Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Mittwoch, 29. September 1920 Nummer 408• Morgen-Ausgabe DA nttttnt rat eomrtag««*»_ Montag» mn «q-g,prrt» brtrSgl M frri" Zustellung in» Hau, fflt»rost-Berlin 10,— tB. w»»orou» iatjlbot, von tn Spedition selbst»bgebolt 8,50 M. Für Post« »epig nebmen sämtliche Poftonftalten«est-llnugen entgegen. Unter Steeisban» bezogen säe»entschl,»d nnd Oesterreich 18,50 M., fflt ba» flbri� Zln»l-Nd 21,50 M. imflgltd) vawta-flluffchlo», per Brief für Deutschland med Oesterreich 50,— M. COttMlUa MO D erlag! verlt» C S, vrrtt» Dtraste»»«. DK»chtgespalten,«onpareilfeieNe ober deren Baum kolkt 5,— M. einschliestlsch reuerungozuschlag.«leine Anzeigen; Da» settgebruchte Wort 2,— M., jede- weiter, Wort 1,50 M., elnschliestlich Teuerungezufchlag. Lausenbe Anzeigen-laut Tarif. Aamilien-Anzeigen und Ltellen-Desuche 3,20 W. nett» pro Zeile.@f"~ » Wort�lnzeigen: bat s-ttg-drulkt- W-—•-"- ------........---— Wort 1,50 M., sebe, weitere lPorr 1,—____ Smwcha: Satrsa 2030, 261t. ttlt 1603. 1635. 1610, ION. $erRner-Otyan ber Viurthättölgea S�ialöemfratie Seamranös Die politische Lage in Frankreich Von Jean Longnct-Paris.*) Die gegenwärtige politische Lage in Frankreich wird weiter in sehr hohem Maße von den bejammernswerten allgemeinen Wahlen vom 1K. November des letzten Jahres beherrscht, die infolge eines Zusammentreffens von Umständen, auf die wir hier nicht zurück- kommen wollen, die überwältigende Stimmenmehrheit jenem sonderbaren Konglomerat von kleinbürgerlicher Reaktion, alber- nem Chauvinismus und zynischer Plutokratie gegeben haben, das man den„Nationalen Block" nennt. Dieser wieder wird verstärkt und unaufhörlich vorwärtsgestoßen in immer reaktionärere Bah- nen durch das rein monarchistische und klerikale Element, dessen Prototyp der Journalist niedriger Polizeipolemiken ist, der höchst unwürdige Sohn eines großen französischen Schriftstellers, Herr Leon Daudet. Diese Kammer des Nationalen Blocks, zweifellos die reaktio- närste, die Frankreich feit 1871 oder selbst seit 1815(der Wieder- einsetzung der Bourbonenj gekannt hat. zeigt, daß einzig der mili- tärische Sieg diesem Lande ein so reaktionäres Parlament geben konnte, wie das war, das ihm die Niederlage eingebracht hatte Angesichts solcher Abgeordneter finden Herr Millerand und sein- Regierung nicht nur gar kein Gegengewicht und gar keine demokratische Kontrolle, sondern sie sind im Gegenteil häufig ge- zwungen, den schädlichen Eifer jener Vertreter der rückschrittlichsten Ideen zu mäßigen. Man hat dies neuerdings recht gut gesehen, bei Gelegenheit der Machinationen unserer Regierung gegenüber dem imperialistischen und klerikalen Polen und seinem nicht zu rechtfertigenden Angriff a-g-n dl- Sowjetrepubttr. Di« Regierung des Herrn Millerand bat sich sofort Hals über Kopf in die Abenteuer der polnischen Feudalen gestürzt. Sie hat die Feindschaftskundgebungen aeaen die russische Republik vermehrt, nicht nur indem sie den polnischen Armeen fortgesetzt Gewehre, Geschütze und Munition schickte sondern dadurch, daß sie der polnischen Regierung den General- stabschef Marfchall tü 0 ch und den General W e y g a n d sandte Man weiß, welche Rolle er kn der neuen polnischen.Marne- schlacht". wie unsere„großen" kapitalistischen Zeitungen sagen, gespielt hat. Es war zweifellos vorbereitet, nach drüben zu gehen und. trotz des Widerstandes Englands, dessen Regierung die starke Oppo- sition der organisierten Arbeiterklasse fühlte, dem Krieg gegen das sozialistische Rußland eine direktere und zynischere Form zu geben. Trotzdem hat man mit dem Erwachen der öffentlichen Mei- nung rechnen müssen, das ja nun auch im"ganzen Lande erfolgt ist, selbst außerhalb der Elemente, mit denen die sozialistisch« Partei und die Gewerkschaftsorganisationen in engerer Fühlung stehen. Der Feldzug gegen den Krieg gegen Rußland, ja gegen den bloßen Gedanken, daß der verfluchte Krieg wieder anfangen könnte, der von einem bis zum andern Ende des Landes geführt wird, entspricht zweifellos so genau dem tiefen Gefühl der Volks- massen, daß sich uberall in den sozialistischen Versammlungen Taufende und Zehntausende von Zuhörern zusammenfanden. Bei all denen, die den furchtbaren Albdruck der vier Jahre Weltkrieg erlebt haben, gab es ein allgemeines Aufbäumen der Empörung bei dem Gedanken, daß„das wieder anfangen könnte." Neben diesem Faktor hat ein zweiter machtig mitgewirkt: das Gefühl inbrünstiger Liebe für d.e«ste große sozialistische Republik, die die W-lt je gesehen hat, em Gefühl, das sich überall in der ganze« Welt bei den zum Bewußtsein ihrer Klasseninteressen erwachten Massen offenbart. Diese Bewegung war s» mächtig, daß sie trotz des frenetischen Hasses unserer besitzenden Klasse gegen das schädliche Beispiel, das Rußland den Proletariern aller Lander gibt, eine unbestreitbare Reaktion in den Regierungskreisen herbeigeführt hat. wo man fühlte, daß es bei alledem nicht notig sei. dem Volksempfinden all zu öffentlich Trotz zu bieten. Wenn man zu diesem die täglich sich mehr offenbarenden Niederlagen des Abenteurers Wrangel hinzufügt, den Herr Millerand abgeschmackterwcise mitten in der Krisis anerkannt hat fman sagt, unter dem Einfluß eines Diplo- maten, der ganz durchdrungen ist vom Karriörismus, Herrn Paleologue. des ehemaligen Eesandten bei Nikolas I!.). und den Zusammenschluß der„Kleinen Entente", bestehend aus der Tschecho-Slowake,. den Jugo-Slawen und Rumänien gegen das Weiße Ungarn, deren Benehmen im Hinblick auf unsere führenden Reaktionäre ein wenig unabhängig ist, so wird man sich die Gründe sagen können, die unsere Herren der„großen Weltpolitik" zu etwas mehr Bescheidenheit veranlassen. Trotz alledem s�en diese Ereignisse wie auch die inneren wirt- schastlichen- und politischen Schwierigkeiten, da» immer erschrecken- dere Steigen der Lebensimttelpreije(das sich für die Volksmassen in der Erhöhung des Brotpre.ics auf 1.30 Fr. für das Kilo zeigt). die immer zynischeren Zugeständnisse an den Klerikalismus, für die die demnächstige Wiederherstellung der Gesandtschaft bei dem Vatikan ein Symbol istz d«r sozialistischen Part«:.-in Angestellte vor die Front! Kontroversen, die .'1-On««ureau für. Internationalen Meinungsaustausch stellt Kollegen! Kolleginnen! Unter den furchtbaren Wirkun- gen des Weltkrieges sind die Massen der Angestellten aus einem Traumzustand patriarchalischer Wirtschaftsauffassun- gen zur tieferen Erkenntnis ihrer Klassenlage erwacht. Tau- sende unserer Berufsgenossen, die irrgeleitet waren, wandten sich von den Harmonieverbänden ab und eilten in hellen Scharen den freien Gewerkschaften zu. Das gewaltige Er- starken unserer Afa-Bewegung ist der lebendige Ausdruck für den entschiedenen Willen der Kollegenschaft, die Angestellten- bewegung aus den Schranken engstirniger Berufs- und Standespolitik herauszuheben und sie zum wichtigen Faktor in den herangereiften großen Entscheidungskämpfen zwischen Kapital und Arbeit zu machen. Eure Gewerkschaften werden der ihnen gestellten großen Aufgabe aber nur gerecht werden können. wenn die Angestellten in den Betrieben bereit sind. selbst an der Umgestaltung der heutigen rein privatkapi- talistisch gerichteten Wirtschaft zu einer höheren soziqlen Ordnung mitzuwirken. Es darf deshalb nicht genügen, gegenüber der wachsenden Arbeitslofigkeit und Teuerung Unterstützungen und Lohnerhöhungen zu fordern. So wichtig es auch sein muß, die Angestellten gegen die Not und das Elend, wie sie durch die Wirtschaftskrise hervorgerufen wer- den, zu schützen, so darf doch nicht vergessen werden, daß wir gleichzeitig gegen ein chronisches Uebel, nämlich gegen die kapitalistische E e w i n n w i r t s ch a f t anzukämpfen und die geistige Vorbereitung für ihre Ab- lösung in eine für und durch die Gesellschaft betriebene Bedarfswirtschaft zu treffen haben. Der Weg aus■ dem heutigen kapitalistischen Chaos zum Sozialismus führt über die Kontrolle der Produktion. Die Betriebsräte, denen unsere Afa von Anfang an diese Aufgabe zugewiesen hatte, müssen in die Zusammen- hänge der heutigen Warenerzeugung und Verteilung ein- dringen. Ihre Erfahrungen im einzelnen Betriebe bilden die Grundlage zum Meinungsaustausch in den Industrie- gruppen, um das gemoinschaftliche Treiben weiter Unter- nehmerkreise mit Tatsachenmaterial belegen zu können. Es ist bezeichnend für den Grad der bereits eingetretenen Unter- nehmersabotage, daß jetzt sogar das R e i ch s w i r t- > ch a f k s m i n i st e r i u m dazu übergehen muß, die Ent- scheidung über die Stillegung von Betrieben von der vorherigen Prüfung durch Sachverständigen-Ausschüsse unter Hinzuziehung von Arbeitnehmervertretern abhängig zu machen. Wenn diese Prüfung lediglich nach allgemein- volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen soll, dann waren aber in erster Linie die Betriebsräte und ihre in Ge- meinschaft mit den Gewerkschaften geschaffenen Industrie- gruppen die berufenen Entscheidungsstellen. Man soll der organisierten Arbeitnehmerschaft erst einmal die Möglichkeit geben, in die Geschäftsgeheimnisse, d. h. die P r 0 f i t g e-> yeimnifse der kapitalistischen Betriebe hin- einzuleuchten, um eine wahrhaft produktive Er- werbslosenfllrsorge, d. h. die Erschließung von ge- steigerter Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Der Einblick der Betriebsräte in die Produktion ist durch die verklauselierten Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes und den organisier- ten Widerstand des Unternehmertums aufs äußerste erschwert. Es kann in jedem Falle nur erzielt werden, durch die all- seitige Mitwirkung der Angestellten. Die scharf durchgeführte Arbeitsteilung macht es freilich auch den Angestellten schwer, den Ueberblick über die gesam- ten Geschäftsvorgänge zu gewinnen. Der Buchhalter, der Kalkulator, der Werkmeister, der Konstrukteur, der Ex- pedicnt, der Verkäufer und all die übrigen Angestellten müssen indes bewußt fein, daß sie zwar vom Unternehmer zum mechanischen Teilarbeiter bestimmt sind, aber gleichzeitig als Kämpfer der gesamten aufstrebenden Arbeitnehmerschast die Pflicht haben, aus ihrer täglichen beruflichen Kleinarbeit Material zu sammeln und Schlüsse zu ziehen. D i e A n g e- stellten si»d in der Lage, dem Betriebsrat Aufschlüsse über die Noh- und Hilfsstoffvcr- sorgung und über die Absatzverhältnisse zu geben. Der Betriebsrat wird seiner wirtschaftlichen Aufgabe nur gerecht werden können, wenn die A n g e st c l l- ten, die von den laufenden Abschlüssen und Verbindlich- keiten näher« Kenntnis haben, ihm beratendz urSeite stehen. Auch die einfachste Tätigkeit wird zur Erfassung der Eeschäftszusammenhänge wichtig. So gibt es keinen Ange- steAten, der nicht berufen wäre, an dem großen Werke mit« zuwirken. Darum begreift die historische Mission der Angestellten und stellt Euch den Betriebsräten zur Verfü« g u n g. Wir verkennen nicht, daß das hier notwendige Ver- lrauensverhältnis zwischen Angestellten und Arbeitern heute noch Störungen erfährt, weil ein Teil der Arbeiter über die organisatorische Zusammenfassung der Betriebsräte einen von unserer Auffassung abweichenden Standpunkt einnimmt. Diese Organisationsfragen der Betriebsräte dürfen aber auf keinen Fall zur Trennung von Angestellten und Arbeitern in den Betrieben führen. Die solidarische Aktions- fähigkeit der Angestellten und Arbeiter steht über allen Organisationserwägungen. Kollegen, Kolleginnen! Denkt über den Tag und Eure eigene Not hinaus, denkt daran, daß der Kapitalismus die Begabung des Kopfarbeiters stets nur gekauft hat, um da- mit eigennützigen Menschenhandel zu treiben. Der Sozia- lismus allein sichert dem wirklich Begabten die füh- rende Stelle im Wirtschaftsleben, er wird die Güter ver- mehren und verbessern! Arbeitsgemeinschaft Freier Angestelltenverbände Der Vorstand Aufhäuser Arba» Internationale in der Partei stattfinden, dem Sozialis- Mus den ganzen Vorteil, den er aus einer solchen Situation ziehen könnte, zu rauben drohen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß infolg« der schmerzlichen Nie? Verlage des Generalstreiks, der am 1. Mai unter den leichtsinnigsten und ungeschicktesten Bedingungen veranlaßt wurde, eine ziemlich starke Reaktion sowohl in den Parteigruppen als auch in den Eewerkschaftsorganisationen eingesetzt hat. Der be- trächtliche Verlust an Stimmen, den die extreme Linke auf dem letzten Parteitag im Juli erlitten hat, bewies, daß der kin- dische und mystische„Extremismus", der ziemlich oft das Kennzeichen der erbittertsten Parteigänger der bolschewistischen- Me- thoden war, sich im Rückgang befand. Das hinderte das Prole- (ariat nicht, sich ganz der Verteidigung der russischen Revolution hinzugeben. Zeigt das Beispiel Englands, nicht, duß man mit äußerster Energie gegen die Henker Rußlands kämpfen kann, ohne deshalb auf rein sozialistischem Gebiet unterwürfig alle Direktiven aus Moskau an- zunehmen? Die Rückkehr von E a ch i n und F r 0 s s a r d aus Rußland hat alles wieder in Frage gestellt. Unsere Genossen haben, begeistert von dem gewiß einzigen Werk unserer russischen Genossen, von der bisher unbekannten Größe des sozialen Versuchs, den sie wagen. daraus geschlossen, daß man in die Moskauer Internationale«in- treten müsse, felbst um den Preis der schwersten Opfer, die von uns in unserer sozialistischen Innenpolitik verlangt werden könnten. In Wahrheit. herrscht in der ganzen Debatte noch eine bedenkliche Zweideutigkeit. Anstatt der einundzwanzig Bedingungen, die der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei| Deutschlands auferlegt worden sind(und wie es scheint, auch den Sozialisten der meisten anderen Länder), haben Cachin und Frossard den französischen Sozialisten neun vom Moskauer Präsidium abgefaßte Bedingungen vorgelegt, die unendlich vikl gemäßigter klingen und keine summarischen Hinrich- tungen und brutale Ausschließungsforderun» gen gegen alte und erprobte sozialistische Kämpfer, nichtsdestoweniger aber noch eine gewisse Anzahl von gefährlichen Klauseln enthalten. Bevor man die Debatte weiter fortsetzt, ist es nötig zu wissen, ob der französische Sozialismus sich wirklich auf diese besonderen Bedingungen äußern soll, oder auf die allgemeinen in der„Freiheit" veröffentlichten Bedingungen, die die Unabhängigen Sozialisten Deutsch- lands so entschlossen ablehnen zu wollen scheinen und die die Parteileitungen der Schweizer Sozialisten und der Englischen Un- abhängigen Arbeiterpartei schon mit Entrüstung zurückgewiesen haben. Die Debatte' ist anderseits häßlich verbogen und kompliziert worden durch die Art und Weise, wie die bürgerliche Presse sich hineinmischt, indem sie nämlich all denen, welche die Moskaus: Bedingungen diskutieren und kritisieren wollen, eine Schutzherr schaft angedeihen läßt, die jene mit Ekel zurückweisen. Die ganz- Taktik unserer herrschenden Klasse besteht augenblicklich darin das Problem der WiedetaufrichtuiG der Internationale, des Ein trittes in die Moskauer Internationale mit dem Kampf de ganzen kapitalistischen Welt gegen das sowjetistische Rußland z vermengen. Das jchafft eine Zweideutigkeit und eine Verwirrunfv gegen die die Gegner gewisser bolschewistischer Methoden, d i c auf dem Geriet der Außenpolitik zu den treue ftcn Verteidigern der Sowjetrepublik gehören, nicht lebhaft genug ankämpfen können. Leider haben gewisse Elemente in der französischen Gewerk- schaftsbcwcgung, so Merrheim, der Sekretär der Metallarbeiter Vartuel, der Sekretär der Bergarbeiter, in Erbitterung über die Heftigkeit der Angriffe, die sie von der extremen Linken erfahren haben, den schweren Fehler begangen, scheinbar gewisse schändliche Verleumdungen, deren Gegenstand die russische Revolution von seiten ihrer schlimmsten bürgerlichen Feinde gewesen ist, auf ihre Rechnung zu nehmen. Es ist sehr zu wünschen, dasi inmitten all dieser Stürme der französische Sozialismus seine Einigkeit, die seine Kraft und sein Stolz ist, bewahrt. Wenn sie unglücklicherweise verschwinden sollte, so würden unsere russischen Genossen, für die wir so viel gekämpft haben, eine schwere Verantwortung tragen, nicht nur gegenüber unserer Bewegung, sondern gegenübe: der russischen Revolution selbst, die in Frankreich die ein- zige Kraft verloren haben würde, die unsere Regierung in ihren Anschlägen gegen sie aufhalten könnte. Dreiklassenwahlrecht Die neuen Landwirtschaftskammer» Wir haben eine kurze Darstellung des vom preußischen Ministe- rium vorbereiteten Gesetzes über Landwirtschafts- k a m m e r n bereits vor einiger Zeit gebracht. Die ganze Frage der öffentlich-rechtlichen Berufsoertretung in der Landwirtschaft bedarf sorgfältigster Prüfung, einstweilen aber muß als groger Mangel gekennzeichnet werden, dag es ein Dreiklassenrecht in Aussicht nimmt. Es teilt die zu den Kammern Wahlberechtig- ten in d r e i G r u p p e n mit gleicher Mandatszahl. Die Arbeiter bilden die dritte Gruppe, stehen also einer Zweidrittel- Mehrheit von Besitzern gegenüber. Der Hauptoorstand des Landarbeiterverbandcs veröffentlicht im „Vorwärts" eine Auslassung über das Gesetz, in der er, nachdem er die Bildung von Landwirtschaftskammern, an denen die Ar- beiter teilnehmen, willkommen heißt,»benfall» auf diesen Punkt hinweist. Er schreibt: „Einspruch ist aber gegen die Dreiaruppenwahl des Entwurfs, die untv allen Umständen beseitigt werden muß, zu erheben. Die Absicht, auch die Arbeitnehmer an allen Verhandlungen der Landwirtschaftskammern teilnehmen zu lassen, wird anerkannt. Daß diese Teilnahme aber nur in einer Eindrittelbeteiliaung bestehen soll, erscheint uns mit dem Geiste der heutigen Zeit sowie mrt dem Wortlaut der neuen deutschen Reichsverfassung unvereinbar. Die in der neuen Neichsverfassung ausgesprochene Gleichberechtigung wird im Landwirtschastskammergesetzentwurf den Arbeitneh- mern versagt. Aus der Begründung des Entwurfs geht mit keinem Wort hervor, warum dies geschieht. Auch sonst ist ein Grund dafür nirgendwo erkenntlich." Der Vorstand erinnert dann daran, daß in den vorliegenden Plänen für den Ausbau der Handels- und Eewerbekammern zu Erundstützen für ein System von Bezirkswirtschaftsräten ein« paritätische Besetzung der Kammern vorgesehen ist. Er fordert für die Landwirtschaftskammern das' gleiche, indem er schreibt: „Die Voll pari tat zwischen Unternehmern und Arbeit- bcitnchmern in den Landwirtschaftskammern ist um so dring- licher zu fordern, als zu den Arbeitnehmern im Sinne des Ee- fetzes ja nicht bloß die eigentlichen Lohn- und Gehaltsempfänger, andern auch die Familienangehörigen der Unter- n c h m e r gerechnet werden." Das ist natürlich richtig. Wenn schon derartige öffentlich-recht- liche Berufsvertretungen geschaffen werden, so müssen sie zum mindesten paritätisch sein. Ein bißchen naiv will es uns indessen "-«scheinen, wenn der Vorstand des Landarbeiterverbandes nach iUjen Gründen für das Dreiklassenunrecht fragt. Ist der Macht- anfpruch der Grundbesitzer nicht Grund genug? Der Landarbeiter- verband sollte doch seine Gegner kennen und wissen, daß man mit ihnen ilicht fertig wird, wenn man höflich nach ihren Gründen fragt, sondern nur, wenn man ihren Ansprüchen die Forderungen der Arbeiter mit der gleichen Schärfe entgegensetzt. Nach den Gründen fragen, heißt die Bereitwilligkeit zur Dis- kussion über den beanstandeten Punkt aussprechen. Wir meinen aber, daß über dieses Dreiklassenunrecht nicht diskutiert zu werden braucht. „Volks-kaiferwm" In seiner am Hauptverhandlungstag« der in Frankfurt statt- findenden alldeutschen Tagung gab der Vorsitzende El aß einen Rückblick auf die Geschichte des Verbandes und schilderte hierbei die Kämpfe, die der Verband selbst gegen den Kaiser und seine Diplomaten auszufechten hatte.„Was ist aus Eaprivi geworden. was aus Bülow. was aus Bethmann?" fing Claß bedeutungsvoll an Der alldeutsche Verband habe sogar den Kaiser überdauert. Aber auch ein Unglück habe sein Gutes, dennnunsetder Weg für ein echt deutsches Volkska.sertum frei! Nach einer antisemitischen Hetzrede des Oberschulrats Bang ans Dresden, der sich insbesondere gegen die Wahl des Genossen LSwenstein als eine..Berufsschmach" wendete und der den Satz aufstellte, daß es nichls unvölkerisches als die nationale Einhens- schule gebe, ergriff Freiherr von Vietinghoff-Scheel das Wort. Er machte Mitteilung, daß die deutsche Adelsgesellscyast eine neue Adelsmatrikel anzulegen beschlossen hat. die jedoch„zu stark mit jüdischem Blut behaftete Familien, insbesondere aller seit lSOO geadelter, deren Stammvater ein Jude gewesen sei, aus- schließen.. � � Unter Heilrufen und Absingen des Deutschlandsliedes ging der alldeutsche Kriegsrat wieder auseinander. Das wahre Antlitz Die Arbeitsdienstpflicht Das„Berliner Tageblatt" bemüht sich ernsthaft um die Idee der Arbeitsdienstpflicht, was sicher nicht nur auf den der ganzen bürgerlichen Presse anzumerkenden polltiMn Stoff- � mangel zurückzuführen ist, sondern einem inneren Bedurf- n i s und dem reaktionären Wesen dieses Blattes ent- spricht. Es läßt sich durch einen Mitarbeiter auf Erund emer Unterredung mit dem bulgarischen Geschäftsträger«ussuhrlich über das in Bulgarien bereits in Kraft befindliche Gesetz ähnlicher Art berichten, das schon mehrfach als das Muster für die bevorstehende Tat des Reichswirtschaftsministers Scholz hin- gestellt worden ist. � Der Bericht gibt ein reizendes Bild. In Bulganen werden. alle männlichen Personen im 20. Lebensjahre und die werblichen von 10 bis 18 Iahren durch Rekrutierungskommi sio- neu«ausgemustert" und für ihren heimatlichen Landstrich zu Arbeits, zwecken herangezogen. Die Dauer der Diinstpflicht betrag. für Männer ein Jahr, für Frauen 8 bis 10 Monate. Innerhalb dieser Zeit erwerben die Eingezogenen„gewisse Foqttnntniss«. wie es in dem Bericht heißt, die für die besonderen Bedürfnisse ihres Kreises erforderlich sind. In Gegenden zum Beisplel, wo Fluhüberschwemmungen häufifl sind, werden sie in Dammarbeuen unterwiesen.„Die städtische Koölkerung wird uagesShr im Sinne unserer„Technischen Nothilfe" für soziale und wirtschaftliche Eventualitäten herangebildet." „Eventualitäten" sagt alles. Da aus den bisherigen, allerdings sehr dürftigen Andeutungen über die gesetzgeberischen Absichten des Reichswirtschaftsministeriums zu entnehmen� ist. daß bei dem bevorstehenden Gesetzentwurf in erster Linie an die Erfassung der Arbeitslosen in einem Arbeiterheer gedacht wird, würde ein derartiger Versuch, nach diesem bulgarischen Muster ausgeführt, darauf hinauslaufen, daß man die Arbeitslosen zwangsweise organisiert und zur Arbeit treibt, um sie im Notfalle gegen streikende Arbeiter ins Feld führen zu können. Wir sehen ganz ab von der Frage der sachlichen Zweckmäßigkeit der Arbeitsdienstpslicht überhaupt. Wir sprechen nicht von den Nachteilen, die ein solches Unterneh- men für die Gewerkschaften und für die Erfüllung ihrer Aufgaben mit sich bringen würde. Darüber kann kein Zweifel bestehen, daß sich die Gewerkschaften biszumAeußersten gegen diesen lln- sinn wehren müssen. Aber jener oben angedeutete Gedanke, die Not der Arbeitslos«» zu benutzen, um sie zu einer von ihnen selbst und von ihren Klassengenossen als verabscheuenswürdig und unehrenhaft empfundenen Handlung gewaltsam zu zwingen— dieser Gedanke zeugt von einer so unglaublichen s i t t- lichen Verworfenheit, daß man es kaum für möglich halten sollte. Und so etwas regiert in Deutschland! Mit schmunzelndfetten Lettern hebt das Tageblatt besonders folgenden Satz hervor:„Bulgarien ist in der Lage, jährlich 60 000 Mann in der Arbeitsdienstpflicht zu halten, die im Verhältnis zu der kleinen Bevölkerungsziffer(5 Millionen Seelen) eine stattliche Energiequelle darstellen." Allerdings: eine stattliche Quelle reaktionärer Energie. Ein deutsches Arbeiterheer von der gleichen relativen Größe, in der Hand der kapitalistischen Staatsgewalt und vorangetrieben durch bewaffnete Söldner— das wäre nicht nur ein gefundenes Fressen für die kapitalistische Reaktion, sondern es wäre wahrhaftig eine treffliche Leistung der„Wiederaufbauminister" der Deutschen Volkspartei und ihrer Verbündeten und fernerhin ein Sitten- b i k d, das vor aller Welt das innere Wesen des neuen Deutsch- land der„vollendeten Demokratie" trefflich enthüllen würde. Hans Leutz Aus S t r e l i tz wird uns mitgeteilt, daß Hans Leuh am Dienstag infolge eines Schlaganfalls plötzlich gestorben ist. Leust war ursprünglich in der antisemitischen und christ- lich-sozialen Bewegung tätig, um sich allmählich zum Sozial- demokraten zu entwickeln. Nach der Revolution wurde er Führer der Rechtssozialisten in Mecklenburg-Strelitz. Er ver- trat innerhalb der Partei mit zunehmender Energie den Standpunkt des linken Flügels. Er bekämpfte insbesondere in den auswärtigen Fragen die nationalistische Strömung und wurde ein scharfer Gegner der Noske-Politik. In Mecklenburg richtete er, der ein guter Kenner agrarischer Verhältnisse war, sein Hauptaugenmerk auf die Gewinnung der Landarbeiter. Leutz, ein regelmühiger Mitarbeiter der „Welt am Montag", war ein gewandter Journalist, der in klarem und scharf herausgearbeitetem Stil schrieb. Die deutsche Neutralität Brüssel, 28. September. lHavas-Reuter.) Die deutsche Regierung hat. wie gemeldet wird, beschlossen, sich der Durchfahrt der von Belgien nach Polen bestimmten Sanitätszüge durch deutsches Gebiet zu widersetzen. Notiz des W. T. B.: Wie wir von unterrichteter Seite hören. konnte von der deutschen Regierung eine Entscheidung über die Durchfahrt der Züge nochnichtgetrofsen werden, da zunächst festgestellt werden muß, daß diese Züge ausschließlich Sanitätsmaterial enthalten. Bei dieser Feststellung, die von der Regierung selbst ge- wünscht w,rd, sollen die Arbeiter nicht versäiimen, shke wichtigen Dienste zn feisten. Nur so wird sich einwandfrei feststellen lassen, welchen Inhalt die belgischen Züge haben. Nur durch die energische Mitwirkung der Arbeiterschaft kann der Transport von Waffen und Menschen gegen Sowjet- ruhland verhindert werden. Aus dem ungarischen Sumps (Eigene Drahtmeldung der Lreihei t".) Wien, 28. September. Die«naarische Gesandtschaft bestreitet die Echtheit der sich ans die Ehristlich-Sozialen beziehend«« Dokument«, sie gibt aber notgedrungen die Echtheit der anderen Dokument» z«. Die Wiearr „Arbeiterzeitung" v.r-ss.ntlicht einen zwischen dem««gari. sche« Aubenmi« sterinm nnd der Zeitongsver- ?lb,«iihl adgeschloss.n.n Vertrag. nach dem der velellschaft ein« E x t r a p r. o i s i o n v o n e i n e r v'«rt«l Ml l li o n Krone- jährlich und dem Direktor Srdoea«0 000 Kronen und»0 000 Mark zugesichert werden Nach Abschluß des Vertrag.» verbreitete der Staatsseketär Kutkasaloq im Ministerium für national« Minoritäten von Erdoes folgend« Nachricht: Die ruthenisch« Bevölkerung empört '»ich an Ru- i-�t. So Auszahlung der Provision" nicht prompt erfolgtes sthrieV der Presset chef der Gesandtschaft nach Budapest:„Die Verspätung der Aus- Zahlung schadet der«utorität der ungarischen Regierung im Aus- lande. Ander« Akten beweisen, daß hj« geiveleuen Armeekom- mandanten D a n k l und Koeveß die unqarische Scsandtschast um Unterstützung eines von ihnen redigierten lonservativen Blattes«achsuchten. 5000 Kronen wurden ihnen zugefügt. Weitere politisch noch wichtigere Veröffentlichungen folgen. Prag, 28. September. Der Wiener Vertrauensmann de»„Praoo Li du" zeiht die magyarische Gesandtschaft, welch« die vom„Praoo Lidu" verössent- lichten Schriftstücke als Fälschungen bezeichnet hat. der Lüge, und behauptet, jene Schriftstücke seien durchwegecht.fie seien aus dem Archiv der Gesandtschaft genommen, photographirrt und wie- der im Archiv hinterlegt worden. Der Berichterstatter beschreibt das Archiv der magyarischen Gesandt- s ch a f t i n W i e n, um zn zeigen, daß er das Innere der Gesandt- schast und darin den Kasten kenne, in welchem die vertraulichen Schriftstücke sich befänden, deren Ausschriften er angibt. Der Bericht- erftntter will am Sonntag, den 10. September, in der magyarischen Gesandtschast alle später veröffentlichten Schriftstücke a n O r t n n d Stell« gesehen habe» und kündigt«eitere veröfsentlichnngen an, um der ungarischen Propaganda mit Geld und Massen«in Ende zu machen, die Mitteleuropa in den Abgrund zu stürzen dreh«. Preußische Landesversammlung Dienstag, de» 28. September. Auf der Tagesordnung steht die Beratung einer Reihe von An- trägen der verschiedensten Parteien über die Erzeugerpreise und die Freigabe der landwirtschastlichen Erzeuguisse sowie die Förderung des Zuckerrübenbaues und die Aushebung der Zwangswirtschaft für Zucker. In Verbindung damit steht die Beratung der Anträge der-lt gg. Wittich(Soz.) und Richtaroky(Ztr.) auf FörderunJ der laadwirischastlichen Erzeugung und über die Bescha'fung von cacl« oetreide, die Beratung des Antrages des Abg. Dr. Rernek«(Ztr.) Uber die Bestände an künstlichen Düngemitteln,«in« große An- frag« des Zentrums über die Belieferung der Landwirtschaft mit Kunstdünger und«in« solch« der Sozialdemokraten gegen die Preissteigerung für Kartoffel und Vieh, infolge Aufhebung de- Zwangswirtschaft. Zu der axoßen Anfrage des Zentrums führt Abg. Kaulen(Ztr.) ans: Die Belieferung mit Kunltdunger. die keineswegs lediglich eine Atzrarfrage, sondern, ähnlich wie die Kohlenfrage, eine Angelegenheit von höchster allgemein-volkswirt- schaftlicher Bedeutung ist, mußte naturgemäß rapid zurückgehen. Die Kunstdünger enthalten in der Hauptsache S t i ck st o s s, P h o s- phorsäure und Kalk. Gerade die Belieferung mit Phos- phorjäure ist gegenwärtig unzureichend. Die Regierung muß, um eine wesentikh bessere Belieferung der Landwirtschaft mit Kunst- dnnger herbeizuführen, bei der Reichsregierung dahin wirken, daß die Erzeugung von Kunstdünger mit allem Nach- druck gefördert wird, und zwar durch hervorragende Belieferung der Dünaerfabrilcn mit Kohlen.„,, Abg. Leiuert begründet die große Anfrage seiner Partei wegen der �, Preisstrigerring für Kartoffeln und Dreh. Die Reichsrezierung hat durch Verordnung vom März einen Min- dcstpreis von 25 M. für die behördlich geregelten Kartoffeln fest- gesetzt, um den Kartoffelanbau zu fördern. Später verlangte die Regierung dann, daß die Landwirtschaft mit den Gemeinden Liefe- ruiigsverlröge über Kartoffeln abschließen sollte, und es wurde ein Marktpreis von 25 M. mit einem Lieferunsgaufschlag von S Mark und einem Handelszuschlag von 1.75 Mark vereinbart. Die Reichs- regicrung erklärte, wenn nicht 120 Millionen Zentner durch diese Lieferunasverträge gesichert seien, so müßte die Kartoffelbewirt- schaftung anders geregelt werden. Tatsächlich sind nur 32 Mil- lionen Zentne r. durch die Lieferungsverträge erfaßt worden, weil die Gemeinden nicht das Risiko iidernehmen konnten, wenn etwa bei Aushebung der Zwangswirtschaft der freie Handel die Kartoffeln würde billiger liefern können. Dann hat aber die Reichsregierung ihr« Verordnung kurzerhand aufgehoben und den freien Handel vom 15. September ab zugelassen. Dabei hat sie aber zugleich erklärt, daß die Lieferungsverträge der Städte mit den landwirtschaftlichen Genossenschaften m,t dem Preise von 33.75 M. we i t e r b e st e h e n bleiben. Es ist zwei- felhaft, ob der freie Handel die Derbraucher genügend oersorgen wird, ein großes Bedenken besteht schon in der Transportirage. Der Handel wird nicht die Kartoffeln den Bedarfsstellen nach den Bedürfnissen der Verbraucher zuführen, sondern nach dem Gewinn des Händlers. �_ Jetzt ist keinerlei Aussicht, daß der Kartoffelprers unter 31.7-> M. sinkt. Die landwiitschastlichen Organisationen wollen zwar zu niedrigen Preisen für die minderbemittelte Bevölkerung l«esern. Also diese Lieferungen werden für die großen Städte keine Be- deutung haben. Die Eisenbahner haben in den Verteilungsprozetz eingegriffen. Man mußte mindestens Vorsorge treffen, daß die Verteilung der vorhandenen Kartosfeln wenigstens so geschieht, daß die Bevölkerung die Sorge, überhaupt keine Kartoffeln zu be- . kommen, los wird. Stattt dessen hat man der Sorge noch eme größere hinzuaefüat durch Aushebung der Flcissbwirtichasi. «Tsl. t—..!.(4•< m•• O«nn»n»#11 ;| C 1 1( U) U l l, CUIC 4. i u u*. t L-----~..t i kauf regeln und Deutschland mit billigem Fleisch versorgen. Wah- � rend man sonst Monopole überall abbaut, z. B. bei den Kohlen, errichtet man eine Fleischversorgung, ein privates Mono- pol! Die Piehpreise sind so gestiegen, daß die Landwirt« das . Brotgetreide und die Kartoffeln lieber an das Vieh versuttern, als die Bevölkerung damit versorgen. Die Regierung hat kerne rechten Vorbereitungen für die Aufhebung der Zwangswirtschaft � getroffen. Jetzt, wo das Auslandssleisck im Gegensatz von früher viel teurer ist, lassen wir es hereinkommen.� Damals wurde die Einfuhr verboten, um den Preis' ............... d-s Inlandfleisches zu erhöhen. Durch den Abbau der Zwangswirtschaft wird ein« Ueber- lastung der Transportmittel eintreten, weil dann nur ! noch die Privatinteressen entscheiden. Wir verurteilen es durch- aus, wenn die Eisenbahner zetzt Kartoffeltransporte verhindern, aber solche Eingriffe zeigen, wohin wir bei der Aufhebung der Zwangswirtjckwft tommcn. Di« Sleichsreaieeuna verschüttet d»e allgcnir'ne Nadi»aliiirru�g. weil fl-«ar tciu« AnAlitrung durllber giöt, wie sie sich die Ernährungswirt schalt vorstellt. Meine Sorge ist noch verstärkt worden dadurch, daß am vorigen Sonnabend die Rtichoreaicrung bei mir anfragt«, ob die vorliegeude Anfrage nicht zurückgestellt werden könnte.(Hört!) Mir müssen von der Reichsregierung verlangen, daß sie allein die Verantwortung für ihre Maßnahmen trägt.(Beifall.) Staatssekretär Hagedorn: Auch weit« Kreise der Verbraucher haben die Freigabe der Kartoffeln und des Fleisches gefordert. Zu hohe Preise für Kartoffeln sind uns bisher nicht oachge- wiesen worden.(Widerspruch rechts.) Ich bitte um solche Nach- weise. Der Preis von 25 M. war nicht einseitig von der Land- Wirtschaft, sondern durch den früheren Reichswirt- schaftsminister Schmidt festgesetzt worden. Seit der Fest- stellung jene, Preises haben siq die Erzeugeikosten gattz er- heblich erhöht. Die Anmeldungen der Städte zu den Liefe- rungsverträgen sind nur in geringem Maße eingegangen.(Hört! Hört! rechts.) An den Lieferungsverträgen muß festgehalten«er» den. Im freien Handel dürfen die Preise höchstens 25 M. betragen. Die Regierung wird scharfe Maßnahmen gegen den Kartoffelwucher treffen. Manch« landwirtschastliche Ver- tretungen haben sich bereit erklärt, der minderbemittel- ten Bevölkerung die Kartoffeln noch unter dem Preis von 25 M. zu liefern. Rüttelt man an den festgesetzten Preis, so könnte das für die Zukunft des Kartoffelbaues verhängnisvolle Folgen haben.(Zustimmung rechts.) Für das Fleisch ist eine Reserve von 30 000 Tonnen Auslandssleisch geschaffen, womit die Ernährung der Bevölkerung mit 125 Gramm die Woche auf drei Monat« gesichert ist. Es wird kein unbeschränkter freier Handel mit Fleisch«intreten. Die Cpritverarbeitung der Kartoffeln ist durch Verordnung vom 7. September verboten worden.(Beifall.) Auf Antrag Hett(D. V.) wird Besprechung beschlossen. Abg. Hrld(D. V.) begründet einen Antrag, wonach all« V a- uta gewinne aus der Aussuhr von Handelsdünger zur Vrr- ">A,gung dieses Düngers im Inland verwendet werden. �lbg. v. d. Osten(Dnat.:) Wir warnen vor jeden Zwang, nach- dem der Krieg vorüber ist. denn Zwang führt zur extensiven Wirt- fchaft. Genofse Klauhner(ASP.): �uld an den Verhältnissen? Sie(nach recht,) sind schuld!(Großer Larm rechts.) Sie. die Kriegstreiber! Die»ufh-bung der Zwangswirtschaft war nicht nötig. Die bürgerlichen Parteien suchten damit nur die Landwirte zu sangen. Man verhetzt die Bauern gegen die Städte und der Land- bewaffnete Selbstschutzorganisationen". So sind denin auch schon angebliche Kartoffeldiebe im Kreise Teltow er- �ärt! links, Unruhe rechts.) Ich - daß die diesiahriae Ernte so schlecht ist. Der Bauer kommt bei den Kartoffelpressen schon zurecht, aber die Kar- toffeln werden ins Ausland verschoben, nach der und Frankreich weil Ms Riesengewinne abwirft. Je Ver dw Rot ,m Lande lte,gt. umsomchr werden die Lebens- mittelpreise hinaufgeschraubt. Wo soll das hinführen? Die lAu�ndig. UM den Arbeitern ein menschenwürdi- yes Daseln cii sichern, itz Landwirtschaft werden wieder unge- lckokt m ntn uchen geworfen. Die bürgerliche Gesell« »«,, i n �Si.iSI o801 helfen, nur der Sozialismus kann bringen.(Beifall bei den U.S.) >,i. �°lident Leinert Vertagung vor und � � Sitzung an auf Mittwoch 1 Uhr mit der verholte Abstimmung über da, Kirchenaus- vttli» u!d W*."nd dritte Lesung der Anträge über Groß- An? bei Agrardcbatte. h/»<;&* ie �,l|Ci:!(I!l. UUIOT UlUI»III W*»- munS JaPJ UNS-" abgestimmt wird. An der Abstim- iilckit biW i/nVl �nur 156 Abgeordnete. Das Haus ist also Tagesorchiung bleibt bei der vom Präfideuten festgesetzten j Weitzensee Am AI. Mai ging die Regierung gegen die Freikorps„energisch" eor. Sie erlieg ein« Verordnung, wonach mit schwerer Zuchthausstrafe derjenige bedroht wurde, der an einem Verbände militärischer oder polizeilicher Art teilnahm. Nach dem Erlag der Verordnung rüsteten sich die Freikorps zu einem neuen Schlag gegen die Negierung. Das frühere Freikorps Pfeifer. das offiziell aufgelöst war. brachte seine Angehörigen auf den Eutern in Mecklenburg unter der harmlofen Maske von Land arbeit ein unter. Diese„Landarbeiter" waren kompagnie mäßig eingeteilt, sie hatten täglich zum Befehlsempfang anzu- treten, täglich an die Abteilung des Hauptmanns Pfeifer zu melden, über welche Stärke sie verfügten. Wiederholt empfingen sie von Hauptmann Pfeifer genaue Befehle. Mobili- fationspläne wurden aufgestellt, in denen verzeichnet war. wie der Aufmarsch gegen die Regierung erfolgen sollte. Das Reichswehr Ministerium tat nichts. Die..Dr- aesch" r ü ft e t e. die offiziell aufgelösten Einwohnerwehren wurden aktiv und stellten sich von neuem in den Dienst der Konter- reoolution Sie waren militärisch gerüstet, in Kompagnien ein- geteilt, straff zentralisiert. Alle Merkmale der Ebertfchen Per- ordnung waren vorhanden. Trotzdem erfolgte nichts. Bis man plötzlich glaubte, auf Grund der berüchtigten Verordnung die Arbeiter fallen und ins Zuchthaus werfen zu können. In den bürgerlichen Zeitungen war viel Spitzelmaterial über die sogenannte„Rote Armee" verbreitet worden. In Weitzensee war am 1». August«m Slch-rh-.t-poliz.st er- schollen worden. Durch wem d.- Ersch�ßung erfolgt, st. ist bi, heute noch nicht aufgeklart. Nach den Erfahrungen der letzten �abre ist mit der starken Mogl.chkert zu rechnen, daß ein Lockspitzel seine Hand zum mindestens mit dabei hatte. Aller- lei Svitzelmaterial über die sogenannte..Rote Armee befand sich, wie der Prozeß g-S-igt hat(Auslage des �it'rsderpoli' tischen Polizei, Regicrungsrat Weiß) schon seit Monaren in den � n? Arbetter �durchweg der Kommunistischen Arbeiterpartei an- gehörig wurden �rhastet und in das Polizeigefängnis eingeliefert Sieben Tage tagt- im Krimmalgencht ern außer- orden t l iches Gericht, gebildet au- zwei Offizieren und btSif büSickjen Zeitungen frohlockten, die Regierung war es duÄ.°Ä- Zufallen" vS" L 9T>iMpe" sektimnehmen. Unb was ergab der Prozeß,-öe« teils im dritten Verhandlungstage mußte ein großer Teil der An- „.ü �nnels drinaenden Tatverdachts" aus der Haft « ntlall e"n w c r d e n. Am vierten Verhandlungstage erfolgten " 7� ft-ntlallung-n. ebenso am fünften Tage. Und wurden nach der Verkündigung des Urteils auch die letzten Angeklagten. mit Ausnahme von Michaelis, aus der Äf. entlall n Das ganze Anklagegebäude der Haft' ijiAafi war restlos zufammenge- hrnätn Nicht der geringste Nachweis, daß es eine.Aote ?lrmee aibt' war im Prozeß geführt worden. Einer der Haupt- «Mu�ffnaren Falk, hatte, gefügig gemacht durch„Hammelbraten nnd eckwei'n-kot-lett-n". die Mitangeklagten belastet und ung«. Phontasieprodukte über das Bestehen und die Organi- heuerliche VY Armee" zu Protokoll de» vernehmenden Polt- «aeben. In der Verhandlung widerrief der An- �ttaa«"e Wort für Wort feiner früheren Aussage und erklärte. x s die Polizeibeamten ihm alle diese Dinge eingeredet hätten und daß er die Angeklagten, die von ihm belastet waren, über- an�ere°Angekl�te� aus dem die Staatsanwaltschaft ihren JNnildiiebau gestützt hatte, war Krüger, du durch eilten Schutz Sicherheit s Polizisten schwer verletzt war und nur auf Krankenbahre den Verhandlungen beiwohnen konnte. Er .. dok er von wahnsinnigen Schmerzen gepeinigt, alles. h/r v-rn-hm-nd. Polizeibeamte hören ÜÜfn« ausgesagt hätte, nur um endlich der Tortur zu entgehen * aus sein Krankenlager zu kommen. Das wa" das ganze Material, auf das die Staatsanwaltschaft siihl gesi'-cht t'alte- � ihre früheren polizei- , 5°«nslaacn widerriefen und dadurch, daß der Lach. erständig«. ÄÄ fie p pmann. Falk ausdrücklich als p a t h a l° g i- �'��goner bezeichnete, war d«~ .»-ovisUjUlICTI, vi»*• t I i —«Nwersungen für die Handhabung der be stehenden Strafprozeßordnung geben durften, nicht aber Vorschriften. durch die die Strafprozeßordnung aufgehoben wurde. Nach der Reichsverfassung bedarf jedes Reichsgesetz, um gültig zu sein, der Gegenzeichnung des zuständigen Ministers. Hier hatte der Reichspräsident Eberl ein I u st i z g e s e tz erlasien, notwendig war also, wenn das Gesetz gültig sein sollte, die Gegenzeichnung des Justizministers. Diese Gegenzeichnung fehlt. Die ungeheuerlich« Verordnung vom 30. Mai ist nicht vom Justiz- minister, sondern vom Reichswehrminister gegengezeichnet, ist also ungültig. Eine schlimmere Rechtsverlotterung ist nicht denkbar. Die Stellung der Organisationen Gera Eine Mitgliederversammlung in G c r a, die am 27. September stattfand, nahm ein Referat des Genossen Liebmann gegen die Moskauer Bedingunzen entgegen. Als Korreserent sprach Ge- nosie Viktor Stern für die Bedingungen. Nach der Diskussion wurde ein« Resolution gegen die Bedingungen mit L82 Stimmen angenommen, der 328 Stimmen entgegenstanden. Bezirk Chemnitz Am 28. September fand in Chemnitz eine Bezirksversamm- lung für den Bezirk Chemnitz statt. Genosie Liebmann refe- rierte gegen die Bedingungen, Genosse E l l r o d t sprach für die Bedingungen. Nach eingehender Diskussion wurde namentlich ab- gestimmt. S4 Delegierte stimmten g e g e n. 31 f ü r die Moskauer Bedingungen. Gr.-Oldendorf und Osterwald !8. Sevt»n,k>»-— v- Die Leistung der Rechtssozialisten NosKe taucht auf Auf de« Gebiete der Komik hat der.Vorwärts' gelegentlich recht erbauliche Leisiungcu aufzuweisen. Gestern setzte er sich mit Stresemann auseinander, der von Sorgen gequält wird wegen 1~ die Rechtssozialisten wieder RegrerungSpartet DaS ist natürlich eiaentlick-----* der Frage, ob».r»,»»,»,'«,»,««' wieoer Regierungspartet werde» sollen. DaS ist natürlich eigentlich nicht CtrefemannS Sorge, darin hat der.vorwärts' recht. Und auch nicht unsere. An der Notiz des rechtssozialistischen Blattes interessieren unS auch nur die folgenden Sätze: .Klarer kann nicht zum Ausdruck gebracht werden, was die Tetl- vahm« der Sozialdemokratie an der Regierung erreichen soll: vämlich die Festigung der bürgerlichen Interessen! Hiervon schwäche» auch nichts die weiteren Ausführungen Strese- maimS ab, die von einer Gleichberechtigung der Arbeiterschaft mit dem Bürgertum sprechen... Die Sozialdemokratie aber muß es nach Wie vor ablehnen, sich zur Schleppcuträgeriu einer bürgerliche Interessen wahrnehmende» Politik zu machen. Sie wird ihre Aufgabe als Führerin der Arbeiterschaft nicht erfüllt sehen, wenn sie einige Mintsterposten von Siresemauns Gnade« erhielte.' Wie das klingt! Als wenn die Rechtssozialisten nie so etwas getan kälten, als wenn sie nie die.Schleppenträger' bürgerlicher Jnteressenpoiitik gewesen und durch ihre Koalitionspolitik nie zur.Festigung der bürgerliche» Interessen' beigetragen hätten. Etresewauus Einschätzung der Partei ist durchaus nicht unbegründet. Kommt doch das berufenste DemoustratiouSobjekt dafür, daß die gonft RegicrungSpolitik der Rechtssozialisten nicht» anderes erreicht hat, als die Festignug der bürgerlichen Vorherrschast und die Förderung der Reaktion, in der gleichen Nummer dcS .Vorwärts" wieder einmal zum Wort. N o s k e nämlich. Der bat in den Unterweserorten eine Rede gehalten. Er sindet, daß die Zeit erst noch.reifer" werden niiiß, bevor die Rechtssozialisten wieder in die R.'giernng geben köumen. Hält sich NoSke etwa bereit für diesen Zsitpuult der Reife? Das so elwaS überhaupt noch öffentlich anstritt und daß diese» öffentliche Austreten von der rechtssozialistischen Presse nickt sckamb.ikr„„.„.w..---'" Ä?»— V-»■------ tut oieftn Zeitpunkt' der Reife? 5 �v.�ivendors und Osterwald �,AÄffch�P«ll?b»A unterdrückt wird, ist Dre am 28. September tagende Mitgliederversammlung der Skandal genug. Ortsoerein» Er. Oldendorf und Osterwald nahm nach einem Re-__ ferat des Genossen Schmidt für und Korreferat des Genossen Hopp« gegen die Bedingungen nach längerer scharfer, aber sach- licher Diskussion folgende Entickliekluna»>"~ ..... w*» vyenfl|ien .., r.»-b«" me Bedingungen nach längerer scharfer, aber sach- licher Diskussion folgende Entschließung mit drei Viertel aller Stimmen an:' „Die Versammlung sieht in den 21 Bedingungen den stein zum Ausbau einer aktionssähigen und tatkräftigen �ntcr- nationale, welche geschaffen werden muß. als wichtigste Voraus- setzung zur Ueberwindung der Weltreaktion. Die Versammlung fordert vom Reichsparteitag. daß er den Anschluß an die 3. Internationale unter den 21 Bedinaunaen«<■>»->»-»" ,__________ �eruas Partei.„______«„ii�iuo nationale unter den 21 Bedingungen vollzieht." ----- � schen Lügner bezeichnete, war der Anklage jeder° zogen. Es ist unverstandlich, wie das Gericht tni' der früheren polizeilichen Aussagen de, Krüaer Erund «rteilung eines Teils der Angeklagten kommen könnt, 81 ißtr* Das Verfahren war. wie von der Verteidiounn» r betont wurde, vollkommen ungesetzlich hat die ungeheuerliche Verordnung auf Erund bt9 �fiiä!ibent bei Reichsverfaffung erlassen. Nach Artikel 48 der« l!3 fassung kann der Reichspräsident im Interesse der Aui�Ä*!' lung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung die nötioe? nahmen ergreifen. Ausdrücklich find im Artikel 4* oJ«,£*• Bestimmungen der Verfassung aufgeführt die nn«,» d-nten außer Kraft gesetzt werden können Da. Staatsbürgers, vor das ordentliche, für ihn nack d-n, w Ii' oerfassungsgesetz zuständige Gericht zu kommen, kann von. Ä2L Präsidenten, wie der Artikel 48 zweifellos eraibt ni�. SfriiM 1(11 h,r 5 aüjge- .i»i»m...vi�miiK, OlC sich .___ ,u,pl»rnven Verhältnisse zwischen Kapital und Arbeit, sowie der Aufmarsch der Weltreaktion zwingt das revolutionäre sozialistische Proletariat, sich ein« straffe tatkräftige Internationale schaffen. Die Leit- säße und Beoinaungen, die der 2. Kongreß der dritten Internationale beschlossen hat, bilden die Voraussetzung zu einer wirklichen proletarischen Internationale. Die Kreiskonferenz lehnt deshalv alle formalen Bedenken ab und hält es im Interesse der Revolutionierung der Welt zum Sturze des Kapitalismus für notwendig, daß unsere Partei fich unter grundsätzlicher An- erkennung der Leitsätze und Bedingungen der 3. Internationale anschließt." . ilTT« der 3. Internationale Kreisparteitag Braunschweig Am 25. und 26. September hielt die U. S. P. D. des Freistaate» Braunschweig«inen außerordentlichen Bezirks- Parteitag ab. Das Referat über den Anschluß zur 3. Inter- nationale hielt im Auftrage der Zentrale der Genosse O e r t e r, Korreserent war der Genosse S t ö ck e r. Nach längerer Aussprache wurde in namentlicher Abstimmung mit 76 gegen 26 Stimmen beschlossen� die Bedingungen abzulehnen. Die Entscheidung darüber, ob die Anhänger der Bedingungen ihre Mandate als Landtagsabacordnete behalten dürfen, wurde bis zum Reichs- Parteitage zurückgestellt. Der Parteitag beschäftigte sich dann noch eingehend mit dem Genossen Eckhardt, der vom Ortsverein Braunjchweig beschuldigt wurde, eine Voliilt«. mit dem Programm<"■■ ■ l Kongreh der tschechischen Linken (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit")- Prag, 28. September. Heute war der letzte Tag des Kongresses. Früh wurde das Er- gebnts der gestern vorgenommenen Wahlen indiik Partei-' l e i t u n g verkündet. Zwei Drittel der Parteivertretung besteht aus Handarbeitern. Darauf gelangte das Aktionsprogramm zur Abstimmung. Zu dem letzten Absatz wurde noch folgender Zusatz gemacht: „Es Ist dafür zu sorgen, daß die weitere Parteiöffentlichkeit von diesem Schritte rechtzeitig informiert wird, damit die Or- � ganisationen die Möglichkeit haben, sich frei über den Beitritt und die Bedingungen zu entscheiden." Dann wurde das Aktionsprogramm mit allen gegen zwei Stim- men angenommen. Der angenommene Zusatz bedeutet, daß die Partei grundsätzlich auf dem Boden der dritten Internationale steht, daß aber über die Aufnahmededingun-: gen noch nicht jetzt entschieden werden kann. Die nicht neugewählten Parteifunktionäre werden aufgefordert,' ihr Amt in die Hände des Parteivorstandes zurückzugeben. Dann sprach Emeral und resümierte die Ergebnisse des Par- teitages. Im Schlußwort verwies der Vorsitzende darauf, daß der -eben deendete Kongreß der 13. ordentliche Parteitag der tschecho- slowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei war. Zum Vor» fitzenden wurde S m« r a l gewählt. Unter Absingung von revolutionären Liedern wurde der Kon- greß geschlossen."* Präsidenten, wie der Artikel 48 zweifellos ergibt, nicht'äüfge- hoben werden. Denn nach Artikel 102 der Reichsoerfassung sind Ausnahmegerichte unstatthaft und Artikel 102 wird als aufhebbar nicht erwähnt. n aber selbst dem Reichspräsidenten da. Recht geben Erlaß einer solchen ungeheuerlichen Verordnung und ia eines außerordentlichen Gerichts, lo ift»u-i-.- Wenn man W wollte zum Erlaß einer«oichen ungeycuenichen Verordnung' und zur Einsetzung eines außerordentlichen Gerichts, so ist dieses Recht des Reichspräsidenten doch auf jeden«rall ein höchst persönliche» Recht. Da» Recht kann nicht vom Reichspräsidenten auf einen anderen Minister übertragen werden. Das hat aber der Reichs. Präsident getan. Er hat in seiner bereits mehrfach erwähnten cry�___ V______«JA QTfni foftttttttl* W— Präsident getan. Er hat... i»r�r,aoi erwähnten Verordnung vom 30. Üliai bessimmt. or. j der Reichswehrminister die näheren Bestimmungen über die Zusammensetzung des außerordentlichen Gerichts und über das Verfahren vor diesem Gericht zu treffen habe. Der Reichswehrminister hat daraufhin eine noch ungeheuerlichere Verordnung erlassen, in der er be- stimmte, daß für das Verfahren von dem außerordentlichen Gericht keine schriftliche Anklage notwendig sei. daß die achttägige Ladungsfrist für die Ang-klagt-n n i ch t i n n e g e h» l- t e n z u w e r d cn b r a u ch t und daß es k e i n e R e ch t s m i t t e l - also keine Berufung, keine Reo i j, o»- gegen das Ur- teil des außerordentlichen Gerichts gibt. �kichswehrminister hat damit also au, eigener Machtoobtommenheit die wichtigsten Bestimmungen der vom R-ichstag-rlasseii-n Strafprozeßordnung abgeändert. Daß er hierzu nicht berechtigt war. kann über. Haupt keinem Zweifel unterliegen. Wenn man also selbst den Reichspräsidenten für befugt«rächten sollte, ern Gesetzgebungsrecht auf den Reichswehrministsr zu ubertragen, sa mußt« der Reichs- webrministe: sich doch auf jeden Fall im Rahmen der ihm ein. geräumten Befugnisse halten,««g-rauntt«, � ausdrücklich vom Reichspräsidenten das Recht, �lummungcn über das außer- ordentliche Verfahren zu erlassen. MU kemem Wort Mir aber in der Ebertfchen Verordnung davon die Rede, daß der Rcuhswehr- minister diese Bestimmungen tn t g« 8•« v tm her r s ch e n d« n G« etz treffen durfte, mit keinem Wort war die Red« davon. daß dcc R-ichswehrministe- die ÖSell sSJ'S," heben und den Textteil einer schriftlichen Anklage .... ver vom Ortsverein ..—.-iwtiB oeichuldigt wurde, eine Politik zu treiben, die nicht mit dem Programm der Partei in Einklang zu bringen ist. Be- sonders wurde ihm— neben anderen Dingen— vorgeworfen, daß er im Verein mit der Kommunistischen Partei die sofortige Bildung von politischen Arbeiterräten propagiert. Ein Antrag, ihn aufzufordern, fein Mandat als Reichstagsabgeordneter nieder- ' u l e g e n. wurdo angenommen. Eckardt antwortete unter türmischen Widerspruch der Delegierten, über sein Manko»-»«' Heide der Reichsvari-i-,-"i~ Mandat ent- .. �.�..i-�uiirilug betont« aus- Mandats sei nicht erfolgt, weil inaen sei, sondern wegen seiner Krefeld Eine stark besuchte Mitgliederversammlung der U. S. P. Krefeld nahm nach einem Referat de» Genossen Stöcker und nach einem Korreferat de, Genossen G u t m a n n gegen 6 Stimmen folgenden Antrag an: „Die Mitgliederversammlung der U. S. P. Krefeld beschließt, für den Bezirks- wie den Reichsparteitag nur Genosse» zu dele- gieren, die für den Anschluß an die 3. Internattonale auf Grund der 21 Bedingungen stimmen werden. Durchdrungen von der Notwendigkeit einer straffen sozialistischen Diktatur, erkennt die Versammlung die heldenmütigen Leistungen Sowjetrußland, um die Befreiung der Arbeiterklasse in der ganzen Welt an und gelobt auf» neu«, alle Kräfte einzusetzen, um den russischen Brüdern tatkräftig zu helfen."''................ Kreiskouferenz Mörs Ein« Kreiskonfcrenz in Mörs beschloß mit 2S gegen 2 Delegierte den Anschluß an die Dritte Internationale auf Erund der Be- dinguug«. Gieben-Lauterbach Die oberhessische Organisation lehnte auf ihrer Kreiskouferenz die Anschlußdedingungen zur 3. Internatiouale einmütig ab. Friedberg-Büdingen Nach Entgegennahme eines Referate» und Korreferates sowie eingehender Diskussion lehnte dir Kreiskonferenz mit Mehrheit dt« Moskauer Bedingungen ab. Syetzlar-- Sine gutbesuchte Kreiskouferenz lehnte die Bedingung«« zum An- schluß an die 3. Jntornational« eiustimmig ad. Rußland und der Krieg mit Polen Moskau, 26. September. In einem Interview mit dem Vertreter des Unabhängigen Zeitungsdienstes äußert« sich R a d« k über den Krieg mit Polen. Die Entente hat weder die Siege noch die Niederlagen der Roten Armee ihren Ursachen nach begriffen. Sie hofft nach jedem Miß- erfolg der Roten Truppen aus den Zusammenbruch der Sowjet- macht und hält andererseits völlig inkonsequent nach jedem Erfolg das neue Rußland für unbesiegbar. Die bürgerliche Welt findet keine natürlich« Erklärung für die Erfolge und die Rückschläge Sowjet-Rußlands, das als ein mystisches Wesen gilt. Radek nennt I die natürlichen Gründe der russischen Erfolge und Fehlschlage. Rußland verfügt über die größere Zahl von Kämpfern und Hilfskräften. Auf der russischen Seite ist der Vorteil der inneren Linie. Auch die Militärindustrie der Sowjct-Republik ist seit. 1013 leistungsfähiger als 1317/18 unter zaristischer Verwaltung. Die roten Truppen sind in 40 Tagen 600 Werst vorgedrungen. Dieses schnell« Vorwärtsdrängen macht«Ine vorübergehende Rückwärts- bewegung leicht erklärlich. Der Raumverlust beträgt 200 Werst. während 400 Werst noch fest in den Händen der roten Truppen sind. Die Lage dürfte sich in Kurzem noch zu Gunsten Rußlands verbessern, da Rußland große Reserven hat, weil es infolge der Verkehrslage unmöglich ist, mehr als ein Zehntel des Heeres an die Front zu senden. Die rote Armee weiß, daß die Arbeiter- und Bauernregierung lieber Sensen, als Kanonen fabrizieren würde. Di« Truppen, sind sich bewußt, daß sie für ihre eigene Sache kämpfen, und ihr Geist ist dem aller anderen Heere überlegen. Wenn Polen in Riga einen Frieden sucht, der frei von imperialistischen Interessen ist, so wird Rußland z u st i m m« n. Zur Abwehr fremder Eroberungsgelüste scheut Rußland vor keinem Wtnterfeldzug zurück. Die rote Arme« wird mit neuen Siegen und mit der Revolution das Ende des bürger- lichen Polens herbeiführen. Franzöfifcher Gewerkschaftskongreß. Pari», 28. September. Wie„Havas" au» Orleans meldet, hat der Kongreß des All- gemeinen Arbeitrrverbandea begonnen. Es find rund 200« Dele- giert« vertreten. Die MinoritLtsrichtung scheint ungefähr ein Drittel der Versammlung zu umfassen. Aus aller Welt Mord an einer Sozialdemokratin .. l,", /f.% aufgefunden. Fftr O-l«d-r s„:i Stadtoeeoro ®«ficht und Oberkörper waren.."""ezund c t. j*1'" Lyzeums a»i«'Ly<°Fräulein iiiiiiHiimiihmMiiiimF Thea»« md Seranfipnp KMMHMUM MMU Volksbühne Ub ndpa t Gei Heute VJ9 Eine Land . Uhr: Partie Vermickelte Geschichte Sieurs Hmsthealer «öp-nickn Str.«8. TV. Uhr: Nora �taatstheater Opernhaus 7 Uhr: Boheme �hau spielhau» VI, Uhr: 5eer Gynt Äußer Abonnement Neues OperetteniMs Dirrkiion Jean Kren 7 Uhr- W k!»« Operette in drei Akten nach einem Motiv Pttöfis von Fritz Grünbaum. Direktion: Max Reinhardt. Seutsches Theater Äiim ersten Male: 7 Uhr: Einsame Mensche« KraerMele PlflL! Nrllhling» Crivachen Srogcs Slhalispielhaus Karlstraße 7 Uhr: Danton (Außer Abonnement) Theater i. d. Königgrätzer Str. Uhr- Niirandollna Komödienhaus ut�: Eine Nacht i. Paradies Berliner Theater »/jS Uhr: Der letzte Walzer nit Fritzi Mass arq. Wog-Maler Heute und Donnerstag 7'/. Uhr: Das Gelübde Leo», Klöpfor, Lind) yrrttag 7 Uhr: Peer®t)nt Deutsch. Klinstl.-Theater «llabendlich 7>, Uhr: Sie SMWgsreise «»» 8d«!dort, 7rurs 8o»>ordsrp) Rose-Theater 7>,, Uhr: Die Ratten Gsiiictiz- Theater (Untergrundbahn Klosterstraßei Heute nachm. 4 Uhr: Z. 4. Male: Struwelpeter Täglich Uhr: Die Freundin Don Herinann Sudermann -D»nnstq.4U. Schneewittchen Bahnhof Friedrichstrc Heute nachm. 4 Uhr: Kl. Preise ??aUeSppai,«n Täglich*1# Uhr: Roman � einer Frau omödie von Lothar Schmidt Königstadt- Theater Alexanderftr. 21(Bahnhof Hanno witzbrucke) T ä g! i ch?>" Gala- Sänger Kammer-Tanzspiele Bülowstr. G, am Nollendorfplatz Tägl.8Uhr: Orientalisches Ballett Kiki Kiami Der,. Nur noch bis einschließlich Donnerstag EvoiEr u. b. Srptemdrr-Programm Ab Froitag, d. 1. CUt: DtfK iiryiip. u. b. gr. 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Der Metallarbeiter Lriek pietznsr Martin-Opitz-Str. 18, am 26. d. Mts. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 30. d. Mts., nachmittags 3�/4 Uhr.- von der Leichenhalle des Alten Pauls-Kirch Hofes, in der Seesttaße, aus statt. Der Klempner Sustav Schubert Awinglistr. 19, am 26. d. Mts. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 30. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Städt. Fried- Hofes in Stahnsdorf aus statt. Rege DeteUigung wird erwartet. Nachruf! Der Metallarbeiter Anselm März Spandau, Staaken-'r Str. 1?, am 5. d. Mts. Der Schlosier Karl Thon Jasmunder Straße 13, am 16. d. Mts. Der Dreher Alffred Jacobi Antwerpen er Straße 6, am 20. d. Mts. De. Dreher Erich Hawraneck Borfigwalde, Konradftraße 10, am 21. d. Mts. Der Klempner kränz»offmann Warkgraseustrab» 16, am i2. b. Mts., an Mt-genkrcb,. Der ScHlalftr ffffeinrich Stahl Graunstr. 29, am 24. d. Mls. Die Arbeiterin Anna Leorg Schrein erstraße 47, am 26. d. Mts. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwattnng. 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Ehre seinem Andenken 1 Rege Beteiligung er- wartet Der Vorstand. | U S. P.D. Weiftensee Am 26. September oer- | starb die Genossin im Dänin im 36. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 30. i-�eptember, nachmittags 1 3»/e Uhr, von der Leichen- Halle des Gemcindefried- � Hofes, Roelkestraße. aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. DMer MMarbeiter-Maiid Freitag,, drn l. Oktober 1920, abends 5 Uhr Versammlung aller in der Knops- u. Korsettstang en-Indnftrle beschäftigten Kollegen und Kolleginnen in der Schulaula, Weinmeisterstraße 16. Tagesordnung: 1. Die Entwicklung der Frauenarbeit in Haus und Industrie. 2. Stellungnahme zur Kündigung des Vertrages. 3. Branchenangelegenheiten und Versch edenes. Es ist Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen, da wichtige Beschlüsse in Frage kommen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsver«»attnnge Proltutzliv-TeiiossensÄlZst sär Metall- u. Holzbearbeitng Srotz-Berlin e.S.iil.b.H. /Berlin S 17, MMgruiendailiiil llS MeloMtliche SiUnilmsMNlW am Sonnabend» den 9. Oktober 1920, nachm. 2 Uhr im Restaurant»Cafe Belleoue". Lichtenberg, Hauptstraße 2. Tagesordnung: 1. Entlastung des stellvertretenden Borstandsmitgliedes Gen. Schneidratus. 2. Wahl des kaufmännischen Leiters und Vorstandsmitgliedes. 3. Vorstellung der techn. Betriebsleiter. 4. Bericht der Statutenrevisionskommission und Beratung der neuen Satzungen. Der Borstand: S ch allert. Wind müll er. KaisItän-KautAdali wieder reichlicher in der früheren guten Qualität zu beziehe» durch die bekannten Verkaufsstellen E. Ltöcker» Berlin. Lichtenberger Str. 22. Kgst. 3861. Allen Freiheit» Abonnenten iter diskerixen Spedition Zaeher, »?iseherbr!iche 2, zur Mitteilung ctiilt ■ liese Spedition vom I. Oktober ab Nicht s mehr besteht. Unsere Abonnenten werden für die Folge durch die Speditior. ■ Weisel, Joseffstr.7, od. uns. Icaupt- s expedition, Breite Str. 8-9, bedient. ■ Reklamationen sind an letztere zu richten. n Verlagsgenossenschaft„Freiheit"■ 1 aggaagaanaasaaBBHH»BMMMBgnHB Nr. 408 Beilage zur„Freiheit" Mittwoch, 29. September 1920 Holzarbeiter-Betriebsräte zum Betriebsräte- Kongreß F» i>-r zahlreich besuchte» Versammlllug setzte sof-rt«ach Se- kansiaabc der Tag-Sordnun« durch den Borfitzend-n. Genoffrn Tbielemauu.«ine lebhafte Debatte, hervorgerufen durch Recht,- sozialisten. die sich si-rk beteiligte«, über die Tagetordnnng-in. die ak« zur Einigung führte durch Nmstelluug«luzelncr PunNe der � G-nosie'Kttinsch«tdt gab den Bericht v»n der Generalversammlung der Betriebsräte. L» lurzer. sachlicher F«rm gab er den Gang der bereits iu der Presse(Freiheit) erörterten Lersammlnng wreder. Die dort aufgestellten Mitglieder»um HauvtanSschuß, die G«nos,en SPelemaun. Henmug und Kleinschmidt, wurden-instimmig be. �"uÄber den bevorstehende» Kongreß der«etriebsrSte nud die Wahl der Delegierten dazu, erteilte der Vorsitzende dem G-noffen Wegmann das Wort, der feststellte das; auch dt« S.P D.- Betriebsräte zahlreich erschienen seien, er hone. d»ß. auch sie sich«u. ihren Mafieusiand besinnen und sich zur Munzstraße siaden wurde» wo schon viele ihre? SefinnungSgenoflen-ngeschlofse« waren, troddrm von der Leitaug der S.P.D. immer noch die Parole Z«»-« 23 hochgehalten würde, denn uur ei» einh-ttlich zusanmengeschlosseneZ Proletariat kann sich den Endsieg erkämpfen. Smingenschafttn »er Ncvolutto«, die eigeutlich. sich aus ew N.chtS stutzen, soll sich das Proletariat keiner Jllun-u hinsrbe». ES sei eine falsch- Ideologie der arbeit eu den �nsie� wenn sie glaubt, der srndsieg in der historischen Entwirflang. kommt von der Arbeit?- -t-r TOS,-»-. ü?? a.... umgestaltet werden, die noch n eine einheitliche Aktion zu Zerrissenheit, sondern ein zusammengeschweißtes �W-amami empfiehlt, nur Delegierte mit gebuudenem Mandat zu en�d�. sowi« ftlgcnde R���on�r Annahme: der Groß-�erlrne� Vv�lnouflrte uvv die ymter »Mto•"» JÄ&Ö" «WS B«Iri«bSrät«ro»gr««s«S aller 8 D?e könsequente Ablehnung der ArbeUsgemeinschast-n zwischen yZ'«.«.„kichniteu und Arbertgebervcrbänden. die Umgestaltung der �w?ek�.'.u»n r-voluti-när?n Jndustrieverblinden. t Ä.�inMellung eine» ArVeUSprogrammS sur die Betriebsräte, J'.m �amt-n Reich i. allen Jndustriegrupp-n planmäßig den aÄ KS.« u"k OUT 3yiV(-ui m l.««.. � hielten sie vou den Genoffen Lieske nnd Ü«hortge Abfuhr er längeren mit Deifall anfgenommenen AuzMunaen!? � � die in ontg-genlrat-n. Auch die Genossen GrÜnd» wi � Seharnisch, für Delegiert« mtt gebuudenem Mandat«>!, 1 Werner traten Zur Frage der Arbeitslosen referierte Keuoir«»r-, Gewählt wurde» dte Genossen Precht fflnWs,. � Weltmann. Tie Resolution wurde mit übergroßer' Maiort«!; �otopp. *■!or"tSt angenommen. RichtigsteSuttg In der„Freiheit'1 vom 28. September ner»»....,,- ttoffen Sabath und Vollmerhaus ein- die Ke- lfl'r Wahl des Genossen Silber mann ns?Ä�'?-'�fcrrung" e Utopie in der Wirkttchkeit ffinc Friedensnovelle. von «ugust Strindberg. selben Februarmorgen, als Frau von Bleich� Vegc zum Hospital gewesen war und miSir 0u� umkehren müssen, aß ihr Mann in k-i» � Hause er oben in der Anstalt und sah zum niüt* t hatte er das Weinlaub der Decke und � �5 hinaus. Sande angesehen, darauf hatte er sich-„.-� �schast Stuhl ans Licht gefetzt, so daß er die Aussiebt- atte. Er war heute ruhig, denn er Katt. � ,zl',B0T r ein kaltes Bad genommen und die«aräf«., c,,f Abend e. daß es Hbruar war. aber« 3/» ,£lchlafen nd. Kein Schnee draußen, das war � eT ■„ster(sie.- .-i.»» lOTTir««v«. wh v-zwe,». v»t ii 1 1 evo ui',*i n v.» etiles �al sich allmählich senken, aber grün wie " und kleine Dörfer und Kirchen lagen ""T U große Hängeweiden standen ganz licht- � �bruar dachte er wieder. Und wo die Wiesen .i» ganz ruhig, hellblau wie Luft, und Seite des Sees lag ein blauendes Land.- über :n 1« fände erhob sich eine Bergkette f aber über wo etwas anderes, das Wolken glich; die gkette lag wie frischgewaschene Wolle, aber !Ü,�nnd über ihnen lagen kleine leichte Schat- t Spitzen, r fpitzen Wolken übergingen. Er wußte �«kUen in � � �n. daß es nicht auf der beilege, sehe ich mich aber genötigt, um fur�spatereZetten keinen Präzedenzfall zu schassen, folgendes zu erklären: Weder die-oc- triebsräte-Zentrale noch die Gewerkschaf iskomnn sswn oder der Zentraiverband der Angestellten haben«in Recht, Kandidaten zur Wahl der Sekretäre der Detriebsrate-Zentral« oo�:uozlag«n. Dr« Vorschlags erfolgen durch die Fraktionen der Parte, en. Als L. E. P.-Mitglied der alten Zentrale wandte ich m,ch an o,e U. S. P.-Genossen de? Gewerklchasiskommisst-n und zwar an den Grnoisrn Sabath und bat ihn.«ine» Genosse«, der in der An- «srelltrnöevegung tätig ist. als Kandidat namhaft zu machen. Genssie S. irrt, wenn er glaubt» ich habe ihn veranlassen wollen, den Zentralverband der Ängestellken a l s s o i cy« n� anzugeben und von ihm einen Kandidaten zur Dahl der Zekretare der �»e- triebsräte-Zenirsle zu forden,. Rich. Müller. Arbeitslosenversammlungen An? dem Bureau der Zentrale der LetriebZräte wird unS ge- schrieben: Die von der Zentrale de« Betriebsräte xu Montag, den 57. d. M. einberufenen 11 ArbeitSlosrnverfammlungen nabmen außer einer (Banken und Handel)«inen bedauernswerten Berlas?. In allea Bersammlunzen traken gleichmäßig kurz»ach der ErSssonna ein großer Drnpp Arbeitsloser mit roten Fahnen ein. die die Bühne und den Platz vor derselben besetzte». Die Rcserenten ward« dauernd durch Zwischenrufe unterbrochen«nd konnten nirgends gc- regelt ihr Referat halten. Der Zwrck der Versammlung war, die AlbeitSlosen in die In- dustriegruppe», denen sie nach Berufen bezw. nach ihrer letzten Be- stetig steigenden Äröeit�Iostakeit besteht die Gefahr, daß der Kontast innerhalb der Arbeiterschaft der ekzesnen Aidustrien nicht wehr aufrecht erhalten bleibt und somit die Mözlichkrit de? Auseinander- fallend der Arbeiterschaft überhaupt. Auch«och ein anderer Grnnd Uusiassung bestätigt: Unter den ÄrbeitSlok-n sind banden, die ohne jede? Veranilvortitn-Sgesühl mit wilden Phrasen um sich werfen und leider eine große Anzahl der gefühlsmäßig em- pfindenden Arbeitslosen mit sich reißt. Daraus kann für die Arbeiterschaft insgesamt ein- große Gefahr entstehen, die unter allen llmstSuden verhindert werben muß. Festgestellt muß hier werden, daß in der Arbeitslosenfrage bisher alle? vernachlSssiat worden ist. Aber wa? kann daraus entstehen, wenn solchen versammlungSr-dnern nnd«Führer»," der Arbeitslosen brausender Beifall gewllt wird, wenn sie erklären, daß die Läden und Marsthalle» das NStigv für die Massen tieten und man sich dort, wenn darch«inen Druck auf de» Magistrat nichts nwhr zu erreichen ist, das Röttge holen müsse? Die Leidtragende» würden immer wieder die Arveiter sei«, denen auch das letzte noch durch derartige Plüuderuuge» genommen würde. Aber auch die Kemierrevolutisn hat ei» Interesse an diesen Zuständen. den» dte logisch« Folg« solch«, Vorgehe»? würde unausbleiblich zu Blutvergießen führe», was wiederum der Anlaß zu großen Putschen und Krawallen geben würde, die viellei.' t manchen erwünscht er- scheinen mögen, die aber iu daS Gegenteil dessen ausschlagen werde». was ein Teil der Arbeitslosen denkt oder erwünscht. Dieser Gefahr auf daS schärfste entgegenzutreten, ist Aufgabe eine? jeden ehrliche» revolutionären Arbeiters. Di« Betriebsratezentrale hält an ihrem Entschluß, mit allen Mitteln die Arbeitslosen dem Einfluß dieser unveranlwortlichen Maulbeldeu zu entreißen, unweigerlich fest. Sie ist tn diesem Entschluß durch den Verlauf der Versammlungen be- stärkt worden. Sie ersucht um die Mitwirkung aller Genossen, die es ehrlich mit der Revolution meinen. Leistet de» AktionsauS- schüssen der Arbeitslosen keine Gefolgschaft! Schließt euch in politischen Fragen eure« polnischen Parteien an! Schaut jedem aus die Finger, der mit radikalen tiichtvsagende« Phrasen und Schlagworten die Arbeitslosen aufjuvutschen sucht. DaS, wai in de» vorgestrigen Versammlungen durch dieEprengkolonnen derArbeitS- lose» nicht erreicht werden konnte: die Herstellung der Soli- darität der Arbeitslose» mit den Arbeitenden, wird anf anderem Wege durchgeführt«erden. Achtung, Töpfer! Die Unternehmer habe» die Einsöhrnng der Zeitlohnarbeit zum I.Oktober in ihrer Versammlung einstimmig abgelehnt. Desgleichen haben sie in der letzten B-riammluna eitlärt, daß sie in der Firien- nnd Lehrlingsfrage«inen glatt ablehnenden Standpunkt einnehmen. Zn-wer Erhöhung deS Stunden-»rzw.«tkordlohneS können, sie sich ebenfalls nicht verstehen. Zu« Arbeitsnachweis habe» die Arbeitgeber überhaupt nicht Stellung genvmme». ES scheint so, alS od die Unternehmer(i darauf anlegen, eine tariflose Zeit eintreten Erde sein konnte. War er tot, und«ar er in ein« andere Welt gekommen? In Europa war er nicht! Vielleicht war er tot! Er versank in stille Träume und versuchte, sich in seine neue Lage hineinzudenken. Aber dann blickte er wieder auf, und nun sah er das ganz« sonmge Gemälde von dem Fenstergitter eingefaßt und ge- kreuzt, und die geschmiedeten Eisenlilien und das Laub zeich- neten sich ab, als schwebten sie in der Luft. Er war zuerst er>chrocken. dann aber beruhigte er sich; er betrachtete das Gemälde noch einmal, besonders die spitzen rosenroten Wol- ken. Und dann fühlt« er eine unerhörte Freude und ein erfrischendes Gefühl'im Kopfe, ihm war, als ob die Windun- gen des Gehirns, nachdem sie wirr zusammengedreht gewesen. anfingen sich zu ordnen und sich wieder zurecht zu legen. Und er wurde so froh, daß seine Brust zu fingen begann, wie er glaubte, aber er hatte niemals in seinem Leven gesungen und darum wurden es Schreie, Zubelschreie, und die waren es, die durchs Fenster drangen und sein« Frau vor Kummer beinahe zur Verzweiflung brachten. Als der Singende so eine Stund« gesessen hatre, erinnerte er sich an ein altes Gemälde in einer Kegelbahn in der Umgegend von Berlin, das eine Schweizer Landilhajt darstellen sollte, und nun wußte er. daß er in der Schweiz war, und daß die spitze» Wolken die Alpen waren. Als der Arzt feine zweite tziunde machte, fand er Herrn von Bleichroden in einem Stuhl vorm Fenster ruhig dasitzen und vor sich hin summen, und es war nicht möglich, ihn von dem schönen Bilde loszureißen. Aber er war ganz klar und wußte seine Lage vollkommen. Herr Doktor—, sagte er und wies auf das Eisengitter, warum wollen Sie«in so schönes Gemälde brandmarken, fl«ur-de-lifiren? Wollen Sie mich nicht ins Freie gehen lassen? Ich glaube, es würde mir gut tun, und ich oerspreche, nicht auszureißen!— Der Arzt faßte seine Hand, um heimlich mit dem Zeige- finger den Puls an der Daumenwurzel zu untersuchen. — Der Puls ist nur siebzig, lieber Doktor—, sagte der Patient lächelnd.— und ich habe heute Nacht ruhig ge- schlafen. Sie haben nichts zu befürchten.— — Es freut mich—. sagte der Arzt, baß die Kur wirklich etwas über Sie vermocht hat. Sie haben Freiheit auszu-- gehen.— zu lasse«. Auch der ArbeiiSnachWetsvertrag. trotzde« von der per tätischen Kommission einstimmig beschlossen, wird auS diesem Grund' nicht abgeschlossen. Kollege« I Die Situation ist ernst. Es ist Pflicht jede? einzelne» Kollegen zur Versammlung am Mittwoch, den 2g. d. Mts., abends 8 Uhr in, den Sophiensälen, Sophienstr. 12/13. zu erscheinen, um zu der jetzige» Lage Stellung zu nehmen. In dieser Versammlung wird auch der Bericht vom VeroandStage in Meißen gegeben werde». Der Vorstand der Filiale Berlin de? Verbandes der Töpfer. Gegen die rote Rathausherrschaft Di«„Deutsche Tageszeitimg� beschäftigt sich mit der vom 17 er Ausschuß der vreußischen Landesversammlung beschlossenen Gesetzes- änd-rung. wonach 12 Stadträte unbesoldet sein müssen. Dtese Aenberung genügt ihr nicht. Sie meint, da? game Ergebnis wäre, daß etwa 4 Stadträte gegen den Willen der radikalen Mehrheit iu deu Magsshak kommen werde». Dazu schreibt sie: „Diese vier Stadträte kommen natürlich gegen die übrigen 29 Lbcrhaupt nicht zur Geltung, weshalb man den ZentrrnnSantrag als weine Salbe bezeichnet hat, dem charaktsristMcherweise auch die Demolraten zustimmen konnten, ohne ihren Freunden linker Hand wehe z» tun. Das BÜvgerium hat also von der als parlamentarische nnd potttifche Großivi gepriesenen Lcrschlimmbesserung de? Gesetze? nicht viel, vielmehr aar nichts zu erwarten. Es bleibt bei der erdrückende» Majorität der Radikalen im Magistrat sowohl wie besonders i» der Stadtv-rordnetenverfammlima. Und wa? im Magistrat durch eine gesetzgeberische Retouche scheinbar verbessert «erden könnte, daS kann ,n der beschließenden»nd deshalb ans- schlaggebenden Stadtverordnetenversammlung kein Gesetzgeber ändern. Der Berliner Bürger hat unter gewohntem demokratischen Einfluß bei der Wahl gefehlt oder einen EommersonntagsauSflug kür wichtiger gehalten alz die Ausübung feiner Pflicht, er har so die Schuld oaran. niemand ander?'. Und niemand kann ihn rette» alS er sich selbst— frellich wohl erst nach vier Jahren. I» diesen vier Jahre» wird er lernen können und lernen müssen» aber schwere! Lehrgeld bezahlen. Me unabhängige» Parteifunktionäre als Auftraggeber de» Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung werden— was man ihnen nicht einmal verübeln kann— auf ihrem Schein be- stehe». Sie werde», da Erzberger den Gemeinden kaum eigenes Geld belassen hat, die ihren gierigen Händen allein überlassene» Realsteziern derart anziehen, daß jede? wirtschaftliche Leben im bürgerlichen Sinne erstickt werden muß. Haben sie nach Weisung aus Moskau die Eigenwirtschaft totgeschlagen, so tritt an ihr« Stelle die öffentliche, die kommunale Wirtschaft, ebenso wie in Rußland. Et» erheblicher Teil der wirtschaftlichen Einrtchluugen, wie Straßenbahn, Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, ist bereits mit erbärmlichem Resnltat kommunalisiert; Bäcker, Schlächter, Schuster und Schneider, Hebammen. Beerdigungen u. a. m. werden folgen, lediglich um die Kosten der Verwaltung aufzubringen. Die eine Hälft« der Einwohnerschaft wird die andere.bewirtschaften", und wer darin noch kein Unterkommen hat, wird als Steuer- erheb«, Exekutor und Polizist notwendig gebraucht werden. Cr- werbslose wird es nicht mehr geben; selbst die KrirgSgesellschaften werden ihre Leute und ihre Klubsessel mit Nutzen an daS Sowjet Groß-Berli» abgeben können. DaS Proletariat will noch nach- träglich feine Kriegsgewinne auf Kosten des Mittelstandes machen." An diese Darstellung knüpft das Blatt die Hoffnung, daß tu de« Bezirken versucht werden müsse, die Machtgelüste der Berliner Bolsche- wisien zu dämpfe» und eS hofft, daß daS Gesetz bald Wetter zurück- revidiert werden möge. Unsere Parteifreunde werden, trotz dieser Darstellung, die Gefahr nicht verkennen dürfen, dte hente schon durch die neue Aenderung droht. Es handelt sich heute schon um ei» Attentat aus das sozialistische Groß-Berlin, dem entschieden begegnet werde« muß. Reaktionäre Schulpolitik Das Provinziallchulkollegium zu Berlin Hot in einer Entschci- duna gege» die Oberlehrerin Fräulein Ponten am Oberkyzeum in«pandan als bewiesen bezeichnet, daß sie„Politik" in die Schule getragen habe. Dieser„Beweis" stützt sich auf folgende Aussagen der Schule- rinnen: einmal(vor einem Jahr) hat Fräulein Ponten bei Lek- tür« des Bömerbriefes gesagt: Wenn Paulus heut« lebte, würde er vielleicht sagen:„Ist Gott nicht auch der Gott der Sozial, demotratie?" Ein anderes Mal, vor X Jahre, hat Fräulein P. gesagt:„Dia Arbeiterschutzgesetzgebung für Deutschland kam reichlich spät. Dia Arbeiter hatten bereits zum Selbstschutz gegriffen'(oder so ähnlich). — Wissen Sie, Doktor—, sagte der Kranke mit lebhafter Bewegung,— wissen Sie, mir ist, als sei ich tot gewesen und sei wieder auf einem anderen Planeten zum Leben aufer- standen, so schön ist es hier! Niemals habe ich mir träumen lassen, daß die Erde so herrlich sei?— — Doch, mein Herr, die Erde ist noch schön, wo die Kultup sie nicht verdorben hat und hier ist die Natur so stark, daß sie den Versuchen der Menschen widerstand. Glauben Sie, Ihr Land sei immer so häßlich gewesen wie es jetzt ist? Nein, wo jetzt öde Sandebenen sind, die nicht«ine Ziege ernähren können, da rauschten vordem herrliche Wälder von Eichen. Buchen und Föhren, in deren Schotten das Wild weidete, wo fette Herden von dem besten Schlachtvieh des Nordländers sich mit Eicheln mästeten.— — Sie sind Rousseauist, Herr Doktor, fiel der Patient ein. Rousseau war Genfer, Herr Leutnant! Dort am See- ufer, iu jener tiefen Bucht, die Sie gerade über dem Wipfel der Ulme sehen können, dort, dort wurde er geboren, dort litt er, dort wurden sein Emile und Contrat social, die Evan- gelten der Natur, verbrannt, und dort, links, am Fuße der Walliser Alpen, wo das kleine Elarens liegt, dort schrieb er das Buch der Liebe, La nouvelle Heloise. Es ist nämlich de? Genfer See. den Sie hier unten sehen!— — Der Genfer See!— wiederholte Herr von Bleichroden. In diesem stillen Tal—. fuhr der Arzt fort,— wo friedliche Menschen wohnen, haben alle verwundeten Geister Heilung gesucht? Sehen Sie dort rechts, gerade über der kleinen Landzunge mit dem Turm und den Pappeln; dort liegt Ferney. Dahin flüchtete Voltaire, als er in Paris aus« gegrinst hatte, und dort bebaut« er die Erde und errichtete dem höchsien Wesen ein heiliges Haus. Dort liegt, weiter hierher. Eoppet. Dort wohnte Madame de Stael, die schlimmste Feindin des Volksverräters Napoleon, sie, die den Franzosen, ihren Landsleuten, zu sagen wagte, die deutsche Nation sei nicht Frankreichs barbarischer Feind, denn, Herr, die Nationen hassen einander nicht! Hierhin, sehen Sie jetzt nach links, hierhlw an diesen ruhigen Binnensee flüchtete der zerrissene Byron, der gleich einem gebundenen Titan sich aus dem Garn losgerissen hatte, in das die Zeit des Rückschritts sein« starke Seele hatte fangen wollen, und hier unten schrieb er sich seinen Tyrannenhaß im Gefangenen auf Chillon von der Seele.(Jottsetzunp folgt.) Ein drittes Mal behaupteten die Schülerinnen, das Wahlrecht für die Frauen hätte gar keinen Zweck, jede Frau wähle doch wie ihr Mann. Da sagte Fräulein P.:„Das müssen Sie aber, wenn Sie wahlmündig sind, nicht tun. Sie müssen sich vorher genau orientieren und dann selbständig wählen!" Vielleicht hat sie auch einmal vom„Kommunismus" der ersten Christen gesprochen. Auf Grund dieses Materials wird vom Provin�ialschulkollegium behauptet, es sei bewiesen, das; Fräulein Ponten Politik in die Schule trage. Wenn solch ein Vorwurf überhaupt einen Sinn haben soll, dann kann es sich doch nur um Partei Politik han- dein._ Sie soll angeblich selber zugestanden haben, dass sie„Poli- tik" in der Schule treibe. Gewiss wird sie ihrer verfassungs- gemähen Pflicht gerecht, zur staatsbürgerlichen Bildung der jun- gen Mädchen beizutragen. Nimmer aber kann aus diesen Tat- fachen eine parteipolitische Beeinflussung der jungen Mädchen herausgelesen werden. Oder sollte die Aufforderung, sich ein eigenes Urteil zu bilden, bei dem heutigen Durchschnittsniveau poetischer Einsicht als parteipolitisch gewertet werden? Arverter-Bildsttgsschule ASP. Bureau: Breite Straße 8/9, Hof rechts 1 Treppe. Der nächste Vortrag für Stadtverordnete. Bezirksverordnete und kommunale Kommissionen findet in der nächsten Woche am Mittwoch statt. Referentin: Genossin Wsyl. * Proletarische Feierstunden Am Sonntag, den 8. Oktober, vorm. U Uhr, im Großen Schau- spielhause in der Karlstraße unter Mitwirkung von Frau Tills Dnrieux und Alexander Moisss. Eintrittskarten zu M. 2,50 sind in unserem Bureau, in der Buchhandlung„Freiheit", in der.Freiheit"- Spedition Johaunisstr. 9 und bei den Bezirksführern zu Hab««.! Die Karten für die folgende» Sonntage müssen von de« Funk« tionäre» sofort hier abgeholt werden. « Sprechchor für die proletarischen Feierstunden Uedm,gSstunde am Donnerstag, den 30. Eevtember, pünktlich abends 7 Uhr in der Aula des Sophicu-Nealgymnasinms, Steinstraße. Neue Teilnehmer, Männer, Frauen und Jugendliche, sind erwünscht. » Bibliothek Die ausgeliehenen Bücher sind sofort im Bureau der Arbeiter- LildungSschule, Breite Straße 8/9, Hof rechts, 1 Treppe abzugeben. • Jugendweihe Die Teilnehmer an unseren Weihen. Mädchen und Knaben, die «och nicht im Besitze des Gedenlbuches sind, können diese? in un- serern Bureau, Breite Straße 8/9, Hof rechts, 1 Treppe abholen. Geöffnet von 1l> bis S Uhr. Bildungskurstts für Frauen Heute. Mittwoch, abends 7 Uhr, spricht im Abgeordneten- Haus Genosse Kirch über Berufsberatung. Herr D r. Herwig vom psychotechnischen Institut wird dazu einen er- läuternden Lichtbildervortrag über Berufseignung halten. Die folgenden Vorträge finden wieder laufend Donners- tags 7 Uhr. ebenfalls im Abgeordnetenhaus, statt. Ee- nosiinnen aller Distrikte sind zu diesem überaus interessanten Vortrag herzlichst eingeladen.—, Die Vorträge sind mit keinerlei Kosten verknüpft. Was sich eiu französischer Adjutant erlaubt! Uns wird folgender skandalöser Vorfall mitgeteilt: Am Sonuabcnd. den 25. September, nachmittags zwischen 5 und 9 Uhr, kam der Adjutant Inst von der französischen Botschaft an den Droschken- balteplotz am KarlSplatz und bestellte die Kraftdroschke 8449 zur Fahrt nach der französischen Botschaft. WS der Kraftfahrer Günther die Taxametcruhr eingeschaltet hatte, fiel dem Adjutanten fist, daß er in der Eharitö, au» der er kam, noch etwas vergessen habe und er ging dorthin zurück mit dem Austrag, daß der Kraft- fahrer warten solle. Als der Adjutant au? der Charttc zurückkam, fuhr zufällig ein Aittomobll der französischen Botschaft vorbei, daS nun der Adjutant bestieg. Der Kraftdroschkenführer rief ihm zu, daß er»och 2.20 M. für die eingeschaltete Uhr zu bezahle« habe. Der Adiutant forderte ihn auf, niit zur Botschaft zu kommen. Dort angekommen, beschimpfte ihn der Adjutant mit Sirolch, Lump, Verbrecher usw. und forderte de» Fahrer auf; in die Botschaft hineinzukommen, um sich eine ordentliche Tracht Prügel zu holen. Kraftfahrer Günther stieg von seinem Wagen und ging zu dem auf dem Podest stehende» Adjutanten,«m ihn»m da? unn auf Mk. 17.80 gestiegene Fahrgeld zu bitten. Als Antwort darauf erhielt Günther von dem Adjutanten eine Ohrfetge, worauf der Herr schleunigst in der Botschaft verschwand. Dieses Benehmen fordert zum energischen Protest heran?. Die Franzosen sollen doch nicht glauben, daß sie bei uns macheu können. was sie wollen: sie haben sich ebenso anständig zu benehmen wie jeder andere. Die Angelegenheit ist übrigens dem'Ministerium dos Aeußcren zur weitereu Erledigung übergeben worden, und es ist zu hoffen, daß es durch dessen Asrmittluug gelingt, dem beleidigten Kraftfahrer Genugtuung zu verschaffen. Pretzkoinmiffion. Nächste Sitzung Donnerstag 8 Uhr in der „Freiheit".— Geschäftsführnider Ausschuß'/.6 Uhr. Bürgermeister Dr. Maretzky beurlaubt. Durch Beschluß des Bezirksausschusses zu Potsdam ist bekanntlich das durch Verfügung des Regierungspräsidenten zu Potsdam gegen den Reichstags- abgeordneten Bürgermeister Dr. Maretzky mit dem Ziele auf Eni- feinung aus dem Amte eröffnete Disziplinarverfahren mit Rück- sicht auf das Ergebnis der Voruntersuchung eingestellt worden. Eine Mitteilung des Lichtenberger Magistrats au die Etadtver- ordnetenversammlung besagt, dah Dr. Maretzky auf Beschluß des Magistratskollegiums bis zu serner eventl. Beschäftigung durch den Magistrat Berlin beurlaubt worden ist, da die Stimmung sehr vieler Mitglieder der städtischen Körperschaften gegen Dr. Maretzky eine sehr erregte ist. die ein gedeihliches Zusammen- arbeiten nach Ansicht des Magistrats unmöglich macht. Genosse Lachmann, der zweite Distrtksführer des 13. Distrikts, bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem Geuosfen Lachmauu, dcr in Niederschoneweide als Neferent für de» Anschluß an Moskau auf- getreten ist und bei dieser Gelegenheit gegen führend: Parteigenossen einige Gemeinheiken vorbrachte, nicht identisch ist. Aus der Johann Jakob Ieitler- Stiftung sollen einmalige Untcrstützlmgc,! im Betrage von wenigstens 30 Mk. an solche Weber und Stuhlarbeitcr(d. h. Weber, Wirker, Raschmacher, Zeugmacher. Tuchmacher, Strumvf- und Setdcuwirker) und auch andere Hand- worker. Meister uno Gesellen, vergeben werden, welche zwar der öffentlichen Armenpflege nicht auheim gefallen sind, aber sich in Geldverlegenheit, namentlich was die Zahlung der Wohnnngsmiete betrifft, befinden. Bewerber müssen sich seil mindestens zwei Jahren in Berlin niedergelassen haben; hauptsächlich sollen diejenigen de- rücksichtigt werden, welche mehr als vier Kinder unter 14 Jahren haben. Gesuche, mit Anaabeu über die Dauer deS Aufenthaltes tu Berlin und über die Zahl der am Leben befindlichen Kinder unter 14 Jahren, sind bis 4. Oktober d.Js. an die Etiftungs-Deputation, Stralauer Straße 38 II, zu richten. Britz-Buckow. Die arbeitslosen Parteigenossen, welche einen Zuschuß zum Abonnement der„Freiheit" beanspruchen, wollen sich bis Freitag abend in der Spedition Chausseestrass« melden. Die Bezirksführer werden gebeten, Kartothekkarten der Spedition und eventuelle Meldungen jedenfalls bis Freitag abend bei Mittag abzugeben. Steglitz. Die„Kinderabteilung" des Arbeiter-Jugendheims veranstaltet heute abend 71!, Uhr in der Aula der Realschule am Stuben rauch platz einen Lichtbildervortrag über„KInderwanderuuaen in der Mark". All- Genossinnen und Genossen, welche Kinder haben, werden gebeten, zu erscheinen. Sie Wersen au Hand dieser Vorführungen sich überzeugen, wie schön und nützlich es ist, unsere Kinder an deu Wanderunzen teilnehmen zu lassen. Zur Deckung der Unkosten werden 50 Pf. erhoben.— Voranzeige: Der BUdungs- auSschuß veranstaltet am Sonntag, den 24. Oktober, abends 7 Uhr. im Gymnasium in der Heesestr. einen Musikabend,„Das Volkslied" behandelnd. Ein schönes, whaltrciches vierseitiges Textprogramm, welches zum Eintritt berechtigt und 1.50 Mk. kostet, ist tu den beiden UrWahllokalen am Sonnabend und Sonntag zn haben. Da« Opfer einer Messerstecherei wurde gestern abend der Arbeiter, T heodor Bandrock, Vater von drei kleinen Kindern. In einem Lokal am Arkouaplatz geriet er beim Kartenspiel mit dem Schlächter Paul Pietz« er aus der Kolonieftr. 80 in einen Streit, der sich dann noch auf der Straße fortsetzte. Bandrock schlug im Verlauf des Streits seinem Gegner ins Gesicht, worauf Pietzucr ein Messer zog und davltt dem Bandrock durch einen Stich die Schlagader am Hals durchschnitt. Bon Samaritern der Feuerwehr wurde Bandrock nach dem Lazarnskrankenhans gebracht, wo er jedoch kurz nach der EInlieserung verstarb. Aus den Organisationen I. KijtriN. ltindenreiiberuna«in« Eltern tAlter 0—14 Jahr«), am 3. Oktober nach dem Grunewald, tzadraelo l,l0 M. Rindet ohne Ropfdrde�uag. Gemahlenen Rasfee, Trinkbecher und Essen mitbringen. Treifpunkt 1 Uhr, Porkstraz« Ecke Rozbachstrahr. ».»inriu. Mitaliedernersammluna Donnersta« In der RSnlgibant, Gr. Frank- snrter Str. ll7. T.-O.: Wahl der Delegierten zum Parleitaz. Ohne Mitglieds- buch kein Eintritt. (!. Dtltei«. 8. Abteilung. Mittwoch, 7 Ilbr, In der Schule ula. Andreasstr. 1811, wichtige Abteilungsoersammlung. Lezirlssithrer und pausbcsteller müsse» einladen. 7. Distrikt. 4. Abteilung. Donnerr.taa. 7 Uhr. tlbtitlungsaersaminlung bei Röntg, Langeftr.»3. Taaeoordnung: Stellun-mahm« zur llrwadl. 7. Tlsteikt. Rommnnale Kommission. Die Sihungen net Unrertommtssionen finden statt: Armen. Kommission: Donnerstag, 80. oepterofcet, bei v-ssmaun, Gubener Str. Z: AZaisen Kommission: Freitag, t. Oktober, bei Rrumbach. Warschauer Str. 61; Schul-Konimission: Sonntag, 3. Oktober, bei Krumbach,'chlsi tlhr, Warschauer Str. sil; Erwerbslosen-Rommission: Dter.ztaa 5. Oktaber. bei Si-sin. Sabener Str. Stener-Rommission: Donnerst-g, 7. Oktober, bei S-ss> mann, Gubenet Str. 8; Rommanalillerungs-Rommisston: Freitag, 8. Oft« bei Äosin, Gubener Str. IN; Lebensmittel- Kommission: Sonntag, 10. Oklob 12l0 Uhr. bei Krumbach, Warschauer Str. 81; Woqnungs-Rommrlfion: Moni' 11. Okiober, bei Hossmann, Gubener Str, 5. Beginn der Sitzungen 7 tlhr. 7. und 8. Distrikt. Der im Frühjahr ausgefallen« Referenienkursll» findet Donnerstag, den 80. September, abend» 7 Uhr. in der S-bule Strasimannsir. leinen Fortaan».— 8. Distrikt. Zu den nm 8. Oktober stattfindenden?'ro tarischen Feierstunden find noch Karten beim Genossen Wtttschütz, Betersborg«» Stt>rge ö. zu haben. 11. Tistrilt. Donnerstag, 7 ttchr, In der Aula des Humboldt-Eymnaswm» Gartenstr. 25. Disirlkts-Generaloersammlung. Tagesordnung: 1. Dil Hallens«- Darteitag. 2. Ausstellung der Kandidaten zum Parteitag. Ohne Mitgliedsbuch und wer länger al, drei Monat« Restant, kein Eintritt. 12. Tistrilt. Mittwoch, 7 Uhr. Geniraloersammlung. Greifenhagener Str. 28. Tagesordnung: Ausstellung der Parteitagsdelegierten. 18.. 17., 18. D-sirttt. Der Vortrag des Gcnoffen Stein.Diktatur des HZrole- tariatz",„Die Boraussetzunz der pro!. Diktatur" findet Donnerstag, abends 7sr Uhr, in der Aula Müller- Eck« Triftstraß« statt. Eintritt-karten daselbst ,n Haber. Ncniöll». Mittwoch. 7 tlhr. Sisiung der Frouenarb-its- und Ktndsrschuisica" Mission im Ideal-Gnftro, Weichselttr. 8. Sämtliche Funktionörinnen haben zi crsch-inen A-Ulilll». Donnerstag. 7 tlhr, Bezirk, Versammlung, 8. Bezirk, bei Pichnik, Osterstr 5. JtealoC*. Mittwoch. Stzs Uhr, Elternversammlung der S. Gemeindelchul« In der Aula Raiie'-Friedrich-Str. 4. vcferent: Sladtoerordneter Karl Schneider. Thema: Di- welliiche Schule. Um rege Beteiligung der Elternschaft wird gebeten. Lichtenberg. Freitag, 7 tihr, Lorstanossttzung bei Wilh. Schulz, Scharawcdcr» straf- Eck« Krongrinzenstraste....._. LtStrnberg. 6. Biertel. Freitag. 7 Uhr, Funktlon-rsttzung bei Blast, Möllen- dorffcr. 106. Lichtendcra. Sonntag, den z. Oliober, von vorm. 9 Uhr bis nachm. s Ilhr Wahl de: Delegierten zum Parteitag in solaendan Lokalen: 1. Biertel: Hetb- Main-.-r Str. 10. 2. Viertel: 5!a latsche?. W-tchselstr. 80. 8. viertel: Blume, Voxhager.er Str. 02. 4. viertel: Krüger. Türrschmidtstr. 88. 5. Biertel: Willberg, Hagenstr. 1. 6. viertel: Hag, Möllcndorsstr. 106. lVeigensr«. Mittwoch, abends 7]i llbr. bei Masche, Sitzung führenben Auslchuste». Aktionsrat. Abtellunq?- und Gruppenssibrer Ebailottenbneg. Donaeroiag, 6 Ahr. in Lankwitz. Gemeindebau- �_ vertrag mit Lichtbildern über Alontessori-Kindergärten. Elternbeiräte UN» Kiaberschuttiommtsston werden«rsucht, daran teilzuilehmen. Eharlo-tenburg. 6. Krupv«. Grupvenzahlabend bei Werner. Wallstr. 96. Die Ilrwaht am Sonnabend und Sonntag findet bei Rollekowski. Göthestr. 51, stati. Eh-c-loii-obnrg. Für das am Sonntag, den 8. Oktober, itatlfinbenb« Sympboilie- Konzert sind noch Eintrittskarten bei den Zohlabendlritern, sowie beim Kassiere« Genossen Will zu haben._________ Ebarlottenbnrg. 8. Grnxp«. z-hl-b-nd Miitwoch, 7 tlhr, bei Stein, Passauet Ztrasie 85. T.-O.: Stellungnahme zur Urwahl. Teu-velhos.Marl-adors. Mittwoch. 7'- Uhr, im Zeichen, aal des tziealgamnauum-, Tempolhof, Kaiserin-A-rgufta-Str. 10, Frauenbildungaabenb. B-rtrag der Stadt- »erordnrtr:, Genossin Grumach über Die Frau und die kommunale Arbeit". Zohonniothol.>'zcut« abend 7-ch Uhr. Mitgliederversämmlung bei Freier, Fried- richstr. 6. Wichtige Tagesardnung. �.,,.~ Ob-rschLa-weid-. Mittwock, 8 Uhr. Sitzung der vildungslommlsslon bei Im- berg. a Uhr Siaunx des Ärbeiterrats im Arbeiterratszimmer. Lberl.boe-weibe. Miüwoch. 7Ü> Uhr, Wahlo-r-insmitglieder-veil-mmlung i» der Aula der SSule Frische-: siraste. Thema: Stellungnahme zur 8. Internatio- nale. Referenten: Genosse R-«ma«n und Brühl. Oberschoneir-id«. Donnerstag. 8 Uhr, Sitzung de» vorstandez und sämtliche« Ritgllede: oller Kommissionen bei Fleischsrowig. Wilhelininenhoj-Sir. 48. Srr!le»>'.!d-?:bm»rgendor!. A ilsterordentlicher Zahlabcnd Mittwoch, löst Uhr, bei Emmel, Cruuewa'.d-Eaj-n». Reinickendorf-Wost. Di« Sitzung der vildungskommisston am Donnerstag. 71, Uhr. flndet nicht im Volkshaus, sondern bei?!ogel. Sugusie-Viktoria-Allco, statt. Wittenau. Dornierstaa. 80. S-ni-mber, abends 8 Uhr, Mitalied-rvers-nimlunji der U. S. v. D. dei Ebechardt. Lübbener Str.»5. T.-O.: Stellungnahme zu« 8. Internattonale. Zieserent: Gen. Schindler. Ohl-.« Mitgliedsbuch keinen Zutritt. »-inIck-vdors-Ost. Mittwoch. 7 Uhr. s Itzling der Geschästsleitung de, AktionS- raic. und der vezlrtsführer im Jugendheim. � � Teltom-Bee-Iom. Stimmzettel sür die Urwahl können im Beztrksburea» Reu- kölln abgeholt werden. Verewskalender Tentscher Traü»v»»t»rbeiter- verband. Betriebsräte, Beiriebsobleut« dcr Seliton 4. Versammlung am Mittwoch, 29. Segtember. abend, 7 Ilhr, Gewerk- jchasrshaus, Zimmer 56. T.-O.: Wahl eine, Delegierten zum Betriobsrätelangrest. Zentral,«,»»«» der Angestellteu. Fe-bzrn,v« 4a(ZngendNche im Lersich-rungs-s gewerbc): Oessentliche Dersammlung, 2Z. September. 4 Uhr. ZcntralseftsLle, Alte Iakobstr. 52.- Fachgruppe 4d(Rrankenkassen): Mitgliederversammlung aller weiblichen Angestellten»ec Grosl-Berliner Kron.enkalsen. 29. Ceprember. nachm. 4 tlhr. Neu« Philharmonie. Köpenick«! Str. 93-97.—»achgruppe 10 2 1 l Krawallen): Mitgliederscrsammtung, 29. September. 514 Uhr, Verbandk-Lolal, Bellt' Alliance-Str. 7-19.— Fachgruppe 12> Baugewerbe, Hoch- und Tiesbau): Mit- nliedorversammlunz, 29. September, nachm. 5 Ilhr, Eesellschaftshaus am Hacke« schen Markl. Nolenthoier Str. 86... Opposition»«» z.».«. Mittwoch, 7 Ilhr. in Haberland, Feftsiilen L-lloer« sammlung. Tagesordnung: Di« 8. International«. Schildermaler. Braachensitzur.g am 29. Seplemder. nach». 5 Ilhr, bei Woll- schläger. Adalberistr. 2l. � � Bereinigung soz. Lehre»»nd Lehrerinnen, Ortsgruppe Neukölln. Sitzung Don« nerktog, Zhv Uhr, Lnzengrubor-Rlaus«. Lebensmittelkalender T-mpelhos. 200 Gr. Nils(56). 500 Gr. Zerealmehl(54), 500 Gr. S>>rnp(49). — Anzumelden: 250 Gr. Linsen(53), 25t) Gr. Marmelade(57).— Ferner werden foägend- Nährmittel sür den Monat Ollober ausgegeben An werdende Mütter: �» für werdende Mütter.— An stillend« Mütter: 500 Gr. Nets, 500 kr. Hafermohl. Stillende Mütter erhalten eilten� Ausweis zum Bezuz« der genannien jiührinitlet «n�> H»sMW»»M�WWWW»W»W>>W»WW»>WW>WW>WW> 505 Gr. Rindernadrung. Die- Ausgabe erlolgt gegen Beilegung und Lochung de, Mittelstüll«» der Kinderoollniilchkarlen„a 1' und„51 2".— An alt« Einwohner »on 00—70 Jahren: 250 Gr. Nets. 250 Gr. Buchweizen.— An alt« Einwohner über 70 Jahre: 250 Gr. Nets. 250 Gr. Hafermehl. Die Abgab« erfolgt gegen Verlegung und Abtrennung des Abschnitte» 6 der Alters-.'usatzkarren. Henntzsdors. In dieser Woche lammen für Rrirgsdeschädiät« und Hinter- bliebene bei de« Rouftnann Herrn Ttgaes, Berliner Str. 48 875 Gr. Schmalz lll.55 M.), 875 Er. R-rtosfelmehl(2,10 M.)»um Berka us.«ezugschelne komme» im Nathau». Zimmer 12, unter Vorlegung der Entlassungspapiere zur Ausgabe. verantwortlich für dt« Nedaktion: Leo Liebschütz, Berlin-Friedenau. Bei- anlworrlich für den Inseratentril: Ludwig Komertner, Rarlshorst.-- verlagsaenojsenschafr.Freiheit"«. S.». b. Berlin.— Druck der Jjteihcir« Druckerei G. m. b. K.. ZZerlin E. 2, Breite Strohe 8-9. ]lonsutR'||enossenseliaft Serlin nndUmgegentUim-liJ- Billige tehensmiM Große Yiktoria-Erbsen____ Große grüne Erbsen..... 2,75 Ostpreufiisehe graue Erbsen. 2,50 gelbe Erbsen. 2,50 Weiße ungarische Bohnen.. 2,20 Braune u. bunte Speisebohnen 1,80 ii— Heute eingegangen:■"■■■■ 2 Waggon EierJüg 10 000 Liter I® SpeisesOel 6,50 Bitte aatlBe mltbrlnjcn. > Ab 1. Oktober: Bayr. Fleischwurst--pw�vo« 21,- Bayr. Leberwurst 2-?,a°ä-°o». 21,- Bayr. Ochsenfleisch 2 pfandvo« 24,- In prlzna Qaalltfct- SonMenoMdißlt Betlinn-MeseiiO e Jj.9 J. sieutral«: Berliü-Lichttt-i'M. MkMtftraße 10-26. Mittwoch, d- 27. Obt.1920, abends«'/, Ahe. im Lokal„Rene Welt». Hasenheide 10«- l 14. General- Versammlung Tagesordnung: 1. Jahresbericht i) deS Vorstandes, b) des AuffichtsrateS. 2. Enliastimz deS Vorstandes. S. Geushmigung der Bilanz. 4. Verteilung der Erübrigung. 5. Bericht deS VerbandsrevisorS. 6. a) Wahl von Aufsichtsralemitgliedera. b> Wahl von Ersatzpersonen. 7. Acudcrung deS§ 5 des TtatutS(betr. Erhö- hung des Geschäftsanteiles von Mk. 60 auf Mk. 150). S. Anträge. Der Anffichtsrat, i. A.: F. Walther. Der Borstand: A. MirnS, R. Schreiber, W. Lamm, F. Hille, L. Hajek.______ MZLwIIe 'Osten BrCitar Wag 8S zahlt b Schür Tagespreis« für Kupfer» Messing, r. Blei Zink usw. n tcketslie «npfer, Rotgeest» Rief, oneffing. Zink, Zinn und Laqcrneetall, Oeeciksilder unüozrbietbare Tagespreise Zucficerntaniif Eifaner Straft««, vorn II Tt. -«orden 4661.— kvoiiiy, itupitf, Blei, Zink» ginn, Weibmetall allerhbchst« Tagespreise NMw.MWsIlr.ZZ. ZtsMrsissntls zur Witeinholung von Berzinkungs-. Verbl�unzs- und Alu- ininternngsaUftrSyen usw.. für Massenartikel sFittina», Muttern, Echrauden, Dübeln usw.) nach konkurrenzloser Mechode gegen Provision gesucht. Schriftliche Angebote an S««t»er'sche V.-G. Berlin. Haybach-llser 48-b!. vvtankesuan orrlangt fosort Spelüßm ttmiz. MlslNM Tvallferaste 6«. Nntnnfnnnsn für Touren, Höchftestratze, ferner Büfching«. Frieden-«nd Weinstraße sucht SpedSition WeaHiep« GreifSvaldcr Str. 29. zu denkbar »Schfl«! Tagesvmsen Tsmch» in(olaenden Geschäften- Acll'.Alliane-ftr. 08 Wll>n»oef„«ernha rdt» strast« 4«. FticLeeftratz«» HolgmarKtstriist« 10 Lintel» steaste NIE Kriedkirhsjeldeesteast- t «heinsbergeesteatz»»2 Hvchme'steesteaf,«" Senefelverftead» 39 llrbnnftrah- 7 ffirlelifnnnifttofc« 1 N!IIII!lIMM»M Preis 60 Pfenniai