Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag, 3. Oktober 1920 Nummer 416• Morgen-Ausgabe «ft* M-rninr�n-lHf* aNcc bCTttt NtNlM fcOftft 5,— ffl* Cmmtee» mrb Blontoc««n» j in» Hau, für D»ob-?rrllN adgrlioll»,50 M. Für P oft» b«jug nedmen sämllich« Poftanstallcu B-ftcllungen entgegen. Unter �trUiband ttezagcn sür Deutschland und OesteetciÄ l«,S0W., für da» übrige Suslanb-1,50 ajujüglich V-wt-�wfschwch per Dritf füt Deutschland und Oeftrrrrich 30.- M. �UkatttM, Cn>»astet M- �lchNeßNch Teuerung«, Uschlag. Kleine Anzeigen: Da» serigedruchte Wort 2,— NU, lede» weilri» Wort 1.5» M-, einschließlich Teuerung«, Uschlag. Lausende Anjeig« laut lotN- NamiUeu-Auzeigen und Etellen-Gesuche 3,20 M. netto, 0» �nn�t— W? m WsrtFAzljeig«: da» fettgedruckte Wort 1»50 W.» jede» weitere Wort 1» JUm Fmjpltcha: Sttttaa 2030, 2645, 461» 4803, 4635, 464». 402L ,biw Zug olgl heik > a» eichet inutt find. n». Will stra» t&erßner-Organ ber UnafibStiolgea so$MbnaofraUe OeatftOtanoä Gegen die Zertrümmerung der USPD. !enX Li8 Genosfinuen»nd Genosse«! Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutsch- tn ands, der anzugehören Euer Stolz war, steht in Gefahr, zur Zreude ihrer Gegner und zum Schaden der en o l u t i o n zertrümmert zu werden. MitgliederderPartei.die durch Euer Vertrauen «"nlfl ihre höchsten Aemter gelangten, teilen sich mit den ttftch ommunisten in diese Zerstörungsarbeit. Es .uM die höchste Zeit, Euere ganze Aufmerksamkeit darauf zu l,.�nken. Um was handelt es sich im Einzelnen? ckche« Es besteht zwischen den Kommunisten und der U. S. P. D. b>«Ze inerlei Meinungsverschiedenheit über die stehgiolle, welche die Partei in dem Prozeß der proletarischen __ Devolution zu spielen berufen ist. Ohne sich in einer Partei llnu organisieren, vermag die Arbeiterschaft den Kampf um Heu*-Eroberung der politischen Macht nicht zu fihren. Deshalb und gleichzeitig, um den aufgeklär« «besten und revolutionärsten Teil der Arbeiter- aft zu zielbewußtem Kampf in ihr zu s a m m e l n, wurde och während des Weltkrieges die Unabhängige So- ialdemokratische Partei Deutschlands ge- Mündet. Die Kommunistische Partei entstand viel später, behauptet ber heute, daß sie die proletarische Partei der Zukunft äJin werden Diese Anmaßung bat die Tatsachen gegen sich. Ii Noch im Juni d. I. e n t sch reden die Massen der |»rtgeschrittensten deutschen Arbeiter gegen die Kommu- | istische Partei. Sie vermochte trotz intensivster Propaganda ß ur eine halbe Million Stimmen auf sich zu vereinigen, % während f a st f ü n f M i l l i o n e n für die ll. S. P. D. ab- 1 egeben wuroen. Das geschah, obwohl unsere Partei in der Ü iederträchtigsten und verlogensten Weise von den Kommu- Ü listen bekämpft wurde. £ Was ereignete sich in wenigen Monaten, daß viele unserer % Mitglieder gleichwohl leichten Herzens Namen und Kelb ständigkeit der Partei aufgeben und allen ...Meschlüsien und Bedingungen eben jener kommunistischen AjMartei sich unterordnen wollen? mmb Galt nicht bisher auch von den deutschen Arbeitern, vas der russische Kommunist S i n o w j e w auf dem zweiten =2 Kongreß der Kommunistischen Internationale so nachdrück- ....'ch von den russischen Arbeitern behauptete? Nämlich neses:„Die Partei ist für den vorgeschrittenen russischen Ar- B»»citer ein Heiligtum, das beste Wesen si), teuerer als das ecben, lieber als alles andere, das Höchste, der Leitstern!' Auch die„Linke" unserer Partei hing— ihrem„Lippen- �??c?cnntnis" zufolge— an der Partei, in der sie mit Per- nUMrauensämtern betraut worden ist. 'F.«» 7Uis dem Märzparteitag 1919 erklärte z. B. D ä u m i g, ��aß er mit„jeder Faser" an dieser Partei hänge. Höchste A�ntrüstung mimten die Genossen von der„Linken", wenn . m-hnen vorgeworfen wurde, daß sie mit den Kommunisten �Liebäugelten. Die Selbständigkeit der Partei •e. zollten auch sie unter allen Umständen beim Anschluß an die li-ä�clmmunistische Internationale gewahrt wissen. Jetzt haben sie— s i e, nicht andere Leute—- Farbe bekennen Das unehrliche und hinterhältige Bersteckspiel hat SJin Ende. Das ist den 21 Moskauer Bedingungen zu danken. �- Wer diese Bedingungen und das Verhalten der Däu- *"1� i g, Stöcker, Koenen, Kurt Geyer usw. ihnen n gegenüber verstehen will, muß sich folgendes in die Erinne- �Jung rufen. JI Seit ihrem Bestehen plant die Kommunistische Bartei lioileich ihren Vorläufern, den„Linksradikalen", die Spal- leg�ung der U. S. P. D. 1, �' 0 konnte sie hoffen, die A r b e i t e r lil a s s e n zu ««gewinnen, die sie weder durch ihre wüste Propaganda, noch � W"Ue„Taten" an sich zu ziehen vermochte. Uebcr die Vudung einer Sekte kam sie dabei nicht hinaus! die durch �wiederholte Spaltung noch an Bedeutung verlor. Kongreß der Kommunistischen Internationale �Zellte dann folgende Formel zur Zertrümmerung der U.S. P. D. auf: „Es ist unbedingt erforderlich, die revolu- WI t i o n ä r e n Elemente vom„Zentrum" abzuspalten, ifij was nur durch schonungslose Kritik und Bloßstellung der ,' � Führer des„Zentrums" zu erreichen ist." .jllllIn Polen war diese Formel bereits praktisch erprobt 'V Vörden, Karl Rad ek besonders weiß davon zu erzählen, /enn gerade er wurde seinerzeit auf Betreiben von Leo I�Jogiches und Rosa Luxemburg als Opportu- > i st aus der Partei ausgeschlossen. Für Deutschland sah sNKiadek die Spaltungsformel schon 1919— kaum, daß sie 0»eschlossen worden war— als überholt an. „Wir glauben"— schrieb er—,„daß es sich, was die Unabhängige Sozialdemokratie Deutschlands angeht, «Hai ' ui keif K« , cjt.•"'lUl'llri.'a'UB OOjJlUllieilUillUUK uuytljv, nicht so sehr darum handelt, die linken Elemente vom Zen- trum abzusplittern, wie ihnen zu helfen, die rechten Führer aus zentralen wie lokalen Organen der Partei heraus- zudrängen, um so durch Einigung der beiden kommu- nistischen Heerhaufen des Proletariats eine große Kom- munistische Partei zu bilden." Deutlicher konnten die kommunistischen Spaltnngsabsichten und die daran geknüpften Erwartungen nicht zum Ausdruck kommen. Die„linken Elemente" mühten sich, den kommunistischen „Erwartungen" zu entsprechen. Das gelang ihnen aber nur schlecht. Sie mußten sich deshalb die schärfste Kritik, ja teil- weise die gleichen Beschimpfungen gefallen lassen, die den „rechten Führern" von kommunistischer Seite zuteil wurden. „Feig und ideenlos" nannte Lenin die„linken Ele- mente". Karl Radek aber fand unter ausdrücklicher Berufung auf Däumigs„A r b e i t e r r a t", daß Däumig und seine Freunde sich bei ihrer Konstruktion eines„Rätesystems" als — Proudhonisten, d. h. als kleinbürgerliche Anarchisten er- wiesen hätten. Diese Charakterisierung der„linken Elemente" hatte zur Folge, daß sie noch innigere Beziehungen zu den Kommu- nisten suchten und fanden. Mit ihren Herzen l ä n g st bei der Kommunistischen Partei, konnten sie sich aber nicht dazu verstehen, offen zu ihr überzutreten und sie waren zu„i d e e n l o s", innerhalb der 1l. S. P. D. anders als mit Argumenten und Schlagworten wirken zu können, die sie dem kommunistischen Sprachschatz entnahmen. Ihnen„mit dem Knüppel den Rücken zu stärken"— um in Rädels Sprache zu reden— ersannen die Moskauer die 21 Bedin- gungen. I h n e n, den„linken Elementen" blieb nach allem, was sie vorher an hinterhältigem Spiel getrieben, nichts anderes übrig, als die 21 Bedingungen vorbe- haltlos zu schlucken. So erklärt sich die einmütige..Ueberzeugung" der Däu- mig, S t ö ck e r, Koenen. E e y er, daß die— Un- abhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands aufhören muß, zu existieren— daß sie „zur rechten Zeit zu sterben wissen" müsse. Es ist nackter Parteiverrat» den diese strebsamen Wegbereiter der Kommunisten sich zu- schulden kommen ließen, und hätten wir bereits die Diktatur in der Partei, der wir uns nach Annahme der 21 Bedingun- gen zu versehen haben, sie würde sich sicher jetzt gegen jene wenden, die ihr heute so„mutig" und„revolutionär" das Wort reden. Genossinnen und Genossen! Was die Kommunisten seit Jahr und Tag vergeblich ersehnten, weil sie aus eigenem die Arbeitermassen nicht gewinnen konnten, die Däumig, Stöcker, Koenen— sie sitzen immer noch in der Parteilei- tung!— haben es für sie geschafft. Für ihr schändliches Treiben nur noch einige Beispiele. Roch hat der Parteitag nicht über die 21 Bedingungen ent- schieden, noch ist mithin nicht sicher, daß unsere Partei künftig den Namen„Kommunistische Partei" tragen, sowie Programm und Taktik der„Kommunistischen Partei" gegen ihr eigenes eintauschen wird, da geben Däumig, Eurt Geyer und Walter Stöcker bereits eine eigene Zeit- schrift heraus, die den Titel„Kommunistische Rund- I schau" führt. Mit der Miene eines Reinecke Fuchs sucht Stöckcr die Wahl des Titels als eine Harmlosigkeit hinzu- � stellen, an der nur„kleinliche Geister" Anstoß nehmen kön- nen. Gleichzeitig verrät er aber, daß unser neues Schiff» die„Kommunistische Rund- schau", schon feit vielen Monaten im Bau war. (Siehe Nr. 1 der„K. R.') Systematisch wird seit Monaten die Zertrümmerung der Partei betrieben. Besondere Korrespondenzen und Organi- sationcn sind zu dem Zweck gegründet, die das nötige„Mate- rial" für die Zerstörungsarbeit„im Interesse der Revo- lution" liefern. Das Resultat dieser Arbeit ist die völlige Aktionsunfühig- keit der Partei. Und das inmitten einer hochgespannten politischen Situation, die im nahen Winter, ja vorher schon urplötzlich ihre Entladung finden kann. In solcher Lage beschloß die Mehrheit des Zentralkomitees die schleunigste Einberufung des Parteitages. Eine Parteileitung haben wir nicht mehr, denn die Mitglieder derselben reisen im Lande umher und führen Redeturniere auf. Die Reichstagsfraktion ist dem Spott und Hohn der Gegner ausgesetzt, wenn sie am 18. Oktober im Reichstag erscheint, ohne daß zuvor Klarheit in der Partei und mithin auch Klarheit für die Fraktion geschaffen ist. Der ganze Organisationsapparat der Parter ist lahmgelegt und teilweise bereits zerstört. Unter diesen Umständen gibt es nur noch eine Möglichkett, zu retten, was noch zu retten ist! Die schleunigste Ein- verufung des Parteitages! Die„linken Elemente" sehen sich dadurch freilich in ihrem Zerstörungswerk gestört. Sie setzten ihm deshalb die Krone auf und erließen einen eigenen Aufruf an die Mitglieder der Partei. In dem Aufruf wagen sie die Unterstellung zu machen, daß die rechten Führer die Aufklärung der Mit- glieder hindern wollten. Das schreiben dieselben Leute, die nach eigenem Eingeständnis„schon seit vielen Mo- n a t e n" Aufklärung betreiben und die überall nicht schnell genug auf die Annahme der 21 Moskauer Bedingungen hin- wirken konnten. Sie treiben ein unehrliches Spiel bis zu Ende! Wären die Arbeiter überall aufgeklärt, die Ableh- nung der Bedingungen wäre sicher. Aber die Aktions- Unfähigkeit der Partei znnngt selbst unter diesen Um- ständen zur Einberufung des Parteitages. Genossinnen und Genossen! Roch liegt es bei Euch, der völligen Zertrümmerung der A.S.P.D- entgegen zu wirke». Es ist die höchste Zett, es zu tun!' Bei der Delegiertenwahl zum Parteitag könnt Ihr es; desgleichen bei der ll r a b st i m m u n g, wenn der Parteitag sie beschließen wird. Schon jubeln die schlimmsten Feinde des Proletariats: Es ist gut, Saß dieser Riß in die U.S. P.D. kommt, umso« besser werden wir mtt den Arbeitern fertig werden." („Rh.-Westf. Ztg.") Die ll. S. P. D. ist im schärfsten Kampfe gegen diese Feinde des Proletariats zu einer Massenpartei geworden. Sie ist heute notwendiger wie je für den Klassenkampf des Prole- tariats. Ihre Zertrümmerung würde nicht nur eine furchtbare Schädigung der deutschen Arbeiterschaft sein, nein, sie wäre von internationaler Bedeutung, sie würde zu einem kolossalen Hemmnis der Weltrcvolution. Genossinnen und Genossen! Es hyndelt sich um die Frage:- Ablehnung oder Annahme der 21 Moskauer Bedingungen? Jede andere Formulierung der Frage ist Schwindel. Annahme der Bedingungen bedeutet Verwirk- l i ch u n g der langgehegten kommunistischen Pläne, bedeutet die Förderung des Parteiverrats der„linken Elemente" unserer Partei, läuft auf deren Zertrümmerung hinaus! Ablehnung der Bedingungen bedeutet nicht die Ablehnung der Mitwirkung am Ausbau einer wahrhaft revolutionären, proletarischen Internationale der Tat. Die Ablehnung bedeutet aber die Erhaltung der 11. S. P. D. Sie wird bestehen nnd allen Stürmen trotzen! Zentralkomitee der U. S. P. D. Das kopflose Groß-Berlin Seit dem 1. Oktober ist das Gesetz über Groß- Berlin in Kraft. Dem neuen Eemeindekörper fehlt aber der Kopf. Um ihn wird seit Monaten gestritten und hart gekämpft. Weil er nicht so aussieht, wie die bürgerlichen Parteien sich ihn vorstellen, deshalb mutz Eroß-Verlin kopflos bleiben. Es kann nicht zum Leben kommen. Die preußische Landes- Versammlung will an den Eemeindekörper eine Amputation vornehmen. Sie will das rote Blut, das in ihm rollt, ver- wässern und ihm ein anderes Gesicht gebem Diese Prozedur bedarf Zeit und deshalb sollen wir uns ruhig gedulden, bis die Doktoren in Preußen nach dem Re- zept des Doktor Eisenbart mit ihrer Amputation fertig sind. Dagegen wehren sich die Patienten mit allen ihnen zu Ee- böte stehenden Kräften. Man verkündet der Welt, daß dieser Körper nur leben könne, wenn er mit der nötigen Portion„Demokratie" ausgestaltet ist. Demokratie, das ist das Palladium, um das sich heute alles drehen soll. In der preußischen Landesversammlung verkünden die Parteien bis in die Reihen der Deutschnationalen, daß im Berliner Rat- Haus die Sozialisten die Demokratte ausquartiert hätten/ und deshalb müßten sie jetzt eingreifen und sie mit Ee- w a l t uns aufdrängen. Es ist von hohem Interesse, zu sehen, in welch unange- nehmer Situation sich selbst die Partei der Rechtssozialisten befindet. Ihre Presse verzeichnet mit einer gewissen Schaden- freude die inneren Auseinandersetzungen in unserer Partei! und weist schließlich darauf hin, daß nur die Demokratie aus allen Irrungen und Wirrungen uns erlösen könne. Da istj es nicht ganz uninteressant, festzustellen, daß die Fraktion der rechtssozialistischen Partei im Berliner Rathause sich von eigenen Parteifreunden den Vorwurf machen lassen muß, die Demokratie verletzt zu haben. Das kam zum Aus- druck bei einer Konferenz der Parteifunktionäre, die sich mit der Stellung zur Berliner Kommunalpolitik beschäftigte. Dort legte der Referent dar, daß es für seine Partei keinen . anderen Weg geZe, als den, mit den llnavhängigen so-- zialistische Politik zu machen. Mit den Demokraten oder Zentrumsleuten sei das ausgeschloffen. Von diesem Stand- punkt aus fei ihre Stellung zur Magistratswahl zu bewerten. Weil Herr S ch e i d e m a n n sich gegen feine Parteifreunde im Rathause gewendet hat. wurde ihm entgegengehalten, wer mit einer geringen Mehrheit zum Oberbürgermeister von Kassel gewählt sei, sei am allerletzten legitimiert, von diktatorischem Verhalten zu reden. Und wer als ehemaliges Mitglied des Parteivorstandes die Parole ausgegeben habe, „der Feind steht rechts", sei nicht legitimiert, seinen Partei- freunden im Rathause Vorwürfe zu machen, daß sie ein Techtelmechtel mit den Unabhängigen abgeschloffen hätten. Gegen die Warnung eines Mitgliedes der preußischen Land- tagsfraktion, in dieser Weise zu verfahren, wendete sich ein anderer Redner, der ausrief:„Sollen wir denn, wo wir eine sozialdemokratische Mehrheit haben, einen Magistrat nach dem Wunsche der Bürgerlichen wählen? Sollen wir die Koalition mit den Bürgerlichen in der Landesoersammlung nur dadurch aufrechterhalten, daß wir ihnen immer nach- geben. Das Bürgertum gibt ja von seinen Machtpositionen auch nicht ein Jota an uns ab. Vor Drohungen der Bürger- lichen dürfen wir nicht zurückschrecken." Das sind sehr schöne Worte, die aber stark eingeschränkt werden durch die Warnung des Präsidenten der Landesver- sammlung, Herrn L e i n e r t, der erklärte, daß diese Politik sehr verhängnisvoll sei und nur dazu führe, die Macht der Unabhängigen zu stärken. Aus diesen Auseinandersetzungen geht klar hervor, in welche Enge die Rechtssozialisten mit der Verherrlichung der bürgerlichen Demokratie kommen. Denn in der Tat handelt es sich um Machtkämpfe. Es darf nicht unterschätzt werden, daß die Bestimmung des Gesetzes, wonach der neue Berliner Magistrat den Bürgermeister und dessen Stellvertreter in den einzelnen Verwaltungsbezirken zu ernennen hat, ein wichtiges Recht in den Händen des Berliner Magistrats dar- stellt. Dieses Recht soll dem neuen Magistrat genommen werden. Dadurch wird er seines Einflusses auf die Leitung der Bezirke beraubt. Man stelle sich vor, wenn der Berliner Magistrat zum Stellvertreter des Bürgermeisters Personen zur Leitung der Schulangelegenheiten beauftragt, wird er sich sofort der großen Bedeutung dieses Ernennungsrechts be- wüßt werden. Mit der Zusammensetzung des Magistrats ist es nicht anders. Soll der bureaukratische Beamtenapparat neues Leben bekommen, so muß ihm rücksichtslos das Kreuz gebrochen und ihm neues Leben eingehaucht werden. Das können aber nur Magistratsmitglieoer, die eine wirklich sozialistische Kommunalpolitik zu machen fest entschlossen Dagegen geht der Kampf. Mit allen Mitteln wird er von den bürgerlichen Parteien geführt. Zunächst war er rein persönlicher Ratur. Die einzelnen Kandidaten wurden heruntergerissen und herabgesetzt.„Unfähige Trottel" seien es, die vorgeschlagen waren. Dann aber enthüllte man sich von Tag zu Tag deutlicher und sprach offen aus, um was es sich handelte. Weil der Magistrat sozialistisch zu- sammengesetzt war, deshalb die Empörung, deshalb die In- anspruchnahme der Landesversammlung zu einem neuen Ausnahmegesetz. Alle bürgerlichen Parteien bildeten eine ge- schlossene Phalanx gegen die sozialistische Arbeiterschaft, und nicht nur im Parlament das ganze Bürgertum wurde aufgerufen, mobil gemacht. Es müsse eingreifen, es müsse ver- hindert werden, daß die unsinnige Verschwendungslust aller Bankrotteure in Sonderheit unserer Radikalen sich austobe und alles ruiniere, wie die„Deutsche Tageszeitung" sich ge- �jchmackvoll ausdrückte. - Dem muß sich die Arbeiterschaft Eroß-Berlins entgegen- stellen. Sie muß erkennen, daß es sich um einen Klassen- kämpf handelt, sie muß aus diesem Kampfe um Groß- Berlin die Lehre ziehen, daß das Bürgertum um die Er- Haltung von Klassenvorrechten kämpft, und daß dem die Klasseninteressen des Proletariats entgegengestellt werden müssen. Das Proletariat Groß-Berlins muß auf der Wacht stehen und bereit sein, für seine Klasseninteressen mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln den Kampf aufzunehmen. Die 3. Internationale und die ttSPD. Das Exekutivkomitee der dritten Internationale hat, wie der nach Rußland entsandte Korrespondent des Unabhängigen Zei- tungsdienstes aus Moskau drahtet, beschlossen, den Volkskommis- sar des Innern, S i n o w j e w, und den Volkskommissar für Volkswirtschaft, Bucharin, als Delegierte zum Parteitag der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands nach Halle zu senden. Das Zentralkomitee unserer Partei hat ein Telegramm des Exekutivkomitees der dritten Internationale erhalten, von dem die„Rote Fahne" am Sonnabend bereits eine Kopie veröffentlichen konnte, das folgenden Wortlaut hat: „Hiermit geben wir Ihnen bekannt, daß das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale beschlossen hat. auf Ihrem außerordentlichen Parteitag in Halle die Genossen Sinowjew und Bucharin als seine Vertreter zu entsenden. Wir wandten uns an die deutsche Regierung mit dem Ersuchen, den genannten Genossen die Einreise und zeitweilige Anwesenheit in Deutsch- land zu erlauben. Wir ersuchen Sie. diese Schritte zu unter- stützen und unseren Vertretern zur Einreise nach Deutschland zu oerhelfen. Dies ist um so mehr Ihre Pflicht, als die Mitglieder Ihres Zentralkomitees Dittmann und Erispien. welche die Möglichkeit hatten, Moskau und Petrograd zu besuchen. nunmehr auf Schritt und Tritt die Beschlüsse ver- drehen, die auf dem Zweiten Kongreß der Kommunistischen Internationale angenommen wurden. Es ist Ihre Pflicht, uns zu helfen den wahren Geist der Beschlüsse der Kommunistischen Internationale kundzutun. Wir erwarten Ihre baldigste Ant- wort." Es ist selbstverständlich, daß unsere Parteileitung alle erforder- lichen Schritte ergreifen wird, um die Einreiseerlaubnis für die russischen Delegierten zu erlangen. Dazu hätte es der Begrün- dung nicht bedurft, daß die Anwesenheit der russischen Delegierten notwendig sei, weil die Genossen Erispien und Dittmann angeb- lich die Beschlüsse der dritten Internationale„verdrehten". Diese Behauptung, die, abgesehen von ihrer Unrichtigkeit, die eigene Urteilsfähigkeit der Mitglieder der Unabhängigen Partei in Zweifel zieht, muß entschieden zurückgewiesen werden. Nicht minder erfordert die Stellungnahme der„Roten Fahne" die schärfste Zurückweisung. Dieses Blatt leistet sich im Anschluß an das oben wiedergegeben� Telegramm folgende Unverschämtheit: „Das Zentralkomitee der U. S. P. D., dessen opportunistische Mehrheit die Zulassung eines Delegierten der Kommunistischen Internationale als Eingriff in das„Selbstbestimmungsrecht" der Partei abgelehnt hat, wird nun zu zeigen haben, ob es den Mut hat, die Delegation der Genossen Bucharin und Sinowjew zurückzuweisen. Es wird sich zu zeigen haben, ob es den Mut hat sich zur Stützung der bedrohten Parteiburcaukratie hinter die' deutscht Regierung zu verstecken, und mit ihrer Hilfe die Einreise der beide« russischen Genosse« ZU verhindern, oder oh es noch Anstand und Loyalität genug besitzt, um mit allen Machtmitteln, die eine Massenpartei wie die U. S. P. D. auf- bringen kann, die Regierung zu zwingen, daß sie die Einreise- erlaubnis gibt." Das Kommunistische Zentralorgan unterstellt mit diesen Wor- ten unserer Parteileitung nicht weniger, als daß diese die Re- gierung beernslussen könnte, die Einreiseerlaubnis für die ruf- sischen Delegierten nicht zu erteilen. Das sind Methoden, wie sie selbst die übelsten Revolverblätter gegen unsere Partei nicht wagen würden. Ein Beweis mehr, wessen sich unsere Partei zu gewärtigen hat, wenn sie unter die Diktatur der Kommu- nistischen Zentrale gerät. Karl Liebknecht gegen die Bedingungen Man schreibt uns: Die Anhänger der Moskauer Bedingungen tun in ihren Artikeln und Versammlungsreden so, als ob die angebliche„Rechte" der U. S. P. gegen die Bedingungen.die„L i n k e, die wahren Re- volutionären, für die Bedingungen wäre. Die Einteiluna der Gegner und Befürworter in Rechte und Linke ist aber ganz fassch. Abgesehen davon, daß die deutschen Arbeiter, die sich für die„linke- sten" halten, nämlich die ganze K. A. P. D.. gegen die Bedingungen sind, können sich die Gegner auch auf revolutionäre Kämpfer be- rufen, die hoffentlich auch noch bei Däumig, Stöcker und Curt Geyer Gnade finden werden, so auf Karl Liebknecht. Wollte Liebknecht eine neue Internationale straff zentralistisch haben, oder sollte sie auf der tätigen Initiative der Massen be- In einem Artikel, in dem er sich mit dem Neuausbau der Inter- nationale beschäftigt, führte er, wie wir in der„Aktron" lesen, aus: „Jede Organisatronssorm, die die Schulung im internationalen revolutionären Geist und die selbständige Aktionsfähig- k e i t und Initiative der revolutionären Massen hemmt, ist zu verwerfen. Keine Verbindung, die der freien Initiative Fesseln anlegt. Die>e Initiative in den Massen zu fördern, ist gerade in Deutschland, dem Land des pas» siven Massenkadavergehorsams die dringendste Erziehungsaufgabe, die gelöst werden muß, selbst auf die Gefahr hin, daß vorübergehend alle„Disziplin" und alte„strammen Organisationen" zum Teufel gehen." So Liebknecht über den Organisationszwang, der plötzlich auch in Deutschland als revolutionär gilt, weil es so befohlen wird. Be- finden wir, die wir die Bedingungen ablehnen, uns nicht in bester revolutionärer Gesellschaft? Oder gehört fortan Karl Liebknecht auch zum sogenannten rechten Flügel der U. S. P.? Der Stand der Kohlenkrise in England London, 2. Oktober. Nach einer Zeitungsmeldung haben die Grubenbesitzer den Berg- arbeitern eiue Lohnerhöhung um einen Schilling pro Tag vorge- schlagen, wenn die jährliche Produktion 2t0 Millionen Tonnen beträgt. Die zweite Abstimmung London, 2. Oktober. Wie der„Nieuwe Rotterdamsche Eourant" meldet, wird die zweite Abstimmung unter den englischen Bergarbeitern über die Frage, ob der Vorschlag der Bergwerksbesitzer angenommen werden soll oder nicht, am 11. und 12. Oktober stattfinden. Die englischen Blätter sind der Ansicht, daß die Gefahr für einen Streik jetzt vorüber ist. Neuer Angriff auf Armenien Bolschewistisch-türkiscbnationalistische Kampf« gemeinschaft L ondon» 2. Oktober! Die„Times" meldet aus Konstant in»pel: Den letzten Bo richten au« Transkaukafien zufolge scheint ein Angriff auf Armenien begonnen zu haben. Eine von Türken geführt« kurdische Streitmacht hat O l t y angegriffen. Die V o l s ch e« misten, die den Friedensvertrag mit Armenien noch nicht unter« zeichnet haben, senden Truppen nach der neutralen Zone bei Zanczur und in der Richtung auf Kamarlu flll Mei« len von Eriwanj. Die armenisch« sozialdemokratisch« Partei hat einen Appell an die Sozialdemokraten von Eu« r o p a und Amerika»richtet, in dem sie gegen diese Aktion und gegen die Politik der Moskauer Regierung Einspruch erhebt. Die türkttcheit nationalistischen Blätter melden die Ankunft eines Abgefendten der russischen Räteregierung in A n g» r a. Italienischer Sozialistenkongretz Mailand, 2. Oktober.(Stefani.) Die Zusammenkunft d« sozialistischen Parteilei« tung ist beendet. Eine tagesordnung wurde mit 7 Stimmen angenommen, welche den 2l Bedingungen Moskaus zu« stimmt und den Kongref auffordert, die Form für die Aus« stoßung von reformistischen Elementen festzusetzen. Eine ander« Tagesordnung wurde mit z Stimme« angenommen, welch« de» Moskauer Beoingungen bs« auf die f iebente zugestimmt, die die Ausstoßung der Restrmisten fordert. Im Berfolg der Ab« ftimmung legte Serratldie Leitung des„Avanti" nieder. Die Leitung der Sozialifotpartei hat bestimmt, daß der natio« nale Sozialistenkongreß votz og. Dezember bis zum 3. Januar in Florenz stattfinden soll. Si> hat ferner Eerrati gebeten, dio Leitung des„Avanti" bi> zum Zusammentritt des Kongresses beizubehalten. Zwischenfall in Orleans In der gestrigen Nachm! kongresie»» n Orle Frossard, der mit Ca in Moskau war, wollte spr sich jedoch lärmend ßeg zichtete. Es entstand em gl Gewerkschaftsführer Siro. sprechen, wen« Frossard Nitz sich die Stimmung, so daß, kann. Paris, 2. Oktober,' agsfitzung des Eewerkschafts» s ereignete sich ein Zwischenfall. auf dem Internationalen Kongreß ein Ein Terl des Kongresses wandte ihn, so daß er auf das Wort ver« er Tumult, und erst als der radikale erNLrte, er werde ebenfalls nicht das Wort gegeben werde, änderte nach Eirol Heute Frossard spreche« Ausschlußantrag gege« Peirote». Der frühere sozialdemo- kratische ReichStagsabgevrdnej und jetzige Bürgermeister von Straß- bürg Petrotes hat anlij�ch des Besuches von Millerand in jchpatriotischcn Rede begrüßt, die ihm rrtetgenossen eingetragen hat. Die cht mit dem Ausschluß, währeud die direkt seinen Ausschloß aus der Straßburg diesen mit einer die schärfste Kritik seiner sozialistische Sektion Metz M ü l h a u s e r Sozialdemo Partei fordern, einigen Das erste Schiff der yuett Handelsflotte. In Tagen wird der auf der ßlensburger SchiffSbauwerft erbaute 1000 Brutto-Registertonnen gtosje Dampfer„Hamburg" seine erste Reise von Hambu» aüS nach Niederländtsch-Judieu an- ------,----- aus nach Niederländtsch-Jadieu an- Die.„Hamburg" iftjjjz erste nach dem Kriege ans einer treten. W>U______ deutschen Werft erbaute da? in deotschen Händen bleibt. Angestellte und InternMonale Am 29. September hat im Jndustriebeamtenhaus zu Ver- lin die große Vertretersitzung der Arbeitsgemein- schaft freier Angestelltenvevbände(Afa) ge- tagt und zur Frage der Eewerkschaftsinternationale Stellung genommen. Nach mehrstündigen eingehenden Debatten wurde das nachstehende Manifest angenommen: 1. „Unter den Wirkungen des vom internationalen Kapitalis- mus entfesselten Weltkrieges ist in allen Ländern eine völlige Desorganifation und Verarmung der Wirtschaft eingetreten. Dadurch wurde— beim Fortbestande der chaotischen kapi- talistischen Privatwirtschaft— die wirtschaftliche Lage der nur von dem Ertrag ihrer Arbeitskraft Lebenden auf ein un- erträgliches Maß herabgedrückt. Eine Beseitigung dieser Wirkungen ist im Rahmen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung unmöglich. Rur plan- mäßige g e me i n w i r t f ch a ftl i ch e Zusammen- arbeit aller Völker kann einen Ausweg aus dieser Lage bringen. Die Friedensbedingungen der Verträge von Versailles und St. Eermain weit davon entfernt, eine Grundlage für die friedliche Zusammenarbeit der Völker am Wiederaufbau Europas zu bieten, sind nur Ausfluß der zügellosen imperia- listischen Begierden der Bourgeoisie der obsiegenden Staaten; ihre Beseitigung und ihr Ersatz durch ein Abkommen im Geiste der Menschlichkeit und des Bölkerfriedens ist nur durch den einmütigen Willen des Proletariats der stegreichen Staaten möglich. Rur durch einmütige geschlossene Aktionen der inter- nationalen Arbeitnehmerschaft können alle Versuche, neue imperialistische Kriege zu entfesseln oder reaktionäre Staats- streiche abgewehrt werden. 2. Die freien Gewerkschaften der Kopf- und Handarbeiter aller Länder bedürfen deshalb des festgefügten zielklaren inter- nationalen Zusammenschlusses. Eine leistungsfähige Eewerk- schaftsinternationale muß sich aus leistungsfähigen Landes- organifationen zusammensetzen. Rur diese verfügen über die erforderlichen Kenntnisse des sozialen Kräfteverhältnisses ihres Landes, um die in jedem Falle zweckmäßigsten Maß- nahmen beurteilen, ergreifen und durchführen zu können. Sie müssen deshalb in ihren Entschließungen autonom sein. Jede diktatorische internationale Zen- tralisation führt zur dogmatischen Er- starrungundzupraktischenRiederlagen. Die Gewerkschaften habe ihre Direktiven ausschließlich von ihren Mitgliedschaften entgegenzunehmen. Es wäre deshalb ein unerträglicher Zustand für die Gewerkschaften, wenn sich in ihnen fest geschlossene Zellen bildeten, die ihre Direktiven von außerhalb der Gewerkschaften stehenden diktatorischen Instanzen erhielten, denen sie sich bedingungslos zu fügen haben. Die Entfesse- lung eines Meinungsstreites, wie er die politische Arbeiter- bewegung zerrissen und gelähmt hat, wäre das Verhäng- n i s für die gewrekfchaftliche Befreiungsarbeit. Eine erfolgreiche systematische Arbeit der Betriebsräte fetzt ihre Eingliederung in den Rahmen der Eewerkschafts- bewegung voraus. Jede selbständige Sonderorganisation der Betriebsräte ist als zersplitternd und gewerkschaftsschädlich abzulehnen. �' 4 Die Arbeitsgemeinscha erkennt als unerläßliche liche Arbeit der Angeste 3. freier Angestelltenverbande(Afa> rfordernis für die freigewerkschaft« ten die Zusammenarbeit mit dem internationalen Eewer Haftsbund an. Sie lehnt die Bedingungen des. Kongresses der dritten kommu- nistischen Internationale soweit sie sich auf die Gewerkschaften beziehen, ab, da sie in m keine Grundlage erblickt, auf der eine tragfähige aktionsl reite auf dem Willen der breiten Masse der freigewerkfcho �lich denkenden Arbeiter und Ange- stellten sich stützende Ge erkschaftsinternationale möglich ist. Die Afa erklärt sich befeit, mit der freigewerkschaft- lichen Angestellt«bewegung aller Länder eine feste dauer dg organisatorische Zu« sammenarbeit herstellen und zugleich die Inter« nationale der K%> farbeiter Hand in Hand und rischer Zusammenarbeit mit � der arbeiterschaft, den Internationalen iner großen Internationale indarbeiter der Welt aus» llt deshalb an den Internationale« n t r a g. die organisatorischen Bor- ng einer internationalen r freigewerkschastlichen Kopf- und in dauernder organif Internationale der H Eewerkschaftsbund, zu allerKopf-und zubauen. Die Afa Gewerkschaftsbund den ausfetzungen zur Bi Einheitsfront Handarbeiter zu schaffe Angestellte u n r b e i t e r! E r k e n n t E u r e n gemeinsamen den internationalen Schafft die geschlossene ,«ller Kopf- und Hand- ,« (t freier Angestelltenverbände. l.: Der Vorstand ! r. Klingen. Süß. !ite befaßte sich die Vertreterversamm- Internationale(Moskau) geplanten Zellen innerhalb der Gewerkschaften. ssprache war die Annahme der folgen- Kapitalismus! Einheitsfront arbeiter der Wel Arbeitsgemeinfä Aufhäus In einer Spezialdeb lung mit der von der Bildung kommunistifck Das Ergebnis dieser" den Entschließung: „Die vom 2. Kongreß� z.(kommunistischen) Internationale aufgestellten Thesen zur Gewerkschaftsbewegung verpflichten die der Kommunistischen Partei �gehörenden Gewerkschaftsmitglieder zur Bildung kommunistischer Zellen innerhalb der Ge- werkschaften. Als Aufg� dieser Zellen wird es in den Thesen unzweideutig bezeichnet, die Gewerkschaften in den Dienst der kommunistischen Parteizifo au stellen. Damit werden diese kom- munistischen Zellen zu ss, e m d k ö r p e r n. die nicht nur mit dem in den freien ffiewerksch� jederzeit hochgehaltenen Grundsätze« des Selbstbestimmungsriihixz aller Mitglieder unvereinbar sind, sondern darüber hinau,�� Zerstörung der einheitlichen Gewerk- schaftsbewegung führen|üjfen Die am 29. Septem� igyg versammelten Bertreter der Afa rufen deshalb alle MliM�er der freien Angestelltenverbände auf, den Gewerkschaftsthesen der 3.(kommunistischen) Internationale und der von der Bild� kommunistischer Zellen in ihren Ge- werkschaften drohenden tzefahr entschlossen entgegenzutreten und die Einheit und Ges�asj�jj�j ihrer gewerkschaftliche« Kampforganisation zu Der Afa-Vorstand ui� die Vorstände der angeschlossenen Ver- bände werden beauftrag egen Mitglieder, die diesem Beschlüsse zuwiderhandeln, mit al� satzungsgemäß zulässigen Mitteln.vor* .■'«M zugehen." Aus zur Urwahl! Wahlrecht ist Wahlpflicht Heute findet von S— 1 Uhr in allen Distrikten die U r« a h l für den Parteitag statt. Es ist Pflicht jetes Genossen und jeder Genossin, zur llrwahl zu gehen und die Stiftine für oder gegen die Moskauer Anschluhbedingungen abzugebe». Es handelt sich hier um eine Frag«, von der das Schicks»! unserer Partei abhängt. Wer der Wahl fernbleibt, oersündigt sich an der Zukunft der Partei. Die Entscheidung Von Richard Seidel. Die Urabstimmung über Annahme oder Ablehnung der 21 Be- dingungen für den Anschluß an die Ko»munistische Internationale steht bevor. Entscheidendes steht auf dem Spiel. Die Moskauer Jnter- nationale hat durch die der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei diktierten Anschlutzbedingungen Zeuerbrände in die revo- lutionäre deutsche Arbeiterbewegung geuurfen. Nicht Feuerbrände des revolutionären Kampfes, sondern iaz fressend« Feuer der Selbstvernichtung. Was ist vom Anschluß der U. S. P. a» Moskau zu erwarten? Ist ein Anschlug der U. S. P. als groß« Partei überhaupt m ö g- Ii ch, als die große Partei des«ntsihlosienen revolutionären Kampfes für den Sozialismus, zu der si« sich eben entwickelt hat? Rein! Die Kommunistische Internationale kann in jedem Lande nur«ine Kommunistische Partei dulden. Sie besteht in Deutschland schon. Auf Kommando einschwenkend, hat die K. P. D. ihren Namen nach den Beschlüssen des 2. Moskauer Kongresses geändert. S i e repräsentiert jetzt die von Moskau an- erkannte kommunistische Bewegung in Deutschland. Eine deutsche Partei also, die sich an Moskau anschließen will, muß in der K. P. D. ausgehen. Beschließt der Parteitag in Halle den Anschluß, so ist er damit nicht vollzogen. Der Beschluß verpflichtet zunächst die Partei, die Bedingungen durchzuführe». Ein nach der Moskauer Vorschrift zusammengesetzter Parteioorjbnd wird das Amt der»SLnbxeung" auf sich nehmen, alle den Moskauern nicht genehmen Genossen, alle diejenigen ausschließen müss«� die sich im Kampfe um den Anschluß gegen die Bedingungen gewendet, die sich Recht und Vermögen des selbständigen Denkens iewahrt und Kritik an dem Versuch geübt haben, die taktischen Methoden der russischen Bolschewiki auf Deutschland und Wesstdropa zu übertragen. Die Redaktionen und Parteikör px�schnstan werden„gereinigt" werden. Nach dieser geistigen eelbsteatäußerung erst kann der Anschluß nachgesucht werden. Die A n t w° r t auf das Ersuchen vi» Aufnahme in die 3. Jnter- nationale aber wird dann sein: der Anschluß an die Kommu. ÄM International« erfolgt durch Anschluß an die Kommu- Nlstisch« Partei Deutschlands. Sie k«iln nicht anders lauten. Genossinnen und Genossen! � Versteht ihr nun die Anschluß- Vern�wna der ll r"« sein. Sie mußten die w© K i"r m.- haben, um der Entwicklung der K. P. D. als Partei die Bahn fhj zu machen. S,e mugten eine neue Spcktung innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung vollziehen. Die U.S.P., eben noch die Massenpartei des reoofitionäre» sozialistischen Pro- letariat» Deutschlands, muß zertrümmprt, gespalten, zur Ohnmacht verdammt werden, ui» der Diktatur der Kommu» nistischen International« über das deutsche Proletariat ein gefügiges Instrument zu sichern in Gestalt einer Kom- munistischen Partei, die sich willig beugt von dem Machtgebot von Moskau. Die U. S. P. D. war z» groß, zu stark. Sie mußte hinweg, denn ihre Selbständigkeit war der Diktatur der Kommunistischen Internationale ein Hemmnis. Wie steht der Kampf? Die deutsche Bourgeoisie rüstet! Sie ist bis an die Zähne bewaffnet und i» großen Organisationen zu- sammengeschlossen. Die Machtmittel der Staatsgewalt sind in ihrer Hand. Wirtschaftskrise und Teuerungsnot sind mit ihr im Bunde, das Proletariat niederzuhalten. Das organisierte Ka- pitalistentum und die durch die Kriegsfolgen bedingten Um- stände bilden einen Wall, eine Front gegen die Arbeiter- tlasse. Sie aber löst sich, wenn die Zstoskauer Pläne in Deutsch- land verwirklicht werden, immer mehr auf in kleine Haufen. Sie kämpft nicht geeint gegen den Feind, sondern zerrüttet die eigene Kraft, bildet täglich neue Gruppen, die sich morgen wieder verlaufen. Wütend rennen die Kommunisten Sturm gegen die Einheit der Gewerkschaften, und die Zersetzung der ll. S. P. wird auch die Auslösung der Gewerkschaftsbewegung nach sich ziehen, wenn erst die Anwendung der Moskauer Formeln auf die Gewerkschaften einsetzt. Das wird geschehen, sobald mit L.�- P-„reiner Tisch" gemacht worden ist. Die organisierte Konterreoulution aber über- Ichaut mit triumphierendem Frohlocken da« Trümmerfeld der revolutionäre» Kampskolonuen. Warum ist die deutsche Revolution für das Proletariat ohne Ergebnis geblieben, warum hat sie uns enttäuscht? Das Proletariat war nicht einig, es hat Fehler begangen, schwere politische Fehler. Den schlimmsten Fehler, den»«rheerendsten Irrtum aber würde es begehen, wenn es die Massenpartei der revolutionären Arbeiterklasse, die Unabhängige Sozialdemokratie. dem Zerfall anheimgeben wollt«. Wer die ll. S. P. D. zerstört, der nimmt der Arbeiterklasse den tl�ten kosten Halt, der schaufelt das Grab der deut- schen revolutionären Arbeiterbewegung, der deutschen Revolution. Wir können im Kampfe nur siegen als Massenbewegung, an deren Entscheidungen und Handlungen die Masse der Genossen mit offenem Blick, eigenem Recht und eigener Verantwortung teilnimmt, nicht als„kleine energische Minderheit", wie— nach dem Wortlaut.- der Moskauer Leitsätze— die Kommunistische Partei sie sein will und sein wird. Und wer der deutschen Arbeiterklasse die Bedin- gungen, Statuten und Organisationsformen der Kommunistischen Internationale aufdrängt, der zwingt sie zur Trennung von der Arbeiterschaft Englands und Frankreich», die die Bedingungen ablehnt: Proletarier, Männer und Frauen! Darum geht es in der Urabstimmung. Versäumt nicht den Gang zur Abstimmung, gebt euer Recht der Selbstbestimmung nicht aus der Hand. Entscheidet ihr für die Moskauer Bediagungen, so habt ihr znm letzten Male über euch entschieden. Zwan wird in Zukunft über euch bestimmt! Degen die Bedingungen stimmen, hxjßt nicht, gegen das russische Proletariat entscheiden. Die Bedingungen sind nicht der Wille der russischen Arbeiter, und Bauernklasse in ihrer Gesamtheit. Wer gegen die Bedingungen stimmt, stimmt für den revolu- tionären Massenkamps des deutschen Proletariats, für den So- zialismus, für die Verbrüderung mit der Arbeiterbewegung in Westeuropa, für die sozialistische Revolution der Welt, für ihre Vorlämpserin in Deutschland: Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei! Was ist heute die dritte Internationale? Die dritte Internationale ist gegenwärtig noch keine Internationale der Arbeiter k l a s s c, sondern die Jntcrnalionale einer Partei, der kommunistischen, die in allen kapitalistischen Länder« nur Splitter der Arbeiterschaft darstellt. Nur Mitglieder der Kommunistischen Partei werden in die dritte Internationale aufgenommen.(Punkt 17 der Anschlußbedingmigen.) Die dritte Internationale ist keine Zusammenfassung des revolutionären Proletariats der Welt, sondern eine Internationale der Spaltung der Arbeiterschaft. Die Mitglieder, die sich noch nicht zu der politischen Reife der Führer entwickelt haben, werden, statt sie zu erziehen, aus d�r Internationale ausgestoßen.(Punkt 13 der Bedingungen.) Der zweile Kongreß der dritten Internationale hat bereits erreicht: die Spaltung der revolutionären Arbeiterbewegung in Italien, Frankreich und Deutschland. Die dritte I ternationale erzieht die Arbeiter nicht zum revolu- tionären Denken, sondern verlangt von ihnen Kadavergehorsam. G. Sinowjew, der Borsitzende des' Exekutivkomitees, schreibt tn Nr. 1 der.Kommunistischen Rimdschan":.Wir bedürfen aber nicht einfach einer kommunistischen Partei, wir brauchen eine streng zeniralisierte kommunistische Partei, mit eiferner Disziplin, mit militärischer Organisation. Ja, mit militärischer!" Der Mllitarismus tn zeder Form tötet den Geist und hemmt das Handeln! Dle dritte Internationale ist also keine Internationale der Tat des Proletariats. Sie ist eine Internationale tatbereiter Führer, deren Handlungen wirkungslos bleiben müssen, da sie nicht von der Arbeiterschaft gestützt werden. Eine revolutionäre Internationale der Tat muß alle revolutionären Elemente der Arbeiterklasse aller Länder zusammenfassen— und nicht sie trennen. Eine rcvoluttonäre Internationale der Tat muß die Arbeiter zum revolntionären Denken und Handeln erziehen. Die Vorbedingung dazu ist die Meinungsfreiheit innerhalb der Arbeiterschaft vor dem Kampfe, eiserne Disziplin i m Kampfe und freie Kritik nach dem Kampfe. Eine revolutionäre Internationale der Tat darf nicht beherrscht sein von theoretischer Rechtbaberei der Führer, sondern hat sich leite» zu lassen von der Losung: revolultonäre Proletarier aller Länder vereinigt euch! DaS konnte die dritte Internationale werden. Sie kann es nicht sein nach ihren.Satzungen und Anschlußbedingungen. Die Entwicklung der revo'.uttonären Arbeiterbewegung, die wirk- same Unterstützung der russischen Revolution erfordern darum Ablehnung der Anschlutzbedingungen. Zu dem Beschlusie der Pretzkommisfion Die Redaktion der„Freiheit" hat zu dem Beschluß der Preß- kommisston vom Donnerstag in einer Weise Stellung genommen, die für sich allein schon eine Rechtfertigung dieses Beschlusses be- deutet. Die Redaktion beweist damit, wie wenig sie Kenntnis hat von der Stimmung weitester Parteikreise, nicht nur der Be- fürworter des Anschlusses an Moskau. Eine Redaktion aber, die einen derartig wesentlichen Mangel offenkundig werden läßt, kann nie und nimmer als Stimmenführerin der Berliner Partei? Mehrheit gelten. Und darum hätte die Mehrheit der Preßkommis- sion nur ihre Pflicht getan, wenn sie nur auf diese Tatsache ge- stützt die sofortige Neubesetzung der Redaktion beschlossen haben würde. Aber es kommen noch viele andere überwiegende Gründe hinzu: Die„Freiheit", das Organ der Berliner Parteigenos- s e n, mutz in erster Linie die Stimmung dieser Parteigenossen widerspiegeln. Das war nie der Fall. Deshalb wurde das Ber- langen nach einer Pretzkommission immer stürmischer. Die Preß- kommisston hat als Grundsatz für ihre Tätigkeit aufgestellt, ein Bindeglied zwischen den Parteigenossen und der Redaktion zu sein, mit der Aufgabe, letztere mit der Meinung unserer Partei- Mitglieder bekannt zu machen und dafür zu sorgen, daß diese in der Haltung unseres Blattes ihren Ausdruck finde. Die Preß- kommisston hat sich in endlosen Debatten bemüht, in diesem Sinne auf die Redaktion einzuwirken. Vergeblich. Die„Freiheit" blieb nach wie vor das Organ der Redakteure. Auch das Versprechen, im Meinungsstreit über den Anschluß an Moskau objektiv beide Richtungen abwechselnd zu Worte kommen zu lassen, wurde nicht eingehalten. Das ganze Blatt wurde auf die einseitigste, tendenziöseste Stimmung»- mache gegen Moskau eingestellt. Alle Bemühungen der Pretzkommission, durch Verständigung Wandel zu schaffen, blieben fruchtlos: alle Proteste wurden mißachtet. Die Pretzkommission, die die Stimmung der Parteigenossen ge- nau kannte, sah sich schließlich genötigt, ein scharfes Miß- trauensvotum gegen die Redaktion zu beschließen und sich an die Parteigenossen selbst zu wenden. Diese letztere Maßnahme war notwendig geworden, weil im Zentralvorstande gerade die Freunde der Redaktion die Einberufung einer Generalversammlung für Berlin-Brandenburg sowohl, als auch für Verlin abgelehnt hatten. Die Redaktion wolle sich also mit ihrer Beschwerde, daß ihr keine Gelegenheit zur Rechtfertigung gegeben worden sei, an ihre Freunde wenden. Es ist aber auch falsch, wenn sie sich beklagt, sie sei in den Distrikten nicht hinzugezogen worden, als dort über die Haltung der„Freiheit" bzw. über das Mißtrauensvotum der Preßkom- Mission verhandelt wurde. Der Beschluß der Preßkommission war jedem Freiheitleser bekannt. Die Redakteure brauchten sich also nur in die Distrikte, deren Versammlungen in der«Freiheit" an- gekündigt wurden, zu bemühen, wenn sie Wert darauf legten, ge- hört zu werden. Uebrigens aber mutet die Klage der Redaktion sehr sonderbar an, wo doch beinahe aus jeder Zeile der„Freiheit" die Mißachtung des Willens der Berliner Parteimehrheit spricht. Die Redaktion macht uns aber fernerhin zum Vorwurf, daß wir unserem eigenen Beschluß zuwider nicht abgewartet hätten, bis in allen Distrikten Stellung genommen worden sei. Das ist richtig. Aber auch hier erfüllte die Preßkommission nur ihre Pflicht. Hat nicht die Redaktion, seit das Mißtrauensvotum gegen sie beschlossen wurde, in herausfordernder, die Berliner Partei- Mehrheit geradezu verhöhnender Weise ihre Gegnerschaft gegen den Anschluß an die 3. Internationale schroffer denn je hervor- gekehrt? Es sei nur an die Elossierung des Telegramms des Exekutivkomittees und des Leninschen Briefes erinnert. Sollten wir dulden, daß Kampfgenossen in unserem Blatt auf die häß- lichste Art beschimpft und mit Schmutz beworfen wurden? Die allgemeine Empörung in den Kreisen der Parteigenossen, die darüber herrschte und die uns ganz genau bekannt, der Redak- tion anscheinend verborgen geblieben war, zwang uns zum Ein- schreiten. Wir durften aber auch nicht länger dazu schweigen, daß jetzt, unmittelbar vor der Wahl der Parteitagsdelegierten, unser Blatt zur ausschließlichen Stimmungsmache für die Anschluß- gegner mißbraucht wurde. Die Redaktion hat weiterhin den Artikel Rosenfelds„Diktai' der Diktaturgegner", der sich gegen einen, den Freiheitlescrn r bekannten Artikel Däumigs richtet, gebracht. Sie hat Trispie Polemik gegen die vorzüglich gelungene Böttcherfche Porträt: rung Trispiens aufgenommen, den Böttcherfchen Artikel, der i: im Original zugegangen ist, den Freiheitlesern vorenthalten. S; hat mit Ausnahme des Hesselbarthfchen Beitrags, nur noch A: fchlußgegner zu Worte kommen lassen, obgleich ihr noch mehrere Arbeiten der anderen Richtung seit längerer Zeit vorliegen. Un) so könnten unzählige Beispiele genannt werden. Berücksichtigt man diese Tatsachen, dann mutet es schon mel� als komisch an, wenn sich jetzt die Redaktion als verfolgte Un schuld hinstellen möchte. Das Maß ist eben voll. Eine solch Verhöhnung lassen sich die Parteigenossen einfach nicht gefallen und die Mehrheit der Preßkonimission erst recht nicht. Wir pro- testieren gegen die von der Redaktion betriebene, bewußt einseitige Stimmungsmache vor den Wahlen und die daraus sich er gebende Fälschung des Mehrheitswillens. Wir protestieren aber auch dagegen, daß das Blatt der Berliner Parteigenossen durch das frivole Spiel der Redaktion vollends ruiniert wird. Paul Schwenk, Obmann der Preßkommissio». * Genosse Schwenk stützt sich in seiner Darlegung auf du' „Stimmung weitester Parteikreise". Mit dem gleicher Argument haben im Jahre 1914 die Verteidiger der offizielle!' Kriegspolitik gearbeitet und es wurde ihnen mit Recht ent gegengehalten, daß die Führer einer Partei sich nicht wie ein steuerloses Schiff von der Stimmung der Massen hin und her schleudern lassen dürften, sondern daß sie den Mut Haber müßten, auch einmal gegen den Willen der Massen das zr sagen und zu tun, was im Interesse des proletarischen Vu freiungskampfes erforderlich fei. Nach diesem Grundsatz sind wir bisher verfahren und wir waren dazu umfomehr� bc rechtigt, als es eine feststehende Tatsache ist, daß„die S t i m- mung weitester Parteikreise" von einer Seite genährt wird. der es darauf ankommt, die Partei unter allen Umständen z: zertrümmern. Wenn die Anhänger des Moskauer Diktate darin ein segensreiches Werk erblicken, so ist das ihre Sach Wir folgen dieser Stimmung nicht, weil für uns die Eitu heit der Partei mit dem weiteren Schicksal der Arbeiterklass' eng verbunden ist. Außerdem sind wir bisher noch nicht au, die Moskauer Bedingungen festgelegt, sondern unsere Hgltuno wird vorgeschrieben durch das Leipziger Aktionsprogramm.. welches uns auf die Erhaltung und den Ausbau der Parte: ausdrücklich verpflichtet. Schließlich sei dem Genossen Schwer.: noch gesagt, daß die Resolution der Preßkommission in une nicht gerade den Eindruck bestärken konnte, als fei die über' große Mehrheit der Parteikreise gegen die„Freiheit". Den" die Resolution wurde mit 12 gegen 8 Stimmen bei einer Ent- Haltung angenommen. Daß wir die Moskauer„Kampfgenossen auf die häßlichst' Art beschimpft und mit Schmutz beworfen" hätten, ist einfaü nicht wahr. Wir haben leoiglich auf das Schreiben des Exe kutivkomitees und den Brief Lenins eine sachliche Antwort gegeben und die gegen führende Parteigenossen erhöbe nen, in jeder Weise haltlosen Angriffe aufs richtig-- Maß zurückgeführt. Wenn an diesem Vorgang etwas unerhör'. ist, so ist es das Verhalten des Genossen Schwenk, der es ab.- Parteifunktionär anscheinend nicht nur in der Ordnung findet wenn der Vorsitzende seiner Partei, Genosse C r i s p i e u und andere führende Genossen als„Kleinbürger" und„Verräter" bezeichnet werden, sondern euch noch verlangt, daß die Angegriffenen nicht in Schutz genommen werden dürfen. Da- ist allerdings für uns nicht nllr eine Parte t fr aPe.�vn- dern auch eine Ehar akterfrage. Und darüber leW-n wir eine weitere Auseinandersetzung ab. Auch über den Vorwurf der„bewußt einseitigen Stimmungsmache" sonnen wir mit Gelassenheit hinweggehen. Ge- nosse Schwenk möge sich nur einmal die Blätter s e i n e,r Rich- tung ansehen, z. B. die„Hamburger Volkszeitung". die einen sehr lehrreichen Aufschluß darüber ßibt, wo einseitige Stim- mungsmache bewußt betrieben wird. Esgibtinganz Deutschland kein Blatt, in dem beide Auf- fassungen in so umfangreicher Weise�zuni Auedruck gekommen sind, wie in der„Frei- heit"., L, Ruiniert wird die„Freiheit" nicht durch die Haltuno der Redaktion, sondern durch jene seit Jahr und Tag be- triebene gewissenlose Hetze von Personen, die unter dae schützende Dach der U. S. P. D. gekrochen waren, um sie zu untergraben und zu spalten, und die jetzt triumphieren, dag ihr unehrliches Doppelspiel von Erfolg gekrönt ist. Leisitzerwahlen zu den Gewerbe- und Kaufmannsgerichtem Das Arbeitsministerium meldet: Die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse seit dem Frühjahr d. I. hat dahin geführt, daß sich bei den Neuwahlen oer Beisitzer zu den Gewerbe- und Kauf- mannsgcrichten aus der in der Verordnung vom 12. Mai 1S2!) vorgesehenen Zuständigkeitsgrenze von 1b Ml) M. Schwierigkeiten ergeben haben. Das Rcichsarbeitsministerium bereitet daher eine Notverordnung zur Abänderung der Verordnung vom 12. Mai 1320 vor, in der die E i n k o m me n s g r e n z e erheblich heraufgesetzt werden soll. Es empfiehlt sich daher, die Wahl noch bis zum Inkrafttreten der neuen Verordnung hinauszu- schieben. Wahllokale zur Urwahl in Neukölln Wahlzeit heute von 10 bi» 1 Uhr mittag« 2äKrie4 Ii. 7 lllk. mit Frledenskautschiili 5 Satire sdirlbildie ßaiande. Zahnziehen wlt llettlubung bei Bestellung von Seblssen gratis. Kronen v. 30 n«. an 8p si.: Zflhne ohne Säumen. Kein» innuspreise. Zahn-Praxis Hatvanl» Oanslger StraS« 1. 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Deutslhes Tfiealer :>/, Uhr: Der Wrib.trufel 7'/, Uhr: Stella KWtnerspiele 2>/,Uhe: Biichje d. Panyara « Uhr: BrairdsiStte «roSes Echlmsptelhaus Aarlstraxe Z>/, Uhr: Danton (Nachm..Aht. 4, 6. Dorstellungi « Uhr: Jedermann (Bußcr Adonnement) Direkt.: Victor V-rnoto.ksß SU.: Fr-«Warrr»»<»rsvrrbr Heute bis Donnerstag TU Uhr: Das Gelübde (Kon.tkntln, Loos, Klöpfer, LlndJ Freitag 7 Uhr: Peer Gqnt Lonnabd. bis Montag 7>/, Uhr: Oos Grlllbdr DettW. Mftl.-Thellter 2 Uhr: Pygmalion. Allabendlich 7<>, Uhe: Sie Meldnugsrefle (tUoxAlteldlzrt,Irultottvstvrdsrs) Theater i. d. 2 Uhe: «Uhe: fflUaudoffM m. Elfe Aetna, Safner.Riemann, Brandt, Pröckl, Bchmer Montag: Erdgeist (Maria Orska, Albert Steinrück) Dieilstag Mirandolina Mittwoch: Erdgeist Donnerstag: Erdgeist Freitag: Miraadolina Sonnabend zum 1. Male: Rausch oon August Sieindberg (Maria Orsko, Aisred Abel esohanne, Rirmann, Frieba Richard, Rosa Vrldlkirch, fj-inj Sliedo, K.A.Römer, HugoBauer Werner Stein, Rndols IllngeeJ Sonnlag: Rausch Montag: Rausch Komödienhaus 2 Uhr: Der Bibrrpel, »Uhr: DrrgrmlltlichrAom» missar, Drr unrr» bittlichr Schutzmann, Slam ödianirnsirgr ... Max Pallenberg Berliner Theater »U. Wir«inst im ORai Täglich Uhr: Urtkt Aiass.r, al» Vera Lteseioein im Der lehte Walzrr Nettes Bolksthealer Köoenichee Str.«S. 3 Uhe: Rora TU Uhr: Der Vibrrprl; Nesideoz- Theater Heute 2 Vorstellungen i Nachm. 4Ubr halbe Preise: Die Freundin Abends»/«8 Uhr: Die Freundin Von Hermann Sudermann (Tilla Durieux, Toelle, Bildt, Albers, Dallentin) Trilmon- Thealer Heute 2 Vorstellungen: Nachm. 4 Uhr halbe Preise: 0«r Roman einer Frau «Ibenbs•/,« Uhr: Roman einer Frau (Ida Wüst. 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Die Gegner des Nnschlusses an die dritte Internationale haben Berge von Verdrehungen, unrichtigen Darstellungen und U wt-- stellungen gegen die Anhänger der dritten Internationale und die Anerkennung der„Bedingungen" zusammengetragen. Die Parteipresse steht zu vier Fünftel im Dienste der Gegner des An- fchlusses; mindestens 40 Parteizeitungen unterrichten Euch ein- feitig und suchen mit allen Mitteln Stimmung zu machen gegen die Wahl von Parteitagsdelegierten, die für den Anschluss und die Anerkennung der Bedingungen sind, lieber die dabei betriebene niedrige, persönliche Hetze, die Verleumdungen, hochnotpeinlichen Erklärungen und persönlichen Beschimpfungen gegen die Befür- worter der dritten Internationale gehen wir hinweg. Wir wer- den Euch nur klar sagen, was wir wollen, und richtigstellen, was die rechten Führer und die rechtsstehenden Partciblätter fälschlich behaupten. 1. Die Anschlußgegner behaupten, sie seien grundsätzlich für den Anschluß an die dritte Internationale, sie wollten lediglich die Bedingungen ablehnen. Dazu haben wir zu sagen: Während des Leipziger Parteitages lagen die Anschlußbedingungen noch nicht vor, trotzdem wandten sich damals die rechten Führer gegen den Anschluß an die dritte Internationale. Sie behaupteten damals, daß grundsätzliche Unterschiede zwischen der U. S. P. D. und der dritten Internationale bestünden. Heute, wo sie nicht mehr wagen, die Grundsätze der dritten Internationale offen zu verwerfen, behaupten sie, daß nur die Bedingungen das Hindernis des Anschlusses wären. Wenn aber diese Bedingungen nicht bestünden, so würden sie wieder andere Gründe vorbringen, um gegen den Anschluß zu arbeiten. In Wahrheit sind es grundsätzliche Unterschiede, die die rechten Führer zu Gegnern der dritten Internationale machen. Auf der Neichskonferenz hat der Genosse Crispien deutlich ge- sagt, daß der Augenblick für die Machteroberung nicht da sei, daß es die Aufgabe der ll. S. P. D. sei, die Volschewiki zu kritisieren, wie es die russischen Menschewiki wünschten. Auf derselben Reichs- konferenz hat der Genosse Ledebour es als eine Schufterei, als stockreaktionär bezeichnet, wenn die Linke den Gedanken aussprach. daß eine revolutionäre Regierung gegen den Ansturm der Konter- revolution und deren Weißgardisten mit den Mitteln der Gewalt und des Terrors verteidigt werden müßte. Die angebliche grundsätzliche Anerkennung der dritten Znter- nationale durch die rechten Führer läuft in Wahrheit auf die Ab- ficht hinaus, den Geist und die Grundsätze der dritten Internatio- nole zu verfälschen im sozial-pazifistischen Sinne. Während die rechten Führer noch von ihrer grundsätzlichen Anerkennung der dritten Internationale sprechen, arbeiten sie tatsächlich schon für die Bildung einer anderen vierten Internationale. 2. Die Gegner des Anschlusses behaupten, die Befürworter des Anschlusses seien die Knechte von Moskau, die die Bedingungen durchführen wollen, nur weil es Moskau will. Das ist falsch. Wir wollen die Bedingungen durchführen, weil uns die Verhältnisse in unserer Partei und vor allem die Sabotage der Parteibeschlüsse zur Durchführung einer straffen, zentralistischen -Organisation nötigen. Wir wollen die Bedingungen anerkennen, weil sie das enthalten, was wir schon vor ihrer Formulierung als innere Notwendigkeit für die Gesundung unserer Partei erkannt haben. 3. Die Gegner der dritten Internationale beschuldigen uns, daß wir die Bedingungen zu verheimlichen, abzuschwächen, zu ver- tuschen suchten. Wir haben dazu keinerlei Grund. Wir erklären vielmehr offen, daß in einzelnen Punkten die inneren Verhältnisse der U. S. P. D. noch schärfere organisatorische Maßnahmen erfordern. Wir wen- den uns aber mit Entschiedenheit gegen alle Versuche, in die Be- dingungen etwas hineinzulegen, was nicht darin steht. Wir reden offen über die Bedingungen, aber die rechten Führer fürchten, daß ihre Verdrehungen aufgedeckt werden. Deshalb haben sie es ab- gelehnt, ein Mitglied des Exekutivkomitees der dritten Inter- nationale einzuladen. 4. Die rechten Führer und die rechtsstehende Parteipresse wollen Euch vormachen, daß nach der Durchführung der Zentralisation die Mitglieder überhaupt nichts mehr zu sagen hätten. Das ist grundfalsch. Die zentralistische Leitung der Partei muß auf einem Parteitag gewählt werden und bleibt dem Parteitag verantwortlich. Im Rahmen dieser Verantwortung soll sie Voll- machten erhalten, wie sie der Kampf um die Durchführung der Dil- tatur, die staatliche Zentrglinstanz, Vollmachten erhalten muß im Nahmen ihrer Verantwortung dem Rätekongreß gegenüber. 5. Die Gegner des Anschlusses stellen die Behauptung auf, daß die Bedingungen die Auslieferung der Parteipresse an solche Ge- nossen forderten, die bisher schon Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands waren. Das ist eine grobe Verdrehung, und selbst Crispien hat auf der Reichskonferenz zugestanden, daß selbstverständlich nicht Partei- Kommunisten gemeint seien, sondern Genossen, die schon bisher auf dem Boden der Grundsätze der dritten Internationale ge- standen haben. Die Bedingungen und wir wollen, daß die Parteipresse einheit- lich im Geiste einer aktiven revolutionären Politik geleitet und so zu einer wahrhaften Waffe der Arbeiterschaft wird. Der Zustand, daß von 5ö Parteizeitungen mindestens vierzig gegen die in Leipzig anerkannten Grundsätze der Partei arbeiten, soll auf diese Weise beseitigt werden. 6. Die Gegner des Anschlusses behaupten, daß von einer illegalen Organisation überhaupt nicht geredet werden dürfe, weil sonst die Behörden die Partei strafrechtlich verfolgen würden. Durch diese Bemerkung will man nur vertuschen, daß die rechten Führer die illegale Organisation bisher vernachlässigt oder sabotiert haben. 7. Die rechten Führer und die rechtsstehende Parteipresse de- haupten, daß alle Mitgliedschaften, die aus Einzelbedenken gegen die Bestimmungen stimmen, ausgeschlossen werden sollen. Das ist eine bewußte Irreführung. Es heißt ausdrücklich in den Bedingungen, daß solche Parteiangehörige, die die von der Kom- munistischen Internationale aufgestellten Bedingungen und Leit- sähe grundsätzlich ablehnen, auszuschließen sind, d. h.: Ausgeschlos- sen sollen diejenigen weiden, die entweder grundsätzlich gegen die Durchführung einer straffen Zentralisation sind oder die sich grund- sätzlich gegen die Anwendung der revolutionären Gewalt gegen die gegenrevolutionäre Gewalt, oder die sich grundsätzlich gegen Klassenkampf. Diktatur und Rätesystem aussprechen, also unser Leipziger Programm bekämpfen. 8. Die Gegner des Anschlusses stellen die Behauptung auf, daß die Bedingungen von deutschen..Parteikommunisten" veranlaßt worden seien, um die Partei zu spalten, daß sie nur für Deutsch- land gelten und zum Beispiel für Frankreich nicht, so daß Moskau«in Doppelspiel betreibt. Wahr ist. daß diese Bedingungen, wie das Exekutivkomitee der 3. Internationale es ausdrücklich bestätigt, für alle Parteien gelten, sowohl für die, die der 3. Internationale bereits ange- schlössen sind, wie für die, die ihr erst beitreten' wollen. Sie gelten also auch sür die französischen Sozialisten. Und veranlaßt sind sie durch die dauernde Vedenklichkeit der rechten Führer und durch ihre zaudernde Politik. g. Es wird behauptet, daß nach den Bedingungen die deutschen Arbeiter ihre Taktik nicht mehr selb st bestimmen könnten, sondern alles von Moskau diktiert er- halten würden. In den Bedingungen heißt es in Punkt lb ausdrücklich: „Dabei müssen selbstverständlich die Kommunistische Internatio- nale und ihr Exekutivkomitee iiftihrer gesamten Tätig- keit den verschiedenartigen Verhältnissen Rechnung tragen, unter denen die einzelnen Parteien zu kämpfen und zu arbeiten haben und Beschlüsse von allgemeiner Gültigkeit nur in solchen Fragen fassen, in denen solche Beschlüsse möglich sind." Es ist also klar, daß in lebenswichtige» Fragen die Kampfbe- dingungen jedes Landes in Erwägung gezogen werden müssen, wie es der gemeinsam« Kampf der revolutionären Arbeiterschaft aller Länder gegen das gemeinsam handelnde und einheitlich ge- führte Kapital erfordert. Die Autonomie der einzelnen Länder wird nur soweit eingeschränkt werden, wie es die Gemeinsamkeit des Kampses erfordert. 10. Die Gegner des Anschlusses behaupten, durch den Anschluß an die 3. Internationale würde der Putschismus in Deutschland gefördert. Wahr ist vielmehr, daß der Anschluß an die 3. Internationale erfordert, daß die deutsche U. S. P. D. eine planmäßige, aktive, revolutionär« Politik betreibt, nicht wie bisher hinter den Massen herläuft, sondern den Angriff aus die Macht- stellung des Gegners organisiert und wirklich führt. 11. Die rechtsstehenden Führer und die rechtsstehende Bartei« presse behaupten, die 3. Jntemationale und die Anhänger der 3. Internationale in Deutschland wollten die deutschen Arbeiter in einen Krieg mit Frankreich treiben. Das ist nicht wahr. Wir sagen den deutschen Arbeitern ledig- lich. daß der revolutionäre Kampf seine Grenzen nicht in den Verträgen der bürgerlichen Staaten findet. Unsere Aktion richtet sich gegendie deutsche Regierung und noch nicht gegen den Vertrag von Versailles. Wir sagen aber, daß wir mit der Möglichkeit eines Angriffes der französischen Im» p e r i a l i st e n rechnen und wir uns darauf vorbereiten müssen. 12. Die Gegner des Anschlusses behaupten, wir wollten durch die Verhinderung der Munitions- und Kriegs- transporte durch Deutschland einen Krieg mit Frank- reich provozieren. Das ist unwahr. Die Differenz zwischen uns und den rechten Führern in der Kontrollfrage ist, daß wir eine aktive und agressive Politik gegen die deutsche Regierung betreiben wollen, während sie einen mit derselben deut- schen Regierung geschlossenen Pakt in der Frage der Transport- kontrolle dulden und billigen. 13. Die Gegner des Anschlusses behaupten, daß es eine I l l u- s i o n sei, Hoffnungen auf die Weltrevolution zu setzen. Der grundsätzliche Gegensatz ist: Die rechten Führer wollen jede revolutionäre Aktion in Deutsch» land von der Gestaltung der revolutionären Situation in den westlichen Ländern abhängig machen. Sie wollen die Weltrevo- lution nicht vorantreiben, sondern warten, bis die Welt- revolution den deutschen Arbeitern hilft, das heißt, sie wollen die Hände in den Schoß legen und nichts tun. 14. Die Gegner der 3. Internationale behaupten, die deutsche Arbeiterschaft müsse sich eher mit den englischen als mit den russischen Arbeitern zusammenschließen, da der Schwerpunkt der Revolution in England liegt. Das ist grundfalsch. Sowjct-Rußland ist heute die stärkste Position der Weltrevolution, die deshalb durch den Zusammen- schluß der deutschen und der russischen Arbeiter verteidigt und aus- gebaut werden muß. Das erfordert den sofortigen Anschluß an die 3. Internationale. IS. Die rechten Führer und die rechtsstehende Parteipresse be- haupten, daß die Anhänger der 3. Internationale die Partei spalten wollte». Das ist eine pharisäische Lüge. Tatsache ist, daß die Linke der Partei bisher den Kampf um die Partei innerhalb der Partei geführt hat und daß sie nicht spalten, sondern die Parteitagsmehrheit erobern will. Dagegen steht fest, daß die rechten Führer fNobert Dißmann, Simon, Crispien) bereits auf dem Leipziger Parteitag mit der Spaltung der Partei gedroht Haben, daß sie nachher gegen Parteibeschlüsse öffentlich zur Sabotage aufge- fordert haben, daß sie in Berlin und im Reich bereits o r- ganisatorische Vorbereitungen zur Spaltung der Partei treffen, wenn sie auf dem Parteitag in der Minderheit verbleiben sollten. Sie fordern jetzt schon dazu auf, Mitgliederlisten und Kassen nicht der Mehrheit auszuliefern. Wer will also die Partei spalten? 16. Dieselben Pharisäer behaupten weiter, wir wollten die Ge- werkschaften zerschlagen. Auch das ist eine gröbliche Unterstellung. Die 3. Internationale fordert lediglich, daß Fraktionen gebildet werden in den Eewcrl- schaftcn, um die Gewerkschaften zu revolutionieren, eine Maß- nähme, die bisher von den Mitgliedern der U. S. P. D. in der Praxis schon betrieben worden ist und bei der einer der lautesten Schreier gegen die 3. Internationale, Robert Dißmann, voran- gegangen ist. Nicht die Spaltung, sondern die Eroberung der Gewerkschaften ist unser Ziel. Was wir wollen: Wir wollen, daß die Partei sich bekennt zu den Grundsätze� der 3. Internationale. Wir wollen, daß die Partei eintritt als Glied in die Front der für die Weltrevolution kämpfenden Parteien der 3. Internationale. Wir wollen, daß die Partei praktische Solidarität übt gegen Sowjet-Nußland nicht nur in Worten, sondern in Aktionen. Wir wollen, daß die Partei eine entschlossene, aktive, revolutionäre Politik in Deutschland betreibt nicht nur mit Worten, sondern mit Taten. Die Utopie in der Wirklichkeit Eine Friedensnovelle. tlj von August Strindberg. -- Gewiß—, antwortete der Engländer.— Unsere Königin hat das Recht. Croquet zu spielen und Ball zu schlagen, aber in die Politik darf sie sich nicht mischen!— ...— Doch die Kriege! die Kriege; werden die jemals auf- hören?— wandte der Spanier ein. Wenn das Weib Stimmrecht bekommt, werden die Ar- meen reduziert werden—, sagte Herr von Bleichroden.— Nicht wahr, Frau?— Frau von Bleichroden nickte beifällig. — Denn—, fuhr Herr von Bleichroden fort,— welche Mutter will ihren Sohn, welche Frau ihren Mann, welche Schwester ihren Bruder in diese Schlachten ziehen lassen! und wenn es niemand gibt, der die Menschen gegeneinander Aufreizt, dann wird der sogenannte Rassenhaß verschwinden. Der Mensch ist gut, aber die Menschen sind böse, meinte unser Freund Jean Jacques, und er hatte Recht. Warum sind die Meiischen hier in diesem schönen Lande friedlicher? Warum sehen sie vergnügter aus als anderswo? Sie haben nicht taglich und stündlich diese Schulmeister über sich; sie wissen, daß sie selbst bestimmt haben? wer sie regieren soll; sie haben vor allem so wenig zu beneiden und so wenig, das sie verletzt. Keine königlichen Gefolge, keine Wachtparaden. keine Galavorstellungen. bM denen der schwache Mensch ver- sucht wird, das Geputzte, aber Unwahre zu verehren. Die Schweiz ist das kleine Miniaturmodell, nach welchem das Europa der Zukunft aufgebaut werden wird!— — Sie sind Optimist, mein Herr—. sagte der Spanier. — Ja—. sagte Herr von Bleichroden,— früher Pessimist. — Sie glauben also—, fuhr der Spanier fort, daß das, was in einem kleinen Lande wie die Schweiz geht, bei drei Millionen Menschen und nur drei Sprachen, in dem ganzen großen Europa gehen kann?—, Herr von Bleichroden schien von Zweifel erfaßt zu werden, als eine von den Tirolerinnen das Wort nahm. — Verzeihen Sie. Herr Spanier—, sagte sie.— Sie zweifeln daran, daß dies für Europa mit seinen sechs oder sieben Sprachen gehen wird. Das Experiment ist zu kühn, meinen Sie, bei so vielen Nationalitäten! Aber wenn ich ein Land nennen würde mit zwanzig Nationalitäten: Chinesen, Japaner. Neger. Rothäute und alle Nationen Europas in einem Lande gemischt: das wäre ja das Erdball- reich der Zukunft! Nun, ich habe es gesehen, denn ich war in— Amerika!— — Bravo—, sagte der Engländer,— der Herr Spanier ist geschlagen.— ~— Und Sie, Herr Franzose—, fuhr die Tirolerin fort,— 'Sic trauern über Elsaß-Lothringen! Ich sehe es! Sie halten einen Revanchekrieg für unvermeidlich, denn Sie glauben nicht, daß Elsaß-Lothringen deutsch bleiben kann. Sie glauben, Sie stehen vor einer unlösbaren Frage!— Der Franzose seufzte zustimmend. — Nun, wenn Europa wird, was Herr von Bleichroden Schweiz nennt, ein Staatenbund, dann wird Elsaß-Loth- ringen weder französisch noch deutsch, sondern es wird ganz einfach— Elsaß-Lothringen! Ist die Frage dann gelöst?— Der Franzose erhob artig sein Glas und dankte mit einer Neigung des Kopfes und einem wehmütigen Lächeln. — Sie lächeln—, fing das mutige Mädchen wieder an,— wir haben zu lange gelächelt, das Lächeln der Verzweiflung, des Mißtrauens, tun wir das nicht mehr! Sie sehen ja uns alle hier aus den meisten Ländern Europas! Zwischen Glas und Wand, wo keine Erinser uns hören, da können wir sprechen, was unsere Herzen denken, aber in der Volksver- sammlung, in der Zeitung, im Buche, da sind wir feige, da wagen wir uns nicht dem Lächeln auszusetzen, und so folgen wir dem Strom! Was hilft es schließlich� zu grinsen? Das Grinsen ist die Waffe der Feigheit! Man ist bange um sein Herz! Ja, es ist schlimm, seine Eingeweide an der Ladentllr zu sehen, aber die von andern auf dem Schlachtfeld liegen lassen, während Musik und Blumenregen die Rückkehrenden und Einziehenden erwarten, das ist schön! Voltaire grinste, weil ihm noch um sein Herz bange war, aber Rousseau schnitt sich lebendig auf, riß das Herz aus dem Brustkasten und hielt es gegen die Sonne, wie die alten Azteken, wenn sie opferten — o! sie hatten doch einen Gedanken in ihrer Raserei!— Und wer hat die Menschheit umgeschaffen, wer sagte uns, daß wir auf unrechtem Wege waren? Rousseau! Genf, dort hinten, verbrannte seine Bücher, aber das neue Genf hat Rousseau ein Denkmal errichtet. Was wir und alle hier im stillen denken, das denken alle im stillen! Gebt uns nur Freiheit, es laut sagen zu dürfen!— Die Russen erhoben ihre schwarzen Teegläser und schrie« in ihrer Sprache Worte, die nur sie verstanden. Der Eng- länder füllte sein Glas und wollte einen Toast halten, als das Dienstmädchen hereinkam und ihm ein Telegramm über- gab. Das Gespräch stockte einen Augenblick, und der Eng» länder las mit sichtbarer Bewegung sein Telegramm, danO steckte er es wohlgefaltet in die Tasche und versank in Ge- danken. Das Diner näherte sich seinem Ende und es dämmerte draußen. Herr von Vleichroden saß still da, in die Betrachtung der wunderschönen Landschaft draußen vertieft. Der Moni Erammont und die Denk d'Oche wurden von dem letzten Rot der untergegangenen Sonne schräg beleuchtet, das die Weinberge und Kastanienhaine am Savoyer Ufer rosa färbte; die Alpen schimmerten in der feuchten Abendluft und schienen aus demselben luftigen Stoff gemacht zu sein wie das Licht und. die Schatten; sie standen wie unkörper- liche hohe Naturwesen da, dunkel und finster auf der Ruck- seite, drohend und düster in den Klüften, aber auf den Vorderseiten, die sich der Sonne zuwandten, licht, lächelnd. sommerfroh! Er dachte an die letzten Worte der Tirolernt, und er glaubte in dem Mont Erammont ein kolossales Herz mit der Spitze gen Himmel zu sehen, das dampfepde, ver- wundete, narbige, bluttriefende Herz der ganzen Menwmeir. das sich in einer einzigen großen Opferung gegen die Sonne wandte, um alles zu geben, das Beste, das Teuerste, um alles zu bekommen.. Da wurde der dunkle, stahlblaue Abendhimmel von elnem Lichtstreifen geschnitten, und über den niedrigen llferstreifen von Savoyen stieg eine Rakete von ungeheurem Kailoer, stieg hoch, scheinbar so hoch wie die Dent d'Oche; sie sta balanzierte, als sähe sie sich auf der schönen Erde unten, ehe sie krepierte: es dauerte einige Sekunden, und dann gann sie die Niederfahrt; doch sie war noch nicht viele M. weiter gekommen, als sie mit einem Knall explodierte, nach einigen Minuten erst Vevey erreichte; und nun«m faltete sich eine große weiße Wolke, welche e-ne viereckige. rechtwinklige Form annahm, ein Flaggentuch m weiß Feuer, und einen Augenblick nachher ertonte noch em och£. und auf dem weißen Tuche zeichnete sich ein rotes Kreuz a-. (Schluß folgt.) Wir wollen, dah die Partei offen erklärt, daß sie entschlossen ist. der gegenreoolutionären Gewalt die revolutionäre Ge- walt entgegenzusetzen. Wir wollen, daß die Parteiorganisation in zentralisti- schein Sinne umgestellt wird, um die Partei kämpf- kräftig zu machen für die bevorstehenden Aktionen. Wir wollen, daß die Parteitagsbeschlllsse von Leipzig in die ■rat umgesetzt werden. Wir wollen deshalb dteAnerkennungderGintritts- b e d i n g u n g e n in die Z. Internationale. Für eine einheitliche, geschlossene, kampfkräftige und kampfent- schlosscne revolutionäre Partei d« Z. Internationale in Deutsch- land!'' Für die deutsche, für die Weltreoolutionl Es lebe die Z. Internationale! Ernst Säumig. Walter Etoecker. Hauptberufskonferenz der freistehenden Musiker Der Deutsche Musikerverband hielt tn den letzten Wochen tn Berlin seine Haupiberufskonferenzen(Orchester», Ensemblemusiker und Frei» stehende) ab. Diese Konferenzen sollten richtunggebende Leitsätze für den im Februar nächsten JahreS stattfindende» Berbandstag auf- stellen. Ganz besonders wichtig für die Dentsche Musiterschaft war die Hauptbcrufskonferenz der freistehenden Musiker. Diese Musiker haben am schmerzlichsten unter der Militär- und Beamtenkonkurrenz, bezw. der Konkurrenz der Doppelberuflichen zu leiden. Eine Besser- sielluug dieser Gruppe der Zivilmnsiker mutz naturgemäst eine Besserung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der übrigen Musiker zur Folge haben. Deshalb sind die auf dieser Berufs- gruppenkonferenz beschlossenen nachstehenden Richtlinien und Eni- schließungen für die Musikcrschast von großem Wert. l. Die Neichöbcrufskonferenz der Freistehenden Musiker dcS D. M. B. erhebt schärfsten Einspruch gegen da» nneiugeschräukte gewerbliche Spielen der Militär- nnd Beamtenmustkcr. Tausende von Zivil- musikern sind durch Arbeitslosigkeit, verursacht»um großen Teil mit dnrch den geschäftlichen Wettbewerb der Beamten- und Militär- musikcr, gezwungen gewesen, sich anderer gewerblicher Beschäftigung zuzuwenden oder die Erwerbsloseuunterstützung in Anspruch zu nehmen, während die Lohnvcrhältnisse der Soldaten und Beamten nach der jüngst erfolgten Regelung diesen doch mindestens die Auf- rechterhaltung der Existenz sichert. Die Konferenz nimmt mit Be- fremden davon Kenntnis, daß dl« Verhandlungen des Verbands- Vorstandes mit den Behörden und den Vertretern der Militärmusiker bisher infolge des Verhaltens dieser' Stellen noch zu keinem greif- baren Ergebnis geführt haben. Der Verbaudsvorstand wird dringend ersucht, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln, gegebenenfalls durch Aufrufung der gesamten Arbeiter- und Angestolltenfchast. auf dle Beseltignug des rücksichtslosen Wettbewerbes der Beamten- und Militärmusiker hiozuwirkeu uud den ZtvilberufSmusikcrn das erste Anrecht auf die vorhandenen musikalischen ArbcitSgelegenhctleu zu sichern. DaS allgemeine Spielverbot der Beamten ist unbedingt aufrecht zu erhalten und auf die Angehörigen der Reichswehr und der Sipo auszudehnen, soweit die selbständige Annahme von Musik- auftragen tn Frage kommt. Die Regelung der Arbeitsverhältntsse Im Musikerbcrnf ist allein Anfgabe der Musikcrorganifatton, die durch Einwirkung auf die Gesetzgebung und durch tarifvertragliche Vereinbarungen den Arbeitsnachweis so auszugestalten hat, daß jeder unzulässige Eingriff von unorganisierten Außenseiteru unter- Kunden wird. II. Die LiauptberusSkonserenz der Gruppe lll(Freistehende) hält eine möglichli einheitliche Regelung der gesamten Grwerbsverhältntsse der freistehenden Musikcrschast für unbedingt notwendig. Es sind daher M a» t e l t a r t f v e r t r ä g e für das ganze Reichsgebiet an- zustreben. Solange die Vorbedingungcn für Reichstarife nicht ae- geben sind, sollen nach einheitlichen Grundsätzen aufzustellende Be- zirks- bezw. Kcetsmanteltarise zur Turchfiiyriing gebracht werden. Insbesondere ist anzustreben: I. Abbau des Ristkogcsckäftes dnrch Einführung fester Lohnsätze. 2. BrsctligNttg des ZwischcnmeistertumS: der Lokalinhaber hat die Verträge zu tätigen und die verstcherungsrechllichen Pflichten zu er- füllen, 3. Einführung paritötsscher Arbeilsnachweis« und die ausschließliche Inanspruchnahme derselben bei Bedarf an Mnsikern; 4. eine Regelung der Arbeilszeit und Arbeitspausen, namentlich bei Tanzmusiken. Von Regierung und Reichstag wird gefordert: l. Ausmerzuvg der Begriffe«höheres Kunstintercsse' und ,,Or- chestcrmitgliedcr" auS der gesamten Gesetzgebung; S. Beseitigung jeder gewerbliche» sowie privaten Stellenvermittlung und gesetzliche Regelung dcS Nachwcisivesens unter Mitwirkung der Musikerorgantsation. Streik im Ieitungsgewerbe Seit Sonnabend morgen bestuden ssch die Angestellten der Berliner ZellnngSbetriebe im Sireik. Gearbeitet wird nur noch tn einigen Betrieben der rechtsstehenden Presse von Angestellte», die den gelben bürgerltchiti Verbänden angebören. Von denen war ja auch nichts anderes zu erwarten. Die Stimmung der Streikenden Ist ausgc- zeichnet. Vor allem deswegen auch, weil schon restlose Bewilligungen der Forderung:« der Angestellten zu verzeichnen sind. Von der gesamten Arbeitnehmcrschaft Groß Berlins muß erwartet werden, daß sie die Streikenden durch vollste Solidarität unterstützen. In welcher Weise dicS geschieht, wird jeder freigewerkschastlich Tenkende selbst wissen. Montag, den 4. Oktober er., mittags 2 Uhr, findet im Lehrer Ver- einshaus. O., Alexanderstraße 40/41, eine große Versammlung der Strclkenden statt. Jeder Streikende halte sich bereit, es werde» wichtige Mitteilungen gemacht und Beschlüsse gefaßt werden. Afa, Ortskartell Groß-Berlin. Die Zentralstreillettung. Streik der Schildermaler Groß-Berlins Nach 1'/, jähriger Pause sehen sich die Schildermaler Verlius. veranlaßt, durch die Starrköpfigkeit der Unteruehmer, in den Streik zn treten. Seit dem!S. Juli i920, dem Ablaufstage des bisherigen Tarifvertrages, war bis heute, trotz Berhandlunien vor dem Echlichtungsausschuß Groß-Berlins, sowie dem Dewobilmachungs- kommissar, vnc Einigung nicht zu erzielen. Die Unteruehmer haben sich unter Anßerachilassung jedes sozialen Empfindens vcranlabt gesuhlt, die Löhne ganz empfindlich abzubauen. Dem Schiedsspruch des EchlichtungSanSschoffeS Groß-BerlinS, der 6,50 M. Stundenlohn erkannte, bisher 5,75 M. für Schildermaler nnd die bisherigen Zuschläge, lehnten die Unteruehmer ab, io daß ewe Verhandlung vor dem Demobilmachuugikommtssar erforderlich wurde. Dieser hielt eine VerbindlichkeilSerklärung im öffentlichen Interesse nicht für not- wendig, weil der Spruch deS SchlichlungsauSschusseS nicht den Gründen der allgemeinen Billigkeit entspräche. Zu bemerke» ist noch, daß die Verhandlungskommission der Schildermaler iru Interesse des vielgepriesenen WirlschaftSfriedens bis auf 6,25 M. heri'nterging, und selbst der Vorschlag deS DemobilmachungSkom- mlssarS, 6,10 M. festzusitzen, scheiterte an dem krassen Herrenstand- punkt der UderRchmer, der dadurch dokumentiert wird, daß einzelne Firmen, darunter einige große, die Forderungen, der wirtschaftlichen Notlage entsprechend recht minimale, sofort bewilligt haben; jeder Einigunasvcrsuch wurde zuschanden gemacht. Wir, rufen nun die werktätige Bevölkerung Berlins, sowie die Geschäfts« inhaber auf. uns in diesem aukgezwnnaenen Kampfe kräftig zu unler» stützen. Schildermaler, die bei Ausübung ihres Berufes angetroffen werden, müssen sich dnrch AnSwetS, nnterzetchvet von der Streik- lettung. ausweisen. Streiklokai: Restaurant Wollschläger, Berliu SQ., Adalbertfir. Sl. Telephon: Moritzplatz 10107. Verband der Porzellan-Arbeiter, Abt. Schildermaler. Achtung, Delegierte zum Betriebsrätekongreß! Das Kongreßbnreau befindet sich Haseuheide 108/114 im Etablissement Neue Welt und ist am Montag, de« 4. Oktober lOSO. von morgen? g bis 5 Uhr abends geöffnet Die Delegierten werden ersucht, während dieser Zeit den Umtausch der Mandate gegen die Delegiertenkarte vorzunehmen. Eine besondere Mitleiluug über LogiSbeschaffung an elnz lue Delegierte ergeht nicht. Die Wohnungskarta wird, soweit ein Logis beanlragl ist. den Delegierten mit der Delegiertenkarte ausgehändigt. Die Delegierten, welche am Sonntag in Berlm eru- treffe», melden sich im Gewerkschaflshause, Engelufer 16, Saal 3, um dle Telegterlenkarts und den LoaiSauswei« in Empfang zn nehmen. Die vei Handlungen des Kongresses beginnen am Dienstag, den 5. Oktober, varmitrags 10 Uhr. Der EmpfangSabend ist Montag, t e» 4. Oktober, abends 7 Uhr Saaleröffnung 6 Uhr. Tie Delegiertenkarte berechtigl zum Eintritt deS EmpfaugSabendS. Der geschäftSsührende Ausschuß der gewerkschaftlichen Betriebsräte- zentrale des A.D. G.B. und der Afa: Brolat. Nörpel. An die Angestellten Groß-Berlins Am 5. und 6. Oltobcr d. Js. findet i» Berlin der erste Deuksche Betriebsrätekougreß statt. Am Montag, den 4. Oktober d. Js.. abends 7 Uhr, solle« im großen Fensaal der.Neuen Welt". Hasenhetde 108/114. im Nahmen eines Einpsangsgbends die erschienene» Delegierten begrüßt werden. Es ist Pflicht der freigewerkschaftlich organisierten Angestellten Groß- Berlins, vor allem den auswärtigen Delegierien zu zelgen. daß sie dem Kongreß sowohl, wie auch ihren Teilnehmern, besondere? In- ieresse entgegenbringen. Es muß deshalb erwartet werden, daß der Empfangsabend von den Angestelllen. vor allem also von den Mit- gliedern der Afa-Berbände besucht wird. Karten für diesen Emp- fangSabend sind au, Montag, den 4. Oktober, in der Zeit von morgens 10 6:8 4 Ubr nachmittags nnd von 5 bt» 7 Uhr abends in unserer Ceschä'tssiclle, SW. 61, Belle- Alliance-Straße 7/10 lll. zuhabe«. Afa, Ortskartell Groß-Berlin. Bodcnleger und Bohaer! Der Bohnermeister Herr Bölke. Alt- Moabit 14. hat für das Kaufhaus Wertheim Vohnerarbelten ver- richtet. Herr Bölke stand mit dem Deutschen Holzarbeiter-Ver- band in einem Vertagsverhältnis. Die lestgesetzten Lohne zahlt Herr Bölke nicht. Die Arbeiter erhielten den Hungerlohn von 3— bis 3,25 Mark per Stunde bei sechsstündiger Arbeitszeit. Als dieselben den mit der Organisation vereinbarten Lohn bean- spruchten, wurden die Arbeiter entlassen. Der Betrieb ist jprucyten, wuroen Die Arbeiter enuaiicn. aj e t« c 4 1 1 c u deshalb für Bodenleger und Bohner gesperrt. «Äl§er-mmelmztr. ss UtkliK£ Effie Spandanersfr. Bevor neue Preissteigerungen eintreten, biete ich ant Kerren visier S?S.% 1075.- iaerr.-Paiesots«. 850.% 950.- Mg!.- visier m 150.- �773.- Herrcn- Anzöge M. 285. dl, M. 1250.- Kerren Anzüge w.« M. 1160. du M. 1450.- jüngi. Anzüge M 225. m. 805.- Kssen....... M.91.- M. M.575.- Ssmen- n. Saeittiseü ttüviei DUAonal- nnd Haiuch- AC bl<, rr\f\ stoffe............ M. y9.— M. 1 3UV/.— So. A»*d"T? 11 50. bMta 1 450- Kam«ostOme �150 �550 flO.»'Ä�825.- m" 1650.- Darnen.«Seite« 30.-% 475.- Kamen Sinsen* 10.-% 350- Kssnen u. Bachflselt'Won- WClÖCT. a225.-i-.Ml550.- Vorzüglicho Stoffqu alitäten/ Neueste Formen/ Grolle Auswahl eistet zur Leitung einer Fabrik für Ovalrahmen, für Wien gesucht. Hoher Lohn, freie Wohnung, Beleuchtung und Beheizung. Bezug aus- reichender Lebensmittel wird garantiert. Reife- und Uebersiedlungskoften werden vergütet.— Zuschriften unter„Dauerstellung Nr. 778« an die Expedition dieses Blattes. ......................................... t.i.is Annahm« I« allen Kpedittan ende» Verlages Kleine Anzeigen Das Ueberschriftarnort 2.— SM».» ßede««vettere Wart im Text 1.50 SUk. nett». Stellungegesache: Neberschriftamart 1�0 SNK.» jedeo«eitere Wort im Dext 1�— SNd. 'Amaitm Kreuzfllchse! Rotfüchse 120,— Dlasks-. Vlaufüchs«lS0»-,imtt. Skunk? kragen 17S.—, Silber- fuchse, �tibfüchse, alle Pelzanen außerordentlich billige Sommer- preise. Keine Lombardware, Leihhaus, Köpenicker Str. 124. �Oardinen, Store», Künstler- ßarnitnren, Meterware, Mull- «ardinen, preiswert. Land»- erger Strafe IS. ÄnsnahmesÄoche. Reste für �üchengardinen 27.—, 36«—. Stubengardinen 68.—, 85.—, 120.—, 165.—, Bettdecken 45.—, 75.—, 125.—. 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September hielt der Verband eine gutbesuchte Ver- sammlung ab, in der u. a. auch Delegationen der verschiedenen Heilstätten und Heimstätten anwesend waren. Besonders Klage wird geführt von der Delegatron von Buch. Es wurde beschlossen, da Einstimmigkeit darüber herrschte, datz alle Behörde» in dieser überaus ernsten Sache durchaus ver- sagen, am 6. Oktober in den Andeassälen eine öffentliche Ver- sammlung stattfinden zu lassen, in der Reichstagsabgeordneter Ec- nosse Dr. Julius Moses über das Masfensterben bei den Tuber- kulosen infolge von Krieg und Unterernährung sprechen wird. Ein- geladen zu dieser Versammlung sind die Vertreter der Schul- deputation, der Landesversicherung, der Arbeitnehmer-Veisitzer, der Versicherungsbehörden, der Gemeinden und der Presse. Es wurde eine große Zahl von Zuschriften bekanntgegeben, wo- raus u. a. hervorgeht, daß verschiedentlich die Wahl von Patienten- räten in den Heilstätten mit der Motivierung abgelehnt wurde, um den Patienten nicht die Gelegenheit zu geben, sich immer nur über die Aerzte, Schwestern und mangelhaftes Essen usw. zu be- schweren. Auch ein Grund, das Beschwerderecht der Patienten illusorisch zu machen._.,. Vom Vorsitzenden wurde an Hand dieser Tatsachen dwrauf h,n- gewiesen, daß gerade deshalb die Notwendigkeit besteht, daß die Lungen- und Tuberkuloseerkrankten sich fest zusammenschließen müssen, um ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und vor- wärts zu treiben. Deshalb muh die Verbindung mit den Heil- stätten viel intensiver zur Durchführung koknmen. Alle Anfragen sind zu richten an den ersten Vorsitzenden Paul Hennig, Berlm NW 87, Wiclefstr. 36. Ausbau der städtische« Gewerbeschule Charlottenburg Die bisher zweisemestrige Tagesklasse für Maschinenbauer wird mit Beginn des Winterhalbjahres zu einer vurjemestrrgen ausgebaut Das Ziel dieser Abteilung ist die Heranbildung von Lei- tern und Betriebsbeamten für gewerbliche Anlagen, Fabrikbetriebe usw. nach dem Plan einer Betriebsfachschule. Voraussetzung für die Aufnahme ist entweder Reife für Obersetunda und mindestens zweijähriger Praxis oder, falls das Reifezeugnis nicht beigebracht werden kann, mindestens vierjährige Praxis und Nachweis einer guten Allgemeinbildung. Bevorzugt werden in beiden Fällen Be- werber mit längerer Praxis. Außerdem haben sich die Bewerber Salvarsanschiebunge« in Hamburg. Wie wir erfahren, ist es der UebcrwachungSabteilung deS Reichs- fchatzministcriums gelungen einem gröbcrem Salvarsauschmuggel Hamburg auf die Spur ,u kommeu. Das Heilmittel wurde von einem �ckieberkonzern tn größeren und kleineren Dose« nach dem AnS- land. nach den skaudmavischeu Ländern und nach Holland ausgeführt. Es gelang eine Anzahl von Personen, d,e auf falschen«uslaudS- pässen reisten, festzunehmen uud ciuen Teil der Ware zu beschlag- nahmen. Gewisse Sparen deuten daraufhin, daß ein organisierter Schmuggel zwischen Frankfurt a.M. und Hamburg besteht. Die Leiter der neue« Polizeiämter In der bisherigen Stadt Berlin wird das Amt P r e n z- lauer Tor von dem ständigen Stellvertreter des bisherigen Leiter?, Polizeirat Kleinke, bis zur Ueberweisuug eines Leiters ver- waltet. Die Polizeiämter Mitte. Wedding, Hallefches Tor. Friedritfashain und Tiergarten behalten ihre bisherige Leitung in der Person der Regierungsräte Froitzheim, von Schierstädt, von Heiutze, Reh und Gaebel. Weiter sind mit der Leitung von Polizeiämrern zunächst vorläufig beauftragt worden: Polizeiamt Charlottenburg: Regierungsrat Dr. Coester. Neukölln: Regierungsrat Stobb», Schönebcrg: Regierungs- rat von Le Coq, Wilmersdorf: Geh. Regierungsrat Müller, Lichtenberg: NechnungSrat Mctschsr, Spandau: Ober- polizeirat Mecke, Steglitz: Regierungsrat Kersten. der zugleich biS fit Besetzung das Polizciamt Zehleudorf verwaltet, Weißen- c e: Polizei-Obersektretär Zech. Treptow: Landrat Dr. Mösle, Reinickendorf: Oberpolizetrat Corlmme, T e m p e l h o f: Ober- polizctrat Dr. Schlichting. Mit der Etarichiiing und vorläufigen Leitung des AmlS Köpenick hat der Polizeipräsident de» Regierungsrat Freiherrn von Zedlitz betraut, des Amts Pankow Regierungsrat Dr. von Schierstädt betraut, der die Leitung d«S Amts Wedding behält. Bolstsbildungsamt Reuköll«. Am 3. Oktober d. Js, abends 6 Uhr, eröffnet die Stadtgemewde Neukölln die Reihe ihrer Volks- tümlichen Veranstaltungen in der Aula der hiesigen Realschule. Das Eröffnuugsprogramm enthält folgende Darbietungen: Vortrag Leo Kestenberg: Zweck und Ziel de? Volksbildungsamtes: Kestenberg- Trio: Beethoven; Tilla Dvrienx: Vorlesung aus Goethes Dichtungen. 1 Karten sind, wenn noch vorhanden, an der Abendkasse erhältlich. Am nächsten Abend, den 6. Oktober d. Js, abends 7 Uhr. wird Frau Emma Kottman» iu der Aula der Realschule ciuen Lichtbilder- Vortrag halten- Der Schwarzwald. Eivtriltstarten zum Prvtse von 1,50 ilif, Garderobe 0,20 Mk, für den ersten Abend und zum Preis« von 0.75 Mk, Garderobe 0.20 Mk, für den Lichtbildervortrag, siud bei de» nachstehend ausgeführten Verkaufsstelle» erhältlich, wo auch die Programme für die sämtlichen Veranstaltungen des Volks- bildungSamteS Neukölln ab 5. Oktober d. Js. mienlgcltlich zu beziehen sind. Vorverkauf: J» den Zeit.mgszentralcn Nr. l7. Neckar- straße 2 und Nr. IS. Siegfriedstraße 28/29, in den Speditionen der „Frethcir, Neckarstraß« 3 nnd Einser Straße 32. Volksbildungsamt Neukölln. Zur Einleitung der Veranstaltun- gen des neuen Volksbildungsamtes in Neukölln findet heute, Sonntag, abends 6 Uhr. in der Aula der Schule Voddinstraßi, eine Eröffnungsfeier statt. Mitwirkend« find: Tilla Durieux, Leo Kestenberg. Kestenberg-Trio. Frau Hardt zur Rieden. Reukölln. Das Parteibureau ist Montag, den 4. Oktober nur vormittags von 9—1 Uhr geöffnet. Arbeiter-Zugend. Am Sonnabend, den 9. Oktober 1920, findet im Jugendheim 1, Brunnenstr. 57, eine Schulentlassungsfeier mit reichhaltigem Programm statt. Anfang 6 Uhr. Eltern und Jugendliche sind freundlichst eingeladen. Berlin» Fremdeuverkehr ist im September hinter der Rekord- ziffer des vorangegangenen MouatS erheblich zurückgeblieben, weist aber immerhin die ganz stattliche Ziffer von 122 651 auf. Der An- teil des Auslandes ,st. nach den Feststellungen der Zentralstelle für de« Fremdenverkehr Groß-BcrllnS, wesentlich gewachsen. In erster Reihe erschetckt Oesterreich mit 176 t Besuchern, es folgt Schweden mtt 1321, Rußland mit 1202, Polen mit 1037, Dänemark mit 1050, Holland mit 1017, die Schweiz mit 583, Norwegen 563. Ungarn 512. Von den bisher feindlichen Ländern entsandte England 586. Frauk- reich 504, Italien 26l, Amerika sogar 867, Belgien 157. Aus den Balkanstaaten waren 554 Besucher zu verzeichnen, aus der Türkei 124. au? Portugal 40, Asien ist diesmal mtt 121, Afrika mit 110 Gästen beteiligt. Kohlenstelle Groß-Berlw Vom Dienstag, den 5. Oktober 1920 ab werden zur Entnahm« nnd Abgabe von Kohlen folgende weitere Abschüttle freigegebeu: Abschnitt 7 der 5-Zcntuer-Osenkarte, 17. 10-. 27„ 20-. 37. 30- � , 47 bezw. „ 57 n. 67 der 40-,. Abschnitt 18 und 14 der Sonderkarte. Bevorzugt zu beliefern sind die früher freigegebenen Abschnitte der Koch-, Ofen-, Koks- und Sonderkarte, sofern sie nicht für»er- fallen erklärt siud. Vom I. November 1920 ab dürfen auf die Abschnitte 4 der 5-Zcntner-Ofenkarte, 14. 10-, 24. 20-. » 34„ 30» w» 44 bezw.- „ 54 u. 64 der 40-,„ Abschnitts 4 der 1 2-Zcntuer-Koch karte, 14. 16-, 24. 24.. , 84„ 32-„„ Kohlen nicht mehr abgegeben und entnommen werde». Mit Rücksicht auf die unsicheren Kohlenzufuhren nach Groß-Berlin tu den Wintermonaten muß erneut auf die sparsamste Verwendung der nunmehr freigegebenen Kohlcnmengen hingewiesen werden. Sprechchor für die Proletarischen Feierstunden. Uebung am Montag und Donnerstag, abends 7 Uhr, in der Aula des Sophien- Realgymnasiums, Steinstraße. Reue Teilnehmer, Männer, Frauen und Jugendliche, sind willkommen. Teltow-Beeskow. Vom Montag, den 4. 10., befindet sich das Bczirksbureau Berlin C 2, Breite Str. 8-9, Hof rechts, Aufgang 1. Bureaustunden von 10—5 Uhr. Alle Zuschriften sind nach dorthin zu richten. Die Resultate der Urwahl müssen nebst den Wahl- Protokollen Montag abend 7 Uhr dort eingereicht sein. Zur Ur- wähl selbst werden in Teltow-Beeskow 2 Stimmzettel ausgegeben, einer für, einer gegen die Anschlußbedingungen. Abgegeben wer- den darf nur ein Stimmzettel. Lichtenderg. Die Sozialistische Proletarier- Jugend veranstaltet heute in der Aula des Realgymnasiums Parlaue eine Schulentlassungsfeier, zu der alle jugendlichen Ar- heiter und Arbeitsrinnen jowie die erwachsene Arbeiterschaft auf- gefördert werden, sich rege zu beteiligen. Beginn 3 Uhr, Erösf- nung 2 Uhr. Karten sind noch an der Kasse erhältlich. Mord nud Selbstmord. Eine Liebestragödie hat sich gestern Abend in Friedenau abgespielt. Der Zahnarzt P a n n w i tz aus der Kaiser-Allee 104 unterhielt Beziehungen zu einer Frau B r e ck- mann, die dazu führten, daß die Frau ihren Mann verließ und als Wirtschafterin zu dem Zahnarzt zog. Das Verhältnis zwi- fchen diesen beiden trübte sich jedoch auch bald. Frau B. hatte in Erfahrung gebracht, daß der Zahnarzt ein anderes Liebesverhält- nis angeknüpft hatte und vor der Verlobung stand. Gestern abend, als das Paar in feiner Wohnung am Tische saß, zog Frau V. nach einer erregte» Auseinandersetzung eine verborgen gehaltene Schuß- waffe und schoß dem am Tisch sitzenden Zahnarzt eine Kugel in den Kopf. Dann lief die Frau zu einem in der Nähe wohnenden praktischen Arzt und während dieser sich in die Wohnung des Zahn- arztes begab, jagte sie sich selbst in dessen Wohnung eine Kugel ins Herz. "Wer ÜnKKifp S�ssiäbml wül" Schweizer Damenstiefel A Hcn-cn-Sirapaziersliefel prima Boxcalf, Derby- schnitt, echt randgenäht, moderne Form prima Chevrcau, mtt Lackkappe, echt randgenäht moderne Form kräftiges Boxcalf, randgenäht, solide starke Sohlen Rindbox, kräftige Ausfahrung, moderne breite Form 16$- 169t-\175,-t»: H&C BMngzkMmWoild.U.,1S.Iipr.il.Wrlottenb.U.SP. d. 3. Ott., ob»». V Ul)t in b«t Mulo, SwUgtlftT. 3 1. Kunst-Abend Dt. 9«ltr(Büntbct, Alttsirt, HDtatittaw ®08bo«rt,®rigtl Jlft XogweiB»,«fjitation. St» .«»»ttit« 1 mark. Karten nnb Programme nur an bft *our. Äinbrr untre 12 Jahren bann der eintritt nicht zu- flrftanfcrn«erden. 6#indaa,»n, n. Oltsfcr: Busch-Abm»>it«est Lmun. 5#iurtog, fcen 31. Oktober: Sciolmltmäre®ebenlfcl«. Amnowg, den u. Oktober, abends 7Ubr: Be,!»» des 1. 81 fibet«tttionafoekonomit in der Aiila Wiedelslr. Hono-ar 5 Achtung! Achtung! Streik im Zeitungsgewerbe. b.ke°.7b?» nnd«Ng�ellt.nrä.e» de. In�ag»� kemmrfdtn BunkaenJr« d..' �"dand-oorftande nnb Buchdrucker-, Buchbinder», und Transportarbeiter-Berbande» werden oedtten, zu einet sehe«tchilgen Besprechung Montag, den 4. Oktober, vorm. g Abr. im Alexandriner. Alexandrinenstr. S7 a ,u erscheinen. ivi' s-ntr-ckreibleitung der Angestellten 1« 8»»«t.„,,gen>tt»t. ilfoarbeiter» bc Zentralverband der Töpfer und Bernfsgenofsen Deutschlands. ffUialt Beeltn, Deelin SO. 1»,«ngelustt 14/13. Achtung! Töpfer «agtrotknUIUbr Mitgliederversammlung !» Dien, tag, den 3. Odttbee, abend»«Uhr, imSewerbschaft,» >tre, ffinatlufer 15. lagetotdnung! Bericht der?ahnbommlss>on UN» Fortsrhun, *«tekuffUm über de»»«dandtlog in Weihen. Dil CtißverwoUvttg» Destlschw WMdM-MM BemMngsfteSe Berlin 91 54, Linienstr. 8Z-85 Seschöstszett von Mm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: tt«! Norden 185, 1239. 1887, 9714. Achtung! Erwerbslose! Die Tluszahlung der städtischen Erwerdslosen-UnterstÜ�ung an die im Deutsche» Metallardeitei-Derband organisierten Kollegen und Kolleginnen erfolgt von Dienstag, den S. Oktober ab Kaiser Wilhelm-Strab« 45, vorn 2 Treppen. Am Mittmoch. de««. Oktober 1020 PeM-PewlimnMöMel-KoiiscleM in saloenden Lokalen: 1.»c|irh: Masche, Weihensee, Berliner Allee 251, nachm. t Uhr X. Dezirb! Andreaa-YestsNie. Andrea.strah« ZI, nachm i'l, Uhr 3. Dezirk: Siau, Lichtenberg, Lcha vi weder-, Elke Friedrich» Karlslrahr, adrnd» t> Uhr 4. Bezirk: Bilde, eita!aurt Allee<7, nachm.«•/, Uhr 5. u. 7. Bezirk: Relche-detger Hof, Zieichenberger Sirahe 147, nachm. 5 Uhr S. Bezirk!»reif, Festiale, Neukölln, H ermann prahe lK/e7, nochm 5 Uhr 8. bis 10 Bezirk �»cwrrkschafl-han», Engelufer 15, nachm.5 Uhr zz. u. 12. Bezirkt Aosenlhal, Schoneberg, Ebrrsstrahe 66, abends 0 Uhr 13. Bezirk: Bolkshaus, llharlottendurg, Nostnrnstrah« s, nachm. 4 Uhr 14. Bezirk: Laugrr, Nostockv Etrahe i7, abends 8 Uhr 15. bi» 19. Bezirkt Siosenthaiee Hos, Aoseu, Haler Str. ll/w, abend« 8 Uhr 20, Bezirk t'-illlicher Sir. 2, nachm. 5 Uhr 21. Beziti l Strohd ch, Oderschönen, ride, Wtthe.mkrnhofftr.is, n.4 Uhr 2*, Bezirk! Fuchs, Eöpenlch, Dahubafstr. 44, abends« Übt 23. Bezirkt Oberrcalschule, Lpandiiu, Mollkeftr.«. nachm. 4Uhr 24. Bezirk 1 Schulaula, Wtesenste 8», nachm. Z Uhr 23. Bezirk: Maaditer idrsellschasishau-, Wlclrsfir. 24, nachm. 4 Uhr Antritt haben nur die Deelrauensleut«»der deren Ltelloerteeler gegen Borzelgung des Mtigltedsduchrs und der»ettrauens« männrrlrgitimotioMkorte. Dienstag, den 3. Oktober 1920, abends 7 Übt Versammlung aller in den Waggon-Reparaturbctrieben befchiifiigten Kollege»» Im.Pahenhofer-, gldicinstrahe. 1. Stellungnahme zu unseren Fordemngen. big. aitnng. Tagesordnung 2. Diskusston. Do» Erscheinen oller Kollegen ist unbedingt notwend — Ort» Di»: Denlschn BeMWsMtttt-Berbiilch Filiale Berlin, Scboftlanft*. 87-38. Achtung! Achtung! MMel-MrWwlM für die gesamte Herrenkonsektion, Hosen-«. Westenschneider und-Schneiderinnen am iM-niag, den 4. Oktober»920, abenk» 7 Uhr dei Boetktr, Wederstrahe 17. Tagesordnung: »Dericht und Rruwadl der Branchtn-ztommisston». Mitgliedsbuch ober«Äarte legitimiert; ohne d es oder mit mehr als 8 rrjtimndrn WochendriNllgen kein Zutritt. Di» StornneisfiOn. Achinng! Achtung! Schneider-Lehrlinge Versammlung sämtlicher in der Schneiderei beschäftigte» Lehrling«(männlich«. wetblichj in der Sebnlanta,«vipsstr. 23», am Dienstag, den 3. Oktober»920, abend- Oy, Übt. Togesordnung: 1. Dortrag des Kollegen Dramenz. 2. Lehrltngscngc legeniteiten. Die ausgegebenen Fragebogen müssen in kieser Dersommlung abgegeben»erben, Di» pehrling-kommisfion. Dem lattjührigen Denoffen Otto Scherwart nnd Fenn die herziilliften Älüchmstnsche zur SUd»r»H«est zeit. Der 1». U. S.P.NeMßn. SM-WK > Brost»«nsniabl. 1 Billige Preise.| i. Mehreilstr. 37 (Kolonnaden) 1 MJr.SrBf.6lr.ll5 j (nahe Bndeeasstr.){ Auomahlscndung sos. Amt Zentrum 7S»0 Sonntags geschlosten. iu allen «rShen verkauft spottbillig Ntobnetd», Futters., Schulstr.Z5 Allen Freunden u. De» kannten zur Nachricht, dah mrinr liebe Frau, Wuttrr u.GlohmuitrramW.d.W. nach langem schwerem Leiden entschlaseu ist. Um Beileid dttft Paul Adrian' nnb Söhne Vottschedstraße 26. Die GinSfäsernng finbet am Dienstag, den 5. 16. 26, nachm. 4 Uhr, im Krems- torium, Gerichtftr.. lltatt. Danksagung., > Für die oielen Beweise herzlicher Teilnahm, imd ! trostteichen Won» dei der Einäscherung meines ne. den Mannes und guten| Daters Karl Maller I sage ich hiermit ollen d». f ran Beteiligten meinen I besten Dank. � Frau Marli MSlltt Kameruner StraUe sy MizeiiiMall.MfferzelezM Welle« l« SeilWfee bei Tegel«_ C*bt gnte»»oben. S" I«*** iDrSstt «niakl Auskunft: »UN'. «-» in Itiflenfeeim Bnr7n«o»M btt La«»r.ch� HeUw.»slß. Kttrschallee, Teilstrecke de??egel-Httttßevseer Htsijmhah«.» 1 'erer ßrei�dwdgheill övfcbrk/kbk Mb kdrierfe ffonkl fe/tf) vcrarbefef tr 3öS.- Oer vornehme PluJdi'Hantd gomgeförferf Oer ehgoafe. rJea/'/lank! auf reiner öeide f- ms.- Ooj aparte XT/e/c/ h feiner cDoi/e 'rt.-S fSp Oqj fbfc \'Oocnierung kijtt.- M�KAAUI�COt BtHUhhC' f HANK fVHTOi Ml££ SO. a« An alle Mieter GroP- Berlins! Montag, 4. Oktober, abds. 7'/, Uhr, findet euch alle ein In den 80 Versammlungen der Mieterschaft Oroß'Berlins, damit der Ruf DER MIETERSCHUTZ f« Nieder mit der Mietsteuer! ii Beste gemeinverständliche Darstellung des Mieterschutzes und der Höchstmieteuverordnung ein tausendfaches Ncho erzeugt. Alles Nhhere s. Anschlagshulen. MletorvArband Groß- Berlin, Potsdamer Straße 56. BB Unentbehrlich für jeden Mieter Preis 4.00 Mk. !•! Preis 4.00 Mk. So«b«n er.chl.n i I.Karski:DieAgr�fraf]eunddieWe!trevolution nebit Anhang: Lolt»Mt*e Ober die Agrarfrage D», i KA angenommen auf dem 2. Kontfreß der III Internationale* rein«. 1.0U SEEHOF«CO. VERLAG, BERLIN C 54 Zu haben in allen Buchhandlungen Frei« M. 1.50 A. i.•— Parteigenossinnen! BOTENFRAUEN •tallt sofort»In Speditron Düring, W 57,$teinmetzstr.23 und Spedition Neukölln. Neckarstrass 3. 10000 Mark «IMiHMB SiiPfec.inelfinii |®an| Cnlln ftaunt�über die «tu" ,«mtiKnt hode« Preis«, I welch« Tnsci»« infolge«- den Veschäsle«»ahU: |»elle.«llia«c»st». S» I Wilmersdorf, Beruhardtfiratz» 15t ftrof)« Ö Äioljmrrhtffrßft« 1® I£lnlctt(traft« 215 »fel Sir. f. Für den besten Reim eineS 2-Zeilers, in welchem die voriüflichen Eigenschaften unserer jetzige« Friedensware der seinflen Pfefferminz-Zahnpasta .Zahnwohl' zusammengesastl sind, setze» wir nach- stehende Preise a»S: ivedingunge«! 1, Preis in bar Wie. lkX».— 2.,.■ t 600.— x.... iro.— 4»,... joo.— SO,.Waren» 3750.— 1 lud« Zahnwohlpasta l Fl.«oofwohl-H-ar. wasser »Fl. SNintafan lPfeffen- minzgeistl l Dose 33,(traut. IrochenParfSm Der Z-zeilige Reim muf, an der Längsseite (/, Originär zus. Wer« Wd. »00 Dr-lrprrtse 75.- einer leeren •/.«jrig.ncu. Zahnmalzl. SchaelUel Oi, Tube, überall erl, ältlich» aufgedllbt und uns bis zum se..vue.der l»2» ein- gesandt sein,»fiahnwodl- mub selbst bennbt sein, damit ein wakrheitsgetreaer Sieim die »Uten Eigeeischasten bespricht. Die Jury, welche außer Wett- brwerd steht, tritt nach dem 30. Oktober lv20 zusammen und garantieren wir für streng neutral« Beurteilung. Das Er. gebnis mit 330 der besten Dichtungen wird alsdann durch Prospekt seder Tube Aahnwohl. betgefügt. Jeder z-hnwohl. Reimer erhält über das Dr. gebnis Mitteilung. l Netfep«». stahawohl Aalmbärste Wert t li MX-- Mk.00.— Mb. 10000.— «er-« ij.Snw.hl fich O'- �«»nt— Mlund ernd Zähm» Natn»ersch»nt> n von M. 120 an iirrnftlrrft »Mg. wie überall rseker, Ziflsrlllos rafft. 52/53 lasirraste mmw Platinabfälle Holbbruch Silberbrnch Alte Iahngebisse Quecksilber �__ Kaust zum'"'"- HZchstrn Tage skuts Bärwaldstraß- i. straße. Friedrlchsfelder Str. 4 ülheinsderger Str. 52 Hachmeistrrftratze 2 Senefelderstrakc SZ Urbonstraste 7 Griebenowstrah« 1 Georg eskirchftraße 12 «daldertstratzr 20 OSetchiorstrah, 15 BUfchingflrast» 21 lvrenadterftrahe 18 Llltveftraste 11 Prenzlauer Str. 6« Ettsabetl, straf,» 33 Pinlfchstraste 21 Kupfer leffing. 5inn öfro. QMWer. Zsthilgebisse Min-. GO-. 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Oktober 1920 KXB Die KarLoffelbewirtschaftung Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags beriet gestern über die zur Kartoffeloersorgung don den ll n a b h a n- gigen gestellten Anträge. 1. die. auf Grund der Verord- nung vom 21. 5. 1920 abgeschlossenen Kartoffellieferungsverträge auher Kraft zu setzen; 2. den Erzeugerhöchstpreis für 1 ef 20 M. pv.........' Kartoffeln aus pro Zentner festzusetzen und S. die Behörden aweisen, bei der Ueberschreitung dieses Preises sofort� mit aller Schärfe einzuschreiten und die Schuldigen wegen iuchers zur Bestrafung zu bringen. Der Staatssekretär Dr. H u b e r erkannte die großen Schwierig- keiten für die Verbraucher an. Die Regierung könne jedoch den Anträgen im Interesse der Verbraucher nicht zustimmen. Von den Vertretern aller bürgerlichen Parteien wur- den ebenfalls schwere Bedenken gegen den Antrag der Unab- hängigen erhoben.— Von verschiedenen Abgeordneten der bürger- lichen Partelen wurde folgender Antrag gestellt: „Der Ausschuß billigt den Standpunkt der Reichsregierung. insbesondere die am 23. September getroffene Vereinbarung mit den Soitzenoraanisationen der Landwirtschaft, des Handels und der Verbraucher zur Versorgung der Bevölkerung mit Kar- toffeln, und erwartet, daß die Reichsregierung energisch alle Maßnahmen durchführt, die die unaeslörte Ernte und Be- förderung der Kartoffeln bei der Eisenbahn und im Landabsatz sicherstellen." � Man kann also einen Antrag auf Verbilligung der Kartoffeln nicht zustimmen—„im Interesse der Verbraucher". Das klingt wie Hohn. Die Wahrheit ist. daß man den L i e f e r st r e i k als Folge der Preisbewegung fürchtet, und nicht den Mnt hat, den Widerstand der Agrarier zu brechen. Aber mit einem Antrag. der die Regierung auffordert,„energische Maßnahmen zur ungc- störten Ernte und Beförderung" vorzubereiten, also mit einer Aufmunterung zum Vorgehen gegen die Ar- b e i t e r— damit ist man sofort bei der Hand. Das Mmisterium des„Wiederaufbaues" dokumentiert sich täglich ungenierter. Aus den Organisationen i.»iftritt. Pol. a-mmiMoe. Sitzung Moiltez, d-il 4. d. M., adeiid« 7 Uhr. Bangu-crlschu:- ÄjitfüiBcr.ftt. 147. J. Xijlrll». Politisch-«ommission. Montag. 7 Uhr. baug-wcrlschastlich- Schul». Nächst- Sitzung»er Litdungikommiglon Rontag, 7 Uhr. d«i Stiller, TAe�tco. S. Dftater. 7 Uhr.«orsi-ndsfitiuna bei Start. Böckstr. S. g»iftritt. Montag. 7 Uhr. xis!r>!tsi--.s°r-nz bei Eratzmann, M-d-isu. Ha. Bzitrk»-. Abt-ilungo- sowie Abteilung!!- und �i,tiitt»obleul« be: einzelnen Koul- «iilione« beben zu erscheinen... » TiitrUt. i. Abteilung. Mittwoch.«. Lttober,«ollveisammlung sämtlicher a-mmilslonen bei Dietrich. Margliusktr. 23. abend, 7 Uhr. 7 Pistrirt.«««»unale«ominichon. Erwerbülosen-K-mmisslon. Dienstag, » Cti»r MMtML Cfiobtt, bei«rumbach. Warsaiauer Str. 61 7 Uhr vt-u-r-Nommisflon. Don- estaa 7 Olrober. bei Hofsmnn», dnbener Str. S. 7 Ugr. liommunalifl-rung,- Sommisftoi zrcitaa. 8. Oltebcr. bei Rofin. Enbener Str. 19, 7 Uhr. Lebeiw- mirteUommilsion Sonntag. 10. Lltoder,'410 Uhr, bei«rnmbach. Warschauer Stu�v MhnungsWmissian. Montag. iL Ätater. 7 Uhr. bei S°ll°»nn. � � Diöril/. Heute Perkendung der Wahlresultate der 18 Berliner Wahllreis« 7�!jchr. �Petersburger Ar. 4, Fort-. sichung be« Hülse» Abt. B. V-rträqe über Soziale e teile Forderungen. Stärkere Be- �b�'�ZZiltrikl." WahÜolal« find: Brehme, Melanchtonstr: 23 und Kaiser, Kotz- kowstiftr lU• lt. Tistriit. Sitzung der WalsenZeinmissiiu Dienstag, 7 Uhr, bei Witt, Päse- walter Str. 1. IS. Distrikt. 2. Abteilung. Iugendkiimmisllon. Montag, 4. Lktobcr, 7 Uhr, bei Schreuel, Antonstr. 8. Lichtenberg. FrouenarbcüsttMMiU«». Sitzung Dienstag, abends 7 Uhr, im TecUien-LhZeu«. ,4Uei länder Jtit weltliche Schule". Kinderschutzl und Frauentommissiau.____________ Steglitz. Rontag. 4. Oktober, abends 8 Uhr, bei Zianzt, Fichtestr. 4, Sitzung der Bilduiwslai» Mission. Rlederschiln Hanse». Montag, 4. Oktober, adend- 7 Uhr, im Lokal»on Mails, Cichenltr. 7», doingende Sitzung des ÄUionsrates, der Bezirksfiihrer und der Geschärt» lettrmg. Pankow. Korn Äomnanaltt Arbeiterrnt. Montag, abend, 7 Uhr. Sitznng im Jugend- hei«. Pankow. Zeitungskommissian. Am Mittwoch, den 8. Ot Sitznng hei Chilla, Berliner Str. 118. Aieder-Barnim. Pankow. Moning. 4. Oktober, Sit im Lokal von Chilla, Pankow, Berliner Strotz«. Oktob«, abends TZg Uhr, Sitzung der Lnndngitalian Verewskalender � Deutscher D-»»»»«rt»rbeUer-Peri»«d. Bezirk«Srotz-Berli». Kolleginnen und Kollegen der Loderwirtschost: Dicnotag, 3. Oktober." Branchen-Versemmlung bei Schulz, Königs�raben 2. � abend» Z Uhr. Tagesordnung! Wie stallen� wir UNS Könt zu der i nehmende bei Witte, Trilotago».--------_______, ti-uansmänner-Bersammlung der Gruppe 8, Samt und S-id-nworen. Deutscher Sei Imeijter-Perbaab. Fachgruppen-Persammlung aller Merkmeistor der Gesund heitsinduurie.m Dienstag, S. Oktober, nachmiitags i> Uhr, im Bureau, Stralaner Str. 38, 1?r.' Tentscher«ertmeisker-Berban». Monla« Versammlung der Fachgruppen der tcchn Friedrichstr. 172.— Moutng. 4. Oktober stratze 84-23. Serband der Buch- und«teindruckerel-KUssarbeiter nn» Arbeiterinnen Deutsch. loiib». Orjoncrniottnng Berlin. Mittwoch, 6. Oktober. Zusom'nenkunft aller in der?. E. Z. und S. P. I. organiä-rten Zugendlichen, sowie aller«ugendlichen Berrianenslente des S.'sssarb-iter-Berbondes? abend, 7 Uhr. im Zugendherm. eingegange- die gewählte» 22. nen Delegierte» W Die' Orts Verwaltung. Oktober, nachmittags 4 in Uhr. Im 13, Braiicheiiversammlung aller in , W �— Geschäftsbücherkabrik-n beschäsligten Kolleginnen und Koll-gen Tagesordnung. Der Porltatz der Uularnehmer. 2. Stellungnahme zur Wahl eines S-üetärs der Buchbinderbrancheil. 3. W>- bellen wir uns zu der Berordnung betrcfks Entlnssnng der Frauen und nicht echi>»rl.S!>«durstig-n i» nnserem Berus-. 4. V-rschieh-ne». In«ubetracht der wichtigen amg-saidnunn.st p-llzähliges Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen au»der Buibbtnd-rbranche notwendig. Z-ntralverband der Schuh�'�—. 4. Oltaber, abends 7 Uhr, si statt. aller Kolleginnen UN! Die Branch-nl-itung. uhmacher. Montag, de: imacher Deutschknuds. Schotzschuhmacher. Montag, den Inden die Bezirkskonl-renzeu in den bekannten Lokalen Be-nch-nversominlungen der«allschuhmacher. Montag"'�4. �Lk"obn!°'Äcnd, 3 Uhr, bei Baker, Weberstr. 17. Auschneibcr am 4. Oktober, abends 3 Uhr, bei flenschek. Käpenillcr Str. 127o. Zwi-ker am 5. Lttober, abends 5 Uhr. bei Bök-r. Weberstr. 17. Slerperinnen am 3. Oktober, abends 3 Uhr, bei kvnischel, Köpentcker Str. 127a. Maschineirarbriter am 5. Oktober, abends 5 Uhr. der Llbich, Markusstr. 18. Internationaler«und der Kriegsopfer Teutschlands("Ortsgruppe Süden). Am Montag, 4. Oktober, abends 7)4 Uhr, findet im Lokal Dresdener Str. 43 Be- ztiksoersanimlung statt. ««t-udlUaniiche, Führer»»»». Bezirk 7. Montag, 4. Oktober, abend, 7)4 Uhr. Mtgltederoerlammiung Im Wirtshaus zum Strautz, Paopel-Allec 2b. Lartrag des Semeiaden Leppin, Borsttzende» der Ortsgruppe Gron-Berltn. Frei« faz. Jugend BenUIlln. Unser- Veranstaltungen sinden vom 3. Oktober ab jeden Dienstag und Freitag, abend, 7 Uhr, im stiidt. Zugendhelm, Steinmetz- ftratze 113. statt. Dienstag, 3. Ottober, gortfetzung unserer nutzeiordentl. Se- neralversammlung ebendaselbst. Lebensmittelkalender * Ehariottentnrff. Es gelangen � mittellarte: 230 Cr. Reis auf Äbschnitt 3t2 vom 8. bis 18. Oktober. Nasersloiken aus Abschnitt 343 vom 8.»i, 18. Oktober. 3 Päckchen rot« Grütze arariaMij||M|�B vom Schiincberg. Bis zum 3. Oktober fabiilate. 2 Päckchen rote Grütze UN>�>... � I Abschnitt m der rote» und arnnen Schönebeiger Bezugslarte. Ausgezeden wei in der nächsten Woche!!3 Gr. Gskstengiaupen oder Gerstengrütze auf Adschnttt auf Abschnitt 344 vom 8. bis 16. Oktober. Ziährmrttelzuiatzkart« für Zugendliche: I Büchse Malzertrakt oder Mnmme-ststalzextiakt ij« nach Borrot) auf Abschnitt 30 vom l. bis 9. Oktober. WWk M findet Boranmeldnng statt für 123 Gr. Mais- und I Päckchen Sotzenplltver gemcinlbostlich auf i Schönebcrger Bezugsknric. Äusgezeden werden 3 Brteschen SZtzst-fs aus Abschnitt 67 der roten und griincn Schöneberger Be» Zitgskarte. Aus Rührmittelsoudeikarten werden im Oktober Haferslockcn verteilt und zwar erhalten die Kinder im l. Lebensjahre 2 Pfd., dl« Kinder� im 2 Lebensjahre> Pfd., die werdenden Mütter 4 Pid. und die stillende» Mütter 2 Pfd. zum Preise von 1,40 M. I- Piund. Der Preis für die ans Sonderkarte« auszugebende konderistette Milch beträgt vom 1. Oktober ab 6 M. je Dose. — Es stehen zur Zeit on Kommunalware zum Verkauf: kierren- und Damen- Hiden, Unterhofen, Untersacken, Futterstosf, Handtuchstoss, Homdanflanell. ärz-nstofs. Futzlappen, Erstlingclicmdchen, Erstllngsiäckchen, Kleiderstoff, Nessel, renstoss, Frauen- und Kindc-strämpso, Knaben- und Mädchenhemden. Damen- rocke. Damenmäntel, Stöfs zu Herren- und Knabenanziige», Herren- und Damen- ftiofel. Näheres am schwarzen Brett und Zimmer 217 des neuen Rathauses. Sehr preiswerte fertige Kleider und Schuhe stnd in der Kleideroerwertunas- g-Iellschast, Kommandantenstr. 80-81 ohne Ausweis werktäglich von 3 bis v Uhr zu haben. Reulölln. In den städtischen Verkaufsstellen steht-in leichhaltige« Lager von Gemüsekonierven aller Art, verschiedene Sotten Käse,-nalische Ärmeekvnseroen, Reis. Hütsen-rüchle, Bröl, sämtlich« Kranlennährmittel, Kaffee l28— 32 SR. pro Pfunds, Kasseersgtz. Bonbons usw. der Bevölkerung zum preiswetten Eintaui zur Bsrsügunz. In den Fischgeschästcn, Bergstt. 21 und Panuierstr. 13, täglich frische Zutuhr»o» Secsisüen zu dilligstl Heringe, Sardinen usw. Zur Zeit sind Qualilät und reinem Eeschmack. vorrätig. Britz. Auf Abschnitt 34 grün: sz» Gr. Reis. 300 Gr. Haferflocko» durch dre Verlauisftelle. Karte für Kriegsbeschädiate: 300 Er. Zerealmchl. Katt« für werdende Mütter und Kinder: 300 Gr. Zelealinchs. Treptow. Verteilt werden in der Woche vom 4. bis 10. Oktober nutzer den übliche» Rationen: Auf Abschnitt 16 der Berlin-Teeptower Lebensmittelkarte 250 Gr. Maismehl. Auf Abschnitt 18 der Bcrlm-Trcptower L-bensmittelkart- 250 Gr. Reis. Strato». Donnerstag, nachmittags, gelange» in den hiesigen E-schäften auf Abschnitt l» der Zuckcrkarte für die Zeit vom 1. bis 13. Oktober 1020 373 Er. Znlandszuckcr zum Preise von 1.50 M. zum V-rkau'"*" bis Montag, den 4. 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Nachm.: Richter»on Zola» mea.— Nercs Voll»- Theater. 3., 5., 6., 7. Nora. Sonst Biberpelz. Nachm.: Nora.— Ltnatsopcr. 3. Tristan und Isolde. 4. Hassmanils Erzählungen. 5. Pa- lestrina. 6. Pioletta. 7. Da» lRheiiigoIb. 8. Boheme. 0. Ter Barbier von Sevilla. 10. Di- Walküre. 11. Ti-slano.— Schansptelhano. 3. nachm. ZV« Uhr: Bolksvorstellung, Fuhrmann Henschel. Der Marquis v. Keith. 4. Toriolan. 5. Zum ersten Male: Eodiva. 8. Peer Ggnt. 7. Sodiva. 8. Di« Iournnlisten. ». Der Marguis von Keith. 10. nachm. 2s4 Uhr: Bollsvorstellung, Der Maiguis � �-■_ Deutsch«, Opernhaus. 8., 6. Tan»- ..._________.__ t Kronprinz,— Deutsch. 4. Eugen Onegin. 5.J?ibeIio. 7. Tieflands 8. Alass� Stradella. � 9.! 8., Are. 10. Melsterstnger. Jl. Tosca.— Deutsches Theater. 3. Stell-. 4.. 6., 8 10., 11. Einsame Menschen. 5.. 9. Faust 1. 7. Kansmann von Venedig. Nachm. Lebend. Leichnam.—«ammerspicle.".. 5., 7., 10. Brandstätte. 4, 11. Früh- ling, Erwachen. 6., 8. Stella. 0. Büchse der Pandora. Nachm.: Weibsteufel.— -"------.—"" 9. König Oedipn»(A.«.). Grobe» Schansplelhän». 3., 10. Jedermann tA. A.).! Sonst Danton.(4.. 8. A. A.. 3.. 7.. 11., 13,— 13.), Danton(A. «]' — L-ssing. 1. Peer Gynt. Sonst das Gelübde. Nachm.: Frau Warren, Ge- werbe.- Künstler. Die Schcidungsreise. Nachm.: Pagmal le».— Th. t. d. K-aiggrätzer Str. 8., 3.. 8. Mirandolina. 4., 6., 7. Erdgeist. 0., 10., 11. Rausch. Nachm.: Geständnis.— Klein. Schauspielhau». Floh im Panzerhaus. Ad 7. Kin- d-rtragödie.— Th. a. Noll-l.c.irivlng. Täglich: Wc>m Liebe-rwacht. Nachm.: Vielg-li-bt-.— Wallner-Theatcr. Taglich: D. Geiger u. Lugano. Nachm.: Ball- nacht.— Berliner Theater. Der letzte Walzer. Nachm.: Wie-inst Im Wai.— Theater, de« Westen». Der ersten Liebe gold. Zeit. Nachm.: Frau tm Hermelin. — Lustspiels-»,. Zwangs-E'nguarü-rung. Nachm.: Zugend. O. Komische Oper. Liebe.im Schnee. Nachm.: Liebe im Schnee.- Fnedtich-Wilbelmstiidt. Hoheit die Tänzerin. O—--_, Zenirai-Theater. — Thalia. Täglich: Der dumme Franzi. Nachm.: Närr rettcnthenter. Estkosbarvnctz. Nachm.: Obersteiger.— chrift. Nachm.: Di« Weber.— Walhalla-Theat-r. Stolz iüne. Bunburg. Nachm.: Bunbury.— N-stbenz. Die Freundin. Role-Theatl-. Der«nti- der 3. Komp.— Tri- _.„rtnnkln. Nachm.: Js« Frennbin.— Komödirnbaus. Gem. Komm. Schutzmann. Komödiantensieae. Rachm.: Biberpelz.— Tri-n»nepsdg«k«t?tin preisen «anz besonder» große Au»wahl in Schlaf-, Speise-, Wohn, und Herrenzimmern sedem Keschmock entsprechend. 154 Musterräume Lagerräume! äSSS � Meter groß. LWidk»!», m.tnw Dersaud uach auswärts Ease»Schmibt,Bln..Badst?.1Z Armeepistolen »d I ag» measfeN banfeo und bansen ».«andren* Ca., rrl«!------«« C.«Scher, Berlin, Lichtenberger Str. SS. «gst. 3881. Seefische u. NSuchenuaren veestemiinder FischhalleStegiitz Albrochmtr- I3|. Kfkn PliiipoUtr. Möbel jeder Art, äußerst günstig, solange Vorrat zum Teil bis 50% ermäßigt. Besuch lohnend, lein Kauf- zwang. Lagerung kostenlos. Neugebauer Tharlottenburg, ABilmersdorserStr. ISS Ecke Schillerstraße. 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Nervenschwäche, Herznenrose u. Nnterleibäleiden in kurzer Zeit geheilt.— 8. Frau M. Zasle, Berlin, Nvllendorsstrag« 4V, l. Rhcvmativmn« und st-isc Schulter geheilt.— 7. Herr«. erHardt,«r. Lichterselde, Ringftr. iia, Chronische» Sästgelenlleiden wiederholt rrs.lgretch»ehandelt.— 8. Frau ll. Koborsf. Berlin, Aolberger Sir. 28-29. Nerven- und Knochenhaut- entzänbnug— vollstänblg gelähmt— geheilt.— 9. Herr F. Rauba. Berlin, Prinzmahee 72-73. Don Kops, und Kreo, schmerzen, trockener Brusts-llentzündnng nach Znslu- enza geheilt.— 10. Frau a. Herzm-nu, schaneberg. Feurigsir. 81. eiternde Fistel nach«Unddarmoperativn gehet«.— 11. Herr S. Ritter. Friedenan, Spanholz. ftrahe 56. Don Knirgrlrnkleiben geheilt.— 12. Frau «. Rohrmostr,«erlln, Br-elauer Straste 1. Ultra säui- zehnjährige« Herzleiden geheilt.— 13. Herr Sl. Slnhna, Reinickendvef-West. Antanienstr. 3. Kieser» crcitcrnng �rhritt.— 14. Frau H. Hagel, Sachsrnhansen h. Lrauien 5>rrrn Znspeklar-i O. Heinrich, Brrlin-Frie»rich«Ield-, Kiagrrvirhhof. Bon«eb.-Kntcknng arhrilt.— 17. Herr Seich Deck. Berlin, Havelberaer Sirast« 15. Bau Nieren- und Blasenleiden, Wallersncht. allgemeiner»roher Schwäche geheilt.— 18. Frau Restaural, Heewg, Berlin, Schönhauser Allee 87. Dan Basedewscher Krankhelt ge- heilt.— 19. Herr A. Brost, Brrlin-Tr«prlhof. Friedrich- Wilhrlm-Straße 14. Schwer«, Räckenmaekleidru mit Lähmung der Beine vollständig geheilt.— 29. Frau E. Popp, Bln.-Lichteubrrg, Särtnerpraste 1», von chrou. Fraxrnlcidrn, Herzschwäche UN»«rrstopsnng gehrUt.— 21. Herr 2t. Schlabitz, Berlin. Caorivtstr. 24. Bon Ne- hchtelnpn» geheilt: vorher mit Radium rtsolglos de- 'landelt.— 22. Herr 2l. H-llwi». Blu.,B»rfigw»Ibr, Trust- taste 25. Bon«ogengeschwnlft, Berslopsong und leroenschwäche geheilt.— 23. Herr Milchhändler Sckert, Berlin, E:ei,enhagener Str. 25.» Bon gichtisch-rhenmo- tischen Schmerzen in Bein und Fustgelenk geheilt. 24. Herr Tastwirt C. Michoelte, Charlottenbura, Wall- straste 87. Bon chronischem Leberleiden und Gelbsucht geheilt.— 23. Frau vi. Knarr, Berlin-Lichtenberg, Schar uweberstr. 62. Bon Herzschwäche. Lebcranschwellnug unb iNagenteebs geheilt.— Sahn Paul be« Weichen- stellers Herrn Wilhelm Hasluer, Berlin-Weftend, Be- amtenhaus. Bon schwere« Beinleidc« geheilt. Bein sollt« abgenommen werden. Briefliche Lriginol.Anerteunnngeu««««n» ge. beilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt ans Wunsch zur Einsicht. »-1 Sprech- und Behandln» gozrit: , 4—?!a, Sonn- und Fricriog» 9-1. heilanstoltobesitzer Profesior P. Mistelsky Arzt, approbiert i» Auoland. Berli« SO. 16. Brückenftrahe 10 d n« vahnhos Zannowistbrncke. 39jährige Praxi».