Ar. 195. Abonnements■ Sedingungen: «bonnemsntS- Preis pränumerando! Bierteljährl. S,30 Ml., monatt. 1,103»!., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tllustrtrter Sonntags- Beilage„Tie Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: SLO Marl pro Quartal. Eingetragen tn der Post- ZeilungS- Preisliste für 1897 unter Nr. 7437. Unier Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Erschein! täglich auster Wonkag«. �*'■ Berliner Volksblnkk. 14. Jahrg. Die Insertions-GMhr beträgt für die fschSgespaliene Kolonel» zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und VersammlungS-Anzeige», sowie Arbeitsmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Tie Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis s Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Smk l, Nr. 1093. Telegramm-Adresse: «Sottaldruwftral Berlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Uartei Deutschlands. Iiedaiitlon:»V. IS. A-utis-Straß- 2. ß�pedltion: 8V. 19, ZSenty-Strnße 8; Btte Uagv in Elfstz�Uothringen. Straßburg t. Gif., 20. August. Die Sozialdemokratie kanu es sich zum Verdienste an- rechnen, in die versumpften politischen Verhältnisse der Reichslande wieder etwas Schwung und Leben gebracht zu habe». Vis dahin hatte die Bevölkerung nur in geringem Maße Antheil genommen an den großen Fragen, welche drüben, jenseits des Rheins, die G* müther bewegten und für die Taktik der einzelnen Parteien be! stimmend waren. Im günstigsten Falle war mau zu haben, wenn es galt, gelegentlich bedeutungsvoller Reichstags-Wahlen, wie z. B. derjenigen des Februar 1637, die Staffage für die Häupter einer sterilen Protestlerei zu bilden. Darüber hinaus kümmerte man sich »m nichts und überließ das Feld dem engherzig-parlikularistische» Klerikalismits und dem seit der Aera Manteuffcl von der Regierung verhätschelten N o t a b e ln th u m, welches seinen politischen Giufluß im Sinne seiner spezifischen Klassenintetessen trefflich auszunützen verstand. Die Wahlen zu den politischen Körperschaften des Landes (Kreistagen, Bezirkstagen, Landesausschuß) voll- zogen sich deshalb in Formen, welche den an lebhaste Agitation und einen frisch-fröhlichen Kampf der Meinungen gewöhnten Genoffen Altdeutschlands durchaus unbekannt find. Von programmatischen Erklärungen der einzelnen Kandidaten über ihre Stellung zu den der Kompetenz der betreffenden Körperschaft unterliegenden Gegen- standen war keine Rede; nur um die P e r s o n drehte sich der Streit, der sich dann auch durchweg auf dem Boden der persönlichen Kampfesweise abspielte. Das ist alles anders geworden, seitdem die Sozialdemokratie die Masse» aufgerüttelt und sie von der Rothwendigkeit überzeugt hat, die politischen und sozialen Fragen der Gegenwart zum Gegen- stand der Wahlkämpfe zn machen, die in Zukunft nicht mehr um Personen. sondern um Programme sich drehen sollten Das war hier zu Lande etwas Neues, Unerhörtes. Man spottete anfänglich über die Sozialisten, die bei jeder Wahl mit besonderen Programmen vor die Wählerschaft traten Bald aber sahen sich auch die übrige» Parteien, vornehmlich die oppositionellen, die Klerikalen und Demokraten, dazu genüthigt, mit prinzipiellen Erklärungen und positiven Forderungen in der Arena des Wahlkampfes zu erscheinen; kurz: das politische Leben war in den Reichslanden erwacht; man war durch die im- aushörlicke Agitation der Sozialdemokraten, die schon Ende der 60 er Jahre bei den Reichstagswahle» eingesetzt hatte, zu der Ucberzeugung gekommen, daß mit der überlieferten Politik des Sch in ollen s nichts zu erreichen sei, und daß man Einfluß auf die Zusammen setzung des Landesparlamentes gewinnen mußte, wenn man dem herrschenden System erfolgreich zu Leibe gehen wollte. Die gesetzgebende Körperschaft des Landes— soweit von einer solche» bei der staatsrechtlichen Ausnahmestellung Elsaß-Lothringens die Rede sein kann— ist der in Straßburg tagende Landes- a u s s ch n ß. Derselbe zählt im ganzen 58 Mitglieder. Von diesen werden vier durch die Genieiuderäthe der größten Städte des Landes, Straßburg, Mülhausen, Metz und Colmar ernannt; die Wahl von weitereu 20 steht den Kreistagen zu, während volle 33, also mehr als die Hälfte, durch die Bezirkstage und aus denselben ernannt werden. Das politische Schwergewicht. welches durch dieses komplizirle Wahlsystem den Bezirkstagen zw gewälzt ward, brachte es mit sich, daß nach dem Eingreifen der Sozialdemokratie in die politischen Geschicke des Landes die oppa sitionellen Parteien ihr Hauptaugenmerk den Wahlen zu diesen Körperschaften zuwendeten. Und in der That sind im Verlauf der letzten Jahre diese Wahlen auch zu den bedeutungsvollsten politischen Lebensänßerungen der reichsländischeu Bevölkerung geworden. Dazu kommt, daß das Wahlrecht zu den Bezirkstagen das allgemeine, gleiche, geheime und direkte ist, wodurch der erfolgreichen Bethcili giing der großen Massen in jeder Hinsicht Vorschub geleistet wird. Die drei Bezirkstage der Reichslande(für O b e r- E l s a ß, Unter-Elsaß und Lothringen sind im Jahre 1374 nach dem Vorbild der französischen conseils xonsraux errichtet worden. Abgesehen von ihrer eminent wichtigen Funktion als Wahlmänner- kollegium für den Landesansschuß habe» dieselben bisher eine vor- wiegend verwaltnngsrechtliche Thätigkeit entfaltet, ohne jeden selbst- ständigen Einfluß auf die innere Entwickelung des Landes, und stets als willfährige Werkzeuge der Regierung, die auf ihre Zu- sammeiisetznng in bestimmender Weise einzuwirken verstand. In exklusiven Konventikeln wurden die Kandidaten nominirt, sie stellten sich mit dem Hinweis auf ihre langjährige Bekanntschaft mit den Einwohnern des Bezirks in einem 5—10 Zeilen umfassenden „Wahlaufruf" den Wählern vor, von denen dann ein verschwinden- der Bruchtheil den ihnen übermittelten Zettel in die Urne legte, womit dann der Herr Kandidat„gewählt" war. Daß die Regierung mit diesen Zuständen zufrieden war, ist leicht erklärlich und es lag deshalb ganz in ihrem Interesse, die Bevölkerung über die politische Bedeutung und die Rechte der Bezirkstage so viel als möglich im Dunkeln zu lassen. Regierung und Notabelnthum hatten sich bisher bei der Fernhaltnng der breiten Wählermasse» von den Bezirkstagswahlurnen verständnißinnig unter- stützt und dabei in jeder Weise ihre Rechnung gefunden. Aus dieser beschaulichen Stühe wurden die herrschenden Kreise plötzlich grausam aufgestört, als im Jahre 1304 die Sozialdemokraten zum ersten Male mit der ihnen eigenen Energie und Eni- schiedenheit in den Kampf um die Bezirkslagssitze eingriffen. Mit sorgfältig ausgearbeiteten Programmen traten sie vor die Wähler, denen jetzt erst über das Geivicht ihrer politischen Rechte der Staar gestochen ward. Die Bezukslagswahlen, welche bisher so ziemlich unter'Ausschlitß der Oeffentlichkeit vor sich gegangen waren, wurden infolge der sozialistischen Agitation, welche sich mittels Flugblättern und— soweit dies polizeilicherseits gestattet war— Versammlungen ganz nach dem Muster der Wahlarbeit unserer Ge- Nossen jenseits des Rheins vollzog, zum Gegenstand des allgemeinen Interesses, sie begannen eilten Maßstab abzugeben für die Stärke der einzelnen Parteirichlungen desLandcs. Das Schwergewicht der politischen Entscheidungen der Wahlbevölkernng war den bisher maßgebenden allmächtigen Einzelpersonen und Kliquen aus der Hand genommen und den Parteien zugewälzt, deren Aufmarsch sich immer mehr nach dem Vorbild Altdeutschlands zn vollziehen beginnt. �... Wenn bei diesem unserem ersten Anlauf vor drei Jahren am noch kein direkter Wahlerfolg zu verzeichnen war, so hatten wir dm die Genugthuung, die infolge ihrer jahrzehntelangen politischen Abstinenz allinälig zähflüssig gewordene Bevölkerung Elsaß- Lothringens wieder etwas in Bewegung gebracht zu habe». Und die rapiden Fortschritte, welche wir seit der Boulanger-Wahl vom Februar 1887 gemacht(von ganzen 673 Reichstagswahl-Stimmen damals stieg die Zahl unserer Anhänger ans 46 186 bei den Wahlen am 15. Juni 1803), sie beweisen, daß die intelligente und mit leb- haftem Temperament ausgestattete Bevölkerung Elsaß-Lothringens sich rasch von einem neuen Jdeenkreise erfassen läßt, wenn sie von demselben erst einmal fühlbar tängirt worden ist. Was uns im Jahre 1804 noch versagt geblieben war, das brachte uns der Anfang des Jahres 1806, in welchem die für alle proletarischen Einflüsse bisher hermetisch verschlossenen Thüren des nnterelsässischeu Bezirkstages durch das Machtgebot der sozialistische» Wählerschaft Straßbnrgs gesprengt wurden und dem ersten Sozialdemokraten, unsercm Genosse» Böhle, Zutritt gewähre» mußten. Die stille Wühlarbeit der bösen Sozen, welche mit dem Siege Böhle's ein nach obenhin sehr unangenehm berührendes Lebenszeichen von sich gegeben hatten, sollte jedoch nicht ohne kräftige Reaktion ans feiten der Regierung bleiben. Man sann auf ein Mittel, de» Vormarsch der rolhen„Rotte" im Lande der„wiedergewonnenen Brüder" aufzuhalten, und fand dasselbe— genau wie bei den hellen Sachsen— in der Verböserung des W a h l s y st e m s für die Bezirkstage, dessen bisherige demokratische Qualitäten den herrschenden Kreisen lästig zu werden be- gannen. Die„Erwägungen" der Regierung verdichteten sich zu einer Vorlage an den Landesausschuß, nach welcher das aktive Bezirkstags- Wahlrecht, welches bisher jedem mindestens 25jährigen Deutschen zugestanden hatte, der im Vollbesitz seiner staatsbürgerlichen Rechte war, in einer Weise eingeschränkt wurde, daß wohl ein Siebentel der bisherigen Wähler ihrcS Stimm- rechtes verlustig ging. So wurde das letztere an die Vornussetzilng einer bereits dreijährigen Ansässigkeit in der Gemeinde, bezw an den Besitz eines Wohnhauses, den selbständigen Betrieb eines Ge- werbes oder die Ausübung eines öffentlichen Amtes geknüpft; ferner wurde allen Personen, welche Armenunterstütznng bezogen hatten oder mit ihren Gemeinde-Abgaben im Rückstand geblieben waren; endlich allen denjenigen, die wegen eines Verbrechens oder Ver- gehens, das die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte zur Folge haben kann, zu einer Zuchthaus- oder Gefängnißstrafe vernriheilt worden, für die Dauer von fünf Jahren»ach Verbüßung der Strafe die Berechtigung zum Wählen entzogen. Wriin man bedenkt, daß das Retchs-Strafgesetzbnch nicht weniger als 85 Teiillc obiger Slrt kennt; daß ferner in der Konkursordnung, dem Handels gesctzbuch, dem Nahrungsmittel-, Sprengstoff-, Kranken-, Unfall-, Jnvalidiläts- und Altecsversichernngsgesetz ic.. endlich in einigen landesrechtlichen Bestimmungen des Coäo pena) obigen Voraussetzungen entsprechende Strafbestimmungen enthalten sind, durch welche die Gesammtzahl der möglichen Fälle ans mindestens 120 bis 130 anwächst, so läßt sich denken, in welch' umfassender Weise die Bezirkstagswäblerzahl durch die neue Wahlordiinng vermindert worden ist. Ebenso leuchtet ein, daß die Sozialdemokratie es ist, die infolge der zuerst erwähnten Beschränkung hinsichtlich der Daner der örtlichen Ansässigkeit, der Aimenunlerstützung, sowie der rückständige» Genieindeabgaben die Kosten der reaktionären Wahl Verschlechterung zu drei Vicrlheilen zn bestreiten hat. Trotz alledem ist die gewünschte Wirkung derselben ausgeblieben Bei den vor wenigen Tagen beendigten Ergänzunpsivahlen zu den drei Bezirkstagen des Landes hat unsere Partei Erfolge erzielt, die nicht nur im ganzen Lande'Ilnfsehen erregt, sondern selbst in unseren eigenen Reihen freudige Ileberraschung hervorgerufen haben. Im Kanton Gebweiler vereinigte ein von unsere» Genossen auf gestellter Kandidat mit geringer Mühe eine ganz erhebliche Minder hcit der Wählerstimmen auf seinen Namen; der Kanton Marli rch iührte Genosse» B n e b mit beinahe doppelter Elinnnenzahl zum Sieg über einen Gegner, der den Sitz seil Jahren innegel abt balle, und in S t r a ß b u r g- O st schlug Böhle im zu>eilen Wahlgang den gesammten Ordnnngsllüngcl aufs Hanpt. Im Ober- wie im Usiter-E'saß müssen die Bezirkstags-Karpsen, welche bisher in so bc schaulicher Ruhe dnhinvcgelirt halten, sich für die Zukunft also mit der Anwesenheit eines rolhen Hechtes vertraut»lachen. So bildet die diesjährige Bezirkstags-Wnhlvea�egnng in den Reichslanden, wenn von ihr vorerst auch noch keine entscheidende Aendernng in der Zusammensetzung des Landesansschnsses zu erwarten ist, doch eine wichtige Epoche in der politische» Entivickelung Elsaß-Lothringens. Dem System P litt kamer, das sich im Reichstag mit Vorliebe auf die bisher so ganz nach Wunsch aus- gefallene» Wahlen berufen und dieselben mit einem Schein von Be- rechrigung als ein Zeichen der Zufriedenheil des Volkes mit den inneren Zuständen gegen die Feinde der verhaßten Diktatur und ?Insnahmegesetze ausspielen konnte, ihm ist durch de» Ausfall der jüngste» Wahlen nun auch diese schartige Waffe entwunden worden Wenn im Reichsparlament der Jammer der staatsrechtlichen Ans> nahmestellnng Elsaß-Lothringens wieder einmal zur Sprache kommt. dann ivird der Hinweis auf den flammenden Prolest, den das reichsländische Volk am 1. August 1307 gegen das System der Bevormundung und Entrechlung erhoben hat, unsere Widersacher verstummen machen und ihnen den Muth rauben zu der Behauptung, im Lande der„wiedergewonnenen Brüder" sei alles so bestellt, daß es nicht besser sein könnte. Mebvvfichk. Berlin, 21. Anglist. Ter internationale Kongrcst für Arbeiterschutz tritt am Montag in Zürich zusammen. 317 Dclegirte und 119 Gäste haben sich angemeldet. Für die schweizerische Zentralregieriuig erscheint Fabrikinspektor Dr. Fridolin Schnler, außerdem lassen sich sieben kantonale Regierungen und die Stadt Zürich auf demselben offiziell vertreten. Der Nationalität nach sind unter den Telegirren 186 Schweizer, 50 Deutsche, 22 Franzosen, 13 Oesterreicher, je 12 Belgier und Engländer, 8 Italiener, je 2 Polen, Holländer, Ungarn und Luxemburger, je ein Spanier und Schwede. Von den Gästen sind 30 Deutsche, 10 Oesterreicher, 4 Franzosen und 3 Engländer. Mit dem lebhaftesten Interesse werden alle, die für praktische Sozialpolitik Sympathie und Verständniß haben, den Verhandlungen des Kongresses folgen. Der Zusammentritt des Kongresses allein ist ein scharfer Protest gegen die Politik der Stumm, Ressiguier und Genossen. Wir wünschen diesen erstenVersnch einesZnsammenwirkensallerJndnstrie-Arbeiter ohne Unterschied ihrer politischen und sonstigenDifferenzenbestenErfolg. Wir wissen wohl, daß dieses gemeinsame Zusammenwirken der Arbeiter nur ans engem Gebiete möglich ist. Nachdem sich unsere Partei nach reiflicher Ueberlcgung zur Beschickung dieses internationalen Kongresses entschlossen hatte, werden unsere Vertreter in vollster Loyalität und mit weitestgehendem Entgegenkommen zu einer einmüthigcn Beschlußfassung bei- »tragen bemüht sein. Wir sind begierig, wie weit die nicht- ozialdemokratischen Delegirten von dem gleichen Geiste erfüllt sein werden.— „Polizeilicher Nachsicht" sollen sich angeblich in Preußen die anarchistischcil Vereine und Versammlungen erfreuen. Dieser Schluß wird ans dem Umstände gezogen, daß die Scharfmacher- Organe, zn gnnstcn der Umsturzgesctzgebung behaupten,„daß Versammlungen nicht aufgelöst und Vereitle nicht verboten werden könnten, auch wenn anarchistische Umsturzbestrebungen darin in einer die Sicherheit gefährdenden Weise zu tage träten", während die„Wtagdcb. Ztg." demgegenüber mit recht ans die§§ 2 und 5 des Vereins- und Versammlungsgesetzes hin- weift, ans denen sich die Ermächtigung der Behörden ergiebt, gegen Vereine einzuschreiten, die nach ihren Statuten straf- bare Zwecke verfolgen.„Wenn die Polizei gegenüber den anarchistischen Vcreiueu von dem bestehenden Gesetz nicht mehr Gebrauch gemacht hat, so hat das an der Nachsicht der Be- Hörden, nicht aber an dem Gesetz gelegen." Ans diesem letzten Satze der Magdeburgerin wird nun von mehreren Blättern der eingangs zitirte Schluß gezogen. Wir müssen gestchen, daß uns von einer besonderen Nachsicht der Polizei gegen die Anarchisten nichts bekannt ist, int Gegen- theil, wir haben die Empfindung, daß eine gatize Reihe polizei- licher Maßnahmen besonders auch solche gegen die sogenauttte anarchistische Presse, sich im Gesetze nicht begründen lassen, in welcher Annahme wir durch die zahlreichen gerichtlichen Alis- Hebungen polizeilicher Beschlagnahmen:c. bestärkt werden. Wenn die Organe des Herrn v. Stumm in nur zn durch- sichtigen Absichc, die Mähr verbreiten, unter dem jetzigen Vereins- nnd Versammlungsrecht könne„die Propaganda der That, das heißt, in schlichtes Deutsch übersetzt, Mord, Raub nnd Diebstahl" in den Versammluttgen gepredigt werden, ohne daß die Polizei einschreite» könne, so ist es einfach albern, darauf mit einem Gejammer über die„Nach- ficht der Polizei" gegenüber den Anarchisten zu ant- worten. Wir wollen das Vereins- und Versammlnngs- recht für uns und für alle gewahrt wissen und deshalb halten wir es für grnudverkehrt, die giftigsten Gegner dieses Rechts in ihren Bestrebungen gegen dasselbe dadurch zn nnlerstützen, daß man ihnen zngicbt, dieses Recht werde von irgend einer Seile grundsätzlich mißbraucht. Wer so handelt. wirkt, wenn auch nnbctvnßt, im Sinne des Herrn v. Stumm und seiner Genossen.— Zur Abwehr dcö AuarchiSninS. Der Madrider„Imperial" schreivl:„Trotz der Fülle vo» auli-auarchistischen Artikeln, die in den lctzlcn Tagen iu der europäischen Presse veröffeuUicht wurden, ist die Herstellung eines„europäischen Konzerts" zur Uuterdrückuug des Anarchistnus augenblicklich nicht wahrscheinlich. Die spanische lliegieniug hal bereits in Abrede gestellt, daß sie die Initiative zu einer solchen Uebereinkuuft ergriffen habe, obivohl sie natürlich ge- ucigt wäre, das„Konzert" zu fördern. Die italienische Regierung besiudet sich, nach de» Erüäruugen des Marquis von Rudini, in derselben Lage. Die audereu Mächte aber, besonders die ton- augedeuden, lehnen es entschiede» ab. die Initiative zu ergreifen, da sie einen Mißerfolg fürchten, ivie es bei ähnlichen Versuchen, die nach der Ermordung Carnol's unternouttnen wurden, der Fall war. Damals legte England der geineinsainen Aktion der Machte zur Bekämpfung des Anarchismus so viele Hindcrnisse in den Weg. daß seine Haliitng einer dircklen Ablehnung glich. Auch andere Nalioneit »lachten Schivierigkeilen, iveil sie ihre Anarchistengesetze nicht so ändern konnten, daß sie mic den betreffenden Gesetzen aller übrigen Länder übereinstimmten. Trotz dieser Lage der Dinge ergreift mau überall Mittel, in» die Einwanderung ans Spanien komjnendcr Anarchisten zu verhindern. Dieser Bewegung gegen de» Anarchismus haben sich j-tzt auch die Vereinigten Staaten angeschlossen.— TeutschcS Nrick,. — Wieder ein Unfall unserer Kriegsmarine. der Menschenleben gekostet h a i. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend ist vor Nenfahrwasser die Barkasse„Weißen- bnrg" von deut Torpedo-Diuisionsbool„v 1" gcramnit und gesunken, wobei der Malrose Elvert und der Oberheizer Savallisch von der „Weißenblirg" ertrunken sind.— — In der preußischen G e setz s a m m l n n g werden das Ges'tz betreffend Adändernng der hinsichtlich der Jagd ans Wasservögel für Ostfrieslnnd geltenden gesetzlichen Beslinitunngen. sowie die Slädteordnimg sür die Provinz Hesscn-Nassau pubiizirt.— — Aufgehoben, noch ehe sie in krast gelrcte», ist die vor zwei Tagen im„Neichs-Anzeiger" veröffentlichte Verstigung des Regierungspräsidenten zn Königsberg, durch die zum Zwecke der Verhütung der Verbreitung von Gcflügci-Cholera eine dreitägige Quarantäne gegen ans R u ß l a n d eingeführtes Handelsgeflügel angeordnet wurde.— — Eine O r d e n s a u s z e i ch n n n g, die die Agrarier ver» schrnipse» wird, ist die heule vom„Neichs-Anzeiger" gemeldete Ver- leihung des Rothen Adlerordens an den Gchcitnrath und Direktor der landivirthschaftlichen Akadeinie zn Poppelsdorf. Freiherr»' v. d. Goltz. Derselbe hat erst vor wenigen Wochen anläßlich der Jubelfeier der Akademie eine viel bemerkte Rede gegen das»vüste Treiben der Leute vom Bunde der Landivirthe gehalten.— — Die„Deutsche Tageszeitnng" soll Mitte September ei» Junges bekomme». Auf der Welt ist es zwar noch nicht, aber eine» Raine» hat es schon.„Berliner Blatt" wird der Dreikäsehoch heisieu, den man„dem kleinen Landmann, dem kleinen Handwerker, dein kleine» Kailsmann" der Provinz ivöchentlich viermal vorsetzen will. Der Titel ist natürlich mit einer Hiuterabsicht so gewählt. Er soll die politisch Unschuldigen ans dem Lande anlocken. Hat man sie erst, dann wird man ihnen schon die Agrarierweisheit eintrichtern. So meint man. Der junge Schreihals wird vier Pathen haben: a) Den Bund der Land- wirthe. b) Den Buchdrnckereibesitzer Biixenstci». c) Den Direktor der Akliengesellschast„Deutsche Tageszeitung" Felix Telge. Dieser terr hat bekanntlich in» vorigen Jahre auch die famose eitschrift für die vornehme Welt„Hygh-Life" gegründet. 6) Die„Deutsche Tageszeitung". Damit die Sache besser klappt, hat man sich zu einer Genossenschaft mit beschränkter Haftung zusammengeihan. Der Abouuemeutspreis des Blattes ist so niedrig, daß es»»möglich eine» selbständige» Satz haben kann. So»vird es denn ein für den„Mittelstand" znrechtgcinachler Abklatsch der „Deutschen Tageszeitnng" sein. Augenscheinlich haben die kommenden Reichstagswahlen diese Blaltgründnng veranlaßt. Tie Älgrarier, denen der Bode» unter de» Füßen bröckelt, wagen die letzte» Beitrags- groschen der Bundesbrüder und die„Aktiven" der„Deutschen Tages- zeilnng", um in, nächste» Jahr nicht völlig überrannt zu»verde». Ob dem Kind ein längeres Lebe» beschieden sein»vird? Bor ihm»var die„Bolks-Rnndschau". Sie hat ein rasendes Geld gekostet. Und als noch kein Jahr vergangen»var,»var sie hin. Nu», bis zu den Wahlen ist ja»och eine Weile hin. Vorläufig geht die Genossenschaft mit beschränkter Haftung Inserate fischen.— — S ch o o f k l a g t. Er»vill kein Ehrloser sein, der Landtags- abgeordnete Schoos, der für das kleine Uinstnrzgesetz stinunte. Be- kannllich hatte seinerzeit ein nationalliberales Blatt geschrieben, daß ehrlos jeder Nationalliberale sei, der seine Stimme für das vom Herrenhaus zurechtgestutzte Vereinsgesetz abgebe. Dies hatte dem nationalliberalen Abgeordneten Schoos nicht abgehalten, in seinem Wahlkreise Resolutionen zu gunften des reaktionäre» Vereinsgesetzes annehmen zu lassen. Daraus beschästigte sich natürlich die Presse mit Schoos und im„Proletarier aus den» Eulengebirge"»vurde Schoos als der Erste, der— nach der nationalliberalen Presse— Ehrlose» bezeiclinet. Dies hat dem Schoos so gekränkt, daß er gegen de» Redakteur des genannten Blattes, Genossen Feldman» in Langen- bielan, Strafantrag»vcgen Beleidigung gestellt hat. Die Staats- anivallschaft nahm sich auch seiner an und so»vird dem Gekränkten nächstens vom Gericht die Anerkennung»verde», daß er kein Ehr- loser ist. Unser kleines Parteiblatt in Langenbielau scheint als Klage- objekt besonders beliebt zu sein. Unlängst ivnrde es vom König Leopold und nun von Schoos beklagt. Biel Feind, viel Ehr! — Aus P n t t k a in e r u n. Zum Kapitel der Rechtsaussassiing des Landraths v. Pnttkamer zu Stolp bringt das freisinnige „D. Reichsbl." eine»»veiteren Beitrag. Der Landrath halte die Beschwerde eines Kreiseiugcscsscne» gegen die von dem Amts- Vorsteher Rittergutsbesitzer Licutenaut der Reserve v. Bühn ver- hängten Strafe» unterm LS. Mai d. I. mit dem Bescheid zurück- gewiesen: Die Beschwerde sei erstens verspätet eingereicht, sodann habe aber auch in sachlicher Hinficht der Aintsvorsteher v. Böhn vollkoinmeil richtig und in den Grenzen seiner Zuständigkeit ge< handelt.... Auf die beim Landgericht zu Stolp eingelegte Berufung entschied dieses aber am 9. Juli d. I.: Der Angeklagte Schmiedemeistcr Wegener habe lediglich von einen» ih»u zustehenden Rechte Gebränch gemacht, seine Angaben seien»vahrhcitsgemäß und er habe sich bei Wahrnehmung dieses seines gute» Rcchtcs auch keiucsivegs strafbar gemacht; der An- geklagte sei deshalb freizusprechen. So»vas genirt einen richtigen Pullkamer nicht.— — Für die R o t h st a n d s g e b i e t e. Ans Veranlassung des Staatssekretärs des Innern sind s ä m in t l i ch e R e i ch s b a n k- a n st a l t e n angewiesen worden,- Geldspenden für die durch U n»v e t l e r geschädigten deutsche» Bezirke an- znnchnie» und die eiiigegaiigenci» Beträge an das Berliner Zentral- Komitee abzuführen.— — Der Kultusminister hat Grundsätze zur Ans- führung der Besolduiigsanfbesserung für die mittlere» und höheren etatsinäßigen Beamten in der Kultus- vcrivaltnng ausstellen und säinmlliche» zum Geschäftsbereich dcr letzteren gehörenden Behörden, ivelche Besoldmigeii für diese Beamten anzuweisen haben, ciiischließlich dcr Negierungeii zustellen lasse». Wegen AuSsiihniiig dcr Besoldungsverbesseruiig für die Professoren au de» Universiläteu sowie für die Leiter und Lehrer an den vom Staate zu uutcrhaltcuden Lehranstalten ergehen besondere Bestiiiiiiiuiigeu.— — Vom N o r d- O st s e e k a u a l. Nach einer kleinen Zu- saiiiinenstcllnng über die Benutzung und die Einiiahinen des Kanals gegenüber den Schätzniigen der Regierung vor Eröffnung deS Kanals in der„Nord-Ostscezeilniig" crgiebt sich, daß die Hoffniinge», die man in bezng auf Heranziehung eines regen Verkehrs durch den Kanal gehegt hat, auch nicht im enlferntesten bisher cingetroffeii sind. Während iiinn den Verkehr in den ersten Jahren ans min- destens IS Ovo Schiffe von S ö09000 N. N.-T., und die Einnahmen ans 4 125 000 M. geschätzt hatte, pnssirteii im erslcn Jahre lKSSä, im zweiten Jahre LLOSI Schiffe den Kanal. Der Raiiingehall der Schiffe war im ersten Jahre 1 SOS 983, im zweilcii Jahre L 036 861 N. N.-T. Die Eiliiiahmeii betrugen im ersten Jahre 897 461 M., im zweiten Jahre 1086 432 M. Das heißt also, daß. während die Zahl der veranschlagten Schiffe im ersten Jahre fast erreicht war, ihr Naiiingchalt jedoch um 72,5 pCt. hinler dem Boranschlag zurückgeblieben war»nd die Einnahmen um 78 pCt. Im zweiten Bclriebsjahrc hatte das Bild sich elwnS zum besseren verändert. Die Zahl dcr Schiffe»iberslieg den Voranschlag »m 4081, jedoch war der Raiiingehall immer noch um 63 pCl. und die Einnahincii um 73,5 pCl. hinter dem Voranschlag zurück- geblieben. Die überaus hohen BenutziuigSgebührci, dürften unzivelfel- Haft an diesen so bedeutend kleineren Verkehr niit Schuld tragen und die herabgesetzten Sätze für die Beiintzniig des itauals werden in vielen Kreisen noch jetzt als viel zu hohe angesehen. Ebenso dürften die zahlreichen Unglücksfälle im Konal in den beiden Jahren noch manchen von der Benutzniig abgehalten habe». In bezng ans die Unglücksfälle scheint jetzt eine Wendung zum besseren eingetreten zu sein, da dieselben sich doch jetzt nicht mehr ivöchentlich oder noch öfter wiederholen und man nur vereinzelt davon bört. Das von den Voranschlägen so abweichende Resnllat führt die „Nord-Ostsce-Zcitiing" in erster Linie ans die Beiintziiiig des Kanals durch Segelschiffe und das Fernbleiben der größeren Dnnipfer zurück. Der Kanal wurde benutzt von Segelschiffen' von Dampfschiffen 1895/96 9303 7531 1896'97 13 422 3659 Nun ist aber für den Kanal der Tanipferverkehr der vorlheil- Hasteste, den» von den 2 036 861 N N>T, im zweiten Betriebsjahce entfallen 1 V32 682 N. N.-T. ans Danipier und nur 503 173 öl. R.-T. auf Segler. Auch in finanzieller Hinsicht ist der Dampferverkehr der günstigste, da 1896-97 die Dampfer 816 645 M. und die Segel- schiffe nur 269 787 M. einbrachieii. Bon einer Rentabilität dcs Kanals kann also für absehbare Zeit noch keine Rede sein i»id es dürfte nicht sehr fraglich erscheinen, ob eine Bervierfachnng der Ein- nahmen, die zur Rentabilität zun» mindesten nöthig ist, in zehn Jahren erreicht werden kann.— — Zu de in Kapitel der ländlichen Arbeiter- Wohnungen, über welchen Gegenstand sich unser Leitartikel vom Dienstag verbreitete,»vird der„Zeit" von einem Landgeistlichen ge- schriebe»: „Meine Pfarre umfaßte vor einigen Jahren 13 Rittergüter und »iiischließt deren jetzt noch 8; da weiß ich aus eigener genauer Kenntniß. daß die Göhre'sche Schilderung der überaus engen und uiigesnndeii Ranmverhältnisse der T a g e l ö h u e r»v o h n u n g e n ans Wahrheit beruht, und ferner, daß die Armseligkeit und Be- schränktheit der Wohnmigen eine Menge sittlicher Schäden und Gefahren im Gefolge hat. Ebenso aber umfaßte ineiiie Pfarre vor kurzer Zeit auch ebenso viele, zum Theil mit den Gittsgcineindei» eine Ortschaft bildende, Dorfgemeinden— jetzt noch deren 7— und da weiß ich gleichfalls ans eigener Kenntniß. daß die Wohniingen der bäuerlichen Besitzer, die 40 bis 90 n»d Ivo Morgen ihr eigen nennen, zum größten Theil»in nichts besser sind als die Wohnungen der Tagelöhner." Das wirft allerdings ein sehr schlechtes Licht ans die vielge- priesene Lage der selbständigei» Bauern.— Ein anderer Pfarrer schreibt dem„Reichsboten" über die»iienscheiinnwiirdigen Ställe, in denen die Wanderarbeiler»ntergebracht werden: „Sinn sollen freilich polizeiliche Revisionen statt- finden. Davon habe ich noch nichts gemerkt. Aber wenn auch, worauf werden sich dieselben beziehen? Doch wohl nur darauf, ob die Räume in gesnndheitiicher oder feuergefährlicher Beziehung sicher sind. Ob auch in sittlicher? Das bezwelfle ich. U»ld»ver führt diese Nevisionen a»S? Dock) wohl nur der A m t S v o r st e h e r, der in den ni e i st e n Fällen der i n t e r e f f i r t e Arbeit- g e b e r ist, oder dessen Polizeidiener. Diese Revisionen sind also für uiisere Frage völlig belanglos.... Jeder Geistliche, jedes Mitglied des Geineinde-Kirchenraths ist amtlich ver- pflichtet, ans solche Uebelstände sein Augenmerk zu richten. Leider besteht gerade um dieser Frage willen an viele» Orlen eine große Spannung z ,v i s ch e n Geistlichkeit und G r o ß g r u n d- besitz bezw. Beamtenthiini." Solche Verhältnisse sind es aber gerade, a»S denen die Sozialdemokratie vielerorts ihre Stärke zieht. Die Besitzer»vollen die Wahrheil nicht gesagt haben, die Pastoren»nid dergleichen Lcule d ü r f e» sie nicht sage», und die Sozialdemokraten sagen sie,— unbeküinmert um Menschengunst und-Haß. Darum fliegen ihr auch auf dem Lande die Herzen der Arbciler i» stetig»vachseuder Zahl entgegen.—* — Die Gnadengesuche von acht Vonucr Korpsstndeiitcn, die»vege» Mensuren zu drei Monaten Festung vernrtheilt»varen, sind abgelehnt»vorden.—. — Es giebt noch Richter in Dortmund. Unter dieser Spitzniarke schreibt die„Lchein.-Westf. Arbeiter-Ztg.": Während das preußische Kammer gericht die einzelnen Zahl- st e l l e n des Berg- und H ü t t e>» a r b e i t e r- B e r b a n d e s mit dem Sitz i» Bochum jede als besondere» Verein deklarirt hat, die verpflichtet seien, ihre Mitgliederverzeichnisse der Behörde einzureichen, ist unser Schöffengericht zu«inen» anderen Urlheil ge- komme,,. Die vor kurzem i» Brackel gegründele Z a h l st e l l c des Verbandes»var der Zlnfforderiing. ihre Mitgliederliste einzureichen, n« ch l ii a ck> g e k o m m e n,»vcshalb der Vertrauensmann der Zahlstelle in Polizeistrafe genommen worden ist. Derselbe hatte jedoch richterliche Entscheidniig beantragt. Im gestrigen Termine beantragte der Anilsaiiwalt, gestützt ans die Enlsckieidniig des Kammergerichts, die Bestrafung des Angeschnldiglen. Das Gericht erkannte jedoch aus Freisprechung. Das Gesetz spreche davon, daß die Vorsteher der Vereine die Einreichung des Verzeichnisses zu besorgen hätten, der Angeschuldigte sei aber kein Vorsteher, sondern nur Verlranensiuann. Wenn die Polizei ein Verzeichniß der Mitglieder haben wollle, so hätte sie sich an den Vereinsvorstand in Bochum wenden solle». Der gegeiitheiligen Eitt- scheidnng des Kaiiiinergerichts habe sich das Schöffengericht nicht anschließen könne». Das Vereins- und V e r s a in m l n n g s- recht sei ohnehin schlecht genug, m a»i brauche es nicht noch schlechter zu machen.— — Also die Universität Breslau ist, wenigstens nach einer Meldung des„Hamb. Corr.", so glücklich, Professor Wolf in ihren Lehrkörper ailsilebinen zu»iii'isseii. Herr Wolf tritt dort an die Stelle des frühere» Professors Elster, der vor kurzem als Dezernent für die Universiläls-Riigelegcnheiteii in das preußische Uiiterrichlsministeriuin berusen wurde. Die Beriismig wird doppell pikant dadurch, daß Herr Elfter, dcr wohl für diese Berufung die Beraulwortuiig zu tragen hat, als Redaklenr des liierarische» Theiles des Conrad'schc» Jahrbuches, Professor Singer's ver- »ichteiide Kritik dcs Wols'schcii HanpliverkeS pudlizirt hat. Weiler ist interessant, daß Herr Julius Wolf an der Seite des Professors Sombart zu lehren haben ivird, desselben Sombart, der die unseren Lesern auch bekannte Kritik de? Wolf'scheii Buches gegen die Sozial- demolralie im„Archiv für soziale Gesetzgebung" veröffentlicht hat »nd der als der beste Ma»x-Keii»er»inter de» dentsche» Professoren. gilt.— Leipzig, 20. Angnft. Die Meldung der„Köln. Ztg.", daß in Sachse» eine sünfle Kreishanptmai'iischafl durch Theilung dcs Zwickauer Kreises errichtet werden solle, ist nach den vom„Leipz. Tagebl." angestellte» Ermittelniigeii iinzittreffend.— DreSde», 21. Angust.(Eig. Ber.) Die Umsatzsteuer wurde »nd wird svon den sächsische» Miltelstaiidsreltern nicht nur als ein „großes", sonder» auch als ein„gcrechles" Mittel zur Wahrung der Jittercsscn der Klcinkrämer angesehen. Zumal, wenn diese samose Einrichtung sich gegen die„sozialdeinokralischcn" Konsninvereiue lehrt. Und wie ausschließlich man letzlere als Besteueriiiigsobjekte in» Zlnge hat, das geht recht augenfällig aus dem lchlcu Jahres- bericht der Handels- und Geiverbekainiiicr, Bezirk Dresden, hervor. Bckaiiullich habe» sich diese sächsischen Kamiiieri» seinerzeit nicht wenig, wenu auch nicht imiiier direkt, für die Umsatzsteuer ins Zeug gelegt. Jetzt scheint man in diesen Kölperschaftcn anderer Meinung zu sein. Ein paar Aktiengesellschaften habe» Lärm geschlagen, und sie „ p r o t e st i r e ii" dagegen, daß man in Sachsen beabsichtigt, nicht nur von den Aktieugesellschafteu als solchen, sondern auch von den G e w i n ii a ii I h e i l c ,» der einzelne» A! i t g l i e d e r st a a t- l i ch e E i n k o in m e n-»» d K o in in u n a l st e u e r n zu er- hebe n. Alan sieht, dieses Verfahren kommt ganz genau aus das- selbe hinaus, ivas»»»n durch die Umsatzsteuer den Konsul»- vereinen gegenüber thut. Im Effekt hat die Sache nur den Unterschied, daß im letzteren Falle die fast durchgängig armen Mitglieder der Koiisuuivereiiie getroffen iverde», während andcrerseils die Slkliouäre dieser oder jener Unleriiehmmigeii in"der Regel schwerreiche, oder doch wohlhabende Leute sind. Die Dresdner Handels- und Gnverbekammcr will iiiiii auf de» „Nolhschrei" der Aktjonäre hin„Gelegenheit nehme», die behauptete Doppelvesleuerung zu»ulersuche», und eventuell an»»aßgebender Stelle Berich! zu erstatten". Das heißt etioas klarer ausgedrückt: mau ist ge, villi, bei der Regierung die Interessen der große» Niitcrnchimiiigc» zu vertrele»! Das ist ernfach skandalös, wem» man sich vcrgegenwärligt,»vie seinerzeit alle Eimvände der Konsum- vereine gegen die ihnen gegenüber geplante Doppelbesteuerung gerade von dieser Seite znrnckgeiviesc»»vurde». Dein armen Arbeiter, der sich als Mitglied eines Koiisuinvereins in Fori» einer iiubedentcnden jährlichen Tivideude einen kleine», ihm so»loihlvendigen niateriellei» Vorlheil verschaffen will, für den soll diese selbe Doppelbesieilening, die man den reichen A k t> o» ä r e» nicht auferlegen»vill, am Platze sei». Wenn jetzt den, den Handels- und Geiverbekammer» als Mitglieder— allerdings nur in»vinziger Zahl— angehörenden Kleingewerbetreibenden die Singe»»och nicht aufgehe», so ist den Lcule» absolut nicht mehr z» helfen. ;» Chemnitz sind,»vi« berichtet»vird, die von»usere» Parteien zur U n t e r st ü tz u n g der U e b e r f ch>v e in m t e»> Sgegebenen Sammellisten von der Polizei beschlag- nah m t worden.— — Gegen die A c r m st» n wendet sich eine Eingabe deS Bäck«riiiiiiings-VerbaiideS„Saxonia" an die sächsische Regierung, die fordert, daß die namentlich zu gunften der ärmeren sächsischen Bevölkerung bestehende Zoll frei heit kleinerer Mengen Mehl und Backwerk, die von Böhmen über die Grenze gebracht werden, ausgehoben»verden soll. Die von dcr Regierung um ihr Uriheil angegangene Chenhuitzer Handelskaiiimer hat jedoch betont, daß die Aushebung jener Zollfrciheit sich nicht empfehle. Die Aushebung der Vergünftigmig. sich billige Lebensmiltel zu verschaffen, werbe unter der änneren sächsischen Grenzbevölkerung eine tiefe Miß- stimmung hervorrufen und jedenfalls würden die Grenzbewohner dann versuche», sich wohlfeile Nahrung durch Zollhiiiterziehnng zu verschaffen. Wenn auch einzelnen Gewerben durch die ZoNfreiheit dcs sogenaiinlen Drei Kilo-Verkehrs in Mehl zc. einiger Schaden verursacht»verde, so kvn»e doch der Nutzen, de» jene Ge- »verbe von der Aufhebniig der ZoNfreiheit hätten, nicht in» Eni- fernteste» die Nachtheile ausiviege», die der Grenzbevölkerung daraus erwachsen»vürden. Selbst den Bissen billiges Brot vergönnen diese Herren des fogenaiinle» Mittelstandes de» armen Tenleln von Arbeiten» nicht. Und diese Gesellschaft verlangt, daß ihnen die Arbeiter eventuell Heeresfolge leisten.— — In einem Gutachten über die Revision der S e e m a n» s- O r d n n n g»veudet sich dcr Verein Hamburger Rheder,»vie das selbstverständlich ist, gegen die sozialdemokratischen Anträge zu giinsten eines größeren Schutzes der Seeleute gegen schrankenlose Willkür«nd Ausbeulung seitens der Rheder und deren Kapitäne. Es heißt in dem Gnlachlen wörtlich:„Der Seemann hat in gcivöhnlichen Verhältnissen nicht über zu viel« Ülrbcit zu klagen. Das Nachgeben gegenüber den ungerechlscrtigten sozialbemokratischei» Bestrebungen nach Verringcrniig der Arbeit»vürde in»virlh- fchasrlicher,»vie sozialer Beziehung gleich bedenklich sein." Auch die Vorschläge des Reichsamles des Inner»»verde» grchßtentheils bekäinpsl. Es heißt bezüglich derselbe» in dem Berichte des Rhedervereins:„Alle diese Vorschläge bekunde» das Mißtränen gegen die deulschc» gl heder, daß sie ihre Leute rücksichtslos aus- benteten. Gegen dieses durchaus nnbegründele Mißtrauen muß im Interesse der denlsche» Rhederei nachdrücklich Verwahrung eingelegt werden."— Diese„sittliche Entrüstniig" kann angesichts der offen zu tage tretenden AnSbcutuugsivnlh der Rheder nur komisch»virken.— — Die Zahl der S ch n n k st e l l e n der K o n s n m v e r- eine soll,»vie die„Verl. Pol. Nachr." angeben, seit dem Jnkraft- trete» der Novelle zur Gewerbeordnung(l. Januar 1897) erheblich zurückgegaiigen sein,»venigsleus treffe das für' Elsaß-Lolhriiigei» z». Die Novelle bestiinmt bekanntlich, daß die Braniitiveiuschaukstellen der Konsninvereiue ebenfalls,»vie die össciillichen Gastwirthschaften, der Konzessiouspflicht uiiterivorfen sind. Von amllichcr Stelle wird nun ans Elsaß-Lolhringen gemeldet, daß,»vährend am 1. Oktober 1896 ncch 253 Echaiikstellen bei Kousumvereiue»»in Lande bestanden, die Zahl am I. Juli d. I. ans 71 hermilergegaiigen war. Oesterreich. Wie», 21. August. Wie die„Neue Freie Presse" erfährt, hat Graf Oswald Thun die Einladung des Grase» Badeni zu der für den 26. d. M. anberanmleii Konferenz dahin beantwortet, daß er dieser Konferenz beiwohnen»verde. Die Zeitungen»iclden, daß die B e z i r k s h a n p t m a n>»- sch a ft v o n A s ch die Abhaltung eines deittsch-natioiialen Volks- lages nuter freiem Himmel in Asch für iiiorgeii, Sonntag, den 22. d. M., verboten, gleichzeitig aber erklärt habe, sie iverde eine evenluell zivei Versaimiilniigeii in geschlossenen Räume» genehmigen. Hieraus wurden zwei geschlossene Versammlungen für morgen an- gemeldet.— Pilsen, 21. August. Um weiteren naiioiialc» Exzesse», vor- zubeuge», hat die Regieiung die umfassendsten Sicheiheilsvorkehrnngen verfügt. Die ganze Gariiiso» ist kousiguirt ivorden, die deutschen Gebäude»verden polizeilich bnvncht, das Tragen nationaler Abzeichen ist streng verboten.— — Friedensdemonstration in Prag. Unser Prager Brnderorgan„Pravo" veröffentlicht betreffs der befchlossenen Friedensdemoiistratio» i» Prag solgeuden Aufruf: „An das arbeitende Volk»nd alle sozialdemokratischen Organisationen in Böhme»! Gemäß den» Veschlnsse des Exekulivkomitees der czechoslavische» Sozialdeinokratte und im Einvernehmen mit den zeiilral-bölniiischen Organisationen und den deutsch e n Genossen in ganz Böhmen»vird am 4. und 5. September l. I. ein Proteftkongreß der sozialdemokratischen Or- g n n i s a t i o n e» gegen die gegenwärtige nationale Verhetzung abgehalten»verden. Die sozialdemokralischei» Ar- beiter beider Volksstämme i» Böhnien werden in diesen Tagen ihre Sttininen erhebe» zu»» Schutze der Menschlichkcil und der angeborenen Menschenrechle." Am 4. September trete» die Dclegirten zusammen, um die Taktik gegen die Nationalitätciiverhetzer festzusetze», nnd an» 5. September»vird auf dcr Schützeuinsel eine große Arbeiter« Versammlung stattfinden, Ivo in czechischer und deutscher Sprache Reden gehalten werde». Stach der Versaininlnng marschire» die Theilnehiner im Zuge durch die Straßen Prags. Nachmittag? ist auf der Schützeiiiiisel große Friedcusseicr der Arbeiter zu giinsten des neuen czechischen sozialdeniokratischen Tageblattes.— Schweiz. Bern, 19. August.(Eig. Ber.) Die n a t i o n a l r ä t h l i ch e Kommission für die Eise» bahn-Verstaatlichung, welche vorige Woche in dem schönen Julerlaken tagte, um da das Schöne mit dem Polilischei, zu verbinden, hat eigentlich im großen ganzen an der Vorlage, wie sie der Sländerath gestattet hat, keine siiischneidende» Beränderniigei» vorgenoiniiien. Je nach den» Parteislaudpiiukte gegenüber dcr ganzen Frage bedeuten die beschlossenen Abänderungen VelbesserlMgen oder Ver- schlechterungen. Eine Berbesseruiig ist es entschieden, daß der Ankauf der Eisenbahnen durch Ausgabe von Obligationen zur Umwichsluiig mit den Aklien geschehe» könne und daß Ueberschüsse der Bimdesbalmen nicht blos so im allgemeinen für Hebung und Erleichterung des Verkehrs, sonder» speziell zur Herabsetzung der Personen- und Gütertarife, sowie für Erweiterung des schweizeri- scheu Eisenbahnnetzes Verwendung siudkii solle». Die Kreis- Eisen- bahuräth» wurde» in Kreis- Verwattungsräthe umgewandelt. Die ttreisdireklioiicn sollen ohne Mitwirkung eines anderen Organs vom Bmidesralhe gewählt werden. Die mit dem Sitze in Bern beschlossene Generali nckliou hat zu gunstcn der Kreis- direktionei» auf einige Befugniffe verzichten müssen. Die Kommission hat sodann eine Reihe von Anträgen und öliireguiigcn über die Koiiipctcnzansscheiduiigen und andere Tetailpunkle an den Bundes- ralh ge»vi«seii, desgleichen ein Postulat Curti über die Einbeziehung weilerer Bahnen in die VerstaatlichnngSaklion und ein weileres Postulat Curti beliisfend eine Eisenbahiivcrbindiing mit dem Engadin und engere Verbiiidliiigeii mit Italien und Oesterreich. Die nttraniontane» Mitglieder der Koniinissio» waren wie schon im Ständerath getbeilter Meiniing. So stinimtki» zwei aus de» Kau« tonen Freibnrg lind Wallis überhaupt gegen die Pcrstaatlichnug, die andern jedoch dafür. Der Genfer Vcrlrelcr sprach auch wieder von der anständigen Bezahlung der zu verstiiallichendei» Bahnen, was immer auf ei» Geschenk von 60 bis 100 Millionen aus den Taschen deS Volkes an die Aktionäre hinanslänfl.— Sehr»nziisriedei, ist der „St. Gallcr Sindt-Anzeiger" mit dcr Uebcrlraguiig aller wichtigeui Ko» veleuzeii a» den Bnndsßralh, so auch der direkten oder indirekten Wahl aller Eisenba hnbeamten»nd-Angestellte» und serner mit der Ablehnung der Forderung, dem Personal im Ver- »valtnngSrath eine beralbcnde©limine zu gewähcen.„Dcr Zentralismus der Kommissionsmehrheit zeigt einen stark burcaii- lratischen Beigeschmack", sagt das Blatt»veiter,„und statt, daß die Vorlage nun eine Organisation schafft, mit»reicher alle Parteien des Landes zufrieden sein köimen,»vird sie die Vorwürfe erfahren, die den Militäiarlikel», den» Bankgcsetz, de», Gesandtichastsgesetz und anderen Vorlage»,»velche an der Referendums- klippe scheiterten, gemacht worden sind." Die Kommissio» hält am iö. Seplember, vor Eröffnung der BimdeSversammlung, noch eine Sitzung ab. Mau darf darauf mit Interesse gespannt sein, in welcher Gestalt die Eisenbahn-Verstaatlichmigs-Vorlage ans den» Naiionalrathe hervorgehen»vird. Er wird sowohl an die Dciiiv- kraten und Föderalisten,»vie an das Bahnpersonal»ochKoiijessionen rnndjeii müssen, wenn nicht die ganze große Altion ausgehen soll wie das Hornberger Schießen.— Licstal, 19. August.(Eig. Ber.) Im Kanton B a s e l l a n d finde! am 29. August eine Volksabstimmung über zwei Gc- setzesvorlagen statt, die i» etwas anderer Gestall schon mehrmals vom Referendum verschlungen worden sind. Das eine Gesetz de- zweckt die Verbesserung des von 1835 datirte» Schulgesetzes. das zwar eine gründliche Revision und Verbesserung nölhig hätte, die jedoch angesichts des Referendums nicht geivagt wird. Das vor- liegende Gesetz greift daher nur einen Punkt ans vielen heraus, nämlich die Schulversäumnisse, und will in dieser Beziehung dadurch Besserung bewirken, daß die straffreien Zlbsenzen von 6 ans 2 rednzirt werden. Die zweite Gesetzesvorlage will einen ständigen, juristisch gebildeten Obergerich ts-Präsidenten mit einein Jahresgehalt von 3509 Fr.— Fraiikreich. — DieDeinission des Marine minister? wird in einem Theile der französische» Presse wegen des Unfalles des Kriegs- schiffes„Bruix" gefordert.— — Das französische System der Kolonial- Politik fand auf dem eben zu Brüssel stattfindenden ersten iuter- nationalen Kolonialkongreß viel Beifall. Der Franzose Galot besprach die Kolonisation Tonlins, er glaubt die Erfolge seiner Landslente darin würden verkannt. Die Kolonisirung der Länder der gelben Rasse müsse nach dem Ausspruche des Confucins erfolgen:„Wenn Du das Volk regieren willst, so erwirb sei» Vertrau eil n ii d seine Freundschaft; w e» n nicht, so wirst Du die Herrschaft verliere n." De Lanessan habe danach gehandelt und große Erfolge erzielt. Der Lobspruch seines Landsmannes führt den ehemalige» Gouverneur von Jndo-China auf die Rednertribüne, um seine Grundsätze der Kolonisation mit Hilfe der Eingeborene» zu entwickeln. Mit diesem System, das die Rechte und G e w o h n- beitcn der Eingeborene» schonte, hatte Frankreich Tonkin wieder hoch gebracht; der seit 1893 befolgte ständige Wechsel des Systeiils hat aber diese Erfolge wieder in Frage gestellt und hat die alten Schwierigkeilen wieder erstehen lassen. Belgien. Brüssel, 21. August.(„Berliner Tagebl.") Die Bestimmung des neuen Bürgerwehr-Gescyes, welches auch de» in Belgien lebende» Ausländern Bürgerwehrdienste aufzwingt, scheint zahlreiche diplo. matische Konflikte hervorzurufen. Wie verlautet, riefen die englische und sranzösische Kolonie bereits die Intervention ihrer Regierungen an. Auch die Deutschen werden sich dem Gesetze,»vclches das Völker- recht offenbar verletzt nicht nnterwerfen. Dänemark. — Beabsichtigt die dänische Regierung einen G e w a l t st r e i ch? Dem„Svenska Dagbladet", das in Kopcn- Hagen gute Beziehungen zu haben pflegt, ist ans Kopenhagen u. a. geschrieben: „Die große Aussperrung der Maschineiiarbeiler und ihre Folgen beschäftigen in hohem Grade die Oessentlichkeit. leider ist Grund vorhanden, zu befürchte». daß diese Folgen ernst genug werden können. Der Streit zwischen den Arbeitgeber» und Arbeitern ist nun aufs äußerste getrieben und es ist nicht mehr die ge- ringste Aussicht aus eine Uebereinknnft im guten vorhanden. Mit jedem Tage, der vergeht. nimmt der Streit einen hitzigeren Charakter an und man nimmt es aus keiner Seite mit den Mitteln genau, die Stellung des Gegners zu erschweren. Ich hatte kürzlich eine lange Unterredung mit einem höheren Beamten der Kopenhagen er Polizei, bei der aus Andeutungen hervorging, daß die Behörden mit größter Aufmerksamkeit den Verlauf des Streites verfolgen und daß die Polizei durch ihre geheimen Slgeute» sich genau von allein unter- richten läßt, was in de» sozialistischen Fachvereinen vorgeht. Die Polizei hält es für höchst wahrscheinlich, daß es nicht mehr lange dauern wird, bis die Arbeitgeber im Maurer-, Zimmerer- und Tischlerfach allgemeine Aussperrung verhängen, um ihre Kollegen von der Maschinen- und Eisenindustrie zu unterstütze», und man fürchtet, daß die Arbeiter in diesem Falle nicht länger sich von ihren Vorsitzenden in den Fachvereinen werde» leiten lasse». Diese Vorsitzenden haben sich eine» außerordentlichen Einfluß ans die Mit- glieder angeeignet und wollen denselben»alürlich nicht verlieren. Sie treten daher mit einer gewissen Vorsicht auf und ermahnen die Arbeiter unaufhörlich, unter keinen Umstände» sich zu Geivaltsam- keile» hinreißen zu lassen. Es ist aber eine große Frage(!), ob sie die Leitung behalten können, wenn eine allgemeine Aussperrung Thalsache wird, durch die tansende von Arbeitern die schon große Zahl der Arbeitslosen vermehren würden. Es ist klar, daß die Arbeiter im Fall einer allgemeinen Ans- sperrung sich nur Hoffnung ans geringe Unterstützungen aus der Kriegskasse der sozialistischen Fachvcreine machen könnte», und es liegt dann nahe, zu befürchten, daß sie in ihrer Verzweiflung ver- suchen werden, durch Drohungen und Gewallthalen eine Ent- scheidung herbeizuführen.(Das hofft also die Behörde!!) „Unsere Behörden setzen dies voraus!(!) Und ich bin in der Lage, zu erklären, dahsie entschlossen s i n d, m i t E n e r g i e und o h n e d a s g e r i u g st e Z ö g e r n gegen jeden Versuch, die allgemeine Ordnung zn st ö r e n, a n f z n t r e t c». Es ist vorauszusehen, daß die R e- g i e r u n g sich nicht einen Augenblick bedenken wird, ein pro- visorisches Gesetz zu erlassen, durch das s ä in m t l i ch e s o z i a l i st i s ch e n F a ch v e r e i n e„als für die allgemeine Stühe und Ordnung gefährlich" aufgelöst werden. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, daß der Folkelhing sich weigern wird. dieses Gesetz anzunehmen, aber es ist unzweifelhaft, daß der Landes- thing es billigen wird, und nach der ans der Konfliklszeil gellenden Praxis bleibt ein provisorisches Gesetz in kraft, so lange nicht alle Regieruugssaktoren über seine Aufhebung einig sind.(Eine„Praxis", die eben einen Verfassungsbriich bedeutet!) Sollte es zn gewallsaine» Austritten kommen,(!) w ü r d e die Regierung nicht davor zurückschrecke», de» Belagerungszustand zu p r o k l a m i r e n, was unter anderem eine augenblickliche Unterdrückung des Kopenhagen er Organs„Socialdemocralen", des größten und verbreiletste» aller dänischen Blätter, zur Folge haben würde. Da?, was ich hier mittheile, enthält keine Uebertreibnngen, wie ich ausdrücklich hervorheben will für diejenigen, die vielleicht denken könnten, daß eine lebhafte Phantasie mir hierbei geHolsen hat." Wir referire» über diesen Zeitungsartikel selbstverständlich, ohne für die Richtigkeit des Mitgetheille» eine Gewähr zu übernehmen. Daß man der dänischen Regierung derartige verbrecherische Pläne zuinulhe» darf, ist freilich richtig.— Spanien. Madrid, 20. August.(Zur A n a r ch i st e n f r a g e.) Der O b e r st a a t s a ii iv a l t am oberste» Gerichtshof zu Madrid richtete an alle Slaatsnnwallschaften des Königreichs einen längeren Rund- erlaß, welcher gegen die anarchistische Propaganda die denkbar schärssten gerichtlichen Maßnahmen anordnet. Der Erlaß legt die Bestimniiliigen der in den Jahren>893, 1894 und 1896 erlassenen Ausnahmegesetze gegen die Anarchisten dahin ans, daß mit Zucht- Hans nicht unter z w e i I a h r e n derjenige zu bestrnse» sei, welcher ü b e r a n a r ch i st i s ch e U»i t ri e b e derart berichte, daß der Leser darin die A u f m u n t e vu n g zu ähnlichen Handlungen entnehmen könne. Der gleichen Strafe verfalle derjenige, der sich bemühe, eine anarchistische Unlhat ihres Charakters als eines gemeinen Verbrechens zn entkleiden oder die Person eines anarchistischen Verbrechers als eine menschlich sympathische zn schildern. Die Staatsanwälte daher in ihren Amtsbezirken die Presse aller Parteien per�ök-lh aufs schärfste überwachen und das sofortige Einschreiten in jedem Falle veranlassen. Das gerichtliche Verfahren dürfe dabei keinerlei Verzögerung erleiden, und seien die Prozesse gegen Anarchisten und die ihre Propaganda unterstützende Presse allen übrigen Prozessen voran- zustellen. Durch königlichen Erlaß wurden sodann die nach dem Anarchisten- gesetz zulässigen A U s n a h in e b e s u g n i s s e der Polizei- behörden auf alle Provinzen des Staates aus- gedehnt. Dieselben besagen, daß ohne jede richterliche Entscheidung alle a n a r ch i st i s ch e n Druckschriften beschlagnahmt. die anarchistischen Vereine und Gesellschaften aufgelöst und die Verbreiter anarchistischer Lehre» des Landes verwiesen werden können, ohne daß gegen solche Polizei»naßnahmen eine Berufung zulässig ist. Und»vas dann, ivenn trotzdem wieder ein anarchistisches Ver- brechen verübt wird? Welche Verschärfungen dieses genialen Systems wird man dann ersinnen? Dann wird wohl Stumm um Lialh gefragt»verde». Anderes dürfte nicht übrig bleiben.— Madrid, 21. August. Zu der gestern erfolgten Hinrichtung des Mörders Eanovas' werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Bis zum letzten Augenblick blieb Angiollilo vollständig gefaßt; er verweigerte deu geistlichen Beistand.und»viederholte, daß er keine Mitschuldige» habe, sondern daß er ans eigenem Antriebe gehandelt. Sein Tod»verde gerächt»verde»,— Sa»» Sebastian, 21. August. Der Ministerpräsident Azcarraga beabsichtigt, die K o r l e s s ü r d e n N o v e m b e r einzuberufen. Azcarraga stimmt hinsichtlich der kubanischen Frage mit dem General Weyler im Prinzip überein, behält sich aber Aktionsfreiheit vor,»im später die kubanische Angelegenheit eingehend zu prüfen.— Türkei. — Ein neuer Streitsall zwischen de» türkischen Behörden ans Kreta und den A d in i r a l e n. lieber Athen erhält die„Int. Corr." folgende Drahtmeldung ans Kanea: Nachdem bereits betreffs Einsetznng eines ständigen Gerichtshofes in Kanea ein ernster Konflikt zwischen Dschevad Pascha und de» Admirale» ausgebrochen ist, hat Admiral Canevaro dem türkischen Gouverneur nunmehr auch die schriftliche Erkläniug über- sandt. daß derselbe nicht besugt fei, die bisherigen Zollsätze zu erhöhen, und daß alle Verbrauchsgegenstände für die euro- päischen Besatzungen zollfrei einzulassen seien. Jeden Versuch Dschcvad's, das bisherige Berhältniß zu gunften der türkischen Verwallungs- kassen zu ändern, werde Canevaro durch Gewalt vereitel»; uöthigen- falls»vürdeu die Admirale die gesammte Zollerhebung europäischen Beamte» übertragen. Weiterhin wird ans Kanea gemeldet: Admiral Canevaro richtete an den Kaimakan von Hierapetra die Aufforderung, binnen 8 Tagen die von Muhamedanern in Besitz geuommeiicii Häuser der Stadt räumen zu lassen. Zugleich»vurde ein italienisches Kriegsschiff nach Hierapctra cntsandl, mit dem Befehl, daß»ach Ablauf der achttägige» Frist die christliche» Häuser durch italienische Soldaten mit Gewalt geräumt»verde» sollte».— Asien. — Verbot d e r I n d e n v e r f o l g u n g c» in P e r s i e»». Der persische Gesandte in London erhielt von seiner Regierung in Teheran die telegraphische Miliheilung, daß ans die eiudnuglichen Vorstellungen der Verlrcler Englands und Frankreichs hin der Schah jede weitere Verfolgung der Jude» i» strengster Form ver- boten habe. Der bezügliche Erlaß ist an die Gonveriieure gerichtet und bedroht jeden Bcainteii mit Amlsentsetzung,»velcher die Inden zwingen»vürde,«ine besondere Kleidnug z» tragen, oder ihnen ihres Glaubens wegen«ine höhere Steuer auserlegen würde. — Dieser Erlaß des Schahs leidet jedoch an dem Fehler, daß er an die falsche Adresse gerichtet ist. Die betieffeiidcn A»silahmeb«sti«»»ungen gegen die Inden Ivaren von dem persische» Scheck ul Islam, dem Oberhaupt der pei fischen Miihaniedaner, erlasse» worden, nnd ihre Hmiptfordemug ist die Zivangsbekehrung der Inden zum Islam. Die muhamedanisch« Geiülichkeit in Persien aber ist von de» Gouverneiiren gänzlich miabhängig, so daß der Schah wohl erst den jiidenfeiudlichen Eilaß des Oberpriesters in aller Form ausheben müßte, ehe au eine wirkliche Eiiistcllnng der Jiidenverfolgniigen geglaubt werden kann. Ob aber tzzi der jetzigen Erregniig,»velche die gesainmle innhainedanische Welt Asiens er- griffen hat, der Schah einen solchen Schritt gegen das kirchliche Oberhaupt eines Landes»vagen wird, erscheint mehr als zweiselhast. Aiueplka. TLashington, 21. Anguft.(„Franks. Ztg.") Tie Beziehungen mit Per» sollen gespannt sein. Die peruanische Siegienuig weigert sich nämlich, einen amerikanischen Bürger,»anieiis Jackford, welcher durch die Schuld der Regierung bedeutenden Schaden erlitte», ca. 299 999 M. als Entschädigung zn zahlen. Man spricht von einer Flottendemonstratioii der Bereiiiiglen Slaaleu a» der Küste von Peru.— I» Mexiko besteht, nach einer Meldung der„Franks. Ztg.". eine lebbafte Bewegung für Einführung der Goldwährung, da die Negiernng»nd die parlameiitarischen Kreise über das rapide Fallen des Silberpreises beiliiriihiat und alle Lebensbedürfnisse tbenrer ge- worden sind, während die Arbeitslöhne sich nicht geändert haben.— — Sozialistische Kolonien. Nach dem Grundsätze des ktnämtur et altera pars- auch die Gegenpartei werde gehört— veröffentliche» wir uachslehuid ans der Feder eines Mannes,»velcher der Rilski»- Kolonie der Bellaniyten in Awcrila persönlich nahe- gestanden hat, eine Entgegnung auf die Bemerkiiiigen, ivelcher unser amerikanischer Korrespondent(s. Nr. d.„V." vom 1. Angnst) über jene Kolonie gemacht hat: ,. lieber die„Rnskin Kolonie" im Staate Tennessee ist in Nr. 177 des„Vorwärts" vom 1. Angnst ein Beucht, ans New- Dork kommend, veröffenilicht worden, der sich ans einen Biiei stutzt, der von einem uiiziisricdcucn Mitglicde der Kolonie her- rührt. Die Vermuthnng liegt nun nahe, daß dieses Mitglied die Ruskiner Verhältnisse nicht voriirtheilslos geschildert hat. Wenigstens ist sonst der Nnterschied nicht z» erklären, der zwischej, der Darstellung der Sachlage in diesem Briese und den Schilde- rnngen besteht, die nach persönlichen, an Ort n»d Stelle einpfangeneii Eindrücken von den Korrespoiidenlen verschiedener amerikanischer nnd englischer Zeitungen enlworfeii worden sind. Ans jeden Fall kann es nicht schade», um auch den Schein absicht- licher Ungerechtigkeit zu vermeide», daS über die Eiitwickelniig der Kolonie iiitlzniheilen,»vas in dem ans der Kolonie selbst gc- druckten Blatte„The Coming Nation" letzthin gesagt worden ist. Zunächst heißt e» dort, daß laut dem ketzlen, den Staats- behtzrden i» Grmäßheit mit den gesetzlichen Borschriflen vor- gelegten, beschworenen Jabresberichte die Aktiven der„linslcin Cooperative Association" zirka 69 900 Dollars(--- 240 000 M.) betrugen, nnd daß diese Ziffern den Werlb von Grund und Boden, Gebäuden und indnslriellcn Anlagen darstellen. Die Assoziation besitz» 1399 Acres(--- 690 Hektar) Land, davon 1/b Acker, 2/8 Wald- und Weideland, seiner über vierzig Wohnhäuser, bestehend meistens bloS ans zwei Stuben, weiterhin ein dreistöckiges Gebäude, in welchen» eine Druckerei, Speiseivirthfchaft und Versanimlungsränme sich befinde», dann eine Mablniüble und eine Sägemnhle, eine Dampf- »väscherei, eine Schmiede,«ine Echuhmacheriverkstätte, eine Bäckerei, »ine Klempnerei, eine Handelsgärlnerei, gemischte» Waarenladen, Tischlerei, Rienierei, eine Apotheke, einen Barbierladen, eine Maler- Werkstatt, endlich ein« Schule mit Jndustrie-Abtheilung und einen Kindergarten. Da die Rückzahlung der von den Mitgliedern eingezahlten Betrüge von diesen naliitenmäßig nicht gefordert werden kann, so find auch die Eintriltsgelder der 78 heute der Assoziation an- gehörenden Mitglieder im Gesammtbetrage von 39 999 Dollars nicht als Passiva zn betrachten. Bios Spareinlagen in der Höhe von 1999 Dollars kommen als solche in Rechnung, endlich eine hypothekarische Forderung von 6999 Dollars, die noch auf dem Ackerland lastet. Die nächste Rate hieraus in der Höhe von 2999 Dollars»vird erst am I. Januar 1898 fällig, doch ist es wahrscheinlich, daß die Assoziation die ganze Hypothekenschuld noch vor dieser Frist gänzlich tilgen wird, da ihr zu dichm Zwecke von Freunden est» unverzinsliches Darlehen»n Ausilcht ��Na'ch alle diesem steht es eigentlich mit der Assoziation gar nicht so übel, was auch durch die Behaupwiig bestätigt wird, daß sie ihren Bedarf in Wagonladungen bezieht und baar bezahlt. Die von ihr verlegte Zeitung soll in einer bona iias Auflage von 30 000 Exemplaren erscheinen, für die im voraus bezahlt worden ist, da nichts auf Kredit versandt wird.. � Mit beziig ans die Gesinnung der Kolonie-Mitglieder be- hanptel Arthur Baker, der Korrespondent des„London Justice". der Rnskin persönlich besucht hat. daß sich die Ruskin-Kolomsten des Unterschiedes sehr wohl bewußt wären, der zwischen ihrem heute blos innerhalb enger Grenzen durchgeführten, unvollständigen Sozialismus und dem ganze Völker umfaffenden Zulilnfts- Sozialismus der Sozialdemokratie bestünde. Wie sehr sie den letzteren Zustand herbeisehnen, beweise» sie dadurch, daß sie mit aller ihnen zu Gebote stehenden Kraft erziehen, agitiren nnd organisire», und so den Sieg der Sozialdemokratie energisch vor- bereiten helfen... Daß sie dies heute besser thnn könnten, als früher, da sie noch als Lohnarbeiter unter der Peitsche des Lohnherrn gestanden haben, das, meinen sie, dürfte doch kaum fraglich erscheinen. Der von Rnskin ausgehende, besonders im Westen der Ver- einigten Staaten fühlbare, agitatorische Einfluß kann als Beweis dafür gelten." Wir wolle» Einzelheiten bei seit« lassen und wollen auch gar nicht bestreiten, daß einzelne Milglicder der Rnskin-Kolonie günstige Erfahrungen gemacht haben. Allein was hat das mit dem So zig- l i s m n s zu thnn? Assoziation und Gtttergemeinschast ist noch lange kein Sozialismus; daß kleine Gemeinschaften mit Güter- gemeinschast bestehen können, ist seit Jahrtausenden bekannt, für die allgemeinen gesellschaftlichen Zustände aber ganz ohne Bedeutung. BnenoS- Aires, 21. Juli. Die allgemeine Wehr- pflicht soll vom 1. Januar 1898 an in der argeiitiiiischen Re- publik eingeführt»Verden. Die Dienstzeit soll ein Jahr dauern und mit dem 1. Januar nach vollendetem 29. Jahre begiiineii. Hervor- gehoben»vird, daß dieses Heeressyüei» billiger ausfallen soll,»vie das bisherige Werbcsystein, da der Sold der gemeine» Soldaten von 44 M. per Monat auf 24 M. herabgestellt werde» soll. Hier bezweifelt man sehr, daß diese Art einjähriger Dienstpflicht sich im Lande bewähren oder auch nur durchsühren lassen wird. Unsere feinen und verweichlichten Bourgeoissöhncheii, die die beiden letzten 69tägig«n Uebungen kaum haben überwinden tönncii,»verde» Himmel und Hölle in Bewegung setzen,»im nicht an der Chaco-Jiidianergrenze, in Neuquei» oder Santa Cinz dienen zn müsse», nnd nun gar»vahrend eines ganzen Jahres! Sic, die die Hermnfaulei zerci als ständiges Gewerbe beireiben. Da das Werbesystem die Zahl der Soldaten, nämlich 19 999. die man gern ausstellen will, auch nicht annähernd anfzu- treiben gestaltet, soll nnii also die allgemeine Wehrpflicht versucht »verde», Verniillelst derselbe» glaubt man ein stehendes Heer von über 29 999 Mann im Friede» aufstellen z» können. Jedenfalls beweisen diese Projekte, w i e sich der M i l i t a r i s- in n s hier z u entwickeln beginnt nnd sich fühlt uud regt. Trotz aller Schwierigkeiten und Widerstände macht er stetige Fortschritte.— Das Alkohol- nnd T a b a k m o n o p o l soll noch in dieser Session dein Kongreß vorgelegt werden. Die StaalSeinnahnien gehen nämlich bedeutend zurück in diesem Jahre. Das diesjährige Defizit wird jetzt schon auf etwa 93 Millionen Mark berechnet! Also sollen nun Staatsmoiiopole helfen. Das Tadakmonopl ist in» Innern gar nicht durchführbar und das Alkoliolmonopol nur mit so großen Verwaltungskosten nnd Ent- schädigunge» an die Fabrikanten, daß wohl kaum ein Geivinn dabei heransziiscb lagen sein wird. Das Leben wird damit ohneRcsnltat fü»: den kleinen Mann vcrlhcuert.— Die Verschleuderung von G r u n d« i g e» t h ii m vom Staate und den Gemeinden nimmt wohl nirgends solche Proporlionen an, als bei uns. Wo es nur einigen Herren»»d Dämchen ans der„besseren" Gesellschaft ein- fällt, zu sportliche» Zwecken ein Klubhaus zu baue», wenden sie sich flngS an die Regie, img, um Ueberlaflung der uölhigen Grund- stücke, die nalürlich in der Regel sofort bewilligt werden. So kommen die Leute zu ihren pracht"olle>i Klubhäusern, die sie nichts kosten, und nian darf sich nicht wundern, daß die Zahl solcher, die nur den Ver- gnüguiigeii enger Kieiie aus der ülristokralie dienen, eine so große ist. Dagegen ist von Anstalten, die dem allgemeinen Publikum zur Erholung, zur Belehrung und zur Pflege der Gesundheit diene», keine Spur. Die Herren vom Z ii ck e r s y n d i k a t sind um weitere Liedesgaden bei der Regierung eingekamiiie». Sie verlangen, man solle anstnll für 33 pCl. des Prodickls für 39 pCt. die Aus- s ii h r- P r ä in i e bezahle», d. h. ihnen ein weiteres Geschenk von iiiebreren Millionen»lachen und ihnen die ganze Summe und noch darüber hinaus, die die Regierung als Konsiimstener vom Zucker eiiiiiiinint, als Ausfuhr-Prämie zurückgeben. Das war vorauszusehen, denn Vescheitenheil gehört nicht zu den Tugenden eines Zucker- baronS.»» DKekei-NÄchvichtett« Partcilitrratur. Daß Herr v. Stumm mit seiner brutalen Beschimpsiing der Ardeilerklasse der beste'Agitator für die Sozial- demokralie ist, beweist u.a. die Thatsachc, daß die Buch- Handlung Vorwärts soeben in vierter Auslage die Broschüre:„Die H e r r e n h a u s< I n n k e r» n d die Ar- beiter" erscheinen lasse» kann. Diese Schrift enthält die bekannte Laiisejnngen-Rede S t n in in' s und die reaktionäre» Unkenrufe des Exiuinisiers P u t t k a in e r, wie sie im Herrenhause bei der Be- ralhnng der berüchtigten Recke'schen Vereinsgesetz-Novelle zum beste» gegebe» wiirde». ES leben unsere Freunde— die Feinde! Tie diesjährige Parteikonferenz für den märkischen Wahl- kreis Ost- nnd W e st- S l e r n b e r g»vird Sonntag, den 29. Aug., von nachmittags 3 Uhr an in Dresse» im Lokal des Herrn P i t t c l abgehalten. Die vorläufige Tagesordniiiig lautet: I. Recheji- schailsbericht; 2. Verichl der Delegirlen; 3. die devorstehende Reichs- igttSivahl; 4. SleUuiignalnne zur preiißsschen Landtagswahl; 5. die Presse; 6. Wahl eines Delegirlen zm» Parleilag; 7. Wahl der Kreis- Vertraue,»Spersoii. Tic Parteigenosse,« im Wahlkreise Nandolv-Greifenhagen »verde» daraus aiymetksmn gemach», daß die diesjährige Kreis- k o» f e r e n z Sonntag, den 3. September, früh 8 Uhr, in Graba w im Lokal des Herrn Stürmer(Grabower SchützenhanS) abgehalten »vird. Tie Tagesordnung lanlet: I. Die Beiheiligung der Partei ander Landtagewahl, Referent Reichstags- Kandidat K ö r st c n aus Berlin; 2. Diskussioü; 3. Bericht des Bertraii-nSnianueS über die Slgilalion im Kreise; 4. Bericht der Delegirlen; 5. Neuwahl des Kreis-Bertrauensiiiaiiiies: 6. Verschiedenes. Preußische LaudtagSwahlc». Die Parleiaenoffen in Magdeburg nahmen am Donneistag i» einer Versammlung, wo Redakteur Adler ans Halbcrsladl über dieses Thema ge- sproche» hatte, mit allen gegen 3 Stiinmen eine Resolution an, worin erklärt wird: Aiigestchls der jetzigen politischen Lage sei es nölhig, den Beschluß des Kölner Parteitages anfziihebe»; aber einen Zwang für oder gegen die Betheiligiiiig an den LandlagSivahlen auszuüben, das sei zu verwerfen. Mit den Solinger Sircitigkciie»»verde sich, so verkündet in der Elbcrselder„Freien Presse" ein Gegner der Schnmachcr'schen Richtung als„sicher", auch der Hamburger Parteitag z» beschäftigen haben. Dafür spreche schon die Thalsache, daß voraiiösichllich von beiden Richlmigen Delegirte geschickt werden würden, über deren Anerkennung der Parteitag zu entscheiden habe. Traurig genug, daß mau in Solingen nicht selbst das Beschämende ühlt. immer und immer die ernste Arbeit des Parteitages durch lokale Zwistjgkeiten zn stören. Als Reichstagö-Kandidat für den dritte» braunschiveigischen Wahlkreis H o l z in» n d c n»vurde von der Parteikonserenz zu Seesen wieder der Genosse Richard Caliver aufgestellt. Die Pensionit'ung des Gendarm«« Miinter ist bereits erfolgt. Em Sohn unseres Parteigenossen Schröder ist immer noch bemüht, die Wiederaufnahme des Verfahrens im Essener Meineidsprozeß zu erreichen. Auf seine Eingaben an die vorgesetzte Behörde des Zengen Gendarm Munter ist ihm, wie der„Allg. Beobachter" de- richtet, kürzlich folgendes Schreiben zugegangen:„Berlin, Z. August 1897. Auf Ihre an das Generalauditoriat zu Berlin gerichteten Eingaben von, S. April 1896 und 30. Juni 1896, ein Strafverfahren gegen den Gendarm Munter betreffend, erhalte» Sie hternnt zum Bescheide, daß, nachdem zc. Munter aus dem Korps der Landgendarmerie infolge Penstouirung ausgeschieden, Ihre beziv. Antrage der Staatsanivaltschast Essen zugeleitet morden sind, an melche Sie sich hinfort mit etivaigen Anfrage» wenden wollen. v. Rauch, General der Infanterie." Don der Achtstundenbewegung der englischen Maschinenbauer. Die Schiffsreparatnr-Werkstätteu an der Themse, die de» Acht- stnndentag bereits eingeführt hatten, gehen mit der Absicht um. dem Ilttternehnrer-Verbande beizutreten und damit die neunstündige Arbeitszeit wieder einzuführen.— I» London zirkulirt das Ge- rüchl, die Unternehnier- Syndikate von London und Glasgow �.hätten durch ciiiige ihrer Ingenieure auf dem Konti- uente Schiffsbauwerke in Augenschein nehmen lassen, die von den englische» Syndikaten eventuell angekauft werden sollen und in denen dann weit billiger, als in England produzirt werden könnte. — In London haben wiederum eine Reihe Firmen beivilligt, sodaß der Achtstundentag nun im Ganze» in 203 Betrieben mit IS 700 Ar- beitern eingeführt ist.— Ein Führer der amalgamirten Maschinen- bauer hat, um«ine Verständigung herbeizuführen, folgen- den Vorschlag gemacht: Es soll die jetzige Arbeitszeit (S'/e Stunden pro Tag) an den erste» fünf Wochentagen beibehalten werden, am Freitag soll, um die 48 Stunde» voll zu machen, noch eine halbe Stunde langer gearbeitet werden; am Sonnabend, an ivelchem Tage bisher die Werke um 12 Uhr mittags schloffen, würde dann gar nicht mehr gearbeitet werde». Daß die Unternehmer darauf eingehe», ist sehr zu bezweifeln, obgleich damit den» Ein- »vand begegnet»vird, daß bei der achtstündigen Arbeitszeit zuviel Maschinenkraft unbenutzt verloren gehe; außerdem»viirden am Sonnabend bei ganzlichem Rnhelassen der Arbeit an Heizung, Licht Maschinenmaterial erspart»verde».— In Luxemburg haben eine Reihe Firmen Entlassungen eintreten lassen. Der Sekretär der Gasarbeiter-Union macht bekannt, daß viele Hunderte Mitglieder durch den Kampf der Maschinenbauer beschästignngslos gcivorden sein. GemovKMzctfkliriies. Bcrlm mid Umgebung. De»: Nttsstand der Former und Gieffereiarbeiter der Firma R ö s s e m a u i»». K ü h n e»» a n n ist in ein neues Stadium ge- treten. Eine von de» Eisengießereibesitzer» Berlins eingefetzte Kom- Mission verhandelte am Freitag Abend mit der Konimission der Streikenden und sehte zur Beilegung des Ansstandes das Fol- gcnde fest: „Die vom Verband Berliner Metallindnstrieller eingesetzte Kommission gab in der heutigen Sitzung der Kommission der streikenden Former der Firma Rösseina»»» u. Kühneman» in Aus- führnng der an» Tage vorher von den vereinigten Gießerei- besitzern Berlins einstimmig gefaßten Beschlüsse, folgende Er- klärungen ab: In der Regel soll nach 10(zeh»)stündiger Arbeitszeit ab- gegossen fein; in besonderen Fällen kann diese Zeit überschritten »verde». Die verfügbaren Arbeitslente werden zun» Tragen am Stiel kommandirt; reichen dieselben nicht aus, so sind die Former ver- pflichtet, sich gegenseitig attsznhelfe». Ausschuß, der ohne Verschnlden des Formers entsteht, wird bezahlt. Die Entscheidung, ob den Former die Schuld trifft, liegt beim Meister und dessen Vorgesetzten. Bezüglich der übrige» Forderungen der Former, die sich im allgemeinen auf Lohndifferenzen zurückführen lassen, hat Herr Kommerzienrath Ktthnemann erklärt, daß»ach seiner Ueberzengnng nach Wiederaufnahme der Arbeit sich sehr bald eine Einigung er- zielen lassen wird. Nach den stattgehabten Verhandlungen mit der Kommission der Former und nach Rücksprache mit den Inhabern der Firma Rösseman» u. Kühncmnnn ist die unterzeichnete Kom- »nission derselben Ansicht. Berlin, den 20. August 1897. R n in s ch ö t t e l, Aktien-Gesellschaft Schwarhkopff. P. Hoppe, i. F. C. Hoppe. Knüttel, Firma Slktien-Gesellschaft Freund." Das Protokoll hierüber ging den Ausständigen am Sonnabend Morgen zu. Bezüglich des ziveitcn Punktes, die Arbeiten an» Stiel betreffend, wurden die Streikenden nochmals vorstellig und erhielten durch Herr» K ü h n e in a n»» die Zusicherung, daß Former nur in ganz besonderen Nothfällen zu diese» Arbeiten herangezogen»Verden solle». Die Beschlußfassung darüber, ob das oben abgedruckte Angebot von den Arbeitern akzeptirt»verde» soll, unterliegt der heute Sonntag Mittag 1 Uhr, Alte Jakobslr. 37, statlfindeuden Ver- samnilinig der Former. An die Stnckatenre Berlins niid Umgegend! In der letzte» außerordentlichen General-Versammlung,»veiche am 2. Augnst 1897 tagte, wnrde der Beschluß gefaßt, den hiesige» Lokalverei» anfzu- lösen und dafür den Zentralverbaud der Slnckateure Deutschlands beizutreten. Alle diejenigen Kollegen nun, welche ein Interesse daran haben, daß»virklich etwas erspießliches für unser Gewerbe geschaffen»verde» soll, welches nur durch festen Zusammenschluß in der Organisation möglich ist, werden ersucht, zu der am Montag (siehe Annonce) stattfindenden Versammlung zu erscheinen. Mitglieder werden dortselbst aufgenommen. Die Kollegen, welche bis zum 1. August 1897 mit ihren Beiträgen im ßiückstande sind, können ihre Bücher im Arbeitsnachiveis, Steinstr. 17, an Echünemann oder Montag in der Versammlung in Ordnung bringen. Die Kommission. Nchtnng, Hausdiener»nid Packer. Am Dienstag, den 24. d. M., abends 3>/z Uhr, findet eine große Branchenversanimlnng in den Arminhallen statt. Ans der Tagesordnung steht die englische Tischzeit und lange Arbeitszeit in Berliner Känfhäusern, und ist es infolge der Wichtigkeit dieses Punktes für alle Kollegen nothwendig, daß sie sich massenhaft betheiligen. Der Vorstand. Deutsches Reich. Die Tischler Hamburgs stehen vor einer Lohnbeiveguug. Bis vor»venigen Tagen hoffte man auf eine gütliche Einigung mit den Unternehmern, doch scheint diese Hoffnung, nachdem sich die in Bremen zur Zeit tagenden Tischlermeister Deutschlands zu einem festere» Znsaminenhalten den Fordernuge» der Gesellen gegenüber verpflichtet haben, aussichtslos zu fein. Gefordert»vird von den Hamburger Tischlern eine geringfügige Lohnerhöhung. Ob sich die Bau-Anschläger an der Bewegung betheilige»»Verden, ist noch zweifelhaft. Eine zur Erörterung dieser Frage einberufene Ver- samnilnng derselben, konnte zu keinem endgiltigen Beschlüsse kommen, so daß eine neue Versammlung einberufe» werden muß. In Leipzig sind die drei verhafteten Mitglieder des Streik- komitees der Maurer noch immer nicht auf freiem Fuße, obwohl von Fluchtverdacht absolut keine Rede sein kann. Durch die llebcrschtvenimnngen in Sachsen ist der Ver- band der Porzella narbeiter in nicht unerheblicher Weise in Mitleidenschast gezogen morden. In Colditz, einem Städtchen a» der Mulde,»vurde eine Steingnlsabrik durch das Hochwasser (Crniaßen beschädigt, daß S7 Arbeiter auf längere Zeit beschästignngs- los geworden sind. Diesen hat der Vorstand des Verbandes je 10 M. Unterstützung überiviesen und stellt»vettere Hilfe in Aussicht. ' Weraiitivortlicher Nedakteiir- Niignft Jacobcy i» Berlin. Für den I In Ansbach streiken die Polirerinnen der Metall- kapselsabrik von W. Arnold(Jnhaber Dieterhöfer),»veil der Lohn von 30 Pf. pro tausend Kapseln auf 2S Pf. herabgesetzt »vurde. AnS Lndwigshafen berichtet die„Pfälzische Post": In der G ü t e r b e st ä t t e r e i von R e ff e r t Wwe.»varen Lohndifferenzen ausgebrochen, infolge dessen sämmlliche Fuhrleute und Postillone am 8 d. Mls. ihre Kündigung einreichten; insgesammt waren es IS Mann, lauter organisirte Genossen. Die Zentralverbandsleitung i» Berlin beauftragte den Genossen B r a i t t i n g von Mannheim, die Sache in die Hand zu nehme». Am Sonntag früh fanden dem- gemäß Verhandlungen mit der Firma statt. Der Erfolg»var ein guter, die Forderungen»vurden bewilligt und die Leute nahmen infolge dessen ain IS. August die Arbeit»vieder auf. Ter Erfolg ist der Organisation und den» sesten Zusammenhallen der Arbeiter zu verdanken. Der Küferstreik in der Tropf' scheu F a ß f a b r i k in F r a n k e n t h a l in der Rheinpsalz ist nach zehnwöchiger Dauer aufgehoben,»veil die Ausständigen fast sämmtlich abgeufft sind. Ausland. Der Notionalkongrcff der fraiizösischen Bergleute, der gegenwärtig in C a r m a n x tagt und über dessen Verhandlungen wir noch eingehender berichten werden, beschloß auf Basly's Antrag, die Erhöhung des Eingangszolles aus ansländische Kohle zu verlangen. Tic Bauhaudwerkcr von Manchester(England) haben in, Einverständniß mit den Unternehmern folgende Stundenlöhne fest- gesetzt: Maurer 80 und 90 Pf.; Sleinmetze»» 70 Pf.; Tischler und Zimmerer 70 Pf. und die Maler 6S Pf. Sozinles. Eine Arbeiteriiiastrcgelnug, die vielleicht selbst in der Stumm- scheu Aera für die Reichsregierung nicht ohne Interesse ist, weil sie ein langjähriges Mitglied des Reichs- v e rsi ch er un g s a m t s betrifft, meldet die„Reußische Tribüne" aus Gera. Die dortige Firma Morand u. C o. hat de» 28 Jahre lang von ihr beschäftigten Arbeiter Julius Gr»inert entlassen, weil er gegen die Hausordnung dadurch verstoßen haben soll, daß er sich eines Tages von der Arbeit entfernte, ohne dies im Komtoir mitzutheilen. Der Hergang war folgender. Ter Geschäfts- führer der Textilarbeiter-Krankenkaffe, deren Vorstandsmitglied Grünert ist, ließ diesen zur Erledigung einer dringliche» Kassenangelegenheit von der Arbeit»vegrufen. Der Bote, der Grünert aufsuchte, sagte ihm. er habe bereits Mittheilung im Komtoir gemacht, ohne daß man dort Einwendungen erhoben hätte. Aus diesem Grunde also ttnlcrließ Grünert, ins Komtoir zu gehen. 23 Jahre lang hat er der Firma Morand u. Komp. treu ge- dient, eine doch geiviß cntschnldbare Unterlassung wird jetzt benutzt, ihn in seine» alten Tagen auf die Straße zu setzen. Das ist der Dank des Kapitalsp Soziale Rechtspflege. Abfinduug verunglückter Ausländer. Die i» einem Texiil- betriebe beschäftigt gewesene Arbeiterin B vis l hatte einen Unfall erlitten und erhielt nun eine Rente. Die Berufsgenosienschaft»vollte die Verunglückte, die Ausländerin ist, gern mit einer Pauschalsumme abfinden. Durch einen anfechtbaren Bescheid»vurde die Absicht aus- geführt, und zivar setzte die Berufsgenossenschaft den dreifachen Betrag der Jahresrente als Adfindungsfuinnie fest. Die Klägerin, ein 30 Jahre altes Mädchen, legte indessen Berufung ein und verlangte eine höhere Abfindung oder die Weilerzahlung der bisherigen Rente. Das Schiedsgericht vernrlheilte darauf die Beklagte, die bisherige Rente der Klägerin weirerzngewähren. Die Berufsgenoffenschaflen könnten allerdings Ausländer durch eine Kapitalszahlung für ihren Entschädigungs- ansprnch absind»». Es sei aber falsch, ans die Bestiinmnng des Bau- Unfnllversicherungsgesetzes zurückzugreifen, wonach die Abfindung mit dem dreifachen Betrag der Jahresrente zulässig fei. Durch dieses, 1837 erlassene Gesetz»verde das Gesetz von 1884 nicht modifizirt. Für die Klägerin sei der dreifache Betrag zu gering, da sie erst 30 Jahre alt sei und noch lange im Genuß ihrer Rente ver- bleiben könnte. Die Berufsgenossenschaft legte nunmehr Rekurs ei» und erklärte die der Klägerin zugedachte Abfindung für augemesse». Das Reichs-Versicherungsamt schloß sich jedoch dem Schiedsgericht an. Die fragliche Bestimmung des Bau- Unfall- BersicherungsgesetzeS berühre diesen Füll nicht, auch könne keines- wegs hier die dreisache Absindung als angemessen erachtet werden. Die Berussgenossenschast müsse sehen, wie sie die Klägerin zufrieden stelle. Eine besondere Vergütung für Nachtarbeit verlaugte der Schneider H. von» Inhaber eines Uniformgeschäfts, für den er mehrere „Anproben" gemacht hatte. Dieser, ein Herr Junge, wollte aber einen Zuschlag nicht beivilligen und gerieth auch mit H.»vegen des Netto- Preises in Streit. Vor dem Gewerbegericht suchte H. da»» seiner Meinung vom Werthe der Arbeit Geltung zu verschaffen. Tie Kammer I unter dem Vorsitz des Assessors Hellivig erklärte 4 Mark pro Stück für angemessen und»vies den Anspruch auf einen Zuschlag für die Nachtarbeit als unbegründet z»irück. Sei auch Kläger durch den Auftrag des Bektngten veranlaßt»vordcn. die Nacht zu Hilfe zu nehmen, so könnte er eine» höheren als de» sonst angemesseneii Preis für die Nachtarbeit doch mir dann fordern, wen» eine besondere dies- bezügliche Verabredung getroffen worden»väre. Mangels einer solchen Abrede müsse er sich mit der ihm zugebilligten Summe be- gnügen. Es liege im Jnleresse des Stückarbeiters, seine Arbeil sobald als möglich fertig zu stellen. GevirTzks-Seikung. Der letzte Ansstand der Zimmerer brachte am Sonnabend den Zimmergesellen Wilhelm Müller»vegen Vergehens gegen die ZZ 153, 152 der Reichs-Gewerbe-Ordnung auf die Anklagebank vor der 136. Abtheilung des Amtsgerichts I. Im Juli d. I.»varen,»vie bekannt, diejenigen Ziiiimerer i» den Ausstand eingetreten, denen die auf 60 Pf. Stundenlohn lautende Forderung nicht bewilligt worden»var.� In einer allgemeine» Versammlung»var die Aufstellung der Forderung beschlossen»vorden. Zu jene» Arbeitgebern, welche die Forderung nicht bewilligten, gehörte auch der Rathszimmermeisier Winkelinann. Infolge dessen legte» bei ihm zivei Mann, von welchen einer der Angeklagte»var, die Arbeit nieder,»vährend einige andere, unter ihnen der Zimmerer Qnasebarth, weiter arbeiteten. Die beiden Streikenden wurden am 6 Juli d. I. abgelohnt. Der Angeklagte brachte Quasebarth, wie er sagt auf dessen Verlangen, Bescheid darüber,»vie sich Winkelmann zu der Lohnfordernng stelle, er stellte ihm die Sache vor. Qnasebarth aber erklärte, daß er die Arbeit nicht niederlegen wolle. Der An- geklagte machte ihm darüber Borhaltungen,»veil Qnasebarth aus der allgemeinen Versanimluiig ebenfalls für die eventuelle Arbeits- niederlegiing gesprochen hatte. Quasebarth erklärte darauf, daß er zu Mittag die Arbeit niedeilegen»vürde. Zu Mittag kam der Angeklagte in das Restaurant, in welchem Qnasebarth mit dem Legen von Diele» beschäftigt»var. Trotz dieser Zlrbeit»var das Restaurant nicht geschloffen. Nach der Anklage soll»nn der An- geklagte hier zu Quasebarth gesagt haben:„Nun packe Deine Sachen zilsnmmen und schließe Dich n»s an;»venn Du nicht mithallen willst, dann»virst Du die Folgen schon erfahren." Der Angeklagte bestreitet, diese Aeußerung gethan zu haben; er»vill auch von keinem anderen eine Drohung gehört haben. Der als Zeuge vernommene Qnasebarth will auf Zureden des Angeklagte», und zwar nur ans Neugierde, an der all- gemeinen Versammlung theilgenommen haben,„um ninl zu sehen, wie es da zugeht". Was den Vorfall selbst anbetrifft, so schildert ihn der Zeuge ähnlich wie der Angeklagte. Als letzterer zu Mittag nach den» betreffenden Restaurant gekommen sei, habe er iseratentheil verantwortlich: Th. tttlocke in Berlin. Druck und Verlag von zu dem Zeugen gesagt:„Du arbeitest ja noch." Er(der Zeuge) habe darauf erwidert, daß seine Arbeit noch nicht fertig sei, worauf der Angeklagte sagte:„Du arbeitest nicht immer bei Winkelmailii, Du kommst auch auf andere Plätze, da wird Dir das später nachgetragen." Das ist,»vie der Zeuge sagt, die Erklärung für die Worte der Anklage,-.r würde die Folgen erfahren. Tann habe der Angeklagte noch gesagt, er(Zeuge) solle seine Sachen zusammenpacken und mitgehen. Das habe er denn auch gethan, um nicht Unannehmlichkeitei» seitens der Zimmerer zu haben. In Begleitung des Angeklagten hatten sich nämlich noch mehrere Personen befunden— es»varen das Mitglieder der Lohn- komniission. Qnasebarth hatte damals auch angenommen, der Angeklagte und seine Begleiter hätten sich absichtlich auf die Dielen gestellt, damit er nicht weiter arbeiten kann. In Wirklichkeit war das Lokal, wie Quasebarth zugeben muß, so klein, daß die Leute auf die Dielenbretter treten mußten, wenn sie Getränke erhalten»vollteu. Nachdem nach Vernehmung des Quasebarth auf»vettere Beweisaufnahme verzichtet ivorden war, beantragte der Staatsanwalt selbst die Frei- sprechung, da den» Slngeklagten eine Bedrohung oder die Aus» Übung eines Zwanges nicht nachgewiesen sei. Die Redensart von der späteren Folge könne als Drohung nicht aufgefaßt werden, sie sei also nicht geeignet gewesen, auf Quasebarth im Sinne des§ 153 einzuwirken. Der Berlheidiger, Rechtsanivalt Dr. Herzfeld, schloß sich diesen Ausführnngen nnd dem Antrage an und der Gerichtshof erkminle demgemäß. Rathszimmermeister Wiiirelinann aber war mit diesem Urtheilsspruch, de» er sich nicht erklären konnte, keineswegs ein- verstanden, sonder» erklärte vor der Thür des Sitzungssaales, er würde Widerspruch erheben— er scheint nicht zu»Visse», daß ihm ein Recht hierzu nicht zusteht. Eine empfindliche Strafe zog sich der Kaufniann Max Cohn zn, der wegen lhälticher Beleidigung vor der>29. Abtheiluug Amts- gerichts I.»nter Anklage stand. Da die Sittlichkeit gefährdet war, mußte unter Ausschluß der Oeffeutlichkeit verhandelt»verde». Aus der Urtheilsbegründung ging hervor, daß die Verkäuferin Margarethe Schmidt, mit der Cohn in demselben Geschäfte lhätig war. vom 'Angeklagten in schamloser Weise berührt»vurde. Wegen der Schwere der Beleidigung»ahm der Gerichtshof von einer Geldstrafe Abstand und erkannte aus einen Monat Gesängniß. Vepesäjen und letzke L�n�hvitHken. Köln, 21. Augnst.(W. T. B.) Der„Kölnischen Zeitung"»vird aus Ha»»over gemeldet: Die Untersuchung über den Unfall, der den F r a n k f u r t- H a m b» r g e r D n r ch g a n g s z»i g am 14. d. Mts. bei Celle betroffen hat, befindet sich, wie»vir ver- nehmen, nunmehr i» den Händen des Gerichts, nachdem durch die soivohl von der Staatseisenbahn-Venvaltung,»vie dem Reichs-Eisen- bahuamt vorgenommene Untersuchung festgestellt worden ist, daß die Ursache des Unfalles weder in dem Zustande der Bahn oder des Geleises, noch in der Beschaffenheit der Lokomotive und der Wagen, noch in den» Verhallen der für die Sicherheit des Zuges verantwortlichen Beamten liegen kann. Soivohl die Lage des Geleises, wie die Beschaffenheit der Schienen nnd Schwellen, ebenso die Bauarbeit nnd der Zustand der Fahrzeuge des Zuges hat sich,»vie bestimmt verlautet, als durchaus normal ergebe», auch kann festgestellt werden, daß die Geschivindigkeit des Zuges nicht über das zulässige Maß hinausging, was schon um des- willen sehr unwahrscheinlich ivar, weil er sich in einer anhaltende» Steigung bewegte. Dagegen erscheint es nach verschiedenen, bei der bisherigen Untersuchung ermittelten Thatsachen w a h r s ch e i n l i ch. daß ein Verbrechen vorliegt. Es ist daher aus die Ermittelung des Thäters eine namhafte Be- lohnung gesetzt ivorden. Dresden, 21. August.(W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Auf der Linie Mügeln- Geifing— Allenberg wird der Gefainmt- verkehr von Mügeln bei Pirna bis Weesenstein am 23. d.M.»vieder ausgenommen. München, 21. August.(W. T. B.) Der von München kommende Schnellzug Nr. I0S überfuhr heute Mittag in Freilassing das Perron- signal und fuhr dem Personenzug Nr. 377 in die Seite. Fünf Personen des Personenzuges wurde» schwer verletzt, eine von ihnen ist bereits gestorben; von den Insassen des Schnellzuges»vurde einer leicht vei letzt. Mehrere Wagen sind zertrümmert. Freilassing-. Vaycrn, 21. August.(W. T. B.) Bei dem gemeldeten Zusammeustoß zwischen dem Schnellzug München- Reichenhall und dem Personenzug Salzburg-Reichenhall»vurde der Direklionsadjunkt Moritz Beyll ans Wien gelödtet; schwer verwundet wurden Frau Anna Beyll und der Privalbeamte Siegfried Husserl aus Wien; leicht verivnndet wurden die Tochter des Tireklions- iidjunkten Beyll, Wilhelmiue Beyll, Frau Therese Dittenberger aus Wien nnd Frau Marin Scharf aus Salzburg. Strafiburg, 21. August.(W.T.B.) Die„Straßb. Post" meldet: Der Rhein steigt sehr rasch, der Pegel von gestern Abend»var drei Meter, von heute früh 4 Meter. Das Steigen»vird voraussichtlich »ach den Meldungen vom Oberrhein bis morgen anhalten. In Hüningen ist der Rhein seit gestern um 1,50 Meter und in Waldshut um 1 Meter gewachsen. Die Arbeite» zur Verbreiteruiig der Einfahrt in den kleinen Rhein mußte des Hochwassers wegen eingestellt werden. Auch der kleine Rhein ist bereits über seine Ufer getreten und hat das Vorland überfluthet. Die Ursache des Hochwassers ist die bereits gemeldete schnelle Schneeschmelze in den Hochalpen. Trieft, LI. August.(W. T. B.i Heute»vurde vor dem hiesigen Erkenntnißgericht nach dreitägiger Verhandlung gegen 21 bei dem Bau der Hochofenanlage in Servola beschäftigt gewesene Arbeiter»vegen der gegen italienische Arbeiter am 5. Juni in Servola verübten Gewaltthätigkeiten das Urtheil gefällt. Achtzehn erhielten Kerkerstrafen von 4 bis 9 Monaten, 3 wurden freigesprochen. PariS, 21. August.(W T. B.) Die Verhandlunge» in dem Prozesse wegen des Bazarbrandes in der Rae Jean Gonjon sind heute zu Ende gesiihrt»vorden. Der Urtheilsspruch»vird Dienstag gefällt werden. Ronen, 21. August.(W. T. B.) Durch Eulgleisniig eines Eisenbahnzuges bei Le Pelit-Conronne wurde eine Person gelödtet und zehn verwundet. London, 21. August.(„Frankfurter Ztg.") John Bur» theilte mit, daß von 240 Londoner Unternehmer 208 die Forderungen der Maschiuenbancr beivilligt hätten. Trotzdem nimmt der Ausschluß und der Streik zu. Man glaubt, derselbe»verde sich bis zn Weih- nachten hinziehen. London, 21. August.(W. T. B.) I» dem Schiffsbanhoff von Elswick bei Newcastle»vurden heute Nachmittag 700 Maschinisten, Zimmerlente und andere Arbeiter beschäftigungslos, weil das Ge- schüft»vegen der Lobiistreiligkeiten im Maschinenbaiiwesen sehr still ist. Kopenhagon, 21. Anglist.(„Frankfurter Zeitung".) Der eng- tische Arbeiterführer Tom Man ist hier eingetroffen. Er»vill für die Einführung des achtstündigen Arbeitstages agiliren. Kiew, 21. Sliigust.(W. T. B.) Infolge einer Bcnziiicxplosion entstand gestern in einer diesige» Trognenhaudlung ein großer Brand, bei dem 15 Personen verbrannte». Kanca, 21.'August.(Meldung der„Agence Havas".) Die von den Admiralen eingesetzte militärische Jnslizkommitsion besteht nus den Franzosen Van den Brock als Vorsitzende», sowie je einen» Russe», Deutschen, Italiener, Engländer nnd Oesterreicher als Mit- gtieden». Dschewad Pascha hat es unterlassen, auch einen türkischen Offizier für die Kommission zu designire». In einer Bckannlniachnng der Admirale»vird ausgeführt, die außergewöhnliche Lage nnd der Mangel einer Justizbehörde, die im stände wäre, Attentate gegen die internationalen Truppen zn unterdrücken, hätte die Einsetzung der militärischen Juslizkomniisston erforderlich gemacht. Skntnri, 21. August.(B. H.) Die Polizei-Agcnte», die be- austragt»varen, ein von verdächiigen'Armeniern beivobiitcs Haus z» besetzen,»vurden mit Revolverschüssen empfangen. Militärische Hilfe wurde herbeigeholt.'»VchÄU' eä gelang, in das Haue ein» zndriiigei». Man fand in ,�»....�e» 15 Männer und Frauen, alle bewaffnet. Nach heftigem widerstände wurden dieselben überwältigt und ins Gesängniß überführt. Mnx Babing in Berlin. Hierzu 2 Bcilagci, u lluterhaltungsblatt. n.m. ii, wi.» 1. KilM i>tS Jptmiirtö" ßftliiitt WsM �nv die Gpfev dev �orszwe»ssev� MAkAftrophen sind»NZ ferner die folgende» Beiträge zugegangen: Turnverein Fichte, aus dein Sominersest von der ersten Damen- abtheilnng gesammelt 73.52, Silberarbeiler und Graveure der Firma Schneider 13,50. Summa 87,02. Bereits quitlirt 2209,92. Gesammtsumme 2386,94. Weitere Beiträge nimmt unsere Expedition entgegen. MontmunAles. Ter Jahresabschluß der städtischen Wasserwerke für den l. April 1396/97 stellt sich in Einnahme auf 12 336 039,50 M. und i» Ausgabe auf 11 763 915,19 M., so daß ein Bestand von 572 123,84 M. verbleibt. Beim rechnnngsmäbigen Soll ves Ordi- nariitins ergab sich eine»in 191 326 M. höhere Einnahme und eine um 301 929 M. geringere Zlnsgabe. so daß sich der mit 1 352 308 M. angesetzte Ueberschuß, dem 37 514 M. an vörjäbrigen Niesten hinzutreten, um 493 255 M. erhöht und überhaupt 1 383 077 M. beträgt, wovon nach Abzug der Einnahmereste von 26 244 M. an die Stadthanplkasse baar abgeliefert sind 1 856 833 M. An den Schulden der Stadt Berlin waren die Wasserwerke am Schlüsse des Ncchnnngsjahres 1896/97 mit 53 601 942,46 M. betheiligl. Der ursprüngliche Schulden- betrag der Wasserwerke durch ein beim Neichs-Jnvalidenfonds im Jahre 1874 ansgenommenes Darlehn zn4>/s pCt. betrug 30 000 000 M., derselbe ist durch extraordinäre Tilgung beziehungsweise Verans- gabnng von 3�/z prozentigen Stadlanleihescheinen am Schlüsse des Rechnungsjahres 1896/97 auf 6 272 000 M. herabgesührt ivorden. Uosrales. Zur HilfSaktlo» für die Neberschlvemmte». In der städtischen Hanptstiftuugskasse waren für dieNolhleidenden bis heule Mittag 551 610 M. vereinnahmt worden.— Die behufs Ein- Ziehung von Informationen an Ort und Stelle delegirten Herren: Bürgermeister Kirschner und Oekonomierath Grub(für Schlesien), sowie Baurath Hyllmann und Koinmerzienralh Landau sind in die Nothstandsdistrikte abgereist und werden in wenigen Tagen ihre» Bericht dem Ausschuß unterbreiten, welcher sich dann über die dem Zentral- komitee in betreff der Vertheilnng der Millionenspende Berlins zu inachendeu Vorschläge schlüssig mache» wird. Jnzwische» wird der Slnsschuß in den nächsten Tagen über die Verlheilung der noch zur Verfügung stehenden 75 000 M. berathen. Hoffentlich kommt endlich etwas mehr Zug in die Vertheilung der reichlichen Spenden. Vom Berliner Fernverkehr. Vorgestern gaben wir einer Beschwerde Raum, die sich darauf bezog, daß der Verkehr i» der Richtung Görlitz von der Stadtbahn nach dem Görlitzer Bahnhos verlegt worden ist. Diese für einen beträchtlichen Tlieil der Ein- ivohiierschast unbeqneme Aeuderung ist eine von den systematischen Maßregeln der Eisenbahnverwaltung, deren Zweck dahin gehl, die Stadlbahn überhaupt möglichst vom Fernverkehr zu entlasten und diesen auf diejenigen Bahnhöfe zu übertragen, die mit der Stadtbahn keine direkte Verbindung haben. So ist bereits der Verkehr in der Richtung Hamburg, sowie der in der Richtung München von der Stadtbahn nach dem Lehrter Hauptbahnhof resp. dem Anhalter Bahnhof verlegt worden. Solche Aenderungen mögen gewiß für manche Reisende Unbequenilichkeiten mit sich bringen, aber wie die Sachen einmal liegen, bilden sie von zweien immer noch das kleine Nebel. Denn durch die riesenhafte Zunahme des Stadtbahn- und Vorortverkehrs ist die Stadtbahn in einer Weise belastet worden, die vorab kaum einen anderen Ausweg offen läßt; hat doch allein der Verkehr der Stadt- und Ringbahn eine solche Ausdehnung erfahren, daß seit einigen Jahren auch die Vorortzüge auf den Ferngcleisen verkehren müssen. Un- berechenbare Komplikationen, die sich zum mindesten in häufigen Verspätungen geäußert hätten, wären die Folge gewesen, wenn die Eisenbahnverwaltnng nicht dahin getrachtet hätte, die Fernzüge ans die nicht von der Stadtbahn berührten Bahnhöfe zu über- tragen. Nun ist an eine Verbreiterung des Stadtbahn- geleises nicht zu denken, ebenso liegt das Ideal eines Zentralbahnhofes und die vorgeschlagene Errichtung eines Stockwerks ans der Stadtbahnstrecke noch in weiter weiter Ferne. Mithin wird das Publikum sich daran gewöhnen müssen, daß der Berliner Fernverkehr im Gegensatz zu dem anderer Städte nicht zentralisirt sondern dezentralisirt wird. Welch eil» unanständiger Kerl dieser Goethe doch lvar, däS erfährt man jetzt durch die— Charlottenburger Polizei. Der Magistrat von Charlottenburg hat bereits vor geraumer Zeit eine Liste der noch namenlosen Straßen und Plätze eingereicht und n. a. darum ersucht, daß die Straße 6a, die die Goethe- und Bismarck- straße verbindet, nach der Jugendliebe Goethe's, Friederike von Sesenheim, den Namen Friederiken st raße erhalten solle. Der Name wurde indessen, wie die Charlottenburger„Neue Zeil" mit- theilt, von der Polizei abgelehnt und diese Ablehnung wurde damit molivirt, daß Goethe und Friederike von Sesen- heim in einem unsittlichen V e r h ä l t n i ß z u einander g e st a n d e n hätten. Und der Mann war Geheimrath und Minister! Einfach scheußlich! Ein zweites Stücklei» der Charlottenburger Polizei verdient ebenfalls der Oeffeutlichkeit preisgegeben zu werden: Für eine andere Straße Halle der Magistrat, in dankbarer Er- innerung an den Superintendenten D r e s s e l. der in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts in Charlottenburg sich be- sonders um die Errichtung des städtischen Krankenhauses verdient gemacht hat, den Namen Dresselstraße beantragt, illber auch dieser Name mußte der Polizeimoral zum Opfer fallen. Man fand, daß der Name anstößig erscheinen könnte, weil es in Berlin einen Traiteur Dressel giebt, der in gleicher Weise durch seine exquisiten Diners und Soupers, wie durch die in seinem Restaurant befindlichen chambres separees bekannt ist, und lehnte den An- trag ab. Die nene Banpolizei-Ordnung für den Stadtkreis Berlin ist dem Magistratskollegium zur Kenutnißnahme milgetheilt und, wie wir meldeten, gleichzeitig amtlich in der„Nordd. Allg. Ztg." ver- öffentlicht worden Sie ist vom Polizeipräsidenten unter dem 15. August d. I. auf grnnd des A 6 des Gesetzes über die Polizei- Verwaltung vom 11. März 1350 und der ZZ 43, 143 und 144 des Gesetzes über die Allgemeine Landesverwnliung erlassen, nachdem die vom hiesigen Magistrat versagte Zustimmung durch Beschluß des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg und der Stadt Berlin vom 9. August dieses Jahres ergänzt ivorden ist. Die nene Baupolizei- Ordnung ist am Tage der amtlichen Veröffent- lichung unter gleichzeitiger Aufhebung der Baupolizei- Ordnung für den Stadtkreis Berlin vom 15. Januar 1337— also gestern— in Kraft getreten. Die ans grund der letzleren erlassenen Bekannt- machungen bleiben bis auf weiteres in kraft, desgleichen die Polizei- Verordnung vom 27. April 1394, betreffend die Banbeschränkungen der Schöneberger Wiesen»c Die nach der Baupoliiei-Orbnnng vom 15. Januar 1837 bereits erlheilten Banscheine verlieren, sofern ihre Giltigkeit nach§ 29 nicht früher erlischt, die Giltigkeit nach Ablauf von fünf Monaten vom 20. d. M. ab, wenn nicht inzwischen der Bau begonnen ist, und bei Neubauten, wenn nicht inzwischen die Fnndamentc gelegt und die Kellermauern bis zur Erdoberfläche her- gestellt sind. Eine eingehende Würdigung der neuen Baupolizei- Ordnung werden wir in den nächsten Tagen bringen. Wir leben in einer groß»-.. Tt"'* vielleicht schon in der Zeit der herrlichen Tage. Wie groß Ul.jvlic' Zeit eigentlich ist, wurde der unwissenden Mitivelt zum Beispiel klar> als bei der Zentenarfeier jedem Angehörigen des Kriegsheeres eine Medaille verliehen wurde. Während es bis dahin nur Brauch war, nach Beendiching eines „großen" Krieges derartige Geschenke an die aus mörderischem Kampse zurückkehrenden Kombaltanten zu vertheile», genügte bei der Zenlenarseier die Größe des Moments an sich schon und die That- fache, daß man als zwanzig- bis zweiundzwanzigjähriger junger Mann just im bunten Rock stak, als das große Ereigniß des prenßi- schen Gedenklages herangekommen war. Der Werth der Medaille und des weltgeschichtlichen Vorganges, aus welchem heraus sie verlheilt wurde, soll nunmehr den Trägern noch besonders deutlich gemacht werden. Es ist, wie ein hiesiges Blatt meldet, ein ein- schränkender Erlaß erschienen. Das stete Tragen ist nicht statthast. Die Medaillen dürfen nur im großen Dienste getragen werden und bei solchen Fällen, wo der Soldat im Ordonnanz- oder Parade- Anzug zu erscheinen hat, also bei Kirchgängen, Hochzeiten, Leerdi- gungen n. s. w. Ei» moderner Ritter Georg. Der durch den Streit mit den Barrison's in weiten Kreisen bekannt gewordene Redakteur Otto der Zeitschrift„Artist" wird Gegenstand einer ganz besonderen Ehrung werden. Die hiesige Juwelierfirma S. u W. hat nämlich im Aus- trage einer Anzahl Artisten eine Ehrengabe fertiggestellt, welche dieser Tage überreicht werden wird. Es handelt sich um einen in Silber getriebenen Ritter Georg, der mit gezückter Lanze auf eine» fünfköpsigcii Drachen lossticht. Jeder dieser Drachenköpfe trägt einen Brillanten, wodurch der Charakter der Gruppe außerordentlich au Lebhaftigkeit ge>vinnt. Den tieferen Sinn der Spende zu er- rathen, ist sicherltch nicht sehr schwer, wir fürchten nur, daß der wunderliche Siltlichkeitsapostel und Denunziant auch bei Leute», die nicht besonders für die fünf Barrison-Drachen eiiigenomineii sind, mehr Heiterkeil als Bewunderung erwecken wird. Wegen Eiiifiihriiiig von Sommerkleidimg bei den Post- beamten werden neuerdings weitere Versuche angestellt. Die blaue Kattniibluse, mit welcher einige Briesträger in diesem Sommer aus- gerüstet waren, haben nur geringen Anklang gefunden. Die Ober- Postdireklion hat nunmehr einige Kattuuröcke herstellen lassen, mit welchen einige Briefträger des Postamts 2 ansgerüftet ivorden sind. Ob diese Röcke endgiltig zur Einführung kommen werden, ist noch nicht bestimmt. Gegen den bekaiiiltel» Musikdirektor Carl Meyder(früher in Berlin) hat der Allgemeine deutsche Musikerverband, wie wir in der„Germania" lesen, von neuem Stellung genommen. Neben der Warschauer Affäre und den vieliach in der Meyder'schen Kapelle vorgekommenen Lohndifferenzen wird ihm besonders die Erstattung eines Gutachtens in der Lehrlingsfrage zum Vorwurf gemacht, wo- nach zwei Musikergehilfen zur Ausbildung von sünfzig Lehrlingen genügen sollten. Der Verbandsvorstand hat nun, um ferneren nn- liebsamen Vorkommnissen vorzubeugen, beschlossen, diejenigen seiner wtitglieder, welche mit Herrn Meyder ein kontraktliches Verhältnis! eingehen und in seiner Kapelle uiitivirken, außer Verbandsschutz zu stellen, so daß diese gezwungen sein werden, etwaige Streiligkeiten bei Gericht auf eigene Kosten auszufechten. Bezüglich der Gcltiiiigödancr der Monatö-, Stamin- und Nebciikartcii hat der ivtinister der öffentlichen Arbeiten jetzt folgende Anordnung getroffen. Im allgemeinen Verkehr der preußischen Slaatseisenbnhncn haben diese Karlen am letzten Tage ihrer Gillig- keit noch zu den vor Mitternacht abfahrenden Zügen Giltigkeit und zivar auch dann, wenn dieselben ans der Bestimmmigsstation erst nach Mitternacht eintreffen. Dasselbe gilt von den um 12 Uhr nachls abgehenden Zügen. Die im Berliner Stadt-, Iiingbahn- und Vorortverkehr getroffene Einrichtung, daß die Monatskarten noch nach Mitternacht des letzten Gellungstages zu den bis 1 Uhr nachts abgehenden Zügen benutzt werde» dürfen, bleibt weiter in Geltung. „Bruch"- Chokolade. Tie Brnch-Chokolade ist bekanntlich eine besonders angefertigte und ohne Umhüllung in den Handel gc- brachte minderwerihige Chokolade, während viele harmlose Käufer glauben, daß es zerbrochene Tafeln guter Chokolade seien, welche der Händler, um zu räumen, ttnßerst billig verkauft. Uin dem Unfug, welcher mit der Bruch-Chokolade gelrieben wird, zu steuern, hat laut „Zeilschrift für Nahrnngsmitlel-Untersuchung" die 3. Versammlu österreichischer Nahrungsmittel-Chemiker und-Mikroskopiker, welche zu Wien abgehalten wurde, den Beschluß gefaßt, zu beantragen, den Begriff Brnch-Chokolade ganz fallen zu lassen, beziehungsweise die Forderung aufzustellen, daß es nichl gestattet sei. minderwerihige Sorten von Chokolade ohne Uur hüllung als Brnch-Chokolade in den Verkehr zu bringen. Rekriitcuciiistelliiug. Laut kriegsministerieller Bestimmung soll nach näherer Zlnordnung des Generalkoinmandos die diesmalige Einstellnirg der Rekruten bei der Infanterie in der Zeit v0ii> 12. bis zum l 6. Oktober d. I., bei der Kavallerie baldmöglichst aactr dem l. Oktober, jedoch erst nach dem Eintreffen der TuippentlKile von den Herbstübungen in ihre Garnisonen, bei de» Traiubalnillonen am 2. November und der Trainfoldalen am 3. Mai nächsten Jahres erfolgen. Tie Unterosfizierschüler sowie die als Oekonomie-Hand werker ausgehobenen Wehrpflichtigen sollen am I. Oktober d. I. eingestellt werden. Die iiciicii Rcforiii-Omliibiisse(5 Pf. Linien) werden von Montag ad fortan mit Begleiinng sahreu, d. h. jeder Omnibus wird einen Schaffner bekommen. Die Verwaltung hat sich, wie der „Conf." meldet, um die Konzession für fernere Linie» zu erhallen, dazu entschlösse», den Aniordcrungen des Polizeipräsidiums Folge zu leisten, obgleich damit erhebliche Mehrkosten verbunden sind. Dadurch, daß die jetzt bestehende Ln>ie vom Hausvoigteiplatz bis zum Blücherplatz ausgedehnt wird, hofft man, die meyr entstandenen Kosten zu decke», so daß die Ertragiähigkeit des Unternehmens da- durch nicht beeinträchtigt wird. Für eine Anzahl noner Linien ist die polizeiliche Konzession nachgesucht. Die städtische» TeSiilfertioilölvagen bergen, so schreibt ein hiesiges Blatt, eine große Gefahr für die Gesundheit unserer Kinder weit in sich. Bei dieser erregen sie fast ebenso viel Interesse wie der berüchtigte„grüne Wagen". Fährt der Desinsektionsivagen irgendivo vor, um Sachen abzuholen, so sammelt sich im Nu eine beträchtliche Kinderschaar an, die, dicht um ihn gedrängt, dem Ver laden neugierig zuschaut. Wie oft schon mag auf diese Weise eine ansteckende Krankheit übertragen worden sein? Die den Desinfektions wagen beigegebenen Beamten haben deshalb die strenge Weisung er- halten, jene Ansammlungen der Kinder energisch zu verhindern Schule und HauS müssen aber hier gleichfalls das ihrige zur Ver- hütung der Weiterverbreitung ansteckender Krankheiten beitragen. Der Verkauf des Zirkus Renz durch Franz Renz an Ernst Renz ist nun endgiltig abgeschlossen worden Am Freitag Abend haben beide Parteien den Verlrag in Gegenwart eines Notars unterzeichnet. Ernst Renz hat damit die Leitung des Instituts über- nommen. Der neue Direktor will am 11. oder 12. September in Hamburg mit seinen Aorstclliinge» beginnen. Trotzdem ihm das hiesige Zirkusgebäude durch die Verpachlimg an die Olympia-Theater- gesellschaft während der nächsten drei Jahre verschlossen ist, hofft er doch, alljährlich auch in Berlin spiele» zu können. Zur Eriilordling der Marie Thiele wird amtlich berichtet: Aus dem Unistand, daß ein Portemonnaie der ermordeten Marie Thiele bereits i» der Nacht vom 7. zum 8. d. M. kurz vor l1>/e Uhr in der Hannoverschenstraße gesunden worden ist, mußte der Schluß gezogen werden, daß die Thiele bereits zu dieser Zeit ermordet gewesen ist. Dieser Annahme stehen iudeß die Aussagen mehrerer Mädchen entgegen, welche die Thiele noch nach 12 Uhr, selbst bis 12»/» Uhr nachts auf der Straße oder in Lokalen gesehen haben wollen. Außer dem aufgefundenen scheint noch ein sogenanntes Pompadour- Portemonnaie mit Inhalt geraubt worden zu sein. Dessen Beutel, 10—12 Zentimeter lang, besteht ans dunklem Leder, der Verschluß aus gelben, giltersörmig verschiebbaren Metallstäben mit kleiner Kette daran. Sich selbst erstochen hat gestern der aus Hasselbusch im Kreise Friedeberg gebürtige 21 Jahre alte Schlächtergeselle Robert Rede- mann, der seit sieben Wochen bei dem Schlächtermeister Scharnberger i» der Lausttzerstraße in Stellung war. Der junge Mann zeigte stets ein sonderbares Benehmen. Wenn er abends um 6 Uhr mit der Arbeit fertig>var, so ging er»iemals aus, sondern setzte sich in seine Stube und brütete vor sich hin. Oft schloß er sich auch ein. Als man ihn gelegentlich einmal nach der Ursache seines Berhaltens fragte, sagte er nur, daß er mit seiner Mutler schlecht stehe, weiter ließ er sich nicht aus. Gestern Nachmittag war er wie gewöhnlich im Arbeitsraum im Keller. Als sein Meister uni 2� Uhr hinunterging. fand er den Gesellen in einem Vorräume zur Räucherkammer auf dem Fuß- boden liegen, das Gesicht nach unten. Der junge Mann krümnite sich und zuckle mit Händen und Füßen. Als der Meister ihn um- ivandte, fand er unter ihm eine Blutlache, in der ein großes Schlächtermesser lag, mit dem Redemann gearbeitet hatte. Der Lebensmüde hatte es sich tief in die Brust gestoßen und dann wieder herausgezogen. Der Meister holte einen Heilgehilfen und dann den Arzt Dr. Spicker. Während dieser sich noch mit ihm be- schäfligte, starb Redeman», etwa zehn Minuten später, als man ihn anfgesunden hatte. Der Stich scheint das Herz getroffen zu haben. Die ASPhaltirnng dcS Auguste- Biktoriaplatzcs an der Kirche mit der weggemeißelten KameelSinschrift ist jetzt in Angriff genommen worden. Leider soll den Arbeiten auch die alte einzeln stehende Eiche zwischen der Kirche und dem Zoologischen Garten zum Opfer fallen. Selbst die Linie der Pferdebahn iveicht dem ehr- würdigen Baume aus. Es srägt sich, ob die schöne Eiche nicht hätte erhalten werden können. Der Redakteur des Berliner„Sozialist", Gustav Laiidauer, ist von der Wiener Polizei vorgestern verhaftet ivorden. Wie die Wiener„Arbeiterzeitung" meldet, beabsichtigte Landauer i» Wien Vorträge zu halten. Die Nachricht, daß der Schlächtermeister Karl Haberecht an den Folge» des Niesserstiches, welchen er von seinem Bruder, dem Schlächtermeister Hugo Haberecht in der Zossenerstraße, erhallen, ge- storbeu sei, bestätigt sich erfreulicherweise nicht.— Wie die„Allge- meine Fleischer-Zeitung" erfährt, ist Karl Haberecht bereits gestern wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, wohin man ihn, weil ein Arzt nicht sofort zur Stelle war, gebracht hatte. DaS Gerücht von einein Morde war vorgestern in den wcst- lichen und südlichen Vororlen und auch in Berlin verbreitet. In Lankivitz sollte ein Knabe, namens Richter, mit eingeschlagenem Schädel und mehreren Stichwunden todt aufgefnnde» worden sein. Das Gerücht entbehrt jeder tha'sächlichen Unterlage. Infolge einer vorsätzlichen Brandstiftniig wurde Freitag Abend die Feuerwehr nach der Wohnung des Kleinpnergeselle» t ermann Theermaun im Keller des Hauses Kleinbeerenstr. 1 gerufen. heermann war bei seiner Rückkehr mit seiner Frau in Wortwechsel geralhen, weil diese ihn durch die Kinder in verschiedenen Schank- ivirthschaflen hatte suchen lassen. Nachdem die Frau mit ihren Kindern die Wohnung verlassen hatte, gerieth der Mann in solche Wuth, daß er Bettzeug und verschiedene Wirthschaftsgegeustände auf dem Boden ausbreitete, mehrere Liter Petroleum darüber goß und das Ganze in Brand setzte. Glücklicherweise wurde das Feuer durch Vornve, gehende bemerkt, die die Feuerwehr herbeiriefen, der es in kurzer Zeil gelang, den Brand zu löschen. Der Brandstifter wurde festgenommen. Seiner bevorstehende» Verhaftung suchte sich der Haus- diener K. durch Selbstmord zu entziehen. K., der in der Butter- handln» g von Fulda in der Steinmetzstr. 27 in Stellung war, hatte Huret lichkeiten begangen und sollte deshalb festgenommen werden. Er hängte sich im Keller ans, wurde aber von Hansgenossen ab- geschnitten und durch Krankenwagen in eine Anstalt gebracht. Ein Tobsuchtsanfall, der sich bald nach der Einlieferung des K. ein» stellte, läßt darauf schließen, daß dieser geistig nicht normal veran- lagt ist. Das Polizeipräsidini» macht bekannt: In dem Straf ver- fahren wider den aus Rixdorf, Kaiser Friedrich straße 7, Ecke Hobrechistrnße, flüchtigen Schneider Mikovec alias Mikoiva, der einer hiesigen Konfektions-Aussuhrsirma Stoffe im Werths von etwa 4000 M. unterschlagen bat, ist es für die Kriminalpolizei von Wichtig- keit, daß sich bei ihr in den Vormiltagsstnnden Zimmer 334/35, alle die Personen melden, die von Mikovec Stoffe in Arbeit erhalten oder gelaust hauen, ebenso die vier Droschkenkutscher, die am Sonn- tag, den 15. d. M., verschiedene Ballen fertiger Jockels von seiner Wohnung aus fortgefahren haben. Die geschädigte Firma hat sich zur Zahlung doppelter Arbeitslöhne an die sich meldenden Arbeiter und einer Belohnung an die Droschkenkutscher bereit er- klärt. Selbstmord. Das Opfer widriger Geschäflsverhältniffe ist an- scheinend der Zigarreuhändler Emil Eichmann in der Großen Frank- furterstraße 91 geu-orden, welcher sich gestern Mitlag erschossen hat. Er halte erst vor einiger Zeit das Geschäft käuflich übernommen, den ikaufpreis erlegt und die Miethe sür das laufende Vierteljahr gezahlt, so daß eine unmittelbare Verlegenheit nicht in Frage stand. Andererseits scheint der schlechte Gescbäsisgang der letzten Tage den Inhaber sehr erregt zu haben, denn schon vorgestern siel sein sonder- bares Benehmen ans. Gestern Mittag jagte er sich eine Kugel durch den Kopf, als er sich gerade im Laden befand. Stlaszenspcrrnug. Die Durchfahrlsjoche der Fußgängerbrücke über die Oberspree im Zuge der Eisenbahnbrücke von der Mühlen- straße bis zur Köpuickernraße werden zur öieparatur vom 23. d. M. ab bis auf weiteres wechselseitig gesperrt. Ungliickssälle im Straßenverkehr. Unter den Linden gingen die Pferde enies Reqnisiteuwagens der königl. Intendantur der Schauspiele infolge des Gepolters eines vom Wagen herabfallenden Easses durch und liefen nach der Schloßbrücke. Der Kutscher Adolf chnlz, der die Herrschaft über das dahinrasende Gespann verloren hatte, wurde von seinem Sitze herabgeschleudert und wäre an der Deichsel hängend überfahren worden, wenn es nicht dem vorüberreitenden Polizei- Lieutenant Wilde sowie dem Schutz- mann Krantzmaun gelungen wäre, die Thiere vor dem Palais der Kaiserin Friedrich muthvolleriveise aufzuhallen. Der Polizei- Lieulenaut Wilde stürzte dabei und trug außer einer Verrenkung der rechten Schulter eine Verletzung am rechten Knie davon. Der.Kutscher blieb unversehrt.— Vor dem Hanse Mühleustraße 63 stieß nachmittags der Kutscher Richard Findler, als er sich plötzlich umdrehte, um die auf seinem Wagen hockenden Knaben zu verscheuchen, seinen neben ihm sitzenden sechsjährigen Sohn herab. Das Kind gerieth unter die Räder und erlitt anscheinend innere Verletzungen.— Durch einen Gsschäfts>vagen wurde vormittags der vierjährige Sohn des Rostockerstraße 54 wohnhaften Arbeiters Gabbey überfahren und am rechten Unterschenkel schwer verletzt. Ein großes Feuer brach gestern früh gegen 10 Uhr auf dem Boden des Vorderhauses Seydelstr. 25 aus. Es ist erst bemerkt worden, als es schon eine große Ausdehnung erlangt hatte. Als die ersten Löschzüge ans der Lindenstraße anlangten, standen der Dach- stuhl des Hauses und theilweise auch der des Nebenhanfes Nr. 24, sowie zwei Fabrilbetriebe, eine Tischlerei und die Werkstatt einer Atrappenfabrik in Flammen. Branddirektor Giersberg ließ„Mittel» feucr" an alle Wachen melden und von den Nebenhänsern aus vor- gehen. Eine Dampfspritze, mehrere Handdrnckspritzen, sowie Schläuche in direkter Verbinoung mit Hydranten gaben längere Zeit W isser. Nach 11 Uhr war die Gefahr einer weiteren Ausdehnung des Brandes beseitigt, so daß ein Theil der Feuerwehr abrücken konnte. Der Schaden ist sehr bedeutend und soll 100 000 M. erreichen. Ueber die Eutstehungs- Ursache konnte noch nichts Gewisses ermittelt werden. Der Verkehr durch die Seydelstraße, der um diese Zeit sehr lebhaft ist, stockte Jäiigevc Zeit vollständig, selbst Fußgänger mußten andere Wege ein- ichlagen, iveil es gefährlich war, die Straße infolge der herabfallenden Eefinisstiicke zu betreten. Durch Erhänge» hat der Arbeiter Wilhelm Dirczomski aus der Sebastianstr. 13, ein Greis von 71 Jahre», seinem Leben ein Ende gemacht. D. kam vor einigen Jahren mit seiner Tochter, einer geschiedenen Frau, aus Ostpreußen nach Berlin. Die Tochter erwarb durch Aufwartearbeiten und Nähen fnr sich und ihr Töchterchen und den alten Vater den Lebensunterhalt. Der Greis litt schon seit längerer Zeit an Asthma und es wurde damit schließlich so arg. daß er nicht mehr aus dem Rücken liegen konnte. Das war um so schlimmer, als er das Bett nicht mehr verlassen konnte. In der Nacht zum Sonnabend halte er wieder einen besonders schweren Anfall von Nthemnoth. Seine Tochter niußle ihn gestern Morgen schon um 3 Uhr verlassen, um ihrer Arbeit nachzugehen, und das Kind ging zur Schule. Als die Tochter um 10 Uhr wiederkam, fand sie den Vater als Leiche an einer Gardinenstange hängen. Die jüngsten Zuführungen des Berliner Aquarium brachten hauptsächlich einige sehr erwünschte Ergänzungen zu den Gruppen der dem Naturfreund unbekannte», dafür um so interessanteren„niederen" Thier- Welt des Meeres. Durch die Adrta-Station Rovigno eingesandt wurde in urehreren Exemplaren eine längst schon im Aquarium vermißte Qualle, nämlich eine Art der nach den acht langen, wurzclsönnigen, mit zahlreichen kleinen Saugnäpfcheu versehenen Mundarmen so benannten Wurzelmund- Quallen(Cotz-Iorlma). Während die öfter und auch jetzt hier vertretene Scheibenqualle in duftigstes Bläulichwciß gekleidet ist, trägt der neue Gast ein buntes, aber außerordentlich zart abgetöntes Gewand, indem der flach hutförmige Schirm gclbwciß, die Mundscheibe röthlich bis gelbbraun aussieht und die Arme milchweiß und bernsteinfarben, die Saugkrausen blau und violett erscheinen; es gießt kaum etwas Lieb- licheres, als diese anmuthig sich bewegenden Wesen. Von Krustcnthiereu, welche einen ganz anderen Eindruck als jene zarten Geschöpfe machen, kamen außer den bekanntere» Strandkrabben und Taschenkrebsen aus der Nordsee eine bisher hier fehlende laugscheerige Krabben-Spezies sDamdnis) und eine rothe, mit blauen Querlinien am Bruststück geschmückte„schöne Galqthee" sG-atatlioa.) aus dem Mittelmeer an. Unter den neu ein- gegangenen Schwämmen fällt ein an Korallen erinnernder rother Gitter- schwamm(Clathria) gang besonders auf. Nachdem im wissenschaftlicheu Theater der ttrania in der Tanbenstraße„Der Kampf um de» Nordpol" bereits die 150. Vorstellung erlebt hat, wird derselbe nur noch für einige Abende auf dem Rcpcrtoir bleiben, um durch den vollständig neu inszenirteu und durch verschiedene interessante Szene» bereicherten Vortrag„Das Wunderland der neuen Welt" ersetzt zu werden. Theater- Wochcnchronik. Opernhaus. Sonnabend. 28.: Theätre pare.„Die Puppcnfee". Anfang 8 Uhr.— Im Neuen k ö n i g l. O p e r n t h c a t c r(Kroll). Sonntag, 22.:„Die Afrikanerin". (Nelnsco: Herr Francesco d'Andrade. als letzte Gastrolle.) Anfang 7 Uhr. Montag, 23.:„Der Barbier von Sevilla".(Rosine: Frl. Prevosti, als letzte Gastrolle.)„Die Rose von Schiras." Anfang 7 Uhr. Dienstag, 24.: „Carmen."(Carmen: Frau Bellincioni, als Gast.) Anfang 7r/z Uhr. Mittwoch, 25.:„Lohengrin." Ansang 7 Uhr.(Lohcngrin: Herr Ernst Kraus, als Gast.) Donnerstag, 20.:„Der Troubadour." Anfang 7r/z Uhr. Lconore: Frau Bellincioni, als Gast. Freitag, 27.': „Der Freischütz". Anfang 7l/z Uhr. Max: Herr Ernst Kraus als Gast. Ssnuabend, 28,;„Fra Diavolo". Anfang 7»/� Uhr. Sonntag, 29.: „Undine". Anfang 7V2 Uhr. Montag, 30.:„Bajazzi". Nedda: Frau Bellincioni, Mara: Frau Bellincioni, als Gast. Anfang Uhr.— Im Schauspielhause: Sonntag, 22.:„Coriolan". Montag. 23.:„Der Bibliothekar". Dienstag, 24.:„Die Braut von Messtna". Mittwoch, 25.: „Die Komödie der Irrungen".„Der eingebildete Kranke". Donnerstag, 20.: „Coriolan". Freitag, 27.: Neu einstudirt:„Rosenkranz und Gülden- simt". Sonnabend, 28.: Goelhe'ö Geburtstag:„Faust". Mephisto: Herr Dr. Max Pohl als Gast. Anfang 7 Uhr. Sonntag, 29.: „Rosenkranz und Güldenstcrn". Montag, 30.:„Graf Essex". Im Deutschen Theater ist der Spielplan für die Woche wie solgt festgesetzt: Sonntag Abend:„Die versunkene Glocke"; Montag:„Hamlet" mit Herrn Kainz in der Titelrolle, die Ophelia spielt als. Antrittsrolle Frau Alwine Wiccke voni Hoftheatcr in Weimar; Dienstag:„Die versunkene Glocke"; Mittwoch:„Die Weber"; Donnerstag:„Die versunkene Glocke" Freitag:„Einsame Menschen"; Sonnabend, neu einstudirt, zum ersten Male unter der Direktion Brahm in thcilwcise»euer Einrichtung: Goethe's „Faust" I. Theil; nächsten Sonntag Abend:„Faust" l. Theil.— Auch in deul neuen, mit dem 1. Septeinber beginnenden Spicljahr wird ein unpersönliches Abonnement auf 40 Donnerstags-Vorstellungen zu ermäßigten Preisen veranstaltet.— Im Lessing-Thcatcr bleibt bis zum Schluß des Gastspieles des Ferenczh-Ensenibles, das bestimmt am 31. d. M. stattfindet, die Operette „Die Geisha" auf dem Spielplan.— Im F r i c d r i ch- W i l h e l m- städtischen Theater kommt Sonntag Abend Franz und Paul v. Schönthan's Schwank in 4 Akten„Der Raub der Sabinerinnen" zur Aufführung. Borau geht das Drama in 1 Alt„Zema" von Percival Baron Wolfs. Am Nachmittag geht Grillparzer's Trauerspiel „Die Ahnsrau" zum ersten Male in Szene.— Im„Theater des W e st e n s" wird Direktor Marwitz noch eine Vorstellung bei halben rcsp. ermäßigten Preisen am Mittwoch oder Sonnabend dieser letzten Opernwoche veranstalten.— Heute geht als vorletzte Sonntags- aufführung mit großer Ausstattung an Kostümen, Waffen; Pferden ec.„Die Jüdm" in Szene.— Montag, zum 21. Male:„A Baaso Porto".— Im V e r l t n e r Theater ist der Spielplan der laufenden Woche für die Gastvorstellungen des Ensenibles des„Lessing-Theaters" folgenderniaßeu fest- gesetzt. AinSonntag.amDienstag undFrcitag siudenWiederholungen desLustspiels „Der Veilchenfresser" mit Herrn Stahl in der Titelrolle statt. Am Montag ge- langt„Comtesse Guckerl", am Mittwoch und Sonnabend„Zwei Wappen" zur Aufführung. Am Donnerstag wird in neuer Einstuvirung„Der Herr Senator" mit Herrn Gnthery in der Titelrolle gegeben und am nächsten Sonntag zum ersten Mal wiederholt.— Im S ch il l e r- T h e a t e r geht Sonntag Abend Shakcfpeare's Lustspiel„Was ihr wollt" in Szene. Wieder- holungen des Grillparzersscheu Lustspieles„Weh dem, der lügt", finden Montag, Dienstag und Freitag statt. Mittwoch wird Bauern- feld's Lustspiel„Bürgerlich und romantisch" gegeben, Donnerstag werden die Ausführungen der neuen Posse von Walther und Stein„Papa Nitsche" wieder aufgenommen, Sonnabend, zu Goethe's Geburtstag, findet die erste Aufsührung von„Clavigo" und„Die Ge- schwister" statt.— Neues Theater. Bon dem Schwank„Der Stellvertreter" finden nur noch einige Aufführungen statt.— Am 4. September lvird das Thalia-Theater(vorm. Adolf Ernst-Theater) seine Pforten »vicdcr öffnen und zlvar wird die Wintersaison gleich in sehr origineller Weise eingeleitet werden. Es ist Herrn Konimissionsrath Hasemann gelungen, das„Luft- Ballet", welches in London am Drury- Lane- Theater ununterbrochen achtzehn Monate hindurch Sensation machte, zu einem Gastspiel für seine Bühne zu verpflichten.— Die nächste Novität ist das Werk eines jungen Berliner Autors,„Toubnissous Hochzeit", Schwank in drei Akten von Georg Lchfels.— Im Apollo- Theater wird die Operette„Venus auf Erden", sowie das ganze bis- hcrige Programnr nur noch bis zuiit Schlüsse dieses Monats aus dem Repertoire bleiben. Am I. September beginnt die Wintcrsaiso», und es ist dem rührigen Direktor Glück gelungen, ein durchweg neues Programm im hervorragenden Nummern sitr den Monat September zusainmcnzustelleit. Atis de» Nnchbavorte». Achtung. Reinickendorf! Die arbeitende Bevölkerung von Reinickendorf wird hierdurch aufgefordert, sich lingefäniilt auf die im nächsten Jahre stattfiudenden ReichStagsivahl vorzubereiten. Um einen für das Proletariat günstigen Ausgang der Wahlen zu er- zielen, ist es nothwendig, sich zu einer intensiven Agitation zu rüsten; nur dann können ivir darauf rechnen,«nsere Gegner ohne Stich- wähl aus dem Felde zu schlagen. Jedermann aus den Arbeiter- kreisen weih, daß unsere Interessen nur einzig und allein von der sozialdemokratischen Partei vertreten werden. Deshalb ist es aber auch Pflicht eines jeden Gesinnungsgenoflen, auf die weiteste Verbreitung unserer Ideen hinzuwirken. Der am hiesigen Orte bestehende Arbeiter-Bildungsverein„Zukunft" hat es sich zur Ausgabe gemacht, die Arbeiter durch politische, wissenschaftliche und wirthschaftliche Vorträge sowie durch eine ans- gebreitete Bibliothek aufzuklären. Der Verein hält seine monatliche» Versammlungen jeden Sonnlag nach dem 15. eines jeden Monats in Böttchers Seeschlößchen, Markslr. 1 nachmittags 3-/2 Uhr ab und sind Gäste stets ivillkonnnen. Das Referat für Sonntag, den L2. August hält Genosse Kiesel über Friedrich von Schiller. Der Vorstand des Arbetterbildungs.Vereins„Zukunft". Der Rixdorfcr Auitsvorstchcr, Herr Boddin, will hinter anderen Kollegen nicht zurückstehen, indem er ein Konzert und Ernte- fest zum besten der Ueberschwemmteu, welches am heutigen Sonntag jn einer Laubenkolonie der Straße Nr. 35 an der Pumpstation ver- anstaltet werden sollte, kurzerhand verbot. Die Laubenbesitzer haben nun noch, da sie bestimmt ans Genehmigung der Behörde gerechnet hatten, die bereits bestellten Festarrangements, Musik, Fahnen-c. zu bezahlen, was gar manche schwer drücken wird. Beim Einwohner-Meldeanit i» Charlottenbnrg wird, wie in Berlin, nach der neuen Geschästsanweisilng vom 12. Juli eine Gebühr von 25 Pf. für jede Anfrage wegen der Nachweisung einer Person vom 15. September an erhoben, sobald das Nachschlage» des Registers erforderlich ist, gleichviel ob die gesuchte Person nach- gewiesen werden kann oder nicht. Tic Leiche eines»»bekannte» Mannes ist gester» in Wilmers- dors nusgefunden werden. Es handelt sich um eine» Mann von etwa 20 bis 25 Jahren, mit schwarzem Haar und Schnurrbart. Er ist mittelgroß und trug einen braun»» Jackettanzug, einen rch- farbenen Sonnnerüberzieher, einen weiße» Strohhut mit schwarzem Band, ein weißes Hemd, einen seidenen schivarz-gränen Bindeshlips. braune Strümpfe und schwarze Schnürschuhe. Bei ihm fand man eine Geschäftskarte des Orgel- und Jnstrumentenbauers August Scherzer aus der Lindenstr. 2 und eine Visitenkarte auf de» Namen Hans Meißner, Optiker." Von Scherzer's Seile konnte die Persön- lichkeit nicht festgestellt werden; der Optiker Meißner ist noch nicht ermittelt. Die polizeiliche» Nachforschnngen»ach de» Ursache» der Masscncrkraukungcn, welche nach dem Genuß von Krebsen in einem Restaurant in Französisch Buchholz bei Einwohnern von Berlin und Umgegend konstatirt wurden, haben ergeben, daß die- selben ziveifellos auf Krebsgeuuß zurückzuführen sein dürsten. Die Krebse sind in der Zentral- Markthalle zwei Tage vor dem Genuß gekauft ivorde». Da ferner festgestellt ist, daß die Thiers vollständig sachgemäß gekocht und auf Eis aufbewahrt waren, so kann von einem Verderben der Krebse nicht die Rede sein. Interessante Versnchc mit einer neue» Pflasternngsart iverden gegenivärtig in Steglitz mit einer verbesserte» Makadanri- sirung angestellt. Auf die Bettung von mit Zement gemischtem Kies wird anstatt des Asphalls eine Mischung gebracht, die ans klein- geschlagenen Porphyr- und Basallsteinen vermengt mit reinem Zement besteht und nach der eingetretenen Erhärtung ebenso dauer- hast wie geräuschlos sein soll, wozu als besonderer Vorzug die Billigkeit dieser neuen Pflasterung kommt. Gerichts� Teilung. Ter Graf Hohenthal als Rowdy. Außerordentliches Auf- sehen erregte während einer Verhandlung vor dem Charlotten- bürg er Schöffengericht der lebhafte Widerspruch, de» der amtirende Richter gegen die Ausführungen des Vertreters der Staats- anwaltschast. welcher die Glaubwürdigkeit zweier Zeugen zu be- Mängeln suchte, mitten in der amlsanivaltlichen Rede erhob. Ani 30. Januar abends unternahm der 1872 geborene Graf Friedrich v Hohenthal mit seinem Einspänner, begleitet von seinem Diener, einen Mohren, und seinem Groom, eine Schlittenpartkie von Berlin nach Halensee. Dort traf er in einem Restaurant mit dem Pferde- Händler Karl Marwitz»nd deni Gastwirth Hellen brau dt zusammen, und es wurde iin Verlauf der Unterhaltung der Vor- schlag des Pferdehändlers, das gräfliche Roß, dessen Werth auf 8000 M. geschätzt ward, einer Prüfung auf einer Schlittenfahrt nach dem Gruneivald zu unterziehen, angenommen. Zu der Fahrt wurde» noch zwei„Damen" eingeladen, und der Graf fuhr mit einer der- selben und seiner Dienerschaft voraus, ivährend die übrige Gesellschaft in einem zweiten Schlitten folgte. Nach kurzer Rast in Hundekehle jagte der Gras in sausendem Galopp ans der Chaussee nach der Krumme» Lanke dahin, als sein Pferd plötzlich am Stern über die Barriere hinivegsetzte, welche die Ueberfahrt über den Bahndamm der Berlin-Wetzlarer Strecke noch absperrte, da erst zwei Minuten vor- her ein Schnellzug vorübcrgefahren war. Graf H. herrschte, durch den Unfall aufs Höchste erbittert, den herankommenden Bahnwärter Julius Grüneberg mit hier nicht wiederzugebenden Schimpf- warten an und schlug ihn, als dieser antivortcte, mit de» Fäusten ins Gesicht und vor d i c B r u st. Im selben Augen- blick kam auch Marwitz von dem zweiten Schlitten heran und bearbeitete den Gr. mit Schlägen, so daß dieser angstvoll um Hilfe rief. Dieselbe wurde ihm durch den Bahnwärter Reisner zu theil, der, aus's nolh- wendigste bekleidet, aus der nahen Blockbude i» die kalte Winter- nacht herausgestürzt kam und die Angreifer seines Kollegen mit einer eisen beschlagenen Keule abzuwehren suchte, wobei er den Grafen H. erheblich verletzte. Während dessen siele» von seile» der angreifenden Partei gegen die Beamten die beleidigendsten Ausdrücke, lebhaft- seknndirt von einer der Damen der Gesellschaft, die hinzugetreten war. Einen Augenblick schien es dann, als ob sich die Angreifer zurückziehen wollte». Sie kamen jedoch bald wieder, so daß die beiden Beamten sich gezwungen sahen, in die Blockbitde zurückzuweichen. Und drei Viertelstunden lang sollen nun nach den Aussagen der Beamten die Angreifer die Bude umlagert gehalten haben. Grüneberg war dann längere Zeit dienst- unfähig und will die Folgen seiner Verletzungen auch jetzt»och im Kopfe spüre». Jn der schöffengerichtliche» Verhandlung gab Graf H. resignirt ohne Unistände die ihm zur Last gelegten Thaten zu, ivährend der vielfach vorbestrafte M. Ausflüchte machte. Die beiden als Zeuginnen vernommeneii Damen verwickelten sich in Wider- spräche. Die Ein- bekundete, sie wäre an die Streitenden nicht herangetreten und hätte auch keine Beleidigungen ausgestoßen. Die andere aber beeidete das Gegentheil, und auch die Bahn- beamten bekundeten aufs bestimmteste die Anwesenheit jener ans dem Schauplätze des Streits, weshalb sie nicht vereidet wurde. Als nun der Vertreter der Anklagebehörde, Amts- anwalts-Anwärter von Dewitz-Krebs, in seinem Bortrag einen angeblichen Widerspruch in den Aussagen der B e a m ten zu konstatiren suchte und ihre Glaubwürdigkeit als fraglich hinstellte, unterbrach ibn sofort der V o r sitzende, Amtsrichter Rothe, mit den Worten: ein Widerspruch in den beiden Aussagen ist keineswegs hervorgetreten, die Aussagen sind durch die vereidete Zeugin voilanf be- stätigt, und man muß den Beamten uneingeschränkt Glauben schenken! Der Antrag des Vertreters der Anklagebehörde lautete dann aus zwei Monate und eine Woche Gesängniß gegen den Grafen H. und einen Monat Gefänguiß gegen Marwitz. Ob man dem Grafen H. mildernde Umstände zubillige, müsse er dem Gerichtshof überlassen. Der letztere sah jedoch von mildernde» Umständen ab und erkannte gegen den Grafen H. auf zwei Monate Gesängniß und zehn Mark Geldstrafe (wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Beamten- beleidignng), gegen Marwitz auf-inen Monat Gesängniß und zehn Mark Geldstrafe. Briefkasten der Redaktion. Wir bltle», bei jeder Hin frage eine Shiffrc(zwei Vuchflabe» oder eine Zahl) unzuqeben. iwier der dte Anlworl erlheill werde» soll. Die juristische Sprechstunde fällt bis Ende August aus. Im Briefkäste» werde» j»ristische Frage» auch weiter beantwortet werden. Zcntral-Krankenkafse für Frauen»nd Mädchen in Deutschland. Die Verwaltungsstelle Berlin I. befindet sich bei C. H e ck e l, O r» n i e n- st r a ß e 180, 3 Treppen und nicht, wie gestern angegeben, in der Prinzessinnenstraße. X. A. Z. Auch im republikanischen Zürich freuen sich maßgebende Kreise über das Sozialistcntödten nicht minder wie bei uns. E. Lt., Seydelstrastc. Ihre Klage wäre nicht ohne Aussicht auf Erfolg-— Milttaria. Die Beschlagnahme ist zulässig.— O. B. SS. Zur Verehelichung ist erforderlich: 1. Einwilligung beider Brautleute, dem Stand der geflickten Hoien mit einander angehören zu wollen. 2. Geburtsurkunde der beiden. 3. Die Einwilligung des Vaters des noch nicht 25 Jahre alten Bräutiaanis. 4. Die Einwilligung des Vaters der noch nicht 24 Jahre alten Braut. An stelle der väterlichen Einwilligung tritt, falls der Vater verstorben ist, die mütterliche. Sind beide Eltern verstorben, so genügt bei maiorcnnen(über 21 Jahre alten) Brautleuten ihre eigene Einwilligung. — Postsache Ohne Einsicht in die Papiere ist ein zuverlässiger Rath nicht luöglich Nach Ihrer Schilderung scheint leider ein Anspruch Ihrerseits nicht durchzusetzen. Sprechen Sie gelegentlich im September in der Sprechstunde vor. — G. U. 38. Wie weit Krankenkaffen für künstliche Zähne aufzukommen haben, ist streitig. Nach§ 0 des Krankenversicherungs-Gesctzes sind zu ge- währen„freie ärztliche Behandlung, Arzenei sowie Brillen, Bruchbänder und ähnliche Heilmittel". Zu den zum Zweck der fteien Kur zu gewährenden Leistungen sollten also auch solche Heilmittel gerechnet werden, die wie die beispielsweise benannten Brillen und Bruchbänder mit der Krankcnbehand- lung in unmittelbarem Zusammenhang stehen und zur Sicherung des Er- folgeö der Kur nothwendig sind. Danach würden nach Wortlaut und Absicht des s 6 künstliche, zwecks Vermeidung schlechter Verdauung und zwecks Heilung von der Vorbeuge gegen Magenkrankheiten u. s. w. verschriebene Zahngebisse zu den von der Kasse zu entrichtenden Leistungen gehören. Die Praxis steht indeß aus einem anderen Standpunkt. Das preußische Oberverwaltungsgericht hat in einer Entscheidung vom Dezember 1887 irrthüm- lich angenommen, nicht alle mit der Krankenbehandlung in unmittelbarein Znsammenhang stehenden und zur Sicherung des Erfolges der Kur noth- wendigen Heilmittel seien als„ähnliche" im Sinne des§ 0 anzusehen. Bielmehr seien„ähnliche" Heilmittel nur solche, die bezüglich d c S Kostenpunktes den Brillen und Bruchbändern ähnlich sind. Es sei daher von Fall zu Fall unter Berücksichtigung des Kostenpunktes eilte Eni- scheiduna zu treffen. Diesem obervcrwaltungsgerichtlichen Jrrthum sind einige Gerichte gefolgt. Eine einheitliche Praxis besteht nicht. Ob nach alledem in Ihrem Falle eine Klage angebracht erscheint, wollen Sic durch Ihre Gewerkschaft entscheiden lassen.— Nollcudorsplati. Nächstes Jahr. - E. M. 63. Nein.- F. SP. I. Nein. 2. Ja.- Kl. SV. 1. Jn Preußen erlischt die Vormundschaft nicht durch Hcirath. Nur in wenigen deutschen Staaten(Weimar, Lübeck, Haniburg, Württemberg) ist das der Fall. Vom 18. Lebensjahre ab kann aber jeder auf Autrag durch das Vor- mundschaftsgericht für großjährig erklärt werden. 2. Nein.— W. M. 31/32. Wir haben leinen Einfluß auf das Statut des betreffenden Vereins. WiiicriiNsiSiibersickit»orn 21. Skugnst 1807. Sveiter- Prognose sitr Sonntag, den 22. Angnst 1807. Zunächst etwas wärmer, ziemlich trübe und regnerisch bei mäßigen siidwestlichen Winde», nachher ausklärend und etwas kühler. Berliner W e t t e r b n r e a n. zentralverbltü derHaildels-, Trailsport-«. Mchsttbeiter Deutschlande. Auf fo rcleriin ff! Achtung! Hol;- und Kohlelmbeiter und Kutscher. In der letzten der Holz- und Kohlen- arbeiter und Kutscher gelangte der Antrag„Anschlust an de» Zentral- verband der Handels-, Transport-»nd Berkehrsarbeiter zur ein- stimmigen Annahme. Wir geben nun nachstehend die Bedingungen, niiter welchen der Uebertritt erfolgt, bekannt. Die Mitglieder jenes Ver- bandes treten, soweit sie bis dato ihren Verpflichtungen nachgekommen sind, mit vollen Rechten zu uns über, d. h. die Mitgliedschaft gilt vom Tage des Eintritts in den Kohlcnarbeiterverein. Wer bis zum 1. Oktober d. I. de« Uebertritt nicht vostzoge« hat, geht feiner Rechte verlustig. Wir ersuchen nun die Kollegen, von den Kohlenarbeitern die Um- fchrcibung>0 bald als möglich vorzunehmen, und sich dadurch ihre Rechte an die Organisation zu sichern. Die Umschreibung kann in unserem Bureau, Heiligegefftr. 1b, und m den bisherigen Zahlstellen erfolgen. Zugleich werden die Kollegen des Verbandes darauf aufmerksam ge- macht, daß am Dienstag, den 24. August, abends 8(4 Uhr, in den Armin- hallen eine Branchenbersammlung der Hausdiener«. Packer statt- findet, bei welcher das Erscheinen der betreffenden Kollegen angesichts der wichttgen Tagesordnung unbedingt nothwendig ist. 07/13 Die OrtSverwaltnng. SV"«m« sind für Sonnabende und Sonntage nneiitgeltlich zu vergeben. 130b Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. ÖBo kaufen Sie Ihre Clxarren? Ä? Am besten bei 4 Binneböse, S ch i l l i n g st r. 30. Wen-, Baar Verkauf u. Theilzahlung. Bcstcllg.briefl. L.Vogdt, Aiiguslstr.v2. Troimnno reelle Dllkaten, gc- ii I ftlil lliyc steuip. 980. 2 Dukat. 22,50 M. U/z Dnkat. 17,50 M. Kronen- gold gcstcmp. 900. 7 Gramm 20,50 M. 51/, Gramm 15,50 M. Alle anderen Goldsachen ebenso reell.(27243 Hugo l,en,elte. Aiiguststr. vi pt nahe d. Oranienburgerstr. Gegr. 1840. H. Zimmermann, Uhrmaclier n. Juwelier, 206. Oranien-8tr. 206. Rc�nlateurc, 14 Tage gehend u. schlagend, in Nussb. H. 12,50. Reimruturen anUhron u.Gold- sachen billigst unter Garantie. jüvtäiäkt(mit Hausverwaltung, für OlljNjufl welche 425 M. vergütet werden) ist nach 18jähr. Besitz des jetzt verstorbenen Inhabers verkäuflich. Preis 1500 M., tägliche Einnahme 00—70 M. Neanderstr. 10, H e l m. IS Original-Ballen reiix gedockte Einlage, gesund, umstände- halber zu 70 Pf. verz. netto Kasse zn verk. Postkolli geg. Nach». Off. suh J.tt 763 anRud. Moste, Bremen. Kanarienr. Vorsänger, Weibchen, junge H. w. Unizug. Melchiors». 4. Goldmami. m i? i. fertige, Anzug nach Maß, gute Zuthatcn, tadelloser Sitz. ÜViili. Schmidt, Nene Schönhailserstr. 1, 1 Tr., Ecke Weinmeisterstraße. �vsfmailn'ö Zoolog. Handlung empfiehlt j. Staare, Kreuzschnäbel, 1 M., Lachtauben, Rothkelchen 75 Pf., Zeisige, Meisen 50Pf., Zwergpapageicn 2,25 M., Gold- u. Zierftschc, Plauzen Stck. 10 Pf., Mehlwürmer 00 Stck. 10 Pf. Reinickendorsersir. 04(Bahnhof Wcdding).— Kaufe Papageien und Macropoden. Arbeitsiilllrkt. Stenograph rÄ».. X. Zl. Postam 57. 1376 Alhtultg, Scharbeiter! Zuzug fernhalte« von Drechslern und Tischlern von Euxei, Demminerstr. 5, 292/7_ Die OrtSverwaltnng. Alzilg vo» Fmiera, Kern- mim v. Mschintchrmern nach der Firma Itiissemiiiiit* Kiihneiuann ist streng fernzuhalten. MöbelPlirer! Lasse sich niemand verleiten, nach London zu machen, daselbst streiken die Kollegen. 148/2" Auskunft ettheilt Der Vorstand des Verbandes. H. Schul®, Memelerstr. 00a. Stellmacher! Die Treppeiigeländer-Wcrkstelle von H. Engel ist bis auf ivcitereS gesperrt. Die Agitations-Kommission. Kartonarbeit giebt außer d. Hause 876* Wunderlich,, Schillingsir. 14. Karton arbeiter innen 88b" finden dauernde Beschäftigung bei hohen Löhnen. Wunderlich, Schillingstr. 14. Kinderkleidchen-Arbeiterinnen werd. verlangt bei Schröder in Pankow, Kaiser Friedrichstr. 19._ 1306 Auswartefrau für 1 Kind verlangt Förster, Linienstr. 241a. 129b Schriftmaler verlangt Matthics, Wilhelmftr. 130. Illektige Anschläger sofort Verl. Brost») u. Strehlow, Alte Jakobstraße Nr. 91. Zn melden Soniltag früh zwischen 9—10 Uhr. Zwei tüchtige Holzbildhauer auf gediegene Arbeit sticht für sofort. Autritl J. P. Itudolph, Görlitz, Mittclstr. 33._ 122b Wawisillä auf wattirtc Räder, 2,75 bis 3 M. verlangt 936] Teste, Breslauerstr. 30 II. Arbelterin auf Baby-Mäntel Verl. Voccker, Mittenwalderstr. 45. 133b Kistenmacher sucht Schulz. Alte Leipzigcrslr. 2. 132b Arbeitsburschc verlangt licrkan, Hollmannstr. 24.(12 M.) 1346 Nur den Inhalt der Inserate vbernimmt die Redaktion dem Publik»»« gegenüber keinerlei _ Berantwortung. Tlzrsrtvv. Sonntag, den 22. August: Neues kgl. Operntheater(Kroll). Die Aftikanerin. Anfang 7 Uhr. Montag: Der Barbier von Sevilla. Die Rose von Schiras. Ansang 7 Uhr. Schauspielhaus. Coriolan. Anfang 7�2 Uhr. Montag: Der Bibliothekar. Anfang 7-/- Uhr. Deutsches. Die versunkene Glocke. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Hamlet. Anfang 7l/z Uhr. Berliner. Der Beilchenfresser. Montag: Comtesse Guckerl. Lcssing. Die Geisha. .Montag: Dieselbe Vorstellung. Westen. Die Jüdin. Montag: A basso porto.(Am untern Hafen.) Neues. Der Stellvertreter. Ansang 7-/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Unter�den Linden. Herr Beaudeau. Anfang 7r/z Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Schiller. Was ihr wollt. Anfang 8 Uhr. Montag: Weh' dem, der lügt. An- fang 8 Uhr. Zentral. Ein fideler Abend. Anfang 7-/- Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstadtisches. Zlenia. Raub der Sabinerinnen. Nachm. 4 Uhr: Die Ahnfrau. Ostend. Unsere Neichspost. Anfang 7V- Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. An- fang 8 Uhr. Alrxanderplah. Verbotene Früchte Eine tolle Prinzeß. Belle-Alliauce. Spezialitäten. An 4 Uhr. Apollo. Venus aus Erden. Anfang 7-/- Uhr. Passage-Panoptiknm. 30 Kinder der Wüste. heiter (Wallncr-Theater). Sonntag, abends 8 Uhr: WaS Ihr wollt. Montag, abends 8 Uhr: Weh' dem. der lügt. Dienstag, abends 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Luisen- Theater 84. Reichenbergerstraste 34. tErdlTnnngB- Vorstellung Mittwoch, de» 1. September. Zum 1. Male: Geschwister Fiebig. Modernes Volksstück in 3 Akten von Oscar Wagner und Hugo H a ß k e r l. Musik von Fritz Krause. Billetverkans im Jnvalidendank, Unter den Linden 24 und im Theater- bureau. Ostend-Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir.«T. Weis, Unsere Reichspost. Anfang 7 � Uhr. Im Garten: Anfang 4 Uhr: Auftreten sämmtlichcr Spezialitäten. Hugo küchnlz. Panla Clrigattl, Henriette Ferry, Harry Harly. Lebende Photographien zc. Montag: Unsere Reichspost. Anfang 8 Uhr. Im Garten: Beneftz für den beliebten Jnstrumenal-Komiker.Sngo Schulz. Gr. Spezialitäten-VorsteNung unter Mitwirkung verschiedener Gäste. Anfang 4 Uhr. lentraMheater Alte Jakobstr. 30. Direktion Richard Schnitz. Emil Thomas a. G. Sonntag, den 22. August 1897: Borlcüte Sonntags-Anfsührung. Zum 95. Male: kl» fideler Abend. Burleske dramatische Revue fn einem Vorspiel und 3 Bildern von Julius Freund und Wilhelm Mannstädt. Musik von ver- fchiedcnen Meistern, arrangirt vom Kapellmeister Julius Einödshofer. Anfang'/ß Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Ein fideler Abend. ApeUe-Theater und Konzert-Carlen. Friedrichstr. 218. Dir. J. Cilück. Nur noch bis 31. August Venns auf Erden. Otto kieiiHep, Else Arevalo, Mr. Rudinoff und das erfolgreiche Programm. Kassenerilssnnng 6 Uhr. Konzert S>/2 Uhr. Borstellung 7l/z Uhr. Mittwoch, den l. September: ßrössiliiilg derWiilttt-Taison. Vollständig neues austergewöhn- liches groftartiges Programm. _ Beginn T'/a Uhr._ Rixdorf. Dienstag, den 24. Angnst: Entree 15 Pf., Kinder 10 Pf., Loos, Stocklaterne gratis. ö367L* Al. Herndt, Oekonom. j Urania Taubenstrasse 48—40. Naturkundl. Ausstellung tägl. geöffnet von 10 Uhr vormittags ab, Eintritt 50Pf.— Wissenschaft!. Theater abends 8 Uhr. Berliner Aquarium Unter den Uinden 68a, Eingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis OTT 50 Pf. Reichhaltigste Sammlung der Welt an lebenden Seethieren, _ Reptilien etc._ Passage-Panopücum. Blaue Grotte von Capri. Eine Kriminalgeschichte. Ein Jahrhundert der Mode. Fahrt auf dem Golf v. Neapel (Riesen-Illusion) und 500 Sehenswürdigkeiten. Castan'n Fanopticum. Friedrichstr. 165. Bärenweib die grösste Sehenswürdigkeit des ablaufenden Jahrhunderts ist wieder da!!! UpH t Italienische Kapelle H vll. des Maestro Liberti, 5 Herren, 2 Damen. Schweizer Garten. Am Königsthor.(Haltestelle der Pferdebahn.) Am Friedrichshain. Heues Riesen-Programm! Ein Sport-Fest in Wusterhausen. Gr. Ansstattungs-Operetten-BurleSke. Sarrasani's urkomisch dressirte Thter-Familie. Im Saale: t-ico»««!' Ball. Volksbelustigungen aller Art. Ansang 5 Uhr. Entree 30 Pf. DM- Im September ist nur noch ein Sonnabend zu vergeben._ Viktoria-Brauerei litltzow- Strasse III IIS nahe Potsdamer Platz. (klarten resp. Saal)! TUgllch: Steltiner Sänger (Meysel, Pietro, Britto», Stcidl, Krone, Röhl, Schneider und Schräder.) Anfang heute 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Grandioses Sonntags- Programm, Nach der Soiree: Tanx-Kränzchen. Morgen Montag: Anfang 8 Uhr. Bltdilllgssereill„Mehr Licht." Sonntag, LS. Angnst, abends 71/2 Uhr, im Uokal Alexanderstrasse Mo. 187c(oberer Saal): WW" V e r fer m nr l u n g."MsI Vortrag des Herrn lAaldeclr Hanasse über: Beten und Denken. Darauf: Cleselllges Beisammensein und Tanz. _—— Gäste willkommen.——_ 57/4 Zentralverband der Topser nnd Ziegler Dentschlands (Filiale Berlin.) Mittwoch, den S5. August, abends 0 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig. Rosenthalerstr. 11-1S: Geilet.'«>l-VerIÄmmlung. Taaes-Ordnung: 1. Abrechnung vom II. IQuartal 1897. 2. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist allseitiges Erscheinen aus nothwendig. 196/8 Her Torstand. Bericht des Vorstandes. durch- Crttrtler und Brücker. Montag, den 23. August, abends 8'/, Uhr, in Cohn's Festsälcn, Benthstraste Nr. 20—22: Ceffentl. yerssrmmlung. Tages-Ordnung: 1.„Was ist zu thnn, um unsere Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu verbessern?" Rcscrent: Paul Eltim. 2. Bericht und Neuwahl der Vertrauensleute. 168/3 Zahlreiches Erscheinen ist nothwendig. Die Vertrauensleute der Gürtler und Drücker. köbr. RmMTd! I. Original- Budapesterj Possen- und Operetten- Theater verbleibt nach wie vor] ■ in Kaulmann'sVaiiele. Erzielt zur Zeit die grössten Triumphe und ausverkaufte Hhnser mit dem Saison- Schlager „Himmel auf Erdenk Montag, 6. September Eröffnung d. Wintersaison mit der hochaktuellen Posse „Im Wintergarten" sowie mit dem an Situationswitz unübertroff. Lustspiel „Im Atelier!' ..............................■IWIII Concerthaus lieipzigerstr.Sio.48. StF" Täglich:"Tpß Hoffmann's Quartett und Humoristen. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree: Saal und II. Rang 50 Pf., Logen und I. Rang 1 M. Konzerthaus Sanssouci, Kottbnserstr. 4a, Jnh. H. Pierry. Heute. Sonntag: Extra- Vorstellung. Hermann und Dorothea. Neue Nummern der Spezialitäten. Anfang 5 Uhr. Entrec 30 Pf. Passe-partouts gelten nicht. mr»all.-WS Avis! Sonnabend, den 28. August: GrosteS Sonimcrfcst._ Ostbahn-Park Am Kfistriner Platz Hermann ImbS. AmKüstriuer Platz 3«gr T h g 1 1 c h: floiijert Thtllter- miii Svezilllitiiten-Vorstellmtg. Urut Dov 30fttmmc nnd sein Äffv' AnsstattungS-Ensemble. DHf- Biene Attraktions-�innimern."WKi Euiree Sonntags 2« Pf., Kinder 10 Pi. Wochentags 10 Pf., Kinder 10 Pf. Kasseeküche. Volksbelustigungen. —" Mittwoch: K 1 11 d e r- F e s t.■——— [■■Brauerei-Ausschank der Brauerei Stralau Oeconomie: Birkholz A mittag. Jeden Sonntag und Donnerstag: rjtfr Theater- and Spozlaliilten-'Vorsteilnng. Garten-Konzert der 20 Mann starken Hauskapelle7 Im Saale: Grosser Ball bei gänzlich freiem Entree. Sport- und Ruderboote in gr. Auswahl stehen zur Verfügung. Kuireckiiche v. 2—7 Uhr. Volksbelustigungen jeder Art. 2 verdeckte Kegelbahnen, Gute Biore, ausgezeichnete Küche zu soliden Preisen. Birkholz& Mittag. Rennbahn-Halensee. Sonntag, den 22. iugust, nachmittags 4 Ohr: Or. Match tther 5 Kilometer Preis: 3000 Mark Paul Mündner startet gegen Mr. S. F. Cody. Cody stehend auf 2 Pferden startet gegen Rennfahrer ausserdem Radrennen, Tandem-Fahren. Billets vorher bei O. Wendt, Leipzigerstr. 112, Medding-Uark Müllcrstraste 178. Gr. Garten- Uokalitilten, verdeckte Svuuner-Kegelbahuen, Franz. Billards, Belustigungen aller Art. Kaffeelilche täglich geöffnet. Jeden Donnerstag: Gr. Kinderfefl mit Gratisverloosnng. Jeden Sonntag: Ui'ci-Konzci't und Ball. Mmw-ch- lSestWilstsilbeild. Auftreten des Konzertsängers Herrn Kroll, sowie des Konzertpianisten Herrn A. Patsch.— Untvcc frei. _ Wilhelm Trapp. W. Noack's Theater Bmnnen-Hti'assc 10. Täglich: Konzert. Theatervorstellung. Zveziülitättiikiiilstt.l.Rililgts Mcn! heu! Rosen uns dem Süden. Original- BnrleSle mit Gesang von W. G e r i ck e. fsWT" Jede» Sonntag, Montag, Dienstag nnd Donnerstag: im Saal: Gcosscc Ball. Puhlmann's Vamtoilie-Theater Schönhauser Alice 118, K a st a n i e n- A l l e e 97—99. Täglich: Im Reiche der Sirenen. Graste Aiisstattniigsburlesle uiit Gesang nnd Tanz in 3 Abtheil. Ludwig Glaser, Hninvrist. Robert Dill, Operet.t-Sänger. LittleNanno», Miniat.-Svubr. Geschwister Ernesto, dopp. Seil. Barbarina's Ballet. Mrs. Tnidh, Lnsipotpourri. Kinematograph!(lebende Photogr.) neue Serien. Grober Ball. Anfang 4 ilhr. Gntree 3V Pf. Reserv. 39 Pf. ____ Kavlsgartcn Karlsgartcnstr. bei der Hascnhaide. Sonntag: Letztes diesjähriges Erntefest. Abends- großer Umzug sämmtl. Ponny und Eselgespanne. Knnstl. Zähne in tadelloser AnS- Isihrung v. 3M., Plomben v. 2M. an. Schmerzlos. Zahiizichcn»utt. Cocain, Cloröthnl, Chlorasorm nnd Lachgas unter Leitung eines pralt. Arztes. Bei Bestellung v. künstl. Zähncil Zahn- ziehen, Zahnreinige» iimsonst; Raten- zahlnng gcstallei, Woche 1 M.* Guckcl, Lansitzer Platz 2, Elsasserstraste 12, Steglitzerstraste 71. 0r.SImmeI,«SÄ. Spezialarzt f..Haut».Harnleiden. 10-2, 5-7. SonntagS 10-12, 2-4. Möbel in sedem Stil»nd jeder Holzart änsterst billig, auch auf Theilzahlung. Gr. 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Angnst, abends Punkt 8'/, tthr, bei Uohn, Benthstr. 29/21(oberer groster Saal): Mitglieder-VevFANlmlung fiic die Bcanclic den Musikinstnimenten- Arbeiter. Tages-Ordnung: 292/9» 1. Die Interessen der Musikinstrumenten- Arbeiter an den Handels- Verträgen. Referent: Reichstags-Abgeordneter und Stadtverordneter Fritz Zu bell. 2, Bericht über die beigelegten Differenzen bei der Firma I. P fasse, Landsbergerstrahe. 3. Verschiedenes. Jeder hat die Pflicht, zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Beiträge werden in der Versamutlung entgegengenommen. Die Ortsverwaitnng. Zentralverein der Bildhauer. Yerualtnngsstelle Berlin. Dienstag, de» 24. August, abends S'/j Uhr, Kövnickerstrasle 62: Versammlung."MI Tageso�rung: Die von voriger Versammlung zurückgesetzte Vorlesung des Kollegen Hasel und Holzbildhauer-Abend. Her Torstand. Achtung! Achtung! Zinkgiesser nnd Stürzer! teilt zur Mhriinz der Znitreßeil her Zinkgiedtr u. Stürzet Berlins und Nnigegend. Dienstag, den 24. Angnst, abends 8'/- Uhr, im Lokale des Herrn Schumacher, Pücklerstr. 49: Ordentliche General-Versammlung. Tagesordnung: � 1, Kaflenbericht. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünltliches Erscheinen ersucht 260/4]_ Der Borstand. Verein dentscher Schuhmacher. am Versaiiiiiiluiigeii Mvutag, bcit 23. Angnst, abends 8'» Uhr. Zahlstelle 1 bei Feind, Weinstrabe 11: Vortrag des Genossen Wagner über: Welchen Grundstein legt die Schule in die Jugend. Zahlstelle II bei Uangc, Dragonerstraste 15; Vortrag. Zahlstelle III bei Himer, Johannisstr. 20: Vortrag. 285/10 Zahlstelle IV bei Holl, Adalbertstrabe 21: Vortrag. Zahlstelle V(Schäftebranche) bei Bablcl, Rosenthalerstraße 57; Vortrag. Zahlstelle Friedrichsberg bei Helnickc, Friedrich Karlstr.11. Zahlstelle 8cbvneberg bei Obst, Grunewaldstr. 110. Die Mitglieder der Zahlstelle Schönebcrg, sowie auch die der übrigen Zahlstellen, lvelche mit ihren Beiträgen im Rückstände sind, werden ersucht, dieselben zu entrichten, andernsalls müssen dieselben ausgeschlossen werden. Um zahlreichen Beinch bitten Tie Bevollmächtigten. Verbandsmitglieder! noii Mitgl. dkg Vereins Verl. Bnchdriilker n. Schriftgiejer Mittwoch, den 25. Aug., abends 8V- Uhr, im grossen Saale der Arniinhalien, Koinmandantcnstr. 20. Tages-Ordnung: 1, Das statutenwidrige Borgehen des Ganvorstandes und wie stellen sich die Mitglieder dazu? 2. Diskussion. Pflicht jedes Kollege», dein das fernere Gedeihen des Verbandes am Herzen liegt, ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Am«»«! Htnlimtenre. Acht«««! Montag, de» 23. Angnst 1897, abends 7 Uhr: Große ösfentliche Versammlung im Lokale des Herrn Baske, Genadierstrafte 33. T a g e S- O r d n n n g: 1. Bericht der Revisoren und der LieliiidalionS-Kommissioii. 2. Wahl der Lokalverwaltung. 3. Verschiedene Anträge. Die Vcrsammlnng wird pünktlich eröffnet. ES wird jedem Kollegen zur Pflicht gemacht zu erscheine».(Siehe unter„Gewerkschaftliches".) Die ge- wesenen Vereinsmitglieder werden ersucht, ihre Mitgliedsbücher mitzudringeii. 270/5_ Die Biomiuission. Der Ärh.- Slenogr.� Verein„Stolze" zu Berlin veranstaltet am Freitag, den 27. August er., abends 8 Uhr, einen Unterrichtskursus in der vereinfachten Ncustolze'schen Stenographie, wozu alle Arbeiter und Arbeiterinnen srenndlichst eingeladen sind. Der Unterricht findet einmal in der Woche statt und sind dafür 25 Pf. pro Abend zu entrichten.— Slenographitlniidige aller Systeme werden als Mitglieder aufgenommen. Anmeldungen nimmt entgegen Restaurateur Fr. Z u v e i l, Lindenstr. 106, und Hubert K reuer, Mclchiorstr. 1, III.__ 127b Große ösfentliche Versammlung der Zimmerer Berlins nnd Umgegend um Dienstlig, k\\ U. August, nbenbs 8 Uhr, im LMe bcö Htm Cohn, Benthstr. LI. Tages-Ordnung: I. Der Arbeitsnachtveis des Bundes der Bau-, Maurer- und Zimmer- meister. 2. Diskussion. 3. Der Stand unserer Lohnbewegung. 4. Verschiedenes. vis I.oknIronHmission. Jeder Zimmerer ist verpflichtet, für diese Versammlung z» agitiren und in derselben zu erscheinen» 278/z Achtung! IV. Wahlkreis! SonnkAg» den 29. August 1897: Grosse Lassalle-Feier in L. Keller s Feftsklen, Kuppensw. sv, arraiigirt von den- Parteieenossen des IV. Berliner Reldistags-Wahlkreises. Vokal« und Instrumen�al-BConzert. Musik von der„Freie» Vcreiuignug»er Zivil-Berufsmnstker" unter Leitung des Herr» Tkvt». O-ZWjMUN. Vtttriizc nO««»!> hcit«» Zchilts. AW- GroHev Tnnz. Anfang: Nachmittags 4 Uhr. Blllets Im Vorverkauf 25 Pf., an der Kasse 3» Pf. äclilling! II. Wahlkreis! Sonntag, den 20. Angnst 1807: Grosse Lassalle-Feier in Schmargendorf, Sanssouci, Ruhlaersir. 20, arrcmgirt vom(238/1? Soz. Walilverein des II. Berl. Reiclistags-Wahlkr. Vokal- n. Instrumental- Konzert. Cirosscr Ball. Herren, welche daran theil- nehmen, zahlen 30. Pf.»ach. Anfang des Konzerts»achniittags 4 Uhr. Programme ä 20 Pf. sind in den bekannten Zahlstellen zu haben. Achw..g! vi. Wahlkreis! Rch«"»»! Sonntag, den 29. August 1897, im„NTsvienbAd". NÄdM'Älze 35 3«: ß.assalis-k'vävr' veranstaltet von den Ctiioffeu der Roseiitjlller Vorstadt nud lZtsiiiidbriiiiiieil bestehend in Iliestei'. 8peria!!Men unl! KeLsngsvoi'trggkii meiii'ei'e!' Kesanljvereii-ö. Lebenllös öilll. Anfang 4 vhr. l220/izf Bntree S5 Bf. Uelllüngfark HUllcrstrassc Xo. 178. Sonntag, den SO. An gast 1807: Lassalie-Feier veranstaltet von den sozialdemokratischen Parteigenossen von Wedding und der Oranieiibnrger Vorstadt bestehend in Vokal- und Instrumental-Konzert unter Mitwirkung der Arbciter-Gesangvereiue„Nordwacht",„Oranienburger Vorstadt", „Sangeölust II" und„Wcddinger Haruwnie", DM' Im Sual: Tanz."VW Herren, welche daran thcilnchmen, zahlen 80 Pfennige nach. Nindvr-Velttlkigungvn (Die Kaffeektiche steht den geehrten Dame» von S zur Verfngnng. Anfang des Konzerts 4 Uhr nachmittags. ZW- Billet? S» Pf."WtS Zu recht zahlreichem Besuch ladet ei» l>as Komitco. Uhr a« Restaurant„Marienbad" Badstrassc 85 SO. Gesundbrunnen. Badstrasse 36/86. Jeden Sonntag von nachmittags 4 Uhr ab: DM Garten-Konzert,"HW Theater- nnd Spezialitäten-Vorsteltttng Entree frei! ZW?- Im Saale: DAX!«"MW Einree frei! bei verstärkter Hauskapelle unter Leitung des Tanzinaitres Herrn Küaler. Anfang 4 Uhr. Entree S>0 Pf. 1. Platz 3« Pf. Kinder 10 Pf. Pnssc-partouts haben Wiltigleit. 1 Pontz-Rette».- VolkSbelnstignngen aller Art.- 4 Kegelbahnen. NM- Die FamiliciuKaffcckitcho ist von S-« Uhr geöffnet.-WW Mctne Gartcn-Lokalitäten sind zu Vcreinsfestlichkeiten an den Wochen- tagen, ebenso Sitte und Vcreinszimmer zu Hochzeiten, Privat- und Bereinsfestlichkeitcn mit und ohne Theaterbühne zu den koulantesten Be- dingungen zu vergeben. 2Z10L lllax Mckclhm-g, ehem. Kiichcnchcf renommirter Häuser. ilente Sonntag Groftes Militär-Konzert. Gräfte Internationale SuezialitStt»- Volks- heinstlgnnKen aller Art. Hypod rom etc. Neue Welt Hasenhaide. Bai ehninpetre: Großer ii a. it it. Anfang 5 Uhr. Entrce 25 Pfennig. Vorverl. 20 Pf. Wwe.Frölilieh Feuersteio'sFestsil8 Alte Jakobstrasse 75 Crosse nnd kleine Stile zu Versammlung-en unentgeltlich, sowie zu Sommer- u.Winterfesthoh- keiten b. koulanten Bedingungen. Reichhaltige Abendkarte zu solid, kreisen. Pilsencr und BUtzow-Blcr. Mein Saal 32056 „3nin Ntm Turemiild", Hafenhaidc 12, ist an Vereine für Sonnabende noch zu vergeben.~ ZI Fischer, Restaurateur.„ Röhr's Fest-Säle fi. Vcttln's, Brnnneiistrake 34. Empfiehlt seinen Saal, 450 Personen fassend, den Vereinen z» Ver fainrnlungen nnd Festlichkeiten. Jede» Sonntag: VAU. Konzertpark „Zur Wölls-Seh» Bürgerliche Brauerei Am Tenipelhofcr Berg 6. Täglich Frei-Konzert d. beliebten Damenkapelle„Hnmor". Soimtags: Im Saale: Gr. Ball. 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Hilgen. � zithervgrtriige des Wervereins„Tyrol". - Ein nvvtovenvv Sohn ausgeführt vom Theatcrveretn„G l e i ch h e i t". Dir Kaffceküche ist den geehrten Damen von 3 Uhr an geöffnet. Im Saale von 0 Uhr ab: Voll. Billet 25 Pf. Kranerei Stralau. Sonntag, den 29. August 1897: Orosse Lassalle- Feier arrangirt von den Cenossen der LrtsAsten Rnminelsbnrg, Ztralun, zriedrichsberg u. zriedrichsselde unter gütiger Mitwirkung der Örtlichen«esangverelne(Mitglieder des Arbeiter-Sänger-Bundes). Grosses Konzert, ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil-BernsSmusiker. Brillant-Fenerwerk. Turnerische Aufführungen. Grofte Fackelpolonaise, iedeö Kind erhält eine Stock- latcrne gratis. Auftreten der beiden Volkshiiinoristen Fischer u. Michel. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Im Saale: TAX�. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Billets im Borverlanf 20 Pf., an der Kaste 25 Pf. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Eine recht zahlreiche Betheiligimg erwartet Das Komitee. Woiiiiiigiidkiiteiijlrgsie Zl! MliWidkiiteKch Ll). Heute, Sonutug, den 2S. August 1897: Lee/is WSt Möhrs Garten-Frst fe verauftartet vom Berliner Kranken- Nntersttttznngs- und Begräbniffvercin für Frauen und Mädchen. Anfang 4 Uhr. Die Kaffceküche ist von 3 bis 8 Uhr geöffnet. Gntree So Pf., Kinder frei._ Max Kliem's Ans der neu erbauten Sommerbühne täglich: Großes Konzert, Tpejinlitöteil- n. Thenter-AvWrnng. Jeden Sonntag. Montag u. Mittwoch in den Parquet-Sälen: Grosser Ball.— Entrce zum Garten 15 Pf., dafür 1 Gl. Bier Vi» Ltr. Bax Klient. Achtnn g! Achtnn g! Kellert Festsäle, KohenArsße L3. Heute, Souutng, den SÄ. August: Orosses Vokal- und Instrumental-Konzert arrangirt von den Gesangvereinen Siingerhort. Hünncrchor St. Urban, Alllance»nb Oberon(Mitglied des Arbeiter-Sänger- bnndes). Direktion Herr Tieft. 126b Kassenöffnung 4 Uhr. Programm 25 Pf. Anfang 5 Uhr. 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Keller, Glöckner und Nieset sprechen für Anschluß an den Holzarbeiter-Verband. Da im vorige» Jahre bei der Auflösung des Zeutralverbandes deutscher Korbmacher sich säunntliche Zahlstellen dem Holzarbeiter- Verband angeschlossen haben. außer Berlin, so märe es jetzt eine günstige Zeit, mit einer Zahl von 250 Mitgliedern des Lokalverbandes auch überzutreten. Carl spricht gegen den An- fchluß, er ivürde wohl für einen Zenlralverbaud der eigenen Geiverk- schaft stimmen, �doch nicht für einen Jndustrieverbaud. Nach einer. längere» Diskussion erfolgte namentliche Abstiiumuug. Für Bestehen des Lokalverbandes stimmten 92 und für Auflosung event. Anschluß au den Holzarbeiter-Verband 7S Mitglieder, mithin war der Antrag abgelehnt. Nach Bekanntmachung der Abstimmung mußte der Vor- sttzeude wegen zu großer Aufregung und Unruhe seitens der Ver- sammlung dieselbe schließen. Der Verband der Bäcker, Mitgliedschaft Berlin, hielt am lJ7. August seine regelmäßige Monatsversammlung ab. Genosse H o f f m a»» hielt einen mit großem Beifall aufgenommene» Vortrag. Es wurde beschlossen, Sonntag, deu 22. d. M,(also heule), eine Landpartie nach Waidinaunslust zu unternehmen. Schvncbcrg. J» der am 16. August stattgehabten Versamm- lnng des Arbeiter-Bildungsvereins von Schöneberg hielt Genosse Meiling ein Referat über„Eine politische Wochen- schau". Der Vortragende verstand es, die letzten politisch wichtigsten Ereignisse in geschickter Weise an einander zu reihen und ste mit passenden Kommentaren zu versehen. Die darauf folgende Diskussion war eine sehr lebhafte. SämmUiche Redner berührten die durch das Hochivasser angerichteten Verheerungen im Deutschen Reiche, und tadeln das ruhige Zusehen der gesetzgebenden Körperschaften zu der großen Roth der Geschädigten, welche nur durch private Hilfe geringe Unlerstützuug finden. Als Vortrag zu der nächsten am 6. September staltfindenden Versammlung wurde in anbetracht des Vorsichgehens des Städterechts für Schöneberg als Thema„S tä d l e- O r d n u n g" vorgeschlagen. Das Referat wird Genosse Meiling übernehmen. Nicdcr-Schöuhanscu. Am 19. August beschäftigte sich eine außergewöhnlich stark besuchte öffentliche Versammlung mit de» S ch u l v e r h ä l t u i s s e n in N i e d e r- S ch ö n h a u s c n b e- treffend den Kirchen zwang.— Nach einem einleitenden Vortrag des Genossen Waldcck Manasse über„Kirchen und Kasernen" las der Vorsitzende einige Auszüge aus einem ihm zugegangenen Schreiben vor. Ter Briesschreiber beklagt sich über ver- schiedene Anordnungen des Herrn Hauptlebrers Krüger, welcher vor kurzem aus der Provinz nach Nieder-Schönhausen versetzt worden sei. Der genannle sroinme Herr befiehlt seinen Schülern. jeden Sonntag die Kirche zu besuchen und ihm am Montag die ausgearbeitete Predigt vorzu- legen. In den letzten. 4 Wochen dauernden Ferien, mußten die Kinder wenigstens an 3 Sonntagen die Kirche besuchen; wer gegen diese strciigen Befehle verstößt, muß am Sonntag eine Strafarbeit anfertigen und diese am Nachmittag dem Herrn in dessen Wohnung vorlegen. Diese Beschuldigungen wurden von mehreren Redneriiiiien und Rednern, welche ihre Kinder in die Schule des Herrn Krüger senden, aus ihrer eigenen Erfahrung vollauf be- stätigt und noch dahin ergänzt, daß sich genannter Herr sogar auch des Sonntags in seiner Wohnung Slrafarbeilen vorlegen lasse. Eine Mutter beklagt sich, daß ihr kleiner Sohn, der das Enitesesl im Kostüm mitgefeiert hat, von seinem Lehrer vor versammelter Klasse mit den Namen„Hauswurst" und„Genosse" belegt wurde, welche Bezcichuuugeii ihn zum Gespött seiner Miischnler zu machen geeignet seien. Ein anwesender Gemciudeverlreler, Herr Hapt, fand die erhobenen Beschwerden weit hinter seinen Erwartungen zurückbleibend, meint aber, daß Ab- stellung der Mißstände erfolgen werde. Die brieflich geladenen Herren, der Herr Pfarrer Fangauf und Herr Hauptletrer Krüger, glänzten durch Abwesenheit. Der Vorsitzende erklärt, daß die Leiter der Versammlung die Angelegenheit in die Hand nehme» werden; zum Schluß fordert derselbe zum Eintritt in den„Arbcilervercin für Pankow und Umgegend" ans. ZUt>eIte».KIirm>u»>'>Ii»I». Die B> b lt o l h e r In dir Nord schule, Brunne nslr. e», Ist bis aus weiiereS geschlossen; die noch aus- stehenden Bücher stnd umgehend Tonnersiags obcudS von%i biZ Xw Uhr iUlüiliuNesern. MNgliedSbeilrSge werden an dielun Zage in der Nord- schule«ntgcgeugenomiuen. ebenso in folgeudeu Zahlstellen: Colifr. Echul», Adinlralslr.«oa; Mcul, Barulmslr. 43; Boblel, Siosculhalerslr. 67; Slelnert, Müllerstr. 7-> i Paul Mücke, Manleuffclftr. I2S; H iiöulgS, DIessenbachfir. so. Alle Zuschrlsle» sind an den Po.slheudcii Paul Mücke jr., SO. Man- l-usselslr. iss, Beldseudimgeii an deu Kasstrer H. Nönlgs, L. Dl-sscubachslr. so, zu senden. zese- und DIastutirlilnbn. Polnischer DlSkulirllub JaroSlaw DouibrowSiy tn Rlxdorf lag! jeden Sonntag nach dem is. des Monats nachinlltagZ 6 Uhr bei Prebler, Ztethenlirabe so. ztiontag: Morgenröthe. abends s Uhr bei Trittelwlh, Falkensleiiistrabs 7.— Sozialdemokratischer Lese- und Dtskutirklub siir den Stadtbezirk>76: Versammlung jeden 2. und 4. Montag im Monat, abends 8 Uhr, bei Buchman», Gudenerürabe 12» Leopold Jalobi), Biumenstraße 2l a bei JouaS, jeden Montag nach dem I. und 15. im Monat.— Nordtante, Wiesensir. 27 b.i Bolz.— Reimer,»erichtstr. 19 bei Sjidel. Alb-it-r-Sä»gerbu»d Kerlin« n»d»er Zlmgege»». 1. Vorfihender Ad. Neu mann, Brunnenftraße 160. Alle Aenderungen im VereinSkalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelftr. so. v. s Tr. Montag, abends o— Ii, UebungSfiunde und Ausnahme»euer Mitglieder.— Tors» l ö ck l c i n. Deutsch-WilmerSdors, Berlinerstr. 40 Klingenbera'S BoikSgarten.— u tun st I, Stegli», Ahornftr. lo.— B o rwär tS IX. Charlottenburg, ilmerSdorferstr. so,„Bismarckhöhe".— H ar -rur. l monte 2, Wetnstr. il, Ost, Cuvrriuraße 26 bei W. Erbe.— Li e d e§ s r e thel l ll, Straubberg, Wilhelmstraße bei Magnus.— Freya II igem.jChor), Urbanstr. 61 bei Wulls.— Apollo, Charlotlenburg, Krummestraße SS bei Muller.— Solidarität, Schuvenslr. Lo, Mielhle's Restaurant.— WalveSlust. Eörliüsrstraße SS bei Zuamantel.— Felsen dura, Krautstraße S bei Böttcher.- Rixdorser Ltederkranz, Rixdors. Prinz Handierystr.«0/07 bei Marefch.— E t n t g l e t t III, Reinickendorf. Etchbornstr. so bei Metnhardt.— S ü d, W e st, Stmeonstr. 2s b. Flick.— BerltnerDamenchorHarmonie, Rosenihaierstraße 6? bei Babiel.— Rütlt, Friedenau, Handjerystrabe S4 im Hohenzollern.— Treptow in Treptow, Baumschuisnweg S2 bei Lange. Ardritcr-Naucherbun» Kerli»» und d«r Ztiiigege»». Aenderungen im VereinSkalender stnd zu richten an Hermann Braunfchwetg. DrcSdenerstr. so, 2. Hos.— Montn a. abendS von»— n Uhr: Klub-Abend und Ailsnahme neuer Mitglieder. - Meritaner, Elbingerstr. IS bei TameS.— Brüderlichleit, Pücklerstr. 40 bei Schuhmacher. Abguß II, Weberstr. lo bei Schulze.— Freundschaft- Vorwärts, Thorinerstr. 64 bei Otto Lehmann.— Dornröschen, Fenn- llraße s bei Krüger. � K»»d der geselligen Arbetteroereine Kerlin»«nd der Zlmgrgend. Vorsitzender P. Wext, DreSdenerstr. 107/8. Aenderungen den VereinSkalender belressend stnd zu richten an H. Bendir, Al-xandrtncnstraße 100. Konutag. Famitienvercin Helttonta, Frankfurtersir. 74 vei Scholz. Gesang-. Kur»-«nd geseilig, vereine. Konntag: Prtvai-TheaiorvereiN Crescendo, nachmittags s Uhr, Linienstr. 7». Gesellige Zusammenkunft.— Dramatischer Klub Lt-beSglück, nachm. s Uhr, Cr-mm-n-rftr. t.— Ver- gnügungSvcrctn Jngwelde,»achmittagS s Uhr, Dunckerslr. oo bei Schutz.— Theaterverei» Vorwärts, nachm. 4 Uhr, Gr. Frantfurterstr. 42 bei Jonas.— Montag! Berliner Damenchor im Hotel„Zsntralhalle", An der Stadt- bahn 40, I Tr., Ecke der Nochstraße.— B-rgnügungSverein Bavaria, Duncker- straße oo bei Schulz.— Rauchklub P o r t o r t k o, Bülowstr. 4S.„.. Arbeiter-Turnerbund. Sonntag: Turnverein Fichte, Lichtenberg. Jede» Sonntag von» Uhr an volksthümliches Turnen, Weiß-nseeer Weg bei Asche. Montag: Turnverein Fichte, Berlin. AbendS von s— 10 Uhr: 7. Männerabthetlung, Reichendergerstraße isi. 2. Damenabthetlung. Ackerstv. 67. Soslaldriiiostratischer Zlgitationsverrinfnr den Wahikrei» Strais»»»- Sranzbnrg- Zliig«». Heute, vormittags 10 Uhr, bei Mörschel, Jüdenstraßi s»! Ihung. Gäste willkommen. � „Koomoo", Verein sür volkSihümliche Wissenschaft. Dienstag, den 24. Aug., abends o Uhr, bei H. Hensel, Brunnenstr. 173. Vortrag des Herrn WarschafSly über: Frih Reuter. Gäste wiNtomms».__ Sautariiev Knrfuo für Arbeiter n»d Ztlbelieriunen. Montag, den SS. August, abends 8»st Uhr, in Cohn'S Festsälen, Beulhstr. 20:«ortrag de» Herrn Dr. Ehrtsleller über: Krankenpflege. � Frei- v«r«i»igl,»» seldftättdiger Karbiere. Lriseure n. f.,u. Montag. de» SS. August, abendS 10 Uhr, im Englischen Garten, Aletanderstr. 27c: Versammlung...._ öcvlincr Kranke» Unterstütsttna«.«nd Kcgräbuihoerei» für Frauen und Mädchen. Heute: Großes Eartensest in den Armtnhallen, Komman- damenstraße Ar. so. Anfang 4 Uhr. Bill-lS zu ss Pfennigs» stnd tn den be- rannten Zahlstellen, sowie beim Rendante» Herr» Ernst Gerlach, Adalbert- sträße SS, S Dr., zu haben. Daselbst werde» auch neue Mitglieder aufgenommen. AUgem-i»» Fnuiilirn-Strrbrknsse. 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