosse» und Genosstanen mit ihren Kindern treffe» stch»» Sonniog z»r Demonstration Wollank- Cfce Brehmeftratze um liVo Uhr. Weistense-. Zwecks Detelllguna an der grossen Demonstration morgen Sonnta«. nochmittaas 2 Uhr, im Lussgarien, steilem ssch unser« Genossen, Genossin»«, NN» marschsübigen Kinder um>.hl Uhr aui Antonplatz und Mar-Stelnle-Stratze. Schimeberg-ssi-Irtenoo. Zur Demonstration Im Luftgarten tresfen stch die Se- nosstnnen und Genossen mit den Ichulpslichtigen Kinder» WA Uhr am Kaisea» Wilhelorplatz. Abmarsch pünktlich, Verantwortlich lür die Kedaktlon: Lea Li eb Ich ü tz. Berlia-Friedena». ve» antwortlich kür den Inseratenteil r Ludchi««omeriner.«arlshorst.— Verlag-genoss-nlchast Freiheit"«. G, m, b, Berlin,- Druck der �srerhrit�» Druckerei S. m. b, H., Berlin C, Breite Stratz« S-S. ZUR DISKUSSIOH UBER DIE 3. IHTERHATIOHAIE DSKTATUR UBER DAS PROLETARIAT ODER DIKTATUR DES PROLETARIATS DAS ERGEBNES VON MOSKAU VON TONI SENDER 16 SEITEN s 00 PFENNIQ ZU EE7SEt2EN DURCH DIB BUCHHANDLUNO„FREIHEIT", BERLIN CS, BREiTESTRASSE S O OROANISATIONEN. ERHALTEN RABATT Soeben erschien Heft 30 Der moderne Streikbruch sReich Illustrierter Artikel). Der Preu ienhimmel ch»!«»»»rschrist.f.rt UM» TO».,!«»*.«eitere«D.rt I« X«(t tr- TO». �...TtRtnRtntr-ooKTRmten.m.r Verkäufe m«-Sen Geschastsaufgade. MobtrneDil» der. bedeutend heradgesetzte Preise. Schönhauser Allee 123», Laden. tvenossr» l Anzüge, eben- bürlig jeberMatzorbeit, in«lau. Kammgarn, Twill sowie Sulo- wog, geftreisle Hosen, Paletot», finden Sie nnr bei Burgherr, Blitzer Srratze 20, vorn It. SO»!, billiger wie im Labe«. 'UU.imfachsr 160.— I Kreuz- füchse i«otfüchsel SNesrnaua. wähl I Uhienverkauf I Sold. 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