\ Einzelpreis 20 Psg.• 3. Jahrgang Mittwoch, 29. September 1920 Nummer 409• Abend-Ausgabe Ott««gm, nn»»»«»«»»». e-n-t-»,«» Monm», NN, »«mnal. Ter N«i»a5p«i, betiSM brt freier Su idlmtj in» Hau» für Erog-BnIW 10�®. im tn Speditio» seltft.bg-h-U S.-0M. FlrP-ft. dem- nebme» fämiliche Poftonft-l-en B-fiklwiigcn-Mgrgnr. Umer Ett-ifband duoaen w- Deulschleid MI» 0es!-rrcich flir da» übrtee Ausland 21. so M. Mich«awaMchl-I. r« Brie,«ür v«tlchla°d m» Ochmeich so.- W. ».»«»tiin Expedttin»«»»««rU>,> A«»U»«», vrrtt» Etratz«»,». Wie atfuotfpattnu«(mpattlBeirfle«de» deren«amn d-stet M.«inschlietzlich Teurrungszuschlaa. Kleine Anzeigen; Da» fettgedruckte Wort 2,— M., jede, merter» Wort 1,50 M., einschließlich Tcuerung-zuschlog. Laufend« Anzclge,, laut Tarif. Familien-Anz eigen und Slellen-Desuche 3,20 M. netto uro Zeile. Stellen-lvesuch, m Wori-Anzcigen: da» fettgedruckte Wort 1,30 M., jede« weitere Wort 1,— LS» Smlvrecha: Satraa 2030, 2645, 4310 4603, 4635, 404». 4821. berliner-Orgon ber VnabbättQfgen SmMömoPnttte Syeatßfytanöä »«- achucht ist vor allem das Säuglings- und K.ndcsalter. Hin- stcktlick der Therapie. d. �. def He-lmethoden weist das Merk- ' die gute Wirkung der„reichlichen und Sonne hin", um schließlich -\Iir/TTlTI 1 1--•r»»,,» v*- v w| f w*. V4I»V(5 4- Vt U J enn cm �. Augenblicklich unter dem Flüch der Arbeits- eine Mutter, dw. ���uchweisheit nach dem alten Muster losigkeit stehen, oiei bekommt, so wird sie nicht wissen, des„man nehme ot)eT sM. Das heißt doch, zum ob sie darüber laiy � hinzufügen, und wird als blutiger Schaden noch oen Bedauernswerte, die von einem Tag Hohn empfunden. Sorge lebt, wie sie auch nur in der zum anderen in!' � bie Ihrigen durchstoßen soll, soll ihre allernotwendlgsten versorgen und hat doch nicht hungernden Wurm bezahlen. Man wende nicht ein. die Mittel, die Rl i � Kleinigkeiten, der Eedanken- solche»Rezepte>„ gber doch im Grunde genommen losigkeit zwar enrjp� v �-------------- von'guter'Absicht getragen. Man ahnt ja in jenen Kreisen. die solche Weisyeit ausschwitzen, gar nicht, wie beliebt man sich damit beim Volke macht. Dericnlge, den diese Dinge an- — 1,„„ das Gefühl, als �musse�er mit seiner Lieb« Die Brüsseler Finanzkonferenz ' l das Eesuyi, ais mu,,e er mit|cinei Ließe ?ene"höhere Weisheit erwürgen. Das Merkblatt ist verfaßt Rede des Staatssekretärs Bergmann TU. Brüssel. 29. September. Der deutsche Delegiette, Staatssekretär Bergmann, legte die Finanzlage Deutschlands ausführlich dar und sagte dann über die zur Deckung der Ausgaben ergriffenen und noch zu ergreifenden Matznahmen: Gegenwärtig wird in Deutschland eine Steuerreform größten Umfanges durchgeführt. Für das Jahr 1920 wird aus Steuern und Zöllen ein Eingang in Höhe von mehr als 37 � Milliarden Mark erwartet, das ist ein Betrag, der für sich allein schon die Ausgaben des ordentlichen Haushalts von etwa 39 Milliarden Mark fast völlig deckt. Die deutsche Regierung ist aber in der Be- steuerung schon bis an dt« Grenze des Möglichen gegangen, dabei ist sie von der Erwägung geleitet, datz jede Verminderung der Produktion vermieden werden mutz. Die Reichsfinanzverwaltung kämpft ständig für die Innehaltung allergröhter Sparsamkeit, ihre Anstrengungen sind aber bisher zum Teil auf unüberwind- liche Schwierigkeiten in der wirtschaftlichen Lage gestoßen. Soweit Ausgaben infolge des Krieges und der Bedingungen des Friedensvertrages notwendig geworden find, lassen sich Ersparnisse nicht erzielen. Allein für die beiden Rech- nungsjahre 1919/1929 mutzten die Posten der Dnrchsührnng des Friedensvertrages mit 47 Milliarden Mark eingestellt werden. Die Unterhaltung des Deutschland miferlegten Söldnerheeres er- fordert weit größere Ausgaben als ein Heer auf der Grundlage der allgemeinen Dienstpflicht. Alle diese Lasten sind von einem in seinen Grenzen und seinen Erwerbsquellen wesentlich verengten Wirtschaftskörper zu tragen. Auf der andern Seite macht der Zu- stand der Ernährung und Kleidung sowie die Entblößung des Lnades von Rohstoffen eine sehr erhebliche Einfuhr dringend er- forderlich. Die allgemeine Teuerung steigert sich für Deutschland in einem ungewöhnlichem Matze durch die fast völlige Entwertung des deutschen Geldes. Die Anschwellung aller Ziffern des vorliegenden Finanzberichtes erklärt sich in erster Linie dadurch, daß infolge der sprunghaften Entwertung der Reichsmark, die ihren vorläufigen Tiefstand im Februar und März d. I. erreicht hat, alle Warenpreise in Deutsch- land um das Vielfache gestiegen sind. Löhne und Gehälter mutzten entsprechend nachfolgen. Damit sind auch die Reichsausgaben in einem Matze gewachsen, datz es nicht möglich war, mit der Vor- sorge für die entsprechenden Einnahmen gleichen Schritt zu halten. Mit der Entwertung der Mark im Ausland steht das Anwachsen des Papiergeldlaufs in Deutschland in engem Zusammenhang. Mit den wachsenden Steuereingängen hoffen wir jedoch allmäh- lich die Notenproduktion zum Stillstand zu bringen und damit auch der Valutaverschlechterung entgegenwirken zu können. Trotz der bestehenden unerfreulichen Verhältnisse halten wir jedoch Deutschlands finanzielle Lage nicht für ver- zweifelt. Wer unbefangen die Zustände prüft, wird finden, datz Deutschland doch allmählich wieder zur Ordnung zurückkehrt, und datz erfteultcherweise auch der Wille zur Arbeit überall im Lande sich wieder kräftig regt. Um die Währungsverhältnisse zu stabilisieren und um den internationalen Verpflichtungen in ge» rechter und verstündiger Weise nachkommen zu können, mutz Deutsch- land in seinem wirischaftlichene Leben mindestens soweit schoben werden, daß es an dem Weltverkehr wieder I n, a( 1 1• ver Weise teilnehmen kann. -■.•w&r Pressestimmen Haag, 28. September. Die Haagsche Post sagt in einer Betrachtung über dl« Brüsseler Konferenz, daß die dort vertreteneu Völker sich in zwei Gruppen spalten, die Geldgeber und die Geldnehmer. Zu den Geld- nehmern gehört natürlich ganz Mitteleuropa, aber auch Frankreich werde sich wohl angesichts der Unsicherheit der Abzahlung des deutschen Schadeusersatzes binnen absehbarer Zeit der Gruppe der Geldnehmer anschließen; auch Belgiens Haltung in dieser Hinficht sei noch zweifelhaft. Holland wird zur Gruppe der Geldgeber ge- hören; sein Anteil an der Wellanlcihe wird von Eingeweihten auf 800 bis 1090 Millionen Gulden geschätzt. Ehe Holland aber diese schweren Opfer für den Wiederaufbau der Welt bringe, müsse sein Verhältnis zu Belgien, das durch Belgiens Schuld in letzter Zeit gestört sei, WS Reine gebracht werden. Die Brüsseler Korsscrenz würde nach dem Urteil der Sachverständigen ein Fiasko sein, wenn Amerika nicht mit 19 bis 29 Milliarden Gulden bcispringt. Der Londoner Korrespondent der tzaagschen Post, H. W. Massiug« ham, kritisiert die Bestrebungen Frankreichs, die Genfer Konfcreuz zu vereiteln, aufs schönste und schreibt dieses Bestreben dem Wunsch« Frankreichs zu. Deutschland vernichten zu wollen und deshalb die ganze deutsche Frage weiter in der Schwebe zu halten. England andererseits bemühe sich, Deutschland wieder auf die Beine zu helfen und wolle deshalb das große Hindernis auf diesem Wege, das ewige Hinauszögern der Festsetzung von Deutschlands Schadensersatz» leistungen, aus dem Wege räumen. Diese englische Politik sei die cinUg richtige für England selbst und für ganz Europa und deshalb müsse sie triumphieren oder die englisch-ftanzöstsche Entente müsse aufhören zu bestehen. Nieuwe Courant warnt vor einer Neberschätznug der Kom» pctenzcu der Brüsseler Finanztouscrcuz. denn die dort versammelte» Fachmänner könnten sich zwar über die traurige Finanzlage der Welt unter ewander aussprechen, hätten aber keine Exekutivgewalt, diese läge bei den StaatSmämieru, und gerade diese bitebeu abseits. ES sei auch noch nicht einmal ganz sicher, ob man sich in Brüssel einstimmig auf ein großes Wirtschaftsprogramm einigen werde. Die Wahlen in Schweden Stockholm, 28. September.' Die letzte Zusammcnzählung der Stimmen für die Wahlen zur Zweiten Kammer des Reichstages hat heute stattgefunden. Die Zweite Kammer, die bisher aus S7 Konservativen, 14 Vertretern der Bauernorganisationen, 62 Liberalen, 86 Sozialdemokraten und 11 Linkssozialistcn bestand, erhält folgende Zusammensetzung� 72 Konservative, 28 Vertreter der Bauernorganisationen, 47 Libc- rale, 76 Sozialdemokraten und 7 Linkssozialisten. „unter Mitwirkung maßgebender Kliniker und Ernährungs- Physiologen!" Man merkt es ihm an: Professoren- Weisheit! Eine von der sozialhygienischen Abteilung des Roten Kreuzes veröffentlichte Enquete über die Zahl der tuber- kulösen, rachitischen, kranken und unterernährten Kinder gibt den Beweis, wie bedroht Ernährungs- und Eesundheits- läge des deutschen Nachwuchses sind.„Ist die Not in den Städten ungeheuer groß, so liegt das Bedenkliche der länd- lichen Zustände vor allem darin, daß das Land als Kraft- quelle für die Städte bei weiterem Umsichgreifen der Not all- mählich versiegen muß, wenn nicht schleunig st tat- kräftige Hilfe einsetzt." Der Bourgeois bemerkt von alledem freilich nicht allzuviel. Der Deutsche trägt seine Gebrechen nicht zur Schau auf die Straße, wie man es in den Ländern des Südens und Ostens auf Schritt und Tritt sehen kann. Wenn ihn das Elend über- mannt, wenn es zum letzten kommt, so zieht er sich in den Winkel seiner„Häuslichkeit" zurück und stirbt dort wie das angeschossene Wild im Wundbett. Der satte Philister aber beschwichtigt sein Gewissen sehr schnell:„Das war nun ein- mal von jeher so und wird immer so bleiben! Alles Elend läßt sich nun einmal nicht aus der Welt schaffen!" Und wer dann noch ein übriges tun will, der glaubt auf dem Wege der landesüblichen Wohltätigkeit seiner Pflicht genügen zu können. In der Tat: Von allen Angehörigen des Proletariats sind die Kinder der Arbeitslosen am schlimmsten daran. Zu den Opfern des Elends unserer Zeit stellen sie das größte Kontin- gent. Wenn sie auch nicht gerade aus der Straße tot hin- sinken, wie etwa die Fliegen sterben zur Zeit des Winterein- tritts: das verschwiegene Ordinations-immer des Arztes, die Kinderkliniken und gewisse Abteilungen ser Krankenhäuser, die Erfahrungen der Schulmänner wissen von diesem Jam- mer zu erzählen. An diesen Unglücklichen läßt sich geradezu studieren, was L a s s a l l e vor CO Jahren schon ausgesprochen hat:„Ja so im Augenblick hinfallen,.tot sein im Moment, das geschieht sehr selten. Aber wenn man fort- dauernd eine größere Verausgabung von Kräften vornimmt, als man infolge zu schlechter Ernährungsweise überhaupt wieder einsetzen kann, wenn also die Ausgabe von Kräften beständig die Einnahme übersteigt, so stirbt man auch Hun» gcrs, im Laufe der Zeit." Der alte Staat, die bürgerliche Gesellschaft, die Welt des Kapitalismus haben durch � ihr ganzes bisheriges Verhalten bewiesen, daß sie unfähig sind, das Problem zu lösen. Was sie um des Scheines willen und zur Beschwichtigung ihres so- genannten sozialen Gewissens allenfalls getan haben, das war eitel Blendwerk und Schaumschlägerci. Was man allen- falls an sogenannter positiver Arbeit zu leisten vorgab, lief auf Palliativmittelchen und Herumkurieren an Symptomen hinaus. Es war der Bourgeoisie jener Zeit auch herzlich gleichgültig, ob alljährlich einige Hunderttausend oder ein paar Millionen Proletarierkinder die Friedhöfe füllten. Was man brauchte als Anwärter für die Fabriken oder als Staffage für die Kasernenhöfe, das lic-' ferte das Proletariat noch immer reichlich und über- reichlich. Unsere Zeit steht im Zeichen des Sozial:?- mus. In hoc signo vinces.(In diesem Zeichen wirst du siegen.) Die alte Zeit, deren letzte Ausläufer wir in den furchtbaren Krankheitserscheinungen unserer Tage vor uns sehen, kann nur durch die sozialistische Weltordnung über- wunden werden. Darum gilt es, alle Kräfte einzusetzen, um dem baldigen Sieg der sozialistischen Idee den Weg zu be- reiten. Dann erst wird dem furchtbaren Geschick der Stachel genommen werden, das heute noch Millionen von Menschen- bluten in ihrem ersten Aufsprossen vom Baume der Mensch- heit herniederreißt. Daun, aber auch erst dann, werden auch bei der arbeitenden Bevölkerung Kinder wieder als ein Segen empfunden werden.\ We tn der Preußischen Landesversammkung die Mehrheit haben, anficht. Die Haltung ist aber höchst unverständlich, wenn man die Regierung als die Vollstreckerin und Beschützerin der in Kraft befindlichen Gesetze betrachtet. Eine Regierung, die auf dem Boden des demokratischen Prin- zips und des Selbstverwaltungsrechts der Städte steht, wird ohne weiteres jeden Beschlutz eines Stadtparlaments genehmigen, sofern er nicht den bestehenden Gesetzen zuwiderläuft. Die Berliner Magistratswah! ist auf durchaus gesetzlichem Wege zustande ge- kommen. Die Hinausschiebung ihrer Bestätigung durch die preu- tzische Regierung erfolgt lediglich deshalb, um der in der Stadt- verordnetenocrsammlung unterlegenen Minderheit die Möglichkeit zu geben, auf dem Wege über die Preutzische Landesversammlung der Stadtverordnetenversammlungs Mehrheit ihren, den Min- derheitswillcn. aufzuzwingen. Die preußische Regierung greift somit in die Znteresscnkämpfe der Parteien zugunsten einer bllr- gerlichen Minderheit ein. Das bedeutet die faktische Auf- Hebung der parlamentarischen Rechte der Ber- liner Stadtverordnetenversammlung und des Selb st verwaltungsrechtes der Stadt Berlin überhaupt i Damit, mit dieser ihrer Haltung, hat die preutzische Regierung für die kommende Politik Pteutzens einen höchst bedenklichen Prä- zedenzfall geschaffen. Demnach könnte die Minderheit der Stadt- verordnetenversammlung jedesmal wichtige Beschlüsse, die der Genehmigung der Regierung bedürfen, dadurch inhibieren, daß sie entsprechende Anträge im Preutzenparlament einbringt und die � Regierung ersucht, bis zu ihrer Erledigung die Beschlüsse des j Stadtparlaments nicht zu genehmigen. Unter diesen Umständen; kann eine gedeihliche kommunale Tätigkeit in Verlin autzerordent- j lich erschwert, ja nnnröglich gemacht werden. Und was der Min- � dcrheit Berlins recht ist, mutz der Minderheit einer jeden anderen � preußischen Stadt billig sein. Man erkennt ohne weiteres, welche gefährlichen Konsequenzen die Haltung der preußischen Regierung gegenüber der Wahl des Berliner Magistrats entwickeln kann. Ein derartiges Verhalten einer Regierung ist ja auch verfassungs- rechtlich einfach unmöglich. Wir geben uns nicht der Zllufion hin, die preutzische Regierung iib-rz-ugen zu können. Der Zweck dieser Darlegungen soll sein, den sozialistischen Vertretern Berlins die Frage vorzulegen, ob sie un- ter diesen Umständen bei Mißachtung des Selbstverwaltungsre-hta Berlins durch die preutzische Regierung an der praktischen Arbeii in Berlin Überhaupt teilnehmen können. Wo« nützte alles Parla- mentieren in der Stadtverordnetenversammlung, was nützten die schönsten Beschlüsse, was nützte die opferreichst« praktisch« Arbeit in der Verwaltung Berlins, wenn die bürgerliche Minder- heit mit Hilf« der preutzischen Regierung jede beabsichtigt« be- deutungsvolle Handlung der sozialistischen Mehrheit verhindern kann? Der Kampf um den Berliner Magistrat mutz somit die Entschei- düng darüber bringen, ob die preutzische Regierung das Selb st verwaltungsrecht Berlin» respektieren will oder nicht. Und von dieser Entscheidung wüs- seit die Sozialisten beider Fraktionen in der Stadtoerordnetenver- sammlung ihre Mitarbeit abhängig machen. Sie müssen ihre Mitwirkung versagen, wenn das Selbstverwaltungsrecht Berlins nicht unbedingt gesichert ist. Sie dürfen stch auch nicht mit bloßen Erklärungen der Regierung begnügen. Die preußische Regierung mutz durch die Tat bewetsen, daß sie dag Selbftverwaltungsrecht Berlins nie und nimmer antasten will. Dies» Tat kann nur sein: die sofortige Bestätigung M» von der Stadtverordnetenversammlung gewählten Magistrat». Die Bestätigung des Magistrat« ist für die sozialistische Mehr- heit des Berliner Stadtparlaments, die sich auf die überwiegende Mehrheit der Berliner Bevölkerung stützt, eine unerlähltche Bor- ausfetzung ihrer Existenz. Mitzachtet die Regierung den Mehr- heitswillen der Berliner Bevölkerung, indem sie den von diefer gewählten Magistrat nicht bestätigt, so bedeutet das, daß in Berlin nicht vi» sozialistische Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung. sondern tatsächlich die bürgerliche Minderheit herrscht. Die Sache des Berliner Magistrats ist somit die ureigenste Angelegenheit de, gesamten Berliner Prole- tariats. Ts hat stch jetzt zu entscheiden, ob es seinen am 20. Juni parlamentarisch errungenen Einfluß aufgeben oder seinen Willen zur sozialistischen Kommunalpolitik durchsetzen will. Ein Zurück kann es für die Arbeiterschaft nicht geben? In vollster Einmütigkeit und Geschlossenheit mutz sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln ihre einmal er« oberten Positionen und ihre grundlegenden Rechte verteidigen. Die Arbeiterschaft Berlins wird auch auf kommunalem Gebiet nur die Macht ausüben, die sie zu erobern und jederzeit zu vertei« digen bereit ist. Die Kartoffelversorgung verlin, 28. September. Amtlich wird mitgeteilt: Zur Besprechung der brennend g«» wordenen Frage der Kartoffelversorgung, fand am 28. d. MLs. in der Reichskartoffelstelle, unter Leitung des Rcichsministcriums für Ernährung und Landwirtschaft, die schon in der Presse angekün- digte Verhandlung statt, an der neben Vertretern der Zentral- und Prooinzialbehörden, Vertreter der Landwirtschaft, der Kam- munalveibände nnd des Handels, eine sehr große Anzahl Ver- brauchervertreter, insbesondere Vertreter der zen« tralen Eewerkschaftsverbände(Dllgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Verband der Hirfch-Dnnckerfchen und der Christlichen Gewerkschaften, Reichsgewerkschast deutscher Eisenbahn- beamten und-Anwärter) teilnahmen. In vielstündigen Verhandlungen legten die Vertreter der einzelnen Gruppen ihre Besorgnisse und Wünsche, die sie bezüglich der Kartoffeloersorgung und der Gestaltung der Preise haben, dar. Trotz ursprünglich weit aus- einanderstrebender Meinungen herrschte doch angesichts der außer- ordentlich großen politischen und wirtschaftlichen Bedeutung dieser Frage letzten Endes darin Einigkeit, daß ein Weg zur Verftän- digung durch beiderseitiges Entgegenkommen ge- funden werden müsse. In einer zu diesem Zweck eingesetzten Unterkommisston, in der alle Gruppen vertreten waren, wurden uüter Berücksichtigung der in der allgemeinen Debatte gewonnenen Ergebnisse folgende Richtlinien für die Kartoffeloersorgung über- einstimmend aufgestellt: „1. Im freien Verkehr soll ein Erzeugerpreis von Mt. 2S.— i« Zentner für Herbstkartoffeln nicht überschritten werden. Wo es die Kosten der örtlichen Produktion gestatten, soll angestrebt werden, den Preis soweit als möglich unter diese Grenze zu senken. 2. Es sollen sofort durch das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft die maßgebenden Stellen veranlaßt werden, unverzüglich für einzelne Produktionsgcbiete Beihandluuge» zwischen Erzeuger- und Berbraucherorganisatione« herbeizuführen, um eine Versorgung der Bevölkerung auf der in Ziffer 1 angc- geben«» Grundlage sicherzustellen. Dabei mutz der unreelle Zwischenhandel zwischen Verbraucher und Erzeuger ausgeschaltet werden. Der Handel wird sich mit einer möglichst geringen Ge- winnspanne begnügen. ». Bei den Verhandlungen ist zugleich anzustreben, daß von den Lieferorganisationen die Lieferung bestimmter Mengen zu dem örtlich vereinbarenden Preise vertragsmützig übernommen wird. i. Di« auf Grund der Verordnuitg vom 21. Mai 1920 abge- schossenen Lieferungsoerträge bleiben in Kraft. Die an der heutigen Versammlung beteiligten Spitzenorganifa- tionen erklärten stch bereit, auf ihre Unterorganisationen einzu- wirken, für die Durchführung der vorstehenden Richtlinien mit allem Nachdruck einzutreten." Die Reichsregiernng erklärte sich auch ihrerseits bereit, sich mit allem Nachdruck für die Durchführung dieser Richtlinien, insdeson- dere für den unverzüglichen Abschluß der vorgesehenen Verein- barungen einzusetzen.. Um unlauteren Preistreibereien zu begegnen, erklarie sich die Reichsregierung auf Wunsch der Gewerkschaften weiter bereit, de» Regierungen der Länder die KonzeMonierung des Kartoftelhan« del» dringend zu empfehlen. Auf Grund des Verhandlungsergebnisses glaubt die Reichs- regierung in Uebereinstimmung mit sämtlichen Organisationen damit rechnen zu dürfen, daß fortan die Kartoffeloersorgung der Bevölkerung in ruhiger und all« Teile befriedigender Weis« erfplgt. .Mehrere taufend Büchse» Kondensmilch»erdorben.- Umer dieser Sbitzmarke erschienen in verschtedenen Tageezsiiuugcu Artikel tnt aus schwere Mtßstäude in der Reichsstelle für Speisefette dwweisen. Der Betriebsrat, dem diese MißstSude bekannt waren, haite eine Untersuchung bereits tingtlettttundwirdsofortweitcriSchrttte. bei den maßgedeuden Stelle» tun, damit bt« Echnlbigen restlos ermittelt werden. Am dos Selbstoerwaltungsrecht Berlins llst. P. Der Kampf um den Berliner Magistrat ist in ein Sta- drum getreten, das recht betrachtliche Perspektiven für die Kommu- nalpolitik Berlins eröffnet.- Die Auseinandersetzungen über die Bildung des Magistrats find natürlich nicht nur ein Streit um mehr oder minder tüchtige Per- fönen, wie die bürgerliche Presse glauben machen möchte, sie sind vielmehr der Ausdruck des zwischen Bourgeoisie und Proletariat sich entspinnenden Kampfes um die Macht in Berlin. Das Ein- greifen der preutzischen Regierung in diesen Kampf der Parteien zugunsten der Bourgeoisie Hai eine erfreulich« Klärung der Situ- ation herbeigeführt, die vorausahnen läßt, was der Berliner Stadtverordnetenoerfammlungsmehrheit noch bevorsteht. Die preußische Regierung hat die bürgerlich- Minderheit der Stadtverordnetenversammlung auf die Mittel hingewiesen, mit denen sie leicht und mühelos, durchaus parlamentarisch und scheinbar gesetzlich, die sozialistische Mehrheit der Stadtverordnetenversamm- lung zur Ohnmacht verurteilen kann. Die preutzische Regierung mit einem Sozialisten an der Spitze hat dem von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung gewählten Magisttat die Be- stätigung versagt, weil er der bürgerlichen Minderheit nicht paßt. iüas ist die Demokratie in der Praxis!(Demolratie-Poltsherr- schaff, b. h. Herrschaft dir Masse, im Gegensatz zur Artsiokratie- Herrschaft einer Clique.) Welcher Sturm der Entrüstung ist in Zeiten der wilhelminischen Herrschaft in den Reihen der Sozial- demokrati« ausgebrochen, wenn die damalige Regierung einem sozialistischen Schöffen die Bestätigung versagt hätte. Di« heutige, sozialistisch durchsetzte, preußische Regierung im Zeitalter der De- mokratie. begnügt sich nicht mit der Ausschaltung einzelner So- zialisten: sie ermöglicht es, daß die bürgerliche Minderheit des Berliner Stadtparlaments der sozialistischen Mehrheit ihren Wil- len oktroyieren kann! Man mutz sich die nackten Tatsachen vor Augen halten, um die Stellungnahme der Regierung richtig würdigen zu können. Nach K 11 des Gesetzes über die Bildung der Stadtgemeinde Groß- Berlin vom 27. April 1920 hat die Stadtverordneten- v« r s a m in l u n g die Zahl der Magistratsmitgliedcr, die 30 nicht überschreiten darf, festzustellen nnd ferner zu bestimmen, ob oder wieviel besoldete und unbesoldete Magistratsposten geschaffen werde». Bon diesem ihrem Rechte hat die Berliner Stadtvcrord- netenversammlung Gebrauch gemacht. Meinungsverschiedenhelten zwischen den Parteien wurden durch Mehrheitsbeschlutz überwun- den. Ein« selbstverstäridliche parlamentarische Methode. Die hier- bei angeblich zu kurz gekommene Minderheit der Stadtverord- netenversammlung unterwarf sich indessen nicht dem Mehrheits- bcfchlutz; sie wandt« sich unter Mißachtung der parlamentarischen Grundsätze, an die Preutzische L-ndesvetsammlung, um eine Aen- derung des Berliner Gesetzes in ihrem Sinne herbeizuführen. Das ist. vom Standpunkt der Demokratie aus geschehen, eine gewiß un- erhörte Handlungsweife. Wobei die Tatsache besondere Besch- tung verdient, daß gerade die Preisfechter der Demokratie«in derartiges Verfahren beliebten. Wir, die wir wissen, daß die Gesetze der Demokratie bei Macht- kämpfen in di« Brüche gehen, finden das Streben der Parteien, «in ihnen unbequemes Gesetz zu korrigieren, ja außer Kraft zu setzen, durchaus verständlich. Gesetzcsänderungen anzustreben, ist das gute Recht einer jeden Partei. Ungewöhnlich und unerhört ist in diesem besonderen Falle lediglich die Haltungder preu- tz i s ch e n Regierung, die die Ausführung.der Beschlüsse des Stadtparlaments, die auf einem bereits� ist Kraft getre- reKen G e sisss"basseren." fnhibierk,— lediglich deshalb inhibiert,«eil die unterlegene Minderheit mit ihnen nicht einverstanden ist. Erklärte doch in dem Ausschuß der Preußischen Landesversammlung, der die Anträge auf Aenderung des Berliner Gesetzes vorbereitet, Stadtjekretär Freund als Vertreter der Regierung: Er halt« es für„selbstverständlich", den ge- wählten Magistratsmitgliedern, den Wünschen des deutschnatio- »a len Abgeordneten Lüdicke entsprechend, die Bestätigung oorläu- sig zu versagen, bis die Beratung über die Aenderung des Gesetze» erledigt sei. Daß der Regierungsvertreter diese Erklärung im Kreise von Parlamentariern gelassen nnd mit geringem Widerstande au«- sprechen durfte, kennzeichnet das demokratische Empfinden dieser Kreise. Nur die Vertreter der sozialistischen Parteien protestierten gegen dies« verfassungswidrige Haltung der Regierung. Diese ihre Stellung ist nur„selbstverständlich", wenn man die Regierung als den geschäftsfühtenden Ausschutz der bürgerlichen Parteien, Der Neuaufbau des Leipziger Volkshauses Von Bruno Taut. Wie b-i-i dt««>>e:la»nt«i> Führ« der iui»»«« tlechlkkt«» a«- bei»«, öch»iim'fleuaulbcii de» Eeipilg« Nullehause- ju anEeiti. St tut«» mit der iftm in(einem ganze» Wirte» eigenen I�ö?(sri!ch«» Xraft r«v»ldii»nSrlr Zde«. Die„Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht 8 Entwürfe zu dem Wiederaufbau des in den Unruhen fast ganz zerstörten Volks- Hauses zu Leipzig. Das Gebäude ist durch den Brand soweit zer- stört worden, daß von der Stratzonsront nur noch die beiden unte- ren Geschosse stehen geblieben sind: die oberen Geschosse ragen als Ruinen in die Luft, als große Aufforderung, in der Wiedererrich- tung den neuen Geist zu zeigen, nnd als großer Ansporn an die Phantasie des Architekten, diesem Geist die ebenso neu« und feste Form zu prägen. Erschwert wird diese Aufgab« immerhin dadurch. daß die stehengebliebenen Iassadmeste als Ausgang für die neue Form ans praktischen Gründen dienen Müssen. Aber die äugen- blicklich« Ru'ne, welche so phantasteerregend in die Luft greift, spricht es selbst aus, daß dies kein Hemmnis, sondern eher ein Ansporn sein kann. Es ist eine Freude, in dem die neuen Entwürfe begleitenden Text lesen, mit welcher Begeisterung und mit welchem Stolz es an den Bau geht. Ein schöner Gedanke wird dabei von einem Arbeiter ausgeführt, nämlich der, daß bei dem Neubau, bei seiner Ausgestaltung im Innern, alle Berufsgruppen in gleicher Arbeits- frende und Hingabe ihr Bestes zur neuentstehenden Schönheit beitragen möchten. Das Streben und die Begeisterung«st Herr- lich und großartig. Aber— ein große» Aber tut sich nun auf. E- ist di« Form. Das Proletariat hat sein Klassenbewußtsein, es hat seinen politischen revolutionären Willen. Doch wenn man nun sieht, zu welcher Form, zu welcher fichtbaren Gestalt sich dieser Will« kristallisieren soll. dort, wo wie in einem Bauwerk großen llmfanges ein starker umfassender Eemeinfchaftswille notig ist, dann kann man angefichts dieser Entwürfe und besonders des zur Uussiihrung ausgewählten die große Frag« auswerfen: Hat das Proletariat überhaupt einen revotutionären Willen, oder ,st dieser Wille nicht bloß«in rein materieller, ein Aufrücke, iwollen in eine besser situierte Schicht, d. h. im Grunde Kleinbürgertum? Die Bauten, welche eine bestimmte Gruppe für sich errichtet, ob es nun Bürgertum, Atistokratie oder Potentaten sind, dies« Bauten sind die deutlichst« Enthüllung des inneren Wesens der betreffenden Schicht, die sie errichtet. Ihre Uebereinstimmung mit dem seel,- schen und geistigen Gehalt diefer bauenden Schicht ist der Grad- Messer für da» Bewußtsein von dem Rechte ihrer Macht. Wo dl« Uebereinstimmung zwischen diesem Bewußtsein und der äußeren Form in den Bauten vollendet ist, da kann man von Kultur sprechen. Es ist bitter, angestcht» der Leipziger Vslkshausent- würfe nicht davon sprechen zu können. Und e» bleibt in einem solchen Fall, der anscheinend schon entschieden ist, nur di« Restgna- tion übrig und die Hoffnung auf ein« Zeit,� in de, das Proletariat einmal fein Machtbewutztsein so gefestigt hat. datz es in allen seinen Bauten, Möbeln, Geräten. Bildern usw. nicht» anderes haben will, als den Ausdruck feiner selbst. Offenbar braucht aber di- Resignation nicht für das Proletariat tn seiner Gesamtheit zu gelte», wenn auch dieser einzelne Fall nichts anderes übrig läßt. Der Arbeiter wird nach dem Gesagten hier und da vielleicht glauben, man wollt« ihm die schönen Bauten des Bürgertums, der Aristokratie und der Potentaten nicht gönnen.„Wir wollen doch auch etwas Hübsches haben!" Rein— gerade dieses Auch mutz ganz und gar verschwinden. Singt ihr denn noch„Heil dir im Eiegerkeanz" oder„Deutschland, Deutschland über alle»"? Wo ihr in Massen zusammen seid und wo dann ein Lied hinbraust, da» euch alle zusammenhält und von jedem von euch au» innerster Seele mitgesungen wird, da ist es etwa» ganz anderes. Es ist die Arbeitermarseillaise. Der große Bau ist der steingewordene Rhqtmus eine» Liedes, das eine Gesamtheit fingen kann, und wo heute das Proletariat baut, da muß der Bau ertönen wie die Rhythmen der Arbeitermarseillais«. Ist es nötig, bei den Entwürfen für Leipzig nachzuweisen. warum diese Rhythmen dort nicht ertönen? Sicht euch di« Eni- würfe an: vorgeklebte Säulen, gekuppelte Aufbauten u. dergl.. alles Elemente, mit denen in guten Zeiten die AutoKaten und der Adel und in schlechten, d. h. in der Zeit nach 1870 das parvenu- hafte Bürgertum feine Bauten dekoriert«. Es lassen sich ja in jeden Baukörper allerhand finnbildlich« Deutungen hineinlegen. Man kann jede Kuppel, ob st« nun auf dem Petersdom in Rom oder auf dem Berliner Dom oder auf dem Justizgebäude in Leipzig oder auf dem Reichstag in Berlin thront, als den Ausdn'.ck von Einheit und Macht ansehen. Das ist nicht das Wesentlich«, und besnodere nicht in diesem Falle, wo bei dem ausgewählten Eni- wurf der kuppelartige Turm wie«in Geschwür aus dem schwäch- lichen Dach herauswächst. Gerade solche Deutungen, wie sie in der „Leipziger Volkszeitung" vorkommen, tragen den Stempel des Nichtbeqrifenen. Jede» Lied, ob es nun ein Räuberlied oder eins monarchistische Hymne ist. hat seine Schwellungen. Die find nicht wesentlich. Sie sind ebenso nur Eigenschaften de» Liedes, wie Türme, Aufbauten und dergleichen Eigenschaften der Architektur sind. Wesentlich ist aber der Gesamtrhyihmu». in dem«in Lied dahinbraust, und ebenso die Gesamthaltung eine» Bauwerks. Man könnte nun fragen: wo sind denn die Architekten, die diesen neuen Geist in sich trage«? Daß sie da sind, ergibt sich au« der Tatsache, datz st« schon da waren und für da» Proletariat in einem Falle etwas Großartiges er- richtet haben. Was ich hier mein«, ist das Gewerkschasts- hau» der Diamantarbeiter in Amsterdam, errichtet vor zirka 15 Jahren von H. P. Berlage. Ich will nun nicht sagen, datz in Leipzig ebenso gebaut werden soll. Aber es soll sich ein ähnlicher Wille und ein ähnlicher Geist ausdrücken, der nicht in Säulen und veralteten Aufbauten wie ein übersättigter Bür- ger schwelgt, sondern das Eefüg« einer straffen, neuartigen und doch«lastischen und leichten Gliederung trägt, die keineswegs schmucklos zu sein braucht. Proletarier! Wißt Ihr denn nicht, daß sich in der Kunst eine Revolution vollzieht, und daß dies« Revolution von der gleichen Gesinnung getragen ist, wie die politische? Di« politisch« Revo- lution hat nur Wert, wenn sie Weltanschauung ist. Die neue sich vollziehende Weltanschauung zerbricht die Trennung zwischen Po- litik und Kunst: wo diese Weltanschauung zur Gesinnung wird, da wird sie fruchtbar und schöpferisch und bringt das Neue heroor. Kunst hat nur Wert, wenn sie neu ist. Die heute absterbenden Reste früherer Gedankenkreise sind zur Unfruchtbarkeit verdaninit, da sie nicht mehr lebendig sind und deshalb keine neue Form Heroorbringen können. Das Proletariat aber, da» von einer neuen Gesinnung getragen ist und etwas ganz anderes fein will als Kleinbürgertum, muß alles, was«» in eine Form bringt, feien es Bauten oder Bilder, auch in eine neu« Form bringen. Nur dann haben fein« Leistungen den Charakter der Kunst, d. h. des Neuen(denn„neue Kunst" ist ja dieselbe Worthäusung wie weißer Schimmel, alter Greis usw.). Wie wir bei der heutigen Gesinnung und Weltanschauung keine Grenz« zwischen Politik und Kunst ziehen können, so auch kein« zwischen Revolution und Revolution. Der revolutionlire Wille ist unecht, wenn er nicht in allem re- volutionäre Formen»erlangt. Geschmack im Alltag JmSchöneb«rgerRathau»istzur Zeit eine Ausstellung mit dem Ramen und dem Programm„Geschmack im Alltag". Diese sehr lehrhafte Bezeichnung macht« manchen gespannt, und hoffnungsvoll ging mancher hin. um zu schauen, was man uns bieten würde. Man bietet dem Volk nicht», als eine bürgerliche Kunstgewerbeschau, ein« Schau von Dingen, die von der Jury, den Geschmackspolizisten der Ausstellung, als mit geeigneter Verzierung oersehen erkannt wurde, um al»„Vorbild für» Volk" hinge- stellt zu werden. Polizei ist der Bourgeois! Die Bürger wollen die von ihnen errichteten Wände zwischen den Klassen mit etwas Farbe übertünchen und mit etwa, Verzierung versehen. Ein« rem», Die Spaltung beginnt Au« Gelsen Nr Ken wird uv« fleschrleüen: In G-lsenNrHe» tagte am 12. vub alz Fortsetzung am IS. September dm M'lglieder- ceifatmnlr.ng, um»n der Frage der 8. Jnieriiattonale Stellung ,» uehmev. Trotz Tlirkodtrolle gelang eS etwa 30 Mitgliedern der kommumsiitcken Pc-Nei. sick Eingang ,n verschaffen. Genosse Meysters referierte für Moskau unter Aenderung der Aufnahme. b-dingungen. wSbrend Genosse S-olzenbu�g als Forr.r'ere' t für be- dingui.gsioien Anschluß eintrat. S-t)on vorher kalten unter Fükrima Stol,enburgS einige Genossen tbr Möglichste? oe'an. um die Spall» � der Filiale vorzubereiten. So Halle man 3000 FlnahlStter»erteilt ht denen die Föbrer der V rtet in ungehSrigffer Welse anaeqr ffen wurden. Auch einen neue.. Vo. starb hatte man bereit So w�? der Boden gut angebgt morden. Die von Stolte.burg'voracleaie Resolution, welche bedingungslose Annahme der Aufnahmtdedingilnaeu empfahl, wurde an» mit großer Mehrheit anaenommen Und nn» gingen im Roustbwahn ibreS Liege« dt> Spaltpilze an die säuberli» vorbereitete Arbeit, trotzdrm G-uosse MeysterS ei. gehe'.d eimah.� hatte, die Einbeit der Parle! zu wahren bis der Parieita» envauliia entschiede» Hobe.->» u Aber ctn Hlnderni? stand im Weg. Wie war es mZaljch den Genossen Meysler«. der bis dahin sitzender aar und den man an« bestimmlen Gründen gern ans feinem Posten laffen wollte»» erhalten? Man vcrsiichie es, indem man ihm vertraulich sag-n'ließ er habe das gcsamle Vrrliane» der Linlen und möge ms CdrJ fitzender bleiben Daß diese Art SütiMuna stark oppertunistitch ist '■nd gegen de» Sß»b»rurgkp-'ragrophkn oeeliößi. tat den Itnentweg'e» keinesialls weh. Nunmehr kam die Nossoroci ung, der Haupivorstand möge seine Beuiter nicderlc»eu. In dieiee vc.sannnlung waren nun bei Punkt S d r Tagesori n. nx..ErgtlixiingLwabl des Borsta»deZ" die Grnosscn Schneider als l. ktasflerer. Weiß und Riegel als Revisoren einstiinw'g gewäolt worden Dieieu(ben'sseu winde noch>n derselben Vertammiuug, ohne Angabe eines Gr«"kes, das Ve'raueu. das vorher durch dufl-mmiae Wahl a,»�gespr0!de>, worden war.-n ei»- ziehen verlitcht. Man kam nicht auf de» Gedanken, daß die tag-s ordmmg eiustimmlg genehmigt, dab zur Pornahm« einer Gesamt BorstandZwabl nvr ei>>e G-iic'a�nersi'iNmli'-a«»ständig war. Da Srolr-uburg unter u»? teiliorlsen, Wchrffprach. da die nn- welenden»ommunisten für die uölige Sli-ninoua sorgten, erkturt hatte, zur USP. gekommen ru sein, uicht um das Programm arzu- erkennen, sondern um für die kouimunihische Partei zu arbeiten, so erklärte Genosse Meysters. daß er uicht Äo sitzender einer kowmu- vistilchen Partei setn könnet er legte sein Mandat nieder. Ihm folgte der Genosse Kelch als l. Schrlstsührer. Die übrigen Porstandsmitalieder leisteten der Aossorderung keine Folge. Der— alte— Porstand bestand allo noch in seiner überwiegenden Mehrheit. Tie Tatsache hiuderie jeooch die unent- wegten Umstürtier mchl, neben dem alten dnen neuen Vorstand zn konstiluieren. Am Saale war ein Diitcheinauder, daß man stch nicht veistündiich machen konnte. Von Wahl war keine Red«. Die fertige Gesamtliste verlesen einig- erhobene Hände und die«orstandsivahl war getäiigt. Stolz erkärte S t o l z en b u rg i n einigen Wochen verbinden wir uns mit der KPD. Ei.tsetzt wandle sich nun ein aroßer Tri! derjenigen von ihm ab, die iär bedingnngSlosen Auschv ß gestimmt halte»; zumal man den um die Sache des Proletariat? feieisenkirchens verdienstvollen Vorstand derart behantelt balle. Auk Ersuchen der Genossen zog Genosse Meyster« lene MandaiSniederlegung nunmehr zunlck uuo nahm der zu Recht bestehende Vorstand dieParteintensilten an s i ch Tie uieisten Uoterberirke erkläre» sich gegen Stolzenburg und srnen Slnhang vnd stehen fest zum allen Vorstand. Wer den uube� rechtigtcrweife gewählten nencn Vorstand anerkennt, verstößt I» grober Weii« gegen das Parteistatut und stellt sich außerhalb unserer Partei- organiiaiton. Er muß die Konsequenzen setner HandlnugSwctse trage». Eine Irreführung Au« Hannover wird nu« geschrieben: . Di« Korrespondenz An, a Geyer bringt in Nr. l0 einen Artikel .Wer spaltet?" H erin wird den Ableh er» der St Punkte Rr Porwurf gemacht, sie wcllicu die UEP. spalten. Um diese«e- liauplung zu erhärten, ist ein Rundschreibe» beigefügt, da« dieser Zöge in Hannover in->ner Anzahl von S0 Exemplaren verbreitet wurde vnd vom.Sechseraitsschuß" unterzeichnet ist. Die Semr'iche Kor cipevbe,', spricht die Vermutuna an«, daß sich hivier diesem geheimN'svollen" namenlosen SechsernuSschuß.rechlSsteheude be- ?„chtigie Parteischieber verbergen, die wegen mangelnder Erfolge In Zsranksurt jetzt ihre Tä'igkett auch auf and,re Orte anSdrhacn." Demgegenüber fei mit allem Nachdruck festgestellt: Tiefe« Rund. schrelveu ist nur in Ha»ilov«r von derligeu Parteigenossen ve'faßt und verbreitet worden. Tie»berüchtigten rechtssteh-,-den Pailei- schiebe»" im Reiche haben damrl nichts zu tun. Aber warum muhten unsere Genossen diese.. Weg-tnschlagen? F., Hannover herrscht der ödeste PbrasenradikaliSmu». der sich nicht nur an 2vvrt«» berausch:, andern mit der Faust und dem Spackerstock auf den Tisch jch agt. der die wüstesten Lärmszenen vcra, stallet, wenn in Versammlungen Ausführnngeu gemacht werden, �we-fmäßlakeit, wie bei Tessenows Möbeln, die da« find, wasfirselnsollen. könnte nach Ansicht unserer E-ichmack-polizisten schwachem Mag-n schaden. Wolle man doch endlich, wie wir beute so nötig haben, uberall nur nach reiner Zweckmäßigkeit unsere Eebrauchsgegenständ« gestalten, und sie werden dann auch schön sein.______ 5PeP* «.«. dl« deutsch« Kultur. Von Btnsamin Tonstant. Ver- laaSUepcntoucr 1619. L-niamm Conttant der Führer der libe- ra?»» �vvolition vor der Iulirevolution. der Verfasser des be- rühmte? Romans..Adolph«",, hat wahrend seines Aufenthaltes in Deuilchland ein Tagebuch gefuhrt, da» heute von besoitderem Jnter- ?lle ist da den meisten Franzosen, dre noch ,m Nebel des Kriegs- baffes tavocn eine Würdigung deutschen Wesens unmöglich ist. Daß ooi stant in Deutschland leine Wahlh-.mat eralmte. ist nicht er- »aunlick da er das Glück batte. m.t Goethe und Schiller, Wi-land «»5 nÄ' Särlaaels und vielen anderen Repra entanten deutschen «ewe- in«Wnliche Berührung zu kommen. Tonstant war ein �t� Beobachter und s-in Buch ,t reich an treffsicheren B-merl Ult VDD+*** rj~i'■/ L._ notiert er das Wort Frieorlut w.uitl lo genau alles da?, wa». � werden, dag es eine wahre Kefalligkett ihrersei� iA ein Leben fortzusetzen. das sie so genau im voraus kennen, es mu� st« langwei en wie eine Geschichte, die man zum zweltenmal Hort Constants Urteile über Werke der Klassiker enri«-n bi-we.le» durch unbefangene Nc- spektlosigkeit. Ueber.Mlketm Dell heißt«s...Biel- Vorgänge sind albern, z. B. dm ZefftSrung einer Bastille, ausgeführt von einem etm.igen Mann mit deutscher Gemütsruhe und einem kleinen Hammer."_ P. M. Da» erste Konzcot der Bolßsbuhne findet am Sonntag. 8. Oktober, mittag««m Theater am Blllowplatz statt. Mitwirkende: Edwin F's»cr am Klavier und-in Kammerorchester der SiaatSoper. Dt« AortragSfolge bringt«ouzert und Präludium von Back. Die Arbeiter Kunst-Au-ste««''?. Petersburger Str. gg I. wird nunmehr bestimmt am t. Oklober mit K"ke» von« ä t e« d l I w i tz eröffnet. Besichtigung oon S bi« 7'/. Uhr Etmr.lt I Mark. Für EriverbSiose Dienstag« und Freitags von II bi« l Uhr kostenlos Einen»revolutionären veranstaltet der Leo» Hirsch. P- lag am Lonnabend. den 8. Ottober. 7,Uhri« Gesell- fchastehauS, Dre»dk»er Lir. kl«, al» feine» 6. diesjährigen Kunst. abend. Gedickte po» f/divm Lachm an n w'd Erich M üh f a m if«Msa.™ eÄ"'»« TS!Ä"a L? r�a.»Ä Mrrk« von Go.kt und Dostojewski.»laW Musik wirb der' bekannte Bietst Xoßald am Flügel zu Gehör bringe». Eintrttt und Programm frei. die den»radikalen Instinkten" nicht schmeicheln. DaS wußte foaar die Genossin Zieh auf dem letzte» Provinziol-Parteitag erfahren, die man nickt nur als„Bon?«" beschimvlte, sondern ouck mit Fäusten bedrohte. Auf der letzten Genera ve samminng war es den Ge- nassen, die d'e 21 Punkt? ablehnten, nicht möglich, ihren Standpunkt vertreten zu können. Sie wurd'» sLws'ich N'cdergebrüllt. ES ist also nicht möglich, selbst bei der prößien Objekttviiäi. ir end welche Aussükrunqe» zu machen, die nicht im Sinne der Smreier gehalten sind. Tie« Hot dam geführt, daß die Genoffen, die eine sachliche AnStragung der T ff�enz wünschten, eine Beforechnna abhielten. wozu durch da? betreffende Rundschceibeu die Pari-ige» ossm ein- geladen wurden. Fr. Ma.x, Hannover. Die Stellung der Organisationen Leipzig (Clgene Drahtmeldung der„Freiheit".) Leipzig, 23. Srp.ember. Mitaliederversammlunaen der OriZvere.ne Neu- Reudnitz und Stötteritz, die letzthin ta-ten u>d vo» etwa blXt Genossen besucht waren, hrben oeae'.«an, gerinne Oppostl.on<2— 8 Mann in jeder Versammlung) sich gegen die Bedingungen MoSlauS a.ck- gesprochen. Der O st b e, i r k dielt zwei stark! suckte Versammlungen a\ in dei.cn u n V(Ipt St r« B rlin f.r die Vedi� gun ieu sprach. Am zivriten Abend ivu.de eine R folwlon vorgelegt, die sich kür die Annabme der Bevingurgen auS'prnch. Der Vorsitzende nahm bei der Abstimmung zunächst eine Meh.beit für die RefoNtion an; diese Feststellung wurde angezweifelt und bei nochmaliger An- iiimaiung mußre der Börsttze-de eine Mehrheit gegen die Resolution konstatieren. Auch diese Abstimmung wu de en e-'oeifrl«; der vor- gerückte« St.«d- wegen wurde aber auf weitere Atisiimmung vcr zichlet, da die Urabstimmung für ganz Leipzig na!>- beoorsteht. Aus den Berliner Parteiorganisationen ReinikKendorf-Oft Am 24. September fand ei ie Miizlikdeive.sainml'.na de« Bezirks Reinickenvors-Ost statt, in welch r z»l d-n Aufnahmebedingungen der dritten Internationale Stell«, g gcnomn.en wurde. Tie G nosfln Anna Geyer trat in ih-em mir lebhaftem Beifall anfaenommenen Referat für d.n Anschlnß an Möttau ein. Die Geaossen Seit« und Hilles he im er waren zwar mit der Kritik, die Genossin G. an unserer Purlei übte, einverstanden, wandten sich aber gegen die Bediiigunge». Nach dem Schlußwort der Gen. Geyer wurden zwei Resolnlloncn angenommeu, wovon die erstedle HiuauSschiebuug des Parteitages bis zum November, die zweite deu u n b c d t n g t e n A n s ch l n ß an die dritte Internationale foideri. Bei d>r 3lufstelliing von Kandtdaten zum P rtcitaa erbleWn die Genossen G ü u t h er und Kronthaler die meisten Stimmen. Buckow(Kr. Lebus) In der Generalverlammluiig der Ortsgruppe Buckow wnrbe sol» ge„ac Re oiution einstimmig angenommen:»Die yeute hier tagende B-rsammiung tritt für de» imbed ngte» Anschluß an die dritte Jnleruatiouale ein und hält die Bedingungen für unbedingt not- wendig, um erstmalig da» deutsche Proletariat vor Si'nationen ähnlich der von lSl4 zu bewahre» und von der Ueberzeugung durchdrungen, daß der Sieg des Proletariats nur unter den von Moskau gestellten 2l Punkten erreicht werden kan».' USPD. Sektion Post vnd Telegraphie im Bezirks- verband Berlin-Arandenburg Den Parteigenossinnen und Parteigenossen wird empfohlen, bei der kommend ii Urabstimmung zweck« Nomlnierung der Delegierten für den Parteitag, in ihren Wohndistri'ten sich an der Wohl zu be- t'iligen. Unserer Sektion ist eS ans technischen Schwierigkeiten schwer möglich, die Urabstimmung selbst vorzunehmen, weil wir über ganz Groß-Berlin wohnen. Es wird nochmals dringend gedeien, sich rege an der Wahl zu beteiligen. Möge jeder nach reiil-cher Uebeilegnng die Wahl so treffen, wie es im Interesse der Partei und dcr besilieudeu, fortschrdieudcn Revolution.tegt. Die CektionZleitung: M. Rosenstock, F. Zachert. Der Krieg im Osten Die Schlacht am Pripjet TU. Warschau, 2S. September. Amtlicher polnischer Heeresbericht vom 27. September. Südlich des Piipjet ist die Lage ohne wesentliche Aeoderungen. Nördlich des Pripjet dauert die Schlacht an und nimmt weiter einen günstigen B e r l a u f für nnS. Der Feind ist auf der ganzen Linie issvollem Rückzüge, leistet jedoch übr oft noch äußerst hart- nackigen Wider st and. Unsere Truppe» nähern sich dem Flusse Szezary Weiter nördlich setzten unsere Avteilungen über den Riemen. In diesen Kämp'eu machte, i wir isOO Gefangeue, darunter der Kommandant und Adjudant deS 48. Sowie'-JusanterieregimentS. Ein boljchcwrstlschtr Kommissar. 4 Maschinengewehre. 8 Geschütze. darunter 2 schwere. 1 Fahne und zahlreicher Train fiel t» u»sere Hände. Unsere im Rücken des FdndeS operierende Kavallerie erreichte da« Gebiet nördlich von Lid». Vorposten �"Sul wallt beschoß litauische Artillerie unsere Polnischer Frontbericht TU. Warschau, SS. September. Amtlicher polnischer Heeresbericht vom 28. September 1320. Im Norden erreichten unsere Truppen tollweise die Linie deS Flusses Slara. Im Gebiete von Grodno dauert die Verfolgung des weichenden FdndeS an. Unsere Abteilungen, die in der Richtung Pinks vorrücken, nahmen Drohiczyn ei« nahmen deu Stab der 56. uud 57. Sowjet-Jnfanteriedivision gefangen und erbeuteten 6 Maschinengewehre und 160 Waggons, sowie Lokomotive«. Oestlich von Rowno warf nnsere Kavallerie feindliche Abteilnugen auf das rechte Ufer de« Ho-ynin znrück. nah- men Korzec uud erbeuteten ß Geschütze und 16 Maschinengewehre. In den kämpfen bei ZaSiaw machte unsere 1 Kavallericbrigade 2 OVO Gesangen«, erbeutet» 82 Maschiuengewehre und 8 Geschütze. Die ukrainische Armee, die östlick) deS Zbrnez operiert, nahm mit unserer Hilfe P oskirow und Staro- Konstantinow ein, wobei SSOO®, fangen« gemacht, 4 Peckzer.üge, zahlreiche Trains und viel technisches Material erbeutet rvnrden. Aus der polnischen Hölle Das Gefangenenlager in Iablonna bei Warschau, in welchem die Polen sämiliche jüdisch« Ossiziere und Soldaten der polnischen Armee interniert hatten, ist unter dem Druck der west-europäischen Meinung in diesen Tagen aufgelöst worden. Die Polen haben aber Ihrem Judenhaß dadurch Luft gemacht, daß sie nur den Freiwilligen das Recht erteilt haben, in ihre früheren Truppenteile zurückzukehren. Die übrigen dürfen nur als Hand- werker oder im Etappendienst verwendet werden. Um die Bürger- rechte im vollen Umfange zu erhalten, muß von nun an jeder Jude sich als Freiwilliger melden, andernfalls wird er„der Sympathie für die Feinde" verdächtigt. Auf diese Weise wird über dt« Juden ein unerträglicher Zwang verhängt und den polnischen Massen ein neuer Pogromgrund gegeben. Jeder Jude, der sich nicht als Freiwilliger meldet, setzt sich nun dem Haß seiner katho- lischen Mitbürger aus, die nicht zu dienen brauchen, wenn sie nicht einberufen werden. Dieses„demokratische" Gesetz wurde unter der„sozialtstischen" Regierung Daszynsli-Witos beschlossen. Di» Arbeitsaufnahme in Italien Rom, 28. September.(Stefan!.) Der Ausschuß des italienischen Metallardeitev verbanßes veröffentlicht eine Mitteilung, die besagt, daß di, allgemeine Abstimmung in 133 Abteilungen 127 984 Stimmer f ü r und 44 531 Stimmen gegen das Abkommen von Rom bei 30A Stimmenthaltungen ergeben habe. Da die wichtigsten Zndustrie» von Ltgurien, Neapel. Turin, Mailand und Flo, renz bereits abgestimmt haben, kann das Ergebnis nicht mehr geändert werden. Der Ausschuß fordert demgemäß dazu aus. das di« Arbeiter die Fabriken nach vollständiger Instandsetzung vom Montag ab räumen und die regelmäßige Arbeit spätestens am 4. Oktober wieder aufnehmen. Arbeilerausschüss« werden den In» dustriellen die Fabriken wieder übergeben und Abmachungen übe« die Wiederaufnahme der Arbeit mit ihnen treffen. Aus Zeitungsberichten geht hervor, daß zahlreiche Fabrik«, bereits geräumt find. Besetzung einer Domäne Mailand, 28. September. Wie..Popolo d'Italla" aus Neapel meldet, besetzten Mitglied«, des Veroandes einer landwirtschaftlichen Genossenschaft in Stärke von 2099 Mann, di« mit Gewehren bewaffnet waren und rot« Fahnen trugen, die Domäne C a r d i z i e l l o, die größte Do« mäne des königlichen Hauses. Amnestie in Frankreich Pari», 28. September. Der Ministerrat, der heute vormittag unter dem Vorsitz Mille» rands ftaitkand, hat beschlossen,«ine Amnestie zu ge« währen, die durch den Iusti, minister, den Kriegs« und Marineminlfter ausgearbeitet werdeil soll. Der Acker« bavtninlfter schildert« die Ergebnisse der aepen dir Viehseuche» ge» trossenen Maßnahmen uud betonte die Nützlichkeit, dre di« Ein« berusung einer Konserenz der daran interessierte» Staate» für di« nächste Zeit nach Paris habe» würde. Die Unruhen in Irland Pari», 29. September. Nach einer Matinmeldung ans London haben bewaffnete Sinn« feiner in Mallow die Kasernen angegriffen und ihre militari« schen Ausrüstungen beschlagnahmt. In Belfast zogen gestern, auf der Rückkehr von der Arbeit, Bergarbeiter durch ein Haupt- sächlich von Sinnfeinern bewohntes Stadtviertel, als plötzlich ei» Steinhagel auf sie niederging und gleichzeitig von allen Seiten mit Revolvern auf sie geschossen wurde. Herbeigeeiltes Militär machte einen Bajonettangriff auf die Angreifer. Es wurden zahl« reiche Personen verwundet und zahlreiche Verhaftungen vor« genommen. Streik in Danzig Danzig, 29. September. Die Angestellten der Staatsbetriebe haben den Streik beschlossen. Seit heute früh ruht die Arbelt in allen Eeschäftsräumen der Danziger Werft, der Artilleriewerkstatt und der Gewehrfabrik. Der Leiter der Werft erklärte, infolge de» Streiks der Angestellten sehe sich die Werftleitung genötigt, ihrer Arbeiterschaft mit dem heutigen Tag« zu kündigen. Von der Kündigung werden 6999 Arbeiter betroffen. * rf tf f Die Sozialisierung des Bergbaues In Zwickau nahm der Verband fächfifcher�Industrieller Stellung zur Frage der Sozialifierung der Bergwerk« und faßte folgende Entschließung: „Die Ortsgruppe Zwickau de» Verbandes sächsischer In- dustrieller erblickt in den von der Sozialisterungslommisflon ge« machten Vorschlägen zur Sozialifierung des Kohlenbergbaues eine groß« Gefahr für die gesamte Industrie und für all« Kohlenverbraucher. Sie sieht voraus, daß di« geplante Er« setzung de« Privatmiternehmertums durch die Gemeinwirtschaft einen Rückgang der Kohlenförderung und«in« Erhöhung ------„ 5Uie uc*...._______ Verband sächsischer Industrieller, werden aufgefordert, die Reichsregierung und die Oeffentlichkeit eindringlich vor allen Experimenten auf diesem Gebiet, di« nicht wieder gutzn» machende Schädigungen herbeiführen werden, zu warnen." Bekanntlich verteilen gerade die Berawerksunternehmunge» die fettesten Dividenden und es nimmt sich darum wie beißender Hohn aus. wenn die Industriellen ihre Ablehnung der Cozialisterung damit begründen, daß hierdurch ein« Erhöhung der Verkaufspreise eintreten würde. Diese Industriellen find e» doch auch, die fort- gesetzt auf eine Erhöhung der Kohlenpreise hinarbeiten und die sich in ihrer Raffgier keine Schranken setzen lassen. Aber auf so schwankenden Füßen stehen sämtliche„Argumente", die von den Unternehmern gegen die Soziallsierung vorgetragen werden. Bergbau-Gewinne Der vorliegende Iahretzabschlnß der Harpener vergba« A.- G. in Dortmund, de? größten KohlenbergwerkunternebmeuS im Ruhrdezirk, weist nach Abzug der allgemeinen Unkosten einen Gewinn von rund 10 Millionen Mark auf. Außerdem fließen dem Unter- nehmen auS Beteiligungen u b Nebenbetrieben wertere 11,7 Millionen Mark al» Gewinn zu. Die DIreilwn schlägt«tue Dtvidei de von 12'/» gegenüber 5'/, im Vorjahre vor. Da außerdem noch außer» ordentltch hohe Abschrdbungen vorgesehen sind(l0.4 Mill.X so kann mau auch aus diesem Abschluß wieder einmal erkennen, wie schrankenlos sich die Gewinnsucht der Bergbanunternehmer über Not und Elend der breiten Masse, die kaum imstande ist, sich die knappen rationterteu Kohlenmengen zu kanfen, hinwegsetzt. Unter diesen Umstände» wird eS nur zu begreiflich, daß selbst auf der eben in diesen Tagen in Ulm zusammengeireteneu ReichStagSfraktion der Tentsch-deuiokratischen Partei ernsteste Bedenken gegen die di.cherigeu zaghaften Eo;ialisiaung5vo. schlüge für die bergbauliche» Betriebe laut geworden sind. Soziales Elend Ans wird geschrieben: Durch vielfache Beröffentlichungen über das Elend der Steuerfupernumerare ist der Reichsfinanzminister veranlaßt worden, ihre Anstellungsveihältnisse und zugleich damit ihre finanzielle Lage zu heben. Wie stehts aver bei den preußischen Behörden aus? Ein großer Teil der Beamtenstellen wird von Supernumeraren zur Zufricoenheit der Behörden Pflicht- und ordnungsgemäß ausgefüllt. Dieselben Verhältnisse und dieselben stnanziellen S ch w i e r i g k e i t e n, wie sie noch bis vor kurzem bei den Steuersupernumeraren im Reiche bestanden. smd noch heute unvaeändert bei der preußischen Behörde möglich, da der nrenßisch« Finanzminister allen Eiligaben kein Gehör ichenkt. Ist es doch noch heute Tatiache, daß 24- und Läjährig« lunge Beamte, die fast durchweg Kriegsteilnehmer waren, für die Unterstützung von 375 M. monatlich selbständig mit eigener sreranln,„�«„„„ arbeiten vriilien sollte es denn nickt tnöalif'i Zum Streik bei der Handelsgesellschaft Raiffeisenscher Genossenschaften Ter Zeotralverband der Apgest�Meu schreibt uns: Die Be- «Übungen deL Demobilmachnngkrommissars, den Streik bei der Handelsgesellschaft Raiffeisenscher Genoffenschaiteu beunlegen, sind an dem Verhalten der Direktion und deL Arbdigeberverbandes �Syndikus Dr. Engel) gescheilert. Der Arbeitgebervcrband hat ver- sucht, die Gewerkschaften ausznscbalten, doch haben die Angestellten einstimmig sich erneut auf den Boden der Gewerkschaften gestellt. Di« Herren der Ftrmenldtung samt ihrem geistlichen AussichtSrat und dem Arbeitgeberverband scheinen sich der Hoffnung hinzugeben. daß die Angestellten noch vor dem 1. Oktober zu Kreuze kriechen miiffeu, da namentlich die verheiratete Kollegenschaft am Ersten Miete und Gasgelder pp. zu zahlen hat. Die streikende Kollegen- schaft denkt gar nicht daran, ist sich vielmehr darüber schon einig geworden, daß der Streik auch über den l. Oktober hinausaeht, fall? de» gerechten Forderungen nicht genüge geleistet wird. Trotz de? eifrigen Bemühens der Direktion ist eS ihr bis heute noch nichi gelungen, genügend Str. ikbreckicr heranzuziehen, um so ihren Betrieb wentgsteus einigermaßen fortführen zu kZnnen. Kolleginnen. Kollegen, eS kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, bei genannter tirma keine Stellung anzunehmen. Beweift Eare Solidarität! Die treikenden in ihrer bewunderungswürdigen Geschlossenheit können nur noch den Kampf verlieren, wenn sich eine größere Anzahl Streikbrecher einfindet. Achtung Klempner! Durch Vergleich vor dem Demobilmachungskommiffar am 20. d. M. ist nachfolgender Stundenlohn zu zahlen: Ab 15. Juli bis Z0. August d. I. 6.05 M., für die Zeit vom 1. September ab 6,25 M. Die Nachzablung erfolgt in vier Wochenraten. Weiter hat jeder Klempner, der am 1. September sechs Monate bei ein und derselben Firma beschäftigt war, Anspruch auf drei Tage Urlaub. Wir ersuchen unsere Kollegen überall da, wo obige Löhne bisher nicht gezahlt wurden, die Nachzahlung zu beanspruchen. Falls Schwierigkeiten öder Nichtbezahlung erfolgt, bitten wir dieses umgehend in unseren: Bureau zu melden. Die Ortsverwaltung. MtiismaU Svand»». Ächtung! Nerlammlung aller entlallenen-nd beurlaub, ten Cchwerkrieasbeschädigtcn de: Reichsnierle Spandau, am Sonntag, den!>. 10., »armitlago 10 Uhr, in der Schulaula, Berlin St., Müllerstr., E-ke Trifchr. Tages- ordnung: Bericht oon den Verhandlungen im Sieichsarbritsministcrium. TT. Grotz- Berlin Ein anderes Bild In der 10. Gemeindeschule Lichtenbergs hat der Schulleiter, Rektor Görisch, als Klassenlehrer den Kindern in jedem halben Jahr folgenden Aufsatz aufgegeben. Derselbe ist im Original wiedergegeben und entspricht dem Wunsche des Rektors. „Der Schatzgräber von Goethe. Ein Bergleich, ein Abbild unserer Zeit. In dem Gedicht von Goethe„Der Schatzgräber" wird ein Mann gezeigt, welcher arbeitsscheu ist. Durch seine Faulheit gelangt er zum Bettelstab. Diesen können wir mit unseren heutigen Ar- beitern vergleichen. Sie wollen auch nicht arbeiten, sondern sie toollen höchstens nur 6 Stunden arbeiten. Wenn sie eine oder etwas mehr Stunden arbeiten, so verlangen sie das doppelte Geld. Bekommen sie dieses nicht, so treten sie in den Streik. Dieses tun sie nur, wenn sie es wollen. Der Schatzgräber hatte das Be» streben, reich zu werden. Er versprach dem Teufel seine Seele. Auch die jetzigen Leute haben das Bestreben, reich zu werden; darum treiben sie Schieber- und Wuchorgeschäfte. Diese Leute werden Schieber, Wucherer und Schleichhändler genannt. Sie kaufen die Ware billig ein und verkaufen dieselbe teuer. Sie ver- dienen sich ihr Geld auf eine unehrliche Weise. Diese nutzen die Not des Volkes aus. Der Schatzgräber wollte dem Vergnügen nachgehen, aber es fehlte ihm an Geld. Auch unsere Leute gehen dem Vergnügen nach. An den Litfaßsäulen ist auch vom Tanz angedeutet. Die Männer treiben den Spielklnb und den Renn- spart. Die Frauen dagegen machen die Mode mit. Sie laufen sich moderne Kleider und Schuhe. Der Schatzgräber befindet sich in einem verzweifelten Zustande. Er glaubt nicht mehr an Eott, daraus sehen wir, daß er gottlos ist. Auch heutzutage haben die Menschen kein Eottvertrauen. Sie gehen nur ihrem Vergnügen nach. So sehen wir, wie der Schatzgräber ein Abbild unserer jetzigen Zeit ist." In diesem Aussatz ist also nur ein Vergleich zwischen Schatz- gröber und Arbeiter gezogen. So wie hier ist es sicher noch an vielen Schulen. Das ist aber keine Politik. Und das Provinzial- schulkollegium wird nichts tun. Hier muffen die Elternbeiräte einsetzen. Auch die Eltern müssen sich gegen eine derartige Er- Ziehung wehren. Solche Aufsätze bedeuten für Arbeitereltern einen Schlag ins Gesicht. Elternbeiräte seid wachsam. Nochmals: Die Vorgänge im Städtische» Obdach Ueber den Znsammenstoß demonstrierender Obdachloser mit dem Personal des städtischen Obdachs am Dienstag, den 21. d. Mts., hatten wir in Nr. 806 einen Bericht gebracht, der oon dem Be- triebsrat der Angestellten in der nächsten Nummer sofort demen- tiert und berichtigt wurde. Die Hausdiener des Obdachs beschwc- ren sich nun darüber, daß sie trotz der Berichtigung in Arbeiter- kreisen angefeindet werden. Sie ersuchen uns deshalb um eine nochmalige wahrheitsgetreue Schilderung dieser Vorgänge. Da- nach haben die Zusammenstöße folgende Ursache: Seit langer Zeit besteht für die Obdachlosen im Asyl die Gepflogenheit, daß sie alle fünf Tage„verwarnt" werden, wenn sie sich noch kein Obdach beschafft haben, und unter Umständen weiden sie dann der Polizei zugeführt. Unter den heutigen Verhältnissen ist es natürliäi vielen beim besten Willen nicht möglich, sich ein Obdach zu oerschaffen, und es bestand daher bei den Obdachlosen über diese„Verwendung" eine tiefe Erregtheit. Statt nun aber sich an die Behörden oder an die Vertretung der Arbeiterschaft zu wenden und die Aufhebung der„Verwarnung" oder wenigstens eine Fristverlängerung zu verlangen, wählten die Un,;ufriecenea den fal chen Weg. indem sie gegenüber den Beamten und Haus- dienern des Obdachs, die nur ihre Pflicht toten, eine drohende Stellung annahmen und diese mit Stöcken, Eisenstangen und Messern angriffen. Daraus entwickelte sich eine Schlägerei, bei der es auf beiden Seiten Verletzte gab. Der Hauptanstister war ein gewisser Achterstädter, der setzt oon der Polizei gesucht wird. Achtcrstädter hatte sich bereits einige Zeit vorher im Obdach dadurch verdächtig gemacht, indem er unter den Obdachlosen„gediente Soldaten, angeblich zu Land- arbeiten anwerben wollte. Der Betriebsrat, dem die Sache ver- dächtig vorkam, hintertrieb damals diese Tätigkeit, und seitdem sann Achterstädter auf Rache. Die Aufhetzung oon 200, meist jugendlichen Obdachloser und der Angriff auf die Angestellten des Obdachs war fein Werk. Die Angestellten haben sich lediglich ver- teidigt. Es ist bedauerlich, daß solche Elemente wie Achterstädter die Unzufriedenheit anderer für ihre eigenen Absichten mißbrauchen können. Es sei aber bei dieser Gelegenheit an den Magistrat i das dringende Ersuchen gerichtet, die Zustände im Obdach so zu gestalten, daß die Erbitterung der Insassen sich legt und neue tumultarische Szenen vermieden werden. zu tun gebabt zu haben, entfcknede» von sich. Augehalte» wurde w der vergangenen Nacht am Waldesweg ein Mann, auk den die Be- schretbuug des Mannes paßt, der gleich»ach dem Morde gesohc» wurde, als er das Haus verließ. Er bestreitet die Tat. Vorläufig wurde er in Gewahrsam behalten, um Zeugen gegenübergestellt za werden Unduldsanrbett der Kirche. Die Angehörigen einer Ver- storbeue», die der Kirche noch angehört hatte, aber ans ihren Wunsch ohne Beisein des Geistlichen beerdigt werden wollte, begaben sich zum Küster der Kaiser-Friddrich-Gcdächtniekirche zwecks Einholung der GeveKmigung zur Teilnahme und Mitwirkung eines Gesangs- quartctts bei der Beerdigung. Der Köster lehnte ab, weil ein Geist» ! icher zur Beerdiaung nicht mitgehe und verwies an den vorgesetzten Geistlichen Kr-tzinger. Auch dieser erklärte, daß. wenn auf den Geistlichen verzichtet wird, dtö Beerdigung still erfolgen müsse. Auch wurde die Aufbahrnng in der Kapelle aus gleichen Gründe» abgelehnt.— Es geht doch nichts über die christliche Liebe. Schönederg. Es stehen zurzeit an Kommunalware zum Berkauf: Herrenunterjacken. Unterhosen, graues und schwarzes Futter. Drell, Handtuchstoff. Frauen- und Kinderstrümpfe, Herreniocken. Erstlings- jäckchen, Erstlingshemdchen, Knaben- und Mädchenhemden. Kinder- trilots, Schürzenstoff. Kleiderstoff. 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Frauen« Freitag abend 7 Uhr, bei Philipp, Zur Wohnungsnot. I» Nr. 823 der.Freiheit' vom 18. 8. wurden die Erl.bniffe eines Herrn im Kampf"u> eine Wohnung Ttle-Wardenbcrgstr. 26 geschildert. Hierzu«eilt oas Wohnungsamt mit, daß der betreffende Herr allerdinaS von der-2 Wohnungs- Jnfpektion in die ihr als frei gemeldete Wohnung eingewiesen wurde, daß diese aber durch das Mteteiuigungsamt dem bisherigen Untermieter der Wohnung für ein weiteres Jahr zugesprochen wurde, ohne daß gute Beziehungen zur Direktion des WohnuvgS- amts* oder die sonstigen angegebenen Gründe von Eti fluß waren. Das Wohnungsamt bat weder die Ausgabe noch die Befugnis, Eni- fcheidungeu der Mietcinignuqsämter durch entgegengerichtete Maßnahmen unwirksam zu machen.— Unsere Kritik, daß innerhalb unserer Wohnungsbehörben sich unhaltbar« Zustände herausgebildet haben, wird durch diese.Berichtigung" nicht wankend gemacht. Morgen-Feier unter Mitwirkung von Tilla Duricux. Margarete Schlehmüller nnd dem Blüthner-Orchester am Sonntag, den 3 Okiober. vormittags V, 11 Uhr. in den Germautasälen. vergnstalt t der Internationale Bund der Kriegsopfer. Einlaßkarten bei Lange, Fcnnstr. 60, Müller, Auguststr. 51 nnd Beyer. Ufedompr. 26a. Pfarrer Bleier spricht am Dienstag, den 28. September, abends V,8 Uhr, als Sozialist in der Aula de» Kaisecin-Augusta-GymnastumS C'harlottcnburg. Caueistr. 36, nahe Berliner Str.. über das Themv, „Die Weltmission der Quäker". Zur Deckung der Unkosten wir ein Eintrittsgeld von 50 Pf. erHobe». Auch Sportplätze gehören zur produkttven Erwerbslosen- fürsorge. Der pienßiiche Wohlfahrlsmittister hat sich während der augenblicklichen Wirtschaftskrise bereit erklärt, vorübergehend auch solche Maßnahmen anSnahmSwcise mit Mitteln der produktiven Erwerbslosensürsorge zu fördern, die nur einen bedingten volks- wirtschaftlichen Wert haben oder nur unmittelbar dem Aufbau de» Wirtschaftslebens dienen. Hierzu gehören Spiel- und Sportplätze, FriedhosSbanteu imd-Erweiterungen, Einfriedigungen, ferner In- standsctzung von kommunalen Bauten und Straßen. In dem Mord an dem Kaufmann Engelmann wird mit- geteilt, daß die Frau des Ermordeten von Schneidemühl hierherge- bracht und von Kriminalkommissar Tegtmeyer eingehend verhört worden ist. Sie weist jeden Verdacht, mit dem Verbrechen irgendwie 4.»tilritt. 8. Abteil, mg.„ orbiitsiominillion.— Lolloersammwnz Wrangelstr. 12. 4. Tüttitt 1. Lbtellun». Miltwoch, abend« 7 Uhr, Versammlung bei Laser, Laufiher Str. 33.— 11. Abteilung. Versammlung, Mittwoch, abends 7 Uhr ber Burlhardt, Eörlitser Str. 52. Zn beiden Versammlungen Tagesordnung: Ctel- lungnahme zu den Urwahlea... ». Dilt-ilt. Kinderichuhtommsslion. Sihuna Donnerstag, abend» 7% llhr, bei Tiegs, Woldenbcrger Str.,- Eck« Vötzowstr. Helferinnen und Helfer»unttlich er» �»."Dlftrilt. I. Abteilung. Donnerstag»bend 8 Uhr, bei Nutz, Danziger Str. tt, Sthuna aNer Beziilssiihie, und Kommislionsmitgliedrr. U. idistritt. Zur Beerdigung unseres Eenosfen Euttmann, treffen sich dl« Ea» Nossen am Senrselder Bläh. 0'/. Ilbr._ U. DistriN. Znsolg« eines Versehen, ist in der heutigen Morgenausgabe-In, am Donnerstag stattfindende Eeneralverfammlung engetündtgt. Drei« findet nicht statt. Dafür finden laut Beschlufi der leht-nVorstandsfihung solaende Vers-mm- langen statt: Am Donnerstag, den 30. 0., abends 7 Uhr, rünttlich für die Anhänger der Mostauer Bedingungen in Nellers lZestsälen, Bergstrasts 69, für die (Segnet der Mostauer Bedingungen in der Schulaula, Strelitzer Str. 42. z» beiden Versammlungen Aufstellung der Kandidat«» zum Parteitag. Mitglieds» buch legitimiert. Obne dasselbe kein Zutritt.....„ 12. Di stritt. Mittwoch, 7 Uhr, Eeneraluersoimnlllng. ihre Isen Hagener Str. 20l Tagesordnung: Ausstellung der Parteitaosdeiegierten. A-ntiilln. 4. Bezirk. Donnerstag, abend- 7 Uhr, B-zlrksoerlammIung bei Metz- ner, Pannierstr. 39.— 16. Bezirk. Freitag, abends 7 Uhr. Sezirksversammlung bei Pichnick, Lkerstraß« 5. Milm-rsdori-grieden-n. Mittwoch,»achmittaa, 5 Uhr, in der„Freiheit-. Spedition, Hindenburgstrabe, Sitzung der et-dtvrr-rdnetensraktionen und oer kommunalen Nommifston.- Sietnick-ndoeÜWest. Die Sitzung der Bikdnngsiommiflion findet heut«, Mittwoch -tend, nicht Donnerstag, statt..„„.......... Treptow-Sanmschulenweg. Donnerstag adend, pünktlich 7 llhr, austerordentlich« theneraloersammlung d»» hiestgen Ortswahloerein», in Braun» Eeselischastshaus, am Bahnhof Treptow. Die B-ztik-sllhr-r werden ersucht, die bknostinnen UN» Senossen der einzelnen Bezirk- prompt einzuladen. Die austcrordeuilich wichlige Tagesordnung-rf-rder« die Anwesenheit sed», einzelnen wen offen und jeder Sä» " Die Aollversommlang der Alnderschntzkommiffion der Arbeiterschaft findet Sonn» tag. den Z. Oftober, nachmittag« 2 Uhr. punktlich, in der Stadthalle, Eingang Mosterstiast-, statt, wozu sämtliche Funktionäre und h-lferinnn-n eingeladen wer. den. Tagesordnung: 1. Vortrag über Füisorgewelen. Resereut: Stadtrat Eeiuff» Leid. 2. Diskulfion. Z. Berich, und Wahl der Eefchästsleilung. Vereinskalender rnnwpoetarbeiter.Verband. Sektion 2: Tran-psrtardeiter. Betriet srAe. Ot» leute. Delegierte und Vertrauensleute aller Branchen. Am Donnerstag, abends 6H Uhr. bei Doeker. Weberftr. 17. allgemeine Lersammlung.— Branche Reichs- betriebe. Derwaltunasbehördev. Donnerstag. 7 Uhr, Dresdner Str. 06, Dresdner Kasino. Vollversammlung. Lebensmittelkalender «-»Nu. Milchbelieferung. Für die lh-Liter, Kran kenkalten% Situ bleibt wie bisher. den 29. und R. September d. Zs.«k» auf 'iUt Vollmilch verausgabt. Die übrige Lelieferung Verantwortlich für die«edaktion: s«» L i« d f ch il».«erlin-Friedenau. v«r- anttvorllich für den Inseratenteil: L ud w i f»--■ Berlagsgenoffenschafi.Freiheit" e S. m. h. Druckerei ffi.«.». S..««Im et e 0| 0) u f. �ernn-�rleoenau.«er» d'/.leX'iV� n 5. 2, Breite Straste 8-9. Ugch». 10. Distrikt. Den Senossen zur Nach- eicht, dast unser älteste, Mitglied, der Denosse Herrn. Guümann ZZrnnnenstr. 9, im Alter von 63 Aahren, nach kurzem Leiden sanft ent- schlafen ist. Beisetzung: Dalmers» tag, den 30. September, vorm. Ii Uhr,-an der alten Halle de, jüdischen Friedhofe» Weistensee. »er Borstand. Rotzhaare V. Nachenftein®. m. b.«. Charlottenbnrg. Windscheidstr.5. KliegsWKW 28, ledig, bittet um Arbeit. Da Beinleiden, kommt nur sitzend« Beschäftigung in Be» ttacht. Angeb. unter»D. 54», an die Expedition d. Blattes. Bedeutende Bauflrma | zahlt für den Nachweis| von Bauaufträgen hohe Provision I Offerten erbeten unter! 8. ff. L»16 an Ala-{ I Htasenst.&Vogl.BorllnVßS| Botenfrauen verlang: sofort SWMff tOM. WMlkÄM Wallitraße 68._ Botenfrauen für Touren. 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